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ISSN 2223-1080

Der Kopf steckt im Sand

P.b.b. GZ 09Z038040, „Das Medizinprodukt“, Seidengasse 9/Top 1.1, 1070 Wien

© Andrey_Kuzmin –shutterstock.com

Warum Diabetes immer noch nicht ernst genommen wird Seite 8

24 | Tumortherapie Vorderes Resektionssyndrom erfordert mehr Aufklärung 26 | Wundreport 2015 Versorgungslücken werden evident www.das-medizinprodukt.at

40 | Krankenhaus 2.0 Wie eine bedarfsgerechte Planung aussehen kann


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Mag. Philipp Lindinger Geschäftsführer AUSTROMED UNVERZI

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EDITORIAL

Qualität fürs Leben – Medizinprodukte machen es möglich! Ein Leben ohne Medizinprodukte wäre undenkbar – man stelle sich einen Operationssaal ohne Medizinprodukte vor: ein weißer, weitestgehend leerer Raum mit einigen Ärzten und Krankenschwestern, die in Unterwäsche auf am Boden liegende, unbekleidete Patienten schauen. Das muss man sich immer vor Augen führen, wenn es um das Thema Medizinprodukte geht. Mit dem Slogan „Qualität fürs Leben – Medizinprodukte machen es möglich!“ startete Anfang November eine AUSTROMED-Imagekampagne für Medizinprodukte. Die Kampagne soll aufzeigen, wie wichtig Forschung und Entwicklung als Basis für immer effizientere, qualitativ hochwertigere und innovativere Medizinprodukte sind. In den vergangenen Jahrzehnten haben Medizinprodukte einen Quantensprung in der Entwicklung gemacht. Selbst bei einfachen Produkten steckt enorm viel Know-how dahinter – vieles davon ist „Made in Austria“. Um diese Innovationen dem Patienten zur Verfügung stellen zu können, ist es erforderlich, dass auch Politik, Sozialversicherungen, Krankenhäuser und viele mehr verstärkt den Nutzen eines Produktes erkennen und nicht lediglich auf die Kosten schauen. Ziel der Imagekampagne ist, Medizinprodukten in der Öffentlichkeit einen entsprechenden Platz zu geben und aufzuzeigen, wie vielfältig diese den Menschen zugutekom-

men und dabei gleichzeitig helfen, hohe Folgekosten für das Gesundheitswesen zu reduzieren. Passend dazu lässt sich der Titel der diesjährigen AUSTROMED Herbstgespräche „Kosten, Nutzen und Zukunft von Innovationen im Gesundheitswesen“ ableiten (einen umfassenden Bericht finden Sie auf Seite 48). Nach einer einleitenden Keynote von Dr. Thomas Czypionka vom Institut für Höhere Studien hat die Diskussionsrunde eines klar gezeigt: Es herrscht Einigkeit über die Auffassung, dass ohne sektorenübergreifende Sicht der Dinge­keine umfassenden Einsparungspotenziale im Gesundheitswesen gehoben werden können. Der Weg dorthin muss jedoch mutig beschritten und alte Strukturen über Bord geworfen werden – einmal mehr betont die AUSTROMED, mit und nicht bei Medizinprodukten zu sparen, um Lebensqualität und Sicherheit der Patienten weiterhin steigern zu können!

Ihr Philipp Lindinger Geschäftsführer AUSTROMED

ABO-BESTELLUNGEN UND ­ ADRESSÄNDERUNGEN unter a.kogler@medmedia.at Tel.: 01 407 31 11-24

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Fokus: Diabetes Primärversorgung: Neue Chancen auf bessere Diabetes-Versorgung?  Der Kopf steckt im Sand: Die vernachlässigte Volkskrankheit Therapie des frühen Typ-2-Diabetes Guidelines contra Lebensqualität Produktradar: Blutzuckermessgeräte

Medizin & Wissenschaft 06 08 10 12 16

Allgemeines AUSTROMED Herbstgespräche Kampagne: Mehr Aufmerksamkeit für Medizinprodukte Kongresse und Termine Schlusswort Impressum 4 DAS MEDIZINPRODUKT 05/15

Unfallchirurgie: Stufenmodell für eine bessere Versorgung Nosokomiale MRSA-Infektionen wirksam vermeiden Individuelle Tumortherapie Funktionelle Einschränkungen nach Tumortherapie

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Produkte & Anbieter 48 49 50 51 51

Produktradar: Krankenzimmerausstattung Firmenporträt: Medtronic Firmenporträt: icotec AG

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INHALT

Pflege & Home Care Wundreport 2015: “Hinter jeder Wunde steckt ein Mensch” Arbeitsplatz Krankenhaus: Vereinbarkeit von Beruf und Familie entscheidet  Assessment- & Screening-Instrumente ­unterstützen den Pflegeprozess Dekubitusprävention: Positionspapier für mehr Sicherheit und Qualität

Politik, Verwaltung & Management 26 28 31 34

14. Europäischer Gesundheitskongress: ­Ökonomisierung der Gesundheit Branchennews  Krankenhausplanung 2.0 Gastkommentar: Risikobewertung von ­Polihexanid

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FOKUS: DIABETES

ry E a im CAR r P TH AL nter E H Ce

Primärversorgungszentren (PHC)

Neue Chancen auf bessere Diabetes-Versorgung? u Die spitalslastige Versorgung von Diabetespatienten belastet die ohnehin knappen Ressourcen im Gesundheitssystem. u Die steigende Zahl der Betroffenen erfordert rasche Lösungen. u Primärversorgungszentren könnten Abhilfe schaffen. n Fachambulanzen, beim Facharzt oder beim niedergelassenen Allgemeinmediziner fehlt es an Ressourcen zur Betreuung chronisch Kranker. Das spüren auch die etwa 600.000 Typ2-Diabetiker in Österreich, die neben ihrer Erkrankung vor ­allem mit strukturellen Mängeln zu kämpfen haben: die Überlastung im Spitalssektor, die fehlende Refundierung von Betreuungsleistungen im niedergelassenen Bereich und ein ­ Disease-Management-Programm, das weit weg von „flächendeckender Versorgung“ läuft. Eine fehlende multiprofessionelle Infrastruktur verschärft die Situation, denn gerade bei ­Diabetes wäre die Zusammenarbeit mit Diätologen, Bewegungsexperten, Physiotherapeuten oder Wundmanagern dringend erforderlich.

Chronisch Kranke profitieren Je früher eine adäquate Betreuung einsetzen würde, umso besser – sprich kostengünstiger und Lebensqualität verlängernder – wäre das Ergebnis für Betroffene und für das System. Viele

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Patienten würden gar nicht erst in den Ambulanzen landen, wenn sie schon rechtzeitig im niedergelassenen Bereich adäquat betreut gewesen wären. Derzeit ist der niedergelassene Bereich über weite Strecken aber nicht versorgungswirksam. Primärversorgungszentren bieten daher durchaus eine große Chance, den Spitalsbereich zu entlasten und gleichzeitig eine standardisierte und flächendecke Versorgung für jene sicherzustellen, die auch die ärztliche Versorgung am dringensten benötigen, nämlich chronisch Kranke. Die geplanten Primärversorgungeinrichtungen (PHC) sollen kürzere Wartezeiten, längere Öffnungszeiten und eine Entlastung der überforderten Ambulanzen bringen.

Kurze Wege sparen Geld Eine zentrale Drehscheibe in der Primärversorgung soll nach wie vor der Hausarzt sein. „Ob in einem Zentrum, als einzelne Praxis oder in einem losen Netzwerk ist für den Patienten nicht so wichtig. Wir wissen aus Umfragen, dass 93 % der Befragten

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FOKUS: DIABETES

den Hausarzt als ersten Ansprechpartner besonders schätzen“, gibt Prim. Dr. Reinhold Pongratz, Ärztlicher Leiter der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse, Einblick. Gefragt sind daher neue Formen der Zusammenarbeit, die gewährleisten, dass das auch so bleibt und darüber hinaus noch weitere Vorteile, wie etwa eine Versorgung zu Randzeiten oder die Bündelung von Know-how, möglich werden. „PHCs schaffen Vernetzung und Versorgungskoordination gleichzeitig, sie sorgen für kurze Wege und entlasten damit das Gesamtsystem“, so Pongratz.

Diabetiker-Betreuung unattraktiv Versorgungszentren schaffen zweifelsohne Vorteile für Arzt und Patienten und damit wohl erst recht für jene, die regelmäßig Betreuung benötigen. Derzeit ist dieser Aufwand für die niedergelassenen Mediziner Typ-2-Diabetiker zu betreuen – mit Aus­ nahme jener im Disease-Management-Programm – mangels Refundierung aber wenig attraktiv. „Nur weil ein Bäcker lange offen hat, sind seine Brötchen nicht besser“, bremst Univ.-Prof. Dr. Thomas Wascher, Präsident der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG), die Euphorie für PHCs. Er plädiert dafür, dass auch die Qualifikation der Mediziner nachziehen muss und verweist auf Vorbilder, wie etwa in Deutschland. „Wer sich zur Betreuung von Diabetikern nachgewiesenermaßen fortbildet,

der kann auch andere Abrechnungsposten geltend machen“, beschreibt Wascher die Vorteile.

Ist drinnen, was drauf steht? Weniger Arztstunden in den Spitälern führen zwangsläufig dazu, dass komplementäre Leistungsanbieter diese zunehmend spürbare Versorgungslücke füllen müssen. „Die Frage für mich ist, was PHCs tatsächlich anbieten können“, gibt sich auch Prim. Dr. Peter Fasching, Vorstand der 5. Medizinischen Abteilung im Wilhelminenspital, vorsichtig optimistisch. Vieles, was derzeit im intramuralen Bereich als selbstverständliche Leistung wahrgenommen wird, wird der niedergelassene Sektor schon allein aus Ressourcengründen nicht anbieten können. „Dazu zählen etwa fremdsprachige Angebote vor allem in Ballungszentren oder die Notfallversorgung rund um die Uhr“, ist Fasching überzeugt und setzt nach: „Ob das im Spital wirklich immer teurer ist, lässt sich derzeit mangels verfügbarer Daten kaum feststellen.“ Preis und Leistung gegenüberzustellen, wird auch einem PHC schlussendlich nicht erspart bleiben. Nur mehr in Expertennetzwerken zu arbeiten ist sicher keine praxistaugliche Lösung, weil dann vor allem multimorbide Patienten, die mehr Generalisten benötigen, auf der Strecke bleiben könnten. n

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FOKUS: DIABETES

Der Kopf steckt im Sand u Seriöse wissenschaftliche Arbeiten legen nahe, dass in Industrienationen zumindest 12,5 % aller Todesfälle auf Diabetes mellitus zurückgeführt werden können. u Gelingt es nicht, präventive Strategien gegen die Erkrankung auf vielen Ebenen zu ­etablieren, wird die Zahl der Todesfälle aufgrund von Diabetes mellitus in den nächsten Jahren weiter steigen.

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ie steigende Zahl an Diabetes mellitus-Fällen, die damit verbundenen Folgeerkrankungen, aber auch die daraus resultierenden enormen Kosten für das Gesundheitssystem werden in Fachkreisen ständig thematisiert. In der öffentlichen Wahrnehmung und in der politischen Diskussion wird dem Thema allerdings viel zu wenig Bedeutung beigemessen.

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Diabetes mellitus wird auch als „nicht wahrgenommene Volkskrankheit“ bezeichnet. Wir haben viele Informationsangebote, warum hilft diese Aufklärung nicht? Informationen sind nur die halbe Miete. Ein Faktor ist die Umsetzung. Wir sprechen von einer Erkrankung, die über lange Zeit keine wirklichen Schmerzen verursacht und deren Tragweite daher auch nicht ernst genommen wird. „Wie geht es mir in 15 Jahren“ – diese Frage stellen sich die Betroffenen zu Beginn kaum, meist erst dann, wenn es viel zu spät ist. Und wir sprechen von einer Erkrankung, die kein besonders gutes Image hat, denn immer noch ist die Überzeugung groß, dass die Ursache ein Lebensstilversagen ist und daher die Betroffenen „lediglich“ ihren Lebensstil verbessern müssten und alles wäre wieder gut. Wo liegt derzeit noch Forschungsbedarf? Wir wissen sehr viel über die Behandlung und die Folgeerkrankung. Was wir jetzt dringend brauchen, ist die Versorgungsfor-

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Zahlen über Diabetes-Tote sind wenig alarmierend, aber auch nicht aussagekräftig, weil Menschen nicht mehr am Diabetes per se versterben, sondern an seinen Folgeerkrankungen. So hat etwa das Karolinska Institut in Stockholm erhoben, dass jeder zweite Mensch, der einen Herzinfarkt erleidet, Diabetes hat, aber zwei von fünf dieser Diabetiker vor dem Infarkt nicht wussten, dass sie die Erkrankung haben. Seriöse wissenschaftliche Arbeiten legen nahe, dass in Industrienationen zumindest 12,5 % aller Todesfälle auf Diabetes mellitus zurückgeführt werden können. Bereits jetzt werden die direkten Kosten des Diabetes und seiner Folgeerkrankungen in Österreich auf 4,8 Mrd. Euro pro Jahr geschätzt. Je nach Vorhandensein von Folgeerkrankungen liegen die Gesundheitskosten eines Menschen mit Diabetes mellitus um 30 bis 400 % über jenen eines Nicht-Diabetikers. Für Diabetiker lassen sich daher auf Basis aktueller Zahlen und Trends Kosten von mehr als acht Mrd. Euro prognostizieren. Mit „FACE DIABETES“ will die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) in der Öffentlichkeit die Wahrnehmung für Diabetes und seine Prävention schärfen.


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Univ.-Prof. Dr. Thomas C. Wascher Hanusch-Krankenhaus, 1. Medizinische Abteilung, Präsident der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG)

schung sowie mehr Input über die Beeinflussung der Motivation der Betroffenen. Wir haben ausreichende und gut wirksame Behandlungsstrategien, leider sind viele mangels Adherence fast wirkungslos.

Bewegungslosigkeit und Falschernährung sind zwei Hauptaspekte, die auf eine scheinbar resistente Gesellschaft treffen. Beides hat weniger mit Medizin als viel mehr mit sozialpolitischen oder gesellschaftspolitischen Faktoren zu tun. Woher muss das Engagement für eine Lösung kommen? Das ist der Grund, warum wir FACE DIABETES ins Leben gerufen haben. Wir wollen signalisieren, dass Diabetes uns alle angeht, es ist ein gesellschaftliches Problem und längst kein medizinisches mehr. Unsere Umwelt fördert einen ungesunden Lebensstil. Wer also an Diabetes erkrankt, hat doppeltes Pech: eine genetische Prädisposition und ein Umfeld, das den Ausbruch der Krankheit massiv fördert. Warum haben wir immer noch kein flächendeckendes, qualitätskontrolliertes Disease-Management-Programm? Diabetes braucht eigenverantwortliche Patienten, das erfordert

ein Umdenken in der gesamten Versorgungslandschaft. Die Pille, die alles wieder gut macht, gibt es eben nicht.

Allgemeinmediziner und Internisten gelten als erste Anlaufstelle – braucht es hier noch mehr Bewusstseinsbildung oder Zusatzqualifikation? Ja, es braucht vor allem Zusatzqualifikationen. In Deutschland gibt es ein sehr erfolgreiches Modell, das diese Weiterbildung auch honoriert im Sinne von Verrechnungspositionen, die es derzeit für Ärzte, die Diabetespatienten betreuen, nicht gibt, außer sie sind Mitglied bei „Therapie aktiv“. Die ÖDG hat ein passendes Curriculum dazu bereits in der Schublade. Wie steht es um die Etablierung eines Diabetesregisters? Dazu gibt es nur Ansätze. Österreich ist kein „Registerland“, da sehe ich einer Lösung sehr pessimistisch entgegen. Der Handlungsbedarf scheint enorm, was sind aktuell Ihre dringlichsten Wünsche? Die Zusatzqualifikationen und die Einbettung des Themas in die Primary-Health-Care-Diskussion. n


FOKUS: DIABETES

Therapie des frühen Typ-2-Diabetes u Die Intensivierung der antidiabetischen Therapie findet in der täglichen Praxis oft viel zu zögerlich statt. u Das Spektrum der verfügbaren Substanzen wurde in den letzten Jahren kontinuierlich ­erweitert. So wurden bessere Möglichkeiten für eine individuell angepasste Therapie ­geschaffen. and in Hand ziehen die beiden weltweiten Pandemien von Typ-2-Diabetes und Adipositas auch über Österreich hinweg und hinterlassen aktuell über 900.000 adipöse Österreicher sowie eine Diabetesprävalenz von 8–9 %. Die vor allem in jüngeren Altersgruppen stark zunehmende Adipositas wird einerseits durch bewegungsarme Alltagsgestaltung sowie andererseits durch hochkalorische Ernährung begünstigt. Studien legen nahe, dass diese jungen Patienten ein deutlich erhöhtes kardiovaskuläres Risikoprofil aufweisen, was sich auch tatsächlich im verfrühten Auftreten von mikro- und makrovaskulären Komplikationen widerspiegelt. Gerade deshalb sowie aufgrund der zu erwartenden längeren Diabetesdauer muss dieses Patientenkollektiv ­besonders effektiv und konsequent behandelt werden. Die Therapie eines neu diagnostizierten Typ-2-Diabetes mellitus hat zunächst recht klare Konturen: Alle namhaften internationalen Guidelines wie auch die Leitlinien der Österreichischen Diabetesgesellschaft (ÖDG) geben den behandelnden Ärzten klare Vorgaben darüber, wie das Vorgehen nach Dia­ gnosestellung eines Typ-2-Diabetes mellitus auszusehen hat. Eine Errungenschaft der letzten Jahre ist, dass jeder Patient in Abhängigkeit von Diabetesdauer, Hypoglykämierisiko und Komorbiditäten eine „maßgeschneiderte“, individuelle Therapie erhalten soll.

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Spätkomplikationen vermeiden Dass eine nötige Therapieintensivierung in der Praxis allerdings oft viel zu zögerlich abläuft, konnte eine große retrospektive Kohortenstudie (Khunti et al., Diabetes Care 2013) an über 80.000 britischen Patienten eindrucksvoll dokumentieren. So vergingen durch die „clinical inertia“ (oder „klinische Trägheit“) der behandelnden Ärzte bei Patienten, die eine Therapie mit einem oralen Antidiabetikum und einen HbA1c >7 % hatten, im Durchschnitt über zwei Jahre, bis die orale Therapie erweitert wurde. Wenn bereits zwei Substanzen eingenommen wurden, stieg der Wert bis zur weiteren Therapieintensivierung sogar auf über sieben Jahre an. So vergehen wertvolle Behandlungsjahre, die eine entscheidende Rolle in der Verhinderung von diabetischen Spätkomplikationen darstellen. Erst ab dem Jahr 1990 wurde sukzessive in chronologischer Reihenfolge das Spektrum der oralen Antidiabetika um Alpha-Glucosidase-Hemmer, Glinide, Thiazolidinedione, GLP-1-RezeptorAgonisten, DPP-4-Inhibitoren und SGLT2-Inhibitoren erweitert. Dadurch wurden auch therapeutische Optionen geschaffen, die an unterschiedlichen Orten in der komplexen Pathophysiologie des Typ-2-Diabetes ansetzen und es ermöglichen, eine individuelle Therapie unter Berücksichtigung des jeweils vorrangigen pathophysiologischen Problems anbieten zu können.

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Links: Prim. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Ludvik Rechts: Dr. Florian Höllerl 1. Medizinische Abteilung mit Diabetologie, Endokrinologie und Nephrologie, Krankenanstalt Rudolfstiftung, Wien

Gesundheitsökonomische Vorteile Metformin vereint zahlreiche Anforderungen an ein antidiabetisches Medikament und ist daher momentan zu Recht als Goldstandard zu betrachten. So besteht einerseits ausreichend klinische Erfahrung sowohl die effiziente und anhaltende Wirksamkeit als auch die Sicherheit betreffend. Andererseits kommt es auch zu einer günstigen Beeinflussung des Körpergewichtes, in Studien konnten immer wieder positive kardiovaskuläre Effekte nachgewiesen werden und schließlich scheint Metformin das erhöhte Risiko für maligne Erkrankungen anderer antidiabetischer Substanzen wieder abzuschwächen. Nicht zuletzt sollen auch die gesundheitsökonomischen Vorteile an dieser Stelle erwähnt werden. Da generell bei Medizinern eine ausreichende Sensibilisierung bezüglich Dosisreduktion bzw. Beendigung der Therapie bei eingeschränkter Nierenfunktion vorliegt, spielt die häufig gefürchtete Laktatazidose im Gegensatz zu den zahlreichen Vorteilen, die Metformin bietet, im klinischen Alltag eine deutlich untergeordnete Rolle. Der Einsatz von Sulfonylharnstoffen wird in den letzten Jahren zunehmend kritischer betrachtet. Vorteile der Sulfonylharnstoffe bestehen in der starken Wirksamkeit zu Therapiebeginn sowie in den niedrigen Therapiekosten. Die Dauer der metabolischen Kontrolle ist in aller Regel allerdings recht kurz und vor allem nach Dosissteigerung mit einer Zunahme des Körpergewichts und einem weiteren Anstieg des Hypoglykämierisikos vergesellschaftet. Die unphysiologische Stimulierung der Insulinsekretion dürfte mitverantwortlich für die immer wieder in Studien beschriebene substanzspezifische Risikoerhöhung für kardiovaskuläre Ereignisse sowie maligne Erkrankungen sein.

Neue Substanzklassen Kaum eine andere Substanzklasse hat eine so wechselhafte Geschichte hinter sich wie die Glitazone. Nicht zuletzt deshalb wird Pioglitazon – der einzig verbliebene Vertreter der Glitazone – trotz einer langen Liste an Vorteilen verhältnismäßig selten eingesetzt. Durch den Einsatz von GLP-1-Rezeptor-Agonisten wird die glukoseabhängige Insulinfreisetzung bei gleichzeitig supprimierter Glukagonsekretion stimuliert. Als weiteres therapeutisches Wirkprinzip wird auch das zentrale Sättigungsgefühl aktiviert, und es kommt zu einer Verzögerung der Magenentleerung. All dies führt zu einer ausgeprägten HbA1c-Senkung, die in diesem Ausmaß mit keinem anderen oralen Antidiabetikum erzielt werden kann. Gepaart ist dieser Effekt mit einer oft sehr deutlichen Gewichtsreduktion, die wiederum einen günstigen Effekt auf die Insulinresistenz hat. Wesentliche Nachteile dieser Substanzgruppe liegen in der Tatsache, dass GLP-1-Rezeptor-Agonisten nur subkutan appliziert werden können und es vor allem zu Therapiebeginn zu Übelkeit kommt, die mitunter zum Thera-

pieabbruch führt. Aktuelle Studien können die ursprünglichen Befürchtungen bezüglich Pankreatitiden sowie erhöhte Raten an Pankreaskarzinomen nicht bestätigen. Durch die zahlreichen Interaktionen mit dem Glukosestoffwechsel stellen die DPP-4 Hemmer eine interessante Wirkstoffgruppe dar: Einerseits erfolgt durch die Hemmung des Abbaus von GLP-1 eine Steigerung der Insulinsekretion und andererseits wird die hepatische Glukoseproduktion durch die verminderte Glukagonsekretion gebremst. Dies prädestiniert DPP-4-Hemmer auch als vielseitige Kombinationspartner. Wesentliche Vorteile der Substanzgruppe bestehen in der Gewichtsneutralität sowie der de facto fehlenden Gefahr für Hypoglykämien, wenn sie in Monotherapie sowie in Kombination mit Metformin oder Pioglitazon angewandt werden. Auch die allgemein gute Verträglichkeit spiegelt sich in den hohen Verschreibungsraten wider. Dem gegenüber steht eine relativ moderate HbA1c-Senkung. Das Wirkprinzip der SGLT2-Inhibitoren beruht auf einer gesteigerten Glukoseausscheidung, was einen völlig neuen therapeutischen Mechanismus darstellt. Ein großer Vorteil besteht auch darin, dass ihre Wirksamkeit völlig insulinunabhängig und damit auch an kein Stadium der Erkrankung gebunden ist. Dadurch erweisen sich SGLT2-Inhibitoren als hilfreiche Kombinationspartner gerade auch bei bereits fortgeschrittenem Krankheitsstadium sowie bei Insulintherapie.

Insulin und metabolische Chirurgie Der frühzeitige Einsatz von Insulin wird kontrovers diskutiert. Zwar zeigten sich in den mittlerweile vorliegenden prospektiv randomisierten Studien keine erkennbaren Hinweise für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko bzw. erhöhte Malignomraten im Zusammenhang mit einer (frühzeitigen) Insulintherapie, allerdings bleiben trotz zahlreicher Neuentwicklungen am Insulinmarkt die mit der Insulintherapie assoziierte höhere Gefahr für (schwere) Hypoglykämien sowie eine gesteigerte Gewichtszunahme. Neue langwirksame Insulinanaloga zeichnen sich durch eine Verminderung nächtlicher Hypoglykämien aus. Die Gewichtsreduktion durch bariatrische Eingriffe vermag nicht nur das Körpergewicht maßgeblich zu verringern, sondern mindert auch Komorbiditäten und vor allem bei Diabetikern die Mortalität. Die häufigsten Eingriffe, die derzeit zur Anwendung kommen, sind der Magenbypass und die Sleeve-Gastrektomie. Bei beiden Methoden kommt es zu einer günstigen Beeinflussung des Glukosestoffwechsels, der durch hormonelle Effekte bereits vor der eintretenden Gewichtsreduktion positiv verändert wird. So war es in Studien über einen 5-jährigen Beobachtungszeitraum möglich, eine Diabetesremission nach MagenbypassOperation bei knapp 75 % der Patienten nachzuweisen. Daher empfehlen die entsprechenden Fachgesellschaften bei Diabetikern ab einem BMI von über 35 kg/m² die bariatrische Operation als therapeutische Option. n

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FOKUS: DIABETES

Guidelines contra Lebensqualität u Die Anwendung einer Leitlinie kann dadurch erschwert werden, dass die Wünsche oder Bedürfnisse von Patienten nicht ausreichend berücksichtigt werden. u Im Idealfall können Patientenpräferenz und Behandlungsleitlinie durch die passende ­Kommunikation in Einklang gebracht werden.

Das Zusammenspiel Arzt-Patienten wirkt sich wesentlich auf die ­Compliance aus.

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eitlinien nationaler und internationaler Fachgesellschaften geben dem Betreuungsteam strukturierte Hilfe zur Behandlung des Diabetes mellitus und fokussieren meist in Form von Therapiepfaden auf die Medikamentenoptionen und deren Vor- und Nachteile. Neben diesen Grundlagen für die ärztlichen Empfehlungen müssen Patienten mit Diabetes täglich Entscheidungen treffen, die unmittelbar ihre Lebensqualität und das Risiko für Folgeerkrankungen beeinflussen. Wenn strikte Therapiepfade über die einzigartige Konstellation des Patienten mit seiner persönlichen Geschichte und Krankheitsanamnese gestülpt werden, stehen Guidelines nicht selten im Widerspruch zur Patientenpräferenz. Dadurch kann die Therapieadhärenz verschlechtert werden.

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Die Patientenpräferenz als Kriterium für gemeinsame Entscheidungen ist nur in wenigen Leitlinien verankert. Empfohlene Maßnahmen umzusetzen, liegt am Ende stets beim mündigen Patienten. Im Idealfall kann durch entsprechende Kommunikation und Information Patientenpräferenz und Behandlungsleitlinie in Einklang gebracht werden. Die Wissensübermittlung ist initial notwendig. Im Anschluss können die Informationen und die sich daraus ergebenden Vor- und Nachteile vom Patienten abgewogen werden. Das Ergebnis spiegelt dann die persönliche Vorliebe, die Präferenz des Patienten wieder. Die Komponenten für solch eine individuelle Kosten-Nutzen-Rechnung lassen sich großteils aus den Leitlinien extrahieren. Hierfür ist es von Vorteil, bereits bei der Erstellung dieser Leitlinien die Patienten und ihre Präferenzen einzubeziehen. In der Diabetesbehandlung ist die Auswirkung der Patientenpräferenz auf den Therapieerfolg auch nur eingeschränkt wissenschaftlich untersucht. In einer Cochrane-Analyse zeigte sich (allerdings bei Nichtdiabetikern) Evidenz für den Einfluss der Patientenpräferenz auf den Therapieerfolg. Patienten, die randomisiert ihrer favorisierten Behandlung zugeteilt worden waren, zeigten eine größere Besserung als Patienten, die nicht ihre bevorzugte Therapie erhalten hatten oder indifferent gegenüber der Therapiewahl waren. Einschränkend sei angemerkt, dass nicht alle Patienten das Konzept des „shared decision making“ annehmen wollen und dies bevorzugen. Der Effekt dieser Maßnahme, also die Einbeziehung des Patienten in die Therapieentscheidung, die über die übliche Information hinausgeht, wird in der Literatur durchaus kontrovers diskutiert. Je nach untersuchtem Kollektiv präferieren aber 16 bis 50 % der Patienten eine weitgehende Entscheidungsbeteiligung. Diese variiert nach soziodemografischen und krankheitsassoziierten Variablen. Diese Prioritäten werden auch in den Leitlinien diskutiert, sodass Patientenprioritäten und Leitlinien einander nicht ausschließen, sondern bei richtiger Umsetzung in den klinischen Alltag synergistisch zum Erfolg führen können. Therapieentscheidungen müssen also die genannten Faktoren berücksichtigen und von

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Kommunikation hilft


Dr. Lars Stechemesser Universitätsklinik für ­Innere Medizin I, Paracelsus ­Medizinische ­Privatuniversität – ­Landeskrankenhaus Salzburg

den Patienten zumindest akzeptiert und im besten Fall aktiv unterstützt werden. Dies können Patienten jedoch nur, wenn sie über die Konsequenzen ihrer Entscheidungen entsprechend aufgeklärt sind. Das ärztliche Gespräch ist sicherlich nicht die einzige, aber eine relevante Quelle für diese Informationen zu Vorund Nachteilen der Substanzen bzw. Therapiemaßnahmen. An dieser Stelle lässt sich wieder ein Bogen zu nationalen und internationalen Leitlinien spannen. Wenn die Informationen aus diesen Guidelines richtig angewandt werden, stehen diese keinesfalls im Gegensatz zur Patientenpräferenz. Ein strikter Entscheidungspfad ohne Berücksichtigung der individuellen Ziele des Patienten kann jedoch die Effektivität der eingesetzten Maßnahmen verringern.

Individuelle Therapie

Literatur beim Verfasser

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Die Individualisierung der Diabetestherapie war eine der größten Änderungen der letzten Jahre, sie allein bedeutet jedoch noch nicht automatisch, dass auch die Bedürfnisse des Patienten abgedeckt werden. Wenn die Vorlieben des Patienten erfasst und

in die Diskussion über den weiteren Behandlungsplan einbezogen werden, ist bereits ein wichtiger Schritt gesetzt. Am Beispiel der subkutanen Therapieoptionen zeigt sich häufig, wie wichtig dieser Schritt für den Therapieerfolg und die Adhärenz des Patienten ist. Die Barrieren vor Beginn einer solchen Therapie sind häufig und vielfältig, jedoch können diese Hürden meist abgebaut werden, wenn die jeweiligen Befürchtungen verbalisiert und im Rahmen einer fundierten Informationsübermittlung beleuchtet werden. Aktuelle evidenzbasierte Guidelines in der Hand des klinisch erfahrenen Behandlers stehen bei Einbeziehung des Patienten nicht im Widerspruch zur Patientenpräferenz, sondern können sich gegenseitig positiv beeinflussen. Besonders wertvoll wird dieser Synergismus, wenn Guidelines und Patienten dasselbe Ziel verfolgen: den Erhalt oder die Verbesserung der Lebensqualität trotz chronischer Erkrankung durch eine Bewältigung des Diabetes in allen betroffenen Lebensbereichen und verschiedenen Krankheitsstadien.  n

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FOKUS: DIABETES

Rasche Klarheit über die Messwerte Das jüngste Mitglied der OneTouch Verio® Familie, der OneTouch Verio Flex™, überzeugt durch sein schlankes Design, ist einfach einzurichten und sofort einsatzbereit. Die Blutzuckerselbstkon­ trolle kann so einfach, jederzeit, überall, schnell und genau durchgeführt werden.

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reich eingestellt werden. Bei jeder Messung erscheint auf dem Bildschirm des Messsystems ein Pfeil, der anzeigt, ob ein Ergebnis inner- (grün), unter- (blau) oder oberhalb (rot) der vom Anwender voreingestellten Bereichsgrenzwerte liegt. Die Bereichsgrenzwerte gelten für alle Blutzuckermessergebnisse. Dazu gehören Messungen, die vor oder nach Mahlzeiten, Medikationen und im zeitlichen Zusammenhang mit sonstigen Tätigkeiten, die Blutzucker beeinflussen können, durchgeführt wurden. Wie nützlich diese Ergebnisse für den Anwender sind, zeigen Ergebnisse aus einer Marktforschungsumfrage aus dem Vorjahr: 9 von 10 medizinischen Fachkräften meinen, dass es einem Anwender hilft, zu wissen, ob seine Messwerte­innerhalb oder außerhalb der Bereichsgrenzwerte liegen, um eine bessere Einstellung zu erzielen und seine Blutzuckerzielwerte zu erreichen. Das OneTouch Verio Flex™ Blutzuckermesssystem (PZN 4329808) ist ab sofort in Österreich erhältlich, verwendet die OneTouch Verio® Teststreifen und wird gemeinsam mit der OneTouch® Delica® Stechhilfe ausgeliefert.  n

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Ihre Patienten können ganz einfach ein KOSTENLOSES** Messsystem der OneTouch Verio® Produktfamilie bestellen, indem Sie den OneTouch® Kundenservice unter der gebührenfreien Rufnummer 0800-244 245 kontaktieren und den Code ATVU1 angeben (Mo.-Fr. 08:00-17:00) Mehr Informationen zu unseren Produkten finden Sie auch auf www.LifeScan.at Anzeige

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* Internationale Norm ISO 15197:2013: Testsysteme für die In-vitro-Diagnostik. Anforderungen an Blutzuckermesssysteme zur Eigenanwendung bei Diabetes mellitus. ** Vorbehaltlich der Berechtigung. Bitte beachten Sie vor Anwendung des Medizinproduktes auch die beiliegende Gebrauchsanweisung. © LifeScan, Division of Cilag GmbH International 2014 – CO/OTV/1214/0119 LifeScan, Johnson & Johnson Medical Products GmbH, Vorgartenstr. 206B, 1020 Wien, FN 185815h (Handelsgericht Wien); DVR: 3003947

09.07.15 15:15


FOKUS: DIABETES

FreeStyle Freedom Lite

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OneTouch Verio Flex™

O

Ja

Ja

Ja

Ja

Ja

J

Keine Codierung!

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Keine Codierung

No Coding Technologie

Nein

N

0,3 µl

0,6 µl

0,3 µl

0,6 µl

0,4 μL

0

20–500mg/dL

20–500mg/dL

10–600 mg/dl

10–600 mg/dl

20–600 mg/dL

2

Hämatokrit-Range

15–65%

30–60%

30–55 %

0–70 %

20–60 %

2

Enzymatik

GDH-FAD

GDH-NAD

GDH

FAD-GDH

GDH-FAD (Glukose-­ DehydrogenaseFlavinadenindinucleotid)

G D F

Ca. 16 Monate

Ca. 16 Monate

Ca. 18 Monate, 6 Monate nach dem Öffnen.

24 Monate ab Produktionsdatum

18 Monate 6 Monate nach dem Öffnungs­datum

1 6 Ö

Plasmaäquivalent

Plasmaäquivalent

Plasma

Plasma

Plasma-äquivalent

P

Nein

Nein

Kompatibel mit Diabass / SiDiary

Ja, mittels Glucofacts Deluxe Software

Ja, mit OneTouch® Zoom™ Pro Datenmanagement Software

J Z m

51 x 84 x 16 mm

59 x 86 x 0,8 mm

102 x 33 x 18,5 mm

97 x 31 x 18 mm

86 x 52 x 16 mm

8

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w

Systemgenauigkeit ISO-Norm (15197:2013) Codierung Probenmenge Messbereich

Haltbarkeit der Teststreifen

Kalibrierung Vernetzbar

Abmessungen (LBH)

Firma (Webadresse)

16 DAS MEDIZINPRODUKT 05/15


PRODUKTRADAR Blutzuckermessgeräte

OneTouch Verio®

OneTouch Verio®IQ

GlucoMen LX Plus

GlucoMen areo

Wellion CALLA Light

Wellion CALLA Mini

Ja

Ja

Ja

Ja

Erfüllt die ISO 15197:2013

Erfüllt die ISO 15197:2013

Nein

Nein

No coding

No coding

Kein Kodieren

Kein Kodieren

0,4 μL

0,4 μL

0,3 µl

0,5 µl

0,6 μl

0,6 μl

20–600 mg/dL

20–600 mg/dL

20–600 mg/dl

10–600 mg/dl

20–600 mg/dl

20–600 mg/dl

20–60 %

20–60 %

25–60% (mit HämatokritKompensation)

10–70%

30–55 %

30–55 %

GDH-FAD (Glukose-­ DehydrogenaseFlavinadenindinucleotid)

GDH-FAD (Glukose-­ DehydrogenaseFlavinadenindinucleotid)

GOD

GOD

Bei Glukoseoxidase (GOD) handelt es sich um ein Enzym, das hochspezifisch mit dem Traubenzucker im Blut reagiert. Bei dieser Reaktion entsteht Strom, der vom Messgerät in einen entsprechenden Blutzuckerwert umgerechnet wird.

Bei Glukoseoxidase (GOD) handelt es sich um ein Enzym, das hochspezifisch mit dem Traubenzucker im Blut reagiert. Bei dieser Reaktion entsteht Strom, der vom Messgerät in einen entsprechenden Blutzuckerwert umgerechnet wird.

18 Monate 6 Monate nach dem Öffnungsdatum

18 Monate 6 Monate nach dem Öffnungsdatum

24 Monate ab Produktionsdatum; 9 Monate ab Öffnen

24 Monate ab Produktionsdatum; 6 Monate ab Öffnen

Ca. 16 Monate originalverpackt bei korrekter Lagerung; 6 Monate ab dem Öffnen

Ca. 16 Monate originalverpackt bei korrekter Lagerung; 6 Monate ab dem Öffnen

Plasma-äquivalent

Plasma-äquivalent

Plasma referenziert

Plasma referenziert

Plasmakalibrierung

Plasmakalibrierung

Ja, mit OneTouch® Zoom™ Pro Datenmanagement Software

Ja, mit OneTouch® Zoom™ Pro Datenmanagement Software

Ja, mittels GlucoLog Pro Software

Ja, mittels GlucoLog Pro Software

Kompatibel mit Diabass / Sidiary / Diasend

Kompatibel mit Diabass / Sidiary / Diasend

80 x 52 x 25 mm

87 x 47 x 12 mm

98 x 58 x 17 mm

85 x 56 x 18 mm

69,6 x 62,6 x 23 mm (Messwert wird 2 cm groß angezeigt)

48 x 78 x 17 mm

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05/15 DAS MEDIZINPRODUKT 17


MEDIZIN & WISSENSCHAFT

Prim. Univ.-Prof. Dr. Mehdi Mousavi, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Unfallchirurgie

Unfallchirurgie:

Stufenmodell für eine ­bessere Versorgung u Damit Patienten zur richtigen Zeit am richtigen Ort optimal versorgt werden, setzt die Österreichische Gesellschaft für Unfallchirurgie (ÖGU) auf die multidisziplinäre Zusammenarbeit. u Nationale und abgestufte Versorgungssysteme für Polytraumapatienten in Form von Traumanetzwerken sind unabdingbar.

S

eit der Gründung der Österreichischen Gesellschaft für Un- und Organisation eines schwerverletzten Patienten sicher. Dazu fallchirurgie (ÖGU) ist ein halbes Jahrhundert vergangen und müssen alle unfallchirurgischen Abteilungen der Spitäler nach nun stehen neue Aufgaben und Herausforderungen an: Aus den ihren Kapazitäten und Einsatzfähigkeiten kategorisiert werden“, Spezialdisziplinen der Unfallchirurgie und der Orthopädie wird erklärt Mousavi. Daraus ergibt sich ein Modell von lokalen, reein neues Fach entstehen – Orthopädie und Traumatologie –, gionalen und überregionalen Spitälern, die jeweils – gemäß was eine Reihe von Diskussionspunkten Schweregrad eines Verletzten – für die Verrund um Ausbildung, regionale Versorsorgung und Behandlung infrage kommen. gungs- und Strukturplanung oder die BilDenn: „Nicht alle Krankenhäuser in Öster„Traumanetzwerke dung von Traumanetzwerken aufwirft. Diereich sind für Polytraumapatienten rund um se Themen standen daher auch Mittelpunkt die Uhr ausgerüstet. Daher ist ein derartiges stellen eine schnelle und der 51. Jahrestagung der ÖGU, die kürzlich Stufenmodell äußerst sinnvoll und hilft effiziente Organisation in Salzburg stattfand. „Wir Unfallchirurgen schon dem Notarzt in seiner weiteren Zueines schwerverletzten waren und werden auch in Zukunft österweisung“, ergänzt der ÖGU-Präsident. Insreichweit die Versorgung von Verletzungen gesamt wird diese Entwicklung die VersorPatienten sicher.“ gungsqualität für die Patienten deutlich aller Schweregrade auf höchstem mediziniverbessern. schem Niveau garantieren. Die HerausforPrim. Univ.-Prof. Dr. Mehdi Mousavi derung wird in der konstruktiven Zusammenarbeit und in der Weitergabe unserer Komplexe Anforderungen fachlichen Kompetenz und Begeisterung in der Behandlung der Patienten liegen“, betont Prim. Univ.-Prof. Auslöser für Wirbelsäulenverletzungen müssen nicht immer Dr. Mehdi Mousavi, Präsident der Österreichischen Gesellschaft schwere Autounfälle sein, auch banale Stürze oder Stöße etwa für Unfallchirurgie, anlässlich der Tagungseröffnung. beim Sport oder im Haushalt können oftmals der Grund dafür sein, dass Verletzungen im Bereich der Hals-, Brust oder Lendenwirbelsäule auftreten. „Gerade die Komplexität der WirbelStufenmodell verbessert Versorgung säule erfordert ein umfassendes fächerübergreifendes VerständSchwer- und Mehrfachverletzte benötigen schnelle, spezialisierte nis, um korrekte therapeutische Ansätze zu entwickeln“, erklärt Hilfe mit umfassender Diagnostik und abgestimmten Therapie­ Prim. Univ.-Prof. Dr. Mehdi Mousavi, Präsident der Österreichimaßnahmen. In der unfallchirurgischen Praxis ist daher Einfüh- schen Gesellschaft für Unfallchirurgie, die Schwerpunktsetzung rung und Etablierung von abgestuften Versorgungssystemen für der diesjährigen Tagung. „Dieses Thema bewusst zu machen ist Polytraumapatienten in Form von Traumanetzwerken unabding- wichtig. Es muss nicht immer Blut fließen, um einen Unfallchibar. „Sie stellen eine schnelle und effiziente Kommunikation rurgen zu Rate zu ziehen!“ n

18 DAS MEDIZINPRODUKT 05/15

icote


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13.11.15 09:27


MEDIZIN & WISSENSCHAFT

Nosokomiale MRSA-Infektionen wirksam vermeiden Die Verbreitung von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) stellt Gesundheitseinrichtungen vor große Herausforderungen. Das Risiko von MRSA-Infektionen und Übertragungen durch Mitpatienten und Krankenhauspersonal kann jedoch einfach reduziert werden.

u einem erfolgreichen Hygienemanagement im Krankenhaus gehört neben dem Antibiotikaeinsatz sowie organisatorischen und personellen Maßnahmen auch das Screening von Risikopatienten auf MRSA. Die Anforderungen an einen dia­ gnostischen Screening-Test sind Schnelligkeit und ein verlässlich negativer Befund – beides hilft, teure Isolierungszeit zu vermeiden und erspart dem Patienten psychische Belastung. Eine hohe Sensitivität von Schnelltests verhindert zudem die Transmission durch einen „übersehenen“ MRSA-Träger.

Screening reduziert MRSA-Fälle Da mit dem klassischen Kulturverfahren für ein gesichert negatives Ergebnis bis zu drei Tage vergehen können, setzen zahlreiche Krankenhäuser auf ein MRSA-Screening mit dem PCR-basierten LightCycler® MRSA Advanced Test von Roche, der bereits in nur 100 Minuten nach dem Abstrich als Befund vorliegt. So wird die „Zeit ohne Befund“ verkürzt, Ärzte können früh entscheiden und gezielt handeln. Eine schnellere Diagnose auf Basis zuverlässiger Information hilft daher, sowohl medizinisch als auch ökonomisch sinnvoll zu entscheiden. Innerhalb der ersten 36 Stunden durchläuft ein Patient im Krankenhaus die meisten Untersuchungen, in unterschiedlichen Stationen und mit zahlreichen Kontakten zu Klinikpersonal und Mitpatienten. Betrachtet man diese Patientenbewegun-

20 DAS MEDIZINPRODUKT 05/15

Hohe Sensitivität Vergleichsstudien zeigen, dass der PCR-basierte LightCycler® MRSA Advanced Test sensitiver als Kulturverfahren ist und deshalb mehr MRSA-Träger detektiert als die klassische Mikrobiologie. Die höhere Sensitivität reduziert die Gefahr, MRSA-Träger zu übersehen und die Übertragung des Erregers zu riskieren. Auf der anderen Seite werden Patienten ohne MRSA-Kolonisation mit 98,5-prozentiger Sicherheit identifiziert. Der Test kann eine bis 30 Proben ökonomisch, ohne Reagenzverlust in einem Lauf bearbeiten. Nutzt man den flexiblen Workflow für eine verschachtelte Bearbeitung, können bis zu 150 Proben am Tag bzw. 40.000 Proben im Jahr analysiert werden. Somit ist der LightCycler® MRSA Advanced Test für eilige Einzeluntersuchungen ebenso geeignet wie für größere Mengen an Screeningproben. n

Roche Diagnostics GmbH Engelhorngasse 3, 1210 Wien www.roche.at, www.lifescience.roche.com

© pressmaster – Fotolia.de

Z

gen und die Klinikstationen in einer Gesamtkostenrechnung, kann das zeiteffiziente LightCycler® MRSA-Screening handfeste Einsparungen bewirken. Eine frühzeitige, schnelle und zuverlässige Identifizierung von MRSA-Trägern ist zudem der Schlüssel für ein erfolgreiches Hygienemanagement, das gleichzeitig auch zum Image eines Kranken­hauses beiträgt. Für Patienten und Personal psychisch belastende Quarantänezeiten werden verkürzt, unspezifische Antibiotika-Behandlungen lassen sich vermeiden und die Sicherheit, sich im Krankenhaus nicht mit MRSA zu infizieren, wird erhöht. Auch bei der Diagnose einer Sepsis ist der Faktor „Zeit“ entscheidend für die erfolgreiche Therapie. Ungefähr die Hälfte aller Fälle von Sepsis werden nosokomial erworben, allein ein Viertel davon auf der Intensivstation. Der molekularbiologische LightCycler® SeptiFast auf PCR-Basis umfasst 90% der wichtigsten Sepsiserreger und liefert bereits nach sechs Stunden ein Testergebnis. Der Nachweis wird aus Vollblut und ohne vorhergehende Anzucht durchgeführt und ist auch möglich, wenn der Patient eine antibiotische Therapie erhält.


Š pressmaster – Fotolia.de


MEDIZIN & WISSENSCHAFT

Univ.-Ass. DI Dr. Thomas Kroneis Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie, Forschungs­ einheit für Einzelzellanalyse Medizinische Universität Graz thomas.kroneis@medunigraz.at

Individuelle Tumortherapie u Aus der Einzelzellanalyse sollen künftig Informationen generiert werden, die den individuellen Therapieverlauf optimieren. u Die individualisierte Tumortherapie soll zudem eine therapiebegleitende Kontrolle ­ermöglichen. orscher eines internationalen Projekts möchten auf Basis der Einzelzellanalyse die Tumorbiologie des Brustkrebses besser verstehen, aber auch dazu beitragen, individuelle Tumortherapien im klinischen Alltag zu etablieren. DI Dr. Thomas Kroneis, Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie der Medizinischen Universität Graz, leitet derzeit als Gast an der Universität Göteborg die Forschungseinheit für Einzelzellanalyse. Der optimale Therapieverlauf – individuell zugeschnitten auf den einzelnen Patienten – soll Brustkrebs kalkulierbarer machen und so Leben retten. Personalisierte Medizin gilt als Schlüssel zum Ziel. „Von personalisierter Medizin erwarte ich mir tatsächlich zumindest zwei Verbesserungen“, bestätigt Kroneis. „Einerseits eine besser abgestimmte Diagnostik bzw. Therapiemöglichkeit für den einzelnen Tumorpatienten und andererseits die Möglichkeit einer therapiebegleitenden Kontrolle. Beides basiert auf derselben Idee, nämlich zirkulierende Tumorzellen aus dem Blut von Patienten zu gewinnen.“

Schwer zu fassende Tumorzellen Wird eine über das derzeitige Maß hinausgehende Anzahl an Markern bzw. Faktoren erhoben, zum Beispiel tumorauslösende und tumorfördernde Veränderungen in Genom, RNA und/oder Proteinen, ist es möglich, eine bessere Entscheidung bezüglich der anzuwendenden Therapie zu treffen. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil Tumore an und für sich sehr unterschiedlich sind – nicht nur in verschiedenen Krebsarten, sondern auch innerhalb einer Krebsentität. Selbst in ein und demselben Patienten werden häufig Unterschiede entdeckt, zum Beispiel zwischen Primärtumor und Metastasen. Zudem kommt es zu zeitlichen Veränderungen des Tumors innerhalb eines Patienten „Diese Unterschiede kann eine Krebstherapie, die nicht zwischen Patienten, betroffenen Geweben und Organen unterscheidet oder zeitliche Verläufe in Betracht zieht, gar nicht adressieren“, erklärt Kroneis.

22 DAS MEDIZINPRODUKT 05/15

Zirkulierende Tumorzellen können jedoch auch zur Therapiekontrolle verwendet werden, indem ihr Effekt anhand der Einzelzellanalyse überprüft wird. „Der Vorteil hier besteht nun darin, dass Blutabnahmen keinen großen Eingriff darstellen und diese ‚liquid biopsy‘ mehrfach durchgeführt werden kann“, so Kroneis. „So gewinnt man Schnappschüsse der jeweiligen Tumorsituation im Blut und muss nicht jedes Mal operieren, wenn eine Kontrolle durchgeführt wird.“ Neben dem erleichterten Gewinnen von Probenmaterial ist dafür auch die gängige Idee der Tumorstreuung relevant, die davon ausgeht, dass Tumorzellen aus dem Primärtumor über das Blut streuen und so Metastasen bilden. „Mit der Untersuchung des Blutes liegen wir also genau auf dem Weg, den der Tumor in Richtung Metastase zurücklegen muss. Das Problem des Krebspatienten sind zudem eher die Metastasen als der Primärtumor“, ergänzt Kroneis.

Enormes Potenzial Die Einzelzellanalyse hat enormes Potenzial – die Forscher versuchen zu erfahren, wie die Informationen, also unter anderen zirkulierende Tumorzellen, möglichst umfassend gewonnen und analysiert werden können, sodass sich daraus Therapieentscheidungen und Überwachung realisieren lassen. Derzeit macht die Isolation der Zellen noch Kopfzerbrechen, sagt Kroneis, denn sie sind selten, veränderbar und somit schwierig zu identifizieren. „Auch die Frage, welche der zirkulierenden Tumorzellpopulationen für die Entstehung von Metastasen infrage kommt, ist alles andere als geklärt.“ Vereinzelt gibt es aber vielversprechende Ansätze. Für die Zukunft hofft der Forscher, dass tödliche Krebserkrankungen zumindest in chronische Erkrankungen abgeschwächt werden können. „Ein möglicher Schritt in diese Richtung wäre das Monitoring, um rechtzeitig einen Therapiewechsel vornehmen zu können – allerdings immer unter der Auflage, dass es dafür eine wirksame Therapie gibt“, sagt Kroneis abschließend. n

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MEDIZIN & WISSENSCHAFT

Rasche Ergebnisse bei hoher Genauigkeit Der AQT90 FLEX Analysator von Drott liefert rasche Analyseergebnisse von kardialen ­Para­metern. Die Bedienung ist einfach und intuitiv.

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er AQT90 FLEX Analysator wurde für den Point-of-Care in der Notaufnahme entwickelt und kombiniert einfache Bedienung mit hoher Messgenauigkeit und schneller Analyse. Aber auch in anderen Abteilungen und in kleineren Labors macht das Gerät eine gute Figur.

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Anwendungen Folgende Tests können derzeit auf dem AQT90 FLEX Analysator durchgeführt werden: u K ardiale Parameter: Troponin-T, Troponin-I, Myoglobin u C K-MB u H erzinsuffizienz: NT-proBNP u G erinnung: D-Dimer u E ntzündung, Sepsis: CRP u S chwangerschaft: ß-HCG Der AQT ist ein offenes System, weitere Tests (Gerinnung/kardiale Parameter) sind in Entwicklung.

Durch den Einsatz der zeitaufgelösten Fluoreszenzspektroskopie, basierend auf Europium als Detektor, minimiert der AQT90 FLEX Analysator die Hintergrundfluoreszenz und erlaubt so die Detektion geringster Konzentrationen der Analyten. Die hohe analytische Empfindlichkeit führt zu einer besseren klinischen Empfindlichkeit und trägt somit zu einer korrekten Diagnose bei. Nachdem das geschlossene Probenröhrchen direkt in den Probeneinlass gelegt wurde, ist keine weitere Probenvorbereitung notwendig. Die Bedienung ist denkbar einfach: Parameter wählen und „Start“ drücken! Schon nach 30 Sekunden ist der AQT90 FLEX Analysator bereit für die zweite Probe. Die Ergebnisse werden ausgedruckt und an das KIS-/LIS-System oder direkt an den Patientenmonitor übermittelt. n

Drott Medizintechnik GmbH Ricoweg 32D, 2351 Wiener Neudorf, Tel: +43-2236-660 880, office@drott.at, www.drott.at

Die Vorteile auf einen Blick u E in Gerät für kardiale, Gerinnungs-, Infektions- und Schwangerschaftsmarker uM  essung aus Vollblut – keine Probenvorbereitung notwendig u G eschlossenes System – kein Kontakt mit Abfall oder Blut u V ollautomatischer Messvorgang, inklusive P­ robenmischen und ­Probenentnahme aus ­Blutröhrchen (Close Tube Sampling)

u H ervorragende Korrelation zu Labormethoden u B is zu 30 Tests pro Stunde möglich u 5 Tests aus einer Probe gleichzeitig wählen oder jede 2. Minute neue Patientenprobe starten

u R eagenzien bis zu 25 Tage am Gerät und bis zu 12 Monate im Kühlschrank stabil

u 1 00 % Datenerfassung und Konnektivität zu LIS/HIS

05/15 DAS MEDIZINPRODUKT 23


MEDIZIN & WISSENSCHAFT

Funktionelle Einschränkungen nach Tumortherapie u Tumoroperationen im kleinen Becken können unterschiedlich schwere ­ Auswirkungen auf Kontinenz, Blasenentleerung und Sexualfunktionen haben. u Nach wie vor werden diese Auswirkungen auf die Lebensqualität der Patienten nach ­operativen Eingriffen nicht ausreichend in den Fokus gerückt.

U

m kolorektale Karzinome zu heilen, werden sie reseziert oder je nach Stadium und Lokalisation auch mittels kombinierter Radio-Chemotherapie behandelt. Eine Darmresektion im kleinen Becken führt fast immer auch zu einer Beeinträchtigung von Muskeln und Nerven in diesem Bereich. Die meisten Patienten leiden nach einer erfolgreichen Behandlung des Rektumkarzinoms an einem vorderen Resektionssyndrom. Die häufigsten Symptome sind eine Stuhl- oder Dranginkontinenz sowie eine häufige Stuhlfrequenz. Leider wird in der postoperativen Betreuung meist viel zu wenig Augenmerk auf das funktionelle Outcome und die Lebensqualität des Patienten ­gelegt.  n

IM GESPRÄCH

24 DAS MEDIZINPRODUKT 05/15

Gibt es Genderunterschiede? Tumore im kleinen Becken zählen bei Frauen zu den zweithäufigsten, bei Männern zu den dritthäufigsten Tumoren. Männer haben von Natur aus ein engeres Becken und sind daher meist schwieriger zu operieren, dies vor allem in Hinblick auf den Nervenplexus. Gibt es Möglichkeiten der Prävention? Mithilfe einer neuer Methode, der TAMIS (transanal minimal invasive surgery) wird nicht nur vom Bauch, sondern auch transanal operiert. Wir arbeiten seit etwa einem Jahr damit und hoffen, dass wir dadurch nicht nur das onkologische, sondern auch das funktionelle Outcome verbessern können.

© Eskymaks – Fotolia.de

Warum haben Tumoroperationen im kleinen Becken so massive ­Auswirkungen auf die Kontinenz? Weil hier in einem Gebiet operiert wird, wo Nerven für eine Reihe von Organen verlaufen. Von der Anatomie her haben wir es mit einem sehr sensiblen Gebiet zu tun, wo etwa die Nerven zum Darm führen, aber auch jene für die Entleerung der Harnblase oder die Sexualfunktionen. Sie liegen teilweise am Beckenboden, aber auch an der Darmwand. Je tiefer ein Tumor sitzt, umso schwieriger wird es daher für den Operateur zu resezieren, ohne Nerven oder Muskeln zu beeinträchtigen.

© privat

Dr. Ingrid Haunold, Oberärztin an der Abteilung für Chirurgie, Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Wien und Tagungspräsidentin der 25. Jahrestagung der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich

Wie häufig treten Beschwerden nach der Tumorresektion auf? Leichte Funktionseinbußen haben wir in bis zu 85 % der operierten Patienten. Manchmal ist nur die Stuhlfrequenz erhöht, es kann aber auch zu unwillkürlichem Stuhlverlust tags, aber auch nachts kommen. Darauf sollten die Patienten bereits präoperativ behutsam vorbereitet werden. Der Schweregrad der Kontinenzbeeinträchtigung kann mittels speziellem Fragebogen erhoben werden und wird als LARS Score angegeben.


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PFLEGE & HOME CARE

Inkontinenz und Immobilität:

Risikofaktoren für ­Druckgeschwüre Nicht immer ist ein Dekubitus ein Dekubitus: Die Inkontinenz-assoziierte Dermatitis, umgangssprachlich „Windeldermatitis“ genannt, gleicht dem Wundbild eines Dekubitus im Anfangsstadium. Der Unterschied liegt in der Entstehung.

Entgeltliche Einschaltung

E

influssfaktoren auf eine Inkontinenz-assoziierte Dermatitis (IAD) sind vor allem Harn- und Stuhlinkontinenz. Typische Symptome der IAD sind Juckreiz, entzündlich gerötete Haut, nässende Wunden, diffuse Ränder, Hautreizungen und Schmerzen. Erosionen und Bläschenbildung sind möglich. Klassische Pflegemaßnahmen wie die traditionelle Wäsche mit Waschschüssel und Flüssigseife und das zusätzliche Eincremen mit

einer Schutzcreme bergen eine Reihe von Nachteilen. So können Bakterien durch den Einsatz der Waschschüssel auf andere Patienten übertragen werden, die körperliche Belastung für die Pflegekräfte und die psychische Belastung für die Patienten sind hoch. Oft kommt es zu einer unsachgemäßen Dosierung von Cremes und Fluides.

Vorteile von Pflegetüchern

IM GESPRÄCH Ing. Robert Zwierzina, Gebietsleitung Ost, Heintel Medizintechnik Wo liegen für Sie die wesentlichen Produktvorteile von Comfort Shield® Pflegetüchern? Die gründliche und dennoch schmerzfreie Reinigung kombiniert mit der pflegenden Wirkung und dem präventiven Schutz sind überzeugend in der Prävention der Inkontinenz-assoziierten Dermatitis. Zudem reduziert der Einweggebrauch das Risiko von Kreuzkontaminationen. Wo sehen Sie die größten Markthemnisse? Im Wesentlichen sind es zwei Hemmnisse, die nur mit einer fundierten Aufklärung gelöst werden können. Zum einen müssen wir die Informationshürde über die ganzheitliche Wirkungsweise von einem wirklich speziellen und einzigartigen Pflegetuch meistern. Diese Informationen müssen wir nicht nur bei den Anwendern, sondern auch beim Einkäufer deponieren. Und zum anderen bedingt der wirkungsvolle Einsatz von Comfort Shield® ein Umdenken der Anwender. Die Trennung von den gewohnten Waschutensilien fällt vielen wirklich schwer. Welche Zielgruppen sprechen Sie an? Geriatrische Stationen, Pflegheime und die mobile Hauskrankenpflege.

Die innovativen, imprägnierten Comfort Shield® Pflegetücher erleichtern die Versorgung von inkontinenten Patienten. Die Dosierung ist mit dem Pflegetuch immer gleich und die Applikation mit dem ultrasoften Pflegetuch erfolgt nahezu lückenlos, mit weniger Druck und somit schmerzfrei für den Patienten. Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe im Tuch ist speziell auf das Problem IAD abgestimmt: Bei jeder Anwendung wird eine wirksame Schutzschicht aufgebracht. Der Zusatz von 3 % Dimethikon legt sich wie ein transparenter und atmungsaktiver Schutzfilm auf die Haut. Während das direkte Auftragen von Cremes und Fluides mit der Hand von den Patienten oftmals als unangenehm und peinlich empfunden wird, wird der Einsatz von Pflegetüchern von den Patienten überwiegend als angenehmer beschrieben. Die hygienische Entnahme einzelner Comfort Shield® Pflegetücher ist möglich und bietet einen zusätzlichen wirtschaftlichen Vorteil: In der Regel wird eine Packung für ein und denselben Patienten innerhalb von zwei Tagen verbraucht, während Tuben oft durch fehlendes Anbruchdatum oder Stöpselverlust vorzeitig entsorgt werden. n

R. Heintel Medizintechnik GmbH Erdbergstraße 166, 1030 Wien, Tel.: 01 4038956-0 zwierzina@heintel.at, www.heintel.at

05/15 DAS MEDIZINPRODUKT 25


PFLEGE & HOME CARE

Wundreport 2015

„Hinter jeder Wunde steckt ein Mensch“

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© Initiative Wund?Gesund!/ Klimpt

u 250.000 Österreicher leiden an chronischen Wunden, nur 15 Prozent werden mit innovativen Produkten behandelt. u Die Initiative „Wund?Gesund!“ verstärkt die Forderung nach einer modernen ­Wundversorgung.

Dr. Gert Feistritzer, IFES, Dr. Markus Duft, Verein Wundmanagement Wien, und Gerald Gschlössl, Initiative Wund?Gesund! (v.l.n.r.)

I

m Auftrag der Initiative Wund?Gesund!, einem Zusammenschluss von Medizinprodukte-Unternehmen aus dem Bereich Verbandstoffe, hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut IFES die Situation der Wundversorgung in Österreich genauer unter die Lupe genommen. Bei den rund 400 persönlichen Interviews wurden Themen wie die Gründe für die Wundentstehung, der Verbandswechsel, Angaben zu Zusatzkosten und Selbstfinanzierung sowie die Zufriedenheit mit der Krankenversicherung erfragt. Die Studie zeigt deutlich, welche Auswirkungen chronische Wunden und deren traditionelle Versorgung auf die Betroffenen selbst, aber auch auf die Volkswirtschaft insgesamt haben. So werden aktuell nur 15 Prozent der Erkrankten mit modernen Wundprodukten behandelt. Bei knapp drei Viertel der befragten Personen (72 %) muss zumindest alle drei Tage der Verband gewechselt werden. Rund sechs von zehn der Betrof-

26 DAS MEDIZINPRODUKT 05/15

fenen gaben an, den Verbandswechsel nicht selbst durchführen zu können. Sie müssen einen niedergelassenen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen. Auch die ärztlichen Informationen zum Heilungsverlauf der Wunde sind den Befragten zu gering: fast die Hälfte meint, beim Verbandswechsel nicht ausreichend oder gar nicht über den Zustand der Wunde aufgeklärt worden zu sein. Der Verbandswechsel selbst wird von rund zwei Drittel der Betroffenen (64 %) als schmerzhaft beschrieben. „Der Wundreport zeigt sehr deutlich, dass ein innovatives Wundmanagement positive Auswirkungen auf die Betroffenen hat. Das bedeutet nicht nur eine Entlastung für die Menschen selbst, sondern auch für das Gesundheitssystem“, bestätigt Dr. Markus Duft, Facharzt für Chirurgie im Krankenhaus Göttlicher Heiland und Vorstand des Vereins Wundmanagement Wien. Duft plädiert vor allem für ein integratives Wundmanagement und mehr Empowerment: „Über den Tellerrand schauen und Kollegen fragen, ist der erst Schritt für eine gute Zusammenarbeit in einem Wundteam. Und wir müssen Betroffene aufrütteln, dass sie sich nicht damit zufriedengeben, schlecht heilende, schmerzende Wunden zu haben. Die Gesundheitskompetenz der Betroffenen kann nur mir unserer Unterstützung wachsen.“

Wundreport zeigt Lücken auf „Wir wollen mit dem Wundreport ein aktuelles Bild zur Situation der Wundversorgung in Österreich aufzeigen und den gesundheitspolitischen Entscheidungsträgern unsere Forderungen nach einem optimierten Wundmanagement noch deutlicher machen“, betont Gerald Gschlössl, Sprecher der Initiative Wund?Gesund! und Vertriebsleiter bei Lohmann & Rauscher. Die Initiative fordert vor allem eine Patientenversorgung „State of the Art“, die positive Auswirkungen auf das Gesundheitssystem und gleichzeitig eine geringere Belastung der Patienten bedeutet.  n  www.wund-gesund.at

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Arbeitsplatz Krankenhaus:

Vereinbarkeit von Familie und Beruf entscheidet u Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für qualifizierte Fachkräfte in Gesundheits- und Pflegeberufen entscheidend bei der Wahl des Arbeitgebers. u Vor allem der hohe Frauenanteil zwingt Arbeitgeber, verstärkt auf familienfreundliche ­Maßnahmen zu setzen.

Verständnis hilft Bei der Frage, welche familienfreundlichen Maßnahmen in diesem Berufsfeld die meiste Unterstützung für die Beschäftigten bieten würden, wurden vor allem das Verständnis der Führungskräfte bzw. des Arbeitgebers (58 %), flexible Arbeitszeiten (57 %), die Möglichkeit zwischen Voll- und Teilzeit zu wechseln (54 %) sowie die Möglichkeit einer familiengerechten Dienstplanung (50 %) genannt. Beim Verständnis der Führungskräfte für familienrelevante Themen zeigt sich jedoch noch Handlungsbedarf. „Die befragten Personalverantwortlichen schätzen das Verständnis der Führungspersönlichkeiten im Gesundheitsbereich nämlich deutlich höher ein als die Mitarbeiter“, erklärt Wenzl. 58 Prozent der Mitarbeiter in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen bewerten das Verständnis der Führungskräfte in diesem Bereich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als zumindest gut, ein Drittel ist hingegen gegenteiliger Meinung.

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Bedarf wird drastisch steigen „Die gesteigerte Nachfrage an familienorientierten Arbeitsplätzen ist nun auch am Sektor Pflege angekommen“, ist Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV), überzeugt. Flexible Dienstplangestaltung, Teilzeitbeschäftigung oder etwa der Telearbeitsplatz sind gute Möglichkeiten, die familiäre Betreuung von Kindern oder Pflegebedürftigen – denn auch das ist ein Thema der Pflegeberufe – zu bewältigen. „In den kommenden Jahren wird der Bedarf an praktischen Pflegeleistungen dramatisch zunehmen“, erklärt Frohner. Mit dem zunehmenden Fachkräftemangel und einer neuen nachkommenden Generation, die immer mehr Wert auf ein ausgewogenes Verhältnis und klare Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben legt, wird das Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Arbeitgeber daher immer wichtiger.

So kann es gehen Dass es möglich ist, auch in jenen Bereichen, in denen es bisher als eher komplex erschien, Familie und Beruf zu vereinbaren, zeigen staatlich ausgezeichnete Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen wie das Krankenhaus Göttlicher Heiland in Wien. Maßnahmen sind beispielsweise die rund 75 verschiedenen Arbeitszeitmodelle und eine flexible Dienstplangestaltung, die auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter größtmöglich Rücksicht nimmt. Um den Wiedereinstieg nach der Karenz zu erleichtern, sind Stufenmodelle im Laufen, Angebote für die Kinderbetreuung gibt es auch an schulfreien Tagen und in den Ferien. Führungskräfte werden dahingehend geschult, besonders sensibel auf diese Themen zu reagieren und Mitarbeiter auch zu ermutigen, die Unterstützungen in Anspruch zu nehmen.  n

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aut einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts IMAS, die im Auftrag der Familie & Beruf Management GmbH unter Mitarbeitern und Personalverantwortlichen von Gesundheitsund Pflegeeinrichtungen durchgeführt wurde, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für qualifizierte Fachkräfte entscheidend bei der Wahl des Arbeitgebers. „Für zwei Drittel der Mitarbeiter ist das ein sehr maßgeblicher Aspekt bei der Entscheidungsfindung. An zweiter Stelle rangiert die Stressreduktion, gefolgt von Fort- und Weiterbildung sowie hohen Gehältern“, erklärt die Geschäftsführerin der Familie & Beruf Management GmbH, Mag. Elisabeth Wenzl. Zudem gestaltet sich laut der Studie aus Sicht der Befragten die Personalsuche vor allem im Pflegebereich und im ärztlichen Dienst als besonders schwierig.


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PFLEGE & HOME CARE

Frühmobilisation für mehr Lebensqualität Die Lagerungstherapie und die Frühmobilisation haben nachgewiesenermaßen eine Reihe ­positiver Effekte auf den Therapieerfolg: Die insgesamt verkürzte Behandlungsdauer spart Kosten und steigert die Lebensqualität der Betroffenen. Daher stellt ArjoHuntleigh das Thema auch in den Mittelpunkt seines „Mobility Day 2016“.

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urch die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) wurde der Auftrag erteilt, die seit 2008 bestehende S2-Leitlinie „Lagerungstherapie zur Prophylaxe oder Therapie von pulmonalen Funktionsstörungen“ zu revidieren. Aufgrund zunehmender klinischer und wissenschaftlicher Relevanz wurde die Leitlinie um den Themenkomplex „Frühmobilisation“ erweitert. Lagerungstherapie und Frühmobilisation sind unterstützende Konzepte in der Behandlung und Prophylaxe pulmonaler Funktionsstörungen, wobei diese medizinische Basismaßnahmen, wie zum Beispiel Beatmung, Flüssigkeitsmanagement oder Pharmakotherapie ergänzen, aber nicht ersetzen sollen.

Lagerungskonzept der Patienten- und Erkrankungskonstellation individuell anzupassen. Die Bedeutung von Lagerungstherapie und Frühmobilisation nimmt auch ArjoHuntleigh zum Anlass für einen Fortbildungsschwerpunkt für Gesundheitspersonal. Unter dem Titel „Mobility Day 2016“ stehen die Leitlinie sowie die passenden Produkte, die in teamorientierte Prozesse eingebunden sind, im Mittelpunkt einer Fortbildung für Ärzte und Pflegepersonal. Nähere Informationen bezüglich Mobility Day erhalten Sie ab Februar 2016 von Ihrem ArjoHuntleigh Betreuer. n

Entgeltliche Einschaltung

Integration in die Arbeitsprozesse Der Einsatz von Lagerungstherapie und Frühmobilisation erfordert während der gesamten Therapiedauer die laufende kritische Überprüfung der Indikation und die Anpassung an den individuellen Krankheitsverlauf. Eine funktionierende Teamarbeit und ein klares Management von Notfallsituationen sind zudem eine wichtige Voraussetzung für die sichere Durchführung von Lagerungsmaßnahmen und insbesondere auch für die Frühmobilisation. Die Integration dieser Konzepte in die alltäglichen Arbeitsprozesse führt dabei zu einem routinierten Handlungsablauf und Erfahrungsgewinn. Mit der Leitlinie sollte, in Verbindung mit einem therapeutischen Gesamtkonzept, die überwiegende Anzahl von Patienten mit pulmonalen Funktionsstörungen gut therapierbar sein, jedoch ist klar, dass es „eine einzige ideale“ Lagerungsform für alle pulmonalen Funktionsstörungen nicht gibt. Vielmehr ist das

ArjoHuntleigh GmbH Lemböckgasse 49/Stiege A/4.OG, 1230 Wien office-at@ArjoHuntleigh.com, Tel: +43-1-866 56 www.arjohuntleigh.at

Ziele der Mobilisation: u V erbesserung/Erhalt der Skelett- und Atemmuskelfunktion u S teigerung der hämodynamischen Reagibilität u V erbesserung der zentralen und peripheren Perfusion und des Muskelstoffwechsels

u S teigerung der kognitiven Kompetenz und des psychischen Wohlbefindens u R eduktion von Inzidenz und Dauer des Delirs u R eduktion von lagerungsbedingten Hautulzerationen

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PFLEGE & HOME CARE

Doppelt hält besser ... H

andschuhperforationen sind nicht selten im OP-Alltag. Vor allem bei orthopädischen Eingriffen oder in der Unfall- und Thoraxchirurgie kommen kleine Schnitte im Material häufig vor, da die scharfen Enden der knöchernen Strukturen rasch und oft auch unbemerkt zu Perforationen führen können. Die Gefahr von Schnitten in den OP-Handschuhen ist außerdem größer, wenn die Hände beim Anziehen nicht ganz trocken waren. Zudem erhöht die Dauer der Operation auch die Chance auf Perforation, daher empfehlen die Experten von HARTMANN, alle 90 Minuten die Handschuhe zu wechseln, um möglichen „Löchern“ erst gar keine Chance zu geben. Immerhin belegen Studiendaten, dass 18 % der Mikroperforationen gänzlich unentdeckt bleiben und damit ein großes Sicherheitsrisiko für Behandler und Patienten darstellen.

fekte zu vermeiden, empfehlen die HARTMANN-Experten, den Innenhandschuh eine halbe Nummer größer als üblich zu tragen und außen die gewohnte Größe zu verwenden oder beide Handschuhe in gleicher Größe zu wählen. Dadurch wird ein hoher Tragekomfort bei größtmöglichem Infektionsschutz gewährleistet. Die Sicherheit von OP-Handschuhen umfasst viele Aspekte, wie etwa die Reißfestigkeit, die Dichtheit, die Griffigkeit oder den Tragekomfort. HARTMANN hat mit seinem OP-HandschuhSortiment für alle Anwendungen die passende Lösung. Die Produkte erfüllen dabei nicht nur alle Funktionsanforderungen, sondern werden auch in einem praktischen Dispenser geliefert, der – so wie auch die einzelnen Peelpackungen – die Handschuhfarbe und alle Qualitätskenndaten zeigt.

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Geprüfte Qualität

Ein optimaler Infektionsschutz kann durch das Übereinandertragen von zwei Handschuhen – das „Double Gloving“ – erzielt werden. Dadurch reduziert sich das Perforationsrisiko um den Faktor 10. Die Häufigkeit von kleinsten Einschnitten liegt bei einfacher Behandschuhung bei 8,7 bis 17,1 % und kann durch das Double Gloving auf 0 bis 0,3 % reduziert werden. Damit die Mikroperforationen auch rasch sichtbar werden, sollten die Unterhandschuhe dunkel gefärbt sein und die Überhandschuhe transparent bleiben. Flüssigkeiten, die sich im Fall von Perforationen dazwischen ansammeln, fallen sofort auf. Double Gloving wird besonders bei Eingriffen an Hochrisikopatienten empfohlen, aber auch bei kraftaufwendigen und tiefen Eingriffen sowie bei Notfällen und stark erhöhtem Risiko einer Erregerübertragung.

OP-Handschuhe unterliegen den Vorgaben des Medizinproduktegesetztes. Grundlegende Anforderungen an die Qualität und die Prüfverfahren sind in der Europäischen Norm EN 455 1-3 festgelegt. Alle OP-Handschuhe von HARTMANN unterliegen außerdem der EU Norm 89/686/EWG, die sie zusätzlich als persönliche Schutzausrüstung für noch mehr Anwenderschutz qualifiziert. Ebenfalls erfüllt wird die Norm EN 374, in der die Anforderungen für Schutzhandschuhe gegen Chemikalien und Mikroorganismen festgelegt sind. Sie schützen Anwender beim Kontakt mit Desinfektions- und Reinigungsmitteln, Laborchemikalien oder dem Handling von Zytostatika. Last but not least sind die HARTMANN-OP-Handschuhe auch „virendicht“ nach den Anforderungen der amerikanischen Standardtestmethode ASTM F 1671, die Auskunft darüber gibt, wie widerstandsfähig das Material gegen Krankheitserreger ist, die über Blut übertagen werden. n

An Sicherheit nicht zu überbieten Oft haben Operateure Scheu davor, zwei Handschuhe übereinander zu tragen, da sie befürchten, dass die feinmotorischen und taktilen Fähigkeiten darunter leiden. Beobachtungen belegen jedoch, dass es zu keinen Einschränkungen kommt. Um Rutschef-

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PAUL HARTMANN Gesellschaft m.b.H. Tel.: +43-2236-64630-0, office@at.hartmann.info, www.at.hartmann.info

Entgeltliche Einschaltung

... und schützt auch besser. OP-Handschuhe können nur dann eine wirksame Barriere gegen Keime darstellen, wenn sie unbeschädigt sind. HARTMANN unterstützt mit seinem breiten ­Sortiment an OP-Handschuhen, das mehrfach zertifiziert und auf viele Einsatzgebiete abgestimmt ist, die Anwender.


Assessment- & ScreeningInstrumente unterstützen den Pflegeprozess u Viele Instrumente ergänzen das implizierte Handlungswissen im Pflegeprozess. u Nicht nur im intramuralen, sondern speziell im extramuralen Bereich könnten ­pflegebezogene Assessment- und Screening-Instrumente bei intensiverer Anwendung die pflegerische Entscheidungsfindung unterstützen. u Eine vermehrte Verankerung von Instrumenten in der Ausbildung würde ihr Potenzial durch verstärkte Sensibilisierung verbessern.

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flegerelevante Phänomene und Risiken einzuschätzen und ­entsprechende Maßnahmen zu ergreifen und zu evaluieren, erfordert in der Pflege die Nutzung von Assessment- und Screening­-Instrumenten. Zur differenzierten Erfassung und Ursachenabklärung einer gesundheitsbezogenen Situation oder zur Begründung von geplanten Maßnahmen eignet sich der Einsatz von Assessment-Instrumenten. Im Gegensatz dazu stehen Screening-Instrumente für das frühzeitige Identifizieren von ­ Menschen mit Risiko für ein Gesundheitsproblem oder jene, die von einem solchen bereits betroffen sind. Diese Instrumente müssen in einer Überprüfung der Qualität der Items anhand einer zuvor gewählten Stichprobe getestet (validiert) werden3. Dabei soll die Zielpopulation, für die das Instrument oder die Skala bestimmt ist, gut abbilden. Im vorliegenden Beitrag werden beide Begriffe synonym verwendet.

Assessment- und Screening-Boom © Tyler Olson – shutterstock.com

Entgeltliche Einschaltung

Ass.-Prof. Mag. Dr. Gerhard Müller, MSc Department für Pflegewissenschaft und Gerontologie Institut für Pflegewissenschaft Organisatorischer Leiter des Master­ studiums Pflegewissenschaft Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik GmbH (UMIT) in Hall in Tirol

„Am häufigsten kommen Assessment- und Screening-Instrumente derzeit bei Pflegethemen wie Thromboseprophylaxe, Inkontinenzassoziierte Dermatitis (IAD)1,2 Dekubitus, Sturz, Mo­ bilisation, Ernährungszustand, Demenz, Delirium und einigen anderen vermehrt zum Einsatz“, erklärt Ass.-Prof. Mag. Dr. Gerhard Müller, MSc vom Institut für Pflegewissenschaft am De­ partment für Pflegewissenschaft und Gerontologie an der privaten Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische

Informatik und Technik GmbH (UMIT) in Hall in Tirol. Müller ist organisatorischer Leiter des Masterstudiums Pflegewissenschaft und konzentriert seine Forschungstätigkeit unter anderem auf die Bestimmung der wissenschaftlichen Gütekriterien von pflegebezogenen Assessment- und Screening-Instrumenten. Müller spricht von einem Assessment- und Screening-Boom, der auf ökonomischen, wissenschaftlichen oder gesundheitspoliti-

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PFLEGE & HOME CARE

schen Gründen5 beruht. „In der Praxis sind manche Skalen schon lange etabliert, was aber nicht bedeuten soll, dass man ihnen gegenüber unkritisch sein sollte. Die instrumentenbezogenen – Inhalte der klassischen und probabilistischen Testtheorie – und anwendungsbezogenen Gütekriterien – zum Beispiel klinische Wirksamkeit, Handhabbarkeit, ökonometrischen Bewertung – müssen auch wie bei den neu entwickelten Skalen geprüft werden“, so Müller und tritt somit für verstärkte Forschung dahingehend ein. „Ebenso müssen in einigen Bereichen neue Instrumenten entwickelt werden, zum Beispiel die Einschätzung der Pflegequalität betreffend, sowie ältere Skalen anhand derzeitigerer Studienresultate überarbeitet werden“, meint Müller.

Ausbaufähiger Status In der pflegerischen Grundausbildung nehmen Assessment- und Screening-Instrumente keine prominente Position ein und werden nur ansatzweise vermittelt. „Ihr Einsatz ist naturgemäß sehr von der Überzeugung der Dozenten/Lehrpersonen abhängig“, räumt Müller ein. „An der Universität oder an den Fachhochschulen baut man dagegen verstärkt auf Skalen. Eine Zunahme der Nutzung ist in vielen Häusern durchaus spürbar – aus meiner Sicht wäre es aber freilich wünschenswert, wenn öfter mit diesen Instrumenten gearbeitet würde.“ In den Weiterbildungen für Gesundheits- und Krankenpflegeberufe werden Assessment- und Screening-Instrumente hingegen durchaus vermehrt eingebracht. Informations- und Schulungsangebote, um das Potenzial von Instrumenten auszuschöpfen, sind laut dem Experten kaum in ausreichendem Umfang verfügbar. „In der Grundausbildung, aber insbesondere in Weiterbildungen sind Schulungen im Umgang mit Skalen essenziell, um so nicht nur Erfahrungen im Umgang mit den Skalen zu sammeln, sondern auch den Wert zu erkennen“, sagt Müller. Als Ursache für die Unterschätzung des Wertes von Instrumenten sieht Müller, dass die Anwendung von Instrumenten in der Praxis zu wenig gelebt werde. „Die Gründe liegen im Nichterkennen der Relevanz und des klinischen Nutzens des Instruments – nur zusätzlicher Arbeitsaufwand, so haben wir es immer schon gemacht – und das geringe Vertrauen in die Studienergebnisse, um nur einige zu nennen.“ Müller plädiert daher für eine intensivere Nutzung von Assessment- und Screening-Instrumenten in der Pflege, um Pflegepersonen für einzelne Themen zu sensibilisieren und Maßnahmen zu kanalisieren. „Skalen sind Hilfsmittel, sie sollen keinen Zusatzaufwand darstellen, sondern helfen, die Maßnahmen in die effizienteste Richtung zu lenken, also sensibilisieren und kanalisieren auf pflegerelevante Phänomene. Wenn also beispielsweise auf einer chirurgischen Abteilung vermehrt postoperative Thromboembolien auftreten, kann ein Screening-Instrument – zum Beispiel die deutsche Version der Autar-DVT-Skala4 – eingesetzt werden, um die Aufmerksamkeit des Personals auf das Risiko zu lenken. Alleine damit ist meist schon ein Änderungsprozess initiiert“, liefert Müller ein Beispiel. Als weiteres Beispiel für ein praktikables Instrument nennt der Experte die

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deutsche Version des Inkontinenzassoziierten Dermatitis Interventionstools (IADIT-D)6, eine Skala zur Risikoerfassung und Klassifizierung der IAD, inklusive Anwendungshinweise und pflegerische Interventionsvorschläge zur Prävention und/oder Behandlung von IAD. Müller erklärt den Vorteil des Instruments: „Die Differenzierung von IAD und Dekubitus ist mitunter schwierig. Diese Skala hilft Experten, eine akkurate Unterscheidung zwischen den beiden Pflegephänomenen zu bestimmen.“

Teil des Pflegeprozesses „Grundsätzlich wird der Pflegeprozess durch das Zusammenspiel von drei Charakteristika beeinflusst“, erläutert Müller. „Einerseits durch die Intuition der Pflegeperson, andererseits durch das Pflege-Assessment, also die Befragung, und durch Assessment- und Screening-Instrumente. Sogenannte (Fokus-) Assessment- und Screening-Instrumente sollten im Pflegeprozess kontinuierlich eingesetzt werden.“ Der Einsatz von Skalen erleichtert somit sowohl die Erstellung der Pflegediagnose als auch die Planung von Pflegemaßnahmen und die Ergebnisevaluierung. Assessment- und Screening-Instrumente sind ein unverzichtbarer Teil des Pflegeprozesses. Im Gesundheitssektor liegen derzeit einige populäre Assessmentund Screening-Instrumente vor. „Die Entwicklung von Assessment-Instrumenten zur Entlassungsplanung – wie derzeit in Deutschland dahingehend geforscht wird – ist aus gesundheitspolitischer Perspektive ein sehr wichtiges Feld. Des Weiteren liegt in einigen Assessment- und Screening-Instrumenten das Potenzial, ihr Anwendungsspektrum bezogen auf die Zielpopulation zu erweitern, was ebenso ein ausbaufähiges Forschungsfeld darstellt“, sagt Müller. Der Experte würde sich einen verstärkten Einsatz von Skalen im extramuralen Bereich wünschen, um einerseits zu sensibilisieren sowie zu kanalisieren und andererseits, um auch eine evidenzgestützte Pflegepraxis voranzutreiben. „Speziell im Kinderbereich, bei chronischen Krankheiten wie COPD, Nieren- oder Herzinsuffizienz oder zur Schmerzeinschätzung bei demenziellen Menschen, zur Erfassung eines Deliriumrisikos, zur Erfassung von IAD, aber auch im Krankenhaus zur Vorbereitung der Entlassung können Skalen die Pflegepraxis enorm unterstützen. Eine Verbreitung von Assessment- und Screening-Instrumenten müsste sowohl von den Ausbildungsstätten als auch vom Pflegemanagement forciert werden“, wünscht sich Müller abschließend.  n Literaturquellen 1 Beeckman D., Schoonhoven L., Verhaeghe S., Heyneman A., Defloor T. (2009). Prevention and treatment of incontinence-associated dermatitis: literature review. Journal of Advanced Nursing, 65, 1141-1154 2 Beekman D., Global IAD Expert Panel (2015). Proceedings of the Global IAD Expert Panel. Incontinence-associated dermatitis: moving prevention forward. Wounds International. Available to download from www.woundsinternational.com 3 Moosbrugger H., Kelava A. (2008). Testtheorie und Fragebogenkonstruktion. Heidelberg, Springer Verlag 4 Müller G., Fritz E., Them C. (2008). Übersetzung der englischen Autar Deep Vein Thrombosis (DVT) Skala zur Einschätzung des Thromboserisikos. Pflegezeitschrift, 61, 94-99 5 Reuschenbach B., Mahler C. (Hrsg.) (2011). Pflegebezogene Assessmentinstrumente. Internationales Handbuch für Pflegeforschung und -praxis. Bern, Verlag Hans Huber 6 Steininger A., Jukic-Puntigam M., Urban W., Müller G. (2012). Eine Delphi-Studie zur Inhaltsvaliditätsprüfung des deutschen Inkontinenzassoziierten Dermatitis Interventions Tools (IADIT-D). Pflegewissenschaft, 12, 85-92


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Dekubitusprävention

Positionspapier für mehr Sicherheit und Qualität u Ein gemeinsames Positionspapier von APUPA und AUSTROMED gibt Beschaffern eine übersichtliche Hilfe bei der Auswahl von Lagerungshilfen und Matratzen aus Schaumstoff zur Hand.

Ein Positionspapier schafft Sicherheit bei der Auswahl von Lagerungshilfen und Matratzen.

dem Kapillardruck liegt, mit entsprechender Einwirkzeit zu einer Gewebeschädigung führen. Eine Korrelation zwischen Druckhöhe und Einwirkzeit ist wissenschaftlich bestätigt, jedoch nicht im Zusammenhang mit dem Schweregrad der Gewebeschädigung. Aufgrund klinischer Erfahrungen ist jedoch erkennbar, dass geringe Positionsänderungen zur Druckentlastung oder einer veränderten Druckverteilung an betroffenen Körperstellen führen. Dies steht aber in hoher Abhängigkeit zur Gesamtsituation des Betroffenen. Eine individuelle Betrachtung ist damit unerlässlich, das heißt, dass die sich gewählten Interventionen und die Auswahl der Hilfsmittel am Betroffenen orientieren müssen.

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ie Österreichische Gesellschaft für Dekubitusprävention hat in Zusammenarbeit mit der AUSTROMED Branchengruppe „Dekubitusprävention und -therapie“ ein Positionspapier zum Thema Schaumstoffe erstellt. In der Übersicht, die auch online unter www.apupa.at oder www.austromed.org erhältlich ist, werden Mindeststandards und Qualitätsanforderungen für Matratzen und Lagerungshilfen aus Schaumstoff zusammengefasst. „Das Papier soll eine Hilfestellung für den Anwender im Rahmen des Beschaffungsprozesses sein und die Sicherheit für Anwender und Betroffene im Hinblick auf die tägliche Praxis erhöhen“, freut sich Zita Kis Dadara, MSc, DGKS, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Dekubitusprävention.

Wissenschaftliche Evidenz Das Entstehen eines Dekubitus basiert neben einer Vielzahl intrinsischer und extrinsischer Faktoren auf einer Kombination von Druck und dessen Einwirkzeit. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse und klinische Erfahrungen zeigen, dass auch kurze Einwirkzeiten bei hohem Spitzendruck zu einer Gewebeschädigung führen können. Ebenso kann ein Auflagedruck, der minimal über

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Im Zuge der Zusammenarbeit wurde als erste Gruppe der Bereich der Schaumstoffe gewählt, da diese das größte Volumen repräsentieren. In der Schaumstoffgruppe sind Matratzen, Matratzenauflagen, Sitzkissen und sonstige Lagerungshilfsmittel mit Funktionseigenschaften zur Druckverteilung sowie -reduzierung ohne Bewegungseinschränkung zu unterscheiden. Die APUPA begleitete die Entstehung dieses Papiers und das Ergebnis ganz wesentlich und gestaltete die Inhalte mit. Das Ergebnis ist eine Übersicht und ein Leitfaden, der dem Anwender die Möglichkeit bietet, einen guten Überblick zu erhalten und Produkte entsprechender Qualität einzusetzen. Dieses Qualitätsprofil definiert die Mindestanforderungen für die Produktgruppe der Schaumstoffe, um eine gezielte Produktauswahl für Anwender und größtmögliche Patientensicherheit zu gewährleisten. „Im Rahmen der Dekubitusprävention, stellt die Druckentlastung und -verteilung durch verschiedene Hilfsmittel einen erheblichen Kostenfaktor dar. Deshalb ist es der Industrie ein großes Anliegen, die Qualitätsmerkmale der Produktgruppe statische Antidekubitushilfsmittel Untergruppe „Schaumstoffe“ zu definieren, um eine klare und transparente Anwendungshilfe zur Verfügung zu stellen“, so Dadara. Festgelegt wurden wichtige Merkmale und Eigenschaften, aber auch Begriffe wie Gebrauchsdauer, Gewichtsspanne oder Schaumstoffarten ausformuliert. n

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Schaumstoffe im Fokus


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PFLEGE & HOME CARE

Pflegeberufe – z­ wischen ­Erwartung und Wirklichkeit

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Der Bedarf an professioneller Pflege steigt in den kommenden Jahren deutlich rascher­ als das Angebot. Ob die Ausbildungsreform die Attraktivität nachhaltig steigern kann? Die Pflege ist die größte Berufsgruppe im Gesundheitsbereich. Im Gegensatz zu den Ärzten, wo Österreich in der Dichte weit über dem EUSchnitt liegt, ist die Pflegedichte hierzulande aber dennoch „ausbaufähig“. Mit 7,7 Krankenpflegern pro 100.000 Einwohner erreicht Österreich gerade einmal 50 Prozent des Wertes der Spitzenreiter Schweiz (16,0) und Dänemark (15,4). Der EU-Schnitt liegt bei 8,9. Selbst wenn Möglichkeiten gefunden würden, um einen quantitativen Angleich an europäische Standards zu finanzieren, woher sollen die Humanressourcen dafür kommen? Immerhin hat die Gesundheit Österreich GmbH einen Bedarf an Pflegepersonal für das Jahr 2025 von 67.650 errechnet. 2010 waren es noch knapp über 45.000. Angesichts der sich zuspitzenden

Versorgungssituation und des erwarteten Gaps 2018, wenn der Bedarf an diplomiertem Pflegepersonal sowohl im stationären als auch im mobilen Bereich die Ausbildungsplätze endgültig übersteigen wird, scheint eine Attraktivierung des Berufsbildes dringend geboten. Das Gesundheitsministerium versucht mit einer Ausbildungsreform gegenzusteuern, die unter anderem eine Akademisierung des gehobenen Dienstes und neue Berufsbilder vorsieht. Anfang 2016 soll die entsprechende Gesetzesreform des GuKG (Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes) in Kraft treten. Angesichts des massiven Gegenwindes von allen Seiten ist die fristgerechte Umsetzung derzeit aber noch offen, ebenso wie die inhaltliche Ausgestaltung.

„Wir wissen heute noch nicht, wie es weitergeht“, gab Prof. (FH) Dr. Bernhard Rupp, MBA, Leiter der Abteilung für Gesundheitswesen der AKNÖ, in seiner Keynote im Rahmen des diesjährigen Forums Pflege offen zu. Derzeit sei das Ministerium dabei, die „Lawine an Kritik und Verbesserungsvorschlägen, die den Entwurf überrollt hat“, aufzuarbeiten. Zusätzlich haben einige Bundesländer den sogenannten „Konsultationsmechanismus“ (ein Verfahren, mit dem sich die Länder gegen Folgekosten durch Bundesgesetze wehren können) ausgelöst, weil sie eine „Kostenexplosion“ befürchten, die sie nicht zu tragen bereit sind. Es bleibt spannend.

IMC FH Krems setzt ­Akademisierung der ­Pflegeberufe erfolgreich um Die Anforderungen und Aufgaben im Pflegebereich werden immer komplexer. „Die Pflegeausbildung braucht einen akademischen Rahmen“, erklärt IMC FH Krems Rektorin Prof.(FH) Mag. Eva Werner, Hon.-Prof. Mit dem Blick in die Zukunft hat das Land Niederösterreich die Einführung von gesundheitswissenschaftlichen Studiengängen an der IMC FH Krems von Anfang an unterstützt und die Gesundheitswissenschaften an unserer Fachhochschule verankert. Seit 2006 werden an der IMC FH Krems gesundheitswissenschaftliche Studiengänge für Physiotherapie, Ergotherapie, Advanced Nursing Practice, Hebammen und Musiktherapie angeboten. Mit dem Studiengang „Gesundheitsund Krankenpflege“ wurde das Portfolio erfolgreich ergänzt. Der IMC FH Krems Studiengang „Gesundheits- und Krankenpflege“ vermittelt zusätzlich zu wissenschaftlich fundiertem Wissen über Gesundheits- und Krankenpflege sowie Medizin auch juristisches Grundwissen, Betriebswirtschaft und Management. Sozial- und humanwissenschaftliches Basiswissen der Soziologie, Psychologie und Ethik sind ebenso Teil des Lehrplans wie die Förderung sozialer Kompetenzen, die für Beratung und Konfliktmanagement essenziell sind. Mit dem Studienabschluss „Bachelor of Science in Health Studies“ erwerben die Absolventinnen und Absolventen zugleich die Berufsberechtigung für den gehobenen Dienst der Gesundheits- und Krankenpflege gemäß dem Gesundwww.fh-krems.ac.at heits- und Krankenpflegegesetz (GuKG). 

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POLITIK, VERWALTUNG & MANAGEMENT

Wie misst man Nichtstun?

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echtzeitig zum Höhepunkt des diesjährigen Oktoberfestes fand in München der 14. Europäische Gesundheitskongress statt. Aber nicht nur Bayerns Hauptstadt selbst war an diesen Tagen übervoll, auch die Veranstaltungsräume im Hotel Hilton direkt am Englischen Garten platzten trotz des traumhaften Herbstwetters und manches Wiesn-Katers aus allen Nähten. 800 Teilnehmer aus neun Ländern, dazu zahlreiche renommierte Experten, Vortragende und Aussteller waren gekom-

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men, um über das Thema „Ökonomisierung – ein vermeidbarer Trend?“ zu debattieren und Erfahrungen auszutauschen. Österreich war zumindest am Eröffnungspodium prominent vertreten. Familienministerin Dr. Sophie Karmasin und der Präsident der Österreichischen Ärztekammer Dr. Artur Wechselberger diskutierten mit deutschen Experten über die Gestaltungsmöglichkeiten der europäischen Gesundheitssysteme, deren vermeintliche Zukunft der kroatische Gesundheitsminis-

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u Der 14. Europäische Gesundheitskongress stand im Zeichen der Ökonomisierung des Gesundheitswesens. u Europaweit werden dazu nationale Reformpakete geschnürt, Österreich ist also in großer Gesellschaft. u Über Aufgaben und Grenzen der Ökonomisierung wird noch weiter diskutiert werden müssen.


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ter zuvor prognostiziert hatte. Dr. Sinisa Varga unternahm dabei den kühnen Versuch, bis ins Jahr 2070 vorauszublicken und bemühte dazu Hochrechnungen der OECD. Demzufolge sei bis zu diesem Zeitpunkt eine Steigerung der Gesundheitsausgaben in den einzelnen Ländern von derzeit 10 bis 12 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) auf 46 Prozent in Deutschland, 50 Prozent in der Schweiz oder gar 65 Prozent in den Vereinigten Staaten zu erwarten, sollten grundlegende Systemänderungen nicht rechtzeitig in die Wege geleitet werden. Kroatien versucht das jetzt ebenso wie viele andere europäische Staaten. Dort heißt das Reformpaket „Nationaler Reformplan“ und hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, eine „verstärkte Kostenkontrolle in den öffentlichen Spitälern“ zu erreichen, ein landesweit einheitliches Spitalskonzept zu entwickeln, die „zentrale Steuerung“ zu intensivieren, die – im Gegensatz zu Österreich oder Deutschland bereits entwickelten – E-Health-Lösungen wie etwa E-Medikation oder E-Wartelisten weiter auszubauen und die Primärversorgung zu stärken.

Über das Ziel schießend? Allesamt vertraute Begriffe für die österreichischen Teilnehmer. Einer von ihnen war wie erwähnt Ärztekammerpräsident Wechselberger. Für ihn habe die Ökonomie im Gesundheitswesen nur dort ihre Berechtigung, wo sie dabei helfen kann, die beschränkt zur Verfügung stehenden Gelder mit größtmöglicher Effizienz zu verteilen, argumentierte Wechselberger: „Wir erwarten aber nicht, dass sie uns sagt, wie viel Geld wir insgesamt zur Verfügung haben“, spielte der Präsident auf die Bindung des Anstiegs der öffentlichen Gesundheitsausgaben an das nominelle Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in Österreich an. „Wir sprechen hier von einer solidarischen Finanzierung“, erläuterte der ÖÄKPräsident, „das heißt: Der Souverän, also die Bevölkerung, möchte diese Leistungen haben und ist bereit, Geld dafür auszugeben. Es stimmt, die Ausgaben für Gesundheit steigen, aber wenn die Bevölkerung das will, dann ist das in Ordnung.“ Seine Tätigkeit müsse der Arzt im Sinne der bestmöglichen Betreuung des Individuums jedenfalls unbeeinflusst ausüben können, verlangte Wechselberger. Das sei „Grundvoraussetzung, um ein Umfeld zu schaffen, in dem Ärzte auch weiterhin bereit sind, ihr Herzblut einzubringen.“ Ökonomisierung auf die persönliche Arzt-Patienten-Beziehung heruntergebrochen würde hingegen „das Vertrauensverhältnis zerstören“. Unterstützung erhielt Wechselberger von Dr. Bernd Hontschik. Auch der niedergelassene Chirurg und erfolgreiche Autor (u. a. „Körper, Seele, Mensch“, 2006) sieht in der Arzt-PatientenBeziehung „das Zentrum unserer Arbeit. Davon weiß die Ökonomie aber nichts und will es auch gar nicht wissen.“ Ärztliche Arbeit könne zum Beispiel darin bestehen, erläutert Hontschik, einem Patienten eine halbe Stunde lang zuzuhören, mit ihm zu sprechen und nach einem Weg zu suchen. Das Ergebnis könne dann auch durchaus sein, „dass es am besten ist, nichts zu tun.

© Wolf-Bild

POLITIK, VERWALTUNG & MANAGEMENT

Dr. Artur Wechselberger am Eröffnungspodium des 14. Europäischen ­Gesundheitskongresses in München: Der Souverän habe über die Mittel für das Gesundheitssystem zu entscheiden, nicht die Ökonomie.

Aber wie misst man das Nichtstun? Wie aber soll ich einem Betriebswirtschaftler erklären, dass es die höchste ärztliche Kunst sein kann, nichts zu tun?“ Hontschik stellte zudem die Prognose Vargas, wonach die Gesundheitskosten bezogen auf das BIP immer weiter steigen, infrage. Die immer wieder ins Treffen geführte These einer Kostenexplosion aufgrund der demografischen Entwicklung werde dadurch nicht richtiger, nur weil sie ständig wiederholt werde, führte Hontschik aus. Sie sei nichts als ein „Propagandatrick, um ökonomische Veränderungen im System durchzusetzen, ohne jemals einzutreten. Es gibt keine Kostenexplosion im Gesundheitswesen, es hat auch noch nie eine gegeben.“ Die Ausgaben für das Gesundheitswesen lägen seit Jahrzehnten konstant zwischen 10 und 12 Prozent des BIP mit minimalen Ausschlägen nach oben oder unten. Die immer weiter steigende Lebenserwartung bzw. der immer höhere Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung würden zwar ein verändertes Krankheitsspektrum mit sich bringen, aber zu „keinen unlösbaren Problemen“ für das Gesundheitswesen führen. „Jeder Mensch verursacht etwa 80 Prozent der Kosten im Gesundheitswesen im letzten Jahr seines Lebens, gleichgültig ob er mit 40, 60 oder 80 Jahren stirbt“, erklärte Hontschik. „Wenn die Propagandisten der Kostenexplosion und der Altersdemagogie recht hätten, dann wäre das Gesundheitswesen ja schon längst zusammengebrochen, ist es aber nicht.“

Spielregeln und Ordnungsprinzipien Dr. Jens Deerberg-Wittram vom Institute for Strategy and Competitiveness an der Harvard Business School räumte in seiner Entgegnung der Hontschikschen Polemik zwar ein, dass die Ökonomisierungsversuche in der Gesundheitsversorgung „an

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POLITIK, VERWALTUNG & MANAGEMENT

vielen Stellen total übertrieben“ werden, die Notwendigkeit dazu aber sehr wohl bestehen würde, um eine „menschliche Medizin zu entwickeln, die auch wirtschaftlich funktioniert. Ich halte ein Gesundheitssystem, in dem Krankenhäuser konsequent rote Zahlen produzieren, die dann konsequent mit Steuermitteln ausgeglichen werden, weder für nachhaltig noch für ethisch besonders wertvoll, sondern einfach für totalen Quatsch“, sagte der ausgebildete Arzt und Gründungspräsident des ICHOM (International Consortium for Health Outcomes Measurement). Ökonomisierung im Gesundheitswesen stellt nach Ansicht von Deerberg-Wittram in erster Linie den Versuch dar, Spielregeln und Ordnungsprinzipien in das System hineinzubekommen, um mit der Vielfalt menschlichen Verhaltens klarzukommen. „Ich habe tatsächlich immer wieder Kollegen aus dem ärztlichen Bereich erlebt, denen es völlig egal war, welchen Druck man auf sie ausgeübt hat oder welche Karotte man ihnen hingehängt hat, die immer wieder das Patientenwohl selbstlos in den Vordergrund gestellt haben. Und ich habe auch die Leute erlebt, die quasi ohne Karotte losgelaufen sind, gnadenlos das gemacht haben, was in irgendeiner Weise leichter ist, mehr Geld bringt und vielleicht am Ende den Patienten schadet. Wir haben es im Gesundheitswesen mit der ganzen Bandbreite menschlichen Tuns und Verhaltens zu tun. Wir müssen das Ganze organisieren und wir müssen dafür Regeln finden.“

Zu diesen ökonomischen Ordnungsprinzipien zählen laut von Deerberg-Wittram eine strategische Planung, Zielvereinbarungen, Transparenz, Qualitätskriterien sowie ein vernünftiges Verhältnis von Lösungen zu den dafür eingesetzte Mitteln. „Das sind Dinge, die eine Ökonomie ausmachen. Und es wäre unfair, wenn wir sagen würden: Von all diesen Dingen lassen wir die medizinisch tätigen Kollegen unbehelligt.“

Schulterschluss Der einzig gangbare Weg der Zukunft könne also nur ein Miteinander von Ärzten und Ökonomen sein, regte Dr. Christoph Veit, Leiter des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen, einen Schulterschluss zwischen Medizin und Ökonomie an. Denn es gäbe nichts mehr zu fürchten „als zwei Dinge: erstens, dass die Versorgenden ganz unabhängig entscheiden, was sie machen wollen, vor allem dann, wenn sie selbst am Erfolg beteiligt werden, und zweitens, dass Ökonomen anfangen zu bestimmen, was therapiert wird.“ Jedes ärztliche Handeln sei letztendlich nicht nur qualitätsrelevant, sondern hätte auch wirtschaftliche Konsequenzen. Daher könne ein funktionierendes Gesundheitswesen der Zukunft nur gemeinsam gestaltet werden, von den medizinischen Experten und den Ökonomen.  n

Neuer medizinischer Leiter im MedAustron

Vinzenz Gruppe errichtet Gesundheitsparks Um angesichts der Veränderungen im Gesundheitswesen ihre Leistungsangebote für Patienten noch besser ausrichten zu können, bündelt und erweitert die Vinzenz Gruppe ihre Angebote. Bis zum Jahr 2020 werden die fünf Wiener Krankenhäuser zu Fachkliniken ausgebaut. In Oberösterreich wird die Kooperation der beiden Schwerpunkt-Krankenhäuser der Barmherzigen Schwestern in Linz und Ried tiefgreifend geschärft. An jedem Krankenhaus-Standort wird zusätzlich ein „Gesundheitspark“ errichtet. Für Dr. Ulrich Schmidbauer, Chirurg und Sprecher der ärztlichen Direktoren in der Vinzenz Gruppe, liegen die Vorteile von Fachkliniken auf der Hand: „Wissen schafft Wissen. Hohe Fallzahlen bedeuten hohe Expertise, viel Erfahrung und Wissensvorsprung. Vor allem Patienten mit Krankheiten, die nicht so häufig sind, sind in entsprechenden Fachkliniken bestens aufgehoben.“ Die Patienten werden künftig in den Wiener Krankenhäusern der Vinzenz Gruppe neben der gewohnten akutmedizinischen Versorgung ein größeres therapeutisches Angebot vorfinden. Alle benötigten Experten sind im Haus, was kürzere Wege und die Vermeidung von Doppelbefundungen mit sich bringt. Erste spürbare Veränderungen werden sich für die Patienten ab 2017 zeigen.

© Vinzenz Gruppe

Übesichtsgrafik mit allen Gesundheitseinrichtungen der Vinzenz Gruppe

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Mit Prof. Dr. med. Eugen B. Hug konnte ein international renommierter Experte für Ionentherapie als neuer medizinischer Leiter von MedAustron für das Wiener Neustädter Krebsbehandlungs- und Forschungszentrum gewonnen werden. Hug wurde 1959 in München geboren. Nach dem Medizinstudium an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Weiterbildungen in Radioonkologie in Amerika absolvierte er eine beeindruckende internationale Karriere als Radioonkologe. Er ist ein international bekannter und anerkannter Pionier der Partikeltherapie mit über 20 Jahren Erfahrung als Kliniker und Forscher und Autor zahlreicher Publikationen. Er hat unter anderem an verantwortlicher Stelle am Massachusetts General Hospital, Loma Linda University Medical Center, am Paul Scherrer Institut in Villigen (CH) und zuletzt als medizinischer Direktor und medizinischer Geschäftsführer (CMO) für die ProCure Proton Therapy Centers, New York, an mehreren Zentren für Protonentherapie maßgeblich gearbeitet.


BRANCHENNEWS

Weltweit sterben jährlich rund 700.000 Menschen an Infektionen mit resistenten Bakterien, Tendenz steigend. Gleichzeitig geben immer mehr Pharmafirmen ihre Antibiotika-Forschung auf, weil sie unrentabel ist. So haben etwa die fünf bedeutendsten Pharmahersteller 2001 noch 40 Patentfamilien angemeldet, 2014 waren es nur noch zehn. Ein Gutachten, das The Boston Consulting Group (BCG) gemeinsam mit der ÖPP Deutschland AG und der Technischen Universität Berlin im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) erstellt hat, legt nun ein Zehn-PunkteProgramm zur Stärkung der Antibiotika-Forschung vor. Die Studie mit dem Titel „Breaking Through the Wall – Förderung der AntibiotikaForschung und -Entwicklung in Wissenschaft und Industrie“ wurde beim G7-Gipfel der Gesundheitsminister kürzlich diskutiert. Damit setzt die deutsche Bundesregierung das Thema Antibiotika-Resistenzen auf die Haupttagungsordnung der G7.

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Zwei neue Ludwig ­Boltzmann Institute Im kommenden Jahr werden nach sechsjähriger Ausschreibungspause wieder zwei neue Ludwig Boltzmann Institute (LBI) gegründet: Die beiden Einrichtungen in Wien werden sich den Themen „Seltene und Undiagnostizierte Erkrankungen“ sowie „Angewandte Diagnostik“ widmen. Den für sieben Jahre genehmigten Einrichtungen stehen jeweils rund 1,2 Millionen Euro zur Verfügung, etwa 60 Prozent davon

© NLK Filzwieser

10 Punkte gegen ­Antibiotika-Resistenzen

LH-Stv. Mag. Wolfgang Sobotka und Staatssekretär MUDr. Mario Mikloši, PhD (Slowakei) beschließen das neue NÖGUS EU-Projekt

Niederösterreich kooperiert mit Slowakei Laut aktuellen Bevölkerungsentwicklungsstudien wächst die Grenzregion NiederösterreichSlowakei immer mehr zusammen. Für die Region bringt die neue Kooperation eine Optimierung der Gesundheitsversorgung und somit eine Steigerung der Lebensqualität. „Mit dem Projekt Niederösterreich-Slowakei stellen wir langfristig eine grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung sicher. Im Zuge des Projektes kommt es zu einem Patientenaustausch wie bereits beim Projekt mit Tschechien, „health across in practice“, in der Region Gmünd-Velenice. Beide Projekte sind europäische Vorzeigebeispiele in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung“, freut sich LH-Stv. und NÖGUS-Vorsitzender Mag. Wolfgang Sobotka. Im Zuge der ProjektKooperation wird unter anderem ein gemeinsamer Rettungsvertrag ausgearbeitet, der grenzüberschreitende Rettungsfahrten ermöglicht. Außerdem wird die Partnerschaft zwischen dem Landesklinikum Hainburg und der Kinderuniversitätsklinik Bratislava gestärkt und somit ein besserer Erfahrungsaustausch zwischen den beiden Kliniken ermöglicht. Beispielsweise werden neonatologische Notfälle bei Kindern derzeit vom Landesklinikum Hainburg, das über keine Kinderabteilung verfügt, in das 74 km entfernte Landesklinikum Mistelbach überstellt, obwohl auf slowakischer Seite die Kinderuniversitätsklinik Bratislava nur 16 km entfernt liegt. Das Projekt startet 2016, die voraussichtliche Projektdauer beträgt drei Jahre.

kommen von der LBG, der Rest von den jeweiligen Partnerinstitutionen. Das LBI für Seltene und Undiagnostizierte Erkrankungen wird am Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) eingerichtet. Weitere Partner sind die Medizinische Universität Wien und die St. Anna Kinderkrebsforschung. Das Institut wird den Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Entschlüsselung von seltenen Erkrankungen der Blutbildung, des Immunsystems und des Nervensystems legen. Das LBI für Angewandte Diagnostik widmet

sich innovativer und verbesserter Krebsdia­ gnostik, die es ermöglichen soll, optimale Therapien anzuwenden und deren Erfolg möglichst früh abzuschätzen. Geplant ist die Entwicklung von neuen Biomarkern, die auf bildgebenden Verfahren und auf blutbasierten Analysen aufbauend eine nicht-invasive Pathologie erlauben. Das Institut ist an der Medizinischen Universität Wien angesiedelt. Weitere Partner sind die Unternehmen Biotype Diagnostics, Oncotest (beide Deutschland), GE Healthcare (Großbritannien), Hermes Medical Solutions (Schweden) und IASON (Österreich).

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POLITIK, VERWALTUNG & MANAGEMENT

Krankenhausplanung 2.0 u Das Spitalsangebot sollte verstärkt „bedarfsgerecht“ geplant werden. u Ein Expertenteam hat in Deutschland dafür Empfehlungen definiert. u Vieles aus der Studie ist auch auf die österreichische Situation übertragbar. u Dänemark hat manches davon bereits umgesetzt.

fentlich klinischen Bereich in Deutschland. Weiter ist zu lesen: „Vor dem Hintergrund solcher Fehlentwicklungen sowie im Angesicht demografischer Veränderungen und sich verknappender Ressourcen sowohl im personellen als auch finanziellen Bereich ist eine Reformierung und Modernisierung der Krankenhausplanung dringend notwendig.“ An diesen wenigen Zeilen lässt sich gut erkennen, dass die Relevanz dieser Studie nicht an den deutschen Außengrenzen endet und deren Lektüre heimischen Gesundheitspolitikern durchaus zu empfehlen ist. Wie eine solche Modernisierung aussehen könnte, versucht die Studie „Krankenhausplanung 2.0“ zu beschreiben, um auf dieser Basis „praktikable Umsetzungsvorschläge“ anzubieten.

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m eine angemessene medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und allen Bürgern flächendeckend ­Zugang zu Gesundheitsleistungen zu ermöglichen, bedarf es gerade auch im stationären Bereich einer strategischen, Landesgrenzen überschreitenden Angebotsplanung. „Aktuell werden jedoch in der Krankenhausplanung hauptsächlich bestehende Strukturen fortgeschrieben. Dadurch haben sich Fehlentwicklungen herausgebildet mit einem Nebeneinander von Unter-, Über- und Fehlversorgung. Dies begünstigt veraltete Strukturen, bei denen nicht nur die finanziellen Mittel im Gesundheitssystem ineffizient verteilt, sondern auch Patienten teilweise nicht bedarfsgerecht versorgt werden.“ Dieses Zitat bezieht sich nicht auf die aktuelle heimische Versorgungssituation, sondern entstammt einer Forschungsarbeit des Rheinisch-Westfälisches Instituts für Wirtschaftsforschung über innovative Planungsansätze für eine strategische Ressourcenplanung im öf-

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Auch in Deutschland hat sich die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser gerade in den vergangenen Jahren rapide verschlechtert, erläutert einer der Studienautoren, Dr. Andreas Beivers, Studiendekan für Gesundheitsökonomie an der Hochschule Fresenius München. 2012 machte beinahe die Hälfte aller Krankenhausstandorte Verluste, was sich dramatisch auf die Investitionsfähigkeit auswirkte. „Zumindest teilweise dafür verantwortlich ist in vielen Regionen eine ungünstige Versorgungstruktur – zu viele kleine Einheiten, zu hohe Krankenhausdichte, zu wenig Spezialisierung – als eine Folge der historisch gewachsenen Krankenhauslandschaft und deren Fortschreibung durch die bestehende Krankenhausplanung“, sagt Beivers. Daher sei es wichtig, den Fokus „von einer standortbasierten auf eine erreichbarkeitsorientierte Versorgungsplanung“ zu richten. Ein weiterer wesentlicher Punkt sei die Aufnahme des Kriteriums Qualität in die Versorgungsplanung, schreiben die Studienautoren, denn „die medizinische Qualität einer Klinik zeigt sich bei Patientenbefragungen als das entscheidende Kriterium für die Wahl eines Krankenhauses“. Eine bedarfsgerechte Krankenhausplanung sollte diesen subjektiven Bedarf der Patienten entsprechend berücksichtigen. Auf der Ebene des objektiven Bedarfs ist es hingegen wichtig, das Risiko von Fehlversorgung zu minimieren.

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Bestandsaufnahme


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Studienautor Dr. Andreas Beivers, Gesundheitsökonom

Empfehlungen

Einheitliche Datengrundlage: Um die Krankenhausplanung Die Studie formuliert im zweiten Teil sieben Empfehlungen, am zu erwartenden Bedarf ausrichten sowie die Versorgungsdie eine moderne, bedarfsgerechte Krankenhausplanung zu be- strukturen systematisch überprüfen zu können, scheint den rücksichtigen hat: Studienautoren die Schaffung einer passenden Datengrundlage Bundesweite, verbindliche Vorgaben: Damit für alle Versi- zwingend notwendig. Insbesondere sollten die DRG-Statisticherten die gleiche Mindestqualität bei der Versorgung ge- ken und die Diagnosedaten der Krankenhausstatistik regional währleistet ist, müssen bundesweit einheitliche Mindeststan- nach einheitlichen Kriterien ausgewertet werden. dards verbindlich festgelegt werden. Systematisches Versorgungsmonitoring: Das Monitoring foDefinition der Grund- und Regelversorgung: Eine Abgren- kussiert die drei Dimensionen von Fehlversorgung – qualitative zung zwischen Grund- und Regelversorgung bzw. Schwer- Fehlversorgung, Unter- bzw. Überversorgung –, deren Auftreten punkt- und Maximalversorgung ist wichtig, um Erreichbarkei- damit vermindert werden soll. So überprüft das Monitoring bei ten festlegen zu können. geplanter Leistungsausweitung eines Krankenhauses etwa, ob in Neuausrichtung der Notfallversorgung: Alle Krankenhäu- der betreffenden Region bereits eine Überversorgung bezogen ser, die in das Notfallsystem integriert sind, müssen generelle, auf die entsprechende Leistung vorliegt. Dafür werden regionale personelle und apparative StrukturanfordeFallzahlen herangezogen und mit einem rerungen erfüllen, unter anderem eine Rundgionalisierten Richtwert verglichen, das um-die-Uhr-Vorhaltung von intensivmediheißt das Monitoring bezieht regionale Bezinischen Kapazitäten, eine zentrale sonderheiten (wie zum Beispiel in der Be„Müssen den Fokus von interdisziplinäre Notaufnahme, einen völkerungsstruktur) mit ein. einer standortbasierten Schockraum, einen Hubschrauberlande„Eine oftmals lokal ungünstige Kranken­ auf eine erreichbarkeitsplatz oder die Verfügbarkeit eines pädiatrihausstruktur und eine mangelnde Investitischen und/oder neurologischen Konzils onsbereitschaft zeigen, dass die derzeitige orientierte Versorgungsinnerhalb von 60 Minuten. Zur UnterstütKrankenhausplanung durch eine Rückplanung richten. “ zung der Notfallversorgung sollten auch wärtsgewandtheit und hohe Passivität gedie niedergelassenen allgemein- und fachkennzeichnet ist“, analysiert Studienautor Dr. Andreas Beivers ärztlichen Praxen verstärkt eingebunden Beivers abschließend. Sie werde so den und telemedizinische Angebote ausgeweianstehenden Problemen nicht mehr getet werden. recht. „Eine Modernisierung der KrankenEinheitliche Standards zur Erreichbarhausplanung ist daher notwendig und sollte keit: Für Basisleistungen in Kliniken der Grund- und Regel- so bald wie möglich angegangen werden, um weiteren Fehlentversorgung sollte die Erreichbarkeitsvorgabe maximal 30 wicklungen entgegensteuern zu können.“ Pkw-Minuten betragen, bei Schwerpunkt- und Maximalversorgern 60 Pkw-Minuten. In der Notfallversorgung sollten als Praktische Umsetzung in Dänemark Zeitspanne bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes maximal Ein Land, das über eine solche Planungsphase bereits weit hin12 Minuten vorgegeben werden. Verbindliche Qualitätsvorgaben zur Steigerung des Patien- aus ist, ist Dänemark. Hier wird derzeit eine völlig neue Krantennutzens: Dabei stehen grundsätzlich die Indikationsquali- kenhausstruktur aufgebaut. Dabei folgt man konsequent – und tät („Wird das Richtige getan?“) und die Ergebnisqualität einigermaßen radikal – einem bundesweiten Strategieplan, der („Wird das richtige Ergebnis erzielt?“) im Vordergrund. Aus- sich in vielen Punkten mit den Überlegungen der deutschen reichende Transparenz sollte langfristig einen funktionieren- Studie überschneidet. Statt der existierenden 40 Kliniken entden Qualitätswettbewerb ermöglichen. Da jedoch beide Quali- stehen in den nächsten Jahren 21 moderne Versorgungszenttätsmaße derzeit meist nicht ausreichend gut gemessen und ren. 16 davon werden neu gebaut. Unterstützend dazu werden überprüft werden können, sollen stellvertretend auch die sowohl Primärversorgung als auch Notfallsysteme massiv ausStrukturqualität („Sind die Rahmenbedingungen richtig?“) gebaut, ebenso die telemedizinischen Angebote. Das gesamte und die Prozessqualität („Wird die Leistung richtig erbracht?“) Reformpaket wird 5,5 Milliarden Euro kosten. Die ehrgeizigen berücksichtigt und Mindeststandards in die Krankenhauspla- Ziele, die damit verbunden sind, skizziert Nanna Skovgaard nung aufgenommen werden. Leistungsbereiche einzelner vom dänischen Gesundheitsministerium: „Die ambulante VerKrankenhäuser, die verbindlich vorgegebene Qualitätsstan- sorgung soll um 50 Prozent steigen, die Anzahl der Krankendards nicht erfüllen, sollten vom Versorgungsauftrag ausge- hausbetten um 20 Prozent reduziert und die durchschnittliche Belagsdauer von 4,5 auf drei Tage gesenkt werden.“  n schlossen werden.

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Rechts: Prof. Dr. Axel Kramer Institut für Hygiene und IZINPROD ­Umwelt­ ED medizin Universitätsmedizin Greifswald (D) M

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MEDIZIN PR DUKT Links: Prof. Dr. Ojan Assadian Professor for Skin Integrity and ­Infection Prevention University of Huddersfield (GB)

Risikobewertung ­ von Polihexanid I

m Jahr 2013 erfolgte die gefahrstoffrechtliche Einstufung des Rohstoffs Polihexanid (PHMB) im Rahmen der Europäischen Chemikaliengesetzgebung in Kategorie 2 „kann vermutlich Krebs erzeugen“. Produkte, die mehr als ein Prozent Polihexanid enthalten, müssen danach als Karzinogen Klasse 2 gekennzeichnet werden. Ausdrücklich ausgenommen von dieser Kennzeichnungspflicht sind Medizinprodukte mit Gehalt von Polihexanid, die invasiv oder auf der Körperoberfläche zum Beispiel zur Wundspülung oder als Wundauflage verwendet werden. Der Grund für diese Ausklammerung ist darin zu sehen, dass die gefahrstoffrechtliche Einstufung von Stoffen und Zubereitungen in der Regel zur Gewährleistung des Arbeits- und Umweltschutzes erfolgt und insbesondere Expositionen, wie sie bei der Herstellung dieser Stoffe in größeren Mengen auftreten können, berücksichtigen soll. Dadurch sollen Mitarbeiter vor kritischen Expositionen mit geeigneten Maßnahmen geschützt werden. Durch den Wissenschaftlichen Ausschuss „Verbrauchersicherheit“ SCCS (Scientific Committee on Consumer Safety) der Europäischen Kommission ist eine zweite überarbeitete Version zur Einschätzung der Sicherheit von PHMB im Kosmetikbereich veröffentlicht worden (SCCS 2015). Demzufolge wird die Verwendung von PHMB als Bestandteil in Kosmetika ab dem 1.1.2015 untersagt. Polihexanid ist der einzige antiseptische Wirkstoff, für den eine Förderung der Proliferation von Fibroblasten und Keratinozyten nachgewiesen ist, was einen erwünschten Effekt im Rahmen der Wundbehandlung darstellt. Neben noch ungeklärten zellulären Prozessen könnte Ursache dafür die durch Zusatz von Polihexanid inhibierte Elastase von P. aeruginosa sein, die zur Degradation von Proteinen der Wundflüssigkeit und des Hautgewebes führt. Ebenso wird die Mikrozirkulation der Haut durch Polihexanid erhöht, wobei die funktionelle Kapillardichte und die Erythrozyten-Fließgeschwindigkeit signifikant reduziert wurden. Maßgeblich für die Risikobewertung sind zwei Kriterien: die dermale Resorption und die Relevanz der postulierten Karzinogenität. Bis zum Jahr 2014 gab es keinen Anhalt für eine Resorption von PHMB bei Anwendung auf der Haut und auf Wunden (Hübner und Kramer 2010). Toner (2014) hat eine methodisch wenig relevante In-vitro-Studie mit zuvor gefrorener menschlicher Haut zur Resorption von PHMB mit dem Ergebnis durchgeführt, dass

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PHMB im Stratum corneum verbleibt. Trotzdem wird diese Studie durch den SCCS herangezogen, um die Resorption von PHMB durch die Haut abzuleiten. Leider interpretiert der SCCS diese Studie falsch. Toner (2014) hat 20 Strippings von zuvor gefrorener Spalthaut durchgeführt – da ist er noch deutlich im S. corneum. Stripping ist bis zu 100-mal möglich, bis das Stratum corneum entfernt ist. Der SCCS gibt dazu folgende falsche Interpretation: “The SCCS notes that 20 tape strippings were used to remove stratum corneum, which is a high number. Normally, not more than 5 tape strippings should be used to remove stratum corneum. Thus, it cannot be excluded that some absorbable amounts of PHMB were removed by the high number of tape strippings used.” Für die akute Toxizität von PHMB ergibt sich die Einstufung “praktisch nicht toxisch” und es sind keine resorptiv-toxischen Wirkungen einschließlich Mutagenität und Teratogenität bekannt. Eine toxische Wirkung ist, wie zu erwarten, erst bei Anwendung von in der Praxis nicht relevanten Konzentrationen, die höher als die maximal tolerierbare Dosis liegen, nachweisbar. Die Autoren Großkopf und Schanz stellen in ihrem Beitrag die Frage, ob Polihexanid aufgrund der Einstufung in Kategorie 2 nicht durch einen gleich wirksamen, aber unbedenklichen Wirkstoff ersetzt werden sollte, wobei von den Autoren übersehen wurde, dass die Einstufung in Kategorie 2 eine vermutliche Kanzerogenität, nicht jedoch eine sichere Kanzerogenität impliziert. Dessen ungeachtet gelangen sie als Fazit zu der Schlussfolgerung, dass der Einsatz von Polihexanid unzulässig sei, wenn die NutzenRisiko-Bewertung zuungunsten von Polihexanid ausfallen sollte. Diese Rechtsaufassung ist prinzipiell richtig, wenn die NutzenRisiko-Bewertung zuungunsten von Polihexanid ausfällt. Es wird jedoch der Anschein erweckt, dass der Einsatz von Polihexanid aus medizinischer Sicht grundsätzlich fragwürdig wäre. Deshalb kann nur eine wissenschaftlich begründete Nutzen-Risiko-Bewertung dieses Wirkstoffs die Frage beantworten, ob die Notwendign keit für einen Ersatz dieses Wirkstoffs besteht oder nicht.  Quellen: • Hübner NO, Kramer A (2010). Review on the efficacy, safety and clinical application of polyhexanide, a modern wound antiseptic. Skin Pharmacol Physiol 23(Suppl 1)17-27 • SCCS (2015). Opinion on the safety of poly(hexamethylene) biguanid hydrochloride or polyaminopropyl biguanide (PHMB) in cosmetic products, 18 June 2014, SCCS/1535/14, revision of 16 December 2014, 2nd revision of 13 July 2015 • Toner F (2014). The in vitro percutaneous absorption of radiolabelled polyhexamethylene biguanide (PHMB) in a representative cosmetic formulation through human skin. Charles River; Tranent, Edinburgh, UK for Lonza, Allendale, NJ, USA, Report No. 35464, unpublished data, CBI, 07 August 2014, draft report • Kramer A, Assadian O. Kommentar zum Beitrag „Polihexanid – Rechtsaspekte einer Risikoeinschätzung“ von Volker Großkopf und Michael Schanz in: RDG 2015, 12 (3), S. 148-149. Rechtsdep 2015; 12 (4): 203-3.


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u im Krankenhaus in Patientenzimmern; auf der Intensivstation, u in Alters- und Pflegeheimen, u in Rehab-Zentren u im privaten Pflegebereich

Die integrierte Patientenlifter-Lösung kombiniert den bewährten Guldmann Patientenlifter mit einer Dräger Deckenversorgungseinheit. Diese wirtschaftliche und komfortable Lösung hilft nicht nur die Versorgung von Patienten zu verbessern, viel mehr schonen Sie auch die Gesundheit der Mitarbeiter Ihres Krankenhauses.

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Einsatz-bzw. Anwendungsbereiche

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PRODUKTE & ANBIETER

Firmenporträt: Medtronic

Integrated Health Solutions Der Medizintechnik-Anbieter Medtronic erweitert seine Angebotspalette um einen neuen Geschäftsbereich für Spitäler, der individuelle Prozessoptimierung anbietet. sungen. Damit reagieren wir auf einen vorhandenen Bedarf aufseiten unserer Kunden, um die Herausforderungen, die derzeit im Gesundheitswesen da sind, gemeinsam als Partner zu lösen“, betont Deutschmann.

Auf Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet Dabei sind die Möglichkeiten der Beratungsleistung breit gefächert, es kann z.B. um die Finanzierung von OPs, von Katheterlaboren, Hybrid-OPs, das Materialmanagement – sprich, eine Optimierung des Einkaufsprozesses und der Lagerhaltung –, eine Verbesserung der Prozesse während einer OP, Beratung beim Bau etc. gehen. Eipeldauer beschreibt die Zusammenarbeit zwischen Medtronic und den Spitälern bei Integrated Health Solutions folgendermaßen: „Wir gehen auf die Probleme des Kunden individuell ein und beraten ihn bei der Gestaltung und beim Management von nichtklinischen Prozessen. Zugleich können wir auch die benötigten Produkte liefern.“ m Fokus des neuen Geschäftsbereichs „Inte­ Kostenproblem gemeinsam angehen grated Health Solutions“ steht die Unterstüt„Im österreichischem Dabei werde, so Eipeldauer weiter, eine gezung der Player im Krankenanstaltenbereich Gesundheitssystem naue Analyse der Prozesse in den jeweilimit innovativen und kundenfreundlichen Geherrscht großer Kostengen Häusern durchgeführt. „Wir schauen samtlösungen. Gemeinsam mit Dipl.-Ing. uns sehr genau an, wie die Patientenströme Wolfgang Deutschmann, MBA, Österreichdruck. Wir sind davon und die historisch gewachsenen Prozesse Geschäftsführer von Medtronic, ist Mag. Miüberzeugt, mit Integrated funktionieren. Wir helfen dabei, wenn beichael Eipeldauer seit Juni 2015 im UnternehHealth Solutions genau spielsweise Investitionen geplant sind. All men für den Aufbau dieses Bereichs zuständig. diese Aspekte gestalten wir dann zusamMit Integrated Health Solutions bietet Medtrodafür eine Lösung men mit unseren Kunden. In weiterer Folge nic maßgeschneiderte Lösungen an. „Die an­anbieten zu können.“ sind wir auch bereit, wenn der Kunde das gebotenen Inhalte beinhalten Unterstützung möchte, für den Partner bzw. gemeinsam bei der Prozessoptimierung im GesundheitsDipl.-Ing. Wolfgang Deutschmann, MBA mit ihm das Management des nicht-klinibereich, das Management von nicht-klinischen schen Prozesses zu übernehmen. Das heißt, Prozessen, Planung und Finanzierung von Investitionen, z.B. im OP-Bereich, sowie die klassische Unterneh- es gibt zum Beispiel die Möglichkeit, das Materialmanagement mensberatung, z.B. im Bereich Marketing, Public Relations und (Einkauf, Lagerbestände etc.) vor Ort direkt zu organisieren. DaReputation Management“, erläutert Deutschmann. Ziel sei es, so bei achten wir immer darauf, dass wir unabhängig vom Anbieter der Medtronic-Geschäftsführer weiter, Spitalserhaltern Unterstüt- das gewünschte Portfolio anbieten können, also nicht nur Medtrozung bei der Erreichung ihrer Ziele anzubieten und somit einen nic-Produkte, sondern auch Produkte von Drittanbietern. Wir stelMehrwert zu kreieren. „Unser Bereich Integrated Health Solu- len dadurch dem Kunden genau die Produkte zur Verfügung, die tions bietet dabei innovative und kundenfreundliche Gesamtlö- er benötigt und haben möchte.“

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Fotos: © MedMedia Verlags GmbH/Oliver Miller-Aichholz

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Fotos: © MedMedia Verlags GmbH/Oliver Miller-Aichholz

Dipl.-Ing. Wolfgang ­ eutschmann, MBA und D Mag. Michael Eipeldauer

wodurch sich der Kunde die Investitionskosten erspart und ausschließlich für die Nutzung der Geräte auf Basis der Häufigkeit „Als Medizintechnikunternehmen ist für uns zentral, dass wir wis- ihrer Verwendung bezahlt. sen: Wie funktioniert ein Spital, wie ist eine Abteilung organisiert, Deutschmann ergänzt: „Man braucht nur die Zeitung aufzuschlawie denken die Gesundheitsberufe vor Ort? Dazu gilt es in Betracht gen und sieht, dass das Gesundheitswesen unter enormem Kostenzu ziehen, was gesundheitspolitisch überhaupt möglich ist. Auf druck steht. Die Demografie zeigt auch, dass immer mehr PatienGrundlage dieser Analyse wird mit den Kunden gemeinsam entwi- ten versorgt werden müssen. Ziel von Medtronic ist es, Patienten ckelt, was sie in diesem Gesundheitswesen anbieten und erreichen bestmöglich zu versorgen. Daher wollen wir unterstützend tätig können“, erläutert Eipeldauer. Dafür sei ein gemeinsames Commit- sein und noch stärkere und langfristigere Partnerschaften eingement zu schlanken und effizienten Prozessen hen. Wir sind der größte Medizintechnikkonnotwendig. Durch diese verbesserten Prozeszern der Welt und gemeinsam mit den Part„Wir helfen dabei, nichtse könne, so Eipeldauer, ein enormer Mehrnern im Gesundheitswesen können wir dafür klinische Prozesse zu wert für die Patienten in Österreich und für die sorgen, dass wir noch mehr Patienten effiziunterschiedlichen Spitalsträger kreiert werden enter versorgen.“ optimieren: vernünftig, – und dies sei letztlich gut für alle Gesundkosteneffizient und für die heitsberufe und sorge für Nachhaltigkeit. DaPublic Private Partnership Patienten effektiv.“ für bringe Medtronic, so Deutschmann weiter, & Risk Sharing jahrelange und weltweite Erfahrungen mit ein, von denen die Kunden durch diesen neuen Das Angebot von Medtronic mit Integrated Mag. Michael Eipeldauer Bereich profitieren können. Health Solutions besteht darin, die Abläufe in den Spitälern günstiger, kosteneffizienter und schlanker, als sie bisher funktioniert haben, zu gestalten. DaBisherige Erfahrungen mit Integrated Health Solutions bei wird auch Risk Sharing angeboten. Eipeldauer: „Damit garanÄhnliche Projekte wurden in anderen Ländern bereits umgesetzt, tieren wir dem Kunden, dass wir in der Lage sind, den Prozess die Erfahrungen sind durchwegs positiv. „Wir sehen in der Schweiz, entsprechend seinen Bedürfnissen optimal zu gestalten – und effiin Deutschland, in den Niederlanden, in England, in Italien, aber zienter als bisher.“ Und Deutschmann ergänzt: „Dabei übernehauch in Österreich bei ersten Projekten, dass die Kunden mit men wir einen Teil des Risikos in einer Partnerschaft. Im Sinne schlankeren Prozessen sehr zufrieden sind. Auch die Mitarbeiter- von Public Private Partnerschaft wollen wir ein Teil der Lösung zufriedenheit vor Ort steigt. Am Anfang herrscht vielleicht eine sein. Wir sind davon überzeugt, dass wir zu einer besseren Patiengewisse Sorge im Sinne von ‚Was kommt da auf mich zu?‘. Aber tenversorgung in Österreich beitragen können. Das ist unser wenn man Prozesse mit den Kollegen vor Ort richtig gestaltet und Wunsch und unser Ziel.“ n es den Mitarbeitern dadurch ermöglicht, dass sie die gleiche Leistung mit weniger Aufwand schaffen können, hilft ihnen dies letztendlich. Das wissen die Mitarbeiter dann auch zu schätzen“, betont Eipeldauer. Gerade auch in diesem Zusammenhang, so ist er überzeugt, sei es sehr wichtig, den Betrieb des Kunden sehr gut kennen zu lernen und zu begreifen, wie dieses System funktioniere.

Bekenntnis zu effizienten Prozessen

Auf steigenden Kostendruck reagieren Ein weiteres Beispiel für individuelle Lösungen bietet Medtronic mit Integrated Health Solutions auch im Bereich Finanzierung. „Nehmen wir zum Beispiel ein Spital, das Bedarf an einer neuen OP-Landschaft hat, aber nicht genau weiß, wie diese finanziert werden kann. In Zeiten stagnierender oder gar schrumpfender Gesundheitsbudgets kommt das immer wieder vor. Hier sind wir bereit, mit einer Public Private Partnership gemeinsam mit unseren Kunden an einer Lösung zu arbeiten und unsere Expertise einzubringen“, erklärt Eipeldauer. Ein Beispiel für neue Wege in der Finanzierung: Medtronic investiert in die erforderlichen Geräte,

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PRODUKTE & ANBIETER

icotec AG

Hightech-Material für ­besseren Durchblick Raumfahrt, Flugverkehr, Formel 1 – ohne Hightech-Material aus Carbonfasern sind Innovationen in vielen Branchen undenkbar. Das Schweizer Unternehmen icotec hat nun die unvergleichlichen Vorteile dieses Materials auch für Anwendungen in der Tumortherapie nutzbar gemacht. Vordergrund. Eine begleitende Strahlentherapie dient der Schmerzkontrolle sowie der lokalen Kontrolle von möglichen Rezidiven im Bereich des entfernten Tumorgewebes im postoperativen Verlauf. „Hier haben nichtmetallische kohlefaserverstärkte Polyetheretherketon (Carbon/PEEK)-Implantate gegenüber herkömmlichen metallischen Implantaten unerreichte Eigenschaften: Für die moderne Strahlentherapie sind 3DBilddaten aus CT oder MRT für die Dosisplanung unerlässlich, um das zu bestrahlende Volumen des Tumorgewebes gegen das gesunde Gewebe genau abzugrenzen. Im Gegensatz zu metallischen Implantaten verursachen Carbon/PEEK-Implantate von icotec nur minimale Bildartefakte“, erklärt Roger Stadler, Geschäftsführer der icotec AG, und ergänzt: „Damit erleichtern sie die präzise Abgrenzung des Tumors und die Dosisplanung in der Strahlentherapie; zeitintensive, manuelle Korrekturen, wie bei Metallimplantaten notwendig, entfallen.“ Firmeninterne Produktion von Implantaten, Hauptsitz Schweiz.

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ie icotec AG wurde 1999 gegründet und beschäftigt sich mit dem Entwurf, der Entwicklung und Herstellung von nichtmetallischen kohlefaserverstärkten Polyetheretherketon (Carbon/PEEK)-Verbundwerkstoffen zur Gestaltung von hochfesten Komponenten für verschiedene Anwendungsbereiche. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in Altstätten in der Schweiz, seit rund einem Jahr ist die Firma mit einer Zweigniederlassung in Graz am heimischen Markt tätig und bietet Wirbelsäulenchirurgen und Patienten eine Behandlungsalternative zu herkömmlichen Pedikelschrauben aus Metall.

Minimale Bildartefakte Bis zu 40 % aller Krebspatienten entwickeln einen Tumor im Bereich der Wirbelsäule, dem Ort, an dem am häufigsten Metastasen des Skeletts auftreten. Mit der Entscheidung zur chirurgischen Behandlung stehen die Dekompression und Stabilisierung der Wirbelsäule und die Entfernung des Tumors im

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Rezidivkontrolle ohne Kompromisse Das weltweit einzigartige icotec CFM-Verfahren macht die herausragenden Materialeigenschaften nun auch der modernen Medizintechnik zugänglich. Die Implantate besitzen hervorragende Dauerbelastungseigenschaften und ermöglichen gleichzeitig eine bessere Knochenbelastung durch die reduzierte Systemsteifigkeit. Von der Festigkeit her sind die neuen Carbon/PEEKImplantate vergleichbar mit den klassischen Titanimplantaten. Die physikalischen Eigenschaften von icotecs nichtmetallischen Carbon/PEEK-Implantaten ermöglichen einen ungehinderten Durchtritt der Photonen oder Protonen durch das Carbon/PEEK-Material ins vorher geplante Zielgewebe. Auf dem Weg ins Tumorgewebe kommt es zu keinen Abschirmungen oder Streustrahl-Effekten des Strahls durch das Carbon/PEEKMaterial, im Gegensatz zu Metallimplantaten. Das Risiko einer zu großen oder zu niedrigen Strahlendosis im Gewebe wird dadurch minimiert und sensible Gewebsstrukturen können geschont werden. Dieselben positiven Eigenschaften des Carbon/ PEEK-Materials sind auch für die Bildgebung während der klinischen Nachkontrolle relevant. Durch die minimierten Ar-


PRODUKTE & ANBIETER

tefakte der Bilddaten kann der Arzt die Zone um den behandelten Tumor sehr detailliert untersuchen und ohne Kompromisse auf etwaige Rezidive kontrollieren. „Das strahlendurchlässige, nichtmetallische Carbon/PEEKWirbelsäulensystem von icotec ist weltweit das erste seiner Art und trägt seit 2013 die CE-Kennzeichnung. Bereits mehr als 500 Carbon/PEEK Pedikelschrauben wurden Patienten mit degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen und Wirbelsäulentumoren erfolgreich implantiert. Um den klinischen Nutzen zu

IM GESPRÄCH

Welche Meilensteine in der Firmengeschichte ­waren für Sie von besonderer Bedeutung? Das Unternehmen wurde im Jahr 1999 gegründet. Basis für die Gründung war ein Spin-off der ETH Zürich, das der Frage nachgegangen ist, ob es möglich ist, eine Schraube herzustellen, die röngtentransparent ist und die Festigkeitswerte von Knochenschrauben besitzt. Das vorhandene Verfahren war sozusagen Mittel zum Zweck. Wir haben lange überlegt, wo die Komposite noch eingesetzt werden und sind auf Fahrräder oder Flugzeuge gestoßen – kurzum überall dort, wo vor allem Korrosionsresistenz und Ermüdungsresistenz gefragt sind. Daraus haben sich dann parallel zur Medizin auch Märkte wie die Luft- und Raumfahrt eröffnet, wo das Material Anwendung findet. Wie hat sich dann das Unternehmen weiterentwickelt? Wir hatten die Maschine und die Fertigungstechnologie, um das Material zu entwickeln. Der logische Schritt war, diese Leistung anderen Firmen als Zulieferer anzubieten. Schlussendlich ging uns die Umsetzung dann aber zu langsam und wir haben uns entschieden, Implantate selbst herzustellen und zu vertreiben. Das war eine wichtige Zäsur in der Firmengeschichte. Im Jahr 2006 haben wir die Rohmaterial-Zulieferfirma gekauft, um vor allem auch die Qualitätskontrolle sicherzustellen. Wo sind die zentralen Geschäftsfelder? Im Mittelpunkt stehen die nichtmetallische Carbon/PEEK-Implantate, die einen ungehinderten Durchtritt der Strahlen durch das Implantat in den Tumor ermöglichen, ohne Abschirmung oder Streustrahlung, wie von Metallimplantaten bekannt. Gesundes Gewebe wird geschont. Durch die minimierten Bildartefakte kann das behandelnde Ärzteteam die Zone um den Tumor detailliert untersuchen und ohne Kompromisse auf Rezidive prüfen. Warum gibt es derartige Implantate erst seit relativ kurzer Zeit, die Technologie ist ja nicht so neu? Wir können mit unserem Verfahren hohe Festigkeiten erreichen und komplexe Bauteile herstellen, ohne dass die Faserstruktur des Rohmaterials zerstört wird. Ich denke, die Strahlentherapie hat noch nicht so lange Tradition und daher war auch vonseiten der Anwender die Frage nach derartigen Implantaten noch nicht so evident wie jetzt. Nach den Stahl- und den Titanimplantaten sind wir jetzt in der 3. Generation der Implantate aus Komposit angelangt, die einfach große Vorteile bieten, die bisher nicht in dem Umfang gefordert waren.

© www.lisamathis.at

Roger Stadler, Geschäftsführer, icotec AG

belegen, haben wir 2014 eine prospektive, multizentrische klinische Studie in die Wege geleitet“, gibt Stadler Einblick in die Entwicklung.  n

Katja Jaritz, Geschäftsführerin Österreich katja.jaritz@icotec-medical.at, Tel.: +43 660 388 42 99 www.icotec-medical.at

Welche Bedeutung haben Innovationen aus Ihrer Sicht am Markt der ­Medizinprodukte überhaupt? Die Innovation ist das A und O des medizinischen Fortschritts. Der kritische Punkt ist die Zusammenarbeit zwischen dem freigeistigen Denken von Unternehmen und den Anforderungen der Ärzte. Wir analysieren mit Medizinern unsere Produkte und die OP-Techniken, um hier optimale Entwicklungen hervorzubringen. Ein zweiter Aspekt sind die Kosten. Das Gesundheitswesen steht unter enormem Spardruck, Behandlungen werden teurer, auch Geräte werden teurer. Je optimaler wir unsere Produkte an die Bedürfnisse der Anwender anpassen und je optimierter wir fertigen, umso eher können wir diesem Druck entgegenwirken. Woher kommen die Ideen für Innovationen? Von beiden Seiten. Das ist ein geistiges Sparring zwischen Ärzten und Entwicklern, jeder ist Experte auf seinem Gebiet und muss den anderen ins Boot holen, um gemeinsam ein Stück weiterzukommen. Wichtig ist es, Partner zu haben, wo man auch einmal eine völlig verrückte Idee auf den Tisch legen darf und zumindest darüber diskutiert wird. Niemand soll sich zu schade sein oder sich gar schämen müssen, wenn er sich auch einmal auf neues Terrain begibt! Was ist in der Pipeline? Für die Skelettversorgung ist einiges in Planung. Standardprodukte für die Wirbelsäule, die heute aus Metall sind, werden wir aus Komposit fertigen. Wo sehen Sie die größten Herausforderungen am Markt? Für uns als kleiner Player ist die Herausforderung, sich gegenüber den großen marketingtechnisch zu positionieren. Wir müssen über die Qualität unserer Produkte bestehen und über schlanke Strukturen auch schneller am Markt agieren können. Das ist aber eine sehr schöne Herausforderung, die wir gerne annehmen! Höchste Qualität ist in ihrer Mission festgeschrieben – wird das vom Markt honoriert, wenn Spitäler nach dem Billigbieterprinzip ausschreiben? Welche Erfahrungen und Wünsche haben Sie in diesem Zusammenhang? Wir sind in einem Hochrisikofeld mit der Implantologie, die Produkte verbleiben im Körper da können wir es uns nicht leisten, dass Patienten zu Schaden kommen. Qualität zieht sich durch den gesamten Prozess, von der Fertigung bis zum OP. Spitäler, die auf billige Produkte aus sind, sind nicht unsere Kunden. Ich sehe das wie bei Autos: Es gibt auch hier Kunden, die billige Autos wollen und andere, die Wert auf innovative Details legen und bereit sind, dafür mehr auszugeben. Wie bei Autos haben auch wir mit unseren Implantaten unsere Zielgruppen. Wenn wir in drei Jahren das Interview wiederholen – was hat sich verändert? Wir liefern weltweit, wir sind erfolgreich und können weitere Innovationen ­finanzieren. Wir stehen für 100 % Qualität und Sicherheit.

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AUSTROMED Herbstgespräche 2015

Mehr Mut zur Innovation u Entscheidungen im Gesundheitswesen werden immer im Spannungsfeld zwischen dem Zugang zum System, der Qualität und den Kosten gefällt. u Aufgrund fehlender Evidenz ist das langfristige Einsparpotenzial, das durch Innovationen entstehen kann, schwer festzumachen.

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© Christina Anzenberger-Fink

ie diesjährigen AUSTROMED Herbstgespräche stellten einmal mehr das Thema „Kosten, Nutzen und Zukunft von Innovationen im Gesundheitswesen“ in den Mittelpunkt der Diskussion, denn immer noch wird das Thema in der Öffentlichkeit einseitig wahrgenommen. „Eine echte Trendwende ist gefragt. Es muss unser Ziel sein, dass nicht bei, sondern mithilfe von Medizinprodukten Einsparungen erzielt werden können“, betont AUSTROMED Präsident Mag. Friedrich Thomasberger. Dass die Voraussetzungen dafür durchaus gegeben sind, zeigt Dr. Thomas Czypionka, Leiter des Forschungsbereichs Gesundheitsökonomie und Gesundheitspolitik am Institut für Höhere Studien (IHS), in seiner Keynote deutlich auf: Die de-

Expertentalk im Zuge der AUSTROMED Herbstgespräche: (v.l.) DI Manfred Bammer (AIT), Mag. Philipp Lindinger (AUSTROMED) Mag. Bernhard Wurzer (Hauptverband), Dr. Michaela Fritz (Med Uni Wien), Mag. Friedrich Thomas­ berger ­(AUSTROMED), Dr. Thomas Czypionka, (IHS), Wolfgang Wagner (APA).

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mografische Entwicklung und der Umstand, dass gerade die ältere Bevölkerung durchaus bereit und fähig ist, in ihre Gesundheit zu investieren, machen das Gesundheitswesen zu einem stark wachsenden Wirtschaftsfaktor. Gefordert ist die Politik, Prioritäten zu setzen, denn gesundheitsökonomische Entscheidungen müssen immer in einem Interessenskonflikt zwischen dem Zugang zu den Leistungen, der Qualität und den Kosten gefällt werden.

Bürokratie behindert Forschung Dr. Michaela Fritz, Vize-Rektorin für Forschung und Innovation der Medizinischen Universität Wien, ortet in Österreich eine gewisse Technologiefeindlichkeit, die nicht ohne Folgen für die Forschungsbudgets und damit für die Innovationskraft des Landes bleiben kann. Der Druck zur Akquise von Fördergeldern kombiniert mit einer Reihe bürokratischer Hürden trifft auch außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, wie etwa das Austrian Institute of Technology (AIT). DI Manfred Bammer, Head of Business Unit „Biomedical Systems“ am AIT, plädiert für mehr Selbstbewusstsein: „Gute Ideen gibt es hierzulande viele. Wir sollten nicht länger neidvoll auf ausländische Entwicklungshochburgen blicken, sondern selbst aktiv werden.“ Mag. Bernhard Wurzer, stellvertretender Generaldirektor des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger, ist überzeugt, dass in Österreich kontinuierlich mehr Geld für Innovationen im Gesundheitsmarkt zur Verfügung stehen wird: „Gesundheit hat sich für viele Unternehmen in den letzten Jahren zu einem interessanten Markt entwickelt. Die Sozialversicherungen haben auch die Aufgabe, darauf zu achten, was mit den zur Verfügung stehenden Mitteln finanziert werden kann.“ Einigkeit herrschte am Podium darüber, dass Österreich innerhalb der EU bei Innovationen noch die Nase vorne hat, dieser Vorsprung aber bald verspielt sein könnte, wenn nicht bald ein innovationsfreundlicheres Klima geschaffen wird. Gefordert wird daher einhellig mehr Mut von der Politik.  n


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Mehr Aufmerksamkeit für Medizinprodukte u AUSTROMED, die Interessenvertretung der österreichischen Medizinproduktehersteller und -händler, startet mit einer Imagekampagne für Medizinprodukte. u Mit dem Slogan „Qualität fürs Leben – Medizinprodukte machen es möglich“ soll gezeigt werden, wie wichtig Forschung und Entwicklung als Basis für innovativere Produkte sind.

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ie Medizinproduktebranche in Österreich umfasst etwa 500 Unternehmen mit über 23.000 Beschäftigten und einem Umsatz von rund sieben Milliarden Euro. Dabei handelt es sich ausschließlich um jene Unternehmen, die Medizinprodukte in Österreich herstellen oder um nationale bzw. internationale Unternehmen, die diese für das heimische Gesundheitssystem bereitstellen. Insgesamt haben jedoch mehrere 100.000 Menschen in Österreich in den diversesten Berufen tagtäglich mit Medizinprodukten zu tun. Mit der Imagekampagne soll den Medizinprodukten nun in der Öffentlichkeit einen entsprechendenr Platz gegeben werden. In den Monaten November und Dezember 2015 soll die Tatsache, dass Medizinprodukte die Lebensqualität betroffener Menschen erhöhen, über eine Reihe von Werbe- und Pressemaßnahmen einer breiten Öffentlichkeit, aber auch dem Fachpublikum kommuniziert werden. „In den vergangenen Jahrzehnten haben Medizinprodukte einen Quantensprung gemacht. Selbst bei einfachen Produkten steckt enorm viel Know-how dahinter und vieles davon ist ‚made in Austria‘“, betont ­AUSTROMED-Präsident Mag. Friedrich Thomasberger und ergänzt: „Um diese Innovationen den Patienten zur Verfügung stellen zu können, ist es notwendig, dass auch die Politik, Sozialversicherungen, Krankenhäuser und viele mehr verstärkt den Nutzen eines Produktes erkennen und nicht nur den Kostenaspekt im Auge haben.“

Raus aus der Selbstverständlichkeit Mag. Philipp Lindinger, AUSTROMED-Geschäftsführer: „Drei verschiedene Plakat-Sujets werden in Wien und den größeren Landeshauptstädten präsentiert. Zusätzlich werden Linienbusse in Wien, Graz und Salzburg gebrandet. An über 550 Bildschirmen in den öffentlichen Verkehrsmitteln werden ab Anfang Dezember kurze Spots gezeigt, die auf den Nutzen von Medizinprodukten für die Menschen und die Gesellschaft hin-

AUSTROMED-Präsident Mag. Friedrich Thomasberger (links) und ­AUSTROMED-Geschäftsführer Mag. Philipp Lindinger (rechts)

weisen.“ Begleitet wird die Kampagne durch Texte und Online-Maßnahmen, die interessierte Personen über die große Bandbreite von Medizinprodukten aufmerksam machen und informieren sollen. „Medizinprodukte haben grundsätzlich ein gutes Image und sie sind mittlerweile eine Selbstverständlichkeit im österreichischen Gesundheitswesen geworden. Das betrifft die Patienten ebenso wie die Ärzteschaft, das Pflegepersonal, aber auch die Entscheidungsträger. Hinter jedem einzelnen neuen Produkt steckt enorme Innovationsleistung, die man als Laie oft auf den ersten Blick nicht erkennen kann“, so Thomasberger. Aktuell stehen österreichischen Patienten über 400.000 unterschiedliche Medizinprodukte zur Verfügung. Dies reicht vom einfachen Pflaster, über einen Großteil des Inventars eines Krankenhauses bzw. einer Pflegeeinrichtung bis hin zu Spezialgeräten wie Magnetresonanztomografie-Geräten.  n

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KONGRESSE

KONGRESSKALENDER 27.-28.11.2015

Herbsttagung der Arbeitsgruppe Interventionelle Kardiologie Krems, www.atcardio.at

28.11.2015

Konferenz der Ärzte in Ausbildung „Wir sind Zukunft“ Wien, www.aerztekammer.at

28.-30.11.2015 15th Central European Lung Cancer Conference Prag, www.conference.cz

t DEZEMBER 2015

01.-02.12.2015

16. Kongress der österreichischen Gesellschaft für Notfallund Katastrophenmedizin Wien, www.notarztkongress.at

04.-06.12.2015 ÖGDV-Jahrestagung 2015 Wien, www.oegdv.at

07.12.2015

AMSOS 2015, 5th Annual Meeting of the Austrian Musculo-Skeletal Oncology Society Wien, www.amsos.at

Sunmed-Akademie-Termine t WUNDMANAGEMENT FRÜHJAHR 2016

18.01. – 23.01.2016 (inkl. Samstag) 22.02. – 26.02.2016 11.04. – 15.04.2016 09.05. – 13.05.2016

t WUNDMANAGEMENT HERBST 2016

12.09. – 17.09.2016 (inkl. Samstag) 17.10. – 21.10.2016 21.11. – 25.11.2016 12.12. – 16.12.2016

t PFLEGE BEI DEMENZ

25.04. – 29.04.2016 30.05. – 03.06.2016 19.09. – 23.09.2016 07.11. – 11.11.2016

Info und Anmeldung: www.sunmed.at

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18.-19.12.2015

Trauma Imaging Symposium 2015, Hamburg www.traumaimaging.de

t JÄNNER 2016

14.-16.01.2016

IROS 2016 Dreiländertagung der Deutschen, Österreichischen und Schweiz­ erischen Gesellschaften) für Interventionelle Radiologie Salzburg, www.irosonline.org

15.-16.01.2016

Kardiologie Interaktiv 2016 Wien, www.cardio-congress.com

26.-29.01.2016

LINC 2016 Leipzig Interventional Course Leipzig, www.leipziginterventional-­course.com

30.01.2016

17. Symposium der Österreichischen Gesellschaft für Wirbelsäulenchirurgie Wien, www.spine.at

t MÄRZ 2016

02.03.2016

8. Österreichischer Gesundheitswirtschaftskongress www.oegwk.at

oo RÜCKBLICK Salzburg im Zeichen der Radiologie Bereits zum zweiten Mal fand heuer der Kongress der Österreichischen Röntgengesellschaft (ÖRG) in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Röntgengesellschaft (BRG) in Salzburg statt. Vor allem die Bereiche Fortbildung und Wissenschaft standen im Vordergrund des Treffens der rund 1.000 Teilnehmer. Abgebildet wurde das gesamte Spektrum der Radiologie einschließlich der Kinder- und Neuroradiologie. Dafür wurden brandaktuelle Themen wie die Schlaganfalldiagnostik und -therapie sowie die bildgebende Diagnostik bei Notfällen in der Pädiatrie ausgewählt.

Die Zukunft hat begonnen Auf der diesjährigen ÖVKT-Tagung feierten die Österreichischen Krankenhaustechniker das 20-jährige Jubiläum ihres Verbandes. Die Suche nach technisch relevanten Zukunftstrends und angemessenen Reaktionen sowie Handlungsleitfäden zog sich als roter Faden nicht nur durch das breit gefächerte Tagungsprogramm, sondern prägt auch die Arbeit des Österreichischen Verbandes der Krankenhaustechniker. Selten sind es Themen und Aufgabenstellungen, die vor Landesgrenzen halt machen, daher wurde auch die internationale Zusammenarbeit im D-A-CH-Raum intensiviert und beispielsweise das Thema des Berufsbildes gemeinsam auf die Agenda gesetzt. www.oevkt.at

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MEDIZIN PR DUKT Mag. Friedrich Thomasberger AUSTROMED Präsident

DAS SCHLUSSWORT

Reform-Stillstand D

as Unternehmertum in Österreich hat schon bessere Zeiten gesehen. Fast jeder Bereich aus Industrie und Wirtschaft hat lange Listen von dringend notwendigen Maßnahmen, die durch einen bereits seit Jahren anhaltenden politischen Stillstand in allen Ebenen blockiert werden. Österreich verliert dadurch sukzessive an Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit. Das spiegelt sich in den Arbeitslosenzahlen ebenso wider wie im internationalen Vergleich, bei dem Österreich immer weiter zurückfällt. Das haben auch die Bürger erkannt – die Wahlergebnisse 2015 sprechen dabei deutliche Worte. Sie haben gezeigt, dass es für Österreich quasi fünf vor zwölf ist. Ziemlich genau vor einem Jahr hat AUSTROMED die damals gerade frisch angelobte Gesundheitsministerin Dr. Sabine Oberhauser in ihrem Amt willkommen geheißen. Gleichzeitig wurden sie und die zuständigen Personen im Ministerium über jene Themen der Medizinproduktebranche informiert, die am dringendsten politische Reformen benötigten. Wie befürchtet, waren die damaligen Wünsche (siehe Ausgabe 5/14) tatsächlich großteils zu optimistisch. Weder wurde der Standort Österreich für die Branche attraktiver, noch hat sich politisch im Bereich „Health-in-all-Policies“ etwas bewegt. Vor allem der für das gesamte Gesundheitswesen wesentliche Umstieg von einer Mindestversorgung hin zu einer nieder-

schwelligen State-of-the Art-Versorgung ist im Zuge einer alleinigen Kostenminimierungspolitik in weite Ferne gerückt. Es wird immer noch versucht, auschließlich bei den Produkten den Sparstift anzusetzen, und Forschungsfördertöpfe sind aufgrund überbordender Formalien für viele Unternehmen unerreichbar. Einzig und alleine das Bestbieterprinzip nimmt langsam, aber stetig Formen an. Mit den Wahlergebnissen, dem wirtschaftlichen Abwärtstrend und dem daraus resultierenden Handlungsbedarf im Rücken wird AUSTROMED einen neuen Anlauf unternehmen, um die politischen Entscheidungsträger zu Reformen zu bewegen. Denn bis zu den nächsten Wahlen wird sich Österreich einen Stillstand nicht mehr leisten können.

Ihr Mag. Friedrich Thomasberger AUSTROMED Präsident

Impressum: Herausgeber: AUSTROMED, Interessensvertretung der Medizinprodukte-­ Unternehmen, Bossigasse 24/7, A-1130 Wien, Tel: +43-1-877 70 12, Fax: +43-1-877 70 12-20, office@austromed.org,­ www.austromed.org. ­Verlag und Medieninhaber: MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH, ­Seidengasse 9/Top 1.1, 1070 Wien, www.medmedia.at. Projektleitung: Karin Duderstadt, k.duderstadt@medmedia.at, publishfactory.at. Redaktion: Tel: +43-1-407 31 11-29. Projektmanagement: Iris Mandl, i.mandl@medmedia.at, Tel: +43-1-407 31 11-706. Chefredaktion: Mag. Renate Haiden, MSc, haiden@­ Dr. Jasmin Arrich, Mag. Barbara Pohl, Mag. Birgit Weilguni, Mag. Volkmar Weilguni, www.publishfactory.at, Tel: +43-2236-384 348. Lektorat: Mag. Birgit Weilguni, Mag. Barbara Pohl. Layout & DTP: ­creativedirector. cc­lachmair gmbh. Druck: ­Druckerei Berger, A-3580 Horn. Einzelbezugspreis: 9,50 EUR, Jahresabopreis: 45,– EUR. Grundsätze und Ziele: Informationen­über ­Branchen- und Produktneuigkeiten aus dem Bereich der Medizinprodukte. Allgemeine Hinweise: Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die persönliche und/oder w ­ issenschaftliche ­Meinung des jeweiligen Autors wieder und fallen somit in den persönlichen Verantwortungsbereich des Verfassers. Mit „entgeltliche Einschaltung“ gekennzeichnete Bei­träge sind entgeltliche Einschaltungen gem. § 26 Mediengesetz und fallen in den Verantwortungsbereich des jeweiligen Auftraggebers. Medizinprodukte dürfen nur gemäß den Angaben in der zugehörigen Gebrauchs­anweisung eingesetzt werden, aus der auch die ausschließliche Zweckbestimmung des jeweiligen Produktes hervorgeht. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen Medieninhaber und Herausgeber keinerlei Haftung für drucktechnische und inhaltliche Fehler. Produkt- und Firmennews sind redaktionelle Beiträge, die in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Firmen erstellt werden. Ausgewählte Artikel dieser Ausgabe finden Sie auch unter ­­www.medmedia.at zum Download. Hinweis: Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit ­verzichten wir auf ­geschlechtsspezifische Formulierungen. Bilder, die ohne Credit ausgezeichnet sind, wurden vom Autor, dem Interviewpartner oder dem jeweils beschriebenen Unternehmen beigestellt. Alle Rechte, insbesondere die Rechte der Vervielfältigung und Ver­breitung sowie der Über­setzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt, verwertet oder verbreitet werden. Druckauflage: 21.948 im 2. Halbjahr 2014 laut Österreichischer Auflagenkontrolle. Die gesetzliche Offenlegung gemäß § 25 MedienG finden Sie unter www.medmedia.at/home/impressum.

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MEDIZINPRODUKTE MACHEN ES MÖGLICH.

Egal ob Prothesen, Herzschrittmacher oder Wundverband – Medizinprodukte spielen in allen Bereichen des Lebens eine wichtige Rolle. Österreichische Unternehmen investieren viel Geld in Forschung und Entwicklung, damit diese Produkte immer besser, wirksamer und noch sicherer werden. Mehr Infos: www.austromed.org

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Das Medizinprodukt 05|15  
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