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Buchvorstellung „Von Menschen und Ausländern“ „10 Jahre Hölle im Paradies“ von Hans-Rudolf König Das erste Mal besuchte Hans-Rudolf König die Insel Teneriffa 1971 während einer Geschäftsreise. 15 Jahre später sollte sein Leben auf dieser Insel neu beginnen. In dem abgelegenen Bergdorf Masca übernahm der Marburger Industriekaufmann mit seiner Familie die Leitung des Restaurants „El Guanche“. Alles schien vollkommen zu sein, und die Familie glaubte, ihr Glück gefunden zu haben.

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as Restaurant lag weit weg von der Zivilisation und umgeben von Palmen, die es vor neugierigen Blicken schützten. Vor 30 Jahren war das Bergdorf Masca selbst für kanarische Einwohner noch ein Mythos. Leben in diesem Naturparadies hatte allerdings wenig gemein mit einem touristischen Ausflug. Die Ausländerfeindlichkeit der Eingeborenen bekamen die Zuwanderer täglich zu spüren. Die deutschen Ausländer waren nicht willkommen. Man wünschte die Eindringlinge zurück, woher sie kamen. Abwerbung von Gästen, Mobbing durch die Behörden und manchmal auch Gewalt gehörten zum Alltag der Königs. Zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern kämpfte er täglich ums überleben. Des Öfteren standen sie wegen mangelnder Papiere, deren Ausfertigung von den Behörden extra verzögert wurde, kurz vor dem Ruin. Dies alles hielt die Königs jedoch nicht davon ab, sich ihren Lebenstraum zu erfüllen. In einem langen Kampf gelang es ihnen schließlich das Restaurant „Alte Schule“ über Masca hinaus bekannt und berühmt zu machen. Nachdem 2007 das Restaurant bei der verheerenden Brandkatastrophe bis auf die

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Grundmauern niederbrannte zog König sich langsam zurück und übergab die Geschäfte seinem Sohn, der nun ein neues Restaurant in Masca führt. Zwar sollte das denkmalgeschützte Haus mit Hilfe der Inselverwaltung wieder aufgebaut werden, aber auf die versprochene Hilfe der Behörden warten die Königs allerdings noch heute. Im zweiten Teil des Buches werden mit viel Humor die Klischees der internationalen Touristen beleuchtet, wobei auch die Selbstironie nicht zu kurz kommt. So erzählt König beispielsweise in einem Kapitel, von Werner aus dem hessischen Dreieich, der zwar auf Teneriffa wohnt und bei ihm einen Bembel Sangria bestellt. Durch seine arrogante, besserwisserische Art bestätigt er das Vorurteil der Kanaren, das den Deutschen den Namen „cabeza cuadrada“ (Quadradschädel) einbrachte. Aber auch Briten, Franzosen und Russen werden von König aufs Korn genommen. Trotz seiner negativen Erfahrungen macht er immer wieder darauf aufmerksam, dass insgesamt gesehen das Positive überwiegt, und dass Teneriffa selbst für ihn, dem Weltreisenden, immer noch die schönste Insel der Welt sei.

Broschiert: 280 Seiten Verlag: Eigenverlag Sprache: Deutsch Preis: € 15,00 Verkauf (zunächst): Restaurante „El Guanche“, Masca Büro Megawelle Restaurante „Tagoro“, Granadilla

Megawelle Journal Januar 2011  

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