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Politik scheid, Kommunalwahlen oder sogar Demokratie steht die Macht auf immer wackeligeren Beinen. Nun muss dafür gesorgt werden, dass sie wieder – sagen wir – fest zementiert wird. Macht teilen zu müssen, macht einfach keinen Spaß und führt zu Stress, im schlimmsten Fall zu Depressionen und Burnout. Vom Alkoholmißbrauch ganz zu schweigen. Kurz: Machtverlust macht krank. Und wohin soll die (Zeit)Reise gehen? Zurück zum Königreich natürlich. Keine parlamentarische Monarchie, sondern Absolutismus lautet das Ziel. Einer entscheidet für alle. Es geht bestimmten politischen Kräfte darum, das Kini-Trauma endgültig zu überwinden. Die Absetzung von Ludwig II. hat in der bayerischen Seele offenbar eine Wunde hinterlassen, die nun geschlossen werden muss. Zumindest nach Ansicht dieser armen Seelen. Können Sie diese politischen Kräfte genauer definieren? Nein. Warum nicht? Weil ich nicht in den Fängen der bayerischen Psychatrie landen möchte. Wie der Kini. Oder dieser Mollath.

Ludwig II. auf dem Gemälde von Ferdinand von Piloty (Wikimedia Commons)

Erna Magazin August 2013  

Monatliches Satiremagazin für Ingolstadt und die Region