Issuu on Google+

Nr. 12/21. Juni 2013

WISSEN SCHAFFT ERFOLG

Einblicke

Regulierte Öffnungszeiten Beratungsleitfaden

Kinder auf Reisen Beratung

Anaphylaktische Reaktion – was tun?

© ap_i(haag+kropp) – Fotolia.com

Focus

Pneumologie im Wandel

P.b.b. GZ 02Z032959W, Benachrichtigungspostamt 1070 Wien. ISSN: 2223-568X. Bei Unzustellbarkeit zurück an den Absender: Apotheker Krone, Seidengasse 9/Top 1.1, 1070 Wien


Das Mineral des Lebens

Schnelle und natürliche Hilfe bei Hautverletzungen: Die Wirksubstanz in Panaceo Med Hautund Wundpuder ist 100% natürliches PMA (Panaceo-Mikro-aktiviertes) Vulkanmineral Zeolith-Klinoptilolith. Durch die mikroporöse Struktur des verwendeten kristallinen Minerals werden Wundsekrete im Wundbereich aufgesaugt. Dadurch unterstützt es die Wundheilung und führt zur raschen Blutstillung. Verkaufsargumente: u Beschleunigt die Blutstillung u Unterstützt die Wundheilung u Schützt die Wunde u Lindert Insektenstiche

e Erwachsen d n u r e d Für Kin POS-Unterstützung: u Informationsfolder u Taraaufsteller und -display Besonderheiten: u Einzigartige PMA-Technologie zur signifikanten Optimierung der Kontaktoberfläche und der negativen Ladung u Für Kinder und Erwachsene u Von führenden Hautärzten empfohlen Werbemaßnahmen: u Krone Gesund u Krone Gefragt am Markt

Info-Service: Telefon: +43(0)4257/290 64 DW 21 / E-Mail: office@panaceo.com / www.panaceo.com


Inhalt

Apotheker Krone 12/2013

Die Herzkapsel von BIOGELAT®!

24 Wechselwirkungen mit der Ernährung 6 OTC hat ganz eindeutig Potenzial Welchen Beitrag kann Selbstmedikation zur Optimierung des Gesundheitssystems leisten? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Impuls-Veranstaltung des Pharma Marketing Clubs Austria (PMCA) am 10. Juni 2013.

Arzneimittelinteraktionen werden mittlerweile in Apotheken genau überprüft – entsprechende Software macht dies einfach möglich. Nicht erfasst werden dabei jedoch Nahrungsergänzungsmittel und ganz banale Lebensmittel.

Sollte die Broschüre nicht beiliegen, kann sie gerne angefordert werden unter: otc@kwizda.at.

BERATUNG 20 Informationen aus Pharmazie und Medizin für die Tara

EINBLICK

Die dieser Apotheker Krone beliegende BIOGELAT®Broschüre der Firma Kwizda Pharma zum Thema Herz-Kreislaufbeschwerden ist eine nützliche Ergänzung für Ihr Beratungsgespräch.

21

FDA entschärft Warnhinweise und erweitert die Indikation für Nikotinersatztherapie

ERFOLG 46 Motivation durch Wertschätzung (Teil 2) 47 OTC-Branche traf sich zum Gedankenaustausch

4

Regulierte Öffnungszeiten

6

OTC hat ganz eindeutig Potenzial

7

Kolumne Ap(p)otheker

22 Prävention mit mehrfach ungesättigten Fetten

8

Themen aus Politik und Gesellschaft

24 Wechselwirkungen mit der Ernährung

49 Handel und Industrie

26 Beratungsleitfaden Kinder auf Reisen

50 Die PKA-Akademie

29 Kommentar zum Beratungsleitfaden

53 Impressum

WISSEN

31 10

Meldungen

11

Kolumne ÖPROM

12

Uni-Update

47 Serie: Steuertipps vom Experten 48 Madaus-Phytopreis 2013

Klimawandel und „emerging infections“

34 Anaphylaktische Reaktion – was tun? 36 Rück- und Ausblick: Photoprotektion der Haut 38 Badevergnügen mit HWI-Risken

KRONE 54 Redaktions- und Werbeübersicht zu den Ausgaben „Gesund“ vom 29. 6. und 6. 7. 2013

FOCUS

40 Überaktive Blase: zunehmend mehr Betroffene

14

Pneumologie im Wandel

42 Orthomolekulare Medizin

57 Kammertipp

18

Selbstmedikation: Wieder durchatmen!

44 Gefährliche Schlafstörungen

58 Blut muss fließen!

56 Ausdauer ohne Atemnot

Apotheker Krone 12/2013 | 3


Einblick Themen aus Politik und Gesellschaft

Regulierte Öffnungszeiten Die erweiterten, seit 1. März 2013 gültigen Wiener Apothekenöffnungszeiten werden dem Nachtdienstkalender für 2014 angepasst. Zuvor wird eine Befragung der Apotheken stattfinden. Auch die Tiroler Kammer wird den Bedarf an erweiterten Öffnungszeiten prüfen.

B

ereits vor 10 Jahren gab es erste Bestrebungen, die Apothekenöffnungszeiten hinsichtlich des Offenhaltens an Samstagnachmittagen zu ändern. Jahrelang konnte jedoch keine Lösung gefunden werden. Eine Vorreiterrolle übernahm schließlich Graz, wo die Mittagsdienste bereits im Jahr 1999 und weitere Optionen, wie

Sowohl die Grazer Apotheker als auch die Kunden sind mit der Öffnungszeitenregelung sehr zufrieden. Mag. pharm. Dr. Gerhard Kobinger, Kammerpräsident Steiermark

Anpassungen für 2014 „2014 wird das erste vollständige Jahr sein, in dem die neuen Apothekenöffnungszeiten in ihrer Gesamtheit zum

Wir passen zurzeit den Nachtdienstkalender für 2014 an die neue Regelung an.

Derzeit erheben wir den Bedarf der Innsbrucker Apotheken.

Mag. pharm. Viktor Hafner,

Mag. pharm. Dr. Martin Hochstöger,

Kammer-Vizepräsident Wien

4 | Apotheker Krone 12/2013

Samstagnachmittage, im Jahr 2008 freigestellt wurden. Insgesamt können seitdem 8 Stunden nach freier Wahl eingesetzt werden. „Heute bieten über 80 % der 60 Grazer Apotheken den freiwilligen Mittagsdienst an. 17 Apotheken nutzen die Option morgens und/oder abends unter der Woche bzw. an Samstagnachmittagen länger offen zu halten.“, berichtet der Kammerpräsident der Steiermark, Mag. pharm. Dr. Gerhard Kobinger. „In Wien war die Situation nicht so einfach, da das Magistrat eine rechtlich einwandfreie Lösung einforderte. Unter hohem Druck der Öffentlichkeit hat Stadträtin Wehsely im Herbst des vergangenen Jahres, im Konsens mit der Wiener Apothekerkammer, die neue Verordnung erlassen, die mit 1. März 2013 umgesetzt wurde“, schildert Mag. pharm. Viktor Hafner, Vizepräsident der Wiener Apothekerkammer.

Kammerpräsident Tirol


© kbuntu – Fotolia.com

Tragen kommen. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Verordnung optimal umzusetzen, sprich, den Nachtdienstkalender entsprechend zu planen“, versichert Hafner. Zuerst aber wird jede Apotheke befragt, ob eine Veränderung gewünscht wird, bspw. ob sie einen zusätzlichen Bereitschaftsdienst in Anspruch nehmen, sich ab-, um- oder neu melden will. Apotheken haben bis Ende Juli Zeit für Feedback. „In Wien haben wir die Möglichkeit ausverhandelt, dass sich Apotheken, die Nachtdienst hätten, aber direkt neben einer Apotheke liegen, die samstagnachmittags geöffnet hat, vom Bereitschaftsdienst befreien lassen können, solange die andere Apotheken geöffnet hat – also von 12–18h“, erklärt Hafner. Nicht alle Apotheken werden mit der 2014er-Situation zufrieden sein, aber es sei ein erster Kompromiss, dem in Zukunft eine faire Lösung für alle folgen soll, so Hafner. Anzeige | Fachkurzinformation siehe Seite 52

Aktuelle Situation in Tirol Die Apotheke im Innsbrucker Einkaufszentrum DEZ folgte den Beispielen aus Graz und Wien und verkündete, an Samstagnachmittagen offen zu halten. Der Stadtmagistrat stellte klar, dass der vorangegangene UVS-Entscheid in Wien nicht für ganz Österreich Gültigkeit habe. Tirols Kammerpräsident Mag. pharm. Dr. Martin Hochstöger dazu : „Die Kammer ist immer bereit für Gespräche, wenn es um Anliegen der Apotheken geht, unterstützt jedoch nicht eine Rosinenpickerei von Einzelnen, da dies auf Kosten der Versorgung der Bevölkerung geht.“ Er nahm aber den Fall zum Anlass und sendete in Abstimmung mit dem Magistrat einen Fragebogen an alle Innsbrucker Apotheken, um den Bedarf zu evaluieren. Mit den Ergebnissen z der Umfrage ist Anfang Juli zu rechnen. Emanuel Munkhambwa


Einblick

OTC hat ganz eindeutig Potenzial Welchen Beitrag kann Selbstmedikation zur Optimierung des Gesundheitssystems leisten? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Impuls-Veranstaltung des Pharma Marketing Clubs Austria (PMCA) am 10. Juni 2013.

G

emeinsam mit der Politikwissenschaftlerin Cosima Bauer, M.A. hat der Gesundheitsökonom Prof. Dr. Uwe May im Auftrag der IGEPHA den gesundheitsökonomischen Stellenwert von OTC-Präparaten in Österreich unter die Lupe genommen. Auf Basis valider wissenschaftlicher Fakten erläutern die Autoren, warum es für das österreichische Gesundheitssystem so wichtig ist, die Selbstmedikation im Land weiterzuentwickeln. „In Österreich hat OTC ganz eindeutig Potenzial“, fasste May die Studienergebnisse zusammen. Im europäischen Vergleich zeige sich, dass zur Zeit die Marktanteile von OTC in Österreich noch unter dem Durchschnitt liegen. Für die Politik sei die Selbstmedikation ein interessantes Thema, da diese – „wenn sie vernünftig gemacht wird“ – einen Beitrag zur Rationalisierung und Priorisierung zu leisten vermag und helfen könne, durch Budgetknappheit verursachte Rationierungen zu vermeiden. Im Rahmen der Studie wurden unterschiedliche Behandlungspfade, die bei geringfügigen Gesundheitsstörungen zur Auswahl stehen, einander gegenübergestellt und hinsichtlich ihrer Kosten verglichen. „Laut einer Marktforschung der IGEPHA hatten sieben von zehn befragten Menschen in den vergangenen drei Monaten eine leichte Erkrankung“, berichtete May. „Stellen Sie sich vor, diese Personen wären alle zum Arzt gegangen – das Gesundheitssystem wäre zusammengebrochen.“

Quelle: IGEPHA

OTC spart Geld und Zeit Die Anwendung von OTC-Präparaten spart dem Einzelnen und dem öffentlichen Gesundheitssystem Zeit und Geld. In Simulationen berechneten die Studienautoren, was passieren würde, wenn ein Teil der Selbstbehandlungen durch Arztbesuche ersetzt würde. „Bei einer Substitutionsrate von 10 % gäbe es um 8,9 Millionen Arztkontakte mehr, das würde die Sozialversicherung 179 Millionen Euro kosten“,

6 | Apotheker Krone 12/2013

Die neu erschienene Publikation der IGEPHA bietet wissenschaftlich fundierte Daten, Zahlen und Fakten zum OTC-Markt in Österreich. Sie ist über die Seite www.igepha.at kostenlos downloadbar.

erklärte Cosima Bauer. „Für zusätzliche 11,4 Millionen Verordnungen wären 171 Millionen Euro (inklusive RXGebühr) zu zahlen.“ Gäbe es gar keine OTC-Präparate, so würde das Gesundheitssystem zusammenbrechen. Abgesehen davon, dass ein Viertel der Patienten auf jegliche Behandlung verzichten würde, entstünden durch die zusätzlichen Arztbesuche 1,34 Milliarden Euro an Arztkosten und eine Milliarde Euro an Verordnungskosten. Die Ärzte müssten um 12,8 Millionen Stunden mehr arbeiten. Diese Zahlen zeigen deutlich auf, wie wichtig Selbstmedikation für eine funktionierende Gesundheitsversorgung ist. Dabei sind die Entwicklungspotenziale im OTC-Bereich hinsichtlich Volumen und Image noch längst nicht ausgeschöpft.


Aufholen bei Self Care In der an die Studienpräsentation anschließenden Podiumsdiskussion unterhielt sich der Studienautor mit IGEPHA-Präsident Mag. Alfred Grün, Apothekerkammerpräsident Mag. pharm. Max Wellan und Mag. Dr. Michael Müller (SVA der gewerblichen Wirtschaft, Stabsstelle Gesundheitsmanagement) über die Zukunft der Selbstmedikation. „Die Resultate unserer Gesundheitsökonomiestudie zeigen, dass wir einen enormen Aufholbedarf im SelfCare-Bereich haben“, so Grün. Eine wichtige Schlüsselposition in der Selbstmedikation nimmt der Apotheker ein, der erkennen muss, welcher Kunde wie viel Beratung benötigt und ob ein Arztbesuch empfohlen werden sollte. „Dazu wollen wir künftig die ‚soft skills‘ in der pharmazeutischen Ausbildung noch mehr fördern und kommunikativen Aspekte ins neue Pharmaziestudium integrieren“, kündigte Wellan an. Ihm sei es wichtig, den Patienten in seiner Ganzheit zu erfassen, ihn als „Ko-Produzenten“ seiner Gesundheit zu unterstützen und eine nachhaltige Beziehung zum Kunden aufzubauen. „Mit Selbstmedikation funktioniert das Ko-Produzieren von Gesundheit oftmals besser“, sagte der Apothekerkammerpräsident. „Für die SVA ist es Bestandteil der Unternehmensphilosophie, die Eigenverantwortung unserer Mitglieder zu stärken“, berichtete SVA-Gesundheitsmanager Müller. „Seit Anfang 2012 zielt das Projekt ‚Selbständig gesund‘ darauf ab, gesundheitsbewusstes Verhalten der Teilnehmer zu fördern.“ Für zukünftige Projekte sei es wichtig, die Zielgruppe klar zu definieren. „Auch wenn im Patienten-Empowerment viel Potenzial liegt, müssen wir uns der Grenzen bewusst sein und überlegen, für welche Initiativen es sinnvoll ist, die Eigenverantwortung zu stärken“, so Müller.

Es geht um Lebensqualität Die Gesundheitsreform mit ihrem Ringen um den „best point of service“ biete für die Selbstmedikation viele gute Chancen, stellte Wellan fest. „Es geht nicht bloß um den Verkauf von Produkten, sondern vielmehr um die Steigerung der Lebensqualität.“ Und dieser Faktor Lebensqualität sei ein Argument für die Selbstmedikation. Auch der SVA-Gesundheitsmanager hakte in diese Betrachtungsweise ein: „Ich glaube, dass es keine erschöpfende Betrachtung ist, danach zu fragen, wo etwas billig ist, sondern auch: Wo ist etwas gut?“

Leitlinien unterstützen in der Praxis. Arznei & Vernunft, das gemeinsame Leitliniengratis projekt von Ärztekammer, Apothekerkammer, Hauptverband und Pharmig, wird soeben auf moderne Medien und E-Learning-Module umgestellt. Insofern ist eine mobile Osteoporose-Leitlinie Vorreiter. OsteoGuide basiert auf der Kurzfassung der aktuellen „Leitlinien für die Praxis – Osteoporose“ der ÖGKM – Österreichischen Gesellschaft für Knochen und Mineralstoffwechsel. Highlights der App sind ein Algorithmus für die medikamentöse Therapie, ein Überblick über die physikalischen, rehabilitativen und orthetischen Maßnahmen bei Osteoporose sowie Kalkulationsschemata für die optimale Supplementation von Kalzium und Vitamin D3. Bei allfälligen Änderungen der Leitlinie gibt es selbstverständlich ein Update. Die App ist passwortgeschützt (Registrierung auf www.medmedia.at/apps/osteoguide) und enthält automatisch auch eine Version für iPad und iPad mini. Das iPad mini ist für StudentInnen das ultimative Gerät im Unialltag und bewährt sich als Wissensplattform tagtäglich an der Tara. Dieses nahtlose Zusammenspiel diverser mobiler Geräte – für unser Gesundheitssystem noch ein Wunschziel – ist in der Welt von Apples iOS bereits Realität. Wobei der nächste Quantensprung bereits bevorsteht. Im Herbst kommt iOS 7 – noch klarer, noch einfacher, noch smarter. Schließlich soll mein iPhone und iPad eine sauber funktionierende Plattform sein – kein Versions-Chaos wie bei „Marktbegleiteroiden“ – und die Konzentration auf das Wesentliche richten: Wissen mobil abrufen.

Für iPhone/iPad zusammengestellt von: Mag. pharm. Max Wellan

Den optimalen Nutzen für die Gesundheit zu erreichenw sollte das Ziel sein, betonte Studienautor Uwe May. Die Gesundheitsökonomiestudie der IGEPHA biete dazu fundiertes Datenmaterial. „Wir haben die Fakten in den Raum gestellt. Es wäre schön, wenn sich dadurch Türen öffnen z würden“, schloss er die Diskussion. Apotheker Krone 12/2013 | 7


Einblick Salon A: Frauen haben die Arbeit, Männer das Sagen

T

rotz hoher Frauenquote hinter der Tara, einem Anteil von 50 % weiblicher Apothekeneigentümer und einem geregelten, gleichberechtigten Bezahlungsschema, sind alle leitenden Funktionen in den Verbänden sowie die offizielle Berufsvertretung der Apothekerschaft mit Männern besetzt, heißt es in einer Aussendung des Salon A. Gabriele Heinisch-Hosek, Bundesministerin für Frauen und öffentlichen Dienst, zu den aktuellen Entwicklungen

Komponenten sind die Ausarbeitung von Roll-out-Plänen sowie die Planung der erforderlichen Schulungsmaßnahmen. Die Apothekerschaft sieht die e-medikation durchaus positiv im Sinne eines weiter verbesserten Arzneimittelmanagements für die Patienten. Kritikpunkte gab es hinsichtlich der nicht verpflichtenden Angabe von Dosierungen oder der nicht einsehbaren ABS-Vermerke. Hier hofft man auf einen kontinuierlichen Ausbau des Systems. z Quelle: APA OTS

Der Berufsausweis kommt

V

© DI Katharina Schiffl

ertreter des Europaparlaments einigten sich am 12. Juni 2013 auf die inhaltliche Formulierung der Richtlinie zur Anerkennung von Berufsqualifikationen innerhalb der EU. EU-Kommissar Michel Barnier sieht darin einen „wichtigen Teil unserer Strategie, die europäische Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen“. Unter anderem soll es einen Berufsausweis geben. Damit können Apotheker künftig schneller und unkomplizierter ihren Beruf außerhalb ihres Heimatlandes ausüben, die Eröffnung einer Apotheke miteingeschlossen. v. l. n. r.: Mag. pharm. Corinna Prinz-Stremitzer, Gabriele Heinisch-Hosek, Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr

in Sachen Gleichstellungspolitik: „Die Lohnschere sollte in Österreich längst schon Geschichte sein, und je schneller wir das schaffen, desto besser. Hier möchte ich die Apothekerschaft als vorbildhaft bezeichnen. Ich will jeder Frau das Leben ermöglichen, das sie sich für sich vorstellt. Das reicht von Arbeit, von der jede Frau leben kann, z bis hin zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“ Quelle: APA OTS

Salon A: Stand der E-Medikation

I

m Rahmen des Salon A setzte DI (FH) Volker Schörghofer, Generaldirektor-Stellvertreter des Hauptverbands, die anwesenden Apotheker über die weiteren Umsetzungsphasen zur E-Medikation in Kenntnis: „Derzeit werden in einer Steuerungsgruppe und einem Beirat die Themen Usability und Geschäftsprozesse erarbeitet. Im Beirat setzen sich Vertreter aller betroffenen Institutionen intensiv mit den Vorbereitung und der Umsetzung auseinander. Die jeweiligen Beschlüsse fasst die Steuerungsgruppe.“ Weitere Schritte im Projekt neben der Errichtung der zentralen

8 | Apotheker Krone 12/2013

Außerdem werden in der Richtlinie die Ausbildungsvoraussetzungen für bestimmte Berufe festgelegt, die ohnehin schon EU-weit anerkannt sind – u. a. auch für Apotheker. Zudem sieht die Regelung ein Warnsystem zum Schutz von Endverbrauchern und zur Stärkung der Patientensicherheit vor. Es tritt dann in Kraft, wenn eine Fachkraft z verurteilt oder vom Dienst suspendiert wurde. Quelle: Pressemitteilung eu2013.ie

Blick über die Grenzen Apothekenkrise in Italien

D

r. Maximin Liebl, Präsident der Apothekerkammer der Provinz Bozen, berichtete anlässlich der Eröffnung des 51. Pharmacon in Meran am 26. 05. 2013 über die kritische wirtschaftliche Lage der italienischen Apotheken. Der Wert eines Rezepts habe sich seit 2006 halbiert, den Umsatzrückgang beziffert er mit circa 15 %. Die Folge sind Apothekenschließungen – allein heuer etwa 100 – oder hohe Schulden. Liebl hofft auf eine neue Regierung, die das letzte Jahr beschlossene, aber aus finanziellen Gründen abgeblockte, Vergütungssystem umz setzt. Quelle: 51. Pharmacon


3-fach stark bei Harnwegsinfekten: Dr. Böhm® Cranberry complex Tabletten!

Einfach beiliegendes Faxblatt ausfüllen, und die ersten 100 Einsender erhalten ihre Packung Dr. Böhm® Cranberry complex Tabletten gratis zugeschickt. Etwa einen Monat später werden wir Sie dann telefonisch zu Dr. Böhm® Cranberry complex Tabletten befragen. Die Ergebnisse werden in der Apotheker Krone veröffentlicht. Wir freuen uns auf Ihr Feed-back!

Te

st

Proanthocyanidinen (PAC) pro Tablette. Die enthaltenen PAC verhindern ein Anhaften von Bakterien an der Blasenschleimhaut. So wird einer Entzündung entgegengewirkt. ■ Brunnenkresse und Meerrettich, beide reich an so genannten Senfölglycosiden, auch Glucosinolate genannt. Die bakterienhemmende Wirkung von Spezialextrakten aus Brunnenkresse und Meerrettich ist wissenschaftlich belegt. ■ Vitamin C und D, die nach neueren Forschungsergebnissen zu einem normal funktionierenden Immunsystem beitragen. ■ Biotin und Vitamin B2, die beide einen wertvollen Beitrag zum Erhalt gesunder Schleimhäute leisten.

Dosierung und Anwendung Zu Beginn der Behandlung (etwa 1 Woche): 2 Tabletten täglich (morgens und abends je 1 Tablette). Anschließend 1 Tablette täglich (am besten abends) über einen längeren Zeitraum einnehmen.

len!

ho

Jetz

■ einen hoch aktiven Cranberry-Spezialextrakt mit 67 mg

t grati

s

C

ranberry complex Tabletten kombinieren auf wissenschaftlicher Basis eine Reihe von pflanzlichen Substanzen plus Vitamine. Dieses diätetische Lebensmittel enthält:

-P a c k u ng

Die Produktvorteile auf einen Blick: ■ Einzigartige Kombination mit hoch dosierten Extrakten

aus Cranberry, Brunnenkresse und Meerrettich

■ Verhindert ein Anhaften der Bakterien an der Blasen-

schleimhaut

■ Mit unterstützender antibakterieller Wirkung

Entgeltliche Einschaltung | Diätetisches Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke. Frei von Laktose, Hefe, Gluten und künstlichen Azofarbstoffen.

Jetzt probieren! Überzeugen Sie sich selbst von Dr. Böhm® Cranberry complex Tabletten!


Bewegung im Alter: Jeder Schritt zählt!

Effektive Impfung gegen Borreliose ist möglich

E

I

ine Studie belegt, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Herz- und Nierenfunktion gibt. Dazu wurden 1.253 ältere Menschen untersucht, 57 % davon männlich und 7 % Raucher. Einwöchige Bewegungsmessungen gaben sehr genaue Rückschlüsse auf die tägliche Gehdauer. Weiters wurden Entzündungsparameter, Nierenfunktionswerte und Marker für die Funktion des Herzens bestimmt.

Das Fazit der Arbeit: Jeder Schritt zählt, wenn es um die Verminderung des Risikos für das Auftreten von Herzerkrankungen und die assoziierte Sterblichkeit geht. Aktivere Menschen haben günstigere Werte bei den weißen Blutkörperchen, dem C-reaktiven Protein, einem Entzündungsmarker, dem Kreatinin und dem Cystatin C, beides Marker für die Nierenfunktion. Gleiches galt für Troponin T, einen Marker für Herzmuskelschäden, und NTproBNP, einen Marker der Pumpfunktionsleistung des z Herzens. Literatur: Klenk et al., J Epidemiol Community Health 2013; 67:2:194–197 Quelle: idw/Universität Ulm

Veränderter Drogenkonsum

A

us dem aktuellen Drogenbericht 2013 der EU-Drogenbeobachtungsstelle (EMCDDA) geht hervor, dass sich der Konsum von Rauschmitteln gewandelt hat: Europäer konsumieren vermehrt synthetische Drogen, probieren stets neue Substanzen aus und mischen sie zusammen. Allein 2012 wurden 73 neue Drogen (50 im Vorjahr) offiziell gemeldet. Etwa 2 Mio. Europäer konsumierten die synthetischen Drogen Ecstasy (MDMA) und Amphetamine. Je nach Drogenart und -menge und dem Zeitpunkt der Einnahme wirken sie anders. Während Cannabis oder Kokain neben den akuten Rauschwirkungen auch zu Übermüdungserscheinungen oder Gleichgültigkeit führen, erzeugen synthetische Drogen wie LSD, Ecstasy oder Crystal eher Unkonzentriertheit und Hyperaktivität. Auch das Wahrnehmungsvermögen nimmt meist ab. Problematisch ist, dass Drogenkonsumenten gerade beim Zusammenmischen von Substanzen oft nicht wissen, wie sich die z Mischung auf Körper und Psyche auswirkt.

Quelle: news aktuell

10 | Apotheker Krone 12/2013

n Österreich erkranken jährlich rund 16.000 Menschen nach einem Zeckenstich an Borreliose. Die Erkrankung wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursacht. Etwa jede fünfte Zecke in Österreich trägt den Erreger. Die Borreliose kann mit einer Antibiotika-Therapie gut behandelt werden, eine prophylaktische Impfung ist aber nicht verfügbar. In einer aktuellen, multizentrischen Phase-I/II-Studie, an der die MedUni Wien beteiligt war, wurde nun die sichere Wirksamkeit des neuen, multivalenten, rekombinant hergestellten Wirkstoffs OspA (outer surface protein A) nachgewiesen. OspA ist ein Eiweißmolekül, das auf der Oberfläche der Borrelien sitzt. Wird OspA injiziert, wird es vom Immunsystem als körperfremde Struktur entdeckt und löst eine Immunreakz tion aus.

Literatur: Wressnigg N et al., The Lancet Infectious Diseases 2013. DOI:10.1016/S14733099(13)70110-5 Quelle: MedUni Wien

Tofacitinib+Methotrexat bei RA wirksam

W

issenschaftler zeigen einen neuen Therapieansatz zur Behandlung rheumatoider Arthritis (RA) auf, der sich speziell an Patienten richtet, bei denen eine gängige Behandlung mit Tumor-Nekrose-Faktor-Antikörpern (anti-TNF) keine Wirkung zeigt. Er basiert auf einer Kombination von Methotrexat und dem neuartigen KinaseHemmstoff Tofacitinib. Die zusätzliche Einnahme des neuen Medikaments führte nach einem halben Jahr bei mehr als der Hälfte der 399 Patienten zu einer Besserung der Ausgangssymptome um mehr als 50 %. Damit können die schmerzhaften Gelenkentzündungen auch bei dieser besonderen und bislang schwer zu therapierenden Patienz tengruppe effizient behandelt werden. Literatur: Burmester G et al., The Lancet 2013. DOI:10.1016/S0140-6736(12)61424-X. Quelle: idw/Charité-Universitätsmedizin Berlin

© Carsten Stolze – Fotolia.com

Wissen


Aktuelles Fachwissen aus der PROBIOTIK

Das Multispezies-Probiotikum ENTwicklung FORSCHung WISSENschaft

• seit 18 Jahren bewährt • mit 6 ausgewählten Leitkeimstämmen für Ihren Darm

Auch Tiere können von Probiotika profitieren

PROBIOTIKA höchster Qualität Apothekenexklusiv

www.allergosan.at Anzeige

Cochrane-Review bestätigt Nutzen von Probiotika ... ... wenn es um die effektive Verhinderung von C.-difficile-induzierter Diarrhö (CDAD) bei Patienten unter Antibiotikatherapie geht. Insgesamt wurden in einem aktuellen Review der renommierten Cochrane Collaboration 31 Metaanalysen mit knapp 4.500 Patienten unter die Lupe genommen und eine Risikoreduktion von 64 % ermittelt. Überdies halten die Autoren anhand der Analyse von 26 Studien mit fast 4.000 Patienten fest, dass Probiotika das Risiko, Nebenwirkungen zu entwickeln, reduzieren. Die häufigsten waren Bauchkrämpfe, Nausea, Fieber, weicher Stuhl, Flatulenz und Dysgeusie. Fazit der Autoren: Die Anwendung von Probiotika dürfte in der Verhinderung von CDAD bei Patienten unter Antibiotikatherapie sicher und effektiv sein. z Quelle: Goldenberg JZ, Ma SSY, Saxton JD, Martzen MR, Vandvik PO, Thorlund K, Guyatt GH, Johnston BC, Probiotics for the prevention of Clostridium difficile-associated diarrhea in adults and children. Cochrane Database of Systematic Reviews 2013, Issue 5. Art. No.: CD006095. DOI: 10.1002/14651858.CD006095.pub3

Hochwassergebiete: Trinkwasser abkochen, Probiotika zur Unterstützung

D

as Trinkwasser kann auf Grund der Überschwemmungen verschmutzt sein, z. B. durch ausgetretenes Abwasser aus Kläranlagen oder Unterspülungen von Trinkwasserbrunnen. Fäkalkeime wie Escherichia coli gelangen auch durch das Überfluten von in Flussnähe befindlichen Tierweiden in den Bereich von Trinkwasseranlagen. Trinkwasser sollte daher abgekocht bzw. mit Chlor oder Chlordioxid desinfiziert werden, um Infektionen durch Keime zu verhindern. Das ist vor allem für Säuglinge, Kleinkinder, kranke und ältere Menschen wichtig, da sie besonders vulnerabel für folgliche Emesis, Diarrhö und Fieber sind. Überdies können Probiotika empfohlen werden, da sie das Anhaften von pathogenen Mikroorganismen an die Darmschleimhaut durch Verdrängung verhindern können. So weisen Laktobazillen und Bifidobakterien eine antibakterielle bzw. antimikrobielle Wirkung auf.1–3 Auch durch Hautwunden können Umwelt- und Fäkalkeime bei Kontakt mit kontaminierten Wasser oder Schlamm in den Körper eindringen. Daher sollte z der aktuelle Tetanus-Impfstatus überprüft werden. Literatur: 1 Hahn A et al., Ernährung – Physiologische Grundlagen, Prävention, Therapie. 240–243; 343:471–472; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart 2004 2 Kasper H., Ernährungsmedizin und Diätetik. 113–126; 192:464; Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, München 2004 3 Leitzmann C et al., Ernährung in Prävention und Therapie. 90–91; 102–104; Hippokrates Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG 2005 Quellen: Deutsche Gesellschaft für Nährstoffmedizin und Prävention (DGNP) e. V. Robert-Koch-Institut (RKI), Berlin

Ergebnisse aus der Probiotikaforschung im Humanbereich sind zwar nur bedingt auf die Tiermedizin übertragbar, jedoch belegt eine Vielzahl von veterinärmedizinischen Studien ihre positive Wirksamkeit bei Tieren. Probiotika haben in letzter Zeit eine starke Verbreitung in der Tierernährung erfahren, nicht zuletzt aufgrund ihrer positiven Wahrnehmung als „biologische“ Futterzusatzstoffe. Derzeit ist die Liste der probiotischen Keime, die als Futterzusatzstoffe vorläufig zugelassen sind, zwar kurz, beim Haustier kommen allerdings auch Humanprobiotika erfolgreich zum Einsatz. So etwa bei gastrointestinalen Erkrankungen oder Entgleisungen des Immunsystems (Allergien, Futtermittelallergien, chronisch entzündliche Darmerkrankungen). Als Wirkungsmechanismus wird die Verdrängung pathogener Keime angeführt, eine Verbesserungen der Struktur und Funktion der Darmschleimhaut, sowie eine positive Beeinflussung des Immunsystems. Bei den in der Tierernährung zugelassenen Probiotika handelt es sich um genau definierte Stämme von Milchsäurebakterien, Bazillen oder Hefen, die ihre Sicherheit unter Beweis stellen. In der Kleintierpraxis werden Probiotika im Rahmen gastrointestinaler Erkrankungen sowie Störungen des Immunsystems eingesetzt. Neuere Untersuchungen zeigen hier, dass Probiotika bei entzündlichen Darmerkrankungen oder Futtermittelallergien die Dosis konventionell eingesetzter Immunsuppressiva reduzieren können. Diese Wirkung basiert auf der Veränderung antigener Eigenschaften von Allergenen, der Modifizierung von Cytokinsekretionsmustern und der Stimulierung der IgASekretion. Beim Nutztier ist die Liste der positiven Studien besonders lang und folglich sind die positiven Effekte, wie Stärkung des Immunsystems, gut untersucht. Beim Schwein, Rind und sogar beim Huhn treten unter Probiotika weniger Krankheiten auf. Literatur: • Mair C et al., J Anim Physiol Anim Nutr (Berl). 2010; 94(5):e164–e177 • Mair C et al., Arch Anim Nutr. 2010; 64(4):304–321 • Mayrhofer S et al., 2010: ISSN 1606-612X. [ALVA- Jahrestagung 2010, Bildungshaus Schloss Puchberg, Wels, 31. 05.–01. 06. 2010] • Mayrhofer S et al., 2010: Poster P3–06. [IAFP’s 6th European Symposium on Food Safety, Dublin, Irland, 9–11. 06. 2010] • Mayrhofer S et al., 2010: ISBN: 978-3-900962-87-6. [9. BOKU Symposium Tierernährung, BOKU Wien, 15. 04. 2010]

Mag. Renate Charlott Bittner Magistra der Veterinärmedizin


Wissen

Uni-Update

Zusammengestellt von Mag. pharm. Dr. Alfred Klement

Schmerzempfinden – Schmerzbewertung

I

m Rahmen ihrer Dissertation untersuchte Dorothea König, wie Migräne-Patienten mit ihren Gefühlen umgehen, die sie in schmerzfreien Zeiten erleben. Denn der Einsatz von gesunden Formen der Emotionsregulation kann negative Gefühle reduzieren, positive Gefühle steigern und spielt für das psychische Wohlbefinden eine wesentliche Rolle. Eine bessere allgemeine Gefühlslage wirkt sich wiederum günstig auf das Schmerzempfinden aus, denn negative Stimmung erhöht den Schmerz.

Umbewerten als gesunde Strategie der Emotionsregulierung Emotionsregulierung bedeutet beispielsweise, dass man sich nicht von seinen Gefühlen überwältigen lässt, sondern sie steuert – etwa indem man sich ablenkt oder die Gefühle umbewertet. Bei der Strategie der Umbewertung wird eine Situation, die für die Entstehung eines Gefühls relevant ist, in einem anderen Licht betrachtet. Dadurch verändern sich emotionale Bedeutung und emotionale Reaktion. Ein Beispiel dafür wäre etwa, wenn ein bevorstehender Vortrag vom Redner weniger als Stress, sondern mehr als interessante Herausforderung gesehen wird.

Ein neuer Fragebogen wurde entwickelt Bei der Konzeption der Dissertation wurde deutlich, dass es Bedarf an Fragebögen gibt, die sowohl negative als auch positive Gefühle berücksichtigen und verschiedene Regulationsstrategien erfassen. So wurde im ersten Teil der Dissertation das Emotionsregulationsinventar „ERI“ entwickelt. Er war das Kernstück der Datenerhebung in der MigräneStudie, die den zweiten Teil der Dissertation bildete.

© Sean Prior – Fotolia.com

Vergleich von Migräne-Patienten mit Gesunden In der Studie wurden 120 Patientinnen und 120 Gesunde befragt, die einander hinsichtlich Alter und Bildungsstand entsprachen. Die deutlichsten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen, zeigten sich bei der Umbewertung negativer Gefühle: Die Migräne-Patienten wandten diese Strategie trotz ihres erhöhten Levels an Depressivität, Ängstlichkeit und Ärger signifikant seltener an als Gesunde.

Schlussfolgerungen für die Praxis Gerade für Migräne-Patienten wäre es vorteilhaft, Umbewertungen häufiger einzusetzen. Denn Migräne hat ihre

12 | Apotheker Krone 12/2013

Ursache in der Blutbahn, der Muskulatur und im zentralen Nervensystem. Diese aber lassen sich, wie Studien zeigen, beeinflussen. Da man weiß, dass Umbewertung die kardiovaskuläre Beanspruchung beim Erleben von Gefühlen reduziert, stellt das aktive Training kognitiver Umbewertung einen wesentlichen Ansatzpunkt für klinisch-psychologische Interventionen bei Migräne dar. Das Fazit der Dissertation lautet daher im Allgemeinen und insbesondere für Migränepatientinnen: Reappraisal matters. Die Dissertation von Dorothea König wurde im Juni 2012 von der Dr.-Maria-Schaumayer-Stiftung ausgezeichnet. Sie ist seit März 2012 Senior Lecturer am Institut für Angewandte Psychologie: Gesundheit, Entwicklung und Förderung der Fakultät für Psychologie an der Universität Wien z (http://medienportal.univie.ac.at/uniview/forschung).

Preis für die Pharmakognosie in Innsbruck

I

m Rahmen des am höchsten dotierten, privaten Forschungspreises Österreichs, dem „Houska-Preis“ erhält der Sieger 120.000 Euro für den ersten Platz. Im Jahr 2013 ging der erste Preis an Prof. Armin Hansel vom Institut für Ionenphysik und angewandte Physik für seine neue Technologie zum Nachweis von Spurengasen. Von 39 eingereichten wurden 10 Projekte ausgezeichnet, darunter ein zweites aus Innsbruck. Ein Team unter der Leitung des Pharmakognosten Univ.-Prof. Dr. Hermann Stuppner vom Institut für Pharmazie der Universität Innsbruck untersuchte gemeinsam mit der Fa. Bionorica Heil- und Arzneipflanzen und daraus hergestellter Produkte hinsichtlich der Qualität. Das Team erhielt für das Ergebnis ein Preisgeld z in der Höhe von 10.000 Euro zugesprochen.


Focus

Pneumologie im Wandel

© ap_i(haag+kropp) – Fotolia.com

Der Medienverbund aus Ärzte Krone, Apotheker Krone sowie Krone Gesund & Familie fasst im Focus die Highlights von medizinischen Kongressen für Ärzte, Apotheker und Laien zusammen. So werden mit Hilfe der Krone Gesund & Familie über 3 Millionen Österreicher informiert.

14 | Apotheker Krone 12/2013

Die chronisch-obstruktive Lungenkrankheit (COPD) ist nicht nur eine Lungenerkrankung, wie zahlreiche Vorträge am Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V. (DGP) hervorhoben. Will man in Zukunft den Krankheitsverlauf der COPD günstig beeinflussen, müssen in der Therapie die Komorbiditäten vermehrt berücksichtigt werden.


D

ie COPD stellt für die medizinische Praxis nach wie vor eine erhebliche Herausforderung dar. Neben den morphologischen und funktionellen Veränderungen der Lunge finden sich häufig relevante Begleiterkrankungen, die den Verlauf der Krankheit und ihre Behandlung beeinflussen können. „Möglicherweise werden diese Komorbiditäten und ihre Wechselwirkungen mit der Lungenerkrankung bei einem Teil der Patienten über eine systemische Entzündung vermittelt, bei anderen wiederum nicht“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Claus Vogelmeier, Direktor der Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Pneumologie des Uniklinikums Gießen und Marburg (D). Allen voran können Lungenerkrankungen zu einer Verengung der kleinen Pulmonalarterien und zur pulmonalen Hypertonie (PH) führen. So zeigt die schwere PH einen negativen prognostischen Einfluss auf die Grunderkrankung COPD. Charakteristisch für die PH ist eine Veränderungen des pulmonalvaskulären Gefäßbettes, bei Patienten mit idiopathischer pulmonalarterieller Hypertonie (IPAH) und chronisch thrombembolischer PH (CTEPH) konnte auch – wie bei vielen anderen kardiovaskulären Erkrankungen – eine periphere arterielle endotheliale Dysfunktion nachgewiesen werden (Lensch C et al., Pneumologie 2013; 67–P218). Eine gezielte PH-Medikation kann das Überleben signifikant verlängern (Lange T et al., Pneumologie 2013; 67–V185). Hinsichtlich der Therapie werden im klinischen Alltag aufgrund unerwünschter Wirkungen immer wieder Umstellungen von einem PDE-5-Inhibitor auf den anderen durchgeführt. Eine kleine Studie untersuchte den Switch von Sildenafil auf Tadalafil, der in 46 % der Patienten gelang und von den Autoren bei Therapieabbruch wegen unerwünschten Wirkungen als sinnvoll erachtet wird (Harzheim D et al., Pneumologie 2013; 67–V531).

weiter. Als Beispiel stellte er die ECLIPSE-Studie vor: Die Behandlung mit einem Bronchodilatator über drei Jahre brachte im Mittel einen Abfall der Einsekundenkapazität (FEV1) von nur noch 33 ± 2 ml pro Jahr – das ist ein wenig mehr als gesunde Probanden jährlich verlieren (Vestbo J et al., NEJM 2011; 365:1184–1192). Univ.-Prof. Klaus F. Rabe, Ärztlicher Direktor der LungenClinic Großhansdorf, ergänzte die Daten der POET-COPD -Studie: „Bei Patienten mit COPD im GOLD-Stadium II erhöhte Tiotropium, im Vergleich zu Salmeterol, die Zeit bis zur ersten Exazerbation signifikant und reduzierte darüber hinaus bei therapienaiven Patienten die jährliche Exazerbationsrate um 33 %. Auch die Zeit bis zur ersten Hospitalisierung auf Grund einer Exazerbation konnte um 30 % gesenkt werden“ (Vogelmeier C et al., Respir Med 2013; 107:75–83). Rabe hob hervor: „Will man den Krankheitsverlauf der COPD günstig beeinflussen, sollten in der Therapie die Komorbiditäten vermehrt berücksichtigt werden.“

Anwendung der GOLD-Klassifikation Hinsichtlich der Therapie der COPD richten sich die Pneumologen nach dem GOLD-Positionspapier aus dem Jahr 2011. Es empfiehlt eine Beurteilung der Symptome, der Atemwegslimitierung und des Schweregrades auf Basis u

Ein zentrales Problem der COPD sind auch akute Exazerbationen der Erkrankung, die mit dem Schweregrad der Erkrankung und im Mittel zwei- bis dreimal jährlich auftreten. Exazerbationen und die oft damit einhergehende Zunahme des Entzündungsgeschehens tragen wesentlich zur Verringerung der Lebensqualität der Betroffenen bei, führen auch zu einem massiven Ansteigen des pulmonalen Drucks und haben damit einen nachteiligen Effekt auf die Prognose der Erkrankung. „Möglicherweise kann eine frühzeitige und konsequente Therapie den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen“, berichtete Prof. Vogelmeier

Anzeige Fachkurzinformation siehe Seite 52

Den Krankheitsverlauf beeinflussen


Focus Arzneimittel-Splitter Aclidiniumbromid: Nächtliche COPD-Symptomatik verbessern In einer Studie (Beier J et al., Thorax 2012; 67:A26– A27) erhielten 414 Patienten mit moderater bis schwerer COPD sechs Wochen lang entweder zweimal täglich 400 µg des langwirksamen muskarinischen Acetylcholin-Rezeptorantagonisten Aclidiniumbromid oder einmal täglich 18 µg Tiotropium oder Placebo. Im Vergleich zu Placebo konnte unter Aclidiniumbromid die nächtliche Lungenfunktion (FEV1) um 160 ml, unter Tiotropium hingegen um 123 ml gebessert werden. Die zweimal tägliche Inhalation zahle sich aus, da es zusätzlich zu einer deutlichen Verbesserung der frühmorgendlichen und nächtlichen Symptomatik kam, so die Studienautoren. Glycopyrroniumbromid: Schnelle und anhaltende Bronchodilatation Die SHINE-Studie untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit einer Fix-Dosis-Kombination aus Glycopyrronium, einem einmal täglich inhalativ anzuwendenden langwirksamen Muskarinrezeptor-Antagonisten zur Behandlung von COPD, plus Indacaterol im Vergleich zu den Monotherapien Glycopyrronium, Indacaterol, Open-Label-Tiotropium und Placebo. Glycopyrronium 50 µg zeigte eine schnelle und anhaltende Bronchodilatation über 26 Wochen und wurde gut vertragen. Der Wirkeintritt war schneller als der von Tiotropium an Tag 1. Die FEV1 AUC 0–12 h und 0–24 h in Woche 26 waren ähnlich und zeigten eine gute 24-Stunden-Wirksamkeit (Welte et al., Pneumologie 2013; 67–P188). Omalizumab: Langfristige Verbesserung des Asthmas ... Immunglobulin E (IgE) ist ein Schlüsselmolekül in der Pathogenese des allergischen Asthmas. Omalizumab ist ein humanisierter monoklonaler, gegen IgE gerichteter Antikörper zur Zusatztherapie von Patienten mit

der Exazerbationsgeschichte. Nun wurde in einer Studie die Patientenverteilung auf die vier Gruppen (A–D) genauer unter die Lupe genommen. Es stellte sich heraus, dass es „eine Diskrepanz in Bezug auf den angemessenen Einsatz von inhalativen Kortikosteroiden (ICS) in Anbetracht des hohen Anteils an behandelten Patienten mit niedrigem Risiko gibt“. Bei steigendem Risiko bzw. vermehrten Symptomen kommen kardiovaskuläre Erkrankungen und metabolische Komorbiditäten häufiger vor, sodass ein ganzheitlicher Ansatz notwendig sein kann, speziell für Patienten der Gruppe D (Vogelmeier C et al., Pneumologie 2013; 67–V181).

Neue Leitlinie zur Therapie von Fibrosen Die Lungenfibrose ist die gemeinsame Endstrecke zahlreicher interstitieller Lungenerkrankungen. Dazu gehören Krankheiten mit primär entzündlicher Genese wie 16 | Apotheker Krone 12/2013

schwerem IgE-vermitteltem persistierendem Asthma. In der nichtinterventionellen Multicenter-Studie X-TEND wurde der Effekt der Langzeittherapie (> 3 Jahre) im Vergleich zur Kurzzeittherapie (< 3 Jahre) evaluiert. Das Ergebnis: Patienten profitierten von einer Langzeitbehandlung mit Omalizumab u. a. aufgrund der geringeren Tag- und Nachtsymptome (6,13 % und 9,68 % vs. 37,5 % und 25,0 %) und einer verbesserten Lebensqualität (Korn S et al., Pneumologie 2013; 67–P283). ... und IgE-Produktion reduzieren Ein pharmakokinetisch-dynamisches Modell sagt eine Reduktion der IgE-Produktion unter Langzeit-Therapie mit Omalizumab voraus (Lowe PJ et al., Br J Clin Pharmacol 2011). Eine Studie stützt nun die Hypothese, dass eine Langzeit-Therapie mit Omalizumab subkutan die Produktion von IgE reduziert (Hübner M et al., Pneumologie 2013; 67–P289). Pirfenidon: Krankheitsverlauf der idiopathischen Lungenfibrose (IPF) stabilisieren Am Kongress wurde über Erfahrungen zu Pirfenidon berichtet. Der Wirkstoff aus der Gruppe der Immunsuppressiva mit antifibrotischen und entzündungshemmenden Eigenschaften wurde in der kürzlich publizierten deutschen Leitlinie zur IPF-Therapie (Pneumologie 2013; 67:81–111) als einziger Wirkstoff positiv bewertet. Kongresspräsident Prof. Dr. Ulrich Costabel: „Von 45 IPF-Patienten, die in der Ruhrlandklinik in Essen im Mittel über 48 Wochen behandelt wurden, konnte bei 70 % ein stabiler Krankheitsverlauf erzielt werden, definiert als Verringerung der Vitalkapazität der Lunge um weniger als 5 %. Häufigste Nebenwirkungen waren Übelkeit (33 %), Appetitlosigkeit (27 %), Diarrhö (13 %) und phototoxische Hautreaktionen (15 %). Auf Grund letzterer Nebenwirkung sollen alle Patienten unter Pirfenidon Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor verwenden und Kopfbedeckungen tragen.

z. B. die exogen allergische Alveolitis, Arzneimittelreaktionen, der Lungenbefall im Rahmen einer Sarkoidose und gewisse Formen der Lungenbeteiligung bei Kollagenosen. Davon abzugrenzen sind die idiopathischen interstitiellen Pneumonien, bei denen definitionsgemäß die Ursache unbekannt ist und die auf die Lunge beschränkt sind. Die häufigste Variante ist die idiopathische pulmonale Fibrose (IPF), zu der im Februar dieses Jahres eine neue S2-Leitlinie publiziert wurde. „Noch vor wenigen Jahrzehnten spielte die IPF in der Pneumologie nur eine untergeordnete Rolle, inzwischen ist sie aber in den Vordergrund des klinischen und wissenschaftlichen Interesses gerückt“, schilderte der Kongresspräsident Univ.-Prof. Dr. Ulrich Costabel, Chefarzt der Abteilung Pneumologie/Allergologie an der Ruhrlandklinik Essen. Die IPF ist eine unheilbare Erkrankung, die eine mittlere Überlebenszeit von nur 2–5 Jahren nach


Diagnosestellung aufweist und somit bezüglich der Prognose einer malignen Erkrankung entspricht. „In der Pathogenese weiß man inzwischen, dass die Proliferation von Lungenfibroblasten im Vordergrund steht, Entzündungsprozesse spielen wahrscheinlich nur eine sekundäre Rolle“, so Costabel. Die IPF ist eine Erkrankung des älteren Menschen und tritt vor allem bei Rauchern oder Ex-Rauchern auf. Aufgrund des demografischen Wandels rechnet Costabel in Zukunft mit einer Zunahme der Erkrankungsfälle. „Leider wird heute die Diagnose oft noch spät, im Mittel ca. 2 Jahre nach Symptombeginn gestellt. In Zukunft ist die frühe Diagnose wichtig, da nur Patienten mit leichter bis mittelschwerer IPF mit Pirfenidon, dem einzigen hierfür zugelassenen Medikament, behandelt werden können“, so Costabel (siehe dazu: Kasten „Arzneimittelsplitter“). Was die Zukunft bringen wird „Eine weitere Option stellt hoch dosiertes N-Acetylcystein dar, dieses ist aber für diese Indikation nicht zugelassen“, so Costabel. Die in den letzten zehn Jahren durchgeführte Triple-Therapie mit Prednison, Azathioprin und N-Acetylcystein wird nicht mehr empfohlen, da sie sich in einer großen multizentrischen Studie in den USA als nachteilig herausgestellt hat. Derzeit ist eine Reihe antiproliferativer Substanzen in der präklinischen und klinischen Erprobung, die für die Zukunft Hoffnung auf eine wirksamere Therapie der IPF machen. Die derzeit einzige

kurative Therapie der IPF stellt die Lungentransplantation dar, die allerdings nur für wenige Patienten in Frage kommt, schloss Costabel.

News zum Alpha-1-Antitrypsin-Mangel Die seltene Erbkrankheit geht mit einem erhöhten Risiko einher, in jungen Jahren an einem Lungenemphysem zu erkranken. Epidemiologische Daten eines deutschen Registers zeigen nun auf, dass der Alpha-1-Antitrypsin-Mangel eine Erkrankung mit hoher Morbidität und Mortalität ist (Fähndrich S et al., Pneumologie 2013; 67–V420). Eine Substitutionstherapie mit humanem Alpha-1-Antitrypsin (AAT) bei AAT-Mangel ist derzeit nur für Patienten mit mittelgradiger Einschränkung der Lungenfunktion und einem FEV1-Wert zwischen 35 und 60 % Soll (PiZZ, PiZ0, Pi00, PiSZ) zugelassen. Bei Patienten mit schwerer Atemwegsobstruktion und einem FEV1 < 35 % Soll wird die Substitutionstherapie aktuell nicht empfohlen. Knipel et al. zeigten auf, dass auch diese Patienten von einer Substitutionstherapie durch Reduktion der Exazerbationsrate und einer Verbesserung bzw. Stabilisierung der Lungenfunktion profitieren können. Ein genereller Ausschluss dieser Patientengruppe von einer Substitutionstherapie erscheine nicht gerechtfertigt, so die Autoren (Pneumologie z 2013; 67–V399). Emanuel Munkhambwa

Anzeige | Fachkurzinformation siehe Seite 52

Apotheker Krone 12/2013 | 17


Focus

Selbstmedikation

Wieder durchatmen! Gezielte Beratung bezüglich der richtigen Anwendung der verordneten Arzneimittel erhöht die Compliance und somit den Therapieerfolg bei COPDPatienten. Auch die Aufklärung über mögliche Neben- bzw. Wechselwirkungen ist von Bedeutung.

D

ie chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist durch einen Entzündungsprozess charakterisiert, der strukturelle Veränderungen im Bereich der Atemwege nach sich zieht. Als Hauptursache gilt das Rauchen, aber auch Nichtraucher können durch Passivrauchen bzw. zunehmende Umweltverschmutzung betroffen sein. Wichtigste Sofortmaßnahme ist der (schrittweise) Rauchverzicht, wobei die Erkrankung dennoch – wenn auch langsamer – fortschreiten kann.

Mehr Lebensqualität durch optimale Therapie Die wichtigste therapeutische Maßnahme bei COPD ist die Inhalationstherapie mit Bronchodilatatoren und lokalen Glukokortikoiden. Die Ziele der Behandlung sind: ■■ Verminderung des Fortschreitens der Erkrankung ■■ Steigerung der körperlichen Belastbarkeit ■■ Linderung der Beschwerden und Verbesserung des Gesundheitszustandes ■■ Vorbeugung und Behandlung von akuten Verschlimmerungen (Exazerbationen), Komplikationen und Begleiterkrankungen ■■ Verbesserung der Lebensqualität Bei der Einschulung durch den Facharzt wird der Patient häufig mit den sehr einprägsamen Bezeichnungen „Befreier“ und „Beschützer“ vertraut gemacht. Diese Synonyme für die beiden Substanzgruppen sollten auch im erklärenden Gespräch an der Tara verwendet werden. Dies nimmt

vielen Patienten auch die Angst vor einer Kortikoid-Langzeitanwendung. Die lokale inhalative Kortikoid-Therapie zeigt kaum Nebenwirkungen, Pilzinfektionen im Bereich der Mund- und Rachenschleimhaut beugt man durch anschließendes Spülen des Mundes mit warmem Wasser vor.

Die richtige Inhalation Um fehlerhafte Anwendungen und somit unzureichende Wirkung zu vermeiden, sollte bei jeder Abgabe auf die richtige Handhabung der Inhalatoren hingewiesen werden. Dazu zählen auch Vorbereitung und Nachbereitung des Gerätes (Reinigung!). Relativ einfach ist die Verwendung eines Dosieraerosols. Nach Abnahme der Verschlusskappe wird ausgeatmet, das Mundstück fest umschlossen, während des Hubs tief eingeatmet und vor dem Ausatmen die Luft etwa 10 sec angehalten. Das Ausatmen erfolgt langsam über die Nase oder mit Lippenbremse. Der Füllungszustand kann bei einigen Produkten überprüft werden, indem man die Patrone ins Wasser legt – schwimmt die Patrone, so ist sie leer. Alternativ zum Dosieraerosol wird mitunter auch eine Feuchtinhalation verordnet, die sich v. a. bei Patienten mit Koordinationsschwierigkeiten eignet (z. B. Kinder, Senioren). Auch Trockeninhalationen sind an sich sehr einfach in der Handhabung, allerdings ist eine gute Inspirationskraft erforderlich, um den Wirkstoff effektiv zu inhalieren. Wichtig ist eine gründliche Reinigung des Gerätes nach Entfernen der leeren Kapsel mit einem feuchten Tuch bzw. einmal im Monat unter fließendem Wasser. Einige Inhalatoren beinhalten bereits den Arzneistoff. Die Vorbereitung besteht lediglich in der Aktivierung des Gerätes durch

Medikamentöse Therapie nach Schweregrad: Schweregrad I: Bei Luftnot Inhalation kurzwirksamer, atemwegserweiternder Medikamente. Schweregrad II: Wie bei Schweregrad I + Inhalation von langwirksamen, atemwegserweiternden Medikamenten als Dauertherapie, einzeln oder in Kombination. Schweregrad III + IV: Wie bei Schweregrad I und II + Bei sich wiederholenden Verschlechterungen (Exazerbationen) Inhalation von Kortisonpräparaten (Kortikosteroiden). 18 | Apotheker Krone 12/2013


Drücken bzw. Drehen der jeweiligen Vorrichtung. Der Füllungszustand wird durch ein Sichtfenster in Zahlen oder mittels Markierung angezeigt.

Wie bereits erwähnt, bringen lokale Glukokortikoide kaum Nebenwirkungen mit sich (Ausnahme: lokale Pilzinfektionen, s. oben). Bei den bronchodilatatorisch wirksamen β2Sympathomimetica wie beispielsweise Salbutamol, Fenoterol (kurzwirksam) bzw. Salmeterol, Formoterol (langwirksam) ist jedoch v. a. bei Herz-Kreislauf-Patienten, Diabetes mellitus und Hyperthyreose Vorsicht geboten. Wechselwirkungen ergeben sich u. a. mit anderen Bronchodilatatoren, Xanthinen, β-Blockern und kaliumausscheidenden Diuretika. Als Nebenwirkungen sind z. B.

Tachykardien, Arrhythmien, Schwindel und Kopfschmerzen zu nennen. Ebenfalls zur Bronchodilatation werden Parasympatholytika (Ipratropiumchlorid, Tiotropiumchlorid) eingesetzt. Als mögliche Nebenwirkungen sind u. a. Mundtrockenheit, Obstipation, Harnretention und supraventrikuläre Tachykardien möglich. Bei bestehendem Engwinkelglaukom und Prostatahyperplasie ist Vorsicht ❚ geboten.■

© Rido - Fotolia.com

Neben- und Wechselwirkungen beachten

Mag. pharm. Kornelia Baumgartner

Stress: Gefahr fürs Herz!

S Entgeltliche Einschaltung | BIO-0094 | Fachkurzinformation siehe Seite 52

o genannter Dystress wirkt sich u. a. negativ auf unser Herz-Kreislaufsystem aus, denn berufliche oder private Spannungen können mit der Zeit zu Bluthochdruck führen, der wiederum zu den größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen gehört.

Raus aus der Stressspirale! Doch wie entkommt man der Zivilisationskrankheit Stress, die durch Zeitdruck und hohe Anforderungen im Beruf sowie im Privatleben entsteht und sowohl Männer als auch Frauen zunehmend mehr belastet? Zum einen, indem man Entspannungsphasen in seinen Alltag integriert. Dazu gehören Unternehmungen mit Freunden, regelmäßige Bewegung, Zeit für Hobbys, Entspannungsübungen wie Pilates, Yoga oder autogenes Training und andere Aktivitäten, die Freude machen. Und natürlich ausreichend Schlaf und ausgewogene Ernährung! Bei leichten Herz-Kreislaufbeschwerden kann man mit Pflanzenextrakten sein Herz-Kreislaufsystem unterstützen. So wirkt z. B. die Mistel blutdruckregulierend; Knoblauch kann helfen, erhöhte Blutfettwerte zu senken und so

zur Arterioskleroseprophylaxe beitragen. Weißdorn wiederum kann die Kontraktionskraft und Pumpleistung des Herzens steigern. Das bedeutet Entlastung für Herz & Gefäße! Alle drei Pflanzen ergänzen sich in ihrer Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem.

■■■Ihre

Empfehlung für Kunden mit leichten Herzund Kreislaufbeschwerden wie z. B. Schwindel, Abgeschlagenheit und Müdigkeit bei Belastung: das traditionelle pflanzliche Arzneimittel BIOGELAT® Knoblauch-Mistel-Weißdorn Kapseln.

■■■■Ihr Tipp:

Eine Therapie über 3 bis 4 Monate ist anzuraten.

Weitere Informationen unter: www.biogelat.at


Beratung

Informationen aus Pharmazie und Medizin für die Tara

Salzburgs Apotheker laden in ihren Kräutergarten

D

Termine: Führungen durch den Salzburger ApothekerKräutergarten (bei jeder Witterung und freiem Eintritt) ab 11. Juni bis 27. August 2013, jeweils dienstags von 18.00 bis 20.00 Uhr und sonntags am 9. und 30. Juni, 28. Juli und 25. August 2013 von 10 bis 12 Uhr Treffpunkt: Eingang Botanischer Garten der Universität Salzburg, Hellbrunner Straße 34, 5020 Salzburg Anzeige | Fachkurzinformation siehe Seite 52

© Franz Neumayr

ie Salzburger Apotheker führen wieder durch die „natürliche“ Schatzkammer im Botanischen Garten der Universität Salzburg im Nonntal. „Mit unseren Führungen treffen wir den Puls der Zeit, denn die Heilkraft der Natur findet immer mehr begeisterte Anhänger. Besucher können alles fragen, was sie schon immer über Heilpflanzen und ihre Wirkung wissen wollten“, erklärt Mag. pharm. Kornelia Seiwald, Präsidentin der Salzburger Apothekerkammer.

Führungen durch den Salzburger Apotheker-Kräutergarten sind kostenlos, betont Mag. pharm. Diemut Strasser, Vizepräsidentin der Salzburger Apothekerkammer (Bildmitte).


FDA entschärft Warnhinweise und erweitert die Indikation für Nikotinersatztherapie

I

n Österreich ist die Nikotinersatztherapie seit nunmehr über 30 Jahren erhältlich. Anfänglich nur als Kaugummi verfügbar, wurde das Produktsortiment laufend erweitert: Hinzu kamen mit den Jahren Pflaster in verschiedenen Stärken, Inhalatoren sowie neuerdings auch Lutschtabletten. Entsprechende Auswahlmöglichkeiten helfen sowohl Arzt, Apotheker als auch dem Raucher selbst, eine maßgeschneiderte Therapie für seine Abhängigkeit zu finden.

Wie werden diese Medikamente richtig eingesetzt? Anfangs schieden sich hier die Geister: Theoretiker meinten, dass Raucher den Zigarettenkonsum vor Verwendung der Medikamente komplett einstellen müssen. Raucher sahen die Situation naturgemäß ganz anders. Nicht für jeden war diese Vorgangsweise möglich oder praktikabel, für viele nicht vorstellbar und somit undurchführbar: Wie sollte ein Raucher vorgehen, der zuvor 60 Zigaretten geraucht hatte und jetzt mit Hilfe von Nikotinersatztherapie auf 10 Zigaretten reduziert hatte? Laut der damaligen Produktinformation hätte er die Medikation absetzen und wieder 60 Zigaretten rauchen müssen. Jeder rational denkende Mensch würde ein solches Vorgehen als Unsinn bezeichnen: Beim Rauchen ist in Bezug auf die tabakassozierten Erkrankungen eine Dosis-WirkungsBeziehung etabliert. Diese stellt auch die Grundlage für die Kausalität der jeweiligen Erkrankung dar. Jede Zigarette weniger ist somit ein Gewinn für die Gesundheit und, nebenbei bemerkt, auch für die Geldbörse. Wenn ein Raucher nicht aufhören will oder kann, so soll er seinem Konsum entsprechend seinen Möglichkeiten so weit wie möglich reduzieren. Wenn ihm Nikotinersatz dabei hilft – warum soll er das Medikament nicht verwenden? Im Weg

stehen hier eher landläufige Stereotype wie: Man braucht ja die Zigaretten nur wegzulegen, um nicht mehr zu rauchen.

Die restriktiven USA geben nach Die österreichische Zulassungsbehörde hat hier dankenswerterweise sehr rasch reagiert: Rasch wurde die Indikation Abstinenz um die Bereiche Reduktion und sogar zeitweilige Abstinenz erweitert. In den USA sah es da anders aus: Hier wurde in der Therapie ein Weg eingeschlagen, den Kritiker als „Quit or Die Approach“ bezeichnen. Jahrzehntelang tobten die Debatten, dass die Raucher ihren Konsum eben ganz einstellen müssen, um „gerettet“ zu werden. Diese Sichtweise ist für viele Europäer, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, nur mit Mühe nachvollziehbar. Vor Kurzem hat sich die FDA nach längeren Diskussionsprozessen zu folgenden Entscheidungen durchgerungen: ■ Der Warnhinweis, während der Verwendung der Nikotinersatztherapie nicht zu rauchen, wird entfernt. ■ Die gleichzeitige Verwendung mehrerer Nikotinersatzprodukte ist nun möglich. ■ Die Nikotinersatztherapie kann, wenn von Seite des Patienten Sorge vor einem Rückfall besteht, nach Rücksprache mit dem „Gesundheitsversorger“ länger verwendet werden, als in der Produktinformation vorgesehen

© dvarg | © Felix Pergande – 2x Fotolia.com

Der österreichische Weg und Zugang zur Therapie der Zigarettenabhängigkeit wird einmal mehr bestätigt, denn die Food and Drug Administration (FDA) der USA bessert ihre restriktiven Empfehlungen nach.

Hier wurde ein Schritt in die richtige Richtung unternommen, dem sicher noch weitere folgen werden. In Österreich haben wir diese Therapieoptionen seit vielen Jahren. Letztlich sei angemerkt, dass wir in diesem Falle aus der Praxis gelernt haben, die Patienten dosierten ihre Ersatztherapie z eigenständig wie sie es für richtig hielten. Univ.-Doz. Dr. Ernest Groman Mit freundlicher Unterstützung von Johnson & Johnson GmbH Weitere Informationen auch unter www.nikotininstitut.at/

Apotheker Krone 12/2013 | 21


Beratung Prävention mit mehrfach ungesättigten Fetten Herz- und Gefäßerkrankungen liegen in Österreich mit rund 42 % an der Poleposition der Todesursachen. Mehrfach ungesättigte Fette sind als eine der zentralsten Präventionsstrategien für ein gesundes Herz und intakte Gefäße unentbehrlich.

T

ierische Fette und ein erhöhter Cholesterinspiegel wurden 60 Jahre lang „schuldig“ gesprochen und als Indiz eines gesteigerten kardiovaskulären Risikos mit Akribie reduziert. Die Mortalitätsrate blieb weiterhin erhöht – sind wir Zeugen eines groben Fehlurteils? Die lange Zeit postulierte fett- und cholesterinarme Ernährung hat nicht zur erhofften Reduktion der Herz-Kreislauf-Mortalität geführt, wie zahlreiche epidemiologische Daten belegen.1 Überzeugend genug, die pauschale Verurteilung von Fett zu überdenken und die Fettqualität verstärkt zu thematisieren.

Mehr Fett am Teller, weniger im Blut Die positiven Wirkungen von Omega-3-Fettsäuren auf das Herz-Kreislauf-System sind in der Literatur eindeutig belegt. So zeigen sie eine lipidsenkende Eigenschaft, reduzieren Triglyceride sowie die Synthese von VLDL (very low density lipoprotein) in der Leber und hemmen die Thrombozytenaggregation.2 Beispielhaft ist eine Studie mit 73 gesunden Erwachsenen, deren Fettsäurezusammensetzung im Serum vor und nach Substitution mit Omega3-Fettsäuren ermittelt wurde. Die erste Gruppe erhielt 6 Wochen lang 4,4 g/d ALA (Alpha-Linolensäure), die zweite 2,2 g/d EPA (Eicosapentaensäure) und die dritte Gruppe 2,3 g/d DHA (Docosahexaensäure). Fazit: Eine Reduktion der Triglyceride sowie eine Steigerung der HDL-Werte (high density lipoprotein) in der DHA Gruppe.3

Claims für EPA und DHA Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) bestätigte die blutdruck- und triglyceridstabilisieren-

de Wirkung von EPA und DHA. Claims in Bezug auf die Cholesterinwerte wurden von der EFSA nicht kommuniziert.4 Bestätigt wurde hingegen die Wirkung beider Fettsäuren auf eine normale Herzfunktion, wobei in diesem Fall mind. 250 mg/d EPA und DHA nötig sind.5

Fette brauchen Schutz Fehlt noch der Schutz in Form von Vitamin E, einem der bedeutendsten Radikalenfänger im fettlöslichen Milieu. Durch Abgabe eines Elektrons aus der phenolischen OH-Gruppe stabilisiert Vitamin E freie Radikale und reagiert selbst zum unreaktiven TocopheroxysemichinonRadikal. Über ein weiteres Antioxidans wie Vitamin C wird Vitamin E regeneriert und kann auf diese Weise Oxidationsprozesse in z. B. Polyenfettsäuren oder LDL-Partikeln unterbrechen.6 Zusätzlich fungiert Vitamin E als natürlicher Blutverdünner, indem es die Wirkung des Blutgerinnungsproteins verlangsamt und die Tendenz der Blutplättchen, in den Gefäßen Thromben zu bilden, reduziert. Eigenschaften, die Vitamin E einmal mehr zu einem zentralen Bestandteil in der Herz-KreislaufPrävention machen. Die EFSA sieht dennoch lediglich die Schutzwirkung von Vitamin E in Bezug auf Lipidperoxidationsprozesse als ausreichend bewiesen. Noch ausständig ist hingegen ein Claim z zu Vitamin E im Sinne einer normalen Herzfunktion.7 Literatur: 1 Friedrichsen H-P., Zs.f.Orthomol.Med. 2011; 9(4):5–9 2 Connor WE, American Journal of Clinical Nutrition, Vol. 71, No. 1, 171S–175S, January 2000 3 Egert S et al., Journal of Nutrition 2009, 139(5), 861–868 4 www.efsa.europa.eu/de/scdocs/scdoc/1263.htm 5 www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/1796.htm 6 Elmadfa I et al., Ernährung des Menschen, Stuttgart 2004 7 www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/1816.htm

EFSA Health-Claims Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA)

tragen zu einer normalen Herzfunktion bei tragen zum Erhalt des normalen Blutdrucks bei tragen zum Erhalt der normalen Triglycerid-Konzentrationen im Blut bei

Vitamin E 22 | Apotheker Krone 12/2013

trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativen Stress zu schützen


Beratung Wechselwirkungen mit der Ernährung Arzneimittelinteraktionen werden mittlerweile in Apotheken genau überprüft – entsprechende Software macht dies einfach möglich. Nicht erfasst werden dabei jedoch Nahrungsergänzungsmittel und ganz banale Lebensmittel. Auch diese möglichen Wechselwirkungen zu erkennen erfordert vom Apothekenpersonal nicht nur die Spürnase von Sherlock Holmes, sondern auch eine optimale Kommunikationsbasis mit dem Kunden.

D

ass die normale Ernährung einen gravierenden Einfluss auf die Wirkung von Medikamenten hat, ist vielen Kunden gar nicht bewusst. Zwar ist die Frage nach der Einnahme „Vor oder nach dem Essen?“ sehr beliebt, befolgt wird der Rat des Apothekers allerdings nicht immer. Schuld daran ist meist das fehlende Verständnis dafür, was mit dem Arzneimittel in unserem Körper passiert: Durch jede Nahrungsaufnahme verändert sich klarerweise der pH-Wert im Magen. Herrscht im nüchternen Zustand ein sehr saures Milieu mit einem pHWert von 1,5–2 neutralisiert sich dieser Wert durch die Nahrung für etwa 90 Minuten auf einen Wert von 3–6. In diesem nun weniger sauren Milieu können bestimmte Arzneistoffe wie manche Pilzmedikamente nicht mehr so gut resorbiert werden und wirken daher schlechter. Durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme wird beispielsweise die Bioverfügbarkeit von Ciprofloxacin um ein Drittel, die von Tetracyclin sogar um 60 % verringert.

Nötiger Zeitabstand Um eine verzögerte Resorption von Arzneimitteln zu verhindern, sollte gerade bei magensaftresistenten Kapseln oder Tabletten möglichst immer ein Zeitabstand zu den Mahlzeiten eingehalten werden: wenn möglich 1–2 Stunden vor oder notfalls 2–3 Stunden nach der Mahlzeit sollten magensaftresistente Tabletten oder Kapseln eingenommen werden. Bei Einnahme direkt nach dem Essen kann es nämlich sonst bis zu 10 Stunden dauern, bis diese Medikamente den Magen verlassen können. Gerade bei Schmerzmitteln wartet man dann sehr lange auf die Wirkung. 24 | Apotheker Krone 12/2013

Die Sache mit dem Grapefruitsaft Eine der bekanntesten Interaktionen von Arzneistoffen betrifft Grapefruitsaft. In Österreich immer wieder ein wenig verwunderlich, weil gerade hierzulande Grapefruitsaft gar nicht sonderlich beliebt ist. Am Beispiel von Felodipin wurde aber bereits 1989 nachgewiesen, dass die Grapefruit-Interaktionen auf einer Hemmung des Cytochrom-P-450-Enzyms CYP3A4 in der Darmwand beruhen. Wird CYP3A4 nämlich durch Grapefruitinhaltsstoffe inaktiviert, verringert dies den präsystemischen First-Pass-Effekt, und die orale Bioverfügbarkeit von Arzneimitteln steigt. Für diese Enzymhemmung werden u. a. Flavonoide wie Naringenin/Naringin verantwortlich gemacht. Interessanterweise kommen sie sowohl in Grapefruits als auch in Pomeranzen und Pomelo-Früchten vor, nicht jedoch in Orangen und Zitronen. Grapefruitsaft sollte daher bei der Einnahme von Arzneimitteln generell vom Speiseplan gestrichen werden; ein Abstand von 1–2 Stunden bei der Einnahme hilft hier nämlich nicht, denn Grapefruitsaft hat bis zu 72 Stunden Auswirkungen auf den körperlichen Stoffwechsel.

Johanniskraut – ebenfalls CYP3A4-Interaktion Auch das beliebte Johanniskraut zeigt Wechselwirkungen mit Wirkstoffen, die über CYP3A4 abgebaut werden. Dazu gehören Estrogene, Gestagene, trizyklische Antidepressiva und Inhibitoren der reversen Transkriptase. Ferner senkt es die Wirksamkeit von Digoxin und seinen


Derivaten, Immunsuppressiva wie Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus, HIV-Protease-Inhibitoren, von selektiven Serotonin-Reuptake-Hemmern, oralen Antikoagulantien und Zytostatika – eine lange Liste von Wirkstoffen, die in der Praxis allerdings nicht von extremer Bedeutung im Apothekenalltag sind. Spannend wird es jedoch bei einigen Makrolid-Antibiotika, die durch Johanniskraut eine verstärkte Metabolisierung erfahren und daher ihre Wirkung nicht optimal entfalten können. Im Interesse der Antibiotikatherapie sollte daher das vorübergehende Absetzen des Phytopharmakons angeraten werden.

Plötzlich Nichtraucher – Interaktionsprofil checken Dass Nikotinkarenz für den Körper positiv ist und daher jeder Kundenwunsch nach Nikotinersatzprogrammen nur unterstützt werden sollte, ist selbstverständlich. Doch auch hier liegt die gute Beratung im feinen Detail: Zigarettenrauch induziert nämlich das Isoenzym CYP1A2, das beispielsweise für den Abbau von Theophyllin verantwortlich ist. Wenn nun

ein langjähriger Theophyllin-Patient von der Zigarette auf ein Nikotinersatzprogramm umsteigt, sollte parallel die Dosierung von Theophyllin reduziert werden, da ja nun der enzyminduzierende Einfluss des Tabakrauchs wegfällt.

Interaktion mit mehrwertigen Kationen Mehrwertige Kationen bilden schwer lösliche Salze beziehungsweise Komplexe und können so die Wirkung von Arzneistoffen, z. B. Schilddrüsenhormone, Bisphosphonate, Gyrasehemmer, Tetrazykline (z. B. Doxycyclin), Cholestyramin etc., vermindern. Ca2+, Mg2+, Al3+, Zn2+, Fe2+/3+ kommen auch in Milchprodukten und Mineralwässern vor. Die Interaktion tritt aber nur dann ein, wenn sich die Mineral- und Arzneistoffe zeitgleich im Magen-Darm-Trakt befinden. Als Beratungstipp reicht hier ein zweistündiger Einnahmeabstand zwischen den Arzneistoffen sowie den z entsprechenden Lebensmitteln. Mag. pharm. Dr. Isabella Gazar

Gesund beraten mit fit2work

A

Kostenlos, vertraulich, freiwillig Für Menschen, deren Gesundheit aufgrund ihres Jobs beeinträchtigt ist, hat die österreichische Regierung gemeinsam mit Partnerorganisationen die Beratungsinitiative fit2work ins Leben gerufen. Kostenlos und vertraulich hel-

Bei gesundheitlichen Problemen am Arbeitsplatz hilft fit2work.

fen ExpertInnenteams bei Fragen zur Gesundheit am Arbeitsplatz weiter. fit2work soll dafür sorgen, dass die Menschen in Österreich ihren Beruf gesund und damit auch mit Freude ausüben können.

Zurück in ein gesundes Arbeitsleben In ganz Österreich stehen eigene ExpertInnenteams für alle Fragen rund um ein gesundes Arbeitsleben bereit. So auch für Peter Mühlberger, der mit Hilfe der fit2work-Beratung einen neuen Arbeitsplatz gefunden hat, der seinen gesundheitlichen Bedürfnissen entspricht: „Ich arbeite jetzt als Bürokraft an einer Hochschule und habe endlich wieder Spaß bei der Arbeit“, so der 45-Jährige. Alle Infos unter www.fit2work.at *Quelle: Fehlzeitenreport 2008

Entgeltliche Einschaltung

rbeitslust statt Arbeitsfrust – das ist das Ziel der kostenlosen Beratung fit2work zur Erhaltung und Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz. Faktoren wie Stress, falsche Haltung oder der Umgang mit chemischen Materialien können sich auf Dauer negativ auf die Gesundheit auswirken. Lange Krankenstände und der drohende Verlust des Arbeitsplatzes sind oft die Folge. Bei den fit2work Beratungsstellen in ganz Österreich haben seit Start bereits knapp 13.000 Menschen gezielte Unterstützung erhalten, um die Gesundheit am Arbeitsplatz aktiv zu fördern. Jede/r Zweite geht in den Krankenstand, weil sein/ihr Beruf ihn/sie gesundheitlich belastet*. „Ich habe über 15 Jahre als Vertriebsmitarbeiter gearbeitet. In den letzten Jahren ist der Druck in der Arbeit immer größer geworden. Irgendwann wurde es mir dann einfach zu viel“, erzählt Peter Mühlberger. „Mein Arzt schickte mich wegen eines Burnouts in den Krankenstand und riet mir, mich an fit2work zu wenden. Mein fit2work-Berater half mir, Anträge auf medizinische und berufliche Rehabilitation zu stellen und vermittelte mich nach meiner vollständigen Genesung an das AMS weiter.“


Beratungsleitfaden Kinder auf Reisen I.

Erfassung der Situation

1. Welche Art von Urlaub planen Sie? Für die Zusammensetzung einer Reiseapotheke sind ■das Reiseland, ■die Reisezeit und ■die Länge der Reise von Bedeutung d. h. die Reiseapotheke soll dem Urlaub angepasst, übersichtlich und nicht zu groß sein. Was ist geplant? ■Fernreise ■Urlaub in Österreich

■Aktivurlaub

■Hochgebirge

■Meeraufenthalt ■Trampen

■Campingurlaub

2. Brauche ich spezielle Impfungen für meine Urlaubsreise? Kontrolle der Basisimpfungen Eine individuelle Beratung und erforderliche Impfungen ca. 4–6 Wochen vor einer Reise ⇒ vernünftige und zeitgerechte Urlaubsplanung, da manche Impfungen mehrfach durchgeführt werden müssen, bevor sie einen wirksamen Schutz bieten. Internationaler Impfausweis wird empfohlen ⇒ auch wenn im Reiseland keine Pflichtimpfungen notwendig sind. Eine Reise ist auch immer eine gute Gelegenheit, den allgemeinen Impfschutz gegen z. B. Tetanus, Diphtherie, Kinderlähmung, Keuchhusten sowie Hepatitis A und B zu überprüfen und bei Bedarf aufzufrischen ■Die vier „Standardimpfungen“ auch in Österreich ⇒ Diphtherie, Tetanus und Pertussis, Poliomyelitis ■Kombinationsimpfstoffe ⇒ Mehrfachschutz für viele Jahre mit einer einzigen Impfung ⇒ bessere Übersicht! ■FSME-Impfung in der Ostschweiz, in Österreich, Süddeutschland, Tschechien, in der Slowakei, in Ungarn, Polen, im Baltikum, in der Ukraine, in Weißrussland, Russland und Nordchina sowie ein paar Flecken in Südschweden ■Influenza ■Hepatitis A bei Reisezielen südlich der Alpen ■Bei Reisen in „ferne Länder“ ⇒ Hepatitis B gilt inzwischen als Standardimpfung unabhängig von einer Reise; je nach Destination, Reisedauer und -art ⇒ Gelbfieber, Typhus, Japan-Enzephalitis, Meningokokken, Tollwut

3. Reisen Sie alleine oder mit der ganzen Familie? Sind Kinder dabei?

Folgende Faktoren sind bei der reisemedizinischen Beratung von besonderer Bedeutung: ■Akuterkrankungen ■Impfstatus ■Unverträglichkeiten und Allergien ■Schwangerschaft ■Aufgaben bei beruflicher Tätigkeiten im Ausland ■Dauermedikation ■besondere Belastungen bei geplanten Outdoor-Reisen ⇒ ■Grundkrankheiten Tauchen, Trekking, Bergsteigen etc. ■Alter

6. Leiden Sie an einer chronischen Krankheit? Nehmen Sie Medikamente ein? ■Kunden an seine individuelle Dauermedikation erinnern

■Rechtzeitig beim Arzt die erforderlichen Rezepte holen; an ausreichende Mengen denken; evtl. bei manchen Substanzen

ärztlicher Begleitbrief

II. Reisevorbereitung Je exotischer ein Reiseziel, desto wichtiger wird die medizinische Reiseberatung; bereits im Vorfeld sollten ein paar wichtige Punkte beachtet werden. ■Überprüfung bereits bestehender Impfungen ■Überprüfung notwendiger Impfungen

■Zusammenstellen einer Reiseapotheke

■Ansteckende oder tropische Erkrankungen im Reiseland ■Verhaltensmaßnahmen im Reiseland

26 | Apotheker Krone 12/2013

Reisevorbereitung allgemein ■Krankenschein ■Versicherung ■Medizinische Ausweise ■Ärztliche Beratung ■Ersatzbrille, Sonnenbrille ■Kontaktadressen hinterlassen


Redaktion: Mag. pharm. Eva Owesny In Zusammenarbeit mit Univ.-Doz. Dr. Ursula Hollenstein, Traveldoc, Favoritenstraße 32, 1040 Wien, Tel.: 01/505 64 46, www.traveldoc.at

Urlaub in Österreich ■Je nach Reiseziel auf FSME-Impfung achten ■Repellentien gegen Mücken und Zecken Fernreise ■Impfschutz überprüfen, spezielle Reiseimpfungen je nach Reiseziel ■Malaria-Prophylaxe und/oder Stand-by-Therapie mit Reisemediziner besprechen ■Repellentien und Moskitonetz ■Sonnenschutzmittel mit hohem Faktor Hochgebirge – Aktivurlaub – Schiurlaub ■Sonnenschutzmittel mit hohem Faktor ■Salbe gegen Sportverletzungen ■Kältespray, Kühlkompresse ■Verbandmaterial, elastische Binden ■Blasenpflaster Strand – Wassersport ■Wasserfestes Sonnenschutzmittel mit hohem Faktor ■After-Sun-Produkte ■Antihistaminikum gegen Mückenstiche, Quallenkontakt ■Hygroskopische wirkende Ohrentropfen

■Blasenpflaster, Fußcreme

■Eventuell Breitband-Antibiotikum (Rezeptpflicht beach-

ten!)

■Thromboseprophylaxe bei Langstreckenflügen für Risiko-

patienten

■Hand- und Oberflächendesinfektionsmittel ■Befeuchtenden Nasenspray für den Flug ■Fußcreme ■Mittel gegen Schmerzen und Erkältungskrankheiten ■Mineralstofftabletten – Magnesium ■Mittel gegen Lippenherpes ■Reizlindernde Augentropfen ■Ohrenstöpsel gegen Wasser und/oder Wind ■Mittel gegen Lippenherpes ■Reizlindernde Augentropfen

III. Wann zum Arzt? Medizinische Reiseberatung ist beispielsweise wichtig: ■Bei Reisen in Entwicklungsländer und Malariagebiete ■Bei Reisen unter mangelhaften hygienischen Verhältnissen ■Spezielle Vorsorge ist zudem notwendig bei monate- oder jahrelangem Aufenthalt im Ausland, im Alter von über

60 Jahren, bei dauerndem Bedarf an ärztlicher Betreuung

IVa Allgemeine Tipps Es ist sinnvoll, sich vor Reiseantritt mit einigen Bedingungen vertraut zu machen und gegebenenfalls noch zusätzliche Informationen einzuholen: ■Je nach Reiseziel, Namen der verwendeten Arzneimittel und Inhaltsstoffe in der jeweiligen Sprache aufschreiben ■Bei Reisen außerhalb der Schengen-Staaten ⇒ Information einholen, welche Bescheinigungen für mitgeführte Arzneimittel erforderlich sind ■Eventuell ärztliche Bescheinigung auf Englisch für Arzneimittel und Spritzen mitführen, die den persönlichen Bedarf bestätigt ■Wärmeempfindliche Arzneimittel und Medizinprodukte vor Wärme schützen; alternative Darreichungsformen wählen, z. B. Tabletten anstelle von Suppositorien ■Lagerung in Wärme kann die Haltbarkeit von Arzneimitteln und Sonnenschutzpräparaten beeinträchtigen ⇒ eventuell nach der Rückkehr entsorgen.

IVb Empfehlungen – Selbstmedikation Wer ständig Medikamente einnimmt, sollte daran denken, sich schon frühzeitig einen ausreichenden Vorrat für die Reise zu besorgen; Reiseapotheke immer im Handgepäck mitführen; Abklärung von Situationen, in denen eine Selbstmedikation nicht empfehlenswert ist. Checklisten für verschiedene Arten von Reisen und Reisezielen (siehe Pkt. II) ■Übelkeit/Erbrechen/Durchfall

■Gel/Spray zur Linderung von Juckreiz nach Insektenstichen

■Fieber

■Gel oder Spray (ohne Fett) zur Linderung von Sonnen-

■Verstopfung ■Schmerzen

■Sodbrennen

■Kreislaufmittel ■Nasenspray

■Augentropfen

■Insektenschutz in Form von Spray, Gel oder Creme

■Sonnenschutzprodukte dem Hauttyp entsprechend

brand

■Erste-Hilfe-Packet aus der Apotheke: Desinfektionsmittel,

Pflaster, Wundauflagen, Wund- und Heilsalbe, Verbandspäcken, Schere, Pinzette etc. ■Fieberthermometer ■Alle Dauermedikationen

Apotheker Krone 12/2013 | 27


Empfehlung von Mag. pharm. Astrid Janovsky

© Andrea Rührnschopf

Loperamid bei Durchfallerkrankungen

M

it der Gabe eines synthetischen Piperidin-Derivat wie z.B. Loperamid kann der Tonus im Darm erhöht werden. So wird die Darmperistaltik aktiv beeinflusst und dadurch die Stuhlentleerungsfrequenz bei Diarrhöen verringert. Ich empfehle bei Durchfall Loperamid, da sich dieser Wirkstoff in diesem Zusammenhang als besonders wirksam erwiesen hat und seine Effektivität durch zahlreiche klinische Studien belegt ist.

Durchfall stoppen, Elektrolyte zuführen Normakut®-2-mg-Brausetabletten zeichnen sich zudem dadurch aus, dass sie neben Loperamid auch noch Elektrolyte enthalten. Durch diese Kombination wird nicht nur der Durchfall rasch gestoppt, sondern die verloren gegangenen Elektrolyte ausgeglichen. Loperamidhältige Präparate sollten allerdings nicht bei Kindern unter 8 Jahren und nicht im Falle blutiger Diarrhöen verabreicht werden.

Reisedurchfall vorbeugen! Bei Reisen in „warme“ Länder droht sehr häufig Reisedurchfall. Wegen der schlechteren hygienischen Bedingungen ist das Trinkwasser oft keimbelastet. Daher sollten Sie Ihren Kunden raten, Loperamid in der Reiseapotheke mit sich zu führen. Zudem sollten Sie ihnen folgende Tipps mit auf den Weg geben: Wasser abkochen oder in geschlossenen Flaschen kaufen. Außerdem: Cook it – peel it – or forget it!

Ein Fall für den Arzt Wenn nach drei Tagen mit Durchfall keine Besserung eintritt oder sich der Zustand nach zwei Tagen noch immer verschlechtert, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Vorsicht ist geboten, wenn Säuglinge, Kleinkindern und alte Menschen an Diarrhö erkranken. Denn hier droht schnelles Austrocknen, umso mehr, wenn der Durchfall auch noch von Erbrechen begleitet wird. Daher muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Anzeige | Fachkurzinformation siehe Seite 52


Beratungsleitfaden

Kinder auf Reisen: Kommentar

Kind: © oksun70 – Fotolia.com

Kinder sind auf Reisen, besonders in Ländern mit niedrigem hygienischen Standard, grundsätzlich stärker gefährdet als Erwachsene.

D

a der Beratungsleitfaden ausreichend Information über Impfungen, individuelle Reiseapotheke und Reisetipps gibt, wird im Kommentar das Thema „Reisen mit Kindern“ behandelt.

Ad I Erfassung der Situation Reiseberatungen beginnen immer mit der Frage nach dem Reiseziel und der Aufenthaltsdauer. Wenn alle Vorbereitungen getroffen und die Koffer gepackt sind, kann die Reise losgehen. Ob per Auto oder Flugzeug – die An- und Abreise sollte für die Kinder so entspannt und komfortabel wie möglich verlaufen. Impfstatus überprüfen Egal, wohin die Reise geht, auf alle Fälle muss der Impfstatus der Kinder überprüft werden. Bei den üblichen Impfungen gegen Tetanus, Kinderlähmung, Diphtherie und Keuchhusten sollte auf eine rechtzeitige Wiederauffrischung geachtet werden. Ein Impfschutz gegen Masern hat bei Auslandsreisen eine besondere Bedeutung, da diese Kinderkrankheit in den Tropen häufig vorkommt und zu schweren Krankheitsverläufen führen kann. Bei Reisen in exotische Länder können weitere Impfungen notwendig werden, wie beispielsweise gegen Gelbfieber und Malaria in Tropenregionen oder Hepatitis A in Süd- und Osteuropa, Asien, Afrika, Mittel- und Südamerika. Ebenso ist eine Impfung gegen Hepatitis B empfehlenswert. Je nach Reiseziel können noch andere Impfungen hinzukommen. Dabei müssen bestimmte Alterseinschränkungen beachtet werden.

Reiseübelkeit Kinder zwischen dem 2. und 12. Lebensjahr sind am häufigsten von Kinetosen im Auto oder Flugzeug betroffen. Tipps: ■ Unterwegs für frische Luft sorgen ■ Den Blick in Fahrtrichtung nach vorne richten; nicht lesen ■ Vor der Fahrt nur leicht verdauliche Speisen essen ■ Manchmal hilft Kaugummi kauen ■ Als pflanzliches Mittel sind Ingwer-Tabletten zu empfehlen ■ Mit homöopathischen Mitteln am besten schon einen Tag vor der geplanten Reise beginnen ■ Rezeptfreie Antihistaminika werden eine Stunde vor Reiseantritt eingenommen; die Wirkung hält bist zu vier Stunden an.

Magen-Darm-Infektionen Kinder sind besonders anfällig für Magen-Darm-Infektionen, da ihnen die Bedeutung hygienischer Maßnahmen noch nicht bewusst ist. Außerdem verlaufen diese bei Kindern meist schwerer, und die Gefahr einer Austrocknung infolge von Diarrhö ist besonders groß. Vor allem bei Kindern sollten Elektrolyte und Glukose mit so genannten oralen Rehydratationslösungen (ORL) aus der Apotheke ersetzt werden. Sie enthalten nach den Richtlinien der WHO definierte Mengen an Mineralien und Glukose. Durch die u Apotheker Krone 12/2013 | 29


Beratung Aufnahme von Natriumionen und Glukose im Darm erhöht sich die Rückresorption von Wasser. Einfache Vorsichtsmaßnahmen können das Risiko für Reisediarrhö deutlich senken: ■ Möglichst nur in Flaschen oder Dosen industriell abgefüllte Getränke konsumieren. ■ Wasser nur trinken, wenn es gekocht, gefiltert oder desinfiziert wurde ⇒ diesen Rat fürs Zähneputzen beherzigen ■ Auf Eiswürfel verzichten ■ Nur durchgekochte, gebratene und noch heiße Speisen essen ⇒ keine aufgewärmten Gerichte. ■ Auf alle rohen Speisen verzichten ⇒ mit Ausnahme von geschältem Obst und Gemüse ■ Nur pasteurisierte oder abgekochte Milch trinken ■ Leitungswasser, das in irgendeiner Weise mit Nahrungsmitteln in Kontakt kommt, muss abgekocht werden. ■ Hände vor jedem Essen mit eigener Seife waschen ■ Ein Händedesinfektionsmittel mitnehmen und mehrmals täglich verwenden

Das gehört in die Reiseapotheke für Kinder

■ Verbandsmaterial ⇒ Heftpflaster, Mullbinden, elasti■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■

sche Binden, sterile Kompressen, Watte und eine Schere Pinzette zum Entfernen von Dornen und Splittern Mittel zur Wunddesinfektion Wund- und Heilsalbe Mittel gegen Emesis und Diarrhö Elektrolytpräparat (als Pulver) zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes nach Magen-Darm-Erkrankungen Augen- und Ohrentropfen Fieberthermometer Mittel gegen Reisekrankheit Schmerz- und fiebersenkende Mittel Juckreizstillende Präparate, speziell zur Behandlung von Kinderhaut bei Insektenstichen und Sonnenbrand Kindergerechte Repellents Bei Reisen in die Tropen ==> Moskitonetz Evtl. Mittel zur Wasserdesinfektion Mag. pharm. Eva Owesny

17. Seggauer Fortbildungstage vom 05.– 06. 10. 2013 im Schloss Seggau bei Leibnitz

„Pharmazeutische Beratung“ Das diesjährige Thema der Seggauer Fortbildungstage ist für alle an der Tara stehenden Pharmazeuten von großem Interesse und von tagtäglicher Relevanz. Denn die Information, Beratung und langjährige Begleitung von (älteren und multimorbiden) Menschen ist eine der zentralen Aufgaben der Apotheke. Samstag, 05. Oktober 2013 15.10 Antithrombotische Therapie bei Herzerkrankungen. Chancen und Risiken der neuen Substanzen PD Dr. Herwig Schuchlenz, LKH Graz-West 16.05 Magenschutz? Prim. Dr. Heinrich Leskowschek, LKH Wagna 17.40 Alzheimer-Therapie: Was gibt es Neues? Univ.-Prof. Dr. Peter Dal-Bianco, AKH Wien 18.35 Neu am Markt Univ.-Prof. Dr. Helmut Spreitzer, Pharmaziezentrum Uni Wien Sonntag, 06. Oktober 2013 08.45 Beratung bei der Erstverordnung von Antibiotika Dr. Hiltrud von der Gathen, Ickerner Markt-Apotheke, Castrop-Rauxel 09.40 Pharmazeutische Betreuung von Diabetikern in der Apotheke Apotheker Manfred Krüger, Linner Apotheke, Krefeld 11.35 Diabetes – Analyse von Nahrungsergänzungen von A(rginin) bis Z(imt) und hilfreiche Ernährungsempfehlungen über die Tara Diätologin Edburg Edlinger, Graz, Innsbruck, Wien, Mag. Michael Schramm, Apotheke zur Heiligen Elisabeth, Graz 12.30 Wie viel Beratung braucht die Selbstmedikation? Präs. Mag. Dr. Gerhard Kobinger, St.-Franziskus-Apotheke, Graz

30 | Apotheker Krone 12/2013


Klimawandel und „emerging infections“

Klimaerwärmung Zwischen 1906 und 2005 hat sich die Durchschnittstemperatur der Erdoberfläche um 0,74° C erhöht. Seit 2000 lag sie in jedem Jahr höher als in allen Jahren des 20. Jahrhunderts, von 1998 abgesehen. Hierzu dürfte der Treibhauseffekt durch das CO2 in der Atmosphäre entscheidend beitragen, dessen Menge in den letzten 150 Jahren stark angestiegen ist. Die Klimaerwärmung dürfte die Ausbreitung neuer Infektionskrankheiten nach Europa begünstigen. Im Folgenden wird anhand mehrerer Beispiele dargelegt, wie das Auftreten von Infektionskrankheiten durch die globale Erderwärmung begünstigt wird.

Malaria Jährlich treten etwa 500 Millionen Neuerkrankungen an Malaria auf. Plasmodium falciparum ist für die potenziell tödliche Malaria tropica verantwortlich. Malariaplasmodien werden durch weibliche Moskitos der Gattung Anophe-

les bei Temperaturen zwischen 16 und 33° C übertragen. Das Wachstum der Überträgermücken und der Malariaparasiten ist temperaturabhängig. Für die Entwicklung vom Ei zum Puppenstadium benötigen Anopheles-Mücken bei 22˚ C 16 Tage und bei 27,5˚ C nur 9,5 Tage. Die Entwicklung von infektiösen Sporozoiten benötigt bei 20˚ C 26 Tage und bei 25˚ C nur 13 Tage. In Österreich gab es Malariaübertragung zuletzt in den späten 1940er-Jahren, betroffen waren u. a. Wien, die Steiermark und das Burgenland. Eine Malariaübertragung in Mitteleuropa ist prinzipiell möglich, allerdin en von Epidemien unwahrscheinlich.

© Grischa Georgiew – Fotolia.com

Die Klimaerwärmung kann dazu führen, dass bereits heimische Infektionskrankheiten an Bedeutung zunehmen. Es können dadurch aber auch Erkrankungen Fuß fassen, die bisher als typisch für mediterrane oder tropische Gebiete gelten; das Auftreten von Epidemien ist aber derzeit weniger wahrscheinlich.

Leishmaniose Leishmanien sind begeißelte Protozoen, die im Mittelmeerraum, im Nahen Osten, in Indien und in der Sahelzone sowie in Mittel- und Südamerika vorkommen. Sie werden durch dämmerungsaktive Sandmücken (Phlebotomen) übertragen und befallen Makrophagen des Wirtes. Krank- u Apotheker Krone 12/2013 | 31


Beratung heitsfolgen sind Geschwüre an Haut bzw. Schleimhäuten (kutane bzw. mukokutane Leishmaniose) oder ein Befall der inneren Organe mit Splenomegalie, Fieber, Durchfällen und Panzytopenie (viszerale Leishmaniose). Man rechnet jedes Jahr mit 2 Millionen Neuerkrankungen weltweit. Eine Erwärmung um 3–5° C würde in mehreren Gegenden des Mittleren Ostens die Übertragung von Leishmanien auch im Winter ermöglichen. In heißen Regionen kann jedoch die Erderwärmung auch zu einer Abnahme der Leishmaniose führen, während sie in kühleren Regionen die Ausbreitung nach Mittel- oder Westeuropa fördert. Im österreichischen Bundesland Kärnten wurden nahe der Grenze zu Slowenien zwischen Juli 2009 und Juli 2010 erstmals vier männliche und 22 weibliche Exemplare von Phlebotomus mascittii gefangen, allerdings ist Leishmanienübertragung durch Phlebotomus mascittii bisher nicht endgültig gesichert.

kommen vor allem zwischen den 35. Breitengraden vor und legen ihre Eier in Pfützen und anderen Wasseransammlungen, wie z. B. in alten Autoreifen. Sowohl die Reifungsgeschwindigkeit der Aedes-Mücken als auch die Vermehrungsgeschwindigkeit und die Infektionseffizienz der Dengueviren nehmen bei Temperaturerhöhung deutlich zu. Aedes-Arten (z. B. Aedes albopictus), die Dengue- oder auch Chikungunyaviren übertragen können, kommen bereits heute in Südeuropa vor. Im Jahre 2010 sind autochthone Denguefälle in Kroatien beobachtet worden. Bei fortschreitender Erwärmung dürfte das Auftreten von Denguefieber oder von anderen durch Aedes-Mücken übertragenen Erkrankungen, wie z. B. Chikungunyafieber, auch nördlich der Alpen möglich werden.

Denguefieber

Zwischen dem 42. und dem 63. Breitengrad kommt in Europa das durch Zecken der Gattung Ixodes übertragene FSME-Virus vor. Schätzungen zufolge gibt es in Europa jährlich 10.000 Fälle, von denen in Westeuropa etwa 1 % tödlich verläuft (RKI 2008). Die Inzidenz der FSME hat sich in Europa seit den 1980er-Jahren des 20. Jahrhunderts – zusammen mit dem Anstieg der Wintertemperaturen – in etwa vervierfacht. In Österreich sank nach Angaben eines Impfstoffherstellers (Baxter: www.zecken.at) die jährliche FSME-Fallzahl von 677 im Jahre 1979 auf 113 im Jahre 2012. Diese Abnahme geht mit der für Europa einmaligen hohen Impfrate von zuletzt 85 % einher. Ansteigende Wintertemperaturen können die Ausbreitung von Zecken der Gattung Ixodes und die Verbreitung von FSME in Mittelund Nordeuropa fördern. Hingegen können trockenere Sommer sowohl die Zeckenpopulation (FSME-Überträger) als auch die Nagerpopulation (FSME-Reservoir) beeinträchtigen.

Über ein Drittel der Weltbevölkerung lebt in Gebieten mit Denguefieber. Die Zahl der Neuerkrankungen hat von 1960 bis 2010 um den Faktor 30 zugenommen und wird jetzt auf über 100 Millionen jährlich geschätzt (CDC der USA und WHO, 2013). Die Überträger, Moskitos der Gattung Aedes,

FSME

Lyme-Borreliose

Anzeige | Fachkurzinformation siehe Seite 52, 53

In Österreich wird die Inzidenz an Lyme-Borreliose auf jährlich 135 bis 300 pro 100.000 Einwohner geschätzt. In Europa begünstigen mildere Wintermonate die Vermehrung der Zecken, und in Schweden hat der Zeckenbefall von Hunden und Katzen in den 1990er-Jahren zwischen 22 und 46 % zugenommen.

West-Nil-Fieber West-Nil-Fieber wird durch West-Nil-Viren (Genus Flavivirus) hervorgerufen und u. a. durch Mücken der Gattung Culex übertragen. Verbreitungsgebiete des West-Nil-Virus sind Afrika sowie der Mittlere Osten, die Überträgermücken kommen auch in Nordamerika und Europa vor. Die Vermehrung des West-Nil-Virus im Vektor ist stark temperaturab32 | Apotheker Krone 12/2013


hängig. Daher überrascht es nicht, dass die nordamerikanische West-Nil-Epidemie nach einem warmen Winter während des heißen Sommers im Jahre 1999 begann. Im Jahre 2002 erkrankten in den USA 4.156 Personen, von denen 284 starben. Nach 9.862 Neuerkrankungen im Jahre 2003 wurden Moskitokontrollprogramme implementiert, und im Jahre 2004 sank die Fallzahl auf 2.539. Ausbrüche von West-Nil-Fieber gab es auch in Rumänien, Russland und Frankreich. In Frankreich und im Osten Österreichs wurden West-Nil-Infektionen bei Vögeln nachgewiesen, eine serologische Studie bei Blutspendern in Tirol ergab jedoch nicht den Nachweis von humanen West-Nil-Infektionen. Trotzdem könnten steigende Sommertemperaturen auch in Mitteleuropa zu West-Nil-Epidemien führen. Ein Impfstoff gegen West-Nil-Fieber ist in Entwicklung, bei Mäusen ist die Induktion schützender Antikörper bereits möglich.

Hantaviren

Fachkurzinformation siehe Seite 53

Die Hantaviren gehören zur Familie der Bunyaviren. Infektionen mit den in Deutschland vorherrschenden Subtypen Puumala und Dobrava wirken sich vor allem auf die Nieren aus (Nephropathia epidemica). Die Infektion mit Puumala kann auch eine Bronchitis oder Pneumonitis auslösen. Virusreservoir und Überträger sind kleine Nagetie-

re. Ein Anstieg der Nagerpopulationen kann bei wärmeren Herbst- oder Wintertemperaturen zu einem Anstieg der Hanta-Fallzahlen führen.

Vibrio cholerae und Vibrio vulnificus Jährlich sterben etwa 120.000 Menschen an Cholera. Die Letalität der Erkrankung liegt zwischen 1 und 40 %. Die Behandlung besteht in erster Linie im Ersetzen der mit dem Stuhl ausgeschiedenen Flüssigkeit, ferner in der Gabe eines Antibiotikums, z. B. Doxycyclin. Hauptreservoir für den Erreger Vibrio cholerae ist der Mensch. Er infiziert sich in der Regel durch kontaminiertes Trinkwasser. Außerhalb des Menschen kann Vibrio cholerae im Wasser – in Abhängigkeit von Temperatur und Salzgehalt – jahrelang überleben. Infektionen mit Vibrio vulnificus treten auf, wenn die Wassertemperatur 20° C überschreitet. Bei einem weiteren Anstieg der sommerlichen Wassertemperaturen der Ostsee ist gehäuft mit Vibrio-vulnificus-Infektionen zu z rechnen. Literatur bei den Verfassern

Priv.-Doz. Dr. Christoph J. Hemmer, Dr. Silvius Frimmel und Prof. Dr. Emil Christian Reisinger,

Abteilung für Tropenmedizin und Infektionskrankheiten, Universität Rostock, Deutschland


Beratung Anaphylaktische Reaktion – was tun? Bei einem anaphylaktischen Notfall darf keine Zeit verloren werden. Dr. Nadine Mothes-Luksch, Universitätsklinik für Dermatologie am AKH Wien, klärt im Interview über Symptome und Therapie bei Anaphylaxie auf.

Was versteht man unter anaphylaktischen Reaktionen? Dr. Mothes-Luksch: Unter Anaphylaxie versteht man eine akute systemische Reaktion, die schlagartig beginnt und den gesamten Organismus erfassen kann. Im Wesentlichen können die Haut, die Atemwege, das kardiovaskuläre System und/oder der Gastrointestinaltrakt betroffen sein. In Abhängigkeit von Intensität und Schwere der Reaktionen wird die Anaphylaxie nach Schweregraden von I bis IV klassifiziert.

© Alekss – Fotolia.com

Was sind typische Symptome einer beginnenden anaphylaktischen Reaktion? Juckreiz, Flush, Urtikaria und Angioödem sind typische Symptome an Haut und Schleimhaut. Oft äußert sich eine beginnende anaphylaktische Reaktion lediglich mit einem Juckreiz an Handflächen, Fußsohlen und/oder im Genitalbereich. Hinzu kommen können Globusgefühl, Angstgefühle und Kopfschmerzen. Es kann aber sehr rasch zu einer Verschlechterung der Symptomatik und zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen. Eine Schwellung des Kehlkopfes kann innerhalb von Minuten zu einer lebensbedrohlichen Hypoxie führen. Ein Frühsymptom dafür ist eine beginnende Heiserkeit. Bronchokonstriktion sowie eine Erhöhung des pulmonalen vaskulären Widerstandes durch Vasokonstriktion führen zu Dyspnoe bis hin zum Lungenödem. Wie erklären sich die gastrointestinalen Symptome sowie die Wirkung auf das Kreislaufsystem? Die gastrointestinalen Symptome von Übelkeit bis zu Erbrechen und plötzlichen Durchfällen werden unter anderem durch eine Permeabilitätsstörung und die Stimulation der Histaminrezeptoren verursacht. Dadurch kommt es zu einem massiven Flüssigkeitsverlust ins Gewebe und damit zur Hypovolämie und folglich zur Hypotonie. Histamin und andere Allergiemediatoren wirken außerdem direkt kardiotoxisch und arrhythmogen. Arrhythmie und Tachy-

34 | Apotheker Krone 12/2013

kardie bis hin zum Schock und Kreislaufstillstand können die Folge sein. Wie rasch kann es zu so einer lebensbedrohlichen Symptomatik kommen? Das kann sehr rasch gehen! Bei Nahrungsmittelallergien kann es bereits eine halbe Stunde nach der Nahrungsaufnahme zum Kreislaufversagen und Atemstillstand kommen. Nach Insektenstichen bereits nach 10 bis 15 Minuten! Und bei einer Arzneimittelreaktion auf eine i. v. Verabreichung kann es innerhalb von Minuten zum Kreislaufversagen kommen. Was sind typische Auslöser? Hauptauslöser bei Erwachsenen sind Medikamente – vor allem Muskelrelaxanzien, Antibiotika, NSAR sowie Acetylsalicylsäure – und Insektengifte. In letzter Zeit wird auch eine steigende Zahl von Anaphylaxien im Zusammenhang mit Biologikatherapien beobachtet. Bei Kindern hingegen sind zu 90 % Nahrungsmittel für lebensbedrohliche Reaktionen verantwortlich, vor allem Erdnüsse und andere Nüsse, Fisch und Krustentiere, aber auch Kuhmilch, Hühnerei und Weizenmehl. Wie sollte im Falle einer anaphylaktischen Reaktion reagiert werden? Als erste Maßnahme muss sofort die Zufuhr des Auslösers beendet werden. Wichtig sind auch die richtige Lagerung sowie das Legen eines intravenösen Zuganges. Ab einer Grad-II-Reaktion sollte sofort intramuskulär Adrenalin gegeben werden – die Dosis liegt bei 0,3–0,5 mg bei Erwachsenen. Bei Kindern gibt man 0,01 mg/kg KG. Die intramuskuläre Gabe ist der subkutanen vorzuziehen, weil die maximale Plasmakonzentration bereits nach 5–10 Minuten erreicht wird. Die heute verfügbaren Autoinjektoren sind besonders für Patienten bei bekannter Anaphylaxie geeignet.


Dr. Nadine Mothes-Luksch, Universitätsklinik für Dermatologie, AKH Wien

Was ist beim anaphylaktischen Schock zu beachten? Die Adrenalingabe muss von adäquater Volumensubstitution und Sauerstoffgabe gefolgt werden. Ebenso werden Kortikosteroide und Antihistaminika gegeben. Diese haben zwar in der Akutsituation kaum Bedeutung, werden aber zur Verhinderung der histaminbedingten Vasodilatation und der Spätfolgen empfohlen. Nach der Akuttherapie eines anaphylaktischen Schocks sollte der Patient hospitalisiert werden. Eine Überwachung über 8–24 Stunden wird empfohlen, da bis zu 20 % aller anaphylaktischer Reaktionen biphasisch verlaufen und eine neuerliche Reaktion im Mittel 10 Stunden nach Symptombeginn auftreten kann. Die Antihistaminika- und Steroidtherapie sollte über weitere 3 Tage fortgesetzt und Patienten müssen instruiert werden, beim neuerlichen Auftreten von Symptomen sofort wiederzukommen. Anzeige

Was muss in der Nachbehandlung beachtet werden? Es geht darum, neuerliche anaphylaktische Reaktionen so weit wie möglich zu vermeiden bzw. sofort adäquat zu reagieren. Bei unbekannten Auslösern muss daher eine allergologische Abklärung erfolgen. Entscheidend sind auch die Verordnung eines Notfallsets (Adrenalinautoinjektor, Antihistaminika und Kortikosteroide) zur Selbstanwendung im Akutfall und die genaue Anleitung zur Handhabung, um sofort richtig reagieren zu können. Bei Kindern muss auch das Umfeld einbezogen und instruiert z werden.

Das Gespräch führte Susanne Hinger


Beratung

Rück- und Ausblick: Photoprotektion der Haut Sowohl beim Sonnenschutzverhalten als auch bei den Sonnenschutzmitteln selbst haben sich in den vergangenen 25 Jahren wichtige Verbesserungen vollzogen. Die Devise lautet heute: moderne, hoch wirksame Sonnenschutzmittel ergänzend zu und nicht anstatt vernünftigem Sonnenverhalten!

I

n den 1980er- und 1990er-Jahren wurden die wichtigsten Arbeiten, welche die Effizienz von Sonnenschutzmitteln unter Beweis stellten, publiziert. Gleichzeitig wurde man sich bewusst, dass auch Sonnenschutzmittel „dunkle“ Seiten haben können. Der Glaube an deren „Allmacht“ verführt Menschen oft zu übermäßigem Sonnenkonsum. In den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten konnte in zahlreichen Studien gezeigt werden, dass die besten Sonnencremen nur wenig nützen, wenn sie falsch angewandt werden. Einschmieren aller exponierter Hautareale mit einer ausreichenden Menge Sonnencreme (2 mg/cm2) ist ebenso wichtig wie die regelmäßige Erneuerung des Sonnenschutzmittelfilms.

36 | Apotheker Krone 12/2013

Hotspots der Sonnenschutzmittel Photostabilität Aus der Mitte der 1990er-Jahre stammt auch die Erkenntnis, dass sich viele organische UV-Filter unter der Einwirkung dieser hochenergetischen Strahlung sterisch verändern und dadurch ihre Absorptionsfähigkeit signifikant einbüßen. In den 1990er-Jahren ein heiß umfehdetes Thema, wurde das Thema Photostabilität nun von der ISO WG 7 aufgegriffen und bei der Erstellung der Testvorschriften zur Ermittlung der UV-Schutzwirkung berücksichtigt. Besonders glücklich kann man darüber aber nicht sein, denn die geforderte Vorbestrahlung der Probe vor dem


Sonnenschutzmitteltest federt zwar die Vortäuschung eines höheren Schutzfaktors ab, der Zerfallsprozess im Falle einer instabilen Sonnenschutzmittelzubereitung an sich bleibt aber weiterhin unberücksichtigt. Da diese Zerfallsprozesse bei der alltäglichen Anwendung direkt auf der Haut der Konsumentin/des Konsumenten stattfinden, können sich eventuelle toxische Zerfallsprodukte dort negativ auswirken. Daher sollte meiner Meinung nach die Forderung, nur photostabile Sonnenschutzprodukte auf dem Markt zuzulassen, aufrechterhalten werden. Schutz vor UV-A-Strahlung Zeitgleich mit dem Thema Photostabilität wurde die Bedeutung des Schutzes vor UV-A-Strahlung diskutiert. Ich erinnere mich noch gut an einen Review einer meiner Arbeiten, wo vom Reviewer meine Forderung nach einem effizienten UV-A-Schutz als überzogen kritisiert wurde. Heute darf kein Produkt mehr vermarktet werden, das neben dem UV-B-Schutz nicht auch über einen adäquaten UV-ASchutz verfügt. Die Firmen überbieten sich förmlich in der Auslobung dieser Eigenschaft. Vollkommen zu recht, denn Hautalterung ist zu einem beträchtlichen Teil auf den UVA-Anteil des Sonnenspektrums zurückzuführen.

bei Kinderhaut und Haut mit Barrieredefekten (z. B. atopische Haut). Hier darf in den kommenden Jahren auf eine Klärung der Fragestellung gehofft werden. Fazit: Sonnenschutzmittel haben sich als effizienter Teil eines umfassenden Sonnenschutzkonzeptes etabliert. EU-weite Regulierungen tragen wesentlich zur Verbesserung des Sicherheitsprofils von Sonnenschutz mitteln bei. Neben der Auswahl eines qualitativ hochwertigen Produktes, das auf Verwendungszweck, kosmetischen Hauttyp und persönliche Vorlieben abgestimmt werden muss, ist die richtige Anwendung des Sonnenschutzmittels von großer Bedeuz tung für die photoprotektive Prophylaxe. Literatur bei Verfasser

Univ.-Prof. Dr. Harald Maier,

Universitätsklinik für Dermatologie, MedUni Wien

Anzeige

Hautpenetration von Nanopartikel? Ein weiterer Hotspot in der Diskussion über die Wirksamkeit und Sicherheit von Sonnenschutzmitteln ist der Einsatz von so genannten physikalischen UV-Filtern, vornehmlich Zinkoxid (ZnO) und Titandioxid (TiO2). Im Unterschied zu organischen UV-Filtern, welche die UVStrahlung absorbieren und in Form von infraroter Strahlung (also in niedrig energetischen Portionen) wieder abgeben, reflektieren und streuen diese Metalloxide die UV-Strahlung. Da es sich bei den Metalloxiden um aktive Photokatalysatoren handelt, die organisch-chemische Reaktionen beschleunigen, werden sie mit inerten Materialien ummantelt (Coating). So weit, so gut. Metalloxiden in ihrer Mikroform haftet der kosmetische Makel an, dass sie die Haut weiß färben (Whitening). Um für die Konsumenten kosmetisch akzeptable Lösungen anbieten zu können, werden ZnO und TiO als Nanopartikel den Sonnenschutzmitteln beigemischt. Damit vergrößert sich erstens die Oberfläche der Metalloxide dramatisch, und zweitens kommen Partikel zum Einsatz, bei deren Größe (unter 100 nm) die Frage nach Hautpenetration relevant wird. Während die Evidenzlage, dass es zu keiner signifikanten Penetration von Nanopartikeln durch intakte Haut von Erwachsenen kommt, sehr gut ist, fehlen solche Untersuchungen Apotheker Krone 12/2013 | 37


Beratung Badevergnügen mit HWI-Risken

© sk_design – Fotolia.com

Sommer und Schwimmbäder gehören zusammen, doch nicht immer bleibt der Badespaß ohne Folgen. Bakterien, Pilze und andere Mikroorganismen fühlen sich nämlich im Wasser genauso wohl wie der Mensch, der für die schlimmste Wasserverschmutzung beispielsweise durch E. coli, Enterokokken, Chlamydien oder Mykoplasmen sorgt.

V

or allem das Nichtberücksichtigen der Empfehlung, vor dem Baden die Blase zu entleeren, stempelt den Menschen als Wasserverschmutzer ab. Durch den Kältereiz des Wassers kommt es nämlich zu einer Kontraktion der Blasenmuskulatur, wodurch jeder Badegast einige Milliliter Urin in das Badewasser abgibt. Keime, die einen Harnwegsinfekt auslösen, können so sehr leicht verbreitet werden. Noch dazu kommt es gerade in öffentlichen Schwimmbädern auch zu atypischen Harnwegsinfektionen (HWI), die beispielsweiAnzeige | Fachkurzinformation siehe Seite 53

se durch Mycoplasmen ausgelöst werden. Dies ist oft der Grund dafür, dass die antibiotische Behandlung eines HWI nicht optimal anspricht, denn nicht jedes Antibiotikum umfasst auch das Spektrum der Mykobakterien.

Erste Hilfe – Verdünnungsdiurese Beim ersten Brennen im Harnleiter sollte sofort eine Ausschwemmungstherapie eingeleitet werden. Pflanzliche


Anzeige

Aquaretika greifen im Gegensatz zu Diuretika nicht in den Elektrolythaushalt ein, sondern wirken, indem sie die Nierendurchblutung erhöhen, die glomeruläre Filtrationsrate steigern und die Wasserrückresorption im Sammelrohr hemmen. Pathogene Keime werden so rasch ausgespült. Zum Einsatz kommen v. a. Birkenblätter, Goldrutenkraut, Orthosiphonblätter, Brennnessel- oder Schachtelhalmkraut. Als wirksame Inhaltsstoffe gelten hauptsächlich Flavonoide und Triterpensaponine.

Sonderstellung Bärentraubenblätter Unter den pflanzlichen Harnwegsdesinfizienzien halten die Blätter der Bärentraube einen besonderen Stellenwert. Für die desinfizierende Wirkung verantwortlich sind das Phenolglykosid Arbutin sowie verschiedene Gerbstoffen. Bereits während der Magen-Darm-Passage wird Arbutin durch β-Glucosidasen der Darmflora zu Hydrochinon und Glucose hydrolysiert. Nach Resorption wird Hydrochinon rasch an Glukuron- und Schwefelsäure gebunden und gelangt so als Glukuronid oder Schwefelsäureester in den Harntrakt, wo die Metaboliten wiederum eliminiert und das antibakteriell wirkende Hydrochinon endgültig freigesetzt werden. In Studien konnte bereits in den 1990-er Jahren klar gezeigt werden, dass Harn nach der Einnahme von Bärentraubenblätter-Extrakten antimikrobiell wirksam ist (Siegers CP et al., Pharm Pharmacol 1997; 7:90–9).

Alkalisieren des Harns nicht nötig Diskutiert wird in diesem Zusammenhang immer wieder, dass der Harn alkalisch reagieren muss, damit Hydrochinon überhaupt aus seinen konjugierten Vorstufen freigesetzt werden kann. Mittlerweile weiß man aber, dass bei Infektionen mit Proteus eine Alkalisierung des Harns auf etwa pH 8 automatisch eingeleitet wird; Bakterienstämme wie E. coli haben ihrerseits sogar eine GlucuronidaseSulfatase-Aktivität, um antibakteriell wirksames Hydrochinon freizusetzen. Eine zusätzliche Alkalisierung des Harns scheint daher nicht unbedingt nötig zu sein.

Cranberry, Meerrettich und Kapuzinerkresse Dass Cranberry-Extrakte prophylaktisch bei den ersten Anzeichen einer Zystitis unterstützend wirken können, ist mittlerweile gut bekannt. Anthocyane im Fruchtextrakt wirken antioxidativ und stärken das lokale Abwehrsystem. Die in den Früchten enthaltenen Polyphenole wirken zudem ebenfalls antimikrobiell und verhindern die Anheftung von E. coli und anderen uropathogenen Bakterien ans Urothel. Immer beliebter werden mittlerweile jedoch Kombinationen zwischen Preiselbeeren/Cranberries und z Aquaretika. Mag. pharm. Dr. Isabella Gazar

Neue Kombi für die Blase Bärentraube und Cranberry erstmals in einer Kapsel

H

arndrang und häufiges, mitunter schmerzhaftes Wasserlassen sind unangenehme Begleiterscheinungen eines Harnwegsinfektes. Diese Entzündung der Harnblase wird zumeist durch Bakterien verursacht, die über die Harnröhre in die Blase aufsteigen. Aufgrund der kürzeren Harnröhre sind Frauen davon häufiger betroffen als Männer.

Für gesunde Harnwege Zum Schutz der Harnwege und ihrer Funktion können ausgewählte Pflanzenstoffe zum Einsatz kommen: Bärentraube Die Bärentraube (Arctostaphylos uva-ursi) gehört ebenso wie die Cranberry zur Familie der Heidekrautgewächse. Die Blätter enthalten Arbutin, das im Körper zum aktiven Inhaltsstoff Hydrochinon abgebaut wird, weiters Gerbstoffe und Flavonoide. Insgesamt wirken die Blätter der Bärentraube desinfizierend auf den Harn und fördern eine gute Durchspülung und Reinigung der Harnwege. Cranberry Die Früchte der Cranberry (Vaccinium macrocarpum) sind reich an Polyphenolen, wie Proanthocyanidinen, Quercetin und organischen Säuren. Sie sind zudem reich an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitamin C. Diese Inhaltsstoffe sind Teil einer gesunden Ernährung und üben im menschlichen Körper wichtige Schutzfunktionen aus.

Urgenin® Blasenkapseln von Madaus Erstmals werden Bärentraube und Cranberry in Österreich in Kombination angeboten – im Nahrungsergänzungsmittel Urgenin® Blasenkapseln. Dosierung: 3-mal täglich (36 mg Proanthocyanidine und 30 mg Hydrochinon/d).

Packungsgröße: 60 Kapseln, AEP 11,62 Euro

Urgenin® Blasenkapseln sind rein pflanzlich (vegan), laktoseund glutenfrei, gentechnikfrei, ohne bekannte Allergene. www.madaus.at


Beratung Überaktive Blase: zunehmend mehr Betroffene In Österreich leben derzeit etwa 830.000 Menschen mit einer überaktiven Blase. Bedingt durch die demografische Entwicklung wird prognostiziert, dass diese Zahl in den nächsten 20 Jahren auf fast 1,5 Millionen ansteigen wird.

U

nter der Bezeichnung lower urinary tract symptoms (LUTS) werden unterschiedliche Beschwerden, die bei der Harnsammlung und Entleerung der Harnblase auftreten können, zusammen gefasst. Dazu gehören u. a.: verzögertes Einsetzen der Blasenentleerung trotz starken Harndrangs, das Gefühl, die Blase werde nicht völlig leer (Restharnempfinden), ein schwacher Harnstrahl, nachtröpfelnder Urin, lange Dauer der Blasenentleerung und schon kurze Zeit nach dem Urinieren einsetzender erneuter Harndrang sowie die Dranginkontinenz.

Geschlechtsspezifische Ursachen Bei Männern sind die möglichen Ursachen: eine Vergrößerung der Prostata, eine Entzündung oder ein Tumor der Harnblase oder der Prostata oder eine Verengung des Blasenhalses bei normal großer Prostata. Eine Abklärung beim Urologen ist anzuraten, um entsprechend der Ursache die Therapie festzulegen. Bei Frauen spielen oftmals hormonelle Ursachen eine Rolle, wie z. B. in der Schwangerschaft oder im Klimakterium. Denn in den Wechseljahren führt der Abfall der weiblichen Geschlechtshormone zu einer Veränderung des Blasengewebes führt. Generell steigt die Häufigkeit der Beschwerden mit zunehmendem Alter an. Gerade im höheren Lebensalter beeinflusst auch die nachlassende Gehirnleistung die Kontrolle über die Harnblase negativ.

© spinetta – Fotolia.com

Drangbedingte Inkontinenz im Alter häufigste Form Mit einem Anteil von etwa 60 % ist die drangbedingte Inkontinenz die wesentliche Ursache für den ungewollten Harnverlust im Alter; Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen. Zur Drangsymptomatik bzw. Dranginkontinenz kommt es einerseits aufgrund einer verspäteten Perzeption des Harndranges und andererseits durch eine mangelhafte zentrale motorische Hemmung des Detrusorreflexes. Die Beckenbodenmuskulatur erschlafft, während

40 | Apotheker Krone 12/2013

sich der Detrusormuskel kontrahiert. Manchen Patienten gelingt es, bei Auftreten des befehlhaften Harndrangs durch aktive Kontraktion des Beckenbodens einen drohenden Harnabgang zu verhindern, bis sie die Toilette erreichen. Sind die Ursachen der Harndraninkontinenz nicht zu beseitigen, beruht die Therapie auf vier Säulen: Kontinenztraining (Beckenboden- und Toilettentraining), Pharmakotherapie (in Kombination mit Kontinenztraining), Elektrostimulation/Modulation und Katheterableitung/ Windelversorgung. Gerade die Katheterableitung sollte jedoch nur als letzte Möglichkeit, wenn alle anderen Optionen ausgeschöpft wurden, zum Einsatz kommen. Auch Windelversorgung alleine ist wenig sinnvoll, die anderen Therapiensäulen sollten ebenfalls mit berücksichtigt werden.

Überaktive Blase: bei den über 60-Jährigen ist jeder Fünfte betroffen Nach der International Continence Society (ICS) wird die überaktive Harnblase (OAB) als Drangsymptomatik mit oder ohne Harninkontinenz, mit Pollakisurie (häufiges Wasserlassen) und Nykturie (nächtliches Harnlassen) ohne Vorliegen einer Infektion oder einer anderen augenscheinlichen Pathologie definiert. Unterteilt wird das Beschwerdebild der OAB in: ■ OAB trocken: Pollakisurie (> achtmal/24 Stunden), imperativer Harndrang, Nykturie > zweimal; und ■ OAB nass: umfasst OAB trocken plus Dranginkontinenz. Die Eckpfeiler der Therapie der OAB sind – wie bei der Dranginkontinenz – Verhaltensmodifikation und medikamentöse Therapie (vor allem Anticholinergika, topische Östrogene). Bei Therapieversagen oder Kontraindikationen für Anticholinergika stehen nichtinvasive Verfahren der Neuromodulation und invasive Verfahren (sakrale Neuromodulation, Botox- Injektion, Blasenaugmentation, z Harnableitung) zur Verfügung. Mag. Nicole Gerfertz


Tara-Gespräch

Dranginkontinenz unter Kontrolle Mit Solifenacin können schwere Drangepisoden bei Patienten mit überaktiver Blase (over active bladder, OAB) schon vor dem dritten Behandlungstag reduziert werden. Solifenacin punktet auch in der Compliance im Vergleich zu anderen Antimuskarinika.

S

chlagartige, nicht unterdrückbare Harndrangepisoden stellen für die betroffenen Patienten eine große Einschränkung in ihrem Tagesablauf und damit in ihrer Lebensqualität dar. In den meisten Fällen liegt eine Detrusorüberaktivität vor, die symptomatisch mit Antimuskarinika, wie Solifenacin, in den Griff bekommen werden kann. Zusätzlich hilft die regelmäßige Blasenentleerung nach der Uhr (direkt nach dem Aufstehen, 30 Minuten nach Mahlzeiten und vor dem Zubettgehen) sowie eine Gewichtsnormalisierung.

Wann spricht man von einer überaktiven Blase? Die OAB ist eine funktionelle Störung der Blasenfunktion, die mit einem imperativen (ungewollten) Harndrang, einer erhöhten Miktionsfrequenz (> 8 Mal/Tag) und/oder Nykturie (> 1 Mal/Nacht) verbunden ist. Eine Dranginkontinenz kann, muss aber nicht vorliegen. Davon abzugrenzen ist die Stressinkontinenz, mit einem Harnverlust bei körperlicher Belastung.

Wie wirkt Vesicare , und wann ist das Antimuskarinum angezeigt? ®

Entgeltliche Einschaltung | Fachkurzinformation siehe Seite 53

Solifenacinsuccinat in Vesicare® ist ein spezifischer, cholinerger Rezeptorantagonist, der den Muskarinrezeptor vom Subtyp M3 der glatten Muskulatur der Harnblase kompetitiv blockiert und damit zur Relaxation derselben führt. Damit eignet sich Solifenacin zur symptomatischen Therapie der Dranginkontinenz und/oder der Pollakisurie sowie des imperativen Harndrangs, wie sie bei OAB-Patienten auftreten können. Bei der Abgabe ist zu bedenken, dass es bei Patienten, die weitere Arzneimittel mit anticholinergen Eigenschaften einnehmen, zu einer Verstärkung der Wirkungen und Nebenwirkungen des Präparats kommen kann.

Wann ist mit einer Erleichterung zu rechnen? Schwerwiegende Drangepisoden können mit Solifenacin bereits vor dem dritten Behandlungstag signifikant gesenkt werden, wie die SUNRISE-Studie im Vergleich mit Placebo aufzeigte.1

Welche weiteren Vorteile hat eine Therapie mit Vesicare®? Freiheit im Tagesablauf Solifenacin hilft effektiv den Harndrang hintanzuhalten. So konnte in einer Studie gezeigt werden, dass die Fähigkeit eines OAB-Patienten, eine Tätigkeit noch vor dem Toilet-

tengang zu beenden, nach 12 Wochen Therapie signifikant verbessert werden kann.2 Dies gelang bei 46 % der Patienten mit OAB vs. 30 % unter Placebo (p < 0,05). Zum Vergleich: Vor der Therapie konnten nur 11,7 % den Toilettenbesuch planen. Längere Vorwarnzeit Mit Solifenacin konnte nach 12 Wochen Behandlung auch die Zeitdauer vom ersten Empfinden des imperativen Harndrangs bis zur Harnentleerung bzw. Inkontinenz um 186,4 Sekunden verlängert werden.3 Gleichwertig wie andere Substanzen Des Weiteren erweist sich Solifenacin im Vergleich mit Tolterodin 4 mg retard hinsichtlich der Miktionsfrequenz als gleichwertig, wobei mit Solifenacin signifikant mehr Patienten bei Therapieende kontinent waren (59 vs. 49 %, p ≤ 0,05).4 Keine kognitiven Einbußen Unliebsame zentralnervöse Nebenwirkungen unspezifischer Antimuskarinika sind vor allem Konzentrationsstörungen oder eine Verschlechterung der Gedächtnisleistung, die mit der Blockade der M1-Acetylcholinrezeptoren im ZNS in Verbindung gebracht werden. Solifenacin aber wirkt selektiv an M3-Rezeptoren der Harnblase und weist nur eine geringe Affinität zu M1-Rezeptoren auf. Im Vergleich zu Oxybutynin trat unter Solifenacin bei älteren Patienten nach sechs Stunden keine statistisch signifikante Verschlechterung der Wahrnehmungsfunktionen auf.6 Hohe Therapietreue Die Compliance der OAB-Patienten unter Solifenacin 10 mg ist im Vergleich mit anderen Antimuskarinika (z. B. Propiverin, Oxybutynin oder Tolterodin) am höchsten, wie eine retrospektive Untersuchung herausfand.5 Mit ein Grund dafür ist die praktische „Once daily“-Formulierung, die insbesondere bei älteren Patienten mit Polymedikation mehr Akzeptanz findet.

Wie soll Vesicare® angewendet werden? Die Tabletten sollen unzerkaut und unzerteilt mit etwas Flüssigkeit geschluckt werden. Gegen eine gleichzeitige z Nahrungsmitteleinnahme ist nichts einzuwenden. Literatur: 1 Cardozo L et al., BJU Int 2008; 102(9):1120–1127 2 Serels S et al., Urology 2006; 68(Suppl 5a):73 MP–04.11 3 Toglia M et al., Neurourol Urodyn 2006; 25(6):655, Abstr. 123 4 Chapple C et al., Eur Urol 2005; 48(3):464–470 5 Wagg A et al., BJU Int 2012; 110(11):1767–1774 6 Wesnes K et al., ICS 2008, p. Abstr. 185


Beratung Orthomolekulare Medizin Krankheit, Medikamente, erhöhter Bedarf oder schlechte Ernährung führen zu einer Unterversorgung des Körpers mit Mikronährstoffen. Die Folgen werden nur schleichend sichtbar, und die Erforschung der Ursache erfordert pharmazeutische Detektivarbeit.

D

ie WHO empfiehlt 5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag – ein Idealbild, das mit der Realität wenig gemein hat. Und selbst wer sich fleißig am Frischeregal des Supermarkts bedient, hält unter der vielversprechenden glänzend polierten Schale meist nur noch wenige Vitalstoffe in der Hand. Geschuldet ist dies den langen Transport- und Lagerzeiten sowie den durch Monokulturen an Nährstoffen verarmten Böden. Nicht erst seit dem Ernährungsbericht des Gesundheitsministeriums ist bekannt, dass die Österreicher bei vielen Mikronährstoffen enorme Defizite aufweisen. Dabei ist Nährstoffmangel ein wesentlicher Co-Faktor bei der Entstehung und die ausreichende Supplementierung essenziell bei der Linderung von Krankheiten. Um diesen im Taragespräch aufzudecken, ist jedenfalls die Frage nach Grunderkrankungen, Medikamenten, Sport und Ernährungsgewohnheiten zu stellen. Das Feld der orthomolekularen Medizin ist ein weites und reicht von Vitaminen und Mineralstoffen über essenzielle Fettsäuren bis hin zu

Enzymen und Aminosäuren. In Folge werden nur ein paar der am häufigsten eingesetzten Vertreter betrachtet:

Superstar D3 Aktuelles Lieblingsvitamin aller Ärzte ist derzeit unbestritten Vitamin D3 (Cholecalciferol). Fast täglich erscheint eine neue Studie, die die wichtige Funktion an irgendeiner Stelle des Organismus unterstreicht. Da das Supervitamin durch UV-Einstrahlung vom Körper selbst produziert werden kann, unterliegt der Blutspiegel jahreszeitlichen Schwankungen. Doch auch an sonnenreichen Sommertagen wird in der Regel nicht der kardiovaskulär protektive Vitamin-D-Spiegel erreicht. Wie bei jedem MikronährstoffMangel treten auch hier die Symptome schleichend, langsam und schwer zuordenbar auf. Erste Anzeichen der Unterversorgung manifestieren sich in einem geschwächten Immunsystem und depressiver Verstimmung (Winterdepression). Außerdem wird ein Defizit auch mit Psoriasis, Diabetes mellitus, Neurodermitis, Asthma und natürlich Osteoporose in Zusammenhang gebracht.

Allzweckwaffe Mg Auf eine längere Karriere kann Magnesium zurückblicken, und das zu recht. Der mannigfaltige Einsatzbereich erstreckt sich von Muskel- und Wadenkrämpfen über kardiale Beschwerden bis hin zur Wehenprophylaxe in der Schwangerschaft. Auch leicht blutdrucksenkende Eigenschaften werden dem Mineralstoff zugeschrieben, der vom Körper am besten als organisches Salz (z. B. Citrat, Orotat, Gluconat, Aspartat) resorbiert wird. Ein Kuriosum des Magnesiums ist, dass seine Nebenwirkung bisweilen bewusst als Hauptwirkung eingesetzt wird. Während die einen Durchfall als unangenehmes Übel bei der Einnahme in Kauf nehmen (oder dies durch eine Aufteilung auf mehrere Tagesdosen zu reduzieren versuchen), nutzen andere bewusst die abführende Eigenschaft und verwenden Magnesium als mildes und relativ unproblematisches Laxans.

Schmerzmittel Ω3

Anzeige

Die gesundheitliche Bedeutung einer fischreichen Ernährung ist mittlerweile weithin bekannt, mit den Österreichischen Essensgewohnheiten aber immer noch schwer zu vereinbaren. Allerdings ist es auch mit entsprechendem Speiseplan nicht einfach, den täglichen Bedarf an Eicosapentaensäuren 42 | Apotheker Krone 12/2013


Mangelversorgung bei Medikamenteneinnahme

Acetylsalicylsäure: Vitamin C, Eisen, Folsäure PPI: Vitamin B12, D3, Folsäure, Eisen, Kalzium Metformin: Vitamin B12, Folsäure Methotrexat: Folsäure Corticosteroide: Vitamin C, D3, Kalzium Digitoxin, Digoxin: Vitamin B1, Magnesium Furosemid, HCT: Vitamin B1, Magnesium, Kalium, Folsäure Statine: Coenzym Q10 (EPA) und Docosahexaensäuren (DHA) zu decken. 1 g und mehr pro Tag sind notwendig, um die entzündungshemmenden Eigenschaften wirksam werden zu lassen. Dafür kann es bei regelmäßiger Einnahme zu einer signifikanten Reduktion der Schmerzmittelmenge kommen. Doch nicht nur rheumatische Beschwerden und Arthritis, sondern auch Hauterkrankungen und Beschwerden des Herz-Kreislauf-Systems zählen zu den Indikationsgebieten. Der Einsatz von EPA und DHA wird allgemein als sehr sicher anerkannt. Es wurde bisher lediglich ein schwacher Einfluss auf die Verlängerung der Blutungszeit beobachtet. Daher ist der gleichzeitige Einsatz mit Vitamin-K-Antagonisten mit Vorsicht zu betrachten.

Supertreibstoff Q10 Coenzym Q10 (Ubichinon-10) wird zum Teil über die Nahrung aufgenommen, aber auch im Körper produziert. Anzeige | Fachkurzinformation siehe Seite 53

Erkrankungen mit erhöhtem Mineralstoffbedarf

Diabetes mellitus: Vitamin B1, B12, Magnesium, Zink, Chrom, Kupfer, Selen Herzinsuffizienz: Vitamin B1, D3, Co-Enzym Q10, EPA/DHA, Magnesium, Folsäure Makuladegeneration: Carotinoide, Vitamin C, E, A, Zink, EPA/DHA Akne: B-Komplex, Vitamin C, Zink Neurodermitis: Vitamin D3, E, Gamma-Linolensäure, Selen, Zink Es ist wesentlicher Bestandteil der oxidativen Phosphorylierung, weshalb die Organe mit dem höchsten Energiebedarf (Herz, Lunge, Leber) auch den höchsten Gehalt an Coenzym Q10 aufweisen. Bei den möglichen Arzneimittel-Wechselwirkungen sei hier besonders auf die Statine hingewiesen. Diese verringern den Q10-Spiegel in klinischen Studien um bis zu 45 %. Ein erhöhter Bedarf ist ebenso bei Leistungssportlern, Personen mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Insuffizienz und Diabetes gegeben. Auch bei Tinnitus und Migräne konnte durch Supplementierung des Mikronährstoffs eine Besserung der Beschwerden erzielt werden. Während für die präventive Einnahme bereits 30 mg/Tag ausreichen, bewegen sich die therapeuz tischen Dosen allerdings im 1-g-Bereich. Mag. pharm. Astrid Janovsky


Beratung Gefährliche Schlafstörungen Ein- und Durchschlafprobleme sind ein wichtiges gesundheitliches Thema, weil sie einerseits Befinden sowie Leistungsfähigkeit der Betroffenen massiv beeinträchtigen, andererseits aber auch bestehende Grunderkrankungen verschlechtern können.

E

© babimu – Fotolia.com

in- und Durchschlafprobleme sind ein wichtiges gesundheitliches Thema, weil sie einerseits Befinden sowie Leistungsfähigkeit der Betroffenen massiv beeinträchtigen, andererseits aber auch bestehende Grunderkrankungen verschlechtern können. Über 20 % der Erwachsenen in den Industrieländern leiden unter Schlafstörungen, wobei sie mit dem Lebensalter zunehmen. Das bedeutet, dass aufgrund der demografischen Entwicklung in unserer Gesellschaft auch mit einer Zunahme zu rechnen ist.

Störungen umfassen. Darüber hinaus finden sich autonome Störungen wie solche der Herzfrequenzvariabilität oder gestörte Nykturie. ■ Demenzerkrankte, vor allem Alzheimer-Demenz-Patienten, zeigen Abweichungen in der Schlafstruktur, die mit dem Krankheitsverlauf zunehmen. Die Betroffenen leiden unter gestörtem Schlaf-wach-Rhythmus, neigen zu häufigem Erwachen mit fragmentiertem Schlaf, verlängertem Einschlafstadium (Stadium 1) sowie Abnahme des Tiefschlafes.

Risikofaktor Grunderkrankung

Neben der Optimierung der Therapie der Grunderkrankung sind Zusatzmaßnahmen erforderlich. Es sind sowohl eine direkte Schmerztherapie (Vermeiden einer Chronifizierung) als auch eine unterstützende antidepressive Behandlung zur Verbesserung der Schlafqualität und damit z auch der Lebensqualität angezeigt.

Im Alter treten auch vermehrt andere Erkrankungen auf – manche, wie zerebrovaskuläre und kardiale Erkrankungen, weisen eine größere Häufigkeit oder Verschlechterung bei Schlafgestörten auf. ■ Schmerzbedingte Schlafstörungen können bei verschiedenen Erkrankungen auftreten und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen; häufig sind Schmerzen bei degenerativen Erkrankungen des Stützapparates (Wirbelsäulen- und Bandscheibenprobleme, Gelenksabnützungen) und bei Wurzelirritationen und Kompressionssyndromen sowie Neuropathien bei verschiedenen malignen Erkrankungen. ■ Schlafstörungen bei neuromuskulären Erkrankungen wirken sich auf den Schlaf einerseits durch eine verschlechterte Atemsituation im Liegen, andererseits über die verminderte Bewegung (muskuläre Verspannungen und Krämpfe) aus. Die verschlechterte Atmung führt vor allem in der Nacht zu einem chronisch respiratorischen Versagen, zu einem pCO2-Anstieg, zu morgendlichen Kopfschmerzen und zu nächtlicher Hypoxämie. ■ Schlaf-wach-Störungen beim Parkinson-Syndrom treten bei nahezu zwei Drittel der Patienten auf. Motorische Störungen können auch PLM (periodische Beinbewegungen), nächtliche Myoklonien sowie Tremor und Blinzeln beim Schlafbeginn und respiratorische 44 | Apotheker Krone 12/2013

Emanuel Munkhambwa Quelle: „Focus Schlafstörungen“, neurologisch 03/2012

Fakten zu Schlafstörungen Unter Hyposomnie versteht man einen Mangel an Schlafqualität oder Schlafquantität, der Begriff Insomnie unterstellt eine komplette Schlaflosigkeit, die jedoch nur sehr selten vorkommt (fatale familiäre Insomnie). Insomnie und Hyposomnie haben primär Symptomcharakter, es werden Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, verkürzter Schlaf sowie der Eindruck des Zu-wenigSchlafens subsumiert. Davon abzugrenzen ist das Symptom der Tagesschläfrigkeit, also die Unfähigkeit, während des Tages („major waking episodes“) wach und aufmerksam zu bleiben, was zu ungewolltem Abgleiten in Schläfrigkeit oder Schlaf führt.


NEU: Zell-Komplexmittel mit Schüßler-Salzen von Adler Pharma Durch die ausgewogene Kombination der enthaltenen Schüßler-Salze wird eine komplexe Wirkung erzielt, die eine Einnahmeempfehlung mit geringerer Stückzahl über den Tag verteilt ermöglicht. Dies wird durch den Slogan „Natürlich mehr Wirkung“ vermittelt. Zell Calmin Adler Pharma ist für folgende Indikationen zugelassen: Die Anwendungsgebiete ergeben sich aus den Anwendungen der Biochemie nach Dr. Schüßler. Dazu gehören leichte Schlafstörungen und Unruhezustände wie z. B. Einschlaf- und Durchschlafstörungen, bei Stress und Unruhe sowie Störungen im biologischen Rhythmus, wie Jetlag.

■wZell

Calmin unterstützt gestresste Menschen beim Ein- und Durchschlafen, die schwer abschalten können. Calmin hilft älteren Menschen beim Ein- und Durchschlafen. ■Zell Calmin unterstützt unruhige, zappelige oder gestresste Kinder dabei, zur Ruhe zu kommen. ■Zell Calmin unterstützt Kinder beim Einschlafen, z. B. wenn sie aufgeregt sind, wenn sie sich im Urlaub schwer auf die neue Umgebung einstellen können. ■Zell Calmin unterstützt Reisende bei der Umstellung ihres Tagesrhythmus, es hilft den Jetlag besser zu bewältigen und sich auf andere Zeitzonen besser einzustellen. ■Zell Calmin hilft Schicht- und NachtarbeiterInnen beim Ein- und Durchschlafen. Sie können oft nur schwer zur Ruhe kommen, da ihr zirkadianer Rhythmus gestört ist. ■Zell

Anzeige

Entgeltliche Einschaltung

Wer wird Zell Calmin anwenden?


Erfolg Mitarbeiterführung

Viktoria Hausegger, Inhaberin Agentur mehr.wert. für ärzte und apotheker – marketing, das gezielt bewegt www.mehrwertmarketing.at office@mehrwertmarketing.at 0664/460 16 35

Motivation durch Wertschätzung (Teil 2) Wertschätzend führen – Anregungen für die Umsetzung des Prinzips in die Praxis.

W

ertschätzend führen wirkt positiv auf die Zusammenarbeit, das Wohlbefinden der Mitarbeiter und damit den ökonomischen Erfolg des Unternehmens Apotheke. Der erste Schritt zum wertschätzenden Führen ist die eigene Wertschätzung (siehe Teil 1 in der vorigen Ausgabe). Nun geht es um die praktische Integration in den betrieblichen Alltag: Ihre Mitarbeiter müssen Wertschätzung und Anerkennung tatsächlich erleben – auf deren Wahrnehmung kommt es an. Dafür hat die Führungskraft verschiedene Möglichkeiten.

Aufmerksamkeit und Interesse Aufmerksamkeit wirkt verstärkend. Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit bewusst auch auf das Positive! Es ist es wert,

erwähnt und nicht nur stillschweigend hingenommen zu werden. Gehen Sie nicht davon aus, dass Ihre Mitarbeiter schon wissen, was Sie (Positives) über sie denken. Kommunizieren Sie Ihre Erwartungen an die Mitarbeiter und teilen Sie Informationen. Was relevant ist, bestimmt zum großen Teil auch wieder der Empfänger. Bauen Sie Nähe auf! Reden Sie mit den Mitarbeitern, nicht nur über Berufliches! Gehen Sie auf die Mitarbeiter zu! Auch eine offene Tür, durch die niemand hineinkommt, ist nutzlos. Berücksichtigen Sie, dass Ihre Wirkung nur zu einem kleinen Teil vom Inhalt, mehr vom Klang der Stimme und der der Körpersprache abhängt. Machen Sie sich attraktiver und lernen Sie, aktiv zuzuhören! Überprüfen Sie Ihren Redeanteil, zum Beispiel in Mitarbeitergesprächen!

Zusagen einhalten Zeit ist eines der höchsten Güter, die eine Führungskraft verschenken kann. Sich Zeit für jemanden zu nehmen ist ein Zeichen der Wertschätzung. Bleiben Sie ansprechbar und geben Sie so soziale Unterstützung! Wenn Sie zusagen, sich um ein konkretes Anliegen eines Mitarbeiters zu kümmern, dann tun Sie es auch! Wenn doch etwas dazwischen kommt, dann informieren Sie ihn, idealerweise mit einem neuen Terminvorschlag!

Beziehungskompetenz

Anzeige

Die erwähnten Möglichkeiten bilden ein Fundament für den Aufbau der Beziehungskompetenz als weiteren Schritt zum wertschätzenden Führen. Dazu gehören auch der konstruktive Umgang mit Konflikten, das konstruktive Äußern von Lob oder Kritik, aber auch, Kritik selbst annehmen zu können. Schaffen Sie eine offene Feed-back-Kultur, in der auch Sie selbst offen für Kritik sind und damit adäquat umgehen: Lassen Sie Ihre Mitarbeiter ausreden, und vermeiden Sie weitschweifige Rechtfertigungen, denn sie behindern den Blick auf die Lösung! Wichtig ist auch, Kritik nicht zu verharmlosen. Versuchen Sie vielmehr zu verstehen, was der Mitarbeiter wirklich will und wie er zu seiner Einschätzung gekommen ist! Stellen Sie Ihre Wahrnehmung neben seine und versuchen Sie im Anschluss, z gemeinsame Lösungen zu entwickeln. 46 | Apotheker Krone 12/2013


OTC-Branche traf sich zum Gedankenaustausch

W

enn die IGEPHA zum allseits beliebten Open House lädt, dann lassen sich die Vertreter aus Apothekerschaft, Industrie, Großhandel und Behörden nicht lange bitten: IGEPHA-Präsident Mag. Alfred Grün (Schülke & Mayr) freute sich über die große Anzahl an Gästen, die am 28. Mai ins Weingut FuhrgasslHuber in Neustift am Walde kamen und im zartgrünen frühlingshaften Ambiente einen sehr stimmungsvollen Abend verbrachten.

STEUERTIPP Zahlungsverzug kann teuer werden Strenge Rechnung – gute Freunde! Das gilt auch im betrieblichen Umfeld. Wobei unterschiedlich gesehen wird, was unter „pünktlicher“ Bezahlung zu verstehen ist. Das im März dieses Jahres in Kraft getretene Zahlungsverzugsgesetz schafft hier Klarheit. Bei Banküberweisungen zwischen Unternehmern bzw. zwischen Privaten ist darauf zu achten, dass der geschuldete Betrag am Fälligkeitstag bereits auf dem Konto des Gläubigers eingehen muss, sodass dieser darüber verfügen kann. Die Banken haben darüber hinaus sicherzustellen, dass – zumindest im innerstaatlichen Zahlungsverkehr – der überwiesene Geldbetrag beim Empfänger der Zahlung spätestens am nächsten Geschäftstag gutgeschrieben wird, insbesondere bei Online-Banking. Für Mietverhältnisse zwischen Unternehmern bzw. zwischen Privaten gilt ein Mietzins als rechtzeitig bezahlt, wenn er spätestens am 5. des Monats am Konto des Empfängers eingeht. Bei Zahlungsverzug kann der Gläubiger Mahnspesen und Verzugszinsen verrechnen. Ein Pauschalbetrag von € 40,– gilt als angemessen, darüber hinausgehende Kosten dürfen weiterverrechnet werden (z. B. Rechtsanwalt, Inkassobüro). Die Verzugszinsen können zwischen Unternehmern, je nach Verschulden, derzeit zwischen 4 und 9,08 % betragen.

STEUERTIPP

IGEPHA-Vizepräsident Dr. Gerhard Lötsch (Novartis Consumer Health – Gebro) begrüßte im Innenhof die Gäste, unter ihnen Mag. pharm. Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer, Mag. pharm. Dr. Christian Müller-Uri, Präsident des Österreichischen Apothekerverbandes, sowie MMMag. Bernd Unterkofler als Vertreter der AGES Medizinmarktaufsicht. IGEPHA-Geschäftsführerin Mag. Christina Nageler freute sich über den gelungenen Event und versprach eine Fortsetzung im nächsten Jahr. Die komplette Bildergalerie zum IGEPHA Open House finden Sie auf der Webz site der IGEPHA: www.igepha.at

Nutzen Sie etwaige Skontofristen wenn möglich aus, achten Sie jedoch darauf, die notwendigen Überweisungen tatsächlich nicht später als einen Geschäftstag vor Fälligkeit zu tätigen.

Potenziale erkennen Flexibel agieren Kundenorientiert denken

Mag. Peter Kollermann

Geschäftsführender Gesellschafter

PFK+Partner

Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungs-GmbH

Mariahilfer Straße 54/5.Stock 1070 Wien office@pfk-partner.at www.pfk-partner.at Tel.: +43 1/522 08 00-0 Fax: +43 1/522 08 00-27 Maßgeschneiderte Steuerberatung für Apotheken


Erfolg Madaus-Phytopreis 2013 Auch heuer wurden wieder drei junge Wissenschaftler mit dem begehrten Forschungspreis ausgezeichnet. Prämiert werden bereits seit 2005 jedes Jahr die Arbeiten von DiplomandInnen der Studienrichtung Pharmazie an den Universitäten Graz, Innsbruck und Wien, die sich mit Forschungen im Bereich der Phytopharmakologie beschäftigen.

D

ie Firma Rottapharm | Madaus Österreich, traditioneller Hersteller von Phytopharmaka, möchte mit diesem Preis die Ausbildung angehender Pharmazeuten sowie die Forschung unterstützen. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert und ergeht zu je 1.000 Euro an die drei Preisträger und die drei zuständigen universitären Institute.

Über den Madaus-Phytopreis 2013 freuen sich: ■ Mag. pharm. Elisenda Pichler

Universität Wien, für ihre Arbeit: „Simultaneous determination of five ginsenosides in Panax Ginseng Radix et Rhizoma Rubra (Red Ginseng)“ ■ Mag. pharm. Heidelinde Moosmann Universität Graz, für ihre Arbeit: „Sesquiterpenlaktone in Kamillenarten“ ■ Mag. pharm. Claudia Mühlbacher Universität Innsbruck, für ihre Arbeit: „Phytochemische Untersuchungen der Wurzeln von Saururus cernuus L.“

Basis für die Qualitätskontrolle von Rotem Ginseng Elisenda Pichler ist es in ihrer Diplomarbeit mit dem Titel „Simultaneous determination of five ginsenosides in Panax Ginseng Radix et Rhizoma Rubra (Red Ginseng)“ gelungen, eine moderne qualitative und quantitative Analyse der mengenmäßig dominanten Ginsenoside in der Wurzel und dem Rhizom von Rotem Ginseng zu entwickeln, die eine hohe Selektivität, aber auch Robustheit aufweist. Die

dadurch mögliche Trennung von Inhaltsstoffen sowie die Charakterisierung des Inhaltsstoffmusters bieten eine gute Basis für die Qualitätskontrolle von Rotem Ginseng. Aufgrund seiner regenerierenden Eigenschaften wird Roter Ginseng vor allem als Tonikum sowie zur Steigerung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit eingesetzt. Zahlreiche Studien belegen eine positive Auswirkung der Arzneidroge auf das Zentralnerven-, kardiovaskuläre, endokrine und Immunsystem. Auch eine antineoplastische sowie immunmodulatorische Aktivität konnte nachgewiesen werden. Während der Weiße Ginseng durch Trocknung von frischen Wurzeln und Rhizomen an der Sonne gewonnen wird, muss der Rote Ginseng vor der Trocknung zusätzlich einem Dünstungsprozess unterzogen werden. Diese Behandlungsmethode führt einerseits zu einer Verfärbung der Droge und begünstigt zudem die Veränderung der Zusammensetzung an Inhaltsstoffen. Zur Qualitätssicherung von Weißem Ginseng bezüglich der reproduzierbaren Trennung sowie Charakterisierung der Inhaltsstoffe und damit sicheren Abgrenzung zu Verfälschungen gibt es zahlreiche Analysemethoden. Roter Ginseng ist diesbezüglich hingegen noch weniger untersucht. Eine Prüfung bzw. Sicherung der Qualität sowie eine Prävention von Verwechslungen bzw. Verfälschungen und damit verbundenen möglichen toxikologischen Problemen ist daher noch großteils ausständig. Eine Überprüfung der am Markt befindlichen Präparate ist jedoch notwendig, um die Patientensicherheit zu gewährleisten. Hierfür stellt Pichlers Dipz lomarbeit einen wichtigen Ansatz dar.

Madaus-Preisträgerin 2013 an der Universität Wien Mag. pharm. Elisenda Pichler Geboren am 1. 1. 1988 Seit 2007 Studium der Pharmazie an der Universität Wien Betreuerin der Diplomarbeit: Univ.-Prof. Mag. Dr. Dr. h.c. Brigitte Kopp Thema der Diplomarbeit: „Simultaneous determination of five ginsenosides in Panax Ginseng Radix et Rhizoma Rubra (Red Ginseng)“ Die Preisträgerinnen der Universitäten Graz und Innsbruck werden in der nächsten Ausgabe der Apotheker Krone vorgestellt. 48 | Apotheker Krone 12/2013

Mag. Nicole Gerfertz


G.L. PHARMA

Osteoviva® – ein knochenhartes Kraftpaket Stärken Sie mit der Osteoviva® Monatstablette und Quartalsspritze die Therapietreue und Knochen Ihrer Patientinnen!

I

n den Industriestaaten zählt Osteoporose zu den häufigsten Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Laut Österreichischem Osteoporosebericht sind in Österreich etwa 740.000 Über-50-Jährige betroffen, davon 617.000 Frauen. Etwa 16.500 Personen erleiden jährlich eine Hüftfraktur. Osteoporotische Frakturen zu verhindern bedeutet persönliches Leid zu verhindern und Kosten zu sparen. Bisphosphonate sind, zusammen mit einer Kalziumund Vitamin-D-Ergänzung sowie physikalischem Training und Sturzprävention, die standardmäßige First-Line-Therapie der Osteoporose. Sie haben Anti-frakturwirksamkeit bewiesen und sind jene Mittel, die sich bei der Behandlung der postmenopausalen Osteoporose bestens bewährt haben.1

Die Therapietreue ist das größte Problem bei der Behandlung von Osteoporose-PatientInnen. Eine hohe Compliance ist einer der wesentlichen Faktoren im Management der Osteoporose. Die tägliche bzw. wöchentliche Einnahme von Bisphosphonaten ist mit einer relativ hohen Abbruchrate verbunden. Dies ist problematisch, weil die Knochendichte umso stärker zunimmt und die Frakturrate umso geringer ist, je besser die Compliance ist.2

Entscheiden Sie sich für die höhere Wirkpotenz! Die Ibandronsäure ist ein Vertreter der modernsten Generation in der Gruppe der Aminobisphosphonate und hat aufgrund der hohen relativen Wirkpotenz eine besonders starke anti-osteolytische Wirkung.3 OSTEOVIVA®: Optimieren Sie die Osteoporosetherapie mit der MONATS-TABLETTE und der QUARTALSSPRITZE! Die vorteilhafte Option mit nur einer Tablette im Monat (Osteoviva® 150-mg-Filmtablette) oder nur vier i.v. Fertigspritzen im Jahr (Ibandronsäure Osteoviva® 3-mg-Fertigspritze) einen kontinuierlichen Frakturschutz zu gewährleisten, kann die Therapieentscheidung erleichtern. Die und die Osteoviva®Osteoviva®-Monats-Tablette Quartalsspritze überzeugen mit der höheren Wirkpotenz, der verbesserten Compliance und der besonders ökonomischen Verfügbarkeit. 1 Review: Preisinger E et al., Management der Osteoporose. ÖAZ 20, 25. Oktober 2012:24–35 2 Review: Warriner AH et al., Adherence to osteoporosis treatments: room for improvement. Curr Opin Rheumatol 2009; 21:356–362 3 Bartl R et al., Bisphosphonat Manual. Wirkungen, Indikationen, Strategien. Springer Verlag 2006

Rückfragen/Quellenangaben G. L. Pharma GmbH, Dr. med. Hugo Leodolter Tel.: 01/485 35 05-625, Fax: 01/485 35 05-393, hugo.leodolter@gl-pharma.at

NEU: Alpinamed® Prostata Plus Kapseln

S

eit Langem anerkannt und in ihrer Wirksamkeit in zahlreichen Studien belegt ist die Behandlung der gutartiger Prostatavergrößerung (BPH) mit Sägepalmöl. Alpinamed® kombiniert dieses in seinen neuen Alpinamed® Prostata Plus Kapseln mit Granatapfel und Selen zu einem Präparat für die diätetische Behandlung von Beschwerden beim Wasserlassen bei BPH. Eine Kapsel ent-

hält die optimale Tagesdosis von 320 mg Sägepalmöl. Vier bis sechs Wochen nach Beginn der Behandlung stellt sich in der Regel eine spürbare Linderung der Symptome ein. Alpinamed® Prostata Plus Kapseln sind leicht verträglich und können über einen längeren Zeitraum kurmäßig eingenommen werden. z Rückfragen/Quellenangaben Gebro Pharma GmbH, 6391 Fieberbrunn, Tel.: 05354/530 00, reinhold.unterwurzacher@gebro.com, www.gebro.com Apotheker Krone 12/2013 | 49


Erfolg Die PKA-Akademie

in Kooperation mit dem Österreichischer Apothekerverband & WIFI NÖ

Seit mittlerweile fünf Jahren gibt es speziell für unsere PKA eine eigene Fortbildungsschiene, die PKA-Akademie. Diese bietet in der nächsten Saison an fünf Seminarorten ein breit gefächertes Seminarprogramm. Animieren Sie Ihre MitarbeiterInnen, sich dort neue Inputs zu holen!

Mag. pharm. Paul Hauser,

Stadtapotheke Friesach, Vizepräsident des Österreichischen Apothekerverbandes

Warenmanagement

Ernährung & Nahrungsergänzung

Warenmanagement – Unterschiedliche Ansprüche zum Gesamtoptimum vereinen Für PKA, die selbstständig und selbstverantwortlich in den Bereich „Einkauf – Mag. pharm. Lagerhaltung – Lagerverwaltung“ tätig Peter Gonda sind oder sein werden ■Effiziente Warenbeschaffung ■Die betriebsinterne Logistik ■Schnittstellenübergreifendes Denken ■Prozesskostendenken statt Partialoptimierung

Nahrung als Medizin Für alle, die sich Basiswissen über Ernährung und Diätetik aneignen wollen und Sicherheit in der Kundenberatung erlangen möchten

Graz, 11.–12. 11. 2013, Wien, 7.–8. 4. 2014

Büroorganisation und EDV Büroorganisation und EDV Mehr aus der EDV herausholen – sowohl im Backoffice wie auch im Kundenverkehr ■Wo und wie sich Apotheken-EDV Mag. pharm. effizient nützen lässt Viktor Hafner ■Wie Lagerhaltung und Back-Office durch gezielten EDV-Einsatz profitiert ■Der PC in der Kommunikation mit Kunden ■Chancen und Risiken des Interneteinsatzes für Recherche und Kundenservice Graz, 16.–17. 9. 2013, St. Pölten, 11.–12. 3. 2014

■Nährstoffe – unsere Lebensmittel unter

Martina Fischl der Lupe betrachtet ■Ernährung bei Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen ■Worauf man bei Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten achten muss ■Diätetik kompakt: Ernährungstherapie bei Organerkrankungen und Mangelernährung

Linz, 20.–21. 1. 2014, Wien, 18.–19. 3. 2014 Nahrung sinnvoll ergänzen Für alle, die bei Nahrungsergänzungsmitteln „up to date“ sein wollen und dies auch den Kunden gegenüber kommunizieren möchten ■Wo

es Defizite gibt und wer dazu neigt Mag. pharm. womit sinnvoll ergänzen sollte Melanie ■Positive Einflüsse durch Vitaminoide Zechmann und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe ■Das Kundengespräch über Nahrungsergänzung ■Wer

Innsbruck, 27.–28. 1. 2014, Linz, 5.–6. 5. 2014

Aktionsplanung Ausbildung zur ExpertIn für Aktionsplanung Für ApothekenmitarbeiterInnen, die Aktionen professionell planen und durchführen wollen ■Aktionsziele ■Equipment

und -inhalte

■Ankündigung,

Einladung, Terminvereinbarungen ■Abläufe und Zuständigkeiten 50 | Apotheker Krone 12/2013

■Dokumentation ■Praktisches

und Erfolgskontrolle Training

Jutta Schöning

Innsbruck, 19.–20. 11. 2013, St. Pölten, 1.–2. 4. 2014


Ätherische Öle

Kosmetik

Ätherische Öle in der Apothekenpraxis Beratungskompetenz zeigen und ätherische Öle wieder zurück in die Apotheke holen ■Die sinnliche Welt der Öle Mag. pharm. Gabriele ■Gewinnung, Qualität, Kennzeichnung Weikhard-Hermes und Haltbarkeit ■Die Kunst, ätherische Öle zu mischen ■Von der Duftlampe bis zum Wickel ■Vermitteln zwischen Aromatherapie und Aromapflege ■Praktische Beispiele für den Tara-Alltag

Ausbildung zur DermokosmetikBeraterIn Für alle, die professionelle Hautberatung durchführen möchten

St. Pölten, 14.–15. 11. 2013, Graz, 6.–7. 3. 2014

Linz, 17.–18. 9. 2013, Graz, 5.–6. 11. 2013

Category Management

Ausbildung zur Dermokosmetik-SpezialistIn Für Dermokosmetik-BeraterInnen und ApothekenmitarbeiterInnen, die über ein fundiertes Dermokosmetik-Basiswissen und Berufserfahrung verfügen ■Dermokosmetische Hautanalyse ■Hautveränderungen von Akne bis Xerodermie ■Sonnenschutzberatung ■Ansprechen von Kunden mit sichtbaren Hautveränderungen ■Praktisches Training

Category Management – Das richtige Produkt zur richtigen Zeit am richtigen Ort Das Zusammenwirken zwischen Kaufverhalten, visueller Verkaufsraumgestaltung und Warenpräsentation Mag. Daniela Gruber besser verstehen und nutzen lernen ■Neuromarketing

am POS ■Raumgestaltung und Kundenfluss ■Themenwelten in der Offizin ■Warenpräsentation nach Kundenbedürfnissen ■Einkaufsflächen optimal ausnutzen Wien, 9.–10. 10. 2013, Linz, 15.–16. 1. 2014

Verkauf Kundengespräche wirksam & erfolgreich gestalten Sicher werden im Umgang mit Kunden, Beratungsgespräche perfektionieren ■Die verschiedenen Bedürfnisse der Kunden ■Wie man verschlüsselte Botschaften Mag. Maria Schiller erkennt ■Training der Wahrnehmung ■Gesprächs- und Argumentationsführung ■Nutzen und Zusatznutzen auf den Punkt gebracht Graz, 24.–25. 9. 13, Innsbruck, 13.–14. 5. 2014

■Hautanalyse

(Zustand, Alterung, Jutta Schöning Empfindlichkeit) ■Abgrenzung Dermokosmetik gegenüber klassischer Kosmetik ■Ganzheitliche Pflegekonzepte ■Situtationsgerechte Kommunikation ■Praktisches Training

Linz, 25.–26. 3. 2014, Graz, 20.–21. 5. 2014

Ausbildung zur ExpertIn für Dermokosmetik-Marketing Für ApothekenmitarbeiterInnen, die dermokosmetische Dienstleistungen erfolgreich vermarkten wollen ■Sortimentscheck ■Platzierung ■Flyer entwerfen ■Mailings formulieren ■Werbemittel richtig einsetzen ■Dekoration und Inszenierung ■Verkaufsfördernde Mittel gezielt einsetzen Linz, 22.–23. 10. 2013, Wien, 3.–4. 4. 2014

Anmeldungen unter: www.pka-akademie.at Apotheker Krone 12/2013 | 51


Fachkurzinformation

Antibiophilus® Kapseln, Antibiophilus® Beutel Zusammensetzung: 1 Kapsel zu 250 mg bzw. 1 Beutel zu 1,5 g enthält lebensfähige Keime von Lactobacillus casei, var. rhamnosus mit einer Mindestkeimzahl von 10^9 pro Gramm. Hilfsstoffe: Kapseln: Kartoffelstärke, Lactose, Maltodextrine, Natriumthiosulfat, Natriumglutamat, Magnesiumstearat; Gelatine, Titandioxid E-171; Beutel: Kartoffelstärke, Lactose, Maltodextrine. Anwendungsgebiete: Durchfälle unterschiedlicher Genese, insbesondere auch Behandlung von durch Antibiotikatherapie oder durch Strahlenbehandlung bedingten Durchfällen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen einen der Bestandteile. Die Informationen bez. Warnhinweisen, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Abgabe: Rezeptfrei, apothekenpflichtig. ATCKlasse: A07FA01 Zulassungsinhaber: Germania Pharmazeutika GesmbH, 1150 Wien Komboglyze 2,5 mg/850 mg Filmtabletten Komboglyze 2,5 mg/1000 mg Filmtabletten PHARMAKOTHERAPEUTISCHE GRUPPE: Antidiabetika, Kombinationen mit oralen Antidiabetika, ATC Code: A10BD10 QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG Jede Tablette enthält 2,5 mg Saxagliptin (als Hydrochlorid) und 850 mg bzw. 1000 mg Metforminhydrochlorid. Sonstige Bestandteile: Povidon K30, Magnesiumstearat, Poly(vinylalkohol), Macrogol 3350, Titandioxid (E171), Talkum (E553b), Eisen(III) hydroxid oxid x H2O (E172), Schellack, Indigocarmin, Aluminiumsalz (E132). Zusätzlich für 2,5mg+850mg: Eisen(III) oxid (E172) ANWENDUNGSGEBIETE Komboglyze ist als Ergänzung zu Diät und Bewegung angezeigt, um die Blutzuckerkontrolle bei erwachsenen Patienten im Alter von 18 Jahren und älter mit Typ-2-Diabetes mellitus zu verbessern, die mit der maximal verträglichen Dosis von Metformin allein nicht ausreichend kontrolliert sind, oder die bereits mit der Kombination von Saxagliptin und Metformin als separate Tabletten behandelt werden. Komboglyze ist auch in Kombination mit Insulin (d. h. als Dreifach Kombinationstherapie) als Ergänzung zu Diät und Bewegung angezeigt, um die Blutzuckerkontrolle bei erwachsenen Patienten im Alter von 18 Jahren und älter mit Typ 2 Diabetes mellitus zu verbessern, wenn Insulin und Metformin allein den Blutzucker nicht ausreichend kontrollieren. Komboglyze ist auch in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff (d. h. als Dreifach Kombinationstherapie) als Ergänzung zu Diät und Bewegung angezeigt, um die Blutzuckerkontrolle bei erwachsenen Patienten im Alter von 18 Jahren und älter mit Typ 2 Diabetes mellitus zu verbessern, wenn die maximal verträgliche Dosis sowohl von Metformin als auch des Sulfonylharnstoffs den Blutzucker nicht ausreichend kontrolliert. GEGENANZEIGEN Komboglyze ist kontraindiziert bei Patienten mit: - Überempfindlichkeit gegen den (die) Wirkstoff (e) oder einen der sonstigen Bestandteile oder einer Vorgeschichte einer schwerwiegenden Überempfindlichkeitsreaktion gegen jeglichen Dipeptidyl Peptidase 4 (DPP4) Inhibitor einschließlich einer anaphylaktischen Reaktion, eines anaphylaktischen Schocks und Angioödem; - diabetischer Ketoazidose, diabetischem Präkoma; - mäßiger und schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin Clearance < 60 ml/min); - akuten Erkrankungen, die potenziell die Nierenfunktion beeinflussen können, wie: - Dehydratation, - schwere Infektion, - Schock; - einer akuten oder chronischen Erkrankung, die zu einer Gewebehypoxie führen kann, wie: - Herz oder Lungeninsuffizienz, - kürzlich stattgefundener Myokardinfarkt, - Schock; - Leberfunktionsstörung; - akuter Alkoholvergiftung, Alkoholismus; - Stillzeit. PHARMAZEUTISCHER UNTERNEHMER Bristol-Myers Squibb/AstraZeneca EEIG, Bristol-Myers Squibb House, Uxbridge Business Park Sanderson Road, Uxbridge, Middlesex, UB8 1DH, Vereinigtes Königreich Kontakt in Österreich: Bristol-Myers Squibb GesmbH, Wien, Tel. +43 1 60143 - 0 VERSCHREIBUNGSPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT: NR, apothekenpflichtig Weitere Angaben zu den besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. STAND: Februar 2013 Teufelskralle ratiopharm 480 mg Filmtabletten Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 480 mg Trockenextrakt aus Teufelskrallenwurzel (Harpagophyti radix, DEV 4,4 – 5,0 : 1). Auszugsmittel: Ethanol 60 % (v/v). Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 226,08 mg Lactose Monohydrat. Anwendungsgebiete: Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur unterstützenden Behandlung von leichten Rücken-, Nacken- und Muskelschmerzen, Morgensteifigkeit sowie leichten Sehnen- und Gelenksschmerzen wie etwa in Knie, Hüfte oder Schultern und rheumatischen Beschwerden. Die Anwendung dieses traditionellen pflanzlichen Arzneimittels in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschließlich auf langjähriger Verwendung. Teufelskralle ratiopharm 480 mg Filmtabletten werden angewendet bei Erwachsenen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Patienten mit Magen- oder Duodenalulcera. Pharmakotherapeutische Gruppe: Präparate für den Bewegungsapparat. ATC-Code: M05. Liste der sonstigen Bestandteile: Hochdisperses Siliciumdioxid, Mikrokristalline Cellulose, Maisstärke, Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat, Macrogol 6000, Hypromellose, Talkum, Titandioxid (E 171). Art und Inhalt des Behältnisses: Blisterpackung (PVC/PVDC Aluminium) in einem Faltkarton mit 50, 100, BP 2 x 100 und 200 Filmtabletten. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht. Inhaber der Registrierung: ratiopharm Arzneimittel Vertriebs-GmbH, Albert-Schweitzer-Gasse 3, A-1140 Wien, Tel.: +43 1 97 007. Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezeptfrei, apothekenpflichtig. Stand der Information: 12/2012 Weitere Hinweise zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und zutreffendenfalls Angaben über die Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. BIOGELAT® Knoblauch-Mistel-Weißdorn Kapseln Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 115 mg Flüssigextrakt aus Knoblauch (Allii sativi bulbus, DEV 2-3 : 1; Extraktionsmittel Rapsöl) 27 mg Trockenextrakt aus Mistelkraut (Visci herba, DEV 4-6 : 1; Extraktionsmittel Wasser) 67,5 mg Trockenextrakt aus Weißdornblättern mit Blüten (Crataegi folium cum flore, DEV 3,5-5 : 1; Extraktionsmittel Ethanol 90% (V/V)) Sonstige Bestandteile: 8,1 mg Lactose-Monohydrat, 16,79 mg Sorbitollösung 70%, 13 mg Erdnussöl hydriert, 20 mg Sojaöl raffiniert Anwendungsgebiete: Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Anwendung bei leichten Herz- und Kreislaufbeschwerden wie z.B.: Schwindel, Abgeschlagenheit und Müdigkeit bei Belastung. Die Anwendung dieses traditionellen pflanzlichen Arzneimittels in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschließlich auf langjähriger Verwendung. Gegenanzeigen:Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, gegen Erdnuss, Soja oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Liste der sonstigen Bestandteile: Lactose-Monohydrat, hochdisperses Siliziumdioxid, gefälltes Siliziumdioxid, Rapsöl, Sojaöl raffiniert, Lecithin, Erdnussöl hydriert, gelbes Wachs, Gelatine, Glycerin, Sorbitol, Titandioxid E171, Eisenoxid gelb E172, Eisenoxid schwarz E172, Chinolingelb E104, Patentblau V E121, gereinigtes Wasser Inhaber der Registrierung: Kwizda

52 | Apotheker Krone 12/2013

Pharma GmbH, 1160 Wien Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezeptfrei, apothekenpflichtig Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Herzmittel, Kombinationen ATC-Code: C01EX Stand der Information: August 2012. Die Informationen zu den Abschnitten Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. BIOGELAT® Prostaforte 600 mg Filmtabletten Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält: 600,1 mg Trockenextrakt aus Brennnesselwurzel-Trockenextrakt ( DEV = 7 - 14:1, Auszugsmittel: Methanol 20% (V/V)) Sonstiger Bestandteil: 84,72 mg Lactose-Monohydrat Anwendungsgebiete: Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Linderung von Miktionsbeschwerden bei Männern mit geringgradiger benigner Prostatahyperplasie, nachdem durch einen Arzt schwerwiegende Grunderkrankungen ausgeschlossen wurden. Die Anwendung dieses traditionellen pflanzlichen Arzneimittels im genannten Anwendungs-gebiet beruht ausschließlich auf langjähriger Verwendung. BIOGELAT® Prostaforte wird angewendet bei Erwachsenen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der im Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Liste der sonstigen Bestandteile: Cellulosepulver, CarboxymethylstärkeNatrium (Typ A), Lactose-Monohydrat, hochdisperses Siliciumdioxid, Hypromellose, Magnesiumstearat, Macrogol 400, Titandioxid E 171, Talkum, Eisenoxid gelb E 172 Inhaber der Registrierung: Kwizda Pharma GmbH, 1160 Wien Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezeptfrei, apothekenpflichtig Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Urologika ATC-Code: G04BX Stand der Information: Februar 2012. Die Informationen zu den Abschnitten Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. BIOGELAT® Biotin 5 mg Tabletten Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: 1 Tablette enthält 5 mg Biotin Sonstige Bestandteile: Lactose-Monohydrat 80,29 mg Anwendungsgebiete: • Zur Prophylaxe und Therapie von Biotin - Mangelzuständen (zur Prophylaxe sind weniger als 0,2mg Biotin am Tag ausreichend). • Therapie von Biotin-Mangelzuständen beim sehr seltenen Biotin-abhängigen, multiplen Carboxylasemangel. Gegenanzeigen Überempfindlichkeit gegenüber Biotin oder einen der sonstigen Bestandteile von Biogelat Biotin 5 mg. Liste der sonstigen Bestandteile: Mikrokristalline Cellulose, Povidon K30, Crospovidon, Magnesiumstearat, Lactose-Monohydrat Inhaber der Zulassung: Kwizda Pharma GmbH, 1160 Wien Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezeptfrei, apothekenpflichtig Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Vitaminpräparate, rein ATC-Code: A11HA05 Stand der Information: Juli 2008 Die Informationen zu den Abschnitten Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Metoceolat 4 mg/ml-Tropfen Zusammensetzung: 1 ml (= 16 Tropfen) enthält 4 mg Metoclopramidhydrochlorid (als Monohydrat). Sonstige Bestandteile: Methyl-4-hydroxybenzoat (1,8 mg), Propyl-4-hydroxybenzoat (0,2 mg), Sucralose, Orangenaroma, gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete: Erwachsene: - Motilitätsstörungen des oberen Gastrointestinaltraktes bei Refluxösophagitis, Gastritis, nervösem Reizmagen, funktioneller Pylorusstenose, Migräne, Gallenwegsdyskinesie. - Übelkeit und Erbrechen. Gegenanzeigen: • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, • gastrointestinale Blutungen, • Darmdurchbruch, • mechanischer Darmverschluss, • Phäochromozytom (Gefahr von Blutdruck-Krisen), • Epilepsie (Erhöhung der Anfallsbereitschaft), w• Patienten mit extrapyramidalmotorischen Störungen, • Parkinson-Syndrom, • Prolaktin-abhängige Tumore (z.B. Mammakarzinom, Hypophysenadenom). Metoclopramidhydrochlorid ist bei Neugeborenen kontraindiziert. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Prokinetika ATC-Code: A03FA01 Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 30 ml Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation! Normakut 2 mg – Brausetabletten Zusammensetzung: 1 Brausetablette enthält als Wirkstoff 2 mg Loperamidhydrochlorid. Hilfsstoffe: 50 mg Natriumcyclamat, 4 mg Saccharin-Natrium, 0,5 g wasserfreie Glukose, Calciumlactatmonohydrat, wasserfreie Zitronensäure, Hartfett, Hydroxypropylmethylcellulosephthalat, Kaliumhydrogencarbonat, Natriumcarbonat, Natriumchlorid, Natriumcitratdihydrat, Natriumhydrogencarbonat, Propylenglykol, Siliciumdioxid, Trimagnesiumdicitrat, Aromastoffe. Anwendungsgebiete: Bei Erwachsenen und Kindern ab 8 Jahren zur symptomatischen Behandlung von akuten Diarrhöen, sofern diese mit anderen Maßnahmen (Diät, Substitution von Wasser und Elektrolyten) nicht beherrscht werden konnten. Gegenanzeigen: • Bekannte Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Loperamid oder einen der sonstigen Bestandteile von Normakut. • Zustände, bei denen eine Verlangsamung der Darmperistaltik zu vermeiden ist, z.B. Meteorismus, Obstipation, Subileus und Ileus. • An Säuglinge und Kleinkinder unter 2 Jahren darf Loperamid nicht verabreicht werden, da seltene Fälle bekannt sind, in denen die Loperamid-Behandlung, vor allem bei unsachgemäßer Dosierung, zum schwer beherrschbaren Zustandsbild eines paralytischen Ileus geführt hat. An Kinder unter 8 Jahren darf Loperamid wegen einer eventuell zu hohen Einzeldosis nicht verabreicht werden. • Akute Dysenterie, die mit hohem Fieber und blutigen Stühlen einhergeht. • Akuter Schub einer Colitis ulcerosa. • Pseudomembranöse (Antibiotika-assoziierte) Colitis. • Chronische Diarrhöen: Dürfen nur nach ärztlicher Verordnung und Verlaufsbeobachtung mit Normakut – Brausetabletten behandelt werden. Pharmakotherapeutische Gruppe: Motilitätshemmer ATCCode: A07DA03. Packungsgröße(n): 10 (20) Stück. Abgabe: Rezeptfrei, apothekenpflichtig. Kassenstatus: No Box Zulassungsinhaber: Gebro Pharma GmbH, Fieberbrunn. Stand der Fachkurzinformation: 15. 06. 2010 Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen sowie Gewöhnungseffekten entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation.1 Riopan 1600 mg – MagenGEL Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Beutel zu 10 ml enthält 1600 mg Magaldrat, wasserfrei. Sonstige Bestandteile: Natriumcyclamat, Silbersulfat, Chlorhexidindigluconatlösung, Gummi arabicum, Hypromellose, Simethicon, Maltol, Karamel-Aroma, Sahne-Aroma, gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete: Symptomatische Behandlung von Beschwerden, bei denen die Magensäure gebunden werden soll: Sodbrennen, saures Aufstoßen. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen Riopan nur nach ärztlicher Anordnung einnehmen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Magaldrat oder einen der sonstigen Bestandteile,


Myasthenia gravis (aufgrund des Magnesiumgehaltes), Hypophosphatämie Pharmakotherapeutische Gruppe: Antacida; ATC-Code: A02AD02 Inhaber der Zulassung: Takeda Pharma Ges.m.b.H., Wien Verschreibungspflicht / Apothekenpflicht: Rezeptfrei mit W 9, apothekenpflichtig Informationen zu besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. [1012] Imodium akut 2 mg Schmelztabletten Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Schmelztablette enthält 2 mg Loperamidhydrochlorid. Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 0,75 mg Aspartam pro Schmelztablette. Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1. Liste der sonstigen Bestandteile: Aspartam, Gelatine, Mannitol, Pefferminzaroma, Natriumhydrogencarbonat. Pharmakotherapeutische Gruppe: Motilitätshemmer, ATC Code: A07DA03. Anwendungsgebiete: Zur symptomatischen Behandlung von akuten Diarrhöen für Kinder ab 12 Jahren und Erwachsene, sofern keine kausale Therapie zur Verfügung steht. Eine über 2 Tage hinausgehende Behandlung mit Loperamidhydrochlorid darf nur unter ärztlicher Verordnung und Verlaufsbeobachtung erfolgen. Gegenanzeigen: Imodium akut darf nicht angewendet werden bei: Kindern unter 12 Jahren, Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile, akuter Dysenterie, welche mit Blut im Stuhl und/oder hohem Fieber einhergeht, akuten Schüben einer Colitis ulcerosa, Colitis pseudo-membranosa, die während oder nach der Einnahme von Breitspektrum-Antibiotika auftritt, Patienten mit einer bakteriellen Enterokolitis, die durch invasive Mikroorganismen einschließlich Salmonellen, Shigellen und Campylobacter hervorgerufen wird. Chronische Diarrhöen dürfen nur nach ärztlicher Verordnung und Verlaufsbeobachtung mit Loperamid behandelt werden.Im Allgemeinen darf Imodium akut nicht eingenommen werden, wenn eine Hemmung der Peristaltik wegen möglicher Risiken von Folgeerkrankungen zu vermeiden ist. Diese schließen Ileus, Megacolon und toxisches Megacolon ein. Imodium akut muss sofort bei Auftreten von Obstipation, Ileus oder einer Aufblähung des Bauches abgesetzt werden. Inhaber der Zulassung: Johnson & Johnson GmbH, Wien. Verschreibungs-/Apothekenpflicht: Apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Stand der Information: Oktober 2012 BIOFLORIN – Kapseln Zusammensetzung: 1 Kapsel enthält mindestens 75 Mio. lebende Keime von Enterococcus faecium SF68® in Trockenkultur. sonstigen Bestandteile: 254,70 mg Lactose - Monohydrat, Magnesiumstearat, hochdisperses Siliciumdioxid; Bestandteile der Kapselhülle: Gelatine, schwarze Drucktinte auf Eisenoxidbasis (E 172). Anwendungsgebiete: Zur symptomatischen Therapie und als Adjuvans bei unspezifischer Enteritis, Enterocolitis und toxischen Dyspepsien bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren. Bei Kindern zwischen 2 und 12 Jahren liegen Berichte über erfolgreiche Anwendungen vor, doch sind diese durch klinische Studien noch nicht abgesichert. Zur Unterstützung des Wiederaufbaues physiologischer Verhältnisse der Darmflora (z.B. nach Antibiotikatherapie). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Immunsuppression (z.B. HIV-Infektion). Strenge Indikationsstellung bei Autoimmunerkrankungen und bei bestehenden ernsten Magen-Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Geschwüre, Tumore). Zulassungsinhaber: SANOVA PHARMA GesmbH, Haidestraße 4, A - 1110 Wien ATC-Code: A07FA.Rezeptpflicht/ Apothekenpflicht: Rezeptfrei, apothekenpflichtig Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Stand der Information: 04/2013 GRANU FINK® femina Zusammensetzung: Kürbissamenöl 227,3 mg, Trockenextrakt aus Gewürzsumachrinde (DEV 5–7:1, Auszugsmittel: Wasser) 56,0 mg und Trockenextrakt aus Hopfenzapfen (DEV 5,5–6,5:1, Auszugsmittel: Wasser) 18,0 mg. Sonstige Bestandteile: α-Tocopherolacetat, Phospholipide aus Sojabohnen, partiell hydriertes Sojabohnenöl, gelbes Wachs, Gelatine, Glycerol, gereinigtes Wasser, Glucosesirup, Maltodextrin, Natriumdodecylsulfat; Farbstoffe: Titandioxid (E171), Eisen(III)-oxid rot (E172) und Eisen(III)-oxid gelb (E172). Anwendungsgebiete: Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Anwendung bei Blasenschwäche, Reizblase und zur Erleichterung der Blasenentleerung bei Frauen. Die Anwendung dieses traditionellen pflanzlichen Arzneimittels in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschließlich auf langjähriger Verwendung. Gegenanzeigen: Granu Fink® femina darf nicht angewendet werden, wenn Sie allergisch gegen Kürbissamen, Gewürzsumachrinde, Hopfenzapfen, kürbisähnliche Pflanzen, wie z. B. Wassermelone, Zucchini, etc., Soja, Erdnuss oder sonstige Bestandteile dieses Arzneimittels sind. Registrierungsinhaber: Richard Bittner AG, Reisnerstraße 55–57, A-1030 Wien. Apothekenpflicht. Weitere Angaben zu Neben-, Wechselwirkungen und zu den „Besonderen Warnhinweisen zur sicheren Anwendung“ entnehmen Sie bitte der „Austria-CodexFachinformation“. GRANU FINK® Prosta Zusammensetzung: Kürbissamen 400,0 mg, Kürbissamenöl 340,0 mg, Trockenextrakt aus Sägepalmenfrüchten (DEV 7–13:1, Auszugsmittel Ethanol 90 % (m/m)) 75,0 mg. Sonsti-

ge Bestandteile: hochdisperses Siliciumdioxid, Lactose-Monohydrat, Natriumdodecylsulfat, Gelatine, gereinigtes Wasser; Farbstoffe: Eisenoxid schwarz, Eisenoxid rot, Eisenoxid gelb (E172). Anwendungsgebiete: Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Anwendung bei Funktionsstörungen der ableitenden Harnwege bei Männern (z. B. bei häufigem Harndrang, Abschwächung des Harnstrahls oder Nachträufeln des Harns. Die Anwendung dieses traditionellen pflanzlichen Arzneimittels in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschließlich auf langjähriger Verwendung. Gegenanzeigen: Granu Fink® Prosta darf nicht angewendet werden, wenn Sie allergisch gegen Kürbissamen, kürbisähnliche Pflanzen, wie z. B. Wassermelone, Zucchini, etc., Sägepalmenfrüchte oder sonstige Bestandteile dieses Arzneimittels sind. Registrierungsinhaber: Richard Bittner AG, Reisnerstraße 55–57, A-1030 Wien. Apothekenpflicht. Weitere Angaben zu Neben-, Wechselwirkungen und zu den „Besonderen Warnhinweisen zur sicheren Anwendung“ entnehmen Sie bitte der „Austria-Codex-Fachinformation“. Vesicare 5 mg – Filmtabletten, Vesicare 10 mg – Filmtabletten 1. Zusammensetzung (arzneilich wirksamer Bestandteil nach Art und Menge) Vesicare 5 mg - Filmtabletten: 1 Tablette enthält 5 mg Solifenacinsuccinat, entspr. 3,8 mg Solifenacin. Sonstige Bestandteile: Lactose-Monohydrat (107,5 mg) Vesicare 10 mg - Filmtabletten: 1 Tablette enthält 10 mg Solifenacinsuccinat, entspr. 7,5 mg Solifenacin. Sonstige Bestandteile: LactoseMonohydrat (102,5 mg) 2. Anwendungsgebiete Zur symptomatischen Therapie der Dranginkontinenz und/oder der Pollakisurie und des imperativen Harndrangs, wie sie bei Patienten mit dem Syndrom der überaktiven Blase auftreten können. 3. Gegenanzeigen Solifenacin ist kontraindiziert bei Patienten mit Harnverhaltung, einer schweren Magen-Darm-Erkrankung (z. B. toxisches Megakolon), Myasthenia gravis oder Engwinkelglaukom sowie bei Patienten, bei denen ein Risiko für solche Erkrankungen besteht. - Patienten mit Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile von Vesicare - Hämodialysepatienten - Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion - Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion oder mäßig eingeschränkter Leberfunktion, die einen starken CYP3A4-Inhibitor wie Ketoconazol erhalten 4. Pharmakologische Eigenschaften Pharmakotherapeutische Gruppe: Urologische Spasmolytika, ATC-Code: G04B D08. 5. Pharmazeutische Angaben (Hilfsstoffe) Tablettenkern: Maisstärke Lactose-Monohydrat Hypromellose Magnesiumstearat Filmüberzug: Macrogol 8000 Talkum Hypromellose Titandioxid (E171) Gelbes Eisenoxid (E172) → Vesicare 5 mg Rotes Eisenoxid (E172) → Vesicare 10 mg 6. Inhaber der Zulassung Astellas Pharma Ges.m.b.H. Linzer Strasse 221/E02 A-1140 Wien 7. Verschreibungspflicht/ Apothekenpflicht Rezept- und apothekenpflichtig Stand der Information: 11/2012 „Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation.“ Biohtin Biochemie nach Dr. Schüssler Zell Calmin Tabletten Zusammensetzung: 1 Tablette enthält Calcium phosphoricum D6 55 mg, Magnesium phosphoricum D6 55 mg, Calcium sulfuricum D6 50 mg, Cuprum arsenicosum D12 30 mg, Zincum chloratum D12 30 mg, Natrium tetrachloroauratum D12 30 mg, Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 250 mg LactoseMonohydrat; sonstige Bestandteile: Kartoffelstärke, Calciumbehenate; Anwendungsgebiete: Die Anwendungsgebiete leiten sich aus den Anwendungen der Biochemie nach Dr. Schüßler ab. Dazu gehören leichte Schlafstörungen und Unruhezustände wie z.B.: Einschlaf- und Durchschlafstörungen, Stress und Unruhe, Störungen im biologischen Rhythmus, wie Jetlag. Die Anwendung dieses homöopathischen Arzneimittels in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschließlich auf den Erfahrungen der Biochemie nach Dr. Schüßler. Bei schweren Formen dieser Erkrankungen sollte eine klinisch belegte Therapie aufgrund einer ärztlichen Diagnose erfolgen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der genannten sonstigen Bestandteile. Inhaber der Zulassung: Adler Pharma Produktion und Vertrieb GmbH; Pharmakotherapeutische Gruppe: andere therapeutische Mittel, ATC-Code: V03AX Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: rezeptfrei, apothekenpflichtig; Weitere Angaben zu den besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. KRALLENDORN®-Kapseln Zusammensetzung (arzneilich wirksame Bestandteile nach Art und Menge): 1 Kapsel enthält 20 mg Trockenextrakt aus Uncaria tomentosa (Willd.) DC.. Anwendungsgebiete: Als Zusatzbehandlung zu einer antirheumatischen Basistherapie und im Bedarfsfall einer Schmerztherapie bei Patienten mit rheumatoider Arthritis. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antineoplastische und Immunmodulierende Mittel, Andere Immunstimulanzien. ATC-Code: L03AX. Hilfsstoffe: Kapselinhalt: Ascorbinsäure, Lactose wasserfrei, Magnesiumstearat, Siliziumdioxid; Kapselhülle: Gelatine, Titandioxid (E-171) als Farbstoff. Inhaber der Zulassung: Immodal Pharmaka GmbH, 6111 Volders, Österreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezeptund apothekenpflichtig.Stand der Information: 06/2012 Informationen zu Besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

Impressum: MEDIENINHABER, HERAUSGEBER UND VERLEGER: Ärztekrone Ges.m.b.H., Verlag von Druckwerken, Seideng. 9/Top 1.1, 1070 Wien, Tel.: 01/407 31 11-0, Fax: 01/407 31 14. GESCHÄFTSFÜHRER: Mag. Wolfgang Maierhofer, Verlagsleitung: Natascha Fial, n.fial@medmedia.at, DW-21 CHEFREDAKTEUR: Dr. Wolfgang Exel, STELLVERTRETENDE CHEFREDAKTEURIN: Dr. Hannelore Nöbauer, h.noebauer@medmedia.at, DW-61 REDAKTION: Emanuel Munkhambwa, e.munkhambwa@medmedia.at, DW-54 PROJEKTLEITUNG: Thomas Schula, t.schula@medmedia.at, DW-12 PRODUKTION: Oliver Miller-Aichholz, o.miller-aichholz@medmedia.at, DW-31, MedMedia Verlag und Mediaservice Ges.m.b.H., Seideng. 9/Top 1.1, 1070 Wien. RICHTUNG: Fortbildungsmedium für Pharmazeuten. Quintessenz des pharmazeutischen Wissens: kurz – präzise – seriös. ALLGEMEINE HINWEISE: In Zusammenarbeit mit Experten erarbeitete Artikel basieren auf deren fachlicher Meinung und fallen somit in deren persönlichen Verantwortungsbereich. Angaben über Dosierungen, Applikationsformen und Indikationen der einzelnen Produkte müssen vom jeweiligen Anwender auf ihre Richtigkeit geprüft werden. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen Verlag und Medieninhaber keinerlei Haftung für drucktechnische und inhaltliche Fehler. REDAKTION: Seideng. 9/Top 1.1, 1070 Wien, LAYOUT: creativedirector.cc lachmair gmbh, 2120 Wolkersdorf im Weinviertel, LEKTORAT: onlinelektorat@aon.at DRUCK: Donau Forum Druck Ges.m.b.H., 1230 Wien, Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt, verwertet oder verbreitet werden. EINZELVERKAUFSPREIS: € 1,83, ABOPREIS: € 36,34 p.a. DRUCKAUFLAGE: 7.551 Stück im 1. Halbjahr 2012, geprüft von der Österreichischen Auflagenkontrolle. Ausgewählte Artikel dieser Ausgabe finden Sie auch unter www.medmedia.at zum Download. Dieses Produkt wurde nach den Richtlinien des Österr. Umweltzeichens hergestellt. Papier/Einsatzstoffe/Produktionsprozesse sind umweltfreundlich!

Apotheker Krone 12/2013 | 53


vom 29. 6. 2013 Medikament gegen Depressionen wirkt nicht

© Alena Ozerova – Fotolia.com

Eine Patientin mit Depressionen klagt, dass ihr „angeblich modernes Antidepressivum“ nach einmonatiger Einnahme nicht wirkt, und fragt um Rat. Der Facharzt für Psychiatrie beruhigt, dass bei manchen Patienten die erwünschte Wirkung dieser Medikamentengruppe erst nach 4–5 Wochen einsetzen kann. Sollte das auch nicht der Fall sein, liegt die Lösung in einer Erhöhung der Dosis

oder in der Verordnung eines der vielen alternativen Präparate. Wichtig sei, so rasch wie möglich einen Termin mit dem behandelnden Arzt auszumachen. Gesund

Toilette statt Badestrand Reisedurchfall kann einem den Urlaub gehörig vermiesen. Um sich vor Durchfallattacken zu schützen, gibt es einige einfache Regeln. Eine davon heißt: „Boil it, cook it, peel it, or forget it“. Auf Rohkostprodukte sollte man ebenso verzichten wie auf rohe Milch- und Eierspeisen. Die Therapie richtet sich nach der Schwere der Erkrankung. In leichten Fällen – ohne erheblichen Flüssigkeitsverlust – genügt in der Regel die Einhaltung einer Diät und eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr. Für mittelschwere Durchfälle mit Flüssigkeitsverlust stehen handelsübliche Salzlösungen zur oralen Rehydratation insbesondere für Kinder und ältere Personen zur Verfügung.

© Juan Gärtner – Fotolia.com

Sprechstunde

Gesund

Was tun bei Zysten? Die „Blasen“ an den Eierstöcken sind zu 98 % der Fälle gutartig und bilden sich von selbst wieder zurück. Allerdings haben Frauen über 40 ein höheres Risiko als jüngere Frauen, dass das Zystengewebe bösartig ist bzw. wird. Dieses muss dann auf jeden Fall entfernt werden.

Produkte Batrafen

AM

Wirksam gegen Nagelpilz. Der Lack mit Hand und Fuß

BIOGELAT Knoblauch-MistelWeißdorn-Kapseln

AM

Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Anwendung bei leichten Herz-Kreislauf-Beschwerden

Clarityn

AM

Stark gegen Heuschnupfen und Nesselsucht

Dr. Peithner Homöopathie Palette HOM Homöopathie auf den Punkt gebracht – Sport L-Lysin

NE

Mit der essenziellen Aminosäure L-Lysin, stärkt die Abwehrkräfte, fördert die Fieberblasenheilung

Nasivin

AM

Bekämpft die Schnupfenviren und verkürzt den Schnupfen

Normakut

AM

Die modernste Durchfalltherapie! Stoppt den Durchfall! Liefert Elektrolyte!

Passedan

AM

Gönnen Sie Ihren Nerven Ruhe

Somniver

LM

Für einen erholsamen Schlaf

54 | Apotheker Krone 12/2013


vom 6. 7. 2013 Sprechstunde

Ausschlag im Mundbereich Eine Frau leidet an hartnäckigem Ausschlag mit Bläschen rund um den Mund. Die Diagnose lautet „periorale Dermatitis“. Da Salben nicht wirken bittet sie um Hilfe. Die Fachärztin für Hautkrankheiten erklärt, dass die periorale Dermatitis häufig mit einer Störung des Magen-Darm-Traktes zusammenhängt. Daher empfiehlt sie die Einnahme des homöopathischen Mittels Antimonit D6, dreimal täglich eine Messerspitze. Weiters empfiehlt sie zur Unterstützung der Leber ein anthroposophisches Arzneimittel mit Blättern der Weinrebe und der Walderdbeere, dreimal täglich eine Tablette kurz vor dem Essen im Mund zergehen lassen. Bei cortisonhaltigen Salben ist frühestens nach vier Wochen mit einer Besserung zu rechnen.

Müdigkeit und Leistungsabfall und fragt, ob das „Wundermittel“ DHEA helfen kann. Der Facharzt für Frauenheilkunde erklärt, dass DHEA (Dehydroepiandrosteron) ein Hormon der Nebenniere ist, dessen Ausschüttung mit zunehmendem Alter geringer wird. Je niedriger der DHEA-Spiegel im Blut, desto deutlicher zeigen sich Alterungsprozesse. Bei Beschwerden wie rasche Ermüdung, Kraftlosigkeit, klimakterischen Störungen und Gewichtszunahme ist die Bestimmung der Konzentration von DHEA im Blut sinnvoll. Anhand der Befunde kann ein eventueller Mangel leicht festgestellt werden.

Sprechstunde

Verjüngt durch DHEA? Eine Frau Mitte 40 registriert Alterungserscheinungen wie Falten,

Die Zufuhr von DHEA bei erwiesenem Mangel kann Alterserscheinungen und auch Erkrankungen deutlich günstig beeinflussen. Da DHEA ein hochwirksames Hormon ist, soll es nur nach individuellem Bedarf zugeführt werden. Auf keinen Fall darf damit Selbstmedikation ohne Kontrolle betrieben werden! Gesund

Jeder Schritt quält! Ein Fersensporn kann die Hölle auf Erden sein. Ist die Diagnose bestätigt, kann eine neue Form der Stoßwellentherapie gute Heilungschancen bewirken. Es werden fokussierte Stoßwellen eingesetzt, die gezielt in tiefere Gewebeschichten eindringen und eine praktisch schmerzfreie Behandlung ermöglichen. Sie wirken genau am Ort der Entzündung und schonen das umliegende Gewebe. Im Gegensatz zur herkömmlichen Stoßwellentherapie müssen die meisten Patienten nur noch zwei bis drei Mal zur Behandlung kommen. Weitere Infos unter: www.ekhwien.at und www.vertebralia.at

© Martina Marschall – Fotolia.com

Produkte Antarktis Krill

NE

Leicht verwertbare Omega 3 Fettsäure in bester Qualität

cardiokur

NE

Die Kur für ein Herz wie ein Löwe

Dolorex-Spray

AM

Bewegung ohne Schmerz – einfach zum Aufsprühen

Exadipin

LM

Innovatives Konzept zur Gewichtsreduktion

Leaton Complete

NE

Für mehr Vitalität und Leistungsfähigkeit

Nasivin

AM

Bekämpft die Schnupfenviren und verkürzt den Schnupfen

Nosweat

NE

Gegen übermäßiges Schwitzen

SIMILASAN Tropfen HOM Natürlich stark – für Herz-Kreislauf-System. gegen Kreislaufbeschwerden Apotheker Krone 12/2013 | 55


GESUND

Ausdauer ohne Atemnot COPD-Patienten sollten nicht auf sportliche Aktivität verzichten Mag. Monika Kotasek-Rissel

„Kann ich meine Lunge trainieren?, ist eine der häufigsten Fragen, die mir von COPD-Patienten gestellt wird“, berichtet Prim. Univ.Prof. Dr. Michael Studnicka, Vorstand der Univ.-Klinik für Pneumologie/Lungenheilkunde am Landeskrankenhaus Salzburg. „Die Antwort lautet: leider nein. Aber: Sport hilft Betroffenen dabei, körperlich leistungsfähig zu bleiben. Denn damit wird vermehrt Sauerstoff über die Lunge aufgenommen und in die Muskeln gebracht, die ihn dann besser verarbeiten können. Patienten haben so auch im Alltag mehr Sauerstoff zur Verfügung, wodurch sich unter anderem die Atemnot verringert. Das wirkt sich natürlich positiv auf die Lebensqualität aus.“

Etwa 800.000 Österreicher leiden an der chronischobstruktiven Lungenerkrankung COPD, die sich mit Husten, Auswurf und Atemnot (zuerst nur bei Belastung, später auch in Ruhe) äußert. Hauptursache ist jahrelanges Rauchen.

56

Erste Therapiemaßnahme muss daher Rauchstopp sein. Bronchienerweiternde und entzündungshemmende Medikamente lindern die Symptome der COPD deutlich. Aber auch Ausdauersport wie „Radeln“ am Ergometer oder Nordic Walking hat sich bewährt.

© Fotolia.com

© Riedl-Hoffmann

Ein kostenloser Flyer, in dem alle stationären und ambulanten pneumologischen Rehabilitationsmöglichkeiten in Österreich aufgelistet sind, ist unter: info@gsk.at erhältlich.


© Peter Tomschi

29. 6. 2013

GESUND

Für den Notfall sollte man beim Training immer ein schnell wirkendes bronchienerweiterndes Medikament dabei haben

Mittlerweile ist sogar bekannt, dass sportliche Betätigung genauso, ja mitunter sogar besser wirkt als medikamentöse Behandlung. „Lungenpatienten ab Stadium 2 sollten idealerweise im Rahmen einer ambulanten oder stationären Rehabilitation unter ärztlicher Aufsicht trainieren“, erklärt der Experte. Gleichzeitig übt er Kritik: „Leider werden Reha-Maßnahmen viel zu selten genehmigt, außer es liegt zusätzlich eine kardiologische Begleiterkrankung wie Bluthochdruck vor. Dazu kommt, dass die Möglichkeit zur ambulanten Rehabilitation nur in Wien, Graz, Wels und Innsbruck besteht. Wie soll der Großteil

der Patienten da wohnortnahe – was ideal wäre – trainieren?“ Laut Prof. Studnicka könnte mittels Reha ein Viertel aller schweren Zustandsverschlechterungen (Exazerbationen) bei COPD, die einen Spitalsaufenthalt erfordern und sogar gefährlicher als ein akuter Herzinfarkt sind, vermieden werden. Dadurch würde der Staat viele Folgekosten sparen. Die positiven Auswirkungen von sportlicher Aktivität waren kürzlich auch Thema am 54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin. Dort wurde eine Studie über „Ausdauertraining mit sport-

Selbsthilfegruppe für Betroffene Die Österreichische Lungenunion (ÖLU) ist eine seit 1985 bundesweit aktive Selbsthilfegruppe, die sich für Patienten mit Allergien, Asthma, COPD, Lungenkrebs sowie Neurodermitis engagiert. Betroffenen soll bei der Bewältigung ihrer Erkrankung geholfen werden. Dafür bietet die Lungenunion Aufklärung und Information über das Krankheitsbild sowie Informationsmaterial, Patientenschulungen, Atem- und Stimmtraining, Weiterbildung durch Vorträge und Diskussionsrunden mit Fachexperten, die viermal jährlich erscheinende Zeitung „aufWIND“, zwanglose Zusammenkunft von Betroffenen, Wanderungen und mehr. Infos: 01/330 42 86, Mail: office@lungenunion.at, Website: www.lungenunion.at

medizinischer Anleitung als effektive ambulante pneumologische Rehabilitationsmaßnahme“ vorgestellt. Die Ergebnisse © Fotolia.com waren eindeutig: Atemnot und körperliche Leistungsfähigkeit sowie Lebensqualität verbesserten sich bei den lungenkranken Probanden beträchtlich. „Training beeinflusst aber auch das psychische Befinden, besonders bei COPD-Patienten. Damit kann nämlich der Teufelskreis Atemnot – Schonung – Verschlechterung der Atemnot – Einsamkeit – Depression unterbrochen werden“, erklärt der Lungenfacharzt. Viel Forschung wird auch in Österreich betrieben, wie eine aktuelle Untersuchung der Univ.-Klinik für Lungenheilkunde und dem Institut für Sportmedizin in Salzburg beweist. Experten gingen folgender Fragestellung nach: Ist es sinnvoll, COPD-Patienten (Stadien 2 und 3), die noch nicht sauerstoffpflichtig sind, beim Ausdauertraining zusätzlich Sauerstoff zu verabreichen? Die Ergebnisse werden gerade ausgewertet, eine eindeutige Tendenz ist aber bereits erkennbar: „Ja, es ist sinnvoll! Der Trainingseffekt lässt sich auf diese Weise verdoppeln. Der vermutete Grund dafür: Die Patienten konnten länger trainieren, weil die Atemnot später als gewohnt auftrat“, so Prof. Studnicka.

„TIPP“: Für den Notfall sollten Sie beim Training immer ein schnell wirkendes bronchienerweiterndes Medikament dabei haben.

Beratung aus Ihrer

APOTHEKE

Mag. pharm. Eva Maria Owesny

Hilfe – ich bekomme keine Luft mehr! Was kann man bei einer COPD selbst tun?

Der informierte und verantwortungsbewusste Patient ist in der Lage, den Verlauf seiner chronisch obstruktiven Erkrankung ganz wesentlich zu beeinflussen. Neben regelmäßigen ärztlichen Kontrollen und gezielten Bewegungsprogrammen ist es zunächst wichtig, mit dem Rauchen aufzuhören. Die Nikotinersatztherapie stellt eine alternative Methode zur Aufnahme von Nikotin dar, ohne Tabak zu rauchen. Die Zufuhr von Nikotin vermindert nämlich in den ersten Wochen der Raucherentwöhnung die Entzugserscheinungen. Entscheidend für den Erfolg so einer Anwendung ist, dass der Nikotinersatz ausreichend hoch dosiert wird. Bei Ansprechen auf die Therapie sollte diese drei Monate fortgesetzt werden. Beachten muss man, dass die Wirkung der entsprechenden Präparate zeitverzögert einsetzt und nicht wie bei der Zigarette schon nach einigen Sekunden. Erkundigen Sie sich in Ihrer Apotheke über die verschiedenen Möglichkeiten für die Tabakentwöhnung – Ihre Apothekerin und Ihr Apotheker stehen Ihnen gerne mit hilfreichen Tipps zur Seite. Zur Verhinderung von Infekten, die in vielen Fällen zu einer Verschlimmerung von COPD führen, werden vor allem bei älteren Patientinnen und Patienten die Schutzimpfungen gegen Grippe und Lungenentzündung empfohlen. Österreichische Apothekerkammer, Mag. pharm. Eva Maria Owesny, Spitalgasse 31, 1091 Wien oder beratung@apotheker.or.at

57


GESUND

© Fotolia.com

Verängte Blutgefäße gefährden auch das Herz (links)! Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehört Bewegung. Es muss durchaus nicht Leistungssport sein …

Blut muss fließen! Welche Bedeutung unsere Arterien und Venen haben, wie wir die Blutgefäße am besten schützen können © Riedl-Hoffmann

Der Mensch ist so jung wie seine Blutgefäße. Das stimmt. Freilich ist der Mensch auch so jung wie seine Gelenke, sein Hirn, seine Leber usw. Aber die Blutbahnen spielen bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine ganz entscheidende Rolle. Blut muss nämlich ungehindert fließen können! Leider nimmt diese Fähigkeit mit zunehmendem Alter und im Zusammenhang mit verschiedensten negativen Einflüssen deutlich ab. Arterien, die das Blut vom Herzen in den Körper befördern, verengen sich, auch die Venen (verantwortliche Wege für den Rücktransport zum Herzen) werden nach und nach schlapp. Für Herzinfarkt und Schlaganfall sind aber in erster Linie die Arterien maßgeblich. Über Jahre hinweg schlagen sich dort im wahrsten Sinne des Wortes die Sünden wider den gesunden Lebensstil nieder: Rauchen verengt diese Adern ebenso wie zu fettes Essen und

58

Bluthochdruck. Das Zielgewebe (neben Herz und Hirn natürlich jeder andere Bereich des Körpers auch) wird immer schlechter durchblutet. Das bedeutet schlechte Versorgung mit Sauerstoff und Nährsubstanzen. Fatale Folge: Unterversorgtes Gewebe stirbt ab! Betrifft es das Herz, sprechen wir vom Infarkt. Trifft es das Gehirn, nennen wir es Schlaganfall. Aber auch Erblindung, Nierenversagen, abfaulende Gliedmaßen und Impotenz können auf dieser Basis passieren. Zum Glück können hier

kleine Schritte zur Besserung bereits große Wirkung haben. Wobei diese Schritte von zwei Seiten her erfolgen sollten. Einerseits gilt es, das Herz kräftiger zu machen, damit es das Blut auch durch bereits ein bisschen engere Gefäße pumpen kann, andererseits kann einiges getan werden, um die Blutgefäße offen zu halten. Die ersten Schritte sollten in Richtung regelmäßige Bewegung und Vermeidung der ohnedies sattsam bekannten Risikofaktoren gehen: Und wenn Sie jeden Tag lediglich

Jetzt neu: Patientenratgeber „Herz, Gefäße und Blutkreislauf verstehen“. Übergewicht, Rauchen, hohes Cholesterin, Schweißausbrüche selbst bei kleinen Anstrengungen? Das sind nur einige der Risikofaktoren und körperliche Erscheinungen, die im gerade erschienenen RatgeberBüchlein „Herz – Gefäße – Blut verstehen“ behandelt werden. In übersichtlicher Frage-Antwort-Form informiert diese Broschüre über Ursachen und vor allem darüber, was jeder Betroffene zum Erhalt eines guten Herz-Kreislauf-Systems tun kann. Ab sofort in Ihrer Apotheke!

eine halbe Stunde walken oder zügig spazieren gehen, haben Sie viel erreicht! Nicht rauchen, wenig Alkohol trinken, starkes Übergewicht abbauen und halbwegs vernünftig essen schont das Herz! Aber man kann dem Herz auch ganz gezielt von innen Gutes tun. Dabei spielen Substanzen eine Rolle, die in der Nahrung zu finden sind. Allerdings wissen wir heute längst, dass „moderne“ Ernährung wie auf einer Einbahn zur Verarmung an diesen Stoffen führt! Im Zusammenhang mit der Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln ist vieles wissenschaftlich noch nicht gesichert. Man vermutet zwar, kann es aber nicht hieb- und stichfest beweisen. Lesen Sie nebenstehend, für welche Zusatzstoffe es jedoch bereits ein klares, wissenschaftliches OK gibt. In der nächsten Folge am 20. Juli geht es um die Zusammensetzung des Blutes und den Blutdruck.


6. 7. 2013

GESUND

Anzeige

Die Wirkung bestimmter Medikamente zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist unbestritten. Diskussionen gibt es über den Nutzen von Nahrungsergänzungsmitteln. Nicht in Frage gestellt werden aber zum Beispiel Magnesium und Omega-3-Fettsäuren sowie grüner Tee, wie unsere Experten erklären: Internist Dr. Herbert Woschnagg: „Magnesium wird gerne bei Wadenkrämpfen gegeben. Die Wirkung beruht auf einer Normalisierung der Muskelkontraktion. Das bezieht sich natürlich auch auf den Herzmuskel. Mangel kann daher zu Herzrhythmusstörungen führen. Falls mit der Nahrung (etwa Vollkornprodukte, Nüsse, Haferflocken, grünes Gemüse) nicht genug Magnesium zugeführt wird, empfiehlt sich zusätzliche Einnahme abends, weil nachts der Magnesiumsspiegel im Blut absinkt. Omega-3-Fettsäuren zeigen eindeutig einen Nutzen bei Herz-Kreislauf-Leiden (enthalten in Fischfetten, Leinsamenöl). Sie senken die Blutfette und in höherer Dosierung auch den Blutdruck. Die Wirkung auf eine normale Herzfunktion ist international anerkannt.“

Ergänzung der Nahrung mit Vitaminen, Mineralstoffen, aber auch grünem Tee nützt dem Herz

Herzspezialist Prof. Dr. Thomas Stefenelli: „Die Wirkung des grünen Tees ist verblüffend und gut untersucht. Die Inhaltstoffe haben unter anderem günstigen Einfluss auf die Innenhaut von Blutgefäßen sowie bei Entzündungen. Langzeitstudien (mehr als 80.000 Japaner) zeigen weniger Schlaganfälle bei Genuss von grünem Tee. Es wird auch das Risiko einer koronaren Herzkrankheit (Vorstufe zum Infarkt) reduziert. Empfehlenswert sind übrigens zwei bis drei Schalen zur Vorbeugung.“

© Martin A. Jöchl

Helfer aus der Nahrung


Fachkurzinformation siehe Seite 53


Apotheker Krone 12|2013