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2013

ISSN 2223-1080

Sonderheft L Ö S U N G E N f ü r d a s G esun d h e i t s w esen

Markt & Meinungen Mehr Flexibilität und Transparenz sind gefragt

© Vextok – shutterstock.com, © michelangelus – Fotolia.com P.b.b. 09Z038040M, Benachrichtigungs­postamt 1070 Wien. Bei Unzustellbarkeit zurück an den Absender: MedMedia Verlags Ges.m.b.H., Seidengasse 9/Top 1.1, 1070 Wien.

Wettbewerb & ­Standort Billiganbieter als ­Wettbewerbsnachteil

Forschung & ­Entwicklung Innovativ ist nur, was auch erfolgreich ist

Die wirtschaftliche ­Bedeutung von Medizinprodukte-­ Unternehmen in Österreich

www.das-medizinprodukt.at


B. Braun Austria GmbH | Otto Braun-StraĂ&#x;e 3-5 | 2344 Maria Enzersdorf Tel. 0 22 36/46 541-0 | bbraun.austria@bbraun.com | www.bbraun.at


Das Medizinprodukt Sonderheft 01/13

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Inhalt Einleitung ������������������������������������������������������������������������������������������������������� 04

Editorial

Markt & Meinungen������������������������������������������������������������������������������������� 05

Medizinprodukte – unverzichtbar für das Leben

Medizinprodukte spielen in allen Bereichen des Gesundheitswesens – von der Prävention bis zu Diagnostik oder Rehabilitation – eine bedeutende Rolle. ��� 06

Wirtschaftsstandort Österreich

„Der Markt ist stark im Wachsen.“ Demografische Veränderungen eröffnen neue Geschäftsfelder und steigern langfristig die Marktchancen. �������������� 08

06

Zahlen & Fakten

Key Facts der Medizinprodukte-Branche auf einen Blick ��������������������� 10

Wettbewerb & Standort

Wie attraktiv ist Österreich? Medizinprodukte-Unternehmen wünschen sich mehr Flexibilität und Transparenz! �������������������������������������������������������� 11

Wettbewerb & Standort

Billiganbieter als Wettbewerbsnachteil – Unternehmer im Gespräch �� 12

Forschung, Innovation & Technologie

„Innovativ ist nur, was auch erfolgreich ist.“ Die Innovationsarbeit hat unter Österreichs Medizinprodukte-Herstellern einen hohen Stellenwert. ��� 14

Service & Mehrwert

08

Mehr Leistung, Mehr-Wert Produktbegleitende Dienstleistungen und Services sind ein zentraler Erfolgsfaktor für heimische MedizinprodukteUnternehmen. Nicht immer spiegelt sich diese Bedeutung auch im Preis wider. ������������������������������������������������������������������������������������������������������������� 18

CSR

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht! Im modernen Informations- und Kommunikationszeitalter sind Vertrauen und Glaubwürdigkeit zentrale Wettbewerbsfaktoren, allen voran für jene Unternehmen, die sich im Gesundheitsmarkt bewegen. ��������������������������������������������������������������������������� 20

Aus- und Weiterbildung

Jeder Mitarbeiter zählt. Eine wesentliche Grundlage für den Erfolg jedes Unternehmens bilden seine Mitarbeiter. Investitionen in die Aus- und ­Fortbildung bilden die Basis für eine langfristig positive Entwicklung. ������� 22

18

Impressum: Herausgeber: Verein Austromed, Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen Österreich, Bossigasse 24/7, A-1130 Wien, Tel: +43-1-877 70 12, Fax: +43-1-877 70 12-20, office@austromed.org, www.austromed.org. Verlag und Medieninhaber: MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH, Seidengasse 9/Top 1.1, 1070 Wien, www.medmedia.at. Projektleitung: Karin Duderstadt, k.duderstadt@ medmedia.at, Tel: +43-1-407 31 11-29. Projektmanagement: Mag. Manuela Gütlbauer, m.guetlbauer@medmedia.at, Tel: +43-1-407 31 11-45. Chefredaktion: Mag. Renate Haiden, haiden@publishfactory.at, www.publishfactory.at, Tel: +43-2236-384 348. Lektorat: Mag. Birgit Weilguni, Mag. Barbara Pohl. Layout & DTP: creativedirector.cc­lachmair gmbh. Druck: Druckerei Berger, A-3580 Horn. Druckauflage: 20.000. Einzelbezugspreis: 9,50 EUR, Jahresabopreis: 45,– EUR. Grundsätze und Ziele: Informationen über Branchen- und Produktneuigkeiten aus dem Bereich der Medizinprodukte. Allgemeine Hinweise: Namentlich ­ issenschaftliche Meinung des jeweiligen Autors wieder und fallen somit in den persönlichen Verantwortungsbereich des Verfassers. Mit „entgeltliche gekennzeichnete Beiträge geben die persönliche und/oder w Einschaltung“ gekennzeichnete Beiträge sind entgeltliche Einschaltungen gem. § 26 Mediengesetz und fallen in den Verantwortungsbereich des jeweiligen Auftraggebers. Angaben über Dosierungen, Applikationsformen und Indikationen von pharma­zeutischen Spezialitäten müssen vom jeweiligen Anwender auf ihre Richtigkeit überprüft werden. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen Medieninhaber und Herausgeber keinerlei Haftung für drucktechnische und inhaltliche Fehler. Produkt- und Firmennews sind redaktionelle Beiträge, die in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Firmen erstellt werden. Ausgewählte Artikel dieser Ausgabe finden Sie auch unter www.medmedia.at zum Download. Hinweis: Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit ­verzichten wir auf geschlechtsspezifische Formulierungen. Bilder, die ohne Credit ausgezeichnet sind, wurden vom Autor, dem Interviewpartner oder dem jeweils beschriebenen Unternehmen beigestellt. Alle Rechte, insbesondere die Rechte der Vervielfältigung und Ver­breitung sowie der Über­setzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt, verwertet oder verbreitet werden. Druckauflage: 21.178 im 2. Halbjahr 2012 geprüft von der Österreichischen Auflagenkontrolle. Die gesetzliche Offenlegung gemäß § 25 MedienG finden Sie unter www.medmedia.at/home/impressum.


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Das Medizinprodukt Sonderheft 01/13

Vorwort

Serge Bernasconi Chief Executive Officer EUCOMED, European Medical Technology Industry Association

Die westeuropäischen Gesundheitssysteme stehen alle vor derselben Herausforderung: Während die öffentlichen Finanzen unter Druck geraten, erfordert der Gesundheitssektor zunehmend höhere Investitionen, um den Anforderungen einer qualitativ hochwertigen Versorgung nachzukommen. Der Grund liegt auf der Hand: Unser aller Lebensalter steigt und mit ihm die gesellschaftliche Erwartung nach möglichst vielen gesunden Lebensjahren. Medizinischer und technologischer Fortschritt ist die Voraussetzung, um diese Erwartung zu erfüllen. Medizinprodukte-Unternehmen investieren in Mehrwert schaffende Produktund Serviceinnovationen, um diesem Bedarf Rechnung zu tragen. Sie investieren in den Know-how-Transfer im Rahmen der Aus- und Weiterbildung von medizinischem Personal. Sie investieren außerdem und vor allem in die Entwicklung neuer Konzepte, die zu einer effizienteren, sicheren und auch künftig hochwertigen medizinischen Versorgung der Menschen beitragen. Im aktuellen Strategiepapier von MedTech Europe (der neu gegründeten Allianz der europäischen Dachverbände für In-vitro-Diagnostik- und Medizinprodukte-Hersteller EDMA und Eucomed) mit dem Titel „Contract for a Healthy Future. The role of Europe’s medical technology industry in steering health-

care systems onto a sustainable path“ verleiht die Industrie ihrer Bereitschaft Ausdruck, eine konstruktive Rolle zur Erhaltung nachhaltiger Gesundheitssysteme zu übernehmen. Es wird darin auch unterstrichen, dass dies einer gemeinsamen Anstrengung und Zusammenarbeit aller Partner des Gesundheitssystems bedarf – Politik, Krankenkassen, Ärzte, Krankenhausträger, Patienten und Industrie gleichermaßen. Auch die vorliegende Sonderpublikation zeigt diesen Weg sehr deutlich auf und lässt Stakeholder aus dem Spitalsumfeld zu Wort kommen, die mit ihrer Expertise die Marktentwicklung der österreichischen Medizinprodukte-Wirtschaft kommentieren. Wir hoffen, dass die Zahlen, Fakten und Denkanstöße rund um die österreichischen Medizinprodukte-Unternehmen dazu beitragen, der beanspruchten Rolle der Industrie Rechnung zu tragen und den Mehrwehrt ihrer Produkte und Serviceleistungen für das österreichische Gesundheitssystem aufzeigen!  n

Serge Bernasconi Chief Executive Officer EUCOMED, European Medical Technology Industry Association


Das Medizinprodukt Sonderheft 01/13

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Editorial

© Foto Wilke

Markt & Meinungen Mag. Friedrich Thomasberger AUSTROMED Präsident

Medizinprodukte sowie die Medizinprodukte-Unternehmen tragen weltweit nicht nur wesentlich dazu bei, die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, sie sind auch ein bedeutender Standort- und Arbeitsmarktfaktor. Dies hat das Industriewissenschaftliche Institut (IWI) mit der Studie „Die wirtschaftliche Bedeutung von Medizinprodukte-Unternehmen in Österreich“ im Auftrag der AUSTROMED bereits im Jahr 2007 empirisch belegt und heuer erneut bekräftigt. Aufbauend auf der ersten Studie aus dem Jahr 2007 hat das IWI, wiederum beauftragt durch die AUSTROMED, 2013 ein Update des Projekts durchgeführt. Eine Fragebogenerhebung unter den AUSTROMED-Mitgliedsunternehmen wurde durchgeführt. Ziel war es, neben der volkswirtschaftlichen Bedeutung die aktuelle Bedürfnislage sowie die spezifischen Herausforderungen der Medizinprodukte-Unternehmen in Österreich zu analysieren. Die Ergebnisse aus der Studie werden für zukünftige Aktivitäten bei der Vertretung von Interessen österreichischer MedizinprodukteUnternehmen verwendet und sind daher für die gesamte Branche von großer Bedeutung.

Die nun vorliegende Sonderausgabe „Das Medizinprodukt – Die wirtschaftliche Bedeutung von MedizinprodukteUnternehmen in Österreich“ soll den Lesern die Highlights aus den Ergebnissen der Studie präsentieren. Abgerundet werden die Themen durch Interviews, in denen heimische Stakeholder des Gesundheitswesens wie Univ.-Prof. Dr. Marcus Müllner, ehemaliger Leiter des Geschäftsfeldes Medizinmarktaufsicht der AGES, Dr. Pamela Rendi-Wagner, Leiterin der Sektion III, Öffentliche Gesundheit und medizinische Angelegenheiten im Bundesministerium für Gesundheit, oder Direktor Nikolaus Koller, MAS, MBA, Präsident der Bundeskonferenz der Krankenhaus-Manager Österreichs, ihre Meinungen und Erfahrungen zu den Themenschwerpunkten der Studie erläutern.  n

Ihr Mag. Friedrich Thomasberger AUSTROMED Präsident

Falls Sie an der gesamten ie interessiert sind, nehtud ­S men Sie bitte Kontakt mit dem Büro der AUSTROMED unter office@austromed.org auf.


Das Medizinprodukt Sonderheft 01/13

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Auf einen Blick

Medizinprodukte – ­unverzichtbar für das Leben

© babimu - Fotolia.com

Medizinprodukte spielen in allen Bereichen des Gesundheitswesens – von der Prävention über Diagnostik und Therapie bis hin zur Rehabilitation – eine ­bedeutende Rolle. Die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen und somit auch nach Medizinprodukten ist hoch und die Tendenz weiterhin steigend.

Die AUSTROMED zählt derzeit mehr als 100 Mitglieder, die rund 9.000 Mitarbeiter beschäftigen und einen Produktionswert von mehr als 3,4 Milliarden Euro für Österreichs Wirtschaft generieren.

Die Medizinprodukte-Branche ist innovativ und wachstumsstark, präsentiert sich als Zukunftsmarkt, der jedoch zunehmend heißer umkämpft wird. Die Internationalisierung sowie die aufstrebenden Schwellenländer haben in den letzten Jahren den Markt verändert und für Dynamik gesorgt. Auch in Österreich tragen Medizinprodukte nicht nur wesentlich dazu bei, die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, sie sind auch ein ganz bedeutender Standort- und Arbeitsmarktfaktor. Wachstumsfaktoren auf einen Blick

n Medizinisch-technischer ­Fortschritt n Steigende Anforderungen in Diagnostik und Therapie n Demografische Entwicklung der Bevölkerung n Verbesserte Infrastruktur und steigende Einkommen in Schwellen- und Entwicklungsländern n Erweiterter Gesundheitsbegriff

Produktvielfalt Die Medizinprodukte-Unternehmen stellen eine äußerst heterogene Gruppe dar und umfassen kleine Handwerksbetriebe und Nischenanbieter ebenso wie global agierende Konzerne. Auch das Spektrum an Produkten ist vielfältig. Es umfasst in etwa 500.000 unterschiedliche Artikel in über 10.000 Produktfamilien und reicht von einfachen Massenprodukten wie Heftpflastern, Verbands- und anderen Verbrauchsmaterialien bis hin zu Hightechprodukten. Entsprechend dieser großen Produktvielfalt stellen die Medizinprodukte-Unternehmen eine Querschnittsbranche dar.

Globales Wachstum Stetige Innovationen haben in den letzten Jahren ganz wesentlich zur besseren Gesundheitsversorgung der Bevölkerung beigetragen und zahlreiche neue diagnostische und therapeutische Möglichkeiten


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Das Medizinprodukt Sonderheft 01/13

eröffnet. Nach einer aktuellen Schätzung der EUCOMED, des Europäischen Dachverbands der Medizinprodukte-Industrie, beträgt das Volumen des Weltmarktes für Medizinprodukte mehr als 300 Mrd. EUR für das Jahr 2009. Europa macht rund 30 Prozent des globalen Marktvolumens aus und ist nach den USA der zweitgrößte Markt für Medizinprodukte. Innerhalb Europas repräsentieren Deutschland mit einem Anteil von 24 Prozent und Frankreich mit einem Anteil von 20 Prozent als größte Einzelmärkte nahezu die Hälfte des europäischen Marktvolumens. Bis 2017 wird ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 7,1 Prozent auf rund 430 Mrd. USD erwartet. Die besten Wachstumsperspektiven werden nach wie vor für die wachstumsstarken Schwellenländer in Asien, Lateinamerika sowie Zentral- und Osteuropa gesehen. In diesen Ländern wird sich die Gesundheitsversorgung wei-

Die

AUSTROMED wurde 1981 als die „Arbeitsgemeinschaft der Hersteller medizinischer Bedarfsartikel Österreichs“ gegründet und ist heute die führende österreichische Interessenvertretung für alle Unternehmen, die in der Produktion und dem Handel mit Medizinprodukten in Österreich tätig sind. Zu den Tätigkeitsbereichen der AUS­ TROMED zählt neben der Mitgestaltung einschlägiger Gesetze und Verordnungen auch die ständige Kooperation mit den Behörden des Gesundheitswesens, Krankenanstalten und Einkaufsorganisa-

tionen auf nationaler und internationaler Ebene. Branchen- und Arbeitsgruppen sowie Workshops und Vorträge im Rahmen der AUSTROMED-Akademie sichern größtmöglichen Wissensaustausch unter den Mitgliedern, wobei diese Veranstaltungen auch Dritten zugänglich sind.

www.austromed.org

ter deutlich verbessern und eine steigende Dichte an Ärzten und Krankenhäusern die Nachfrage nach Medizinprodukten anwachsen lassen. Aber auch für die europäische Industrie werden von der EUCOMED jährliche Wachstumsraten von rund fünf Prozent prognostiziert. n

Anforderungen

verstehen,

von Patienten und Kunden

das

liegt im Fokus unseres Denkens und Handelns. Wir entwickeln Ideen und professionelle

Systemlösungen

,

die wir zum Wohl der Menschen

realisieren.

Wundmanagement | Infektionsmanagement | Inkontinenzmanagement Wenn es um professionelle Systemlösungen geht, sind wir Ihr zuverlässiger Partner. Sprechen Sie mit uns: +43 (0)2236 64630-0. www.at.hartmann.info

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hilft heilen.


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Das Medizinprodukt Sonderheft 01/13

Wirtschaftsstandort Österreich

„Der Markt ist stark im Wachsen.“

© BASG

Demografische Veränderungen eröffnen neue Geschäftsfelder sowie ­Kooperationsmöglichkeiten und steigern somit langfristig die Marktchancen für die Medizintechnik-Unternehmen.

„Die Anzahl der in Österreich durchgeführten MedizinprodukteStudien ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen.“ Prof. Dr. Marcus Müllner, ehemaliger Leiter des Geschäftsfeldes Medizinmarktaufsicht der AGES

Österreich wird älter. Der Trend zur demografischen Alterung der Bevölkerung wird sich in den nächsten Jahrzehnten fortsetzen, die Gruppe „65+“ wird zahlenund anteilsmäßig stark an Gewicht gewinnen. Gleichzeitig wächst Österreich. Dank der anhaltenden positiven Wanderungsbilanz ist auch in Zukunft mit weiteren Bevölkerungszuwächsen zu rechnen. Das bedeutet, dass die Bevölkerung bis zum Jahr 2020 auf 8,71 Mio. (+3 % gegenüber 2011) und bis zum Jahr 2030 auf neun Millionen (+7 %) steigen wird. Alterung der Gesellschaft und Bevölkerungswachstum lassen die öffentlichen Gesundheitsausgaben in den kommenden Jahren und Dekaden nicht nur absolut, sondern auch wieder in Relation zum Bruttoinlandsprodukt wachsen. Das sagt jedenfalls eine aktuelle Studie des Gesundheitsökonomen Dr. Thomas Czypionka vom Institut für Höhere Studien (IHS) in Wien.

Gute Marktchancen für Medizinprodukte Die dargestellten Entwicklungen verheißen dem Medizinprodukte-Sektor positive Entwicklungschancen. Diese Ansicht vertritt auch Univ.-Prof. Dr. Marcus Müllner, ehemaliger Leiter des Geschäftsfeldes Medizinmarktaufsicht der AGES: „Der Markt der Medizinprodukte, da gehören auch In-vitro-Diagnostika dazu, ist meines Erachtens noch stark im Wachsen.“ Neben zusätzlichen Marktchancen für die Medizinprodukte-Hersteller und -Anbieter würden daraus aber auch neue Herausforderungen entstehen, diagnostiziert Müllner: „Für uns bedeutet das ganz konkret, dass die Aufgaben der Marktüberwachung und Medizinprodukte-Vigilanz zunehmen werden. Ich sehe auch neue EU-weite Gesetzgebung auf uns zukommen, die zwar einerseits den Anwender besser schützt, aber


chungsfälle über die Jahre zwar stark schwankt, aber in den letzten vier Jahren deutlich unter den Werten in der Vorperiode liegt.“ Zunehmend ist hingegen die Zahl der Medizinprodukte-Vigilanzmeldungen, wonach bei Medizinprodukten produktbezogene schwerwiegende Zwischenfälle bzw. Beinahezwischenfälle gemeldet werden müssen. Erfolgten 2006 noch weniger als 900 solche Meldungen an die Behörde, so waren es 2012 doppelt so viele, exakt 1.790. Das bedeute aber nicht, erläutert Müllner, „dass es mehr Probleme mit der Qualität gibt, sondern, dass das Meldebewusstsein gestiegen ist. Die Meldungen sind notwendig, um Verbesserungen und Sicherheitsmaßnahmen überhaupt zu ermöglichen! Also ist ein Anstieg der Meldungen paradoxerweise gut.“ Auch die Anzahl der MedizinprodukteStudien, die in Österreich durchgeführt werden, ist in den letzten sieben Jahren deutlich gestiegen, um etwa 70 Prozent. 2012 waren es beachtliche 115 Studien.

Verstärkte Kooperationen

für alle Beteiligten – Hersteller, Vertreiber, Betreiber und uns Behörden – auch mehr Aufwand bedeutet. Die Herausforderung für uns ist es, diesen Aufwand effizient und effektiv zu erledigen.“

Marktüberwachungs­ aktionen rückläufig Im Rahmen der Marktüberwachung wird von der Medizinmarktaufsicht aktiv beobachtet, erfasst und bewertet, ob alle entsprechend den Vorgaben und in der technischen Dokumentation enthaltenen Eigenschaften von Medizinprodukten auch über den gesamten Produktlebenszyklus erfüllt und eingehalten werden. Marktüberwachungsaktionen der Aufsichtsbehörde werden in der Regel durch Meldungen Dritter ausgelöst, erzählt Müllner. Dabei zeichne sich ein durchaus positiver Trend ab: „Ich kann sagen, dass die Anzahl der Marktüberwa-

Zukünftig sollen im österreichischen Gesundheitswesen die Themen Kommunikation und Kooperation deutlich mehr Stellenwert erhalten, um eine bedarfsorientierte Planung zu ermöglichen bzw. die Effizienz der Versorgung nachhaltig zu verbessern. Die Erstellung der Rahmengesundheitsziele im Vorjahr sei ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung gewesen, meint Dr. Pamela Rendi-Wagner, Leiterin der Sektion III, Öffentliche Gesundheit und medizinische Angelegenheiten im Bundesministerium für Gesundheit, dem aber weitere folgen müssten: „In einem ersten Schritt ist es gelungen, verschiedene Stakeholder und Interessensvertretungen mit ihren unterschiedlichen Stärken und Bedürfnissen abzuholen und gemeinsam Motivallianzen zu schmieden. Mittels Dialog soll es auch weiterhin gelingen, Verantwortung und Bewusstsein für den Themenbereich Gesundheit außerhalb des traditionellen gesundheitlichen Handlungsfeldes zu schaffen.“ n

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© BMG

© Sergey Nivens – Fotolia.com , © mucft - Fotolia.com

Das Medizinprodukt Sonderheft 01/13

„Public Health ist eine ­Querschnittsthematik, die nur durch gebündelte Anstrengungen in allen Politikfeldern wirksam und nachhaltig gefördert werden kann.“ Dr. Pamela Rendi-Wagner, Public Health-Verantwortliche im ­Bundesministerium für Gesundheit


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Zahlen & Fakten

Die MedizinprodukteBranche auf einen Blick Wurden im letzten Geschäftsjahr Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Kunden durchgeführt?

© Jacqueline Godany

„In Zukunft wird es für die heimischen Medizinprodukte-Unternehmen erfolgsrelevant sein, ihr bisheriges Stärkeprofil weiter zu schärfen und auszubauen. Innovation, Kooperation und Qualifikation sowie hohe Qualität bei Produkten und produktbegleitenden Dienstleistungen müssen dabei weiterhin im Fokus stehen.“

3,87% k.A. 7,4% Nein

88,9% JA

Studienautor DDr. Herwig W. Schneider Geschäftsführer, Industriewissenschaftliches Institut (IWI)

Welche Einflussfaktoren auf die Wettbewerbsfähigkeit der ­Medizinprodukte-Unternehmen in Österreich sind relevant? 66,7%

Gesundheitssystem Refundierungssystem der Krankenkassen bzw. des Hauptverbandes

27,8%

59,3%

Gesetzgebung für das­ Gesundheitswesen in Österreich

29,6%

40,7%

Vergabepraxis bei öffentlichen Aufträgen

42,6% 24,1%

Steuerrecht 5,6% Förderpolitik in Österreich 5,6%

13%

29,6%

18,5%

Arbeits- und Sozialrecht

7,4%

42,6% 51,9%

Technische Anforderungen durch Standards o.ä.

5,6%

16,7% 33,3%

38,9%

20,4%

24,1%

48,1%

13%

29,6%

Umweltpolitik/-recht

5,6% 9,3% 22,2%

29,6%

51,9%

22,2% 38,9%

n Hoher Einfluss n Eher hoher Einfluss n Eher kein Einfluss n Überhaupt kein Einfluss n k.A. n = 54; die Datenbeschriftung von Werten unter 4% muss aus Darstellungsgründen entfallen. Quelle: IWI

Warum bieten Medizinprodukte-Unternehmen produkt­begleitende Leistungen an? 88,9%

11,1% 77,8%

16,7%

79,2% 35,2%

42,6%

33% 25,9%

13,2% 11,1%

42,6% 35,2%

13% 29,6%

Erhöhung der Kundenzufriedenheit

5,5%

Unterstützung des Medizinproduktes Differenzierung gegenüber der Konkurrenz

5,7% 5,6% 5,6%

Produktverbesserung und -innovation

11,1%

Besseres Preis-Leistungs-Verhältnis

7,4%

Nutzen als Marktforschungsinstrument

n Trifft voll zu n Trifft eher zu n Trifft eher nicht zu n Trifft überhaupt nicht zu n k.A. n = 54; die Datenbeschriftung von Werten unter 4% muss aus Darstellungsgründen entfallen. Quelle: IWI

100%

100%


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Wettbewerb & Standort

Wie attraktiv ist Österreich?

© nobelsigns – Fotolia.com

Der Aufwand für Administration hält mit der Innovation nicht Schritt. Medizinprodukte-Unternehmen wünschen sich mehr Flexibilität und Transparenz!

Österreich hat Unternehmen einiges zu bieten: Neben der Erfahrung auf den Wachstumsmärkten Osteuropas gibt es etwa eine gut entwickelte Infrastruktur und ein stabiles politisches System. Rund 2.800 technologieorientierte Forschungs- und Entwicklungs (F&E)-Institute sowie 60 Centers of Excellence, die international auf ihrem Gebiet führend sind, verbinden die Anliegen der Wirtschaft mit dem Know-how der Wissenschaft.
 Und doch sehen die Medizinprodukte-Unternehmen nicht nur Vorteile. Einen hohen bis sehr hohen – und nicht immer nur positiven – Einfluss auf ihre Wettbewerbsfähigkeit orten die befragten Betriebe in den Bereichen Gesundheitssystem (94,5 %), bei der Refundierung (88,9 %), der Gesetzgebung (83,3 %) sowie bei der Vergabepraxis bei öffentlichen Aufträgen (81,5 %). Auch technische Anforderungen durch Sicherheitsvorschriften und Standards beeinflussen einen Großteil der Befragten (61,1 %). Vor dem Hintergrund einer starken Abhängigkeit von Vergütungsregeln bzw. der Zahlungsbereitschaft der Kostenträger empfinden die Unternehmen vor allem die Transparenz bei der Erstattungsfähigkeit von Medizinprodukten durch die Krankenkassen in Österreich als nicht ausreichend. Das historisch gewachsene Erstattungssystem wird als starr, unflexibel und intransparent empfunden.

Einen Zahn zulegen Der Effizienz und Transparenz bei der Zulassung von Medizinprodukten wird von rund der Hälfte der Unternehmen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt: Viele innovative Unternehmen empfinden die Time-to-Market (TTM) als zu langsam. Kein Wunder, dass ein Großteil der Betriebe auch mit einer negativen Auswirkung auf die Ertragslage durch die geplanten Ausgabendämpfungen im Zuge der Gesundheitsreform rechnet. Umso wichtiger sind daher in Zukunft wohlbedachte Maßnahmen in für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sensiblen Bereichen. Ein gestiegener administrativer Aufwand in den Krankenhäusern bzw. veränderte Rahmen- und Geschäftsbedingungen der großen KrankenhausHoldings stellen gerade für kleinere Unternehmen ein zunehmendes Problem dar. Für wachstumsorientierte Unternehmen ist jedenfalls ein internationaler Fokus erforderlich. Künftige Wachstumspotenziale sehen heimische Unternehmer der Medizinprodukte-Branche vorrangig in den Ländern Zentral- und Südosteuropas sowie in den BRICS-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und n Südafrika.


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Wettbewerb & Standort

Billiganbieter als ­Wettbewerbsnachteil © Christina Haeusler

Reinhard Di Lena Reinhard Di Lena GmbH

Mag. Thomas ­Krautschneider SALESIANER ­MIETTEX GmbH

Wirtschaftsstandort Österreich – wo liegen die Vorteile, wo ­wünschen Sie sich Verbesserungen?

Der Wirtschaftsstandort Österreich bietet viele Vorteile in verschiedenen Bereichen für Unternehmen, Kunden und Arbeitnehmer. Die größten Vorteile sind die Ausbildungsmöglichkeiten und somit das hochqualifizierte Personal, die hervorragend ausgebaute Infrastruktur und die Stabilität und Sicherheit in jeglicher Hinsicht in allen Bereichen. Mein Verbesserungswunsch betrifft das Arbeitszeitgesetz. Hier wäre eine gewisse Flexibilität und somit eine Liberalisierung wünschenswert.

Die wesentlichen Vorteile für uns als hochqualifizierten Dienstleister liegen sicher in den funktionierenden Strukturen, der hervorragenden Infrastruktur und der Verfügbarkeit der Ressourcen unseres Landes; ebenso in der stetig steigenden fachlichen Qualität unserer Auftraggeber und deren klarem Bekenntnis zu Ökologie und Nachhaltigkeit. Verbesserungen sind im noch stärkeren Verständnis der Gesetzgebung und Verwaltung für die notwendigen raschen und unbürokratischen Entscheidungserfordernisse der Industrie und Wirtschaft zu schaffen.

Wo sehen Sie die größten Hindernisse für Medizinprodukte-Unternehmen im Wettbewerb – und wo speziell für Ihr Unternehmen?

Das größte Hindernis ist derzeit der ständige Preiskampf und Preisdruck durch ausländische Billigprodukte. Vielfach will Qualität nicht bezahlt werden. Sie ist jedoch erforderlich, um Sicherheit zu gewährleisten. Wir bieten nicht nur das qualitativ hochwertige Produkt alleine an, sondern liefern auch Dienstleistungen wie Beratung und Schulung – somit auch Sicherheit – mit.

Nachdem die Zulassungs- und Zertifizierungsprozesse bereits durch unsere Vorlieferanten erledigt werden, können wir uns als „In-Verkehr-Bringer“ ganz auf die hochwertige Wiederaufbereitung der OPTextilien sowie auf die Logistik und Dienstleistung rundherum konzentrieren. Den uns betreffenden laufenden Kontrollund Validierungsprozessen und durchführenden Institutionen können wir nur das beste Zeugnis ausstellen.

Welche Stärken hat Ihr Unternehmen, um sich im Wettbewerb sicher zu positionieren?

Die Stärke meines Unternehmens liegt darin, dass wir ausschließlich bestens ausgebildetes und somit hochqualifiziertes Personal in allen Bereichen einsetzen. Wir bieten unseren Kunden nicht ein Produkt an, sondern Komplettlösungen aus einer Hand. Uns ist es wichtig, dem Kunden die für seine Bedürfnisse maßgeschneiderte Lösung anzubieten und zu liefern. Sicherheit und Qualität stehen für mich und meine Mitarbeiter hier an erster Stelle.

Unser Unternehmen schafft es seit seiner Gründung 1916, die Vorzüge des Familienbetriebes auf mittlerweile große Strukturen in sieben Ländern umzulegen. Gleichzeitig wurde und wird stets massiv in Innovation und Qualität in allen Bereichen investiert. Und unser hochwertiges textiles Mehrwegsystem bietet den Auftraggebern eindeutige ökologische und ökonomische Vorteile, die ein klares Gebot unserer Zeit sind.


Olivier Loudon 3M Österreich GmbH

Prok. Georg Votava Lohmann & Rauscher GmbH

Ich sehe in unserem Umfeld keine so großen Vorteile, eher eine Reihe von Problemen, die Medizinprodukte-Unternehmen besonders betreffen – so etwa den Umstand, dass Billiganbieter den heimischen Markt sehr einfach penetrieren können.

Im internationalen Vergleich ist der Wirtschaftsstandort Österreich sicherlich als positiv bzw. sehr positiv zu bewerten. Faktoren wie gut ausgebildete Arbeitskräfte, hohe soziale Sicherheit, ein Höchstmaß an Rechtssicherheit, hohe Lebensqualität usw. stehen bestimmt für die Standortwahl Österreich. Die hohe Abgabenquote sowie eine nicht immer unternehmerfreundliche Bürokratie sind im Verhältnis zu anderen Staaten ein Wettbewerbsnachteil. Ebenso würde ich die generelle Bereitschaft zu Innovationen und Veränderungen in Österreich als entwickelbar erachten.

Wirtschaftsstandort Österreich – wo liegen die Vorteile, wo wünschen Sie sich Verbesserungen?

Die Hindernisse sind unabhängig vom Unternehmen sehr ähnliche: Wir müssen eine Trendwende vom „Billigst-Prinzip“ – zumeist aus dem Ausland – hin zum „Produktivitätssteigerungs-Prinzip“ schaffen. Neue Produkte sind zwar oft teurer, aber die Einsparungen aufgrund verkürzter Heilungsprozesse oder der Verweildauer im Spital werden immer weniger berücksichtigt. Das treibt die Kosten. Lokale Betreuung und Schulung werden zwar gewünscht, aber nicht „wertgeschätzt“.

Wir sind Innovationen gegenüber offen, diese aber in das System zu integrieren, ist oft schwierig und teilweise unmöglich. Besonders gemeinsame Versorgungsmodelle, wo ein Zusammenarbeiten zwischen Industrie und Gesundheitswesen Vorteile und Effizienzsteigerung bringt, scheitern an Strukturen und Kompetenzen. Der steigernde Budgetdruck wird hier aber bald ein näheres Zusammenrücken zwischen Industrie und Gesundheitswesen bringen. Das wird zu Einsparungen aufgrund von Effizienzsteigerung und somit zu innovativen Gesamtkonzepten führen. Zusatzleistungen wurden von den Kunden bisher als selbstverständlich empfunden, aber am Ende des Tages nicht als Bestandteil des Produktpreises akzeptiert.

Wo sehen Sie die größten Hindernisse für MedizinprodukteUnternehmen im Wettbewerb – und wo speziell für Ihr Unternehmen?

In erster Linie unsere Innovationskraft.

Lohmann & Rauscher ist in Österreich seit über 120 Jahren tätig. Wir betreiben als eines der wenigen Unternehmen noch einen eigenen Herstellungsbetrieb und am Produktionsstandort in Niederösterreich auch ein eigenes Forschungsund Entwicklungszentrum. Neben Produkt­ innovationen zeichnet uns die große Nähe zum Markt und somit die gute Kenntnis der Bedürfnisse unserer Kunden aus. Der partnerschaftliche Ansatz in der Lösungsorientiertheit unserer Angebote, die meist aus Produkt und Service bestehen, ist sicher auch in der Zukunft ein wichtiger Bestandteil unseres Unternehmens. Als Familienunternehmen steht L&R für Werte, die von Versorgungssicherheit, einem Höchstmaß an Produktleistung und partnerschaftlichem Umgang miteinander gekennzeichnet sind.

Welche Stärken hat Ihr Unternehmen, um sich im Wettbewerb sicher zu positionieren?

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Das Medizinprodukt Sonderheft 01/13


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Forschung, Innovation & Technologie

„Innovativ ist nur, was auch erfolgreich ist.“

© Ottobock / Mischa Erben

Die Innovationsarbeit hat unter Österreichs Medizinprodukte-Herstellern einen hohen Stellenwert. Die Rahmenbedingungen werden weitgehend positiv beurteilt, internationale Forschungserfolge bestätigen das.

„Eine gute Vernetzung und interdisziplinäre Kooperationen sind wichtige Erfolgsfaktoren.“ Dr. Hans Dietl, Geschäftsführer Otto Bock Healthcare Products GmbH

„Der Standort Wien ist das Zugpferd für Innovationen innerhalb unserer Firmengruppe und einer der Wachstumsmotoren. In Wien werden im Bereich der medizintechnischen Forschung und Entwicklung Spitzenleistungen erbracht“, sagt Dr. Hans Dietl, Geschäftsführer Otto Bock Healthcare Products GmbH. Über ein Drittel der 550 hochqualifizierten Mitarbeiter arbeitet in diesem Bereich. 2012 hat Ottobock bei einem Gesamtumsatz von 95 Millionen Euro mehr als 25 Millionen für Forschung und Entwicklung aufgewendet. Innovationsarbeit – oder FTI-Arbeit für Forschung, Technologie und Innovation – ist einer der bestimmenden Faktoren zur Verbesserung der Wettbewerbs­ fähigkeit, Produktivität und des Wachstumspotenzials. Sie geht über die ­klassischen F&E-Aufgaben eines Unternehmens also weit hinaus, umfasst den gesamten Innovationsprozess von der Ideenfindung über F&E, Fertigungsaufbau bis hin zur Markteinführung. „Ein wichtiger Teil der Innovationsarbeit ist auch das Sammeln und Auswerten von Informationen über bestehenden Mitbe-

werb, möglichen zukünftigen Mitbewerb und etwaige Produkte oder Entwicklungen, die für unsere Zielgruppe interessant sind, um Trends frühzeitig zu erkennen“, ergänzt Manuel Müller, B.Sc. M.A., Leiter der Abteilung Produkt und Innovation der Neuroth AG.

Vielfältige Vernetzungen Medizinprodukte-Unternehmen setzen in ihrer Innovationsarbeit sehr stark auf Kooperation und Vernetzung. Am häufigsten arbeiten sie dabei mit ihren Kunden zusammen. Immerhin 75 Prozent der Unternehmen haben in den vergangenen drei Wirtschaftsjahren gemeinsame Projekte durchgeführt. Aber auch mit Zulieferern, Fachhochschulen und Universitäten wird kräftig kooperiert. Ottobock etwa verdankt seinen Erfolg „nicht zuletzt auch der guten Vernetzung und den interdisziplinären Kooperationen mit der ausgeprägten Forschungslandschaft in Wien, zum Beispiel dem Christian Doppler Labor an der MedUni Wien“, schätzt Dietl die breiten Möglichkeiten der Zusammenarbeit in der


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© Neuroth / Robert Frankl

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„Open Innovation ist wesentlich, um Kunden optimal bedienen zu können.“ Manuel Müller, B.Sc. M.A., Leiter der Abteilung Produkt und Innovation der Neuroth AG

Bundeshauptstadt: „Von der Wiener Niederlassung werden verschiedene nationale und internationale Kooperationen auf dem Gebiet Forschung und Entwicklung eingegangen. Derzeit laufen acht F&E-Projekte mit Kliniken und Universitäten.“ Der Kooperationsanteil könnte zukünftig aber noch durchaus höher sein, geht es nach den Wünschen der Produzenten: „Open Innovation ist wesentlich, da man im Verbund den Kunden meist besser verstehen und anschließend auch bedienen kann“, sagt Müller, schränkt aber ein: „Schade nur, dass viele Unternehmen noch nicht dazu bereit sind und ihr Wissen nicht teilen möchten.“

Kundennutzen Gegenseitiges Verständnis sei umso wichtiger, argumentiert Müller, weil es Voraussetzung dafür ist, um der größten Gefahr jeder Innovationsarbeit entgegenzuwirken: den Kundennutzen aus den Augen zu verlieren und etwas zu entwickeln, was der Kunde gar nicht benötigt: „Etwas Neues ist erst dann eine Innovation, wenn es wirtschaftlich

Höchste medizinwissenschaftliche Auszeichnung der USA für MED-EL CEO Ingeborg Hochmair Die Medizintechnikerin, Gründerin und Chefin des Tiroler Unternehmens MED-EL, Ingeborg Hochmair, erhielt vor wenigen Tagen den renommierten Lasker-Preis für klinisch-medizinische Forschung. Er gilt als höchste wissenschaftliche Auszeichnung im Bereich der medizinischen Forschung der USA und wird oft auch als „amerikanischer Medizin-Nobelpreis“ bezeichnet. Den Preis erhielt Hochmair gemeinsam mit zwei Forschungskollegen aus Australien und den USA für die Entwicklung moderner Cochlea-Implantate als Hörprothesen. Cochlea-Implantate können das Hörvermögen von Personen mit mittlerem bis hochgradigem Hörverlust durch elektrische Stimulation des Hörnervs wiederherstellen. Die drei Preisträger hätten damit ein Gerät entwickelt, welches das Leben von Hunderttausenden von Menschen verändert hat, hieß es seitens der Lasker Stiftung. Der Grundstein für MED-EL wurde in den 1970er-Jahre an der Technischen Universität Wien gelegt. Dort erforschten DI Dr. Ingeborg und Prof. Dr. Erwin Hochmair die grundlegenden Voraussetzungen für die Stimulation von Nervensträngen mit elektrischen Signalen sowie Klangverarbeitungstechnologien. Das von ihnen entwickelte mikroelektronische Mehrkanal-Cochlea-Implantat wurde 1977 erstmals einem Patienten eingesetzt. Dieser Erfolg bestärkte die beiden in der kontinuierlichen Weiterentwicklung und war Anlass für die Gründung von MED-EL. Heute ist das Unternehmen mit 28 Niederlassungen und 1.500 Mitarbeitern ein international führender Anbieter von Hörimplantatsystemen.

erfolgreich ist. Sonst ist es nur etwas Neues“, so lautet das Credo von Neuroth. Die zur Verfügung stehende öffentliche Innovationsförderung in Österreich bezeichnen die Industrievertreter als umfassend, können sich aber durchaus noch Verbesserungen vorstellen. So wünscht sich etwa Müller eine Reduktion des „Formalismus, der mit einem Antrag verbunden ist. Meines Erachtens sind auch die Kriterien nicht immer ganz klar, nach denen eine Förderung vergeben wird“. Nach Meinung von Dr. Hans Dietl von Ottobock sollten Start-up-Unternehmen stärker unterstützt werden: „Unserer Meinung nach sollte Risiko belohnt werden. Statt auf Aktienkurse zu setzen, sollte besser auf Unternehmen, die riskieren, um innovative Produkte zu entwickeln, gesetzt werden. Förderungen für mehr solche Nachwuchsunternehmen sind notwendig, damit Projekte nicht ‚verhungern‘. Eine Förderung für den Start reicht da nicht aus.“

Wachstum trotz Barrieren Überhaupt rückt im Fokus der Finanzund Wirtschaftskrise das hohe wirtschaftliche Risiko von FTI-Vorhaben für die überwiegende Mehrheit (fast drei Viertel) der in der AUSTROMED-Studie befragten Unternehmen als größte Barriere in den Mittelpunkt. Als weitere wesentliche Gründe, die FTI-Aktivitäten verhindern, wurden genannt: das Refundierungssystem der Krankenkassen bzw. des Hauptverbandes, die Anpassung des LFK-Systems sowie der Mangel an F&E-Eigenmitteln. Die Studienautoren orten insgesamt eine gegenüber der Vorgängeruntersuchung aus dem Jahr 2007 leicht pessimistischere Einschätzung der Unternehmen, was die weitere Entwicklung von FTI-Aufträgen an Dritte, Patentanmeldungen sowie FTI-Fördergelder betrifft. Trotzdem geht noch immer eine Mehrheit von 53 Prozent von einem weiteren Wachstum der FTI-Aktivitäten und Investitionen aus, nur ein Viertel glaubt an einen Rückgang der Innovationsausgaben in den nächsten drei Jahren. n

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Das Medizinprodukt Sonderheft 01/13

Service & Mehrwert

Mehr Leistung, Mehr-Wert Produktbegleitende Dienstleistungen und Services sind ein zentraler ­Erfolgsfaktor für heimische Medizinprodukte-Unternehmen. Nicht immer ­spiegelt sich diese Bedeutung auch im Preis wider.

Die AUSTROMED-Unternehmen bieten eine umfangreiche Palette an produktbegleitenden Dienstleistungen und Services an: von Schulungen und Beratungen durch qualifizierte Medizinprodukte-Berater, über Informationsveranstaltungen und Produktdemonstrationen bis hin zur Bereitstellung von Testgeräten oder Unterstützung in Logistik, Transport und Lagerung. Der Grund dafür ist nicht allein in der gesetzlichen Normierung von Schulungen zu sehen: Die bei Weitem stärksten Motive für

Nachgefragt bei ...

... Direktor Nikolaus Koller, MAS, MBA akad. KH-Manager, Betriebsdirektor im LKH Bruck an der Mur, Vorsitzender der Vereinigung der Krankenhausdirektoren der Steiermark, Präsident der Bundeskonferenz der Krankenhaus-Manager Österreichs (BUKO)


„Dienstleistungen und Services sind gesetzlich vorgeschrieben.“ Heimische Medizinprodukte-Unternehmen bieten eine Reihe von produktbegleitenden Dienstleistungen und Services an. Welchen Stellenwert hat dieser Mehrwert bei den Anwendern? Produktbegleitende Dienstleistungen und Services sind je nach Anwendungsschwierigkeit eine notwendige Unterstüt-

das Angebot produktbegleitender Dienstleistungen und Services sind die Erhöhung der Kundenbindung und -zufriedenheit sowie die Sicherheit von Patienten und Anwendern, aber auch der Weg zu Produktverbesserungen und Innovationen. Immerhin sind rund drei Viertel der befragten MedizinprodukteUnternehmen überzeugt, dass Kundenservice und produktbegleitende Dienstleistungen in Zukunft für den Markterfolg an Bedeutung gewinnen werden.

zung für den Nutzer, welche auch durch gesetzliche Vorgaben wie zum Beispiel das Medizinproduktegesetz mit der Betreiberverordnung vorgegeben ist. Daher wird dieser Stellenwert als hoch eingeschätzt.

Abteilung verantwortliche Gerätekoordinator. Techniker erfahren einerseits Grundschulungen zu gesetzlichen Anforderungen, Normen und Richtlinien und andererseits gerätespezifische Schulungen.

Innovative Produkte erfordern ein hohes Maß an Service, zum Beispiel in Form von Schulungen. Wie stellen Krankenhäuser sicher, dass das Personal auf dem aktuellen Stand des Wissens ist und Produkte „richtig“ und damit sicher zur Anwendung kommen? Auch die Schulung von Medizinprodukten ist durch den Gesetzgeber geregelt. In den Schulungspässen werden diese Schulungen zum Nachweis dokumentiert. Jeder Anwender von Medizinprodukten wird über diese Notwendigkeit bereits bei der Mitarbeitereinführung in Kenntnis gesetzt. Die Koordination dieser Schulungen übernimmt der für die

Welche Wünsche haben Sie an die Hersteller von Medizinprodukten in puncto Servicequalität? Primär wünschen wir uns bei der Anschaffung von Medizinprodukten ein Übereinkommen über die Differenzierung der Fremd- oder Eigenleistung im Ser­ vicebereich. Danach sollten die erforderlichen Schulungen der Anwender und Techniker erfolgen. Unter hoher Servicequalität verstehe ich eine rasche Reaktionszeit, hohe fachliche Kompetenz sowie eine Unterstützung bei First Line Service der hauseigenen Techniker und Anwender. Mit Service Callcentern hatten wir bis dato keine guten Erfahrungen.


Das Medizinprodukt Sonderheft 01/13

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Fehlende Anerkennung

... Dipl. BW. Christian Braun, Geschäftsführer, B. Braun Austria GmbH

Nachgefragt bei ...

„Geiz ist nicht geil.“ Heimische Medizinprodukte-Unternehmen bieten eine Reihe von produktbegleitenden Dienstleistungen und Services – über das gesetzliche Maß hinaus – an. Die Kosten spiegeln sich nicht immer im Produktpreis wider. Schätzen Kunden das Service? Aus der aktuellen Studie der AUSTROMED zur wirtschaftlichen Bedeutung von Medizinprodukte-Unternehmen in Österreich geht hervor, dass die Servicequalität doch sehr geschätzt wird, vor allem von den großen Holdings. Damit wird aber auch eine große Verantwortung auf die Lieferanten übergewälzt, die nicht immer auch auf den entsprechenden finanziellen

Kundenservice und produktbegleitende Dienstleistungen werden auch in Zukunft für den Markterfolg ausschlaggebend sein.

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Fakt ist aber auch, dass die Unternehmen immer wieder mit mangelnder Anerkennung dieser Leistungen am Markt zu kämpfen haben. Werden andere Länder von heimischen Einkäufern verstärkt als Preis-Benchmark herangezogen und wird ausländischen Einkaufsgenossenschaften durch Billigangebote der Markt geöffnet, so bleiben heimische Anbieter im wahrsten Sinne auf ihrer hochwertigen Leistung sitzen, denn: Wird lediglich der reine Produktpreis verglichen, ohne detaillierte Produktspezifikationen bzw. Value Added Services zu berücksichtigen, so ist die – meist ausländische – Konkurrenz billiger. Dass dieser Kostenfaktor nicht zu vernachlässigen ist, zeigt letztlich auch die Einschätzung der Medizinprodukte-Unternehmen, die immerhin von einem Anteil der Service-, Beratungs- und Schulungskosten von rund 25 Prozent am Gesamtpreis ausgehen. n

Gegenwert trifft. Das ist ein Widerspruch. Leistung kostet nun einmal Geld, was sich im Produktpreis wiederfinden muss. Auf Preiserhöhungen wird sich das Gesundheitswesen einstellen müssen, weil die Anforderungen steigen werden. Gründe dafür sind nicht zuletzt die rechtlichen Rahmenbedingungen, wie etwa verschärfte Zulassungsbedingungen. Innovative Produkte erfordern ein hohes Maß an Service, zum Beispiel in Form von Schulungen. Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Produkte „richtig“ und damit sicher zur Anwendung kommen? Je innovativer und technisch aufwendiger ein Produkt ist, desto größer ist der Schulungsbedarf. Wir haben am Standort in Österreich den Vorteil, dass wir dazu auf sehr gut ausgebildete Mitarbeiter zurückgreifen können, alles Medizinprodukte-Berater im Sinne des Gesetzes. Das stellt auch die richtige Anwendung sicher. Und das ist gut so, denn falsche Anwendungen gehen immer zulasten der Sicherheit – von Patienten und Mitarbeitern!

Welche Wünsche haben Sie an die „Gesundheitspolitik von morgen“ im Hinblick auf die Servicequalität der Medizinprodukte? Wir müssen wegkommen von der „Geiz ist Geil“-Mentalität im Beschaffungs­ wesen und hin zu einer sinnvollen Einkaufspolitik von hochqualitativen Medizinprodukten, die dazu beitragen die Gesamtprozesskosten zu reduzieren. Ein billiges Produkt bringt dem Anwender nichts, wenn es kein Service und keine Begleitung etwa im OP gibt. Die Prozesskosten werden mit qualitativ schlechten Produkten und fehlendem Service künstlich in die Höhe getrieben, weil sich dann der Anwender entweder selbst um den After-Sales-Service kümmern oder mit schlechteren Ergebnissen im Patientenoutcome rechnen muss. Hier zitiere ich gerne einen rumänischen Staatssekretär, der gesagt hat: „Unser Land ist zu arm, um sich billige Produkte leisten zu können.“ Auf Österreich umgelegt heißt das für mich: So reich kann Österreich gar nicht sein, dass wir uns eine „Geiz ist Geil“-Mentalität leisten können.


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Das Medizinprodukt Sonderheft 01/13

CSR

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht! Im modernen Informations- und Kommunikationszeitalter sind Vertrauen und Glaubwürdigkeit zentrale Wettbewerbsfaktoren, allen voran für jene ­Unternehmen, die sich im Gesundheitsmarkt bewegen.

Mag. Daniela Knieling, Geschäftsführerin­ respACT – austrian business council for sustainable development, ­Österreichs führende Plattform zu Corporate ­Social ­Responsibility und Nachhaltiger Entwicklung,­ www.respact.at

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Unternehmensgröße und dem CSREngagement? Dass CSR keine Frage der Unternehmensgröße ist, bestätigen die zahlreichen KMUVorreiterbetriebe in unserem Netzwerk. Zu

INFO

Corporate Social Responsibility (CSR) ist ... ... die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Das Konzept liefert Unternehmen eine Grundlage, um auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Interessensgruppen zu integrieren. Der Nutzen für ein Unternehmen besteht im Erhalt und Ausbau der Reputation des Unternehmens, der Risikominimierung und damit der Sicherung der langfristigen Lebensfähigkeit des Unternehmens.

Warum muss CSR mehr sein als nur „Imagepolitur“? Um langfristig erfolgreich zu sein, braucht es mehr als bloße Einzelaktivitäten zur Aufbesserung des Images. Die unternehmerischen Anspruchsgruppen – seien es Kunden, Mitarbeiter oder Anrainer – durchschauen sehr schnell, ob sich das Unternehmen ernsthaft mit seinen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft auseinandersetzt und entsprechend verantwortungsvoll handelt. Corporate Social Responsibility führt nur dann langfristig zum Erfolg, wenn es strategisch im Unternehmen aufgesetzt ist, das Kerngeschäft adressiert und von der Unternehmensführung getragen wird.

Vorbei ist die Zeit der „grünen Mäntelchen“ – aktives und ehrliches Handeln ist gefragt. Corporate Social Responsibility (CSR) ist das Stichwort – die gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen über die gesetzlichen Forderungen hinaus –, das daher auch zunehmend an Bedeutung in den befragten Medizinprodukte-Unternehmen gewinnt. Der Stellenwert von CSR kann als hoch eingestuft werden und ist im Vergleich zur letzten Untersuchung im Jahr 2007 weiter angestiegen. Bereits in mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen existieren CSR-Leitlinien bzw. ein

den speziellen Angeboten unserer Plattform für KMU zählen beispielsweise ein eigener Leitfaden für Einpersonenunternehmen oder die bereits etablierte Projektreihe „Erfolg mit FAIRantwortung“, im Rahmen derer rund 20 Betriebe pro Bundesland professionelle Unterstützung bei der Erstellung von CSR-Strategien und einigen Nachhaltigkeitsberichten erhalten erhalten. Seit 2008 nahmen bereits über 100 heimische KMU an diesem Projekt teil. Wie weisen Unternehmen der interessierten Öffentlichkeit am besten nach, dass sie gesellschaftlich verantwortlich handeln? Ein gutes Instrument bietet der Nachhaltigkeitsbericht, der Transparenz und Vergleichbarkeit schafft. Darüber hinaus braucht es einen kontinuierlichen, offenen und ernst gemeinten Dialog mit den unternehmerischen Stakeholdern, um Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft sowie tragfähige, vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen. n über den AUSTROMED-Kodex hinausgehender Verhaltenskodex. In weiteren 5,6 % der Unternehmen ist die Implementierung eines solchen geplant. Rund ein Viertel der befragten Unternehmen wählt seine Geschäftspartner nach Möglichkeit hinsichtlich ihres Engagements bzgl. CSR/Nachhaltigkeit aus. In ebenso vielen Unternehmen existiert ein jährliches CSR-Budget. Ein geringer, jedoch im Vergleich zu 2007 deutlich gewachsener Prozentsatz der Unternehmen (14,8 %) ist Mitglied in einer nationalen oder internationalen CSR-Initiative oder Plattform.


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Das Medizinprodukt Sonderheft 01/13

Aus- und Weiterbildung

Jeder Mitarbeiter zählt

Die geschätzte jährliche ­Arbeitszeit, die Mitarbeiter der Medizinprodukte-Unternehmen bei Kunden im Rahmen von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen verbringen, beträgt rund 1.380 Stunden. Quelle: IWI-Studie, 2013

Eines der obersten Ziele der AUSTROMED-Akademie ist die Förderung von qualitativ hochstehenden Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter der Mitglieder. Gerade im Gesundheitswesen bedeuten bestens ausgebildete Mitarbeiter nicht nur Kompetenz für das Unternehmen im Kontakt mit dem Kunden, sondern letztlich mehr Sicherheit für Patienten und Anwender.

Erfolgsfaktor Bildung Nahezu alle befragten Unternehmen geben an, im letzten Geschäftsjahr Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt zu haben. Im Schnitt umfasst die dafür aufgewendete jährliche Arbeitszeit 774,2 Stunden, wobei die überwiegende Mehr-

... Richard Limbeck, AUSTROMED-Akademie

Nachgefragt bei ...

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Eine wesentliche Grundlage für den Erfolg jedes Unternehmens bilden seine Mitarbeiter. Investitionen in die Aus- und Fortbildung sind die Basis für eine langfristig positive Entwicklung.

Welche Strategie verfolgt die AUSTROMED-Akademie mit ihrem Angebot? Investitionen in die Aus- und Fortbildung bilden die Basis für eine langfristig positive Entwicklung. Gerade im Gesundheitswesen bedeuten bestens ausgebildete Mitarbeiter vor allem ein großes Maß an Sicherheit, sowohl für Patienten als auch für die Anwender unserer Produkte. Welche rechtlichen Grundlagen gibt es für die Ausbildung? Dem Sicherheitsaspekt trägt auch das Medizinproduktegesetz Rechnung, indem es an die medizinische und medizintechnische Sachkenntnis und allgemein an den permanent hohen Ausbildungsstand der Medizinprodukte-Berater besonders hohe Ansprüche nor-

heit der befragten Unternehmen weniger als 500 Stunden und nur ein kleiner Teil mehr als 2.000 Stunden dafür angibt.

Kunden im Fokus Neben der Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern sind die österreichischen Medizinprodukte-Unternehmen ebenso stark in der Aus- und Weiterbildung von Kunden engagiert. 88,9 Prozent der befragten Unternehmen geben an, im letzten Geschäftsjahr entsprechende Maßnahmen für Kunden durchgeführt zu haben. Die Gründe liegen einerseits in gesetzlichen Regelungen, die zum Beispiel Geräteschulungen vorsehen, aber auch darüber hinausgehende Leistungen sind häufig Teil der Produktpakete.  n

miert. Um den gesetzlichen Anforderungen schon jetzt Rechnung zu tragen, hat AUSTROMED seit dem Inkrafttreten des Medizinproduktegesetzes Standards für die Ausbildung von Medizinprodukte-Beratern gesetzt und mit der Akademie umgesetzt. Wie wird man Medizinprodukte-Berater? Die Ausbildung besteht aus zwei Teilen: dem theoretischen Basiswissen aus Medizin und Recht einerseits und dem produktspezifischen Wissen andererseits. Um diese rechtlichen Grundlagen umzusetzen, müssen die Unternehmen ihre Medizinprodukte-Berater regelmäßig schulen. Der Nachweis erfolgt durch eine Dokumentation, das heißt, dass jede Schulung die im Unternehmen durchgeführt wird, auch zu bestätigen und zu dokumentieren ist – zur Sicherheit des Teilnehmers und zur Sicherheit des Unternehmens.


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