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• Urteil: Punktsieg gegen Losverfahren

www.gamesundbusiness.de 15. Juni bis 15. Juli 

2017 •

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68. Jahrgang

Das Unternehmermagazin für die Automatenwirtschaft

Sportwetten Noch immer Stillstand 30. Juni 2017 Tipps vor Torschluss Niedersachsen Kampf um die Jobs Verbände Große Runde in Berlin Glücksspiel Ein echter Wirtschaftsfaktor

Fokussiert auf Qualität

GAMING SUMMIT 2017


Redaktion games & business

Aufschlag

Der Anfang ist gemacht

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um vierten Mal hat der Summit – Kongress der Automatenwirtschaft jetzt stattgefunden. Und zum vierten Mal war er mehr als ausverkauft. Das muss man erst mal schaffen. Immerhin müssen sich rund 400 Menschen auf den Weg nach Berlin machen und dann über Themen reden wollen, die zwar wichtig, aber nicht immer vergnügungssteuerpflichtig sind. Aber sie tun es. Offenbar ist der Bedarf nach hochkonzentrierter, vor allem aber auch hochqualifizierter Information groß. Der Summit erfüllt diese Erwartungen jedes Jahr auf hohem Niveau.

»Der Anfang ist gemacht, den Summit zur Plattform von Dialog, Kompetenz und Öffentlichkeitsarbeit zu machen.« Zwei Effekte kommen dazu: 1. Es gibt in der Branche ein Bedürfnis nach einem Treffpunkt, der unabhängig ist von Verbandszugehörigkeiten oder Firmeneinladungen. Diese Funktion hat viele Jahre lang die IMA erfüllt. Ohne die Messe fehlt den Unternehmern aber der Raum für Networking. Der Summit stößt in diese Lücke. 2. Der Summit setzt auf ein breites Informations- und Diskussionsangebot mit renommierten Fachleuten. Es hat sich herumgesprochen, dass eine qualifizierte und vorurteilsfreie Atmosphäre herrscht. Das offene Wort wird gepflegt, was gerade Politiker schätzen: Friedrich Merz, Heinz Buschkowsky, Günther Oettinger, Carsten Linnemann, Alexander Graf Lambsdorff. Mit anderen Worten: Der Anfang ist gemacht, den Summit zur ständigen Plattform von Dialog, Bündelung von Sachverstand und natürlich auch zum Ausgangspunkt von Öffentlichkeitsarbeit zu machen. Dafür bedarf es in den nächsten Jahren nachhaltiger Arbeit am Summit. Um ein Image zu ändern, braucht man viele Jahre. Nachhaltigkeit vorausgesetzt kann der Summit im Jahr 2021 eine der zentralen Plattformen sein, auf der eine neue Regulierung qualifiziert und prominent diskutiert wird. Aber dafür müssen alle in der Branche und an ihrer Peripherie an einem Strang ziehen.

Stefan Dreizehnter, Chefredakteur

Bitte umblättern! Juni 2017

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Inhalt Ausgabe Juni 2017 Aufschlag

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Der Anfang ist gemacht

Inhalt 10

Highlights dieser Ausgabe

Neu am Markt 12

Aktuelle Produktneuheiten

News 16

Wissenswertes kurz & knapp

19 News-Extra: Schleswig-Holstein und das Glücksspiel Fokus 20 U  rteil zum Losverfahren: Ein wichtiger Punktsieg 22 D  emo in Niedersachsen: 2.000 für eine Zukunft 24 W  ichtige Ratschläge für das Ende der Übergangsfrist Spezial 26  Gaming Summit 2017: Fokussiert auf Qualität Sportwett-Extra 42 Update zum Sportwettrecht 44 GlüStV: Auf ganzer Linie gescheitert 46 G  erüstet für Veränderungen: XTiP Sportwetten 48 S timmen aus der Sportwettbranche zum 2. GlüÄndStV 52 Zutrittskontrolle: TipID von entri Games & more 54 Severino von Bally Wulff: Eine tierische Mafiosi-Story 55 Frisches im Frühling: Hausmessen und Gastronomie-Dialog 59 Digitale Datenspeicherung: Zuschätzung verhindern winBiz 62 Online-Gaming: Wissenswertes kurz & knapp Business 64 News & Trends aus Gastronomie und Freizeitbranche 66 Steuern & Recht: Steuer-Tipps und aktuelle Urteile

Die Seitenzahlen unserer Titelthemen sind farbig markiert. Titelbild: © Michael Claushallmann

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ÜBERHOLT ALLE! Achtung, fertig, GO! Die M-BOX RACE EDITION fährt sich rasant ins Herz jedes Spielers. Mit Race to Win, Red Devil, Pimp it up, Golden Gate Plus und American Cruiser sind gleich fünf Favoriten am Start. Dazu kommen das erfolgreiche 1a-Feature „My Top Game“ sowie die 200 beliebtesten Merkur-Spiele, die man direkt anwählen kann – mit nur einem Wisch auf dem Screen. So erreichen auch Sie Ihr Ziel schneller: mehr Umsatz.

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Service 68 Kleinanzeigen 71 Inserentenverzeichnis 75 Handelsregister 88 Verbände-Adressen 90

Branchentermine auf einen Blick

92 Schulungen 111

Impressum

Branche 94

News aus der Branche kurz & knapp

96 Fit für die Zukunft: Number One Casino in Waldshut-Tiengen 100

 lücksspiel und Wirtschaft: G Dr. Daniel Henzgen im Interview

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 eschlossenheit beim Verband der G Deutschen Automatenindustrie

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Deutscher Automaten-GroßhandelsVerband setzt Zukunftsimpulse

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E inheit erhalten beim Bundes­ verband Automatenunternehmer

105 Ein Stück neues Forum beim Forum 106

Deutscher Automaten-Verband sucht klärenden Dialog

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Fachverband Spielhallen: Handlungshoheit erarbeiten

108 Historischer Münzautomat des Monats: Panoramic 200, 1959 109

Personen aus der Branche

110 Privat: Ben-Ari Chasklowicz, Vorstandsmitglied VA Berlin + Ostdt. Nachschlag 113

Graues zieht Graues an

Diese Ausgabe enthält eine Beilage der Zeitschrift für Wett- und Glücksspielrecht (ZfWG). Wir bitten um freundliche Beachtung.

Weitere Highlights dieser Ausgabe auf einen Blick

Service 68 Kleinanzeigen 75 Handelsregister


Neu am Markt

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Neu am Markt Maxiplay geht in die siebte Runde Geldspiel Das Spielstätten-Paket Maxiplay 7 von Bally Wulff ist 50 Spiele stark, beinhaltet insgesamt 17 komplett neue Spiele und bietet die Option, zwischen drei Risikoleitern zu wählen. Der Maxiplay 7 punktet darüber hinaus mit einem reichhaltigen Mix aus beliebten Klassikern und neuen Spielen wie Severino oder The Mighty King. Dass jeden Monat ein neues Spiel hinzu geschaltet wird, sorge zusätzlich für Spannung und Aktualität, so Bally Wulff. Bally Wulff · Tel. 030 620020 · ballywulff.de

adp: Frühlingsfrisches Spielepaket Geldspiel Ein abwechslungsreicher Spielemix aus 60 Top-Games kombiniert mit dem beliebten „My Top Game“-Feature – dafür steht Merkur Magie III De Luxe 2017. adp Gauselmann setzt wie schon bei der grünen, roten und gelben Paket-Variante auch bei der blauen auf eine bunte Mischung aus bewährten Entertainmentgaranten und spannenden Top-Games wie Magic Monk Rasputin, Badlands Bounty und Forbidden Princess. adp Gauselmann · Tel. 05741 2737941 · adp-gauselmann.de

Neu bei Busch Billards – Airhockey Slalom Unterhalter Mit dem jetzt bei Busch Billards aus Kirchdorf bei München erhältlichen Airhockey Modell Slalom kommt wieder etwas Schwung in die AirhockeyBranche. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn auf der gebogenen Spielfläche beschreibt der Puck die wildesten Bahnen und wird noch unberechenbarer. Das attraktive Design und das Beleuchtungssystem, so Busch Billards, runden das Gerät ab. Busch Billards · Tel. 08166 991810 · buschbillards.de

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Neu am Markt

Intelligente Lade: Stressfrei kassieren Geldmanagement Bei der intelligenten Kassenlade T-ice ist eine spezielle Zähltechnologie eingebaut. Diese basiert auf dem Gewicht des Inhalts. Dadurch habe man jederzeit einen vollständigen Überblick über den Inhalt der Kassenlade, heißt es vom Hersteller, der Firma Mogler. Da die T-ice Abweichungen zwischen Kassensoll und -ist anzeigt, verhindere sie auch praktisch präventiv jegliche Verluste und bietet ein vollständiges Protokoll aller Kassiervorgänge. Die intelligente Zähltechnologie macht darüber hinaus das Geldzählen an der Kasse und beim Abrechnen überflüssig. Mogler-Kassen · Tel. 07066 994410 · mogler.de

M-Box-App refreshed Unterhalter Seit Kurzem gibt es die M-Box-App von adp Gauselmann in neuem Design. Sie liefert mit „Forbidden Princess“ gleich noch ein neues Spiel. Außerdem verfügbar sind die Allzeit-Favoriten „Triple Triple Chance“, „Key of the Nile“, „Tizona“ und „Captain Stack“. Weitere Spiele werden folgen. Für das stilechte Spieleerlebnis bietet die App Original-Features wie das Karten- und Leiterrisiko, spannende Freispiele und stimmungsvolle Sounds. Gesetzt wird mit virtuellem Spielgeld, sodass die Nutzung kostenfrei ist. Die App ging Ende Januar 2016 erstmals an den Start und steht im iTunes wie auch im Google-Play-Store kostenlos zum Download bereit. adp Gauselmann · Tel. 05741 2737941 · adp-gauselmann.de

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News

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FDP-Bundesparteitag

DAW trifft Christian Lindner

Christian Lindner (l.) im Gespräch mit Georg Stecker.

Vom 28. bis 30. April 2017 fand in Berlin der Bundesparteitag der FDP statt. Neben der Neuwahl des Bundesvorstandes verabschiedeten die Delegierten das Bundestagswahlprogramm der Partei. Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) war das gesamte Wochenende mit einem Informationsstand vertreten. Unter den interessierten Gästen waren zahlreiche Mitglieder der FDPLandtagsfraktionen sowie des FDP-Bundesvorstandes. Christian Lindner, FDP-Bundesvorsitzender und Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion NRW, tauschte sich mit DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker über den aktuellen Stand der glücksspielrechtlichen Regulierungen in den Ländern aus. Auch mit den Spitzenkandidaten der FDP zur Bundestagswahl, Wolfgang Kubicki aus Schleswig-Holstein sowie Frank Sitta aus Sachsen-Anhalt, kam es zu intensiven Gesprächen. Im Mittelpunkt stand dabei die neue Qualitätsoffensive der Branche. Georg Stecker: „Wir fordern eine an Qualitätskriterien orientierte vernünftige Spielhallen-Regulierung statt eine an rein quantitativen Maßstäben orientierte Reduktion der Standorte. Eine unabhängige TÜV-Zertifizierung und eine datenschonende biometrische Zugangskontrolle bieten Möglichkeiten zur Umsetzung in Richtung Qualität und Verbraucherschutz.“

Bosbach besucht Gauselmann Gruppe

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DU-Politiker Wolfgang Bosbach sprach in Espelkamp mit dem Unternehmerpaar Paul und Karin Gauselmann über die schwierige Lage des gewerblichen Spiels. Aktuelle politische Herausforderungen in Deutschland seien ebenso Gesprächsthema gewesen wie die schwierige Lage der gesamten Glücksspielindustrie einschließlich des gewerblichen Spiels. Wie es aus dem Haus Gauselmann heißt, habe man Bosbach das vielfältige Engagement der in Deutschland und international agierenden Firmengruppe als Arbeitgeber und Förderer von Sport, Sozialem und Kultur vorgestellt. Beeindruckt sei er auch vom Produktionswerk in Lübbecke gewesen. Der CDU-Mann überreichte dem Unternehmerpaar Paul und Karin Gauselmann sein aktuelles Buch „Endspurt“. Paul Gauselmann zeigte ihm zusätzlich zu Schulungszentrum und Tagungshotel Schloss Benkhausen weitere Wahrzeichen in und um Espelkamp. Bosbach will sich im Herbst 2017 als Bundestagsabgeordneter aus dem aktiven politischen Geschehen zurückziehen, sich aber bei der Gestaltung der neuen Regierung in NRW einbringen.

Parlamentarischer Abend

„Engagement, das ich nicht erwartet hätte“ Am 10. Mai tauschten sich in Stuttgart zum ersten Parlamentarischen Abend des Automatenverbands Baden-Württemberg (AVBW) und der Deutschen Automatenwirtschaft (DAW) über 20 Bundes- und Landtagsabgeordnete mit baden-württembergischen Automatenunternehmern aus. Der AVBW-Vorsitzende Michael Mühleck forderte die Parlamentarier auf, umgehend für Klarheit zu sorgen. Achtzig Prozent der Betriebe wüssten noch nicht, ob sie in sechs Wochen ihre Standorte schließen müssen, so Mühleck. Er erneuerte seine Forderung nach einem gesetzlichen Aufschub angesichts der mangelhaften Umsetzbarkeit. DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker machte deutlich, dass die Entscheidung über die glücksspielrechtliche Erlaubnis einer Spielhalle nach Qualitätsmaßstäben erfolgen sollte. Dementsprechend waren die gegenwärtige Regulierung und die Qualitätsinitiative 2020 der Deutschen Automatenwirtschaft die Themen des Abends in Stuttgart.

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News

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Schleswig-Holstein

»Die Automatensteuer erdrosselt uns« Wie der Holsteinische Courier berichtet, hat die Ratsversammlung in Neumünster/ Schleswig-Holstein die Spielgerätesteuer von 12 auf 16 Prozent erhöht. Laut Bericht soll sie der Stadt 400.000 Euro Mehreinnahmen sichern. „Die Steuer wird nicht vom Gewinn, sondern vom Bruttoumsatz genommen, damit auch die Umsatzsteuer nochmals besteuert wird“, zitiert der Courier Wolfgang Voß, 1. Vorsitzender des AutomatenVerbands Schleswig-Holstein (ash). Zusammen mit ash-Kommunikationschef Mario Tants wies Voß auf die 150 Arbeitsplätze in den Spielhallen in Neumünster hin. In Flensburg, Kiel und Heide hätten Unternehmer bereits wegen Steuererhöhungen geklagt. In Heide gebe es eine Automatensteuer von 20 Prozent auf die Bruttokasse. Da mache der Unternehmer Minus, so Mario Tants. „Die Unternehmen werden erdrosselt durch die Steuer.“ CDU und SPD zeigten sich in der Ratsversammlung von dieser Argumentation allerdings nicht beeindruckt. Sie verwiesen auf den Konsolidierungsvertrag, der die Stadt zu Mehreinnahmen verpflichtet sowie auf die Suchtprävention.

Thüringen: Sperrzeit für Geldspiel in Gastro n der vergangenen Sitzungswoche beschloss der Thüringer Landtag in erster Lesung das Erste Gesetz zur Änderung des Thüringer Gaststättengesetzes. Das sieht auch Änderungen für Spielgeräte in Gaststätten vor, wie der FachverbandSpielhallen (FSH) mitteilte. Hierbei wurde dem § 9 folgender Absatz 5 angefügt: „(5) Für Spielgeräte im Sinne des § 1 ThürSpielhallenG, die in Gaststätten aufgestellt sind, ist § 6 ThürSpielhallenG entsprechend anzuwenden.“ Demnach sind Geldspielgeräte in der Gastronomie analog zu Sperrzeiten und Spielverbotstagen in Thüringer Spielhallen auszuschalten, so der FSH. Die Änderung soll noch im Juni im Gesetz eingetragen und verkündet werden. Der Hessische Münzautomaten-Verband weist darauf hin, dass das Gesetz zunächst in erster Lesung beraten wurde. Es wurde an die Ausschüsse für Wirtschaft und Wissenschaft (federführend) und für Soziales, Arbeit und Gesundheit verwiesen. Es sei somit noch nicht verabschiedet.

© Zerbor – Fotolia

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Glücksspielbarometer 2/2017

Wirtschaftskraft unterschätzt – Probleme überschätzt Die wirtschaftliche Bedeutung der Glücksspielbranche wird unterschätzt und die Anzahl pathologischer Spieler überschätzt. Das zeigt das neue Glücksspielbarometer im Auftrag von Löwen Entertainment. 72 Prozent der Bevölkerung unterschätzen die Anzahl der Beschäftigten im Vergleich zur Pharma- und Möbelindustrie. Der Anteil der Personen in der Gesamtbevölkerung, die ihr Spielverhalten am Spielautomaten nicht mehr unter Kontrolle haben, wird auf durchschnittlich 36 Prozent geschätzt. Diese Schätzung liegt um ungefähr das Hundertfache über dem tatsächlichen Wert von ca. 0,37 Prozent der Bevölkerung, die laut einer Studie der BzgA unter Spielsucht leiden. Dr. Daniel Henzgen von Löwen Entertainment: „Die Häufigkeit und Emotionalität der Berichterstattung erwecken den Eindruck, es handle sich um ein zahlenmäßig sehr großes Problem, das einer drastischen Angebotsreduzierung bedarf. In der gesamten Thematik braucht es weniger Emotion und mehr Empirie.“

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Kundengeschenk des Monats

Cooler Kick: Mineralwasser Chap‘leau Alex‘ Tipp im Juni ist die runde Wasserflasche Chap‘leau. Mit der frischen Flasche mit dem coolen Kick kommt bester Geschmack, optimale Erfrischung und Ihr persönlicher Logo-Druck zu Ihren Kunden: die perfekte Kombi also für den Sommer! Die Wasserflasche enthält 0,33 Liter naturreines Mineralwasser in ausgewogener Zusammensetzung. Der Deckel zum problemlosen Öffnen der transparenten Kunststoffflasche ist in 18 frischen Farben erhältlich. 1,80 Euro ist der Preis bei einer Mindestbestellmenge von 50 Stück mit Etikett und Rundumdruck auf dem Deckel zuzüglich Drucknebenkosten, Versand und Mehrwertsteuer. Die Lieferzeit beträgt 10 Tage nach Freigabe. Alle weiteren Infos gibt es bei Alex unter Tel. 06131 95836-29 (Alexandra Malchus), E-Mail: malchus@gamesundbusiness.de. Auf gamesundbusiness.de/kundengeschenk warten noch mehr attraktive Artikel.

Zwischenbilanz aus Berlin

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aut „Berliner Zeitung“ wird es nach Auffassung mehrerer zuständiger Stadträte voraussichtlich bis 2019 dauern, bis die Verschärfung des Mindestabstandsumsetzungsgesetzes greift und zu Schließungen führt. Solange nicht alle Bezirke mit ihrer Vermessung fertig sind, könne die berlinweite Festlegung, welche Spielhalle bleiben darf, nicht stattfinden. Allerdings ergibt eine Anfrage der Zeitung an die Stadtbezirke, dass die Zahl der Spielhallen jetzt gegenüber der Zeit vor dem Mindestabstandsumsetzungsgesetz leicht rückläufig ist. Auch der „Tagesspiegel“ berichtete vom aktuellen Stand der Hallenschließungen in Berlin. Danach ist die Zahl der Spielhallen in Berlin 2016 laut Senat um 38 auf 500 gesunken. Die Zahl der aufgestellten Geldspielgeräte sei um 249 gesunken, von 4.120 im Jahr 2015 auf 3.871 im Jahr 2016. Auf eine Anfrage der FDP zum Stand der Hallenschließungen antwortete das Bezirksamt, dass sich konkretere Aussagen hierzu noch nicht treffen ließen.

Verbundspielhalle

©AA+W - stock.adobe.com

VG Lüneburg: Klage abgewiesen Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat die Klage einer Spielhallenbetreiberin gegen die Stadt Celle auf Erteilung von glücksspielrechtlichen Erlaubnissen für den Betrieb von mehreren Spielhallen an einem Standort (Verbundspielhalle) abgewiesen (Az. 5 A 104/16). Die Klägerin ist ein bundesweit tätiges Unternehmen, das seit Februar 2011 auch vier Spielhallen als Verbundspielhalle in Celle betreibt. Die Klägerin beantragte die Erteilung von Erlaubnissen für ihre vier Spielhallen in Celle und eine Befreiung von dem Verbot des Betriebes einer Verbundspielhalle. Zur Begründung führte sie unter anderem aus, dass eine Schließung mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden wäre. Hierin sei eine unbillige Härte zu sehen. Die getätigten Investitionen und der langfristige Mietvertrag führten nicht zu der Annahme einer unbilligen Härte, so das Gericht, da der Gesetzgeber eine fünfjährige Übergangsfrist vorgesehen habe. Es sei nicht erkennbar, so das Gericht, dass die Klägerin die Übergangsfrist für die notwendige Umstrukturierung genutzt habe.

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News

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Schleswig-Holstein: Neues Landesglücksspielgesetz

Zurück auf Los

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ie Koalitionsverhandlungen zu einer sogenannten „Jamaika-Koalition“ in Schleswig-Holstein nehmen ihren Lauf. Aus den Gesprächen wurden bereits erste – vermeintliche – Ergebnisse, die dann im Koalitionsvertrag festgeschrieben werden sollen, bekannt. So schrieben die gewöhnlich gut informierten „Lübecker Nachrichten“ in ihrer Ausgabe vom 1. Juni: „Glücksspiel: Hier gibt es erneut eine Kehrtwende um 180 Grad. Das Land wird dem Glücksspielstaatsvertrag der anderen Bundesländer nicht zustimmen, will zusammen mit Nord­ rhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen eine Neuregelung auf den Weg bringen, die sich an den Regelungen des bis 2013 gültigen Glücksspielgesetzes Schleswig-Holsteins orientiert. Damals hatte die schwarzgelbe Landesregierung den Staatsvertrag abgelehnt, bereits im Internet operierende private Glücksspielanbieter legalisiert, Lizenzen vergeben und sie dafür einer scharfen Kontrolle und Besteuerung unterworfen. Die SPD-geführte Koalition kippte dieses Gesetz 2013, kündigte an, dem Staatsvertrag der anderen Länder doch beizutreten. Auch die Spielcasinos im Land sollen jetzt Online-Glücksspiel anbieten. Sie sollen danach schnell privatisiert werden.“ Tatsächlich scheinen sich CDU, FDP und Bündnis90/Die Grünen auf das modernste und ausgewogenste Gesetz in Sachen Glücksspiel zu einigen. Leuchttürme sind bekanntlich in Deutschlands Norden häufiger anzutreffen und die zu erwartende Landesregierung schickt sich an, einen solchen mit reichlich Leuchtkraft an der Kieler Förde aufzustellen. Hierzu sagt der glücksspielpolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion in S-H, Rasmus Andresen: „Wir Grüne haben uns in den laufenden Koalitionsverhandlungen mit der FPD und der CDU dafür ausgesprochen, dem Glücksspieländerungsvertrag im Parlament nicht zustimmen zu wollen. Wir Grüne stehen für eine liberale und realitätsnahe Lösung.

Rasmus Andresen, glücksspielpolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion in S-H

Wirkungslose Verbote im Glücksspiel müssen der Vergangenheit angehören. Zu einer ausgewogenen Glücksspielpolitik gehört auch, über Risiken aufzuklären und präventiv gegen Spielsucht vorzugehen. Deshalb sollen die Einnahmen auch der Prävention und dem Verbraucherschutz zugutekommen. Für eine Neuaufstellung der Glücksspielregulierung wollen wir Verbündete in anderen Bundesländern gewinnen.“ Diese erfrischend klare Aussage inmitten der Gespräche über eine Regierungsbildung im nördlichsten Bundesland lässt darauf hoffen, dass aus den Fehlentwicklungen der Vergangenheit gelernt wurde. Schleswig-Holstein macht es vor. | Mario Tants |

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„DAS GEHEIMNIS UNSERES ERFOLGS: WIR HABEN UNS NIE DAMIT ZUFRIEDEN GEGEBEN, ZUFRIEDEN ZU SEIN.“ Uwe Christiansen, Präsident Crown Technologies GmbH und Vorstand VDAI

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Der Hammer ist gefallen: Das Verwaltungsgericht Osnabrück hat das Losverfahren bei der Auswahl von Spielhallen für rechtswidrig erklärt.

Urteil Verwaltungsgericht Osnabrück zum Losverfahren

Ein wichtiger Punktsieg Das Losverfahren in Niedersachsen spaltet die ­Gemüter. Spielhallenbetreiber und beteiligte Rechtsanwälte halten es für rechtswidrig. Das Wirtschaftsministerium ist vom Gegenteil überzeugt. Ein neues Urteil sorgt jetzt für Aufsehen.

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lächendeckend haben Spielhallenbetreiber Klagen gegen Ablehnungsbescheide erhoben. Mit diesen haben Behörden Anträge auf Erteilung glücksspielrechtlicher Erlaubnisse abgewiesen. Bislang entschied über diese Klagen in der Hauptsache nur das Verwaltungsgericht (VG) Oldenburg und das VG Osnabrück. Das VG Oldenburg hielt die nach Durchführung des Losverfahrens erlassenen Ablehnungsbescheide für rechtmäßig. Das VG Osnabrück erklärte nach mündlicher Verhandlung am 17. Mai das Losverfahren für rechtswidrig, hob den erlassenen Ablehnungsbescheid auf und wies die Sache zur Neubescheidung an die Stadt Osnabrück zurück. In der Klagebegründung hieß es, dass das Losverfahren ohne gesetzliche Grundlage keinen Bestand haben könne und die bislang zu Losverfahren ergangene Rechtsprechung nicht auf die Situation der Spielhallen übertragbar sei. Verwaltungsgerichte haben bisher

Losverfahren als behördliche Auswahlentscheidung für zulässig gehalten. Dies betraf jedoch Sachverhalte, in denen Betroffene Zugang zu knappen Ressourcen (wie etwa Studienplätze) suchten. Damit ist die rechtliche Situation der Spielhallen aber nicht vergleichbar. Denn diese sind gewerberechtlich genehmigt, sodass sich die Auswahlentscheidung nicht mit dem Zugang zum Markt, sondern mit der Verdrängung des legalen Gewerbes vom Markt befasst. Zudem könne das Losverfahren zu einer statistischen Ungleichbehandlung von Spielhallenbetreibern führen. Dadurch würden die vom Bundesverfassungsgericht (BverfG) in seiner jüngsten Entscheidung herausgearbeiteten Grundsätze zur Zulässigkeit behördlicher Auswahlentscheidung zwischen miteinander in Abstandskonkurrenz stehenden Spielhallen nicht hinreichend berücksichtigt werden. Das VG Osnabrück folgte der Argumentation und hob die

Ablehnungsbescheide der Stadt Osnabrück auf. Das Losverfahren dürfe nicht das erste Mittel der Auswahlentscheidung sein, so das VG. Vielmehr sei die Stadt gehalten, sachliche Auswahlkriterien zwischen Spielhallen zu entwickeln. Solche Kriterien könnten etwa die Zuverlässigkeit des Betreibers, die Qualität des Spielerschutzes , der Abstand zu Kinder- und Jugendeinrichtungen oder auch die wirtschaftliche Betroffenheit eines Betreibers von einer Spielhallenschließung sein. Erst wenn sämtliche zu entwickelnden Sachkriterien versagen, komme möglicherweise der Rückgriff auf das Los in Betracht.

Sachkriterien müssen entscheiden Für betroffene Spielhallenbetreiber in Osnabrück ist die Entscheidung erfreulich. Die Stadt muss nun neue Auswahlkriterien entwickeln und ernsthaft anwenden. Es bleibt abzuwarten, welche Kriterien das sein werden und welche Zeit deren Entwicklung in Anspruch nehmen wird. Sobald solche Kriterien entwickelt sind, ist die Stadt Osnabrück vom VG Osnabrück aufgefordert, diese zunächst transparent unter den Erlaubnisbewerbern bekannt zu machen, damit sie sich auf die entsprechende Auswahlentscheidung einstellen können. Das VG hat die Berufung zugelassen. Die Stadt Osnabrück wird – dies ist jedenfalls hoch wahrscheinlich – nach Rücksprache mit dem Wirtschaftsminis­ terium Berufung einlegen, um die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Osnabrück beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg überprüfen zu lassen.

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Argumentieren Sie mit dem Osnabrücker Urteil Spielhallenbetreiber aus anderen Städten mit Verfahren vor anderen Verwaltungsgerichten sollten zur Begründung ihrer eigenen Rechtsauffassung auf das positive Urteil des Verwaltungsgerichts Osnabrück verweisen. Dennoch werden sie – soweit eine Hauptsacheentscheidung nicht vor dem 30. Juni 2017 zu erwarten ist – Rechtsschutz in Eilverfahren nach § 123 VwGO suchen müssen. Auch dabei wird die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Osnabrück hilfreich sein. Prof. Dr. Florian Heinze ist Partner der Rechtsanwaltskanzlei Heinze Lange v. Senden in Hannover und Justiziar des Automaten-Verbands Niedersachsen sowie des Nordwestdeutschen Automaten-Verbands. Er ist Honorarprofessor der Hochschule Weserbergland.

Mit einem Berufungsurteil ist vor dem 30. Juni 2017 – also vor Ablauf der Übergangsfrist – nicht zu rechnen. Unklar ist noch, ob das niedersächsische Wirtschaftsministerium von seiner restriktiven Vollzugspraxis nach den beiden unterschiedlichen Urteilen des VG Osnabrück und des VG Lüneburg abrückt. Vielleicht zwingt es Erlaubnisbehörden dann nicht mehr – wie bislang – durch Weisung, Spielhallen ab dem 1. Juli 2017 zu schließen, sofern

diesen die glücksspielrechtliche Erlaubnis gemäß §24 GlüÄndStV nicht erteilt ist. Es wäre unter Rechtsstaatlichkeitsas­ pekten sinnvoll, den bestehenden Status quo so lange zu dulden, bis das Oberverwaltungsgericht eine einheitliche Rechtsprechung für ganz Niedersachsen zur Zulässigkeit des Losverfahrens entwickelt hat.

Weiterhin ungewiss Ein Aspekt ist besonders hervorzuheben: Das Gericht hält die Durchführung des Losverfahrens ausdrücklich nur in solchen Konstellationen für rechtswidrig, in denen miteinander in Abstandskonkurrenz stehende Spielhallenbetrei-

ber gegeneinander mit Einzel- oder Mehrfachspielhallen gelost worden sind. Soweit eine Auswahlentscheidung hinsichtlich einer von einem Betreiber betriebenen Mehrfachkonzession getroffen worden ist, hält das VG das Losverfahren für zulässig und hat die Klage eines anderen Betreibers daher abgewiesen. Die Rechtslage in Niedersachsen bleibt daher im Ergebnis ohne Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts auch weiterhin ungeklärt. Das Urteil des VG Osnabrück ist jedoch ein wichtiger Punktsieg im Kampf gegen die Vollzugs­ praxis der niedersächsischen Behörden. | RA Prof. Dr. Florian Heinze | – Anzeige –

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„UNSERE BRANCHE WIRD KRITISCH GESEHEN. BESONDERS VON UNS, DENN WIR ÜBERNEHMEN VERANTWORTUNG.“ Heiko Busse, Geschäftsführer Crown Technologies GmbH

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derzeitigen Ausweichquartier des Landtages mitten in der Innenstadt.

Branche ein Gesicht gegeben

Pfiffe, Schilder, Sprechchöre: Der Unmut der Beschäftigten war nicht zu überhören.

Niedersachsen Demo gegen Politik der Landesregierung

2.000 für eine Zukunft In Niedersachsen droht der Kahlschlag bei den Spielhallen. Tausende von Arbeitsplätzen sind durch die restriktive Politik der Landesregierung gefährdet. Dagegen protestierten Mitte Mai die Beschäftigen der Branche. Eine beeindruckende Veranstaltung.

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as ist eine der größten Demonstrationen, die ich je vor dem Niedersächsischen Landtag gesehen habe“, sagte der Abgeordnete Christian Dürr (FDP) beeindruckt. Denn 2.000 Beschäftigte der Automaten-Branche – von der Servicekraft bis zum Geschäftsführer – demonstrierten am 16. Mai vor dem

Landtag in Hannover gegen die geplante Schließung von Spielhallen. Durch diese könnten Tausende von Arbeitsplätzen im Land verloren gehen. Zuvor marschierten die Teilnehmer in einem Protestzug die fast vier Kilometer lange Strecke vom Hannover Congress Center bis zum Georg-von-Cölln-Haus, dem

An der Spitze des Zuges ging Vera Metzmacher. Die Service-Mitarbeiterin einer Casino Merkur-Spielothek zog hinter sich einen Wagen her. Auf ihm lag ein schwarzer Sarg mit der Aufschrift „Wir beerdigen 4.000 Jobs“. Vor allem die Arroganz einiger Politiker gegenüber den existenziellen Nöten der Branchen-Beschäftigten mache sie traurig. „Endlich geben wir mit dieser Demonstration unserer Branche ein Gesicht“, sagte Martin Bunger-Schaper, der an diesem Tag für einen Politikwechsel demonstrierte. Denn es geht um viel, wie etwa das Beispiel von Ulrike Drechsler, Servicekraft bei Löwen Play, zeigt. Sie hat drei Kinder, einen schwerbehinderten Mann und jetzt droht der Verlust ihres Arbeitsplatzes in Hannover. „Ich weiß nicht, wo ich dann Arbeit finden soll“, sagte sie. „Es geht hier um unsere Zukunft. Meine Kolleginnen und ich sind in Vollzeit beschäftigt, und unsere Spielhalle wurde weggelost“, betonte auch Jasmin Wientjes, die als Technik- und Servicekraft in einer Admiral Spielhalle in Niedersachsen arbeitet. Gerade auch dieser Unmut über das Losverfahren bei der Genehmigung von Spielhallen brach sich bei der Abschlusskundgebung lautstark Bahn, mit Sprechchören wie „Erst das Los, dann arbeitslos!“ oder „Wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“. Derzeit versucht die SPD-geführte Landesregierung das Losverfahren in das Glücksspielgesetz zu drücken. So soll nachträglich und rückwirkend eine gesetzliche Grundlage für das auch bei Gericht umstrittene Losverfahren geschaffen werden. Ein Vorgehen, das nicht nur vonseiten der Automatenbranche auf Kritik stößt.

Gegen die Arroganz der Regierung

Branchenbeschäftigte schilderten auf der Bühne vor dem Landtag das Schicksal, das ihnen im Falle einer Spielhallenschließung droht.

„Alle unsere Bemühungen werden mit Füßen getreten. Wir dürfen uns das aber nicht gefallen lassen“, sagte Heinz Basse, Vorsitzender des Automaten-Verbandes Niedersachsen, der die Demonstration organisierte. Er habe die Landesregierung mehrfach aufgefordert, gemeinsam Lösungen zu finden, aber vergebens. Basse rief die Demonstrierenden dazu auf, den niedersächsischen Regierungs-

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Vorneweg ging Vera Metz­ macher mit dem schwarzen Sarg. Ihr folgten 2.000 durch die Innenstadt Hannovers.

Das Verhalten der niedersächsischen Regierung sei ein Skandal, sagte Georg Stecker (DAW) auf der Kundgebung. „Wir haben eine Einheit gebildet. Und das macht mich stolz“, so Heinz Basse (AVN). Zusammen mit dem DAW organisierte sein Verband die Demo.

Christian Dürr (FDP, MdL) ging mit der Politik der Landesregierung schwer ins Gericht. Er bezeichnete ihr Vorgehen als „komplett verrückt“.

Das Losverfahren müsse aus dem geplanten Gesetz wieder rausgenommen werden. Das forderte Angelika Jahns (CDU, MdL).

parteien bei der Wahl Anfang 2018 einen Denkzettel zu verpassen. Das Wegducken der Landesregierung bezeichnete auch Georg Stecker, Vorstandssprecher des mitorganisierenden Dachverbands Die Deutsche Automatenwirtschaft, als einen „Skandal“. Unterstützung für diese Worte kam von Politikern der Oppositionsparteien CDU und FDP. Sie – anders als Politiker der regierenden SPD oder Grünen –

sprachen auf der Kundgebung auf dem Platz vor dem Georg-von-Cölln-Haus. „Wir fordern, dass das Losverfahren aus dem Gesetz rauskommt. Und es müssen Härtefallvoraussetzungen rein“, sagte Angelika Jahns von der Landtagsfraktion der CDU. Heftige Kritik an der Landesregierung äußerste auch der FDPPolitiker Dürr: „Niedersachsen geht einen Sonderweg, der 4.000 Arbeitsplätze zur Disposition stellt. Das ist komplett

verrückt.“ Die Frage ist aber auch, ob der Protest die Landesregierung erreicht hat. Und dabei wird AVN-Vorsitzender Basse nachdenklich: „Wir haben eine Einheit gebildet. Und das macht mich stolz. Ob die Landesregierung aber ihre Vorhaben zurücknimmt, bezweifle ich.“ | om | Noch mehr zu diesem Thema: www.gamesundbusiness.de

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„BEI UNS IST EINE SERIE SPANNENDER ALS DIE ANDERE.“ Volker Warschefske, Mitarbeiter Serienfertigung Crown Technologies GmbH


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Recht Empfehlungen für das Ende der Übergangsfrist

Wissen, was zu tun ist Nach dem 30. Juni 2017 benötigen in Deutschland viele Spielhallen eine neue glücksspielrechtliche Erlaubnis. Rechtsanwalt Tim Hilbert erklärt, wie sich Unternehmer verhalten sollten, wenn sie noch nichts von den Behörden gehört haben, der Antrag abgelehnt wurde oder eine Schließungsverfügung zugestellt wurde.

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eine Einzelfallentscheidung, die im Rahmen des Ermessens durch die Behörde zu entscheiden ist.

it dem Ablauf des 30. Juni 2017 enden mit Ausnahme von Nord­ rhein-Westfalen (hier endet die Übergangsfrist erst am 30. November 2017) und für Einfachspielhallen in SchleswigHolstein (diese können weiter mit der Erlaubnis nach § 33i GewO betrieben werden) die fünfjährigen Übergangsfristen des § 29 Abs. 4 Satz 2 GlüStV für Spielhallen. Um danach eine Spielhalle betreiben zu dürfen, benötigen alle betroffenen Spielhallen eine neue glücksspielrechtliche Erlaubnis.

Gefahr ordnungsrechtlicher Folgen

Vorgaben zu unbilliger Härte fehlen Das Bundesverwaltungsgericht und das -verfassungsgericht haben die durch den 1. Glücksspieländerungsstaatsvertrag (GlüStV) und die in den landesrechtlichen Vorschriften enthaltenen Regelungen, insbesondere die Mindestabstände zwischen Spielhallen und zu Kinder- und Jugendeinrichtungen und das Verbot der Mehrfachspielhallen, als verfassungsgemäß eingestuft. Das hat aber keinen Einfluss auf die Möglichkeit, Spielhallenbetreibern aufgrund des Vorliegens einer unbilligen Härte nach § 29 Abs. 4 Satz 4 GlüStV den Weiterbetrieb zu gestatten. Weder der GlüStV noch die Landesund Ausführungsgesetze enthalten konkrete Vorgaben, wann eine unbillige Härte vorliegen soll. Einzelne Bundesländer, wie Hamburg oder Baden-Württemberg, verweisen in ihren Gesetzen darauf, dass eine unbillige Härte insbesondere dann vorliege, wenn: eine Anpassung des Betriebs an die Anforderungen dieses Gesetzes aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen nicht möglich oder die mit einer wirtschaftlichen Betriebsführung nicht vereinbar sei beziehungsweise Investitionen im Vertrauen auf den Bestand der erteilten Erlaubnis

»Wenn Sie von der Behörde noch nichts gehört haben: Nehmen Sie Kontakt zu ihr auf und klären, wann sie beabsichtigt, eine Entscheidung über die Anträge zu treffen.« RA Tim Hilbert, Kanzlei Böhm & Hilbert

getätigt wurden und diese noch nicht abgeschrieben werden konnten. Weiterhin bestehen in einigen Ländern Anwendungshinweise aus den zuständigen Ministerien, wann ein Härtefall vorliegen soll. Ob im Ergebnis einem Spielhallenbetreiber der Weiterbetrieb aufgrund des Vorliegens einer unbilligen Härte gestattet wird, ist im Ergebnis jedoch

Die Praxis zeigt, dass die Gewährung einer unbilligen Härte nicht nur in jedem Bundesland, sondern auch von den Behörden unterschiedlich gehandhabt wird. Für Spielhallenbetreiber bleibt damit eine erhebliche Unsicherheit, ob und wie lange sie ihre Spielhallen noch betreiben dürfen. Grundsätzlich gilt, dass nach Ablauf der Übergangsfrist jeder Spielhallenbetrieb (Ausnahme: NRW und Einfachspielhallen in Schleswig-Holstein) ab dem 1. Juli 2017 eine neue glücksspielrechtliche Erlaubnis benötigt. Liegt eine solche Erlaubnis nicht vor, besteht die Gefahr, dass die Schließung angeordnet wird. Der Betrieb einer Spielhalle ohne die erforderliche glückspielrechtliche Erlaubnis kann darüber hinaus ordnungsrechtliche Folgen haben.

Wir empfehlen folgendes Vorgehen: … wenn ich von der Behörde noch nichts gehört habe. Nehmen Sie Kontakt mit der zuständigen Behörde auf und klären, wann sie beabsichtigt, eine Entscheidung über die Anträge zu treffen. Sollte die Behörde vor Ablauf des 30. Juni 2017 keine positive Entscheidung treffen, sollte sie dem Spielhallenbetreiber schriftlich bestätigen, dass der Betrieb der Spielhalle nach dem 30. Juni 2017 und bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung über den gestellten Erlaubnisantrag nicht untersagt wird und auch bei einem Weiterbetrieb nicht die Unzuverlässigkeit des Betreibers angenommen wird. Sollte die Behörde die

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Abgabe einer solchen Erklärung ablehnen, kann ein rechtssicherer Weiterbetrieb nur im Wege einer einstweiligen Anordnung vor dem Verwaltungsgericht erreicht werden.

… wenn die Behörde den Antrag abgelehnt hat. In diesem Fall sind zunächst die Rechtsmittelfristen zu beachten. Gegen die ablehnenden Bescheide ist innerhalb eines Monats Widerspruch/Klage beim Verwaltungsgericht zu erheben. Die Beachtung dieser Fristen ist von größter Bedeutung, da bei ihrem Versäumnis der Bescheid bestandskräftig ist und nur in Ausnahmefällen ein Rechtsmittel trotz Fristversäumung zulässig ist. Auch im Falle einer ablehnenden Ent-

scheidung sollte sofort die Behörde kontaktiert werden. Nur wenn diese erklärt, dass bis zum Abschluss einer rechtskräftigen Entscheidung des Rechtsmittels der Weiterbetrieb gestattet wird, kann die Spielhalle über den 30. Juni 2017 hinaus betrieben werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass eine Schließungsverfügung ergeht.

… wenn ich ein Schließungsverfügung bekommen habe. Im Falle einer Schließungsverfügung ist gegen diese gesondert Rechtsmittel einzulegen. Grundsätzlich haben Rechtsmittel gegen eine Anordnung aufschiebende Wirkung. Dies bedeutet, bis zu einem rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens kann die Spielhalle wei-

Kontaktieren und besprechen: Selbst im Fall eines ablehnenden Bescheids sollte der Kontakt zu den Behörden weiter gesucht werden.

ter betrieben werden. Etwas anderes gilt jedoch dann, wenn die Behörde den sogenannten Sofortvollzug (sofortige Schließung) anordnet. In diesem Fall muss im Wege einer einstweiligen Verfügung vor dem Verwaltungsgericht der Weiterbetrieb durchgesetzt werden. Sollte eine Behörde eine Schließungsverfügung erlassen und den Sofortvollzug anordnen, ist dringend davon abzuraten, ohne gerichtliche Entscheidung die Spielhalle weiterzubetreiben. | RA Tim Hilbert |

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„FÜR DEN ERSTEN EINDRUCK GIBT ES KEINE ZWEITE CHANCE.“ Bärbel Marquardt, Empfang Crown Technologies GmbH


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GAMING SUMMIT 2017 Kongress der Automatenwirtschaft · Berlin Congress of Land-Based Gaming

Top-Event Kongress der Automatenwirtschaft

Für Qualität und Verantwortung

Die Automatenwirtschaft sagt ein klares Ja zu einem verantwortlichen Spielangebot und fordet eine Regulierung, die sich an Qualitätskriterien orientiert. Das war die Kernbotschaft des Gaming Summits 2017 – Kongress der Automatenwirtschaft des deutschen Dachverbands Die Deutsche Automatenwirtschaft (DAW) und des europäischen Pendants Euromat.

M

it welchem Menschenbild wird eigentlich Politik gemacht? Reden wir vom mündigen Bürger? Oder sehen wir im Erwachsenen das unmündige Kind, das den Rundumschutz des Staates braucht? Vor dem Hintergrund dieser Fragestellung sprach sich Alexander Graf Lambsdorff zur Eröffnung des Gaming Summits 2017 für ein klares Ja zur Suchtprävention beim Glücksspiel aus. Aber genauso deutlich lehnte er überzogene Regu-

lierungen ab. Das Bild des verwundbaren Verbrauchers, der den Schutz des Staates braucht, sei zwar ein beliebtes, aber nicht zwangsläufig richtiges politisches Motiv, so der Vize-Präsident des Europäischen Parlaments. Dem müsse man aber mit einer Politik der Offenheit, Toleranz und des Respekts begegnen. Und mit einer Politik auch der unternehmerischen Freiheit, wie sie auch innereuropäisch gelten müsse.

Juan Espinosa Garcia Off- und Online-Spiel kann sich befruchten Online-Gaming ist keine Bedrohung für das stationäre Spiel. Das war die überraschende Kernaussage des Vortrags von Juan Espinosa Garcia, Direktor der Glücksspielregulierungsbehörde Spaniens. Wie er sagte, wurde in Spanien Online-Gaming 2012 legalisiert: „Seither wachsen in beiden Märkten – sowohl im terrestrischen als auch im Online-Markt – die Bruttospielerträge“, sagte Garcia. Off- und Online-Angebote ergänzen sich nach seiner Beobachtung, machen den Markt attraktiver und gewinnen teils sogar neue Zielgruppen.

Verantwortung zeigen Bei den Automatenunternehmern aus Deutschland und ganz Europa, die am Gaming Summit 2017 teilnahmen, trafen diese Worte auf große Zustimmung. Über 400 waren nach Berlin gekommen. Der Branche ist bewusst, dass Geldgewinnspiel ein sensibles Produkt ist, mit dem besonders verantwortungsvoll umgegangen werden muss und wird. Gleichzeitig erwartet man aber auch eine Regulierung, die den Unternehmen Entfaltungsspielräume lässt. In vielen Län­­­dern ist das schwierig. In Deutschland geht es in manchen Bundesländern sogar um die Existenz der Automatenunternehmen. In Niedersachsen kann es passieren, dass glücksspielrechtliche Erlaubnisse per Los vergeben werden – eine Praxis, die auch Graf Lambs-

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GAMING SUMMIT 2017 Kongress der Automatenwirtschaft · Berlin Congress of Land-Based Gaming

»Das legale Spiel muss gestärkt werden. Dafür müssen aber auch alle an einem Strang ziehen.« Georg Stecker (DAW)

»Das Los darf über Wohl oder Wehe eines Unternehmens nicht entscheiden.« Alexander Graf Lambsdorff (MEP)

»Wir müssen weiter daran arbeiten, dass sich die positive Wahrnehmung unserer Branche bei der Politik verbessert.« Eduardo Antoja (Euromat)

»Wir bekennen uns zum verantwortungsvollen Umgang mit unserem Produkt Geldspiel und zur zur Notwendigkeit der Regulierung.« Jason Frost (Euromat)

dorff entsetzte: „Ganz egal, was welche Gerichte auch immer sagen – der Losentscheid über Wohl oder Wehe eines Unternehmens geht gar nicht“, urteilte er kategorisch. Der Vertrauensschutz dürfe im Rechtsstaat nicht auf diese Weise untergraben werden. Auch der Eingriff ins Eigentumsrecht sei so nicht hinnehmbar. Lambsdorff begrüßte in Berlin die Innovationsstärke der Automatenwirtschaft und ihre Offenheit für neue Konzepte und Technologien, auch für den Verbraucherschutz. Unter anderem bezeichnete er die biome­trische Zugangskontrolle für Spielstätten als „sehr interessanten Ansatz“. Initiative für Qualität In der Tat ist die Biometrie eines der Instrumente, auf das die Deutsche Automatenwirtschaft für eine Perfektionierung der Zugangskontrolle zum Geldspiel setzt. Entsprechende Systeme bilden zusammen mit der Forderung nach der gesetzlichen Verankerung der TÜVZertifizierung und Einführung eines qualifizierten Berufszugangs für Automatenunternehmer die „Qualitätsoffensive 2020“ der Deutschen Automatenwirtschaft. Zertifizierung, Biometrie und Qualifizierung waren die Schwerpunkte des Gaming Summits 2017. Georg Stecker, Sprecher des Vorstands der Deutschen Automatenwirtschaft, machte in

seinen Eröffnungsworten deutlich, dass es bei dieser „Qualitätsoffensive 2020“ um die Stärkung des legalen Spiels um Geld geht. Es sei das gemeinsame Ziel der deutschen und europäischen Branchenorganisationen, dem illegalen Spiel entschlossen den Boden zu entziehen. „Dafür müssten aber alle an einem Strang ziehen“, so Stecker. Leider passiere in Deutschland das Gegenteil. „Neue Gesetze gefährden die legale Spielhalle in ihrer Substanz“, warnte er und forderte „ein sofortiges Umdenken der Politik. Qualität muss der Faktor sein, der über eine glücksspielrechtliche Erlaubnis entscheidet – und nicht quantitative Kriterien“. Klare Forderungen Georg Stecker war mit diesen Forderungen im Einklang mit dem Präsidenten von Euromat Eduardo Antoja und dessen Nachfolger Jason Frost. Auch sie sehen mit Sorge die Zunahme des illegalen Spiels. Gerade in Deutschland erlebt dagegen das legale, gewerbliche Spiel ständig Einschränkungen. Auch deswegen zeigten die europäischen Kollegen Präsenz und Solidarität auf diesem Summit in Berlin – der thematisch die innovativste und internationalste Veranstaltung der Reihe war, die seit 2014 die Branchendiskussion bereichert. | dre |

Urs Meier Unter Druck entscheiden 833 Spiele hat er gepfiffen und Entscheidungen am Fließband getroffen. Keine Frage – der ehemalige FIFASchiedsrichter Urs Meier ist Entscheidungs-Spezialist. Und seine Erfahrungen teilte er mit den Teilnehmern des Gaming Summits in seiner mitreißenden Ab­ schluss­ rede. Urs Meier machte klar, dass es zu Entscheidungen keine Alternative gibt – selbst wenn man einen Puls von 160 und 12 Kilometer in den Beinen hat. Entscheidungen müssen getroffen werden. Denn: „Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung!“ Deswegen sei es aber besser, aktiv eigene Entscheidungen zu fällen und dazu zu stehen. Denn Ziele erreiche man nur, „wenn man mutig entscheidet“. >>

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GAMING SUMMIT 2017 Kongress der Automatenwirtschaft · Berlin Congress of Land-Based Gaming Teilnehmer (v.l.n.r.): Moderatorin Dunja Hayali, Prof. Dr. Tilmann Becker, Universität Hohenheim, Forschungsstelle Glücksspiel, RA Georg Stecker, Die Deutsche Automatenwirtschaft · Stefan Evers, MdA, stellv. Vorsitzender der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus ·

Summit-Talk

»

Wir brauchen dringend eine Glücksspielkommission in Deutschland, die mit genügend Ressourcen ausgestattet ist, damit sie effizient arbeiten kann und handlungsfähig ist.«

»

Im Moment geht die Regulierung in die falsche Richtung. Eine Stärkung des legalen Marktes ist notwendig, denn einen Spieler- und Jugendschutz kann nur das legale Spiel gewährleisten.«

»

Der GlüStV ist Müll und hat zu politischer Ungerechtigkeit geführt, da er ideologisch aufgeladen ist. Ein stringentes System der Regulierung kann es nur auf Bundesebene geben, daher müssen die Länder Kompetenzen abgeben.«

Prof. Dr. Tilmann Becker

RA Georg Stecker

Stefan Evers

»

Wir brauchen eine sinnvolle Regulierung. Wenn legale Spielhallen schließen müssen und das Online-Spiel verboten ist, werden die Spieler in den Schwarzmarkt getrieben.«

Dr. Susanne Roberta Koch

Regulierung 2021 Die Zukunft der Glücksspielregulierung „Was ist zu tun?“ fragte Moderatorin Dunja Hayali, um das illegale Spiel einzudämmen und den legalen Markt zu regulieren. Taugt der Glücksspielstaatsvertrag für die Zukunft? Hier waren sich alle Teilnehmer einig: Die Ziele des GlüStV hinsichtlich Jugend- und Spielerschutz werden mit der momentanen Regulierung in keinerlei Hinsicht erreicht.

Wolfgang Pütz,

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Automaten Pü

t, mmit sehr, sehr gu »Ich fand den Su ich schon das vierte deshalb komme professionell orgaMal hierher. Sehr nsationellen Locanisiert in einer sewar es der beste tion. Für mich Lambsdorff war Summit und Graf hlight.« mein Hig

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in Wissenschaftler, ein Politiker, ein Verbandsvorsitzender, eine Juristin – die Zusammensetzung der Podiumsdiskussion versprach einen konstruktiven Dialog. Und es gab sogar Überraschungen. Wer hätte ge­­ dacht, dass sich der Berliner CDU-Politiker Stefan Evers zu der Aussage hinreißen lässt, dass der Glücksspielstaatsvertrag Müll sei und dass er, der Landespolitiker, eine sinn­­­volle Regulierung des Glücksspielmarktes ausschließlich auf Bundesebene sehe? Und dem Argument Georg Steckers, dass eine Zertifizierung von Spielstätten sicher eher für eine Qualitätsprüfung geeignet sei, als eine reine Zuverlässigkeitsprüfung, wie es sie im Moment für Berlin gibt, stimmte er auch zu. „Jedes Jahr kommen in Berlin 500 halblegale Spielhallen dazu“, argumentierte Stecker. Prof. Dr. Tilmann Becker monierte die Mindestabstände zwischen Spielhallen als „wenig sinnvoll für den Verbraucherschutz“. „Das Angebot von Spielhallen und die Ver-

breitung von Spielsucht entwickeln sich nicht linear zueinander – weniger Spielhallen be­­ deuten nicht weniger pathologische Spieler“, das hätte die Forschung zur Genüge belegt. Becker forderte eine zentrale Glücksspielaufsicht für Deutschland. Diese müsse eng mit der Polizei zusammenarbeiten und mit genügend Ressourcen und Handlungsbefugnissen ausgestattet sein. Auch Dr. Susanne Roberta Koch sieht einen Vollzugsdefizit, der sich aber nicht nur mit der Schaffung einer Behörde lösen ließe: „Wir haben eine verfehlte Re­­ gulierung in Deutschland, die damit begann, 2008 das Onlinespiel überhaupt zu verbieten. Jetzt geht die Regulierung komplett an der Nachfrage vorbei.“ Alle waren sich einig: Je härter die Restriktionen, um so größer der Anreiz, in die Illegalität zu gehen. „Einen Spielerschutz kann nur das legale Spiel gewährleisten“, so Stecker. Zertifizierung und biometrische Zugangskontrollen seien Garanten für ein sicheres Spiel. | he |

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Summit-Talk

Teilnehmer (v.l.n.r.): Moderatorin Dunja Hayali, Otto Wulferding, Deutscher Spielbanken Verband, RA Georg Stecker (DAW), Juan Espinosa Garcia, Director General of Gaming for the Spanish Government, John White, BACTA (British Amusement Catering Trade Association)

»

»

Wir stellen gerade bei jungen Leuten oft geradezu eine Sehnsucht nach Tradition fest. Das kann nur das stationäre Spiel bieten.«

Wir werden immer wettbewerbsfähig sein. Aber es kann nicht sein, dass Online-Gaming völlig unreguliert bleibt.«

»

Online-Spiel ist eher eine Sache der MillenDas stationäre Spiel wächst. Und das Onnials. Das sind die 30- bis 40-Jährigen. Allerdings line-Spiel wächst. Aber spielt das Einkommen hier das Online-Spiel wächst schneller.« auch eine große Rolle.«

»

Otto Wulferding

RA Georg Stecker

Juan Espinosa Garcia

John White

Traditionelles Spiel »sehr robust« Online-Spiel ist längst Realität, aber noch lange nicht überall reguliert – in Deutschland sogar illegal. Trotzdem wird es in Zukunft eine Rolle spielen. Welche das sein wird – dieser Frage ging der Summit Talk „Gaming 4.0“ nach.

A

uch wenn man in Deutschland so tut, als könne man das Online-Spiel einfach verbieten und dadurch ignorieren – es ist inzwischen eine Marktrealität. Andere Länder haben längst darauf reagiert und es reguliert, wie der Summit Talk „Gaming 4.0 – Zukunft des legalen stationären Spielangebots in Europa“ zeigte. Sowohl in Spanien als auch in Großbritannien gibt es einen regulierten Online-Markt.

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Neue Kunden Die Erfahrungen mit dem Online-Geschäft sind noch jung und deswegen nicht abschließend. Befürchtungen aus dem traditionellen Spielgeschäft, dass Online das stationäre Spiel kaputt machen würde, haben sich bislang nicht bestätigt – eher sogar das Gegenteil. Das terrestrische Spiel ist wohl „sehr robust“. Die Zielgruppen unterscheiden sich. Das Online-Spiel ist eher ein Fall für die jüngere Generation, die technologieaffinen Millennials. Technologie ist aber nicht alles. Das soziale Erlebnis des Spiels steht beim stationären Spiel im Vordergrund. Das kann Online gar nicht bieten. „Wir stellen bei jungen Leuten geradezu eine Sehnsucht nach Tradition fest“, so Otto Wulferding. Für Georg Stecker ist es vor allem „die oft ganz persönliche Beziehung zwischen Gast und Gastgeber in unseren Spielhallen, die ein nicht kopierbarer Erfolgsfaktor sind.“

Das ändert nichts daran, dass es zwischen stationärem Spiel und Online-Spiel natürlich eine Wettbewerbssituation gibt. Die Teilnehmer beim Summit Talk waren sich daher darüber einig, dass die Regulierung des On| dre | linebereiches unumgänglich ist.

d Vertrieb bei sistenz Vorstan n an elm Gaus

Katrin Koch, As

Urs Meier »Der Vortrag von iv und war informat . Ein amüsant zugleich diesen r fü s us guter Abschl mmit.« interessanten Su

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Torsten Bäcker, Easy Play, Ilmenau (Thüringen) schäftsführer

Jörg Meurer, Ge

DAGV

hat eine europä»Der Summit 2017 bekommen, wir ische Dimension deutschen Tellern konnten über deh fand alles hervorIc n. ue rand scha t. Der Panel zur ragend organisierir gut gefallen, Biometrie hat m ue Technoloweil es eine ne gie ist.«

Peter Brandt, Brandt Automaten, Hamburg

»Wir sind in einer schwierigen, aber spannenden Zeit. Die Branche ist im Umbruch. Der Summit muntert aber dazu auf, positiv weiter nach vorne zu schauen, trotz aller Schwierigkeiten. Bei Urs Meiers Vortrag wurde auch deutlich, dass auch wir jetzt Entscheidungen zu treffen haben. Denn wenn wir nichts tun, haben wir schon verloren.«

»Es war mein erster Summit, und es hat mir sehr gut gefallen. Vor allem in so schwierigen Zeiten ist es wichtig, sich zu informieren und so rechtlich am Ball zu bleiben. Gerade als mittelständischer Unternehmer.«

Manfred Volkmar, Volkmar Automaten, Mannheim (Baden-Württemberg)

»Der Gaming Summit 2017 war eine aufschlussreiche Veranstaltung. Vor allem die rechtlichen Aspekte sind aus meiner Sicht sehr hilfreich für unsere praktische, tägliche Arbeit. Sehr bemerkenswert finde ich auch, dass über die Kooperation mit dem europäischen Dachverband Euromat die interDavid Reinheckel, Storm Casinos, Kriftel (Hessen) nationale Zusammenarbeit »Die Statemements von Graf Lambsdorff und die Diskusder Verbände gestärkt sion zum Glücksspielstaatsvertrag fand ich sehr spanwurde. Denn ich denke nend. Gut finde ich besonders, dass man immer wieder schon, dass auch beim versucht, Politiker von unseren Argumenten zu überzeuGlücksspiel die europägen. Vor diesem Hintergrund ist ische Ebene einflussdie vorgestellte Qualitätsinitiative reicher auf die nationalen 2020 auch sehr begrüßenswert. Rahmenbedingungen Das kann unserer Branche nur werden könnte.« helfen. Wichtig ist für mich auch der Austausch mit anderen Unternehmern auf dem Summit. Man erfährt so immer Interessantes.«

Stimmen zum Gaming Summit 2017 »Hilfreich und aufschlussreich« Giuseppe und Nicole Marino, MG Automaten, Mannheim (Baden-Württemberg)

»Es ist toll, dass hier die Branchenverbände zusammenkommen und sich austauschen – ein wichtiger Baustein für unsere Imagepflege. Bemerkenswert fand ich die Aussagen des Berliner Politikers Evers. Er hat gesagt, dass der Vollzug gegen die illegalen Anbieter gestärkt werden muss. Auch der europäische Akzent des Summits war sehr angenehm, da er den Blick über den Tellerrand ermöglicht.«

Peter Baur, Schnicks Casino, Prüm (Rheinland-Pfalz)

Georg Stecker,

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Vorstandsspre

bination aus deut »Mir hat die Kom ischer Branche gut scher und europäwir mal über den gefallen, dass schaut haben. Ein ge Tellerrand hinause hochprofessionelle di Highlight war n Dunja Hayali, die Moderation vo hen Journalisauch für kritisc t.« mus steh

»Ein Highlight waren für mich die Aussagen von den Politikern Lambsdorff und Evers. Denn sie zeigen, dass da ein gewisses Umdenken über unsere Branche auch in der Politik einsetzt. Ansonsten kann ich zum Gaming Summit 2017 vor allem noch eines sagen: Er war wie immer perfekt organisiert.«

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Update Recht »Ein echter Justizskandal«

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rof. Dr. Hans-Peter Schneider hat 2006 in der Föderalismuskommission an der Neuordnung der Bundesrepublik mitgewirkt. Aber auch so einen Mann kann man noch überraschen. „Das, was das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, schlägt dem Fass den Boden raus.“ Schneiders Mei-

nung nach hätte der Verfassungsgeber damals diese weite Befugnis im Glücksspielbereich für die Länder nie vorgesehen. Das aber habe das Gericht einfach ignoriert. Und das, so Schneider, sei ein „echter Justizskandal“. Jetzt gelte es für die Branche, möglichst viele Härtefallanträge anzufechten und gegen

lei Hengeler Müller) ins Gericht. Sie berichtete, dass die EU-Kommission die wirtschaftliche Tragfähigkeit der geplanten Konzessionsvergabe für Wettanbieter bereits bezweifle. Nur aus „übergeordneten politischen Erwägungen“ greife sie derzeit nicht ein. Die Anwältin empfahl, die neuen politischen Konstellationen in NRW und Schleswig-Holstein zu nutzen. Denn das BVerwG und BVerfG hätten die geltende Rechtslage zwar gebilligt, ihre Änderung durch den Gesetzgeber aber nicht abgelehnt.

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sleiter Gauselm akob, Vertrieb Großhandel

Peter Mahler-J

lmir sehr gut gefa »Der Summit hat re die erste Tageslen, insbesonde kurzweilig und hälfte war sehr formativ. Dunja in unwahrscheinlichs hervorragend da t ha i Hayal die europämoderiert. Auch nd ich ische Note fa interessant.«

Prof. Dr. Hans-Peter Schneider

Dr. Susanne Koch

Vollzugsakte zu klagen. Er riet zu mehr politischer Aktivität und Öffnung, etwa durch einen „Tag der offenen Spielhalle“. Mit dem von den Ministerpräsidenten beschlossenen 2. GlüÄndStV ging Dr. Susanne Koch (Kanz-

Zukunftsaufgabe: Professionalisierung

D

em schlechten Image der Automatenbranche ist nur durch Qualität beizukommen – darin waren sich Unternehmer Alexander Allgaier, BA-Justiziar Stephan Burger und Dr. Berthold Stoppelkamp vom Bundesverband der Sicherheitswirtschaft einig.

Stephan Burger

Alexander Allgaier

Hierzu gehöre es auch, den Berufszugang zu professionalisieren. „Qualität können wir aktiv gestalten – Abstände leider nicht!“, stellte Alexander Allgaier fest. Verantwortung, Lösungsorientierung, Sensibilität, die Liebe zum Beruf und die Identifizierung mit

diesem seien für eine gute Unternehmensführung wichtig. Schließlich sei das Spiel um Geld ein sensibles Geschäft. Prävention und Spielerschutz dürften keine leeren Worthülsen sein, sondern müssten gelebt werden. Auch die Zertifizierung und eine biometrische

Dr. Berthold Stoppelkamp

Zugangskontrolle gehörten zur Qualität. Hierfür müsse es ein Wissensfundament für Berufseinsteiger geben, der Sachkundenachweis von der IHK sei zu wenig, war Allgaier überzeugt. Auch Stephan Burger sah es als notwendig an, die Hürde zur

Prof. Dr. Friedhelm Hufen

„Das BVerfG hätte die Chance gehabt, paternalistische Strukturen zurückzuweisen“, sagte Prof. Dr. Friedhelm Hufen von der Universität Mainz. Stattdessen messe es mit zweierlei Maß. | om |

Ergreifung des Automatenberufs zu erhöhen. Die Zuverlässigkeit des Gewerbetreibenden sei ebenso wichtig wie andere Zugangsvoraussetzungen zum Automatengewerbe. Hierzu könne eine Aufwertung der IHK und eine verpflichtende Zertifizierung beitragen. Dr. Berthold Stoppelkamp machte deutlich, wie wichtig eine Professionalisierung für die Qualität und für das Image einer Branche ist. Sein Verband vertritt 1.000 Unternehmen des Bewachungsgewerbes. | he |

rsitzender DAGV

Pit Arndt, 1. Vo

e d das europäisch »Das deutsche unn sich superwohl Publikum habe einen guten gefühlt. Es gab n Kollegen. Es en de Austausch zwisch h gute, internatiolic irk w ne war ei nale Erfahrung.«

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Zertifizierung als Qualitätsmerkmal

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ie Automatenbranche legt großen Wert auf die Qualität ihrer Spielstätten. Wie man diese umsetzen kann, erklärte Automatenunternehmer Stefan Knüpling. Die Einhaltung der geltenden Gesetze, die Kontrolle der Arbeitsabläufe in der Spielhalle und die Qualifikation der Mitarbeiter – aus

Stefan Knüpling

Öffentlichkeit über unsere Branche hat.“ Die Zertifizierung führe zu einer verbesserten Organisationsstruktur innerhalb des Unternehmens. Qualität war auch das Stichwort für die Vertreter der TÜV-Organisationen. Alexandra Nöthen vom TÜV InterCert Saar sprach über Nachaudits, die im Falle von

Guido Plettner

diesem Dreiklang setze sich die Qualität einer Spielstätte zusammen, so Knüpling. „Mit dem TÜV-Zertifikat müssen Sie sich vor niemandem mehr rechtfertigen, sie widersprechen damit sämtlichen Klischees, die die

Alexandra Nöthen

Beschwerden durchgeführt werden. Neben dem Zertifikat gebe es für zertifizierte Unternehmen ein Prüfsiegel. Damit habe man bei Behörden und Politikern bislang ausschließlich gute Erfahrungen gemacht. Guido Plett-

Biometrie im Alltag

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inblicke aus gleich drei Perspektiven bekam man als Zuhörer im spannenden Biometrie-Panel. Aus Herstellersicht berichtete Amin Adina von der Firma Dermalog über den Entwicklungsstand biometrischer Systeme und deren Einsatz im Alltag, etwa das Fingerpayment-Projekt in einem Hürther Rewe-Markt mit erheblicher Zeitersparnis gegenüber Bargeld- und Kartenzahlung. Für

lung Biometric Technologies leitet. „Kein System sollte autonom agieren. Zur Kontrolle sollte immer der Mensch eingebunden sein.“ Das ist auch so beim Gauselmann-System Face-Check vorgesehen, das bis Ende Juni vom Fraunhofer Institut evaluiert wird. Zwischenergebnisse konnte Braun schon preisgeben. Etwa, dass Frauen eine dreimal höhere Wahrscheinlichkeit hatten, nicht er-

rtner GmbH

p Münzspielpa

t ssanten Panels is »Neben den interewir in der Branche mir wichtig, dassn, der nicht von der einen Event habe ert wird. Seitdem es Industrie organisi mehr gibt, ist der die IMA nicht e Veranstaltung, Summit die einzige Unternehmer bei der sich di treffen.« der Branche ms Freddy Fischer,

ner von der TÜV Rheinland Cert GmbH erklärte die als MysteryShopping benannten Testkäufe. Im Moment erfahre von diesen Testkäufen nur der Betreiber der betroffenen Spielstätte. Die Mystery Shopper des TÜVs sind ausgebildete, erfahrene Auditoren, manche sind noch zusätzlich geschult. | he |

„Wo liegt das Problem, wenn die Datensicherheit stimmt!?“, sagte er zur freiwilligen Sperre per biometrischer Erfassung. Damit machte er aber auch die Herausforderung der Politik transparent, die Balance zwischen immensen Chancen zum einen und Gefahren hinsichtlich des Datennutzungspotenzials zum anderen auszuloten. Moderator RA Michael Eulgem konstatierte: „Wir sind technisch auf einem Weg, der uns gute Lösungen bietet, die Qualität unserer Betriebe zu optimieren – mit Akzeptanz der Politik.“ | rk | >>

er Löwen Play , Geschäftsführ

Amin Adina

Dr.-Ing. Andreas Braun

Adina ist mit Blick auf Spielgastidentifikation per Gesichtserkennung klar: „Sie bietet mehr Sicherheit an, 100-prozentige aber nicht.“ Das betonte auch Wissenschaftler Dr.-Ing. Andreas Braun, der am Fraunhofer Institut für Grafische Datenverarbeitung die Abtei-

Juni 2017

Patrick Schnieder

kannt zu werden. Oder dass es noch stand­ ortabhängige Varianzen bei der Identifikationsleistung gibt, die sich mit Faktoren wie Beleuchtung erklären lassen. Der Politiker Patrick Schnieder (MdB, CDU) sieht riesiges Potenzial in der Biometrie

enrnationale Them »Ich fand die inte vor allem auch das auswahl sehr gut,, das gut vertreten Thema ›Online‹ ne hervorragende war. Wir hatten ei Vorträge auf sehr Moderatorin und Niveau.« hohem Tilmann Brauch


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Big Data ist im Kommen

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ei Online-Gaming könne man immer mit dem Kunden „kommunizieren“, sagte Dr. Michael Auer von der Firma neccton. Der Österreicher meinte damit, dass man hierbei im Vergleich zum terrestrischen Spiel innerhalb kürzester Zeit das Verhalten der Spieler mithilfe diverser Daten analysieren könne – das sogenannte Datentracking. „Wir suchen

tbeauftragte, y, Sozialkonzep Sonja Wilhelm te ma n Schneider Auto an-

effen sich Verg »Beim Summit trart und Zukunft an genheit, Gegenw hat die Fehler aus einem Ort. Man t analysiert, veränder Vergangenheir Gegenwart und dert sie in de er Unternehgeht als gestärkt kunft.« mer in die Zu

bei unseren Analysen immer nach auffälligen Verhaltensmustern. Das ermöglicht uns Warnsignale an den Spieler zu geben, sollte sein Spielverhalten oder die Verluste problematisch werden.“ Das Problem: Man erkenne durch ein so technisiertes Verfahren nicht die Stimmung der Spieler. Auer sieht daher beim terrestrischen Spiel die Zukunft beim Spieler-

Dr. Michael Auer

Dr. Monika Poeckh-Racek

schutz in einem „Hybridverfahren“, also einer Kombination von automatisierter Datenerhebung und Beobachtungen von Mitarbeitern. Erste Pilotprojekte hierzu würden bereits in Spielbanken durchgeführt werden.

Cashless Society und Geldspiel

E

ine zunehmend bargeldlos agierende Gesellschaft auf der einen und mit Bargeld bespielte Geräte auf der anderen Seite. Um dieses Spannungsfeld ging es in der Diskussion über die Auswirkungen von bargeldlosem Zahlungsverkehr auf das stationäre Geldgewinnspiel. Das Fazit: Die Branche muss dringend mit Gegenwart und Zukunft

und Finanzdienstleistern. „Wir wollen es von Anfang an richtig machen, haben eine Fachgruppe und können wichtige Daten liefern“, erklärten Jason Frost, neu gewählter Euromat-Präsident und Generalsekretär Kieran O‘Keeffe. Die Kreditkartenzahlung sei dabei nur eine Lösung von vielen, die möglich sein müssten, wie Bitcoin-, Smartphone-, Kun-

V.l. Moderator Joe Ewens (Ltd. Redakteur GamblingCompliance), Dan Iliovici, Kieran O‘Keefe, Jason Frost.

Schritt halten, kundenorientiert umdenken, Zahlungsoptionen anbieten dürfen. Sonst verkleinere sich der Markt drastisch. An Lösungen werde intensiv gearbeitet: Euromat sei im Austausch mit Gesetzgebern, Forschung, Herstellern, Betreibern, Verbänden

den-/Drittkartenzahlung. Die Herausforderungen sind komplex und auf verschiedenen Ebenen angesiedelt. In Spielhallen findet etwa neben Zahlung auch Gewinn statt. Datenschutz/Sicherheit ist ein großes Thema. Ganz anderes Feld: Die in der Politik vorherr-

Dr. Monika Poeckh-Racek (Admiral Casinos & Entertainment AG) nannte in ihrem Referat verschiedene Trends. Ihrer Ansicht nach müsse das Slot-Gaming neben dem terrestrischen Bereich künftig auch andere Kanäle bedienen. Virtual-Reality-Gaming, das derzeit in aller Munde ist, bleibe hingegen ihrer Meinung nach ein „Nischenprodukt“, das allerdings vor allem für Online-Poker interessant werden könne. Das Panel schloss der Niederländer Eric Olders (JHV Gaming & Entertainment Group)

Eric Olders

ab. Er betonte, dass die technische Innovationsfreudigkeit der Branche nicht das Problem sei. Vielmehr müsse sie sich um die Regulierung sowie die Verbesserung des eigenen Images bemühen. | om |

schende Annahme, Bargeld beinhalte mehr Kontrolle für den Spieler, muss entkräftet werden. All dem müsse mit tragfähigen Lösungen begegnet werden. O‘Keeffe: „Die Behörden müssen verstehen, dass wir legitim sind und gemeinsam Lösungen finden müssen!“ Damit stieß er bei Dan Iliovici von der rumänischen Regulierungsbehörde auf offene Ohren. Iliovici berichtete von einer modernen Glücksspielgesetzgebung in seinem Land, die IT-Neuentwicklungen sehr begrüße. Er freue sich auf den Austausch. | rk |

Bernd Denker,

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von Dunja Hayali »Die Moderation ark. Die Veranstalfand ich extrem sthervorragend orgatung war rundum e sehr viel Mut und nisiert. Ich nehmr die Zukunft mit.« Optimismus fü

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Das Team von Euromat kam komplett zum Summit nach Berlin. Der europäische Verband veranstaltet seinen Summit jedes Jahr in einem anderen Land.

»Großbritannien hat ein grundpositives Verhältnis zum Glücksspiel. Das ist vorbildlich.« Georg Stecker (DAW) in der britischen Botschaft

Partnerschaft: Gaming Summit-Auftakt mit Euromat – Positiv zum Glücksspiel Der Gaming Summit 2017 war eine Veranstaltung der Deutschen Automatenwirtschaft und dem europäischen Dachverband Euromat. Am Vorabend trafen sich die Verbände in der britischen Botschaft.

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in bisschen sehnsüchtig kann man schon werden, wenn man in der Glücksspielregulierung nach Großbritannien guckt. „Dort hat man ein grundpositives Verhältnis zum Glücksspiel. Daran kann man sich ein Beispiel nehmen, auch in Deutschland und den anderen Ländern Europas. Das ist vorbildlich“, sagte Georg Stecker am Vorabend des Gaming Summits beim Euromat-CocktailEmpfang. Den hatte man in die britische Botschaft gelegt, offenbar des guten Beispiels wegen, dass das Vereinigte Königreich zumindest bei der Spielregulierung abgibt. Aber auch, weil ein Brite neuer Präsident von Euromat wurde und in Sachen Regulierung sofort Zukunftsthemen aufgreift. Den Kunden begeistern Diese Themen sind andere als jene, die in Deutschland zurzeit diskutiert werden. Das

merkte man auch an den Inhalten, die vom Euromat dem Gaming Summit beigesteuert wurden. Da ging es um Online-Gaming, elektronische Zahlsysteme und neue Technologien auch für das stationäre Spiel. Ziel ist es, dem Kunden noch attraktiveres Spiel zu bieten, neue Zielgruppen zu erschließen und die Geschäftsbasis auszuweiten. Wer aus den deutschen Debatten kommt, für den mutet das alles etwas merkwürdig an. Denn hierzulande geht es um das genaue Gegenteil. Der Gaming Summit hat gezeigt, dass es auch anders geht. Fortschritt im Spiel ist ver­­­­einbar mit dem Kampf gegen Illegalität und mit wirksamem Verbraucherschutz. Dass diese Botschaft auch vom Gaming Summit ausgeht, wünschte Georg Stecker am Vorabend des Kongresses von DAW und Euromat: „Uns alle verbindet das Engagement für das legale Spiel in Europa.“ | dre |

Euromat: Frost und Christiansen gewählt

Jason Frost (r.) aus Großbritannien ist neuer Euromat-Präsident. Uwe Christiansen, Vertreter der deutschen Verbände, wurde sein Stellvertreter.

Die jährliche Generalversammlung des europäischen Branchenverbandes Euromat wählte am 2. Juni Jason Frost zu ihrem Präsidenten. Zum Vize-Präsidenten wählte die Mitgliederversammlung Uwe Christiansen, den Repräsentanten der deutschen Mitgliedsverbände von Euromat. Mirjana Acimovic aus Serbien ist weiterhin für die Finanzen zuständig. In seiner ersten Rede als Präsident betonte Frost, dass der europäische Dachverband noch nie so sehr gebraucht worden sei, wie im Moment. „Wir bewegen uns auf eine Gesellschaft ohne Bargeld zu. Diese Tatsache scheint aber vom Gesetzgeber für das Geldspiel komplett ignoriert zu werden. Ich rufe heute die europäischen Spielregulierer auf, sich mit uns zusammen an einen runden Tisch zu setzen, damit wir einen gemeinsamen Weg in die Zukunft finden. Wie jeder andere Wirtschaftszweig auch müssen wir in der Lage sein, sowohl mit Bargeld als auch elektronisch Bezahlvorgänge anzubieten und Auszahlungen vorzunehmen.“ >> Juni 2017


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Der Gaming Summit in Berlin ist mehr als Information und Diskussion auf hohem Niveau. Die Möglichkeiten zum privaten Meinungsaustausch und geschäftlichem Net­working bewegen sich auf gleicher Ebene. Außerdem bietet der Gaming Summit die spannende Gelegenheit, mit vielen Referenten auch ein persönliches Wort beim entspannten Get-together danach zu reden. Alles zusammen macht den Reiz des Gaming Summits aus, der sich der Qualität verschrieben hat.

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Regulierung Update Sportwettrecht

Inkonsequent und unsicher Der Sportwettmarkt und das Sportwettrecht stehen endlich vor der erhofften markt- und zielgerechten Liberalisierung. So könnte man meinen. Eine Einschätzung vom Glücksspielrechtsexperten RA Dr. Damir Böhm.

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er Sportwettmarkt wird liberalisiert. Denn die zahlenmäßige Begrenzung der Erlaubnisse für Sportwettveranstalter sollen mit der Änderung des Glücksspielstaatsvetrags (GlüStV) zum 1. Januar 2018 aufgehoben werden. Die Idee der quantitativen Begrenzung auf 20 zu erteilende Konzessionen wäre damit rechtlich und letztlich auch politisch gescheitert. Die Gerichte hatten ent-

schieden, dass nicht bewiesen sei, dass diese Begrenzung die Ziele des GlüStV fördere. Zudem war es dem Land Hessen unmöglich, ein transparentes und gleichbehandelndes Auswahlverfahren durchzuführen. Die Folge: Nach dem 1. Januar 2018 erhalten jene 35 Wettveranstalter, die erfolgreich die sogenannten Mindestvoraussetzungen aus dem Konzessionsverfahren erfüllt haben, per

Gesetz eine Erlaubnis für das Jahr 2018. Ihr Wettangebot muss sich dann an den bereits geltenden materiell-rechtlichen Kriterien messen lassen. Es ist nicht klar, ob diese Genehmigungen per Gesetz noch durch formale Erlaubnisse konkretisiert werden.

Qualitative Voraussetzungen Zuständig dafür wäre ab dem 1. Januar 2018 das Land Nordrhein-Westfalen, das die Aufgabe von Hessen übernehmen wird. Es wird damit die Wettveranstaltungserlaubnisse erteilen, die dann nach Ablauf der Übergangsregelung ab dem 1. Januar 2019 gelten werden. Das Land Nordrhein-Westfalen soll derzeit an dem Erlaubnisverfahren für diese Genehmigungen arbeiten, für das sich dann beliebig viele Unternehmen bewerben können. Dieses Verfahren soll viele Ele-

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lungsstellen. Bei den Vermittlungsstellen wäre es nur konsequent auf eine zahlenmäßige Begrenzung zu verzichten, weil diese akzessorisch zu der zahlenmäßigen Begrenzung der Wettveranstaltungskonzessionen war. Da diese quantitativen Maßnahmen gescheitert sind, wäre es fatal, an dieser Politik festzuhalten.

© Kaspars Grinvalds – Fotolia

Kritik der EU-Kommission

mente des Erlaubnisverfahrens, das in Hessen durchgeführt worden ist und welches auch in Schleswig-Holstein vorhanden war, beinhalten. Dabei sollen zahlreiche qualitative Bedingungen aufgestellt werden. Die meisten dürften den operativen Anbietern bekannt und von diesen bereits durch die Erfüllung der Mindestanforderungen aus Hessen und das tägliche operative Geschäft umgesetzt sein. Anforderungen an die Betriebs-, Vertriebs- und IT-Sicherheitspolitik der jeweiligen Unternehmen sind ebenso beinhaltet wie sichere Zahlungsabwicklung und Vorbeugung von Manipulationen und Geldwäsche. Große Spannung versprechen die Themen Wettangebot, Umgang mit Online-Casino, Einsatz- und Verlustlimitierungen sowie zahlenmäßige Begrenzungen von stationären Wettvermitt-

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Hinsichtlich des Umfangs des Wettangebots wird es darauf ankommen, wie das Land Nordrhein-Westfalen die Abgrenzung von unzulässigen Ereignis- zu zulässigen Ergebniswetten sieht. Hier gehen die Meinungen bei den Ländern und der Verwaltungsgerichtsbarkeit auseinander. Bei der Bestimmung des zulässigen Wettangebots sollte niemals die Gleichrangigkeit der Ziele des GlüStV und das Ziel der Kanalisierung und des Verhinderns eines schwarzen Marktes vergessen werden. Zudem würde eine restriktive Auslegung und somit eine Verminderung des vorhandenen Angebots zwingend zu weiteren gerichtlichen Verfahren führen. Dasselbe gilt für die konkret zu bestimmenden Einsatz- und Verlustlimits. Sollten diese nicht marktgerecht sein, sondern eher willkürlich bestimmt werden, so ist sicher davon auszugehen, dass viele Unternehmen gegen diese einzelnen Bestimmungen vorgehen werden. Das würde auch der Ansicht der Europäischen Kommission entsprechen, die bereits jetzt Kritik an dieser nur punktuellen Veränderung des GlüStV geäußert hat und insbesondere fragt, warum die Sportwettangebote an sich so begrenzt und auch der Bereich des Online-Casinos nicht reguliert werde. Im Ergebnis ist davon auszugehen, dass Erlaubnisse an Wettveranstalter zunächst per Gesetz ab dem 1. Januar 2018 erteilt werden. Ferner wird erst durch die Bekanntgabe der Voraussetzungen für das neue Erlaubnisverfahren sowie die sich an eine Erlaubnis anschließenden Auflagen abschätzbar sein, ob die neuen Verfahren wieder

Dr. Damir Böhm ist als Rechts­ anwalt der Kanzlei Böhm & Hilbert unter anderem auf Glücksspielrecht spezialisiert.

einmal beklagt werden und ob es dadurch abermals zu einem Stillstand im Bereich der Sporwetten und auch des Online-Casinos kommt. Von einem solchen Verlauf würde derzeit ausschließlich der Schwarzmarkt profitieren, der weiterhin kein Interesse an einer Teilnahme an einer staatlichen Regulierung hat, dem jedoch auch nicht durch die zuständigen Behörden begegnet wird. Somit fehlt es doch an einer konsequenten, rechtssicheren und ausschließlich an qualitativen Merkmalen orientierten Liberalisierung. Der sogenannte minimalinvasive Weg der Länder scheint somit nicht geeignet, die auch von der Europäischen Kommission ausgesprochenen Bedenken aufzulösen. | Dr. Damir Böhm |


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Studie Analyse des Glücksspielstaatsvertrags

Auf ganzer Linie gescheitert Am 29. Mai wurde in Berlin eine Studie vorgestellt, die für Aufmerksamkeit sorgen dürfte. In ihr kommen drei Professoren zu dem Fazit: Bei der Glücksspiel­ regulierung hinkt Deutschland weit hinterher. Sie fordern eine umfassende Reform.

»Nur, wenn Glücksspiel legal stattfindet, kann der Staat auch seine anderen Ziele ­erreichen.« Prof. Dr. Justus Haucap, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

»Zahlreiche Verbote und ­Restriktionen im Staatsvertrag entbehren einer empirischen Grundlage.« Prof. Dr. Martin Nolte, Deutsche Sporthochschule Köln

D »Wie aktuelle Suchtstudien belegen, können Verbote sogar kontraproduktiv wirken« Prof. Dr. Heino Stöver, Frankfurt University of Applied Science

er Putz bröckelt von den Wänden, die Kalkfarben sind fahl und die Stuck­deko hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Der morbide Charme des Spiegelsaals von Clärchens Ballhaus in Berlin gab den Rahmen für die Präsentation der Studie „Faktenbasierte Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags“.

Beitrag zur Versachlichung In ihrer Studie „Faktenbasierte Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags“ nehmen der Wirtschaftswissenschaftler Justus Haucap, der Rechtswissenschaftler Martin Nolte und der Suchtforscher Heino Stöver die Regulierung in Deutschland unter die Lupe. Auftraggeber der Studie sind der Deutsche Sportwettenverband und der Deutsche Online Casinoverband. Mehr dazu unter: gluecksspielstudie.de.

Und was die drei damit betrauten Professoren Justus Haucap, Martin Nolte und Heino Stöver herausarbeiteten, passte zur Location: Denn beim Thema Glücksspielregulierung hinkt Deutschland der Zeit weit hinterher. „Die Regulierung ist auf ganzer Linie gescheitert. Alle Ziele des Staatsvertrages werden verfehlt“, so das Fazit. Angesichts der Digitalisierung des Glücksspiels verschärfe sich die Situation drastisch, so Haucap. Und vor allem der vom Gesetzgeber selbst auferlegte Kanalisierungsauftrag des Spiels leide darunter stark. „Und ohne Kanalisierung ist alles nichts“, betonte Nolte. Die Studie analysiert diese selbstgesteckten Ziele der Regulierung: von der Spielsuchtbekämpfung, der Schwarzmarktbekämpfung bis hin zu Jugendund Spielerschutz oder dem Schutz der Integrität des Sports. Ausschlaggebend ist dabei für die Wissenschaftler der Grad der Kanalisierung. „Nur wenn Glücksspiel legal stattfindet, kann der Staat auch seine anderen Ziele erreichen“, sagte Haucap. Und hier schneidet Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern schlecht ab.

Schlusslicht Deutschland Mithilfe des sogenannten DICE-Kanalisierungs-Index zeigte sich: Die gesetzgeberischen Maßnahmen sind hierzulande ungeeignet, das Glücksspiel aus dem Grau- und Schwarzmarkt in regulierte Bereiche zu überführen. Hinter Dänemark, Großbritannien, Spanien, Frankreich und Polen belegt Deutschland dabei den letzten Platz. Zum Vergleich: Spitzenreiter Dänemark kommt im DICE-Index auf 169 von 185 möglichen Punkten, Deutschland gerade einmal auf 67. Kurzum: Alle getroffenen Maßnahmen tragen kaum dazu bei, den natürlichen Spieltrieb in den legalen Markt zu lenken. Verbraucher weichen deshalb auf Angebote im Grau- und Schwarzmarkt aus. Das erkläre auch das starke Wachstum im unregulierten Bereich. Aber der deutsche Staat beschränkt sich auf Maßnahmen, die Nolte in Berlin als „realitätsfremd“ bezeichnete. „Das Verbot etwa von Ereignis-Wetten ist ohne empirischen Rückhalt für den Schutz der Integrität des Sports. Denn Manipulationen betreffen vor allem das Ergebnis eines Wettbewerbs, weil Ergebweiter Seite 46 >>

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>> Fortsetzung von Seite 44 niswetten höhere Gewinnmöglichkeiten bei geringerem Entdeckungsrisiko versprechen“, illustrierte Nolte als Beispiel. Durch den Länder-Vergleich konnten die Wissenschaftler herausarbeiten, dass es sinnvollere und bereits bewährte Maßnahmen gibt. An ihnen könne sich die deutsche Regulierung orientieren. Beispiel Großbritannien: Dort wird weitgehend auf jede Art produktbezogener Beschränkungen verzichtet, aber zugleich auf ein enges Kontrollnetz der lizenzierten Anbieter gesetzt.

Attraktives, legales Angebot Nolte, Haucap und Stöver folgern: Der Staat muss legales Glücksspiel ermöglichen und attraktiv machen. Nur so könne er Spieler an den legalen Markt bin-

den und in der Folge seine Ziele, etwa beim Jugend- und Spielerschutz, erreichen. Konkret fordern die Autoren eine zentrale Regulierungsbehörde zur effektiven Marktkontrolle durch ein engmaschiges Kontroll- und Monitoringsystem für die Anbieter. „Das ineffektive Totalverbot für Online-Poker und -Casinospiele ist durch ein staatliches Lizenzierungsverfahren zu ergänzen“, sagte Haucap. Zudem nennt die Studie eine bundesweite spielformübergreifende Sperrdatei, ein System freiwilliger Selbstlimitierung des Einsatzes und kundenfreundliche Identifizierungs- und Authentifizierungsverfahren. „Es ist gut, dass die Studie endlich zu einer Diskussion beiträgt, die auf Fakten basiert“, sagte Dr. Dirk Quermann, Präsident des Deutschen Online Casinoverbands. Auch Mathias Dahms, Präsident

des Deutschen Sportwettenverbands, betonte: „Die Studienergebnisse sollten das Interesse der Länder wecken.“ Das könnte schon bald der Fall sein. Denn am 1. Juni wurden Eckpunkte des Koalitionsvetrages von CDU, FDP und Grünen in Schleswig-Holstein bekannt. Demnach haben sie sich verständigt, dem Glücksspielstaatsvertrag nicht zuzustimmen. Zusammen mit NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen soll vielmehr eine Neuregelung eingeleitet werden. Eine Abkehr also von dem von den Ministerpräsidenten beschlossenen 2. GlüÄndStV. Er müsste noch von den Parlamenten bestätigt werden, um in Kraft zu treten. Vielleicht wird es dazu aber nicht mehr kommen. Dazu heißt es in der Studie: „Der 2.GlüÄndStV, der am 1. Januar 2018 in Kraft treten soll, wird das Kanalisierungsproblem nicht beheben.“ | om |

XTiP Sportwetten: Für Veränderungen gerüstet „Der Wettmarkt in Deutschland wird sich spätestens mit Beginn des nächsten Jahres dras­ tisch verändern“, meint Thomas Fitzner, Geschäftsführer bei XTiP Sportwetten Vertrieb. „Das liegt daran, dass mit dem absehbaren Erlaubnisverfahren für die stationäre Sportwett­ vermittlung alle Wettvermittlungsstandorte nur noch betrieben werden dürfen, wenn diese über eine entsprechende Erlaubnis verfügen.“

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ie erwarteten Anforderungen an die Wettanbieter sind hoch und vielfältig. Es ist davon auszugehen, dass nicht jeder die Voraussetzungen zur Wettvermittlung

erfüllen wird. „Die Gauselmann Gruppe kann mit ihrer Sportwetten-Marke XTiP jedoch schon zusichern, sämtliche systemtechnische Anforderungen und gesetzliche Auflagen einhalten zu können,“ so Fitzner. Bereits im ersten Genehmigungsverfahren des Hessischen Innenministeriums belegte die Unternehmensgruppe mit Cashpoint unter mehr als 35 Bewerbern den 1. Platz, verbunden mit der Zusicherung über die Erteilung einer Lizenz zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten. In Schleswig-Holstein verfügt Cashpoint mit der Marke XTiP von Beginn an über alle relevanten Lizenzen zur Sportwettvermittlung. Schon heute zählen rund 800 Wettbüros, AnnahmeOffen und einladend gestaltet: Ein Shop von XTiP Sportwetten.

stellen und Terminalstandorte zum stationären XTiP-Angebot in Deutschland. „Die Spielemacher“ punkten unter anderem mit einem markterprobten ShopKonzept inklusive umfangreicher Marketingbegleitung, einem attraktiven Wettprogramm, modernster Technik und vielfältigen Möglichkeiten der Wettabgabe (stationär, online, mobil). Dazu zählen die in Wettterminals aus der „Merkur Bet Book“-Reihe, ein spezielles Kundenkartensystem, attraktive Provisionsmodelle sowie ein 24-Stunden-Live-Wettkanal durch „XTiP-Sports 24“. Darüber hinaus bietet XTiP Sportwetten Konzepte für die Einzelplatzaufstellung sowie eine persönliche Vor-Ort-Betreuung der Franchisepartner durch den Außendienst. Onlineund Mobil-Angebote runden das XTiPPortfolio ab. | om |

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Unternehmen befragt Meinungen zur geplanten Änderung des Staatsvertrags

Überfällig, aber nicht ausreichend Anfang 2018 soll – nach langem Hin und Her – der 2. Glücksspieländerungsstaatsvertrag in Kraft treten. So mancher Politiker spricht vom Durchbruch beim Thema Sportwetten. Aber was sagen die betroffenen Sportwett-Unternehmen? games & b ­ usiness hat nachgefragt.

Mathias Dahms, Geschäftsführer von XTiP Sportwetten Das, was die Ministerpräsidenten beschlossen haben, ist ein längst überfälliger Schritt. Das ist sehr begrüßenswert, dem müssen jedoch weitere Reformschritte folgen. Aber: Die Rahmenbedingungen sind aktuell so gestaltet, dass keiner der Anbieter wirklich damit leben kann, weil wir überreguliert werden. Das erschwert regulierungswilligen Unternehmen ein ausreichend attraktives Angebot aufzubauen und sich so untereinander zu differenzieren. Davon profitiert am Ende nur der Schwarzmarkt. Nur über attraktive Angebote und eine gezielte Kanalisierung hin zu guten Anbietern bekommen wir das Problem in den Griff. Der Vollzug gegenüber dem Schwarzmarkt muss ein Schwerpunkt in den nächsten Jahren werden. Wir sind überzeugt, dass unser Unternehmen im regulierten Markt zu den Gewinnern zählen wird.

Ronny Kießling, Leiter Business Development bei HappyBet In Deutschland gibt es sehr uneinheitliche Definitionen im Bereich Glücksspiel, so sind Produkte wie Lotto ein fester Bestandteil der deutschen Wirtschaft, wohingegen Sportwetten nach wie vor als unseriös wahrgenommen werden, auch wenn es sich um ein vergleichbares Produkt handelt. Wir erhoffen uns durch die Festlegung fairer Rahmenbedingungen, eine grundsätzliche Verbesserung des Images der deutschen Sportwettenindustrie bei der Bevölkerung, aber auch bei Partnern und Inves­toren.

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Heiko Busse, Geschäftsführer Admiral Sportwetten Mit dem 2. Glücksspieländerungsstaatsvertrag sind Änderungen für den Sportwettenmarkt geplant, mit denen man sich eine bessere Regulierung und mehr Klarheit für Anbieter, Gäste und beteiligte Dritte verspricht. So begrüßen wir es, dass man die Obergrenze von 20 Sportwettanbietern aufgehoben hat und durch ein qualitatives Erlaubnisverfahren ersetzen will, an dessen Ende hoffentlich die endgültige Vergabe von Lizenzen stehen wird, die Wettanbietern und -vertreibern Planungssicherheit erlaubt. Allerdings sind wir auch der Meinung, dass das Maß an Rechtsund Planungssicherheit noch nicht die Kriterien erfüllt, die ein attraktiver und im Sinne des Verbraucherschutzes umfassend regulierter Markt voraussetzt. Wir setzen uns daher weiter dafür ein, dass der Sportwettmarkt im Interesse der gesetzestreuen Anbieter, der Wettteilnehmer und der Öffentlichkeit endgültig rechts­ sicher wird und Regularien entwickelt werden, damit ein Abwandern zu illegalen Angeboten verhindert wird und echte Wettbewerbsparität entstehen kann.

Sascha Demesmaeker, Berater der Tipster Ltd. Grundsätzlich sehen wir einer Konzessionsvergabe positiv entgegen, da dies Investitions- und Rechtssicherheit garantiert. Allerdings muss der Gesetzgeber sicherstellen, dass eine Regelung geschaffen wird, die es erlaubten Anbietern ermöglicht, am Markt unter vernünftigen und wettbewerbsfähigen Bedingungen zu agieren und nicht erlaubte Anbieter zugleich auch verboten und untersagt werden können. Nach Auffassung verschiedener Fachjuristen wird allerdings genau dies unwahrscheinlich sein. Als Wett­ anbieter freuen wir uns, auch Erlaubnisse für unsere Partner in den Wettvermittlungsstellen erhalten zu können, die bis heute keine Rechtssicherheit haben.

Claus Retschitzegger, Konzern­ sprecher bet-at-home.com Die minimalinvasive Überarbeitung des Staatsvertrags wird die bestehende Rechtswidrigkeit nicht beseitigen. Wir erwarten uns eine Neuregelung des gesamten Glücksspielmarktes, angelehnt an den Karin Klein, Chief Regulatory im Vorjahr präand Compliance Officer von sentierten GeTipico Co. Ltd. setzesentwurf Die vorliegende Regulievon Hessen, der rung war nur ein allererregulierungswilster Schritt in die richligen Anbietern tige Richtung. Das haeinen fairen ben auch die MinisterMarktzugang präsidenten der Länder erermöglicht und den Vorgaben des kannt. Tipico geht davon aus, Unionsrechts standhält. Es dass die vereinbarte Evaluie- braucht ein Lizenzierungsmodell rung der aktuellen Sportfür Sportwetten und Casino im wettregulierung sowie die Internet, um dauerhaft eine Prüfung der Marktöffnung Rechtssicherheit in Deutschland für Casino und Pokerprogewährleisten zu können. dukte mittelfristig zu einer zeitgemäßen und EU-konformen Glücksspielregulierung in Deutschland führen wird. Juni 2017


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Zutrittskontrolle tipID von entri für Sportwettshops

Wissen, wer reingeht Die Firma entri hat vor Kurzem ein Zutrittskontroll­ system vorgestellt, das sich gezielt an Betreiber von Sportwettshops richtet. games & business hat darüber mit Ingrid Kowarzik, der Prokuristin des Berliner Unternehmens, gesprochen. Warum brachten Sie jetzt mit tipID ein Zutrittskontrollsystem extra für Sportwettshops auf den Markt? tipID ist die logische Weiterentwicklung von playID, unserem Zutrittskontrollsys­ tem für Spielhallen. Viele Wettbüros nutzen bereits playID für die Eingangskontrolle. Mit tipID gibt es jetzt eine Lösung für Wettbüros, die über alle Vorteile von playID verfügt, aber im Funktionsumfang zukünftig deutlich weiter gefasst sein wird – vor allem auch, weil es diverse Einschränkungen und Verbote, die für Spielhallen gelten, bei Wettbüros nicht gibt.

Ingrid Kowarzik ist Prokuristin bei entri.

Machte die gesetzliche Lage in einzelnen Bundesländern das nötig? Die Themen „Alterskontrolle“ und „bequemer, barrierefreier Zugang“ sind ja auch für Wettbüros relevante Anforderungen. Duldungen für den Betrieb von Wettbüros beispielsweise beinhalten oft als Auflage die Abfrage der „großen“ Sperrdatei Oasis GlüStV. tipID kann beides und verfügt über eine aktuelle Freigabeerklärung des Regierungspräsidiums Darmstadt.

Für welche Shopgröße bietet es sich an? Alterskontrolle und Verpflichtung zur Sperrdatei-Abfrage sowie der Wunsch, Hausverbote bequem zu verwalten, sind ja keine Frage der Shopgröße. tipID kann wie alle Zutrittskontrollsysteme von entri mit einer ganz kleinen und kostengünstigen Start-Lösung beginnen und bei Bedarf immer weiter ausgebaut werden, bis hin zur vollautomatischen Eingangskontrolle mit oder ohne Gesichtserkennung und ohne Kontrollen durch Mitarbeiter. Durch das supereinfache Funk-Modul-Konzept werden zusätzliche Komponenten wie Drehkreuze oder Facetrakk-Gesichtserkennung einfach dazugestellt, ohne aufwendige Verkabelung, Änderung der internen Abläufe oder Schulungsaufwand für die Mitarbeiter.

So funktioniert tipID

Welche Auflagen können Unternehmer damit abdecken?

tipID fragt Sperrdateien – lokale oder aufgrund von Auflagen auch die bundesweite Oasis GlüStV – mit einigen wenigen Daten des Gastes ab. Diese können vom Mitarbeiter manuell in eine Abfragemaske eingegeben werden, oder sie fallen beim Einlesen des Ausweises an, beim Auflegen einer Kundenkarte, oder durch FacetrakkGesichtserkennung. Dem Mitarbeiter wird an der Theke oder seinem Smartphone Foto, Alter und Sperrstatus des Gastes angezeigt. Verfügt der Standort über eine Eingangsschranke, wird diese nur dann geöffnet, wenn die Identität des Gastes einwandfrei festgestellt wurde und er weder gesperrt ist noch Hausverbot hat.

Sie erfüllen die Auflagen der Ordnungsbehörden, und zwar sicher, zuverlässig und in einer standardisierten Form, die sie unabhängig macht von schwankenden Mitarbeiterleistungen.

Kann man damit eine Annahmestelle ohne Mitarbeiter betreiben? In Baden-Württemberg etwa betreiben Kunden von uns ihre Annahmestellen ohne Mitarbeiter, wenn sie über eines unserer Systeme mit Schranke und Personenvereinzelung verfügen.

Wie funktioniert dann die Überwachung, sollte jemand versuchen, trotz Sperre in den Wettshop zu kommen? Die Schranke öffnet sich nicht, wenn ein gesperrter Gast davorsteht. Manipulationsversuche werden mit akustischen und optischen Warnungen auffällig gemeldet. | om |

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Bally Wulff Severino

Er ist hier der Boss Frisch, modern und grafisch kreativ umgesetzt hat Bally Wulff das Walzenspiel Severino. Es ist Teil des neuen Spielepakets Maxiplay. Bei der Story setzen die Berliner auf eine tierische Mafiosi-Geschichte, bei der eine überraschende Wendung wartet.

Die WantedPlakate sind die Wild-Symbole und verdoppeln oder verdreifachen mit etwas Glück den Gewinn.

ine tierische Bande bunter ComicHelden treibt ihren Schabernack im neuen Bally-Wulff-Spiel Severino und schafft damit eine neue Generation des Walzenspiels. Darin geht die MafiosiGang auf die Jagd nach Edelsteinen, Gold und Silber. Bally Wulff setzt dabei ganz auf abwechslungsreiche Animationen auf den Walzen. Etwa wenn der kräftige Gorilla seine Pistole zückt, die sich als Banane entpuppt, die listige Echse wie nebenbei eine Motte aus der Luft mit ihrer Zunge erhascht oder der kleine Hamster seine wertvolle Beute in den Backentaschen verschwinden lässt. Kurzweilig und unterhaltsam sind damit allein schon die Walzenläufe im Basisspiel, die durch die Chance auf die „Wanted-Plakate“ einen zusätzlichen Pfiff bekommen. Die Plakate sind die Wild-Symbole des Spiels, ersetzen alle Symbole – außer den Scatter – und verdoppeln oder verdreifachen mit etwas Glück den Gewinn.

Maxiplay-Funktion Während die tierischen Symbole alles klauen, was nicht niet- und nagelfest ist, stellt sich die Frage, wer hier eigentlich der Chef der Truppe ist. Vermutet man erst noch den Gorilla, der zusätzlich als Top-Win für Punkteregen sorgt, erscheint bei aktivierter Maxiplay-Funktion irgendwann eine geheimnisvolle Tür auf den Walzen. Dahinter trifft man auf Severino, den Kopf der Truppe, wie es sich gehört in seinem Arbeitszimmer. Denn wie auch im wirklichen Leben, werden die Ganoven von ihrem Bandenchef gesteuert, der im Hintergrund verborgen bleibt.

Hohe Gewinne mit Mystery Wilds

In den Freispielen erscheinen Wild-Symbole plötzlich als Mystery Wilds und sorgen damit für hohe Gewinne.

Die Game-Designer von Bally Wulff haben sich auch hier einen kleinen Schmunzler erlaubt und lassen Gaunerboss Severino als witzigen Pinguin erscheinen. Seine Arbeitszimmertür fungiert dann auch als das Tor zum Glück. Denn zeigt sich die Tür dreimal auf den Walzen, winken zwölf der beliebten Freispiele. Der Clou: Wild-Symbole erscheinen plötzlich als Mystery Wilds und sorgen für hohe Gewinne. Beim Sound setzen die Berliner auf thematisch passende, jazzige Hintergrundmusik. Das Ganze gibt es im neuen Spielepaket Action Star Maxiplay 7. | om |

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Hausmessen Neue Produkte, innovative Formate

Frisches im Frühling Von April bis Juni hieß es wieder: Auf in die Niederlassungen und alles Wissenswerte zu den neuesten Produkten der Hersteller erfahren. Denn das Frühjahr ist Hausmessen-Zeit bei Gauselmann Großhandel, Schneider Automaten und Bally Wulff. Löwen Entertainment wartet mit seinem Gastronomie-Dialog auf.

Gauselmann Großhandel präsentiert seine „Mailights“

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uf den „Mailights“-Frühjahrsmesse des Gauselmann Großhandels präsentierte das Unternehmen ein neues Unterhaltungsgerät: den Merkur Champion. Es soll der Kundenbindung in Spielhallen dienen. Wie der Regionalmanager Süd, Peter Müller, bei der Vorstellung in der Frankfurter Niederlassung am 15. Mai betonte, unterliege es den strengen Regeln der Spielverordnung für Unterhaltungsgeräte und kann so zusätzlich zu Geldspielgeräten aufgestellt werden. Daneben konnten sich die Besucher auch vor Ort einen Eindruck der neuen Spielepakete aus dem Hause Gauselmann machen. Für die Spielhalle war das das Paket Magie III de Luxe mit 60 Spielen plus My Top Game-Feature. „In dem Mix stecken bewährte und spannende Top-Games“, sagte Müller. Für die Gastronomie hob er vor allem zwei Produkte hervor: den Merkur Multi Reno sowie das 3-in-1-Gerät Multi Multi V. Auch der Hersteller für Geldmanagement-Systeme GeWeTe war mit einer Geräteauswahl vertreten. Als eine der Neuheiten präsentierte Rainer Schmitz den WGS 102, einen kompakten Geldwechsler, der als Zusatzwechsler in der Spielhalle aber auch für die Gastronomie gut geeignet sei. Gerade dort ziehe in letzter Zeit die Nachfrage nach Cash-Handling-Lösungen spürbar an. Sebastian Jäger, Jurist in der zentralen Rechtsabteilung bei Gauselmann, nahm sich in einem Referat das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vor. Sein Fazit: „Das Gericht hat einen juristischen Hochseilakt mit der Bolzenschneider-Methode beendet.“ Ziel der Branche müsse es dennoch sein, den Spieler auch unter den sich ändernden Bedingungen zu halten.

Regionalmanager Peter Müller stellte das Unterhaltungsgerät Merkur Champion vor.

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Ausgelassene Strand-Stimmung und viele neue Produkte warteten auf die ­Besucher der Schneider-Hausmessen.

Sonne, Sandstrand, Schneider

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m 9. Mai war Startschuss der Frühjahrsmessen-Tour von Schneider Automaten. Und am 24. Mai fand der letzte Termin in der Niederlassung Hannover statt. Das Motto der diesjährigen Frühjahrsmessen von Schneider Automaten lautete Beachparty. Mit Sandstrand, Liegestühlen, Swimmingpools und einem Barbecue sorgte Schneider bei den Terminen für ein entspanntes Ambiente mit der passenden Dekoration. „Bereits nach den ersten Veranstaltungen konnten wir eine Steigerung der Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr feststellen“, sagte Marcel Sandmann, Produktmanager bei Schneider. Präsentiert wurden die aktuellen Produktneuheiten für Spielhalle und Gastronomieaufstellung von adp Gauselmann, etwa der Merkur Champion, das Spielepaket Magie III de Luxe oder das Gastro-Kaufgerät Multi Multi V. Von Bally Wulff zeigten die Kölner unter anderem das neue Spielsystem Maxiplay 7 im Wide-Slant-Top-Gehäuse und für die Gastro den Maxiplay Select 2 im Wide-Wall-Gehäuse. Aber auch für den Unterhaltungssektor stellte Schneider Produkte aus. Denn der Unterhaltungssektor werde derzeit immer wichtiger, so Sandmann. Neben dem Neuron Race, einem Geschicklichkeitsspiel, wurden ein Box-Automat, aktuelle Flipper der Marke Stern sowie RadikalDarts-Geräte ausgestellt. Daneben warteten auf die Besucher in jeder Niederlassung Fachvorträge aus den Bereichen Recht und Zertifizierung. Unterstützt wurde Schneider dabei von Rechtsanwalt Mirko Benesch von der Kanzlei Benesch & Winkler, Alexandra Nöthen vom TüV IntercertSaar und von Sonja Wilhelmy, die ServicePlus bei Schneider betreut. weiter Seite 58 >>


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Zu Gast beim Gastro-Dialog von Löwen

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Jürgen Würth von Bally Wulff (l.) präsentierte den Kunden das neue Spiele­ paket für die Gastronomie Maxiplay Select 2.

Bally Wulff: Brandneues aus Berlin

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nteressante Angebote, innovative Ideen und die frische Energie aus der Hauptstadt – damit warb Bally Wulff für seine diesjährigen Frühjahrsmessen in den einzelnen Kundencentern. Beginn der Frühjahrsmessen-Tour von Bally Wulff war am 9. Mai in Leipzig. Die letzte Frühjahrsmesse fand am 23. Mai in den Kundencentern Hamburg und München. Am 11. Mai war Mannheim an der Reihe. Gezeigt wurden dort von 11 bis 18 Uhr die aktuellen Neuheiten des Berliner Unternehmens. Bereits am Eingang begrüßte ein Plakat der aktuellen Bally-Wulff-GastroKampagne den Besucher. Für die Gastronomie-Aufstellung wurde unter anderem das Spielepaket Action Star Maxiplay Select 2 mit den neuen Highlight-Spielen Mighty 40 und Wilds Gone Wild präsentiert. Es überzeuge durch seinen ausgewogenen Spielmix, so Bally Wulff. Und das schien bei den anwesenden Kunden auch anzukommen. „Wir merken derzeit schon eine deutlich höhere Investitionsbereitschaft bei der Gastro“, sagte etwa Vertriebsrepräsentant Jürgen Würth auf Nachfrage. Aber auch für die Spielhalle wurden natürlich neue Pakete vorgestellt. So etwa Action Star Maxiplay 7. Bei ihm kamen aktuell die neuen Highlight-Spiele Severino und The Mighty King dazu. Bei den SingleJackpots standen die Neuerscheinungen Action Star Xenon im Techno Jackpot und Action Star Storm im Red Hot Firepot im Fokus. Beide warten mit einem 60er-Spielmix auf, unterscheiden sich aber in ihrer Optik und Dynamik. Daneben präsentierte Bally Wulff auch sein Zutrittskontrollsystem Net.Gate.

om 30. Mai bis zum 8. Juni lud Löwen Entertainment seine Kunden zum „Gastronomie Dialog 2017“. An fünf Locations – München, Offenbach, Dortmund, Berlin und Hamburg – präsentierte das Binger Unternehmen Produkte rund um das Thema Gastronomieaufstellung. Im Fokus stand natürlich das neue Gehäuse Wall, mit dessen Vermarktung auf den Events begonnen wurde. „Mit unserem neuen Gehäuse Wall werden wir wieder in Bereiche der Gastronomie kommen, die für uns bisher schwer zu erreichen waren“, war Marc Kükenshöner, Produktmanager Gastronomie, überzeugt. Neben dieser Neuheit zeigte Löwen auch das CashGuard-System von Hirscher Moneysystems, das zur Sicherung des Banknotenvorrats eingesetzt werden kann. Abgerundet wurde das Angebot durch die biometrischen Zutrittskontrolle Clever Entry, den Löwen-Crown-Service und verschiedenes Zubehör für die Gastronomie. „Wie der Name unserer Veranstaltungsreihe schon verrät, war für uns der Dialog mit unseren Kunden besonders wichtig“, so Kükenshöner. „Es freut mich daher persönlich sehr, dass viele Kunden der Einladung gefolgt sind und damit dazu beigetragen haben, dass der ‚Gastronomie Dialog 2017‘ ein voller Erfolg wurde.“ Auf großes Interesse stieß neben den Produktpräsentationen auch ein Vortrag, der sich mit den Änderungen durch die neue Technische Richtlinie 5.0 beschäftigte. Klar wurde auf den Events eines: Löwen Entertainment rechnet in den kommenden Jahren mit einem spürbaren Wachstum bei der Gastronomieaufstellung. Und dazu sagte Andreas Hingerl, Vertriebsdirektor bei Löwen Entertainment: „Wir wollen mittelfristig auf dem Gastrosektor eine wesentliche Rolle spielen.“

Beim Gastronomie-Dialog von Löwen lag der Fokus ganz klar auf dem neuen ­Gastro-Gehäuse Wall. Von ihm konnten sich die Kunden einen Eindruck machen.

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Games & more

Betriebsprüfung Datenausdruck reicht nicht

Zuschätzungs­ gefahr verhindern DAV-Vorstandsmitglied und Steuerberater Horst Hartmann warnte Aufstellunternehmer auf der DAVSitzung im Mai vor erheblichen Zuschätzungen bei Steuerprüfungen, wenn digitale Daten fehlten. Die Firma S.P.U.R. bietet Abhilfe in Form von Software.

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it dem Kassengesetz vom 29.12.2016 wurden die Vorschriften der Abgabenordnung zur Buchführung und für elektronische Aufzeichnungssysteme erweitert. Jeder einzelne Umsatz, etwa in einem Geldspielgerät, muss aufgezeichnet werden. Dies geschieht im Datenmodul des Geldspielgeräts. Die Daten müssen 10 Jahre elektronisch aufbewahrt und der Finanzbe-

hörde bei Betriebsprüfungen elektronisch zur Verfügung gestellt werden. Die Herausforderung: In letzter Zeit wird auch für weit zurückliegende Jahre – neben den Zählwerkausdrucken – die Zurverfügungstellung von elektronischen Daten aus Geldspielgeräten gefordert. Die Betriebsprüfung beruft sich auf die seit 2002 von der Finanzverwaltung angewendeten Grundsätze zu

Möglichkeiten elektro­ nischer Datenspeicherung kennt Michael T­ ürner von S.P.U.R.: spur-gmbh.de, Mail: info@spur-gmbh.de, Tel. 0221 9863081.

Auf der sicheren Seite

nen per DataReader (Auslesegerät von Löwen EntertainDie Kölner Firma S.P.U.R. bietet ment) direkt eingelesen werdie Software DataContact Spur den. Und es gibt die Option, und das Programmpaket winDaten aus Fremd- und FernSpur für Automatenkaufleute an. auslesungen zu importieren DataContact Spur (aktuelle und digital auf einem PC Version 7.08) ist eine Software Michael Türner nachzuweisen. In Verbindung zur digitalen verschlüsselten Armit winSpur, das die kaufchivierung von Auslesestreifen mit der Opti- männische Verwaltung abdeckt, werden die on, diese in verschiedenen Formaten zu ex- importierten Daten aus DataContact autoportieren und auszugeben. Die Streifen kön- matisch in die Abrechnung eingelesen. Die

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„Erfolgt die Vorlage elektronischer Daten aus den Geldspielgeräten nicht, drohen Aufstellunternehmern oft erhebliche Zuschätzungen.“ Horst Hartmann, Vorstandsmitglied im Deutschen Automaten-Verband (DAV)

Datenzugriff und zur Prüfung digitaler Unterlagen. Da die Speichermodule mit den Geldspielgeräten an die Industrie zurückgegeben werden müssen, sind diese Daten oft nicht mehr vorhanden. Eine Datenspeicherung ist nach Erstellung des Zählwerkausdrucks in der Regel nicht erfolgt. Bei den Geldspielgeräten, die zurzeit im Markt sind, gibt es kein beim Aufstellunternehmer verbleibendes Speichermodul, das die steuerrelevanten Daten enthält. Zukünftige Lösungen: Die Geldspielgeräte nach der technischen Richtlinie 5.0, die ab dem 11.11.2018 einzusetzen sind, verfügen über einen Fiskalspeicher mit relevanten Ursprungsdaten. Er verbleibt auch bei Rückgabe oder Verkauf der Geräte beim Aufstellunternehmer für fiskalische Prüfungszwecke. Status quo: Ein gefestigtes Recht durch die Finanzgerichtsbarkeit liegt noch nicht vor. Dennoch fordert die Betriebsprüfung schon jetzt die für Aufstellunternehmer oft unmögliche Her­ ausgabe elektronischer Daten. Erfolgt sie nicht oder nur mittels Zählwerkausdruck, wird mit erheblichen Zuschätzungen gedroht. Daher sollte sich jeder Aufstellunternehmer mit der Thematik befassen, rät Horst Hartmann. | rk |

Vergnügungssteueranmeldung erstellt zudem eine Aufstellung der zu zahlenden Beträge für die Behörden und gibt eine Anlage mit zugehörigen Streifen als Druck oder Datei heraus. Michael Türner, Geschäftsführer der EDV-Spezialisten aus Köln: „Unserer Erfahrung nach erkennt der Betriebsprüfer es wohlwollend an, wenn in der letzten Zeit die digitale Achivierung erfolgte. Das können wir mit unserer Software sicherstellen. Wir schulen auch in den Bereichen Betriebsorganisation und Finanzbuchhaltung.“


winBiz

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bwin wird neuer Sponsor des BVB

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Sponsoring Der Sportwettanbieter bwin wird ab der kommenden Saison während aller 17 Bundesliga-Heimspiele von Borussia Dortmund im Signal Iduna Park großflächig mit seinem Logo werben. Unter anderem wird dieses auf LED-Banden, sogenannten Cam-Carpets sowie Interview-Rückwänden präsent sein. Zudem wird der Anbieter BVB-Fans sowohl via App als auch online mit den aktuellsten Quoten und Informationen versorgen. Das teilte der Fußballclub in einer Pressemitteilung mit. Der Vertrag ist nach Informationen des Sportsbusiness-Magazins Sponsors mindestens drei Millionen Euro pro Jahr wert und bringt dem BVB somit über die Laufzeit rund zwölf Millionen Euro ein. „bwin ist in den vergangenen Jahren bereits einige Partnerschaften mit renommierten Klubs der europäischen Fußball-Landkarte eingegangen. Wir sind der Meinung, dass dieses Unternehmen mit seiner Strahlkraft und seiner Vorliebe für die Farbkombination Schwarzgelb hervorragend zum BVB passt“, betonte Carsten Cramer, Direktor Vertrieb, Marketing und Business Development beim BVB.

Tipico verlängert beim FCB Sponsoring Nach zwei Spielzeiten haben der FC Bayern München und Tipico ihre Zusammenarbeit vorzeitig um zwei weitere Jahre verlängert. Der Fußball-Rekordmeister und der Sportwettanbieter weiten die Platin-Partnerschaft bis zum Ende der Saison 2020/21 aus. Tipico gehört seit 2015 zur Partner-Familie des FCB. Karl-Heinz-Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern München AG, sagte: „Wir sind sehr froh, dass wir mit dem Marktführer unter den Sportwettenanbietern weiterhin zusammenarbeiten, da es stets unser Ziel ist, Partner der jeweils Besten der Branche zu sein.“ Marlon van der Goes, Chief Commercial Officer von Tipico: „Als Marktführer in Deutschland fühlen wir uns beim FC Bayern sehr gut aufgehoben. Die Zusammenarbeit ist für beide Partner überaus erfolgreich, die vorzeitige Verlängerung des Vertrages bestätigt das.“

DSWV fordert schnell weitere Reformen Studie In einer am 29. Mai vorgestellten Studie (siehe Seite 44) üben Wissenschaftler Kritik an der Regulierung von Glücksspielen in Deutschland. Die Regelungen der Bundesländer, die für die Aufsicht über Sportwetten und andere Glücksspiele zuständig sind, seien nicht geeignet, die selbst definierten gesetzgeberischen Ziele zu erreichen. Dieser Kritik schließt sich auch der Deutsche Sporwettverband (DSWV) an. „Der Glücksspielstaatsvertrag hat sich nicht bewährt. Die Ministerpräsidenten haben jedoch erkannt, dass der bisherige Ansatz verfehlt war. Sie haben Prüfaufträge erteilt, um den Staatsvertrag zu verbessern“, sagte dessen Präsident Mathias Dahms. Allerdings könne die für 2018 geplante Novelle des Glücksspielstaatsvertrags, der die 16 Landtage in diesem Jahr zustimmen sollen, zahlreiche grundsätzliche Probleme nicht ausräumen. „Künftig sollte die Kanalisierung des bestehenden Glücksspielmarktes in geordnete Bahnen im Vordergrund stehen. Dabei sollte das legale Spielangebot in Deutschland für Verbraucher attraktiv gestaltet werden. Dies gelingt nicht durch Verbote und Beschränkungen“, so Dahms.

„Der Glücksspielstaatsvertrag hat sich nicht bewährt“, sagte Mathias Dahms, Präsident des DSWV.

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Guter Start für Online-Wettanbieter Der börsennotierte Online-Wettanbieter bet-athome.com knüpfte im ersten Quartal 2017 an den Erfolg des Rekordjahres 2016 an.

Negativer Umsatztrend bei mybet Bilanz Die mybet Gruppe hat im ersten Quartal 2017 einen Konzernumsatz von 8,9 Mio. Euro erzielt. Der Umsatz lag damit um 28,9 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert. Und der negative Trend der Vorquartale setzte sich noch einmal fort, wie das Unternehmen mitteilte. Zwar konnte mybet zum Ende des Quartals die Entwicklungs- und Testphase der neu entwickelten Sportwett- und Casino-Plattform mit der Inbetriebnahme abschließen. Allerdings wurde das Online-Geschäft zwischen Januar und März noch zum weit überwiegenden Teil auf der alten Produkt-Plattform betrieben. „Insgesamt zeigt das erste Quartal aber deutlich, warum wir trotz neuer Online-Plattform für das Gesamtjahr 2017 kein großes Umsatzwachstum prognostiziert haben, denn wir müssen den negativen Trend erst einmal brechen“, sagte Markus Peuler, Vorstand der mybet Holding SE.

Arland und Tiplix bündeln Angebot Sportwetten Arland bündelt seine 20-jährige Erfahrung als Technologie- und Service-Partner mit der des Wettanbieters Tiplix und hebt mit „MyTeam.bet“ ein neues Konzept aus der Taufe. Das neue Konzept „MyTeam.bet“ ermögliche es Fußball-Vereinen in Deutschland, ihre eigene Sportwettseite inklusive mobiler ­Version zu starten. Die Fans können dadurch auf einer Seite im exklusiven Design ihres Lieblingsvereins wetten und dort auch Nachrichten rund um den Verein finden. Dabei partizipiert der Verein direkt an den Umsätzen, heißt es in einer Pressemitteilung. Als Pioniere haben die OFC Kickers als erster Verein mit ­„MyTeam.bet“ neue Wege beschritten. Unter der Internetadresse ofc.tiplix.com können Kickers-Fans ab sofort auf über 200.000 Sportevents setzen, auch auf die Begegnungen der Regionalliga Südwest.

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Laut bet-at-home.com konnte der Brutto-Wett- und Gamingertrag weiter gesteigert werden. Die erhöhten Marketingkosten von 14,9 Millionen Euro verbucht der Anbieter als erfolgreiche Investition. Mit den erhöhten Aufwendungen erklärt bet-at-home auch den verringerten Ertrag. So belaufen sich die Kenngrößen Ebitda mit 5 Millionen Euro und Ebit mit 4,6 Millionen Euro unter den Vergleichswerten des Vorjahres. Die Brutto-Wett- und Gamingerträge kommen im Berichtszeitraum auf 37,2 Millionen Euro und liegen somit um 6,9 Millionen Euro höher als im ersten Quartal 2016.

Um die Entwicklung fortzusetzen, setzte der OnlineWettanbieter seinen Marketingschwerpunkt bereits im ersten Quartal und investierte um 6,1 Millionen Euro mehr als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. „Für uns ist diese positive Ergebnisentwicklung im ersten Quartal eine klare Bestätigung dafür, dass wir unsere Ziele für das Gesamtjahr 2017 erreichen werden“, so der Vorstand der bet-at-home.com AG, Michael Quatember. Für das Unternehmen bestätigt das gesteigerte Volumen von 29,7 Prozent auf insgesamt 841,4 Millionen Euro, dass die Wett- und Spielfreude der mittlerweile knapp 4,7 Millionen registrierten Kunden auch ohne sportliches Großereignis anhält. Auch hinsichtlich Neukundengewinnung zeigt sich der Vorstand zuversichtlich: „Bis Ende 2017 halten wir fünf Millionen Kunden für realistisch.“ Die Erwartungen hinsichtlich Brutto-Wett- und Gaming­ ertrag mit 144 Millionen Euro sowie ein Ebitda zwischen 34 und 38 Millionen Euro stellen für den Konzern ebenso eine zuversichtliche Prognose dar.

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Business

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Gastronomie & Freizeitbranche

Wahlen Der Dehoga Bundesverband hat einen Wahlcheck zur Bundestagswahl 2017 am 24. September erarbeitet. Die Publikation bringt 20 politische Anliegen der Branche aus acht Themenfeldern von Arbeitsrecht bis Verbraucherschutz auf den Punkt. Dabei geht es etwa um das Arbeitszeitgesetz, die mehrwertsteuerliche Gleichbehandlung von Speisen oder die Hygieneampel, aber auch um fairen Wettbewerb in Zeiten der Digitalisierung, Energiepolitik und tourismuspolitische Anliegen. Der Wahlcheck mit konkreten Fragen wurde an die Kandidaten für die Bundestagswahl verschickt. Die Antworten wird der Dehoga im August der Branchenöffentlichkeit vorstellen. „Wir kämpfen für mehr Flexibilität und fairen Wettbewerb“, erklären Dehoga-Präsident Guido Zöllick und -Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges. „Denn immer neue bürokratische Belastungen und ausufernde Regulierungswut sorgen für Unternehmerfrust statt Unternehmerlust.“

te ll er ie ie un d Ho tr o n o m Warte n er Was G as Po li ti k vo n d er

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Politik auf den Zahn fühlen

Rund um die Kasse Kassenführung Einen kostenlosen Online-Kurs „Rund um die Kasse“ bietet hogafit.de, das Online-Lernportal von Dehoga-Akademie und AHGZ. Der Kurs gibt einen Überblick über die verschiedenen Kassentypen, deren Möglichkeiten und damit verbundenen steuerlichen Anforderungen. Er will Antworten darauf geben, wie die eigene Kasse richtig geführt wird, was alles schiefgehen kann und was dokumentiert werden sollte. Damit rechtlich alles stimmt, wird sich speziell dem Bereich Kassenprüfung gewidmet, und es werden auch verschiedenste Dokumentations- und Aufzeichnungspflichten erläutert. Zusätzlich sollen Tipps und praxisorientierte Beispiele vermittelt werden, die in jedem Unternehmen anwendbar sind. Hier geht’s zum Kurs: hogafit.de/#!/lernkurse/unternehmensfuehrung/rund_um_die_kasse.

Vending: Marktpotenziale und Konzepte

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Messe Auf der Eu‘Vend & coffeena 2017 Ende April in Köln gaben 188 Unternehmen aus 22 Ländern rund 4.500 Fachbesuchern aus 66 Ländern Einblicke in die neuesten Trends der Vending- und Kaffeewelten. 71 der Aussteller und rund 40 Prozent der Besucher kamen aus dem Ausland. Ein wesentlicher Messetrend war den Veranstaltern zufolge das Thema Office Coffee Service (OCS), sprich Lösungen für die Versorgung der Mitarbeiter und Kunden mit Speisen und Getränken. Trendthemen waren ebenso Nachhaltigkeit und bargeldlose Bezahlsysteme vor dem Hintergrund einer mobilen und vernetzten Zukunft. Gezeigt wurden innovative Technologien, energieeffiziente Automaten, repräsentative Glasfronttüren, Liftsys­ teme und Roboterarme, die für eine ansprechende Warenpräsentation und ein kundenfreundliches Kauferlebnis sorgen. Die Ausstellung wurde durch ein umfangreiches Rahmenprogramm abgerundet, zu dem auch der „Vending-Abend“ gehört, das größte internationale Get-together der Branche. Die nächste Eu‘Vend & coffeena findet vom 9.–11. Mai 2019 in Köln statt.

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Gastronomie & Freizeitbranche

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Verwenden statt verschwenden

Digitaler Wandel in der Gastro Umfrage Der Online-Reservierungs-Service Bookatable by ­Michelin befragte knapp 500 Restaurantgäste zur Digitalisierung gastronomischer Services. Einen Tisch im Restaurant unabhängig von Öffnungszeiten online reservieren zu können, landet mit 76 Prozent auf Platz eins der besten technischen Entwicklungen im Restaurantumfeld der letzten Jahre. Auch Online-Bewertungen und Food-Blogs finden 55 Prozent der Befragten gut und nutzen diese. Die Hälfte der Befragten gibt an, durch die verschiedenen Onlineplattformen viel schneller passende Restaurants als früher zu finden. Die technikaffinen wünschen sich kontaktloses Bezahlen per Smartphone und digitale Speisekarten auf dem Tablet. Dennoch scheint eine Mischung aus individuellem Service und digitalem Fortschritt gefragt zu sein: 20 Prozent der Befragten nutzen zwar digitale Services, finden sie aber manchmal ein wenig zu unpersönlich.

Handelsportal Die Gastro-Preisbörse ist der erste Online-Markt für Lebensmittel aus Fehl- und Überprodukten sowie für MHD-gefährdete Artikel. Die Plattform soll Gastronomen und Lebensmittelproduzenten helfen, Lebensmittelabfall zu vermeiden und Geld zu sparen. Das Prinzip: Wer zu viel eingekauft oder produziert hat, bietet seine Ware über die Börse an. Gastronomen können günstiger als im Großhandel einkaufen und neue Produkte testen. Bei dem Portal handelt es sich um ein geschlossenes System, das nur Profis aus Lebensmittelproduktion, Großhandel und Gastronomie/Hotellerie zugänglich ist. Stefan Koch, Gründer des Start-ups gastro-preisbund.de UG, ist selbst Gastronom. Ein Teil der erwirtschafteten Überschüsse der Preisbörse wird für soziale Projekte gespendet. Mehr Infos unter gastropreisboerse.de.

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Bei 50 ist Schluss Münzgeld In Deutschland gibt es eine gesetzliche Obergrenze für die Annahme von Münzen. Laut Deutschem Bankenverband ist niemand verpflichtet, mehr als 50 Münzen anzunehmen. Das gilt für Gaststätten, Hotels, Geschäfte oder Behörden ebenso wie für Privatpersonen. Für Euro-Scheine gibt es keine gesetzliche Beschränkung. Allerdings sollte der verwendete Geldschein im angemessenen Verhältnis zum Preis der gekauften Ware stehen. Laut Verband muss ein Händler keine 100-Euro-Banknote annehmen, wenn nur für einen geringen Betrag eingekauft wurde. Könne er glaubhaft versichern, zu wenig Wechselgeld zu haben, kann er die Annahme des Scheins mit hoher Stückelung verweigern.

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Während der Autofahrt

Grobe Beleidigung

Werbungskostenpauschale

Handy aufladen

Fristlose Kündigung Unfallkosten

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Ein vertraglicher Freiwilligkeitsvorbehalt, der alle zukünftigen Leistungen unabhängig von ihrer Art und ihrem Entstehungsgrund erfasst, benachteiligt den Arbeitnehmer regelmäßig unangemessen und ist deshalb unwirksam.

inem Arbeitnehmer wurde über mehr als 20 Jahre jeweils zum Ende des Jahres ein 13. Monatsgehalt ge­­ zahlt. Dieses sollte aufgrund angespannter wirtschaftlicher Verhältnisse ausgesetzt werden. Der Arbeitnehmer klagte und bekam vor dem Bundesarbeitsgericht (BAG) recht (Az. 10 AZR 526/10): Dem Kläger sei ein vertraglicher Anspruch auf diese Leistung ent­­­­standen, es handele sich um eine betriebliche Übung. Die Klausel im Arbeitsvertrag: „Sonstige, in diesem Vertrag nicht vereinbarte Leistungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer sind freiwillig und jederzeit widerruflich. Auch wenn der Arbeitgeber sie mehrmals und regelmäßig erbringen sollte, erwirbt der Arbeitnehmer da­­­ durch keinen Rechtsanspruch für die Zukunft“ sei unwirksam, so das BAG. Eine arbeits­vertragliche Klausel, die neben einem Freiwillig­keits­vor­behalt auch einen Widerrufsvorbehalt beinhaltet, sei wegen des Verstoßes gegen das Transparenzgebot unwirksam. Werden beide Vorbehalte kombiniert, werde nicht deutlich, ob jegliche zu­­ künftige Bindung ausgeschlossen oder lediglich eine Möglichkeit eröffnet werden soll, sich später wieder von der vertraglichen Bindung zu lösen. | he |

Arbeitsrecht Freiwilligkeits- und Widerrufsvorbehalt

Regelmäßige Sonderzahlungen

immt ein Autofahrer während der Fahrt sein Handy auf, um es zum Laden anzuschließen, verstößt er nicht gegen das Benutzungsverbot gemäß § 23 Abs. 1a StVO. Dies hat das Amtsgericht Landstuhl entschieden (Az. 2 OWi­­­ 4286 Js 12961/16). In dem zugrunde liegenden Fall wurde einem Autofahrer vorgeworfen, während einer Fahrt sein Mobiltelefon verbotswidrig genutzt zu haben. Diesen Vorwurf wies der Autofahrer jedoch zurück. Er führte an, sein Handy nur aufgenommen zu haben, um es in die Ladeschale zu stecken. Das Amtsgericht Landstuhl konnte im dem Verhalten des Autofahrers kein Verstoß gegen das Verbot zur Benutzung eines Mobiltelefons sehen.

er seinen Chef als „(soziales) Arschloch“ bezeichnet, muss damit rechnen, dass er hierfür die Kündigung erhält. Eine solche Beleidigung des Geschäftsführers kann auch in einem langjährigen Arbeitsverhältnis in einem familiengeführten Kleinbetrieb ohne vorherige Abmahnung die außerordentliche Kündigung rechtfertigen. Dies hat das Landes­arbeits­gericht Schleswig-Holstein entschieden (Az. 3 Sa 244/16). Der Kläger führte aus, seine Äußerungen seien durch die Meinungsfreiheit gedeckt, außerdem sei er provoziert worden. Bei groben Beleidigungen könne sich ein Arbeitnehmer nicht auf sein Recht auf freie Meinungsäußerung berufen, so das Gericht.

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as Finanzgericht Rheinland-Pfalz (FG) hat entschieden, dass durch die Entfernungspauschale sämtliche Aufwendungen abgegolten sind, die einem Arbeitnehmer für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte entstehen (Az. 1 K 2078/15). Dies bedeutet, dass auch Unfallkosten und unfallbedingte Krankheitskosten nicht zusätzlich geltend gemacht werden können. Eine Angestellte machte die ihr entstandenen Krankheitskosten als Werbungskosten beim Finanzamt geltend. Das Finanzamt erkannte die Reparaturkos­ ten für das Fahrzeug als Werbungskos­ ten an, nicht hingegen die Krankheitskosten. Dagegen erhob die Klägerin beim FG Klage, die erfolglos blieb.

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DAW-Kicker siegen im Benefiz-Turnier Charity Beim traditionellen Charity-Kickerturnier im Berliner Olympiapark am 17. Mai erspielte sich das Team der Deutschen Automatenwirtschaft den 1. Platz. Die DAW-Kicker setzten sich mit 2:0 im Finale durch. Insgesamt nahmen einschließlich der beiden Abgeordneten-Mannschaften des FC Bundestag zwölf Mannschaften aus unterschiedlichsten Branchen teil. Der Erlös in Höhe von 17.000 Euro geht an den Verein Kinder von Tschernobyl, der Menschen in der von der Reaktorkatastrophe betroffenen Zone humanitär hilft.

entri gibt Rückgabegarantie Einlasskontrolle Seit dem 3. Mai laufen die Auslieferungen des biometrischen Facetrakk-Gesichtserkennungssystems für playID und tipID. Die Lieferzeit liege bei ungefähr einer Woche, so entri-Geschäftsführer Jörg Schrickel. Und für das „Extraplus an Investitionssicherheit“ greife zusätzlich für alle Standorte, die ab Juli 2017 nicht weiter betrieben werden dürfen, eine Rückgabegarantie. Wenn es bei den Behörden um die Sicherung von Standorten geht, zeige man mit der biometrischen Gesichtserkennung als innovative, niederschwellige Einlasskontrolltechnik Verantwortungsbewusstsein und distanziere sich von schwarzen Schafen, ist Schrickel überzeugt. Das „Team DAW“ setzte sich aus Spielern von adp Gauselmann, der Schmidt Gruppe (SG), Forum und DAW zusammen: Raffaele De Manna (SG), Jan Guido Dyck (adp), Hendrik Gröber (SG), Waldemar Heinz (adp), Maximilian Karg (Forum), Manuel Michalski (DAW), Nicolas Pape (SG), Thomas Peters (SG), Sven Redetzky (adp), Markus Riesen (adp), Christian Schmidt (adp), Christian Tepe (SG), Mario Weiler (adp), Pawel Zapala (adp).

Crown: Fit mit der Firma Firmenlauf Am 11. Mai nahm das Team der Crown Technologies GmbH erstmals mit einem Mixed-Team von elf Läufern am B2Run in Hamburg teil. Die sechs Kilometer lange Strecke des Unternehmenslaufs startete im Volkspark und endete mit dem Zieleinlauf ins legendäre Volksparkstadion, der Heimat des HSV. Das engagierte Crown-Team gab alles und wurde dabei von bes­ tem Frühlingswetter begleitet. „Auch wenn wir uns in Kategorien wie ‚Fitteste Firma‘ oder ‚Schnellster Chef‘ nicht platzieren konnten, sind wir mit unseren Ergebnissen sehr zufrieden“, sagte Crown-Azubi Kai Duchow und ergänzte: „In einer Kategorie ‚größter Spaß‘ hätten wir bestimmt auch sehr gut abgeschnitten.“ Mit 29:59 erzielte Gerome Sy aus der Entwicklung das beste Ergebnis für Crown. Im Anschluss fand der Wettkampf im Stadion bei le­ ckerem Essen einen entspannten Ausklang.

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Löwen-Club in Amsterdam Vom 18. bis 21. Mai lud der Löwen-Club seine Mitglieder zur alljährlichen Frühjahrsreise ein, die in diesem Jahr nach Amsterdam führte.

Startschuss für ManagementCampus Gauselmann Institut Das erste Weiterbildungsprogramm des Gauselmann Instituts ist auf Schloss Benkhausen gestartet. An dem sogenannten ManagementCampus nehmen derzeit elf Führungskräfte der Gauselmann Gruppe teil. Sie sollen auf Veränderungen und zukünftige Herausforderungen vorbereitet werden. Themen sind unter anderem Change Management, Führungskompetenzen und interkulturelle Kommunikation. Der ManagementCampus schließt mit dem Hochschulzertifikat „General Management“ ab. „Das Gauselmann Ins­titut profitiert vom regen Austausch zwischen den Teilnehmern und den verschiedenen Hochschuldozenten zu den einzelnen Themen. Damit werden Rückkopplungen zu unserer Forschungsarbeit generiert“, erklärte Prof. Dr. Micha Bergsiek, Leiter des Instituts. Das Gauselmann Ins­titut kooperiert mit der Gauselmann Gruppe und der privaten Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW). Der Startschuss für diese Einrichtung fiel im März dieses Jahres.

Auch beim Löwen-Club gilt: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“. Und so begann die Reise mit der Vorstandssitzung und der Jahreshauptversammlung. Prof. Dr. Julian Krüper, Professor für Öffentliches Recht, Verfassungstheorie und interdisziplinäre Rechtsforschung an der Uni Bochum erläuterte und bewertete den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zur Spielhallenregulierung. Während er die Klärung der seit Jahren währenden Debatte um die Gesetzgebungskompetenzen durch das Gericht be-

Prof. Dr. Julian Krüper kommentierte vor den Löwen-ClubMitgliedern den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts.

Schmidt Gruppe fördert Life-Balance Gesundheitstage Mitarbeiter der Schmidt-Gruppen-Unternehmen SG Service Zentral und Isios erlebten auf den ersten Gesundheitstagen der Gruppe Tests, Messungen und Kurse. Zwei Tage lang hieß es bei den Gesundheitstagen mitmachen, erleben, lernen, Gesundheit fördern und Lebensqualität steigern. Auf dem Programm standen diverse Messungen, Tests und Kurse: Sehtest, Wirbelsäulen-, Diabetes- und und bioelektrische Messungen, Ernährungs-Workshops, Rückenschule, Yoga-Kurse und mehr. „Wir möchten auf diesem Wege die ausgewogene Life-Balance unserer Mitarbeiter fördern“, so die Geschäftsführung. Auch das Feedback der Mitarbeiter fiel laut Schmidt Gruppe pragmatisch und positiv aus: „Wenn ich gesund und fit bin, dann geht es mir auch gut.“

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grüßte, übte er an der Entscheidung ansonsten deutliche Kritik. Wie hochwertiges Glücksspielangebot in anderen Ländern Europas aussehen kann, durften die Mitglieder des Löwen-Clubs beim Besuch des Casino Admiral in Hoofddorp vor den Toren Amsterdams erfahren. Bei einem Rundgang bekamen sie die Vielzahl der Spielautomaten, einen digitalen Roulettetisch und vieles mehr gezeigt. Im Anschluss erklärte Andreas Hingerl, Leiter des Löwen-Crown-Vertriebs, die Vorteile des neuen Kundenportals CSS. Über das CSS können Kunden jederzeit ihren Mietbestand einsehen und Geräteumbauten beauftragen. Darüber hinaus finden sie dort alle Updateinformationen für ihre Geräte. Highlight war aber die ausführliche Vorstellung des neuen Gastro-Wandgerätes Novo Wall. Bei dem vielseitigen und abwechslungsreichen Rahmenprogramm konnten die Mitglieder des Löwen-Clubs Amsterdam zu Fuß, mit Fahrrad und Tretboot und einer Schiffsfahrt durch die Grachten erkunden. Besuche von Museen, einer Diamantschleiferei und kulinarische Genüsse rundeten die Amsterdam-Reise ab.

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Branche

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Spielstätte Number One Casino in Waldshut-Tiengen

Fit für die Zukunft

Qualität und Funktionalität: Darauf legen Jürgen Strasser und Johannes Schally von ar-te ladenbau gleichermaßen großen Wert.

Das Number One Casino liegt in einem Gewerbegebiet, direkt an der Schweizer Grenze, am Hochrhein. Vier Konzessionen auf rund 800 Quadratmetern und ein abwechslungsreiches Spiele- und Unterhaltungsangebot laden zum Verweilen ein.

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ürgen Strasser ist Automatenunternehmer mit Leib und Seele. Sein Weg in die Automatenbranche ist von der kleinen Gastro-Aufstellung seines Vaters geprägt. 1986 fasste er den Entschluss sich selbstständig zu machen. „Mittlerweile betreibe ich mit der Strasser GmbH acht Spielstätten in der Region Hochrhein in Baden-Württemberg. Wir beschäftigen heute 80 Mitarbeiter, darunter drei Techniker“, erzählt er stolz. Und stolz kann er sein: 2012 wurde seine Spielstätte in Lörrach mit dem Branchenos­kar, dem Golden Jack, ausgezeichnet. „Mir ist es wichtig, dass sich meine Gäste pudelwohl fühlen; sowohl vom Ambiente her als auch vom Service.“ Umbauen und renovieren hat er daher dem Profi überlassen: ar-te ladenbau. Während zwei der Konzessionen

bereits schon von ar-te ladenbau umgebaut waren, war es nun an der Zeit, auch die beiden anderen Konzessionen zu renovieren. „Die Renovierung war für uns eine Herausforderung“, sagt Johannes Schally, Geschäftsführer von ar-te ladenbau. „Die Decken und Wände blieben, wir mussten mit den Gegebenheiten eine Harmonie schaffen. Gleichzeitig haben wir natürlich darauf geachtet, dass die beiden Konezssionen zu den bereits renovierten anderen beiden gepasst haben.“

Optimistisch in die Zukunft Für alle vier Konzessionen hat Strasser je einen Härtfefallantrag gestellt. „Für zwei meiner anderen Spielhallen habe ich bereits eine schriftliche Zusage, dass ich die weiterbetreiben darf.“ Der Kon-

Number One Casino Adresse: Carl-Zeiss-Straße 6, 79761 Waldshut-Tiengen Betreiber: Strasser GmbH Fläche: 800 qm Unterhaltungsangebot: 48 GSG, 3 InternetTerminals, 1 Billiard, 1 Darts, 1 Fun4four Innenausstatter: ar-te ladenbau

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Branche

Zur Person Jürgen Strasser Jürgen Strasser hat sein Wissen über die Automatenbranche von seinem Vater vermittelt bekommen, der eine GastroAufstellung hatte. 1986 machte Strasser sich selbstständig. Mittlerweile betreibt er acht Spielstätten in der Region Hochrhein. Die Strasser GmbH beschäftigt heute 80 Mitarbeiter, darunter drei Techniker.

Was haben Sie mit Ihrem ersten selbst verdienten Geld gemacht? Ich habe mir ein Moped gekauft. Eine Herkules K50 SE. Wie schalten Sie am besten ab? Beim Familienurlaub mit dem Wohnmobil. Was möchten Sie in Ihrem Leben unbedingt noch machen? Eine kleine Weltreise. Die neuesten Geräte und Möglichkeiten zur Unterhaltung, wie der Fun4four-Tisch, sind bei den Gästen sehr beliebt.

takt zu den Behörden sei sehr gut, sagt Jürgen Strasser. Großen Wert legt er auf guten Service. „Wir haben 90 Prozent Stammkunden. 50 Prozent unserer Gäste kommen aus der Schweiz, etwa 40 Prozent sind Frauen.“ Um die Verwaltung gesperrter Spieler in den Griff zu bekommen, wird er sich Face-Check installieren lassen – „auch wenn niemand genau weiß, wann es in Baden-Württemberg eine Sperrdatei geben wird“. Aber die Installation einer biometrischen Zugangskontrolle sei auch ein Signal an die Behörden, so Strasser, dass er den Spielerschutz sehr erst nimmt. | he | Noch mehr zu diesem Thema: www.gamesundbusiness.de

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Ein abwechslungsreiches Spiel mit unterschiedlichen Lichtquellen gehört für den Betreiber zum Wohlfühlambiente dazu.

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Spielen bei Crown heißt: Spielen in der Königsklasse

Jubiläum 10 Jahre Crown Technologies GmbH

»Junger Blick auf die Dinge« Crown Technologies entwickelt und produziert PremiumGeldgewinnspielgeräte. Legales, reguliertes und kontrolliertes Glücksspiel ist die Devise. Ein starkes soziales Engagement für Projekte in der Region und die Integration von Flüchtlingen zeichnen die Unternehmensführung aus.

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m 1. Mai 2007 trat ein neuer Player im Geldspielgerätemarkt auf den Plan. An diesem Tag wurde die Crown Technologies GmbH gegründet und schrieb innerhalb kürzester Zeit eine echte Erfolgsgeschichte. Bis heute ist das Unternehmen nicht nur beeindruckend gewachsen, sondern hat wichtige Im­­ pulse im Markt gesetzt. Crown gilt als Synonym für das „Spielen in der Königsklasse“ und ist als Premiumanbieter aus der Branche nicht mehr wegzudenken. Bereits bei der Unternehmensgründung konnte Crown auf über 100 Jahre Branchenerfahrung zurückgreifen. Nur zwei Jahre später investierte das Unternehmen sieben Millionen Euro in ein neues Betriebsgebäude vor den Toren Hamburgs, in der Rellinger Adlerstraße 48–56. Heute arbeiten rund 140 Mitarbeiter in den Bereichen Fertigung, Verwaltung und Entwicklung modernster Geldgewinnspielgeräte. Neben der Produktion und der Vermietung von Geld-

gewinnspielgeräten stellt die Entwicklung von Geldwechslern ein weiteres Geschäftsfeld der Firma dar. Zu Crown gehört auch die Hirscher Moneysystems GmbH in Walsrode, die Geldwechsler für den deutschen Markt produziert.

Verantwortungsbewusstsein wichtig Löwen Entertainment GmbH mit ihrer Tochter Crown setzt sich für ein legales, reguliertes und kontrolliertes Glücksspielangebot ein. Als Teile des österreichischen Novomatic Konzerns sorgen Löwen und Crown mit ihrer verantwortungsvollen Unternehmensführung dafür, dass ethische und wirtschaftliche Werte miteinander verbunden werden. Eine weitere Voraussetzung für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit sieht Crown darin, das Know-how im eigenen Hause aufzubauen. Daher wird die Ausbildung bei Crown Technologies groß geschrieben. Derzeit lernen vier junge Menschen in Rellingen einen

kaufmännischen Beruf. Seit Jahren unterstützt das Unternehmen diverse Projekte für Kinder und Jugendliche sowie Geflüchtete vorrangig in der Region. Neben verschiedenen Sport-Sponsoring-Aktivitäten fördert Crown kontinuierlich den Verein Arche e.V., ein Hilfs­ projekt für benachteiligte Jugendliche, sowie den Wendepunkt e.V., eine interdisziplinäre Trauma-Ambulanz. Darüber hinaus unterstützt Crown als Haupt­ sponsor das Integrationsprojekt „Durchboxen und Ankommen“ für geflüchtete Menschen in Hamburg. Ende 2016 hat sich Crown der bundesweiten Initiative der deutschen Wirtschaft „Wir zusammen“ angeschlossen, einem Bündnis von deutschen Firmen zur Integration von Flüchtlingen, und bietet Praktika in der Produktion zum beruflichen Einstieg für Flüchtlinge. Zurzeit sind zwei Geflüchtete als Produktionshelfer in Festanstellung übernommen worden.

Premiumstrategie ausgebaut In diesem Jahr feiert die Crown Technologies GmbH ihr zehnjähriges Jubiläum. „Wir gehören sicher nicht zur ältesten Generation am Markt“, sagt Crown-Geschäftsführer Heiko Busse. „Aber oft braucht es eben nicht nur eine langjährige Erfahrung, sondern auch den jungen Blick auf die Dinge. Wir können nun nach zehn Jahren mit beidem aufwarten“, ergänzt Busse. Unübertroffen ist das erste Slant-Top-Gehäuse als Sitzgerät im deutschen Markt, der Admiral Crown Slant. Mit einem sicheren Gespür für Spielgäste, die Wert auf ein gehobenes Spielerlebnis und ein casinoähnliches Ambiente legen, hat Crown in der Folgezeit die Premiumstrategie konsequent ausgebaut. Bei Neuentwicklun­gen, Produktqualität, Spielepaketen und Zubehör setzt Crown immer wieder Zeichen. | Crown/he |

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Interview Herr Busse, von Anfang an hat man bei Crown auf die hochwertigen Slant Tops gesetzt. War das am Anfang schwierig? Als Crown 2007 mit dem Admiral Crown Slant den Geldspielmarkt revolutionierte, haben Kenner der Branche das Potenzial bereits erkannt. Daher war der Slant von Anfang an ein Erfolg. Es war, als ob der Markt nur auf dieses Gerät gewartet hätte. Bei der Einführungsveranstaltung, moderiert von Barbara Schöneberger, wurden uns die Geräte geradezu „aus der Hand“ gerissen.

Normalerweise heißt es ja, auf die Spiele kommt es an. Nun haben sich Löwen und Crown die Spiele weitestgehend geteilt. Die Unterscheidung lief über die Hardware. Widerlegt das die These, dass es nur auf die Spiele ankommt? Der Mix aus beidem muss einfach stimmen. Dabei kommt es auch darauf an, wo das Gerät steht. Ein beliebtes Spiel wie Book of Ra spielt sich an einem Slant-Top-Gehäuse in einem casinoähnlichen Am­ biente. In der Gastronomie findet man eher Standgeräte.

In welcher Region gelang der Durchbruch? Ob Norden oder Süden, der Erfolg des Admiral Crown Slant, den die meisten unserer Kunden auch als „Panorama“ kennen, war deutschlandweit ähnlich beeindruckend.

Wie muss Hardware sein, dass sie wirklich den Unterschied macht? Die Hardware muss zur Spielhalle und zu dem Bereich passen, in dem sie steht. Mit Geräten werden Akzente gesetzt oder eher zweckmäßige Ansprüche erfüllt.

Es war neu in der Branche, mit einer sehr ­fokussierten Premium-Positionierung aufzutreten. Normalerweise wollen sich Gerätehersteller noch nicht mal festlegen, ob die ­Geräte für Gastro oder Spielhalle sind. Wie waren die ersten Erfahrungen mit dieser ­klaren Positionierung? Wir haben uns bereits zum Zeitpunkt der Gründung auf die Strategie festgelegt, ausschließlich das Premium-Segment zu bedienen, da wir in diesem die für uns attraktivste Nische erkannt haben. Produkte, die ein hochwertiges Spiel­ erlebnis und Exklusivität vermitteln, fehlten zu diesem Zeitpunkt auf dem deutschen Geldgewinnspielmarkt, und es wurde unsere Passion, dem Gast genau dieses gehobene Spielerlebnis zu bieten. Mit der Produktqualität, ausgeklügelten Spielepaketen sowie hochwertigem Zubehör haben wir diese Markenstrategie von Beginn an konsequent umgesetzt. Welcher Kundentyp wurde zuerst angesprochen? Hat sich das im Laufe der Zeit verändert? Der Fokus lag und liegt auf dem anspruchsvollen Spielgast, wobei sich Geräte wie der Slant Top schnell zu einem Dauerbrenner bei fast allen Gäs­ten entwickelten. Wir wissen auch, dass insbesondere Frauen nicht auf die Geräte verzichten wollen, da sie dort komfortabel und zugleich abgegrenzter sitzen.

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Wird Crown gezielt gekauft, um sich vom Wettbewerb abzusetzen? Wir wissen, dass viele erfolgreiche Spielstätten-Betreiber bewusst für ihre anspruchsvollen Gäste auf Crown setzen. Das bestätigen auch Umfragen, die wir hierzu durchgeführt haben. Das bestbespielte Gerät allein sorgt nicht für rundum gute Ergebnisse. Die Platzierung, die Kombination mit anderen Geräten und die Art der Gäste in der Halle müssen bedacht werden. Eines ist jedoch unumstößlich: Ohne Crown wird eine bedeutende Spielstätte nicht auskommen. Als Up-to-Date-Spielhalle braucht man das Besondere. Wird die Premium-Strategie auch für den Wechsel auf die neue Spielverordnung gefahren? Der Übergang auf die neue Spielverordnung ändert nichts an unserer grundsätzlichen Markenausrichtung. Wir halten auch weiterhin daran fest, da wir auch in Zukunft die dafür passenden Produkte zur Verfügung haben. Es ist ja nicht zu übersehen, dass Teile von ­Löwen und Crown zusammengelegt werden. Service, Niederlassungen etc. Bleibt es trotzdem langfristig bei dieser eigenen Positionierung? Löwen und Crown haben innerhalb der Konzernstrategie ihre eigene Positionierung, die sich nicht überschneidet, sondern sinnvoll ergänzt und sich ganz an den Bedürfnissen unserer Kunden orientiert.

Heiko Busse, ­Geschäftsführer der Crown Technologies GmbH


Branche

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Verbände VDAI-Mitgliederversammlung

»Diese Dramatik nie erlebt« Die Mitgliederversammlung des Verbandes der Deutschen Automatenindustrie stand unter dem Zeichen von Neuwahlen. Paul Gauselmann wurde ohne Gegenstimme wiedergewählt. Geschlossenheit und Angriffslust sind die Devisen für die kommende Zeit.

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inen Tag vor dem Summit der Automatenwirtschaft tagte diesmal die Mitgliederversammlung des VDAI in Berlin, nach langer Zeit wieder mal im Westen der Stadt. Wichtigster Tagesordnungspunkt alle zwei Jahre ist die Neuwahl des Vorstands. Wie sonst, so zeigte der Industrieverband auch in diesem Punkt Geschlossenheit: Vorsitzender des Vorstandes ist seit 31 Jahren Paul Gauselmann, und auch nach so langer Zeit ging er in Berlin ohne Gegenstimme in die nächste Runde. Erneut im Vorstand

sind Manfred Stoffers (Vorstand Gauselmann AG) und Christian Trenner (Geschäftsführer wh Münzprüfer). Neu hinzugewählt wurden Dr. Daniel Henzgen (Bevollmächtigter Geschäftsführung Löwen Entertainment) und Lars Rogge (Geschäftsführer Bally Wulff). Schatzmeister der Fachabteilungen WL und MU ist nach wie vor Theo Kiesewetter. Zu Beginn hatte Paul Gauselmann sich über die gemeinsame Linie und Harmonie im Vorstand sehr positiv geäußert. Zur politischen Lage sagte er

allerdings, dass er eine Situation in dieser Dramatik in 51 Jahren Verbandsarbeit noch nie erlebt habe. „Dass wir selbst in der Einschätzung höchster Richter eine Branche zweiter Klasse sind, dies hat mich zutiefst getroffen und ist absolut nicht hinzunehmen“, sagte der Espelkamper Konzern-Chef. Für die Absicht die „Spielhallenflut“ 2012 einzudämmen, dafür zeigte Gauselmann noch bedingt Verständnis, dass man aber nun den Bestand der Branche dramatisch enteigne, dass kann er gar nicht verstehen. Vor allen Dingen vor dem Hintergrund nicht, dass alle Kommunen es rechtlich in der Hand hatten, wie viele Spielstätten sie genehmigen oder auch nicht. „Weit über 50 Prozent der Kommunen wollten und wollen uns aber“, so Gauselmann, „denn wir sind gute Steuerzahler und unsere Betriebe sind in der Regel höchst professionell geführt – inklusive Jugendschutz und Prävention.“ Gauselmann schrieb der Branche allerdings auch ins To-Do-Heft, dass sie dringend und konsequent die Spreu vom Weizen trennen müsse. „Nur wenn unser Image und Auftritt besser werden, werden wir auch überleben und weiter Erfolg haben“, so der lang| ms | jährige Vorsitzende des VDAI.

VDAI Vorstand (v. l.): Dr. Daniel Henzgen, Paul Gauselmann, Christian Trenner, Manfred Stoffers, Lars Rogge.

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Verbände Jahreshauptversammlung des DAGV

Impulse für die Zukunft Der alte Vorstand des Deutschen Automaten-Großhandels-Verbandes (DAGV) ist auch der neue. So das eindeutige Ergebnis der Wahl in Berlin. Auch das Thema Gastro stand bei den Großhändlern auf der Tagesordnung.

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m 31. Mai standen bei der DAGVJahreshauptversammlung in Berlin Vorstandswahlen an. Wahlleiter war Helmut Besse, der dem gesamten bisherigen Vorstandsteam auch als erster zu einem eindeutigen, weil einstimmigen Ergebnis gratulieren durfte. Somit ist und bleibt der alte Vorstand der neue. Als erster Vorsitzender wird Pit Arndt den DAGV auch weiterhin führen. Elfriede Lauser bleibt im Stellvertreteramt und Ricardo Miranda Beisitzer. Sie wurden mit der Wiederwahl für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Somit wird auch das kommende Verbandsjubiläum in ihre neue Amtszeit fallen. Denn im folgenden Jahr wird der DAGV 65 Jahre alt. Dazu sagte DAGV-Geschäftsführer Jörg Meurer: „Es ist wichtig, dass auch der Handel eine eigene Vertretung hat.“

Rückschritt in die „Kleinstaaterei“ Hinterfragt wurde während der Sitzung auch die Mitgliedschaft im europäischen Branchenverband Euromat. Helmut Besse meldete sich daraufhin zu Wort: „Gerade in politisch schwierigen Zeiten sollten wir auch die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene forcieren. Dabei nicht dabei zu sein, bedeutet, auf der Reservebank zu sitzen.“ Thematisch standen aber die beiden Gerichtsentscheidungen des Bundesverfassungsgerichtes und vor allem des Bundesverwaltungsgerichtes im Mittelpunkt. Pit Arndt und Jörg Meurer kritisierten vor allem die fortschreitende Entwicklung in eine „Kleinstaaterei“: „Früher galt Bundesrecht bricht Landesrecht. Heute billigt das Bundesverfassungsgericht jedem Bundesland große landesspezi-

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europarechtliche Eignung überprüft werden. Wir müssen daher ein vorlagefreudiges Verwaltungsgericht finden.“ Auf diesem Wege erst könnten die nationalen Entscheidungen einem europäischen Gericht vorgelegt werden. Neben dem rechtlichen Schwerpunkt wurde auch die Qualitätsinitiative 2020 der Deutschen Automatenwirtschaft vorgestellt. Zudem plädierte einmal mehr Dirk Lamprecht, Geschäftsführer der Automaten-WirtschaftsverbändeInfo, eindringlich dafür, beim Thema Ausbildung von Fachkräften bereits heute für morgen vorzusorgen. | om |

fische Unterschiede zu.“ „Als Jurist muss man jeden Standpunkt vertreten können“, sagte Meurer, „Aber für die Entscheidungen habe ich absolut kein Verständnis. Das Gericht verlasse oft den Boden der Realität.“

Hoffnung bleibt Klar sei jetzt, dass den Ländern relativ weite Entscheidungsbefugnis auch bei standortbezogenen Regelungen zugestanden wurden. Hoffnung machte Meurer hier die Tatsache, dass sich dadurch auch mal ein Bundesland zu weniger restriktiven, branchenfreundlicheren Maßnahmen entschließen könnte. Mit Blick auf das weitere Vorgehen sagte der DAGVGeschäftsführer: „Es sollte nochmal die

V. l.: Beisitzer Ricardo Miranda, die stellvertretende Vorsitzende Elfriede Lauser und der erste Vorsitzende Pit Arndt. Sie bilden den alten und neuen DAGV-Vorstand. Unterstützt werden sie von DAGV-Geschäftsführer Jörg Meurer (r.).

Qualitätsinitiative Gastro gefordert „Bei der Qualitätsinitiative 2020 ist die Gastro-Aufstellung kaum präsent“, sagte Freddy Fischer während seines Vortrages. Die Bedeutung der Gastro wachse aber derzeit immens. Auch hier sei eine Stärkung der Qualität dringend nötig. Als mögliche Wege nannte er technische Ansätze wie biometrische Systeme in den Geldspielgeräten, um den Jugendund Spielerschutz besser durchzusetzen. Zudem müsste aber auch an der Sensibilisierung der Aufsteller, ihrer Mitarbeiter und der Wirte gearbeitet werden, etwa durch Schulungen. Denn die Branche müsse proaktiver werden. „Wenn wir jetzt nicht aufpassen, fällt uns das Ganze auf die Füße“, mahnte Fischer. „Wir haben genug geredet, wir müssen jetzt was tun.“

Aufstellunternehmer Freddy Fischer fand deutliche Worte zur Gastro-Aufstellung.


Branche

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Verbände Mitgliederversammlung BA

Keine einfache Wahl Die politischen und rechtlichen Zentrifugalkräfte der Bundesländer schlagen sich auch in unterschiedlichen Meinungen der Landesverbände nieder. Für den neuen Vorstand wird es eine der Hauptaufgaben, die Arbeit neu zu definieren, um die Einheit zu erhalten.

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infach war die Wahl nicht. Das bestätigen alle Beteiligten beim Bundesverband Automatenunternehmer. Aber wenn gewählt ist, dann muss auch wieder Einigkeit einkehren. Das dauert wohl noch ein bisschen. Aber dennoch war der frisch bestätigte BA-Präsident Breitkopf „davon überzeugt, dass wir den richtigen Kurs eingeschlagen haben! Kurz vor dem Ende der fünfjährigen Übergangsfrist des Glücksspielstaatsvertrages in den meisten Bundesländern ist es mehr denn je geboten, unsere Kräfte zu bündeln und alle

Anstrengungen zum Erhalt unserer Mitgliedsunternehmen zu intensivieren. Hierfür wird sich der Vorstand in dieser Konstellation mit ganzer Energie und Engagement einsetzen.“

Unterschiedliche Strömungen Auf der Agenda der zweitägigen Sitzung standen, neben den Wahlen, die Evaluierung des BA-Positionspapiers 21+, die Problematik der Regulierung des Online-Spiels sowie die Betreuung laufender Gerichtsverfahren. Selbstverständlich klopft auch die Tagespolitik an

Vorstand bestätigt Der Vorstand des Bundesverbands Automatenunternehmer (BA) wurde auf der Jahreshauptversammlung des Verbands im Amt bestätigt. Präsident bleibt für die nächste Amtsperiode von zwei Jahren Thomas Breitkopf, 1. Vorsitzender des Verbands der Automatenkaufleute Berlin und Ostdeutschland (2.v.r.). Vizepräsident und Schatzmeister ist Gundolf Aubke, 1. Vorsitzender des Hamburger AutomatenVerbands (1.v.l.), Vizepräsidenten sind Heinz Basse, 1. Vorsitzender des Automaten-Verbands Niedersachsen und Wolfgang Voß, 1. Vorsitzender des Automaten-Verbands Schleswig-Holstein (ganz rechts).

die Tür. Die tut dies unter anderem in Form des Hamburger Urteils, wonach Wett-Terminals in Kneipen erlaubt sind, in denen auch Geldspiel steht. Das Urteil ist nur für Hamburg gültig. Mit ihm wird aber bundesweit gearbeitet. Wie verhält sich der BA dazu? Unterschiedlich. Und diese Unterschiedlichkeit zeigt sich auch bei einer ganzen Reihe anderer Themen. Die politische Musik spielt aufgrund der Kompetenzen für das Glücksspielrecht jetzt unweigerlich in den Ländern. Deren Politik geht auseinander. Und das droht dann auch mit den Meinungen zu passieren, die innerhalb des BA vertreten werden. Noch ist es nicht so weit, aber es zeichnet sich ab, wie Horst Hartmann vom DAV sagte: „Es wird immer schwieriger werden, gemeinsame Haltungen zu entwickeln.“

Neuausrichtung nötig Bei der Diskussion verschiedener Einzelthemen wurde deutlich, dass sich der BA mit Blick auf 2021 zumindest in Teilen neu aufstellen muss. In der Politik sind aus Sicht des Verbandes so ziemlich alle Szenarien denkbar, bis hin zu einem kompletten Scheitern glücksspielrechtlicher Einigungen zwischen den Bundesländern. Der rechtliche Flickenteppich wäre dann noch schlimmer. Wie kommt man hier noch zu gemeinsamen Positionen? Wie sieht die Arbeit mit und für die Landesverbände dann aus? Und wie gestaltet sich dann die Zusammenarbeit auf der Ebene des Dachverbandes Die Deutsche Automatenwirtschaft? Schon jetzt gehen auch über dieses Verhältnis die Meinungen sehr weit auseinander. Das Spektrum reicht von wohlwollender Zufriedenheit bis zu ziemlich deutlicher Kritik. Auch da gibt es offenbar Gesprächsbedarf. Auf der BA-Sitzung klang alles danach, als ob man sich sowohl mit der Selbstjustierung der Arbeit als auch mit den Außenbeziehungen auf eher grundsätzlichen Ebenen beschäftigen muss. Die divergierende Gesetzeslage in den Bundesländern bringt unterschiedliche Interessenlagen der Landesverbände an den Tag, die beträchtliche Zentrifugalkräfte in Bewegung setzen können. Die zu bündeln und zusammenzuhalten, wird eine der Hauptaufgaben des neu gewählten Präsidiums sein. | dre |

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Die Impulsschmiede bereitete Jutta Keinath nicht nur ­einen emotionalen Abschied aus der Geschäftsführung. Unter dem Label „Projekt Forum 4.0“ tragen sie jetzt auch energisch zentrale Zukunftsfragen in den Gesamtverband.

Verbände Mitgliederversammlung Forum

Ein Stück neues Forum Das Forum nimmt die Zukunft ins Visier. Für die ­nächste Regulierungsrunde will sich der Verband mit Fakten und Argumenten lückenlos aufstellen. Die jungen Unternehmer drängen auf eine voraus­ schauende Politik in der gesamten Branche.

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orum junger Automatenunternehmer in Europa“, war der Titel, den sich das Forum bei seiner Gründung gegeben hatte. Im Laufe der letzten 25 Jahre hielt man es irgendwann für angebracht, das „junge“ aus dem Namen zu streichen. Es passte nicht mehr so ganz zur Altersstruktur der inzwischen etwas in die Jahre gekommenen Urväter der ursprünglichen Alternativ-Veranstaltung zu den traditionellen Verbänden. Es würde aber durchaus wieder zu der Aufbruchstimmung passen, die das Forum auf seiner Mitgliederversammlung in Hannover ausgezeichnet hat – wenn das Adjektiv „jung“ nicht doch ein bisschen antiquiert wäre. „Projekt Forum 4.0“ klingt da doch deutlich zeitgemäßer. „Und den Beginn davon haben wir heute auf dieser Mitgliederversammlung erlebt“, so Vorsitzender HD Pohlkötter, der Spaß daran hatte, die Jungen bei der Arbeit zu sehen.

Voneinander lernen Und die machen ernst. Die Initiative geht von der Impulsschmiede aus, ursprünglich mal gegründet als JungUnternehmer-Club des Forums. Die dort entstandene Dynamik soll genutzt werden, um den Stellenwert des Forums als

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nen. „Wenn es mich erfolgreicher macht, dann ist es mein Forum“, sagte Marco Lauer unverblümt. Eine der Voraussetzungen für den Erfolg ist, dass man schneller ist als andere. „Probleme, die absehbar auf uns zu kommen, müssen wir jetzt schon diskutieren und Lösungen dafür entwickeln“, forderte unter anderem Andreas Engler mit Blick auf die Gastro-Aufstellung. Auch für den Umgang mit den Geräten nach der neuen Spielverordnung wird baldige Information gesucht. Aber auch langfristig soll gearbeitet werden. Zum „Projekt Forum 4.0“ gehört der gezielt gesuchte Kontakt von jungen Forums-Unternehmern zu Politikern aus der eigenen Altersklasse. Man spricht die gleiche Sprache, man teilt einen ähnlichen Lifestyle, man weiß, was angesagt ist in einer Welt der Nachhaltigkeit, aber auch der digitalen Unterhaltung, die modernen Verbraucherschutz braucht.

Für alles gewappnet

»Nach der Regulierung ist vor der Regulierung. Wir wollen für 2021 auf alles vorbereitet sein.« HD Pohlkötter, Vorsitzender Forum

„Innovationswerkstatt der Branche“ wieder zu festigen. Dafür wollen sich die jungen Unternehmer gar nicht so weit von den Ursprüngen entfernen. „Back to the roots“ heißt wohl eher das Motto, mit dem das Forum wieder flotter gemacht werden soll. In der Impulsschmiede wird offensichtlich so offen geredet, wie das früher im Forum generell der Fall war. Das soll wieder ins Verbandsleben einkehren. Die jungen Unternehmer wollen voneinander ler-

Für diese Diskussionen will man beim Forum aber auch eine breite, seriöse Grundlage legen. Es gibt keinen Zweifel, dass sich die Regulierung des Glücksspiels in Deutschland an antiquierten Modellen orientiert und auch die Gerichte wissenschaftlich nicht auf der Höhe der Zeit sind. Mit Blick auf die Diskussionen rund um den Glücksspielstaatsvertrag will das Forum so ziemlich alles auseinander nehmen lassen, was als Basis von Gesetzen und Urteilen derzeit gilt. „In der nächsten Regulierungsrunde müssen wir so gut aufgestellt sein wie nie zuvor“, forderte dafür Vorsitzender HD Pohlkötter. Von den Gründen für die Spiel-Lust bis zu den Ursachen für die Spiel-Sucht soll so ziemlich alles geklärt sein. Dafür hat man sich von der Mitgliederversammlung das Plazet für eine bessere finanzielle Ausstattung geholt, die umgehend in Argumente verwandelt werden soll. Getreu dem Motto von „Projekt Forum 4.0“: Wir wollen die Branche wieder gedanklich und faktisch nach vorne bringen. | dre |


Branche

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Verbände Mitgliederversammlung DAV

mit den Gemeinden zu gehen, konnte Eulgem nicht empfehlen. Anwälte sollten aber im Hintergrund bleiben: „Es ist besser, persönlichen Kontakt aufzubauen statt juristische Fronten.“ Das gilt umso mehr, als die ganz großen juristischen Fragen nach den Urteilen von Bundesverwaltungs- und Bundesverfassungsgericht geklärt sind. Und das ganz sicher nicht zugunsten der Automatenwirtschaft. „Wir müssen damit umgehen und wir können damit umgehen“, war sich Geschäftsführer Eulgem aber sicher. Allerdings müsse sich die Branche nach diesen Urteilen über ihren Status klar werden und daraus die richtigen Schlüsse ziehen.

Den Status klären Zum offenen und klärenden Dialog mit den Kommunen rief der Deutsche Automaten-Verband (DAV) auf der Mitgliederversammlung in Essen auf. Die Lichter der Branche würden in NRW zwar nicht ausgehen. Aber mit Einschränkungen müsse man rechnen.

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en Dialog mit den kommunalen Behörden offensiv führen – das war die Botschaft, die der Deutsche Automaten-Verband auf der Mitgliederversammlung in Essen seinen Mitgliedern mit auf den Weg in die zweite Jahreshälfte gab. In NRW greifen die Mechanismen der Glücksspielgesetzgebung erst am Ende des Jahres. Viele Kommunen haben sich daher noch überhaupt nicht bei den Unternehmen gemeldet. Deswegen ist eigene Aktivität angesagt, wie Vorstandsmitglied Wolfgang Pütz seinen Kollegen riet. Persönlich bei den Gemeinden vorsprechen, deutlich

„Jeder von uns muss der Politik zeigen, dass wir ein verläss­ licher Partner sind.“ Horst Hartmann

machen, wie die eigenen Vorstellungen sind und kooperativ auf positive Signale der Behörden reagieren sei jetzt der richtige Weg, so Pütz.

Mitte der Gesellschaft

Unterstützt wurde er in dieser Argumentation von RA Michael Eulgem, Geschäftsführer des DAV. Eulgem sieht im Regelwerk von NRW deutlich größere Handlungsspielräume als anderswo. Und Kommunen sind nach seinen ers­ ten Erfahrungen durchaus bereit, Spielräume konstruktiv zu nutzen. Ohne rechtlichen Beistand in die Beratungen

Als eine der ersten Konsequenzen muss laut DAV-Vorstand Horst Hartmann „eine Intensivierung der politischen Arbeit“ stehen. Gerade in der Phase rund um die Neuaufstellung mit den neuen glücksspielrechtlichen Erlaubnissen müsse es auch darum gehen, Vertrauen aufzubauen. „Wir müssen der Politik klar machen, dass man sich auf uns verlassen kann. Wir sind in der Mitte der Gesellschaft und wollen das auch durch unsere gesellschaftliche Verantwortung zeigen.“ | dre |

„Es ist besser, ­per­sönlichen Kontakt aufzubauen als juristische Fronten.“ Michael Eulgem

„Wir müssen mit den Gemeinden sprechen – ganz konkret und ­kooperativ.“ Wolfgang Pütz

Keine Fronten aufbauen

DAV vergibt Karl-Besse-Preis Einen Nachmittag, den sie so schnell nicht vergisst, erlebte Lena Wiewell (Bildmitte) beim Deutschen Automaten-Verband in Essen. Sie war angereist, um den Karl-Besse-Preis für das besondere gesellschaftliche Engagement des Projekts „Tausche Bildung für Wohnen“ entgegenzunehmen. Und sie kehrte zurück mit einem Spenderteam in Mannschaftsstärke. Denn das Projekt hat nicht nur die Preisjury des DAV überzeugt. Es überzeugte auch viele Mitglieder des DAV, wie Freddy Fischer bei der Preisverleihung spürte und den entscheidenden Schubs dafür gab, dass eine ganze Reihe von Unternehmern spontan ihre Unterstützung für das Projekt zusagten. Karl Besse (re.) kommentierte: „Dass mein Name mit diesem Preis so mit sozialem Engagement verbunden ist, ehrt mich sehr. Wenn ich erlebe, wie unsere Unternehmer hier einsteigen, dann macht mich das doppelt stolz.“

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Branche

Verbände FSH-Mitgliederversammlung

Brennende ­Branchen-Flügel Auf der Mitgliederversammlung des Fachverbands Spielhallen Mitte Mai in Frankenthal fand der Vorsitzende Frank Waldeck deutliche Worte zur Branchensituation. Er forderte die Unternehmer auf, noch aktiver auf Politik und Behörden vor Ort zuzugehen.

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Ziele fixieren.“ Im Rahmen dessen sprach Waldeck auch das Positionspapier 21+ des Bundesverbands Automaten­unternehmer an. Er sagte, dass der FSH-Vorstand bei einzelnen Punkten eine andere Meinung vertrete. Kritik äußerte Waldeck vor allem an zwei Punkten. Zum einen dem Bestreben, biometrische Zutrittskontrollsys­ teme in Spielhallen zu etablieren, um Spielersperren umzusetzen. Das sei aus Sicht des FSH ein nicht gangbarer Weg. Aber auch beim Thema Zertifizierung für Spielhallen wurde Waldeck deutlich und zeigte, dass er von dieser Option nicht viel hält: „Das Bundesverfassungsgerichtsurteil hat gezeigt, dass der Schönheitswettbewerb abgelaufen ist.“ Mit anderen Worten: Die Richter hätten die Frage, ob eine Halle nach qualitativen Kriterien zertifiziert ist oder nicht erst gar nicht in ihre Überlegungen mit einbezogen.

Selbst aktiv werden

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ir haben nach den Sternen gegriffen und haben uns wie Ikarus die Flügel verbrannt“, sagte der Vorsitzende des Fachverbands Spielhallen (FSH) Frank Waldeck zur derzeitigen Situation der Spielhallen-Branche bei der Mitgliederversammlung. Diese fand am 10. Mai im rheinland-pfälzischen Frankenthal statt. Es sei jetzt an der Zeit, sich Deutungs- und Handlungshoheit zu erarbeiten. „Denn“, so Waldeck weiter, „wir müssen uns an den Ergebnissen messen lassen und da sind wir gescheitert.“

FSH-Vorsitzender Frank Waldeck (l.) kritisierte in Frankenthal unter anderem auch einzelne Punkte des BA-Positionspapiers.

Kritik an BA-Positionspapier Der FSH-Vorsitzende rief dazu auf, die politische Arbeit in den einzelnen Ländern zu intensivieren und zugleich Unternehmer dazu zu motivieren, auf ihre örtlichen Abgeordneten – egal ob Bundes- oder Landtag – aktiv zuzugehen. Klar war für Frank Waldeck auch ein weiterer Handlungsgrundsatz: „Wir als Branche müssen unsere politischen

FSH-Vorstandsmitglied Jean Pierre Berlejung und Rechtsanwalt Tim Hilbert, juristischer Berater des FSH, erläuterten anschließend, wie man am besten mit den zuständigen Behörden kommuniziere. Denn die Unwissenheit in den Kommunen sei nach wie vor groß, so der Tenor der beiden. „Gespräche mit den Behörden sind unabdingbar. Denn wir müssen unseren Betrieben ein Gesicht geben“, sagte Berlejung. Deutlich wurde einmal mehr auch, dass der Uternehmer selbst zu aktivem Handeln angehalten ist: „Die Behörden teilen Ihnen nicht mit, dass Sie einen Antrag stellen müssen. Sie müssen sich über die Gesetzeslage informieren“, sagte Rechtsan| om | walt Tim Hilbert. Anzeige –

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Branche

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Historischer Münzautomat des Monats Panoramic 200 Tonomat-Automaten, Neu-Isenburg, Deutschland, 1959

Im Zuge der amerikanischen Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg wird die „Jukebox“ in Deutschland bekannt. Aber erst mit dem einsetzenden Wirtschaftswunder entwickelt sich auch in Deutschland ein Markt für Musikboxen. Tonomat ist der zweite deutsche Hersteller von Musikautomaten. Mit dem Modell „Panoramic 200“ lehnt sich die hessische Firma optisch an amerikanische Vorbilder an und erzielt damit gute Verkaufszahlen sowohl im Inland als auch im Ausland. Diese Box hat das bei Tonomat übliche Plattenkarussell und eine durch die große Panoramascheibe gut sichtbare vertikale Abspieleinheit. Darunter stehen die 200 verschiedenen Titel auf einer Trommel, die mit Hilfe eines Stellrades gedreht und ausgewählt werden können. Gegensätzlich zu der nach außen gewölbten Panoramascheibe schwingt das Unterteil mit dem Grillgitter leicht nach innen. Dieser Automat und viele weitere werden vom 10. Juni 2017 bis zum 23. Mai 2018 in der Sonderausstellung „Wirtschaftswunder – Deutsche Automaten der 50er- und 60er-Jahre“ im Deutschen Automatenmuseum präsentiert. | Larissa Schröder | deutsches-automatenmuseum.de

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Branche

rehko

Schwungvoll Verband positionieren Forum Jens Teschke, 48, wird zum 1. August 2017 Geschäftsführer des Forum für Automatenunternehmer in Europa. „Mit Jens Teschke haben wir einen erfahrenen Kommunikationsexperten gewonnen, der dem Forum neuen Schwung geben wird und unsere Anliegen gegenüber Gesprächspartnern aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft stark positionieren wird“, ist Vorstandsvorsitzender HD Pohlkötter überzeugt. Der gelernte Journalist arbeitet derzeit noch als Jens Teschke Referatsleiter im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), ist dort zuständig für den Kontakt zum Europäischen Parlament. Er baute hier von 2015 bis Anfang 2017 den Bereich Forschungskommunikation auf. Zuvor war er für die Minister Hans-Peter Friedrich und Christian Schmidt Ministeriumssprecher bzw. Leiter der Pressestellen im BMEL als auch im Bundesinnenministerium. Bis 2009 arbeitete Teschke im Hörfunk und in Online-Medien.

© Stadtreinigung Leipzig

Brunnenpatenschaft Engagement Dank Andreas Wardemann, Geschäftsführer der Jackpot GmbH, bereichert das Wasserspiel des Schwanenbrunnens weiter das Leipziger Stadtbild. Automatenunternehmer Wardemann, der auch Vorstandsmitglied bei den Automatenkaufleuten Berlin und Ostdeutschland sowie im DAV ist, übernimmt das siebte Jahr in Folge in Leipzig die Instandhaltung des Brunnens am Georgiring. Zum Pressetermin bedankte V.l.: Thomas Kretschmann (Betriebsleiter sich auch BürgerStadtreinigung Leipzig), Beate Mai (Jackmeister Heiko Ropot GmbH), Nico Ernstberger (DAW-Länsenthal für Wardederreferent), Andreas Wardemann. manns Engagement.

Mitarbeiterfahrt: 130 Mitarbeiter aus Spielstationen und Spielstuben der Schmidt Gruppe reisten für ein Wochenende nach Bonn. Sie hatten den Filialwettbewerb 2016 gewonnen.

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Mehr Personelles in dieser Ausgabe Dr. Daniel Henzgen, Lars Rogge, neu im VDAI-Vorstand  Jason Frost, neuer Euromat-Präsident

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Neue Doppel-Spitze Casino Royal Gruppe Mit der Übernahme der Casino Royal Gruppe durch die österreichische Novomatic AG haben Boris Kuzenko und Mag. Georg Schwab zum 1. April 2017 die Geschäftsführung der Casino Royal Gruppe übernommen. Mag. Georg Schwab: „Die Übernahme der Casino Royal Gruppe ist ein eindeutiges Zeichen der Novomatic, wie wichtig der deutsche Markt ist.“ Und Dipl.-Ökonom Kuzenko Mag. Georg Schwab (l.) und ergänzt: „Gemeinsam mit Boris Kuzenko über 1.000 engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird die neue Geschäftsführung weitere Potenziale heben.“

Servicegedanken im Fokus Bally Wulff Matthias Klein, seit Anfang 2017 Kundendienstleiter bei Bally Wulff für die Gebiete Hamburg, Köln, Dortmund und Offenbach, arbeitet bereits seit 20 Jahren im Technischen Service des Unternehmens. Der gebürtige Wuppertaler durchlief seit seinem Start die unterschiedlichsten Stationen im Unternehmen, war unter anderem immer Teil des IMA-Messeaufbauteams und berät bei Events. Als Kundendienstleiter liegt der Fokus seiner Arbeit neben der KundenbeMatthias Klein treuung vor allem auf der Führung und Koordination der jeweiligen Kundencenter sowie der dort zuständigen Servicetechniker.

Aufnahme in Hall of Fame Löwen Entertainment Helmut Schneller wurde beim Team Dart Events Ende April in Las Vegas in die Hall of Fame der National Dart Association (NDA) aufgenommen. Schneller ist Mitarbeiter des Dart- und Spielegeräteherstellers Löwen Entertainment und seit 15 Jahren ständiges Vorstandsmitglied der NDA. Die Auszeichnung sei der Dank von Vorstandskollegen und Mitgliedern der AMOA-NDA für Schnellers langjährigen Einsatz im Vorstand, teilte Löwen mit. Neben der eigenen Auszeichnung konnte Helmut Schneller im Rahmen der „President‘s Reception“ den Preis „ausgezeichneter Electronic DartHersteller“ stellvertretend für Löwen Entertainment entgegennehmen. Helmut Schneller


Branche

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Im Maybach auf Weltreise.

as war Ihr Traumberuf, als Sie W 15 Jahre alt waren? Steward. Wer war der Held Ihrer Kindheit? Dean Martin.

Privat Ben-Ari Chasklowicz Gesellschafter im Familienunternehmen

Was haben Sie mit Ihrem ersten selbst verdienten Geld gemacht? Urlaub. Was möchten Sie in Ihrem Leben unbedingt noch machen? Eine Weltreise mit dem Wohnmobil. Auf welche eigene Leistung sind Sie besonders stolz? Auf meine Zielstrebigkeit. Welches Auto würden Sie gerne einmal fahren? Einen Maybach. Sie haben drei Monate frei – was würden Sie in dieser Zeit tun? Mit meiner Frau reisen.

Motto »Arbeite um zu leben und nicht umgekehrt!«

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen? Meine Frau, ein spannendes Buch und eine gute Flasche Rotwein. In welchem Film würden Sie gerne die Hauptrolle spielen? In „Titanic“. Worüber können Sie lachen? Über intelligente politische Witze. Wie schalten Sie am besten ab? Beim Joggen. Welche kulinarischen Genüsse schätzen Sie besonders? Die französische Küche. Mit wem würden Sie gerne ein Bier trinken? Mit Barack Obama.

Werdegang Ben-Ari Chasklowicz besuchte die Fachoberschule für Wirtschaft. Seit 1982 ist er selbstständig. Während der Selbstständigkeit bildete sich Ben-Ari Chasklowicz in Wirtschaftsund Steuerrecht weiter. Er nahm an einem Ausbildungsseminar in Elektronik bei der ­Firma Gauselmann teil. Seit März 2017 ist Ben-Ari Chasklowicz Beisitzer im Vorstand der Automatenkaufleute Berlin und Ostdeutschland. Geburtstag: 20. 8. 1961 Geburtsort: München Wohnort: Sachsen-Anhalt

Welches Buch nehmen Sie zurzeit mit ins Bett? „Deutschland im Blaulicht: Notruf einer Polizistin“ von Tania Kambouri.

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ISSN-Nummer: 1619-0584

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Juni 2017


Nachschlag

Graues zieht Graues an

I

n der Welt der Spielstätten suchen Verbände und Betreiber nach Regeln, die die Spreu vom Weizen trennen sollen. In den Jahren von Expansion und erlaubnisfreien Café-Casinos sind Betreiber in die Branche gestoßen, die man gar nicht gerne mag. Dem generellen Image und dem Ansehen bei Politik und Verwaltung haben diese Unternehmer – manche mag man gar nicht so nennen – massiv geschadet. Besonders in Groß- und Hauptstädten hat sich ein öffentliches Klima entwickelt, gegen das die Branche schier machtlos war und ist. Was in Gesetz und Umsetzung heute Existenzen vernichtet und Mitarbeiter arbeitslos macht, das ist in Köpfen entstanden, die nicht wirklich Ahnung von der Sache hatten. Oberflächliches und Optisches wurde zur Messlatte. Wer aber Auswüchse bekämpfen will, der muss schon tief in die Materie eintauchen, sonst trifft man mit Maßnahmen auch die Guten, manchmal vorwiegend die Guten. Auch wenn der Vergleich hinkt: Wer sich je um seinen Garten gekümmert hat, der kennt die Problematik. Passt man nicht von Anfang an aufs Unkraut auf und hat dazu keine Ahnung vom

»Der Chemie-Keule fallen dann aber auch schöne Gräser und bunte Blumen zum Opfer.«

Thema, dann muss man irgendwann mit der Chemie-Keule ran. Der fallen dann aber auch schöne Gräser und bunte Blumen zum Opfer. Genau das erleben wir zurzeit im Bereich der Spielhallen. Dabei hatten die Kommunen alle Regelungs-Kompetenzen, getan haben viele gar nichts – waren aber wohl auch nicht dazu in der Lage. In den Ländern sieht es nicht viel anders aus. Auch sie haben erstmal ihre neue Macht aus der Föderalismus-Reform ignoriert und sich nicht auf die Aufgaben vorbereitet. Plötzlich wurde dann mit viel Eifer und wenig Ahnung an Glücksspielstaatsvertrag und Spielhallengesetzen der Länder gebastelt. Heute haben wir einen unerträglichen Flickenteppich an Regelungen für Spielhallen und ein unbeschreibliches Lizenzchaos im Bereich der Sportwetten. Auf ganzer Linie versagt, könnte die Überschrift heißen. Erfreulich, dass einige jüngere Akteure der Politik dies erkannt haben und lieber wieder diese Aufgabe an den Bund abtreten würden. So jüngst auf dem Gaming Summit des DAW Stefan Evers, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion in Berlin: „Der Glücksspielstaatsvertrag gehört auf den Müll.“ Und zur Kompetenz der Länder in Sachen Spielhallen

Juni 2017

machte er deutlich, dass er nichts dagegen habe, wenn diese Kompetenz wieder an den Bund gehen würde. Verständlich, denn originäre Ländersache, wie etwa Kultur- und Bildungspolitik, war das gewerbliche Spiel in der Geschichte der Bundesrepublik nie. Bei Sportwetten sieht es nicht besser aus. Ein Blick auf die Website des Deutschen Sportwettenverbands zeigt es mehr als deutlich: Seit 5 Jahren, 174 Tagen und 23 Stunden wartet man in diesem Moment auf eine Lizenzvergabe. Das Land Hessen, mit der Vergabe beauftragt, hat schon mehrere Millionen an Personalkosten in den Sand gesetzt, die Bewerber um ein Lizenzverfahren sicher noch viel mehr. Lizenzen gibt es keine, eine Klagewelle hat das Verfahren zum Stillstand gebracht. Ein Umstand, den alle möglichen Fachleute der Politik viele Jahre vorausgesagt haben. Hingehört hat niemand. Zeit für ein Mea culpa. Was wir haben ist ein Staatsvertrag, der auf den Müll gehört und eine Lizenzvergabe ohne Lizenzen. Ein Chaos also und ein grauer Markt, der dringend geregelt werden muss. Dies wird wohl von einigen Ländern ebenfalls so gesehen: Soeben kam die Meldung rein (Seite 19), dass Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Hessen und NRW eigene Wege gehen wollen. Gut so, denn mehr Graues kann der graue Markt der Sportwetten nicht unbeschadet verkraften.

In diesem Sinne

Ihr Manfred Schlösser schloesser@gamesundbusiness.de www.gamesundbusiness.de

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