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ISSN 2223-1080

Radiologie P.b.b. GZ 09Z038040, „Das Medizinprodukt“, Seidengasse 9/Top 1.1, 1070 Wien

© iStockphoto.com/oonal

Hightech-Medizinprodukte für bessere Diagnose und Therapie

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14 | Telekardiologie Nutzen evident, ­Finanzierung umstritten 21 | Adipositas Wirksame Therapie erfordert interdisziplinären Ansatz 25 | Händedesinfektion Ein Mix aus Menge, Zeit, Wirksamkeit und ­Compliance ist gefragt


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Mag. Philipp Lindinger Geschäftsführer AUSTROMED UNVERZI

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Editorial

Wichtigstes Merkmal: ­Qualität! Qualität, Innovation und Sicherheit werden im Medizin­ produktebereich als wichtigste Parameter wahrgenommen. Dies ging aus einer Mitgliederbefragung des Markt- und Meinungsforschungsinstituts GfK im Auftrag der AUSTROMED klar hervor, das Ergebnis wurde im Rahmen der diesjährigen Hauptversammlung der AUSTROMED präsentiert. Der Qualitätsaspekt spielt dabei eine besondere Rolle, ist er doch das wichtigste Merkmal eines Medizinprodukts. Dem trägt auch Mag. Peter McDonald, Vorsitzender des Verbandvorstands im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Rechnung, indem er im Zuge seiner Keynote bei der AUSTROMED Hauptversammlung bekräftigte, dass „es wichtig ist, dass wir künftig mehr über den Nutzen diskutieren und nicht nur über Kosten. Gute Qualität kostet viel, schlechte Qualität kostet aber noch viel mehr!“

übernehmen. Die kommende EU-Medizinprodukte-Verordnung, die seit nunmehr drei Jahren diskutiert wird, wird in diesem Zusammenhang für mehr Klarheit sorgen. Die wirtschaftliche Lage wird in Hinblick auf Umsatz und ­Mitarbeiterzahl in den kommenden zwölf Monaten von der Branche – trotz veränderter Marktbedingungen und erhöhten Spardrucks – vorsichtig optimistisch gesehen, so das Ergebnis der Mitgliederumfrage. Das Prinzip Hoffnung wirkt!

Ihr Philipp Lindinger Geschäftsführer AUSTROMED

Die Innovationskraft unserer Mitglieder ist der Motor der ­Medizinprodukte-Branche. Rahmenbedingungen und Anreizsysteme müssen dazu geeignet sein, den Motor zumindest am Laufen zu halten, wenn nicht sogar die Drehzahl zu erhöhen – aufgrund intransparenter, innovationshemmender Erstattungsprozesse wird dies derzeit allerdings als gegenläufig wahrgenommen. Beim Begriff Sicherheit lässt sich der Bogen von der Patientensicherheit über die Versorgungs- und Produktsicherheit bis hin zur Standortsicherheit spannen. Allesamt erfordern einen kontinuierlichen Optimierungsprozess, dem sich die Mitglieder der AUSTROMED sowie die AUSTROMED selbst mit großem Engagement widmen und der sämtliche Player im Gesundheitswesen auffordert, diesbezüglich Verantwortung zu

ABO-Bestellungen und ­ Adressänderungen unter a.kogler@medmedia.at Tel.: 01 407 31 11-45

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© horak@AUSTROMED

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Fokus: Radiologie

Medizin & Wissenschaft

Wenn Unsichtbares sichtbar wird – Ein Streifzug durch die Radiologie 06 Vielfältigkeit entscheidet Prim: Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schima im Gespräch. 08 MRT: Versorgungsmangel vorprogrammiert? 09 Produktradar: Ultraschallgeräte 10

Videobasierter Kopfimpulstest überholt MRT 12 Interventionelle Schlaganfallbehandlung 13 Home Monitoring: Nutzen evident, Finanzierung umstritten 14 News aus Medizin & Wissenschaft 18 Adipositas im Visier 21 Ausbildungsstandards in der Shunt-Chirurgie 22 Händedesinfektion = Menge + Zeit + Wirksamkeit + Compliance 25

Allgemeines Produktnews Firmenportrait: Meierhofer Firmenportrait: Rehagrip Kongresse & Termine Schlusswort Impressum  4 Das Medizinprodukt 03/15

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Inhalt

Schmutzige Hände – eines der Top-Risiken im Gesundheitswesen Händehygiene: Awareness schaffen, ­Compliance fördern Sicher und Sauber: Reinraumpioniere gefragt Reine Räume, reine Wäsche

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Politik, Verwaltung & Management

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Branchennews Kreative Versorgungskonzepte gefragt Produktradar: Krankenzimmerausstattung Gastkommentar von Mag. Peter McDonald

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Pflege & Home Care Pioniergeist in der freiberuflichen Pflege

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Alle Beiträge jetzt auch online unter

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© iStockphoto.com/skynesher

Fokus: Radiologie

120 Jahre Radiologie: ­

Wenn Unsichtbares sichtbar wird u Die Radiologie ist wie kaum eine andere medizinische Disziplin überaus technikaffin und -getrieben sowie gleichzeitig minimalinvasiv. u Durch die Generierung von Daten in Echtzeit zählt die Radiologie zum Vorreiter in Sachen Telemedizin. u Neue Verfahren sind in der Pipeline, offen ist jedoch noch der Umgang mit „Big Data“.

Meilensteine in der Radiologie u1895: Wilhelm Conrad Röntgen entdeckt die Röntgenstrahlen u1901: Guido Holzknecht, der Begründer der „Wiener Schule der Radiologie“ schreibt das epochale Lehrbuch „Röntgenologische Diagnostik der Erkrankungen der Brusteingeweide“. u1913: György Hevesy und Friedrich Adolf Paneth entwickeln in Wien das Tracer-Prinzip als radiochemische Grundlage für die Nuklearmedizin u1938: 1. Schilddrüsenszintigrafie mit Jod 131 u1941: 1. Radiojodtherapie u1970: 1. Computertomografie u1972: 1. Schnittbilder mit Positronenemissionstomografie (PET) u1987: Inbetriebnahme des 1. MRT-Gerätes im AKH Wien

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ie Entdeckung der Röntgenstrahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen hat die Medizin revolutioniert. Eine völlig neue Sicht auf die Vorgänge des Lebens wurde möglich, Röntgenbilder sind seither aus der klinischen Medizin nicht mehr wegzudenken. Es folgten Entwicklungen wie der Ultraschall, die Computertomografie und die Magnetresonanztomografie, die eine immer bessere Diagnose und Therapie bei einer Vielzahl von Krankheitsbildern ermöglichten. Kaum eine vergleichbare medizinische Fachdisziplin verfügt über ein derart rasantes Entwicklungspotenzial wie die Radiologie. Zurzeit rangieren hybride bildgebende Systeme wie PET-CT und der MR-PET am Innovationssektor weit oben. Maßgeblicher Auslöser für diese Fortschritte ist auch die moderne Informations- und Kommunikationstechnologie zur Erzeugung, Verarbeitung und Speicherung der Bilder. Mittlerweile stehen die digitalen Da-


© iStockphoto.com/skynesher

Fokus: Radiologie

ten praktisch in Echtzeit zur Verfügung und machen die Radiologie damit auch zu einem wesentlichen Player im Bereich der Telemedizin. Die minimalinvasiven Eingriffe vor allem auch im Bereich der interventionellen Radiologie tragen so nicht zuletzt zu einer Verlagerung von stationären in ambulante und tagesklinische Behandlungen bei. In naher Zukunft sind weitere Fortschritte und neue Anwendungen durch die Kombination unterschiedlicher Verfahren, die Nanotechnologie und die Nuklearmedizin zu erwarten. Noch im Versuchsstadium befindet sie die sogenannte Magnetpartikelbildgebung (MPI), bei der magnetisches Material in einen Organismus eingebracht wird und bestimmt anhand dessen Magnetisierung Ort und Konzentration lokalisiert wird. Eine strahlungsfreie molekulare Bildgebung wäre möglich und könnte neue Anwendungen im Bereich der Kardiologie, der Onkologie und der Neurologie eröffnen. Weitgehend offen ist auch noch die Frage, wie mit der Vielzahl an Daten umzugehen ist, die derzeit generiert, aber nur zu einem Bruchteil tatsächlich ausgewertet werden. n

Im Gespräch Dr. Peter Peloschek, www.radiology-center.com © nunofoto.at

CT, MRT, PET/CT, SPECT – brauchen wir bald kein Knochenröntgen mehr? Kurz- bis mittelfristig werden Röntgenuntersuchungen den jetzigen Stellenwert behalten: das Lungenröntgen sowie das Skelettröntgen in der Unfall-Chirurgie und ebenso bei orthopädischen Fragestellungen. Es gibt keine schnellere und preisgünstigere Methode, Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises sowie Arthrosen zu untersuchen. Weiterführende Untersuchungen mittels MRT, um Knorpelschäden, Sehnenveränderungen oder Kapselverletzungen zu erkennen, sind seit der Einführung dieser Methode nicht mehr wegzudenken und werden zahlenmäßig noch deutlich zunehmen. Wenn es sich zum Beispiel um entzündliche Veränderungen nach Gelenksersatz handelt, werden die modernen Hybridverfahren zum Einsatz kommen. Auch das Lungenröntgen ist weiterhin durch nichts Vergleichbares zu ersetzen. Und Patientinnen ab einem gewissen Alter werden weiterhin Mammografie-Bilder bei den regelmäßigen Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchungen kennenlernen. Wir werden also keinesfalls auf die radiologischen Basis-Untersuchungen verzichten können, denn diese weisen uns den Weg, welche nachfolgenden Untersuchungen optimalerweise durchzuführen sind.

Kurz gemeldet +++ Strahlendosis: Forscher am Helmholtz Zentrum München konnten im Stoffwechsel bestrahlter Zellen Vorgänge nachweisen, die belegen, dass auch sehr schwache Strahlung Veränderungen in der Zelle bewirken. Bei der Einschätzung der Strahlenwirkung folgte bisher die Lehrmeinung dem LNTModell (Linear No Threshold), das davon ausgeht, dass die Gefährlichkeit von Strahlung linear mit abnehmender Dosis fällt. Die Forscher konnten damit untermauern, dass die Auswirkungen auch geringster Dosen physiologische Veränderungen in den Zellen nach sich ziehen, die über die Mutation von Genen, wie man sie als Strahlenschäden bisher kannte, weit hinausgehen. Das LNT-Modell verliert damit seine Gültigkeit bei schwacher Bestrahlung.   www.helmholtz-muenchen.de +++ Virtuelle Biopsie: In der Forschungskooperation BioTechMed-Graz arbeiten die Universität Graz, die TU Graz und die Med Uni Graz gemeinsam an der Weiterentwicklung der Magnetresonanztomografie (MRT). Relaxationszeitmapping als „virtuelle Myokardbiopsie“ und 4D-Flow-Bildgebung als „nicht-invasives CathLab“ sind zwei äußerst ambitionierte Visionen der Arbeitsgruppe HerzMRT an der Univ.-Klinik für Radiologie der Med Uni Graz. Die 4D-Flow-Bildgebung erlaubt beispielsweise die vollständige Charakterisierung der kardialen Blutströmung, in der generisch der Blutdruck kodiert ist.  www.medunigraz.at +++ Pilotstudie: Axonale Scherverletzungen erleiden in Deutschland rund 270.000 Menschen pro Jahr; bei etwa einem Drittel der Traumen lassen sich die schweren Hirnverletzungen jedoch bislang nicht nachweisen, obwohl sie unter neurologischen und neuropsychologischen Beeinträchtigungen leiden. Dabei ist die Diagnose für die Rehabilitation, die berufliche Reintegration sowie in versicherungsrechtlichen Fragen entscheidend. In einer Pilotstudie konnten Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen am Universitätsklinikum Essen die Identifikation der traumatischen Mikroblutungen im Gehirn entscheidend verbessern. Sie verglichen dabei die Bilder des üblichen 3 Tesla Hochfeld-MRT mit dem mehr als doppelt so starken 7 Tesla Ultrahochfeld-MRT, der eine höhere räumlich Auflösung ermöglicht. Bisher wird der 7 Tesla MRT nur für Forschungszwecke genutzt. In weiteren Studien soll nun geklärt werden, ob sich dieser nicht auch bei unklaren Fällen von Schädel-Hirn-Traumata einsetzen lässt.  www.uni-due.de/med

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Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schima, MSc ist Vorstand der Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie an drei Standorten der Vinzenz Gruppe (Krankenhaus Barmherzige Schwestern Wien, Krankenhaus Göttlicher Heiland, St. Josef-Krankenhaus). © BHS Wien

Fokus: Radiologie

Im Gespräch

Vielfältigkeit entscheidet Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schima ist Vorstand der Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie in drei Spitälern der Vinzenz Gruppe und seit Kurzem auch neuer Präsident der Österreichischen Röntgengesellschaft. Er gibt Einblick in die Vielfalt der Radiologie und die ­aktuellen Herausforderungen.

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Gibt es Zusatzausbildungen, die ein Radiologe unbedingt machen sollte? Medizinisches Wissen allein ist heute für eine Spitzenposition sicher zu wenig. Zu meiner Studienzeit gab es noch keine Zusatzangebote, daher habe ich erst 2004 eine Weiterbildung im Bereich Spitalsmanagement gemacht. Ich würde so etwas sehr empfehlen, weil man einen makroökonomischen Blickwinkel auf die Medizin bekommt, der bei Fragen der Perso-

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Warum haben Sie sich für das Fach der Radiologie entschieden, was macht es spannend? Das Spannende an der Radiologie ist, dass wir es mit sehr vielen Disziplinen zu tun haben. Wir servicieren als zentrales Diagnosefach von der Inneren Medizin über die Urologie bis hin zur Gefäßmedizin praktisch das gesamte Spektrum. Dadurch haben Radiologen naturgemäß ein sehr breites Blickfeld und dennoch ist es möglich, sich zu spezialisieren, zum Beispiel auf die Mammografie oder die interventionelle Radiologie. Das Fach bietet extrem viele Facetten, die je nach Interessenslage bearbeitet werden können und im Grunde bleibt man immer der breit gefächerte Radiologe, der mit allen Disziplinen kooperieren kann.

Was waren die wichtigsten Meilensteine in Ihrer Karriere? Nach der Ausbildung, die ich noch im alten AKH Wien begonnen habe, wollte ich ein Jahr ins Ausland gehen, um dort meine Forschungen zu betrieben. Ich ging an die renommierte Harvard Medical School und habe diese Zeit als wissenschaftlich extrem fruchtbar erlebt. Das eröffnet viele neue Perspektiven. Anfang der 90er-Jahre war auch die Übersiedlung ins AKH ein wichtiger Schritt, denn die Ausstattung war extrem gut und auch die Bedingungen für die Forschung. Oft ist es wichtig, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, dann kann man auch in Österreich echte Topleistungen erbringen.

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Radiologie: An Bewerbern mangelt es derzeit nicht, jedoch an Fachärzten.

Wo liegen die Herausforderungen des Faches in den nächsten Jahren? Die wirkliche Herausforderung für uns als zentrales Diagnosefach ist, dass wir auch zunehmend unter Druck geraten, wenn die zuweisenden Fächer immer mehr Patienten in kürzerer Zeit behandeln müssen. Wenn die Liegedauer im Spital kürzer wird, sind auch wir gefordert, schneller zu untersuchen und zu befunden, sodass die Therapien rasch eingeleitet werden. Dazu kommen die steigenden fachlichen Anforderungen von den klassischen Röntgenuntersuchungen bis hin zu gefäßerweiternden Eingriffen oder der Tumorembolisation. In meiner Abteilung mit mehreren Standorten ist es die Herausforderung, diese Leistungen standortübergreifend allen Patienten zur Verfügung zu stellen. Dazu braucht es sehr hohe Flexibilität der Mitarbeiter.


Fokus: Radiologie

nalplanung oder überhaupt in einer Führungsposition sehr hilfreich ist.

Was fällt Ihnen bei jungen Bewerbern derzeit besonders positiv oder negativ auf? Ich bin erstaunt und positiv überrascht, welch interessante Lebensläufe sie haben. Ob Studien im Ausland oder Hobbys, die junge Generation scheint sehr vielseitig, offen und interessiert zu sein. Wonach wählen Sie Bewerber aus? Der Lebenslauf muss zeigen, dass der Bewerber ein über den Durchschnitt hinausgehendes Interesse am Fach und über die Medizin hinaus hat. Ich treffe die Entscheidung aber nicht allein, sondern die Bewerber haben ein Hearing vor allen Oberärzten der Abteilung. Stichwort Ärztemangel – gibt es ausreichend Nachwuchs? Das Fach ist durchaus interessant und wir haben für jede Ausbildungsstelle doch viele Bewerber. Wir haben also keinen Nachwuchsmangel, aber einen Facharztmangel, vor allem in den Bundesländern. Wir haben eine reduzierte Kapazität an Ausbildungsstellen und in naher Zukunft wird sich das verschärfen, weil viele Kollegen in Pension gehen. Das Arbeitsfeld der Radiologie hat sich enorm erweitert und das ist ein zusätzlicher Grund für den Mangel an entsprechenden Fachärzten.

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Sie sind neuer Präsident der Österreichischen Röntgengesellschaft (ÖRG), welche Bedeutung hat diese Funktion für Ihre Karriere? Das ist eine große Auszeichnung für mich. Ich war schon viele Jahre in der ÖRG tätig und für die Facharztprüfung verantwortlich. Daher möchte ich meine Zeit als Präsident auch nutzen, um hier einen Schwerpunkt zu legen. Was planen Sie noch? Die Ausbildung ist ein wichtiges Thema. Wir müssen auch für Kollegen in kleineren Häusern – wo naturgemäß nicht alle Spezialdisziplinen angeboten werden können – gleich gute Chancen schaffen, um eine hochwertige Ausbildung zu bekommen. Wir schaffen das in der Vinzenzgruppe dadurch, dass sie Ärzte während der Ausbildung in verschiedene Häuser rotieren. In der ÖRG haben wir dazu eine Akademie etabliert, die Facharztkurse anbietet. Was würden Sie einem jungen Kollegen, der heute mit dem Medizinstudium beginnt, auf alle Fälle raten? Zumindest ein Semester an einer ausländischen Uni zu verbringen und eine Zusatzausbildung – während oder nach dem Studium – zu erwerben. Ökonomie oder Technik haben sehr viele Berührungspunkte mit der Medizin und die Jobchancen erhöhen sich dadurch auf jeden Fall.  n

MRT: Versorgungsmangel vorprogrammiert? Die Anwendung der Magnetresonanztomografie (MRT) der Brust hat sich in den letzten Jahren von einer rein additiven Methode, die für Spezialfälle reserviert war, zu einer zentralen Modalität in der Brustbildgebung für die Früherkennung und Diagnostik entwickelt. Tumore, die kleiner als 5 mm sind, können dargestellt werden und es gibt keine Limitation bei dichtem Parenchym, postoperativen Veränderungen oder Implantaten. Aktuelle Studien1 zeigen, dass die MRT der Brust bei der Patientinnengruppe mit erhöhtem Risiko die Methode der Wahl zu Früherkennung ist, unabhängig vom Alter, der Brustgewebsdichte oder des speziellen Risikostatus. „Bei dieser Patientinnenpopulation ist die Sensitivität der Mammografie limitiert. Ebenso hat der Mamma-Ultraschall hier mit gleichzeitiger Durchführung einer MRT keinen Stellenwert“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Michael Fuchsjäger, Leiter der Klinischen Abteilung für Allgemeine Radiologie an der Medizinischen Universität Graz. Somit scheint bei Hochrisikopatientinnen die jährlich durchgeführte MRT der Brust die einzige Alternative zur operativen Entfernung von Brust und Eierstock zu sein. „Die Inanspruchnahme der MRT der Brust wird auch durch das im Jänner 2014 gestartete nationale Brustkrebsfrüherkennungsprogramm in Österreich zunehmen. Sie ist gerade bei unklaren Befunden nach Mammografie oder Ultraschall die Methode der Wahl“, ist Fuchsjäger überzeugt.

Mehr Indikationen, weniger Ressourcen

Auch die Zeiten, in denen die Magnetresonanztomografie eine Methode zur ausschließlichen Beurteilung des zentralen Nervensystems bzw. des muskuloskelettalen Systems darstellte, sind längst vorbei. Das Verfahren ist als Ganzkörperuntersuchungsmethode, vor allem zur Evaluierung von Kindern und von jungen Menschen mit onkologischen Erkrankungen, die oftmalig bildgebende Untersuchungen erfordern, sowie in Kombination mit der PositronenEmissionstomografie, als neues und innovativstes Verfahren in der Krebsdia­ gnostik und zur Verlaufskontrolle geeignet. „Wir sind also mit einem sich kontinuierlich erweiternden Indikationsspektrum der Magnetresonanztomografie konfrontiert, mit dem die bestehenden Ressourcen in keiner Art und Weise Schritt halten können“, betont Priv.-Doz. Dr. Pascal Baltzer von der Klinischen Abteilung für Allgemeine Radiologie und Kinderradiologie AKH Wien. (1) Riedl et al., Triple-modality Screening Trial for Familial Breast Cancer Underlines the Importance of Magnetic Resonance Imaging and Questions the Role of Mammography and Ultrasound Regardless of Patient Mutation Status, Age, and Breast Density, Journal of Clinical Oncology, 2015;33(10):1128-1134)

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Fokus: Radiologie

Philips Affiniti Ultraschallplattform

ACUSON SC2000 PRIME

ACUSON Freestyle

Beschreibung

Ultraschallgerät mit exzellenter Bildqualität, intuitiver Benutzeroberfläche und automatisierten Prozessen, die die einzelnen Behandlungsschritte reduzieren und eine schnelle, zuverlässige Diagnose ermöglichen

Premiumsystem für die Echokardiografie mit 3D Volumen Farbdoppler in TTE und TEE Einsatz

Das weltweit erste Ultraschallsystem mit kabellosen Schallköpfen am Point-of-Care.

Einsatz-bzw. Anwendungsbereiche

Allgemeine Sonografie, Kardiologie, Gefäßdiagnostik und Gynäkologie

Neueste Technologie für die 3D Darstellung des gesamten Herzens in Realtime und gleichzeitiger Visualisierung des Blutflusses. Neue Einsatzgebiete bei minimalinvasiven Herzklappeneingriffen und in der Herzchirurgie

Hochmodernes Ultraschallsystem mit kabellosen Schallköpfen – konzipiert für Einsatzfelder, die eine sterile Umgebung erfordern, z.B. Chirurgie, Interventionelle Radiologie, Anästhesiologie, Intensivpflege, Katheterlabor oder in der Notfallversorgung

u PureWave Schallkopf-Technologie von Philips: Liefert hervorragende Bildqualität; Auch bei technisch schwierigen Patienten geringe oder keine Bildanpassungen erforderlich u Anatomischer-Intelligenz-Ultraschall: Automatische Anatomie-Erkennung und -Quantifizierung erleichert Untersuchungen und hebt klinische Informationen auf ein neues Niveau

Neuer TEE-Schallkopf Z6Ms für das Acuson SC2000 Prime – erste tatsächliche Volumen-3D-TEE mit 90° x 90°-Echtzeiterfassung und Volumen-Farbdoppler, sodass 3D-Bilder des Herzens für jeden Herzschlag ohne Stitching möglich sind. Analysepaket eSie Valves ist eine Software zur automatisierten Vermessung von Herzklappen bei Eingriffen am Herzen – liefert innerhalb von Sekunden automatisierte Messungen der Aorten- und Mitralklappen

Synthetische Apertur, eine Technologie, die speziell für die kabellose Signalübertragung von hochauflösenden digitalen Bilddaten bei hohen Datenübertragungsraten entwickelt wurde. 3 kabellose Schallköpfe verfügbar können mit bis zu drei Metern Abstand vom Gerät betrieben werden. Einsatz bei neuen Verfahren möglich z.B. Durchführung von Nervenblockaden, beim Zugang zu Gefäßen oder zur Zielortung bei therapeutischen Interventionen und Biopsien.

u Klare, definierte Bilder, die eine schnelle und zuverlässige Diagnose ermöglichen – ohne zeitaufwendige Zusatzuntersuchungen. u Intuitive Benutzeroberfläche u Ergonomisches Design für größtmögliche Reichweite mit wenigen Schritten u Effizienter Arbeitsablauf dank AutomatisierungsTools wie AutoSCAN, Auto-Doppler und SmartExam, die die Behandlungsschritte bis zur Fertigstellung einer Untersuchung reduzieren u Kompatibilität mit DICOM- und PC-Formaten, um nahtlosen Informationsaustausch zu ermöglichen.

3D-Schallkopf für transösophageale Echokardiografie ermöglicht echte VolumenFarbdopplerbildgebung des Blutflusses bei Interventionen Neue Software zur automatisierten Klappenanalyse liefert in Sekunden Klappenmessungen zur Unterstützung von Eingriffen am Herzen. Dadurch kann erstmals während des Eingriffs das Ergebnis in Echtzeit Volumen-Farbdoppler dargestellt und die Auswirkung des Eingriffs überprüft werden.

Vereinfacht die Anwendung hochmoderner Ultraschalltechnik in Einsatzfeldern, die eine sterile Umgebung erfordern. Keine Einschränkung der Beweglichkeit und Geschwindigkeit bei der Untersuchung. Bedienung des Geräts über Tasten am Schallkopf möglich, was die Flexibilität erhöht. Somit ist keine zusätzliche Person zur Bedienung des Gerätes erforderlich.

www.philips.at/healthcare

www.siemens.at/ultraschall

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Eigenschaften

Vorteile auf einen Blick

Firma (Webadresse)

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PRODUKTRADAR Ultraschallgeräte

Xario200

Aplio500 Platinum

Klein und kompakt, elegant und mit pfiffigen Details, einfach und intuitiv in der Bedienung – so präsentiert sich das Xario 200. Gleichzeitig überzeugt es mit einer außergewöhnlich leistungsstarken Bildgebung und vielseitigen diagnostischen Möglichkeiten. Und verknüpft all dies mit einer hohen Verarbeitungsqualität und Langlebigkeit. Basis des Xario 200 ist die High-Density-Architektur, inspiriert und hervorgegangen aus der aktuellen Aplio-Serie, der High-End- und Premium-­ Plattform von Toshiba. Dies ermöglichte es zum Beispiel, Technologien wie Precision Imaging und die Realtime-Compound-Technologie ApliPure Plus zu integrieren. Smaller: kompaktes Design, doch Premium-Performance, mit 19-Zoll-Monitor inklusive Full-Screen-Modus. Smarter: durchdacht bis ins kleinste Detail – höhenverstell- und schwenkbares Bedienpanel, beleuchtete Sondenports, versenkbare Tastatur und vieles mehr. Simpler: iStyle+-Bedienkonzept mit vollständig programmierbarem Bedienpanel und Touch-Command-Screen, Quick Scan und Quick Start sowie Image Management mit vielfältigen Export- und Vernetzungsmöglichkeiten.

Das Aplio 500 verfügt über alle Bildgebungstechnologien des neuen High-Density-­­ Beam­formers der Aplio-Serie und das Premium-Imaging-Package bereits in der Grundausstattung. Zusätzlich überzeugt es mit so genannten Advanced Features wie 3D/4D, basierend auf dem High-Density-Rendering-Modul mit 4D Farbe, MPR, VolumeView, STIC und fünf Volumensonden, Kontrast Harmonic Imaging mit Low MI, Micro Flow Imaging und 4D Ceus. Realtime-Elastografie, Auto-IMT, MicroPure (Detektion von Mikrokalk), Realtime-ASQ (param. Gewebedifferenzierung), 3D Fly Thru zur automatischen Navigation durch Gänge, Gefäße und Hohlräume, Smart Fusion (Gegenüberstellung von 3D-CT/MRT-Daten und Realtime-Ultraschall) und vielem mehr. Mit dem neuen Superb Micro Vascular Imaging (SMI) überschreiten wir die Grenzen der bisherigen Detektion und Darstellung von Vaskularisation und machen so das bisher Unsichtbare sichtbar. Gefäße, bis zu einer Größe im Submillimeterbereich, können so ohne die Gabe von KM dargestellt werden und erschließen neue Möglichkeiten der Diagnostik in den unterschiedlichen klinischen Anwendungen: Organperfusion, erstmals wirklich bis in die Randschichten, die komplette Gefäßarchitektur in Lymphknoten und unklaren Raum­ forderungen, Neogenese, Läsionen in der Mamma, MSK u.v.m. visualisiert SMI. Die neue Scherwellen-Funktion ermöglicht, anders als andere verfügbare Scherwellenverfahren, die Darstellung der Gewebefestigkeit in drei verschiedenen Modalitäten: als parametrische (farbig kodierte) Darstellung der Scherwellengeschwindigkeit in m/s, der Elastizität in kPa, sowie der direkten grafischen Darstellung der Ausbreitungswellen. Dieser „Propagation Mode“ zeigt direkt wo und wie die Scherwellen entstehen und sich parallel ausbreiten. Im festen Gewebe liegen diese Ausbreitungslinien weiter auseinander, in weichem Gewebe näher zusammen. Damit bietet der Propagation Mode einen entscheidenden Mehrwert bei der diagnostischen Beurteilung. Zusätzlich: iStyle-Bedienkonzept für einen optimalen Workflow und integriertes Image-Management mit vielfältigen Export- und Vernetzungsmöglichkeiten

Radiologie, Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie, Gynäkologie, Geburtshilfe, Notfallmedizin, Gastroenterologie, Neurologie

Radiologie, Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie, Gynäkologie, Geburtshilfe, ­Notfallmedizin, Gastroenterologie, Neurologie Modi: 2D, 3D, 4D, M-Mode, PW-/CW-Doppler, High PRF, Farbdoppler, Power Angio, Advanced Dynamic Flow, TDI, THI, Diff.-THI, Pulse Subtraction, Kontrast mit Realtime Perfusion, RT-Elastografie (linear), Abtastformate: 2D, Dual 2D, Trapez, Oblique Scan, Panorama, 2D/MM, Color MM, Duplex (2D/Dop.), Dop. only, Triplex (2D/Color/Dop.), TwinView, 3D, 4D, MPR, VolumeView Sondenanschlüsse: 3 Sondenanschlüsse: linear, konvex und Phased Array, 4D-Volumensonden (konvex), TEE, Laparoskopie, Rektal- und Vaginal-Sonde, Pencilsonde Abmessungen/Gewicht: 47 × 130–170 × 78 cm (B × H × T), 75 kg

Modi: 2D, 3D, 4D, M-Mode, PW/CW-Doppler, High PRF, Farbdoppler, Power Angio, Advanced Dynamic Flow, TDI, THI, Diff.-THI, Pulse Subtraction, Kontrast mit Realtime Perfusion und Microflow Imaging, RT-Elastografie (linear und konvex), SMI, Shearwave, MicroPure, 3D Fly Thru, Smart Fusion (CT/MRT + US), RT ASQ Abtastformate: 2D, Dual-2D, Trapez, Oblique Scan, Panorama, 2D/MM, Color MM, Duplex (2D/Dop.), Dop. only, Triplex (2D/Color/Dop.), TwinView, 3D, 4D, MPR, VolumeView Sondenanschlüsse: 4 Sondenanschlüsse, linear, konvex und Phased Array, 1,5D-Matrix, Biopsiesonde, 4D-Volumensonden (linear/konvex), TEE, Rektal- und Vaginalsonde, Pencil Abmessungen/Gewicht: 58 × 140–180 × 88 cm (B × H × T), 170 kg

Kompromisslose Bildqualität und intuitive Bedienung in kompaktem Design

Setzt Standards – definiert Maßstäbe

www.toshiba-medical.at

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Medizin & Wissenschaft

Videobasierter Kopfimpulstest überholt MRT u Schwindel zählt zu den häufigsten Krankheitssymptomen, jedoch machen vielfältige Ursachen eine genaue Diagnose oft schwierig. u Mit dem videobasierten Kopfimpulstest gibt es nun eine einfache Methode, festzustellen, ob Hinweise auf einen Schlaganfall vorliegen. u Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) empfiehlt den Einsatz des neuen Tests daher in Notaufnahmen zur Schlaganfalldiagnose.

ie Ursachen von Schwindel reichen von Störungen des Gleichgewichtsorgans über zentral-neurologische und psychische Erkrankungen bis zu Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch. Das macht die Diagnose für Neurologen, aber auch Hals-Nasen-Ohren-Ärzte schwierig. Übliche Verfahren zur Untersuchung bei Schwindel sind die kalorische Spülung, bei der die Gehörgänge mit warmem und kaltem Wasser gespült werden, oder die Drehstuhl-Untersuchung, bei der der Patient gedreht und seine reflektorischen Augenbewegungen aufgezeichnet werden.

Rasche Auswertung Seit wenigen Jahren gibt es den videobasierten Kopfimpulstest (vKIT), bei dem eine Kamera die Augenbewegungen misst, während der Kopf vom Untersucher rasch gedreht wird und der Patient gleichzeitig versucht, einen Zielpunkt im Blick zu behalten. Da das Gleichgewichtsorgan sehr empfindlich auf Beschleunigungen reagiert, können Fehlfunktionen des Organs durch rasche Kopfbewegungen gut erfasst werden. „Die Technik des vKIT hat sich kürzlich entscheidend verbessert, sodass nun auch solche schnellen Kopfbewegungen aufgezeichnet und in wenigen Minuten ausgewertet werden können“, erklärt Dr. Christoph Helmchen, Leiter der Schwindelambulanz des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein und Mitglied der Fortbildungskommission der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung. Eine von Helmchen geleitete Studie an mehr als 1500 Schwindelpatienten zeigt, dass der vKIT für die Patienten verträglicher ist und deutlich weniger Zeit in Anspruch nimmt als eine

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einstündige kalorische Spülung oder eine Drehstuhl-Untersuchung: „Mit dem vKIT finden wir in 15 Minuten heraus, ob die Ursache für den Schwindel im Innenohr oder im Gehirn liegt.“ Je nach Ergebnis lässt sich damit unmittelbar ein Schlaganfall ausschließen, weshalb der DGKN-Experte den Video-Test auch für Notaufnahmen in Kliniken empfiehlt. „Viele Menschen, die mit Schwindel die Notaufnahme erreichen, leiden an einem vestibulären Schwindel, bei dem die Ursache im Innenohr liegt“, so Helmchen.

MRT ungeeignet Die bisher übliche Magnetresonanztomografie (MRT) ist für diese Diagnose meistens nicht geeignet und auch nicht notwendig, folgert Helmchen aus den Ergebnissen einer amerikanischen Studie. Diese zeigt, dass Ärzte mittels vKIT und zwei anderen einfachen Untersuchungen einen Schlaganfall als Ursache einer akuten Schwindelepisode genauso gut diagnostizieren können wie mit MRT, allerdings in erheblich kürzerer Zeit. Helmchen geht sogar noch weiter: „Der videobasierte Kopfimpulstest könnte künftig den gleichen Stellenwert erlangen wie das EKG für den Neurologen in den Notaufnahmen.“  n

Quellen: Machner B et al. Videobasierter Kopfimpulstest. Bedeutung für die Routinediagnostik von Schwindelerkrankungen. Nervenarzt. 2013, 84:975-983. DOI: 10.1007/s00115-013-3824-6 Newman-Toker DE et al. Quantitative video-oculography to help diagnose stroke in acute vertigo and dizziness: toward an ECG for the eyes. Stroke. 2013, 44(4):1158-61. DOI: 10.1161/STROKEAHA.111.000033

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© FURGLER.

Assoz.-Prof. PD Dr. Christian Enzinger Klinische Abteilung für Neuroradiologie Univ.-Klinik für Neurologie, Medizinische Universität Graz

Interventionelle ­Schlaganfallbehandlung u Neue Studienergebnisse belegen die hohe Wirksamkeit der Thrombektomie, der mechanischen Entfernung von Thromben nach einem Schlaganfall.

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ie Überlegenheit der Thrombektomie gegenüber der medikamentösen Standardtherapie wurde derart überzeugend belegt, dass die Studien vorzeitig gestoppt werden konnten“, berichtet Assoz.-Prof. PD Dr. Christian Enzinger, Univ.-Klinik für Neurologie, Med Uni Graz und Tagungspräsident der 12. Jahrestagung der ÖGN, die kürzlich in Graz stattgefunden hat. „Entscheidend ist, dass beide Studien moderne Bildgebung zur Darstellung der Gefäßsituation und Durchblutungsstörung des Gehirns zur Auswahl geeigneter Patienten eingesetzt haben“, erklärt Enzinger. Die Studien EXTEND-IA und ESCAPE wurden im März im New England Journal of Medicine publiziert.

Therapie mittels Katheter Bei einer Thrombektomie wird mittels Katheter ein winziges Instrument über die Leistenarterie bis in die Gehirnarterie geschoben, das sich wie ein Korkenzieher in den Thrombus drehen lässt, der dann anschließend aus dem Blutgefäß herausgezogen wird. „Allerdings ist im Gehirn alles noch etwas komplizierter und gefährlicher als vergleichsweise in den Herzkranzgefäßen. Nicht jeder Patient ist dafür geeignet“, beschreibt Enzinger den Eingriff. Aus diesem Grund wird die interventionelle Behandlung beim Schlaganfall erst seit relativ kurzer Zeit durchgeführt.

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Rolle der bildgebenden Diagnostik Vor allem kann mittels moderner bildgebender Diagnostik festgestellt werden, wie groß der Infarkt ist und wie viel Gehirngewebe bereits geschädigt wurde. Diese Daten erlauben die Auswahl von Patienten, die von einer interventionellen Wiedereröffnung des betroffenen Gefäßes profitieren. Günstig auf die Ergebnisse wirkt sich beispielsweise ein jüngeres Patientenalter aus. „Gute Kandidaten sind jüngere Patienten mit großen Thromben in den proximalen Gefäßen des Gehirns. Diese lösen sich aufgrund ihrer Größe unter medikamentöser Therapie nicht oder nur zum Teil auf, sind aber mit dem Katheter gut zugänglich“, so der Experte.

Neue Devices zur Thrombenentfernung Mit der steigenden Lebenserwartung nimmt auch die Zahl der Schlaganfälle zu. In Österreich sind es derzeit rund 25.000 pro Jahr, bis 2030 dürfte sich diese Zahl auf 50.000 verdoppeln. „Damit steigt auch die Zahl von Personen, die einen Schlaganfall überleben, und es ist von enormer Wichtigkeit, dass sie das mit möglichst wenig Beeinträchtigung tun. Die technologische Entwicklung trägt dem Rechnung“, berichtet Enzinger. Aktuell werden in kurzem Abstand neue Medizinprodukte vorgestellt, die eine endovaskuläre Entfernung von Thromben aus den Gehirnarterien verbessern und erleichtern. Welche davon sich langfristig durchsetzen, wird die klinische Erfahrung zeigen. Zudem laufen derzeit größere multizentrische Studien, die den Nutzen der Therapie anhand spezieller Devices zur Thrombektomie gegenüber der Standardtherapie wissenschaftlich prüfen.  n www.medunigraz.at

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Home Monitoring:

Nutzen evident, Finanzierung umstritten u Studien belegen den medizinischen und ökonomischen Nutzen des Home Monitoring für kardiologische Patienten. u Eine flächendeckende Versorgung ist in Österreich aufgrund der finanziellen Kompetenzzersplitterung nicht gewährleistet.

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ie Behandlung chronischer Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellt einen zunehmend hohen Kostenfaktor im heimischen Gesundheitswesen dar, da die Behandlung oft zeitaufwendig und die Lebensqualität der Betroffenen zum Teil deutlich eingeschränkt ist. In Österreich leben mehr als 50.000 Patienten mit einem Herzschrittmacher, pro Jahr erhalten rund 8.200 Patienten einen neuen Herzschrittmacher und 2.200 einen implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD). Die Implantate müssen regelmäßig kontrolliert, die Patienten kontinuierlich betreut werden. „Die Zahl nimmt aufgrund der demografischen Entwicklung zu. Auch wenn konkrete Daten fehlen, gehen unsere Schätzungen von etwa 80.000 Nachsorgeterminen pro Jahre aus“, erklärt Prim. Univ.-Doz. Dr. Andrea Podczeck-Schweighofer, Abteilungsvorstand der 5. Medizinischen Abteilung mit Kardiologie im Wiener SMZ-Süd. Die logistische Herausforderung rund um die Betreuung dieser Patienten ist nach Ansicht der Medizinerin enorm: „Krankentransporte, Ambulanzkapazitäten und nicht zuletzt die oft erforderliche Betreuung durch die Angehörigen, da es sich meist um betagte Patienten handelt, verursachen erhebliche volkswirtschaftliche Kosten“, rechnet Podczeck-Schweighofer vor.

Sicher und kostengünstig Mithilfe der telemedizinischen Fernnachsorge, wie sie etwa das BIOTRONIK Home Monitoring® ermöglicht, können Ärzte betroffene Patienten mit einem Herzschrittmacher oder implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD) aus der Ferne betreuen und frühzeitig in eine Therapie eingreifen. Das System verwendet das Mobilfunknetz und garantiert so weltweite Mobilität und Datenverfügbarkeit. Ein kontinuierliches Monitoring des Implantats sowie des kardialen Zustandes des Patienten erlaubt die frühe Erkennung kardialer Ereignisse. Der hohe Automatisierungsgrad des CardioMessenger® von BIOTRONIK macht ein Eingreifen des Patienten zur Datenübertragung unnötig. Wichti-

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ge klinische und technische Daten werden täglich aus dem Implantat an den CardioMessenger®, ein schnurloses externes Patientengerät, übertragen. Vom CardioMessenger® werden die Daten an ein Service Center übertragen, wo sie aufbereitet und dem behandelnden Arzt über eine gesicherte Website zur Verfügung gestellt werden. Der Arzt kann diese Patientendaten am Bildschirm auswerten und erforderliche Maßnahmen einleiten. Wichtige Informationen werden zusätzlich per E-Mail, Fax oder SMS an den Arzt gesendet. Weltweit sind derzeit rund 800.000 dieser Systeme im Einsatz und schaffen die Basis für eine signifikante Verringerung des Nachsorgeaufwandes. „Die implantatbasierte Fernnachsorge ist genauso sicher wie eine Standardnachsorge in der Klinik und reduziert die ambulanten Besuche um etwa die Hälfte“, bestätigt Schweighofer.

Überzeugende Evidenz Der ökonomische Nutzen wurde bereits in mehreren Studien bestätigt – so hat die französische ECOST-Studie gezeigt, dass dank ambulanter Fernnachsorge per BIOTRONIK Home Monitoring mehr als 300 Euro pro Patient und Jahr eingespart werden können.(1) Die klinischen Studien COMPAS (2) und TRUST (3) zeigen, dass Home Monitoring die Reaktionszeit des Arztes bei allen Arten von Arrhythmieereignissen um mehr als 34 Tage verkürzt und insbesondere auch asymptomatische Ereignisse erkennt. Die COMPAS-Studie belegt außerdem, dass Schlaganfälle und Krankenhauseinweisungen um 67 % reduziert werden können. IN-TIME (4), eine randomisierte, kontrollierte, multizentrische Studie mit 664 Patienten belegt die signifikante Reduktion der Mortalität um mehr als 50 % und die signifikante Vorbeugung der Verschlechterung von Herzinsuffizienz. Auch Dr. Michael Nürnberg, 3. Medizinische Abteilung mit Kardiologie im Wilhelminenspital in Wien, ist vom klinischen Nutzen der via Home Monitoring geführten Therapie überzeugt:


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Links: Dr. Michael Nürnberg, ­Wilhelminenspital Wien Rechts: Dr. Franz Xaver Roithinger,­ designierter Vorsitzender der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG)

Flächendeckende Umsetzung gefordert Dr. Franz Xaver Roithinger, designierter Vorsitzender der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG), sieht ebenfalls einen eindeutigen ökonomischen und klinischen Nutzen und fordert daher auch eine flächendeckende Umsetzung von telemedizinischen Leistungen für die Therapie von herzkranken Patienten: „Mithilfe von Home Monitoring wird der Arzt frühzeitig über klinisch relevante Ereignisse informiert und kann so rechtzeitig die Therapie anpassen. Die Behandlung orientiert sich damit am individuellen Bedarf des Patienten. Insbesondere kann die Telemedizin unnötige Routinekontrollen vermeiden. Auf diese Weise hilft uns Home Monitoring, unsere Arbeitskraft genau für die Patienten einzusetzen, die sie tatsächlich brauchen. Durch eine zielgerichtete Therapie können so schließlich Kosten für das Gesundheitssystem reduziert werden.“ Angesichts der umfangreichen Studienlage empfiehlt die Europäische Gesellschaft für Kardiologie (ESC) die telemedizinische Fernnachsorge zur Schrittmacher-, ICD- und kardialen Resynchronisationstherapie. „Wir stellen jedoch noch Defizite bei der Umsetzung der Telemedizin in Österreich fest. Aufgrund der überzeugenden Studienlage und des nachgewiesenen Nutzens für den Patienten und auch für das Gesundheitssystem fordern wir daher einen flächendeckenden Einsatz der implantatgestützten Telemedizin in Österreich“, so Roithner. Die Anwendung dieser telemedizinischen Verfahren reduziert einerseits die Belastungen der Patienten und verbessert andererseits die Versorgungsqualität bei gleichzeitiger Reduktion der Kosten. Ungeachtet aller Vorteile steht das kompetenzzersplitterte Finanzierungssystem einer flächendeckenden Verbreitung der telekaridologischen Fernnachsorge im Weg. Dabei handelt es sich um rund 1.000 Euro pro Patient für einen Zeitraum von rund acht bis zehn Jahren, die das System im Betrieb wäre, die aber von den Krankenkassen derzeit in vielen Bundesländern, allen voran Wien, nicht übernommen werden. Eine Summe, der zurzeit die Ausgaben für Krankentransporte, Ambulanzwartezeiten, Begleitung durch Sanitätsdienste oder Angehörige und die ärztliche Betreuung im Krankenhaus in keinem Verhältnis n entgegenstehen.

Im Gespräch Mag. Philipp Lindinger, AUSTROMED-Geschäftsführer Warum wurde innerhalb der AUSTROMED die „Arbeitsgruppe Telemedizin“ gegründet? Die Gründung erfolgte schon im Jahr 2008 mit der Ausarbeitung eines Positionspapieres, das gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für Rhythmologie und der Arbeitsgemeinschaft für nichtinvasive Elektrophysiologie der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft veröffentlicht wurde. Schon damals hat man erkannt, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen als chronische Erkrankungen einen zunehmend größer werdenden Teil der Bevölkerung betreffen und die Therapie mit zunehmender Lebenserwartung der Betroffenen auch die Ressourcen im Gesundheitswesen extrem belasten. Telemedizinische Verfahren stellen hier eine ökonomisch und medizinisch durchaus attraktive Lösung dar. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen im Gesundheitsministerium hinsichtlich der Telegesundheitsdienste wurde diese Arbeitsgruppe revitalisiert. Neben der beratenden Funktion der Gesundheitsministerin wird das Potenzial der Telemedizin für eine hochqualitative und kosteneffiziente Bereitstellung und Unterstützung entsprechender Leistungen des österreichischen Gesundheitswesens aufgezeigt. Welche konkreten Pläne hat die „Arbeitsgruppe Telemedizin“ für 2015? Im Oktober 2014 sind eine Empfehlung und ein Bericht der Telegesundheitsdienste-Kommission, die bereits unter Stöger gegründet wurde, an die Gesundheitsministerin ergangen. Auch hier stehen die Anwendungen, Bewertungskriterien und Rahmenbedingungen für die Einführung von Telegesundheitsdiensten in die Regelversorgung im Mittelpunkt. Das Thema liegt nun bei der Zielsteuerungskommission und steckt mitten im politischen Diskurs, Ergebnisse liegen noch keine vor. Natürlich wird die AUSTROMED weiterhin aktiv die Aufklärung der Öffentlichkeit betreiben, denn immerhin waren sich die Gesprächspartner bei der Erstellung dieser Empfehlung sofort einig, dass die Telemedizin hohe Sparpotenziale bei gleichzeitig qualitativ hochwertiger Patientenversorgung bieten kann. Wo sehen Sie die wichtigsten Handlungsfelder derzeit im Hinblick auf Telemedizin im heimischen Gesundheitssystem? Die wesentlichen Entscheidungsträger sind sich einig, dass die Vorteile überwiegen, daher wäre eine rasche Umsetzung in die Praxis vorrangig. Angesichts des Ärztemangels könnten wir hier sehr schnell Sparpotenzial lukrieren und „quick wins“ einfahren, ohne die Versorgung einzuschränken. Viel attraktivere Angebote gibt es derzeit im Gesundheitswesen in kaum vergleichbarer Weise!

Quelle: 20. Expertentreffen für Herzrhythmustherapie 1 Within 51 countries representing a population of 900 million. Dickstein K et al. ESC Guidelines for the Diagnosis and Treatment of Acute and Chronic Heart Failure 2008. European Heart Journal. 2008, 29. 2 Mabo P., et al., European Heart Journal 2011 3 Varma N. et al, Circulation 2010, 122: 325-332 4 Hindricks G., et al., The Lancet 2014; 384:583-590

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„Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz stellen komplexe Krankheitsbilder dar, die von Patient zu Patient unterschiedlich verlaufen und in ihrer Entwicklung nur schwer vorhersehbar sind. Einige Rhythmusstörungen, wie etwa das Vorhofflimmern, können auch längere Zeit unbemerkt verlaufen, der Patient verspürt keine Symptome. Daher ist eine engmaschige Beobachtung des Gesundheitszustandes des Patienten sehr wichtig für den Behandlungserfolg.“


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Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI)

Herzklappenersatz bei ­betagten Patienten Derzeit verfügbare Katheter-Methoden zur Behandlung der zwei häufigsten Vitienerkrankungen – Aortenklappenstenose und Mitralklappeninsuffizienz – wurden im Rahmen eines Symposiums beim diesjährigen Geriatriekongress vorgestellt.

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ie Prävalenz von Herzklappenerkrankungen nimmt mit dem Alter rapide zu: Bei über 75-Jährigen liegt sie bereits bei > 12 %.1 Lebenserwartung und -qualität sind bei symptomatischen Klappenvitien deutlich reduziert.1

Mitralklappeninsuffizienz Alternativ zum chirurgischen „Alfieri“-Verfahren am eröffneten Brustkorb, bei dem der mittlere Anteil des vorderen der beiden Mitralsegel an den gegenüberliegenden Teil des hinteren Segels genäht wird, kann die Undichtigkeit der Mitralklappe auch mittels minimalinvasiver Kathetertechnik behoben werden. Beim sogenannten Mitra-Clip®-Verfahren wird der an einem Katheter befestigte Clip unter Vollnarkose in das linke Herz zur Mitralklappe

vorgeführt, durch Befestigung am vorderen und hinteren Mitralsegel entsteht eine ständige Verbindung mit Reduzierung der Mitralklappeninsuffizienz. Das Mitra-Clip®-Verfahren ist sicher und effektiv, dem offenen chirurgischen Eingriff jedoch unterlegen.2 Es kommt insbesondere für inoperable Patienten infrage.

Aortenklappenstenose Typische Symptome wie kardiale Dekompensation, Synkopen (insbesondere bei Belastung) sowie Brustschmerzen sind erste Hinweise auf eine Verengung der Aortenklappe. Die weitere Abklärung erfolgt durch Auskultation sowie Echokardiografie. Die AS kann relativ lange klinisch stumm verlaufen. Sobald Beschwerden auftreten, verschlechtert sich die Prognose rapide, die Lebenserwartung verkürzt sich auf ca. drei Jahre ohne operativen Eingriff.3 „Nicht immer kann sich der Arzt auf das vom Patienten geschilderte Beschwerdebild verlassen, denn die Patienten passen ihren Lebensstil oftmals den Beschwerden an, das heißt, sie belasten sich weniger“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Georg Delle-Karth (Wien). Für eine zuverlässige Einschätzung des Schweregrads der AS ist es also eventuell nötig, die Patienten einem Belastungstest zu unterziehen. Unabhängig von der Beschwerdesymptomatik ist die Prognose klar mit dem Schwergrad der AS assoziiert: je enger die Klappe, desto schlechter die Prognose.4 Ein weiterer Prädiktor ist die Höhe des „Brain natriuretic peptide“ (BNP), so wiesen asymptomatische Patienten, die kurz nach Untersuchung des BNP symptomatisch wurden, höhere Werte auf als jene, die asymptomatisch blieben.5 BNP eignet sich jedoch keinesfalls als einziges Entscheidungskriterium für das Management asymptomatischer AS-Patienten, da der Wert wenig spezifisch ist, durch Begleiterkrankungen verzerrt werden kann und klare Grenzwerte fehlen.6

Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) Der Goldstandard zur Therapie der AS ist nach wie vor die Herzklappenchirurgie. Bei Patienten mit hohem operativem Risiko –

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häufig ältere Patienten mit multiplen Komorbiditäten – nimmt die TAVI einen wichtigen Stellenwert ein. Der Eingriff wird am schlagenden Herzen in Schlüssellochtechnik durchgeführt: Die neue Herzklappe wird in gefaltetem Zustand über einen Katheter ins Herz vorgebracht und dort entfaltet. Risikoabschätzung: Nicht jeder inoperable AS-Patient ist automatisch ein Kandidat für eine TAVI. Das Herzteam (im Idealfall bestehend aus einem Kardiologen, Herzchirurgen, Radiologen und anderen Spezialisten, wie z.B. Geriater) stellt fest, ob morphologische und körperliche Voraussetzungen gegeben sind und der Patient von einem so aufwendigen Eingriff profitieren kann. Verschiedene Score-Systeme (z.B. Euro- oder STS-Score) helfen, das operative Risiko abzuschätzen, wobei diese für TAVI nicht validiert sind und einige prozedurrelevante Faktoren (z.B. Frailty oder Porzellanaorta) nicht berücksichtigen.

Entgeltliche Einschaltung

Studiendaten: In der Kohorte A der PARTNER-Studie wurde TAVI mit chirurgisch durchgeführtem Aortenklappenersatz bei Patienten mit hohem operativem Risiko verglichen. TAVI war dem offenen chirurgischen Eingriff in diesem Hochrisikokollektiv nicht unterlegen, die Reduktion der Symptome sowie die Gesamtmortalität nach einem Jahr bzw. zwei und drei Jahren vergleichbar.7,8 Paravalvuläre Insuffizienzen waren unter TAVI häufiger und assoziiert mit einer erhöhten Spätmortalität,8 ein verbessertes Design der Klappen soll helfen, diese nach Möglichkeit zu verhindern. Einen Überlebensvorteil für TAVI bei Hochrisikopatienten zeigte die rezente CoreValve-Studie, so lag die 1-Jahres-Gesamtmortalität mit TAVI bei 14,2 % im Vergleich zu 19,1 % nach chirurgischem Klappenersatz.9 Interessanterweise zeichnete sich der Unterschied erst nach ca. zwei Monaten ab, das heißt, die Patienten (Durchschnittsalter > 83 Jahre) überstanden die Operation selbst, kamen aber aufgrund des chirurgischen Traumas, Immobilität und längerer Intensivaufenthalte nur schwer wieder auf die Beine. Die Kohorte B der PARTNER-Studie zeigte, dass die transfemoral durchgeführte TAVI der bisherigen Standardtherapie (bestehend aus „optimal medical treatment“ sowie fallweiser Valvuloplastie) bei inoperablen Patienten überlegen ist.10 Die Gesamtmortalität nach zwölf Monaten war in der TAVI-Gruppe mit 30,7 % vs. 50,7 % signifikant niedriger,10 das 2-Jahres-Follow-up bestätigte diesen positiven Trend (43,3 % unter TAVI, 67,7 % unter Standardtherapie) trotz höherer Inzidenz für Schlaganfall und vaskuläre Komplikationen (Abb. 1).11 „Man muss also nur vier Patienten behandeln, um einen Tod innerhalb von zwei Jahren zu verhindern“, führte Delle-Karth aus. Vergleichende Langzeitdaten über bis zu fünf Jahren (PARTNER-Studien) zeigen, dass die Haltbarkeit der TAVI-Klappe nicht schlechter ist als jene der chirurgischen Klappen. In Zukunft: Im Rahmen des PARTNER II-Programms wird derzeit die Effektivität der neuesten TAVI-Klappe SAPIEN 3 bei inoperablen Patienten mit hohem (STS Score > 8) und mittlerem (STS Score 4-8) Risiko getestet. Laut einer vorläufigen Datenanalyse lag die 30-Tages-Gesamtmortalität in der Hochrisikogruppe

bei 2,2 %, bei Mittelrisikopatienten bei 1,1 %.12 Letztere hatten eine Schlaganfallhäufigkeit unter TAVI von 2,6 %, wobei der Schlaganfall nur bei 1 % der Patienten symptomatisch oder stark behindernd war.12 Diese Werte unterscheiden sich laut ­Delle-Karth kaum von jenen der klassischen Chirurgie. Mit der Weiterentwicklung der TAVI-Klappen (SAPIEN, SAPIEN XT, SAPIEN 3) sank die Gesamtmortalität stetig und bewegt sich heute Richtung 2 %, auch bei Hochrisikopatienten (Abb. 2).12 Delle-Karth schloss mit einem Ausblick in die Zukunft, wo die TAVI möglicherweise auch bei Patienten mit mittlerem Risiko zum Einsatz kommen könnte, sofern einerseits eine adäquate Klappenhaltbarkeit gegeben ist und andererseits die endgültigen PARTNER II-Daten die Effektivität in diesem Patientenkollektiv belegen.  n Quelle: Edwards Satellitensymposium „Aktuelle Behandlungsstrategien für Patienten mit symptomatischen Klappenvitien“, Geriatriekongress, 27. März 2015, Wien 1

Referenzen: Vahanian A et al., Eur Heart J 2012; 33(19):2451-96. 2 Feldman T et al., NEJM 2011; 364(15):13953 4 406. Carabello BA et al., Circ Res 2013; 113(2):179-85. Rosenhek R et al., Circulation 2010; 121(1):151-6. 5 Bergler-Klein J et al., Circulation 2004; 109(19):2302-8. 6 Cimadevilla C et al., Heart 2013; 99(7):461-7. 7 Smith CR et al., NEJM 2011; 364(23):2187-98. 8 Kodali SK et al., NEJM 2012; 366(18):1686-95. 9 Adams DH et al., NEJM 2014; 370(19):1790-8 10 Leon MB et al., NEJM 2010; 363(17):1597-607. 11 Makkar RR et al., NEJM 2012; 366(18):1696-704. 12 Kodali SK, ACC 2015, San Diego, March 15th, oral presentation

Edwards Lifesciences Services GmbH Edisonstrasse 6, D-85716 Unterschleissheim www.edwards.com

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News

„Nuss-OP“:

Trichterbrust ­minimalinvasiv ­korrigieren

Eingriff nach US-amerikanischem Vorbild

Etwa acht von 1000 Geburten sind in Deutschland von einer Trichterbrust betroffen, Jungen viermal häufiger als Mädchen, die Ursache ist unbekannt. Eine Gefahr stellt die Trichterbrust in der Regel nicht dar, auch wenn sie die Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge einschränken kann. „Allerdings leiden die Jugendlichen häufig unter vermindertem Selbstwertgefühl, Schamgefühlen und Kontaktarmut“, erläutert Prof. Dr. Stuart Hosie, Kongresspräsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) und Chefarzt der Kinderchirurgie am Städtischen Klinikum München GmbH. Bis zum Jahr 2002 korrigierten Chirurgen in Europa die Fehlbildung mit einer offenen Operation. Sie erforderte einen größeren Schnitt in der Brustwand, um den eingedrückten Brustknorpel zu durchtrennen und aufzurichten. Nachdem der US-Chirurg Dr. Donald Nuss der Fachwelt 1998 erstmals ein minimalinvasives Vorgehen präsentierte, trat die „Nuss-OP“ ihren Siegeszug bald in ganz Europa an. Der Eingriff kommt mit nur zwei kleinen Schnitten an den Seiten aus, durch die unter Videokontrolle ein Stahlbügel eingezogen wird, der die eingedrückte Brustwand aufrichtet. Der Bügel wird nach drei Jahren wieder entfernt.

Kürzere OP-Zeit

Elektrostimulation lässt Muskeln wachsen Ob im Beruf oder im Privatleben – die Stimme ist ständige und unverzichtbare Begleiterin im täglichen Leben. Durch die steigende Lebenserwartung gilt es, die Stimme bis ins Alter gesund und leistungsstark zu halten. „Die Altersstimme und damit verbundene altersbedingte Stimmveränderungen sind ein großes und noch wenig beforschtes Gebiet“, erklärt Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Markus Gugatschka von der klinischen Abteilung für Phoniatrie der Medizinischen Universität Graz. Er forscht daher über die nächsten drei Jahre in dem von ihm geleiteten Projekt die chronische Elektrostimulation als Therapiemöglichkeit zur Behandlung altersbedingter Stimmveränderungen. Das von der Österreichischen Forschungsför-

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derungsgesellschaft mbH unterstützte Projekt ist das größte jemals genehmigte Einzelprojekt in diesem Forschungsfeld. Die Altersstimme ist oftmals durch eine reduzierte Stimmintensität, Heiserkeit und Zittrigkeit geprägt. Hinzu kommen eine veränderte Sprechstimmlage – Frauenstimmen werden tiefer, Männerstimmen höher – eine schnelle Stimmermüdung und Veränderungen in der Klangfarbe“, beschreibt Gugatschka einige Symptome der pathologisch veränderten Altersstimme. Oft sind sozialer Rückzug und Isolation die Folgen von schweren Stimmproblemen. Nun verfolgen die Wissenschaftler den „BodybuilderAnsatz“. „Kurze elektrische Impulse am Kehlkopf regen den Muskelaufbau in diesem Bereich an“, erklärt Gugatschka. Durch den gezielten Muskelaufbau am Kehlkopf soll altersbedingten Stimmproblemen entgegengewirkt werden. In Modellversuchen konnten bereits erste Erfolge erzielt werden. www.medunigraz.at

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Stimme unter Strom:

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Immer häufiger führen Kinderchirurgen Operationen minimalinvasiv durch. Bei einigen Erkrankungen hat sich die Schlüssellochtechnik inzwischen klar durchgesetzt – etwa bei der Korrektur der Trichterbrust, einer der häufigsten Fehlbildungen bei Kindern im Brustbereich. „Hier ist die minimalinvasive Operation zum Goldstandard geworden“, erklärt Prof. Dr. Peter M. Vogt, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH). Zu ihren Vorteilen zählen deutlich kürzere Operationszeiten, kleinere Narben, weniger Schmerzen und weniger Blutverlust.

„Das minimalinvasive Vorgehen hat klare Vorteile“, betont Hosie. So dauert die offene Operation zwischen vier und fünf Stunden, die Schlüssellochvariante nur etwa eine Stunde. „Zudem verursacht die Nuss-OP bei einer vergleichbaren Komplikationsrate erheblich weniger Schmerzen, weniger Blutverlust – und nur zwei kleine Narben“, erläutert der DGKCH-Experte. Voraussetzung für ein minimalinvasives Vorgehen ist die ausreichende Erfahrung des Operateurs mit mindestens 30 angeleiteten Eingriffen. „Eltern sollten sich nicht scheuen, den Chi­ rurgen nach seiner Erfahrung mit der OP-Technik zu fragen“, rät Hosie. Auch auf anderen Gebieten ist die minimalinvasive Kinderchirurgie aufgrund der benannten Vorteile auf dem Vormarsch. Dies gilt beispielsweise für die Entfernung von Eierstockzysten, Verlagerung des Bauchhodens, Operationen in der Brusthöhle, Blinddarmoperation, Milz- und Gallenblasenentfernung. „Die überwiegende Zahl deutscher Kinderchirurgen arbeitet heute auch minimalinvasiv“, erklärt Hosie. Umstritten bleibt die Schlüssellochtechnik beim Leistenbruch. www.chirurgie2015.de


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Bipolare Gefäßversiegelung

Zwei in Einem Die marSeal-IQ-Instrumente sind universell einsetzbare Instrumente, die durch ihr modulares System mit verschiedenen Längen für die laparoskopische und offen-chirurgische Gefäßversiegelung verwendet werden können und zu einem dauerhaften Verschluss von Venen, Arterien und Gewebebündeln führen.

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urch eine im Instrument integrierte Klinge kann nach dem Versiegelungsprozess eine mittige Gewebetrennung durchgeführt werden, ohne das Instrument wechseln zu müssen. Mit dem bipolaren Gefäßversiegelungssystem, bestehend aus dem Hochfrequenz-Generator maxium® mit der Stromform S ­ eal­Safe® und den bipolaren Instrumenten marSeal, können Gefäße oder Gewebebündel effektiv und dauerhaft versiegelt werden.

Im Gespräch Univ.-Prof. Dr. Christian Marth, Medizinische Universität Innsbruck Universitätsklinik für Frauenheilkunde

Welche Vorteile ergeben sich speziell aus dem Versiegeln und Trennen ohne Instrumentenwechsel? Der Einsatz von zum Beispiel bipolarer Zange und Schere bedeutet einen permanenten Wechsel der Instrumente und dies verlängert natürlich die Operationsdauer. Die Kombination von Versiegelung und Schnitt an der idealen Stelle bringt neben dem Zeitvorteil vor allem auch die beste Sicherheit, an der optimalen und am besten koagulierten Stelle das Gewebe zu durchtrennen. Dadurch werden Blutungskomplikationen deutlich reduziert. Entgeltliche Einschaltung

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Welche Vorteile bringen marSeal-IQ-Instrumente in Ihren Arbeitsalltag? Versiegelungsinstrumente der letzten Generation erlauben eine rasche und sichere Operation. Vor allem kommt es zu minimaler Gewebsschädigung und dadurch im postoperativen Verlauf zu deutlich weniger Schmerzen und entzündlichen Komplikationen. Bei den marSeal-IQ-Instrumenten kommt natürlich der interessante ökonomische Aspekt zum Tragen, da durch die Wiederverwendbarkeit des Instruments die Kosten gering sind und dadurch der Einsatz häufiger möglich ist.

Wo setzen Sie marSeal-IQ-Instrumente vorwiegend ein? Als onkologisch tätiger Operateur verwende ich diese Instrumente in der gesamten Breite großer onkologischer Chirurgien, wie in der Therapie des Ovarialkarzinoms oder aber auch bei der radikalen Hysterektomie. Ein besonderer Vorteil ist für mich der mögliche Einsatz bei der Endoskopie, da zum Beispiel endoskopische Lymphonodektomien durch diese Instrumente mit großer ­Sicherheit und wenigen Komplikationen durchgeführt werden können.

Durch die präzise, auf die Applikation abgestimmte Stromart SealSafe® wird das Gewebe nur zwischen den Instrumentenbranchen versiegelt – laterale thermische Gewebeschädigungen können auf ein absolutes Minimum begrenzt werden. Bei dieser Stromart kommt eine im Vergleich zur traditionellen bipolaren HF-Technik hohe Leistung in Verbindung mit einer niedrigen Spannung zum Einsatz. Die Stromart SealSafe® wurde außerdem dahingehend optimiert, Gewebeanhaftungen drastisch zu minimieren und eine Karbonisierung des Gewebes bei sachgerechter Anwendung auszuschließen. Durch das Zusammenspiel von hohem Druck und Strom wird an Arterien, Venen oder Gewebebündeln eine verlässliche und permanente Versiegelungszone erzielt. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, dass der Druck während der gesamten Anwendungsdauer durch die Sperre des Instruments konstant aufrechterhalten wird. Beim Versiegelungsprozess werden körpereigene Struktureiweiße wie Kollagen und Elastin so umgewandelt, dass eine permanent versiegelte Zone entsteht. Durch die ergonomische Gestaltung des Griffes ist eine Versiegelung mit anschließender Gewebetrennung ermüdungsfrei möglich. Eine Rotation des Rohrschaftes um 360° ermöglicht eine einfache Ausrichtung des Instrumentes zu dem zu versiegelnden Gewebe.

Überzeugende Sparpotenziale Die marSeal-IQ-Instrumente können komplett zerlegt und autoklaviert werden. Der geringe Einweganteil, der sich auf die Klinge und den Klingenträger beschränkt, führt dazu, dass deutlich weniger Sondermüll entsorgt werden muss und so nicht nur die Umwelt, sondern auch die Spitalsbudgets entlastet werden. Die Kombination aus Instrument und Versiegelungsstrom schafft auch ökonomische Vorteile. Kürzere OP-Zeiten und weniger Blutverlust bringen gleich eine dreifache Win-win-Situation – für den Operateur, den Patienten und letztendlich das Krankenhaus. n

R. Heintel GmbH Medizintechnik Erdbergstr. 166, 1030 Wien Tel: +43-1-403 89 56-0, medizintechnik@heintel.at www.heintel.at

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HydroClean Plus

Wundreinigung auf die sanfte Art Ist ein chirurgisches Débridement nicht möglich, so bietet die feuchte Wundbehandlung einen sicheren Weg zu einer sauberen Wunde. Ein ausgereiftes Verfahren der kontinuierlichen Wundspülung stellt die Verwendung von HydroClean Plus – bisher bekannt als Tender Wet plus – von Hartmann dar.

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ntscheidend für die Heilung von Wunden, insbesondere von chronischen, infektionsgefährdeten bzw. infizierten Wunden ist, wie schnell und gut es gelingt, die Wunde von heilungsstörenden Faktoren wie Bakterien, Nekrosen und Belägen zu reinigen, um ein „sauberes“ Wundbett als Voraussetzung für die Bildung von Granulationsgewebe zu erreichen. Da das chirurgische Débridement vielfach durch spezifische Situationen des Patienten nicht durchgeführt werden kann, ist es Aufgabe und Zielsetzung der lokalen Wundbehandlung, das pathophysiologische Wundmilieu zu normalisieren. Dazu wiederum werden Wundauflagen mit Wirkungsprinzipien benötigt, durch die sich die wundheilungsstörenden Faktoren schnell und sicher eliminieren lassen.

Neuer Name, bewährte Qualität Ein ausgereiftes Verfahren der kontinuierlichen Wundspülung bietet HydroClean Plus – ein bewährtes Produkt aus dem Hause Hartmann und bisher unter TenderWet plus bekannt. Die mehrschichtige, kissenförmige Wundauflage mit einem Saugkern aus superabsorbierendem Polymer (SAP) ist mit einer Ringerlösung getränkt. Diese Konstruktion ist die Basis für den einzigartigen Spül-Saug-Mechanismus. Die Ringerlösung wird kontinuierlich an die Wunde abgegeben, wodurch Nekrosen und Beläge rasch

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Im Duett erfolgreich Während HydroClean Plus seine Vorteile in der Wundreinigung ausspielt, kommt HydroTac in der Phase der Wundheilung zum Einsatz. Die AquaClear Technologie sorgt für eine optimale Regulierung des Wundklimas: während der weiche, innovative Schaumstoff für die Aufnahme von Restmengen an Exsudat sorgt, gibt die wundseitige Gelschicht bei Bedarf Feuchtigkeit ab und fördert so den Gewebeaufbau für einen schnelleren Wundverschluss. Gemeinsam stehen HydroClean Plus und HydroTac für das innovative HydroTherapie-Konzept von Hartmann: Wirksam und einfach werden nur zwei Präparate von der Wundreinigung bis zur Wundheilung benötigt. n

PAUL HARTMANN Gesellschaft.m.b.H.
 2355 Wiener Neudorf, Tel.: +43-2236-64630-0 office@at.hartmann.info, at.hartmann.info

Entgeltliche Einschaltung

HydroClean Plus: einzigartiger Spül-Saug-Mechanismus

aufgeweicht und abgelöst werden. Gleichzeitig werden mit dem Wundexsudat Detritus und Bakterien in den SAP-Saugkörper aufgenommen und dort sicher gebunden. Dieser Austausch funktioniert, da der Superabsorber eine höhere Affinität für das Wundexsudat besitzt als für die salzhaltige Lösung und so diese aus dem Saugkern drängt. Auf diese Weise lassen sich auch ­Matrix-Metalloproteasen (MMPs) reduzieren, die sich immer dann wundheilungsstörend auswirken, wenn sich zu viele von ihnen in der Wunde befinden. Zusätzlich ist in den SAP-Saugkern das Antiseptikum Polyhexanid eingebracht, das durch seine gebundene Form nicht an die Wunde abgegeben wird, aber die mit dem Wundexsudat aufgenommenen Bakterien abtötet. HydroClean Plus ist eine äußerst effiziente Wundauflage zur intensiven und problemlos durchzuführenden „Wundspülung“ sowie zur Reinigung, Nekrosenablösung, Abtötung von Bakterien und Inaktivierung entzündungsfördernder Proteasen. Zudem setzt die Reinigungswirkung rasch ein, was die Wundbehandlungszeiten signifikant verkürzen kann.


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Adipositas im Visier u Adipositas wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als chronische ­ Krankheit anerkannt. u Eine wirksame Therapie kann nur in einem interdisziplinären Team erfolgen. u Der IFSO-Kongress fokussiert aktuelle Themen und diesen interdisziplinären Ansatz.

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dipositas galt lange Zeit als Folge eines falschen Lebenswandels. Mittlerweile wird sie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als chronische Krankheit anerkannt. Schätzungen zufolge litten 2014 weltweit mindestens 700 Millionen Erwachsene an Fettleibigkeit, 2016 sollen es bereits 900 Millionen sein. Aufgrund zahlreicher Begleiterkrankungen steigt mit dem Body Mass Index (BMI) das Risiko eines frühzeitigen Todes; im Schnitt verringert sich die Lebenserwartung von adipösen Erwachsenen um sieben bis zehn Jahre. „Adipositas ist der größte Risikofaktor für Bluthochdruck, Cholesterin, Schlafapnoe und Depressionen, ebenso wie Typ-2-Diabetes“, erklärt Univ.-Doz. Dr. Karl Miller, MD, FACS, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Adipositaschirurgie und IFSO-Kongresspräsident. Der Mediziner hat bereits über 20 Jahre Erfahrung in der minimalinvasiven Chirurgie der krankhaften Adipositas und metabolischer Erkrankungen und ist überzeugt, dass krankhafte Fettleibigkeit eine unheilbare Erkrankung ist, die vor allem eines braucht: Teamarbeit.

Im Gespräch Univ.-Doz. Dr. Karl Miller, MD, FACS, IFSO-Kongresspräsident Wo liegen aktuell neue Entwicklungen in der Adipositaschirurgie? Neu ist die schnittfreie Chirurgie bei der Verkleinerung des Magenvolumens. Österreich nimmt hier eine führende Rolle ein und ich habe umfassende Erfahrung mit endoluminalen Techniken gesammelt. Die Anwendung dieser Methode ist jedoch nur bei Übergewicht und Fettleibigkeit Grad I sinnvoll. Hier stehen auch erste Studienergebnisse zur Verfügung, ebenso zur endoskopischen Legung von Magenkathetern, eine Behandlung für Hochrisikopatienten oder jene, die einen chirurgischen Eingriff ablehnen. Ist eine Nachbehandlung erforderlich? Eine Nachbetreuung muss interdisziplinär von Diätologen, Internisten, Chirurgen und speziell geschulten Allgemeinmedizinern erfolgen, denn Adipositas ist eine unheilbare Erkrankung und Patienten können jederzeit, sobald die Wirksamkeit chirurgischer Maßnahmen nachlässt, wieder rückfällig werden.

Daher ist ein zentraler Schwerpunkt des IFSO, des „20th World Congress of the International Federation for the Surgery of Obesity and Metabolic Disorders“, die interdisziplinäre Behandlung von Fettleibigkeit und metabolischen Erkrankungen. Psychologen, Internisten, Endokrinologen, Gastroenterologen, Ernährungsspezialisten, Kinderärzte, Radiologen, Anästhesisten und Chirurgen werden im August in der Wiener Hofburg erwartet, mehr als 800 wissenschaftliche Arbeiten und bisher rund 2.000 angemeldete Teilnehmer belegen eindrucksvoll die Bedeutung des Themas.

Prävention und Behandlung jetzt starten Die großen Herausforderungen in der Behandlung von Adipositas ortet Miller nach wie vor im mangelnden Bewusstsein: „Awareness-Programme sind derzeit aus meiner Sicht die einzig wirksamen und sinnvollen Möglichkeiten, aufzuklären und ein Umdenken in Gang zu setzen. Adipositas betrifft ja nicht nur eine bestimmte Altersgruppe, sondern mittlerweile drei Generationen. Es ist dringend an der Zeit, jetzt zu handeln!“ Prävention und Behandlung müssen daher Hand in Hand gehen, denn: „Es hat wenig Sinn, Menschen mit 160 kg Körpergewicht einfach auf Diät zu setzen. Nach kurzfristigen Erfolgen werden sie wieder an der Ausgangslage angekommen sein, frustriert und kränker als vorher.“ Aus Sicht des Experten muss vor allem Kindern und Jugendlichen Hilfe angeboten werden. Studien zeigen, dass die junge Generation gut informiert über Gesundheitsthemen ist, dass jedoch die Rahmenbedingungen das Umsetzen oft schwer machen: „Unser Lebensstil unterstützt nicht wirklich, wenn Essen immer und überall verfügbar ist. Turnstunden werden gekürzt, Bewegung findet kaum mehr statt. Wie kann man dann von jungen Menschen erwarten, dass sie Vorsorge betreiben?“, stellt Miller in den Raum.  n

IFSO - 20th World Congress of the ­International Federation for the Surgery of Obesity and Metabolic Disorders 26.-29. August 2015, Wien, www.ifso2015.com

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Ausbildungsstandards in der Shunt-Chirurgie u Speziell in der Hämodialysebehandlung kommen arteriovenöse Gefäßzugänge und ­Prothesen-Shunts zum Einsatz, um der erhöhten Patientenmorbidität zu begegnen. u Vascular International trainiert in Kursen Shunt-chirurgische Techniken.

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© VASCULAR INTERNATIONAL

eltweit steigt die Zahl der von Diabetes mellitus Betroffenen rasch an. Damit einher geht auch eine erhöhte Zahl an niereninsuffizienten Patienten, die auf regelmäßige Dialyse angewiesen sind. Seit 2002 ist ein Patientenzuwachs von ca. 33 % zu verzeichnen.

Katheter oder Shunt In der Hämodialysebehandlung werden sowohl Dialysekatheter als auch Dialyse-Shunts für die Blutreinigung eingesetzt. „Ein Katheter wird in eine große, zentrale Vene am Hals oder unter dem Schlüsselbein eingelegt“, erklärt Dr. Jürgen Falkensammer vom Gefäßchirurgischen Zentrum Wien am Wilhelminenspital. „Der Nachteil dieser Katheter ist ein erhöhtes Infektionsrisiko. Zudem führt das im Blutstrom befindliche Ende des Katheters besonders bei längerer Verweildauer durch die Reizung der Gefäßinnenwand zu Stenosen und manchmal auch zu Verschlüssen der großen zentralen Venen. Darüber hinaus empfinden viele Patienten einen solchen Katheter als kosmetisch störend.“ Die Anlage eines Katheters ist jedoch in vielen Fällen notwendig, um rasch einen funktionsfähigen Dialysezugang zu erhalten. Neben direkten arteriovenösen Gefäßzugängen kommen auch Prothesen-Shunts zum Einsatz – Shunt-Chirurgie gehört zunehmend zum gefäßchirurgischen Alltag. Falkensammer dazu: „Ein Dialyseshunt ist eine chirurgische ‚Kurzschlussverbindung’ zwischen einer kleineren, peripheren Vene und einer Arterie. Diese Verbindung bewirkt, dass mehr Blut über die Vene fließt. Innerhalb von sechs bis acht Wochen nach der Operation nehmen auch der Durchmesser und die Wandstärke dieses Blutgefäßes zu. Wenn der Shunt ausreichend gut entwickelt ist, kann er mit jeweils zwei Nadeln angestochen und für die Blutwäsche benützt werden. Die Einstichstellen verschließen sich nach Entfernung der Nadeln üblicherweise nach Anlage eines leichten Druckverbandes.“

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Shunt-Kurse von VI erfreuen sich regen Zuspruchs.

Kunststoff als Alternative Wenn ein Patient keine ausreichend guten Venen hat, stehen auch Kunststoff-Shunts zur Verfügung, die als Verbindung zwischen Arterie und Vene unter der Haut implantiert werden können. „Diese Shunts müssen sich zwar nicht erst entwi-


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ckeln, vor der ersten Benützung müssen die Wunden und eventuelle Hämatome aber vollständig abgeheilt und der Kunststoff muss mit dem Gewebe verwachsen sein, um Nachblutungen nach Entfernen der Dialysenadeln zu vermeiden. Dieser Prozess dauert etwa zwei bis drei Wochen“, räumt Falkensammer ein. Als neueste Modelle stehen seit einigen Jahren auch Kunststoff-Shunts zur Verfügung, die – je nach Modell – bereits wenige Stunden bis Tage nach der Operation angestochen werden können, sogenannte „early access grafts“, wie der Shunt-Experte erklärt. Das etwas dickere Material sorgt dafür, dass sich die Punktionsstelle nach Entfernen der Nadel von selbst und unabhängig vom Grad der Einheilung verschließt. „Kunststoff-Shunts haben somit den Vorteil, dass sie früher benützt werden können“, sagt Falkensammer. „Wenn ein ‚early access graft’ verwendet wird, kann die Anlage eines Dialysekatheters überhaupt vermieden werden. Diesem Vorteil stehen allerdings das höhere Risiko eines thrombotischen Verschlusses des Shunts und die häufigeren Shunt-Infektionen gegenüber.“ Im Idealfall sollte ein kunststofffreier Shunt angelegt werden, wenn absehbar ist, dass ein Patient innerhalb des nächsten halben Jahres dialysepflichtig wird. „Kunststoffshunts sind eine notwendige Alternative für Patienten, bei denen keine ausreichend guten Venen vorhanden sind oder, in Einzelfällen, wenn kurzfristig ein Dialysezugang notwendig ist. Die langfristige Benützung von Dialysekathetern sollte möglichst vermieden werden“, so Falkensammer zusammenfassend.

Einzigartige Kursform VASCULAR INTERNATIONAL (VI) reagiert auf den wachsenden Bedarf und bietet Shunt-Kurse an, die sowohl etablierte Verfahren als auch neue Zugangstechniken abdecken. Die eingesetzten Modelle kommen auch bei der praktischen Europäischen Facharztprüfung für Gefäßchirurgie der UEMS zur Anwendung. VI-Kurse vermitteln standardisierte offene und endovaskuläre Techniken auf höchstem Niveau. Trainiert wird an lebensechten, pulsatilen Modellen, was die Übungen besonders praxisnah macht. Alle Tutoren sind erfahrene Gefäß- und Shunt-Chirurgen. Der Schlüssel von einem Tutor auf vier Kursteilnehmer garantiert eine optimale Betreuung und damit einen ausgezeichneten Trainingseffekt mit steiler Lernkurve. Das Spektrum des Kurses reicht von den Grundtechniken der Shunt-Chirurgie über die Anlage einfacher nativer Fisteln bis hin zur Korrektur von Shunt-Aneurysmen und chirurgischen Behandlung von Shunt-assoziierten Durchblutungsstörungen der Hand: Der Kurs beginnt mit Übungen zur gefäßchirurgischen Grundtechnik an der VI-Box, einem einfachen Modell zum Trainieren der gefäßchirurgischen Anastomosentechniken. Alle weiteren Übungen erfolgen an einem neu entwickelten pulsatilen Armmodell. Dieses Modell ist sehr nah am realen

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Jürgen Falkensammer (stehend) und Matthias Widmer (sitzend, von vorne) üben an einem VI-Modell.

OP-Situs und erlaubt das Erstellen aller AV-Fisteln und Prothesenshunts am Arm. Von der Hautinzision bis zur Fertigstellung des Shunts kann jeder Schritt des Eingriffes durchgeführt werden. Die pulsatile Perfusion der Gefäße ermöglicht eine unmittelbare Qualitätskontrolle der angelegten Anastomosen. Zum Kurs wird ein speziell entwickeltes Handbuch herausgegeben, das die verschiedenen arteriovenösen Dialysezugänge im Detail erläutert. Der Band ist ausgiebig bebildert und sowohl mit intraoperativen Aufnahmen als auch mit handgezeichneten Skizzen versehen.  n

VASCULAR INTERNATIONAL Erstmals starteten die Workshops 1991 unter dem Namen VASCULAR ­INTERNATIONAL. Die Foundation Vascular International wurde als Stiftung 1996 gegründet, die VASCULAR INTERNATIONAL School AG folgte im Juni 2010 und steht unter der Leitung von Geschäftsführer Toni Meile. Sie bekennt sich zu der Idee eines optimierten Trainings und Erlernens gefäßchirurgischer Techniken am Modell. Unter dem Primat einer maximalen Patientensicherheit ist es das Ziel von Stiftung und Schule, die gefäßchirurgische Weiterbildung ständig zu verbessern, um eine sichere und effiziente offene und endovaskuläre Versorgung gefäßkranker Patienten zu unterstützen. Die VI-Modelle werden auch bei der Durchführung des Europäischen Facharztexamens Gefäßchirurgie UEMS im praktischen Teil herangezogen, die Kurse eignen sich daher optimal zur Vorbereitung. www.vascular-international.org

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Neuer PU-Schaumverband schont die Umgebungshaut Lohmann & Rauscher (L&R) hat sein Portfolio in Österreich um eine neue Wundauflage erweitert: Suprasorb® P silicone wurde speziell für die hautschonende Versorgung von Wunden mit geringer bis mittlerer Exsudation entwickelt.

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Aufgrund der offenporigen Schaumstruktur und der großzügig dimensionierten Perforation der Silikon-Haftschicht nimmt Suprasorb® P silicone das Exsudat und die darin enthaltenen wundheilungsstörenden Faktoren wie zum Beispiel Proteasen rasch auf.4,5,6 Das Exsudat kann sich gleichmäßig im Verband verteilen und sichert ein feuchtes Wundheilungsmilieu. Damit wird eine reduzierte Anzahl an Verbandwechseln erreicht und die Wunde kann ungestört heilen.6 Die weiche und flexible Beschaffenheit mit und ohne ­Kleberand ermöglicht ein einfaches Anmodellieren der neuen Wundauflage, insbesondere bei anatomischen Besonderheiten.

Umfassende Therapielösungen Für die phasengerechte Wundversorgung stellt L&R Wundauflagen der feuchten Wundversorgung zur Verfügung: So ist beispielsweise der feuchtigkeitsregulierende und antimikrobielle Wundverband Suprasorb X + PHMB besonders geeignet für schwach bis mittel exsudierende Wunden, die infektgefährdet oder infiziert sind. PHMB (Polyhexanid) verfügt über ein

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breites antimikrobielles Potenzial und wirkt unter anderem ­zuverlässig gegen Infektionen mit MRSA und VRE. Der resorbierbare Kollagenschwamm Suprasorb C beschleunigt aktiv die Heilung von Problemwunden aller Exsudationsgrade. Der Allrounder in der Wundversorgung, Suprasorb P, ist für mittel exsudierende Wunden geeignet. n

Lohmann & Rauscher GmbH Johann-Schorsch-Gasse 4, 1140 Wien, Tel.: +43-1-57670-100 www.lohmann-rauscher.com Referenzen: 1 Bambilla R et al., Evaluation of ergonomic aspects in the daily routine of a new foam dressing with silicone adhesive layer. IWWT 2014, Paris (Poster) 2 Wiegand C et al., Comparison of the adhesion disposition of conventional and modern wound dressings in vitro. IWWT 2014 Paris, Wounds UK, 2013 Harrogate (Poster) 3 Wiegand C., Measurement of the adhesion disposition of silicone-coated PU foam dressings in vitro. IWWT 2014 Paris (Poster) 4 World Union of Wound Healing Societies (WUWHS). “Principles of best practice: Wound exudate and the role of dressings. A consensus document. London: MEP Ltd, 2007 5 R&D Report FE-N-1840/2012 & 2141/2013, data on file 6 Davies P, Rippon M, Comparison of foam and hydrocolloid dressings in the management of wounds: a review of the published literature. Worldwide wounds (2010)

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Individuelle Passform, einfache Anwendung

Suprasorb® P silicone wurde speziell für die hautschonende Versorgung von Wunden mit geringer bis mittlerer Exsudation entwickelt.

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chaumverbände sind ideale Begleiter für eine einfache Wundversorgung. Suprasorb® P silicone bietet nun auch eine Lösung für Patienten, deren Wunden von empfindlicher Haut umgeben sind. Die neue Wundauflage verfügt über eine gute Haftung auf der Haut, was für eine sichere Fixierung während der gesamten Tragedauer sorgt – auch bei stark beanspruchten Körperstellen.1 Zudem kann Suprasorb® P silicone aufgrund seiner selbsthaftenden Eigenschaft problemlos von einer Person appliziert werden.1 Die Silikon-Haftschicht verhält sich besonders schonend zum Wundbett und zur Umgebungshaut, was die atraumatische Entfernung des Verbandes auch bei empfindlicher Haut ermöglicht.1,2,3 In einer Befragung gaben 91,6 % der Patienten an, keinen zusätzlichen Schmerz durch den Verbandwechsel zu verspüren.1 Einsatzgebiete sind schwach bis mittel exsudierende, chronische und akute Wunden mit empfindlicher Umgebungshaut.


Händedesinfektion = Menge + Zeit + Wirksamkeit + Compliance u Händehygiene gehört zu den wichtigsten Maßnahmen zur Prävention von Infektionen. u Die klinische Wirksamkeit eines Händedesinfektionsmittels hängt von dessen ­antimikrobieller Wirksamkeit, der verwendeten Menge und Einwirkungszeit sowie der richtigen Anwendung auf den Händen ab. u Doch das „beste“ Händedesinfektionsmittel kann keine Wirkung zeigen, wenn es im Wandspender verbleibt.

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ine der wesentlichen Anforderungen an Händedesinfektionsmit­ tel ist deren antimikrobielle Wirksamkeit. Viele Händedesinfektionsmittel basieren auf Alkohol wie Ethanol, Iso-Propanol, n-Propanol oder Gemischen dieser Alkohole, die über einen schnellen Wirkungseintritt und ein breites antimikrobielles Wirkspektrum verfügen. Entscheidend für die Auswahl eines Desinfektionsmittels ist das Wissen, welche Art von Mikroorganismen in welcher Ausgangszahl über welche Zeit sicher abgetötet oder inaktiviert werden sollen. Angaben zum abgedeckten Erregerspektrum finden sich entweder auf den Gebinden der Händedesinfektionsmittel selbst oder sie können fallweise aus den unterschiedlichen Expertisenlisten medizinischer Fachgesellschaften entnommen werden. Bei der Auswahl eines gelisteten Präparates aus der Expertisenliste der Österreichischen Gesellschaft für Hygiene, Mikrobiologie und Präventivmedizin (ÖGHMP), des Verbund für Angewandte Hygiene (VAH) oder des Robert-Koch-Institutes (RKI) kann dessen antimikrobielle Wirksamkeit für die genannten Mengen und Einwirkungszeiten als sicher angenommen werden. Zu beachten ist allerdings, dass weder die Verträglichkeit auf Händen noch die Akzeptanz der Anwender von Expertisenlisten beurteilt werden können.

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Akzeptanz durch den Nutzer Unter praxisnahen Bedingungen erfüllen die meisten Präparate die Wirksamkeitsanforderungen der europäischen Norm EN 1500, wobei zunehmend viele Händedesinfektionsmittel die Anforderungen der EN 1500 bereits innerhalb von 30 oder sogar 15 Sekunden erreichen können. Händedesinfektionsmittel, die vom Hersteller mit einer Einwirkungszeit über 1 Minute ausgelobt sind, sind aus klinischer Sicht nicht praxistauglich.

Die vollständige Benetzung der Hände mit dem Händedesinfektionsmittel ist Grundvoraussetzung, damit eine sichere Desinfektion erreicht werden kann. Dazu ist das sorgfältige Verreiben des Präparates auf den vollständig trockenen Händen erforderlich; in der Praxis dauert das 22 bis 28 Sekunden und kann daher bei Händedesinfektionsmittel mit sehr kurzen Einwirkungszeiten oft nicht erreicht werden. Aus rein mikrobiologischer Sicht ist jedoch hinsichtlich der antimikrobiellen Wirksamkeit eines alkoholischen Händedesinfektionsmittels klar, dass je mehr und je länger dieses verwendet wird, umso höhere mikrobielle Reduktionsfaktoren auf den desinfizierten Händen erreicht werden können. Für den klinischen Anwender spielen oft objektiv messbare Leistungen wie antimikrobielle Effektivität eine geringere Rolle als subjektive Aspekte wie Geruch, Farbe oder Gefühl auf den Händen. Die Akzeptanz eines Händedesinfektionsmittels lässt sich jedoch nur schwierig messen.  n ve 2SaDFP the Date

Punkte

DFP-Literaturfortbildung Dieser Bericht beinhaltet einen Teilaspekt aus dem DFP-Beitrag „Kriterien zur Bewertung von Händedesinfektionsmittel für die hygienische Händedesinfektion.“ von Prof. Dr. Ojan Assadian, Institute for Skin Integrity and Infection Prevention, o.assadian@hud.ac.uk), erschienen in „die PUNKTE 2/2015 bzw. auf www.meindfp.at.

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Schmutzige Hände – eines der ­Top-Risiken im Gesundheitswesen

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osokomiale Infektionen sind eines der Top-Risiken im Gesundheitswesen. Das Thema Patientensicherheit und damit einhergehend Mitarbeitersicherheit hat in den letzten Jahren im Gesundheitswesen massiv an Bedeutung gewonnen. Das LKH-Universitätsklinikum Graz hat zwischen 2010 und 2014 mit viel Engagement aller Mitarbeiter ein umfassendes klinisches Risikomanagement implementiert. In dieser Zeit konnten 158 Mitarbeiter aus allen Berufsgruppen zu klinischen Risikomanagern ausgebildet werden, die wiederum 500 Risiken identifizierten. Daraus wurden die Top-Risiken für das Universitätsklinikum abgeleitet: Patientenverwechslung, Seitenverwechslung, OP-assoziierte Risiken, Medikationsverwechslung, nosokomiale Infektionen, übersehene Allergien; Information und Kommunikation, Suchtmittelgebarung, Dokumentation, Geräteschulung und Schmerzmanagement. Die identifizierten Top-Risiken decken sich auch mit der Literatur.

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Seitens der World Health Organization und auch nationaler Institutionen wurden daher Strategien und Normen entwickelt, um diese Risiken, die während des Behandlungsprozesses auftreten können, bestmöglich zu vermeiden. Im Krankenhaus erworbene Infektionen spielen dabei eine wichtige Rolle. Aufgrund der unterschiedlichen Entstehungsmechanismen können verschiedene Einflüsse das Auftreten von nosokomialen Infektionen begünstigen. Dazu zählen patientenbezogene Faktoren ebenso wie die Krankenhausumgebung, die Medizintechnik und mitarbeiterbezogene Faktoren.

Wirkungsvolles Maßnahmenbündel So sind unterschiedliche Ansätze und Zugänge zu diesem Thema wichtig, um das Infektionsrisiko entsprechend zu minimieren. Dies betrifft zum einen die infrastrukturelle Ausstattung

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u Die Hände des Personals gelten als wichtigster Übertragungsweg für nosokomiale Infektionen. u Mitarbeiter und Patienten müssen gleichermaßen auf das Thema aufmerksam gemacht werden. u Compliance-Beobachtungen und laufende Erhebungen sorgen unter anderem für die ­Nachhaltigkeit der Maßnahmen.


mit Desinfektionsmittelspendern wie auch zum anderen die wiederkehrende Sensibilisierung der Mitarbeiter zum Thema „saubere ­ Hände“ durch Experten wie Hygienefachkräfte, Krankenhaushygieniker und Infektiologen. Im Zuge der Risikobewältigungsstrategie von nosokomialen Infektionen am LKH-Universitätsklinikum Graz wurde daher eine Reihe von Maßnahmen umgesetzt, um vorzusorgen. Dazu zählen unter anderem die optimale Ausstattung mit Desinfektionsmittelspendern im stationären Bereich und Intensivstationen, die wiederkehrende Fortbildungen zu den „5 Indikationen der Händedesinfektion“, die Fortbildung für Studierende und Pflegeschüler, das Anbringen von Postern der Aktion „Saubere Hände“, die Erhebung des Desinfektionsmittelverbrauches sowie das Durchführen von Compliance-Beobachtungen und die Etablierung von Aktionstagen.

Einbindung der Patienten Einen weiteren wesentlichen Erfolgsfaktor stellt die aktive Einbindung der Patienten und der Besucher dar. Zu diesem Zweck wird ein Informationsfolder vom Gesundheitsfonds Steiermark in Kooperation mit der Aktion „Saubere Hände“ Deutschland an Patienten und Besucher verteilt, der über die Ziele und den Nutzen der Händedesinfektion aufklärt. Die Wirksamkeit der implementierten Maßnahmen lässt sich indirekt durch einen höheren Desinfektionsmittelverbrauch ableiten und konnte auch durch Compliance-Beobachtungen vor Ort auf Stationen und im Intensivbereich bestätigt werden. Für eine direkte Messung der Reduktion von tatsächlich aufgetretenen nosokomialen Infektionen ist derzeit ein Register in Erprobung.  n

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© W. Stieber

© LKH-Univ. Klinikum Graz

© Quelle: Kanizaj Marija-M.

Autoren v.l.n.r: Mag. Dr. Gerald Sendlhofer
 Leiter der Stabsstelle QM-RM
Stmk. Krankenanstaltenges.m.b.H.
LKH-Univ.Klinikum Graz
 Auenbruggerplatz 1/4, 8036 Graz
 Tel: +43-316-385-12998
, gerald.sendlhofer@klinikum-graz.at www.klinikum-graz.at, www.safetyinhealth.com OSr. DKKS Renate Zierler, Msc, Leiterin des Hygiene-Expertenteams Brigitte Kober, BA, MA, Projektmitarbeiterin der Stabsstelle QM-RM


Im Gespräch

Händehygiene

Awarness schaffen, Compliance fördern Motivations- und Informationsmaßnahmen zur Händehygiene dürfen keine Eintagsfliege sein. Mit diesem Thema kann ein Krankenhaus nur dann reüssieren, wenn die Maßnahmen kontinuierlich verfolgt werden.

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ag. Dr. Gerald Sendlhofer, Leiter der Stabsstelle Qualitätsmanagement und Risikomanagement am LKH-Universitätsklinikum Graz, hat im Zuge des Aufbaues eines Risikomanagementsystems nicht nur die Ausbildung von 158 Risikomanagern initiiert, sondern auch mit den Ärzten und Pflegern gemeinsam den Klinikalltag nach Risiken untersucht. Das Ergebnis waren 500 Schwachstellen, die im Arbeitsprozess zu einem Risiko für Patienten oder Mitarbeiter führen können. Eines dieser Sicherheitsrisiken sind nosokomiale Infektionen. Einfach Abhilfe schaffen saubere Hände – ein „ungeliebtes“ Thema, das im Arbeitsalltag Arzt und Pflege umso wichtiger ist, denn mit einfachen und oft kostengünstigen Maßnahmen kann große Wirkung erzielt werden: die Senkung des Infektionsrisikos.

Die „optimale“ Ausstattung ist eine wichtige Basis für gelungene Händehygiene. Was zählt dazu? Zu allererst haben die Hygienefachkräfte bei einer Begehung von allen Stationen und Intensivstationen erhoben, ob gemäß den Vorgaben der WHO, der World Health Organization, auf den Stationen pro Zimmer für zwei Betten ein Desinfektionsmittelspender vorhanden ist. Auf den Intensivstationen soll ein Spender pro Bett installiert sein. Das Ergebnis zeigte, dass am gesamten Klinikum 500 Spender gefehlt haben. Die wurden nachgerüstet und in Bereichen, in denen das Montieren der Spender nicht möglich war, wurden die Mitarbeiter mit Kitteltaschenflaschen ausgestattet. Nach rund zwei Jahren wurde die Begehung von den Hygienefachkräften wiederholt und insbesondere darauf geachtet, ob die Spender auch tatsächlich mon-

Der Test am Risikotag zeigt, wie viel Farbe an der Hand bleibt, wenn die Handschuhe ausgezogen werden.

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© Quelle: Kanizaj Marija-M.

Mag. Dr. Gerald Sendlhofer, Leiter der Stabsstelle Qualitätsmanagement und Risikomanagement am LKH-Universitäts­ klinikum Graz

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Facts & Figures mehr als 90.000 stationäre Patienten pro Jahr ca. 400.000 ambulante Patienten ca. 7.000 Mitarbeiter ca. 16.500 Liter Desinfektionsmittelverbrauch pro Jahr Humor schafft Aufmerksamkeit: Posteraktion zum Thema Händehygiene

tiert und gut zugänglich waren. Ich bin überzeugt, dass die Form der optimierten Infrastruktur wesentlich dazu beiträgt, dass die Händehygiene überhaupt durchzuführen ist.

„Dranbleiben“ heißt die Devise, welche Maßnahmen wurden in puncto Awareness gesetzt? Wir haben an alle Kliniken ein Startup-Package verteilt, das Poster von der Aktion „Saubere Hände“ der Charité Berlin sowie Informationsbroschüren für Mitarbeiter, Patienten und Besucher umfasst. Zusätzlich wurden Fortbildungsmaßnahmen für die Mitarbeiter gestartet, doch davor musste ein Ist-Stand erhoben werden, um später auch den Erfolg der Maßnahmen bestätigen zu können. Daher wurden die Mitarbeiter zu ihrer Einstellung zum Thema befragt und erhoben, ob sie die fünf Indikationen der Händedesinfektion kennen und wie sie sich selbst bei der Anwendung davon einschätzen würden. Dann startete die Schulung durch die Hygienefachkräfte an jeder Station. Ärzte und Pflege wurden dazu eingeladen, die Teilnahme musste zum Zeichen der Verbindlichkeit und Ernsthaftigkeit auch mit Unterschrift bestätigt werden. Diese Schulungsmaßnahmen wurden in den Jahren 2012 und 2013 durchgeführt, danach wieder befragt. Wenig verwunderlich war, dass das Wissen um die fünf Indikationen für die Händedesinfektion gestiegen ist, und auch das eigene Verhalten hat sich deutlich verbessert. Zur Beurteilung der Compliance in Sachen Händehygiene gibt es unterschiedliche Schwellenwerte, wir liegen überall zwischen 70 und 90 Prozent, eine Zahl, auf die wir durchaus stolz sein können. Wird die Compliance weiter beobachtet? Ja, um zu sehen, wie die Umsetzung der fünf Indikationen zur Händehygiene in der täglichen Praxis tatsächlich aussieht. Es finden pro Station/Intensivstation immer zwei Beobachtungen statt. Wir haben schon rund 5.000 Möglichkeiten zur Händedesinfektion beobachtet, dort, wo wir bereits in der zweiten Runde sind, liegt die Compliance nahezu bei 90 Prozent. Zu-

sätzlich wird als indirekter Indikator auch der Verbrauch an Desinfektionsmittel erhoben, um die Daten zu verifizieren.

Wie ist die Auswirkung der Maßnahmen auf nosokomiale Infektionen zu beurteilen? Seit Kurzem steht uns eine Datenbank zur Erfassung der nosokomialen Infektionen auf Intensivstationen zur Verfügung. Die Ergebnisse vom Vorjahr liegen demnächst vor und erst jetzt kann hier der Zusammenhang ausgewertet werden. Das macht ein Urteil über den Erfolg der einzelnen Maßnahmen erst möglich. Welche nächsten Schritte sind nun geplant? Wir planen auch heuer wieder einen Risikotag, an dem ist die Händehygiene ein Bestandteil. Dieser österreichweite Erfahrungsaustausch mit rund 300 Teilnehmern wird Ende September stattfinden. Wir testen gerade einen Spender, der ohne Pumpen nur durch Hinhalten der Hände eine gewisse Menge an Desinfektionsmittel abgibt. Dieser Spendertyp findet großen Zuspruch beim Personal. Der Spender ermöglicht auch prinzipiell die Aufzeichnung, wie viele Milliliter abgefasst werden. Dies wäre ein wirkungsvolles Instrument, um festzustellen, an welcher Stelle die Spender mehr oder weniger gut positioniert oder frequentiert werden. Für uns ist das Wichtigste die Nachhaltigkeit der Maßnahmen.  n

3. Grazer Risikotag & 7. Grazer Schmerztag Sicherheit im Krankenhaus: Von der Strategie zur Umsetzung 29. – 30. September 2015, Graz Anmeldung: qualitaetsmanagement@klinikum-graz.at

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Geschäfte mit der Luft sind keine Luftgeschäfte! Im gesamten Gesundheitswesen wird der Sparstift angesetzt und ein enormer Kostendruck ist spürbar. Umso mehr lässt Cleanroom Technology Austria GmbH, führender Spezialist auf dem Gebiet der modernen Reinraumtechnik und innovativen Sterilluftanlagen, mit ihrem Angebot aufhorchen: Sie verkaufen Luft. Ing. Roman Czech, Geschäftsführer, Cleanroom Technology Austria GmbH, erklärt, was hinter dieser Idee steckt.

Geld für Luft zu verlangen, ist das nicht in Zeiten eines drastischen Sparkurses in den Spitälern eine vermessene Forderung? Auf den ersten Blick schon, doch wir verkaufen mehr als nur Luft – konkret geht es um reine Luft und die führt im Gesundheitswesen sogar dazu, dass Geld gespart werden kann. Wie ist das möglich? Krankenhausinfektionen verursachen hohe Kosten und viel Leid für Betroffene. Unser Ziel ist es, mit unseren Entwicklungen und Angeboten die Quelle der Infektionen auszuschließen. Luftgetragene Keime in der Operationsumgebung sind nicht sichtbar und werden daher auch wenig in Betracht gezogen, wenn es um OP-Risiken geht. Was konkret bietet Ihr Unternehmen dazu an? Neue chirurgische Methoden kombiniert mit dem zunehmenden Leistungs- und Kostendruck führen zu immer höheren Anforderungen an ein OP-Team. In diesem engen Korsett die Herausforderungen in puncto Hygiene- und Qualitätsstandards einzuhalten wird immer schwieriger. Hier setzt unsere Leistung an. Für Kunden in Industrie und Medizin werden auf Basis der individuellen Anforderung maßgeschneiderte und schlüsselfertige Reinräume geplant, produziert, montiert und gewartet. Das heißt, wir liefern eine Lösung für die spezifische Anforderung des Kunden und idealerweise wird die „verbrauchte Luft“ bezahlt und nicht die Errichtung eines Raumes. Welche Rolle spielt die Planung in diesem Prozess? Im ersten Schritt ist es einerlei, ob es sich um einen 0,5 m2 kleinen Tisch-Laminar-Flow handelt oder eine 1.000m2 große Produktionshalle. In beiden Fällen müssen die Anforderungen analysiert werden und dann erst wird der maßgeschneiderte Reinraum dazu entwickelt. Standardangebote für einen Reinraum erhalten Sie schnell, doch sind diese meist überhaupt

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Die Lösung für die spezifische Anforderung des Kunden heißt „reine Luft“ und nicht Reinraum.

nicht vergleichbar und schaffen letztendlich nicht das, was der Kunde möchte: die Lösung seines Problems. Daher investieren wir rund zwei Drittel der Projektzeit in die Planung, sodass am Ende dann eine wirklich maßgeschneiderte und den Bedürfnissen angepasste Lösung steht. Das können auch unterschiedliche Varianten sein, die aber dennoch alle zum selben Ziel führen.

Wie starten Sie ein derartig komplexes Projekt? Wir wollen zuerst das Problem verstehen, dazu haben wir rund 150 Fragen an den Kunden – wie hoch sind die Räume, woher kommt die Sonneneinstrahlung, welche Tätigkeiten werden dort verrichtet, welche Kontaminationsquellen gibt es, welche Kleidung haben die Mitarbeiter an... Das sind nur einige davon! Kunden können am besten ihr Problem formulieren – so lautet zum Beispiel die Anforderung „weniger als ein Keim pro


Ing. Roman Czech, Geschäftsführer, Cleanroom Technology Austria GmbH

Reinraumtechniker macht. Und der benötigt keine Messgeräte – er betritt einen Raum und weiß sofort, wo die Schwachstellen liegen. Die Ergebnisse der Messungen sollen nur mehr beweisen, was ohnehin evident ist.

Wohin geht der Trend in Sachen Reinraumtechnik? Aus der Medizin wissen wir: Viel hilft nicht immer viel. Das gilt auch für Reinräume. Bis vor wenigen Jahren wurden noch oft überdimensionierte Anlagen gebaut. Das Ergebnis waren hohe Kosten, aber nicht notwendigerweise eine bessere Risikoreduktion. Erst eine angepasste Reinraumtechnik bildet die Grundlage das höchstmöglich erreichbare Sicherheitspotenzial am Arbeitsplatz. Daher heißt die Devise: Keine Angst vor Reinräumen!  n Maßgeschneiderte und schlüsselfertige Reinräume werden geplant, produziert, montiert und gewartet.

Kubikmeter Luft im Wundfeld“. Wir sorgen dann für den passenden Rahmen, zum Beispiel die Bodenbeschaffenheit, die Luftströmung oder das richtige Material zum Auskleiden der Wände. Gebaut wird am Ende, was unter den gegebenen Rahmenbedingungen wirklich gebraucht wird, und damit halten wir nicht nur die Investitionskosten gering, sondern auch die Betriebskosten.

Entgeltliche Einschaltung

Wo werden die Komponenten produziert? Eine hohe Qualität des Endproduktes erfordert natürlich eine ebenso hohe Qualität der Herstellung. Daher fertigen wir die Reinraumlösungen ausschließlich im eigenen Unternehmen. Bei der Auswahl der Lieferanten setzen wir auf österreichische Markenprodukte. Ein eigenes Montageteam übernimmt dann den Aufbau bis zur schlüsselfertigen Übergabe. Wenn eine Anlage errichtet ist, dann übernehmen wir auch die Abnahme und die erforderlichen behördlichen Messungen und Dokumentationen. Unsere Mitarbeiter haben Gutachterstatus. Aber auch danach lassen wir den Kunden nicht im Regen stehen: Unser Ziel ist es, auf lange Sicht die reine Luft auch sicherzustellen. Über Wartungsverträge bleibt die Verantwortung in unserer Hand. Zusammengefasst heißt das für uns: Reinraumtechnik ist Vertrauenssache. Stichwort Montageteam – eine hochspezialisierte Leistung wie die von Cleanroom Technology Austria erfordert vermutlich auch ein ebenso qualifiziertes Team? Ja, Reinraumtechnik erfordert ein hohes Maß an Perfektionismus, Know-how und 100 % Verlässlichkeit. Wir bringen 40 Jahre Erfahrung mit und bilden unsere Mitarbeiter auch selbst aus. Dazu wurde ein Schulungsprogramm entwickelt, das innerhalb von vier Jahren aus einem Messtechniker einen echten

Cleanroom Technology Austria GmbH IZ-NÖ-Süd, Straße 10, Objekt 60 2355 Wr. Neudorf, Tel: +43-2236-320053-0 office@cta.at, www.cta.at

Mobile Sterilluftversorgung InstrumentAir® Sichere und effektive Sterilluft-Versorgungssysteme zählen zu den Basisanforderungen in OP-Räumen. Die Schutzzone einer modernen TAV-Decke soll den Patienten, das OP-Team und die Instrumententische verlässlich vor luftgetragenen Keimen schützen, doch oft benötigen Instrumente oder OP-Zubehör zusätzlichen Platz, der dann nicht mehr im Schutzzonenbereich liegt. Das mobile InstrumentAir® TAV-Sterilluftversorgungssystem sorgt hier für mehr Raum innerhalb der Schutzzone. Eine stabile, direkte und horizontal gerichtete Strömung am Instrumententisch wird erzeugt und luftübertragene Keime werden so vom Arbeitsfeld ferngehalten. Die effiziente Bauweise erlaubt es, alle gängigen Instrumententische mit dem InstrumentAir® zu kombinieren. Aufgrund der Kompaktheit des Gerätes eignet es sich auch ideal zum Einsatz in OP-Räumen, Eingriffsräumen oder Ordinationen. SurgeonAir® Die Effektivität von TAV-Deckensystemen ist durch die gestiegenen Ansprüche bei Operationen sehr eingeschränkt: C-Bögen, Messgeräte, OP-Leuchten, Patientenwärmesysteme oder Trennwände behindern die labile vertikale TAV-Strömung. Das mobile SurgeonAir® TAV-Sterilluftversorgungssystem wird im Operationssaal zusätzlich zu bestehenden TAV-Deckensystemen mit stabiler, direkter und gerichteter Strömung in Richtung Operationsfeld positioniert und hält mittels einer turbulenzarmen Verdrängungsströmung luftübertragene Keime vom Wundfeld fern. Aufgrund der Kompaktheit des Gerätes eignet es sich auch ideal, um kleinere Interventionen in Eingriffsräumen oder Ordinationen unter sterilen Luftbedingungen durchzuführen.

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Medizin & Wissenschaft

Reinraum

Sicher und sauber u Reinräume schirmen ihr Innenleben vor Keimen und Partikeln aller Art bestmöglich ab. u Sie werden in der Pharmaindustrie ebenso benötigt wie in der Medizin, aber auch in der Lebensmittel- oder der Elektronikindustrie. u Erste Reinraumexperten wurden kürzlich an der TU Graz ausgebildet.

oderne Reinraumtechnik wird in fast allen Bereichen der produzierenden und verarbeitenden Wirtschaft, aber auch in vielen Dienstleistungs- und Gesundheitsbereichen benötigt, wie etwa bei der Herstellung von Zytostatika. Der Reinraummarkt ist nicht nur einer der am stärksten wachsenden Märkte, sondern ist auch durch eine rasche technologische Weiterentwicklung geprägt. Um einen Reinraum zu bauen, ist umfassendes Wissen aus Bautechnik, Verfahrenstechnik, Mikrobiologie und Hygiene, aber auch aus der Betriebswirtschaftslehre notwendig. Knowhow am Puls der Zeit ist daher ebenso gefragt wie das Verständnis für medizinische Abläufe und Erfordernisse, um die Technologien bestmöglich anzuwenden und neue komplexe Entwicklungen zu konzipieren und umzusetzen.

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Reinraumpioniere gefragt Dass die Konzeption und der Bau von Reinräumen für Spitäler besondere Kenntnisse erfordern, hat nicht zuletzt auch dazu geführt, dass an der TU Graz der erste und bislang einzige Universitätslehrgang für Reinraumtechnik ins Leben gerufen wurde. Vor zwei Jahren haben sich Industriepartner, Vertreter des Humantechnologie-Clusters und der TU Graz zusammengeschlossen und Europas erste „Akademische Experten in Reinraumtechnik“ ausgebildet. Die ersten zwölf Absolventen haben erst zu Jahresanfang ihr Studium an der TU Graz abgeschlossen. Produkte, die unter Reinraumbedingungen hergestellt werden, unterliegen hohen Ansprüchen im Hinblick auf ihre Qualität.

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Medizin & Wissenschaft

„Schon ein Haar oder eine Hautschuppe kann einen Computerchip unbrauchbar machen, dazu führen, dass Lebensmittel verderben und besonders Medikamente müssen absolut keim- und partikelfrei verpackt werden. Aber auch ein Operationssaal oder eine Intensivstation wäre ohne kontrollierte Umgebung heute nicht mehr denkbar“, beschreibt Lehrgangsleiter Univ.-Prof. DI Dr. Johannes Khinast vom Institut für Prozess- und Partikeltechnik der TU Graz die breiten Anwendungsfelder.

Planung ist Teamwork Auf der Hand liegt, dass bei der Errichtung von Reinräumen eine Reihe von Anforderungen unter einen Hut gebracht werden muss und das erfordert die intensive Zusammenarbeit von Planern, Architekten, Spitalsbetreibern und Spezialunternehmen wie beispielsweise der Lindner Reinraumtechnik GmbH. „Unser Produktportfolio im Bereich OP-Ausbau besteht primär aus Decken- und Lichtsystemen, Wand- und Heizwandsystemen, Verglasungen, Schiebetüren, Strahlenschutz-, Schall- und Brandschutzkomponenten sowie Lüftungskomponenten“, gibt Geschäftsführer Franz Starzer von Lindner Reinraumtechnik GmbH Einblick. Das Unternehmen fungiert auch als Generalunternehmer oder -übernehmer und bietet für Spi-

Im Gespräch DI (FH) Nikolaus Ferstl, Technischer Leiter, ­Universitätsklinikum Regensburg Welche grundlegenden Anforderungen werden an die Reinraumtechnik in einem Universitätsklinikum gestellt? Das lässt sich so einfach nicht über einen Kamm scheren, das Wichtigste ist, die geltenden Rechtsvorschriften als Betreiber einzuhalten und alles ausführlich und vollständig zu dokumentieren. An erster Stelle stehen hier die nationalen Gesetze wie das Arzneimittelgesetz (AMG) oder das Medizinproduktegesetz (MPG), aber auch Leitfäden wie etwa von der WHO oder FDA. Dann folgen Normen und Richtlinien der Fachverbände. Für welche Anwendungsbereiche gibt es Reinraumlabore an Kliniken? An Universitätskliniken wie unserer zum Beispiel für die Forschung, die Herstellung von Arzneimitteln, Stammzellen, Thrombozyten oder auch im Bereich der Mikrobiologie. Eine eindeutige Definition der Nutzung ist zur Klärung des Genehmigungsverfahrens und der damit verbundenen Erteilung der Herstell- oder Betriebserlaubnis durch die zuständige Genehmigungsbehörde zwingend erforderlich. Auf dieser Basis können die grundsätzlichen Anforderungen wie Reinraumklassifizierung, Temperatur, Feuchte oder das Hygienekonzept festgelegt werden. Weiters können Anforderungen an Materialien und Oberflächen und auch der Umfang der Reinraumqualifizierung über alle Projektphasen festgelegt werden. Reinräume zählen im Krankenhaus zu den größten Energieverbrauchern. Wie kann hier auf Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz geachtet werden?

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täler schlüsselfertige Komplettlösungen. „Das beinhaltet zusätzlich die Planung und Ausführung von Gewerken, wie zum Beispiel die Raumlufttechnik oder die Elektroinstallationen, sowie den kompletten Ausbau der öffentlich zugänglichen Klinikbereiche“, so Starzer weiter. Nach der Projektabwicklung stehen die Experten auch bei der Inbetriebnahme und Abnahme von Reinräumen im Hinblick auf Qualifizierung, Validierung und Dokumentation der Anlage zur Verfügung. Personal wird geschult und die laufende Wartung sowie das Facility Management runden das Angebot ab.

Aktuelle Herausforderungen Die großen Herausforderungen bei Spitälern sieht Starzer vor allem in den steigenden Anforderungen bei gleichbleibenden Budgets: „Die technischen Anforderungen nehmen massiv zu, je nach Bundesland und Einrichtung gibt es unterschiedliche Hygienevorschriften, die es zu beachten gilt“, so der Experte. Den Reinraum „von der Stange“ gibt es längst nicht mehr und so stehen projektspezifische Sonderlösungen an der Tagesordnung. Für Spitäler ist die Expertise von Reinraumexperten heute kaum mehr wegzudenken, da es sich bei der Errichtung um kostenintensive Projekte und Aufgaben außerhalb der täglichen Routine handelt.  n

Nachhaltigkeit beginnt beim ersten Gedanken an ein Projekt und endet in Regel erst mit der Außerbetriebnahme einer Anlage. Energieeffizienz lässt sich schon durch kreative Systemoptimierungen und geringe Investitionskosten erreichen, deren Amortisation oft schon in kurzer Zeit gegeben ist. Der Trend geht eindeutig dazu, Flächen zu optimieren, also nur jene Reinraumklassen zu realisieren, die auch wirklich notwendig sind, denn jede höhere Reinraumklasse vervielfacht den Preis. Durch steigende Energiekosten und die Notwendigkeit, CO2-Emissionen zu reduzieren, rücken die Nutzungsbereiche mit einem hohen spezifischen Energieverbrauch wie eben Reinräume zunehmend in den Fokus. Durch eine gesamtheitliche Analyse ausgehend von der Überprüfung der zweckgebundenen Nutzung, Klärung der zu erfüllenden Gesetze, Vorschriften, Normen, Optimierung des Funktionslayouts und der Anlagentechnik bis zur Reorganisation der wiederkehrenden Instandhaltungs- und Wartungstätigkeiten lässt sich enormes Einsparpotenzial generieren, ohne außerordentliche Investitionskosten veranschlagen zu müssen. Wie lässt sich der Energieverbrauch grundsätzlich optimieren? Beispielsweise durch Zeitprogramme mit Betriebsphasen „in operation/at rest“, durch die Spülung nach Arbeitsende und vor dem geplanten Arbeitsbeginn, durch Zutrittskontrolle mit möglichem Zutritt nur in der Arbeitszeit oder durch den Luftwechsel in der Phase „at rest“ . Welche Rolle spielt die Anlagentechnik? Gemäß der Laborrichtlinie sind Reinraumlabore zu 100 % mit Außenluft zu versorgen. Da somit jeder Kubikmeter Luft in Abhängigkeit des Außenluftzustands und der Reinraumanforderung zu konditionieren ist, muss besonders hier auf effiziente Anlagentechnik geachtet werden. Dazu zählen zum Beispiel Stromverbrauch, eine strömungsgünstige Luftführung, die passende Filtertechnik oder eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung. Maßgeblich entscheidend ist natürlich auch eine energieeffiziente Regelstrategie. Die Integration des Reinraum-Monitoring-Systems mit der Gebäudeautomation ist die Basis für die effiziente Optimierung der Regelstrategien der Anlagen.


Medizin & Wissenschaft

DER UN TERSCH IED

Reine Räume, ­reine Wäsche Reinraumtextilien zu bearbeiten erfordert besondere Rahmen­ bedingungen und die Verbindung von Kompetenz und Sicherheit.

Z

ur Vermeidung von Partikelemissionen oder statischen Störungen im speziellen Umfeld von sensiblen Produktionsoder Forschungsstätten stellt der Salesianer ­Reinraumtextilien-Experte dekontaminierte und bei Bedarf sterili­ sierte Reinraumkleidung zur Verfügung. Dabei setzt das Unternehmen auf Erfahrung und Know-how, denn bereits seit 1992 verfügt der Standort Wiener Neustadt über einen „Cleanroom“. Hier wird unter ganz besonders reinen Bedingungen Spezialbekleidung für den Hightech-Einsatz in der Elektronik- und Pharmaindus­ trie, aber auch in medizinischen Spezial­ bereichen wie z. B. Krankenhausapotheken aufbereitet. Reinraumwäsche umfasst Vollschutzhauben, Mundschutz, Overalls, Überstiefel und Zwischenbekleidung. Sie

Im Gespräch

besteht zu 98 % aus Polyester und 2 % Karbon-Antistatikfasern. Das Gewebe gibt selbst keine Partikel ab und ist so eng gewebt, dass nahezu keine Partikel durchdringen können. Der Reinraum ist nach ISO 14644 in der Luftreinheitsklasse 4 zertifiziert. Die gesamte Deckenfläche ist mit Hochleistungs-Schwebstoff-Filtern ausgestattet. Die Luft wird angesaugt, gefiltert und mit definierter Geschwindigkeit nach unten gedrückt. Daher herrschen im Reinraum immer Überdruck und ein leichter Luftstrom, der dafür sorgt, dass die Partikel nach unten weggedrückt werden. Essenziell für den Reinraum ist die kontinuierliche Qualitätskontrolle sowohl durch interne Messgeräte wie den Laserpartikelzähler als auch durch externe Prüfinstitute. n

Dr. Andreas Philipp, Geschäftsführer SALESIANER MIETTEX GmbH

Welche Spezialbedingungen erfordert die Aufbereitung von Reinraumwäsche? Einerseits Waschschleudermaschinen in spezieller Reinraumausführung und auch spezielle Waschmittel. Ab dem Zeitpunkt der Entnahme der Kleidung aus der Waschmaschine bis zum Ausschleusen der eingeschweißten Artikel aus dem Reinraum erfolgt das Handling in einem Reinraum. Dieser entspricht bei Salesianer der ISO-Klasse 4. Das Gewebe von Reinraumwäsche ist sehr eng gewebt. Wie kann sichergestellt werden, dass dennoch der Tragekomfort für Mitarbeiter gewährleistet ist? In Reinräumen ist es in der Regel kühl, das heißt rund 21 °C oder noch kühler, je nach Branche. Aufgrund der laminaren Luftströmung ist es auch zugig, sodass sich das eng gewebte Gewebe nicht negativ auf Tragekomfort auswirkt. Dennoch haben Reinraumgewebe trotz der Dichtheit ein vertretbares Maß an Luftdurchlässigkeit. Der bequeme Raglan-Armschnitt sorgt zudem für ein angenehmes Tragegefühl und entsprechende Bewegungsfreiheit.

Wer Hightech kann, der schafft auch das Alltägliche. Reinraumtextilien für Pharmaindustrie, Medizinprodukte-Herstellung, Mikroelektronik und Forschung: ein technisches und logistisches Kriterium. Ob Miettextilservice für Gewerbe und Industrie, Hotellerie und Gastronomie oder das Gesundheitswesen – SALESIANER MIETTEX steht für Hygiene, Nachhaltigkeit und fehlerfreie Abwicklung. Tag für Tag. Wählen Sie die wirtschaftliche und kompetente Lösung. Profitieren Sie vom Unterschied, kontaktieren Sie uns.

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Im Gespräch

Perspektiven der freiberuflichen Pflege:

Pioniergeist gefragt!

G

abriele Wiederkehr, DGKS, freiberufliche akademische Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege sowie Mitgründerin und Vorsitzende der ARGE Freiberufliche Pflege im Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV), gibt Einblick in Berufsfelder und Herausforderungen der freiberuflichen Pflege.

Wie sieht der „Markt“ der freiberuflichen Pflege aus? Im ersten und leider auch letzten Pflegebericht des Bundesministeriums für Gesundheit im Jahr 2006 wurde formuliert, dass „keine Datengrundlagen zur Anzahl freiberuflich tätiger Pflegepersonen“ in Österreich existieren. In Wien waren im Jahr 2013 exakt 5.291 freiberufliche Pflegefachkräfte laut Wiener Landessanitätsbehörde gemeldet. Viele davon üben jedoch keine freiberufliche Tätigkeit aus oder nicht mehr. Da es kein Berufsregister gibt, ist der Markt weder zu erfassen noch zu steuern und eine Qualitätskontrolle fehlt. Österreichweit sind geschätzte 15.000 Personen freiberuflich gemeldet.

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Wo liegen potenzielle Geschäftsfelder? Die Aufgabenfelder des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege sind vielfältig. Es gibt Pflegeexperten in Fachgebieten wie Hygiene, Wundmanagement und Ernährung oder Sachverständige für Gesundheits- und Krankenpflege zur Pflegegeldeinstufung. Aber auch im Case- und Caremanagement sind sie etwa in der Angehörigenschulung oder der mobilen Hauskrankenpflege spezialisiert. In meinem Fall ist es das Aufgabenfeld der Lehre von komplementären Pflegekonzepten der Gesundheitsund Krankenpflege in einer Weiterbildung gemäß § 64 GuKG „Therapeutische Berührung“ sowie die praktische Umsetzung an Klienten. Spannende und ausbaubare Gebiete liegen aus meiner Sicht im Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie der freiberuflichen Pflegeforschung, Public Health und der Pflegeberatung. Eine Kollegin in Salzburg bekommt Klienten vom Jugendamt überwiesen und betreut Mütter und Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen zu Hause.

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u Die ARGE Freiberufliche Pflege fordert die rasche Umsetzung des Berufsregisters sowie einen EU-weit gültigen Berufsausweis. u Auch die Verordnungskompetenz durch Pflegefachkräfte für pflegespezifische Hilfsmittel und Heilbehelfe soll umgesetzt werden.


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Gabriele Wiederkehr, DGKS ARGE Freiberufliche Pflege, ÖGKV

Kann jeder DGKP freiberuflich arbeiten? Eine weitere Schwachstelle ist der zukünftig zu erwartende Ja, prinzipiell kann jeder DGKP sofort nach der Diplomierung Fachkräftemangel. Der Beruf ist wenig attraktiv und schlecht oder dem erlangten Bachelor of Nursing in Health Studies die bezahlt für ein hohes Maß an Umgang mit Schmerz und Leid. Freiberuflichkeit melden und zu arbeiten beginnen. In Spezial- Aufgrund der steigenden Zahlen der Pflegebedürftigen und der richtungen sind die Zusatzausbildungen sinkenden Möglichkeiten der Angehöwie Lehre, Management, Intensivausrigen werden in Österreich 22.500 Voll„Eine Forcierung der autonomen bildung erforderlich und fachspezifizeitkräfte bis 2025 mehr benötigt. sche Weiterbildungen gemäß § 64 Wir decken derzeit die Fachpflege durch selbstständigen Pflegeexpertise GUKG im jeweiligen Angebotsgebiet teils unprofessionelle 24-Stunden-Beführt zur Stärkung der Berufsempfohlen. Derzeit ist das nicht übertreuer ab – 95 % davon sind Frauen. gruppe, zu einer wesentlichen prüfbar. Im GuKG ist eine mindestens Heute haben 58.456 selbstständige Be40 Stunden umfassende Fortbildung in treuer einen österreichischen GewerbeImage- und Attraktivitätssteigefünf Jahren gesetzlich geregelt. Auch schein. Mehr als die Hälfte davon rung und zu einer zeitgemäßen das kann am freiberuflichen Markt derkommt aus der Slowakei, knapp gefolgt Weiterentwicklung der freiberuflizeit nicht kontrolliert werden. Im Herbst von Rumäninnen. Die Förderungen, die wird voraussichtlich ein Berufsregister das Sozialministerium dafür an die Fachen Gesundheits- und Krankenüber die Arbeiterkammer starten, dann milien ausschüttet, sind rasant gestiepflege.“ wird sich die Sachlage ins Positive vergen: Von neun Millionen im Jahr 2008 ändern. Ungeklärt ist, ob die freiberufliauf 125 Millionen im Jahr 2014. Gabriele Wiederkehr, DGKS chen Pflegekräfte einen ArbeiterkamDer österreichische Staat gibt monatARGE Freiberufliche Pflege, ÖGKV merbeitrag für das Berufsregister zu lich 550 bis 1.100 Euro in die Hände zahlen haben, im Unterschied zu den der Familien und Betroffenen, damit unselbstständigen Kollegen. komplexe Krankheitsbilder, Demenz, Isolation und familiäre Konflikte an osteuropäisches Personal mit wenig Deutschkenntnissen und keiner fachpflegerischen Welchen zentralen Herausforderungen muss sich dieses Kompetenz überantwortet wird. Derzeit gibt es kein besseres Berufssegment stellen? Der Änderung des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes Modell für Pflegegeldbezieher in Österreich als die Unterstüt(ASVG) mit dem Ziel, einen bundesweiten Gesamtvertrag zwi- zung durch 24-Stunden-Betreuung. Mir fehlt die Bereitschaft schen dem ÖGKV und dem Hauptverband der österreichischen für eine Finanzierung des Einsatzes von geschulten freiberufliSozialversicherungsträger zur Finanzierung von frei­ beruflich chen Pflegefachkräften zur Qualitätssicherung und Qualitätsund ambulant erbrachten Pflegeleistungen zu ermöglichen. Der kontrolle für die 450.000 Österreicher, die Pflegegeld beziehen. ÖGKV könnte als freiwillige berufliche Interessenvertretung Es fehlt auch an alternativen Zeitmodellen, beispielsweise 6-, Partner eines Gesamtvertrages mit dem Hauptverband sein. 10- oder 12-Stunden-Modelle als Alternative zu der 24-StundenDazu benötigt es für den ÖGKV eine Legitimierung von der Betreuung. zuständigen Bundesministerin für Gesundheit, diese Gesamtverträge abzuschließen. Es fehlt sowohl im GuKG als auch im Welche Lösungen kann es geben? ASVG die gesetzliche Grundlage. Die ÖGKV ARGE Freiberufliche Pflege strebt eine direkte Ebenso stehen wir vor der Herausforderung der Erstellung ei- Pflegeleistungsverrechnung mit den Krankenversicherungstränes Leistungskataloges mit Richtwerten zu Pflegetarifen inklu- gern von der derzeit auf ärztliche Anordnung ausgerichteten sive jährlicher Aktualisierung. Dies sollte auch das Gesund- medizinischen Hauskrankenpflege auf die vielfältigen Kompeheitsministerium an eine kompetente Arbeitsgruppe in Auftrag tenzen und Fertigkeiten der Gesundheits- und Krankenpflege geben. laut GuKG § 14 – 26 an. Dazu zählen neben den Basiskompetenzen des eigenverantWo sind derzeit die größten Schwachstellen im System? wortlichen Tätigkeitsbereiches §14 GuKG auch der mitverantDas österreichische Sozialversicherungssystem ist aktuell wortliche §15 und §16 interdisziplinäre Tätigkeitsbereich, insnoch von einem grundsätzlichen pathogenetisch spitalslastigen besondere die Gesundheitsförderung und Beratung und der Gedanken geprägt. Es benötigt längst eine Neudefinition der gesamte erweiterte und spezielle Tätigkeitsbereich wie Spezigesetzlichen Zielsetzung der Krankenversicherung hin zum sa- alaufgaben wie Intensivpflege, Anästhesiepflege, Pflege bei lutogenetisch, also gesundheitsförderlichen, interprofessionel- Nierenersatztherapie, im OP, Kinder- und Jugendlichenpflege, len Gemeinschaftspraxen, geleitet von Pflegefachkräften und psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflege sowie die dafür eine „Gesundheitsversicherung“. Lehr- und Führungsaufgaben.

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Pflege & Home care

Dazu benötigt es einen bundesweiten Vertrag zwischen dem ÖGKV und dem Hauptverband, der über die Leistungen der derzeit nur verrechneten Leistungen der medizinischen Hauskrankenpflege hinausgeht. Dazu sind jedoch ASVG- und GUKG-Gesetzesnovellierungen nötig. Ein bundesweiter Leistungskatalog inklusive Auflistung der Kosten sollte längstens existieren. Noch zahlt die Sozialversicherung lieber den ärztlichen Leistungskatalog ab, Pflege existiert nur als Randerscheinung, obwohl sie den mitverantwortlichen Tätigkeitsbereich längst übernimmt. Diplomierte freiberufliche Pflegefachkräfte sollen durch einen vereinbarten Gesamtvertrag die Möglichkeit einer direkten Leistungsverrechnung mit der Krankenversicherung erhalten.

NEU!

Berufsspezifische Weiterbildung:

Unternehmensgründung & -führung für Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen

Die Fortbildungsreihe hat das Ziel, fachliches Unternehmerwissen und die erweiterte Kompetenz als selbständige Unternehmer zu vermitteln, damit eine (neue) professionelle berufliche Identität als selbständige Gesundheitsund Krankenpflegeperson gewährleistet werden kann. Anmeldung bis 15.9.2015, Start: 2.10.2015, Ort: Wien, www.caretrain.at

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Was sind derzeit standespolitisch Ihre dringlichsten ­Forderungen? Abgesehen von den Gesamtverträgen mit der Sozialversicherung benötigen wir die rasche Umsetzung des Berufsregisters sowie einen bundesweiten oder noch besser EU-weiten Berufsausweis mit Auflistung aller anerkannten Zusatzausbildungen und gesetzlich geregelten Fortbildungsstunden. Wir erwarten seit Jahren die diskutierte Verordnungskompetenz durch Pflegefachkräfte für pflegespezifische Hilfsmittel und Heilbehelfe wie Gehhilfen, Wundauflagen, Inkontinenzprodukte oder Stomabehelfe. In der Gesellschaft sollte mehr mediale Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit über das Aufgabengebiet der professionellen Fachpflege geschehen, damit unter anderem endlich zwischen 24-Stunden-Betreuung und Pflege unterschieden wird. Weiters sind niederschwellige Gemeinschaftspraxen aufzubauen, um mittels interprofessioneller Zusammenarbeit anerkannter Gesundheitsberufe für die Bevölkerung eine ökonomische und zeitgemäße Versorgung anzubieten. Die vom Bundeszielsteuerungskatalog des BMG angestrebte Primärversorgung und das geplante Primary Health Care System dürfen nicht die ärztlichen Leistungen in den Mittelpunkt stellen, sondern benötigen eine ausgewogene Darstellung und Zusammenarbeit des multiprofessionellen Teams der zukünftigen Bachelors of Nursing Science, der Pflegeund Ordinationsassistenten sowie der Vertreter der ärztlichen Berufe zum Wohle und zur Stärkung der Gesundheit der Menschen. n


ThevoRelief Das Therapiesystem bei Schmerzen Menschen mit Arthrose, Osteoporose oder Krebs leiden häufig unter starken Liegeschmerzen. Schlafstörungen sind die Folge. Das Immunsystem wird geschwächt. Das Thevo Relief-System kann eine Verbesserung des Allgemeinzustands und der Schlafqualität u.a. durch Reduktion der Schlafmittel erreichen. Dadurch wird auch die Pflegeperson entlastet.

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BranchenNews

Mag. Christina Schwarz übernahm kürzlich die Agenden der kaufmännischen Geschäftsführung des Rudolfinerhauses und leitete umgehend einen umfassenden Modernisierungs- und Umstrukturierungsprozess ein. „Das Rudolfinerhaus steht für eine medizinische Betreuung sowie für ein technisches Angebot, die den höchsten international vergleichbaren Ansprüchen gerecht werden. Ein extrem ausgeprägter Dienstleistungsgedanke, gepaart mit zugewandter Pflege und einem außergewöhnlichen Ambiente sind neben Spitzenmedizin der Schlüssel zum Erfolg“, erklärt Schwarz. Das Umbauprojekt „Rudolfinerhaus 2020“ ist ein wesentlicher Faktor des Modernisierungs- und Umstrukturierungsprozesses. Begonnen wird mit dem Bau einer Garage und eines neuen Technikgeschoßes für das Krankenhaus. Die zweite Bauphase betrifft die Modernisierung der Infrastruktur innerhalb des Hauses selbst sowie die Durchführung einer baulichen Objekterweiterung. Es kommt zu einer Neuerrichtung der drei bestehenden OPs und der drei Eingriffsräume. Zudem wird ein neuer Eingriffsraum für Sectios entstehen und die Geburtshilfe wird einer umfassenden Modernisierung unterzogen. Das Ärztezentrum wird ausgebaut, in einem Zubau entstehen moderne Einzelzimmer. www.rudolfinerhaus.at

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Privatklinik Villach ­ausgezeichnet Die Privatklinik Villach überzeugt neben medizinischen Top-Leistungen auch durch überragendes Qualitätsmanagement – wie die aktuelle ISO-Zertifizierung belegt. In einem dreitägigen Überprüfungsaudit wurde das 152-Betten-Haus mit seinen 290 Mitarbeitern durchleuchtet. Primäres Ziel des Qualitätsmanagementsystems (QMS) ist die Erhöhung der Patientenzufriedenheit und -sicherheit. „Wir sehen die Einführung eines QM-Systems als Werkzeug zur Optimierung der Arbeitsabläufe, für Transparenz und Nachvollziehbarkeit im Unternehmen und somit zur strukturierten und kontinuierlichen Weiterentwicklung der Gesamtleistungen in der Privatklinik Villach“, so DI Werner Hörner, Geschäftsführer der Humanomed. Der Startschuss für das Projekt fiel im Jänner 2014. Innerhalb eines Jahres konnten die QMS-Strukturen durch Informationsveranstaltungen für Mitarbeiter, Workshops und

www.boyden.com/austria/

Schulungen erfolgreich umgesetzt werden. Dabei wurden rund 400 Formulare und 600 Arbeitsanweisungen gesichtet, überarbeitet, teilweise neu erstellt und in einer eigenen Software erfasst. Darüber hinaus wurden in Form von Workshops die Prozessstrukturen dargestellt, ein QM-Handbuch erarbeitet und zahlreiche Schulungsaudits durchgeführt. Die Gesamtdauer des Projektes betrug inklusive Vor- und Nachbereitung durch ein internes QM-Team und 28 Moderatoren aus den einzelnen Abteilungen des Hauses 18 Monate. „Den Erfolgsfaktor unserer Zertifizierung sehen wir in der intensiven Mitarbeit und Einbeziehung aller Mitarbeiter in unsere QM-Aktivitäten. Durch das bewusste systematische Überprüfen der Strukturen ist uns ein wichtiger Wissenstransfer über Generationen gelungen, sodass wir uns für die zukünftigen Herausforderungen gut gerüstet sehen“, ist Prim. Dr. Bruno Pramsohler, Ärztlicher Leiter des Hauses, überzeugt. www.humanomed.at/privatklinik-villach/

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Startschuss für ­„Rudolfinerhaus 2020“

Sind Österreichs Manager in der Gesundheitsbranche für den internationalen Wettbewerb und die in den nächsten Jahren notwendigen Reorganisationen gerüstet? Der High-LevelPersonalrecruiter Boyden Österreich hat Geschäftsführer führender österreichischer Unternehmen der Medizintechnik und Pharmazie befragt. Das Ergebnis zeigt Divergenzen zwischen Eigenwahrnehmung und internationaler Profilerfordernis. Die zukünftigen Herausforderungen werden realistischer gesehen als die Qualifikationen, die die Führungskräfte zu deren

Bewältigung benötigen. Laut Boyden-Auswertung denken 70 Prozent der österreichischen Manager, die derzeitigen Führungsebenen können mit internationalen Profilen mithalten. Tatsächlich fehlt es aber an Kompetenzen wie Sprachkenntnissen, regionaler Flexibilität, internationalen Erfahrungen und wirtschaftlichem Denken. Auch auf für Veränderungen notwendige Soft Skills, wie gute Kommunikationsfähigkeit, Offenheit und Sensibilität wird bei der Personalauswahl zu wenig geachtet. Erhebliche Defizite gibt es auch beim Thema Diversity. Der Kulturwandel zu einer vielfältigeren Unternehmenskultur scheint die Gesundheitsbranche noch nicht erreicht zu haben.

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Heimische Gesundheits­ manager nicht wettbewerbsfähig?


Computermodelle schätzen Therapieerfolge ab

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Computersimulationen gehören im Bereich der Grundlagenforschung bereits zum Standard, unter anderem um Prognosen zu treffen. Um den konkreten Nutzen systembiologischer Verfahren in der Medizin zu belegen, starten acht Pilotprojekte, darunter auch das von Prof. Ingo Röder, Direktor des Instituts für Medizinische Informatik und Biometrie an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus (TU Dresden), koordinierte Verbundprojekt „Mo­ dell-basierte Optimierung und Individualisierung von Behandlungsstrategien in der Hämatologie“ (HaematoOPT). Ziel ist es, in den nächsten drei Jahren mathematische Modelle zur Beschreibung von Prozessen der Blutbildung so zu erweitern und zu modifizieren,

dass sie auch für den praktischen Einsatz in der Klinik geeignet sind. Für die Ärzte geht es oft darum zu entscheiden, welche Dosis eines Medikamentes gegeben werden sollte oder aber, ob ein Medikament gegebenenfalls abgesetzt werden kann. „Bislang greifen Ärzte hierbei zumeist auf allgemeine Leitlinienempfehlungen oder aber auf ihre persönlichen Erfahrungswerte zurück. Eine objektive Vorhersage des individuellen Krankheitsverlaufes ist bisher nur selten verfügbar“, sagt Röder, der als Mathematiker und Systembiologe eng mit den Ärzten kooperiert. Im Fokus seiner Arbeit steht dabei die Entwicklung von Computermodellen, die dazu geeignet sind, die Behandlung von Erkrankungen des blutbildenden Systems – zum Beispiel verschiedener Leukämiearten – patientengenau abzubilden. www.uniklinikum-dresden.de

Studie zur ­Blasengesundheit Im Auftrag der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) und in Zusammenarbeit mit Astellas Pharma startete kürzlich die erste österreichweite Befragung zur Lebenssituation von Menschen mit Blasenschwäche. „Wir betreiben in Österreich seit fast 15 Jahren Aufklärungsarbeit und haben in dieser Zeit nachhaltig zur Enttabuisierung der Volkskrankheit Harninkontinenz beigetragen. Obwohl mindestens eine Million Menschen allein in Österreich von Inkontinenz betroffen sind, ist dieses Leiden immer

Notfallversorgung per Drohne Die Bereitschaft für Blutspenden innerhalb Deutschlands sinkt. Daher wird es immer wichtiger, Blut und Blutprodukte zeitnah aus zentralen Blutbanken zur Verfügung stellen zu können. Gerade in Großstädten stellt das starke Verkehrsaufkommen in Notfallsituationen oft ein großes Problem dar. Kleine unbemannte Flugobjekte, Drohnen, könnten hier bald Abhilfe schaffen. Die Testdrohne, die in Frankfurt eingesetzt wurde, verfügt über sechs Rotoren und kann auch nachts fliegen oder mit schwierigen Wetterbedingungen zurechtkommen. Mit einer Geschwindigkeit von rund 70 km/h kann eine Reichweite von 15 km abgedeckt werden. Die Ladung kann bis zu 5 kg betragen. www.medica.de

noch ein Tabuthema“, sagt Univ-Prof. Dr. Max Wunderlich, Präsident der MKÖ. „Mit dieser Studie, wollen wir die Lebenssituation von betroffenen Österreichern erheben. Ziel ist es, wichtige Informationen über noch bestehende Barrieren in verschiedenen Lebensbereichen wie zum Beispiel in der Arbeit, im Familienleben oder auch im sozialen Umfeld zu erhalten“, so Wunderlich. Der Fragebogen wurde gemeinsam mit Medizinern und einer langjährigen Kontinenzberaterin erarbeitet. Die Ergebnisse werden anonymisiert ausgewertet und danach veröffentlicht. www.blasengesundheit.at, www.kontinenzgesellschaft.at

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Politik, Verwaltung & Management

Kreative Versorgungs­ konzepte gefragt u Gesundheitsimmobilien haben eine lange Lebensdauer und müssen heute schon für künftige – zum Teil heute noch unbekannte – Anforderungen geplant werden. u Diese Spezialanforderungen werden nur in einer direkten Partnerschaft mit dem Auftraggeber entstehen können, da dafür kein freier Verwertungsmarkt vorhanden ist.

DI Berndt Martetschläger, Geschäftsführer, Klinikum Austria GmbH – die Gesundheitsgruppe

© stuhlhofer-wolf gmbh

mmobilien für Spitäler, Gesundheitszentren oder Gemeinschaftsordinationen, die heute geplant und in rund zehn oder oft erst fünfzehn Jahren fertiggestellt werden, müssen heute schon den künftigen Anforderungen Rechnung tragen. Das führt dazu, dass auch im Immobiliensektor das Spannungsfeld zwischen knappen Budgets und steigenden Anforderungen an die Qualität der Versorgung deutlich spürbar ist – und auch hier

adäquate Lösungen fehlen. Zukunftsweisende Versorgungskonzepte erfordern zukunftsweisende Immobilienkonzepte. Welche Herausforderungen das für Planer, Betreiber und Nutzer von Gesundheitseinrichtungen mit sich bringt, wurde im Rahmen des 4. Business-Circle-Jahresforums für Planung, Bau und Betrieb im Gesundheitswesen von Experten diskutiert. n

Univ.-Doz. Mag. Dr. Thomas Mück, stellvertretender Generaldirektor der AUVA, Allgemeine Unfallversicherungsanstalt

© AUVA

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Mag. Christina Schwarz, Geschäftsführerin, Rudolfinerhaus Privatklinik GmbH

Flexible Anforderungen

Ambulant oder stationär

Demografischer Wandel

Das Arbeitszeitgesetz, der Ärztemangel und die steigende Erwartungshaltung der Bevölkerung an die Verfügbarkeit der Gesundheitsleistung werden dazu führen, dass die Vorhaltekosten drastisch steigen werden. Um wirtschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben, werden die Betriebsgrößen steigen müssen und die klassische 150 m2-Ordination bald ein Auslaufmodell werden. Die Bereitstellung hochwertiger Immobilien als Geschäftsmodell kann aufgrund der Spezialanforderungen nur in einer direkten Partnerschaft mit dem Auftraggeber entstehen. Die Kunst ist es, ein hohes Maß an Funktion zu gewährleisten und gleichzeitig sehr flexibel zu bleiben.

Auf das Realisieren von Spezialanforderungen müssen die hochspezialisierten Unfallkrankenhäuser und Rehabilitationszentren der AUVA längst vorbereitet sein, die pro Haus weniger Betten als Allgemeinkliniken haben. Eine massive Auswirkung auf die Immobilien hat die Frage, ob wir im österreichischen Gesundheitswesen bzw. im stationären Bereich die Versorgung konzentrieren oder weiterhin verteilt behalten wollen. Daran knüpft sich die Frage, ob sich am Spezialisierungsgrad der Häuser etwas ändern wird. Und schließlich ist es für die weitere Entwicklung wichtig zu wissen, ob das Zusammenwirken von stationärer und ambulanter Versorgung künftig noch besser organisiert werden kann und welche Rolle Primary Healthcare Zentren einnehmen ­werden.

Bei der Planung von Versorgungskonzepten müssen auch die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft und der Finanzierbarkeit des Gesundheitswesens mitberücksichtigt werden. Der Leidensdruck wird größer, denn Gesundheit heißt mehr als nur die Behandlung in einer Institution. Das Thema Prävention wird hier völlig unterschätzt und spielt bei der Planung von Immobilien noch eine untergeordnete Rolle. Gefragt sind unkonventionellere Projekte und kreative ­ Konstellationen – etwa neue Wohnformen im Alter oder eine niederschwellige, regionale Versorgung. Neue Berufsgruppen wie Sozialberufe müssen integriert werden, aber auch neue technische Entwicklungen wie die Telemedizin stellen Bauherrn und Planer vor völlig neue Herausforderungen.

42 Das Medizinprodukt 03/15


Politik, Verwaltung & Management

Wie man sich bettet, ... ... kann sich ein Patient nicht immer aussuchen. Doch mit einer umfassenden Produktpalette vereint ArjoHuntleigh, Spezialist in Sachen Kranken- und Pflegebetten, komplexe Technik mit einfacher und benutzerfreundlicher Bedienung und schafft gleichzeitig hohen Patientenkomfort.

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edizinprodukteexperte ArjoHuntleigh wird im Laufe des Jahres mit dem CitadelTM ein neues Patientenversorgungssystem auf den Markt bringen, das verbesserte ergonomische Eigenschaften mit Druckentlastung, Reduktion von Sturzrisiken mit Komfort und einfacher Bedienung verbindet. Allen voran steht aber der wohl überzeugendste Vorteil: die Kombination von Intensiv- und Pflegebett in einem Produkt.

Entgeltliche Einschaltung

Patientenwohl im Mittelpunkt Die Luftkissenbetten für die Intensivpflege von ArjoHuntleigh wurden entwickelt, um Folgen von Immobilität vorzubeugen. So gewährleisten sie einen optimalen Hautschutz bei hoch gefährdeten Patienten und können in anderen Modellen mit ihren speziellen Funktionen wie einer lateralen Drehung bis zu 45° beim Triayne Proventa TM bei der Vermeidung von pulmonalen Komplikationen therapeutisch unterstützen. So überzeugte etwa die Bettenserie Monarch 6® durch eine optimale Druckentlastung. In der Auflage aus einzelnen Luftkissen konnte der Druck, individuell und manuell, einfach eingestellt werden. Das Therapulse ATPTM stellte mit einem veränderten Rahmen, integrierter Waage und einer sowohl automatischen wie auch manuellen Druckanpassung eine innovative Weiterentwicklung dar. Alle Bettenmodelle gewährleisten, dass die Körperoberfläche der Patienten bis zu 40 % der in die Kissen einsinken kann. Durch die vergrößerte Auflagefläche ist die Durchblutung des Gewebes auch an exponierten Stellen sichergestellt. Damit stellen Luftkissenbetten neben Schmerzlinderung, schnellerer Wundheilung und anderen prophylaktischen und therapeutischen Merkmalen auch eine wirtschaftliche Option zur Dekubitus-Therapie oder zur Reduktion beatmungsbedingter Komplikationen dar. Denn weniger chirurgische Eingriffe oder ein verkürzter Aufenthalt auf der Intensivstation reduzieren sowohl direkte Kosten als auch den Verbrauch von Analgetika, Antibiotika, Pflegemitteln oder Verbandsmaterial. Für das Personal bieten die ergonomisch durchdachten Betten von ArjoHuntleigh eine wesentliche Arbeitserleichterung, denn die Arbeitsstellung für eine straffe Auflagefläche, bedienerfreundliche Seitengitter oder eine Handsteuerung für alle wichtigen Funktionen schaffen eine Basis für rückenschonendes Arbeiten.

Spezialanforderungen erfüllen Die elektrisch verstellbaren Krankenhausbetten aus dem Enterprise®-Sortiment mit Profilrahmen sind unter Berücksichtigung des Risikomanagements, hoher Benutzerfreundlichkeit und einfacher Instandhaltung entwickelt worden. Zu den herausragenden Merkmalen gehören die niedrige Absenktiefe von lediglich 30 cm, das patentierte Bio-Contour-Prinzip für die verbesserte Druck- und Scherkraftreduktion sowie die sichere Arbeitslast (SAL) von 250 kg, wodurch die Betten auch für schwerere Patienten geeignet sind. Das Bari Maxx Active ist ein bariatrisches Bett für Bewohner, die für Standardbetten zu schwer sind. Dieses Bett nimmt Bewohner mit einem Gewicht bis zu 450 kg auf. Das Design ist so nahe wie möglich an die Optik eines modernen KrankenhausStandardbetts angelehnt und ermöglicht als Zusatz sowohl eine Verbreiterung wie auch Verlängerung der Liegefläche. Damit ist sowohl der Bedarf für eine höhere Gewichtsbelastung wie auch für ausreichend große und komfortable Liegefläche erfüllt. n

ArjoHuntleigh GmbH Lemböckgasse 49/Stiege A/4.OG, 1230 Wien Tel: +43-1-866 56, www.arjohuntleigh.at

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Politik, Verwaltung & Management

Beschreibung

Einsatz- bzw. Anwendungsbereiche

Eigenschaften

Vorteile auf einen Blick

Firma

elibox

H+H Tages-Dispenser

MEGAdrive

Patientenbox für persönliche Dinge

Medikamenten-Verteilsystem von Wiegand

Funktionswagen

Die elibox wird mittels Klettverschluss am Bett befestigt und begleitet den Patienten bis unmittelbar vor den Operationssaal. Sofort nach dem Aufwachen aus der Narkose stehen dem Patienten seine persönlichen Hilfsmittel wieder zur Verfügung.

Tagesdispenser von WIEGAND sorgen für Sicherheit bei der Medikamentenausgabe. Die Medikamente eines Patienten werden in verschiedene Fächer, je nach Abgabezeit, einsortiert, damit treten kaum Fehler bei der Abgabe auf.

Mobile Helfer für den Klinikalltag

Die elibox® ist ein Behälter, in dem eine Brille, zwei Hörgeräte und zwei Zahnprothesen sicher aufbewahrt werden können.

Tagesdispenser gibt es in verschiedenen Größen und Unterteilungsvarianten. Sie können mit den Abgabeperioden (Morgen, Mittag, etc.) und Patientendaten bedruckt werden und sorgen für Qualitätssicherung in Spitälern und Heimen. Die befüllten Dispenser können im Verteiltablett oder Wochentablett gelagert und an die Patienten verteilt werden.

MEGAdrive bietet mit rund 60 Grundmodellen und einer Vielzahl von Schubladen-, Tür- und Fächerkombinationen für jeden Einsatz den richtigen Wagen. Mit seiner professionellen Ausstattung erleichtert er täglich die notwendigen Handgriffe – bei Notfällen und Operationen, bei Untersuchungen und Narkosen, beim Verbinden und Gipsen.

u Direkt am Bett befestigt u Mit Namensetiketten u Einweg-Blisterschale zum Auswechseln u Einfaches Anbringen durch Klettverschluss

u Sehr übersichtlich u Passen in verschiedene Verteilsysteme u Große Sicherheit u Verschiedene Ausführungen u Fixe oder variable Unterteilung u Beschriftung mit Etiketten u Patientengerechte Lagerung auf kleinstem Raum u Geschirrspülfest

u Ansprechendes Design u Individuelle Zubehöranbringung durch das clevere MEGAclick-System u Viele sinnvolle Details – vom ergonomisch geformten Schiebegriff bis zum Softclosing der Schubladen u Unverwechselbare Qualität made in Germany mit robusten Materialien und glatten, fugenlosen Oberflächen

www.HHsystem.com

www.HHsystem.com

www.blanco-professional.at; www.heintel.at

44 Das Medizinprodukt 03/15


PRODUKTRADAR Krankenzimmerausstattung

nora® nTx

FP Secure LED-Leuchte

Philips HealWell

nora® nTx ist der neue selbstklebende Kautschukbodenbelag von nora systems. Dieser Bodenbelag mit der innovativen Verlegetechnologie ist für die Produkte noraplan® sentica, signa, unita, eco und stone erhältlich. Auf der Unterseite der noraplan® Beläge ist ein kautschukbasierter Klebstoff aufgebracht und mit einer Schutzfolie versehen, die vor der Verlegung einfach abgezogen wird. Ergänzt wird das Angebot durch spezielle nTx Verlegewerkstoffe zur Untergrundvorbereitung wie Spachtelmasse und Grundierung.

EI30-Brandschutzdecke mit integrierter LEDLeuchte

HealWell ist eine Beleuchtungslösung für Patientenzimmer, die speziell vor dem Hintergrund des biologischen Effekts von Licht auf den Menschen entwickelt wurde. Sie unterstützt den Schlaf-Wach-Rhythmus und erzeugt eine angenehme Atmosphäre für Patienten und ihre Besucher.

nora® nTx ist optimal geeignet für Neubau oder Renovierung von Bodenbelägen im Krankenhaus, insbesondere für Flure und Patientenzimmer. Die Verlegung ist auch bei erhöhter Restfeuchte oder auf bestehenden Bodenbelägen möglich.

Gänge, Fluchtwege, Treppenhäuser

Genesungsumfeld (Krankenzimmer) in Krankenhäusern

u Frei von PVC, Weichmachern (Phthalaten) und Halogenen (z. B. Chlor) u Hohe Brandsicherheit – kein Chlorwasserstoffgas, keine Salzsäure, keine Dioxine und Furane u Brandtoxikologische Unbedenklichkeit gemäß DIN 53 436 u Ergonomische Eigenschaften – hoher Gehkomfort u Leichte Reinigung – dauerhaft ohne Beschichtung u Beständig gegenüber Flächendesinfektionsmittel u Gute hygienische Eigenschaften u Lange Nutzungsdauer durch hohe Verschleißfestigkeit u Ausgezeichnete Umweltverträglichkeit u Hohe Rutschsicherheit

FP-Secure ist die LED-Leuchtenlösung für abklappbare Brandschutzdecken von FURAL. Die Leuchte von Systemgeber Philips ist in das Deckenelement integriert und kann mittels Systemstecker auch von ungeschultem Personal an die Stromzufuhr angeschlossen werden. Die Brandschutzdecke ist nach DIN EN 13501 mit EI30 bzw. EI90 klassifiziert. Lichtquelle: Ersetzbare LED-Module Systemleistung 10-41 W Lichtstrom: 850-3.755.lm Lebensdauer: 50.000 h bei 70% Farbtemperatur 3.000 K/4.000 K Farbwiedergabe Ra>80 Treiber: integriert, Dali dimmbar

u Beleuchtung für mehr Ambiente – Stimmungsvolles Licht & Akzentbeleuchtung u Tageslicht-simulierende Beleuchtung, u Untersuchungslicht & Light Boost – Dynamisches Licht, Intelligente Beleuchtung u Lese- & Orientierungslicht u Individuelle Regelung – Steuerungsmodelle für Patienten

u Schnelle und einfache Verlegung durch wenige Schritte u Funktioniert auch perfekt bei erhöhter Restfeuchte u Kann auf bestehende Bodenbeläge direkt verlegt werden u Verlegung im laufenden Betrieb u Keine Trocken- und Wartezeiten u Sofort begeh- und nutzbar u Komplettsystem aus einer Hand u Minimierung von Ausfallzeiten – wirtschaftliche und schnelle Renovierung möglich

u Die Lösung wird montagefertig ab Werk geliefert, d.h. kein Eingriff in die Brandschutzebene durch Drittgewerke u Geringe Aufbauhöhe mit nur 70mm Gesamtaufbau u lange Lebensdauer (>50.000h statt 15.000h) u niedrige Wartungsintensität u >50% Energieeinsparung u >50% CO2-Einsparung u geprüfter Brandschutz EI30 bzw. EI90

u Höhere Zufriedenheit der Patienten u Höhere Zufriedenheit des Pflegepersonals u Längere Schlafdauer u Kürzere Einschlafzeit u Reduzierte Anzeichen von Depresseion gemäß HADS

www.nora.com/at

www.fural.at

http://www.lighting.philips.de/application_areas/ healthcare/healwell.wpd

03/15 Das Medizinprodukt 45


Produkte & Anbieter

Eine pflegende Ganzkörperreinigung von Pflegebedürftigen ohne weitere Hilfsmittel bietet erhebliche Vorteile gegenüber der herkömmlichen Körperpflege. Mit dem Wet Wash Glove und der Shampoo Cap hat TENA zwei Produkte entwickelt, die weitere Utensilien weitgehend überflüssig machen. Die TENA Wet Wash Gloves sind mit einer Reinigungslotion versehen, die nicht ausgewaschen werden muss. Die Waschhandschuhe bieten Pflegenden erhebliche Vorteile: Sie sorgen für eine ergonomische Arbeitshaltung während der Ganzkörperreinigung und schaffen mehr Zeit für andere Tätigkeiten. Bewohner empfinden die Wäsche mit den TENA Wet Wash Gloves als deutlich angenehmer. Sie sind sanft zur Haut und haben einen angenehmen

Einfache Anwendung des VerisetTM Hämostase Patch: Die dunkle Seite (oben) auf die Blutungsstelle halten, gleichmäßig andrücken und bereits nach 30 Sekunden kann der Druck reduziert werden.

Blutungen sicher stoppen Der VerisetTM Hämostase Patch von Covidien kombiniert intraoperative Zuverlässigkeit mit ökonomisch interessanten Details: weniger Abfall, weniger Rüstzeit und die mögliche Reduktion von postoperativen Komplikationen. Der Patch ist eine Kombination aus regenerierter, oxidierter Zellulose, imprägniert mit Puffersalzen, Trilysin und einer synthetisch hergestellten Schicht aus Polyethylenglycol (PEG). Durch die Senkung des pH-Wertes kommt es zu einer unspezifischen Thrombozytenaggregation und zur Einleitung der Blutstillung. Die oxidierte Zellulose fungiert zusätzlich als Tamponade und beschleunigt die Hämostase weiter. Durch Aktivierung mit jeder Art von Flüssigkeit reagiert das PEG mit dem Trilysin in der oxidierten Zellulose und bildet eine Hydrogelschicht aus. Durch Quervernetzung verbindet sich der Patch mit der Oberfläche und es entsteht eine flüssigkeitsundurchlässige Barriere. Durch den Verzicht auf menschliche oder tierische Bestandteile ist das Risiko viraler Übertragungen sowie allergischer Reaktionen minimiert. Veriset™ ist weich und da-

mit flexibel genug, um die Anforderung in der Laparoskopie zu erfüllen. Ein „Memoryeffekt“ sorgt dafür, dass er nach Einbringen in den Bauchraum seine ursprüngliche Form wieder erhält. www.covidien.com

Adressänderung Serobac, Partner für Labor, Pflege und Fitness, liefert seit über 20 Jahren hochqualitative Labordiagnostika an Krankenhäuser, private Labors und öffentliche Einrichtungen. Eine umfassende Produktpalette bietet zudem Lösungen zur Vermeidung von Stürzen und Sturzfolgen, speziell von Oberschenkelhalsbrüchen. Mit 1. Juli 2015 ist Serobac an einen neuen Standort übersiedelt: Neulinggasse 29/Stiege 1/Top 15, 1030 Wien. Telefon-, Fax-Nummer und E-MailAdresse bleiben unverändert. www.serobac.at

Impressum: Herausgeber: Austromed, Interessensvertretung der Medizinprodukte-­Unternehmen, Bossigasse 24/7, A-1130 Wien, Tel: +43-1-877 70 12, Fax: +43-1-877 70 12-20, office@austromed.org,­ www.austromed.org. ­Verlag und Medieninhaber: MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH, ­Seidengasse 9/Top 1.1, 1070 Wien, www.medmedia.at. Projektleitung: Karin Duderstadt, k.duderstadt@medmedia.at, Tel: +43-1-407 31 11-29. Projektmanagement: Iris Mandl, i.mandl@medmedia.at, Tel: +43/1/407 31 11 DW 706. Chefredaktion: Mag. Renate Haiden, MSc, haiden@­ publishfactory.at. Redaktion: Dr. Jasmin Arrich, Mag. Barbara Pohl, Mag. Birgit Weilguni, Mag. Volkmar Weilguni, www.publishfactory.at, Tel: +43-2236-384 348. Lektorat: Mag. Birgit Weilguni, Mag. Barbara Pohl. Layout & DTP: ­creativedirector. cc­lachmair gmbh. Druck: ­Druckerei Berger, A-3580 Horn. Einzelbezugspreis: 9,50 EUR, Jahresabopreis: 45,– EUR. Grundsätze und Ziele: Informationen­über ­Branchen- und Produktneuigkeiten aus dem Bereich der Medizinprodukte. Allgemeine Hinweise: Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die persönliche und/oder w ­ issenschaftliche ­Meinung des jeweiligen Autors wieder und fallen somit in den persönlichen Verantwortungsbereich des Verfassers. Mit „entgeltliche Einschaltung“ gekennzeichnete Bei­träge sind entgeltliche Einschaltungen gem. § 26 Mediengesetz und fallen in den Verantwortungsbereich des jeweiligen Auftraggebers. Medizinprodukte dürfen nur gemäß den Angaben in der zugehörigen Gebrauchs­anweisung eingesetzt werden, aus der auch die ausschließliche Zweckbestimmung des jeweiligen Produktes hervorgeht. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen Medieninhaber und Herausgeber keinerlei Haftung für drucktechnische und inhaltliche Fehler. Produkt- und Firmennews sind redaktionelle Beiträge, die in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Firmen erstellt werden. Ausgewählte Artikel dieser Ausgabe finden Sie auch unter ­­www.medmedia.at zum Download. Hinweis: Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit ­verzichten wir auf ­geschlechtsspezifische Formulierungen. Bilder, die ohne Credit ausgezeichnet sind, wurden vom Autor, dem Interviewpartner oder dem jeweils beschriebenen Unternehmen beigestellt. Alle Rechte, insbesondere die Rechte der Vervielfältigung und Ver­breitung sowie der Über­setzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt, verwertet oder verbreitet werden. Druckauflage: 21.948 im 2. Halbjahr 2014 geprüft von der Österreichischen Auflagenkontrolle. Die gesetzliche Offenlegung gemäß § 25 MedienG finden Sie unter www.medmedia.at/home/impressum.

46 Das Medizinprodukt 03/15

© Syda Productions – Shutterstock.com

Pflegende Reinigung

Geruch. Das Risiko von Kreuzkontaminationen ist deutlich geringer. Darüber hinaus ermöglichen es die TENA Wet Wash Gloves bewegungseingeschränkten Menschen, sich selbst zu waschen. Auf diese Weise lassen sich Bewohner aktivieren und deren Selbstständigkeit individuell erhalten. Abgerundet werden kann die Wäsche mit der neuen TENA Shampoo Cap. Sie ermöglicht eine Kopfwäsche ohne eine zusätzliche Befeuchtung der Haare. Das macht die TENA Shampoo Cap ideal für bettlägerige und immobile Bewohner sowie für Menschen, die Angst vor Wasser haben.  www.tena.at


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Imagepolitur für das ­Gesundheitswesen M

© Syda Productions – Shutterstock.com

edizinprodukte sind unverzichtbar für das moderne, zukunftorientierte österreichische Gesundheitswesen. Dazu ist es erforderlich, die Zusammenarbeit zu stärken und auch mit der unternehmerischen Brille einen Blick auf das System zu werfen. Das setzt voraus, dass wir von der ausgabenseitigen Betrachtung von Krankheit bzw. Gesundheit zu einer investitionsorientierten Beurteilung kommen. Gesundheit ist eine Wachstumsbranche, das wird sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern. Derzeit sind auch die Jobs in dieser Branche aus vielen Gründen wenig attraktiv, daher ist es an der Zeit, hier einen Imagewandel einzuleiten. Die Imageverbesserung von der „Krankenversorgung“ zu „Health Jobs“ motiviert die Mitarbeiter, bringt aber auch einen Nutzen für die Medizinprodukte: Sie dürfen nicht länger als belastender Kostenfaktor gesehen, sondern müssen in eine Nutzenrechnung einbezogen werden. Damit wird der Standort gesichert und die Basis für ein gesundes Wachstum der Branche gelegt. Unternehmen müssen Angebote schaffen, die der Gesundheitsmarkt braucht – vor allem im Hinblick auf ein rasches Gesundwerden. Die Bewertung von „gut und wichtig“ darf nicht allein über den Preis geführt werden, sondern über den langfristigen Nutzen, den ein Produkt stiftet. Der Weg muss von der Mindestversorgung hin zu einer niederschwelligen State-of-theArt-Versorgung gehen. Natürlich ist der Preis eines Produktes ein einfach messbares Kriterium und Qualität oft nur ein subjektiver Parameter. Dennoch müssen wir uns diesem Thema stellen, sonst werden wir ständig in einer Kostendiskussion verhaftet bleiben und nicht nach dem Nutzen fragen. Aber auch die Sozialversicherungen müssen an ihrem Image arbeiten. Das System gilt zu Unrecht als intransparent, wenig leistungsfähig und zu komplex. Ich sehe es daher als eine vordringliche Aufgabe, den Nutzen stärker herauszustreichen, denn soziale Sicherheit ist weder selbstverständlich noch Selbstzweck. Wir haben darauf zu achten, dass jeder Versicherte im Falle einer Krankheit gut versorgt ist, und zwar unabhängig von sozialer Herkunft oder finanzieller Leistungsfähigkeit. Zudem muss die Serviceorientierung in den Vordergrund treten und ein Umdenken von der Behörden- zur Kundenorientierung stattfinden. Unser Vermögen ist die soziale Sicherheit – im Falle von Unfall oder Krankheit ist mit einer Versicherung

vorgesorgt. Dieser Rundum-Vollkaskoschutz erfordert umgekehrt auch Investitionen von den Versicherten. Dieses Umdenken muss künftig auf drei Säulen basieren: 1. Vorsorgeorientierung, 2. Patientenzentriertheit sowie 3. Qualität und Innovationsbereitschaft. Medizinprodukte spielen in diesem Qualitätswettbewerb eine zentrale Rolle, denn mit innovativen Produkten wird ein Mehrwert in der Patientenversorgung geschaffen. Gleiches gilt für die Prozessorien­ tierung – dort, wo Qualität geboten wird, soll auch ausgebaut und investiert werden. Ich bin überzeugt, dass wir mit einem Qualitätswettbewerb auch in der Effizienz deutlich sichtbare Fortschritte erzielen können und dass das zu einer Senkung der Kosten führt. Das erfordert, dass wir eine Reihe von Parametern messen und erheben, um auch konkrete Ansatzpunkte für diesen Qualitätsbonus zu finden. Ein Beispiel wäre den Zeitraum zu messen, in dem ein Patient erstmals in das System eintritt, bis er zur richtigen Behandlung kommt. Zielorientiert und ergebnisorientiert zu arbeiten, müsste diesen Zeitraum deutlich kürzer machen und damit die Kosten im System entsprechend senken. Dieser Change im Mindset wird sich in der Praxis nicht so schnell durchsetzen, dennoch muss anhand einiger Beispiele einmal ein Anfang gemacht werden, um den Prozess in Gang n zu bringen.

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© Franz Pfluegl 2012

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MEDIZIN PR DUKT Mag. Peter McDonald Vorsitzender des Verbandsvorstands der österreichischen ­Sozialversicherungsträger


Firmenportrait: Meierhofer

Heute schon an morgen denken In Österreich zählt MEIERHOFER zu den Marktführern im Bereich klinischer IT-Systeme wie zum Beispiel digitaler OP-Managementlösungen. Durch die Übernahme der Löser Medizintechnik GmbH wird der Bereich nun um die intensivmedizinische Kompetenz erweitert.

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er Einsatz von Informationstechnologie in der Medizin ist nung: MCC begleitet den kompletten Behandlungsprozess“, dann überzeugend, wenn sie medizinische und pflegerische fasst Dipl.-Ing. Udo Bräu, Geschäftsführer der MEIERHOQualität verbessert, Personal entlastet und Arbeitsabläufe opti- FER GmbH Österreich, die Vorteile zusammen. „Mit dem Produkt PREDEC® der LÖSER Medizintechmiert. Ein Beispiel ist das Informationssystem MCC von MEIERHOFER, wo nik GmbH erfolgt ein weiterer wesentlicher Wirtschaftlichkeit und BehandlungsqualiSchritt zur Vervollständigung der IT-ge„Mit dem skalierbaren tät klar Hand in Hand gehen. Das innovatistützten Behandlungskette. Das PDMS Informationssystem MCC ve Instrument folgt in Einrichtungen des PREDEC®, das auch über eine MPG-ZertiGesundheitswesens dem Weg eines Patienfizierung verfügt, schafft für uns die pergestalten wir den Klinik­ ten von der Aufnahme über die Behandfekte direkte Anbindung zu den medizinialltag effizienter und lung bis hin zur Entlassung. Die Daten schen Geräten und ist vollumfänglich in zugleich menschlicher.“ werden lückenlos dokumentiert und transunser System MCC integriert“, so Bräu parent dargestellt, sodass eine kostenoptiweiter. DI Udo Bräu, Geschäftsführer mierte Planung einfach möglich wird. „Mit Benutzerfreundlichkeit und ProzessorienMEIERHOFER GmbH MCC optimieren medizinische Einrichtuntierung stehen bei MEIERHOFER an vorgen ihre Prozesse, definieren Kernkompederster Stelle, denn nur so können echte tenzen und positionieren sich erfolgreich Vorteile für die Kunden lukriert werden. am Markt für Gesundheitsversorgung. Von der Ambulanz über PREDEC® passt dazu sehr gut in die MCC-Landschaft, indem die Station, den OP, die Funktionsstellen bis hin zur Abrech- es mit einer touchfähigen Bedieneroberfläche die Anwenderfreundlichkeit maximiert. IT steht als Werkzeug unterstützend zur Seite, wenn es um die Planung, Entscheidungsfindung und strategische Ausrichtung von Abläufen geht. Am Ende steht der Wunsch, alle Akteure im Gesundheitswesen eng miteinanAUF EINEN BLICK der zu vernetzen. Daher gewährleisten die Produkte passend zum Unternehmensmotto „Perspektiven erleben“ den rei1987 u Gründung der MEIERHOFER EDV-Beratung bungslosen Kommunikationsfluss auch über Organisations1999 u Eintritt in den österreichischen Markt grenzen hinweg. Das Ergebnis sind kürzere Behandlungswege (MEIERHOFER GmbH, St. Valentin) und eine sichere medizinische Versorgung. 2000 u Umfirmierung in MEIERHOFER AG Die MEIERHOFER Unternehmensgruppe hat ihren Hauptsitz 2003 u Technologische Neuausrichtung auf Basis von Microsoft .NET in München, Filialen in Hannover und Passau sowie Tochter­ 2005 u Übernahme der „Centricity EPR“-Sparte der GE Healthcare gesellschaften mit Niederlassungen in St. Valentin bei Linz 2008 u Eintritt in den Schweizer Healthcare IT-Markt durch und Liebefeld bei Bern und arbeitet mit führenden SAP-­ ­Übernahme der Qualidoc AG, Bern Systemhäusern in Deutschland und Österreich zusammen.  n 2011 u Gründung des Tochterunternehmens clinicware GmbH 2013 u Ausbau der Kardiologie Kompetenz durch Übernahme der Software CLAIM MEIERHOFER GmbH 2015 u Einstieg in den Bereich Intensivmedizin durch Übernahme der Westbahnstraße 46, 4300 St. Valentin LÖSER Medizintechnik GmbH und deren Produktreihe PREDEC® Tel. +43-7435-59 170-0, info@meierhofer.at www.meierhofer.at

48 Das Medizinprodukt 03/15


Christian Stögerer, Geschäftsführer Rehagrip

Firmenportrait: Rehagrip

Top-Qualität made in Austria Angesichts der demografischen Entwicklung sind barrierefreie Sanitärbereiche längst nicht nur im Krankenhaus- und Pflegeumfeld ein wachsender Markt. Das österreichische Unternehmen ­Rehagrip hat den Trend erkannt und setzt auf hohe Qualität und langjährige Erfahrung in der Produktion von Edelstahlerzeugnissen.

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ehagrip-Produkte wurden bis Ende letzten Jahres von der Oberflächenbeschichtungsfirma AMS unter dem Markennamen AMS Grip vormals Blancogrip in Deutschland erzeugt, wo sie über viele Jahre erfolgreich in ein Familienunternehmen eingebettet waren. Aufgrund strategischer Überlegungen wurde für den Bereich der Griff- und Stützhilfen ein Käufer gesucht und im Wiener Jungunternehmer Christian Stögerer gefunden. Er stammt ebenfalls aus einer Unternehmerfamilie: Vater Ernst hatte die Wiener Traditionsfirma Moldrich Metallkamine übernommen und ausgebaut, wo der Sohn schon früh praktische Erfahrungen sammeln konnte, ehe er sich mit der neuen Produktion selbstständig machte.

Wachsender Markt „Wir haben kurzerhand die gesamten Produktionsanlagen und das Lager von AMS bzw. Blancogrip gekauft und sind damit nach Wien übersiedelt“, erzählt Stögerer. Der Grund lag auf der Hand: Der Wiener Betrieb verfügte über das Know-how in Sachen Edelstahlverarbeitung und die entsprechend qualifizierten Facharbeiter. Hier werden seither die bewährten Produkte gefertigt und europaweit vertrieben. Die Griffe, Sitz- und Stützhilfen für Bäder und Toiletten unterstützen einerseits Spitals-, Reha- oder Pflegepatienten, werden aber auch zunehmend im traditionellen Wohnbau oder in öffentlichen Gebäuden oder Hotels eingesetzt. „Ab Jänner 2016 tritt das BehindertenGleichstellungsgesetz voll in Kraft und es müssen alle öffentlichen Anlagen bzw. Umgebungen bei Gebäuden und Geschäften auch barrierefrei ausgestattet sein, da wird sich ein weiterer interessanter Markt anbieten“, so Stögerer.

Barrierefreie Sanitärräume: Handläufe und Sicherheitsgriffe sind komplett aus Edelstahl und rutschsicher.

zu reinigen und behalten auch beim Einwirken von Desinfektionsmitteln über Jahre eine einwandfreie Oberfläche. Die rutschfesten Oberflächen bieten höchste Sicherheit für Kunden und Patienten“, beschreibt der Geschäftsführer die Vorteile. Zudem können die Experten von Rehagrip auch Sonderanfertigungen in allen Maßen und Formen herstellen. Für Stögerer und sein Team zählen neben ausgezeichnetem Know-how in der Metallverarbeitung auch Werte, die in der heutigen Zeit immer wichtiger werden: Prompte Bestellabwicklung, kompetenter Service und persönliche Betreuung sind gelebte Unternehmenskultur des Betriebes. „Die Sicherung des Standortes und der Arbeitsplätze im Inland sind uns wichtige Anliegen. Daher werden Qualität und Service großgeschrieben“, so Stögerer.  n

Entgeltliche Einschaltung

Sicher und langlebig Die Rehagrip-Produkte zeichnen sich durch herausragende Materialqualität aus rostfreiem Stahl und besonders rutschfeste Grip-Oberflächen für optimale Sicherheit aus. „Wir heben uns damit ganz klar von den Billigprodukten aus Kunststoff ab. Die durchgehenden Edelstahlprodukte sind einfacher und optimaler

Gaudenzdorfer Gürtel 73a, 1120 Wien Tel: +43-1-810 57 40, cs@rehagrip.at www.rehagrip.at

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Kongresskalender t August 2015

t SEPTEMBER 2015

t OKTOBER 2015

09.–10.10.2015

23.–25.08.2015

06.–09.09.2015

01.–03.10.2015

Kardiologie im Zentrum Linz, www.atcardio.at

Europäisches Forum Alpbach Gesundheitsgespräche Alpbach, www.alpbach.org

4th European Congress of Immunology – ECI Wien, www.eci-vienna2015.org

26.–29.8.2015

24.–26.09.2015

32. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgische Onkologie ACO ASSO St. Wolfgang, www.aco-asso.at

20th IFSO World Congress of the International Federation for the Surgery of Obesity and Metabolic Disorders – IFSO Wien, www.ifso2015.com

46. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Innere Medizin – ÖGIM Salzburg, www.oegim.at

2.–3.10.2015 25. Jahrestagung der MKÖ Linz, LFI Oberösterreich www. kontinenzgesellschaft.at

12.–16.10.2015 Bauchaortenaneurysma Beratungs- & Screening-Tage Ambulanzen in Wien, Burgenland, NÖ, OÖ, Kärnten www.gefaessforum.at

14.–15.10.2015 IIR Forum Pflege 2015 Vösendorf, www.iir.at

Seminartermine Seminartitel

Termin

Veranstaltungsort

AUGUST Medizinproduktegesetz einschließlich Novelle 2009

20. August 2015, 9:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

Medizinproduktegesetz *) für die Befähigungsprüfung (Rechtliche Rahmenbedingungen)

21.+22. August 2015 9:00 - 17:00 Uhr bzw. 9:00 – 13:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

Medizinisches Basiswissen *) für die Befähigungsprüfung

24.+25. August 2015, jeweils 9:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

Medizinisches Basiswissen I

26.+27. August 2015, jeweils 9:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

SEPTEMBER Medizinisches Basiswissen II

28.+29. September 2015, jeweils 9:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

Der schwierige Kunde kauft

24.+25. September 2015, jeweils 09:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

OKTOBER Medizinisches Basiswissen / Refresher

30. September+1. Oktober 2015, jeweils 9:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

Medizinproduktegesetz Update Änderungen aufgrund Novelle 2009 für Absolventen MPG bis einschließlich Sommer 2009

12. Oktober 2015 9:00 – 13:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

Verhalten im OP

15. Oktober 2015, 9:00 – 16:00 Uhr

SMZ Ost Wien, Lehrsaal Orthopädische Abteilung

NOVEMBER Workshop Vergaberecht in der Praxis

5. November 2015, 09:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

Medizinproduktegesetz einschließlich Novelle 2009

24. November 2015, 9:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

*) Die schriftliche Prüfung wird am 22. September 2015 von der Meisterprüfungsstelle der Wirtschaftskammer Wien abgenommen. Die mündlichen ­Prüfungstermine finden je nach Kandidatenanzahl ab dem 12. Oktober 2015 statt. Es besteht die Möglichkeit, für die mündliche Prüfung einen Wunschtermin bei der Meisterprüfungsstelle zu deponieren. ACHTUNG: Mit der Anmeldung zu unseren Vorbereitungsveranstaltungen sind Sie nicht automatisch zur Befähigungsprüfung angemeldet. Eine gesonderte Anmeldung bei der Meisterprüfungsstelle der Wirtschaftskammer Wien ist bis 14. August 2015 erforderlich: Manfred Stolzer, Tel 01 51450-2450 oder manfred.stolzer@wkw.at

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Info & Anmeldung: www.austromed.org


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Das Schlusswort

Traum und Wirklichkeit Bei unserer Hauptversammlung am 16. April brachte es Mag. Peter McDonald vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger mit seiner Keynote zum Thema „Österreichs Gesundheitswesen fit für die 2. Hälfte des 21. Jahrhunderts machen“ auf den Punkt: „Ziel der Sozialversicherung ist es, die Finanzierung der Versorgung nachhaltig sicherzustellen. Wir nehmen den Menschen die Sorge um ihre soziale Sicherheit, damit sie den Kopf dafür frei haben, sich den Herausforderungen ihres Lebens zu widmen. Wir müssen wegkommen davon, Ausgaben im Gesundheitswesen nur als Kosten zu sehen, sondern sie auch als Investitionen begreifen. Es ist wichtig, dass wir künftig mehr über den Nutzen diskutieren und nicht nur über Kosten. Gute Qualität kostet viel, schlechte Qualität kostet aber noch viel mehr. Aber auch in der persönlichen Gesundheitsvorsorge ist es notwendig, ein größeres gesellschaftliches Bewusstsein zu erreichen.“ Diese Aussage lässt durchaus Hoffnung aufkeimen – seitens der AUSTROMED werden wir jedenfalls darauf achten, wie diese Worte einer konkreten Umsetzung zugeführt werden. Die Wirklichkeit sieht derzeit anders aus: Medizinprodukte und der medizinische Fortschritt werden in der medialen Berichterstattung und von den Entscheidungsträgern des Gesundheitssystems als Kostentreiber gesehen. Natürlich verursacht jede Investition zunächst Kosten – oder richtiger Mittelabfluss (Cash-out). Entscheidend ist aber, wie schnell und in welchem Ausmaß der Mittelrückfluss (Cash-in) einer Investition stattfindet. Das können vermiedene Ersatzinvestitionen, kürzere Krankenstände, geringere Verbräuche, effizientere Prozesse,

kürzere Liegezeiten, bessere medizinische Outcomes und vieles mehr sein. Darüber spricht niemand, obwohl es ganz entscheidend für eine Investitionsentscheidung ist. Wichtig bei einer Investitionsbetrachtung ist auch die Qualität. Die Kausalität zwischen dem Qualitätslevel des Inputs und dem Ergebnis ist evident, andernfalls wird an den Anforderungen vorbeiinvestiert. Aber das wollen wir nicht annehmen. Hohe Qualität hat auch einen Sicherheitsaspekt, ist also ins ­Risikomanagement einzubauen. Zu guter Letzt der „medizinische Fortschritt“: Mit innovativen Produkten und Therapien wird ein Mehrwert in der Patientenversorgung geschaffen. Innovationen bedeuten am Anfang des Lebenszyklus mitunter höhere Kosten, aber der Nutzen wird langfristig überwiegen und zur Erhöhung der gesunden Lebensjahre führen. Beim gesetzlichen Auftrag, „ausreichend und zweckmäßig, das Maß des Notwendigen nicht überschreitend“ zu versorgen, müssen wir das Notwendige als „State of the Art“ verstehen. Alles andere ist gesellschaftspolitisch bedenklich.

Ihr Mag. Friedrich Thomasberger AUSTROMED Präsident

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© Foto Wilke

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Mag. Friedrich Thomasberger AUSTROMED Präsident


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