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Ausgabe 20 Januar 2015

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SO SCHLIMM WIRD 2015

Die Erna Jahresprognosen für Politik, Sport und den anderen Kram Der Erna Tipp: Charity geht immer So möbeln Sie Ihr marodes Unternehmen auf


Editorial

Schwamm drüber: 2015 wird nix gscheits Eigentlich sollte man 2015 einfach überspringen. Es ist nix geboten. Keine Fußball-WM, keine royale Mega-Hochzeit (soweit) und keine Kommunalwahl. Laaaangweilig. Eine regionale Tageszeitung hat die AC/DC Tournee als einen Höhepunkt 2015 ausgemacht. Das sagt doch alles. Und damt Sie gleich wissen, was 2015 abgeht, steckt diese Erna Ausgabe voller Prognosen für das neue Jahr. Im Prinzip können Sie es also verschlafen, nachdem Sie die nächsten Seiten gelesen haben. Regelmäßige Prognosen mit hohem Wahrheitsgehalt erhalten Sie auch auf der facebook Seite des Erna Magazins und als Erna Follower bei Twitter. Und jetzt noch der übliche Hinweis: Erna ist weiterhin kein Produkt der espresso Mediengruppe und bleibt völlig unanhängig, unsinnig und weiterhin gerne durchgehend unseriös.

www.erna-magazin.de Impressum: Redaktion, Layout: Melanie Arzenheimer Fotos: Melanie Arzenheimer / Wiki Commons wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Amalia Stürzenhofecker-Pasatelski (AU Eichstätt-Ingolstadt) Verantwortlich i.S.d. § 6 Abs. 2 MDStV: Melanie Arzenheimer Arzenheimer Productions Rebdorfer Str. 97 85072 Eichstätt Internet: www.erna-magazin.de Mail: post@erna-magazin.de


Inhalt PROGNOSEN 2015 Exklusiv für Erna haben Theologen und Wirtschaftswissenschaftler ein ganzes Jahr analysiert und Prognosen für 2015 erarbeitet.

Seite 04

Automoblilistenreligion 2015 werden die Automobilisten aus Ingolstadt als Religionsgemeinschaft anerkannt. Ihr Glaube schreibt ihnen die Verehrung des Automobils vor.

Seite 06

Schwimmende Hutschachtel Neuburg bekommt einen Fährverkehr, den es so nirgends gibt. Eine Künstlerin wurde dafür ins Boot geholt.

Seite 09

FC 04 holt Reus Nach dem Abstieg von Borussia Dortmund kann im Sommer 2015 der FC Ingolstadt 04 auf dem Transfermarkt zuschlagen.

Seite 12

Wenn nichts mehr geht ... dann hilft maroden Unternehmen nur noch Charity. Tipps und Tricks für Pleitegeier, die es nochmal versuchen wollen.

Seite 16


Da geht´s lang! Die Erna Jahresprognosen 2015 für die Region IngolStadtLandDings


Was für ein Projekt! Das hat es so noch nie gegeben: Ein ganzes Jahr lang hat sich ein ganzer Lehrstuhl mit einem ganzen Jahr beschäftigt. Das Forschungsobjekt hieß 2015. Und für dieses Objekt wurden erstmal fachübergreifende Prognosen erstellt, die wohl zum seriösesten gehören, das jemals berechnet wurde. Zu verdanken ist das der intensiven Zusammenarbeit von Fakultäten, die ansonsten eher übereinander lachen: Theologie und BWL – beide zu finden an der Alkoholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Die Aufgabenteilung war klar. Während die BWLer anhand von Statistiken, Umfragen, Erfahrungswerten und mathematischen Berechnungen ihre Prognosen erarbeiteten, lag den Vorhersagen (oder Weissagungen?) der Theologen ein intensives Gespräch mit Gott zugrunde. Diese Kombination aus weltlichen und geistlichen Prophezeiungen macht die nun folgenden Prognosen so einzigartig und gleichzeitig äußerst vertrauenswürdig. 2015 wird ein Jahr voller... Zeugs Allgemein lässt sich sagen, dass 2015 ein durchwachsenes Jahr werden wird. Den einen gehts gut, den anderen nicht. Oder andersrum. Mal so, mal so. Dieses hin und Her wird sich auch in der Politik der bayerischen Staatsregierung wieder finden.


Das passiert 2015

Keine Stromtrasse durch Bayern

Der Bürgerpotest zeigt seine Wirkung: die „Monstertrasse“ wird es nicht zuletzt wegen ganz gemeiner Drohungen durch Horst Seehofer nicht geben. In Berlin werden die Pläne auf Eis gelegt. Jubel im Freistaat! Da aber auch Windkraftwerke nicht in der Nähe von Menschen und Orten erwünscht sind, Wasserkraftwerke einen Eingriff in die Natur bedeuten, Kohlekraftwerke ganz arg schmutzen, Atomkraftwerke viel zu gefährlich sind und Solaranlagen nicht mit dem Denkmalschutz vereinbar sind, ist 2015 in Bayern die Energwiewende sprichwörtlich im Arsch. Das bayerische erneuerbare Energieengesetz wird deshalb verabschiedet. Es sieht vor, dass die Bürger, die einen Garten besitzen, in selbigen scheißen müssen, um ein eigenes kleines Biogaskraftwerk zu betreiben. In Großstädten wird gemeinschaftlich in Parkanlagen gekackt. Positiver Nebeneffekt: etliche Hektoliter Klo-Spülwasser können dadurch eingespart werden.

Das passiert 2015


Das passiert 2015 Religionsgemeinschaft der Automobilisten wird anerkannt Was Scientology in Deutschland nicht erreicht hat, das werden 2015 die „Automobilisten“ schaffen: Ihre Gemeinschaft wird als Religion anerkannt. Gegründet wurde die sektenartige Gruppierung in Ingolstadt von einem Diplom Ingenieur, der sein Leben der Entwicklung von Fahrzeugen gewidmet hat. Schnell konnte er Kollegen, Verwandte und Geschäftspartner von seiner Religion überzeugen. Die Automobilisten zählen nach Informationen, die Erna vorliegen, rund 35 000 Mitglieder allein in der Region IngolStadtLandDings – Tendenz steigend. Im Mittelpunkt dieses Glaubens steht die Anbetung des Automobils. Es ist die Erlösergestalt, die eine Befreiung von Armut, Unterdrückung und Abgeschiedenheit verspricht. Eine Drive In Kathedrale soll demnächst in Angriff genommen werden, denn die Automobilisten beten grundsätzlich im Auto, etwa beim mehrfachen Kreisen im Audi-Kriesel, der mit seiner Erlöserstatute in der Mitte derzeit noch als das Haupt-Heiligtum gilt. Nicht zu unterschätzen ist der missionarische Eifer der Automobilisten. Mit der Eröffnung neuer Auto-Fabriken in Südamerika oder Fernost verbreitet sich die Religion aus Ingolstadt immer weiter. Derzeit werden beispielsweise ca. 700 Mexikaner in Ingolstadt zu Missionaren ausgebildet.

Das passiert 2015


Das passiert 2015 Cityaktivisten wollen Wetter abschaffen

Tierschützer gegen Dinosaurierpark „Kein Stegosaurus hinter Gittern!“ Mit diesem Slogan demonstrieren Tierschützer gegen die Käfighaltung von Dinosauriern und möchten so den Bau des Dino-Vergnügungsparks in Denkendorf verhindern. Einige von ihnen ketten sich an die Baufahrzeuge, die bereits die Fläche für den Park präparieren. Die Aktivisten der Gruppe „Free T-Rex“ setzen sich dafür ein, dass Fossilien, Saurier, Mammuts und Säbelzahntiger wieder in freier Wildbahn leben dürfen. Auch eine wissenschaftlich überwachte Museumshaltung lehnen sie strikt ab. „Es handelt sich hier um Lebewesen und nicht um Objekte, die ausgestellt werden können wie antike Vasen oder ein Gemälde von Rembrandt,“ so Ursula Ursprung, Biologielehrerin und Sprecherin von „Free T-Rex“.

Das passiert 2015

Warum gehen die Menschen ins Einkaufszentrum auf der grünen Wiese und nicht in die Innenstadt? Diese Frage treibt die Freunde der Altstadt in Ingolstadt weiter um. Jahrelange Recherchen und messerscharfe Analysen ergeben nun, dass dieses Ungleichgewicht am Wetter liegt. So hat man festgestellt, dass beispielsweise Regen einen negativen Einfluss auf die Einkaufslaune hat. Noch drastischer sei der Besucherrückgang bei Schneefall. Um eine Gleichbehandlung von Einkaufszentrum und Innenstadt zu erreichen, fordern die Aktivisten die Abschaffung des Wetters. Eine entsprechende Online Petition wird auf den Weg gebracht. Damit würden zwar auch Sommerund Winterschlussverkauf hinfällig, aber in Zeiten des Online-Handels wäre ja irgendwo immer Schlussverkauf, so die Aktivisten.


Das passiert 2015

Neuburg bekommt schwimmende Designerhutschachtel Weil die Bürger nein zu einer zweiten Brücke über die Donau gesagt haben, wurde bereits 2014 die Einrichtung eines Fährverkehrs beschlossen. Und der wird spektakulär! Wie das Erna Magazin aus durchaus anständig informierten Kreisen erfahren hat, soll die Fähre zu einem künstlerischen Markenzeichen der Stadt werden. Deshalb wurde eine bekannte Neuburger Künstlerin engagiert, um dem Gefährt das besondere Etwas zu verleihen. Erste Entwürfe sind unter Ausschluss der Öffentlichkeit bereits dem Stadtrat präsentiert worden. Dabei hat das Modell „Schwimmende Hutschachtel“ die meiste Zustimmung erhalten. Lediglich die Farbkombination Lila-Pink-Gelb erschien einigen Stadträten zu gewagt. Die Neuburger Designerfähre soll den Bürgern zum Schlossfest präsentiert werden, die erste Überfahrt ist für Ottheinrich und sein Gesinde vorgesehen (sofern die Fähre die Ottheinrich-Gewichtsklasse aushält).

Das passiert 2015


Das passiert 2015

Hollywood dreht Frankensteinfilm in Ingolstadt Endlich! Nachdem gefühlte 245 Filme über Dr. Viktor Frankenstein und sein Monster gedreht wurden und keiner davon den Originalschauplatz des Briefromans von Mary Shelly berücksichtigt hat, ist es jetzt soweit. Kein Geringerer als Christopher Nolan (Batman begins, Interstellar) wird bei dem düsteren Hollywood Blockbuster „The Doctor, the Monster and me“ (Budget 130 Mio. Dollar) Regie führen. Die Rolle des Dr. Frankenstein soll nach Erna Informationen Benedict Cumberbatch übernehmen, das Monster spielt Til Schweiger (es kann aber auch umgekehrt sein). Gedreht wird an den düstersten, bedrückendsten, zerfallendsten und schaurigsten Orten in Ingolstadt, also in der ehemaligen Bürstenfabrik, im Körnermagazin und in den City Arcaden.

Das passiert 2015


Das passiert 2015

Eichstätt eröffnet Spielkasino Das Motto „Las Vegas“ der Eichstätter Faschingsgesellschaft war nicht zufällig gewählt. Die Eichstätter sollen dadurch auf eine eklatante Nutzungsänderung des Alten Stadttheaters vorbereitet werden. Nachdem in der Städtischen Kasse ein millionenschweres Loch klafft, hat man (wer genau es war, ist nicht bekannt – die Sitzung war nicht nur nicht öffentlich, sondern sogar unterirdisch) beschlossen, ein Spielcasino zu eröffnen. Als Ort bot sich das Asthe geradezu an, dessen Auslastung in jüngster Zeit immer wieder kritisiert wurde. Die beiden Kinos bleiben erhalten und das Filmprogramm wird entsprechend angepasst: im Erdgeschoss laufen schlüpfrige Erotikfilme, um die männlichen Gäste zu animieren, im oberen Kinosaal sind klassische Kasino-Filme angesagt wie Ocean´s Eleven, Casino Royale oder Frankie und seine Spießgesellen. Die Einnahmen aus allen Glückspielangeboten wie Roulette, Black Jack und Poker kommen der Stadtkasse zugute. Um sich von anderen Spielbanken durch regionaltypische Spezialitäten abzuheben, wird auch eine Ecke für Schafkopfspieler reserviert werden. Das Catering wird übrigens von Monat zu Monat ausgelost.

Das passiert 2015


Das passiert 2015

Livestream aus Ingolstadt ersetzt Wetten, dass...? Nachdem der erste vollständige Livestream (mit Ton und Bild!) aus dem Ingolstädter Stadtrat ein echter Straßenfeger wird, schaltet sich das Zweite Deutsche Fernsehen ein. „Der Unterhaltungswert dieser Veranstaltung ist enorm, das zeigen die Zugriffe im Internet,“ betont der kommissarische ZDF Unterhaltungschef Oliver Heidemann. Weil die Länge einer durchschnittliche Stadtratssitzung in Ingolstadt etwa der durchschnittlichen Länge einer Wetten, dass...? Sendung entspräche, werde man das Schanzer Erfolgsformat übernehmen. „Es muss lediglich der Termin der Stadtratssitzung auf den Samstag Abend gelegt werden, das ist unsere einzige Bitte. Eine Aufzeichnung mache schließlich wegen der spannenden Entscheidungen keinen Sinn,“ so Heidemann. „Dieses Spektakel muss live gesendet werden!“ Widerstand regt sich allerdings aus der Ingolstädter Kulturecke, da einige Stadträte ihren Samstag Abend lieber im Theater oder bei einem Proescco in einem schicken Museum verbringen möchten.

Das passiert 2015


Das passiert 2015

Nach dem Abstieg von Borussia Dortmund ist dort Fußballer-Abverkauf – und der FC Ingolstadt 04, der gerade in die erste Bundesliga aufgestiegen ist, schlägt so richtig zu: für sensationelle 540 000 Euro kaufen die Schanzer Marco Reus! „Ein echtes Schnäppchen,“ freuen sich die Verantwortlichen beim FC 04. Und über seinen Führerschein braucht sich Reus in Ingolstadt keine Gedanken machen, ein großer Automobilhersteller, der inzwischen 99 Prozent am Verein hält, stellt dem Neu-Schanzer ein schnittiges Auto samt Chauffeur zur Verfügung. Außerdem kann der Fußballprofi in der Sommerpause auf der Strecke des Fahrerlebniszentrums in Neuburg jederzeit ein paar Runden drehen, ohne dass er geblitzt wird. „Ein Traum wird wahr“, kommentiert Reus den Wechsel vom BVB zum FC 04.

Foto: Wiki Commons / Ultraslansi

FC Ingolstadt 04 holt Marco Reus

Das passiert 2015


Das passiert 2015 außerdem noch

KURZPROGNOSEN Napoleons Tagebuch taucht in Ingolstadt auf Bei den Vorbereitungen zur Landesausstellung hat man das Manuskript im Keller des Neuen Schlosses in Ingolstadt gefunden. Der französische Kaiser beschreibt darin seinen Aufenthalt in der Region IngolStadtLandDings. Mehr dazu in einer der nächsten Erna Ausgaben.

Bürger nun das Gefühl haben, ihr Stadtoberhaupt ist immer für sie da, werden lebensgroße Pappfiguren des Ersten Bürgermeisters an die Bürger verteilt. Idealerweise stellt man diese ins Ess- oder Wohnzimmer, um stets die besondere Bürgernähe zu spüren. Man darf ihn auch knuddeln.

Online Portal erhält goldene Locke Ein tägliches Online Nachrichtenportal aus Ingolstadt wird mit der goldenen Locke ausgezeichnet. Verliehen wird dieser Preis durch das bayerische Friseurhandwerk. Gewürdigt werden damit Medien, die das Friseurhandwerk in herausragender Weise darstellen.

Donaustrand bekommt eigenen FKK Bereich Die Stadt Ingolstadt gibt einen Teil des Donaustrandes im Klenzepark als Nacktbadebereich frei. Man wolle so ein Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit setzen. Allerdings beschweren sich einige Nacktbader über das Gastro-Floss, weil dessen Holzmöbel nicht gerade optimal geschliffen wurden. Aua!

Pfaffenhofen noch näher am Bürger Ohne Bürgernähe geht in Pfaffenhofen nichts. Die Stadt ist Vorreiter in Sachen Kommunikation, Transparenz und überhaupt. Damit die

Die Wettervorhersage für das Jahr 2015: Zur Jahresmitte ist mit steigenden Temperaturen zu rechnen, gegen Ende des Jahres nimmt die Wärme wieder ab.

Das passiert 2015


Kulturhighlights 2015 Die vier Ringe des Nibelungen

Neuinszenierung für Orchester und drei R8 Uraufführung bei den Wagner Festspielen in Bayreuth Liveübertragung auf die Audi Piazza Kinderkonzert: Der fahrende Holländer Mit einer Einführung der Straßenverkehrswacht

Der Straßenkavalier

Komödie für Musik in drei (Auf)Zügen Premiere im Rahmen der Salzburger Festspiele

Unfalltod eines Handlungsreisenden

Dramatisches Road Movie nach Arthur Miller mit Musik von den Backstreet Boys Auftakt zur Kunstfilmwoche im Audi Programmkino Der Kartenvorverkauf startet am 30.02.2015

Vorsprung durch... den richtigen Sponsor!


Gesellschaft

Charity kann Firmen retten Bayerns erste Charity-Image-Agentur ist auch in der Region IngolStadtLandDings erfolgreich In einem unscheinbaren Hinterhof in München-Pasing befindet sich die Agentur von Jürgen B. (Name liegt der Redaktion vor, darf aber nicht genannt werden, weil Erna sonst der Geldhahn abgedreht wird). Es ist Bayerns erste Charity-Image-Agentur, die hier seit zehn Jahren zu finden ist. Oder besser: gar nicht gefunden werden soll. Denn ihre Beratertätig-

keit ist streng geheim. Jürgen B. hat eine Ausbildung in Psychological Management in Silicon Valley absolviert und dort gelernt, wie wichtig das Image für das Überleben eines Unternehmens ist. Sein Wissen gibt er zusammen mit drei Ex-Schutzgeldexperten, einer ausgebildeten Nahkämpferin aus Fernost und einem Hacker an seine Klienten weiter.


Gesellschaft Wen beraten Sie denn mit Ihrer Agentur? In erster Linie sind es Unternehmen oder besser Unternehmer, die ein Imageproblem haben. Das kann daran liegen, dass sie Produkte herstellen, die sich als umweltschädlich oder gar lebensgefährlich heraus gestellt haben. Es sind aber auch Produzenten dabei, die beispielsweise Lebensmittel erzeugen, die schlichtweg fett und krank machen. Oder abhängig. Wir beraten außerdem Geschäftsleute, die ins Visier der Steuerfahndung geraten sind oder hoch verschuldet und eigentlich pleite sind. Also alles tragische Fälle, die nur durch ein positives Image gerettet werden können. Aber man könnte doch mit betriebswirtschaftlichen Methoden für Abhilfe sorgen? Natürlich. Aber die günstigste Methode, ein positives Image aufzubauen, ist nun mal Charity. Stellen Sie sich vor, Sie müssten Ihr Produkt verbessern? Allein die Entwicklungskosten, nicht auszudenken. Und man weiß ja trotzdem nicht, ob der Kunde es mag. Was er aber mag, sind gute, warmherzige Menschen. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Wir haben

selbst einen Test gemacht und auf eine Packung extrem ungesunder Süßigkeiten ein neutrales Label und eines mit hungernden Afrikanern und einer fiktiven Hilfsorganisation geklebt. Die Süßigkeiten mit den traurigen Bildern sind weg gegangen wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Sie vertreten in Ihrem Buch „Image ist alles – der Rest ist Bullshit“ die These, dass durch Charity sogar die Gläubiger milde gestimmt werden können. Wie soll das denn funktionieren? Nehmen wir an, Sie gehören zu der nicht geringen Zahl an Unternehmern, die leider kein Geld für die Sozialabgaben ihrer Angestellten oder die Rechnungen der Handwerker haben. Dadurch haben sie ein gewisses Aggressionspotenzial geschaffen, das es nun abzubauen gilt. Wenn sie ihrer Verkäuferin oder Servicekraft, die seit Monaten kein Geld bekommen hat, mit Tränen in den Augen erklären, dass sie das Geld an arme Kinder in Rumänien gespendet haben, dann nehmen sie der Frau, die im Idealfall selber Kinder hat, den Wind aus den Segeln. Bei Steuersündern funktioniert das übrigens genauso gut, das


Gesellschaft sehen wir ja am Fall Hoeneß. Die bisher geleisteten guten Taten wiegen für seine Anhänger die Steuerhinterziehung wieder auf. So muss es sein. Besser hätten wir das auch nicht hingekriegt. Was gehört denn nun zum perfekten positiven Charity Image? Sehr gut ist eine Charity-Lady, eine gut aussehende Unternehmergattin, die auch im Abendkleid eine gute Figur macht und den Smalltalk beherrscht. Sie repräsentiert das Unternehmen auf Ereignissen wie einer Gala, Benefiz-Verkaufsaktionen, winkt mit der Startflagge beim Promi-Rennen oder geht mit den VIPs zum Golfen. Wenn die eigene Frau dazu nicht in der Lage ist oder einfach schrecklich aussieht, raten wir zu einer feschen Assistentin der Geschäftsführung, die nach dem Aspekt der optischen Beeindruckung eingestellt werden sollte. Lesen Sie dazu mehr in meinem Buch „Die wahre Frauenpower liegt zwischen Hals und Hüfte“.

dien. Spenden, Obdachlose aufnehmen, Schulen in Afrika bauen, den Selbstbefreiungstöpferkurs anonymer Ex-Nazis zu unterstützen ist lobenswert, aber wenn es keiner mitbekommt, hat es für das Unternehmen keinen Mehrwert. Eine Medienpartnerschaft ist deshalb unerlässlich. Wir raten dazu, sich kompromittierendes Material über den Schreiberling oder die Redaktionstussi zu besorgen, um im Notfall etwas Druck aufbauen zu können. Dann sind gewisse geschäftliche Verflechtungen mit den Medien immer gut. Achten Sie aber darauf, dass es nicht zu offensichtlich wird. Jede Woche ein todkrankes Kind zu besuchen und damit in der Zeitung zu stehen ist vielleicht herzerwärmend, aber aus Sicht des Imageberaters totaler Schwachsinn.

Dekowahnsinn und

Können Sie uns verraten, wen Sie in der Region IngolStadtLandDings schon erfolgreich vor dem geschäftlichen Niedergang gerettet haben? Das kann ich natürlich nicht. Ich kann nur so viel sagen: es sind einiAber eine Frau allein kann ja nicht ge, es sind nahezu alle Branchen dadas Image eines ganzen Konzerns bei und die Nachfrage nach unseren verbessern? Leistungen wird von Jahr zu Jahr höStimmt. Ganz wichtig sind die Me- her.


Image ist alles der Rest ist Bullshit Ein pfiffiger Ratgeber für Unternehmen/r Blockflötenterror am Rande des Zusammenbruchs

Wie Sie durch Charity Ihre Gläubiger ablenken und das eigene Image aufpolieren - nicht nur zur Weihnachtszeit! Vom Ausbeuter zum Gutmensch in 12 Schritten Mit einem exklusiven Vorwort von Uli Hoeneß: „Ihr Image sollten Ihnen nicht Wurst sein!“

Extrateil: Tue Gutes und lass drüber schreiben! Tipps und Tricks zur geschickten Ausnutzung der Medien Besserwisser Verlag

ISBN 0815 4711 666


Foto: Ulli Hoessl

Der böse Blog Stille im Saal. Auf der Bühne wird ein Komplott geschmiedet. Die Zuschauer sind gebannt. Der Anti-Held flüstert seinen Plan ins Ohr des Mitverschwörers und gesteht, dass er....HUST UAHHHH... Das Unglück nimmt seinen Lauf, die Geliebte eröffnet dem König, dass... RRRRROOOTZZ UAHH... Anscheinend hat sie ihm etwas ganz Schlimmes gestanden, denn er antwortet mit … HHHAAATSCHI... Sie holt eine Waffe aus der Schublade, der Sitznachbar eine Packung Hustenbonbons ...RASCHEL RASCHEL... Verflucht! Dieser Satz kommt nun nicht von der Bühne, sondern aus dem Publikum. Der genervte und nicht erkältete Theaterfreund muss derzeit ganz schön leiden. Natürlich kann der Sitznachbar nichts für seine Halsschmerzen, den Husten und Schnupfen. Aber wenn jeder dritte im Publikum im Schnitt alle zehn Minuten husten muss, dann kommt da ein ziemliches „Kanonenfeuer“ zusammen. Gerade in stillen Momenten besonders unangenehm. Vielleicht sollte man im Winter zusätzlich zu den Eintrittskarten auch Halsbonbons verteilen. Und in der Pause werden dann die Zungen der Besucher kontrolliert, ob sie denn auch alle brav das Bonbon gelutscht haben (farblich müsste sowas doch nachweisbar sein). Dann darf beim Pausengong nur derjenige wieder zurück auf seinen Platz, der vor den Augen des Theaterpersonals erneut einen Bonbon einwirft. Das hat zugegebenermaßen ein bisschen was von zwangsweiser Schluckimpfung. Aber für höhere Ziele und größere Dinge muss man eben auch mal Opfer bringen. Oder zuhause bleiben.


Ernst gemeinter Buch-Tipp

Ein Almanach für Weltenbummler Our Dumb World - Atlas of the Planet Earth Die Macher von „The Onion“, der „weltführenden Humor Publikation“ haben ein Lexikon auf den Markt gebacht, in dem alle Länder dieser Erde (auf Englisch) beschrieben werden. Politisch unkorrekt und historisch fragwürdig. Ein Buch, das man als Reisender immer dabei haben sollte, vor allem wenn man beängstigende Nationalgerichte in fremden Ländern vorgesetzt bekommt. Our Dumb World Herausgegeben von The Onion ISBN-10: 0-316-01843-0 Preis: 17,99 USD

Erhältlich beim bösen, bösen www.amazon.de


He, lach mal wieder!

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Erna Magazin Januar 2015  
Erna Magazin Januar 2015  

Monatliches Satiremagazin für Ingolstadt und die Region

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