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Leckeres vom Baum Esskastanien und Maronen In den Wintermonaten duftet in Spanien alles nach gerösteten Maronen. Man kann sie überall auf der Straße kaufen. Schon Goethe war ein großer Liebhaber der Kastanie und widmete der Frucht sogar ein Gedicht. Kaum einer weiß aber, daß Maronenverkäufer auch eine Art Gesundheitsberuf ausüben. Denn die braunen Nüsse enthalten jede Menge Mineralstoffe und Vitamine.

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ls „Brot des kleinen Mannes“ oder „Mehl für Arme“ bezeichnete man sie früher spöttisch – heute verbindet man mit der Eßkastanie vielmehr eine köstliche Winterknabberei oder die Füllung der Martinsgans. Durch den verstärkten Anbau der Kartoffel wurde die gute alte Eßkastanie vom Speiseplan verdrängt. Alt ist sie im wahrsten Sinne des Wortes. Sie wurde bereits im 5. Jahrhundert vor Christus nach Griechenland eingeführt. Ursprünglich stammt die Frucht aus Kleinasien, heute wächst sie wild in Portugal oder Frankreich, in Deutschland, Nordamerika, Japan und China. Wirtschaftlich genutzte Anbauflächen finden sich hauptsächlich in Italien und Spanien. Eßkastanie ist nicht gleich Marone Auch wenn man im alltäglichen

Sprachgebrauch beide Bezeichnungen synonym verwendet, besteht ein Unterschied: Maronen schmecken kräftig und sahnig. Sie sind herzförmig und weisen eine flache und dreieckige Unterseite auf. Die Schale trägt dunkle Streifen. Maronen lassen sich außerdem sehr leicht schälen und werden daher in der Küche bevorzugt. Eßkastanien hingegen besitzen einen weniger ausgeprägten Geschmack. Sie sind runder und kleiner als Maronen. Auf keinen Fall dürfen Sie die Eßkastanie mit der „normalen“ Roßkastanie verwechseln, denn deren Früchte sind giftig! Die Zubreitung Erst durch Kochen und Rösten entfalten Maronen ihre Süße und Stärke. Die Schale wird kreuzweise eingeschnitten, damit die Kastanien später nicht explodieren. Dann kommt die Frucht 20 Minuten in kochendes Wasser oder in den Backofen (275 bis 300 Grad) bis die Schale platzt.

Zusammen mit den Maronen sollte man einen Behälter mit Wasser in den Backofen stellen, damit die Früchte nicht austrocknen. Nun muß man nur noch die Marone aus der Schale brechen, und fertig ist der Hochgenuß. Probieren, Kaufen, Aufbewahren Frische Kastanien und Maronen sind in vielen Lebensmittelgeschäften, an Markt- und Maroniständen erhältlich. Beim Kauf sollte man darauf achten, daß die Ware frisch ist. Drückt man die Früchte zusammen, darf die Haut nicht nachgeben, sie muss hart und fest sein. Ansonsten - Finger weg! Von Mitte September bis Mitte Oktober werden auch Kastanien recht teuer gehandelt, da es noch keine Maronen gibt. Ab Mitte Oktober, sobald die ersten Maronen vom Baum fallen, purzeln auch die Preise für die Kastanien. Übrigens, man sollte immer nur soviel einkaufen wie nötig und die Früchte rasch verzehren. Im Kühlschrank kann man sie einige Tage aufbewahren, jedoch nicht wochenlang! Bei Zimmertemperatur sind sie bereits nach 2 - 3 Tagen vertrocknet, weshalb man vor dem Einkauf im Supermarkt warnen muß. TIP: Eine Alternative bietet die Tiefkühltruhe. Man schneidet die Früchte ein und füllt sie in Beutel ab. So halten sie ca. 1 Jahr. Lecker und figurfreundlich Endlich eine gute Nachricht für alle Naschkatzen: Wer auf seine Figur achtet, muß auf Maronen nicht verzichten. Während viele Nußarten mit über 600 Kilokalorien pro 100 Gramm wahre Fettbomben sind, bringt es die Eßkastanie gerade mal auf 196 kcal pro 100 Gramm. Zudem sind Maronen die einzigen Nüsse, die eine nennenswerte Menge an Vitamin C und einen hohen Kaliumanteil besitzen.

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Megawelle Journal Januar 2011  

Ihre deutsche Zeitschrift für Teneriffa

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