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C H ÂT E A U Weine.“ Eine Kleinigkeit allerdings muss der Wahrheit willen ergänzt werden: Auch die Zuckerbildung der Trauben wird gefördert – trotz der kühleren Lagen. Ausgesprochen leichte Weine sind es deshalb nicht, die wir von Argentiniens Höhenlagen erwarten dürfen. Der frische, fruchtige Geschmack kann durch­ aus über den Alkohol hinwegtäuschen. Tatsache ist, dass heute fast alle großen Weine Argentiniens aus den höher gelegenen Wein­ bergen um 1 000 Meter Höhe stammen. Alte, gut gepflegte Reben auf diesen Höhen sind nicht sehr leicht zu finden. Wenn doch, ­können Weine zum Niederknien entstehen, die aber auch demütig mit mehreren Scheinen bezahlt werden müssen. Beispiele sind Altamira von Achaval-Ferrer, Ambrosia von Trapiche, Gernot Langes von Norton, Alluvional El Peral von Zuccardi oder O.Fournier von Fournier. Doch selbst Weinberge, die 15 bis 20 Jahre alt sind und während der ersten Pflanzungswelle entstanden, bringen teilweise sensationelle Weine. Wer mit relativ wenig Kosten sehr gute Weine aus großer Höhe probieren möchte,

HIER GIBT’S WEINE AUS HÖHENLAGEN ARGENTINIEN über 10 000 Hektar über 1 000 Meter Colomé (Salta) www.bodegacolome.com Michel Torino (Salta) www.grupopenaflor.com.ar El Porvenir (Salta) www.elporvenirdecafayate.com San Pedro de Yacochuya (Salta) www.rollandcollection.com Salentein (Mendoza) www.bodegasalentein.com Atamisque (Mendoza) www.atamisque.com Fournier (Mendoza) www.ofournier.com BOLIVIEN 3 000 Hektar über 1  000 Meter Campos de Solana www.camposdesolana.com La Concepción www.bodegaslaconcepcion.com BRASILIEN circa 1 000 Hektar über 1 000 Meter Santo Emilio www.fazandaquintadosmontes.com.br CHILE unter 500 Hektar über 1 000 Meter Aresti www.arestichile.cl De Martino www.demartino.cl

sollte sich bei den Bodegas Atamisque ­ m­­­sehen, wo es sehr guten Chardonnay, Viog­ u nier und Malbec aus 1 100 Metern für recht kleines Geld gibt.

HAUT-MÈDOC - BORDEAUX

Und auf der anderen Seite der Anden? Die Chilenen haben sich lange nicht darum bemüht, Höhenrekorde aufzustellen. Traditio­ nell erreichten einzelne Weinberge am Anden­ rand schon mal 600 bis 800 Meter, doch das war eher die Ausnahme. Lagenvielfalt entsteht hier durch unterschiedliche Hangneigung, ­verschiedene Böden sowie über Luftströme, gefördert durch die Nähe von Anden und Meer. Doch vor zwei Jahren haben sich 19 Winzer zusammengeschlossen, um die Latte im wahrsten Sinne des Wortes ziemlich hoch zu legen. Hoch oben im chilenischen Norden, bei Toconao in der Antofagastawüste gründe­ ten sie Ayllu (nicht zu verwechseln mit Ayllus in Argentinien) auf einer Höhe von 2 500 Metern und pflanzten Pinot Noir, Malbec, Chardonnay, Syrah und sogar Petit Verdot. Erste Trauben wurden bereits geerntet. Deutlich darunter, und zwar genau auf der Hälfte bei 1 250 Metern, haben die Bodegas Aresti auf vulkanischer Erde die ersten Trau­­­ ben für ihren 2014er „Trisquel“ Merlot verar­ beitet – vorerst nicht mehr als 600 Flaschen. Höher, nämlich auf 1 600 Meter kletterten die Weinmacher von Viñedos Alkohuaz im ElquiValley. Eigentlich Pisco-Erzeuger, probierten sie es auch mit anderen Rebsorten und fragten den berühmten Oenologen von De Martino, Marcelo Retamal, ob er ihnen helfen würde. Er sagte zu. Im Ergebnis erhalten sie nun eine Anzahl Flaschen als Bezahlung für ihre Trau­ ben. Der Wein wird als „De Martino Single Vineyards Alto los Toros“ vermarktet. Jetzt war die Familie aber ehrgeizig geworden, engagierte den südamerikanischen Bodenpapst Pedro Parra und steigerte sich auf 2 200 Meter, von wo man nun den ersten Wein aus dem Jahr 2011 vermarktet – zu einem Preis, der etwa auf der Höhe der Weinberge liegt. Das alles vollzieht sich in Chile freilich im Bereich von kleinen Versuchen, weniger in großem Stil wie in Argentinien. Womöglich hat das damit zu tun, dass man hier andere Möglichkeiten, differenzierte Weine zu erzeu­ gen, höher einschätzt. Da mag etwas dran sein, wenn man europäischen Agronomen glaubt. Prof. Dr. Hans Reiner Schultz nämlich, Wein­­­­ bauexperte der Hochschule Geisenheim Uni­ versity, ist nicht überzeugt davon, dass die Früchte hoch gelegener Weinberge anders ­riechen und schmecken. „Entscheidend ist die Temperatur“, sagt er. Auf extremen Höhen über 1 000 Metern gibt es in Europa allerdings keine Untersuchungen. Bis zum Beweis des Gegenteils hat Nicolas Catena also recht. Wer’s nicht glaubt, muss probieren. I

Geschenkröhre

Château Fontesteau ist ein Weingut der Firmengruppe BERNARDMASSARD. Internationale Prämierungen belegen die Qualität der als Cru Bourgeois klassifizierten Weine. Der mit der Goldmedaille im Concours de Bordeaux 2014 ausgezeichnete 2012er Jahrgang bietet bereits in jungen Jahren harmonischen Trinkgenuss. Klassischer Bordeaux-Charakter, fruchtig, elegant, mit intensiven Beerenaromen, dichter, ausgeglichener Tanninstruktur und exzellentem Alterungspotenzial! Fragen Sie auch nach Raritäten ab Jg. 1995.

www.chateaufontesteau.com

Ausdrucksstarke Weine aus Höhenlagen finden Sie auf Seite 130

Firmengruppe Bernard-Massard / Langenbach / EMG - 54290 Trier T. 0651/7196-0 - Fax: 0651/7196-310 - wein@chateaufontesteau.com

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MEININGERS WEINWELT  

MEININGERS WEINWELT ist eine Special-Interest-Zeitschrift für Weinkenner und Einsteiger. Die Zielgruppe wünscht sich Informationen, die sie...

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