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Gesundheit

Der Fluch der frühen Fröhlichkeit Interview mit einem Betroffenen über die Last des ständigen gut gelaunt Seins Diese Menschen fallen auf in Deutschland. Menschen, die stets gut gelaunt und fröhlich sind, werden nicht selten schief angesehen oder gar verachtet. Und das nur, weil sie anders sind. Einer, der das Fröhlichkeitsgen in sich trägt, ist Bernhard „Fleischi“ Fleischmann. Als Bayern 3 Frühaufdreher ist er sogar morgens um 5 Uhr schon schrecklich gut gelaunt. Ein hartes Schicksal, mit dem der Betroffene aber tapfer umgeht. Ist Ihre morgendliche Fröhlichkeit genetisch bedingt oder anerzogen? Ganz klar erblich bedingte Berufskrankheit....wer in der Schulkarriere über 10 Verweise einheimst und beim Reden die Interpunktion ignoriert, immer daran zu erkennen ist, dass er mit Abstand der lauteste ist, der hat das Problem schon länger! Wie reagiert Ihre Umwelt auf diese Zwangsstörung? Der Fluch für mich ist hoffentlich ein Segen für die anderen, aber das kann ich in keinster Weise belegen – Menschen in meinem Umfeld sind schon mal genervt von soviel Heiterkeit – das gipfelte mal darin, dass unser Tisch in einem Restaurant gemeint hat, dass alle drei Nachbartische nach Hau-

se gehen. Fakt war aber, dass sie sich aufgrund unseres Geräuschpegels schlichtweg einen anderen Tisch gesucht haben.......ist dann irgendwie nicht mein Problem... Wann haben Sie das erste Mal bemerkt, dass Sie unter chronisch guter Laune leiden? Chronisch wäre schlichtweg gelogen – so was gibt es ja nicht, ein Pendel schlägt immer auf zwei Seiten aus....kann aber durchaus sein, dass beim Ausschlag in die traurige Richtung selten jemand dabei ist und wenn´s mir mal in der Öffentlichkeit passiert, kommt´s auch vor, dass die anderen das nicht akzeptieren.....aber ich finde schon, dass ich auch ein Recht auf schlechte Laune habe, auch wenn ich von dem Recht tatsächlich eher selten Gebrauch mache.. Wenn Sie morgens schon so gut gelaunt sind, steigert sich das im Lauf des Tages, speziell, wenn Sie abends noch auf einer Bühne stehen? Hängt vom Mondkalender ab......de facto schaut´s so aus, dass wir nach der Sendung tatsächlich noch aufgedrehter sind, das lässt aber im Laufe des Mittags deutlich nach. Der Grad der Albernheit am Abend auf einer Bühne beispielsweise wird be-

Erna Magazin August 2013  

Monatliches Satiremagazin für Ingolstadt und die Region

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