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ISSN 2223-1080

Ist die Wundversorgung zukunftsfit?

P.b.b. GZ 09Z038040, „Das Medizinprodukt“, Seidengasse 9/Top 1.1, 1070 Wien

© iStock.com/Karen Mower

Seite 08

18 | Produktradar OP-Ausstattung www.das-medizinprodukt.at

22 | Hygieneteams Zwischen Anspruch und Wirklichkeit 27 | Polytraumaversorgung Große Aufgabe, große Chance


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Mag. Philipp Lindinger Geschäftsführer AUSTROMED UNVERZI

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EDITORIAL

Mehr Leistung, Mehr-Wert D

er demografische Wandel führt dazu, dass in Österreich sowie auch in der EU die Gesamtbevölkerung älter wird. Eine EU-Studie prognostiziert, dass bis zum Jahr 2030 Arbeitnehmer zwischen 55 und 64 Jahren zumindest 30 Prozent oder mehr der gesamten Arbeitskräfte ausmachen werden. Die Europäische Kommission und die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ­(EU-OSHA) haben daher in Zusammenarbeit mit dem niederländischen EU-Ratsvorsitz in Brüssel eine zweijährige europaweite Kampagne eingeleitet, die kürzlich auch in Österreich gestartet ist: „Gesunde Arbeitsplätze – für jedes Alter“. Der Schwerpunkt liegt auf nachhaltiger Arbeit und Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit im Zusammenhang mit der alternden Arbeitnehmerschaft, denn nur mit gesunden, produktiven Arbeitsplätzen lassen sich die Herausforderungen einer alternden Belegschaft bewältigen. Ein Thema, das die Spannungen im heimischen Gesundheitswesen noch verschärft, denn bei ohnehin schon knappen Personalressourcen ist auch in den nächsten Jahren mit einer großen Pensionierungswelle in der Ärzteschaft zu rechnen. Betrachtet man die Pflegeberufe, so zeigt sich auch hier eine deutlich umgekehrte Alterspyramide und wir alle wissen, dass viele der körperlich und psychisch fordernden Aufgaben mit zunehmendem Alter nicht gerade leichter zu bewältigen sind. Was das alles mit Medizinprodukten zu tun hat? Sehr viel, denken wir, denn Medizinprodukte-Unternehmen stellen nicht nur Produkte zur Verfügung, die direkt zur Entlastung des Personals beitragen. Auch eine Reihe von Dienstleistungen der Branche hilft mit, die Prozessqualität in den Spitälern und ­Gesundheitseinrichtungen erheblich zu verbessern und damit die Arbeitsplätze den veränderten Anforderungen anzupassen und alternsgerecht zu gestalten. Die Palette an produktbegleitenden Dienstleistungen und Services reicht von Schulungen und Beratungen durch qualifizierte Medizinprodukte-Berater über Informationsveranstaltungen und Produktdemonstratio-

nen bis hin zur Bereitstellung von Testgeräten oder der Unterstützung in Logistik, Transport und Lagerung. Aus einer Studie der AUSTROMED zur wirtschaftlichen Bedeutung von Medizinprodukte-Unternehmen in Österreich geht hervor, dass diese Servicequalität in den Spitälern sehr geschätzt wird. Fakt ist aber auch, dass die Unternehmen immer wieder mit mangelnder Anerkennung dieser Leistungen am Markt zu kämpfen haben und Billigangeboten ohne Value Added Services der Vorzug gegeben wird. Denken Sie bei der nächsten Einkaufsentscheidung daran – hochwertige Produkte und entsprechender Service haben ihren Preis, aber rentieren sich allemal im Sinne einer auf lange Sicht gesunden, effizienten und auch zufriedenen Arbeitskraft!

Ihr Philipp Lindinger Geschäftsführer AUSTROMED

ABO-BESTELLUNGEN UND ­ ADRESSÄNDERUNGEN unter a.kogler@medmedia.at Tel.: 01 407 31 11-24

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© horak@AUSTROMED

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Medizin & Wissenschaft 6 8 12 14 16

Allgemeines Kongresse und Termine Impressum 57. Österreichischer Chirurgenkongress Schlusswort

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News Ist die Wundversorgung zukunftsfit? Individueller Trinkplan fördert Compliance Inkontinenz und die Rolle des Beckenbodens Stomamanagement & Pflegealltag

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Fokus: Pflege & Home Care

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Produktradar OP-Ausstattung DFP-Literaturfortbildung: Antiseptik – Vorsicht ist besser als Nachsicht So arbeiten Hygieneteams Krankenhausinfektionen: Lessons Learnt? Akutschmerz: Therapie im Krankenhaus Polytraumaversorgung: Große Aufgabe, große Chance

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INHALT

Produkte & Anbieter

Politik, Verwaltung & Management Schluss mit unmündig Gastkommentar: Balanceakt Digital gesund werden E-Trend macht kompetent Serie: Nadelstichverordnung im Praxistest Neuer Standard für Medizinprodukte

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Produktnews Firmenporträt: ASKIN & Co Firmenporträt: Zimmer Biomet

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ALLE BEITRÄGE JETZT AUCH ONLINE UNTER Druckauflage: 21.948 im 2. Halbjahr 2014 laut Österreichischer Auflagenkontrolle.

www.das-medizinprodukt.at

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PFLEGE & HOME CARE

NEWS Familienfreundlichkeit im Beruf

Emotionen messbar machen Den Gemütszuständen von 24-Stunden-Pflegepatienten möchte man in einem neuen Forschungsprojekt auf die Spur kommen. Auftraggeber und Projektpartner ist „AIS pbw GmbH – 24 Stundenbetreuung“. Das Unternehmen setzt 24-Stunden-Betreuung ein bzw. vermittelt diese, um dem steigenden Bedarf einer Unterstützung bei der Lebensführung in den eigenen vier Wänden zu begegnen. Das Projekt wird im Rahmen des FFG geförderten Innovationsscheck Plus Programms durchgeführt. „Wir wollen nach Möglichkeiten einer automatischen Erkennung von ‚Emotion und Stress‘ bei ‚AIS pbw GmbH – 24 Stundenbetreuung‘-Klienten unter Beachtung von Privacy und Datensicherheitsbedingungen forschen. Dies soll zu einer optimalen Anpassung bestehender und neuer Pflege- und Betreuungsmaßnahmen sowie zur eventuellen Sichtbarmachung des Gemütszustandes der betreuten Personen für deren Angehörige führen“, so Univ.-Prof. Dr.-Ing. Kyandoghere Kyamakya vom Institut für Intelligente Systemtechnologien an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Die Forscher verfolgen dabei die Vision einer möglichst robusten und eingriffsfreien automatischen Emotions- und Stresserkennung. Sie werden mit Sensoren im Bereich des „Wearable Computing“ arbeiten. Die Messdaten sollen mit eigens dafür entwickelten Algorithmen ausgewertet werden. www.uni-klu.ac.at 

2-in-1-Modell Pflege Einen erfolgreichen Studienabschluss feierten kürzlich 17 Absolventen der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege am Krankenhaus Schwarzach. Hier kombiniert das „2-in-1-Modell Pflege“ die klassische Ausbildung mit Diplom zum Gehobenen Dienst der Gesundheits- und Krankenpflege mit einem sieben Semester dauernden Studium. Die Pongauer Krankenpflegeschule kooperiert dabei mit der PMU. Das Krankenhaus Schwarzach leistet durch dieses duale Ausbildungsangebot einen aktiven und zukunftsweisenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Pflege im Bundesland Salzburg. Mit Zuversicht wird das zunehmende Interesse am 2-in-1-Modell Pflege registriert: Konnten beim Start des neuen Studiums im Jahr 2011 mit viel Mühe 18 Studierende gewonnen werden, kamen heuer bereits mehr als 60 Bewerber auf 30 offene Studienplätze. www.kh-schwarzach.at 

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© VGstockstudio, VoodooDot – shutterstock.com, © fotomek – Fotolia.com

Mit dem zunehmenden Fachkräftemangel und einer neuen nachkommenden Generation, die mehr und mehr Wert auf ein ausgewogenes Verhältnis und klare Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben legt, wird das Thema der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Arbeitgeber immer wichtiger. Auch in jenen Bereichen, in denen es bisher eher komplex erschien, ­Familie und Beruf zu vereinbaren. „Aufgrund des Fachkräftemangels und des h­ohen Frauenanteils im Gesundheits- und Pflegebereich sind Arbeitgeber gefordert, auf familienfreundliche Maßnahmen setzen“, erklärte kürzlich Familienministerin Dr. Sophie ­ Karmasin. Bei einem Frauen­ anteil von 81 % stellen die Themen Kinderbetreuung und Unterstützung von pflegebedürftigen oder chronisch kranken Familienangehörigen große ­Her­ausforderungen dar. Daher gewinnen Maßnahmen, die Pflegefachpersonal in ihrer individuellen familiären ­Situation unterstützen, immer mehr an Bedeutung. Im Netzwerk Unternehmenfür-Familien sind bereits 35 Unternehmen aus dem Gesundheits- und Pflegesektor Mitglied, rund 40 Unternehmen durchliefen bisher erfolgreich das Audit berufundfamilie für Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen.   www.bmfj.gv.at 


HENRY Testeinsatz für Krankenpflegeroboter Wie können Menschen und Roboter optimal zusammenleben? Dieser Frage gehen Forscher mithilfe von Henry in einem Pflegeheim nach. Der Krankenpflegeroboter plaudert mit Bewohnern und spielt mit ihnen Memory. Im Haus der Barmherzigkeit in der Wiener Seeböckgasse wird Henry derzeit als Teil eines EU-Forschungsprojekts getestet. Seine Aufgabe ist die Information und Unterhaltung der Bewohner, aber auch ein Plus an Sicherheit. Ziel ist es, das Pflegepersonal zu unterstützen. Im Optimalfall bleibt den Pflegekräften dadurch mehr Zeit, sich auf die Menschen zu konzentrieren. Henry verfügt über zwei Kameras, die die Umgebung dreidimensional erfassen, und einen Lasersensor, der nach Hindernissen Ausschau hält. Wenn er durch die Gänge fährt, sucht er seine Umgebung nach Veränderungen ab. Durch eine Art Erinnerungsvermögen zieht er Schlüsse aus seinen Wahrnehmungen. Wird der Strom knapp, fährt Henry selbstständig zur Ladestation.  www.hausderbarmherzigkeit.at 

Neuwahl Kürzlich wurde der neue ÖGKV Bundesvorstand (Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband) gewählt. Dabei wurde Ursula Frohner bereits zum dritten Mal in Folge erneut zur Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes wiedergewählt. Mit Mag. Karl Ursula Frohner wurde Schwaiger (1. ÖGKV-Vize- wiedergewählt. präsident, Vorsitzender der Vereinigung der PflegedirektorInnen Österreichs – ANDA), Mag. Roland Nagel (2. ÖGKV-Vizepräsident, ÖGKV Landesverband Wien), Martin Falinski (ÖGKV LV Steiermark), Maria Grander (ÖGKV LV Tirol), Gertraud Fribl (ÖGKV LV Oberösterreich) und Brigitte Lagler (ÖGKV LV Wien) ist das ÖGKV Präsidium komplett. „Die Novellierung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes (GuKG) wird enorme Konsequenzen für alle Versorgungsstufen mit sich bringen. Daher ist die Verankerung der Pflegekompetenz in der Akutversorgung sowie im Langzeitpflegebereich zu positionieren. Ein wichtiger Punkt dabei ist auch die adäquate Honorierung von Pflegeleistungen“, betont Frohner. Vermehrt will der ÖGKV zukünftig seine berufspolitischen Schwerpunkte auch auf die Themen und Interessen der Pflegehilfe/Pflegeassistenz ausrichten. Ebenso ist die Zusammenarbeit mit den Sozialbetreuungs- und Gesundheitsberufen zu intensivieren. www.oegkv.at  © ÖGKV

Rotes Kreuz fordert erweiterte Ausbildung

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PFLEGE & HOME CARE

Nach Angaben der Internationalen Diabetes Föderation (IDF) werden 2040 rund 642 Millionen Erwachsene an Diabetes leiden – 2015 waren es 415 Millionen. In Österreich leben nach der IFDStudie aus dem Vorjahr 611.000 Diabeteskranke, 2040 werden es laut den Experten um die 773.000 sein. Die Mitarbeiter des Österreichischen Roten Kreuzes, vor allem jene in der mobilen Pflege und Betreuung, haben in ihrem Arbeitsalltag mit Diabeteskranken zu tun und sind sowohl mit den akuten Auswirkungen als auch mit den Langzeitfolgen von Diabetes konfrontiert.

Die mobile Pflege leistet einen wichtigen Beitrag zur Betreuung und Unterstützung von Menschen mit Diabetes, zur Gesundheitsförderung, aber auch zur Behandlung. Deswegen fordert das Österreichische Rote Kreuz die Aufnahme von erweiterten Kompetenzen für diplomierte Pflegekräfte im Rahmen des ­Symptommanagements. Diese erweiterten Kompetenzen müssen bei der Novelle des ­ Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes berücksichtigt werden.  www.roteskreuz.at 

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PFLEGE & HOME CARE

Martin Schösser, MSc Obmann Verein Wundmanagement Salzburg www.wundmanagement-salzburg.at vws.schoesser@hotmail.com

Im Gespräch

Ist die Wundversorgung ­zukunftsfit? u Sehr gute Ausbildungsangebote und zahlreiche neue Medizinprodukte schaffen den Rahmen für eine hochwertige Wundversorgung. u Martin Schösser, Obmann Verein Wundmanagement Salzburg, plädiert für eine moderne Wundversorgung zum Wohl der Patienten, aber nicht um jeden Preis.

Wie hat sich das Aufgabenfeld des Wundmanagements in den letzten Jahren gewandelt? Die Aufgaben sind vor allem durch die demografische Entwicklung anders geworden. Wir haben viel mehr Patienten, die in einem höheren Lebensalter mit chronischen Wunden zu uns kommen. Die Zunahme der typischen Volkserkrankungen wie Diabetes oder Adipositas mit allen Folgeerkrankungen verschärfen die Problematik. War das nicht schon in den letzten fünf bis zehn Jahren auch spürbar? Ja, aber es gibt eine klare Verschiebung in der Häufigkeit: Die Menschen werden älter und es gibt viel mehr Begleiterkrankungen. Hält die Versorgung parallel mit dieser Entwicklung Schritt? Ich bin seit mehr als 15 Jahren im Wundmanagement tätig und die Versorgungsqualität wurde laufend gesteigert. Die Ausbildung hat sich deutlich verbessert und das Wissen um die Versorgung von chronischen Wunden ist spürbar gewachsen, wobei viele Multiplikatoren das Know-how weitertragen. Es gibt sicherlich eine Verschiebung in der Betreuung. Häufiger als früher werden chronische Wunden in Seniorenwohnhäusern und im häuslichen Bereich versorgt. Spitäler haben die erforderlichen Ressourcen, sowohl finanziell als auch personell, nicht mehr, um eine hochwertige Wundversorgung zu gewährleisten, außer in Spezialambulanzen. Die mobile Pflege ist in diesem Thema mehr denn je gefordert. Doch egal wo die Patienten versorgt werden, sie gehören jedenfalls in die Hände qualitativ bestens ausgebildeter Pflegepersonen.

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Das Angebot an Ausbildungen und Produkten ist groß, aber auch der Wildwuchs. Spüren Sie Unsicherheiten aufgrund der Zunahme der Komplexität des Themas? Ich sehe das sehr gespalten. Ich bin ein großer Befürworter moderner Medizinprodukte zur Wundversorgung zum Wohl der Patienten, aber nicht um jeden Preis. Wundmanagement-Fachkräfte haben eine große Verantwortung, auch in ökonomischer Hinsicht. Wir sollen in Absprache mit dem behandelnden Arzt die Patienten immer sehr nah am Goldstandard versorgen. Dazu ist das Pflegepersonal bereits sehr gut ausgebildet und kann die Mediziner entlasten, die oft nicht die erforderliche Zeit haben. Es ist wichtig, mit neuen Produkten zu arbeiten, dazu haben wir das Salzburger Wundprojekt gestartet, wo wir für die mobile Hauskrankenpflege und teilnehmende Seniorenwohnhäuser eine Produkteliste erstellt haben. Sie enthält hochwertige Produkte, die auch von der Kasse unterstützt werden. Einmal im Jahr wird die Liste mit der Salzburger Gebietskrankenkasse evaluiert und angepasst. Warum kann das in anderen Bundesländern nicht als Vorzeigeprojekt gelten? Es war schwierig, viele unterschiedliche Interessensgruppen an einen Tisch zu bekommen, um diese Liste zu erstellen. Wenn sich Kassen untereinander nicht einig sind, wird das ein langwieriger Prozess. Wäre es hilfreich, mehr Kompetenzen an die Pflege auszulagern? Die Verordenbarkeit von wirkstofffreien Verbandsstoffen kann durchaus an die Pflege delegiert werden. Voraussetzung ist aber, dass diese Fachkräfte eine anerkannte, hochqualitative Ausbildung haben.  n


PFLEGE & HOME CARE

Multiprofessionell dem Biofilm begegnen Das Debridement ist ein wichtiger Startpunkt für die Wundtherapie. Einen besonderen Stellenwert hat die L&R Monofilamentfaser-Kompresse Debrisoft® – eine effektive und schmerzarme Option zur mechanischen Entfernung von Biofilmen und Belägen. uf chronischen Wunden bilden sich häufig Biofilme. „In diesen Schleimstrukturen aus Zucker und Proteinen siedeln die Mikroorganismen auf der Wunde und behindern über verschiedenste Mechanismen – Sauerstoffverknappung, erhöhten Nährstoffverbrauch, mechanische Verlängerung von Diffusionsstrecken – die Wundheilung“, so Werner Sellmer, Vorstandsmitglied des Wundzentrums Hamburg e.V. im Rahmen des Deutschen Wundkongress 2016. Er fand gemeinsam mit dem 26. Kongress der EWMA (European Wound Management Association) und dem 2. Wund DACH Kongress 2016 kürzlich in Bremen statt.1 „Biofilme und Beläge lassen sich nicht mit einfachen Wundspülungen, Antibiotika, Antiseptika und anderen chemischen Produkten entfernen“, so Sellmer weiter. Einer Richtlinie zur Behandlung von Biofilmen zufolge können diese nur durch eine gründliche Wundreinigung nennenswert reduziert werden.2 „Im therapeutischen Vorgehen gegen Beläge bzw. Biofilme haben scharfe Werkzeuge – Skalpell, Curette, Pinzette – ihren traditionellen Platz behaupten können. In der ambulanten Pflege werden zunehmend auch andere Wege und Produkte gewählt, um die Bakterienlast zu reduzieren und Biofilme zu beseitigen“, unterstrich Sellmer. Für ein schnelles, effektives und schmerzarmes mechanisches Debridement bei oberflächlichen Wunden ist die Monofilamentfaser-Kompresse Debrisoft von Lohmann & Rauscher besonders geeignet. Die abgeschrägten Spitzen der Monofilamentfasern lösen Beläge aus der Wunde, nehmen Debris und Exsudat aus der Wunde sowie Schuppen und Keratosen der wundumliegenden Haut auf. Sie halten sie fest und schonen dadurch die umgebende Haut.

Entgeltliche Einschaltung

Vernetzte Strukturen Im Rahmen der Gesamtversorgung von chronischen Wunden, wie zum Beispiel eines Ulcus cruris venosum, bietet L&R eine Konzeptlösung an: Neben Debrisoft für ein sanftes mechanisches Debridement sind dies verschiedene Wundauflagen der Marke Suprasorb für eine phasenadaptierte feuchte Wundversorgung sowie unterschiedliche Kompressionssysteme, unter anderem Set-Systeme der Marke Rosidal. „Neben der speziellen lokalen Wundtherapie ist es von besonderer Bedeutung, die unterschiedlichen Professionen in den Heilungsverlauf einzu-

© Lohmann & Rauscher International GmbH und Co. KG

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beziehen und zu koordinieren. Ein gutes Beispiel für eine berufsübergreifende Versorgung des Patienten bietet die komplexe Versorgung des Diabetischen Fußulkus. Dabei arbeiten beispielsweise Diabetologen, Gefäßchirurgen, Podologen, orthopädische Schuhmacher sowie der pflegerische Fachexperte als multiprofessionelles Team eng zusammen. Ohne diese multiprofessionelle Zusammenarbeit der einzelnen Berufsgruppen ist der komplexe Heilungsverlauf von chronischen Wunden kaum gewährleistet“, so Björn Jäger, Wundexperte ICW/Lingen. n Quellen: 1 Symposium „Moderne Wundversorgung – Herausforderungen und Lösungen“ im Rahmen des Europäischen Wundkongresses der EWMA (European Wound Management Association, ICW (Initiative Chronische Wunden e.V.) und WundD-A-CH am 11. Mai 2016 in Bremen 2 Phillips PL, Wolcott RD, Fletcher J, Schultz GS. Biofilms Made Easy. Wounds International 2010; 1(3)

Lohmann & Rauscher GmbH Johann-Schorsch-Gasse 4 , 1140 Wien Tel. +43-1-57670-100, www.lohmann-rauscher.at

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PFLEGE & HOME CARE

Regenerative ­Technologien aus Fischhaut Die Anwendung von Fischhaut beschleunigt die Heilung von offenen, schwer heilbaren Wunden, wie kürzlich am European Wound Management Symposium (EWMA) präsentiert wurde.

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as isländische Biotechnologieunternehmen KerecisTM entwickelt regenerative Technologien aus Fischhaut mit natürlichen Omega-3-Säuren. Auf geschädigtes menschliches ­Gewebe gelegt, aktiviert die patentierte Technologie körpereigene Zellen und wandelt diese in funktionales lebendiges Gewebe um. KerecisTM Omega3 Wound ist dezellularisierte, intakte Fischhaut, die Proteine und Fette einschließlich Omega-3 sowie andere Hautelemente in natürlicher Form enthält. Studien haben gezeigt, dass sich Zellen in dezellularisierten Fischstrukturen schneller vermehren als in Materialien, die auf dem Gewebe von Säugetieren basieren. Das erste ­KerecisTM Produkt, KerecisTM Omega3 Wound, ist bei der FDA und den europäischen Regulierungsbehörden für die Wundheilung genehmigt. KerecisTM Omega3 Wound ist intakte Fischhaut, die reich an den in der Natur vorkommenden mehrfach ungesättigten

IM GESPRÄCH Dr. Baldur Tumi Baldursson, Dermatologe und medizinischer Direktor bei KerecisTM Wie kam es zu der Entwicklung der Cremen? Das Unternehmen KerecisTM wurde 2009 mit der Intention gegründet, eine Verwendung von Fischhäuten in Verbindung mit der Behandlung von Wunden und verletztem Hautgewebe zu entwickeln. Rasch stellte sich heraus, dass die Omega-3-Fettsäuren einen positiven Effekt auf die Haut haben. Ist Fischhaut in den Cremen enthalten? Nein, die echte Fischhaut wird nicht direkt benutzt. Wir extrahieren daraus eine besondere Fettsäure, die wir mOmega-3 nennen. mOmega-3 beinhaltet einen hohen Anteil von Eicosapentaensäure (EPH)- und Docosahexaen­säure (DHA) Fettsäuren, die in Verbindung mit der Gesundheit der Haut stehen. Die Technologie ist extrem spannend und wir haben ein Patent dafür erhalten.

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Eine weitere Besonderheit in der Herstellung ist die Island-Formel, durch die es möglich ist, Fette in wasserlöslicher Substanz zu binden. Da es sich bei unseren Cremen um medizinische Cremen handelt, sind sie nicht nur von der FDA zugelassen, sondern besitzen auch ein CE-Zertifikat. Welche positiven Effekte haben die Cremen auf die Haut? Es gibt vier Creme-Typen, die alle mOmega-3 beinhalten, jedoch unterschiedliche Säureanteile haben. Die Creme für Ekzeme beinhaltet keine Fruchtsäure während Psoria, die für dicke und schuppige Haut benutzt wird, nur eine geringe Menge davon aufweist. Einen etwas höheren Anteil enthält die Footguard Creme, welche Hornhaut behandelt. Letztlich gibt es die Smooth Creme, die gegen eingewachsene Haare und Hautunebenheiten hilft und den höchsten Fruchtsäureanteil hat. Als Dermatologe behandle ich täglich viele schwierige Hautkrankheiten. Einige Krankheiten bedürfen einer sofortigen Behandlung mit chemischen Produkten, aber manche Probleme können leicht mit den KerecisTM Cremen gelöst werden. Wenn möglich, ist es natürlich immer besser, mit natürlichen und nicht chemischen Produkten zu behandeln.


Omega-3-Fettsäuren ist. Diese werden verwendet, um geschädigtes menschliches Gewebe zu regenerieren. Wenn ein diabetischer Ulkus mit KerecisTM Omega3 Wound behandelt wird, rekrutiert das azelluläre Material aus dem Wundumfang des Körpers Zellen. Diese Zellen werden in die Fischhaut aufgenommen und in funktionelles, lebendiges Gewebe umgewandelt. Die Fischhautstruktur ähnelt dem natürlichen Aufbau der menschlichen Haut. Studien haben gezeigt, dass Zellen und Stammzellen sich in dieser Struktur schneller vermehren als in anderen, wie zum Beispiel Amnion-Membranen und anderen von Säugetieren stammenden Materialien. In Europa werden Wunden bis heute weitgehend mit der zweiten Generation von Wundbehandlungsprodukten wie Polyurethanschaum und Hydrocolloiden behandelt. „Wir streben den Übergang zur dritten Generation biologischer Produkte an. Diese werden seit Jahren routinemäßig in den USA verwendet und sind jetzt dabei, sich auch in Europa durchzusetzen“, sagte G. Fertram Sigurjonsson, CEO von KerecisTM. „Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass unsere Technologie das Wundmanagement verbessern und die Anzahl der Amputationen verringern kann“, so Sigurjonsson weiter. Auf der EWMA-Konferenz wurden die Ergebnisse von sieben Studien und Tests präsentiert und dadurch mit wissenschaftlichen Argumenten die Tauglichkeit unserer Produkte unterstrichen. In einer Studie führte die Anwendung von „KerecisTM Omega3 fish skin“-Technologie im Vergleich mit herkömmlichen Wundbehandlungsprodukten zu einer Verringerung des Antibiotikaverbrauchs um 39 Prozent. Eine weitere Studie zeigte ein verbessertes Einwachsen von Zellen in chronische Wunden durch Fischhautbehandlung im Vergleich zu den führenden Mensch-Amnion-Membran-Produkten. n

Entgeltliche Einschaltung

Literatur auf Anfrage.

Lamed GmbH D-82041 Oberhaching, Tel.: +49 89 66 66 93 - 0 www.kerecis.com, www.lamed.de

Auf einen Blick Im Sortiment von KerecisTM sind verschiedene Cremen, die sich durch ihre verschiedenen Anteile an Urea und Gylcolsäure auf verschiedene Hautkonditionen und Hautprobleme konzentrieren. Hauptbestandteil der KERECIS™ Cremen ist eine spezielle Form des Omega 3 – das sogenannte mOmega3™ –, das ebenfalls in einem patentierten Verfahren direkt aus der Haut des Kabeljaus gewonnen wird und eine langfristig feuchtigkeitsspendende und regenerative Wirkung auf die Haut hat. Kerecis™ XMA (nur mOmega3, kein Urea, keine Glycolsäure) bei Hautirritationen, Empfindlichkeiten, chronischem Juckreiz, Rötungen sowie Entzündungen oder zu Ekzemen neigender Haut. Die mOmega3-Fettsäuren füllen die feuchtigkeitssichernden Speicher der äußeren Hautschichten auf und lindern so Spannungsgefühl und Rötungen. Kerecis™ Psoria (5% Urea, 5% Glycolsäure): bei sehr trockener, verdickter sowie zu Psoriasis neigender Haut. Lindert den Juckreiz und beschleunigt durch den geringen Anteil an Glycolsäure sanft das Ablösen von Hautschuppen. Die Creme legt eine Schutzschicht über die beruhigte Haut und hilft, die Feuchtigkeit zu halten. Das Hautbild wird weich und angenehm. Kerecis™ Footguard™ (10% Urea, 7% Glycolsäure): bei trockenen Füßen mit Verhornungen und Schwielen. Die Omega3™ Fettsäuren ergänzen das interzellulare Füllmaterial der äußeren Hautschichten und stellen so die Hornhautschicht auf natürliche Weise wieder her und machen sie geschmeidig. Diese Creme ist vor allem für Diabetiker geeignet, denn gerade diese leiden oft unter trockener Fußhaut – ein Risikofaktor bei der Entstehung diabetischer Fußschäden. Kerecis™ SMOOTH (10% Urea, 10% Glycolsäure): bei akneartigen Hautirritationen, Hautunebenheiten und -reizungen nach der Rasur, Reibeisenhaut, Ichthyose und eingewachsenen Haaren. Macht die äußeren Hautschichten weich, kleine Körperhaare können so wieder ungehindert wachsen. Darüber hinaus werden Hautunebenheiten weicher und ermöglichen so ihr leichteres Abreiben.

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PFLEGE & HOME CARE

DGKS/KSB Nicole Prater nicole.prater@auva.at

Individueller Trinkplan fördert Compliance u Einschulungen auf den Intermittierenden Selbstkatheterismus (IKS) werden nach einem einheitlichen Trinkplan und fixen Katheterisierungszeiten durchgeführt. u Individuelle Bedürfnisse der Betroffenen werden derzeit nicht berücksichtigt. u Ein Pilotprojekt zeigt Vorteile von individuellen Trinkmengen auf.

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Motivation fördern Die Erfahrungen haben gezeigt, dass viele Betroffene mit dieser Form der vorgegebenen Trinkzeiten und den Mengen des Trinkplans nicht zurechtkommen. Die Schwierigkeiten, individuelle Katheterisierungszeiten zu eruieren, sind oft einer der Gründe, weshalb Betroffene den ISK ablehnen und sich für eine suprapubische Ableitung entscheiden. Auch „Trinkvorgaben“ werden oft als unangenehme Einschränkungen empfunden. Eine Lösung stellt die Analyse des individuellen Trinkverhaltens des Patienten mit einem individuell erstellten Entleerungsschema dar. Damit kann negativer Erfahrung mit zu hohen Harnmengen entgegengewirkt und die Motivation zum ISK gestärkt werden. Zu Beginn der Einschulung wird mit den Patienten die Vorgehensweise des Projekts besprochen. Sie werden befragt, wann und wie viel Flüssigkeit sie für gewöhnlich zu sich nehmen und sie werden gebeten, das Trink- und Ausscheidungsverhalten mit Datum, Uhrzeit und Menge für zwei Wochen in einem Bilanzheft zu dokumentieren.

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Das Trinkverhalten der Patienten kann nicht über einen Kamm geschert werden.

Ohne Richtlinien geht es nicht In dieser Phase der Einschulung wird der Intermittierende Katheterismus (IK) von der Pflege übernommen, damit sich der Patient auf die jeweiligen Trinkgewohnheiten und die Dokumentation der Einfuhr und Ausfuhr konzentrieren kann. Nach regelmäßigen Ultraschallkontrollen wird der IK bei einer Füllmenge von ca. 500 ml durchgeführt. Diese Phase erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen den Betroffenen und der Pflege und verlangt ein hohes Maß an Disziplin und Geduld. Danach wird ein individuelles Katheterisierungsschema erstellt und mit dem Erlernen der Durchführung des ISK über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen begonnen. In der Praxis zeigte sich, dass unregelmäßige, hohe Trinkmengen zu Harnmengen von mehr als 500 ml führten und einen IK häufiger als sechsmal pro Tag erforderlich machen, sodass individuell fixe Katheterisierungszeiten nicht möglich sind. Richtlinien sind daher erforderlich, aber nicht in Form des Trinkplanes, sondern einer Trinkmenge. Sobald sich ein optimales Schema ergibt, kann die Bezugspflege mit der Einschulung zum ISK fortfahren und die Ultraschallkontrollen können beendet werden. n

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atienten mit einer neurogenen Blasenentleerungsstörung können ihre Harnausscheidung nicht willkürlich steuern. In der Akutphase kommt es zu einem Harnverhalten und in den meisten Fällen werden diverse Dauerableitungen gelegt. Für den Fall, dass Betroffene den Intermittierenden Selbstkatheterismus (ISK) erlernen sollen, wird die Bezugspflege aktiv. Die Patienten erhalten einen Trinkplan, der als Richtlinie für die Flüssigkeitszufuhr dient. Der Plan sieht vor, dass zu bestimmten Zeiten eine bestimmte Menge an Flüssigkeit zugeführt wird, damit sich zu definierten Standardkatheterisierungszeiten – das ist 6.00 Uhr, 13.00 Uhr, 19.00 Uhr und 24.00 Uhr – nicht mehr als 500 ml Harn in der Blase befinden. Trink- und Ausscheidungsmenge müssen dokumentiert werden.


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Hollister verfolgt das Ziel, das Leben der Betroffenen mit Blasenfunktionsstörungen und Pflegenden mit optimalen und individuellen Versorgungen sowohl im Krankenhaus als auch zu Hause zu unterstützen und deren Lebensqualität zu verbessern. Aus diesem Grund wurde in Zusammenarbeit mit der MKÖ, der ÖGU und dem KSB der COMITATUS AWARD ins Leben gerufen. Der COMITATUS AWARD wird an medizinisches Personal für besonders innovative und patientenfreundliche Projekte, Initiativen und Maßnahmen für Menschen mit neurogenen Blasenfunktionsstörungen vergeben. Erfahren Sie mehr über die bisherigen Preisträger und die Einreichung für 2016 auf www.comitatus-award.at

Die feierliche Verleihung des COMITATUS AWARDS 2016 findet am 22.10.2016 bei der Jahrestagung der MKÖ im LFI Linz statt. ACHT UNABHÄNGIGE JUROREN ERMITTELN DEN GEWINNER DER EINREICHUNGEN.

Einmalkatheter mit hydrophiler Beschichtung und Schutzhülse


PFLEGE & HOME CARE

Kornelia Buchner-Jirka Obfrau, KSB-Kontinenz- und Stomaberatung ­Österreich kornelia.buchner-jirka@kontinenz-stoma.at

Inkontinenz und die Rolle des Beckenbodens u Rund eine Million Menschen sind in Österreich von der einen oder anderen Form der Harninkontinenz betroffen. u In vielen Fällen kann das richtig angeleitete Beckenbodentraining zur Linderung der Beschwerden beitragen.

as Risiko für Inkontinenz sowie die Häufigkeit steigen mit zunehmendem Alter an. Nach wie vor ist Inkontinenz ein Tabuthema. „Als Kind trugen wir Windeln und waren inkontinent. Daher wird jedes Problem, das im Erwachsenenalter mit einem unfreiwilligen Verlust von Urin oder Stuhl einhergeht, auch als peinlich, unbeherrscht oder hilflos in Verbindung gebracht“, erklärt Kornelia Buchner-Jirka, Obfrau der KSB-Kontinenz- und Stomaberatung Österreich. „Es ist daher wichtig, immer wieder aufzuklären, dass Inkontinenz kein persönliches Versagen ist, sondern eine eigene Erkrankung oder Begleiterkrankung.“

Heilen oder behandeln Häufige Formen der Harninkontinenz sind die Stress- bzw. Belastungsinkontinenz oder die Dranginkontinenz, auch kombiniert in Form einer Mischinkontinenz. Bei der Stress- oder Belastungsinkontinenz kommt es durch eine schnelle Druckzunahme im Bauchraum, etwa bei Niesen oder Husten – also „Stress auf der Blase“ –, zu einem unfreiwilligen Abgang von Urin. Ein starkes, schwer unterdrückbares Harndranggefühl aufgrund einer Störung der Speicherfunktion der Harnblase beschreibt die Symptome einer Dranginkontinenz. „Die Ursachen sind immer medizinisch abzuklären, denn hinter jeder Form der Inkontinenz kann auch eine schwerwiegende Erkrankung wie

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Rolle des Beckenbodens Der Beckenboden ist aus mehreren Muskelschichten aufgebaut. Die innere Schicht schützt und trägt die Hauptlast der Organe. Sie zieht sich vom vorn gelegenen Schambein bis nach hinten zum Steißbein. Die mittlere Schicht verläuft fächerförmig im vorderen Bereich des Beckens direkt unterhalb der Blase. Die äußere Schicht verläuft achterförmig um die Körperöffnungen herum und enthält die Schließmuskeln des Afters und der Harnröhre. Frauen tendieren zu einem störungsanfälligeren Beckenboden, denn die Muskelschichten sind häufig durch Traumata infolge von Entbindungen gedehnt. „Oft kommt es aber auch durch falsch durchgeführte Beckenbodengymnastik eher zu unkontrollierten Verspannungen, die den Beckenboden starr und die Entleerung der Blase schwierig machen“, erklärt BuchnerJirka. Richtiges Training und die gekonnte An- und Entspannung sind daher eine wichtige Basis für eine gesunde Blase. Mithilfe von Biofeedback und vaginaler Stimulierung arbeitet die Expertin an einer Re-Edukation der Muskulatur. Das einfache Verfahren macht die Kontraktion des Beckenbodens optisch und akustisch sichtbar. n

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etwa ein Tumor in der Blase stecken oder der Beginn einer neurogenen Erkrankung liegen“, betont die Expertin. Abhängig von der Ursache sind auch die Chancen auf Behandlung oder Heilung. „Nicht jede Inkontinenz ist heilbar. Ist zum Beispiel aufgrund eines Schlaganfalles ein bestimmtes Hirnareal betroffen, das die Blasenschwäche auslöst, muss das Ziel sein, die Patienten so weit mit Hilfsmitteln zu versorgen, dass sie ­sozial kontinent gemacht werden“, so Buchner-Jirka. Von der klassischen Belastungsinkontinenz sind eher Frauen betroffen, Männer kann es nach einer Prostataoperation treffen. Sie neigen hingegen zum Beispiel im Fall einer Vergrößerung der Prostata – und der damit verbundenen erschwerten Entleerung – eher zu einer Überlaufinkontinenz. „Insgesamt sprechen wir in Österreich aber von rund einer Million Patienten“, resümiert die Expertin.


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PFLEGE & HOME CARE

Vom richtigen Zeitpunkt

Entgeltliche Einschaltung

Bettlägerig und doch mobil – wie das zusammengeht, belegt der Mobility Monitor. Mit geringem Aufwand wird hohe Prozessqualität in die Pflege integriert.

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amit der Entstehung von Dekubitus vorgebeugt werden kann, ist bei manchen Patienten ein Umlagern durch Pflegeexperten erforderlich, doch: Wie oft und wann soll umgelagert werden? Der „Mobility Monitor“ ist ein Pflegeprozesstool im Vertrieb von Sunmed, das den passenden Rhythmus erkennt und damit optimal im Sinne der Pflegequalität reagiert werden kann. PC-unterstützte Analysen geben Auskunft über die Mobilität und damit eine fak-

IM GESPRÄCH Judith Baumgartner, Produktmanagerin, SUNMED Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit dem Einsatz des „Mobility Monitors“ gemacht? Wir haben das Gerät hauptsächlich bei Pflegeheimen und in einem ersten Krankenhaus im Betrieb, die im Laufe des Testsettings oft erst gemerkt haben, welche Vorteile das kleine Gerät ausspielen kann. Wofür wird das Pflegeprozesstool konkret eingesetzt? In erster Linie wird das Schlafverhalten der Patienten auf Basis von PC-gestützten Analysen bewertet. Daraus wurde zum Beispiel bei einem Patienten erst erkannt, dass er in der Nacht öfter krampft – ein wertvoller Hinweis für die Pflege und auch die behandelnden Mediziner, der ohne die Datenaufzeichnung nicht ans Licht gekommen wäre. Auch konnte bei einigen Patienten, die sich ohnehin ausreichend bewegen, zum Beispiel auf die Wechseldruckmatratze oder ein Seitenschutzgitter verzichtet werden. Besondere

tenbasierte Entscheidungsgrundlage für Arzt und Pflege. Das Monitoring hilft, mit objektiven Daten die Probleme bezüglich Hautund Gewebeschädigung, Schlafstörungen oder akuter Verwirrtheit interdisziplinär zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen. Der Mobility Monitor ist mit einer Messeinheit ausgestattet, die unter der Matratze fixiert und mit dem Displaygerät am Bettrand und mit einer Lichtrufanlage verbunden ist. Geräuschlos, leicht, klein, kaum sichtbar und ohne Körperkontakt erforderlich zu machen, passt der Sensor in jedes Bett. Im Ampelsystem wird gezeigt, wie mobil die bettlägerige Person derzeit ist. Die Installation ist einfach: Der Sensor wird ins Bett gelegt und über ein Kabel kann eine Verbindung zur Lichtrufanlage erfolgen. Mithilfe der passenden Software kann das Aufzeichnungsprogramm sofort auf jedem Computer installiert werden.  n

Sunmed Medizintechnische Produkte GmbH Jochen-Rindt-Straße 25, 1230 Wien, Tel: +43-1-699 22 99 office@sunmed.at, www.sunmed.at

Vorteile spielt der Mobility Monitor auch aus, wenn etwa eine sedierende Medikation auf Basis der Daten reduziert oder umgestellt werden kann. Hat das Pflegepersonal diesen Einblick nicht ohnehin bei „seinen“ Patienten? Wenn in einem Pflegeheim eine Betreuung über Jahre stattfindet, kennt man natürlich den Patienten sehr gut. Dennoch wird niemand über 24 Stunden wirklich beobachtet und so geben diese Analysen einen sehr guten Einblick in die Bewegung der Patienten, gerade im Schlaf, wenn üblicherweise keine so engmaschige Überwachung stattfindet. Ganz wichtig sind die Informationen auch bei Patienten, die neu eingeliefert werden, oder wenn sich der Gesundheitszustand wesentlich verändert. Wie würden Sie die Vorteile zusammenfassen? Bewegungsmuster mit hohem Dekubitus-Risiko werden systematisch und rechtzeitig erfasst. Schlaf- und Schmerzmedikation können gezielter angepasst bzw. eingestellt werden. Die Wirkung von Medikamenten kann aufgrund der nächtlichen Mobilität objektiv nachvollzogen werden. Angewendete Maßnahmen können überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Die visualisierten Fakten erleichtern die Kommunikation mit den Angehörigen und den Patienten. Insgesamt werden das Wohlbefinden und die Sicherheit der Patienten erhöht und der Pflegealltag erleichtert.

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PFLEGE & HOME CARE

Gerlinde M. Wiesinger DGKS Wund-, Stoma- und Kontinenzmanagement SALK – Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken BetriebsgesmbH g.wiesinger@salk.at www.salk.at

Im Gespräch

Stomamanagement in der Praxis

Neue Aufgabenfelder im ­Stomamanagement
 Ein künstlicher Darmausgang oder eine künstliche Harnableitung sind gesellschaftlich weitgehend tabuisierte Körperbildveränderungen. Wund-, Stoma- und Kontinenzmanagerin DGKS Gerlinde M. Wiesinger gibt Einblick in das vielfältige Aufgabengebiet. beiten wir auch in interdisziplinären Gruppen an Fallbesprechungen mit. Auch an der Ausarbeitung einschlägiger Leitlinien oder Richtlinien nach internationalen Kriterien ist das Wissen von Stomamanagern gefragt.

Welche besonderen Anforderungen werden an ­Stomamanager gestellt? Wir begleiten Patienten oft über einen langen Weg mit einer sehr einschneidenden Lebenserfahrung. Neben der fachlichen Qualifikation braucht es hohe soziale Kompetenz, die Betroffenen zu schulen und zu unterstützen. Eine kontinuierliche Weiterbildung ist erforderlich, um das Wissen um neue Produkte und Therapien ständig up to date zu halten.

16 DAS MEDIZINPRODUKT 03/16

Ist diese umfassende Stomaberatung gelebte Praxis? Wir wissen, dass bei fehlender präoperativer Beratung postoperative Versorgungsprobleme auftreten und dass die Lebensqualität des Betroffenen eingeschränkt wird. Letztendlich führt das auch zu höheren Kosten für das System insgesamt. Aus meiner Erfahrung kann ich nur bekräftigen, dass die Notwendigkeit und der Bedarf da sind. Wie ist in der SALK das Stomamanagement organisiert? Ich habe eine Stabsstelle für Wund-, Stoma- und Kontinenzmanagement. In den einzelnen Abteilungen haben wir Beauftragte, die je nach Schwerpunkt diese Themen abdecken. In der Weiterbildung und bei Schulungen wird dann auf die Bedürfnisse der Abteilung besonders eingegangen. Grundsätzlich stellen wir eine flächendeckende Basisausbildung sicher, denn diese Fragen treten in der täglichen Pflegepraxis in allen Abteilungen auf.  n

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Was unterscheidet die Stomaversorgung von ­Stomamanagement? Das Aufgabengebiet im Stomamanagement ist viel breiter gefächert, geht weit über die Versorgung hinaus und beginnt bereits vor Anlegen eines künstlichen Darmausgangs mit einem aufklärenden Gespräch vor dem operativen Eingriff. Hier werden Fragen abgeklärt wie die Auswirkungen der Stomaversorgung auf die Lebensqualität, auf den Lebenspartner oder Angehörige. Wir begleiten den Patienten vom ersten Gespräch bis hin zum sicheren Umgang mit dem Stoma. Stomamanager arbeiten hauptsächlich in Spitälern und arbeiten eng mit den behandelnden Ärzten sowie therapeutischen Fachkräften und dem Pflegepersonal zusammen. Stomatherapie hat sich mittlerweile zu einem speziellen Fachgebiet im Bereich der Krankenpflege entwickelt und beschäftigt sich mit der individuellen und ganzheitlichen Pflege und Rehabilitation von Stomapatienten. Dazu gehört zum Beispiel auch die Pflege von Wunden, die Hautpflege und Ernährungstipps, aber auch die Beschaffung erforderlicher Produkte. In manchen Krankenhäusern ar-

Wie entwickelt sich der Pflegeprozess in der ­Stomaversorgung? Stomaberater sind in der Beratung prä- und postoperativer Versorgung eingebunden und eine wichtige Schnittstelle zu den anderen Berufsgruppen.


Verbesserte Mobilität:

Eine solide ­Investitionsstrategie

Mehr Qualität in der Pflege Wenn ausreichend Platz, geeignete Hilfsmittel und richtige Arbeitstechniken aufeinandertreffen, können Vorteile für Patienten und Pflegepersonal ausgespielt werden: Patienten profitieren von kürzeren Liegezeiten, besseren Vitalfunktionen und geringeren Komplikationen aufgrund von Immobilität. Pflegekräfte können wertvolle Ressourcen besser einteilen, denn der Bedarf an Hilfestellungen reduziert sich, weniger belastungsbedingte Unfälle treten auf und die Arbeitsproduktivität sowie letztendlich die Pflegequalität erhöhen sich. Die Philosophie der Positiven Acht™ beschreibt diese Vorteile als Bild: Raum, Hilfsmittel und Arbeitstechniken bilden gemeinsam die „Schnittstelle“ zwischen den zwei Kreisläufen. Wenn diese drei Schlüsselfaktoren gegeben sind, wurde eine Umgebung geschaffen, in der die Mobilisierung des Pflegebedürftigen in Abhängigkeit seiner Ressourcen auf optimale Weise stattfinden kann. Dazu hat ArjoHuntleigh weiters eine „Mobilitätsgalerie“ entwickelt, ein Klassifikationssystem, das die Charakteristi-

Philosop hie d

D

ie Planung einer sicheren Pflegeeinrichtung stellt für Architekten eine große Herausforderung dar, denn sie müssen physischen und psychischen Bedürfnissen von Patienten und Personal ebenso gerecht werden wie dem finanziellen Rahmen des Trägers. Die Experten von ArjoHuntleigh haben daher basierend auf ihren praktischen Erfahrungen den Bedarf an funktionellem Raum von Patienten und Pflegenden ermittelt. Eine Schlüsselrolle dabei spielt die Förderung der Mobilität zur Sicherung einer hochwertigeren Pflege. Voraussetzungen dafür sind ausreichend Raum für die Nutzung geeigneter Hilfsmittel und Anwendung korrekter Arbeitstechniken, die Bereitstellung geeigneter Hilfsmittel zur Förderung der funktionellen Mobilität der Patienten und die Anwendung optimaler Pflegepraktiken durch sachgemäße ergonomische Arbeitstechniken. Das Ergebnis sind optimierte Pflegeprozesse, deren positive Auswirkungen von ArjoHuntleigh in der sogenannten „Philosophie der Positiven Acht™“ verdeutlicht werden: Sie bringt Vorteile in Form von weniger abhängigen Pflegebedürftigen und einer erhöhten Produktivität des Pflegepersonals mit sich.

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ArjoHuntleigh setzt mit einem Ratgeber für Architekten und Planer im Gesundheitswesen neue Maßstäbe im Bereich des funktionellen Designs und der Ergonomie. Die Basis bilden optimierte Pflegeprozesse und die Förderung der Mobilität.

Entgeltliche Einschaltung

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PFLEGE & HOME CARE

v en s i ti o rP

Acht™

Verbesserte Vitalfunktionen

Mobilität

Reduzierter Bedarf an Hilfestellungen Weniger belastungsbedingte Unfälle, höhere Arbeitsproduktivität der Mitarbeiter

Verringerung der durch Immobilität e­ ntstehenden Komplikationen

Größere Unabhängigkeit und bessere Lebensqualität

Verbesserte Pflegequalität & finanzielle Ergebnisse

Mehr Sicherheit durch weniger krankheitsbedingte Ausfälle oder dadurch bedingte Personalfluktuation

ka von fünf realistischen Pflegebedürftigen und deren Grad der funktionellen Mobilität beschreibt. Dieses Tool kann für die Überwachung bestimmter Anforderungen und Voraussetzungen für die Pflege eingesetzt werden. Zusammen mit einer Richtlinie für einen sicheren Arbeitsplatz wird auch die Gesundheit der Pflegekräfte abgesichert.  n Quelle: ARJOHUNTLEIGH RATGEBER Für Architekten und Planer. Funktionelles Design für Mobilisierung und Ergonomie 4. Ausgabe, Jänner 2015

ArjoHuntleigh GmbH Tel: +43-1-866 56, office-at@ArjoHuntleigh.com www.arjohuntleigh.at

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MEDIZIN & WISSENSCHAFT

Dräger OPERA

MicroStop®-Sterilisationscontainer

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Ein vielseitiges Beleuchtungskonzept kombiniert mit der Funktionalität einer Deckenversorgungseinheit.

Sterilisationscontainer

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in OP Räumen

Verpackungssystem zur Sterilisation, sterilen Lagerung/Transport und sterilen Bereitstellung von chirurgischen Produkten

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Eigenschaften

In Verbindung mit einer Lüftungsdecke und einem Flow-Stabilisator unterstützt die Dräger OPERA die Einhaltung der ehöhten Hygieneanforderungen des OP-Feldes.

Die wichtigste Eigenschaft des MicroStop Systems ist das hohe Maß an eindeutiger Reproduzierbarkeit im Rahmen der Sterilgutaufbereitung. Dies trägt maßgeblich zu Sicherheit, vereinfachtem Handling und ökonomischen Ansätzen bei.

D R m G R e E e g S L

Vorteile auf einen Blick

u variabel konfigurierbar in O-, U- oder L-Form – sowohl in Quadrat- als auch in Rechteckform u die OPERA-Balken können bis zu 300 kg Zuladung aufnehmen – für Arbeitsstationen und Zubehör u flexible Positionierung der Arbeitsstationen entlang des gesamten Systems durch Verwendung von Drehecken u hohe Installationskapazität für bis zu 240 Entnahmepositionen für medizinische Gase, Strom und IT; individuell konfigurierbar u flexible indirekte Lichtausstattung u optionales Audio-Entertainmentsystem

Die Vorteile des Systems liegen in der Anwendung ohne Verbrauchsmaterial. Sämtliche Teile sind auf einen lebenslangen Einsatz ausgelegt. So ist der Container mit einem Behandlungsindikator ausgestattet, der ähnlich wie eine Plombe ein ungewolltes Öffnen anzeigt, aber wiederverwendbar ist. Das Keimrückhaltesystem ist ebenfalls durch das spezielle „Schleifen“-Prinzip ohne eine Lebensdauerbegrenzung einsetzbar. Durch den Einsatz von Kunststoffen an funltionskritischen Teilen, die eine Sterilerhaltung beeinflussen können, sichern wir zudem eine maximale sichere Reproduzierbarkeit in der Anwendung von Verpackungssystemen.

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www.draeger.com/at

www.heintel.at

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Beschreibung

Einsatz-bzw. Anwendungsbereiche

Firma (Webadresse)

18 DAS MEDIZINPRODUKT 03/16


PRODUKTRADAR OP-Ausstattung

CHROMOPHARE F 628

Maquet FLOW-i

TruPort® Deckenversorgungseinheit

OP-Leuchte

Anästhesie - Arbeitsplatz

Deckenversorgungseinheit

Operationsräume

Anästhesie für Erwachsene, pädiatrische und neonatale Patienten; manuelle, kontrollierte Beatmung; Spontanatmung, druckunterstützte Beatmung mit Backup; AFGO

Krankenhausräume, in denen Versorgung von medizinischem Gerät durch Gase, Strom und Daten benötigt wird (z.B. Einleitungsraum, Operationssaal, Intensivstation, Aufwachraum, etc.)

Die patentierte „Hybrid“-Technologie der CHROMOPHARE F-Generation kombiniert bewährte Reflektortechnik mit neuester LED-Technologie. Das Licht wird im Gegensatz zu anderen Leuchtentechnologien im Reflektor innerhalb des Leuchtenkörpers gemischt und erzeugt ein Leuchtfeld mit hervorragenden spektralen Eigenschaften.  Die Reflektor-Technologie  ermöglicht eine Multiplikation vollständiger Leuchtfeldüberlagerungen (bei F 628 bis zu 650) und führt zu verbesserter Schlagschattenfreiheit gegenüber konventionellen LED-OP-Leuchten.                             

Das Atemsystem ist aufgrund seiner Architektur für Low- und Minimal-Flow prädestiniert. Die Performance des integrierten Intensivrespirators der Servo-Familie wird durch den Volumenreflektor optimal ergänzt. Die wartungsfreien elektrischen Einspritzverdampfer mit piccoliter genauer Applikation des Narkosegases, das kleine Systemvolumen sowie die integrierte Endtidale Zielsteuerung reduzieren den Narkosegasverbaruch erheblich. Die offene Systemarchitektur ermöglicht die Installation aller am Markt befindlichen hämodynamischen Monitoringmöglichkeiten sowie die Kommunikation mit PDM-Systemen.

Bringt medizinisches Gerät, Strom und Gase dorthin, wo sie benötigt werden und sorgt für einen aufgeräumten klinischen Arbeitsplatz.

u Schlagschattenfreie Sicht u indirektes, dadurch blendfeies Licht u extrem geringe Wartungskosten u GuideLite für Endoskopie (2 modi) u ColorSelect (Farbtemperaturwahl) Optionen u EndoLite für Umgebungsbeleuchtung u ChromoVision Full-HD Kamera wire less u MultiColorTouch intuitives Bedienfeld

Intensivbeatmungsqualität, Reaktion und Performance im OP. Messung und Applikation kleinster Tidalvolumina, zielgesteuerte Narkosegasführung. Sehr schnelles Wash in und Wash out, Low- und Minimal Flow, intuitive Bedienung verwirklicht in einem Gerät ermöglichen diffizielste Beatmungsstrategien für jede Patientenkategorie. Die einfache Aufbereitung des Kreissystems runden das Gesamtangebot des FLOW-i ab.

Die verschiedenen Anforderungen an den optimalen Arbeitsplatz bringt Trumpf Medical in einem besonders flexiblen Deckenversorgungssystem zusammen. Der modulare Aufbau ermöglicht es, jederzeit neue Komponenten zu integrieren oder die Versorgungseinheiten komplett umzukonfigurieren. Diese Anwendungsvielfalt macht die TruPort® Deckenversorgungseinheit zu einer der wirtschaftlichsten und zukunftssichersten Versorgungslösungen weltweit. u Ergonomischer Arbeitsplatz u Breites Einsatzspektrum u Anpassungsfähigkeit an Arbeitsplatzveränderungen u Nachrüstung durch eigenes Personal möglich

www.limbeck.com

http://www.maquet.com/de/

www.trumpfmedical.com

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MEDIZIN & WISSENSCHAFT

Mag. Dr. Anita Lassacher Prim. Dr. Klaus Vander Institut für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie, Krankenhaushygieniker der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft anita.lassacher@kages.at klaus.vander@kages.at

2 DFP Punkte Antiseptik:

Vorsicht besser als Nachsicht u Der Einsatz geeigneter remanenter Wirkstoffe in der präoperativen Antiseptik ist ein wichtiger Baustein für den optimalen Patienten- und Personalschutz. u Antiseptika erlangen neben systemischen Antiinfektiva einen wichtigen Stellenwert im Kampf gegen nosokomiale Infektionen.

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ostoperative Wundinfektionen (surgical site infections, SSI) zählen aktuell zu den häufigsten Ursachen einer nosokomialen Infektion und sind assoziiert mit erhöhter Morbidität sowie erhöhten Kosten aufgrund verlängerter Krankenhausaufenthalte, Therapie und Pflege. Das Ziel präoperativer antiseptischer Maßnahmen ist die Reduktion potenziell pathogener Keime im Operationsbereich sowie das Vermeiden einer Keimverschleppung durch eine weitgehende Reduktion der physiologischen Flora.

Kostengünstige Vorsorge Antiseptik stellt sich als weitaus kostengünstiger dar als eine therapeutische antimikrobielle Chemotherapie. Die remanente Wirkung von Antiseptika wie Octenidin, PVP-Iod oder Chlorhexidin bedeutet einen großen Vorteil im Kampf gegen nosokomiale Wundinfektionen. Während eines chirurgischen Eingriffs soll die präoperative Hautantiseptik verhindern, dass sich verbliebene Mikroorganismen vermehren. Bei Produkten

auf Basis remanenter Wirkstoffe hält die antimikrobielle Wirkung verglichen mit rein alkoholbasierten Produkten für einen wesentlich längeren Zeitraum an. Die Dauer der Wirkung ist jedoch unterschiedlich: Octenidin verbleibt auf der Haut und reduziert die Rekolonisierung der desinfizierten Stelle für mindestens 24 Stunden, während die Dauer der remanenten Wirkung bei Iodophoren (PVP-Iod) deutlich kürzer ist. Es gibt kein universell geeignetes Antiseptikum, da bei der Wahl des geeigneten Mittels auf verschiedene Einflussfaktoren geachtet werden muss. Aufgrund der Wirksamkeit, der Verträglichkeit, des Wirkungsspektrums und der Remanenz wird zunehmend Octenidin als Kombinationspartner im alkoholischen Hautantiseptikum als sinnvolle Alternative zu den vorhandenen Optionen (rein alkoholbasierte Präparate, alkoholbasierte Präparate mit Chlorhexidin bzw. PVP-Iod) gesehen. Die Wahl hängt vom Anwendungsgebiet, vom benötigten Wirkungsspektrum, von der umsetzbaren Einwirkzeit des Antiseptikums sowie von lokalen und systemischen Verträglichkeiten ab.

Antiseptische Körperwaschungen

2 DFP Punkte

DFP-Literaturfortbildung Dieser Bericht beinhaltet einen Teilaspekt aus dem DFP-Beitrag „Remanente Wirkstoffe bei präoperativen antiseptischen Maßnahmen“ erschienen in „die PUNKTE Hygiene“ 1/2016 bzw. auf www.meindfp.at oder www.diepunkteon.at. Sie erhalten 2 DFP-Punkte online durch die Beantwortung des dazugehörigen Fragebogens.

Das Ziel der Ganzkörperwaschung besteht darin, die bakterielle Belastung der Haut zu reduzieren und so letztendlich das Risiko einer postoperativen Wundinfektion zu verringern. Auch die nasale Besiedelung durch S.aureus spielt eine Rolle für das spätere Infektionsgeschehen, daher wird eine Dekolonisation der Nase oftmals in Betracht gezogen. Vor allem aufgrund der zunehmenden Problematik antibiotikaresistenter Bakterien, und der damit verbundenen limitierten Therapieoptionen im Falle einer Infektion, werden im präventiven Ansatz antiseptische Substanzen eingesetzt. Im Sinne von „Vorsicht ist besser als Nachsicht“ kann und wird dies zur weiteren Reduktion nosokomialer Infektionen führen. n Literatur bei den Verfassern.

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Ganzkörperdekontamination bei ­geplanten­operativen­Eingriffen­mit­ dem octenisan® Set Gibt­Sicherheit.­Schafft­Vertrauen.

Jeder Quadratzentimeter unserer Haut enthält bis zu 10 Millionen Bakterien.

1 cm2

Haut enthält bis zu 10 Mio. Keime

Diese Keime gehören zur Haut und schützen sie. Eine Operation durchbricht die natürliche Schutzbarriere der Haut. Dadurch können Bakterien in das Innere des Körpers gelangen, wo sie nicht hingehören und Infektionen auslösen. Eines der wichtigsten Ziele moderner Krankenhaushygiene ist es, solche Infektionen zu verhindern. Aktuelle Studien zeigen, dass dekontaminierende Ganzkörperwaschungen vor Operationen dieses Risiko erheblich senken können.

octenisan® Waschlotion und octenisan®­ md­ Nasengel­ zur­ Dekontamination vor Operationen im praktischen Set für eine Anwendung von bis zu 5 Tagen bei geplanten operativen­Eingriffen

Postoperative Wundinfektionen (engl. surgical site infections, SSI) zählen in Österreich ­aktuell­zu­einer­der­häufigsten­Ursachen­einer­im­Krankenhaus­erworbenen­Infektion.­Mit­ dem octenisan® Set kann der Patient bereits zuhause mit der Dekontamination beginnen und damit einen Beitrag leisten, das Risiko einer postoperativen Wundinfektion zu reduzieren.

gibt Sicherheit: umfangreiche Patienteninformation für eine sichere Anwendung der Produkte

Bei octenisan® Set handelt es sich um Octenidin-haltige Produkte, die im Rahmen eines Programms­ zur­ Dekontamination­ von­ Patienten­ und­ Pflegekräften­ im­ Nasenvorhof­ sowie zur Ganzkörperwaschung eingesetzt werden.

schafft­ Vertrauen:­ für­ das­ gute­ Gefühl des Patienten, in besten Händen zu sein

Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen dieses Medizinproduktes informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheke

Schülke & Mayr GmbH, 1070 Wien | office.austria@schuelke.com | www.schuelke.com

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So arbeiten Hygieneteams u Die Österreichische Gesellschaft für Krankenhaushygiene (ÖGKH) hat die ­Arbeitssituation der Mitarbeiter von Hygieneteams evaluiert. u Aufgrund der Ergebnisse fordert die ÖGKH, dass die zeitlichen und materiellen Ressourcen für die Kernaufgaben verbessert werden.

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uch wenn sich der Tätigkeitsschwerpunkt der Krankenhaushygiene – Verhüten, Erkennen und Bekämpfen von Krankenhausinfektionen – in den letzten 20 Jahren nicht geändert hat, so hat sich heute die damit verbundene Verantwortung deutlich gewandelt. Die Mitarbeiter der Hygieneteams spielen eine zentrale Rolle in der Umsetzung und Kontrolle der Hygienemaßnahmen in Gesundheitseinrichtungen, doch Unterstützung haben sie meist nur auf dem Papier. Empfehlungen zur Organisation und Struktur der Krankenhaushygiene in Österreich sind im bundesministeriellen Leitfaden ProHyg 2.0 verankert, Daten und Fakten zur Umsetzung der organisatorischen und strukturellen Anforderungen in Einrichtungen des Gesundheitswesens in Österreich gibt es bislang nicht. Insbesondere fehlte es bisher an validen Daten zu den Arbeitsbedingungen von Hygienefachkräften, die durch ihren persönlichen Einsatz und ihr Engagement einen maßgeblichen Beitrag zum Qualitätsmanagement der Krankenhaushygiene und Infektionsprävention tragen.

Demografie trifft Hygiene Die ÖGKH hat daher eine Online-Befragung unter Hygieneteams initiiert, an der in einem Zeitraum von zwei Monaten 237 Personen (Rücklaufquote 51 %), darunter Hygienefachkräfte (80 %), hygienebeauftragte Ärzte (16 %), und biomedizinische Analytiker teilgenommen haben. Die demografische Erhebung der Studie zeigt, dass Hygienefachkräfte in Österreich überwiegend weiblich und über 45 Lebensjahre alt sind. Angesichts der Tatsache, dass ein hohes Maß an Hygiene-Expertise nur über viele Jahre aufgebaut wird, ist der Umstand alarmierend, dass 70 % der Befragten angegeben haben, dass bisher keine Nachfolgeregelung für ihre Position getroffen wurde. Zwar gaben 72 % der Befragten an, dass während ihrer Abwesenheit eine qualifizierte Person als Vertretung für ihre Tätigkeiten vorhanden ist, ein vollzeitlicher Ersatz liegt jedoch nur bei 40 % der Befragten vor. 12 % gaben an, dass diese Vertretungsregelung nur auf dem Papier existiert.

Die Vorteile auf einen Blick: Forderungen der ÖGKH u F achliche Aufwertung von Hygienefachkräften u Verbindliches und bundesweit einheitliches Hygiene-Curriculum für Hygienefachkräfte

u Verpflichtende Umsetzung von Hygieneempfehlungen der Hygieneteams durch Leitungen von Einrichtungen des Gesundheitswesens

22 DAS MEDIZINPRODUKT 03/16

Fast zwei Drittel der Befragten (61 %) sind nur Teilzeit für Belange der Hygiene tätig. Dementsprechend gibt weniger als die Hälfte der Befragten (47 %) an, dass die ihnen zur Verfügung stehende Zeit ausreicht, um die hygienerelevanten Aufgaben zu erledigen. Die Mehrheit gab an, neben ihrer hygienischen Tätigkeit bei Schulung und Kontrolle externer Dienstleister herangezogen zu werden, bei arbeitsmedizinischen Fragestellungen tätig zu sein oder sicherheitstechnische Fragen bearbeiten zu müssen. Für hygienerelevante Tätigkeiten bleibt nicht genü-

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Zu wenig Zeit für hygienerelevante Tätigkeiten


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MEDIZIN & WISSENSCHAFT

gend Zeit. 76 % der Befragten gaben an, eine Form von standardisierter Surveillance durchzuführen. Hygieneteams sind außerdem ungenügend in die Beschaffung von Antiinfektiva und Medizinprodukten sowie bei Neu-, Umund Zubau eingebunden. Dies sind elementare Aufgaben, die sich aus dem bundesministeriellen Qualitätsstandard Krankenhaushygiene ableiten. Bei 73 % der Befragten ist eine Arzneimittelkommission im Haus vorhanden, dort sind aber nur 23 % der Hygieneteams Mitglieder. Bei der Medizinproduktekommission ist es noch drastischer: Es sind lediglich bei 25 % der Befragten Medizinproduktekommissionen vorhanden und die Hygieneteams darunter nur zu 12 % eingebunden. Dies schlägt sich auch in der Umsetzung der Antibiotika-Stewardship-Programme (ABS) nieder. Lediglich in 45 % der Einrichtungen ist ein ABSProgramm implementiert. Zudem sind Hygieneteams hier nur zu 20 % eingebunden. In 80 % der Fälle findet ABS ohne Hygieneteams statt, und das, obwohl die Überwachung, das Monitoring und die Erstellung von Statistiken zu 98,5 % von Hygieneteams durchgeführt werden. Die starke Einbindung in das Monitoring von Resistenzen zeigt sich auch dadurch, dass 93 % der Befragten eng in die jeweilige Mikrobiologie eingebunden sind.

Akzeptanz und Unterstützung durch Administration 51 % der Befragten geben an, befriedigend bis nicht genügend von der Verwaltung bei hygienerelevanten Themen unterstützt zu werden. Rund ein Drittel der Befragten sieht sich von der Leitung ihres Hauses hinsichtlich ihrer hygienerelevanten Tätigkeiten nicht wertgeschätzt. Deutlich besser ist die Wertschätzung durch die Kollegen anderer medizinischer Disziplinen. Hier sehen lediglich 7 % der Befragten ihre Tätigkeit nur genügend bis nicht genügend wertgeschätzt. „Wir sind in Österreich in der glücklichen Lage, hochmotivierte und fachlich kompetente Hygienefachkräfte zu haben. Dennoch zeigen Ergebnisse der Umfrage, dass diese medizinisch versorgungsrelevante Berufsgruppe derzeit im Gesundheitssystem zu großen Teilen nicht effektiv an der richtigen Stelle eingesetzt wird und dass die Anerkennung durch Krankenhausleitungen aufgrund von mangenden Kenntnissen des Tätigkeitsprofils nicht ausreichend erfolgt. Angesichts der be-

vorstehenden Herausforderungen durch nosokomiale Infektionen und multiresistente Erreger werden wir uns einen solchen nicht adäquaten Einsatz nicht leisten können“, resümiert Univ.Prof. Dr. Ojan Assadian, Präsident der ÖGKH. n www.oegkh.ac.at

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MEDIZIN & WISSENSCHAFT

Krankenhausinfektionen: Lessons Learnt?

Oft sind es die Mitarbeiter, die für eine Verbreitung der Norovieren sorgen. Sie kommen zu früh wieder in den Dienst.

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as Deutsche Beratungszentrum für Hygiene am Universitätsklinikum Freiburg hilft deutschlandweit Krankenhäusern bei der Bekämpfung von Krankheitserregern. Ein Hygieneteam besucht die betroffenen Kliniken und fahndet vor Ort nach dem Ausgangspunkt häufig auftretender Infektionen. Seit Ende 2013 werden die Erfahrungen in einem „Ausbruchregister“ zusammengetragen, eine erste Auswertung liegt nun vor. Noroviren verursachen mit Abstand die meisten Krankheitsausbrüche, gefolgt von multiresistenten gramnegativen Erregern, darunter am häufigsten Enterobacter cloacae. Die Bakterien können Lungen-, Wund- oder Harnwegsinfektionen auslösen. Auch Grippeviren breiteten sich in Kliniken rasch aus. „Problematisch ist, dass alle Klinikmitarbeiter, die an Influenza erkrankten, nicht geimpft waren. Die Impfquote liegt bei medizinischem Personal international nur bei 30 Prozent“, gibt PH Dr. Sebastian Schulz-Stübner, Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin, Einblick in die Ergebnisse des Ausbruchregisters.

24 DAS MEDIZINPRODUKT 03/16

Ausbrüche von Infektionen mit Noroviren kamen besonders häufig vor. Nach Erfahrung von Schulz-Stübner erscheinen Ärzte und Pfleger nach dem Ende der Durchfallerkrankung oft zu früh wieder am Arbeitsplatz. Die Freiburger Hygieneexperten empfehlen deshalb eine strikte Einhaltung der entsprechenden Karenzzeiten. Bei Ausbrüchen von Noroviren, die sich besonders lang hinzogen, wurden Hygienemängel gefunden: Das Personal vergaß nach dem Ausziehen der Handschuhe häufig, sich die Hände zu desinfizieren. Viele verließen zudem die Patientenzimmer mit Schutzkleidung, um Material aus einem vor dem Zimmer abgestellten Wagen zu entnehmen. Neben Viren und Bakterien gab es auch einen Ausbruch von Scabies. In einem aufgezeichneten Fall erkrankten gleich acht Personen des Pflegepersonals. Diese taten sich laut den Experten mit der Behandlung – die bei allen Betroffenen gleichzeitig erfolgen muss – schwer. „Auch bei Scabies-Ausbrüchen sind eine strikte Einhaltung der Therapie und die vorbeugende Behandlung von Betroffenen und Kontaktpersonen sowie eine längere Nachbeobachtungsphase wichtig“, erläutert Dr. Schulz-Stübner. Im Zeitraum von 2013 bis 2015 wurden insgesamt 29 Ausbrüche in die deutsche Datenbank aufgenommen. In 24 Prozent der Fälle handelte es sich um Kolonisationsausbrüche, wobei überwiegend grammnegative Erreger eine Rolle spielten. 76 Prozent der Fälle gingen auf Infektionen zurück. Verzögerungen bei der Meldung gab es in elf Fällen. Die Ursachen waren das Warten auf Laborergebnisse, Kommunikationsprobleme und Unsicherheiten bei der Diagnose. Obwohl die Ergebnisse limitierte Aussagekraft haben, da die Aufnahmekriterien in die Datenbanken zu einem unvollständigen Datensatz führen, ist festzustellen, dass ein hoher Anteil der Ursachen beim Personal zu finden ist. Eine Verbesserung der Durchimpfungsrate, der Nutzung persönlicher Schutzausrüstung und das Einhalten von Karenzzeiten nach Infektionen wären wichtige Eckpfeiler zur Prävention. n Quelle: S. Schulz-Stübner et al.: Infektionen und Kolonisationen: Was können wir verbessern? – Erste Ergebnisse aus dem Ausbruchregister beim Deutschen Beratungszentrum für Hygiene DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift, Georg Thieme Verlag, 2016; 141 (6); e47–e52

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u Infektions- und Kolonisationsausbrüche stellen eine zunehmende Belastung für Krankenhäuser dar. u Erste Ergebnisse aus dem deutschen Ausbruchregister weisen deutlich auf die ­Verantwortung des Personals hin.


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MEDIZIN & WISSENSCHAFT

Rund 1,2 Millionen chirurgische Eingriffe werden jährlich in Österreich durchgeführt und etwa die Hälfte der Patienten klagt über mäßige bis starke Schmerzen nach einer OP. Studien belegen außerdem, dass gerade bei kleineren Eingriffen die postoperative Schmerzintensität unterschätzt wird. Die Vermutung liegt nahe, dass der Trend zur minimalinvasiven Chirurgie gleichzeitig auch zu einer Untertherapie der postoperativen Schmerzen führt. Nach einer OP stehen unterschiedliche Möglichkeiten der Schmerzlinderung zur Verfügung: eine orale Einnahme oder intravenöse Verabreichung von Schmerzmitteln bis zur Lokalanästhesie des betroffenen Körperareals mittels Katheter. Die moderne nicht-invasive patientengesteuerte Analgesie überlässt es sogar dem Patienten, die Verabreichung individuell zu steuern – setzt aber voraus, dass der Patient ausreichend aufgeklärt ist und aktiv in das medizinische und pflegerische Schmerzmanagement einbezogen wird. Dazu braucht es vor allem aber Richtlinien und die Sicherstellung, dass kein Patient an der Schmerztherapie Schaden nimmt. Zudem sind Konzepte für die am häufigsten durchgeführten OPs erforderlich, die übersichtliche Empfehlungen geben. „Postoperatives Schmerzmanagement ist Teamwork“, formuliert es OA Dr. Wolfgang Jaksch, der Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft, kürzlich am Chirurgenkongress. Studien belegen, dass in nur weniger als 25 % der Fälle bei der Übergabe des Patienten vom OP-Saal in den Aufwachraum Informationen über die postoperative Schmerzlinderung weitergegeben wer-

den. Optimale Ergebnisse für den Patienten verlangen eine effektive Kommunikation zwischen den Akteuren. Regelmäßige Mitarbeiterschulungen zur postoperativen Schmerztherapie sensibilisieren für die Herausforderungen hier aktiv zu werden und verbessern jedenfalls die Behandlungsergebnisse. Auch das im kommenden Jahr ausgerufene „Global Year against Pain after Surgery“ wird sich intensiv diesem Thema widmen, um eine effektive die Verbindung zwischen Komplikationsmanagement und postoperativem Schmerz herzustellen. „Wir brauchen jedenfalls mehr Daten, um auch aussagekräftige Handlungsempfehlungen geben zu können“, resümiert Jaksch.

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MEDIZIN & WISSENSCHAFT

„Eine große Aufgabe, aber auch eine große Chance“ © mathom – shutterstock.com

u Die Polytraumaversorgung wird österreichweit neu aufgestellt. u Dabei sollen medizinische Grenzen entscheiden, keine politischen. u Die ÖGU will auch eine verpflichtende Beteiligung am Traumaregister.

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rof. Dr. Oskar Kwasny ist stellvertretender Ärztlicher Direktor und Vorstand der Klinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie am Kepler Universitätsklinikum Linz. Als Mitglied im ständigen Beirat der Österreichischen Gesellschaft für Unfallchirurgie (ÖGU) hat er maßgeblich am Vorschlag für ein Weißbuch mitgearbeitet, das zukünftig die Strukturen und Qualitätskriterien für eine professionelle, österreichweite Traumaversorgung festlegen wird. Der Entwurf ist auf Bundesebene bereits mit dem Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIT) akkordiert und liegt derzeit zur Begutachtung in den Bundesländern auf. Im Exklusivinterview mit DAS MEDIZINPRODUKT sprach Prof. Oskar über die Notwendigkeit einer Professionalisierung der Polytraumaversorgung in Österreich, Grundzüge des geplanten dreistufigen Versorgungsnetzes nach deutschem Vorbild und regionalen Besonderheiten, die es dabei zu berücksichtigen gilt.

In Österreich fehlen nach wie vor konkrete Umsetzungsschritte für eine flächendeckende Polytraumaversorgung.

Die Polytraumaversorgung soll in Österreich neu geregelt werden. Was gilt es zu berücksichtigen? Wir brauchen eine klar strukturierte Versorgung in Form eines Stufenmodells, das nach medizinischen Kriterien aufgebaut, qualitätsgesichert und kontrolliert ist, in dem der Transport der Verletzten entsprechend länderübergreifend koordiniert wird und dem bundesweit einheitliche Ausbildungsrichtlinien zugrunde liegen. Österreich verfügt zwar auch jetzt schon über eine Traumaversorgung, diese orientiert sich aber an Landesgrenzen, manchmal sogar an Bezirksgrenzen. Das ist weder zeitgemäß noch effizient oder gar patientenorientiert. Ein modernes, umfassendes Polytraumaversorgungskonzept muss unserer Überzeugung nach folgende Kriterien umfassen: medizinische Leitlinien, ein Weißbuch, die Etablierung lokaler Audits, eine regionale Vernetzung sowie ein Traumaregister. In Deutschland sind all diese Elemente längst umgesetzt, in vielen anderen Ländern zumindest teilweise, etwa in den USA

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© Kepler Universitätsklinikum

Prof. Dr. Oskar Kwasny, Stellvertretender Ärztlicher Direktor und Vorstand der Klinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie am Kepler Universitätsklinikum Linz

oder in Kanada, wo nur noch eigene Leitlinien fehlen. Wir in Österreich haben bislang nichts davon. Es wird zwar schon sehr lange darüber diskutiert, ohne dass dann aber konkrete Schritte erfolgt sind. Ich beziehe mich mit meiner Kritik ausdrücklich auf eine bundesweit flächendeckende Versorgung. Regional erfolgreiche Initiativen gibt es bekanntlich durchaus, ich erinnere nur an das hervorragend funktionierende Polytraumanetzwerk Salzburg. Jetzt sehe ich die einmalige Chance, darüber hinaus auch wichtige Schritte zu einem österreichweit koordinierten und abgestimmten Versorgungsnetz zu setzen. Ich bin sehr optimistisch, dass uns das gelingen wird.

wird, dazu kann ich aber aus den genannten Gründen derzeit nichts sagen. Ich gehe aber davon aus, dass zumindest einmal der Plan im nächsten halben Jahr abgesegnet ist. Die Umsetzung ist dann wieder eine andere Geschichte.

Wie kann das Stufenmodell aussehen? Wie schon gesagt, die Fachgesellschaft kann nur Vorschläge über eine effiziente Struktur und medizinische Qualitätskriterien machen – und genau das haben wir getan. Als Strukturkriterien haben wir etwa die Fachdisziplinen definiert, die in den drei Stufen des Modells – Traumazentrum als höchste Versorgungsstufe, Traumaschwerpunkt und lokale Traumaversorgung Zum Weißbuch Traumanetzwerk gibt es einen Detailplan von – vorhanden sein müssen. Wer diese Kriterien erfüllt, wird dann in die einzelnen Stufen hineinfallen, der ÖGU. Wo steht derzeit die Umsetzung? Wir haben das Weißbuch der DGU, der so wird sich automatisch eine gewisse Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie, Struktur ergeben. Wir gehen derzeit von „Die derzeitige das 2012 neu aufgelegt wurde und Empfehplus/minus acht bis zehn Traumazentren lungen zur Struktur, Organisation und Ausaus, die ein österreichweites Netzwerk ­Traumaversorgung ist stattung der Schwerverletztenversorgung in umfassen wird. Wenn man unsere Kriteriweder zeitgemäß noch Deutschland enthält, als Ausgangspunkt und en anlegt, wird man von dieser Zahl wohl effizient oder gar patienModell für unseren Vorschlag genommen. nicht weit abweichen. Aber das ist nicht Manche der dort festgeschriebenen Empfehals ÖGU-Vorgabe zu verstehen, das ergibt tenorientiert.“ sich dann in der Folge automatisch. Wo in lungen konnten wir direkt übernehmen, aldie Struktur investiert wird, ist letztendlerdings kann man nicht einfach abschreiProf. Dr. Oskar Kwasny lich eine budgetäre, also eine politische ben, weil es viele geografische, rechtliche Entscheidung. Es sind zwar nur ein Pround organisatorische Unterschiede gibt, die entsprechend berücksichtigt werden müssen. zent aller Patienten Schwerverletzte, aber Aber es gab zumindest eine Grundlage und Erfahrungswerte, das sind immer ‚teure‘ Patienten. Die Kosten muss irgendwer auf denen wir aufbauen konnten. Auf dieser Basis haben wir ein budgetär übernehmen. Stufenmodell für eine österreichweite Polytraumaversorgung entwickelt, wie sie den medizinischen Anforderungen idealer- Wie ist der Stand des Traumaregisters? weise entsprechen müsste. Seit zehn Jahren geben wir unsere Daten in das Deutsche Traumaregister ein – oder zumindest manche Abteilungen tun das, Wie sieht dieses Stufenmodell konkret aus? leider bei Weitem nicht alle. Ich schätze, es sind derzeit nicht Wie es dann am Ende der Verhandlungen tatsächlich aussehen mehr als 25 Prozent der Unfallabteilungen österreichweit. wird, weiß ich leider derzeit noch nicht. Das Problem ist ja: Die Meine Abteilung ist jedenfalls seit Beginn aktiv mit dabei, wir ÖGU kann nicht sagen, das machen wir so, weil das vernünftig waren damals die Ersten aus Österreich. Erst langsam werden ist. Wir haben in mehreren Vorgesprächen mit der ÖBIG unsere es mehr. Nur wenn wir es aber schaffen, alle dafür zu gewinIdealvorstellungen vorgebracht und erklärt, wie es aus unserer nen, könnten wir in der Folge auch aussagekräftige österSicht Sinn machen würde, die Polytraumaversorgung in den Ös- reichinterne Auswertungen der Daten machen. Technisch wäre terreichischen Strukturplan Gesundheit hineinzuschreiben. Aus das überhaupt kein Problem. n der gemeinsamen Diskussion ist dann das erwähnte Stufenmodell entstanden. Dieses liegt jetzt als Vorschlag der ÖBIG in den einzelnen Bundesländern zur Begutachtung auf. Die Länder Deutsches Traumaregister werden dann entweder zustimmen oder Bedenken äußern, die anschließend wiederum in den Entwurf eingearbeitet werden Das Trauma ist die häufigste Todesursache bei Menschen bis zum 40. Lebensjahr. In das Deutsche Traumaregister geben derzeit fast 600 müssen. Erst wenn der Vorschlag mit allen Ländern akkordiert Kliniken regelmäßig ihre Daten ein. Bisher wurden so rund 200.000 Fälle ist, kann er in den Österreichischen Strukturplan Gesundheit dokumentiert. Unter den 35 nicht deutschen Teilnehmern finden sich auch einfließen. Ich hoffe, das wird sehr bald geschehen. Es ist jeden18 österreichische Abteilungen. falls absoluter Wille der ÖGU, den Plan ehestmöglich und flächendeckend umzusetzen. Wie er am Ende im Detail aussehen

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MEDIZIN & WISSENSCHAFT

Patientensicherheit im Mittelpunkt Ein Gurtsystem zur Immobilisierung von Patienten wurde in enger Abstimmung mit den Anwendern entwickelt – zum Schutz von Patienten und Personal gleichermaßen.

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Andreas Schekulin, Medizinprodukteberater, Wien ThoraXsafe® ist eine Eigenentwicklung. Wie ist dieser Prozess gelaufen? Wir haben immer wieder erfahren, dass es wenige praxistaugliche Immobilisierungssysteme gibt. In einem Brainstorming mit dem Pflegepersonal auf einer Intensivstation haben wir die Bedürfnisse erfasst und anhand bisheriger Erfahrungen einen Prototyp gebaut. In mehreren Feedbackrunden ist nach rund einem Jahr Entwicklung schließlich ThoraXsafe® entstanden. Das Produkt erfüllt vor allem die Anforderung der einfachen, schnellen und sicheren Anwendung. Das Thema der „Immobilisierung“ ist oft heikel. Wie nimmt der Markt diese Entwicklung auf und wo sind Ihre Kernzielgruppen? Ja, das Thema ist schwierig, doch die Notwendigkeit, Patienten oft sehr rasch und für kurze Zeit ohne Medikamente ruhigzustellen, taucht in der Praxis immer wieder auf. Oft entscheiden hier Sekunden, um wirkliche Katastrophen zu vermeiden: Der Patient verletzt sich selbst oder Personal wird verletzt. Gerade Mitarbeiter auf der Intensivstation, der Notaufnahme oder in psychiatrischen Abteilungen haben hier einen Leidensdruck, vor allem wenn das Personal knapp ist. Das Bedürfnis treffen wir mit ThoraXsafe®, einem zertifizierten Medizinprodukt punktgenau. Darüber hinaus können wir das Produkt – dank des flexiblen Gurtsystems – auf die unterschiedlichen Körpergrößen der Patienten einstellen.

R. Heintel GmbH Medizintechnik Erdbergstraße 166, 1030 Wien, Tel: +43-1-403 89 56-0 medizintechnik@heintel.at, www.heintel.at, www.hso-solutions.at

Entgeltliche Einschaltung

IM GESPRÄCH

er Aufenthalt auf Notfall- oder Intensivstationen belastet Patienten nicht nur aufgrund ihrer Erkrankungen oder Verletzungen. Die Einlieferung trifft den Patienten fast immer unvorbereitet, Symptome wie Schmerzen, Atemnot oder der Verlust lebensnotwendiger Funktionen sowie Bewegungseinschränkungen lösen manchmal Ängste, aber auch Aggression oder unkontrollierte Bewegungen aus. Eine vorübergehende Immobilisierung, die rasch und einfach eingesetzt werden kann, schützt sowohl Betroffene als auch Mitarbeiter vor daraus resultierenden Verletzungen. ThoraXsafe® von HSO ist ein weich gepolstertes, vierteiliges Gurtsystem zur Immobilisierung von Patienten. Das Produkt wurde in enger Zusammenarbeit mit Anwendern auf Intensivstationen und Deeskalationsmanagern in psychiatrischen Kliniken entwickelt. Im Ernstfall ist sekundenschnelles Handeln erforderlich, daher garantiert das Gurtsystem eine einfache, schnelle und sichere Anwendung. n

Die Vorteile von ThoraXsafe® auf einen Blick: u S icherheit für Anwender und Patienten u B rust- und Bauchbereich des Patienten bleiben frei u F ixationsgurt aus Mikrofasern schneidet nicht ein u F ixationsgurt ist flexibel, aber nicht dehnbar u K lettverschlüsse erleichtern das Anlegen sowie Öffnen und Verschließen der Gurte

u H ochwertige Klettverschlüsse widerstehen großen Zugkräften u A ufbäumen des Patienten ist nicht möglich u H inunterrutschen des Patienten wird verhindert u L atexfreies Material

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POLITIK, VERWALTUNG & MANAGEMENT

Schluss mit unmündig u Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) kooperiert mit der Europäischen Patientenakademie, um Patienten besser in medizinische Entscheidungsprozesse einzubinden.

rem die Lesbarkeit von Gebrauchsinformationen oder die Meldungen von Nebenwirkungen. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmer der Informationsveranstaltung Einblicke in die Arbeitsweise der akademischen Forschung, in die Tätigkeitsbereiche der Industrie sowie in die Aufgaben der Medizinmarktaufsicht, die für die Zulassung und Überwachung von Arzneimitteln und Medizinprodukten verantwortlich ist. Für Dr. Christa Wirthumer-Hoche, Geschäftsfeldleiterin der Medizinmarktaufsicht AGES, stehen die Patienten und ihre Bedürfnisse ganz klar im Mittelpunkt: „Patienten sind wichtige Partner, denn für sie prüfen wir die Marktzulassung von qualitativ hochwertigen, sicheren und wirksamen Produkten.“

Patienten werden immer mehr zu Partnern im System.

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ie Zeit der unmündigen Patienten ist längst vorbei. Patienten bringen sich bei medizinischen Behandlungen stärker ein und wollen sogar eine Rolle in der Entwicklung von neuen Therapien übernehmen. Ein reger Austausch findet bislang im Internet statt, wo in Blogs und Foren über aktuelle Forschungsergebnisse debattiert und Kontakte zu Ärzten und Selbsthilfegruppen ausgetauscht werden. Es erfolgt aber auch ein Umdenken bei Ärzten sowie in Forschung und Entwicklung: Um die Ergebnisse von neuen Behandlungen, Therapien und Medikamenten zu optimieren, soll hier Patienten künftig eine Schlüsselrolle zukommen.

Dialog statt Monolog Genau diese Ziele verfolgt die neue Initiative vom Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) und der Europäischen Patientenakademie zu Therapeutischen Innovationen (EUPATI). In drei speziell auf Patienten ausgerichteten Schulungen bekommen die Vertreter von Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen das nötige Rüstzeug, um eine aktive Rolle übernehmen zu können. Thematisiert wird unter ande-

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Auch Dr. Ingrid Klingmann, Vorsitzende der Non-Profit-Organisation European Forum for Good Clinical Practice (EFGCP) und Leiterin eines EUPATI Arbeitspaketes, ist von diesem neuen Angebot für Patienten überzeugt: „Diese Kooperation wird eine entscheidende Rolle bei der Etablierung einer neutralen, objektiven und hochqualitativen Fortbildungsmöglichkeit für Patientenvertreter in Österreich spielen. Alle Aspekte der medizinischen Forschung und Entwicklung werden abgedeckt.“ Die erste Veranstaltung, die sich an Patienten und deren Angehörige richtet, fand Anfang Juni in Wien statt. Zwei weitere Veranstaltungen für Patientenvertreter finden in Wien und Salzburg statt. Weitere Informationen sowie Anmeldungen unter www.ages.at n

Über EUPATI Die Europäische Patientenakademie zu Therapeutischen Interventionen (EUPATI) will Patienten, Angehörigen und Interessensgruppen wissenschaftlich fundierte und objektive Informationen zum Forschungs- und Entwicklungsprozess von Arzneimitteln verständlich zur Verfügung zu stellen. EUPATI ist ein Verbund von 33 Organisationen, bestehend aus Patientenorganisationen, Universitäten und gemeinnützigen Organisationen sowie forschenden Unternehmen. www.eupati.eu

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AGES Patientengespräche


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MEDIZIN PR DUKT Helga Tschugg, MSc
DGKS Kooptiertes Vorstandsmitglied Österr. Berufsverband für Anästhesieund Intensivpflege helga.tschugg@oebai.at

GASTKOMMENTAR

Balanceakt P

atienten erwarten sich in einem Krankenhaus vor allem eine gute medizinische und pflegerische Versorgung – dennoch steht in der politischen Diskussion oft die „Hotelkomponente“ im Vordergrund. Die wirkliche Herausforderung und der Balanceakt zwischen Angebot und Nachfrage liegen aber ganz klar woanders. Wir wissen, dass aufgrund der demografischen Entwicklung, die auf uns zukommt, die Patientenversorgung aufgrund knapper werdender Ressourcen immer mehr unter Druck kommt. Viele Agenden rund um die Versorgung einer alternden Bevölkerung stellen besondere Herausforderungen an intramurale Einrichtungen, wie etwa das Entlassungsmanagement, das Setting in der Intensivstation, die Organisation der optimalen Nachsorge. Mit einer OP und der Entlassung nach Hause ist es ja nicht getan, gerade nicht bei alten, multimorbiden Patienten. Wir benötigen eine umfassende Aufklärung und Betreuung über den Eingriff, aber auch die Zeit danach, wie zum Beispiel die Rehabilitation, Mobilisation oder Ernährung. Der Genesungsprozess ist ja nicht mit einer OP erledigt, das ist erst der Anfang, gerade bei betagten Menschen. Und dass wir hier nicht von Tagen, sondern oft von Monaten sprechen, ist selbst den Betroffenen nicht bewusst. Gerade in der Anästhesie- und Intensivpflege sehen wir, dass die demografische Entwicklung die Anforderungen an die Pflege enorm vergrößert. Medizinische Eingriffe bleiben gleich, doch die Nachsorge dahinter nimmt Ausmaße an, wo Spitäler Agenden kompensieren müssen, die bei Weitem nicht mehr in ihr Ressort fallen. Wir überlegen derzeit zum Beispiel die Mitaufnahme von Angehörigen bei Demenzpatienten. Doch das erfordert Raum und Strukturen, um das in den Pflegealltag im Spital einzubauen. Akutbetten werden zwar reduziert und viele Aufgaben sollen extramural oder ambulant erledigt werden, aber diese Pläne berücksichtigen die Alterskaskade nicht! Ich wünsche mir eine offene Diskussion über diese Themen, aber auch zum Beispiel über heikle Fragen wie die OP-Indikationen, die es neu zu überdenken gilt. Muss wirklich jeder alles bekommen? Muss jeder Eingriff bis ins hohe Alter durchgeführt werden? Gibt es Grenzen, die auch ethisch vertretbar sind? Das sind Fragen, wo vor allem die Politik, aber auch die

Gesellschaft gefordert sind, eine offene und ehrliche Diskussion zu führen. Ich wünsche mir auch, dass die Patienten einen niedrigschwelligeren Zugang zu den Aufklärungsangeboten und mehr Mündigkeit für die eigene Gesundheit oder Vorsorge im Krankheitsfall bekommen. Die medizinische Aufklärung wird durchgeführt und kann auch verrechnet werden, aber vonseiten der Pflege braucht es zunehmend mehr Zeit, um Patienten in der Nachsorge und bei der Entlassung zu betreuen. Ideal wäre auch eine kostengünstige oder kostenlose Beratung rund um Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen oder die Besachwalterung, die immer häufiger bei älteren Menschen zur Anwendung kommt, da die familiären Ressourcen für eine Betreuung nicht vorhanden sind. Die großen Herausforderungen, vor denen wir in den nächsten Jahren nicht nur in der Anästhesie- und Intensivpflege stehen, sind die professionelle Abgrenzung und die Schnittstellen gegenüber anderen Gesundheitsberufen klar zu definieren. Wir werden uns bestimmt auf fachlicher Ebene einigen, doch viele Themen spielen sich auf Ebene der Wertschätzung ab. Das kann gesetzlich nicht verankert werden. Darüber hinaus hat der Pflegeberuf sehr viele Facetten und Ausbildungs- und Erfahrungsunterschiede dürfen nicht nivelliert werden. Wir werden künftig immer mehr Pflegeexperten für unterschiedliche Spezialgebiete benötigen, die jedoch eine gemeinsame Grundausbildung haben müssen. Eine Herausforderung für das Spitalsmanagement werden jedenfalls die Pflegeassistenzberufe werden. Solange der extra- und intramurale Versorgungsauftrag nicht transparent ist und die Diskussion um die Verlagerung der Aufgaben zwischen Spitälern, Ambulanzen und dem niedergelassenen Bereich anhält, wird es schwierig sein, die richtige Zahl der Mitarbeiter in den Berufsgruppen mit der jeweils passenden Ausbildung zur Hand zu haben. Für die Pflege wäre es in diesem Zusammenhang auch wichtig, Möglichkeiten zu schaffen, die es uns erlauben, einfacher zwischen den extra- und intramuralen Berufsfeldern zu wechseln. Gerade erfahrende Mitarbeiter könnten im extramuralen Bereich viel von ihrem n Know-how einbringen! Und vice versa.

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POLITIK, VERWALTUNG & MANAGEMENT

Digital gesund werden u Die Krankenhaustechnik hat heute schon Lösungen parat, die „smart and safe“ – also einfach und sicher – bereitgestellt werden können. u Kann die digitale Vernetzung auch die physische Vernetzung in Form von Primärversorgungszentren fördern?

er an Innovation denkt, muss im Zeitalter von Informations- und Kommunikationstechnologien auch an eine digitale Vernetzung denken. „Das eine ohne das andere ist praktisch nicht möglich, denn die Digitalisierung ist längst kein Zukunftstrend oder kurzfristiger Hype, sondern im Hier und Jetzt ein realer Bestandteil unseres privaten und beruflichen Alltags, auch im Gesundheitswesen“, bringt es Prof. Dr. Arno Elmer, Leiter der Forschungsgruppe E-Health an der FOM, der Hochschule für Ökonomie und Management in Essen (D), auf den Punkt. Während in Spitälern oder Arztpraxen noch darüber nachgedacht wird, ob sich Investitionen in eine leistungsfähige IT überhaupt lohnen, will selbst der Patient und Verbraucher in anderen Branchen, wie zum Beispiel dem Bankwesen, auf den elektronischen Komfort gar nicht mehr verzichten.

Was es gibt, wird genutzt Warum die E-Health-Rakete dennoch nicht abhebt, hat wohl wieder einmal viele – und durchaus komplexe – Gründe, die

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Wer sorgt für die Verzögerungstaktik? „E-Health hat weit weniger mit Technik zu tun, sondern ist ,enabler‘ von Abläufen, setzt aber voraus, dass sich die Verantwortlichen mit diesen Prozessen auseinandersetzen“, so Elmar. Warum es dennoch nicht geht, hat viele Gründe fernab jeder Technik: unterschiedliche Interessensgruppen, der politische Wille, unterschiedliche technische Systeme, hohe Datenschutzanforderungen, offene Finanzierungsfragen, fehlende Akzeptanz, „bewährte“ Insellösungen und vielleicht auch ein fehlender Handlungs- und Leidensdruck. „Gesund werden geht digital einfach besser“, fasst Elmar zusammen. Ärztecallcenter oder die Übermittlung von Röntgenbildern sind nur einige Beispiele dafür, dass die Technik bereits Lösungen parat hätte, die durchaus auch „smart and safe“ bereitgestellt werden können.  n Quelle: E-Health Forum, Keynote, Business Circle, Wien 2015

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überall, aber nicht in der technischen Umsetzung liegen, denn: „Technisch ist mittlerweile alles denkbar, in der praktischen Umsetzung hinken wir noch hinterher. Wir reden heute im Gesundheitswesen von Techniken, die in anderen Branchen vor 20 Jahren schon im Einsatz waren“, ist Elmer überzeugt. Dass die Digitalisierung auch ein Problemlöser für viele im Gesundheitswesen scheinbar unlösbare Herausforderungen sein könnte, liegt für den Experten auf der Hand: „Knappe Ressourcen, demografischer Wandel oder die wachsenden Patientenansprüche könnten mithilfe von E-Health-Anwendungen rasch in den Griff zu bekommen sein.“ Die Frage des Datenschutzes ist längst keine mehr, denn wo Lösungen da sind, den Alltag einfacher zu machen, werden sie auch genutzt – im äußersten Fall auch ohne Anbindung an das offizielle Krankenhausdatenbank-System. Das Gleiche gilt auch für Patienten: Wem ist es zu verdenken, dass er sich bei Dr. Google informiert, wenn der nächste Arzttermin erst in ein paar Wochen frei ist?


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POLITIK, VERWALTUNG & MANAGEMENT

E-Trend macht kompetent u Nach Angaben eines aktuellen WHO-Berichts wächst die Nachfrage nach E-Health-Lösungen in Europa. u So sollen sich auch die Leistungen im öffentlichen Gesundheitswesen verbessern.

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er aktuelle WHO-Bericht „Von der Innovation zur Umsetzung – E-Gesundheit in der Europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO)“ untersucht die Trends im Bereich der elektronischen Gesundheit und enthält Fallbeispiele von Erfolgsgeschichten in einzelnen Ländern, die die prak-

Vorteile auf einen Blick u 9 3 % der Mitgliedstaaten (42 Länder) haben staatliche Mittel für

Programme im Bereich E-Gesundheit bereitgestellt. u 8 1 % der Mitgliedstaaten (35 Länder) geben an, dass ihre Gesundheits­ behörden und -einrichtungen im Rahmen von Gesundheitskampagnen die sozialen Medien nutzen, um gesundheitsbezogene Botschaften an die Bürger zu vermitteln. u 9 1 % der Mitgliedstaaten (40 Länder) berichten, dass die Bürger und die Kommunen die sozialen Medien dazu nutzen, sich über Gesundheits­themen zu informieren. u 8 1 % der Mitgliedstaaten geben an, über keine staatliche Politik zur Regelung der Nutzung der sozialen Medien im Gesundheitsbereich zu verfügen, sodass diese Nutzung auf einer sehr informellen und ungeregelten Grundlage erfolgt. u 8 0 % der Mitgliedstaaten verfügen über gesetzliche Vorschriften zum Schutz der Privatsphäre individueller gesundheitsbe­ zogener Daten in elektronischen Patienten­ akten, das ist ein Anstieg um fast 30 % seit 2009. u 7 3 % der Mitgliedstaaten (33 Länder) verfügen nicht über eine Behörde, die für die regulatorische Aufsicht über mobile Gesundheits-Apps in Bezug auf Qualität, Sicherheit und Zuverlässigkeit zuständig ist. u 3 8 % der Mitgliedstaaten (17 Länder) müssen erst noch eine spezielle Politik oder Strategie im Bereich Telemedizin einführen. Die Daten aus dem Bericht sind in vollständig interaktiver Form beim Europäischen ­Gesundheitsinformationsportal-Portal http://portal.euro.who.int erhältlich.

tische Anwendung von E-Gesundheit in unterschiedlichen Umfeldern veranschaulichen. Der Begriff „E-Gesundheit“ umfasst alle Aktivitäten, bei denen das elektronische Medium dazu genutzt wird, für die Gesundheit relevante Informationen, Hilfsmittel und Leistungen bereitzustellen. Er schließt eine Vielzahl von Bereichen ein, darunter elektronische Patientenakten, Telemedizin, mobile Gesundheitsdienste (M-Gesundheit) und die gesundheitsbezogene Nutzung von Online-Lernen, sozialen Medien, Gesundheitsanalytik und dem Komplex Big Data.

Chance nicht verpassen In den meisten Mitgliedstaaten gehört es inzwischen zum Alltag, dass bei der Erbringung von Gesundheitsleistungen moderne Technologien zum Einsatz kommen, etwa die elektronische Patientenakte. Die Autoren orten deutlich einen generellen Trend zu einem strategischen Engagement, auch wenn manche Länder noch über unzureichende oder gar keine Steuerungsstrukturen, Rechtsvorschriften oder Rechtsschutzbestimmungen verfügen. Dies kann auf der einen Seite dazu führen, dass Chancen verpasst werden und Effizienzdefizite entstehen. Andererseits – so sind sich die Autoren einig – kann damit der Bereich EGesundheit anfällig für kommerzielle Begehrlichkeiten werden. Doch trotz zahlreicher ermutigender Fortschritte geht aus dem Bericht eindeutig hervor, dass E-Gesundheit innerhalb der Europäischen Region noch sehr ungleichmäßig verteilt ist. Zur Verwirklichung der Grundsatzziele von „Gesundheit 2020“ sind Regelung der Finanzierung und Kostenerstattung sowie festgelegte Normen für den Bereich EGesundheit erforderlich. Gesundheitsanalytik und Big Data bergen nach Einschätzung der WHO ein erhebliches Potenzial für mehr Gesundheit, das aber nicht schnell genug erforscht wird. Gegenwärtig haben nur sechs Länder ein nationales Konzept oder eine Strategie für die Regulierung der Nutzung von Big Data im Gesundheitswesen entwickelt und nur wenige Länder verfügen über Regelungen in Bezug auf die Nutzung durch Privatunternehmen.  n

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Dr. Monika Ploier Rechtsanwaltskanzlei CMS Reich-Rohrwig Hainz

SERIE: Fragen aus der Praxis Teil 3

Nadelstichverordnung im Praxistest Ein Turnusarzt ist für die Blutentnahme auf der Bettenstation zuständig. Er verbiegt vor der Blutentnahme die Nadel, um die Vene leichter zu treffen. Nach der Blutentnahme kann der Sicherheitsmechanismus allerdings wegen der gebogenen Nadel nicht mehr einrasten. Ein Medizinprodukteberater wird Zeuge dieser Vorgehensweise und weist den Turnusarzt mündlich auf die fehlerhafte Anwendung hin. Der Turnusarzt wird zu einem Notfall gerufen und muss weg, antwortet jedoch noch, dass das die gängige Vorgangsweise wäre. Die gebogene, verwendete Nadel bleibt ungeschützt in der Nierentasse beim Patientenbett liegen. Das Reinigungspersonal, ein Kollege, eine Pflegefachkraft verletzt sich beim Entsorgen des Produktes. Welche Folgen hat dieses Verhalten für den Turnusarzt? Der Turnusarzt selbst kann belangt werden, wenn er trotz Aufklärung und nachweislicher schriftlicher Aufforderung durch den Arbeitgeber oder das Arbeitsinspektorat gegen die Anforderungen des ASchG oder die dazu erlassenen Verordnungen verstößt. Der Turnusarzt macht sich strafbar, wenn er entgegen der Unterweisung und den Anweisungen des Arbeitgebers Arbeitsmittel nicht ordnungsgemäß benutzt und dadurch eine Gefahr für andere Arbeitnehmer herbeiführt. Der Turnusarzt hat erklärt, dass ihm diese Vorgehensweise als gängige Vorgehensweise mitgeteilt wurde. Da der Arzt in Ausbildung den Anweisungen bzw. Einschulungen seiner Vorgesetzten grundsätzlich vertrauen darf, ist fraglich, ob er Kenntnis davon haben muss, dass diese Vorgehensweise unzulässig ist. Von einem dienst- bzw. berufsrechtlichen Verstoß kann daher nur dann ausgegangen werden, wenn der Turnusarzt nachweislich geschult wurde, dass eine solche Vorgehensweise unzulässig ist. Welche Folgen hat es für den Krankenanstaltenträger? Der Krankenanstaltenträger muss in dieser Situation darauf vorbereitet sein, beweisen zu können, dass der richtige Umgang geschult wurde bzw. die Information an die Mitarbeiter weitergegeben wurde – beides muss in schriftlicher Form vorliegen. Wie ist der Punkt der fehlenden sicheren Entsorgung zu beurteilen? Auf Grundlage von § 4 Abs 2 Z 3 NastV ist es wichtig, dass der Anwender eines Sicherheitsproduktes dieses nach dessen Verwendung unmittelbar in die dafür vorgesehenen gelben, durchstichsicheren Abwurfboxen entsorgt. Hinsichtlich der Entsor-

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gungspflicht liegt ein Verstoß des Arbeitgebers nur dann vor, wenn der Arbeitgeber organisatorisches Verschulden hat bzw. die notwendigen Vorkehrungen nicht getroffen hat, wie beispielsweise das Aufstellen von Behältern zur Entsorgung der Nadeln, bzw. auch seiner Informationspflicht nicht nachgekommen ist.

Für den Fall, dass sich jemand an der Nadel verletzt: Welche Folgen hat das? Wenn ein Dienstnehmer durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit geschädigt wird, so haftet der Dienstgeber für Körperschäden, jedoch nur bei Vorsatz. Die gesetzliche Unfallversicherung ist für die Unfallheilbehandlung, Rehabilitationen von Versehrten und für die Entschädigung nach Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten zuständig. Wenn ein Dienstnehmer durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit geschädigt wird, so haftet der Dienstgeber für Körperschäden, die vorsätzlich zugefügt wurden. Kann der Verursacher nicht ermittelt werden, sind ein Schadenersatzanspruch und somit auch ein Schmerzengeldanspruch ausgeschlossen, allerdings kommt die gesetzliche Unfallversicherung für die Schäden auf. Liegt durch den Sachverhalt ein Verstoß des MPG vor? Nein, denn laut §70 Abs 1 MPG kommt ein fehlerfreies Medizinprodukt zum Einsatz, das erst später fehlerhaft wird. Dieser Fehler ist kein Systemfehler, sondern von einer dritten Person verursacht. Hier gilt es, in den weiteren Schritten zu klären, ob der Turnusarzt hier auf Anweisung eines Ausbilders agiert oder eigenmächtig handelt. Geklärt muss auch werden, ob der Turnusarzt oder der Ausbilder für den sachgemäßen Umgang mit diesem Medizinprodukt geschult wurde. n


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ISO 13485:2016:

Neuer Standard für Medizinprodukte u Mit der ISO 13485 steht ein Standard für den Nachweis eines wirksamen Qualitätsmanagementsystems für Medizinproduktehersteller zur Verfügung. u Die zertifizierten Organisationen haben maximal drei Jahre Zeit, auf den neuen Standard umzustellen.

© Tobilander – Fotolia.com

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ie ISO13485:2003, die voraussichtlich noch bis Juni 2016 gültig ist, regelt Managementsysteme in Organisationen, die Medizinprodukte entwickeln, herstellen und vermarkten. Mit der Version aus 2016 fallen nun auch Organisationen in den Geltungsbereich dieser Norm, die Medizinprodukte lagern, installieren und bereitstellen, technischen Service anbieten sowie Zulieferer und Servicedienstleister sind. Der neue Standard kann somit für alle Organisationen angewandt werden, die im Rahmen ihrer Funktion im Lebenszyklus eines Medizinproduktes die Konformität mit den anwendbaren Kundenanforderungen und Gesetzen nachweisen müssen. Der derzeit gültige Rechtsrahmen für Medizinprodukte in Europa besteht aus der Richtlinie 90/385/EWG für aktive implantierbare Medizinprodukte, 93/42/EWG für Medizinprodukte sowie 98/79/EG für In-vitro-Diagnostika. Damit sind alleine in Österreich rund 500.000 verschiedene Produkte, vom Fieberthermometer bis hin zum Herzschrittmacher, geregelt. Die Struktur der Richtlinien stammt aus den 90er-Jahren, als

Änderungen auf einen Blick uD  ie Themen Entwicklungsverifizierung und Entwicklungsvalidierung sind neu und umfangreicher formuliert.

uW  ährend bisher der Fokus auf dem Produktrisiko lag, ist nun auch ein

risikobasierter Ansatz für die Änderungen von Unternehmensprozessen gefordert. u C omputersysteme und deren korrekte Arbeitsweisen sind umfassender geregelt. So ist nun etwa eine Softwarevalidierung von elektronischen Qualitätsmanagementsystemen gefordert. u U nternehmen müssen die Kompetenz ihrer Mitarbeiter nachweisen und sicherstellen, dass sich die Mitarbeiter über ihren Beitrag zur Erreichung der Qualitätsziele bewusst sind.

Die Mitarbeiter müssen wissen, welche Rolle sie selbst im ­Qualitätsmanagement spielen.

man mit dem sogenannten „New Approach“ den freien Warenverkehr innerhalb der Union bei gleichzeitig hohem Sicherheitsniveau gewährleisten wollte. Jedes Produkt muss einer Konformitätsbewertung unterzogen werden: bei niedrigem Patientenrisiko durch den Hersteller selbst und bei Produkten mit höherem Risiko durch unabhängige, von den Behörden der Mitgliedsstaaten benannte Prüfstellen, den Notified Bodies. Im Rahmen der Konformitätsbewertungsverfahren wird festgestellt, dass der Medizinproduktehersteller mit seinem Produkt die jeweils anwendbare Richtlinie sowie die aktuell gültigen harmonisierten Normen erfüllt. Eine zentrale Norm stellt dabei die ISO 13485 „Medizinprodukte – Qualitätsmanagementsysteme – Anforderungen für regulatorische Zwecke“ dar. Dieser Standard regelt den Aufbau und die Inhalte eines Managementsystems für Medizinproduktehersteller, und jetzt neu auch für n alle Organisationen in der Wertschöpfungskette.

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batteriebetriebene Pumpen setzen die in das Inlay eingebetteten Arterien und Venen unter pulsatilen, konstanten Fluss und ermöglichen so eine stromunabhängige, unkomplizierte Anwendung. Gefäße und Inlay können beliebig oft ersetzt werden, um den mehrmaligen Gebrauch der Box zu ermöglichen. Das inkludierte chirurgische Besteck und Nahtmaterial machen die Trainingsbox komplett.  www.the-vi-box.com, www.vascular-international.org

Die Lupenbrille von SurgiTel hat die perfekte Passform für den Anwender. Die Microlupen bestechen durch hohen Tragekomfort, die Vergrößerung sowie ein erweitertes Sichtfeld und hohe Tiefenschärfe. Besonders beeindrucken die Microlupen durch ihr geringes Gewicht: 2,5-fach nur 12 g und 3,0-fach nur 18 g. Mittels spezieller Bearbeitung bleiben trotz geringer Größe und geringem Gewicht das große Arbeitsfeld und die exzellente Tiefenschärfe erhalten. Neu sind jetzt auch Prismenlupen, die in 3,0-facher und 3,5-facher Vergrößerung in der ultraleichten Micro-Version erhältlich sind. Alle Modelle sind kompatibel mit den Odyssey LED-Lichtern oder GSC Kaltlicht. www.medosaustria.at, www.surgitel.at 

Neue Abteilung für UltraschallEndoskopie-Sondenreparatur

Kleinster chirurgischer Skill Trainer

© VASCULAR INTERNATIONAL

Das Schweizer Unternehmen VASCULAR INTERNATIONAL (VI) entwickelte gemeinsam mit Gefäßchirurgen des Wilhelminenspitals Wien ein lebensnahes Simulationsmodell für die gefäßchirurgische Ausbildung: „the-vi-box“. Chirurgische Fertigkeiten wie etwa Methoden der Gewebepräparation und -rekonstruktion inklusive arterieller und venöser Eingriffe können mithilfe der „vi-box“ trainiert werden. Die kompakte Trainingsbox ist mit einem synthetischen und zugleich lebensechten Gewebeteil (Inlay), das auch ultraschalltauglich ist und verschiedene Gewebetiefen simulieren kann, ausgestattet. Zwei

Übungen am Tierpräparat gehören mit der vi-box von VASCULAR INTERNATIONAL der Vergangenheit an.

Das neue 3M Littmann Cardiology IV Stethoskop bietet eine hervorragende Akustik. pelschlauchsystem besteht aus einem optimierten Material ohne Naturkautschuk-Latex und Phthalate. Es hat eine längere Lebensdauer und ist beständiger gegen Hautöle und Alkohol. Das Bruststück wurde ästhetisch harmonischer gestaltet. www.3M.com/at/Littmann 

Schneller Service und höchste Reparaturqualität: Das verspricht die neue Ultraschall-Endoskopie-Sonden Abteilung des europäischen Marktführers für Sondenreparatur MIDES. Seit Jahresbeginn beschäftigt sich ein eigenes Team aus hochspezialisierten Mitarbeitern im Grazer Headquarter mit der Entwicklung und dem Ausbau der herstellerunabhängigen Reparatur von Ultraschall-Endoskopie-Sonden. Die von MIDES angewendeten Analyseprozesse, Reparaturverfahren und Werkzeuge gelten als wegweisende Instrumente in der Ultraschall-Endoskopie-Sondenreparatur und ermöglichen es dem Unternehmen, die bislang kaum reparablen Sonden in höchster Qualität wieder instand zu setzen. www.mides.com 

VACUETTE® Barcode Röhrchen

Neue Materialien, neues Design

GeT online – die neue Microsite von Greiner Bio-One

Mit noch besserer Akustik und überarbeitetem Design überzeugt das neue 3M Littmann Cardiology IV Stethoskop. Vor allem schwer zu hörende Hochfrequenztöne lassen sich damit leichter erfassen. Das kommt nicht nur Kardiologen, sondern etwa auch Pneumologen und Internisten zugute. Die Dual-Frequency-Technologie des Stethoskops erlaubt den Wechsel zwischen hohen und tiefen Frequenzen durch einfache Steuerung des Anpressdrucks, egal ob die große oder die pädiatrische Seite des Bruststücks verwendet wird. Die einteilige Membran mit ihrer glatten Oberfläche lässt sich einfach desinfizieren und anbringen. Durch Austausch der Membran auf der pädiatrischen Seite gegen einen Kälteschutzring entsteht ein offener Trichter. Das integrierte Dop-

Unter dem Slogan „GeT Perfect“ startet Greiner Bio-One die europaweite Promotion der Greiner eHealth Technologies-Lösung – GeT. GeT kombiniert modulare und flexible Softwarelösungen mit den Vorteilen von vor-barcodierten VACUETTE® Röhrchen. Ziel ist es, die Effizienz der Routineabläufe im und rund um das Labor zu steigern. Die Seite informiert über Events, Referenzkunden sowie Studienmaterial. Referenzkunden berichten in Form von „Testimonials“ über ihre Erfahrungen. Videos und Animationen geben Auskunft über die Vorteile und zeigen Arbeitsabläufe. In Summe erhält der User in kompakter Form alle Erstinformationen, die er für das Einleiten weiterer Schritte benötigt.  www.gbo.com/get

© Greiner Bio-One

Die Leichtigkeit des Sehens

© 3M

PRODUKTE & ANBIETER

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PRODUKTE & ANBIETER

Firmenporträt: ASKIN & CO

Kontinuität und Wandel ASKIN & CO wurde im Jahr 1979 gegründet und hat sich zu einem führenden Unternehmen im Bereich der Ophthalmologie entwickelt. Gründer KommRat Ing. Herbert Lugbauer übergibt nun die Geschäftsleitung an seine Kinder Mariella und Ralph. nicht, daher bin ich damals in die erste Telefonzelle gegangen, die mir in der damaligen Tschechoslowakei untergekommen ist, habe dort das Telefonbuch aufgeschlagen, um die Adressen und Telefonnummern von den Krankenhäusern zu bekommen, die ich dann abgefahren bin. Mir ist damals allerdings auch aufgefallen, dass der Unterschied auf der ärztlich-wissenschaftlichen Ebene erstaunlich gering war, auch wenn sich der Rückstand deutlich in der verfügbaren Gerätetechnologie ausdrückte. Darin lag die große Chance.

Familienbetrieb mit Tradition: Ralph, Mariella und KommR. Ing. Herbert Lugbauer (v.li.)

D

er Gesamtanbieter für Ordinationen und Krankenhäuser, insbesondere im Bereich der Ophthalmologie, verfügt über ein breites Produktportfolio, mit dem komplette Augenabteilungen in Krankenhäusern sowie Ordinationen geplant und eingerichtet werden können. Das Vertriebsgebiet von ASKIN & CO umfasst neben Österreich noch Teile von Zentral- und Osteuropa sowie Russland inklusive der GUS-Staaten. Ein Rückblick und Ausblick mit KommR. Ing. Herbert Lugbauer.

Sie blicken auf mehr als drei Jahrzehnte an der Spitze des Unternehmens zurück. Wie gelang der Start? Eines vorweg: Das Auge hat mich schon immer fasziniert, das Sehen als einer unserer elementarsten Sinne, das Zusammenspiel zwischen Auge und Gehirn. Meine Karriere begann dabei mit einer Revolution in der Augenheilkunde: der modernen Kataraktchirurgie, der Implantation von Intraokularlinsen. Aus einem konservativen wurde damals praktisch über Nacht ein hochtechnologisches chirurgisches Fach. Das eröffnete neue Möglichkeiten. Und ich war von Anfang an dabei. Sie waren auch einer der Pioniere in Osteuropa. Im Vergleich zu heute war das wohl ein Wagnis? Als Wagnis habe ich es nie empfunden, dennoch ist der Unterschied enorm. Für eine Geschäftsreise nach Bratislava, eine Autostunde von Wien entfernt, musste man eine Übernachtung einplanen. Man brauchte ein Visum, stand stundenlang an der Grenze wegen der Zollkontrollen. Handy oder Internet gab es

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Was waren rückblickend für Sie die wichtigsten Meilensteine? Stolz macht mich die Kontinuität, dass wir die Entwicklung zu einem marktführenden Unternehmen trotz des harten Wettbewerbs durchgestanden haben und dass es uns gelungen ist, immer wieder Hochtechnologie als Erste nach Österreich zu bringen. Der Bogen spannt sich dabei von der Katarakt- und Glaskörperchirurgie über die Lasertechnik bis hin zu der heute hochaktuellen bildgebenden Diagnostik in der Augenheilkunde. Gab es auch Krisen? Durch unsere internationale Tätigkeit treffen uns auch globale Finanz- und Wirtschaftskrisen. Durch die 1998 einsetzende erste Rubelkrise machten wir damals praktisch ein Dreivierteljahr lang null Umsatz in Russland. Wir haben dennoch alle zwölf Mitarbeiter in Moskau behalten, das hat das Vertrauen unserer russischen Kunden und Partner nachhaltig gestärkt. Wie erleben Sie den den Konkurrenzdruck? Wir haben über die Jahre ein Produktportfolio von 78 international renommierten Produzenten aufgebaut, das vom OP-Tupfer bis zur Planung und Lieferung schlüsselfertiger Krankenhäuser reicht. Somit bieten wir im Allgemeinen ein breiteres Spektrum als die meisten Großkonzerne. Und das wird auch so bleiben. Ein Schwerpunkt ist die Modernisierung von Krankenhäusern in Zentralasien, unserem Wachstumsmarkt. Für die Zukunft zeichnen sich etwa in der bildgebenden Diagnostik neue, revolutionäre Entwicklungen ab. Mit unseren ausgewählten Lieferanten können wir sicherstellen, dass wir weiter die Markt- und Themenführerschaft besitzen werden. n www.askin.co.at


PRODUKTE & ANBIETER

Firmenporträt: Zimmer Biomet

Komplettlösungen für ­Implantate Ob es darum geht, einen Berg zu besteigen oder schmerzfrei zu gehen – Zimmer und Biomet haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam mit Gesundheitsexperten die Lebensqualität für Patienten zu verbessern.

Ü

ber 820.000 Hüften, 340.000 Trauma-Implantate und 670.000 Halbfabrikate pro Jahr sind nur einige der beeindruckenden Zahlen, die Zimmer Biomet charakterisieren. In der Produktion von Hüft-, Knie-, Schulter-, Ellenbogen-, Hand-, Finger-, Wirbelsäulen- und Trauma-Implantaten werden 200 Tonnen Titan und Titanlegierungen, 100 Tonnen Chrom-Kobaltlegierungen, 40 Tonnen Polyethylen und 60 Tonnen rostfreier Stahl jährlich verarbeitet. Vor rund einem Jahr haben die Medizinprodukte-Unternehmen Zimmer und Biomet bekanntgegeben, dass sie zwei der renommiertesten Marken in den Bereichen Gelenkersatz, Knochenheilung und Zahnimplantate zusammenführen. Seither hat Zimmer Biomet die Messlatte in diesem Bereich hoch gelegt und verfügt auf dem Gesundheitsmarkt über das umfassendste

IM GESPRÄCH Mag. Thomas Rabara, Geschäftsführer Zimmer Biomet Austria Wo liegen in den nächsten drei Jahren Ihre wesentlichen Ziele? Die größte Herausforderung ist die Integration der beiden Unternehmen Zimmer und Biomet mit dem Ziel, für unsere Kunden einen starken Partner am Markt zu etablieren. Wo liegt dabei aus Ihrer Sicht das größte Potenzial? Unser größtes Potenzial sind unsere bestens ausgebildeten Mitarbeiter, die durch den Zusammenschluss von Zimmer und Biomet nun ihr Wissensgebiet auch verdoppelt haben.

Angebot an Komplettlösungen für Patienten – vom frühen Eingriff bis hin zur Revision. 18.000 Mitarbeiter weltweit in mehr als 100 Ländern erwirtschaften einen Umsatz von 8 Milliarden US-Dollar. In Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten, Europa und Asien wird an einem Portfolio von mehr als 3.700 Patenten gearbeitet. Europäische Produktionsstätten sind in der Schweiz, England, Irland, Frankreich und Deutschland. Der Hauptsitz der EMEA-Organisation (Europa, Naher Osten und Afrika) liegt in Winterthur (CH) und Dordrecht (NL). n Zimmer Biomet Austria Breitwies 1,5303 Thalgau Großmarktstraße 7a,1230 Wien www.zimmerbiomet.com

Was sind derzeit die größten Herausforderungen auf dem Markt der Medizinprodukte? Der Kostendruck im Gesundheitswesen ist längst nicht nur politische Diskussion, sondern spürbare Realität in den Gesundheitseinrichtungen. Wir sind massiv von einem Preisdruck betroffen, der uns zwingt, die Preise der hochwertigen Produkte weiter zu reduzieren. Hohe Qualität und Kundenservice haben auch ihren Preis. Hier eine Balance zu finden, ist sicherlich eine große Herausforderung unter den derzeitigen Bedingungen. Wie begegnen Sie diesen Rahmenbedingungen? Unser Anspruch war und ist, nicht nur das zu erkennen, was jetzt gerade möglich ist, sondern auch die Zukunft mit all ihren Möglichkeiten zu entdecken. Tagtäglich steht die Optimierung der Gesundheitsversorgung im Bereich des Muskel-Skelett-Systems für uns im Fokus. Gemeinsam mit medizinischen Fachkräften meistern wir Herausforderungen für hervorragende Behandlungsergebnisse im Sinne der Patienten. Es geht nicht nur um das, was wir machen, es ist das, was wir möglich machen.

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KONGRESSE 1. ASQS Symposium 20. September 2016, Graz Der Nutzen von Qualitäts- und Risikomanagementsystemen (QM/RM) steht im Mittelpunkt des 1. Symposiums der Österreichischen Fachgesellschaft für Qualität und Sicherheit im Gesundheitswesen. QM- und RM-Systeme werden aus der Sicht eines Ärztlichen Direktors sowie der Patientenanwaltschaft beleuchtet und die Kosten versus Nutzen aus der Sicht eines Krankenhausträgers abgewogen. Die Kommunikation rund um die Systeme rundet das Programm ab. www.asqs.at

E-Health Forum

20.-21. Oktober 2016, Wien Die Konferenz zur Digitalisierung im Gesundheitswesen bringt Anwender, Entscheidungsträger und Lösungsanbieter zusammen. Die Schwerpunkte des E-Health Forums 2016 sind

die Realisierung der ELGA und der E-Medikation, ELGA und E-Health in der Radiologie und im Labor sowie Telemedizin und Telemonitoring in der Anwendung. www.businesscircle.at

AIC 2016

29. September – 1. Oktober 2016, Innsbruck Unter dem Motto „Anästhesiologie und Intensivmedizin im Spannungsfeld von Menschlichkeit und Ökonomie“ findet heuer die Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin statt. Am 1. Oktober 2016 finden das „Symposium der Arbeitsgruppe Regionalanästhesie und der Austrian Regional Anaesthesia Group“ und der Austrian Patient Safety Course sowie der Refresher für alle Ärzte in Ausbildung statt. Ein Notarzt-Refresherkurs gemäß § 40 (3) ÖÄK wird ebenfalls wieder angeboten werden. www.oegari.at

60. Österreichischer HNO-Kongress 2016 14.-18. September 2016, Villach

Mit dem Kongress hat die Österreichische Gesellschaft für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie ein wissenschaftlich attraktives und klinisch-praktisch interessantes Kongressprogramm zusammengestellt. Alle wichtigen Bereiche des HNO-Fachgebietes werden abgebildet: Von der pädiatrischen HNO-Heilkunde über die Otologie, die Rhinologie, die Laryngologie, die Phoniatrie, die Onkologie und die Allergologie bis hin zu einigen speziellen Bereichen, wie etwa dem Gutachterwesen, werden wichtige Entwicklungen im Fach dargestellt und diskutiert werden. Um den Kongress auch für Gäste und Teilnehmer aus dem Ausland attraktiv zu machen und den Austausch mit Fachkollegen aus den benachbarten Ländern zu erleichtern und zu fördern, wird ein International Forum in englischer Sprache Teil des Kongressprogramms sein. www.hno.at

Einladung 7. Jahrestagung Kontinenz im Lebenswandel

20.10.2016, Linz, Auf der Gugl

KSB

Kontinenz-Stoma-Beratung Österreich

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www.kontinenz-stoma.at

GS1 Healthcare Day 2016 Identifikation als Heilmittel Save the Date! 28.9.2016 www.gs1.at/hcday2016


KONGRESSKALENDER

t SEPTEMBER 2016

9.9.2016

5. NOTFALLSYMPOSIUM AKH Wien, www.atcardio.at

10.-14.9. 2016 CIRSE 2016, Barcelona www.cirse.org

22.-24.9.2016

47. JAHRESTAGUNG DER ÖGIM – Österreichische Gesellschaft für Innere Medizin, Wien www.oegim.at

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Management von Alten- und ­Pflegeheimen inkl. E.D.E.-Zertifikat

24.9.2016

13. LINZER KONGRESS FÜR ALLGEMEINMEDIZIN Altes Rathaus Linz, www.medak.at

Start: 28. November 2016 Akademische/r Experte/in: 3 Semester berufsbegleitend, 60 ECTS, Abschlusszeugnis und E.D.E.-Zertifikat, € 9.500,-Master of Science (MSc): 4 Semester berufsbegleitend, 90 ECTS, Abschlusszeugnis und E.D.E.-Zertifikat, € 11.900,-Master of Business Administration (MBA): 6 Semester berufsbegleitend,120 ECTS, Abschlusszeugnis und E.D.E.-Zertifikat, € 14.900 Informationen unter: www.donau-uni.ac.at/heimleitung

t OKTOBER 2016

30.9.-1.10.2016

20. HERBSTTAGUNG DER KINDERKRANKENSCHWESTERN UND -PFLEGER, Innsbruck www.kinderkrankenpflege.at

Seminartitel

Termin

Veranstaltungsort

Medizinproduktegesetz einschließlich Novelle 2009

18. August 2016, 09:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

Medizinproduktegesetz *) für die Befähigungsprüfung (Rechtliche Rahmenbedingungen)

19.+20. August 2016, 09:00 – 17:00 Uhr bzw. 09:00 – 13:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

Medizinisches Basiswissen *) für die Befähigungsprüfung

22.+23. August 2016, jeweils 09:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

Medizinisches Basiswissen I

24.+25. August 2016, jeweils 09:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

AU G U S T

SEPTEMBER Erste Hilfe-Kurs (Auffrischung)

5. September 2016, 09:00 – 17:00 Uhr

Schulungsraum des Malteser Hospitaldienstes, Börseplatz 6, 1010 Wien

Erste Hilfe-Kurs (Betriebsersthelfer)

27.+28. September 2016, jeweils 09:00 – 17:00 Uhr

Schulungsraum des Malteser Hospitaldienstes, Börseplatz 6, 1010 Wien

Medizinisches Basiswissen II

3.+4. Oktober 2016, jeweils 09:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

Der schwierige Kunde kauft

5.+6. Oktober 2016, jeweils 09:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

Verhalten im OP

13. Oktober 2016, 09:00 – 16:00 Uhr

SMZ Ost Wien, Lehrsaal Orthopädische Abteilung

Medizinproduktegesetz Update Änderungen aufgrund Novelle 2009 für Absolventen MPG bis einschließlich Sommer 2009

14. Oktober 2016, 09:00 – 13:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

Workshop Vergaberecht in der Praxis

10. November 2016, 09:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

Medizinproduktegesetz, einschließlich Novelle 2009

22. November 2016, 09:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

OKTOBER

NOVEMBER © yurolaitsalbert – Fotolia.com

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4. GRAZER RISIKOTAG PatientInnensicherheit in der Praxis, Graz, www.klinikum-graz.at

SEMINARTERMINE

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21.9.2016

Info & Anmeldung: www.austromed.org *) Die schriftliche Prüfung wird am 20. September 2016 von der Meisterprüfungsstelle der Wirtschaftskammer Wien abgenommen. Die mündlichen Prüfungstermine finden je nach Kandidatenanzahl ab dem 10. Oktober 2016 statt. Es besteht die Möglichkeit, für die mündliche Prüfung einen Wunschtermin bei der Meisterprüfungsstelle zu deponieren. ACHTUNG: Mit der Anmeldung zu unseren Vorbereitungsveranstaltungen sind Sie nicht automatisch zur Befähigungsprüfung angemeldet. Eine gesonderte Anmeldung bei der Meisterprüfungsstelle der Wirtschaftskammer Wien ist bis 12. August 2016 erforderlich: Manfred Stolzer, Tel. 01 51450-2450 oder manfred.stolzer@wkw.at

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DABEI 57. Österr. Chirurgenkongress

MEDICA 2016 & COMPAMED 2016:

„Das Gesundheitswesen im Allgemeinen und die chirurgischen Fächer im Speziellen stehen vor wachsenden Herausforderungen“, stellte der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie Prof. Dr. Dietmar Öfner-Velano zur Eröffnung des diesjährigen Chirurgenkongresses fest. Nicht wenig verwunderlich daher, dass der roten Faden durch das umfangreiche Kongressprogramm dem Hauptthema „Leadership“ gewidmet war. Führungspersönlichkeiten sind nach Ansicht der Experten dringend gefragt, um Lösungen für die AUSTROMED-Geschäfts- vielfältigen Anforderungen – allen voran die Ressourcenknappheit – zu finden. Fragen der Qualiführer Mag. Philipp tät und Sicherheit wurden ebenso diskutiert wie Lindinger präsentierte die Arbeitszeitregelungen oder die kommenden die Änderungen der Änderungen der EU-Medizinprodukte-VerordEU-Medizinproduktenung, die von AUSTROMED-Geschäftsführer Mag. Verordnung. Philipp Lindinger vorgestellt wurden. Doch was steckt hinter der Forderung nach Führung, nach einem Alphatier, dem es sich zu folgen lohnt? Derartige Vorbilder gab es in der Chirurgie schon immer, wie etwa Theodor Billroth, Julius von Hochenegg oder Franz Schuh. Ihnen gemeinsam waren die Entschlossenheit, die Zuversicht und der Mut, mit dem sie Ziele verfolgten und Verantwortung übernahmen und – neuzeitlich formuliert – „Mitarbeiter zu Fans“ machten. Gerade in der Chirurgie ist der Anspruch besonders hoch, denn Chirurgen überschreiten tagtäglich Grenzen zwischen Leben und Tod, sind mit einer weitreichenden Patientenverantwortung konfrontiert und gezwungen, rasch und unter hoher körperlicher und psychischer Belastung Entscheidungen zu treffen. Die Autorität des Chirurgen im OP ist ungebrochen und gleichzeitig stellt sich die Frage, wie zeitgemäß das noch ist. Vor allem jüngere Mitarbeiter erwarten Autoritäten, aber auch Vorgesetzte, die auf Augenhöhe kommunizieren. Sie fordern klare Vorgaben, aber auch möglichst viel persönlichen Entfaltungsraum. Sie wollen Transparenz und klare Strukturen sowie vorgegebene Ausbildungspfade. Umso mehr müssen ältere Chirurgen Vorbilder, Mentoren und Kommunikatoren sein und weit mehr „bringen“, als nur hervorragende medizinische Expertise zu haben und gut operieren zu können. Doch für all diese emotionalen und persönlichen Skills fehlt vor allem eines: die passende Ausbildung. Ein Umstand, auf den es sich zu reagieren lohnt! In diesem Sinne dürfen wir gespannt sein, was der Chirurgenkongress 2017 bringen wird.

Wenn sich Mitte November in Düsseldorf wieder die Top-Entscheider der Gesundheitswirtschaft zur weltweit führenden Medizinmesse MEDICA 2016 treffen, werden sich fast 5.000 Aussteller aus gut 70 Nationen als unverändert innovationsfreudige Partner präsentieren – mit passgenauen Lösungen für die ambulante und stationäre Versorgung. Laut Europäischem Patentamt gab es auch im Jahr 2015 keinen Technologiebereich, aus dem weltweit so viele Patentanträge eingereicht wurden wie aus dem der Medizintechnik. Insbesondere „Wearables“ und Smartphones in Kombination mit speziellen Health-Apps, die auch durch den Patienten selbst angewendet werden können, haben das Potenzial, künftig zum unverzichtbaren Bestandteil der vernetzten Gesundheit zu werden. Unzählige Mobile Health-Anwendungen sind derzeit in der Entwicklung, wobei sich vieles um Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes sowie Therapie-Fernüberwachung dreht. Denn hier kann künftig bezogen auf die Patientenzahlen von einem besonders hohen Anwenderpotenzial ausgegangen werden. Ebenfalls im Fokus des Interesses bleibt die Big Data-Thematik. Im Kern geht es um die Zusammenführung und Auswertung enorm vieler Patientendaten, sodass daraus Erkenntnisgewinne hinsichtlich der Entstehung und der wirkungsvollen Therapie bestimmter Krankheiten gezogen werden können. Aber nicht nur Bits & Bytes bewegen die Gesundheitswirtschaft. Auch die Medizintechnik hat spannende Themen zu bieten. Aktuell sind vor allem Innovationen für die interventionellen Verfahren prägnant. Bei modernen OP-Verfahren ist „integriertes“ Vorgehen angesagt. Daten aus der bildgebenden Diagnostik fließen mit ein in die Steuerung chirurgischer Assistenzsysteme. Sie können mitunter sogar intraoperativ durch im OP vorhandene Bildgebungssysteme zusätzlich generiert werden, sodass der Eingriff präzise und schonend erfolgen kann. Hier stehen vor allem Fortschritte auf dem Gebiet der Endoskopie und der Instrumente für die minimalinvasive Chirurgie für großen Nutzen. Parallel zur MEDICA findet in diesem Jahr mit knapp 800 Ausstellern bereits zum 25. Mal die COMPAMED statt, eine international führende Markt- und Kommunikationsplattform für die Zulieferer der Medizintechnik-Industrie. Besonders im Trend liegen hier Mikrosystemtechnik-Lösungen für mobile Diagnostik-, Monitoring- und Therapiesysteme. In ihrer weltweit einzigartigen Kombination bilden MEDICA und COMPAMED die gesamte Prozesskette und das vollständige Angebot medizinischer Produkte, Geräte und Instrumente ab. Sie belegen zusammen das komplette Düsseldorfer Messegelände

© horak@AUSTROMED

Leadership in der Chirurgie wird immer wichtiger

Trend-Barometer eines dynamischen Marktes

14. – 17. November 2016, Messe Düsseldorf GmbH www.medica.de, www.compamed.de

Impressum: Herausgeber: AUSTROMED, Interessensvertretung der Medizinprodukte-­ Unternehmen, Bossigasse 24/7, A-1130 Wien, Tel: +43-1-877 70 12, Fax: +43-1-877 70 12-20, office@austromed.org,­ www.austromed.org. ­Verlag und Medieninhaber: MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH, S­ eidengasse 9/Top 1.1, 1070 Wien, www.medmedia.at. Projektleitung: Karin Duderstadt, k.duderstadt@medmedia.at, Tel: +431-407 31 11-29. Projektmanagement: Iris Mandl, i.mandl@medmedia.at, Tel: +43-1-407 31 11-706. Chefredaktion: Mag. Renate Haiden, MSc, haiden@­publishfactory.at. Redaktion: Dr. Jasmin Arrich, Mag. Barbara Pohl, Mag. Birgit Weilguni, Mag. Volkmar Weilguni, www.publishfactory.at, Tel: +43-2236-384 348. Lektorat: Mag. Birgit Weilguni, Mag. Barbara Pohl. Layout & DTP: ­creativedirector.cc­lachmair gmbh. Druck: ­Druckerei Berger, A-3580 Horn. Einzelbezugspreis: 9,50 EUR, Jahresabopreis: 45,– EUR. Grundsätze und Ziele: Informationen­über ­Branchen- und Produktneuigkeiten aus dem Bereich der Medizinprodukte. Allgemeine Hinweise: Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die persönliche und/oder ­wissenschaftliche ­Meinung des jeweiligen Autors wieder und fallen somit in den persönlichen Verantwortungsbereich des Verfassers. Mit „entgeltliche Einschaltung“ gekennzeichnete Bei­träge sind entgeltliche Einschaltungen gem. § 26 Mediengesetz und fallen in den Verantwortungsbereich des jeweiligen Auftraggebers. Medizinprodukte dürfen nur gemäß den Angaben in der zugehörigen Gebrauchs­anweisung eingesetzt werden, aus der auch die ausschließliche Zweckbestimmung des jeweiligen Produktes hervorgeht. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen Medieninhaber und Herausgeber keinerlei Haftung für drucktechnische und inhaltliche Fehler. Produkt- und Firmennews sind redaktionelle Beiträge, die in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Firmen erstellt werden. Ausgewählte Artikel dieser Ausgabe finden Sie auch unter www.medmedia.at ­­ zum Download. Hinweis: Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit v­ erzichten wir auf g­ eschlechtsspezifische Formulierungen. Bilder, die ohne Credit ausgezeichnet sind, wurden vom Autor, dem Interviewpartner oder dem jeweils beschriebenen Unternehmen beigestellt. Alle Rechte, insbesondere die Rechte der Vervielfältigung und Ver­breitung sowie der Über­setzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt, verwertet oder verbreitet werden. Die gesetzliche Offenlegung gemäß § 25 MedienG finden Sie unter www.medmedia.at/home/impressum.

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DAS SCHLUSSWORT

Werden Sie innovativ! „D

as war schon immer so“ – wer sich jetzt ertappt und leise nickt, sollte besser gar nicht weiterlesen. Denn wir suchen Menschen und Unternehmen, die als Innovationstreiber mit Produkten und Services das Gesundheitswesen weiterbringen wollen. Wer hingegen am Stand tritt und „ewig von gestern“ bleibt, wird dazu nicht viel beitragen. Es ist richtig, dass man zuerst die Vergangenheit verstehen muss, um die Zukunft zu gestalten, denn viele Innovationen sind moderne Interpretationen von Produkten und Leistungen, die es schon einmal gab. Und wer, wenn nicht die Anwender wie Ärzte oder Pflegepersonal, weiß am besten darüber Bescheid, welche Produkte und Leistungen helfen, den Spitals­ alltag einfacher zu machen. Gemeinsam können wir es schaffen, einen Innovationsprozess in Gang zu bringen, der schließlich alle weiterbringt: Patienten, Anwender und Medizinprodukte-Unternehmen. In Zeiten wie diesen ist vielen Mitarbeitern – vor allem in Krankenhäusern – die Motivation abhandengekommen, Ideen zu haben. Der Alltag ist mühevoll genug, Ressourcen sind knapp und erst recht die Zeit für den Patienten. Doch genau hier sind kreative Ideen gefragt, wie innerhalb des Vorhandenen kleine Ideen durch ihre Umsetzung vielleicht zu großen Innovationen werden können. Eine Innovation bringt immer eine signifikante Wertsteigerung und ist immer auch eine Winwin-Situation für alle Beteiligten. Ob wagemutige Pioniere, visionäre Manager oder kreativitätsfördernde Strukturen zum Erfolg führen, wird in der Fachwelt viel diskutiert. Fakt ist: Wer nicht anfängt, kommt auch nicht in die Gänge. Erste löbliche Vorstöße seitens der Politik in diese Richtung gibt es bereits, wie zum Beispiel die Life Science Strategie des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft. Auch das Positionspapier der Landesgruppen Niederösterreich, Wien und Burgenland der Industriellenvereinigung in Kooperation mit AUSTROMED beschäftigt sich mit Wegen, wie der Zugang der österreichischen Bevölkerung zu internationalen Innovationen im Gesundheitsbereich verbessert werden kann, wie durch Effizienz- und Effektivitätssteigerungen ein wesentlicher Beitrag zur Zukunftssicherung des Gesundheitssystems geleistet werden kann und wie die Produktion im Me-

dizinprodukte- und Pharmabereich in Österreich gestärkt werden kann. Ich beobachte, dass vor allem Spitäler und Krankenkassen mit der Begrifflichkeit „Innovation“ schwer umgehen können. Sie haben Angst, dass damit hohe Kosten verbunden sind, die das angespannte System nicht tragen kann. Innerhalb der festgefahrenen administrativen Strukturen ist es dann noch doppelt schwer, Innovationen schnell zu ihrer Anwendung zu bringen. Daher werden oft international bereits angewendete Innovationen in Österreich verspätet, stark eingeschränkt oder gar nicht beschafft bzw. erstattet. Die Folgen sind Nachteile für Patienten und Mehrkosten im System. Zudem stellt dies ein negatives Signal für den Innovationsstandort dar. Mein größter Wunsch ist daher, alle Beteiligten aufzurufen, sich ein „Out of the Box“ oder „Durch die Decke Denken“ zu erlauben. Das erfordert eine optimistische Grundeinstellung, dass es etwas Neues geben könnte, etwas Besseres, etwas Erstrebenswertes. Daher erfordert Innovation auch Mut. Und zwar den Mut, neue Ideen zuzulassen, sie zu prüfen und gegebenenfalls auch wieder zu verwerfen. Wer sich in der Organisation aus Angst vor dem Scheitern neuer Themen gar nicht annimmt und prüft, ob sie einen Mehrwert bringen, der wird auch einer innovativen Entwicklung nicht näherkommen können. Der Aufbau einer Innovationskultur benötigt Zeit und ist nicht nur in Medizinprodukte-Unternehmen ein Thema. Auch Krankenkassen oder Krankenhäuser haben damit die Chance, ihre Ressourcen sinnvoll und zukunftsorientiert einzusetzen. Nur so kann es uns gemeinsam gelingen, nicht nur immer „billiger“, sondern vor allem besser zu sein!

Ihr Gerald Gschlössl Präsident AUSTROMED

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Gerald Gschlössl Präsident AUSTROMED


Sunmed Medizintechnische Produkte GmbH Sanitätsfachhandel & Pflegebedarf

Jochen-Rindt-StraĂ&#x;e 25, A-1230 Wien Internet: www.sunmed.at - Email: office@sunmed.at 24-Stunden Hotline: +43 1 699 22 99, Fax: +43 1 253 3033 2464

Das Medizinprodukt 3 | 2016  
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