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–––– PANEL Innovationen des terrestrischen Spielangebots –––– Für viele ist das Schlagwort Big Data nicht gerade positiv belegt. Dass aber Datensammlungen und deren Analyse auch erhebliche Chancen bieten, wurde in dem international besetzten Panel über die Innova­ tionspotenziale der Glücksspiel-Branche deutlich. Denn nicht zuletzt der Spielerschutz könnte von den neuen technischen Möglichkeiten weiter profitieren.

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Big Data als Chance

»Die Zukunft des Spielerschutzes könnte die Kombination aus technischer Datenanalyse und Beobachtungen sein.« Dr. Michael Auer, neccton

»Unternehmen müssen ihre Produkte mehr und mehr über verschiedene Kanäle anbieten.«

Dr. Monika Poeckh-Racek, Admiral Casinos & Entertainment

»Mangelnde Innovationskraft war noch nie das Problem der Glücksspielbranche.« Eric Olders, JHV Gaming & Entertainment Group

Big Data als Chance für den Spielerschutz? Ja, denn bei Online-Gaming könne man so immer mit dem Kunden „kommunizieren“ und dadurch die Spieler schützen, sagte Dr. Michael Auer von der Firma neccton. Der Österreicher meinte damit, dass man im Vergleich zum terrestrischen Spiel innerhalb kürzester Zeit das Verhalten der Spieler mithilfe diverser Daten analysieren könne – über das sogenannte Datentracking. „Wir suchen bei unseren Analysen immer nach auffälligen Verhaltensmustern. Das ermöglicht uns Warnsignale an den Spieler zu geben, sollte sein Spielverhalten oder die Verluste problematisch werden.“ Das Problem: Man erkenne durch dieses technisierte Verfahren nicht die Stimmung der Spieler. Auer sieht daher beim terrestrischen Spiel die Zukunft beim Spielerschutz in einem „Hybridverfahren“ – einer Kombination von automatisierter Datenerhebung und Beobachtungen von Mitarbeitern. Erste Pilotprojekte hierzu würden bereits in Spielbanken durchgeführt werden. Dr. Monika Poeckh-Racek von Admiral nannte in ihrem Referat verschiedene Trends. Ihrer Ansicht nach müsse das Slot-Gaming neben dem terrestrischen Bereich auch andere Kanäle bedienen. Das terrestrische Geldspiel wird ihrer Ansicht nach zwar auch in Zukunft beliebt sein. Gerade aber die jüngere Zielgruppe greife mehr und mehr auf das Online-Gaming zurück. „Unternehmen müssen daher ihre Produkte über verschiedene Kanäle anbieten“, resümierte die Österreicherin. Virtual-Reality-Gaming, das derzeit in aller Munde ist, bleibe hingegen ihrer Meinung nach ein „Nischenprodukt“, das allerdings vor allem für Online-Poker interessant werden könne. Das Panel schloss der Niederländer Eric Olders ab. Er betonte, dass die technische Innovationsfreudigkeit der Branche nicht das Problem sei. Für Neuheiten hätte die Branche schon immer reichlich gesorgt. Vielmehr müsse sie sich aber künftig um zwei andere Aspekte noch mehr kümmern, als es bisher der Fall sei, so Olders: Erstens die Praxis der Regulierung in den einzelnen Ländern und zweitens die Verbesserung des eigenen Images in der öffentlichen Meinung.

Summit Review 2017  
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