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Lösungen für das Gesundheitswesen S

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ISSN 2223-1080

Kennzahlen in der Anästhesie

P.b.b. GZ 09Z038040, „Das Medizinprodukt“, Seidengasse 9/Top 1.1, 1070 Wien

© rangizzz, Macrovector – Shutterstock.com

Was bringt die Transparenz von medizinischen Leistungen?

12 | Hygiene Meldepflicht wird nicht beachtet 17 | Chirurgie Basisarbeit und Besinnung sind gefragt www.das-medizinprodukt.at

23 | Thermische Traumata Behandlungsoptionen bei ­komplexen Verletzungen


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Editorial

Kampfansage den nosokomialen Infektionen Im Interesse der in Österreich lebenden Menschen sind Bund, Länder und Sozialversicherung als gleichberechtigte Partner übereingekommen, ein partnerschaftliches Zielsteuerungssystem zur Steuerung von Struktur, Organisation und Finanzierung der österreichischen Gesundheitsversorgung einzurichten. Im Rahmen der Zielsteuerung-Gesundheit wurden strategische Ziele formuliert und zahlreiche operative Ziele und Maßnahmen vereinbart. Um die Erreichung dieser Ziele und die Umsetzung der Maßnahmen transparent darzustellen, wird vom Gesundheitsministerium regelmäßig ein Monitoringbericht veröffentlicht. Krankenhausinfektionen stellen im intramuralen Bereich ein immer größer werdendes Problem dar. Im jüngst veröffentlichten, zweiten Monitoringbericht ist unter anderem nachzulesen, dass hinsichtlich der operativen Maßnahmen zur Vermeidung nosokomialer Infektionen (NI) zwar eine Strategie vorliegt, aber zum geplanten System zur bundesweit einheitlichen Erfassung sowie zur Entwicklung im Zeitverlauf eine „Aussage derzeit nicht möglich“ ist. An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Frist dafür Ende 2014 abgelaufen ist. Die Umsetzung der Strategie zur Vermeidung und Reduktion von NI und AMR soll bis Ende 2016 erfolgen. Vonseiten des Gesundheitsministeriums wurde Ende November 2014 „PROHYG 2.0“, eine überarbeitete Version des Standardwerks für Krankenhaushygiene, verabschiedet. Zeitgleich wurde auch der österreichische Aktionsplan zur Antibiotikaresistenz (NAP-AMR) veröffentlicht. Die AUSTROMED vertritt mit ihrer Branchengruppe „Desinfektion & Hygiene“ die Ansicht, dass die Vermeidung nosokomialer Infektionen das primäre Ziel aller Maßnahmen sein muss. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Einführung von Direktiven, die für die gesamte Einrichtung und alle Ebenen verbindlich sind. Unumgänglich sind eine stringente Umsetzung der Basishygiene, ein frühzeitiges Erkennen und eine optimierte Behandlung der Träger von ­ ­multiresistenten Erregern sowie die Einführung von Eingangsscreenings aller Patienten, im Besonderen aber von Risiko­ patienten als Mindestanforderung. Zusätzlich fordern wir re-

gelmäßige Screenings der Beschäftigten im Gesundheitswesen und die Entwicklung eines Maßnahmenplans zum Schutz der Patienten vor Übertragungen. Damit all diese notwendigen Maßnahmen jedoch umgesetzt werden können, bedarf es einer leistungsorientierten Vergütung, die sich an einer qualitätssteigernden Behandlung orientiert und eine sachgerechte Nachbehandlung abbildet. Dabei ist hervorzuheben, dass präventive Kosten in keinem Vergleich zu den diagnostischen und therapeutischen Kosten einer ­Infektion stehen, darauf haben auch schon andere Institutionen deutlich hingewiesen. Die AUSTROMED wird sich jedenfalls weiterhin für eine Umsetzung der erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen einsetzen! Last but not least möchten wir Ihnen ab dieser Ausgabe DAS MEDIZINPRODUKT in einem neuen Design präsentieren. Für noch mehr Übersichtlichkeit und Lesefreundlichkeit ­wurde die Optik gründlich überarbeitet und modernisiert. Der „Frühjahrsputz“ hat sich, wie wir meinen, gelohnt – das Ergebnis sehen Sie selbst!

Ihr Philipp Lindinger Geschäftsführer AUSTROMED

ABO-Bestellungen und ­ Adressänderungen unter a.kogler@medmedia.at Tel.: 01 407 31 11-45

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© horak@AUSTROMED

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Mag. Philipp Lindinger Geschäftsführer AUSTROMED UNVERZI

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Allgemeines Produkte & Anbieter 47 Kongresse 49 Impressum  50

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Kennzahlen schaffen Transparenz

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Fokus: Anästhesie

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Produktradar 10 Clostridium difficile-Infektion: Prävention optimieren 12 Kennzeichnung von Medizinprodukten 13 Wundinfekte in der Halschirurgie 14 Chirurgenfortbildung  16 Therapieoptionen beim Kreuzbandriss 21 Thermische Traumata: Erstversorgung ­entscheidet 23 Neues Analyseverfahren für die 26 Brustkrebstherapie Risikominimierung bei obstruktiver Schlafapnoe 29 30 Brennpunkt Bildgebung Wissensmanagement bei Angehörigen 32


Inhalt

Pflege & Homecare Stoma, Inkontinenz, Wunde: Im Dreierpack gut versorgt Gutes Zeugnis für heimische Pflegequalität

Politik, Verwaltung & Management 34 38

ÖGKV: Pflege 2030 Pflegemanagement zwischen Ethik und Ökonomie AUSTROMED-Gastkommentar OEGK: Verbindliche Hygienestandards gefordert

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Fokus: Anästhesie

Kennzahlen schaffen ­Transparenz u In kostenintensiven Bereichen wie der Intensivmedizin, Notfallmedizin und Anästhesie ­ stellt sich zunehmend die Frage nach der Transparenz der medizinischen Leistung. u Eine Arbeitsgruppe der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin erarbeitet praxisnahe Kennzahlen zur Leistungsevaluierung. u Eine interdisziplinäre Diskussion, Publikation und Weitergabe an die österreichischen ­Anästhesieabteilungen ist in Planung.

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ransparenz ist ein Schlagwort, das gerade in der Medizin aufgrund zunehmend knapper Budgets immer mehr an Bedeutung gewinnt. Kostenträger- und krankenhausbetreiberseitig bezogen ist der Wunsch nach mehr „Durchsicht“ vor allem auf Leistungen und ihre Kosten oder anders formuliert: die Folgekosten mangelnder Leistung. Lange Liegezeiten, Drehtüreffekte und Re-Operationen sind kostspielig und müssen angesichts der immer knapper werdenden Ressourcen – sowohl an Geld, aber auch an Personal – möglichst vermieden werden. Aus der Sicht der Ärzteschaft, in diesem Fall der Anästhesisten, bezieht sich Transparenz vor allem auf eine Abbildung der hochwertigen und hochspezifischen Leistungen, die Anästhesisten tagtäglich in der Versorgung ihrer Patienten erbringen und dadurch einen wesentlichen Beitrag zum hohen Standard der medizinischen Qualität unseres Landes leisten.

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Die Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) hat sich daher dieses Themas angenommen und eine eigene „Arbeitsgemeinschaft für Kennzahlen und Outcome in der Anästhesie“ eingerichtet. Hier soll durch die Erhebung und Aufarbeitung von Daten und Fakten ein transparenter Vergleich der bedeutenden medizinischen Leistungen des Faches an unterschiedlichen Krankenhäusern und Institutionen möglich werden. Auf Bundesebene haben sich bereits Initiativen wie A-IQI (Austrian Inpatient Quality Indicators) zur Erhebung von Kennzahlen in diesen Arbeitsbereichen entwickelt, die unterschiedliche Tätigkeitsbereiche evaluieren und Vergleiche möglich machen sollen. „Der Katalog der im A-IQI angeführten Parameter ist nicht speziell auf die Leistungen der Anästhesie abgestimmt und be-


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Fokus: Anästhesie

inhaltet daher in manchen Punkten Potenzial zur Fehlinterpretation, wenn multifaktoriell beeinflusste Leistungsparameter zur Evaluierung von aktuellen anästhesiologischen Behandlungsstandards bewertet werden“, meint OA Dr. Martin Ponschab, Koordinator der ÖGARI-Arbeitsgemeinschaft. Gegründet wurde die ARGE 2012 mit dem Ziel, als kompetenter Berater und Ansprechpartner für valide, umsetzbare Kennzahlen zur Evaluierung der unterschiedlichen Kompetenzbereiche des Faches Anästhesie zur Verfügung zu stehen.

Praxisbezug entscheidet Die erarbeiteten Kennzahlen aus der Anästhesie und Intensivmedizin können gemeinsam mit den Qualitätsindikatoren aus dem Bereich Notfallmedizin als Basis für Qualitätsindikatoren aus den unterschiedlichen Kernkompetenzen des Faches gesehen werden und stellen einen Meilenstein in der Dokumentation der hohen Qualitätsarbeit an allen österreichischen Anästhesieabteilungen dar. „Selbstverständlich sind die Kennzahlen keine statische Sache, vielmehr stehen die erarbeiteten Qualitätsindikatoren zur Diskussion offen und werden sich auch in Zukunft einer kontinuierlichen Evaluierung unterwerfen müssen“, meint Ponschab und ergänzt: „Eine sinnvolle Begrenzung der Anzahl von Qualitätsindikatoren erhöht die Compliance der für die Dokumentation verantwortlichen Personen, daher ist auf die Relevanz und klinische Nachvollziehbarkeit in der Auswahl der Qualitätsindikatoren zu achten.“ Internationale Vorbilder gibt es genug: In Spanien hat eine Arbeitsgruppe weit über 100 Parameter erhoben, in Deutschland haben sich zehn Fachgesellschaften zusammengeschlossen und ebenfalls Indikatoren zusammengestellt. In Österreich liegen die vorgeschlagenen Kennzahlen und Qualitätsparameter vonseiten der „ARGE Kennzahlen und Outcome in der Anästhesie“ vor, aber eine institutionalisierte Form der Erhebung

steht noch aus. „Das Österreichische Zentrum für Dokumentation und Qualitätssicherung in der Intensivmedizin, kurz ASDI, hat sich schon sehr lange mit dem Thema beschäftigt und etwa die Etablierung eines Dokumentationsstandards in allen österreichischen Intensivstationen sowie eines Benchmarking-Programmes vorgeschlagen“, erklärt Ponschab und ist überzeugt, dass „es bei neuen Kennzahlen wichtig ist, den Praxisbezug und bewährte Instrumente nicht aus den Augen zu lassen, also zum Beispiel Kennzahlen zu wählen, die bereits jetzt durch die üblichen Patientendatenmanagementsysteme (PDMS) erfasst werden, da zum aktuellen Zeitpunkt die administrativen Aufgaben unseres Berufsstandes ohnehin überproportional viel Zeit in Anspruch nehmen.“ Auf der Hand liegt aber auch, dass Krankenhausträger – falls einzelne Qualitätsindikatoren nicht durch das bereits in Verwendung befindliche PDMS erfasst werden – ausreichende personelle und strukturelle Ressourcen zur Verfügung stellen müssen, die eine lückenlose Erfassung ermöglichen. „Das darf sicher keine Fleißaufgabe in der Freizeit werden“, betont der Leiter der ÖGARI-Arbeitsgruppe. Ziel ist jedenfalls die Einarbeitung aller zu erhebenden Qualitätsindikatoren in bestehende PDMS zur lückenlosen Erfassung bei gleichzeitiger Minimierung des zusätzlichen Arbeitsaufwandes.

Kennzahlen der Intensivmedizin Die ÖGARI hat eine – noch zur Diskussion offene – Liste von Qualitätsindikatoren für den Intensivbereich erstellt. Primär soll eine Qualitätsdokumentation über Erkennung von Stärken und Schwächen eine Qualitätsverbesserung ermöglichen und sekundär lückenlose Informationen über die anästhesiologische Betreuung liefern. Nachdem das Fach der Anästhesie und Intensivmedizin viele Schnittstellen zu anderen Bereichen aufweist, sollen in weiterer Folge die Kennzahlen auch anderen u

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Fokus: Anästhesie

Fachbereichen wie etwa der inneren Medizin oder der Neurologie vorgestellt werden. „Im Idealfall kommen wir zu einem gemeinsamen Vorgehen in der Indexerstellung trotz unterschiedlicher Schwerpunkte“, wünscht sich Ponschab. Mit der Aufbereitung von sechs Qualitätsindikatoren in der Intensivmedizin wurde ein erster Index als Vorschlag erstellt, der nach Genehmigung durch den Vorstand der ÖGARI als Empfehlung an das Gesundheitsministerium übermittelt werden soll.

Kennzahlen der Notfallmedizin Die präklinische Notfallmedizin ist grundsätzlich interdisziplinär und interprofessionell ausgerichtet, wobei der Anästhesiologie sowohl in der Ausbildung, der Durchführung als auch im Qualitätsmanagement eine führende Rolle zukommt. Beispielgebend sind hier etwa die Atemwegssicherung, die präklinische Traumaversorgung, die Einleitung und Aufrechterhaltung einer Narkose, aber auch die Analgosedierung und die standardisierenden Maßnahmen der Reanimation zu nennen. „Notfallmedizin ist wohl das zeitkritischste Gebiet der Medizin, so können zum Beispiel bei der Reanimation Maßnahmenverzö-

Im Gespräch

OA Dr. Martin Ponschab, Koordinator der Arbeitsgruppe für Kennzahlen und Outcome in der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin Wer hat Interesse an der Transparenz der Spitalsleistungen? Eigentlich alle, aber natürlich spielt auch die Angst mit, damit unter Druck zu kommen. In dem Moment, wo Leistung bewertet wird oder in Relation zu den Leistungen vergleichbarer Abteilungen gesetzt wird, kann das rasch auch auf die persönliche Ebene des Einzelnen heruntergebrochen werden. Genau das darf nicht das Ziel von Kennzahlen sein! Wir wollen damit Verbesserungspotenziale sichtbar machen, nicht aber Einzelpersonen diskreditieren. Wo sehen Sie die Vorteile für den einzelnen Arzt? Aus meiner Sicht ist die Transparenz auch ein persönlicher Gewinn, denn man kann die eigenen Stärken und Schwächen herausarbeiten und an der eigenen Positionierung innerhalb der Abteilung arbeiten. Das Patientenwohl steht für mich immer im Vordergrund bei der Arbeit mit diesen Kennzahlen und das muss wohl im Sinne jedes Mediziners sein. Umgekehrt heißt das aber, das System darf nicht zwangsverpflichten, es muss auf Freiwilligkeit basieren und es muss „bottom up“ entstehen, also von den Betroffenen entwickelt werden und nicht am Reißbrett oder von oben verordnet sein. Was war für Sie der wichtigste Meilenstein in diesem Projekt? Dass wir jetzt in unserem Fach eine klare Strukturierung unserer Leistung haben, die dem Ablauf der Patientenbehandlung entspricht – also von der Aufnahme über

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gerungen von wenigen Minuten eine deutliche Rolle für die Überlebensqualität spielen. Damit muss der Faktor Zeit zwingend auch in den Kennzahlen der Notfallmedizin berücksichtigt werden“, erklärt der Experte. In den letzten Jahren haben sich in der Notfallmedizin der Begriff und die Betrachtung von „Tracerdiagnosen“ etabliert. Darunter werden die Diagnose- bzw. Maßnahmenkategorien bei der Reanimation, beim polytraumatisierten Patienten, beim Schädel-Hirn-traumatisierten Patienten, beim Patienten mit akutem Koronarsyndrom und beim Patienten mit Schlaganfall verstanden. Diesen Tracerdiagnosen ist gemeinsam, dass sie alle in sich relativ homogen, zeitkritisch und therapierelevant sind, die Versorgungskriterien nach vorgegebenen, in der Regel internationalen Leitlinien standardisiert sind und die Patienten jeweils innerhalb eines definierten Zeitfensters in für die jeweilige Versorgung geeignete Krankenhäuser gebracht werden sollen. Kennzahlen der Notfallmedizin sollen sich daher auf diese Tracerdiagnosen zu beziehen. Qualitätsmanagement in der Notfallmedizin ist auf engste Kooperation mit einer Reihe von Personen und Strukturen angewiesen, deren Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität die not-

die Ambulanz bis zur postoperativen Nachsorge. Wir haben jetzt Kennzahlen, die gerade einem Reviewprozess unterliegen, damit sie dann so definiert sind, dass jeder, der damit arbeitet, auch das Gleiche darunter versteht und keine Fehlinterpretationen möglich sind. Wo sehen Sie die größten Hindernisse bei der Umsetzung? In der Flächendeckung, dass wir derzeit viele unterschiedliche Patientenmanagementsysteme haben – von EDV-Programmen bis hin zu handschriftlichen Notizen. Da hat die ÖGARI-ARGE auch wenig Einfluss darauf. Wichtig wird es auch sein, die Ärzte zu begeistern, zu motivieren. Wer das Kennzahlensystem als Prüfung betrachtet und Angst vor Versagen hat, wird ihm nicht besonders motiviert gegenüberstehen und auch keine Verbesserungspotenziale wahrnehmen. Und last but not least, auch wenn das System freiwillig sein soll, macht es nur Sinn, wenn auch alle mitmachen. Ist die Ausweitung geplant, die auch eine Kommunikation der Ergebnisse zum Patienten hin umfasst? Ja, in der operativen Nachsorge wird explizit die Patientenzufriedenheit ab­ gefragt. Wir wissen aus Studien, dass hinter der Hotelkomponente sofort das Thema Schmerz oder die postoperative Übelkeit als Störung des subjektiven Wohlbefindens für die Zufriedenheit der Patienten in der Spitalssituation ausschlaggebend ist. Da sind wir als Anästhesisten natürlich gefordert! Was sind die nächsten Schritte? Derzeit durchlaufen die ausgearbeiteten und definierten Kennzahlen einen internen Reviewprozess innerhalb der ARGE, danach erfolgt die Vorlage und Weiter­ gabe der gesammelten Qualitätsparameter an den Vorstand der ÖGARI zur ­Genehmigung und Empfehlung. In weiterer Folge sind eine entsprechende interdisziplinäre Diskussion, Publikation und Weitergabe an die österreichischen Anästhesieabteilungen geplant. Nach Genehmigung durch den Vorstand der ÖGARI soll der Kennzahlkatalog als Empfehlung an das Gesundheitsministerium übermittelt werden. Wir blicken hier zuversichtlich auf gemeinsame konstruktive Schritte von Gesundheit und Politik zum Wohle unserer Patienten.


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fallmedizinische Versorgung wesentlich mitbeeinflusst. Dazu zählen neben den Patienten, Angehörigen, Ersthelfern und Meldern auch die Rettungsleitstelle, die Ressourcen des Rettungsdienstes, die Notaufnahme des Krankenhauses, aber auch der Hausarzt als Behandlungseinrichtung.

Kennzahlen der Anästhesie Ziel muss sein, durch die Erhebung von wenigen Indikatoren sogenannte AVB (Anästhesie-Verlaufs-Beurteilungen) im Sinne eines Qualitätssicherungsprogrammes zu erstellen. Eine sinnvolle Begrenzung der Anzahl von Qualitätsindikatoren erhöht die Compliance der für die Dokumentation verantwortlichen Personen. „Vorbedingungen eines Qualitätssicherungsprogrammes in der Form müssen ein logischer Aufbau in der computergestützten Dokumentation sein, ein chronologischer Ablauf folgend den standardisierten Arbeitsschritten bei unterschiedlichen Anästhesieverfahren sowie die Beschreibung von repräsentativen Outcome- und Qualitätsparametern“, gibt Ponschab Einblick. Der Faktor Zeit gewinnt durch den ökonomischen Druck auch für das Fach Anästhesie zunehmend an Bedeutung, ist jedoch als relevanter Qualitätsindikator ein unzureichendes, wenn nicht sogar missverständliches Werkzeug zur Beschreibung von Anästhesieleistungen, da der Zeitaufwand von individuell unterschiedlichen Patienten- und eingriffsbezogenen Faktoren abhängt. Daher wird der Faktor Anästhesiezeit zum aktuellen Zeitpunkt bewusst nicht als Kennzahl für den Fachbereich Anästhesie berücksichtigt. Zur Erarbeitung von Qualitätsindikatoren wurde der Schwerpunkt „Anästhesie“ in chronologisch aufeinander folgende ­unterschiedliche Arbeitsabläufe unterteilt, um Kennzahlen für 1. die präoperative anästhesiologische Patientenevaluierung, 2. das anästhesiologische OP-Management, 3. den Aufwachraum und 4. die postoperative Nachsorge zu erarbeiten.

Kennzahlen der „präoperativen anästhesiologischen Patientenevaluierung“ Die präoperative korrekte Abklärung der Patienten nach den Bundesqualitätsleitlinien (BQLL) stellt ein Qualitätsmerkmal dar. Als patientenspezifische Daten müssen im Rahmen des Erstgespräches in der Anästhesieambulanz demografische Daten wie Alter, Geschlecht, und BMI erhoben werden. Erfasst wird auch der Status des Patienten in Bezug auf die Dauer des Krankenhausaufenthaltes wie ambulant, stationär oder tagesklinisch. Nach den Empfehlungen der ÖGARI zur präoperativen Patienten­ evaluierung erfolgt eine Kategorisierung der operativen Eingriffe in leichte oder schwere Eingriffe nach Dauer der OP, anatomischer Region, Blutverlust und Dringlichkeit als Kennzahl. Die Erhebung der metabolischen Äquivalente (MET) stellt die aktuelle, individuelle Belastungsfähigkeit eines Patienten adäquat dar und findet als Qualitätsindikator ebenfalls ihren Niederschlag. Aus der derzeitig gängigen Praxis heraus erscheint eine ASAKlassifizierung als Kennzahl zulässig, eine Erhebung des „Revised cardiac index“ nach Lee (Circulation 1999) deckt das Risikoprofil von Patienten für schwere kardiale Nebenwirkungen und

somit die häufigste perioperative Organkomplikation ab und wird aufgrund der leichten Bestimmung der fünf relevanten Komorbiditäten aus der Anamnese ebenfalls als Kennzahl vorgeschlagen.

Kennzahlen der „operativen Anästhesie“ Die Auswahl des Anästhesieverfahrens definiert unterschiedliche Arbeitsschritte und stellt eine eindeutige Kennzahl zur Beurteilung von AVB dar: Allgemeinanästhesie (ITN, LMA), neuroaxiales Verfahren (SPA, PDA) und periphere Regionalanästhesie. Anästhesiezeiten und OP-Zeiten spiegeln chronologische Abläufe wider, sind aber, wie bereits dargelegt, als Qualitätsparameter ungeeignet. „Als relevante Kennzahlen für AVB scheinen Intubationsschwierigkeiten und Beatmungsschwierigkeiten geeignet zu sein, insbesondere deutet ein Wechsel des Anästhesieverfahrens auf mögliche Komplikationen im Sinne einer Abweichung vom üblichen Procedere des anästhesiologischen Vorgehens hin“, erklärt Ponschab. Im Rahmen eines adäquaten perioperativen kardiorespiratorischen Monitorings können Hypoxien oder eine katecholaminpflichtige Kreislaufinstabilität relevante Kennzahlen darstellen. Reanimation oder ungeplante Verlegung aus dem OP direkt auf die Intensivstation sind ebenfalls als relevante Abweichungen einer üblichen AVB einzustufen. n


Medizin & Wissenschaft

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Medizin & Wissenschaft

Clostridium difficile-Infektion

Prävention optimieren u Trotz Meldepflicht wird nur ein Bruchteil der Clostridium difficile-Infektionen (CDI) in Österreich erfasst. u Neue Studienergebnisse deuten auf über 7.000 CDI-Fälle pro Jahr hin. u Wirksam in der Infektionsprävention sind ein gezielter Antibiotikaeinsatz, spezielle ­Händehygiene und Flächendesinfektion sowie die räumliche Isolierung von Patienten.

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lostridium difficile-Infektionen (CDI), eine der Hauptursachen für antibiotikaassoziierte Diarrhö, verursachen sowohl erhebliches Patientenleid als auch enorme Kosten für das Gesundheitssystem. Die Situation in Europa und Österreich sowie Optimierungspotenziale sind immer wieder Gegenstand politischer Diskussionen. So wünscht sich etwa die SPÖ-Europaabgeordnete Karin Kadenbach einen verbesserten Umgang mit CDI, um die Anzahl der Erkrankungen, die Belagstage und damit Krankenhauskosten zu senken. Investitionen in gemeinsame Schulungs-, Ausbildungs- und Diagnosemaßnahmen sowie die Definition gemeinsamer Standards und das Sammeln von vergleichbaren Daten zur Optimierung von CDI-Diagnostik, -Behandlung und -Erfassungssystemen sind aus ihrer Sicht langfristig sinnvoll.

Die Spitze des Eisbergs Auch Univ.-Prof. Dr. Franz Allerberger von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hält verbesserte CDI-Überwachungssysteme auf europäischer Ebene für wichtig, um das Bewusstsein zu schärfen. Zwischen 2010 und 2013 stieg die Zahl der von österreichischen Spitälern gemeldeten Erkrankungen von 110 (davon 15 letal) auf 241 (davon 84 letal). Andere, auf der Verrechnung der Krankenhäuser basierende Daten zeigen 3.243 Erkrankungen (davon 302 letal) für 2013. Laut Allerberger ist aber auch das nur die Spitze des Eisbergs. Die Auswertung mehrerer rezenter Studien deutet darauf hin, dass die Zahl der CDI-Erkrankungen und Todesfälle in Österreich um ein Vielfaches höher ist: Eine Studie aus Österreich kam auf 7.092 CDI-Fälle jährlich mit 1.279 Todesfällen (angenommene Mortalität: 18 %).1 Legt man die Ergebnisse der EUCLID-Studie2 auf Österreich um, so kommt man auf 7.378 CDI-Fälle pro Jahr. Jeder vierte CDI-Fall wurde vom Krankenhaus nicht erkannt.2

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Die Zahl der CDI-Fälle in Österreich dürfte also bei über 7.000 pro Jahr liegen, und damit deutlich über den derzeit erfassten Fällen. Noch 2015, so hofft Allerberger, soll die österreichische Hygiene-Leitlinie PROHYG 2.0 in einen Qualitätsstandard gemäß Gesundheitsqualitätsgesetz (GQG) überführt ­werden. Die Vorgaben der Leitlinie würden somit für Krankenhausträger verpflichtend, was die Festlegung einer bundesweit einheitlichen Erfassung von nosokomialen Infektionen und antimikrobiellen Resistenzen deutlich vorantreiben würde.

Hygiene „Für die Infektionsprävention ebenfalls essenziell ist die richtige Hygiene“, ist Dr. Agnes Wechsler-Fördös, Krankenhaushygienikerin in der Wiener Rudolfstiftung überzeugt und ­ergänzt: „Problematisch bei C. difficile sind die enorme Umgebungskontamination sowie die Beständigkeit der Sporen gegenüber Umwelteinflüssen und gängigen Desinfektionsmitteln.“ Hautbesiedelung und Umgebungskontamination durch C. difficile persistieren bis zu vier Wochen nach Therapie3; Patienten auf einem Platz, an dem zuvor ein CDI-Patient lag, haben ein zweifach erhöhtes CDI-Risiko.4 Handhygiene mit warmem Wasser und Seife zusätzlich zum Desinfektionsmittel sowie Flächendesinfektion mit sporoziden Flächendesinfektionsmitteln sind von großer Bedeutung. Die räumliche Isolierung von Patienten wirkt sich positiv auf die Übertragungsrate aus5, bei einer Krankenhausauslastung von 90 % und mehr steigt hingegen das CDI-Risiko für Patienten.6  n Literatur 1 Wenisch JM et al., Eur J Clin Microbiol Infect Dis 2012; 31(8):1923–30 2 Davies KA et al., Lancet Infect Dis 2014; 14(12):1208–19 3 Sethi AK et al., Infect Control Hosp Epidemiol 2010; 31(1):21–7 4 Shaughnessy MK et al., Infect Control Hosp Epidemiol 2011; 32(3):201–6 5 Teltsch DY et al., Arch Int Med 2011; 171(1):32–8 6 Ahyow LC et al., Infect Control Hosp Epidemiol 2013; 34(10):1062–9


Kennzeichnung von ­Medizinprodukten u Eine neue Regelung soll auch bei Medizinprodukten, die zur Desinfektion eingesetzt werden, den Schutz vor gefährlichen Stoffen und Gemischen durch Kennzeichnung verbessern. u Reklassifikation von PHMB durch das Committee for Risk Assessment der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) und deren Konsequenz

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olyhexamethylenbiguanid (PHMB, Polyhexanid) wurde durch das Committee for Risk Assessment der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) im Jahr 2011 als karzinogener Stoff der Kategorie 2 (Carc.2) eingestuft und in die Liste der CMR Stoffe (karzinogen, mutagen oder reproduktionstoxisch) aufgenommen. Eingesetzt wird die Substanz oftmals zur Konservierung und als Wirkstoff in unterschiedlichen Desinfektionsmitteln. Durch die EU-Verordnung 944/2013 (Ergänzungsverordnung zur CLP-VO 1272/2008 (EG) über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen) wurde diese Bewertung in geltendes EU-Recht umgesetzt.

Neue Regelung für PHMB Die Aufnahme in die CLP-VO bedingt nicht automatisch eine Stoffbeschränkung oder ein Verbot, da dies nicht Regelungsinhalt dieser Verordnung ist, sondern soll vielmehr dem Schutz vor gefährlichen Stoffen und Gemischen durch Kennzeichnung dienen. Die rechtliche Konsequenz für PHMB ist, dass es – ab einer Konzentration von 1 % – als „Carc.2“ gekennzeichnet werden muss, während bei Gemischen, die PHMB enthalten, ein Vermerk im Sicherheitsdatenblatt bereits ab einem Gehalt von 0,1 % erfolgen muss. Diese Regelung ist ab dem 1. Jänner 2015 verpflichtend für alle Neuprodukte. Für bereits bestehende Produkte gelten Übergangsfristen. Unter den Geltungsbereich fallen chemische Stoffe sowie deren Gemische, ausgenommen sind u Kosmetika: Hier gilt ein generelles Verbot des Einsatzes für CMR-Stoffe. Ausnahmen können durch eine Bewertung des „Scientific Committee on Consumer Safety“ der Europäischen Kommission erteilt werden, für PHMB steht diese Entscheidung nach aktuellem Stand aus. u Medizinprodukte, die direkt am Körper oder invasiv angewendet werden. Alle anderen Medizinprodukte müssen nach den Vorgaben der CLP-VO gekennzeichnet werden. u Arzneimittel

Alternative? Dies bedeutet aber nicht, dass Medizinprodukte zur Flächen- oder Instrumentendesinfektion kritischer bewertet werden als solche, die direkt am Menschen wie etwa zur Wundbehandlung angewen-

det werden. Vielmehr müssen diese Produkte vom Hersteller einer Risiko-Nutzen-Bewertung unterzogen werden (Medizinprodukterichtlinie; MDD, 93/42/EEC). In diesem Zusammenhang muss gefährlichen Substanzen besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden und der „Nutzen“ des Medizinproduktes bestimmt und den ausgehenden Gefahren gegenübergestellt werden. Im Rahmen der Risikobewertung ist der Hersteller von Medizinprodukten auch verpflichtet, bei als gefährlich eingestuften Stoffen, insbesondere bei CMR-Substanzen, stets zu prüfen, ob für deren Einsatzgebiet ein gefahrloser alternativer Stoff zur Verfügung steht. Etwaige wirtschaftliche Aspekte wie ein günstigerer Beschaffungspreis des zu bewertenden Stoffes dürfen keinen Einfluss auf den Ausgang der Risikoanalyse haben.

Schlussfolgerungen für Medizinprodukte In der Regel handelt es sich bei Medizinprodukten ohne direkte Körperberührung um Instrumenten- und Flächendesinfektionsmittel, deren Einsatz üblicherweise mit entsprechender Schutzkleidung wie zum Beispiel Einmalhandschuhen erfolgt. Diese Produkte werden von der CLP-VO abgedeckt, müssen also mit dem Warnhinweis „Carc.2“ versehen werden, sofern sie ≥ 1% PHMB enthalten. Bei Medizinprodukten, die direkt am Körper oder invasiv angewendet werden, wird PHMB oft zur Konservierung eingesetzt. Vor allem der Einsatz bei der Wundversorgung muss kritisch hinterfragt werden, da die Wundheilung mit einer hohen Gewebeneubildung einhergeht und dadurch besonders empfänglich für eine karzinogene Wirkung sein kann. n Autor: Mag. pharm. Dr. Siegrun Gerlach Diapharm Austria, Siegrun.Gerlach@diapharm.at, www.diapharm.at

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Wundinfekte in der Halschirurgie u Kaum ein anderes Operationsgebiet vereint so viele unterschiedliche Strukturen und Organe auf engstem Raum wie die Halschirurgie. u Die OP-Gebiete können für sich abgegrenzt sein oder in Beziehung zur Haut, den Atemwegen und dem Verdauungstrakt stehen. u Das postoperative Infektionsrisiko ist abhängig davon, an welchen dieser Strukturen ­interveniert wird und muss individuell eingeschätzt werden.

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lektive Operationen im Kopf-Hals-Bereich können, je nachdem, ob die Schleimhäute im Mund und Halsbereich inzidiert werden, generell in aseptische und bedingt aseptische eingeteilt werden. Bei den aseptischen liegt das Infektrisiko um die 1 % und es wird generell keine Antibiotikaprophylaxe empfohlen, während das Infektrisiko der bedingt aseptischen auf bis zu 70 % ansteigen kann und damit auch eine Antibiotikaprophylaxe indiziert ist. Dazu können Cephalosporine mit Metranidazol oder Ampicillin/Sulbactam zur Anwendung kommen, alternativ kann bei Allergien Clindamycin verabreicht werden und bei einem Verdacht auf gramnegative Keime ein Aminoglykosid hinzugefügt werden. Ergänzend gibt es dazu die Guidelines der American Heart Association zur Endokarditisprophylaxe. Diese empfehlen, dass Patienten mit künstlichen Klappen oder anderem prosthetischem Material, einer vorangegangenen Endokarditis, manchen Formen angeborener Herzfehler und Patienten nach Herztransplantation, die eine Klappenpathologie entwickelt haben, eine Endokarditisprophylaxe erhalten sollen, wenn ein Eingriff am Respirationstrakt, an der infizierten Haut, Hautanhangsgebilden, Muskeln oder Bewegungsapparat geplant ist. Zur Therapie von Wundinfekten nach Halsoperationen können unterschiedliche Antibiotika indiziert sein. Ist der Erreger bekannt, kann gezielt behandelt werden, bei unbekanntem Erreger sollte man sich vom operationspezifischen Erregerspektrum und von lokalen Resistenzen, Patientenfaktoren wie Schweregrad der Erkrankung, Abwehrlage und Komorbiditäten und antibiotikaspezifischen Nebenwirkung leiten lassen. Leitlinien dazu findet man unter www.awmf.org oder bei den Fachgesellschaften. Häufig werden Cephalosporine plus Metranidazol oder Ampicillin/Sulbactam empfohlen, alternativ kann bei Allergien Clindamycin gegeben werden. Aminoglykoside können bei einem Risiko auf eine Kontamination mit

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gramnegativen Keimen dazugegeben werden. Grundsätzlich sollte eine bestehende Antibiotikatherapie drei Tage nach der Operation evaluiert und gegebenenfalls optimiert werden.  n

Im Gespräch Univ.-Prof. Dr. Rudolf Roka, Facharzt für Allgemein-, Gefäß- und Viszeralchirurgie Was zeichnet Wundinfekte in der Halschirurgie aus? Das hängt sehr davon ab, was am Hals gemacht wird. Bei aseptischen Operationen, wie z. B. bei der Strumaoperation, sind Wundinfekte sehr selten. Anders ist es bei Operationen, wo Organe eröffnet werden, und überall dort, wo eine Keimbesiedelung von innen möglich ist. Das wäre beispielsweise bei Operationen an Ösophagus und Trachea der Fall. Neben den Halsorganen gehen auch Operationen an Atheromen und infizierten Lymphknoten mit einem erhöhten Infektrisiko einher. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang auch die Halszysten, die durch eine rudimentäre Verbindung zum Schlund ein sehr hohes Infektrisiko haben. Was ist für die Wundkontrolle zu beachten? Der erste und wichtigste Schritt ist sicher die ärztliche Begutachtung. Wenn sich Anzeichen einer Infektion zeigen, erkennbar an den althergebrachten Zeichen Rötung, Überwärmung, Schwellung und Schmerz, dann sollte auf jeden Fall mit einer antibiotischen Therapie begonnen werden, dies aber nur nach ärztlicher Vorschreibung und Überwachung. Darüber hinaus sollten diese Patienten unbedingt zum behandelnden Chirurgen geschickt werden, da dieser auch die Tragweite seines Schaffens am besten beurteilen und die weiteren Schritte planen kann.


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Scarban®-Silikonverband

Narbenbehandlung nach Maß Unter dem internationalen Markennamen Scarban® wird eine Reihe hochqualitativer ­Narbenbehandlungsprodukte zusammengefasst: 29 verschiedene Produkte aus ­wiederverwendbaren Silikonfolien schaffen die Basis für eine individuelle, auf die Bedürfnisse des ­Patienten ­abgestimmte Therapie.

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ie Anwendungsgebiete der Scarban -Produkte umfassen alle Narben, unabhängig von der Ursache ihrer Entstehung, ihrer Lage am Körper oder ihrer Größe. Behandlungen von Narben und Verletzungen nach Verbrennungen oder Operationen können ebenso erfolgreich therapiert werden wie die Nachbehandlung alter Narben oder von neuem hypertrophem Narbengewebe und Keloiden. Bei gerade erst geschlossenen Wunden tragen die Silikonverbände dazu bei, die Bildung von hypertrophem oder keloidem Narbengewebe zu vermeiden. In der Prävention haben sich die Scarban®-Produkte zur Behandlung von schmerzenden Narben sowie psychologischen Einflüssen der Narbenbildung bewährt. Der Therapiebeginn ist sofort nach dem Wundverschluss möglich. ®

Die Scarban®-Range ist auch in einer Reihe von Spezialformen für Hände und Gesicht erhältlich.

Innovative Technologie Die Entwicklung der Narbenprodukte erfolgte in Zusammenarbeit von Universitätskliniken in den Niederlanden, Belgien, Deutschland und Frankreich. Scarban®-Produkte bestehen zu 100 % aus medizinischen Silikonen, die eine Überproduktion von Bindegewebsfasern stoppen. Dadurch bildet sich die Narbe zurück, wird flacher, blasser und Beschwerden werden reduziert. Die Therapie ist nebenwirkungsfrei, Schmerzen treten auch beim Abziehen nicht auf. Das selbstklebende, hochelastische Material, das sich an den Rändern nicht löst, kann auch bei schwierigen Körperstellen sicher und diskret angebracht werden. Die doppelelastischen Eigenschaften bieten zudem Schutz vor UV-Strahlen und vereinen hohen Tragekomfort mit einfacher Handhabung. Das wiederverwendbare Produkt zeichnet sich daher durch hohe Kosteneffizienz aus, denn der Inhalt einer Packung hält rund zwei Monate – ein Zeitraum, der die gesamte durchschnittliche Behandlungsdauer umfasst. Mithilfe der Scarban®-Reinigungsseife kann die Silikonauflage gewaschen werden, ohne dass die Haftfähigkeit beeinflusst wird.

Entgeltliche Einschaltung

Individuelle Therapie Für unterschiedliche Narbentypen sind verschiedene Stärken – Light und Elastic – verfügbar. Scarban® Light in einer Stärke von 0,4 mm eignet sich besonders für glatte Hautstellen und kleinere, flache Narben sowie Narben nach einem Kaiserschnitt, schmale Narben oder an unbeweglichen Körperstellen. Scarban® Elastic in 1,4 mm Stärke ist weich und polsternd und für stark beanspruchte Körperstellen mit Zug auf der Haut entwickelt worden.

Erhabene, breite oder großflächige Narben sowie Brandwunden oder Narben an der Hand, nach Brust-OPs oder Bauchdeckenstraffungen lassen sich damit besonders gut behandeln. Die Scarban®-Range ist neben den rechteckigen Produkten auch in einer Reihe von Spezialformen für Hände und Gesicht erhältlich. Für die Anwendung in der plastischen Chirurgie gibt es beispielsweise Formen für Mund, Nase, Abdomen oder Brust.

Exponierte Stellen gut versorgt Scarban Velvet Touch Silikongel erlaubt die unkomplizierte Behandlung kleiner Narben an sichtbaren, exponierten Stellen wie zum Beispiel im Gesicht auch untertags. Die Scarban® Hautlotion wird aufgetragen, wenn der Verband nach der Reinigung trocknet. Dadurch wird die Hautentwicklung gefördert und das Austrocknen verhindert. Die Hautlotion eignet sich auch als Pflege für zwischendurch, wenn kein Verband getragen wird.  n

Serobac Handelsgesellschaft m.b.H. Untere Viaduktgasse 25, 1030 Wien Tel: +43-1-713 72 92, serobac@serobac.at www.serobac.at

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Prim. Univ.-Prof. Dr. ­Dietmar Öfner-Velano, MAS, MSc, F.A.C.S.

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Im Gespräch

Chirurgenfortbildung:

„Auf den Geschmack gebracht“ Univ.-Prof. Dr. Dietmar Öfner-Velano, MAS, MSc, F.A.C.S., ist seit Kurzem neuer Vorsitzender der Fortbildungsakademie der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie. Er will an die erfolgreiche Tradition seines Vorgängers anknüpfen und gleichzeitig mit Social Media-Anwendungen frischen Wind in die Fortbildung junger Chirurgen bringen.

Warum engagieren Sie sich für das Thema Fortbildung? Es ist ein ganz zentrales Thema für Mediziner und wurde zwar in der Vergangenheit nicht vernachlässigt, aber stand doch nicht so sehr im Mittelpunkt wie heute. Der Grund dafür ist einfach: Wir können in puncto Nachwuchs nicht mehr aus dem Vollen schöpfen, daher müssen wir uns bemühen, wieder attraktive Angebote zu schaffen, eine Fortbildung, die junge Leute wieder auf den Geschmack bringt, Chirurgen werden zu wollen. Zudem müssen wir uns mit innovativen Konzepten auf die neuen Verhältnisse, wie das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz oder die neue Ausbildungsordnung, die allesamt beträchtliche und substanzielle Auswirkungen auf die Ausbildung haben, einstellen. An wen richtet sich Ihr Angebot? Mein Ziel ist es, eine Plattform für alle in Ausbildung zum Facharzt für Chirurgie zu etablieren. Moderne, digitale Medien sollen einen interaktiven Informations- und Wissensaustausch ermöglichen. Den Inhalt dieser Plattform bilden Lehr- und Lerninhalte,

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Warum ist das chirurgische Fach heute nicht mehr so attraktiv? Die knappen Ressourcen machen die Arbeitsbedingungen in der Chirurgie grundsätzlich nicht lukrativ. Nach einer langen Ausbildungszeit erwarten einen Chirurgen eine anstrengende Tätigkeit, viel Übung und im Verhältnis dazu wenig Lohn. Dazu kommt, dass die jüngere Generation auf die Werte Freizeit und Familie weit mehr Augenmerk legt, als wir das noch zu Beginn unserer Karriere machten. Machen die knappen Ressourcen es nicht erst recht ­schwierig, überhaupt Zeit für Fortbildung zu finden? Was die Zeitressourcen betrifft, sehe ich diese sogar begünstigend. Bisher hatten wir 72-Stunden-Arbeitszeiten, jetzt sind es 48, da bleibt viel mehr Zeit, sich der Fortbildung zu widmen, und wer seinen Beruf ernst nimmt, wird diese Zeit auch nützen. Wo liegen die Themenschwerpunkte? Prinzipiell ist es die Allgemein- und Viszeralchirurgie mit einem Fokus auf Onkologie, operative Standardverfahren, aber auch interdisziplinäre Themen. Ihr Bestreben ist es, die Fortbildung auf ein zeitgemäßes Niveau zu heben. Wie sieht das konkret aus? Die Fortbildungsseminare werden künftig zu geeigneten Kongressen stattfinden und die ganze Veranstaltung oder auch einzel-

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Knappe Ressourcen machen die Arbeitsbedingungen gerade in der Chirurgie nicht immer lukrativ.

aber auch sonst Wissenswertes über die Chirurgie, Medizin und das Arbeitsumfeld. Begleitet mit einer Facebook- und FlipboardSite sollen junge Ärzte kommunizieren und sich auch über Prüfungen, Ausbildungsordnung und ähnliche Themen austauschen können. Aber es gibt hier nicht Schwarz oder Weiß – wir sprechen letztendlich alle an, vom Studenten bis hin zu fertigen Fachärzten, denn im Sinne des lebenslangen Lernens hört die Fortbildung ja nicht auf. Ich selbst komme aus der universitären Lehre und war maßgeblich in Innsbruck und Salzburg an der Entwicklung des Curriculums für Medizinstudenten beteiligt. Auf diese Erfahrung kann ich zurückgreifen.


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ne Vorträge werden als solche gesondert durch die Fortbildungsakademie gekennzeichnet. Damit wird garantiert, dass State-of-the-Art-Vorträge von ausgewiesenen Experten auf dem jeweiligen Gebiet gehalten werden, wobei deren Inhalte prüfungsrelevant sind. Alle Mitglieder der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgie, die in Ausbildung zum Facharzt für Chirurgie stehen, können diese Veranstaltungen gratis besuchen. Sollte über die Zeiträume Frühjahr, Herbst oder Winter keine geeignete Veranstaltung verfügbar sein, werden die Fortbildungsseminare wie gehabt in Salzburg für alle frei zugänglich geplant werden. Der zweite Teil ist die Online-Plattform, die junge Mediziner auf Basis ihrer bevorzugten Medienkanäle vernetzten soll. Interaktive Blogs, eine Facebook- und Flipboard-Site sind Teil der Social Media-Aktivitäten.

Wer sorgt für die Vernetzung und Aktualisierung dieser vielen Aktivitäten? Ich habe die Grundlagen dafür erst einmal geschaffen. Gleich­ zeitig konnte ich ein Team von namhaften erfahrenen, aber auch sehr jungen Kollegen gewinnen, womit die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden können. Aber nicht nur das, so wird den pluralistischen Vorstellungen Rechnung getragen, die in der Ausbildung so wichtig sind. Zudem können wir auf das Sekretariat der ÖGC zurückgreifen. Die internationale Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie und die Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Österreichischer Chirurgen sind weitere Schritte zur Bewältigung der hoch gesteckten Ziele.

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Was wünschen Sie sich für die Weiterentwicklung der Plattform im kommenden Jahr? Natürlich eine äußerst rege Beteiligung der jungen Ärzte. Wer sich auf der Homepage anmeldet, erhält regelmäßig Zusendungen und ist auch eingeladen, in den Blogs aktiv mitzuarbeiten. Das Angebot wächst mit den Teilnehmern und der Austausch kommt zunehmend in Gang. 100 User im ersten Jahr würden mich sehr freuen! n

Chirurgische Infektionen:

Basisarbeit und Besinnung sind erforderlich Prim. Univ.-Prof. Dr. Reinhold Függer, Leiter Chirurgische Abteilung, Krankenhaus der Elisabethinen in Linz und Kongresspräsident des 56. Österreichischen Chirurgenkongresses, gibt Einblick in die Schwerpunkte des heurigen Treffpunktes für die Chirurgie. Das Thema der postoperativen Infektionen stand in der Chirurgie in den vergangenen Jahren nicht oft im Vordergrund wissenschaftlicher Veranstaltungen. „Bei der kritischen Analyse chirurgischer Ergebnisse fällt allerdings auf, dass chirurgische Infektionen eine wesentliche Ursache von postoperativer Morbidität und Mortalität sind. Der bahnbrechenden Arbeit von Semmelweis sind bedeutende Fortschritte in Diagnose und Therapie chirurgischer Infektionen gefolgt. Die Gefahr, die von Infektionen ausgeht, ist aber auch heute keineswegs gebannt und aktueller denn je“, beschreibt Prim. Univ.-Prof. Dr. Reinhold Függer, Leiter Chirurgische Abteilung, Krankenhaus der Elisabethinen in Linz und Kongresspräsident des 56. Österreichischen Chirurgenkongresses, die Motivation für die Auswahl des heurigen Schwerpunktthemas. Chirurgische Infektionen werden nach Ansicht des Experten leider viel zu oft mit Krankenhausinfektion und Hygienefragen – bis hin zu Ebola – vermischt. Ein Umstand, der das Thema einerseits „am falschen Ort“ platziert und zu Unrecht dramatisiert. Dennoch möchte Függer chirurgische Infektionen auch nicht verharmlosen: „Ohne Schuldzuweisungen oder überschießende Gefahrenpotenziale zu wittern, sehe ich, dass die Ergebnisse der Chirurgie immer besser werden und dennoch Jahr für Jahr eine Reihe von Todesfällen auf Grund postoperativer Infektionen zu beklagen ist. Wer von Qualitätsverbesserungen spricht, muss sich auch dieses Themas annehmen und hier fehlen uns jedenfalls auch grundlegende Daten und Fakten, die es zu erheben gilt. Wir brauchen Basisarbeit und Besinnung auf Wesentliches“, fasst Függer die Eckpunkte zusammen. Für ihn jedenfalls Grund genug, chirurgische Infektionen als Generalthema auf die Agenda des 56. Österreichischen Chirurgenkongresses zu setzen und die Rolle des Chirurgen herauszustreichen, der – vor allem, wenn es sich wie bei Entzündungen von Gallenblase oder Appendix um Therapieoptionen handelt – durchaus großen Einfluss auf das Ergebnis hat. Das beginnt bei der Entscheidung über eine Antibiotikaprophylaxe als Organisationsaufgabe bis hin zu postoperativen Kontrollen oder der Auswahl minimalinvasiver OP-Methoden. Details zum Programm finden Sie auf www.chirurgenkongress.at/56/.

56. Österreichischer Chirurgenkongresses www.fortbildung-chirurgie.at

3.-5. Juni 2015, Linz, www.chirurgenkongress.at/56/

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Blutungen sicher stoppen Der VerisetTM Hämostase Patch von Covidien kombiniert intraoperative Zuverlässigkeit und ­einfache Anwendung mit einer höheren Sicherheit für Patienten.

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er VerisetTM Hämostase Patch ist eine Kombination aus regenerierter, oxidierter Zellulose, imprägniert mit Puffersalzen, Trilysin und einer synthetisch hergestellten Schicht aus Polyethylenglycol (PEG). Oxidierte Zellulose hat sich über Jahrzehnte als lokales Hämostyptikum bewährt. Durch Senkung des pH-Wertes kommt zu einer unspezifischen Thrombozytenreaktion und Einleitung der Blutstillung. Die oxidierte Zellulose fungiert zusätzlich als Tamponade und beschleunigt die Hämostase weiter. Durch Aktivierung mit jeder Art von Flüssigkeit reagiert das PEG mit dem Trilysin in der oxidierten Zellulose und bildet eine Hydrogelschicht aus. Durch Quervernetzung verbindet sich der Patch mit der Oberfläche und es entsteht eine flüssigkeitsundurchlässige Barriere.

Hohe Sicherheit Bei der mehr als sechs Jahre lang dauernden Produktentwicklung wurde speziell darauf geachtet, die Nachteile anderer topischer Hämostyptika zu vermeiden. Das Ergebnis: Eine rasch einsetzende, effektive Hämostase, keine Präparationszeit und Wirksamkeit auch bei antikoagulierten Patienten sind die überzeugendsten Eigenschaften von VerisetTM. Zusätzliches Material für Vorbereitung oder Verwendung des Patches ist nicht notwendig. Ein weiterer wesentlicher Vorteil des Patches ist der Verzicht auf menschliche oder tierische Bestandteile. Damit ist das Risiko viraler Übertragungen so wie allergischer Reaktionen minimiert und der Patch kann selbst bei Patienten eingesetzt werden, die aufgrund ihrer kulturell-religiösen Zugehörigkeit die Anwendung tierisch oder menschlich abgeleiteter Medizinprodukte ablehnen. Der Patch ist auch bei Bluterkrankungen oder bei Patienten anwendbar, die blutverdünnende Medikamente einnehmen.

Einfach anzuwenden

Versorgung des Herzens mit VerisetTM nach Aortenklappenersatz

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Der Veriset™ Hämostase Patch ist bereits gebrauchsfertig verpackt und kann ohne Vorbereitungszeit zum Einsatz kommen. Er verklebt nicht, wie einige andere topische Hämostatika, mit Handschuhen oder chirurgischen Instrumenten, noch zerfällt der Patch beim Einführen durch den Trokar. Wichtig für einen sicheren Einsatz ist es, den Patch innerhalb von 60 Minuten nach Öffnen des Folienbeutels zu verwenden. Vor Gebrauch soll der Patch trocken gehalten und auch möglichst trocken appliziert werden. VerisetTM ist derzeit in zwei verschiedenen Größen erhältlich und für die entsprechende Anwendung auf die ge-


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Wirkmechanismus auf einen Blick u P latzierung

Der Patch wird mit der PEG-Seite auf die Blutungsstelle angebracht, das Blut wird aufgenommen und der Patch passt sich an.

uD  ruck

Die oxidierte Zellulose im Patch absorbiert Blut und leitet den Die oxidierte Zellulose im Patch absorbiert Blut und leitet den Gerinnungsprozess ein.

u P olymerisierung

Polymerkomponenten bilden durch Querverbindungen eine undurchdringliche Barriere (Hydrogel), sodass es zur Anhaftung an der Blutungsstelle kommt.

uH  ämostase Einfache Anwendung des VerisetTM Hämostase Patch: Die dunkle Seite (oben) auf die Blutungsstelle halten, gleichmäßig andrücken und bereits nach 30 Sekunden kann der Druck reduziert werden.

wünschte Größe zuschneidbar. Der blutende Bereich muss dabei bis zu zwei Zentimeter vom Patch überdeckt sein. Die Anwendung ist denkbar einfach: Die dunkle Seite auf die Blutungsstelle halten, gleichmäßig andrücken und bereits nach 30 Sekunden kann der Druck reduziert werden. Trocken gebliebene Ränder des Patches können nach Anbringen entfernt oder mit einer über eine Spritze applizierten Kochsalzlösung benetzt und angedrückt werden. Sollte die Blutung nach einer halben Minute nicht gestoppt sein, muss erneut Druck ausgeübt werden. Nach weiteren 30 Sekunden die Blutung noch einmal überprüfen. Falls die Blutstillung auch dann noch nicht eingesetzt hat, können weitere Patches über das vorhandene Material gelegt oder der anfänglich aufgelegte Patch kann durch einen neuen ersetzt werden. Bei laparoskopischer Anwendung wird der Patch mit der dunklen Seite nach innen entlang des Instrumentenschaftes eingerollt. Veriset™ ist weich und damit flexibel genug, um die Anforderung in der Laparoskopie zu erfüllen. Ein „Memoryeffekt“ sorgt dafür, dass der Patch nach Einbringen in den Bauchraum seine ursprüngliche Form wieder erhält. Das Ausrollen erfolgt somit rasch und einfach, die Konsistenz des Produktes verändert sich nicht.

Gerinnungskomponenten werden konzentriert und beschleunigen die Blutstillung.

uA  bsorption

Vollständige Resorption in rund vier Wochen.

Produkt beiliegt, enthalten. Da für die Anwendung von ­Veriset™ keine Vorbereitungszeit benötigt wird und das Produkt bei Raumtemperatur gelagert und somit rasch und flexibel zum Einsatz kommen kann, erweitern sich die direkten medizinischen Vorteile um ökonomisch interessante Details. Weniger Abfall, weniger Rüstzeit und die mögliche Reduktion von postoperativen Komplikationen und Bluttransfusionen sind für Spitäler in Zeiten knapper Gesundheitsbudgets positive Aspekte.

Klinische Vergleichsstudie Der Patch wurde in einer multizentrischen, randomisierten klinischen Studie mit 50 Patienten, bei denen eine Leberoperation durchgeführt wurde, erfolgreich eingesetzt.(1) Diese Vergleichsstudie zwischen dem Veriset™ Hämostase Patch und TachoSil® zeigte, dass der Veriset™ Hämostase Patch wirkungsvoll und sicher ist, und produzierte statistisch signifikante Ergebnisse (p = 0.0001) zur Erreichung der Hämostase bei einem Drittel der Zeit im Vergleich zum Referenzprodukt. So konnte bei 78,1 % der Patienten bereits in unter einer Minute eine Blutstillung erreicht werden, bei 94 % innerhalb der ersten drei Minuten und bei 100 % nach vier Minuten.  n

Entgeltliche Einschaltung

Möglichkeiten Veriset™ ist zur Verwendung bei chirurgischen Eingriffen (nicht bei neurologischen, orthopädischen, ophthalmologischen und respiratorischen Eingriffen) zur Unterstützung der Blutstillung vorgesehen, wenn die Kontrolle von kapillaren, venösen und arteriellen Blutungen durch Druck, Ligatur oder andere konventionelle Methoden nicht effektiv oder unpraktisch ist. Der Patch ist damit aber nicht als Ersatz für sorgfältige chirurgische Verfahren oder die ordnungsgemäße Anwendung sonstiger herkömmlicher ­Hämostaseverfahren entwickelt. Vollständige Informationen zur Anwendung, Indikationen, Kontraindikationen, Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind in der Packungsbeilage, die dem

Harald Ginterstorfer Product Manager Stapling, Covidien Austria GmbH Campus 21, 2345 Brunn am Gebirge Tel.: +43-2236-378306, office.austria@covidien.com www.covidien.com (1) Öllinger R. Mihaljevic A. Schuhmacher C. Bektas H. et al. A multicentre, randomized clinical trial comparing the Veriset™ haemostatic patch with fibrin sealant for the management of bleeding during hepatic surgery. International Hepato-Pancreato-Biliary Association. Date of Publication: December 2012.

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CombiSets

Prozessorientierte Lösungen schaffen viele Vorteile Die hohen Anforderungen in Bezug auf Qualitätssicherung und Optimierung der Prozesse in der Gesundheitsversorgung werden in Zukunft noch weiter ansteigen. Daher hat HARTMANN ­innovative Einwegsets für den unterschiedlichen Einsatz in Klinik und niedergelassenem Bereich entwickelt. Das Ergebnis: Prozesskosten sinken, die Qualität und die Sicherheit werden erhöht. werden. Somit werden der komplette Bestellvorgang und Warenfluss insgesamt erheblich vereinfacht, aber auch das Abfallaufkommen in der Klinik wird geringer, denn durch die Zusammenstellung der individuellen Sets werden weniger Einzelkomponenten erforderlich und aufwendige Verpackungen fallen weg. Die hohe Kostentransparenz macht eine Kostenzuordnung pro Fall möglich. Zusätzlich sorgen innovative Materialien dafür, dass das Kontaminationsrisiko bei OPs reduziert wird. Damit ist das Ziel beim Einsatz von Foliodrape® CombiSets erreicht: Der wirtschaftliche Ablauf im OP ist optimiert und der Anwender kann sich auf die Produkte und die Sicherheit der Komponenten zu 100 % verlassen.

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er OP-Bereich zählt in Krankenhäusern zu den Kernleistungserbringern. Einerseits ist er überaus kostenintensiv, erbringt jedoch auch die höchste Wertschöpfung. Diesen Umstand hat HARTMANN bei der Entwicklung der OP-spezifischen Foliodrape® CombiSets näher unter die Lupe genommen und daraus eine Reihe von Vorteilen für die Anwender lukrieren können: Wer kundenindividuelle CombiSets einsetzt, schafft Freiraum für die raschere Abwicklung individueller Behandlungsprozesse und gewährleistet so einen überaus wirtschaftlichen Ablauf. HARTMANN verknüpft in den Sets eine Reihe von Inhalten, die für die komplette Durchführung einer OP erforderlich sind – insgesamt mehr als 3.000 unterschiedliche Teile von rund 200 namhaften Herstellern stehen dazu zur Verfügung.

Auf CombiSets ist Verlass Ein exakt definierter Materialeinsatz ist wesentlicher Teil der Prozessoptimierung. Die fallbezogene Zusammenstellung aller benötigten Komponenten verkürzt vor allem die Rüstzeiten und spart so dem OP-Team wertvolle Zeit. Im Vorfeld sind bereits Optimierungspotenziale im Bereich der Verwaltung und des Einkaufs ausgeschöpft, denn der Aufwand für die Kommissionierung von Einzelteilen und ihre Dokumentation fällt weg, die Lagerhaltung wird auf das Minimum reduziert, da die Sets wöchentlich angeliefert

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Umstellen leicht gemacht Mit Unterstützung der HARTMANN-Berater kommen Kliniken ganz einfach Schritt für Schritt zum richtigen Set. In einer ersten Konzeptionsbesprechung mit dem Anwender werden die Setinhalte virtuell zusammengestellt. Sämtliche Fremdprodukte, die von anderen Herstellern bezogen werden, durchlaufen strenge Tests, die auch eine Funktionsprüfung nach einer Probesterilisation beinhalten. Die Ergebnisse werden detailliert elektronisch dokumentiert. Dann geht es an den ersten Prototypen: Erfahrene Mitarbeiter stellen alle ausgewählten und freigegebenen Komponenten in der vom Kunden gewünschten Reihenfolge in einem Prototyp zusammen. Auch dieser Schritt wird als „Bauanleitung“ für die spätere Serienfertigung lückenlos dokumentiert. Das EDV-System prüft die Einhaltung aller rechtlichen Vorgaben und erstellt parallel dazu Vorschläge für ein wirtschaftlich optimiertes Set. Nun hat der Kunde die Möglichkeit, die Zusammenstellung und Reihenfolge auch im täglichen Arbeitsalltag zu prüfen. Erst wenn hier die Freigabe erfolgt ist, startet die Serienfertigung. Die Sets enthalten dabei immer auch die erforderlichen Dokumentationen einschließlich praktischer Aufkleber für die Patientenakte.  n

PAUL HARTMANN Ges.m.b.H.
 IZ NÖ Süd Straße 3, Objekt 64, 2355 Wr. Neudorf Tel.: +43-2236-64630-0, office@at.hartmann.info www.at.hartmann.info

Entgeltliche Einschaltung

Sämtliche Produkte der Sets durchlaufen strenge Tests.


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Therapieoptionen beim Kreuzbandriss  Was in manchen Fällen zu kaum nennenswerten Beschwerden führt, kann in anderen Folge­ schäden nach sich ziehen: der Kreuzbandriss. Ebenso vielfältig wie die individuellen Reaktionen darauf sind die Auffassungen von Experten, ob, wann und wie operiert werden soll.

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oz. Dr. Patrick Weninger, Unfallchirurg für Sportverletzungen, leitet eine Spezialpraxis für Knie- und Sportverletzungen in Wien und hat sich unter anderem auf die Therapie von Kreuzbandverletzungen spezialisiert. Im Interview mit DAS MEDIZIN­ PRODUKT nimmt er zu der Frage Stellung, was derzeit Therapiestandard bei Kreuzbandriss ist und stellt eine neue OP-Variante vor.

Soll ein Kreuzbandriss operiert werden oder nicht? Die Entscheidungskriterien sind die Instabilität des Knies und die sportliche Aktivität des Patienten. Ein Kreuzbandriss führt immer zu einer Störung der Knie-Kinematik, das heißt, das Knie wird instabil. Auch wenn die Betroffenen diese Instabilität nicht merken, werden die Menisken und der Knorpel abnorm belastet. Die Operation ist die einzige Möglichkeit, die normale anatomische Situation annähernd wiederherzustellen. Ein Kreuzbandriss bei jungen und sportlich aktiven Patienten sollte deshalb operiert werden. Betreibt der Patient keinen Sport und hat im Alltag ein stabiles Knie, kann konservativ, also ohne OP, behandelt werden. Wenn es zur OP kommt, welche Art von Eingriff ist dann indiziert und wann sollte er erfolgen? Es gibt die Möglichkeit, das eigene Kreuzband zu erhalten oder es durch eine körpereigene Sehne zu ersetzen. Aus der Literatur weiß man, dass die Rekonstruktion des gerissenen Kreuzbandes innerhalb von drei Monaten erfolgen sollte, damit es zu keinen Sekundärschäden für Menisken und Knorpel kommt. Der Zeitpunkt der OP hängt auch von den Begleitverletzungen ab. Am besten sind die Bedingungen für eine OP, wenn das verletzte Knie annähernd abgeschwollen und frei beweglich ist. Liegt jedoch ein eingeklemmter Meniskus vor, sollte rasch operiert werden. In diesen Fällen kann dann auch gleichzeitig das Kreuzband mitoperiert werden.

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Entgeltliche Einschaltung

Im Gespräch

Doz. Dr. Patrick Weninger Praxis für Knie- und Sportverletzungen Zentrum für Meniskus- und ­Kreuzband­verletzungen Krottenbachstraße 8 / Top 4, 1190 Wien Tel. +43-699-172 42 838 ordination@dr-weninger.at www.kreuzbandriss.at

Welche Therapie ist State of the Art im Falle eines ­Kreuzbandrisses? Erfolgt eine Operation in der Frühphase der Verletzung, das heißt innerhalb einiger Tage, ist es manchmal möglich, das vordere Kreuzband zu erhalten. Dabei wird das abgerissene Kreuzband bei geeigneter Rissform mit Spezialdübeln am Knochen befes-

Kreuzbandriss: Der Nachteil der Operation im Vergleich zur konservativen Therapie sind OP-assoziierte Risiken wie Infektionen, Thrombosen oder Gefühlsstörungen.

tigt. Wir haben diese Technik eben erst in der Fachzeitschrift „Arthroscopy Techniques“ publiziert1, sie funktioniert nicht bei allen Kreuzbandrissen. In den meisten Fällen muss das Kreuzband durch eine körpereigene Sehne ersetzt werden. Dabei werden Sehnen aus dem Oberschenkel oder ein Teil der Patellasehne verwendet. u

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Abb.1. Gerissenes vorderes Kreuzband

Abb.2. Das gerissene vordere Kreuzband wurde­ ­entfernt. Bohrkanäle im Oberschenkel und im ­Schienbein

Was sind die Vor- und Nachteile der Therapieformen? Ist das Kreuzband gerissen, sind die Anatomie und die Kinematik des Kniegelenkes gestört. Der größte Vorteil der Operation ist die Wiederherstellung der Anatomie. Das kann durch kein konservatives Therapieverfahren erreicht werden. Der Nachteil der Operation im Vergleich zur konservativen Therapie ist das OP-assoziierte Risiko, also zum Beispiel Infektionen, Thrombosen oder Gefühlsstörungen. Ist die Frage, ob OP oder nicht, altersabhängig? Grundsätzlich gilt: Je älter die Patienten sind, desto eher wird man ihnen die konservative, nicht operative Therapie empfehlen. Der Grund: Die Operation soll die Instabilität des Kniegelenkes behandeln und damit einem frühzeitigen Knorpelschaden vorbeugen. Bei vielen älteren Patienten ist dieser Knorpelschaden jedoch aufgrund der langjährigen Belastung und Abnützung des Kniegelenkes schon eingetreten und kann deshalb auch durch eine Kreuzband-OP nicht verhindert werden. Das Patientenalter hat bei hochgradiger Instabilität des Knies – operativ oder nicht operativ – einen untergeordneten Stellenwert. Was das heißt, sollen zwei Beispiele veranschaulichen: Ein 20-jähriger Patient reißt sich beim Aussteigen aus dem Bus das vordere Kreuzband. Er ist überhaupt nicht sportlich aktiv, hat keine Begleitverletzungen und im Alltag kein Instabilitätsgefühl. Ein anderer Patient, 60 Jahre alt, reißt sich das Kreuzband beim Tennisspielen. Er ist sportlich sehr aktiv und die Instabilität stört ihn im Alltag und beim Tennisspielen. In diesem Fall werde ich die OP eher dem 60-jährigen Patienten empfehlen und den 20-jährigen konservativ therapieren. Warum scheiden sich die Geister bei den Therapieoptionen? Der Grund ist, dass man im Vorhinein nur vermuten kann, welcher Patient eher von einer Operation profitieren wird. Dafür ist sehr viel Erfahrung mit Kreuzbandverletzungen notwendig. Ein weiterer Grund ist, dass viele Studien zum Thema „Behandlung nach Kreuzbandverletzung“ Äpfel mit Birnen vergleichen. Zusätzlich werden immer noch Techniken angewandt, von welchen man sehr genau weiß, dass sie mehr Schaden als Nutzen anrichten. Warum dies nach wie vor der Fall ist, entzieht sich meiner Kenntnis. In vielen Fällen werden die Sehnen-Grafts an falscher Stelle implantiert, sodass eine Instabilität auch nach

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Abb.3. Das ersetzte vordere Kreuzband

der OP verbleibt. Es ist dann so, als ob diese Patienten nie operiert worden wären. Die Ergebnisse sind nach solch einer OP natürlich schlecht. Tatsache ist, dass die anatomische Rekon­ struktion des vorderen Kreuzbandes allen anderen Therapieoptionen überlegen ist.

Welche Komplikationen sind möglich? Obwohl die Operation sehr standardisiert abläuft, gibt es wahrscheinlich bei keiner anderen orthopädisch-unfallchirurgischen OP so viele Fehlermöglichkeiten wie bei einer Kreuzband-Rekonstruktion. Es gibt Komplikationen während und nach der Operation. Der häufigste Fehler bei der OP ist die falsche Platzierung des Sehnen-Grafts. Das heißt, das neue Kreuzband wird nicht dort implantiert, wo es hingehört. Dadurch kann die Beweglichkeit nach der OP eingeschränkt sein. Die gefürchtetste Komplikation nach der OP ist die Entzündung des Kniegelenkes. In diesem Fall ist es notwendig, dass ein Antibiotikum verabreicht wird. In manchen Fällen ist ein oder sind weitere operative Eingriffe erforderlich. In wenigen Fällen kommt es zur Entwicklung einer Thrombose. Was kann der Patient selbst tun, wenn er sich gegen eine OP entscheidet? Wichtig ist es, das Knie stabil zu halten. Das gelingt in einigen Fällen durch gezielte Physiotherapie. Dabei wird die Muskulatur trainiert, die koordinativen Fähigkeiten werden geschult und die Beweglichkeit wird verbessert. Bis das Knie wirklich stabil ist, sollten keine Stop-and-go-Sportarten durchgeführt werden. Wie sieht es mit der Sportfähigkeit nach der OP aus? Das Ziel der Kreuzband-OP ist auch die Wiederherstellung der vollen Sportfähigkeit, das heißt, die sportliche Aktivität vor der Verletzung sollte wieder erreicht werden. Nach der Verletzung ist ein abgestuftes Rehabilitationsprogramm erforderlich. Das bedeutet, dass Ergometerfahren nach ca. vier Wochen möglich ist, Kraul- und Rückenschwimmen nach ca. vier Wochen und lockeres Laufen nach ca. zwei Monaten. Kniebelastende Sportarten sollten frühestens nach neun Monaten durchgeführt werden.  n 1 Anatomic Double-Bundle Reinsertion After Acute Proximal Anterior Cruciate Ligament Injury Using Knotless PushLock Anchors. Patrick Weninger, M.D., Florian Wepner, M.D., Florian Kissler, M.D., Michael Enenkel, M.D., Christian Wurnig, M.D. In: Arthroscopy Techniques, 2015


Univ.-Prof. Dr. LarsPeter Kamolz, Leiter der Klinischen Abteilung für Plastische, ­Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie an der Universitätsklinik für Chirurgie der ­Medizinischen Universität Graz

Im Gespräch

Thermische Traumata:

Erstversorgung entscheidet Univ.-Prof. Dr. Lars-Peter Kamolz, Leiter der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie an der Universitätsklinik für Chirurgie der Medizinischen Universität Graz, gibt einen Überblick über die Therapie thermischer Traumata von der Erstversorgung bis hin zur Rehabilitation.

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Was versteht man im Allgemeinen unter „thermischen Traumata“? Das sind thermische Schädigungen der Haut, der Hautanhangsgebilde und eventuell auch tiefer liegender Gewebe; eine Verbrennung ist eine Schädigung durch Feuer oder Kontakt mit heißen Gegenständen, eine Verbrühung durch heiße Flüssigkeiten oder Dampf. Vergleichbare Schäden können auch durch Säuren und Laugen entstehen! Das „thermische Trauma“ führt in Abhängigkeit von seiner Tiefe und Ausdehnung nicht nur zu einer örtlichen Gewebeschädigung, sondern löst eine Vielzahl von Vorgängen aus, die in einen Verbrennungsschock einmünden, dessen Spätkomplikation die Verbrennungskrankheit ist. Bei einer Verbrennungstiefe ab zweitem Grad und einer Verbrennungsfläche von mehr als 20 % beim Erwachsenen, 10 % bei Kindern oder 5 % bei Säuglingen muss mit der Entstehung eines Verbrennungsschocks und somit mit einer lebensbedrohlichen Störung für den Patienten gerechnet werden. Die Schwere einer Verbrennungskrankheit wird in den ersten Stunden und Tagen mitentscheidend vom Zeitpunkt und der Qualität der Erstversorgung bestimmt! Daher sollte die genaue und exakte Tiefen- und Flächenbestimmung immer durch mit Brandverletzungen erfahrene Ärzte gestellt werden. Was sind die geeignetsten Sofortmaßnahmen? Die Erstversorgung vor Ort umfasst das Löschen brennender Kleidung, die Kühlung der verbrannten Areale, aber auch das Warmhalten des Verunfallten, da Brandverletzte sehr rasch auskühlen. Weiters gilt es, Verbrennungswunden mit sauberen Tüchern abzudecken, wobei weder Puder, Mehl oder Cremes auf die Wunde aufgetragen werden sollten, da diese die exakte Beurteilung im Krankenhaus erschweren. Der Geschädigte sollte aufgrund der Schockgefahr nicht unbeaufsichtigt bleiben, eine adäquate Schmerztherapie sollte eingeleitet und der Verletzte an ein Brandverletzten-Zentrum transferiert werden. Die wichtigsten therapeutischen Maßnahmen von Schwerverletzten im Brandverletzten-Zentrum sind im Wesentlichen die Vermeidung des Verbrennungsschocks durch geeignete Flüssigkeitssubstitution, die frühzeitige Nekrosektomie und tiefen-

Die Schwere einer Verbrennungskrankheit wird mitentscheidend vom Zeitpunkt und der Qualität der Erstversorgung bestimmt.

spezifische Deckung bei operationspflichtigen Verbrennungen, eine Optimierung der Ernährung des Patienten, insbesondere durch frühzeitige enterale Ernährung, und Prävention septischer Komplikationen.

Welche Verbrennungswunden können oberflächlich versorgt werden, welche benötigen einen chirurgischen Eingriff? Das Verbrennungstrauma stellt eine der komplexesten Verletzungen dar, wobei es infolge des Traumas zu zahlreichen physiologischen, metabolischen und immunologischen Reaktionen und Veränderungen kommt. Unabhängig von der Ursache

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Verbrennung I. Grades (entspricht einem starken Sonnenbrand)

Die Behandlung beschränkt sich auf das Auftragen heilungsfördernder Salben. Die Heilung erfolgt ohne Narbenbildung. Es sind keine Folgeschäden zu erwarten.

Verbrennung Grad IIa (Wunde mit Blasenbildung)

Die Ziele sind der Schutz der Wunde vor Infektion, bei oberflächlichen Verbrennungen (Grad IIa) die Selbstheilung des Körpers (Reepithelisierung) ausnutzen. Diese dauert je nach Ausmaß der Verbrennungsfläche sieben bis 15 Tage. Desinfizierende Verbände sind notwendig. Die Verbände sollten in bestimmten Abständen gewechselt werden, um eine lokale Keimreduktion durch desinfizierende Mittel zu erreichen. Weiters wichtig ist die Schaffung idealer Heilungsbedingungen durch Ruhigstellung und Schmerztherapie.

Verbrennung Grad IIb und III

Die Standardtherapie bei tief zweitgradigen und drittgradigen Verbrennungen ist die frühzeitige Operation, wobei das verbrannte Areal mittels Nekrosektomie entfernt und je nach Tiefe mit Keratinozyten oder autologer Spalthaut bestehend aus Epidermis und Anteilen von Dermis oder synthetischen Hautersatzmaterialien gedeckt wird. Bei freiliegenden Sehnen oder Knochen bedarf es einer Deckung mit Lappenplastiken.

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Hautpartien zu entfernen. Hauttransplantationen dienen einem Wundverschluss und ersetzen die abgestorbenen Hautanteile. Die dazu notwendige Haut wird als Spenderhaut direkt vom Patienten in einer sehr dünnen Schicht entnommen. Die Spenderareale heilen ähnlich einer Schürfwunde in zehn bis 14 Tagen von selbst ab.

Wann kommt temporärer Hautersatz zum Einsatz? Ist die Möglichkeit der ausreichenden Eigenhauttransplantation nicht gegeben, weil es zu wenig Entnahmemöglichkeiten bei ausgedehnten Verbrennungen gibt, der Zustand des Patienten eine Operation vorläufig nicht zulässt oder die nekrosektomierte Wunde für Eigenhauttransplantate noch nicht bereit ist, werden zur Überbrückung verschiedene Formen des temporären Hautersatzes angewendet. Dazu gehören die allogene Spalthauttransplantation und xenologe Transplantate wie etwa Schweinehaut, mit denen ein vorübergehender Wundverschluss für eine bis zwei Wochen erreicht werden kann, sowie der künstliche Hautersatz, der eine vorübergehende Wundabdeckung gewährleistet. Was sind die wichtigsten Eckpunkte in der Rehabilitation von Patienten mit thermischen Traumata? Bei Verbrennung Grad IIa kann bei abgeschlossener Heilung mit der Hautpflege durch rückfettende Salben begonnen und auf den Verband verzichtet werden. Bei zeitgerechter Wundheilung entstehen im Allgemeinen keine hypertrophen Narben, je nach Hauttyp können allerdings Pigmentierungsunterschiede verbleiben. Eine intensive Sonneneinstrahlung sollte für die ersten sechs bis zwölf Monate auf jeden Fall vermieden werden. Dies lässt sich zum Beispiel durch die Verwendung von Sonnenschutzcreme mit hohem Lichtschutzfaktor und bedeckende Kleidung einhalten. Bei Verbrennung Grad IIb und III muss transplantierte Haut besonders gepflegt werden. Tägliches Einfetten der Haut ist notwendig, da durch die Hauttransplantation nur die Hautzellen, jedoch nicht die zugehörigen Schweiß- oder Talgdrüsen mit transplantiert werden. Auch hier sollten die operierten Areale keiner intensiven Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden. Gegen eine starke Narbenbildung wirken abhängig von der Behandlung das Tragen von Kompressionswäsche und die tägliche Massage des Narbengewebes. Narben, die Gelenke in ihrer Funktion beeinträchtigen oder kosmetisch stören, sollten im Verlauf frühzeitig von einem plastischen Chirurgen beurteilt und entsprechend behandelt werden. Schwerbrandverletzte bleiben in ständiger Kontrolle und können die einzelnen Verfahren zum gegebenen Zeitpunkt mit ihrem behandelnden Arzt besprechen. Zu den möglichen Verfahren zählen Kompressionsbekleidung, Anfertigung von Spezialschienen oder Hilfsmitteln, die Applikation von speziellen Silikonfolien, eine Laserbehandlung, das operative Auflösen von Narbensträngen und kosmetisch-ästhetische Korrekturen, zum Beispiel im Gesicht. n

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für das Trauma ist eine exakte Schwerebeurteilung von entscheidender Bedeutung für die Planung der Behandlung. Eine wichtige Entscheidung bei der Behandlung von Verbrennungen stellen die exakte Tiefenbestimmung und die exakte Bestimmung der Ausdehnung dar. Das Ausmaß der Schädigung ist abhängig von Temperatur, Einwirkungsdauer und Art der Wärmequelle. Je nachdem, welche Schichten der Haut von der Schädigung betroffen sind, wird zwischen I°- bis III°-Verbrennungen unterschieden. Neben intensivmedizinischen Maßnahmen wie der künstlichen Beatmung, der medikamentösen Unterstützung des Kreislaufs und künstlicher Ernährung sind Operationen, bei größerem Ausmaß auch in Etappen notwendig, um primär abgestorbene


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Mobilisation:

Gut für Patienten, be­lastend für den Rücken der Pflegenden Nur eine Woche Immobilität beschert bettlägerigen Patienten bereits einen Verlust von 20 % Muskelmasse. Frühmobilisation ist für den Gesundungsprozess daher ein e­ ntscheidender Faktor. Die Belastung des Pflegepersonals durch die Mobilisation von Patienten, vor allem in Hinblick auf Rückenbeschwerden, ist mittlerweile umfassend dokumentiert.

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ettruhe ist eine verbreitete Therapieoption, doch verminderte Mobilität kann eine Reihe von negativen Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Patienten haben. Neben positiven Auswirkungen auf die Psyche verbessert sich die Körperwahrnehmung und Begleiterkrankungen wie Thrombosen, Pneumonien oder Dekubitus wird vorgebeugt. Die Blutzirkulation wird verbessert, der Verlust der Muskelmasse reduziert und insgesamt können Patienten die Intensivstation früher verlassen und haben einen kürzeren Regenerationsprozess.1 Die frühzeitige Mobilisierung kann für eine Reihe von Patienten eine große Chance sein, schneller die Intensivstation zu verlassen oder den Schweregrad einer Erkrankung positiv zu beeinflussen.

Entgeltliche Einschaltung

Ergonomische Prozesse Produkte zur ergonomischen Positionierung unterstützen das Pflegepersonal in der Praxis und bieten gleichzeitig mehr Komfort für den Patienten. Dennoch zeigt eine Reihe von Studien, dass Pflegende ein bis zu sechsmal höheres Risiko für Rückenverletzungen haben als alle anderen Berufsgruppen.2 Manuelles Patientenhandling wie das Heben oder Umpositionieren sind die Hauptfaktoren für Verlet-

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„Supine to Seated Edge of Bed positioning (SSEB)“ – von der Rückenlage an die Bettkante aufsetzen – das ist eine zentrale Aufgabe in der täglichen Pflegepraxis und stellt gleichzeitig für das Pflegepersonal ein enormes Risiko für Rückenverletzungen dar. Falsche Hebetechniken können der Auslöser für Verletzungen bei Personal und Patienten gleichermaßen sein.

zungen im Rückenbereich. Lösungen in Form von Produkten, aber auch Ergonomieschulungen für eine sichere Patientenpositionierung in und aus dem Bett sind unverzichtbar in einem effizienten Pflegeprozess. Arjo Huntleigh, Experte in Sachen Transferlösungen sowie Bett- und Liegesystemen, hat in diesem Zusammenhang eine große Versorgungslücke aufgedeckt und mit einem neuen Produkt geschlossen: Während viele Pflegeschritte mit entsprechenden Produkten bereits gut unterstützt werden, ist die Positionierung vom Liegen an die Bettkante sowohl für Patienten als auch für das Personal mit belastenden Dreh- und Hebebewegungen verbunden und wurde bisher durch kein passendes Medizinprodukt unterstützt. Seit Kurzem komplettiert Seba das Sortiment von ArjoHuntleigh und unterstützt Pflegende dabei, Patienten von der liegenden Position an die Bettkante zu setzen – Supine to Seated Edge of Bed (SSEB) – sowie sicher wieder retour in die Ausgangslage zu positionieren. Die Hebelast für das Personal wird damit um bis zu 80 % reduziert und der Komfort und die Compliance des Patienten wesentlich verbessert. Gleichzeitig stellt genau diese Lageveränderung für teilweise mobile Patienten einen wichtigen Schritt in die Mobilität dar und sollte im täglichen Pflegeprozess nicht vernachlässigt werden. Seba kann, einfach mit einem Haken an die Wand gehängt, platzsparend im Patientenumfeld aufbewahrt werden. n

ArjoHuntleigh GmbH Lemböckgasse 49/Stiege A/4.OG, 1230 Wien, Tel: +43-1-866 56 www.arjohuntleigh.at 1 Reduced Hospital and ICU LOS Morris PE, Goad A, Thompson C, et al. Early intensive care unit mobility therapy in the treatment of acute respiratory failure. Crit Care Med 2008; 36:2238-2243 2 Vecchio, N. et al. (2010). Work-Related Injury Among the Nursing Profession: An Investigation of Modifiable Factors, Griffith Business School, Griffith University Weitere Literatur auf Anfrage.

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Neues Analyseverfahren für die Brustkrebstherapie u Tumorfördernde Zellaktivitäten wurden erstmals analytisch nachgewiesen. u Das neue Verfahren könnte die Brustkrebstherapie revolutionieren.

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ass Stromazellen das Tumorwachstum entscheidend beeinflussen können, ist seit Längerem bekannt. Ungeklärt ist jedoch, ob krankhafte Veränderungen des Stromas die Bildung von Tumoren begünstigen oder ob erst vorhandene Tumorzellen das Stroma funktionell verändern, um sich einen Überlebensvorteil zu verschaffen. „Uns gelang es erstmals, für diesen Prozess entscheidende Moleküle als solche zu erkennen und aus klinischen Proben direkt nachzuweisen“, sagt Univ.-Prof. Dr. Christopher Gerner, Vorstand des Instituts für Analytische Chemie der Universität Wien.

Innovatives Analysesystem Jeder Gewebetyp besteht aus unterschiedlichen Zelltypen, die jeweils spezifische Aufgaben erfüllen. Brustgewebe ist im Wesentlichen aus Epithelzellen und Fibroblasten aufgebaut. Im Falle von Brustkrebs können Epithelzellen zu Krebszellen ent-

Links: Unbehandelte Fibroblasten. Bildmitte: Nach einer entzündlichen Aktivierung sieht man kaum Unterschiede. Rechts: Die Aktivierung der Wundheilungsaktivität führt zu einer erhöhten Zelldichte.

arten und Fibroblasten in kritischer Weise funktionell verändert sein. Eine typische Aktivität von krebsassoziierten Fibroblasten (cancer-associated fibroblasts, CAFs) gleicht dem Bemühen dieser Zellen, eine Wunde heilen zu wollen. Die dabei abgesonderten Wachstums- und Überlebensfaktoren sind bereits in geringsten Konzentrationen hochaktiv und helfen nicht nur der Wundheilung, sondern fördern im Falle von Krebs das unerwünschte Krebswachstum. Für das Forscherteam galt es nun, auf analytischem Wege möglichst viele krankheitsbeeinflussende Proteine aus Nadelbiopsien und den daraus gewonnenen Gewebshomogenaten zu identifizieren. Zunächst konnten mithilfe moderner massenspektrometrischer Analysen viele Tausend Proteine in den Gewebsproben von Brustkrebspatientinnen erkannt werden. Anschließend konnten die Aktivitäten der Fibroblasten direkt erfolgreich nachgewiesen werden. Auf der Basis einer Nadelbiopsie kann nun der Status quo der entnommenen Zellen erhoben werden.

Bioanalytiker Christopher Gerner mit seinem Team (v.l.n.r.: Christopher Gerner, Andrea Bileck, Dominique Kreutz, Astrid Slany) im Labor des Instituts für Analytische Chemie.

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Das etablierte Zellmodell für krebsassoziierte Fibroblasten kann dazu verwendet werden, Medikamente zu testen, die diese unerwünschten Zellaktivitäten gezielt hemmen sollen. Eine zusätzliche Therapie dieser Art könnte eine Verbesserung der bisher eingesetzten klinischen Standardtherapien darstellen. Die neuen Erkenntnisse gelten als Vorzeigebeispiel für interdisziplinäre Forschungsarbeit. Es handelt sich dabei um ein typisches Cross-over-Projekt, an dem chemische Analytiker, Mediziner und Pharmakologen mitarbeiten. n

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Nur mit Interdisziplinarität möglich


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Nicht nur für den kardialen Notfall Entgeltliche Einschaltung

Gerade im Notfallbereich ist eine rasche Analyse von kardialen P­ ara­metern bei gleichzeitig ­einfacher Bedienung essenziell. Der AQT90 FLEX Analysator von Drott bietet beides – inklusive Resultate in ­Laborqualität.

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er AQT90 FLEX Analysator wurde für den Point-of-Care in der Notaufnahme entwickelt und kombiniert einfache Bedienung mit hoher Messgenauigkeit und schneller Analyse. Aber auch in anderen Abteilungen und in kleineren Labors macht das Gerät eine gute Figur.

Einfache und sichere Abfallentsorgung

Mit dem AQT90 FLEX Analysator erhalten Sie bis zu 16 Tests pro Testkassette.

Die Vorteile auf einen Blick u E in Gerät für kardiale, Gerinnungs-, Infektions-

und Schwangerschaftsmarker uM  essung aus Vollblut – keine Probenvorbereitung notwendig u G eschlossenes System – kein Kontakt mit Abfall oder Blut u V ollautomatischer Messvorgang, inklusive P­ robenmischen und ­Probenentnahme aus ­Blutröhrchen (Close Tube Sampling) u H ervorragende Korrelation zu Labormethoden u B is zu 30 Tests pro Stunde möglich u 5 Tests aus einer Probe gleichzeitig wählen oder jede 2. Minute neue Patientenprobe starten u R eagenzien bis zu 25 Tage am Gerät und bis zu 12 Monate im Kühlschrank stabil u 1 00 % Datenerfassung und Konnektivität zu LIS/HIS

Anwendungen Folgende Tests können derzeit auf dem AQT90 FLEX Analysator durchgeführt werden: u K ardiale Parameter: Troponin-T, Troponin-I, Myoglobin u C K-MB u H erzinsuffizienz: NT-proBNP u G erinnung: D-Dimer u E ntzündung, Sepsis: CRP u S chwangerschaft: ß-HCG Der AQT ist ein offenes System, weitere Tests (Gerinnung/kardiale Parameter) sind in Entwicklung.

Hohe Messgenauigkeit Hohe analytische Empfindlichkeit und vollständige Korrelation zu Labormethoden stehen für maximale Messgenauigkeit. Durch den Einsatz der zeitaufgelösten Fluoreszenzspektroskopie, basierend auf Europium als Detektor, minimiert der AQT90 FLEX Analysator die Hintergrundfluoreszenz und erlaubt so die Detektion geringster Konzentrationen der Analyten. Die hohe analytische Empfindlichkeit führt zu einer besseren klinischen Empfindlichkeit und trägt somit zu einer korrekten Diagnose bei. Nachdem das geschlossene Probenröhrchen direkt in den Probeneinlass gelegt wurde, ist keine weitere Probenvorbereitung notwendig. Die Bedienung ist denkbar einfach: Parameter wählen und „Start“ drücken! Schon nach 30 Sekunden ist der AQT90 FLEX Analysator bereit für die zweite Probe. Die Ergebnisse werden ausgedruckt und an das KIS-/LIS-System oder direkt an den Patientenmonitor übermittelt. n

Drott Medizintechnik GmbH Ricoweg 32D, 2351 Wiener Neudorf, Tel: +43-2236-660 880, office@drott.at, www.drott.at

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Bipolare Gefäßversiegelung

Zwei in Einem Die marSeal-IQ-Instrumente sind universell einsetzbare Instrumente, die durch ihr modulares System mit verschiedenen Längen für die laparoskopische und offen-chirurgische Gefäßversiegelung verwendet werden können und zu einem dauerhaften Verschluss von Venen, Arterien und Gewebebündeln führen. urch eine im Instrument integrierte Klinge kann nach dem Versiegelungsprozess eine mittige Gewebetrennung durchgeführt werden, ohne das Instrument wechseln zu müssen. Mit dem bipolaren Gefäßversiegelungssystem, bestehend aus dem Hochfrequenz-Generator maxium® mit der Stromform S ­ eal­Safe® und den bipolaren Instrumenten marSeal, können Gefäße oder Gewebebündel effektiv und dauerhaft versiegelt werden.

Im Gespräch Univ.-Prof. Dr. Christian Marth, Medizinische Universität Innsbruck Universitätsklinik für Frauenheilkunde Welche Vorteile bringen marSeal-IQ-Instrumente in Ihren Arbeitsalltag? Versiegelungsinstrumente der letzten Generation erlauben eine rasche und sichere Operation. Vor allem kommt es zu minimaler Gewebsschädigung und dadurch im postoperativen Verlauf zu deutlich weniger Schmerzen und entzündlichen Komplikationen. Bei den marSeal-IQ-Instrumenten kommt natürlich der interessante ökonomische Aspekt zum Tragen, da durch die Wiederverwendbarkeit des Instruments die Kosten gering sind und dadurch der Einsatz häufiger möglich ist. Welche Vorteile ergeben sich speziell aus dem Versiegeln und Trennen ohne Instrumentenwechsel? Der Einsatz von zum Beispiel bipolarer Zange und Schere bedeutet einen permanenten Wechsel der Instrumente und dies verlängert natürlich die Operationsdauer. Die Kombination von Versiegelung und Schnitt an der idealen Stelle bringt neben dem Zeitvorteil vor allem auch die beste Sicherheit, an der optimalen und am besten koagulierten Stelle das Gewebe zu durchtrennen. Dadurch werden Blutungskomplikationen deutlich reduziert. Wo setzen Sie marSeal-IQ-Instrumente vorwiegend ein? Als onkologisch tätiger Operateur verwende ich diese Instrumente in der gesamten Breite großer onkologischer Chirurgien, wie in der Therapie des Ovarialkarzinoms oder aber auch bei der radikalen Hysterektomie. Ein besonderer Vorteil ist für mich der mögliche Einsatz bei der Endoskopie, da zum Beispiel endoskopische Lymphonodektomien durch diese Instrumente mit großer ­Sicherheit und wenigen Komplikationen durchgeführt werden können.

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Durch die präzise, auf die Applikation abgestimmte Stromart SealSafe® wird das Gewebe nur zwischen den Instrumentenbranchen versiegelt – laterale thermische Gewebeschädigungen können auf ein absolutes Minimum begrenzt werden. Bei dieser Stromart kommt eine im Vergleich zur traditionellen bipolaren HF-Technik hohe Leistung in Verbindung mit einer niedrigen Spannung zum Einsatz. Die Stromart SealSafe® wurde außerdem dahingehend optimiert, Gewebeanhaftungen drastisch zu minimieren und eine Karbonisierung des Gewebes bei sachgerechter Anwendung auszuschließen. Durch das Zusammenspiel von hohem Druck und Strom wird an Arterien, Venen oder Gewebebündeln eine verlässliche und permanente Versiegelungszone erzielt. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, dass der Druck während der gesamten Anwendungsdauer durch die Sperre des Instruments konstant aufrechterhalten wird. Beim Versiegelungsprozess werden körpereigene Struktureiweiße wie Kollagen und Elastin so umgewandelt, dass eine permanent versiegelte Zone entsteht. Durch die ergonomische Gestaltung des Griffes ist eine Versiegelung mit anschließender Gewebetrennung ermüdungsfrei möglich. Eine Rotation des Rohrschaftes um 360° ermöglicht eine einfache Ausrichtung des Instrumentes zu dem zu versiegelnden Gewebe.

Überzeugende Sparpotenziale Die marSeal-IQ-Instrumente können komplett zerlegt und autoklaviert werden. Der geringe Einweganteil, der sich auf die Klinge und den Klingenträger beschränkt, führt dazu, dass deutlich weniger Sondermüll entsorgt werden muss und so nicht nur die Umwelt, sondern auch die Spitalsbudgets entlastet werden. Die Kombination aus Instrument und Versiegelungsstrom schafft auch ökonomische Vorteile. Kürzere OP-Zeiten und weniger Blutverlust bringen gleich eine dreifache Win-win-Situation – für den Operateur, den Patienten und letztendlich das Krankenhaus. n

R. Heintel GmbH Medizintechnik Erdbergstr. 166, 1030 Wien Tel: +43-1-403 89 56-0, medizintechnik@heintel.at www.heintel.at

Entgeltliche Einschaltung

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Entgeltliche Einschaltung

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Risikominimierung bei obstruktiver Schlafapnoe u Die Guidelines zum perioperativen Management von Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe wurden kürzlich aktualisiert. u Bei Verdacht auf ein Schlafapnoesyndrom soll, wenn notwendig, ein HNO-Arzt beigezogen werden.

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as obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) ist durch eine wiederkehrende, teilweise oder andauernde Obstruktion der oberen Atemwege während des Schlafes charakterisiert. Sowohl Kinder als auch Erwachsene mit OSAS haben durch die Kollapsneigung der Atemwege und den Schlafmangel ein erhöhtes perioperatives Risiko. Aktuell hat die American Society of Anesthesiologists die bestehenden Guidelines zum perioperativen Management von OSAS-Patienten aktualisiert und 2014 veröffentlicht (Anesthesiology. 2014 Feb;120(2):268-86), im Folgenden sind die wesentlichen Eckpunkte zusammengefasst.

Prävention Vor jedem Eingriff, bei dem Patienten sediert werden, sollte ein möglicherweise vorliegendes OSAS unbedingt identifiziert werden. Hinweise darauf findet man in der Krankengeschichte, wenn eine dahingehende Familienanamnese bzw. Risikofaktoren für ein OSAS oder ein schwieriger Atemweg bei früheren Eingriffen dokumentiert wurden. Weitere Hinweise finden sich in der Anamnese mit Patienten und Angehörigen, wenn diese über Schlafstörungen, Schnarchen, Apnoephasen, häufiges Aufwachen in der Nacht, morgendliche Kopfschmerzen und Tagesmüdigkeit berichten. Im Rahmen der klinischen Untersuchung sollten Atemwege, nasopharyngeale Charakteristika, Halsweite, Tonsillen- und Zungengröße beurteilt werden. Sollte sich der Verdacht auf ein Schlafapnoesyndrom ergeben,

wird empfohlen, das weitere Vorgehen mit dem behandelnden Anästhesisten und Chirurgen zu planen und, wenn notwendig, den HNO-Arzt hinzuzuziehen. Abhängig vom Schweregrad des OSAS, der Art der Operation, der notwendigen Sedierungs­ tiefe und der postoperativen Analgesie wird entschieden, ob eine weitere Schlafstudie, eine genauere Evaluation des Atemwegs oder eine präoperative OSAS-Therapie notwendig ist.

Die präoperative Behandlung Eine präoperative OSAS-Therapie ist vor allem bei schweren Formen des Apnoesyndroms indiziert. Selbst wenn der Patient bis zu diesem Zeitpunkt noch keine nicht invasive Beatmung wie Heim-CPAP (Continuous Positive Airway Pressure) oder NIPPV (Nasal Intermittent Positive Pressure Ventilation) verwendet hat, sollte präoperativ damit begonnen werden, da sich dadurch die Rate an postoperativen Komplikationen von OSAS-Patienten senken lässt. Weitere Präventivmaßnahmen wären die präoperative Gewichtsreduktion und orale Hilfsmittel wie Unterkieferprotrusionsschienen.

Das intraoperative Management Patienten mit OSAS reagieren meist wesentlich empfindlicher und länger auf Sedativa, Opioide und Inhalationsanästhetika. Sollte sich daher der operative Eingriff dafür eignen, wird ge-

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ECR nerell empfohlen, eine Regionalanästhesie ohne oder mit oberflächlicher Sedierung einer tieferen Sedierung vorzuziehen. Wenn möglich, sollten Patienten unter moderater Sedierung zusätzlich mittels Kapnografie überwacht werden, um einen Kollaps der Atemwege frühzeitig zu erkennen. Für diese Patienten können auch unter moderater Sedierung eine CPAP-Beatmung oder orale Hilfsmittel in Betracht gezogen werden. Sollte die Art des Eingriffs eine tiefere Sedierung notwendig machen, so wird empfohlen, diesen gleich in Allgemeinanästhesie mit einem gesicherten Atemweg durchzuführen.

Die postoperative Phase

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u Die Multi-Parameter Magnetresonanztomografie kann eine von Prostatakrebs spielen. u Eine hochauflösende Computertomografie wird künf tig mehr Bedeutung gewinnen.

Die Extubation darf nur beim wachen Patienten erfolgen, jegliche Nervenblockade muss sich vollständig zurückgebildet haben. Die Rückenlage sollte während der gesamten Aufwach- und Erholungsphase vermieden werden, insbesondere die Extubation sollte in Seitenlage oder bei leicht aufgerichtetem Oberkörper durchgeführt werden. Opioide sollten, wenn möglich, nicht kontinuierlich und sparsam verabreicht werden, eine nicht invasive Beatmungsform kann zur Überbrückung einer Atemdepression gute Dienste leisten und funktioniert meist am besten, wenn der Patient sein eigenes Heimgerät verwenden kann. n

Radiologen sind gefordert, die Möglichkeiten der neuen Techniken auch optimal zu nutzen.

Angelika Koncz, DGKK, Vorsitzende, Berufsverband für Anästhesie- und Intensivpflege

Im Gespräch Wo sind derzeit und künftig die „Hot Spots“ in der Intensivpflege? Ich denke, dass die Ausbildungsreform einen wichtigen Meilenstein darstellen könnte.

Angenommen wir schreiben den 13. Juni, was macht rückblickend für Sie das Symposium zu einem Erfolg? Hoffentlich waren es die richtigen Themen für die Teilnehmer aus den verschiedenen Spezialbereichen wie Anästhesiepflege, Intensivpflege und Überwachungspflege.

XVIII. ÖBAI Symposium 10. bis 12. Juni 2015 www.oebai.at

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eim 27. Europäischen Radiologenkongress (ECR), der im März in Wien stattgefunden hat, präsentierten auch heuer wieder Spezialisten aus dem Bereich der medizinischen Bildgebung neueste Erkenntnisse aus Forschung und Praxis. Mit mehr als 20.000 Teilnehmern aus der ganzen Welt ist der ECR einer der größten medizinischen Kongresse weltweit.

Gewebserhaltung bei Prostatakrebs Die Diagnose und Behandlung von Prostatakrebs stand im Mittelpunkt einer Session zu MRT-geführten Interventionen „Die

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Welche Themen prägen das diesjährige XVIII. Symposium? Ein hoffentlich guter Überblick über aktuelle Pflege- und Therapiemaßnahmen. Wie schon in den Jahren davor haben wir uns bemüht, ein Fortbildungsprogramm für die Bereiche Anästhesie- und Intensivpflege, die Überwachungspflege und für Führungskräfte zu gestalten. Durch die Vielfalt der unterschiedlichen Themenbereiche hoffen wir, für jeden Teilnehmer etwas Interessantes anbieten zu können. Wegen des regen Interesses beim letzten Symposium bieten wir auch 2015 wieder einen gesonderten Teil für Führungskräfte an.


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t Bildgebung

ann eine Schlüsselrolle bei der Diagnose

künf tig ­in der Früherkennung von ­Brustkrebs

Anwendung der derzeitigen Methoden werden klinisch indolente Krebserkrankungen oft zufällig entdeckt, signifikante Läsionen übersehen und relevante Krebsfunde fälschlicherweise als unwichtig klassifiziert. Als Resultat unterziehen sich Männer einer Behandlung der gesamten Drüse, als Folge einer Krebserkrankung, die ihr Leben nicht beeinflussen würde, mit Konsequenzen durch den Eingriff, wie Inkontinenz und Impotenz, die dies sehr wohl tun und darüber hinaus kostspielig sind. „Männer mit Prostatakrebs sind sowohl unter- als auch überdiagnostiziert. Hier sind rasche Verbesserungen nötig und die Bildgebung ist der Weg dorthin“, so Padhani. Der Einsatz von neuen Ultraschalltechniken und Multi-Parameter Magnetresonanztomografie (MRT) während der Biopsie ermöglicht das, Radiologen sind nun gefordert, diese Möglichkeiten optimal zu nutzen.

Umbruch in der Brustbildgebung Die Mammografie stellt aufgrund ihrer nicht funktionellen, zweidimensionalen Darstellung keine „perfekte“ Untersuchungsmethode dar, denn bösartige Tumore können übersehen werden und auch biologisch irrelevante Erkrankungen, die dann übertherapiert werden, werden diagnostiziert. Die Sensitivität und Genauigkeit der Mammografie ist im Vergleich zur MRT unbefriedigend, diese ist allerdings wiederum deutlich teurer und zeitintensiver sowie in der Darstellung von Mikrokalzifikationen als häufigem Frühzeichen von Brustkrebs unterlegen. Eine neue interessante Methode stellt eine spezifische BrustComputertomografie dar. Ziel dieser Methode ist es, hochauflösende Computertomografie mit sehr geringer Dosis bei hoher Sensitivität und Genauigkeit für eben diese Fragestellungen anzubieten. Darüber hinaus bietet die CT überlagerungsfrei eine hohe räumliche Auflösung und bleibt dabei innerhalb der beim Mammografie-Screening vorgeschriebenen Dosiswerte. In Zukunft könnte die Brust-CT alle Schritte vom einfachen Scan bis hin zur Unterstützung von indizierten Biopsien oder Kontrastmittelaufnahmen in einem Gerät anbieten. Alles Schritte, die beim derzeitigen Verfahren einzeln erledigt werden müssen.

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Kontrastmittelfreie MRT als Alternative? Zugangsweise zur Prostatakrebsbehandlung und -therapie ist kontrovers und polarisiert. Serum PSA Werte können falschen Alarm bedeuten oder geben eine falsche Gewissheit, während Biopsien systematisch, aber nicht gezielt sind und die Krebsaggressivität in 20 bis 30 % der Fälle unterschätzen. Die Diagnostikmethoden, die uns zurzeit zur Verfügung stehen, bringen eine unbefriedigende Leistung, wenn es darum geht, zwischen nicht aggressiven Erkrankungen und bösartigem Krebs zu unterscheiden“, erklärt der Leiter der Session, Anwar R. Padhani, Oberarzt am Paul Strickland Scanner Centre des Mount Vernon Hospital und Professor am Institute of Cancer Research in London. Unter

Auch im Bereich der Magnetresonanztomografie werden neue Einsatzmöglichkeiten in der Brustkrebsbildgebung getestet. „Bei der kontrastmittelfreien MRT fallen geringere Kosten sowie Zeitaufwand an und potenzielle Nebeneffekte durch den ansonsten nötigen Einsatz von Kontrastmitteln, wie Allergien oder nephrogene systemische Fibrose (NSF), fallen weg“, erklärt Dr. Pascal Baltzer von der Abteilung für Radiologie der Medizinischen Universität Wien. Bislang kommt die konstrastmittelfreie MRT lediglich zur Darstellung von Silikonimplantaten infrage. Alle internationalen Richtlinien sprechen sich klar für den Einsatz in der Tumordetektion aus.  n Quelle: Vorträge ECR, März 2015, Wien

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Wissensmanagement bei Angehörigen u Angehörige auf der Intensivstation sind wichtige Partner in der Betreuung von kritisch Kranken. u Eine aktuelle Studie widmet sich der Frage, wie sie aktiv in den Behandlungsprozess einbezogen werden können. u Eine Homepage soll zur Wissensvermittlung entwickelt werden.

K

ommt ein Patient auf eine Intensivstation (intensive care unit, ICU), stellt das meist ein traumatisches Ereignis für die Angehörigen dar. Durch die Informationsasymmetrie zwischen der betroffenen Familie auf der einen und der Intensivmedizin auf der anderen Seite kommt es nicht selten zu einer Lebenskrise bei Angehörigen, die mit Angst, Überforderung und Hilflosigkeit reagieren. „Angehörige sind fast immer medizinische Laien. Hier besteht dann Unsicherheit bezüglich des Behandlungsablaufes, der komplexen technischen Geräte und des Vorgehens nach Entlassung auf der Intensivstation. Das macht es für Angehörige, Behandler und Patienten selbst meist schwierig und erschwert auch eine optimale Rehabilitation der Erkrankten“, berichtet Ass.-Prof. PD Dr. med. ­Karin Amrein, MSc von der Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel, UKIM, Medizinische Universität Graz. Unter ihrer Projektleitung und in Zusammenarbeit mit der FH Joanneum GmbH soll nun in einer Studie eine Reihe von Themen geklärt werden, die künftig für eine verbesserte Kommunikation in ICUs ­Voraussetzung sind. Darunter Fragen wie zum Beispiel „Welchen Kommunikationsbedarf sieht ICU-Personal für die betroffenen ­Familien?“, „Welchen Informationsbedarf haben Angehörige von kritisch Kranken?“, „Welche Sozialen Medien können die Kommunikation unterstützen?“

Aufklärung dringend erforderlich Knappe Ressourcen führen dazu, dass oft nicht die Möglichkeit besteht, alle Vorgänge rund um die Behandlung des Patienten für Angehörige ausreichend transparent zu erklären. „Ärzte und Pflegepersonal wissen sehr genau, warum welche Maschine

Die MedUni Graz sucht noch Ärzte, Pflegepersonal, Angehörige oder Patienten, die sich an der Studie beteiligen wollen. Information und Kontakt: Karin Amrein, MD, MSc E-Mail: karin.amrein@medunigraz.at
 Tel: + 43-316-385 80798

32 Das Medizinprodukt 02/15

blinkt oder piepst, für einen Angehörigen kann fehlendes Wissen aber sehr schnell zu Verunsicherung, falschen Vorstellungen über die ‚richtige‘ Behandlung und Überforderung führen“, weiß Amrein. Während im englischsprachigen Raum Patientenselbsthilfegruppen auch für diese Fälle durchaus etabliert sind, gibt es im deutschsprachigen Raum bisher keine passenden Initiativen. „Wir wollen nun strukturierte Unterlagen für Angehörige aufbereiten. Die medizinischen Maßnahmen und Abläufe auf einer Intensivstation sind für alle Patienten meist ähnlich, unabhängig von der Erkrankung, die zum Aufenthalt in der ICU führt. Erklärt werden soll in Laiensprache unter anderem, wie lebenserhaltende Maßnahmen funktionieren oder welche Medizintechnik zum Einsatz kommt“, fasst die Expertin zusammen.

Mehr Zufriedenheit auf ICU Der Versuchsplan ist in drei Phasen gegliedert. In Phase 1 werden mithilfe von qualitativen und quantitativen Methoden Angehörige, Mediziner und Pflegepersonen befragt und der Informationsbedarf erhoben. Danach wird eine Homepage erstellt, die valide Inhalte aus den Ergebnissen der Befragung, einen Chat, Fotos und Bilder mit Erklärungen, Checklisten oder Geschichten von Betroffenen enthalten wird. In Phase 3 wird über eine randomisierte Intervention mittels Zugangscode vor bzw. nach 28 Tagen das subjektive Empfinden der Familien und des Personals sowie das objektive Outcome der Indexpatienten im Hinblick auf Krankenhaustage, Todesfälle oder Wiedereinweisungen untersucht. „Wir erwarten uns durch Maßnahmen im Wissensmanagement bei Angehörigen eine Steigerung der Zufriedenheit aller Betroffenen, eine Entlastung des ICU-Personals, einen verbesserten Informationsfluss zwischen Intensivmedizin und Angehörigen sowie eventuell ein verbessertes Outcome der Erkrankten.“ Sollten sich die Erwartungen bestätigen, könnte dies einen wesentlichen Schritt in Richtung „Empowerment“ der Betroffenen und ihrer Familien darstellen. Abhängig von den Ergebnissen ist eine Veröffentlichung der entwickelten Homepage, zum Beispiel als Anhang zu etablierten professionellen Gesellschaften, geplant. n

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Medizin & Wissenschaft


ThevoAutoActiv Das MiS Micro-Stimulations®-System

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Die zwei Komponenten - Unterfederung und Matratze - bilden eine Einheit und sorgen dafür, dass der Patient weich und bewegt liegt. Die ThevoAutoActiv verwandelt feinste Regungen des Betroffenen - sogar seine Atembewegungen - automatisch in mikrofeine Gegenbewegungen.

Schmerztherapie Dekubitusprophylaxe Kein Verlust der Körperwahrnehmung Ohne störende Geräusche

ThevoActiv

Das MiS Micro-Stimulations ®-System Pflegebedürftige Patienten sind häufig durch ihren Gesundheitszustand nicht mehr in der Lage dem Druckschmerz durch Eigenbewegungen auszuweichen. Sie benötigen zusätzliche Bewegungsimpulse. Durch verschiedene Bewegungsmodi ist eine somatische und vestibuläre Stimulation möglich.

Dekubitusprophylaxe und Therapie (bis Grad 4) Wahrnehmungsförderung Schmerztherapie Individuell einstellbare Therapieformen

Sunmed Medizintechnische Produkte GmbH Sanitätsfachhandel & Pflegebedarf

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RUFEN SIE UNS AN - WIR BERATEN SIE GERNE!


Gerlinde M. Wiesinger, DGKS, Pflegeexpertin Wund-StomaKontinenzmanagement, akademische Wund­managerin sowie Stoma- und Kontinenzberaterin von den SALK

Pflege & Home care

Im Gespräch

Stoma, Inkontinenz, Wunde:

Im Dreierpack gut versorgt Stoma, Kontinenzmanagement und Wundmanagement sind die Themen, die im Mittelpunkt der heuer erstmals stattfindenden Salzburger CWO-Tage im Juli stehen werden. Tagungspräsidentin Gerlinde M. Wiesinger, DGKS, Pflegeexpertin Wund-Stoma-Kontinenzmanagement, akademische Wund­managerin sowie Stoma- und Kontinenzberaterin von den Salzburger Landeskliniken SALK ­beschreibt die Schwerpunkte im Detail.

Die Themen werden immer spezieller und differenzierter, wie kommt es zu dieser Entwicklung? Mit den Fortschritten in der Medizin haben wir immer mehr neue und langfristige Therapiemöglichkeiten und damit auch neue Herausforderungen, wie etwa neuartige Hauterkrankungen im Wundmanagement, die bei Patienten mit Inkontinenz oder Stoma noch intensiver auftreten. Patienten werden älter und multimorbider, daher sind schon allein aus diesem Grund die Zugänge zu diesen Themen viel komplexer als noch vor einigen Jahren. Wie steht es um die Forschung in dieser komplexen Materie? Es gibt mittlerweile viele Pflegepersonen, die sich mit überlieferten Pflegeanleitungen auch auf wissenschaftlicher Ebene aus­

Salzburger CWO Tage 5.-7. Juli 2015 Salzburger Congress www.ecwo.at

34 Das Medizinprodukt 02/15

einandersetzen und zunehmend evidenzbasierte Ergebnisse für das pflegerische Handeln liefern. Auch die CWO-Tagung macht deutlich, wie wichtig der fachliche Austausch ist und wie wichtig es ist, neue Erkenntnisse auch immer vor der praktischen Arbeit zu reflektieren.

Was unterscheidet die Stomaversorgung von ­Stomamanagement? Die Versorgung bezieht sich auf die lokale pflegerische Tätigkeit. Das Management umfasst weit mehr als das, wie etwa die Schnittstelle zum Versicherungsträger, die Hilfe nach der Entlassung oder die Auswahl der passenden Produkte bis hin zur Auseinandersetzung mit Alltag und Lebensqualität der Betroffenen. Wie effektiv ist Beratung und wird sie angenommen? Etwa 0,07 % der Weltbevölkerung sind von Stomata betroffen. In Österreich gibt es etwa 14.000 Stomaträger, also eine relativ kleine Gruppe von Betroffenen. Es gibt viele, die einen langen Leidensweg hinter sich haben, aber wenn sie versorgt sind, dann gewinnen sie ein Plus an Lebensqualität. Längst ist Inkontinenz oder Stoma kein Tabuthema mehr, das stammt noch aus einer Zeit, in der die Materialien schlecht waren und die Versorgung auch nicht optimal. Menschen waren aufgrund fehlender Versorgungsmaterialien in der Mobilität eingeschränkt und häufiger in der sozialen Isolation. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Was wünschen Sie sich persönlich von der CWO Tagung? Für mich ist es wichtig, dass viele Teilnehmer etwas für ihre berufliche Praxis mitnehmen können. Das kann durch die Vorträge sein, durch die Industrieausstellung oder auch durch den Austausch mit den Kollegen. Wir hatten bisher im deutschsprachigen Raum noch keinen Kongress, auf dem die drei Themen gemeinsam behandelt wurden, insofern erwarte ich mir spannende Diskussionen.  n

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Welche großen Herausforderungen prägen die drei ­Themenschwerpunkte? Eine große Herausforderung ist sicher die Qualitätssicherung im Spannungsfeld mit Einsparmaßnahmen und den knapper werdenden Personalressourcen. Ohne fachspezifische Ausbildung wird es zusehends auch schwieriger, den Überblick in diesem Themenfeld zu bewahren. Laufend kommen neue Produkte auf den Markt, es gilt hier einschätzen zu können, welche davon die Versorgungssituation der Betroffenen tatsächlich verbessern und wo das Kosten-Nutzen-Verhältnis liegt.


Inkontinenzassoziierte Dermatitis – IAD

Prävention, Versorgung und Unterscheidung

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Univ.-Ass. Mag. Dr. ­Alfred Steininger, DGKP, Pflegeakademie der Barmherzigen Brüder Wien

Entgeltliche Einschaltung

Univ.-Ass. Mag. Dr. Alfred Steininger, DGKP, Pflegeakademie der Barmherzigen Brüder Wien, gibt Einblick in die Herausforderungen zur IAD. Was ist eine inkontinenzassoziierte Dermatitis? Die inkontinenzassoziierte Dermatitis (IAD) ist eine lokale oberflächliche Hautentzündung, die durch Exposition mit Harn und/oder Stuhl, chronischer Belastung mit Feuchtigkeit, Reibung und okklusiven Inkontinenzversorgungen entstehen kann. Der Begriff IAD ist in der deutschsprachigen Literatur noch neu und international sowie national wenig beforscht. Gray et al. (2012) definieren die IAD als Erythem und Ödem in der perinealen oder perigenitalen Haut, mitunter begleitet von Blasenbildung mit serösem Exudat, Erosion oder kutanen ­Sekundärinfektionen. Borchert et al. (2010) beschreiben 13 unterschiedliche Lokalisationen der IAD mit verschiedenen Ausprägungen. Junkin (2008) klassifiziert die IAD in drei Schweregrade (Beginnende, Mäßige, Schwere IAD). Im Unterschied zum Dekubitus, der als Ursache Druck- und Scherkräfte hat, ist es bei IAD die Feuchtigkeit durch Harn und/oder Stuhl, wobei flüssiger Stuhl aggressiver und daher noch stärker für die Entstehung einer IAD verantwortlich ist.

Welche Herausforderungen sehen Sie? Das Hauptproblem ist, eine IAD zu erkennen und zu einem Dekubitus 1. oder 2. Grades abzugrenzen, was auch Experten immer wieder Schwierigkeiten bereitet. Natürlich können auch Mischformen Dekubitus und IAD auftreten. Die Zuordnung ist wichtig für adäquate Pflegeinterventionen und eine mögliche Therapie bei einer bestehenden IAD. Welche Konsequenzen hat eine IAD für die pflegerische Praxis? Die Infektionsneigung steigt mit zunehmendem Schweregrad und auch die Schmerzen für den Patienten nehmen zu. Abgeleitet vom pflegerischen Assessment ist es wichtig, dass abgestimmte Pflegeprodukte in der Prävention und in der Versorgung ausgewählt werden sowie ein strukturierter Hautpflegeplan bei Risikopatienten erstellt wird. Oft sind Inkontinenzprodukte nicht individuell angepasst, sodass erst recht aggressiver Stuhl die bereits irritierte Haut beeinträchtigt. Wesentlich ist auch, dass multiprofessionell gearbeitet und sensibilisiert wird. n

Inkontinenzassoziierte Dermatitis: Eine Herausforderung für den Pflegealltag Donnerstag, 11.06.2015, 9.00–16.15 Uhr, UKH Linz

© vladans – Fotolia

Patienten mit Harn- oder Stuhlinkontinenz sind häufig von inkontinenzassoziierter Dermatitis (IAD) betroffen und haben in weiterer Konsequenz auch ein höheres Risiko zur Entwicklung eines Dekubitus (*). Hochkarätige Fachexperten haben sich auf Einladung von 3M des Themas angenommen und sprechen im Juni über die Entstehung, Prävention und Behandlungsmöglichkeiten der IAD. Nutzen Sie die aktuellen Forschungsergebnisse für Ihren Alltag und tauschen Sie sich mit Kollegen aus. Aus dem Programm: u I AD Prävention und Therapie: State of the Art Dr. Jan Kottner, Scientific Director Clinical Research, Clinical Research Center for Hair and Skin Science, Charité Berlin u P flegerische Instrumente zur Risikoerfassung und Klassifizierung einer IAD Dr. Alfred Steininger, DGKP, Pflegeakademie der Barmherzigen Brüder Wien uD  ie Rolle der DGKPP im Rahmen der Hilfsmittellogistik und Produktanwendung Zita Kis Dadara, MSc, DGKS, Präsidentin der APUPA

Teilnahmegebühr: € 36.– pro Person (inkl. Mwst.) inkl. Kursunterlagen, ­Mittagessen und Pausenverpflegung Information und Anmeldung: http://de.amiando.com/3M_IAD oder 3M Österreich GmbH, Tel: +43-1-866 86 251, gleister@mmm.com (*) Incontinence Associated Dermatitis (IAD): Best Practice for Clinicians. Wound, Ostomy and Continence Nurses Society, 2011

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Pflege & Home care

Kontinenz- und Stomaversorgung

Diskretion und Sicherheit im Mittelpunkt „People first“ ist das Motto von Hollister, denn der Inkontinenz- und Stomaspezialist hat sich der Verbesserung der Lebensqualität von Betroffenen und Pflegenden verschrieben. Auch die Produkte stehen für Sicherheit und Einfachheit in der Anwendung.

H

ollister blickt auf nahezu 100 Jahre Firmengeschichte zurück und hat es geschafft, bis heute seine Grundprinzipien und Werte zu bewahren: die Arbeit der Pflegenden mit immer besseren Produkten und Leistungen zu unterstützen und das Leben jener, die Hollister-Produkte verwenden, lohnender und würdevoller zu gestalten. Durch das direkte Gespräch mit Kunden und Betroffenen wird laufend ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse der Patienten und Anwender gewonnen – ein Umstand, der dazu beiträgt, dass die Produkte kontinuierlich verbessert werden und der Sicherheitsaspekt und die Kundenzufriedenheit an erster Stelle stehen. Hollister Österreich mit Sitz in Wien ist eine Niederlassung der Hollister Incorporated mit Hauptsitz in Libertyville/Illinois, USA, und bietet hier anspruchsvolle, bedürfnis- und zeitgerechte Dienstleistungen sowie innovative und qualitativ hochwertige Kontinenz- und Stomaprodukte, wie zum Beispiel den Einmalkatheter VaPro, an.

Facts & Figures Bei Hollister stehen die Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt des Handelns. Betroffene und Pflegende sollen optimal unterstützt und ihre Lebensqualität verbessert werden. Das weltweit agierende Unternehmen bietet in Österreich seine innovativen und qualitativ hochwertigen Kontinenz- und Stomaprodukte sowie anspruchsvolle, bedürfnis- und zeitgerechte Dienstleistungen an. Bereits in den 1960er-Jahren startete Hollister mit der Entwicklung von Stomaprodukten und setzte Meilensteine in der Versorgung von Betroffenen. Mit dynamischen Innovationen und Qualitätsprodukten bot Hollister vielbenötigte Lösungskonzepte für Menschen an, die sich einer Stomaoperation unterzogen hatten, und der Name Hollister wurde zu einem Synonym für Gesundheitsprodukte von Qualität. In den frühen 80er-Jahren führte das Unternehmen seine ersten Kontinenzprodukte ein. 1989 erweiterte Hollister seine Expertise im Bereich Stomaversorgung durch den Kauf des dänischen Stomaunternehmens Dansac. Heute hat Hollister weltweit fünf Produktionsstätten in Ballina (Irland), Stuarts Draft (Virginia, USA), Kirksville (Missouri, USA), Fredensborg (Dänemark) sowie Bawal (Indien) und beschäftigt weltweit über 4.000 Mitarbeiter.

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Produkte, die zur Philosophie des Herstellers passen: Einfach in der Anwendung, diskret und sicher.

Erster Katheter mit Wasserdampf „Weltweit sind etwa 44 Millionen Erwachsene von Harninkontinenz betroffen. Neben Stress- und Belastungsinkontinenz leiden viele vor allem an neurogenen Blasenfunktionsstörungen, wie Personen mit Verletzungen am Rückenmark“, gibt Wilfried Teufel, Geschäftsführer, Hollister Österreich, Einblick. Um Betroffenen mit einer neurogenen Blase Lebensqualität, Einfachheit und Sicherheit zu bieten, hat Hollister den Einmalkatheter ­VaPro vor zwei Jahren auch in Österreich auf den Markt gebracht. VaPro ist sicher und einfach in der Handhabung, leicht zu öffnen und ohne weitere Vorbereitungen sofort einsatzbereit. Aus diesem Grund hat sich das Produkt – wie auch in anderen Ländern – sofort etabliert. „Demnächst steht VaPro auch in einer kleinen Verpackung zur Verfügung, damit noch mehr Diskretion gewährleistet wird. Wir kommen damit vor allem den Wunsch von Betroffenen nach, die mitten im Leben stehen und beruflich und sportlich aktiv sind“, ergänzt Teufel.


© Fotostudio Franz Pfluegl

Wilfried Teufel, Geschäftsführer, Hollister Österreich

schen mit neurogenen Blasenfunktionsstörungen. Aus diesem Grund wurde der COMITATUS AWARD ins Leben gerufen, Der „Conform 2 Urostomiebeutel+“ erweitert seit Kurzem die der ab heuer jährlich für hervorragende Leistungen in der VerProduktpalette von Hollister in der Stomaversorgung. Die An- sorgung von neurogenen Blasenfunktionsstörungen verliehen forderungen an die Produktentwicklung wird. Der Preis wird an medizinisches Per­waren unter anderem das einfache Erkensonal für besonders innovative und patien„Weltweit sind etwa 44 nen, ob der Auslass offen bzw. geschlossen tenfreundliche Projekte, Initiativen und ist, und die Entfernung von scharfen Kanten Maßnahmen auf diesem Gebiet vergeben. Millionen Erwachsene von und eine Beutelfolie mit Geruchsbarriere. Die eingereichten Projekte sollen vor allem Harninkontinenz betrofGleichzeitig muss der neue Urostomie­ Initiativen beschreiben, die den Patienten fen. Neben Stress- und beutel den Patienten weiterhin die gewohnte auf dem Weg in ihre neue Selbstständigkeit Sicherheit, Diskretion und den Komfort der geholfen haben, mit der neurogenen BlasenBelastungsinkontinenz Hollister-Produkte bieten. funktionsstörung zu leben. Diese können leiden viele vor allem an Das Ergebnis ist nun der „Conform 2 Initiativen aus dem Bereich der akuten Patineurogenen BlasenfunktiUrostomiebeutel+“, der in Hautfarbe entenversorgung, Überleitungsmaßnahmen oder Transparent verfügbar ist. Ein Abvom stationären in den ambulanten Bereich, onsstörungen.“ lassventil mit Verschlussanzeige, eine Patientenschulungen, Aufbau von Selbsthilgroße Auswahl an Basisplatten und eine fegruppen, Anwendungshilfen von KatheWilfried Teufel, Geschäftsführer, passende Gürtellasche runden das Protern im täglichen Leben bis zur multiprofesHollister Österreich duktportfolio ab. sionellen Zusammenarbeit zwischen intramuraler und extramuraler Versorgung sein. Arbeiten zu medikamentösen Therapien sind jedoch ausgeAuszeichnung für Engagement schlossen. n Hollister, die Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) und der Verein Kontinenz- und Stoma-Beratung (KSB) haben sich gemeinsam der Förderung von Maßnahmen zur Prävention, Diagnostik, Behandlung und Versorgung der HarnHollister GmbH und Stuhlinkontinenz verschrieben. Ein ganz besonderes AnBergmillergasse 5/1/1, 1140 Wien liegen ist ihnen die Steigerung der Lebensqualität von MenTel.: +43-1-877 0800-0, www.hollister.com

Produktpalette erweitert

Entgeltliche Einschaltung

Nachgefragt BEI ...

Der COMITATUS AWARD wird an medizinisches Personal für besonders innovative und patientenfreundliche Projekte, Initiativen und Maßnahmen auf diesem Gebiet vergeben. Er richtet sich an alle Fachkräfte, die Menschen in Österreich auf diesem Wege begleiten – Pflege, ärztliches Personal und weitere Gesundheitsberufe wie zum Beispiel die Ergotherapie. Die Preisübergabe wird im Rahmen einer feierlichen Verleihung bei der Jahrestagung der MKÖ von 2. bis 3. Oktober 2015 mit der Unterstützung der Öster­ reichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie und des KSB stattfinden.

... Manfred Dollmann, Paralympics-Sieger, Welt- und Europameister im Tischtennis, Behindertensport „Es freut mich, dass mit diesem Preis das Thema der neurogenen Blasenfunktionsstörung aus der Tabuzone geholt und auf die Anliegen aufmerksam gemacht wird. Ich wünsche mir viele Einreichungen und einen regen Erfahrungsaustausch im Sinne der Bedürfnisse der Betroffenen.“ ... Univ.-Prof. Dr. Max Wunderlich, Facharzt für Chirurgie, Erster Vorsitzender der MKÖ „Eine unserer zentralen Aufgaben ist die Enttabuisierung der Symptome von ungewolltem Harn- oder Stuhlabgang. Ein Preis wie der Comitatus Award unterstützt dieses Anliegen in der breiten Öffentlichkeit und belohnt gleichzeitig das Engagement von Gesundheitsdienstleistern.“ Einsendeschluss für die Einreichung: 14. August 2015. Information: info@comitatus-award.at, www.comitatus-award.at

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Pflege & Home care

Gutes Zeugnis für heimische Pflegequalität u Seit dem Jahr 2009 führt das Institut für Pflegewissenschaft der Med Uni Graz eine jährliche Pflegequalitätserhebung durch. u Ziel dieser österreichweiten Evaluierung ist die Ermittlung der Pflegequalität in Gesundheitseinrichtungen. u Die aktuelle Auswertung stellt den heimischen Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen ein gutes Zeugnis aus.

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flegende spielen eine zentrale Rolle in der Versorgung von Patienten und Bewohnern und leisten daher auch einen wichtigen Beitrag zur Qualitätsverbesserung. Ziel der Gesundheits- und Krankenpflege ist es, adäquate und qualitativ hochwertige Pflege anzubieten. Transparenz und Reflexion helfen dabei, dieses Ziel zu erreichen und somit die Pflegequalität in der täglichen pflegerischen Praxis stetig zu verbessern. Dazu bedarf es jedoch regelmäßiger, objektiver und standardisierter Erhebungen von Pflegeproblemen und deren Prävention, den durchgeführten Maßnahmen sowie vorhandenen Qualitätsindikatoren. Daher führt das Institut für Pflegewissenschaft der Med Uni Graz seit dem Jahr 2009 eine jährliche Pflegequalitätserhebung in österreichischen Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen durch.

Grundlage für kontinuierliche Verbesserung Die Pflegequalitätserhebung zu Dekubitus, Inkontinenz, Mangelernährung, Intertrigo, Sturz und freiheitsein- bzw. beschränkenden Maßnahmen ist ein Kooperationsprojekt des Instituts

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für Pflegewissenschaft der Medizinischen Universität Graz und der Landelijke Prevalentiemeting Zorgproblemen (LPZ) der Universität Maastricht in den Niederlanden. Sie bietet einen Einblick in die Prävalenz, Prävention und Behandlung der genannten Pflegeprobleme. Zusätzlich werden Qualitätsindikatoren zu den Pflegeproblemen erhoben. Die Daten, die im Rahmen der Erhebung gewonnen werden, sollen den Einrichtungen wichtige Informationen zu individuellen Stärken und Änderungspotenzialen liefern. Aus den Ergebnissen können außerdem zielgerichtete Maßnahmen abgeleitet werden und es besteht die Möglichkeit, die Daten für Vergleiche im Sinne von Benchmarking zu verwenden. In den letzten Jahren wurden dabei Daten von mehr als 26.000 Patienten und Bewohnern gesammelt und evaluiert. „Ein erklärtes Ziel der professionellen Gesundheits- und Krankenpflege ist das Angebot adäquater und qualitativ hochwertiger Interventionen, um so auch die Lebensqualität von Patienten und Heimbewohnern zu optimieren“, sagt Univ.-Prof. Dr. Christa Lohrmann, Vorstand des Instituts für Pflegewissenschaft an der Med Uni Graz.


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Pflege & Home care

In der alltäglichen Praxis stehen Pflegepersonen vor einer ­Reihe von Herausforderungen: Druckgeschwüre, Mangelernährung, Stürze und andere Probleme beeinträchtigen die Gesundheit sowie die Sicherheit von Patienten. „Um die Versorgung der Betroffenen bzw. die Gesamtsituation kontinuierlich verbessern zu können, ist es essenziell, Stärken und Schwächen objektiv und standardisiert zu erheben“, so Lohrmann.

Studiendesign und Auswertung Die Pflegequalitätserhebung richtet sich an alle stationären Einrichtungen wie Krankenhäuser, Pflegeheime, Rehabilitationszentren oder geriatrische Krankenhäuser. Im Zuge der Erhebung werden Daten zur Einrichtung, zur Station oder zum Wohnbereich sowie zu den Patienten oder Bewohnern wie Alter, Geschlecht, Krankheitsbild und Pflegeabhängigkeit erfasst. Zusätzlich werden spezielle Merkmale, Prävention und Behandlung der einzelnen Pflegeprobleme erhoben. Die Erhebung erfolgt an einem festgelegten Stichtag und wird von den Einrichtungen selbst durchgeführt. Jede Einrichtung benennt dafür einen Koordinator, der für die Durchführung der Studie eingewiesen und geschult wird. Alle notwendigen Materialien wie Fragebögen oder Anleitungen werden von der Projektgruppe zur Verfügung gestellt. Nach Abschluss der Erhebung werden die Daten von jeder Einrichtung selbst per Internet einfach und unkompliziert in ein Softwareprogramm eingegeben und an die Projektgruppe übermittelt. Einige Wochen nach der Übermittlung der Daten werden die Ergebnisse der Einrichtung via passwortgeschützten Webbereich zur Verfügung gestellt. Das stellt sicher, dass die Ergebnisse jeweils nur für die einzelnen Einrichtungen einsehbar sind. Darüber hinaus erhält jede Einrichtung eine anonymisierte Übersicht über die nationalen Daten, um Vergleiche zu ermöglichen.

Regelmäßige Teilnahme Im Jahr 2014 nahmen 74 Gesundheitseinrichtungen aus acht Bundesländern an der Pflegequalitätserhebung teil. Rund 6.800 Patienten und Heimbewohner wurden in die Erhebung eingeschlossen. Die Ergebnisse sprechen eine deutliche und sehr erfreuliche Sprache: „Die Pflege in Österreich bietet sehr gute Pflegequalität“, berichtet das Forscherteam. Zahlreiche österreichische Gesundheitseinrichtungen haben bereits wiederholt an der Pflegequalitätserhebung teilgenommen. Dabei zeigte sich, dass regelmäßig teilnehmende Einrichtungen Instrumente zur frühzeitigen Erkennung von Mangelernährung implementierten und somit insgesamt zu einer besseren Erfassung, aber auch weiteren Behandlung beigetragen haben. „Dieses Ergebnis konnte auch durch den Rückgang in der Häufigkeit von Mangelernährung in den teilnehmenden Einrichtungen unterstrichen werden“, betont Lohrmann. Ähnliche Ergebnisse zeigen sich in der Prävention und Behandlung anderer pflegerischer Herausforderungen wie Sturz oder Inkontinenz.

Verantwortungsvolle Mitarbeiter Die im Rahmen der jährlichen Pflegequalitätserhebung gewonnenen Daten bieten den teilnehmenden Einrichtungen die Möglichkeit, die pflegerische Praxis kritisch zu reflektieren und gegebenenfalls notwendige Veränderungen und Adaptionen zu initiieren. Darüber hinaus können die Daten im Sinne von Benchmarking zum Vergleich mit anderen Einrichtungen herangezogen werden. Wie die erhobenen Ergebnisse zeigen, sind in den teilnehmenden Einrichtungen bereits großartige Erfolge messbar. n

Im Gespräch Univ.-Prof. Dr. Christa Lohrmann, Institut für ­Pflegewissenschaft, Medizinische Universität Graz Wie steht Österreich im internationalen Vergleich da? Bei einem internationalen Vergleich muss immer die zugrunde liegende Population beachtet werden, das heißt, es muss beachtet werden, ob sich zum Beispiel Pflegeheimbewohner in den Niederlanden von den Pflegeheimbewohnern in Österreich in Bezug auf Alter, Pflegeabhängigkeit oder Krankheiten unterscheiden. Ungeachtet dieser Unterschiede liegt Österreich in Bezug zu Dekubitus im internationalen Vergleich mit 3 % Dekubitus eher im unteren Durchschnitt. Bezogen auf Mangelernährung liegt Österreich im internationalen Mittelfeld. Was waren für Sie die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Erhebung? Besonders bemerkenswerte Ergebnisse gab es in mehrmals teilnehmenden Einrichtungen. In diesen Einrichtungen wurden, aufbauend auf den Daten der Pflegequalitätserhebung, zahlreiche Änderungen initiiert und durchgeführt. Beispielsweise wurden Instrumente zur frühzeitigen Erkennung von Mangelernährung implementiert, die somit zu einer besseren Erfassung und auch Behandlung beigetragen haben. Das konnte auch durch den Rückgang in der Häufigkeit von Mangelernährung in diesen Einrichtungen unterstrichen werden. Besonders erfreulich ist, dass sich die Zahl der teilnehmenden Einrichtungen seit dem Beginn der Pflegequalitätserhebung im Jahr 2009 stetig erhöht. Dadurch wird deutlich, dass sich immer mehr Einrichtungen mit Pflegequalität beschäftigen und das Wohl ihrer Patienten und Bewohner in den Mittelpunkt stellen. Wo sehen Sie Optimierungsbedarf in der Pflege? Grundsätzlich gibt es in Österreich Optimierungsbedarf hinsichtlich der Nutzung von wissenschaftlichen Standards und Leitlinien zu den Themen Dekubitus, Mangelernährung und Inkontinenz. Weiters sollten vermehrt Diätologen bei der Behandlung von mangelernährten Patienten und Bewohnern hinzugezogen werden, da Diätologen über das geeignete Wissen und Knowhow verfügen. Neben diesen Verbesserungspotenzialen konnten jedoch zahlreiche Stärken identifiziert werden, wie beispielsweise die routinemäßige Erfassung des Ernährungszustandes und die Durchführung sturzpräventiver Maßnahmen in Krankenhäusern und Pflegeheimen.  Kontakt: Tel.: +43 316 385 72064, christa.lohrmann@medunigraz.at

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Politik, Verwaltung & Management

Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheitsund 
Kranken­ pflegeverbandes

Im Gespräch

Pflege 2030 Die Gesundheitsreform sieht eine Reihe von Änderungen vor, die auch die Pflegeberufe betreffen. Ursula Frohner, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes, gibt Einblick in wesentliche Eckpunkte.

Was sind das für Leistungen? Dazu zählen zum Beispiel das Blutdruckmessen, Blutabnahmen, unterschiedliche Monitoring-Aufgaben oder die Versorgung von chronischen Wunden. Aber auch eine gezielte Fachberatung, insbesondere für chronisch Kranke in jedem Lebensabschnitt, gewinnt zunehmend an Bedeutung. Welche Maßnahmen sind erforderlich, um hier eine Versorgung sicherzustellen? Es muss eine Erweiterung bei der Nutzung von Kompetenzen der Gesundheits- und Krankenpflege stattfinden. Wenn wir den Spitalssektor weiter entlasten wollen – und auch müssen –, dann wird es zu einer Verlagerung der Gesundheitsleistungen in den ambulanten und niedergelassenen Bereich kommen. Pflegefachkräfte werden derzeit hauptsächlich in der mobilen Hauskrankenpflege eingesetzt. Das muss sich dringend ändern. Flankierend zu den Allgemeinmedizinern sind dringend Angehörige

21. ÖGKV Kongress 2015 „Das Bleibende Andere. Pflege 2030“ 10.-12. Juni 2015 Congress Graz www.oegkv-fv.at/21-oegkv-kongress-2015

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des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege in der Primärversorgung einzusetzen. Dies würde auf jeden Fall auch ein Plus an Versorgungsqualität für die Bevölkerung bringen. Nicht nur chronisch Kranke oder alte Menschen möchten zu Hause in vertrauter Umgebung versorgt werden. Darüber hinaus braucht es aber auch eine deutliche Erweiterung des Handlungsspielraumes für Pflegefachberufe.

Wo konkret müsste es Änderungen geben? Als erster Schritt ist die Verordnungs­ kompetenz für Pflegeprodukte wie ­Verbandsmaterial oder etwa Pflegeinkontinenzprodukte an das Pflegefachpersonal zu übertragen. Es ist schwer verständlich, dass der Gesetzgeber einerseits die Umsetzung des Pflegeprozesses den Pflegefachberufen überantwortet, gleichzeitig die dafür nötigen Mittel aber erst durch den Arzt verschrieben werden müssen. Dies ist eine nicht nachvollziehbare Vorgehensweise und gleichzeitig eine Verschleuderung von Zeitressourcen und Kompetenzen. Die Vertreter der Sozialversicherungen haben hier raschen Handlungs­ bedarf. Ebenso sind dringend Honorarkataloge für den medizinischen Anteil der pflegerischen Versorgungsleistungen zu entwickeln. Welche nächsten Schritte werden Sie hier gehen? Es braucht einen offiziellen Auftrag des Gesundheitsministeriums, hier Verhandlungen zu starten. Dabei ist zu beachten, dass der gehobene Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege auch freiberuflich tätig sein kann. Dies bedeutet, dass diese Interessen durch eine unabhängige Organisation zu vertreten sind. Gibt es Vorbilder in anderen Ländern, wo die Pflege bereits verordnen darf? Ja, beispielsweise in Holland, Schweden oder Dänemark ist dies bereits gelebte Praxis. Für die Verschreibung von Pflegeprodukten wäre auch in Österreich keine Zusatzausbildung nötig. Denn welche Pflegeprodukte jeweils einzusetzen sind, lernen Pflegepersonen bereits in der Grundausbildung.  n

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Welche Auswirkungen hat die Gesundheitsreform auf die Rolle der Gesundheits- und Krankenpflegeberufe? Die Gesundheitsreform reagiert darauf, dass wir in Österreich ein überaus spitalslastiges Versorgungssystem mit der Vorhaltung vieler Spitalsbetten haben. Demzufolge sind auch die Gesundheitsberufe – Pflegefachkräfte und Ärzte – an diese Versorgungsform gebunden. Es gilt aber dringend, den Patientinnen und Patienten bedarfsorientierte Gesundheitsleistungen zur Verfügung zu stellen. Dem gegenüber steht auch eine immer dünner werdende Personaldecke insbesondere im extramuralen Bereich. Daher sind die gesamten Leistungen der medizinischen Versorgung neu zu verteilen.


2015

Forum Spital

10. – 11. Juni 2015 Austria Trend Eventhotel Pyramide in Vösendorf bei Wien www.diespital.at

Was die Branche bewegt Beim größten österreichischen Krankenhauskongress treffen sich auch 2015 wieder die Keyplayer der Gesundheitswirtschaft. Ganz nach dem Motto „Wissen, das bewegt“ bringt IIR die wichtigsten Gruppen, die sich rund um das Spital bewegen, zusammen.

5 Konferenzen unter einem Dach • Forum Spital für Krankenhausmanager: Strukturwandel in der Gesundheitsversorgung • Forum Spital: Der multimorbide Patient – Eine Herausforderung für das Krankenhaus der Zukunft • Forum Spital für IT-Manager • Forum Spital für OP-Manager

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• Forum Spital für Labor-Manager

Unsere Partner:

Kontakt: Magdalena Ludl Customer Service IIR GmbH Tel. +43 (0)1 891 59 – 212 E-Mail: anmeldung@iir.at


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Politik, Verwaltung & Management

Pflegemanagementforum 2015

Pflegemanagement zwischen Ethik und Ökonomie u Knappe Ressourcen fördern auch im Gesundheitswesen kreative Lösungen. u Motivierte Mitarbeiter sind eine wichtige Basis in Zeiten angespannter Budgets. u Führungskräfte sind gefordert, auf „Wohlfühlfaktoren“ zu achten.

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iele Expeditionen auf den Mount Everest sind gescheitert, weil sie zu gut ausgerüstet waren“, vergleicht KeynoteSpeaker Univ.-Prof. DDDr. Clemens Sedmak vom Internationalen Forschungszentrum für soziale und ethische Fragen eine Forschungsexpedition mit der Situation in heimischen Krankenhäusern. Der Grund liegt aus Sicht des Philosophen auf der Hand: „In diesem Fall verlassen sich die Teilnehmer dann auf ihre Ausrüstung und nicht mehr auf ihren gesunden Menschenverstand“, konstatiert Sedmak. Sein Fazit: Knappe Ressourcen im Gesundheitssystem sind daher ein Garant dafür, dass das Personal gezwungen wird, kreative Ideen zu entwickeln. „Das Wichtigste ist ein motiviertes Team“, meint Sedmak und zieht neuerlich einen Vergleich mit einer Expedition: „Wenn alle buchstäblich im selben Boot sitzen und ein gemeinsames Ziel haben, so sind die einzelnen Teammitglieder oft willens, weit mehr als nur den üblichen Arbeitseinsatz zu leisten.“ Auf die passenden Mitarbeiter und die richtige Teamzusammensetzung ist daher schon beim Rekrutierungsprozess zu achten.

Tipps für Führungskräfte Je knapper die Ressourcen, desto wichtiger ist für den Experten der Umgang miteinander. Dazu gehören Fairness, Höflichkeit und Humor, denn: „Humor und Höflichkeit bremsen die Aggression. Die knappen Ressourcen schaffen sehr viel Misstrauen und Unsicherheit, sodass faires Verhalten das oberste Gebot der Führungskräfte sein muss, um diesen Druck zu entschärfen“, bestätigt Sedmak. Wesentlich für den Philosophen ist auch das Festlegen von Spielregeln: „Jede Praxis, so auch die Pflegepraxis, hat besondere Regeln und ist darauf ausgerichtet, Leistungen hervorzubringen. Die Menschen im Team

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müssen sich einig sein, nach welchen Regeln sie ihre Leistung erstellen und welche Werte der gemeinsamen Arbeit zugrunde liegen.“ Unter diesem Aspekt sind viele Entscheidungen einfacher und rascher zu treffen, denn bestimmte Handlungsoptionen scheiden einfach aus, sobald sie den gemeinsamen Werten nicht entsprechen.

Mitarbeiter brauchen Geborgenheit Sedmak rät Führungskräften in Krankenhäusern, einen Schwerpunkt auf „Geborgenheitsmanagement“ zu legen. Der Experte beobachtet jedoch, dass in den meisten Einrichtungen Geborgenheit ein bedrohtes, prekäres Gut ist, da ökonomische Vorgaben die Wertvorstellungen dominieren und kein angenehmes – im Sinne von höflich, fair und humorvoll – Arbeitsklima vorherrscht. „Geborgenheit braucht Raum und Zeit, um wachsen zu können“, so Sedmak. Schließlich fordert der Keynote-Speaker „deep practice“ und bringt neuerlich einen treffenden Vergleich: „Warum kommen so viele gute Fußballspieler aus Brasilien? Sie haben gelernt, in den Slums, auf schlechtem Untergrund, barfuß und mit einem Lumpenball zu spielen. Wie gut muss ihre Performance erst sein, wenn sie mit hochwertigem Material auf bestem Rasen kicken?“ Umgelegt auf das Krankenhaus heißt das: Wer eine qualitativ hochwertige Leistung unter erschwerten Bedingungen schafft, wird unter besseren Rahmenbedingungen Höchstleistungen erbringen können. n

Quelle: Vortrag von Univ.-Prof. DDDr. Clemens Sedmak, Pflegemanagement zwischen Ethik und Ökonomie, Pflegemanagementforum 2015, Wien Februar 2015


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Klaus Schober, MA Business ­Development ­Manager Healthcare GS1 Austria

UDI: Ein erster Erfahrungsbericht Seit 24. September 2014 sind die ersten Produkte von der Unique Device Identification (UDI)-Richtlinie für den US-amerikanischen Markt betroffen. Nach dem üblichen anfänglichen „Murren“ der Industrie kristallisieren sich jedoch bereits die ersten Optimierungspotenziale durch die Umsetzung der Richtlinie heraus. DI steht für „Unique Device Identification“, eine Richtlinie der US-amerikanischen FDA (Food and Drug Administration) zur Kennzeichnung von Medizinprodukten. Ziel ist es, die Patienten-

© GS1 Austria

Entgeltliche Einschaltung

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sicherheit durch eine weltweit eindeutige Identifikation der Produkte zu erhöhen. Mit UDI wird eine lückenlose Rückverfolgbarkeit von Medizinprodukten innerhalb jeder Stufe der Healthcare Supply Chain durch eine eindeutige und international gültige Identifikation gewährleistet. Ein einziger weltweit gültiger Standard ist essenziell für eine globale Supply Chain. Erst dadurch können alle Nutzenpotenziale wie Erhöhung der Effizienz sowie eine erhöhte Patientensicherheit realisiert werden. Die Verwendung des GS1 Systems als akkreditierte Organisation ermöglicht es allen Teilnehmern, effizient und effektiv die UDI Anforderungen umzusetzen, da dieser Standard multifunktional und interoperabel ist. Dies beweist die bereits langjährige Nutzung der verschiedensten Branchen. Für Umsetzungen in Ihrem Unternehmen stehen Ihnen die Experten von GS1 Austria gerne zur Verfügung. n

Klaus Schober, MA, Business Development Manager Healthcare GS1 Austria, schober@gs1.at, www.gs1.at

Nachgefragt BEI ... ... Mag. (FH) Birgit Zenkl, Head of Supply Chain Management, Roche Diagnostics Für uns als weltweit agierendes Unternehmen ist UDI nicht nur ein Mittel zur Verbesserung der internen Workflows, sondern dient vor allem auch dazu, die Zusammenarbeit mit unseren Kunden zu verbessern. Damit können wir den Mehrwert für alle beteiligten Partner erhöhen. Zu den betroffenen Bereichen zählen neben Quality, Compliance, Patientensicherheit auch harmonisierte Produktinformationen und die verbesserte Lagerbewirtschaftung. Hinzu kommen die Gestaltung effizienterer Einkaufs- bzw. Verkaufsprozesse und die Möglichkeit des verstärkten Einsatzes von E-Commerce/E-Business. Letztendlich erreichen wir aufgrund besser zugänglicher und harmonisierter Daten eine deutliche Steigerung der Effizienz in der gesamten Supply Chain. Die Umsetzung in Europa und damit die Frage des Handlings mit unterschiedlichen Datenbanken bleibt für mich ein offenes Thema, wenngleich aus der Sicht der Industrie die UDI-Richtlinien unter anderem mit den GS1 Standards die Identifikation, Kennzeichnung und der Datenaustausch heute schon umgesetzt werden können.

... DI Philipp Hahn, Division Manager Hospital Care, B. Braun Austria UDI stellt für uns weit mehr als eine neue Richtlinie dar. UDI bietet uns erstmals die Möglichkeit, nachhaltig die Transparenz und Sicherheit entlang der LogistikProzesskette zu verbessern. Vor allem die Standardisierung im Artikelstamm zwischen Lieferant und Kunde wird lieferanten- und kundenseitig Prozesskosten in der Supply Chain entlasten. Ob das nun die eindeutige Identifizierung von Artikeln und Versandgrößen im Zuge einer elektronischen Bestellung betrifft oder das papierlose Arbeiten bei Wareneingangs- und Rechnungsprüfungen; der Automatisierungsgrad durch elektronische Datensätze reduziert Fehler im gesamten Bestell-, Liefer- und Verrechnungsablauf. Die generelle, lückenlose Rückverfolgbarkeit von Artikeln erhöht schlussendlich auch die Sicherheit für Patienten, sodass wir als führendes Unternehmen der Gesundheitsbranche ganz klar die Kooperation mit GS1 Austria weiter forcieren. ... Izzy Morgan, Regulatory Project Specialist, MED-EL Durch die Umsetzung der UDI- Richtlinie durchleuchteten wir unsere internen Prozesse erneut, wonach wir auch Verbesserungsmöglichkeiten identifiziert haben, an welchen wir arbeiten konnten. Optimierungspotenziale interner logistischer Prozesse waren das Resultat, welche als positiver Nebeneffekt der Umsetzung von UDI erzielt werden konnten.

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Gastkommentar

Fünf Momente ­der Hände­hygiene W

eltweit sterben jedes Jahr rund 16 Millionen Menschen an nosokomialen Infektionen. Alleine in den USA sind 200.000 Todesfälle darauf zurückzuführen. Das entspricht in etwa so vielen Menschen, als würde täglich eine Boeing 747 abstürzen. Laut einem Bericht des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) erkranken in Europa jedes Jahr mindestens 4,1 Millionen Menschen an nosokomialen Infektionen, rund 37.000 Patienten sterben daran. Ein großer Teil der Krankenhausinfektionen könnte durch gut durchdachte und nachhaltige Präventions- und Kontrollprogramme verhindert werden. Im Zentrum dieser Maßnahmen steht sicherlich die Händehygiene – eine eigentlich einfach durchzuführende Maßnahme. Doch ausgerechnet hier sind besonders große Mängel zu verzeichnen. „Keine Zeit“ ist das am häufigsten genannte Argument in diesem Zusammenhang, obwohl das Prozedere der Händedesinfektion heutzutage maximal 30 bis 60 Sekunden dauert und zudem die Hände überhaupt nicht in Mitleidenschaft zieht. Im Gegenteil – moderne Produkte pflegen sie sogar. Ganz anders war etwa die Situation im Jahre 1847. Die vom österreichisch-ungarischen Arzt Dr. Ignaz Semmelweis entdeckte Chlorkalklösung, durch welche erstmals Kindbettfieber-Infektionen vermieden werden konnten, war scharf und ätzend. Der Pionier der Händehygiene kannte aber kein Pardon und insistierte, die Hände so lange einzuweichen, bis sie „rot und rutschig“ waren. Das war vor 150 Jahren und wir sehen uns heute immer noch mit diesem Problem konfrontiert! Ein Umstand, der die

Auf einen Blick 1. VOR Patientenkontakt 2. VOR aseptischen Tätigkeiten 3. NACH Kontakt mit potenziell infektiösen Materialien 4. NACH Patientenkontakt 5. NACH Kontakt mit Oberflächen in unmittelbarer Umgebung des Patienten

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WHO zum Handeln zwang: Mit der 2005 ins Leben gerufenen Initiative Clean Care is Safer Care ist es erfreulicherweise gelungen, ein Umdenken in den Spitälern zu erreichen. Durch die Kampagne, an der 179 Länder teilnehmen, können jährlich rund 8 Millionen Menschen vor dem Tod gerettet werden. Auf Basis unserer Erfahrungen mit Händehygiene-Programmen im Genfer Universitätshospital entwickelten wir gemeinsam mit Kollegen aus der ganzen Welt ein einfaches und leicht einprägsames Fünf-Punkte-Konzept. Entsprechende Plakate sind in vielen Spitälern weltweit affichiert, sodass das Wissen um die fünf Risikosituationen der Erregerübertragung sich immer mehr in den Köpfen der Menschen verankern kann. Das Wissen und der Wille zur Verhaltensänderung sind überall spürbar – jedoch gibt es gerade in weniger entwickelten Ländern ein anderes Problem: die Verfügbarkeit von alkoholbasiertem Desinfektionsmaterial. In Ländern wie Kenia beispielsweise würde eine simple Händedesinfektion, wie wir sie hier im Westen durchführen, zweieinhalbmal so viel kosten wie etwa in Genf oder Boston. Wir entwickelten also ein Produkt, das in den betreffenden Ländern selbst hergestellt werden kann. Die Basis dieses Produkts ist Bioäthanol, eine Substanz, die sich aus vielen unterschiedlichen Anbaupflanzen destillieren lässt. Wie wir an diesem Beispiel erkennen können, braucht es bei der Bekämpfung von nosokomialen Infektionen sowohl Ideenreichtum als auch viel Engagement seitens jener Institutionen und Initiativen, denen dieses Thema ein Anliegen ist. Auf Österreich bezogen möchte ich das Engagement einer ganz jungen Initiative hervorheben, die sich darum bemüht, die CEE-Länder (Central and Eastern European countries) in den Prozess stärker miteinzubeziehen: Der Dr. Ignaz Semmelweis Gesellschaft ist es innerhalb von nur zwei Jahren seit ihrer Gründung gelungen, einen Kongress auf die Beine zu stellen, der im Sinne einer länderübergreifenden Hygieneprävention als brückenbauend angesehen werden kann. Diese Initiative ist ein gutes Beispiel dafür, dass nur ein gemeinsames Engagement in der Infektionsprävention und -kontrolle zu entsprechendem Erfolg führt.  n

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MEDIZIN PR DUKT Prof. Didier Pittet WHO Collaborating Centre on Patient Safety


Verbindliche Hygienestandards gefordert u Die Österreichische Gesellschaft für Krankenhaushygiene (ÖGKH) fordert die Einführung verbindlicher und bundesweit einheitlicher Hygienestandards. u Auch für eine Stärkung des Berufsbildes der Hygienefachkräfte setzt sich die Fachgesellschaft ein.

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n Europa kommt es jährlich zu ca. 3,2 Millionen nosokomialen Infektionen. Bereits jetzt existieren in Österreich direkte und indirekte Regelungen und Empfehlungen zur Vermeidung von nosokomialen Infektionen, wie zum Beispiel die „PROHYG 2.0“, bundesweit einheitliche Standards zur Krankenhaushygiene. Diese gewährleisten zwar in der Regel ein hohes Schutzniveau, flächendeckend durchgesetzt haben sie sich aber noch nicht, wie Prof. Dr. Ojan Assadian, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (ÖGKH) weiß: „Regelungen und Empfehlungen liegen aktuell fragmentiert über die einzelnen Bundesländer und unterschiedlichen Organisationsstrukturen vor und werden nicht über eine zentrale Stelle koordiniert. Bundesweit verbindliche Hygienequalitätsstandards gibt es bisher nur wenige.“

Bundesweit einheitliche Standards Vergleichbarkeit und Qualitätstransparenz blieben daher bis jetzt auf der Strecke. Aus Sicht der ÖGKH ist aber gerade dies ein wesentlicher Baustein für einen verbesserten Schutz der Patienten. Einheitliche Standards sind auch dem Bundesministerium für Gesundheit ein Anliegen. „Krankenhaushygiene ist eine der wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung von nosokomialen Infektionen. Daher wurde die Erstellung eines bundesweit einheitlichen Standards zur Krankenhaushygiene auch in das Arbeitsprogramm des Bundeszielsteuerungsvertrages aufgenommen“, erklärt DDr. Reinhild Strauss, Leiterin der Abteilung für Nosokomiale Infektionen und Krankenhaushygiene des Gesundheitsministeriums.

Berufsbild stärken Um verbindliche Standards in der Praxis auch tatsächlich umzusetzen, braucht es aber auch mehr fachlich qualifizierte Hy-

gieneteams. „Die öffentliche Wahrnehmung und finanzielle Honorierung von Hygienefachkräften entspricht nicht den damit verknüpften verantwortungsvollen Aufgaben. Vielmehr wird ihre Arbeit von Trägern der Gesundheitseinrichtungen noch häufig als Nebenbeschäftigung angesehen. Die ÖGKH setzt sich deshalb für eine einheitliche Ausbildung ‚Krankenhaushygiene‘ ein, die im Sinne der Bologna-Kriterien Hygienefachkräften die ihnen zustehende Anerkennung verschaffen wird“, erklärt DGKS Gerlinde Angerler, Hygienefachkraft und Vorstandsmitglied der ÖGKH.

Patienten mit ins Boot holen Doch auch die Patienten sind gefragt, zu einem wirksamen Infektionsschutz beizutragen. Sie wissen immer noch zu wenig über die Ursachen von nosokomialen Infektionen und die mit ihnen verbundenen Gefahren. Deshalb will die ÖGKH die Eigenverantwortung und Handlungskompetenz von Patienten durch Aufklärungsarbeit und den Einsatz neuer Kommunikationsformen stärken. Sozialmediziner und Hygieniker Univ.-Prof. Dr. Michael Kunze von der MedUni Wien sieht für den Bereich der Krankenhausinfektionen ein hohes präventives Potenzial bei Patienten und Angehörigen, das es zu heben gilt, und bringt einen epidemiologischen Aspekt ein: „Da die Bevölkerung immer älter wird und zunehmend Patienten bereits mit chronischen Erkrankungen ins Spital kommen, wird die Krankenhaushygiene immer wichtiger. Wir werden mit mehr Patienten konfrontiert, die aufgrund des höheren Alters und der Therapie der Grundkrankheiten bereits abwehrgeschwächt sind. Damit werden auch Erreger zum Problem, die bei einem Patienten ohne chronische Erkrankung keine wesentliche Bedeutung haben.“ n www.oegk.ac.at

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Prof. Dr. Ojan Assadian, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krankenhaus­hygiene (ÖGKH)


Politik, Verwaltung & Management

Wer freut sich schon auf ein Audit? u Nach wie vor verbreiten durchzuführende Audits Angst und Schrecken bei allen Beteiligten. u Audits können jedoch auch wichtige Lernplattformen sein, die eine Gestaltung von Veränderungsprozessen fördern. u Die passende Unternehmenskultur ist dazu erforderlich. iel Zeit, viel Aufwand und wenig Output“ ist der verbreitete Neufassung der ISO 9001 Tenor, wenn von ISO-Zertifizierungen die Rede ist. „Wir wollen dem ein Ende setzen und Qualitätsmanagementsysteme als das Dr. Anni Koubek, Prokuristin Innovation & Koordination bei positionieren, was sie sind, nämlich ein Instrument, um gemeinsam Quality Austria, fasste zusammen, was sich Unternehmen von der Prozesse zu gestalten und dabei die Performance zu verbessern“, Revision der ISO 9001, von der in Österreich ca. 5.000 Institutiobetont Konrad Schreiber, CEO Quality Austria anlässlich des nen betroffen sind, erwarten dürfen. Die aus der Tradition für Pro21. qualityaustria Forums, an dem knapp 800 Besucher teilgenom- duktionsbetriebe kommende ISO 9001 wandle sich mit der Revimen hatten. „Das Audit ist ein Gestaltungshebel“, so Schreiber. sion und spreche nun auch explizit Dienstleistungsunternehmen Und um gestalten zu können, ist eine Reihe von Voraussetzungen an. „Die neue Managementnorm ISO 9001:2015 soll unterstützen nötig, wie das Wissen um Normen und Mound sicherstellen, dass Veränder­ungen in den delle, aber auch die Kenntnis der Branche, der zunehmend komplexen, anspruchsvollen Auditmethoden sowie von Fragetechniken „Gestaltung ist ein kreativer und dynamischen Umgebungen, in denen und Dokumentation bis hin zu einer Form der Organisationen tätig sind, reflektiert werden. Schaffensprozess. Das ­Unternehmenskultur, die auch einen GestalDenn bei Qualität geht es ums Gestalten – braucht Offenheit sowie die nicht ums Verhindern!“ tungseffekt erzeugen kann. „Gestaltung ist ein kreativer Schaffensprozess, bei dem SituFähigkeit, Fehler zuzugeationen, Prozesse oder Gedankengut veränQualität schafft Stabilität ben, Umsetzungsbereitdert werden. Das braucht eine Reihe von kogschaft, Vertrauensfördenitiven Lernkompetenzen, die Offenheit, die Diesem Motto folgte auch Dr. Hans-Georg Fähigkeit, Fehler zuzugeben, UmsetzungsbeHäusel von der Gruppe Nymphenburg Conrung und Mut.“ reitschaft, Vertrauensförderung und Mut“, sult AG und untersuchte, was das (Qualitäts-) fasst Schreiber zusammen. Management von der Hirnforschung lernen Konrad Schreiber, CEO Quality Austria kann: „70 bis 80 % der alltäglichen Entscheidungen erfolgen unbewusst. Daher stehen die Gemeinsame Werte entwickeln Grundkräfte jeder Unternehmensentwicklung Für Krankenhäuser heißt das konkret: eine offene Fehlerkultur und auch ebenso im Spannungsfeld der vier Emotionssysteme im Geeine Lernkultur zu schaffen, die Mitarbeiter fördert, sich laufend hirn: Stimulanz, Dominanz, Balance und Harmonie.“ Die Summe verbessern zu wollen. Dass dazu eine Reihe von „kulturbedingten“ der in einer Organisation vertretenen Charaktere bestimme somit Rahmenbedingungen erforderlich ist, die im medizinischen Ar- auch die Arbeits-, Lern- oder Fehlerkultur in einem Krankenhaus beitsalltag oft fehlen, liegt auf der Hand: respektvolles Miteinander, – dort, wo dominante Typen vorherrschen, sind Spitäler eher First die Vermeidung von Prüfungs- und Versagensängsten, die Bereit- Mover bzw. auf Wachstum und Expansion ausgerichtet, während schaft, Wissen zu teilen, oder auch die Ansicht, dass Audits Lern- Organisationen mit hohen „Balance“-Kräften vor allem durch Staplattformen sein dürfen. Auditprozesse erfordern es, auf einer Füh- bilität, Verlässlichkeit und Tradition gekennzeichnet sind. Auch rungsebene klare Entscheidungen zu treffen und nicht zuletzt die Qualität und Qualitätsmanagementsysteme sind im Emotionsgemeinsame Werte zu entwickeln. „Wer bei einem Audit etwas ge- system der Balance angesiedelt, werden daher mit Stabilität und lernt hat, muss das oft verheimlichen, sonst wird sofort sein Exper- Sicherheit, aber auch Gewohnheit gleichgesetzt. n tenstatus angezweifelt“, weiß Schreiber aus Erfahrung und fordert Quelle: 21. qualityaustria Forum, März 2015, www.qualityaustria.com mehr Lob und Anerkennung für die Beteiligten.

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Produkte & Anbieter

Gips- oder Castanlage einen Schnell-Check mit Angabe des betroffenen Körperteils und der Indikation machen. Das neue Service-Angebot von L&R kann via Web-Browser am PC, Smartphone oder am Tablet genutzt werden. Die App ist kostenlos in elf Sprachen erhältlich. Download: anlegetechniken.lohmann-rauscher.com

In Notfall- und Unfallambulanzen müssen Knochenbrüche und andere Verletzungen, bei denen eine Ruhigstellung der betreffenden Extremität indiziert ist, schnell und zuverlässig versorgt werden. Wie funktionale Cast- und Gipsverbände richtig angelegt werden, damit sie eine ausreichende Immobilisierung sicherstellen und auch von den Patienten gut toleriert werden, zeigt die Online-App „Anlegetechniken für funktionale Cast- und Gipsverbände“ von Lohmann & Rauscher (L&R). L&R bietet seit vielen Jahren zahlreiche Schulungen zum Thema Gips und Cast im Rahmen der L&R-Academy an. Hier erfuhr man von dem Bedürfnis nach einer praxisnahen, einfach abrufbaren, digitalen Unterstützung ergänzend zu den gelernten Inhalten in den Schulungen. Mit der neuen App können Pflegekräfte, Orthopäden und Ärzte in den Unfallambulanzen auch kurz vor der

E-Learning-Tool für den Rettungsdienst Das neue Informationsportal www.rettungsdienst.bode-science-center.de von HARTMANN und dem BODE SCIENCE CENTER stellt Hintergrundinformationen und praxisnahe Empfehlungen rund um die Hände- und Flächendesinfektion speziell für den Rettungsdienst bereit. Im Mittelpunkt der Website steht ein interaktives, zertifiziertes E-Learning-Tool. Das animierte Online-Schulungstool „Hygiene im Rettungsdienst“ basiert auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft und lehrt, wie das Transportfahrzeug nach einer Patientenfahrt aufzu­ bereiten ist. Teilnehmer lernen, Patienten in ­Transportgruppen mit unterschiedlichem Gefahrenpotenzial einzuteilen und erfahren, welche spezifischen Anforderungen mit jedem Infektionstyp verbunden sind, sowie die Kriterien, die Desinfektionsmittel diesbezüglich erfüllen müssen. Der Teilnehmer erhält nach erfolgreichem Abschluss der virtuellen Aufgaben automatisch ein Zertifikat. Mit der „Erregersuche A-Z“ steht außerdem eine Datenbank mit allen klinisch relevanten Keimen bereit. Damit haben Rettungskräfte die Möglichkeit, Informationen zum Übertragungsweg und

Der HNO-Experte vom Universitätsklinikum St. Pölten, Prim. Univ.-Prof. Dr. Georg Sprinzl, implantierte weltweit zum ersten Mal das Nucleus Profile Implantat mit Slim-Straight-Elektrodenträger (CI522). Das Implantat von CochlearTM ist das dünnste am Markt verfügbare und seit Jahresbeginn zugelassen. Durchgeführt wurde die Operation im Universitätsklinikum Budapest. In Kürze steht es auch österreichischen Patienten zur Verfügung. Von der Entwicklung profitieren Patienten, Chi­ rurgen und Audiologen: unscheinbares Design, kürzere Operationszeit, einfachere Anpassung. Je nach Alter, Umfeld und Lebensumständen entspricht es den Hörbedingungen und Bedürfnissen der einzelnen Träger und ergänzt eventuell vorhandenes Hörpotenzial. Dabei ist es unwesentlich, ob der Träger über Restgehör verfügt oder nicht. Noch vorhandenes wird durch das Design der Slim-Straight-Elektrode und eine minimalinvasive Operationstechnik geschützt. Vorteilhaft ist außerdem die Größe: Diskret in seiner Optik ist das neue Cochlea-Implantat für Menschen jeden Alters geeignet – eineinhalb Jahre ist der erste Patient. www.cochlear.at Nucleus Profile Implantat mit Slim-Straight-Elektrodenträger (CI522)

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Elektrode und Implantat im Einklang Gipsanlegen per App

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zum erforderlichen Wirkungsspektrum abzurufen. Das Informationsportal sowie das E-Learning-Tool stehen kostenlos zur Verfügung. www.rettungsdienst.bode-science-center.de, www.at.hartmann.info

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Produkte & Anbieter

AUSTROMED stellt ihre Mitglieder vor: SCA

Innovationen für mehr Lebensqualität S

CA ist ein global führendes Unternehmen für Körperpflege-, Hygienepapier- und Forstprodukte. Der Vertrieb erfolgt in rund 100 Ländern unter vielen starken Marken, zu denen neben den weltweit führenden Marken TENA und Tork auch zahlreiche regionale Marken wie Libero, Libresse, Lotus, Saba, Tempo und Vinda gehören. In Österreich produziert SCA in den Geschäftsbereichen Hygienepapier und Körperpflege. Am Sitz in Wien ist die Marketing- und Vertriebsorganisation für Österreich und den osteuropäischen Raum angesiedelt. Insgesamt werden von Wien aus 20 Märkte betreut und SCA-Produkte in mehr als 50 Länder geliefert. In Ortmann befindet sich die Hygienepapier-Prod­uk­­­ tion mit rund 630 Mitarbeitern. SCA hat sowohl in Österreich als auch in Europa eine führende Marktposition. So ist die Marke TENA beispielsweise die Nummer eins für Inkontinenzprodukte. Das Angebot umfasst ein breites Sortiment von Slipeinlagen bis Inkontinenzhosen in allen Größen und Saugstärken für Männer, Frauen und Kinder. Der Vertrieb erfolgt im Einzelhandel, in Apotheken und Sanitätsfachhäusern sowie im institutionellen Bereich. Neben den Produkten bietet SCA auch ein umfangreiches Beratungs- und Serviceangebot sowohl für Kliniken und Pflegeheime als auch für Endverbraucher.

Kontinuierliche Optimierung der Produkte Viele heute als handelsüblich geltende Eigenschaften von Inkontinenzprodukten wurden ursprünglich von SCA eingeführt. Mitte Innovative Produkte sorgen für mehr Komfort bei Anwendern.

der neunziger Jahre entwickelte das Unternehmen mit TENA Lady das erste Inkontinenzprodukt für leichte Blasenschwäche. Seitdem wurde das TENA Lady Sortiment kontinuierlich verbessert und an die Bedürfnisse der Verwenderinnen angepasst. Zuletzt wurden die saugfähigeren Einlagen TENA Lady Extra Plus und Maxi mit der InstaDRY Technologie ausgestattet. Sie nehmen Flüssigkeit schneller auf als je zuvor. Ende der neunziger Jahre setzte SCA mit der Entwicklung einer Einweghose Meilensteine in der Inkontinenzversorgung. Die TENA Pants waren das weltweit erste Inkontinenzprodukt dieser Art. Als Slip und Einlage in einem bietet es den Komfort und die Diskretion ganz normaler Unterwäsche. Jüngst wurde der größte Teil der Pants-Palette überarbeitet. Die neuen TENA Pants mit ConfioFitTM sind jetzt 30 Prozent dünner, dabei aber genauso sicher wie bisher. Mit dem TENA Men Sortiment bietet SCA für die individuellen Bedürfnisse von Männern die passenden Produkte. Es besteht aus drei Einlagen in verschiedenen Saugstärken und den neuen TENA Men Pants für stärker­en Urinverlust.

Ein neues Pflegekonzept Im vergangenen Jahr brachte SCA zwei neue Produkte auf den Markt, die die Ganzkörperreinigung von Pflegebedürftigen revolutionierten. Der Waschhandschuh TENA Wet Wash Glove und die Waschhaube TENA Shampoo Cap ermöglichen eine pflegende Ganzkörperreinigung ganz ohne Wasser und Seife. Die Wäsche mit dem TENA Wet Wash Glove ist für Betroffene viel sanfter und angenehmer, denn der Handschuh ist mit einer Reinigungs- und Pflegelotion versehen, die nicht abgewaschen werden muss. Die Waschhaube TENA Shampoo Cap sorgt für eine bequeme Haarwäsche ganz ohne Auswaschen und ­Trocknen. n

SCA Hygiene Products GmbH Storchengasse 1, 1150 Wien Tel: +43-1-89 90 17 24, www.TENA.at

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Inkontinenz ist nach wie vor ein Tabuthema. Hilfsmittel sollen daher für Betroffene ein Plus an Lebensqualität schaffen. Größter Innovationstreiber bei der Entwicklung von modernen Inkontinenzprodukten ist SCA, der weltweit führende Hersteller von Produkten dieser Art, die unter dem Markennamen TENA angeboten werden.


oo Rückblick

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Prozessoptimierung statt Zeitdruck „Wie in vielen anderen Branchen heißt das Zauberwort jetzt auch in der Gesundheitswirtschaft Prozessoptimierung!“, betonte der Gesundheitsunternehmer und Kongressveranstalter Prof. Heinz Lohmann anlässlich der Eröffnung des 7. Österreichischen Gesundheitswirtschaftskongresses, der kürzlich in Wien stattgefunden hat. Angesichts der gewaltigen Herausforderungen kann es aus Sicht des Experten nicht darum gehen, immer „schneller zu arbeiten“, sondern es muss die Wende zum „anders arbeiten“ gelingen. „Wir dürfen die Zeit der Ärzte und Pflegekräfte nicht mit dem üblichen Improvisationstheater verplempern, insbesondere in Zeiten, in denen das Personal knapp ist.“ Dazu müssen Spitäler dringend ihre Prozesse neu strukturieren und sich auf einen digitalen Workflow einstellen. „Der Behandlungsprozess muss vom Handbetrieb auf Automatik umgestellt werden“, beschreibt Lohmann plakativ. Nach Ansicht des Experten ist die Zeit reif, über neue Konzepte in den Kliniken nachzudenken und sie dann aber auch zu implementieren. Letzteres ist besonders wichtig, weil es ausreichend Pläne dafür gibt. Realisierte Projekte sind hingegen schon viel seltener. Dabei werden die Herausforderungen immer größer, denn die ­ Nachfrage nach Gesundheitsleistungen steigt. Gleichzeitig werden die finanziellen Mittel knapp. Diese immer weiter aufgehende Schere sorgt seit Jahren für einen Kostendruck im System, der von den Betroffenen immer schmerzlicher wahrgenommen wird. Zudem steigen jetzt zusätzlich die Anforderungen an die Qualität der Leistungen, weil die Patienten auch als Konsumenten agieren. Diese Entwicklung ist zwar noch ganz am

Anfang, aber sie macht sich auf dem Gesundheitsmarkt schon bemerkbar. Hintergrund ist die steigende Patientensouveränität aufgrund der schwindenden Intransparenz. Schon heute entscheiden sich immer mehr Patienten, einen längeren Weg in Kauf zu nehmen, wenn sie dafür in einem spezialisierten Zentrum behandelt werden. Spitäler müssen diesem Trend genauso entsprechen wie der ambulante Sektor. Konzentration und Vernetzung sind deshalb die zentralen Stichworte für die Geschäftsmodelle der Zukunft. www.oegwk.at

uu Ausblick Netzwerk Krankenhaus 58. Österreichischer Kongress für Krankenhausmanagement, 11.-13. Mai 2015, Eisenstadt Die „Integrierte Versorgung“ und die „Führung im Krankenhaus“ werden heuer als zentrale Themenkomplexe den 58. Österreichischen Kongress für Krankenhausmanagement dominieren, da sie eine entscheidende Rolle für die Gestaltung und Entwicklung des österreichischen Gesundheitswesens spielen. Im Rahmen der integrierten Versorgung wird Netzwerken zu einem

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Kongresse

wichtigen Erfolgsfaktor – einerseits in Form der Zusammenarbeit zwischen Krankenanstalten, andererseits auf der Ebene der Informations- und Kommunikationstechnologien. Potenziale von sozialen und technischen Netzwerken werden in Krankenanstalten aus medi­ zinischen, ökonomischen und verwaltungstechnischen Gesichtspunkten diskutiert. Zudem beleuchtet man sie auch unter kritischen Gesichtspunkten wie etwa den Folgen für die ArztPatienten-Beziehung und in Bezug auf die Datensicherheit. Jedenfalls sollen innovative Formen von Netzwerken wesentlich zu Qualitätsoptimierungen und zu einer Verbesserung der Kosteneffizienz beitragen. „Die Brisanz dieser Thematik macht eine breit angelegte Diskussion darüber notwendig“, ist Ing. Johann Nestlang, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Krankenhausmanager des Burgenlandes überzeugt und gibt einen Einblick in das heurige Programm des traditionellen Kongresses für Führungskräfte im Verwaltungs-, Pflege- und Ärztebereich. Unter anderem wird Univ.-Prof. Dr. Peter Filzmaier, Geschäftsführer des Instituts für Strategieanalysen, die Einstellungen der Österreicher zum Gesundheitswesen analysieren. Der Perspektive des Patienten im Netzwerk Krankenhaus widmet sich Dr. Sigrid Pilz, Wiener Pflege- und Patientenanwältin. Workshops zu den Themenbereichen „Integrierte Versorgung“, „Führung im Krankenhaus“, „Betriebliche Gesundheitsförderung im Krankenhaus“ sowie „Interprofessionalität im Krankenhaus“ runden das umfangreiche Programm ab. www.oekkm.at

Palliativkongress 2015 Wien, 09.-11. April 2015 „Menschen – Würde im Fokus von Palliative Care“. Die Thematisierung von Hospiz und Palliative Care, die Diskussion über ein würdevolles

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Lebensende, nimmt in Österreich derzeit erfreulich viel Raum ein. Der Kongress soll einen fachlichen Beitrag leisten, eine unüberhörbare Stimme vieler Menschen sein, die sich dem Thema stellen und aktiv mitgestalten wollen. Der entscheidende Qualitätsfaktor gelingender Palliativbetreuung ist eine gut funktionierende und wirksame Teamarbeit. So wie in der täglichen Betreuung Pflege und Medizin, Sozialarbeit und Seelsorge, Psychologie und Physiotherapie, Hauptamt, Ehrenamt und noch viele andere zusammenarbeiten, so ist dieser Kongress gestaltet worden – als Produkt bester multiprofessioneller und interdisziplinärer Zusammenarbeit. www.palliativ.at

31. Frühjahrstagung der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) Management diabetischer Komplikationen Villach, 24.-25. April 2015 Die Frühjahrstagung der Österreichischen Diabetes Gesellschaft stellt traditionell den Patienten in den Mittelpunkt und steht diesmal unter dem Motto „Management diabetischer Komplikationen“. Praxisorientierte Vorträge befassen sich mit „Makrovaskulären (KHK, ZAVK, PAVK) und Mikrovaskulären Komplikationen (Niere und Dialyse, Auge, Polyneuropathie)“. Weitere Themen sind „Psychosoziale Komplikationen bei Kindern und Erwachsenen“ und „Komplikationen der antidiabetischen Therapie“. „Weniger diskutierte Komplikationen“ an Haut und Subcutis, Lunge und OSAP sowie Gastrointestinaltrakt und „Moderne Ansätze in der Therapie von diabetischen Komplikationen“ runden den Schwerpunkt ab. Um das Angebot zu erweitern, sind Workshops zu den Themen „Diabetischer Fuß“, „Diabetes und Sexualität“ und „Diabeteseinstellung – keine Hexerei“ geplant. www.oedg.org

anderem rechtliche Aspekte in der Transfusionsmedizin, Emerging Viruses, Ebola, Immunhämatologie, Transplantimmunologie oder die Sicherheit von Blutprodukten. Im Rahmen der Generalversammlung werden der Preis für Biomedizinische Analytikerinnen, der Best AbstractPreis sowie der Erwin Domanig-Preis verliehen. www.oegbt.at

1. Fachtagung ­Katheterisierung & Harnentleerungs­störungen 23. Osteoporoseforum St. Wolfgang, 07.-09. Mai 2015 Diese Veranstaltung hat hinsichtlich der Synthese zwischen Forschung und Praxis bereits Tradition, sie erhebt den Anspruch, zwischen Universitätsklinik, Fachabteilung und primär versorgender Ordination die Brücke zu einer erfolgreichen Patientenbetreuung zu schlagen. Neben praxisrelevanten Vorträgen etwa in der Labordiagnostik werden heuer auch experimentelle Parameter, die derzeit für klinische Routine nicht einsetzbar sind, diskutiert. In der Orthopädie wird über die Osteoporose als Routinefall in der Praxis berichtet, Vertreter der Rheumatologie, Radiologie und Gynäkologie kommen zu Wort, um den erfolgreichen interdisziplinären Zugang zum Thema „Osteoporose“ weiter zu pflegen. www.medacad.org

3. Jahrestagung der ÖGBT 2015 27.-29. Mai 2015 Themenschwerpunkte der 3. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Blutgruppenserologie, Transfusionsmedizin, Regenerative Medizin und Immungenetik (ÖGBT) sind unter

Wien, 19. Juni 2015 Die Entscheidungsfindung zur Katheterisierung sowie die Art der Katheterisierung sind von vielen Faktoren abhängig wie der zugrundeliegenden Pathologie, Alter, Mobilität, Compliance, soziale Faktoren oder Geschlecht. Neben medizinischen Indikationen aufgrund von Harnentleerungsstörungen gibt es auch pflegerische Gründe, warum Katheter gelegt werden. Um diese Entscheidungen im Sinne des Patienten richtig und gut fällen zu können, bedarf es speziellen Wissens. Die Fachtagung Katheterisierung soll den Teilnehmern helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Folgende Fragen sollen erörtert werden: Wer braucht einen Dauerkatheter? In welchen Fällen ist die suprapubische Harnableitung vielleicht besser? Welche Vor- und Nachteile habe ich bei der transurethralen und bei der suprapubischen Harnableitung medizinisch und bezüglich Patientenkomforts? Welche Arten der Harnableitungen gibt es noch? Welches Material sollte verwendet werden? Welche Arten von Spezialkatheter existieren und wann brauche ich diese? Das Ziel dieses Symposium ist es, das Bewusstsein für die Probleme des Katheterisierens zu schärfen, das Wissen für die Indikation zu erweitern, aber auch Strategien zur Vermeidung des Katheterismus zu erfahren. www.fachtagung-katheterisierung.at

Impressum: Herausgeber: Austromed, Interessensvertretung der Medizinprodukte-­Unternehmen, Bossigasse 24/7, A-1130 Wien, Tel: +43-1-877 70 12, Fax: +43-1-877 70 12-20, office@austromed.org,­ www.austromed.org. ­Verlag und Medieninhaber: MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH, ­Seidengasse 9/Top 1.1, 1070 Wien, www.medmedia.at. Projektleitung: Karin Duderstadt, k.duderstadt@medmedia.at, Tel: +43-1-407 31 11-29. Projektmanagement: Mag. Manuela G ­ ütlbauer, m.guetlbauer@medmedia.at, Tel: +43-1-407 31 11-45. Chefredaktion: Mag. Renate Haiden, haiden@­publishfactory.at. Redaktion: Dr. Jasmin Arrich, Mag. Barbara Pohl, Mag. Birgit Weilguni, Mag. Volkmar Weilguni, www.publishfactory.at, Tel: +43-2236-384 348. Lektorat: Mag. Birgit Weilguni, Mag. Barbara Pohl. Layout & DTP: ­creativedirector. cc­lachmair gmbh. Druck: ­Druckerei Berger, A-3580 Horn. Einzelbezugspreis: 9,50 EUR, Jahresabopreis: 45,– EUR. Grundsätze und Ziele: Informationen­über ­Branchen- und Produktneuigkeiten aus dem Bereich der Medizinprodukte. Allgemeine Hinweise: Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die persönliche und/oder w ­ issenschaftliche ­Meinung des jeweiligen Autors wieder und fallen somit in den persönlichen Verantwortungsbereich des Verfassers. Mit „entgeltliche Einschaltung“ gekennzeichnete Bei­träge sind entgeltliche Einschaltungen gem. § 26 Mediengesetz und fallen in den Verantwortungsbereich des jeweiligen Auftraggebers. Medizinprodukte dürfen nur gemäß den Angaben in der zugehörigen Gebrauchs­anweisung eingesetzt werden, aus der auch die ausschließliche Zweckbestimmung des jeweiligen Produktes hervorgeht. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen Medieninhaber und Herausgeber keinerlei Haftung für drucktechnische und inhaltliche Fehler. Produkt- und Firmennews sind redaktionelle Beiträge, die in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Firmen erstellt werden. Ausgewählte Artikel dieser Ausgabe finden Sie auch unter ­­www.medmedia.at zum Download. Hinweis: Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit ­verzichten wir auf ­geschlechtsspezifische Formulierungen. Bilder, die ohne Credit ausgezeichnet sind, wurden vom Autor, dem Interviewpartner oder dem jeweils beschriebenen Unternehmen beigestellt. Alle Rechte, insbesondere die Rechte der Vervielfältigung und Ver­breitung sowie der Über­setzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt, verwertet oder verbreitet werden. Druckauflage: 21.948 im 2. Halbjahr 2014 geprüft von der Österreichischen Auflagenkontrolle. Die gesetzliche Offenlegung gemäß § 25 MedienG finden Sie unter www.medmedia.at/home/impressum.

50 Das Medizinprodukt 02/15

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Kongresse


Kongresskalender 15.-17.06. 2015

t April 2015

t Mai 2015

t Juni 2015

16.-18.04. 2015

08.-09.05. 2015

06.-09.06. 2015

4th World Congress of Dermoscopy Hofburg Wien www.dermoscopy-­ congress2015.com

2. Jahrestagung der Öster­ reichischen Atherosklerose­ gesellschaft (AAS) St. Gilgen www.aas.at

Congress of the European Ophthalmological Society – SOE 2015 Wien www.soe2015.org

23. Dosch-­Symposium Hygiene und Infektionen in Einrichtungen des Gesundheitswesens, Sterilisation – ­Desinfektion – Reinigung Velden www.oeghmp.at

22.-26.04. 2015

27.-30.05. 2015

10.-12.06. 2015

t Juli 2015

Annual Meeting of the European Association for the Study of the Liver – EASL Wien www.easl.eu

11th European ­Paediatric Neurology Society (EPNS) ­Congress 2015 Wien www.epns2015.org

21. ÖGKV Kongress 2015 Graz www.oegkv-fv.at

05.-07.07. 2015

27.-30.05. 2015 Jahrestagung der ÖKG 2015 Salzburg www.atcardio.at

11.-14.06. 2015 Congress of the European Hematology Association Wien www.ehaweb.org

Salzburger CWO Tage – Tagung für Pflegekräfte und MedizinerInnen im Bereich Kontinenz-Wund-­ Stomamanagement Salzburg www.ecwo.at

Seminartermine Seminartitel

Termin

Veranstaltungsort

APRIL Medizinproduktegesetz einschließlich Novelle 2009

24. April 2015 9:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

MAI Medizinisches Basiswissen II

11.+12. Mai 2015 jeweils 9:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

Medizinisches Basiswissen / Refresher

13.+14. Mai 2015 jeweils 9:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf, Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

Der schwierige Kunde kauft

28.+29. Mai 2015 jeweils 09:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

JUNI Verhalten im OP

11. Juni 2015 9:00 – 16:00 Uhr

SMZ Ost Wien Lehrsaal Orthopädische Abteilung

Medizinproduktegesetz Update Änderungen aufgrund Novelle 2009 für Absolventen MPG bis einschließlich Sommer 2009

12. Juni 2015 9:00 – 13:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

Workshop Vergaberecht in der Praxis

18. Juni 2015 9:00 – 17:00 Uhr

Hotel Ibis Wien Mariahilf Mariahilfer Gürtel 22-24, 1060 Wien

Info & Anmeldung: www.austromed.org

02/15 Das Medizinprodukt 51


I N N O VAT I O N U N D P R A X I S .

Vollautomatisch chipgesteuert, hygienesicher und bewährt. ABAS, das automatische Bekleidungs-Ausgabe-System, ist ein Beispiel unseres innovativen Textil-Managements. Die seit Jahren bewährte Chip-Kodierung jedes einzelnen Kleidungsstücks ermöglicht die Kontrolle der Verfügbarkeit von Größen und Mengen im Wäschepool. Das automatische Kleiderausgabesystem ermöglicht überdies flexible Größenänderungen und die schnelle Einkleidung auch neuer Mitarbeiter rund um die Uhr. Unser Prinzip: Immer die neueste Technik, dort wo sie am besten passt.

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