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Nr. 10/24. Mai 2013

WISSEN SCHAFFT ERFOLG

Einblicke

Merkmale des Internethandels Initiative „Gendermedizin“

Geschlechtsspezifika bei Dosierung beachten Beratung

Reisende ab 50

Beratung

© robhainer – 2x Fotolia.com

Analgetika bei Kindern – eine Gratwanderung P.b.b. GZ 02Z032959W, Benachrichtigungspostamt 1070 Wien. ISSN: 2223-568X. Bei Unzustellbarkeit zurück an den Absender: Apotheker Krone, Seidengasse 9/Top 1.1, 1070 Wien


Inhalt Anzeige | Fachkurzinformation siehe Seite 53

Apotheker Krone 10/2013

12 Jede Krise ist eine Chance Die Staatsschuldenkrise ist auch für Österreich eine große Herausforderung, aber gleichzeitig eine Chance für nachhaltige Strukturmaßnahmen, so Dr. Klaus Liebscher. Eine Abkehr vom Euro und eine EU-Austritt wären „wirtschaftliches Harakiri“.

EINBLICK 6

Merkmale & Trends des Internethandels

10

Kolumne: InsideOut

12

Jede Krise ist eine Chance

14

Kolumne Ap(p)otheker

WISSEN 15

Meldungen

16

Uni-Update

17

Kolumne ÖPROM

36 Hyperhidrose: Kommentar Die so genannte idiopathische (d. h. ohne nachweisbare Ursache) Hyperhidrose tritt am häufigsten lokalisiert an Handflächen, Fußsohlen und/oder Achselhöhlen auf und beginnt nicht selten schon im Kindes- und Jugendalter mit familiärer Häufung.

BERATUNG 26 Informationen aus Pharmazie und Medizin für die Tara 29 Nutzen Sie den Vatertag!

ERFOLG

30 Meldungen

48 Best of Pharma Advertising 2013

31

50 Meldungen

Zutaten für gesunde Gelenke

32 Analgetika bei Kindern: Gratwanderung zwischen übertriebener Sorge und unnötigem Leiden

51

34 Beratungsleitfaden Hyperhidrose

53 Impressum

36 Kommentar zum Beratungsleitfaden

FOCUS 18

Schizophrenie möglichst früh behandeln

20 Selbstmedikation: Pflanzen für die Psyche 21

Initiative Gendermedizin: Geschlechtsspezifika bei Dosierung beachten

38 Sonnenschutz: Apotheken bieten gesicherte Qualität und gute Beratung

Serie: Steuertipps vom Experten

52 Handel und Industrie

KRONE

40 Gesichtspflege ist Vorsorge

54 Redaktions- und Werbeübersicht zu den Ausgaben „Gesund“ vom 1. 6. und 8. 6. 2013

42 Was Reisende ab 50 beachten sollten

56 Reden wir über Sucht

46 Mit Homöopathie sicher unterwegs

57 Kammertipp

Dieser Apotheker Krone liegt die neueste Ausgabe des „Madaus aktuell“ von Rottapharm | Madaus bei.


Einblick Themen aus Politik und Gesellschaft

Merkmale & Trends des Internethandels Anlässlich der kommenden Liberalisierung des Versandhandels mit freiverkäuflichen Arzneimitteln in Österreich: ein Blick auf den Onlinehandel im Konsumgüterbereich, der nach wie vor von stark wachsenden Umsätzen gekennzeichnet ist, Tendenz weiter steigend. Das Erfolgsrezept dabei: Multi-Channeling, d. h. stationären Handel mit Online-Shop kombinieren! © alain wacquier | © keller | © Mopic – 3x Fotolia.com

E

ine vom Handelsverband und Google Austria durchgeführte qualitative Studie – „Multichannel: Digitale ®evolution im Handel“ (durchgeführt Dez. 2012– März 2013) – hat ergeben, dass in allen befragten Unternehmen der E-Commerce-Bereich schneller wächst als der stationäre. Großer Vorteil des Online-Handels: Hier kann der

so Klausegger. In Zukunft werde kaum mehr ein Player des stationären Einzelhandels in der Lage sein werde, seine Marktanteile ohne Onlinevertrieb halten zu können, betont die Expertin. Denn der Onlineshop ist nicht nur als Vertriebskanal wichtig, sondern vor allem auch ein kostengünstiges Tool für Werbung und Marktpflege.

Produktsuche und Preisvergleich auf Knopfdruck

Die Zukunft heißt Multi-/ Cross-Channeling und ist keine Frage eines ,Entweder – oder‘! Ass.-Prof. Dr. Claudia Klausegger, WU Wien

Konsument einkaufen, wie und wo es ihm beliebt. „Viele Konsumenten erledigen ihre Einkäufe heutzutage daher nicht nur stationär, sondern auch online“, betont Ass.-Prof. Dr. Claudia Klausegger, Institut für Marketing-Management, Wirtschaftsuniversität Wien. Allerdings ist Online-Shopping kein Patentrezept für alle Branchen. „Grundsätzlich gilt: Produkte, die bekannt sind und nicht viel Erklärungsbedarf haben, können online verkauft werden. In allen anderen Bereichen kann der stationäre Einzelhandel nach wie vor punkten“, 6 | Apotheker Krone 10/2013

Produktsuche und Preisvergleiche sind online unkompliziert möglich, Letztere am einfachsten über Preisvergleichsplattformen. Gerade diese Preistransparenz sei, so Klausegger, neben dem Convenience-Faktor und der umfassenden Auswahl einer der Gründe für die rasante Entwicklung des E-Commerce. „Preisvergleichsplattformen werden nicht nur für die Suche nach dem günstigsten Preis herangezogen, sondern bereits im Vorfeld der Kaufentscheidung für die Produkt- und Markenentscheidung“, erläutert Klausegger. Diese virtuelle Preistransparenz führt zu einem Kostendruck seitens der Anbieter. Den oftmals niedrigeren Preis im Internet kann der stationäre Handel nicht bieten, doch kann er über eine Spezialisierung oder ergänzende Serviceleistungen seine Position zu stärken versuchen.

Preisvergleichsplattformen: Präsent sein und profitieren Laut einer repräsentativen Händlerbefragung, die Klausegger 2011 in Kooperation mit geizhals.at durchgeführt hat, liegt die größte Chance für Händler – vor allem für kleine Unternehmen – in der Präsenz auf den wichtigsten Preis-


vergleichsplattformen. „Hier können Umsatzzuwächse um mehr als 30 % und Gewinnzuwächse von knapp 20 % erzielt werden“, berichtet Klausegger. Die befragten Unternehmen nannten die Möglichkeit der kostengünstigen Neukundengewinnung, das Erreichen einer breiten Kundenschicht sowie eine zielsichere Ansprache als die wichtigsten Vorteile der Präsenz. Wie Preisvergleichsplattformen genau funktionieren, erläutert Mag. Vera Pesata, Leitung Marketing & Sales bei

Über Preisvergleichsplattformen wie Geizhals kann man viele Kunden auf sich aufmerksam machen. Und die User, die auf geizhals.at und Co. unterwegs sind, befinden sich in Kauflaune! Mag. Vera Pesata,

Geizhals® Preisvergleich Internet Services AG

Geizhals® Preisvergleich Internet Services AG: „Der Händler gibt neue Produkte inkl. Preis oder Preisänderungen bei bestehenden Produkten in seinen Online-Shop ein. Bei jenen Händlern, die bei einer Preisvergleichsplattform wie z. B. Geizhals® angemeldet sind, werden die Preislisten regelmäßig abgerufen und ins System eingespielt. Bei Geizhals® passiert dies alle 10 Minuten.“ Aber Achtung: Dies funktioniert nur, wenn der OnlineShop eine Exportfunktion aufweist, dies sollte man beim Einrichten eines Kauf-Portals unbedingt berücksichtigen! „Wer sich bei Geizhals® anmeldet, kann das Angebot drei Monate gratis nutzen, danach wird – wenn der Kunde zufrieden ist und das Angebot weiter nutzen will – pro Click eines Users abgerechnet“, erklärt Pesata. Die Geizhals®-Expertin empfiehlt zudem, eine TrackingMöglichkeit in den Online-Shop einzubauen. Über diese kann der Händler mitverfolgen, was ein User im Shop macht, was er sich anschaut, was er kauft, an welchen Stellen er den Shop verlässt etc. Ein System inklusive Tracking-Funktion sei zwar teurer, aber sinnvoll, um Schwachstellen wie z. B. Kauf-Hürden des Online-Portals zu eruieren, betont Pesata. Auch über google-analytics, das gratis angeboten wird, oder andere AnalyseSoftware ist eine solche Nachverfolgung möglich.

Online bestellen, vor Ort abholen Weiteres Ergebnis der Studie von Klausegger und Geizhals®: Es besteht ein klarer Trend zum kombinierten Kauf. D. h. ein Großteil der österreichischen Kunden informiert sich oder bestellt zwar online, geht dann aber – nach wie vor – ins Geschäft zum Abholen/Kaufen. „Das Zauberwort lautet also Multi-Channeling, d. h. nicht entweder online oder stationär, sondern eine Verbindung der beiden Welten“, so Klausegger. „Die Gründe für eine persönliche Abholung sind, dass der Kunde einen Ansprechpartner will, die Ware sofort haben möchte, 100%ige Sicherheit und Seriosität sucht und sich die teilweise hohen Versandkosten ersparen will“, fasst die Expertin zusammen. Daher sollten die unterschiedlichen Kanäle (On- und Offline) bestmöglich aufeinander abgestimmt werden. Gerade in Hinblick auf Smartphone & Co ist die Auseinandersetzung mit dem Thema Multichanneling für Handelsunternehmen unerlässlich!

Erfolgsfaktoren eines Online-Portals Um erfolgreich zu sein, braucht ein Online-Shop einen benutzerfreundlichen Bestellablauf verbunden mit einer einfachen und klaren Orientierung/Navigationsstruktur zur Produktsuche, eine optimale Sortimentszusammensetzung inkl. Warenpräsentation mit Produktbildern und detaillierten Produktinformationen sowie die rasche Verfügbarkeit der Produkte. Auch günstige Preise spielen aufgrund der gegebenen Preistransparenz selbstverständlich eine Rolle. Mit der Möglichkeit, Produktbeurteilungen und Erfahrungen anderer User abzufragen, kann ein Online-Händler ebenfalls bei den Kunden punkten. Zudem sind ein sicheres Zahlungssystem sowie der Datenschutz der Kundendaten und Kreditinformationen sowie Versand- und Liefermodalitäten und Nachvollziehbarkeit des Anlieferungsstatus mittels „tracking link“ (transparenter Weg vom Warenlager zu den Konsumenten) wichtige Funktionen, die ein Online-Shop erfüllen sollte.

Zielgruppenspezifisch agieren! Wer neben einem stationären Handel auch einen OnlineHandel aufziehen will, sollte den Aufwand, den ein gut funktionierendes System benötigt, nicht unterschätzen. Unklare Navigationen, schlechte Produktpräsentationen, zu wenige oder nicht ausreichend sichere Bezahlmöglichkeiten bzw. zu geringe Gewinne aufgrund harter Preiskämpfe gehören zu den häufigsten Fehlern von Händlern, die ihre Produkte erstmalig auch übers Internet anbieten. „Im E-Commerce wird immer noch sehr häufig mit dem Gießkannenprinzip verfahren, anstatt auf die unterschiedlichen Wünsche und Bedürfnisse der Zielgruppe einzugez hen“, betont Klausegger abschließend. Mag. Nicole Gerfertz Apotheker Krone 10/2013 | 7


Einblick Teil 2: Womit Österreichs Apotheken rechnen müssen

Versandhandel in Österreich – neue Anbieter werden in den Markt eintreten

InsideOut Einsichten von Außen N

eben dem einen oder anderen österreichischen Apotheker werden auch etablierte ausländische Versandapotheken den heimischen Markt penetrieren. So gibt es deutliche Anzeichen, dass Hofer/Aldi in Verbund mit einer holländischen Apotheke Österreich als Testmarkt erobern will. Generell werden wir beobachten, dass Versandapotheken in Kooperation mit Lebensmittel- bzw. Drogeriemärkten deutlich erfolgreicher sein werden als reine Internetapotheken. Einzelne Präsenzapotheken werden mit intelligentem Lieferservice und Kundenbindungsprogrammen durchaus in der Lage sein, ihre Stammkunden zu halten. Inwieweit das vom Österreichischen Apothekerver-

Aufgrund der geplanten Liberalisierung des Versandhandels kommen zahlreiche Herausforderungen auf Apotheken zu: Unter anderem drängen Lebensmittel- bzw. Drogeriemärkte auf den Markt, und die Preise werden gehörig unter Druck geraten. Apotheken, aber auch die Industrie müssen Konzepte für die neue Marktsituation vorbereiten. band vorgestellte Konzept „Apotheke bereit“, das auch den Multi-Channel-Ansatz aufgreift, Erfolg haben wird, bleibt abzuwarten.

Der Preiswettbewerb wird zunehmen

Auch wenn einige Studien zum Verbraucherverhalten zum Ergebnis kommen, dass Kriterien wie Convenience oder Verfügbarkeit im Versandhandel an Bedeutung gewinnen, so wird meiner Meinung nach der Wettbewerb zunächst über den Preis stattfinden. Reine Web-Apotheken werden über Preissuchmaschinen den Preis stetig nach unten drücken. Andere Anbieter, die sich Publikumswerbung leisten können oder KataloAnteil des Versandhandels in ausgewählten Indikationsgruppen ge verteilen, werden ihre (Lock-) in Deutschland Angebote aggressiv herausstelUmsatz rezeptfreie Apotheken und Gesundheitsmittel in Mio. €, BRD Gesamt, Apotheke + Versandhandel, Jän. – Dez. 2012 len. Werblich werden sich die neuen Anbieter entweder auf die 11 Übelkeit sprichwörtlich hohen „Apothekerpreise“ beziehen oder konkre09 Mund und Zahn te Preisvorteile gegenüber den 01 Husten + Erkältung/Atemwege von der Industrie angegebenen 02 Schmerz + Muskel/Gelenke „unverbindlichen Verkaufspreisen“ anführen. 12 Blase und Fortpflanzung 05 Tonika/Ger./Melss/Immun

Die Industrie wird gespalten reagieren

10 Herz und Kreislauf 14 Gewichtsabnahme 0%

10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 80 % 90 % 100 %

OTC Ges.: 12 % © 2013, IMS HEALTH

10 | Apotheker Krone 10/2013

Versandhandel

Offizin

Während die Mehrzahl der Industriefirmen eine „Verramschung“ ihres Sortiments befürchten, wird es aber auch den einen oder anderen geben, der sich freut, dass es


Mag. Magnus Höfer Senior Principal bei IMS Health mhoefer@at.imshealth.com © Gina Sanders | © picsfive – Fotolia.com

neue Player gibt, mit denen man „etwas Neues ausprobieren“ kann. Letztendlich werden die Firmen versuchen, beispielsweise durch Überarbeitung ihrer Preis- und Konditionenpolitik oder durch andere Maßnahmen (z. B. Codierung der Verpackungen) die Warenströme besser zu kontrollieren. Nach und nach werden die Unternehmen gezwungen sein, ihre Vertriebsstrategie auf die neue Kundengruppe auszurichten.

Der Markt wird mengenmäßig wachsen Der Versandhandel ist in vielen Branchen bereits eine feste, manchmal sogar eine dominierende Größe. So gesehen gibt es keinen Grund, dass dies nicht auch bei OTC-Produkten der Fall sein sollte. Sei es, dass manche Verbraucher eher internetaffin sind und schon jetzt kaum die Apotheke aufgesucht haben, oder sei es, dass Kunden mehr

bestellen, um z. B. Versandkosten zu sparen. Analysen von IMS Health zeigen, dass in Deutschland insbesondere teure (Groß-)Packungen, spezielle Indikationen (z. B. Lifestyle-Produkte; siehe Grafik) oder sehr bekannte Markenartikel im Versandhandel überdurchschnittlich nachgefragt werden.

Transportauflagen werden entscheidend sein Ausschlaggebend wird jedoch sein, ob in der geplanten Durchführungsverordnung spezielle Transportbedingungen – ähnlich der AMBO 2009 – oder andere Auflagen explizit vorgeschrieben werden. Sollte dies der Fall sein, würde dies das Geschäftsmodell des Versandhandels massiv verteuern und das Marktpotenzial mit deutlich unter z 10 % begrenzen.

NEU: Nailner® Pinsellösung Nailner® gibt es jetzt auch als praktische Pinsellösung

Nailner® erbarmungslos zu Nagelpilz und Balsam für die Nägel Nagelpilz ist eine hartnäckige Infektion. Rund 10 % – 20 %* der Bevölkerung leiden daran. Klinisch bestätigt: Nailner® bekämpft Nagelpilz wirksam.

Wie entsteht Nagelpilz? Nagelpilz ist eine lästige und oftmals langwierige Angelegenheit. Die Hauptursachen können Nagelverletzungen, starkes Schwitzen, starke Belastung der Nägel, beispielsweise durch Sport, Durchblutungsstörungen oder genetische Faktoren sein.

Symptome von Nagelpilz Oft beginnt die Infektion mit der Verfärbung der Nagelplatte, diese wird in weiterer Folge brüchig, verdickt und löst sich vom Nagelbett. Der Pilz kann auch Infektionen an noch nicht betroffenen Nägeln auslösen und ist leicht übertragbar. Ohne effektive Behandlung wird man ihn in der Regel nicht los.

Nailner® – Wirksamkeit klinisch bestätigt Nailner® ist eine wirksame und einfach anwendbare Lösung zur Behandlung von Nagelpilz. Der Stift, der Spray sowie die Pinsellösung erlauben ein gezieltes und schnelles Applizieren der Lösung auf die Nageloberfläche. Nailner® dringt tief in den Nagel ein und bekämpft die Pilzinfektion direkt am Ursprung. Der pH-Wert wird reduziert, und es entsteht ein saures Milieu, das die Ausbreitung der Pilzinfektion stoppt. Zusätzlich spendet Nailner® Feuchtigkeit und sorgt somit für schöne und gepflegte Nägel. Bei regelmäßiger Anwendung sind schon nach wenigen Wochen erste Ergebnisse sichtbar. * Quelle: www.netdoktor.at – bezogen auf Zentral- und Westeuropa

Entgeltliche Einschaltung

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ie praktische Nailner® Pinsellösung ergänzt ab sofort das erfolgreiche Nailner® Sortiment auf dem österreichischen Markt. Nailner® bietet somit als Einziger drei mögliche Anwendungsformen und daher für jeden Kunden das richtige Produkt – ob Stift, Spray oder Pinsellösung.


Einblick Jede Krise ist eine Chance Die Staatsschuldenkrise ist auch für Österreich eine große Herausforderung, gleichzeitig aber eine Chance für nachhaltige Strukturmaßnahmen, so Dr. Klaus Liebscher. Eine Abkehr vom Euro und eine EU-Austritt wären „wirtschaftliches gavran333 - Fotolia Harakiri“.

A

m 15. 4. 2013 lud die Österreichische Apothekerbank den national und international anerkannten Wirtschaftsexperten Dr. Klaus Liebscher, ehemals Gouverneur der Österreichischen Nationalbank und heute Vorstandsmitglied der Finanzmarktbeteiligung Aktiengesellschaft des Bundes (FIMBAG), zum Gespräch ein. Zahlreiche Vertreter der Standesinstitutionen folgten der Einladung und wurden über den Status quo der Finanzund Wirtschaftskrise sowie über die Zukunft des Euroraumes informiert.

Staatsschulden müssen abgebaut werden „Wir befinden uns nun im fünften Jahr der Krise, wobei es sich nicht um eine Eurokrise handelt, denn die Währung ist stabil. Vielmehr handelt es sich um eine Staatsschuldenkri-

se“, betonte Liebscher. „Blickt man auf bisherige Krisen zurück, haben diese etwa 5–7 Jahre angedauert. In der Tat gibt es heute erste wirtschaftliche Vorboten, dass die gesetzten Maßnahmen aus dem Vorjahr langsam greifen, obwohl sich der Euroraum heuer noch in einer Rezession befinden wird“, zeigte sich Liebscher zuversichtlich. Einige Staaten haben Beachtliches geleistet, denn sie sind dabei, ihre ausufernden Staatsverschuldungen in den Griff zu bekommen. „Griechenland, Italien und Spanien waren zu stark auf ihre Binnenwirtschaft konzentriert, weshalb es zu Defiziten im Außenhandel kam. Durch Strukturmaßnahmen konnte die Wettbewerbsfähigkeit schon sichtlich verbessert werden“, so Liebscher. Die Bürger aber mussten einiges dafür hinnehmen. Gleichzeitig machte Liebscher aufmerksam, dass jede Krise eine Chance ist, um die Ursachen festzustellen, aus Fehlern zu lernen und um Maßnahmen zur Gegensteuerung zu entwickeln. Die Ursachen der aktuellen Krise fasste Liebscher in drei Punkten zusammen: ■ lockere Fiskalpolitik der Mitgliedsstaaten ■ eine sehr weitreichende Deregulierung des Marktes, wobei die Politik „zu lange zugesehen hat“ ■ die internationale Verwebung der Banken, jedoch ohne gleichzeitige Vernetzung der Finanzmarktaufsichten Für den Weg aus der Krise müssen folgende Punkte umgesetzt werden: ■ Konsolidierung der öffentlichen Haushalte, sprich Schuldenabbau ■ Wachstumsimpulse setzen, etwa zum Abbau der Arbeitslosigkeit, jedoch nicht mittels Staatsausgaben bzw. -verschuldungen, sondern über Strukturmaßnahmen (Umschichtung der Ausgabenpositionen) ■ verstärkte wirtschaftspolitische Koordination auf europäischer Ebene ■ strikte Anwendung und Einhaltung der Regeln für gesunde Finanzen ■ den verschuldete Ländern Hoffnung auf eine bessere Zukunft geben

Veränderungen brauchen eine Generation Anzeige

Der Faktor Zeit sei aber entscheidend, denn „große Veränderungen brauchen eine Generation, bis sie tatsächlich 12 | Apotheker Krone 10/2013


Dr. Klaus Liebscher folgte der Einladung der Apobank-Vorstandsdirektoren Helmut Kneissl (li) und Othmar Schmid (re).

greifen. Für krisengebeutelte Länder ist eine Erholung von der Krise nicht in 5–7 Jahren schaffbar, eher in 30. Wir müssen diesen Ländern einfach mehr Zeit geben und sie nicht strangulieren“, meinte Liebscher. Als Fortschritt sieht er die Schaffung der Finanzmarktunion, die über verschärfte Kontrollmaßnahmen erste Warnzeichen einer Krise detektieren soll, jedoch nur für Großbanken zuständig ist. Mit der Etablierung einer europäischen Aufsichtsbehörde rechnet der Finanzexperte mit Mitte 2014. „Auch das Reformpaket Basel-III, das Maßnahmen zur Bankenregulierung zum Ziel hat, ist auf gutem Weg“, schilderte Liebscher.

Der Euro ist eine stabile Weltwährung Abschließend betonte Liebscher, dass der Euro stabil und nach dem US-Dollar die zweitstärkste Währung ist. Sie dient auch als Ankerwährung für viele außereuropäische Länder sowie als Zweitwährung in einigen Ostländern. „Eine Abkehr vom Euro und ein Austritt Österreichs aus der EU wären wirtschaftliches Harakiri“, betonte Liebscher. Würde der Schilling wieder eingeführt, würde wieder das Wechselkursrisiko bestehen, und Österreich würde zu einem Objekt internationaler Spekulation. „Studien des WIFO und des IHS zeigen, dass Österreich seit dem EUBeitritt 1999 absolut profitiert hat. Insbesondere der hohe Exportanteil unserer Wirtschaft kam uns zugute“, erklärte Liebscher. Insgesamt sei die Staatsschuldenkrise eine große Herausforderung, nachhaltige Strukturmaßnahmen müssen weiter gesetzt werden. Voraussetzung ist allerdings ein Paradigmenwechsel sowohl in den Euroländern als auch von Seiten der Politik, so Liebscher – Österreich sei davon z nicht ausgenommen. Emanuel Munkhambwa Quelle: „Die europäische Finanz- und Wirtschaftskrise: Wege zum Aufschwung“, Apobank Business Brunch, 14. 5. 2013, Wien


Einblick Apotheker sind auch App-otheker …

Eine App, auf die ich bereits lange gewartet habe, ist nun da: Google Keep. gratis Kurz einmal zwischendurch ein paar Notizen festhalten, Foto oder kurze Sprachnotiz, diese dann sortieren und ordnen – und das ganz harmonisch synchron von unterwegs und per Web. Google Play Music ist in Österreich gelandet! Songs online kaufen, eigene Mugratis sik in die Cloud laden und ständig verfügbar haben, per Smartphone oder einfach im Web mit dem Google-Konto anmelden und auf die eigene Sammlung zugreifen. Ebenso einfach ist es, auf Dokumente, Bilder und ganze Fotosammlungen Zugriff zu erhalten oder auch anderen Personen Zugriff zu gewähren – einfach hochladen, freigeben und Link an die Zielpersonen senden – kein Versenden mehr von riesigen E-Mail-Anhängen! Nützliche Dinge verschwinden aber auch: Google Reader, der beliebte Nachrichtenfeeddienst, mit dem man auf einen Rutsch alle abonnierten Nachrichtenkanäle im Blick gehabt hat, wird mit 1. Juli eingestellt – etwas Neues kommt aber bestimmt oder man weicht auf Alternativen aus: z. B. Feedly

gratis

Für Android-Phones zusammengestellt von: Mag. pharm. Viktor Hafner

… titelte das deutsche Apothekerfachblatt Pharmazeutische Zeitung kürzlich und bezog sich dabei auf ein Statement von Kammerpräsident Mag. pharm. Max Wellan anlässlich einer Podiumsdiskussion beim Adexa-Gewerkschaftstag in Nürnberg. Wellan hob drei wichtige Zukunftsfelder hervor: das Medikationsmanagement, die individuÖAK-Präsident alisierte Patientenversorgung und die Mag. pharm. Neuen Medien. Lisa Voggenberger von Max Wellan der Studienvertretung Pharmazie in Graz begrüßte die Zielsetzungen, kritisierte aber gleichzeitig die Defizite im Studium: „Die Pharmaziestudenten wünschen sich eine praxisnähere Ausbildung“. Wellan und sein deutscher Kollege Dr. Andreas Kiefer, Präsident der Bundesapothekerkammer, versicherten, dass das fallbezogene Lernen deutlich ausgebaut z werden soll. Quelle: Pharmazeutische Zeitung online, 29. 04. 2013

IMS HEALTH: Neue Leitung für Österreich Mag. Erika Sander ist seit 7 Jahren im Unternehmen tätig und seit Anfang dieses Jahres Senior Manager Commercial. Nun übernimmt sie zusätzlich die Funktion als Sales Director und damit die operative Gesamtverantwortung für den heimischen Markt. Sie leitet damit am Wiener Standort ein Team von 25 Spezialisten. Ihre Vorgängerin in diesem Bereich, Mag. (FH) Theresia Maly, hat nach 11 erfolgreichen Jahren das Unternehmen in bestem Einvernehmen verlassen.

Mag. Erika Sander, Senior Manager Commercial, IMS Health

IMS HEALTH ist weltweit und auch in Österreich führender Anbieter von Informations- und Beratungsdienstleistungen für den Gesundheitssektor. Dazu gehören Marktstudien, Analysen und Evidence-based Consulting, z also Beratung auf Basis gesicherter Datenbestände. Quelle: asoluto public + interactive relations

14 | Apotheker Krone 10/2013


Wissen Unterschätztes Dengue-Risiko

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m Rahmen der 5. IMPAKT Breast Cancer Conference präsentierte Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant von der MedUni Wien und Präsident der Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group (ABCSG) innovative Erkenntnisse aus dem Gebiet der translationalen Forschung bei Brustkrebs: „Es ist uns gelungen, Patientinnen Risikoklassen zuzuordnen und hiermit besser vorherzusagen, mit welcher Wahrscheinlichkeit späte Metastasen – im Zeitraum zwischen 5 und 10 Jahren nach Erstdiagnose – auftreten können. Das ist revolutionär.“ Gelungen ist dies mit dem neuen PAM50-Gen-Test, der anhand von 58 Genen eine Differenzierung von 4 Brustkrebs-Typen ermöglicht: luminal A und luminal B, HER2 und basal. Anhand des aus den Subtypen generierten „Risk of Recurrence (ROR) Score“ kann folglich zwischen Niedrigrisiko- und Hochrisiko-Gruppen unterz schieden werden. Quelle: ABCSG

Impfung gegen Schnupfen ist denkbar

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© Eisenhans – Fotolia.com

as Rhinovirus ist eine wesentliche Ursache für akute Anfälle von Asthma oder COPD. Bisher gab es keine Möglichkeit, festzustellen, welcher Antikörper notwendig wäre, um das jeweilige Rhinovirus zu bekämpfen. Das könnte nun mit einem an der MedUni Wien entwickelten Antikörpertest gelingen. Im Rahmen des EU-Projekts „Predicta“ haben Univ.-Prof. Dr. Rudolf Valenta, Leiter der Abteilung für Immunpathologie, und sein Team einen Rhinovirus-Chip entwickelt. „Erste Tests geben den Anlass zur Hoffnung, dass man damit durch Identifizierung der bei einem aktuellen Asthma- oder COPD-Anfall beteiligten Rhinoviren einen Impfstoff gegen Schnupfen entwickeln kann“, sagt Valenta. „Wird ein Rhinovirus nachgewiesen, ist der Anfall darauf zurückzuführen. Kennt man den auslösenden Stamm, kann man dagegen impfen.“ Dabei geht es nicht primär um die Eindämmung des Schnupfens an sich, sondern darum, schwere Anz fälle von Asthma oder COPD zu verhindern.

W

eltweit sind dreimal mehr Menschen von Dengue-Fieber betroffen als bislang angenommen: 390 Millionen Neuinfektionen gibt es pro Jahr, die WHO ging bislang von 50–100 Millionen aus. Dies sind Ergebnisse einer multinationalen Studie, die erstmals fundierte und detaillierte Daten zur globalen Verbreitung von Dengue liefert. Eine Therapie oder Impfung gegen das Virus gibt es nicht. Reisende, die sich angesteckt haben, bringen die Infektionskrankheit auch nach Europa. Erst im Herbst 2012 gab es einen Dengue-Ausbruch auf der Ferieninsel Madeira, Portugal. Der Überträger war in diesem z Fall Aedes aegypti (die „Gelbfiebermücke“). Literatur: Bhatt S et al., Nature 2013. DOI:10.1038/nature12060 Quelle: idw/Universitätsklinikum Heidelberg

© Henrik Larsson – Fotolia.com/Symbolfoto

Neuer Gentest für Brustkrebspatientinnen

Die Gelbfiebermücke war für einen Dengue-Ausbruch auf Madeira im Herbst 2012 verantwortlich.

Was die Natur hat, hat BIOGELAT®!

Die dieser Apotheker Krone beliegende BIOGELAT®-Broschüre der Firma Kwizda Pharma ist eine nützliche Ergänzung für Ihr Beratungsgespräch. Sollte die Broschüre nicht beiliegen, kann sie gerne angefordert werden unter: otc@kwizda.at.

Quelle: MedUni Wien

Apotheker Krone 10/2013 | 15


Wissen

Uni-Update

Zusammengestellt von Mag. pharm. Dr. Alfred Klement

Erstmals Antivitamin B12 erzeugt

Z

wei Chemikern vom Institut für organische Chemie an der Universität Innsbruck gelang es erstmals, ein funktionsfähiges Antivitamin B12 herzustellen. Dank dieser neuen Verbindung lässt sich ein Vitamin-B12Mangel experimentell erzeugen, was für die Erforschung des Einflusses von B12 auf Erkrankungen des Nervensystems bedeutend ist.

Ausgangssituation Ein Mangel an Vitamin B12 löst nicht nur die perniziöse Anämie aus, sondern ist auch für degenerative Schäden am peripheren und zentralen Nervensystem verantwortlich. Das vermutlich physiologisch nicht selbst aktive Vitamin B12 wird im menschlichen und tierischen Stoffwechsel zunächst in zwei lebenswichtige B12-Cofaktoren umgewandelt, wie in das Coenzym B12. Man konnte durch Studien einen kausalen Zusammenhang zwischen B12-Mangel und der Entstehung von Plaques im ZNS belegen, die z. B. bei Alzheimer in hohem Maß vorkommen. Die Rolle von B12 bei der Entstehung dieser Plaques ist jedoch auf molekularem Niveau noch unerforscht. Das liegt auch daran, dass der Effekt des B12-Mangels in Tiermodellen schlecht zu untersuchen ist. Ein B12Mangel wurde bisher an Labormäusen durch die aufwändige operative Entfernung des Magen-Darm-Traktes ausgelöst. Eine innovative Alternative dazu hat Prof. Bernhard Kräutler gemeinsam mit seinem Doktoranden Mag. Markus Ruetz entwickelt. Die neue von ihnen synthetisierte organometallische Verbindung ist das 4-Ethylphenylcobalamin (EtPhCbl) und wird von den Forschern als Antivitamin B12 oder „verriegeltes“ bzw. blockiertes Vitamin B12 bezeichnet, denn EtPhCbl ist dem Vitamin B12 strukturell zwar sehr ähnlich und kann deshalb im Stoffwechsel aufgenommen, aber nicht in die lebenswichtigen B12-Cofaktoren umgewandelt werden. Dafür verantwortlich ist ein Teil des Moleküls, der die metabole Umwandlung verhindert. So wird ein funktioneller B12-Mangel im Stoffwechselsystem erzeugt.

Erfolgsgeheimnis „gezähmte“ organische Radikale Die Blockade gelang Univ.-Prof. Dr. Bernhard Kräutler und Mag. Martin Ruetz auf ungewöhnliche Weise, nämlich durch eine Reaktion von B12 mit einem Radikal. Organische Radikale gelten bei chemischen Synthesen als un16 | Apotheker Krone 10/2013

EtPhCbl ist Vitamin B12 strukturell sehr ähnlich, kann im Stoffwechsel aufgenommen, aber nicht in die lebenswichtigen B12-Cofaktoren umgewandelt werden, weil der kritische Teil des Moleküls, der bei der metabolischen Verarbeitung reagieren sollte, blockiert ist.

kontrollierbar und werden deshalb nur ungern eingesetzt. Das 4-Ethylphenyl-Radikal war eine synthetische Herausforderung, weil es besonders reaktionsfreudig ist. Das neue Antivitamin B12 wird inzwischen von Kooperationspartnern in Dänemark bereits mit Erfolg in Mäusen getestet. Parallel arbeitet man am Institut für Organische Chemie an der strukturellen Optimierung des Antivitamins B12, denn man kennt inzwischen die dreidimensionale Struktur der entsprechenden Schlüsselenzyme. Damit haben die Forscher gewissermaßen eine „Schablone“, um die Affinität des Antivitamins B12 für die Enzyme zu verbessern. Bestimmte Antivitamine haben übrigens ein wichtiges medizinisches Potenzial, wie das Beispiel von Antivitamin K verdeutlicht: Vitamin K ist an der Blutgerinnung maßgeblich beteiligt. Antivitamine K werden eingesetzt, um die Blutgerinnung zu verlangsamen, was bei der Thrombosevorbeugung essenziell sein kann. Beim Antivitamin B12 ist eine konkrete medizinische Anwendung derzeit allerdings z noch nicht abschätzbar. Literatur: Zugang zu metallorganischen Arylcobaltcorrinen durch radikalische Synthese: 4-Ethylphenylcobalamin, ein potenzielles Antivitamin B12. Mag. Markus Ruetz, Dr. Carmen Gherasim, Prof. Dr. Karl Gruber, Dr. Sergey Fedosov, Prof. Dr. Ruma Banerjee, Prof. Dr. Bernhard Kräutler. Angewandte Chemie: DOI: 10.1002/ange.201209651


Aktuelles Fachwissen aus der PROBIOTIK

Für einen guten Start ins Leben 3 Bakterienstämme • zur Behandlung einer Dysbalance des Immunsystems zwischen Th1- und Th2-Zellen • während der Schwangerschaft und im 1. Lebensjahr des Kindes

ENTwicklung FORSCHung WISSENschaft

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Probiotika in der Gynäkologie

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Antibiotika stressen Bakterien

Frauen können auf vielfältige Weise durch den prophylaktischen und therapeutischen Einsatz von Probiotika profitieren. Probiotika für die Scheidengesundheit

Auch niedrig dosierte Antibiotika erhöhen das Auftreten von Resistenzen bei pathogenen Bakterien, wie Forscher des Pasteur-Instituts herausfanden.

D

ie Entstehung von multiresistenten Bakterien macht eine erfolgreiche Behandlung von Infektionen mit Antibiotika immer mehr zu einem zufälligen Glückstreffer. Sowohl im Abwasser als auch bei Menschen, die mit Antibiotika behandelt werden, können hohe Bakterienkonzentrationen mit geringen Antibiotikamengen auftreten. Forscher des Pasteur-Instituts haben nun die physiologischen Auswirkungen und die sich eventuell daraus ergebenden genetischen Folgen untersucht. Sie konnten aufzeigen, dass niedrige Antibiotika-Konzentrationen aus der Familie der Aminoglykoside die Entstehung von Resistenzgenen bei verschiedenen pathogenen Bakterien, wie der Vibrio cholerae (Krankheitserreger der Cholera) oder Klebsiella pneumoniae (Auslöser von Atemwegserkrankungen) fördern.

SOS-Reaktion ausgelöst Wissenschaftler erklären dieses Phänomen durch folgenden Mechanismus: Selbst eine 100-fach geringere Antibiotika-Dosis als die letale löst im Bakterium eine Stressreaktion aus. Dies geschieht, wenn der bakteriellen DNA Gefahr droht. Die durch die SOS-Reaktion ausgelöste Bildung von Resistenzgenen geschieht auf zwei Wegen: Die Anzahl der Mutationen des Bakterien-Genoms erhöht sich, und das Protein Integrase (integriert oder entfernt DNA-Sequenzen, die häufig Träger der Resistenzgene – Integrone – sind, in das/aus dem Bakterien-Genom) wird aktiviert. Darüber hinaus fanden die Forscher heraus, warum das Bakterium E. coli keine SOS-Reaktion auf Aminoglykosiden zeigte, während sie bei anderen, genetisch sehr ähnlichen Spezies zu beobachten war. Die Antwort liegt in der Stabilisierung des RpoS-Proteins der E. coli, der bei Bakterien als Stressregulator fungiert. RpoS verhindert den oxidativen Stress, der die SOS-Reaktion bei anderen Bakterien auslöst. Die Auslösung der SOS-Reaktion ist für die Ausbildung der bakteriellen Resistenz also wesentlich. Folglich sind Faktoren und Zwischenprodukte, die diese Reaktion auslösen, potenzielle Ziele für die Entwicklung neuer antibakterieller Therapien. Durch die Entdeckung des RpoS-Faktors ist nun auch die Entwicklung von Adjuvantien für Antibiotika denkbar. z Quelle: idw/Pasteur-Institut

Neusten Erkenntnissen zufolge besteht zwischen dem Darm und der Vagina ein engerer Konnex als man bisher vermutete. Die Bakterienflora des Darms bestimmt auch die Scheidenflora mit. So können z. B. E. coli die Scheide über die Blutund Lymphbahn penetrieren. Insbesondere bei chronischen Kolpitiden ist es wichtig und sinnvoll, auch den Darm mitzubehandeln. Probiotika für die Kindergesundheit Die Darmflora schwangerer Mütter wird auf das Kind übertragen und beeinflusst damit dessen Immunsystem entscheidend. Intensiv diskutiert wird derzeit, ob durch Sectio geborene Kinder einen Nachteil gegenüber vaginal geborenen Kindern haben. Wahrscheinlich ist es sinnvoll, bereits in der Schwangerschaft Probiotika zu empfehlen. Bei durch Sectio geborenen Kindern sollten Mütter unbedingt stillen, da damit die Darmflora des Kindes gestärkt werden kann. Zukunft: den epigenetischen Code beeinflussen Ein spannendes Forschungsfeld ist die Epigenetik im Zusammenhang mit dem Mikrobiom. Der Mensch ist nicht nur durch die Genetik definiert, sondern auch durch die „Verpackung der Gene“, den epigenetischen Code. Dieser wird durch von Darmbakterien produzierte Substanzen, wie niedermolekulare Fettsäuren (z. B. Butansäure), beeinflusst. In Zukunft könnte durch Ernährungsgewohnheiten und die Gabe von Probiotika das Mikrobiom und damit auch die Produktion epigenetisch wirksamer Substanzen nachhaltig geprägt werden (Goncalves et al. 2011).

Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber, Universitätsklinik für Frauenheilkunde, AKH Wien


Focus ÖGPP-Jahrestagung, 24.–27. 4. 2013, Gmunden

Schizophrenie möglichst früh behandeln Rund 40–60 % der Patienten mit Erstmanifestation erreichen eine Remission. Entscheidend ist es, früh mit der Therapie zu beginnen – möglichst schon bei Auftreten der ersten Symptome – und nicht erst bei Chronifizierung der Ersterkrankung.

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atienten mit Schizophrenie wünschen sich von einer medikamentösen Behandlung Verringerung von Verwirrung und Konzentrationsschwierigkeiten sowie von Wahnideen und Halluzinationen, mehr Interesse, Verbesserung des Energieniveaus und der sozialen Beziehungen, Steigerung der produktiven Aktivitäten sowie Reduktion von Medikationsnebenwirkungen. „Anders formuliert, erwarten sich Patienten, wie die Daten von chronischen und therapieerfahrenen Patienten aus der CATIE-Studie zeigen, eine Verbesserung der kognitiven Defizite sowie der Negativ- und Positivsymptome“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Fleischhacker, Department für Psychiatrie und Psychotherapie, Medizinische Universität Innsbruck, im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (ÖGPP).

Der Medienverbund aus Ärzte Krone, Apotheker Krone sowie Krone Gesund & Familie fasst im Focus die Highlights von medizinischen Kongressen für Ärzte, Apotheker und Laien zusammen. So werden mit Hilfe der Krone Gesund & Familie über 3 Millionen Österreicher informiert.

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Ziele der Akut- und Langzeitbehandlung Generell sei es wichtig, zu Beginn der Behandlung mit Patienten und Angehörigen die Therapieziele zu besprechen und festzulegen, weil deren Ziele nicht immer perfekt mit jenen der Behandler übereinstimmen und die Erwartungen nicht immer erfüllt werden können. Neben Verringerung der Positivsymptomatik steht bei vielen Patienten in der Akutsituation die Verbesserung verschiedenster unspezifischer Verhaltensauffälligkeiten im Vordergrund, die nicht unbedingt kausal mit Schizophrenie in Zusammenhang gebracht werden können. Wie Fleischhacker betonte, stellt der Behandlungsbeginn auch den Beginn einer – für viele Patienten wahrscheinlich lebenslangen – therapeutischen Beziehung mit der Psychiatrie dar. „Das wird oft unterschätzt, aber Patienten erinnern sich jahrzehntelang an die positiven und negativen Aspekte des Erstkontaktes.“ In der Langzeitbehandlung verschieben sich dann die Ziele in Richtung Aufrechterhaltung der antipsychotischen Wirksamkeit, Verbesserung von Negativsymptomen und kognitiven Defiziten, Optimierung der therapeutischen Beziehung und psychosoziale Integration.

Frühe Behandlung Wie der Experte weiter ausführte, erreichen rund 40–60 % der Patienten mit Erstmanifestation eine Remission. Am häufigsten sei allerdings im klinischen Alltag ein partielles Therapieansprechen zu beobachten. Chronisch-rezidivierende Zustandsbilder stellen den ungünstigsten Verlauf dar, von dem ca. 30 % der Patienten betroffen sind. „Diese verschiedenen Verläufe sind in vielen Fällen dadurch determiniert, wie gut es uns gelingt, Patienten zu überzeugen, dass es wesentlich ist, regelmäßig an den Therapiebemühungen teilzunehmen. Das betrifft nicht nur die Pharmakotherapie, sondern auch das psychosoziale Management.“ Daher sei es entscheidend, früh mit der Behandlung zu be-


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ginnen – möglichst schon bei Auftreten der ersten Symptome – und nicht erst bei Chronifizierung der Ersterkrankung. Denn je länger eine unbehandelte Psychose dauert, desto ungünstiger ist die Prognose. Eine frühe Intervention sei insbesondere bei Verhaltensauffälligkeiten wie Aggressivität oder suizidales Verhalten wichtig, da fremd- oder selbstschädigendes Verhalten einen Notfall darstellt, bei dem rasch gehandelt werden muss. Aber auch im Hinblick auf die Soziotoxizität der Erkrankung sei eine frühe Therapie von Bedeutung. „Für sehr auffällige Menschen ist es schwierig, sich psychosozial zu integrieren, und je häufiger solche Auffälligkeiten vorkommen, umso schwieriger wird es. In Bezug auf die Neurotoxizität scheint es so zu sein, dass eine länger dauernde unbehandelte Erkrankung oder eine Häufung von Exazerbationen bei Schizophrenie zu einer Reduktion von grauer und weißer Substanz führt. Bei Behandlung ist das Risiko eines neuronalen Zellverlustes geringer.“ Fleischhacker wies auch auf die Problematik einer plötzlichen Krankheitseinsicht hin, wenn sie nicht therapeutisch begleitet wird. Das sei oft eine Erklärung für Suizide von vor allem jungen Patienten, die auf die Behandlung gut ansprechen und realisieren, eine schwere Erkrankung zu haben.

Medikamentöse Therapie Für die medikamentöse Therapie stehen zahlreiche Antipsychotika der 1., 2. und 3. Generation zur Verfügung. Nach wie vor gebe es aber eine nicht abebbende Diskussion um die Auswahl der Medikamente als Therapie der

1. Wahl, „obwohl man meinen sollte, dass die Diskussion, ob Antipsychotika (AP) der 2. Generation Vorteile gegenüber den älteren AP aufweisen, 30 Jahre nach Einführung von Clozapin beantwortet ist“, so Fleichhacker. Wie die EUFEST-Studie (Kahn et al. 2008), in der niedrig dosiertes Haloperidol mit Amisulprid, Olanzapin, Quetiapin und Ziprasidon bei Ersterkrankten verglichen wurde, zeigte, wurden weniger als 30 % der Patienten nach einem Jahr weiter mit Haloperidol behandelt, während es z. B. unter Amisulprid und Olanzapin zwischen 60 und 70 % waren. Für Fleischhacker ein eindeutiger Befund, da auch die anderen neuen AP deutlich besser abschnitten als Haloperidol. Ein eindeutiger Vorteil zugunsten der neueren AP sei auch das gerintien. „Akute extrapyramidale Symptome sind im klinischen Alltag relativ leicht zu managen, Spätdyskinesien nicht. Diese sind theoretisch mit einem Risiko verbunden, chronisch und therapieresistent zu werden.“ Wie mehrere Untersuchungen zeigen, ist unter den neueren AP das Ein-Jahres-Risiko für Spätdyskinesien um mehr als fünffach geringer als unter den älteren AP, insbesondere Haloperidol (Correll et al. 2004, Correll & Kane 2007). „Das ist ein dramatische Unterschied und für die AP-Auswahl in der Langzeitbehandlung relevant.“ Das unterschiedliche metabolische Risikoprofil der verschiedenen AP ist mittlerweile gut bekannt. Generell könne es über das Gesundheitsrisiko hinaus zu einer Reihe von Problemen führen, wenn Sicherheits- und Verträglichkeitsaspekte nicht ausreichend beachtet werden – z. B. in Hinblick auf die Akzeptanz, Compliance oder negative Einstellung zur Behandlung – unterstrich der Schizophrenieexperte. Einige neue Substanzen, wie z. B. Lurasidon oder Aripiprazol-Depot, sind in den USA bereits zugelassen, in Europa wurde die Zulassung beantragt. Neben diesen Entwicklungen im pharmakologischen Bereich, so Fleischhacker, habe auch im psychosozialen Management ein Wechsel von tiefenpsychologisch orientierten Ansätzen zu verhaltenstherapeutischen Verfahren stattgefunden, die heute zum Standard zählen und sich gut einer wissenz schaftlichen Evidenzprüfung unterziehen lassen. Maria Uhl Quelle: „State of the Art“-Vortrag im Rahmen der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, 25. 4. 2013, Gmunden

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Focus

Selbstmedikation

Pflanzen für die Psyche Arzneipflanzen und Phytopharmaka erfreuen sich dank ihrer guten Wirksamkeit generell hoher Akzeptanz. Im Bereich der Neurologie und Psychiatrie werden diese v. a. bei Schlafstörungen und depressiven Erkrankungen eingesetzt.

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sychische Erkrankungen erfordern häufig eine sehr umfangreiche Medikation, die teilweise mit unangenehmen Nebenwirkungen verbunden ist. Nicht zuletzt aus diesem Grund greifen viele Patienten in bestimmten Bereichen zumindest ergänzend auf gut verträgliche Phytopharmaka zurück. Besonders bei Schlafstörungen und Unruhezuständen sind pflanzliche Sedativa eine gute Alternative zu Synthetika. Das Angebot an pflanzlichen Produkten ist hier sehr groß, sie eignen sich als Tagessedativum sowie in höherer Dosierung zur Behandlung von Ein- und Durchschlafstörungen. Der Vorteil pflanzlicher Sedativa liegt v. a. darin, dass sie den physiologischen Schlafrhythmus nicht beeinflussen, keinen Hang-over bewirken und auch bei längerer Anwendung nicht zur Abhängigkeit führen.

Baldrian, Hopfen, Melisse und Co Die Baldrianwurzel eignet sich besonders bei leichten bis mittelschweren Ein- und Durchschlafstörungen, wobei v. a. Trockenextrakte mit wässrig-alkoholischem Auszugsmittel gut untersucht sind. Für den Inhaltstoff Valerensäure ist eine spezifische Interaktion mit GABAA-Rezeptorsubtypen belegt, über welche auch verschiedene synthetische Arzneistoffe wie z. B. Benzodiazepine ihre Wirkung entfalten. Valepotriate, welche in Abhängigkeit ihrer Molekülstruktur thymoleptisch oder tranquilisierend wirken, sind im heimischen Baldrian nur in geringen Mengen enthalten. Höhere Valepotriat-Konzentrationen findet man in V. edulis und V. jatamansi. Kombiniert wird Baldrian häufig mit Hopfenextrakt, dessen sedierende Wirkung auf ein Abbauprodukt aus den Bitterstoffen Humulon und Lupulon zurückgeführt wird. Neben den sedierenden Inhaltstoffen enthält Hopfen auch Phytoöstrogene. Extrakte der Passionsblume besitzen ebenfalls zentral dämpfende Wirkung, es konnte jedoch keine Interaktion mit Benzodiazepin-, Dopamin- oder Histaminrezeptoren festgestellt werden. Außerdem weist Pas20 | Apotheker Krone 10/2013

siflora-Extrakt eine motilitätshemmende und papaverinähnliche spasmolytische Wirkung auf. Für die Wirkung der Melisse ist der Gehalt an ätherischem Öl verantwortlich. Insbesondere das Monoterpenaldehyd Citronellal zeigt gute sedierende Wirkung. Therapeutisch genutzt wird auch die antivirale Wirkung des wässrigen Melissenextraktes (v. a. gegen Herpes-simplex-Viren). Beliebt ist auch die aromatherapeutische Anwendung des ätherischen Lavendelöls, dessen Hauptkomponenten Linalylacetat und Linalool sind.

Antidepressivum Johanniskraut Extrakte des Johanniskrauts bewährt sich bereits seit Jahren als pflanzliches Antidepressivum und ist in seiner Wirksamkeit durchaus mit synthetischen Arzneimitteln vergleichbar. Seit Ende 2009 existiert auch eine gemeinsame EU-Monografie. Empfohlen wird eine Dosierung von 300– 900 mg Extrakt/Tag, aufgeteilt auf 2 bis 3 Einzeldosen. Mit Teezubereitungen kann diese Dosis kaum erreicht werden, weshalb standardisierten Extrakten der Vorzug zu geben ist. Die Wirkung des Johanniskrautextraktes ist auf das Zusammenspiel einer Vielzahl an Inhaltsstoffen zurückzuführen und beruht auf einer Wiederaufnahmehemmung von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. Auch die Konzentrationen von GABA und L-Glutamat am Rezeptor werden erhöht. Bekannt sind einige Interaktionen, wofür v. a. Hyperforin verantwortlich sein dürfte, welches die Enzyme CYP3A4, CYP2C9, CYP2C19 und p-Glykoprotein induziert. Kontraindiziert ist daher die gleichzeitige Gabe von Cyclosporin, Tacrolimus (systemisch), Warfarin, Amprenavir, Indinavir und Irinotecan. Vorsicht geboten ist außerdem bei Digoxin, Theophyllin, Benzodiazepinen, Methadon, Simvastatin, Finasterid, Amitriptylin, Fexofenadin und oralen Kontrazeptiva. Zudem sollte auf mögliche photosensiz bilisierende Effekte hingewiesen werden. Mag. pharm. Kornelia Baumgartner


Geschlechtsspezifika bei Dosierung beachten

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s gibt nicht nur Hinweise darauf, dass Frauen und Männer unterschiedlich auf eine medikamentöse Therapie ansprechen können, sondern dass weibliches Geschlecht auch ein Risikofaktor1 für unerwünschte Arzneimittelwirkungen ist. Insgesamt dürfte das Risiko bei Frauen 1,5- bis 1,7-fach höher sein als bei Männern. Tatsächlich weisen viele Beobachtungen darauf hin, dass in Bezug auf Bioverfügbarkeit, Verteilung, Metabolisierung und Elimination von Arzneistoffen zum Teil beträchtliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern bestehen. Neben Unterschieden in den genannten pharmakokinetischen Einflussfaktoren gibt es auch Hinweise auf pharmakodynamisch bedingte Unterschiede in der Arzneimittelwirkung zwischen Frauen und Männern. Anzeige | Fachkurzinformation siehe Seite 53

Pharmakokinetische Unterschiede Geschlechtsspezifische Unterschiede in Ausmaß und Geschwindigkeit der Resorption im Gastrointestinaltrakt können die Bioverfügbarkeit peroral verabreichter Arzneimittel beeinflussen. Bioverfügbarkeit ist ein pharmakokinetischer Parameter, der den Anteil einer verabreichten Pharmakonmenge beschreibt, der tatsächlich für systemische, also den ganzen Körper betreffende Wirkungen verfügbar ist.

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Frauen weisen im Vergleich zu Männern ein höheres Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen auf. Geschlechtsspezifische Unterschiede im Wirkprofil von Arzneimitteln erfordern deshalb eine spezifische Berücksichtigung bei der medikamentösen Therapie.

Es ist bekannt, dass bei Frauen der basale pH-Wert des Magensaftes um 0,5 Einheiten höher liegt als bei Männern und östrogenabhängig die Magenentleerung verlangsamt u


Initiative

Gendermedizin

ist. Bei Frauen können daher im Vergleich zu Männern Bioverfügbarkeit und Wirkungseintritt eines peroral verabreichten Arzneimittels unterschiedlich sein. Auch hinsichtlich der Aktivität gastrointestinaler Enzyme wurden geschlechtsspezifische Unterschiede nachgewiesen. Eine geringere Aktivität der Alkoholdehydrogenase im Magen trägt bei Frauen zu einem verzögerten Abbau von Ethylalkohol bei.

Achtung bei der Dosierung! Eine nicht unbedeutende Rolle können auch Unterschiede in den Verteilungsprozessen spielen. Frauen haben im Vergleich zu Männern durchschnittlich ein geringeres Körpergewicht, einen höheren Körperfettanteil, ein kleineres Plasmavolumen und eine stärkere Organdurchblutung. Werden diese Unterschiede bei der Dosierung von Arzneimitteln nicht berücksichtigt, besteht bei Frauen ein erhöhtes Risiko einer überstarken Arzneimittelwirkung, insbesondere bei einer Therapie mit wasserlöslichen Arzneistoffen. Die meisten Arzneistoffe werden im Blutplasma in mehr oder weniger hohem Ausmaß reversibel an Proteine gebunden. Offenbar besteht auch ein geschlechtsspezifischer Unterschied im Ausmaß der Plasmaproteinbindung. So ist etwa die Konzentration an saurem α1Glykoprotein im Blutplasma bei Frauen geringer als bei Männern, sodass mit verminderter Proteinbindung basischer Arzneistoffe gerechnet werden muss.

Aktivität von CYP3A4 bei Frauen höher Unterschiedliche Wirkungen von Arzneistoffen bei Frauen und Männern können auch auf komplexen Unterschieden in der Aktivität metabolisierender Enzyme beruhen. Die Biotransformation von Arzneistoffen findet vor allem in der Leber statt und läuft häufig in zwei Phasen ab: Phase-I-Reaktionen sind Funktionalisierungsreaktionen wie Oxidation, Reduktion oder Hydrolyse. Sie führen funktionelle Gruppen in das Molekül ein oder legen entsprechende Gruppen frei. Die Phase-II-Reaktionen sind Konjugationsreaktionen wie Glukuronidierung, Sulfatierung, Methylierung, Azetylierung sowie die Konjugation mit Aminosäuren oder Glutathion; sie werden durch Transferasen katalysiert. Insgesamt werden durch diese chemischen Veränderungen aus fettlöslichen Arzneistoffen gut wasserlösliche Metaboliten, die schneller über Niere und Galle ausgeschieden werden können. Darüber hinaus stellt der Arzneistoffmeta22 | Apotheker Krone 10/2013

bolismus ein Inaktivierungssystem dar, da viele Metaboliten entweder unwirksam sind oder deutlich abgeschwächt wirken. Die Funktionalisierungsreaktionen werden vor allem durch das Cytochrom-P450-System (CYP) vermittelt, eine große Familie von Enzymen, wobei beim Menschen die Enzyme der CYP3A-Familie die wichtigste Rolle spielen. Unter ihnen ist CYP3A4 das in der Leber am stärksten exprimierte Isoenzym. CYP3A4 weist eine sehr breite Substratspezifität auf und ist an der Metabolisierung von mehr als 50 % aller therapeutisch eingesetzten Arzneistoffe beteiligt. Man hat nachgewiesen, dass die Aktivität von CYP3A4 im Erwachsenenalter bei Frauen um durchschnittlich 20–50 % höher ist als bei Männern, wobei die Unterschiede mit zunehmendem Alter deutlicher werden. Auch während einer Schwangerschaft ist die Aktivität von CYP3A4 erhöht. Vereinzelt gibt es Hinweise darauf, dass auch die Aktivität von CYP2B6 bei Frauen höher ist als bei Männern, wenngleich die Unterschiede weniger deutlich sind und die individuelle Schwankungsbreite der Aktivität dieses Enzyms sehr hoch ist. Umgekehrt scheint die Aktivität von CYP2E1, eventuell auch von CYP1A2 und CYP2D6, bei Frauen geringer zu sein als bei Männern. Hinsichtlich der Aktivität von CYP2C9 und CYP2C19 scheinen keine signifikanten Geschlechtsunterschiede zu bestehen. Neben den geschlechtsspezifischen sind auch interethnische Unterschiede in der Enzymaktivität bekannt. Beispielsweise verfügen Asiatinnen im Vergleich zu Kaukasierinnen über eine signifikant geringere Aktivität an CYP3A4. Geschlechtsspezifische Aktivitätsunterschiede wurden auch im Rahmen von Konjugationsreaktionen nachgewiesen. Die Aktivität glukuronidierender Enzyme etwa scheint bei Frauen geringer zu sein als bei Männern. Unterschiede im Transportsystem: Geschlechtsspezifische Unterschiede sind auch auf Ebene der Transportproteine bekannt. P-Glykoprotein, ein für den aktiven Transport von Arzneistoffen aus der Zelle wichtiges Transportprotein, scheint bei Frauen zumindest in Leberzellen in geringerem Maße exprimiert zu sein als bei Männern. Der verminderte Transport von Arzneistoffen aus der Leberzelle kann zu einem höheren Maß an intrazellulärer Metabolisierung führen, etwa über CYP3A4. Bei Frauen dürfte eine geringere Aktivität des Transportsystems für organische Kationen in der Niere zumindest mitbeteiligt sein an der verminderten renalen Ausscheidungsleistung für manche Arzneistoffe, wie etwa das AntiParkinson-Mittel Amantadin.


Univ.-Prof. DDr. Hubert Wiener

Department für Medizinische Aus- und Weiterbildung, Wissenschaft und Internationale Beziehungen, Medizinische Universität Wien

Pharmakodynamische Unterschiede Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass geschlechtsspezifische Wirkunterschiede bei Arzneimitteln zumindest zum Teil auch pharmakodynamisch bedingt sein können. Es ist bekannt, dass der analgetische Effekt von Opioidanalgetika bei Frauen stärker ausgeprägt ist als bei Männern und dass Frauen ein 60 % höheres Risiko haben, unter Opioiden unerwünschte Wirkungen wie Übelkeit und Erbrechen zu entwickeln. Am Wirkunterschied von Opioiden zwischen Frauen und Männern dürften Unterschiede in der Affinität und Dichte der Opioidrezeptoren sowie der Signalübertragungswege zumindest mitbeteiligt sein. In diesem Zusammenhang ist auch von Interesse, dass die

Schmerzempfindung offenbar hormonell beeinflusst ist und Frauen insgesamt anders auf Schmerz reagieren als Männer. Pharmakodynamisch bedingt ist wahrscheinlich auch das erhöhte Risiko von Frauen für arzneimittelinduzierte Torsade-de-pointes-Arrhythmien, die nach Einnahme von Arzneistoffen auftreten können, die im EKG die QT-Dauer verlängern wie einige Antiarrhythmika (Ibutilid, Sotalol, Amiodaron), Antibiotika (Erythromycin), Antipsychotika (Thioridazin) und andere. Da weibliches Geschlecht für ein längeres frequenzkorrigiertes QTc-Intervall prädisponiert, reagieren Frauen empfindlicher auf Arzneimittel, die eine QT-Verlängerung bewirken. Zwei Drittel aller arzneimittelinduzierten Torsade-de-pointes-Arrhythmien treten bei Frauen auf. Für die geschlechtsspezifischen Unterschiede im QTc-Intervall dürften eher Androgene als Östrogene verantwortlich sein, da es bei Männern während und nach der Pubertät zu einer Verkürzung des QTc-Interz valls kommt.

Entgeltliche Einschaltung | Fachkurzinformation siehe Seite 53

Bei der Elimination von Arzneistoffen über die Niere ist zu beachten, dass, unter Einbeziehung von Unterschieden im Körpergewicht, die glomeruläre Filtrationsrate bei Frauen etwa 10 % niedriger ist als bei Männern.


Gesprächsleitfaden Harnwegsinfekt Harnwegsinfekte sind ein intimes Thema und für einige Betroffene immer noch mit Tabus behaftet. Bei der Beratung an der Tara ist daher besonderes Fingerspitzengefühl gefragt. Im Beratungsgespräch sollte abgeklärt werden, ob Selbstmedikation oder ein Arztbesuch anzuraten ist. Außerdem sollte auf die wichtige Rolle der Cranberries bei der Behandlung eines HWI sowie allgemein der Gesunderhaltung der Harnwege hingewiesen werden. Harnwegsinfekte (HWI) gehören zu den häufigsten Infektionen Als Risikofaktoren gelten neben dem weiblichen Geschlecht die sexuelle Aktivität und das zunehmende Alter. • Weisen Sie die Betroffenen auf die weite Verbreitung von Harnwegsinfekten hin und führen Sie ihnen so vor Augen, dass sie mit dem Problem nicht allein sind. • Informieren Sie hinsichtlich der effektiven – und pflanzlichen! – Möglichkeiten der Selbstmedikation im Akutfall sowie zur Gesunderhaltung der Harnwege.

Unterscheidung unkomplizierter versus komplizierter HWI • Ein HWI ist durch ständigen Harndrang, Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen im Beckenbereich und Harntrübung gekennzeichnet. • Ein komplizierter HWI liegt vor, wenn der Patient zusätzliche Risikofaktoren aufweist wie z. B. angeborene oder erworbene anatomische (z. B. Ureterabgangsstenose, Harnsteine) sowie funktionelle Veränderungen (z. B. Niereninsuffizienz, Harntransportstörungen, Restharn) und/oder Störungen der Immunität (z. B. Diabetes mellitus, HIV-Infektion).

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Ein Arztbesuch sollte in folgenden Fällen empfohlen werden: • bei einem komplizierten HWI, • wenn eine Schwangerschaft besteht,

Fragenkatalog für Ihr Beratungsgespräch

• wenn die Schmerzen sehr stark sind, Fieber auftritt oder in letzter Zeit mehrfach eine Blasenentzündung aufgetreten ist, • wenn die typischen Symptome bereits seit über 5 Tagen bestehen, • wenn sich der Harn verfärbt oder blutig ist, • wenn Symptome wie Flankenschmerz, Schmerzen im Bereich der Nieren und/oder Fieber auftreten (Hinweis auf einen Infekt der oberen Harnwege)

Punkten Sie durch Zusatzempfehlungen! Gerade bei wiederkehrenden Infekten wünschen sich die Betroffenen Zusatzempfehlungen: zum einen, wie sie die akuten Beschwerden rasch wieder loswerden, zum anderen, wie sie aktiv etwas zur Gesunderhaltung ihrer Harnwege beitragen können. Hier kommt den Cranberries aufgrund der enthaltenen PAC eine große Bedeutung zu!

Leistungsspektrum der Cranberries Die kleinen Beeren, die ursprünglich aus Nordamerika stammen, wurden wegen ihrer gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe, den Proanthocyanidinen (PAC), schon von den Indianern geschätzt. Heute weiß man, dass eine tägliche Zufuhr von 36 mg PAC das Anheften schädlicher Bakterien an die Epithelien des Harntraktes beeinflussen und deren Ausscheidung bei entsprechender Flüssigkeitszufuhr unterstützen kann.

Zur Abklärung sollten folgende Fragen gestellt werden: • Welche Beschwerden sind vorhanden (verstärkter Harndrang mit häufigem Absetzen kleiner Harnmengen bzw. erschwerte Entleerung der Harnblase, Schmerzen im Unterbauch, unangenehmer Geruch des Harns, Blut im Urin, Flankenschmerz, Fieber etc.)? • Wie lange bestehen diese Beschwerden bereits? • Gibt es prädisponierende Faktoren (frühere Harnwegsinfekte, Fluor vaginalis, antikonzeptive Methoden wie Verwendung von Scheidendiaphragmen und Spermiziden, bestimmte sexuelle Praktiken, Menopausenstatus etc.)? • Sind Sie schwanger oder leiden Sie unter Diabetes? • Haben Sie seit Bestehen der Symptome bereits entsprechende Pharmaka eingenommen?


Ihr Beratungstipp für gesunde Harnwege

nur 1x täglich ⇒ Es stehen verschiedene praktische Darreichungsformen zur Verfügung (z. B. Liquidum, Granulat, Filmtabletten), fragen Sie die KundInnen nach ihren persönlichen Vorlieben! • Bei den ersten Anzeichen eines HWI: Präparate mit Cranberry- und Birkenblätter-Extrakt sind jetzt eine gute Empfehlung! Auch spezielle Blasen- und Nierentees aus der Apotheke können über den Tag verteilt getrunken werden. Diese erhöhen die Urinausscheidung, manche wirken auch krampflösend.

Zur Gesunderhaltung der Harnwege bzw. als Therapie bei einem bestehenden HWI sind, auch zusätzlich zur Antibiotika-Behandlung, folgende Maßnahmen sinnvoll: • ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestes 2 Liter pro Tag) • Vermeidung von Kälte und Nässe • Regelmäßiger Einsatz von Cranberry-Präparaten

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Beratung

Informationen aus Pharmazie und Medizin für die Tara

Blick über die Grenzen © Jakob Kamender – Fotolia

Abgabe von Nahrungsergänzungsmitteln ist Apothekersache

W

erden pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel (NEM) ohne fachliche Beratung eingenommen, kann das zu Wechselwirkungen mit Arzneimitteln und bei ärztlichen Interventionen zu schwerwiegenden Komplikationen führen. „Pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel sind nicht so harmlos, wie viele Patienten meinen. Anders als bei Arzneimitteln sind bei NEM keine Beipackzettel mit Hinweisen auf Neben- oder Wechselwirkungen vorgeschrieben. Deshalb kommt der Beratung in der Apotheke eine besondere Bedeutung zu“, macht Dr. Andreas Kiefer, Präsident der deutschen Bundesapothekerkammer, aufmerksam.

Worauf geachtet werden muss Pflanzliche NEM können bspw. die Blutgerinnung beeinflussen und sollten mindestens 3 Tage vor einem operativen

Eingriff abgesetzt werden. Dazu zählen Ginkgo biloba, Schwarzkümmel (Nigella sativa) und Sägepalmenfrüchte (Serenoa repens). NEM mit Knoblauch (Allium sativum) oder Ginseng (Panax ginseng) können ebenfalls das Blutungsrisiko erhöhen und sollten mindestens 7 Tage vor einem ärztlichen Eingriff abgesetzt werden. Knoblauch, der in geringen Mengen als Gewürz verzehrt wird, ist aber unbedenklich. So früh wie möglich vor Eingriffen absetzen sollten Patienten NEM mit Sonnenhut (Echinacea purpurea). Diese Pflanze kann zu allergischen Reaktionen führen und die Wirkung verschiedener Medikamente hemmen. NEM mit Rotem Reis sollten nicht zusammen mit cholesterinsenkenden Statinen eingenommen werden. Johanniskraut (Hypericum perforatum) wiederum vermindert die Wirkung vieler Arzneimittel, indem es deren Abbau in der Leber beschleunigt. Weniger bekannt ist, dass die Wirksamkeit einer Krebstherapie dabei deutlich sinken kann. Einer der wichtigsten Inhaltsstoffe des Johanniskrauts baut sich zudem nur sehr langsam ab. Diese Präparate sollten deshalb mindestens 5 Tage vor einer Operation abgesetzt werden. Aber nicht nur pflanzliche NEM bergen Risiken. So gibt es Hinweise aus der Forschung, dass ZinkIonen die Resistenzbildung gegenüber Antibiotika und das z Wachstum bestimmter Tumorzellen fördern können. Quelle: news aktuell/ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

28. Südtiroler Herbstgespräche 24. bis 27. Oktober 2013 in Bozen

Diese exklusiv den Phytopharmaka gewidmete Tagung Österreichs steht unter dem Motto „Phytotherapie in Praxis und Wissenschaft“ und beginnt mit einer pharmakobotanischen Wanderung am Donnerstag. Das weitere Programm: Donnerstag, 24. Oktober ■Dinnervortrag „RNA und Kräutergarten – meine Favoriten“ Univ.-Prof. Dr. R. Schröder Freitag, 25. Oktober ■„Themenschwerpunkt Prostata und Urologika“ Univ.-Doz. Dr. M. Rauchenwald und Dr. M. Adler Samstag, 26. Oktober ■„Themenbereich Magen und Darm“ Univ.-Prof. Dr. med. R. Saller und Dr. Ch. Bachmann Sonntag, 27, Oktober ■„Phytotherapie beim älteren Patienten“ Univ.-Prof. Dr. K. Nieber ■„Volksmedizin und Computer – eine Erfolgsgeschichte“ Univ.-Prof. Dr. J. Saukel ■„Arzneistoffdesign am Computer – Spielerei oder Wissenschaft?“ Univ.-Prof. Dr. G. Ecker ■Interaktiver Workshop „Apothekeneigene Qualität“ Univ.-Prof. Dr. S. Glasl-Tazreiter und Univ.-Doz. Dr. R. Länger Anmeldung: andrea@imperial-connection.at/www.phytoherbst.at 26 | Apotheker Krone 10/2013


DAS NEUE BIOGELAT® HAT SIE ÜBERZEUGT! Aktuelle Umfrage zeigt: Österreichs ApothekerInnen gefällt der neue optische BIOGELAT®-Auftritt. Das Ziel des innovativen grafischen Leitsystems – die Erleichterung Ihrer Arbeit an der Tara – wurde voll und ganz erreicht. An dieser Stelle zunächst einmal herzlichen Dank an die knapp 600 ApothekerInnen und ApothekenmitarbeiterInnen, die bei der BIOGELAT®-Umfrage mitgemacht haben! Ihr kleines „Dankeschön“ erhalten Sie in den nächsten Tagen zugeschickt. Wir wollten von Ihnen wissen, wie Ihnen der neue paradiesische BIOGELAT®-Auftritt gefällt. Die Ergebnisse der Umfrage sind natürlich sehr gut! DER GESAMTEINDRUCK ÜBERZEUGT! Der Großteil der 589 Befragten bewertete den Gesamteindruck der neuen optischen Aufmachung, in der die BIOGELAT® Dachmarke ab jetzt unterwegs ist, mit „sehr gut“ und „gut“. Das neue Sujet für die neue BIOGELAT®-Welt, das paradiesische Umfeld, wurde ebenfalls mit „sehr gut“ bis „gut“ bewertet. BIOGELAT® hat mit seinem neuen Auftritt also Ihren Geschmack getroffen! NEUE FARBGEBUNG UND SYMBOLE SIND HILFREICH Das neue Packungsdesign liefert mittels leicht verständlicher Symbole die wichtigsten Informationen zu Wirkstoff, Indikation und Dosierung auf einen Blick. Dieses grafische Leitsystem überzeugte sogar ganze 90 % der Befragten von seiner großen Unterstützung, die es für die apothekerliche Beratung mit sich bringt. Die Dachmarke BIOGELAT® vereint drei Arzneimittel, vier Nahrungsergänzungen sowie ein diätetisches Lebensmittel. Die neue Farbgebung auf den Packungen macht auf einen Blick deutlich, worum es sich handelt: Gelb steht für Arzneimittel, grün für die gesamte Auswahl an Nahrungsergänzungen und diätetischen Lebensmittel. Das Ziel, durch diese unterschiedlichen Farben die Beratungsleistung von Ihnen zu erleichtern, wurde erreicht: 84 % der Befragten empfinden diese Farbsymbolik als sehr hilfreich/hilfreich für ihre Arbeit an der Tara! Fazit: Österreichs ApothekerInnen fühlen sich wohl im neuen BIOGELAT®-Paradies!

Das neue BIOGELAT®-Paradies punktet mit durchwegs sehr guten bis guten Noten! Ihre Bewertung des neuen optischen Auftritts von BIOGELAT® auf einen Blick

Wie groß ist die Erleichterung, die das neue grafische Leitsystem für Ihre Beratung mit sich bringt?

1,5 Wie hilfreich ist die neue Farbgebung?

1,7 Wie gefällt Ihnen das paradisische Umfeld?

www.biogelat.at

1,75 Wie gefällt Ihnen der neue Biogelat®-Auftritt insgesamt?

1,85 1 = sehr zufrieden; 5 = nicht zufrieden (n = 589)

BIO-0090 | Anzeige | Fachkurzinformation siehe Seite 53


Beratung Herzpatienten brauchen Hilfe und Beratung

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alzburgs Apotheker unterstützen die neue österreichweite Kampagne des Hauptverbands: „Herz Gesund – Gut leben mit Herzschwäche“. „Wir sind Partner der Sozialversicherungsträger. Daher ist es für uns selbstverständlich, ein so wichtiges Thema wie die Herzschwäche tatkräftig mit unserem Expertenwissen zu unterstützen. Wir sind für viele Herzpatienten eine wichtige, einfache Anlaufstelle, wenn es um die richtige Einnahme der verordneten Medikamente geht“, sagt Salzburgs Apothekerkammer-Präsidentin Die Patientenbroschüre Mag. pharm. Kornelia Seiwald. Der des Hauptverbandes Hintergrund: Mehr als 2.000 Salz- informiert über HerzinburgerInnen sterben jährlich an suffizienz Herz-Kreislauf-Erkrankungen und machen so den Herztod zur häufigs-

ten Todesursache im Bundesland. „Wir Apotheker stehen für das Vier-Augen-Prinzip! Der Arzt des Vertrauens verschreibt und verordnet. Wir Apotheker kontrollieren bei der Medikamenten-Abgabe noch einmal und erklären, wie und wann die Arzneimittel richtig eingenommen werden. Das ist besonders bei älteren Herz-Patienten entscheidend“, ergänzt Vize-Präsidentin Mag. pharm. Diemut Strasser. z Quelle: Österreichische Apothekerkammer, Landesgeschäftsstelle Salzburg

Vorsicht vor Viagra®-Fälschungen

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it Ende Juni wird Viagra® , das weltweit meistgefälschte Medikament, seinen Patentschutz verlieren. Generische Sildenafil-Präparate werden bald erhältlich sein, so z. B. vom Originalhersteller Pfizer. Experten gehen von einer Zunahme von Fälschungen aus, die via Direktmailing sicherlich intensiv beworben werden. Kunden sollten daher darauf aufmerksam gemacht werden, z dass nur Präparate aus der Apotheke sicher sind.

Gut beraten bei beginnenden Herz-Kreislauf-Beschwerden

Entgeltliche Einschaltung | BIO-0082 | Fachkurzinformation siehe Seite 53

Geballte Kraft aus der Natur: In ihrer kreislaufregulierenden Wirkung ergänzen sich Knoblauch, Mistel und Weißdorn optimal.

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reislaufbeschwerden aufgrund eines zu niedrigen Blutdrucks machen sich u. a. durch Schwindel, Müdigkeit und Abgeschlagenheit bemerkbar. Vor allem ältere Menschen sind häufig betroffen. In solchen Fällen können pflanzliche Präparate die Stabilisierung des HerzKreislauf-Systems unterstützen. Hält das Schwindelgefühl länger an und/oder geht mit es Übelkeit und Erbrechen oder Sehstörungen einher, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Das Geheimnis des Weißdorns (Crataegus) Weißdorn enthält eine Reihe an besonderen Wirkstoffen, unter anderem oligomere Procyanidine (OPC) und Flavonoide, welche die Herztätigkeit positiv beeinflussen: Die Herzmuskelkraft und die Durchblutung der Herzkranzgefäße werden gesteigert und die Gefäße erweitert. Präparate aus Weißdorn werden zur Behandlung von Herz-KreislaufBeschwerden sowie bei leichten Formen von Herzinsuffizienz oder altersbedingtem Nachlassen der Herzleistung verwendet, denn Weißdorn-Extrakt kann die damit einhergehenden Symptome wie Schwindel, Abgeschlagenheit, Atemnot bei Belastung etc. effektiv lindern.

Hinweis: Ideal ergänzt wird die positive Kraft des Weißdorns durch Extrakte aus Mistel und Knoblauch. Die synergetische Wirkung dieser 3er-Kombination ergibt eine umfassende positive Wirkung auf das gesamte Herz-Kreislauf-System! Ihre Empfehlung: Das einzigartige Arzneimittel von BIOGELAT® für Kunden mit leichten Herz- und Kreislaufbeschwerden wie z. B. Schwindel, Abgeschlagenheit und Müdigkeit bei Belastung: Knoblauch-Mistel-Weißdorn-Kapseln ■Nur 1-mal täglich einzunehmen ■Geruchsneutral ■Günstige 3-Monats-Packung Weitere Informationen unter: www.biogelat.at


Nutzen Sie den Vatertag! Rechtzeitig vor dem Vatertag – er findet heuer am 9. Juni statt – sollten Sie den Themen Männergesundheit und Männerkosmetik einen besonderen Platz in Ihrer Apotheke einräumen und so Kunden zum Kauf von Vatertagsgeschenken animieren.

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er Vatertag hat seine Wurzeln in den USA, dort wird er am dritten Sonntag im Juni gefeiert. In Österreich findet er jedes Jahr am 2. Junisonntag statt, und das bereits seit 1956. Auch in anderen Ländern gibt es einem speziellen Tag zu Ehren der Vater, so z. B. in Deutschland und der Schweiz, aber auch in China, Thailand und der Türkei. Die Wurzeln des Vatertages, das Datum sowie die Art des Feierns sind von Land zu Land verschieden. In Deutschland eher als „Männertag“ angelegt (in unserem Nachbarland feiern die Väter zu Christi Himmelfahrt), ist der Vatertag in Österreich ein Familienfest, bei dem die Väter – analog zum Muttertag – mit kleinen Geschenken bedacht werden.

wie Cremen, Seifen, Duschgele, Rasurprodukte etc. aus der Apotheke sind daher ein ideales Vatertagsgeschenk. Tipp: Richten Sie in Ihrer Apotheke einen speziellen Vatertag-Bereich ein, in dem Sie entsprechende Geschenkideen optisch ansprechend präsentieren und somit zum Vaterstagseinkauf motivieren! Auch im Schaufenster sowie an der Tara sollten Sie auf die Vatertagsaktion hinweisen, um zu Zusatzkäufen anzuregen. Denn eines ist klar: Die Väter haben es verdient, ebenso verwöhnt zu werden z wie die Mütter! Mag. Nicole Gerfertz

37 Euro werden pro Vatertagsgeschenk ausgegeben

Mit dem Vatertag Kaufimpulse setzen Mittlerweile beginnen immer mehr Männer, das Thema Gesundheitsvorsorge ernst zu nehmen. Zudem darf man eines nicht vergessen: Gerade wenn Mann selbst auf sich und seine Gesundheit eher weniger achtet, liegt es seinen Lieben am Herzen, ihn sanft in die richtige Richtung zu stupsen. Was liegt also näher, als ihm zum Vatertag ein „gesundes“ Geschenk aus der Apotheke als Präsent zu überreichen, z. B. ein Magnesiumpräparat für sportliche Papas, etwas zur Immunstärkung oder Vitamine für starke Nerven? Auch Hautpflege nimmt für viele Männer einen immer größeren Stellenwert ein. Hochwertige Kosmetika

Gepflegt von Kopf bis Fuß – attraktives Angebot für den besten Vater!

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ännerhaut ist anders: Hautirritationen oder trockene Haut sind aufgrund regelmäßiger Rasur ein häufiges Problem der Männerhaut. Pflegeprodukte für Männer müssen spezifischen physiologischen Anforderungen gerecht werden, um wirksam und angenehm zu sein. Die Pflegeserie von Eucerin MEN wurde auf Basis neuester medizinischer Erkenntnisse entwickelt und ist speziell auf die Bedürfnisse der Männer zugeschnitten. Das ideale Geschenk zum Vatertag: Eucerin MEN Rasierschaum, Duschgel und Shampoo im praktischen Rasur-Bag – apothekenexklusiv erhältlich!

www.eucerin.at Apotheker Krone 10/2013 | 29

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Der Vatertag stand jahrzehntelang im Schatten des Muttertags, doch seit einigen Jahren holt er, was seine Bedeutung und den daraus resultierenden wirtschaftlichen Umsatz angeht, deutlich auf: 2009 brachte der Muttertag dem Handel 156 Mio. Euro an zusätzlichem Umsatz ein, 6 von 10 Österreichern beschenkten ihre Mütter durchschnittlich mit 38 Euro pro Geschenk. Beim Vatertag waren es immerhin 108 Mio. Euro zusätzlicher Umsatz, 4 von 10 Österreichern machten ihren Vätern Geschenke im Wert von durchschnittlich 37 Euro. Führen Sie Ihren Kunden vor Augen, dass auch die Apotheke interessante Vatertagsgeschenke bereithält!


Beratung Zucker und Salz sind Gifte bei Bluthochdruck

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er lebenswichtige Belohnungsmechanismus der Evolution ist heute ein lebensbedrohlicher Risikofaktor: „Zucker ist die größte Gefahr bei Hypertonie, denn er verursacht Diabetes, Übergewicht und schädigt die Blutgefäße“, sagt Prof. Dr. Detlev Ganten, Pharmakologe, Präsident des World Health Summit und einer der weltweit führenden Hypertonie-Experten. Ähnliches gelte für den Salzkonsum: „Zu viel Salz treibt den Blutdruck in die Höhe – und wir nehmen heute dreimal mehr zu uns, als gut ist.“ Dabei hilft schon eine gesunde Lebensführung gegen Hypertonie: „Es ist ein Paradebeispiel für eine Krankheit, die man durch Prävention gut in den Griff bekommt, auch ohne Medikamente: Richtige Ernährung, ausreichend Bewegung – damit kann man Bluthochdruck in vielen Fällen schon behandeln“, erklärt Ganten. Auch die Früherkennung sei so einfach: „Blutdruckmessen sollte zu jeder Grunduntersuchung beim Arzt gehören und ein Blutdruckmessgerät in jede z Hausapotheke“, so Ganten.

fälschlicherweise gar eine zerebrale Durchblutungsstörung attestiert. Das Fazit des VKI: Die Bioresonanztherapie ist teuer und liefert keine zuverlässigen Ergebnisse. Bei Verdacht auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten sollte am besten in eiz nem Allergieambulatorium untersucht werden. Quelle: APA OTS

Massiver Anstieg von chronisch entzündlichen Erkrankungen

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n den vergangenen fünf Jahrzehnten sind chronisch entzündliche Erkrankungen in den Industriestaaten um das 10–15-Fache angestiegen. Noch erschreckender ist die Tatsache, dass vor allem Kinder und Jugendliche verstärkt betroffen sind. Zu den chronisch entzündlichen Erkrankungen zählen unter anderem Asthma, Diabetes mellitus Typ-1, Multiple Sklerose sowie die Gruppe der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED). „Nur ein geringer Teil

Quelle: idw/worldhealthsummit.org

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emäß einem Bericht der Zeitschrift „Konsument“ ist die Bioresonanztherapie als Diagnoseund Behandlungsmethode bei Nahrungsmittelun© empics – Fotolia.com verträglichkeit nicht geeignet und zweifelhaft. Viele Anbieter versprechen in der Werbung eine zuverlässige Diagnose oder gar die Heilung der Nahrungsmittelunverträglichkeit. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat eine Testperson von sechs Anbietern im Raum Wien untersuchen lassen. Kein einziger Befund deckte sich mit der von einem Allergiezentrum durchgeführten Kontrolluntersuchung, in der u. a. eine Frucht- und Milchzuckerunverträglichkeit festgestellt wurde. Zudem lautete jeder einzelne Befund der Bioresonanzinstitute anders: Das Spektrum reicht von einer Unverträglichkeit gegen Erdnüsse und Walnüsse über Instantkaffee und Saccharin bis hin zu Milcheiweiß und Weizen. In einer der getesteten Einrichtungen wurde der Testperson

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© Martin Hörmandinger / ECCO

Zweifelhafte Bioresonanztherapie

v.l.n.r.: EFCCA-Präsident Dr. Marco Greco, ECCO-Präsident-elect. Prof. Dr. Séverine Vermeire, Dr. Tine Jess, National Center for Health Data and Disease Control, Kopenhagen/Dänemark, Univ.-Prof. Dr. Walter Reinisch, MedUni Wien, Mr. Daniel Sundstein, IBD-Patient, Dänemark.

kann auf eine genetische Veranlagung zurückgeführt werden. Die Hauptursachen für chronisch entzündliche Erkrankungen scheinen in belastenden Umweltfaktoren zu liegen“, warnt Univ.-Prof. Dr. Walter Reinisch vom AKH Wien. Unausgewogene Ernährung, Medikamente wie Antibiotika, Rauchen, Stress, Lebensstil und Lebensumfeld in den Städten sowie übertriebene Hygiene scheinen jene Faktoren zu sein, welche deren Entwicklung fördern können. Die European Crohn’s and Colitis Organisation (ECCO) und die European Federation of Crohn’s and Ulcerative Colitis Associations (EFCCA) fordern ein verstärktes Wahrnehmen dieser besorgniserregenden Entwicklung und rufen zum gemeinsaz men Gegensteuern auf. Quelle: APA OTS/Welldone


Zutaten für gesunde Gelenke Weniger Schmerz und mehr Beweglichkeit sind die obersten Therapieziele bei entzündlichen Gelenkserkrankungen. Diätetische Chondroprotektiva können beides leisten und punkten mit guter Verträglichkeit.

Große Gelenksbaustoffe Glucosamin ist ein Aminmonosaccharid und Hauptbestandteil der Knorpelsubstanz. Über die Hemmung von Interleukin IL-1 beta und Prostaglandin E2 übt es im Gelenk eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung aus, die einem NSAR sehr nahe kommt. In einigen Studien aktivierte das Glucosaminsulfat sogar das Chondrozytenwachstum, womit der Fortschritt der Degeneration teilweise verlangsamt werden konnte.1, 2 Glucosaminsulfat wird oral über mindestens 3 Monate verabreicht, die Wirkung tritt nach ca. 4 Wochen ein (750–1.500 mg/d).

Kleine Gelenksbausteine Das gut verträgliche Chondroitinsulfat wird ebenfalls oral ohne Unterbrechung über einen längeren Zeitraum angewandt. Studien mit Arthrosepatienten belegen eine schmerzlindernde Wirkung sowie einen weitgehenden Erhalt der Gelenksbeweglichkeit. So kann Chondroitin aufgrund seiner polaren Ladung Wasser im Bindegewebe binden und auf diesem Weg die Elastizität des Knorpelgewebes unterstützen. Manche Studien berichten gar von einer Verzögerung des Knorpelabbaus, da Chondroitin in ähnlicher Weise den Aufbau der Chondrozyten anregen kann (750– 1500 mg/d).3

ergänzende Einnahme von Fischöl bei rheumatoider Arthritis bereits positive Ergebnisse liefern (1–2 g EPA/d)4. Eine weitere Kombinationsmöglichkeit bietet Weihrauchextrakt. Hier kann die antientzündliche Wirkung über mehrere Ansätze erklärt werden. Einerseits handelt es sich um die Hemmung entzündungsfördernder Enzyme wie Lipoxygenasen und Cyclooxygenasen, andererseits wird ein Eingriff in den NFκB-Weg diskutiert. In der Folge werden weniger Botenstoffe gebildet, sodass die Entzündung z rascher abklingt5. Mag. Larissa Grünwald Literatur: 1 Herrero-Beaumont G et al., Arthritis Rheum 2005; 9 Suppl:1203 2 Clegg DO et al., NEJM 2006 Feb 23; 354(8):795–808 3 Cordoba F et al., Osteoarthristis. Cartilage. Mar.:11(3):228–230.2003 4 Bayer W, Ernährung&Medizin 2010;25(1):15–19 5 Siemoneit U et al., Eur J Pharmacol, 2009; 606(1–3):246–254

„Schmiere stehen“ Hyaluronsäure ist ein Aminozucker, der u. a. in den Knorpelzellen synthetisiert wird und vorwiegend der Gelenksschmierung (Lubrikation) dient. Durch die Speicherung und reversible Freisetzung von Wasser bei Belastung sorgt sie für die nötige Elastizität. Entzündungen verändern Qualität und Quantität der Hyaluronsäure in der Synovialflüssigkeit und schädigen den Knorpel. Belegt ist ihre entzündungshemmende Wirkung über eine Reduktion der Prostaglandinsynthese sowie eine knorpelprotektive Wirkung durch die Hemmung abbauender Metalloproteinasen (50–60 mg/Tag).

Schmerz ade Anzeige

Die mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure Eicosapentaensäure (EPA) ist Ausgangssubstanz antientzündlich wirkender Eicosanoide. So konnte in Untersuchungen die Apotheker Krone 10/2013 | 31


Beratung Analgetika bei Kindern: Gratwanderung zwischen übertriebener Sorge und unnötigem Leiden Erwachsene pflegen oft einen sehr sorglosen Umgang mit Analgetika; Neben- und Wechselwirkungen werden gerne verleugnet. So geprägt, kann die Sorge um das Wohl des Kindes ebenfalls einen falschen Umgang mit Arzneimitteln bedeuten.

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ir kennen alle Kunden, die sicher viel zu häufig Analgetika/Antipyretika für ihre Kleinkinder kaufen. Doch der Grat zwischen Überdosierung und unnötigem Leiden ist sehr schmal. Natürlich ist es unsinnig, leicht erhöhte Körpertemperatur von etwa 37,5° C mit einem Arzneimittel zu senken – doch was macht der Apotheker, wenn die Kundin am Freitagabend einen fiebersenkenden Saft verlangt? Ganz ähnlich ist die Situation beim Schulkind, das über Kopfschmerzen klagt. Homöopathische Mittel stehen hier sicher im Vordergrund; was aber, wenn das Kind wirklich unter Migräne leidet? Die Abgabe des Analgetikums wird sicher gerechtfertigt sein – die nötige Beratung und auch das Empfehlen von möglichen Alternativen sollte dabei aber die Regel sein.

Nützliches Fieber Ob Fieber eine Abwehrreaktion des Körpers ist oder eine zwangsläufige Reaktion auf endogene und exogene Pyrogene, ist bislang umstritten. Vieles spricht dafür, dass die Temperaturerhöhung im Krankheitsfall dafür sorgt, dass bestimmte biochemische Prozesse, die zur Abwehr von Krankheitserregern dienen, besser ablaufen können. So ist bekannt, dass bei höheren Temperaturen mehr Leukozyten die Lymphknoten erreichen und für die Körperabwehr eingesetzt werden können als bei normaler Temperatur. Außerdem versucht der Körper durch die erhöhte Temperatur, ein ungünstiges Klima für pathogene Keime zu schaffen, um ihre Replikation zu verhindern.

Fieberkrämpfe

OKIDS geht an den Start Das Forschungsnetzwerk für Kinderarzneimittel (OKIDS), nimmt ab sofort seine Arbeit auf. Die dafür nötige Anschubfinanzierung von 1,5 Mio. Euro kommt vom Bundesminister für Gesundheit, Alois Stöger, diplômé, und 30 pharmazeutischen Unternehmen. Ziel ist es die Verfügbarkeit von kindgerechten Arzneimitteln signifikant zu erhöhen, indem Strukturen für die Arzneimittelprüfung geschaffen, die Durchführung pädiatrischer Studien erleichtert und damit die Zulassung von für Kinder sicheren Arzneimitteln gefördert wird.

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Die große Angst der Eltern sind Fieberkrämpfe im Säuglings- und Kleinkindalter. Für Eltern wirkt ein Fieberkrampf meist lebensbedrohlich, obwohl er im Normalfall harmlos ist. Etwa 3–4 % aller Säuglinge und Kleinkinder neigen zu Fieberkrämpfen. Wenn sie im Alter zwischen 6 Monaten und 6 Jahren auftreten, sind sie in der Regel selbstlimitierend und folgenlos. Nur wenn die Anfälle länger als 20–30 Minuten dauern oder in einen komplizierten Status epilepticus übergehen, besteht Anlass zur Sorge. Heftige Muskelzuckungen, die auch die Augenlider betreffen, kurze Apnoe, Erbrechen, Apathie bis hin zur kurzfristigen Bewusstlosigkeit sind Symptome, die aber tatsächlich Angst verursachen können. Am ehesten vermeidbar sind diese Fieberkrämpfe, indem man im Ab-


stand von maximal 3 Stunden das Fieber kontrolliert und einen plötzlichen Temperaturanstieg durch die Gabe von Antipyretika rechtzeitig unterbindet. Nur bei besonders langen Anfällen sollte der Anfall durch die rektale Gabe von antiepileptischen Substanzen wie Diazepam unterbrochen werden.

Fiebersenkende Therapie Bei fiebernden Kindern ist vor allem auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Außerdem sollten sich die kleinen Patienten körperlich schonen, wobei strenge Bettruhe nicht unbedingt nötig ist. In der Phase des Fieberabfalls helfen kühlende Maßnahmen wie Wadenwickel. Normalerweise nicht nötig ist es, Fieber unter 38° C zu senken. Kinder vertragen nämlich Fieber deutlich besser als Erwachsene. Zudem unterstützt die hohe Körpertemperatur ja die Abwehrreaktionen des Körpers. Daher verbessert eine medikamentöse Fiebersenkung zwar das Befinden der kleinen Patienten, das Outcome der Erkrankung beeinflusst sie aber nicht.

Antipyretika als Saft oder Zäpfchen Die meisten Erfahrungen liegen sicher für die Wirkstoffe Paracetamol und Ibuprofen vor. Die richtige Dosierung hängt von Alter und Körpergewicht ab und ist gerade bei Paracetamol wegen der Gefahr der Hepatotoxizität genau einzuAnzeige | Fachkurzinformation siehe Seite 53

halten. Ibuprofen zeichnet sich durch ein breiteres Wirkungsspektrum und ein geringeres Nebenwirkungspotenzial aus. Wie Paracetamol sollte aber auch Ibuprofen nicht länger als 3 Tage ohne ärztliche Kontrolle gegeben werden. Acetylsalicylsäure gilt bei Kindern und Jugendlichen wegen der Möglichkeit, ein Reye-Syndrom hervorzurufen, als kontraindiziert.

Kopfschmerz bei Kindern Schon im Vorschulalter sind bereits 20 % der Kinder von Kopfschmerzen betroffen, bis zur Pubertät haben sogar fast 90 % der Kinder Erfahrung damit gemacht. Die Mehrheit leidet dabei unter Spannungskopfschmerzen, nur etwa 10 % haben bereits echte Migräneattacken. Daraus lässt sich ableiten, dass man Kopfschmerzen bei Kindern sehr ernst nehmen muss; der Griff zur Schmerztablette sollte trotzdem möglichst vermieden werden. Wesentlich besser geeignet ist Ibuprofen in Saftform in einer Dosierung von 10–15 mg/kg KG. Auf Grund des geringen Nebenwirkungspotenzials ist ein Nachdosieren im Notfall bereits nach einer Stunde möglich. Nicht vernachlässigen darf man aber, dass gerade bei Kindern und Jugendlichen nichtmedikamentöse Therapieverfahren wie Entspannungsverfahren, Verhaltenstherapie und Akupunktur zur Behandlung von Kopfschmerzen z wesentlich erfolgreicher als bei Erwachsenen sind. Mag. pharm. Dr. Isabella Gazar


Beratungsleitfaden Hyperhidrose I.

Erfassung der Situation

1. Wer ist betroffen? Seit wann treten die Beschwerden auf? Hyperhidrosen treten häufig im Zuge hormoneller Umstellungen bzw. im Zuge von Erkrankungen auf: ■Beginn der Pubertät

■Übergewicht

■Wechseljahre

■Rekonvaleszenz

■Menstruation

■akute Infektion

■psychischer Stress

■chronische Erkrankungen, z. B. Diabetes, Hyperthyreose

⇒ Grenzen der Selbstmedikation beachten!

2. Um welche Art von Beschwerden handelt es sich? Versuch, Ursache des Schwitzens bzw. der Beschwerden abzuklären: ■Generalisierte Hyperhidrosis ⇒ siehe Pkt. III Grenzen der Selbstmedikation beachten; Arztbesuch empfehlen ■Lokalisierte Hyperhidrosis, z. B. Handflächen, Fußsohlen, Achselhöhlen, Nasenflügel etc. ■Erhöhte körperliche Aktivität ⇒ thermoregulatives Schwitzen

■Sehr scharfe oder heiße Speisen und Getränke ⇒ gustatorisches Schwitzen an Stirn, Wange, Oberlippe, evtl. Oberkörper

■Profuse Schweißausbrüche als Folge hormoneller Störungen ⇒ Schwangerschaft, Menopause/Klimakterium, Hyperthyreose ■Lampenfieber, Angst, Freude ⇒ emotionales Schwitzen

■Häufiges Tragen von Kunstfasertextilien und geschlossenen Schuhen (Turnschuhen) ■Bestehen die Beschwerden ständig, Tag und Nacht? ■Nur Nachtschweiß?

■Schwitzen schon bei nichtigen Anlässen oder nur in besonderen Situationen, z. B. Stress?

3. Welche Arzneimittel nehmen Sie derzeit ein?

Arzneimittelinduzierte Schweißbildung, z. B.: ■Antihypertonika ■Psychopharmaka ■manche Beta-Blocker ■Opioide ■Parasympathomimetika

4. Welche Mittel bzw. Kosmetika wurden bisher ausprobiert? Mit welchem Erfolg?

II. Schwitzen Der menschliche Körper hat 2–3 Millionen Schweißdrüsen in der Haut, die Tag und Nacht im Einsatz sind; Schwitzen ist eine normale Funktion, um einer Überhitzung des Körpers (Kühlung) vorzubeugen und um die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen. Ekkrine Schweißdrüsen: ■Unmerkbares Schwitzen ⇒ ständige Wasserabgabe über

die Haut – bis zu einem halben Liter pro Tag

■Merkbares Schwitzen ⇒ Stoffwechsel gerät in „Wallung“ –

Sport, Stress oder große Hitze

Apokrine Schweißdrüsen: Diese, auch Duftdrüsen genannt, sitzen an der Basis von Haaren (z. B. Achselhöhle); werden erst in der Pubertät gebildet und sondern ein fetthaltiges, trübes Sekret in die trichterförmigen Öffnungen der Haarfollikel ab; die Sekretproduktion wird hormonell gesteuert und durch stark emotionale Reize aktiviert, z. B. Angst, Wut, Schmerz, sexuelle Erregung etc. ⇒ typischer „Eigengeruch“ eines Menschen Hyperhidrose Ausgelöst wird eine Hyperhidrose durch physiologische oder emotionale Reaktionen des Körpers auf bestimmte Umstände: Physiologisch: Körper reagiert mit vermehrtem Schwitzen, um die Temperatur des Körpers zu regulieren, beispielsweise bei hohen Außentemperaturen, Muskelarbeit oder auch Fieber und konstitutionell bedingtem Übergewicht Emotional: vermehrtes Schwitzen als Reaktion auf Stress; Verstärkung des Effektes durch Konsum von Nikotin und/oder Koffein. 34 | Apotheker Krone 10/2013


Redaktion: Mag. pharm. Eva Owesny In Zusammenarbeit mit Dr. Andreas Schindl,

Dermatologe, Schreyvogelgasse 4/3, 1010 Wien, www.haut.co.at,

Bei einer generalisierten Hyperhidrose sind großflächigere Körperbereiche betroffen. Häufig muss in diesem Fall die Kleidung mehrmals täglich gewechselt werden. Durch das Tragen durchnässter Hemden, Blusen etc. sind die Betroffenen häufiger „erkältet“.

III. Grenzen der Selbstmedikation Die Empfehlung zur Selbstmedikation ist vertretbar, wenn die Ursache der lokalisierten Hyperhidrose hinlänglich bekannt ist. Arztbesuch empfehlen: Bei Verdacht einer sekundären Hyperhidrose, z. B.: ■Adipositas ■Infektionen, Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes mellitus und andere endokrinologische Ursachen, z. B. Hyperthyreose ■neurologische Erkrankungen ■Erkrankungen, die das Schweißzentrum im Gehirn oder Teile des autonomen Nervensystems reizen oder verletzen (z. B. Verletzungen des Schädels und des Rückenmarks) ■Verdacht auf hormonelle Störung, z. B. Wechseljahre ■arzneimittelinduzierte Hyperhidrose

IVa Empfehlungen – allgemein ■atmungsaktive, luftige Kleidung tragen; keine einengende Kleidung und keine Kleidung auf Kunstfaserbasis ■verschwitze Kleidung fördert den Schweißgeruch ⇒ häufig wechseln ■Baumwollkleidung ist für den direkten Hautkontakt optimal, da sie saugfähig, luftdurchlässig ist, Wärmestau verhindert und die Haut

nicht reizt ■Körperhygiene ⇒ keine Reizstoffe, Haut-pH-neutrale Kosmetika verwenden ■kalorienreiche Mahlzeiten meiden ■bei starker Schweißbildung auf Kaffee, Tee, alkoholische Getränke und vor allem auf scharf gewürzte Speisen verzichten ⇒ regt die

Schweißbildung an durch gefäßerweiternde Wirkung ■Viel trinken! Die verloren gegangene Flüssigkeit einschließlich Mineralstoffe, z. B. Magnesium, muss ersetzt werden ■Haare in der Achselregion entfernen Bakterien siedeln sich besonders gern in den Achselhaaren an ■Gewichtsreduktion ■regelmäßiger Sport und „normales“ Schwitzen, Wechselduschen und Saunabesuche ⇒ verbessern die Wärmeregulation und trainieren die Gefäße ■Stresssituationen meiden ⇒ Entspannungsübungen erlernen

IVb Empfehlungen – Selbstmedikation ■Lokale Antihydrotika werden in Form von Puder, Salben, Gelen, Lösungen oder Sprays angewendet; eine generalisierte Hyperhidrosis

ist mit Lokaltherapie nicht behandelbar. ■Für eine optimale Wirkung sollen die Präparate auf die gereinigte und trockene Haut aufgetragen werden ■Günstig sind antibakterielle Zusätze zur Verringerung der Bakterienanzahl. ■Die Absorber Talk und Zinkoxid wirken neutralisierend auf Schweißgerüche. ■Duftzusätze dienen der Geruchsabdeckung. ■Antitranspirantien auf Aluminiumbasis verschließen die Schweißdrüsen und senken die Schweißbildung ⇒ unerwünschte Wirkungen,

wie Juckreiz und Hautreizungen, nehmen zu, je höher die Konzentration und je niedriger der pH-Wert ist.

Wichtig! Bei wiederholter Anwendung ⇒ Frage nach inzwischen evtl. neu aufgetretenen Beschwerden, z. B. Dermatosen, Mykosen, Ekzemen sowie die Einnahme/Anwendung von neuen Arzneimitteln bzw. Kosmetika

Apotheker Krone 10/2013 | 35


Beratungsleitfaden Hyperhidrose: Kommentar

„Schwitzen ist gesund“ heißt es immer, jedoch kann eine starke Schweißabsonderung sehr unangenehm sein. Die so genannte idiopathische (d. h. ohne nachweisbare Ursache) Hyperhidrose tritt am häufigsten lokalisiert an Handflächen, Fußsohlen und/oder Achselhöhlen auf und beginnt nicht selten schon im Kindes- und Jugendalter mit familiärer Häufung.

Ad I: Erfassung der Situation

© studiovespa - Fotolia.com

Bei hohen Außentemperaturen, körperlicher Aktivität, Übergewicht, Stress, Fieber oder hormonellen Einflüssen reagiert der Körper mit einer vermehrten Schweißproduktion. Der Körper schützt sich und reguliert somit seine Körpertemperatur. Jedoch muss unterschieden werden, ob sich die Schweißproduktion in normalen Bereichen bewegt oder über das normale Maß hinausgeht.

Die österreichischen Apotheken – laufend um Ihre Gesundheit bemüht Eine Einladung zur Teilnahme am Business Run 2013 am 5. September 2013 in Wien Liebe MitarbeiterInnen der Apotheken Österreichs! Letztes Jahr wurde ich eingeladen, beim Business Run 2012 die wirklich kurze Strecke von 4,1 km im Wiener Prater zu laufen. Meine zugegeben niedrigen Erwartungen wurden stark übertroffen, es war und ist ein ganz tolles Spektakel, das da abläuft. Viele große und kleine Firmen und Organisationen präsentieren sich dort den jubelnden Zuschauern, und nachher gibt es eine große Party bei den Firmenzelten. Vermisst habe ich letztes Jahr nur eines: die österreichischen Apotheken. 36 | Apotheker Krone 10/2013

Das soll heuer anders werden! Ziel ist, möglichst viele Läufer und Geher aus österreichischen Apotheken zum Mitmachen zu bewegen, die Werbung für unsere Berufsgruppe machen. Also nicht zögern und bald anmelden, bei: ■ jutta.kaufmann@herba-chemosan.at oder ■ a.berger@ameisapotheke.at Nähere Informationen gibt es auf den Wensites der Apothekerkammer und des Wien Energie Business Run! Ich freue mich, viele KollegInnen und Freunde am 5. September zu treffen und gemeinsam die Apotheken zu präsentieren! Herzlichst, Andreas Berger


Die Hyperhidrose ist eine Erkrankung, die durch ein übermäßiges Schwitzen charakterisiert ist: ■ in den Händen (palmare Hyperhidrose), ■ in der Achsel (axilläre Hyperhidrose) oder ■ im Bereich der Füße (plantare Hyperhidrose). Dies führt bei den betroffenen Personen häufig zu psychosozialen Problemen bis hin zur sozialen Isolation. In den betroffenen Körperregionen sind die Patienten auch besonders anfällig für Infektionen der Haut durch Bakterien, Pilze und Viren.

Ad IVb: Empfehlungen – Selbstmedikation Frischer Schweiß ist im Normalfall farb- und geruchlos ⇒ der unangenehme Geruch entsteht erst durch die bakterielle Zersetzung des Schweißes. Lokale Behandlung In leichter ausgeprägten Fällen können verschiedene schweißhemmende Substanzen auf die betroffenen Hautareale aufgebracht werden.

Präparaten wird die Schweißsekretion jedoch nicht vollständig gehemmt, sondern höchstens um die Hälfte reduziert. Außerdem kann der Schweiß noch an genug anderen Stellen im Körper austreten. Tipp! Aluminiumverbindungen färben die Wäsche, daher das Antitranspirant vor dem Anziehen der Kleidung gut abtrocknen lassen. Salbei – Arzneipflanze mit langer Tradition Salbei ist in der Lage, die Schweißdrüsen so richtig „in die Schranken“ zu weisen. Die schweißhemmende Wirkung ist auf die in den Salbeiblättern enthaltenen Gerbstoffe, vor allem Rosmarinsäure, zurückzuführen. Eine schnell wirksame und in der Anwendung sehr praktische Form ist die Einnahme von Salbeiextrakt in Kapseln, in denen die relevanten und wirksamen Gerbstoffe angereichert vorliegen. Die Wirkung tritt rasch ein und hält einige Stunden an. z Mag. pharm. Eva Owesny

Antitranspirantien verringern vorübergehend und lokal die Schweißsekretion ⇒ Aluminiumsalze (v. a. Aluminiumchlorohydrat) verengen die Schweißdrüsen. Eingesetzt werden Aluminiumsalze in Form von Lösungen, Cremen, Fußcremen, Roll-on und Sprays. Deodorantien enthalten antibakterielle Substanzen, wie Phenoxyäthanol oder Triclosan, die den bakteriellen Abbau des Schweißes verhindern. Ähnlich wirken Enzymhemmer, z. B. Triäthylcitrat, das die schweißzersetzenden Enzyme inaktiviert. Die häufig enthaltenen Duftstoffe überdecken zwar den Schweißgeruch, wirken aber häufig hautirritierend. Heute geht der Trend zu Mischformen aus Deodorant und Antitranspirant. Vorteil ⇒ einerseits wird die Feuchtigkeit, die den Nährboden für geruchsbildende Bakterien bietet, verringert, und andererseits wird die Vermehrung der Bakterien unterbunden. Vorsicht! Bei empfindlichen Personen kann es zu Rötungen und Hautreizungen kommen. In diesem Fall sollte der Kunde das Produkt sofort absetzen.

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Wichtig in der Beratung: Immer wieder gibt es das Gerücht, dass „Deos“ die „Poren verstopfen“. Wie bereits beschrieben, verengen Antitranspirantien die Schweißdrüsen. Mit den handelsüblichen Apotheker Krone 10/2013 | 37


Beratung Sonnenschutz: Apotheken bieten gesicherte Qualität und gute Beratung Sonnenschutzmittel aus der Apotheke gelten oft als Luxus; der jährliche Sonnencremetest deutscher Verbrauchermagazine trägt noch dazu bei, den Stellenwert von Billigprodukten zu erhöhen. Trotzdem vertrauen viele Kunden gerade auf die bekannte Apothekenqualität. Zu viele Fakten in den Medien können nämlich auch verunsichern, und zum Thema Sonnenschutz bekommt man nun einmal nur in der Apotheke eine gute Beratung.

© madgooch | © picsfive – Fotolia

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as Sortiment der Sonnenschutzprodukte wird von Jahr zu Jahr größer; mittlerweile kann man jedoch davon ausgehen, dass alle Produkte in der Apotheke für empfindliche Haut ebenfalls gut geeignet sind. Wasserfestigkeit ist ebenfalls ein gesicherter Punkt. Ob Milch, Spray, Creme, Öl oder Schaum, bleibt meist den individuellen Kundenwünschen überlassen. Vorteile sind für jede galenische Zubereitung zu finden, Nachteile hingegen kaum.

Sonnenallergie: Beratung fördert Apothekentreue Gerade die vermeintlich allergische Reaktion auf die Sonne lässt viele Kunden den Sonnenschutz in der Apotheke kaufen. Rund 90 % aller unerwünschten Reaktionen auf das Sonnen sind polymorphe Lichtdermatosen (PLD), deren genaue Ätiopathogenese nicht geklärt ist. Fest steht nur, dass v. a. die UVA-Strahlung dafür verantwortlich ist. Das verzögerte Auftreten nach Sonnenexposition und der histopathologische Befund lassen dabei an eine allergische Reaktion denken. Ein Allergen, das sich im Körper durch Sonneneinwirkung bildet, wurde aber bislang nicht identifiziert. Experimentell konnte hingegen gezeigt werden, dass durch UVA-Strahlen hochreaktiver Singulett-Sauerstoff entsteht, der die Expression des ICAM-1-Gens fördert, das auf Im38 | Apotheker Krone 10/2013

munzellen zu finden ist, aber auch bei Entzündungsreaktionen bedeutsam ist. Bei Sonnenkarenz bildet sich die PLD spontan innerhalb weniger Tage zurück. Die wirksamste prophylaktische Maßnahme ist daher der Schutz der Haut mit starkem UVA-Filter plus UVB-Filtern. Gute Zusatzempfehlung sind auch systemische Antioxidantien.

Mallorca-Akne Eine Sonderform der PLD ist die Mallorca-Akne. Hierbei kommt es nach Sonnenexposition zu Entzündungen der Talgdrüsenfollikel. Grund dafür ist, dass sich aus Fettbestandteilen von Sonnenschutzmitteln beziehungsweise den körpereigenen Talgfetten durch UVA-Bestrahlung peroxidbildende Substanzen bilden können, die zu der Entzündung der Follikel führen. Durch die Verwendung von Sonnenschutz- und Après-Präparaten, die möglichst fettund emulgatorfrei sind, lässt sich das Auftreten der Hauterscheinungen größtenteils vermeiden.

Empfindliche Kinderhaut Kinderhaut ist besonders vulnerabel und in puncto Sonnenlichtempfindlichkeit erst mit etwa 6 Jahren vergleichbar mit der eines Erwachsenen. Vorher ist nicht nur die Produktion von Melanin gering, sondern auch der Säure-


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schutzmantel und die Aktivität der Talgdrüsen sind nur schwach ausgeprägt. Die Eigenschutzzeit von Kinderhaut beträgt daher nur 5–10 Minuten – eine gefährlich kurze Zeit, besonders, wenn man bedenkt, dass Kinder der Sonne generell viel häufiger ausgesetzt sind als Erwachsene. 50 bis 80 % der gesamten UV-Strahlung erlebt man somit in den ersten 18 Lebensjahren.

Hypoallergener Sonnenschutz Nicht nur für Babys, sondern natürlich auch für Kunden mit Hautproblemen sind hypoallergene Sonnenschutzmittel ein absolutes Muss. Weder Parfum noch Konservierungsmittel dürfen in diesen Produkten enthalten sein. Dies gilt besonders auch für Neurodermitispatienten. Generell wirkt moderate Sonnenbestrahlung jedoch für viele Hautprobleme wie eine gezielte Therapie: unter UVB-Bestrahlung teilen sich beispielsweise die Keratinozyten beim Psoriatiker weniger rasch; durch den immunsuppressiven Effekt von UVA-Strahlung wird die Überempfindlichkeit bei atopischer Dermatitis reduziert und auch der Aknepatient profitiert vorübergehend von einem Sonnenbad – optimaler Sonnenschutz vorausgesetzt.

Produkt vor der Sonnenexposition auftragen Generell wird das Auftragen von Sonnenschutzprodukten 20–30 Minuten vor dem Sonnenbad empfohlen. Grund dafür ist vor allem, dass bei den meisten galenischen Zubereitungen die Emulsion zunächst auf der Haut brechen und die wässrigen Bestandteile verdunsten oder die lipophilen in die Haut einziehen müssen – erst dann kann sich der UV-Filter als fein verteilter Schutzfilm auf der Haut ausbilden. Ausnahme bilden hier wässrig-alkoholischen Sprays, bei denen bereits während des Aufsprühens ein Großteil der Lösungsmittel verdunstet und die UV-Filter in sehr fein verteilter Form auf der Haut rasch einen feinen Schutzfilm bilden können. Man konnte dabei nachweisen, dass bereits nach 5 Minuten ein deutlicher Sonnenschutz besteht, der mit der Einwirkzeit nicht weiter ansteigt. Auch völlig fettfreie Sonnenschutzprodukte haben einen sehr schnell wirksamen Sonnenschutz. Da sie allerdings in der Regel unter der normalen Tagespflege aufgetragen werden, entsteht dieselbe galenische Problematik wie bei der Sonnencreme, wenn man nicht wiederum 20–30 Minuten z mit dem Auftragen der Tagescreme wartet. Mag. pharm. Dr. Isabella Gazar


Beratung Gesichtspflege ist Vorsorge Gesunde Ernährung und regelmäßiges Säubern sind nur ein Teil der Erhaltung einer gesunden und geschmeidigen Haut. Pflegeprodukte mit gewissen Extras können die natürlichen Anti-Ageing Funktionen der Haut bewahren und gewährleisten Schutz vor UVA- und UVB-Strahlen.

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ie Haut ist Spiegelbild der Lebensführung und Ernährungsweise. Eine ausbalancierte, vitaminreiche Ernährung schützt vor ernährungsbedingten Hautproblemen. Supplemente mit den Vitaminen Biotin, Niacin, Retinol, Riboflavin und Ascorbinsäure sowie die Mineralstoffe Jod und Zink können etwaige Mängel hinsichtlich der Erhaltung einer normalen Haut ausgleichen. Kupfer und Mangan wiederum sind wertvolle Mikronährstoffe für das Bindegewebe, ersteres übrigens auch für die Hautpigmentierung.

Tipps zur Hautreinigung Gesunde Haut verfügt über einen natürlichen Reinigungsmechanismus. Die obersten Hautschichten werden täglich

in Form von Schuppen abgegeben. Die natürliche Reinigung kann unterstützt werden, doch Vorsicht: zu intensive Säuberung schädigt die Hautbarriere. Seifen sind Fettlösend und verschieben den Säurewert der Haut kurzfristig ins Alkalische, worunter die Hautbarriere empfindlicher Personen leiden kann. Syndets haben den Vorteil, dass Ihr pH-Wert dem individuellen Hautmilieu angepasst werden kann. Flüssige Waschpräparate enthalten Tenside (neutral bis schwach saurer pH-Wert) und ermöglichen, je nach Zusammensetzung, eine Reinigung, Pflege und Rückfettung. Schminkreste können mit Reinigungsmilch entfernt werden – für tiefergehende Unreinheiten sind Peelings empfehlenswert.

Sehr geehrte Frau Apothekerin, sehr geehrter Herr Apotheker! Alles rund um Dermopharmazie und Kosmetik erfahren Sie bei der 17. Sommerakademie der Österreichischen Apothekerkammer vom 21. bis 23. Juni 2013 in Pörtschach. Das Programm ist sehr umfangreich geworden und bietet eine Vielfalt an Möglichkeiten zur Fortbildung. Ich lade Sie ein, sich mit diesen Themen zu beschäftigen. Herzlichst, Ihr Mag. pharm. Franz Biba

Leiter der Informations- und Fortbildungsabteilung der Österreichischen Apothekerkammer

40 | Apotheker Krone 10/2013


Mehrwert: UVA und UVB-Schutz

Mikroverletzungen der Haut stellen eine Eintrittspforten für Krankheitserreger dar, daher kann eine konsequente und richtige Anwendung von Hautpflegeprodukten großes in der Erhaltung der gesunden Haut leisten. Die Zusammensetzung der Pflegeprodukte muss dabei dem Hautareal, dem Lebensalter und der Jahreszeit angepasst werden. Pflegesalben und -cremes glätten die Hautoberfläche und schützen die Hautbarriere. Zusätzlich eingearbeitete Wirkstoffe sorgen für besondere Pflegeeigenschaften wie z. B. Glättung und Rückfettung der Haut sowie Erhaltung der hauteigenen Feuchtigkeit – allen voran die Hyaluronsäure, die für eine Aufpolsterung von Falten sorgt.

Viele apothekenexklusive Produkte bieten über die Pflegekomponente hinaus auch einen UVA- und UVB-Schutz an, denn gerade die Gesichtshaut ist besonders empfindlich. Wird sowohl ein Hautpflege- als auch ein Sonnenschutzprodukt angewendet, gilt eine einfache Regel: Die Tagescreme sollte mit einem Abstand von 20-30 Minuten aufgetragen werden (Details dazu auf den Seiten 32/33 im z Artikel „Sonnenschutz“).

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Emanuel Munkhambwa

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Vorbeugen ist einfacher als therapieren


Beratung Was Reisende ab 50 beachten sollten

Best Agers haben aufgrund mehrerer Faktoren ein erhöhtes Risiko für reiseassoziierte Erkrankungen, deren Arten sich aber von jenen bei jüngeren Personen unterscheiden. Speziell zu berücksichtigen sind u. a. bestehende Grunderkrankungen, Flug- und Höhentauglichkeit, Thromboembolierisiko und gastroenterologische Aspekte.

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er Anteil von Personen über 65 Jahre im internationalen Reiseverkehr liegt zwischen 15 % und 30 %, mit steigender Tendenz, nicht zuletzt wegen kontinuierlich steigender Lebenserwartung und geändertem Rollenbild von älteren Personen. Die technische und wirtschaftliche Ermöglichung von Reisen aller Art für große Bevölkerungsgruppen erweitert den Kreis reisemedizinisch gefährdeter Personen beträchtlich. Aufgrund des bekannten altersabhängigen Risikoprofils für diverse Erkrankungen ergeben sich sowohl in der eigenverantwortlichen Vorbereitung als auch in der reisemedizinischen Betreuung für diese Personengruppe spezifische Aspekte und Prioritäten.

Höhere Vulnerabilität Ältere Personen zählen aufgrund der bekannten altersabhängigen Erkrankungsrisiken zu diesem Kreis vulnerabler Personen. Anpassungsschwierigkeiten an klimatische Strapazen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Höhe), ungewohnte körperliche Belastungen, Grunderkrankungen, Schwinden des immunologischen Schutzes durch länger zurückliegende Impfungen und schlechteres Ansprechen auf rezent durchgeführte Reiseimpfungen führen zu einem erhöhten Risiko des Erwerbes reiseassoziierter Erkrankungen. In einer kürzlich publizierten, langjährigen multizentrischen prospektiven Studie über reiseassoziierte Erkrankungen bei Personen über 60 Jahre zeigten sich im Vergleich zu jüngeren Reisenden beträchtliche und zum Großteil statistisch signifikante Unterschiede (siehe Tab.). Allgemein muss allerdings darauf hingewiesen werden, 42 | Apotheker Krone 10/2013

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dass ein Großteil der Reisen von Senioren in nichttropische, industrialisierte Länder erfolgt. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass, wie aus einer schottischen Zusammenstellung von 572 Todesfällen auf Auslandsreisen hervorgeht, infektionsbedingte Todesfälle lediglich mit 1,5 % vertreten sind, demgegenüber akutes Kreislaufversagen mit ca. 55 % und Unfälle mit ca. 20 %. Altersbedingte Schwerhörigkeit, Sehschwäche und mangelhafte Anpassungsfähigkeit bei veränderten Alltagssituationen mit einem gewissen Gefahrenpotenzial (wie z. B. Linksver-

Fact Box – Reisende ab 50 ■ Reisen im Alter gewinnt zunehmend an Be-

deutung und sollte eine gezielte ärztliche Vorbereitung nahelegen. ■ Bestimmender Faktor für reiseassoziierte Erkrankungen von Senioren ist nicht das chronologische Alter, sondern bestehende Grunderkrankungen. ■ Kardiovaskuläre und traumatologische Ereignisse stehen in dieser Altersgruppe bei schwerwiegenden Reiseerkrankungen und Todesfällen im Vordergrund. ■ Neben Prävention von reiseassoziierten Infektionen sollte die reisemedizinische Beratung und Vorbereitung diesem Risikoprofil Rechnung tragen.


kehr) tragen zu diesem erhöhten Unfallrisiko bei.

Risikofaktor Reise Neben der allgemeinen Feststellung, dass Altern im weitesten Sinn einen Verlust an physiologischer Reserve beinhaltet, lassen sich altersabhängig organbezogene Veränderungen beschreiben, die bei Belastungssituationen, wie zum Beispiel dem Reisen, eher klinisch relevant in Erscheinung treten als im alltäglichen Leben. Die Entwicklung einer koronaren Herzerkrankung (KHK) ist bekanntlich stark altersabhängig, ebenso gehören eine kontinuierliche Abnahme der Herzleistung und eine geringere Auswurffraktion unter Belastung zum

Anzeige | Fachkurzinformation siehe Seite 53

normalen kardialen Alterungsprozess. Dementsprechend können körperliche und emotionale Belastungen, wie sie fallweise anlässlich einer Reise auftreten, etwa bei Aufenthalt in Höhenlagen und Flugreisen, zur manifesten koronaren Ischämie führen. u


Beratung Flug- und Höhentauglichkeit: Nach einer Faustregel liegt die kardiopulmonale Flugtauglichkeit in der Regel dann vor, wenn der/die Reisende eine etwas längere Gehstrecke ohne Dyspnoe absolvieren kann. Sollte das nicht möglich sein bzw. nach rezenten schwerer wiegenden kardiopulmonalen Erkrankungen ist eine vorhergehende kardiopulmonale Abklärung erforderlich und gegebenenfalls ein Sauerstoffgerät im Vorfeld des Fluges anzufordern. Aufenthalt in Höhenlagen bis 2.500 m wird von älteren Personen mit stabiler KHK sowie Zustand nach koronaren Bypassoperationen meist problemlos toleriert, bei größeren Höhen steigt das koronare Risiko und sollte somit beispielsweise durch eine Ergometrie erfasst werden. Immerhin ist der Herz-Kreislauf-Stillstand die zweithäufigste Todesursache bei Aufenthalt und Aktivitäten in den Bergen mit größerer Höhenlage. Thromboembolisches Risiko: Hämostasiologisch korreliert das Altern mit einer zunehmend prokoagulatorischen Disposition. Erkrankungen und Zustände, die ebenfalls mit zunehmendem Alter gehäuft auftreten, wie Übergewicht, Malignome, kardiale und respiratorische Dekompensation sowie Immobilität, erhöhen das thromboembolische Risiko weiter. Lang dauerndes Sitzen und mangelhafte Flüssigkeitszufuhr können das thrombotische Ereignis auslösen, das durchaus erst Tage danach in Erscheinung treten kann. In Abhängigkeit von anamnestischen Angaben zur Thromboseneigung, relevanten Vorbefunden und Reisedauer ergeben sich risikoadaptierte Empfehlungen zur Vorbeugung. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Tragen nicht beengender Kleidung und Kontraktionsübungen der Wadenmuskulatur gelten als Basismaßnahmen, bei zusätzlichem Risiko ist das Tragen von Kompressionsstrümpfen oder die einmalige Verabreichung eines LMW-Heparins zu empfehlen. Mit zunehmendem Alter stellt sich weiters eine Reduktion der Knochenmarksreserve ein, was bei höhenbedingter Hypoxie eine Verlangsamung und Abschwächung der Anpassungsvorgänge, wie zum Beispiel einen mangelhaften Anstieg des Hämatokritwertes, zur Folge hat. Schrittweise Adaptierung an größere Höhen kann unter diesen Umständen mehr Zeit in Anspruch nehmen und sollte in die Zeitplanung der Reise miteinbezogen werden. Gastroenterologische Irritationen: Gastroenterologische altersabhängige Veränderungen mit möglichen reisemedizinischen Implikationen beinhalten eine höhere Prävalenz von zumeist atropher Gastritis und eine erhöhte Empfindlichkeit der Magenmukosa auf mögliche Irritationen, wie z. B. der Einnahme von nichtsteroidalen Schmerzmitteln. Der daher häufig eingenommene „Magenschutz“ führt allerdings durch eine Reduktion der Säurebarriere zu einer deutlich erniedrigten Infektionsdosis für die notorischen Erreger der Reisediarrhö und damit zu einer verstärkten Infektneigung. Dennoch ist die akute Reisediarrhö bei Reisenden über 60 Jahre im Vergleich zu Jüngeren we44 | Apotheker Krone 10/2013

niger häufig. Konsequentere Befolgung diätetischer Empfehlungen auf Reisen und in der Vergangenheit stattgehabte gastrointestinale Infektionen mit daraus resultierender immunologischer Protektion werden diskutiert. Eine Neigung zu Obstipation und Meteorismus lässt sich reisebedingt auch bei jüngeren Personen feststellen, was bei Senioren durch Bewegungsarmut und altersabhängige Reduktion und Degeneration von Neuronen des Plexus myentericus noch prägnanter in Erscheinung treten kann. Ballaststoffreiche Ernährung, körperliche Aktivität und nicht zuletzt hygienisch einwandfreie Toiletten können z hier Abhilfe schaffen. OA Dr. Arno Lechner

Division für Medizinische Mikrobiologie, Universitätsinstitut für Medizinisch-Chemische Labordiagnostik, Universitätskliniken der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, Salzburg

aktiv BEST AGERS AUF REISEN Die Reiseapotheke muss auf mögliche Grunderkrankungen und deren Medikation abgestimmt werden. ■ Vorbereitung: Aufbau des Immunsystems mit Probiotika und Mikronährstoffen ■ Venenschwäche: Ödemprotektiva und topische Venenmittel (Aescin, Rutoside, Mäusedorn- und Weinblätterextrakt), etc ■ Barotrauma: abschwellende Nasentropfen ■ Reisekrankheit, Diarrhö bzw. Obstipation: H1Antihistaminika, Reisekaugummis, Ingwerwurzel, homöopathische Komplexmittel. Gegebenenfalls sollte bei Durchfall und Erbrechen auf die Mitnahme von Elektrolytlösungen hingewiesen werden. ■ Mittel gegen Sodbrennen ■ Mittel zur Schmerz- und Fiebersenkung ■ Muskelkrämpfe: Magnesium (Nahrungsergänzung oder Schüßlersalz) und hyperämisierende Externa gegen Muskelverspannungen ■ Ein- und Durchschlafstörungen: Baldrian-, Hopfen- oder Passionsblumenextrakt, Diphenhydramin, Nahrungsergänzungen mit Melatonin, Passiflora incarnata und andere Homöopathika ■ Trockene bzw. gereizte Augen: Lipide zur Verhinderung der vorzeitigen Verdunstung des Tränenfilms, Tränenersatzmittel (z. B. Povidon, Hypromellose, Hyaluronsäure, Carbomer …) und Augentropfen (z. B. Dexpanthenol, Allium cepa, Euphrasia officinalis etc.) ■ Laktoseunverträglichkeit: Laktase-Präparat


Fachkurzinformation siehe Seite 53


Beratung Mit Homöopathie sicher unterwegs Insektenstiche, Reisekrankheit, Kreislaufstörungen – diese und viele andere Beschwerden sind auch homöopathisch gut behandelbar.

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rotz bester Vorbereitungen läuft eine Reise mitunter nicht ganz problemlos ab. Mit einer gut sortierten Reiseapotheke sind kleine Wehwehchen jedoch rasch kuriert. Eine Vielzahl an Beschwerden lassen sich mit homöopathischen Arzneimitteln gut behandeln. Homöopathika sind außerdem platzsparend und daher leicht im Reisegepäck unterzubringen. Als übliche Dosis gelten 3-mal 5 Globuli/Tropfen (Niedrigpotenzbereich D2 bis D12), bei akuten Beschwerden ist anfänglich eine häufigere Gabe empfehlenswert.

phrasia (auch als Augentropfen), auch Belladonna (starke Rötung) und Apis (hellrote Schwellung) finden hier Anwendung. Insektenstiche sprechen sehr gut auf Apis an, bei Schwellung, Rötung und Juckreiz. Ist die Einstichstelle bläulichrot verfärbt, so gibt man Ledum, das weiters bei Biss- und Stichverletzungen angewendet werden. Mittel der Wahl bei Verletzungen allgemein ist Arnica, sowohl bei blutenden Wunden als auch bei stumpfen Verletzungen – selbstverständlich nach erfolgter Erstversorgung.

Wenn einer eine Reise tut …

Verdauungsbeschwerden, Harnwege

… dann leidet er mitunter an Reisekrankheit. Neigt man bei Fahrten mit Auto, Schiff oder Flugzeug zu Schwindel und Übelkeit, so empfiehlt sich bereits vor Reiseantritt die Gabe von Cocculus. Alternativ kann Petroleum gegeben werden, im Gegensatz zu Cocculus steht hier der Schwindel nicht so sehr im Vordergrund. Reist man in wärmere Gefilde, wird häufig der Kreislauf stark beansprucht. Bei Kreislaufschwäche und Ohnmachtsneigung bewährt sich Veratrum album, auch Aconitum kann bei plötzlichem Beklemmungsgefühl gegeben werden. Zeitverschiebungen führen oft zu anfänglichen Schlafstörungen. Auch hier ist Cocculus indiziert, v. a. bei Überdrehtheit und Unruhe in Folge eines Schlafmangels. Ein weiteres Mittel ist Zincum valerianum, welches generell bei Schlafstörungen und unruhigem Schlaf gegeben wird.

Problemen in Folge ungewohnter Nahrungsmittel kann man durch die prophylaktische Gabe von Okoubaka vorbeugen. Bei akuter Diarrhö kommen sowohl Veratrum (Kollapsneigung) als auch Arsenicum alb. (Schwächezustände, Lebensmittelvergiftung) zum Einsatz. Stehen Übelkeit und Erbrechen im Vordergrund, so sind außerdem Nux vomica und Ipecacuanha hilfreich. Nux vomica wird weiters bei Verstopfung eingesetzt. Nicht selten klagen v. a. Frauen im Urlaub über Harnwegsbeschwerden. Kühle Badetemperaturen und unzureichende Flüssigkeitszufuhr sind häufig Auslöser. Sehr hilfreich ist Cantharis bei brennenden Schmerzen, evtl. in wechselweiser Gabe mit Belladonna.

Sonnenbrand und Insektenstiche Der Sommer hat auch seine Schattenseiten. Trotz bestem Sonnenschutz bleibt ein Sonnenbrand gelegentlich nicht aus. Homöopathisch behandelt man diesen mit Belladonna (rote, heiße, Haut) sowie mit Cantharis (Röte, Brennen, Blasenbildung). Belladonna kann außerdem bei Sonnenstich gegeben werden, eventuell in Kombination mit Glonoinum. Ein weiteres Einsatzgebiet für Belladonna sind klopfende Kopfschmerzen mit rotem Kopf. Tritt der Kopfschmerz als Folge übermäßigen Alkohol- oder Nikotinkonsums auf, so ist Nux vomica das richtige Mittel. Kopfschmerzen, die vom Nacken ausgehen, sprechen auf Gelsemium gut an. Sonne, Sand und Wind führen nicht selten zu Bindehautreizungen. Mittel der Wahl ist v. a. Eu46 | Apotheker Krone 10/2013

Husten, Schnupfen, Halsschmerzen Nicht fehlen dürfen in einer Reiseapotheke natürlich auch Mittel gegen Erkältungskrankheiten. Neben den klassischen Fiebermitteln Belladonna (roter Kopf, starkes Schwitzen), Aconitum (plötzlicher Beginn, kaum Schwitzen) und Ferrum phosphoricum (mäßiges Fieber, guter Allgemeinzustand) sollte v. a. auch an Allium cepa gedacht werden, das bei Fließschnupfen – auch allergisch bedingt – zum Einsatz kommt. Bei Halsschmerzen bewährt sich wiederum Belladonna, aber auch Phytolacca. Mercurius und Hepar sulfuris sind bei eitrigen Prozessen indiziert. Gegen trockenen Husten sollte man Drosera und Rumex crispus im Gepäck haben, bei lockerem Husten eignen sich z u. a. Ipecacuanha und Tartarus emeticus. Mag. pharm. Kornelia Baumgartner


Fachkurzinformation siehe Seite 53


Erfolg Best of Pharma Advertising 2013

Apotheker Krone sponsert „ Am 16. 5. wurden im Rahmen der PMCA-Gala in den Wiener Börsesälen bereits zum 15. Mal die begehrten Goldenen Skalpelle für die beste Pharmawerbung vergeben.

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© margitschmid.co

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er Medmedia Verlag trat wie auch in den letzten Jahren als einer der Hauptsponsoren der Gala des Pharma Marketing Club Austria (PMCA) auf, zusätzlich war die Apotheker Krone Sponsor für die Kategorie „Integrierte Kampagne OTC“. „Der Begriff ‚integrierte Kommunikation‘ passt perfekt zu unserem Medical Opinion Network, bestehend aus MedMedia-Verlag, Medahead, Krone und Ärztekrone Verlag – zu dem auch die Apotheker Krone zählt – sowie unseren Patientenmedien und neuerdings auch Apps“, schilderte Apotheker KroneProjektleiter Thomas Schula. „Wir sind das einzige Netzwerk das durch die enge Kooperation mit der Kronenzeitung sowohl Ärzte als auch Apotheker mit fast jedem zweiten Österreicher in Verbindung bringt“.

Apotheker Krone-Projektleiter Thomas Schula gratulierte den Gewinnern der Firma Bayer und überreichte den Preis. PHARMIGPräsident Dr. Robin Rumler sowie IGEPHA-Präsident Mag. Alfred Grün zeigten sich von der Kreativität der Skalpell-Preisträger begeistert. m

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Für die professionelle fotografische Betreuung danken wir Margit A. Schmid Fotografie.

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Apotheker Krone und MedMedia-Verlag ware


WISSEN SCHAFFT ERFOLG

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t „Integrierte Kampagne OTC“

Die glücklichen Gewinner der „Goldenen Skalpelle“

Der PMCA, eine Diskussions- und Kommunikations-Plattform für alle TeilnehmerInnen am Gesundheitsmarkt, schrieb den Wettbewerb in acht Kategorien aus. Nach einem 2-stufigen Beurteilungsverfahren, in dem die über 70 eingereichten Arbeiten von einer Jury aus brancheninternen und -externen Fachleuten geprüft wurden, stehen nun die Sieger fest. Die durch den PMCA einberufene Jury bewertete Kreativität, Originalität, Handwerk und Überzeugungskraft. Eine zweite Jury kürte aus der Shortlist die Sieger der jeweiligen Kategorien. Dazu Ines Windisch, Präsidentin des PMCA: „Die Verleihung der Goldenen Skalpelle ist DAS Branchenevent der Pharmaindustrie. An diesem Abend stehen Kreativität und Innovationskraft im Vordergrund – Fähigkeiten, die im Tagesalltag viel zu kurz kommen. Unsere Talente im Marketing müssen gefördert und belohnt werden. Das ist für den PMCA Ansporn, das Best of Pharma ❚ Advertising weiterzuführen.“

Und das sind die Besten der Besten: Anzeige RX Sandoz Österreich GmbH/Swot Werbeagentur: STARKE WIRKUNG! STARKE KNOCHEN! ■ Anzeige OTC Sanova Pharma GesmbH/Denken hilft!: PFLANZENTEPPICH ■ Anzeige non RX/non OTC Medizin Medien Austria/Swappcom: BILDUNGSREFORM ■ Digitale Medien RX B. Braun Austria GmbH/ Ghost. Company: B. BRAUN – SICHERHEIT GEHT VOR ■ Digitale Medien OTC Merck Sharp & Dohme GmbH/ Merck Sharp & Dohme GmbH: MEIN POSITIVES TAGEBUCH ■ Integrierte Kampagne RX Merck Sharp & Dohme GmbH/Raster7: ZOELLY LAUNCH KAMPAGNE ■ Integrierte Kampagne OTC Bayer Austria GmbH/Bayer Austria GmbH: CANESTEN GYN ONCE LAUNCH KAMPAGNE ■ Mailing RX Merz Pharma Austria GmbH/Spreitzer And Friends: EXERCITIA DEMENTIAE ■

Quelle: Welldone GmbH Werbung und PR

waren Hauptsponsoren der PMCA-Gala 2013


Erfolg Herba Chemosan Zukunftsforum Jeder kann seinen eigenen Südpol erreichen

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as Thema des diesjährigen Herba Chemosan Zukunftsforums, das am 16. Mai in Wien stattfand, lautete „Wettlauf zum Südpol“. In den einleitenden Worten berichtete Vorstandsvorsitzender Dr. Andreas Windischbauer über das Unternehmensjahr 2012 und den steigenden wirtschaftlichen Herausforderungen, denen sich die Apotheke stellen müssen. „Internationale Analysten würden ein schwaches Wachstum bemängeln, womit derzeit auch die Apotheken konfrontiert sind“, so Windischbauer. Wachstum sei aber notwendig, um neue Serviceleistungen anbieten zu können. Nichtsdestotrotz setzt die Herba heuer neue Akzente. „Mit dem fortschrittlichen Suchtgiftbuch oder der revolutionären Bestelllösung WaWiPlus haben wir neue Angebote mit Mehrwert geschaffen“, so Windischbauer. Ö3-Mikromann Tom Walek berichtete von seinem „Wettlauf zum Südpol“ und stellte dieser extremen Herausforde-

Die Herba-Vorstände Dr. Andreas Janka (li), Dr. Andreas Windischbauer (2. v. li) und Mag. Maximilian von Künsberg-Sarre (re außen) mit Ö3Mikromann und Südpolbezwinger Tom Walek.

rung Attribute für erfolgreiche Unternehmensführung gegenüber. Ein Ziel zu erreichen brauche Vorbereitung, Mut, aber auch Motivation und Vorfreude. Am Weg dahin sei man mit Faktoren wie Unsicherheit, Angst, Respekt und innerer Demut konfrontiert. Ein Ziel könne aber nicht ohne Teamwork erreicht werden. Walek: „Jeder kann seinen eigenen kleinen Südpol erreichen, sei es sportlicher oder unternehmerischer Natur. Wichtig dabei ist es, möglichst viel z Spaß zu haben.“

Studie: Unternehmen fördern Weiterbildung

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er „Tag der Weiterbildung“ findet am 12. Juni 2013 bereits zum fünften Mal in Österreich statt. Der Veranstalter, die „Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung“ (PbEB), präsentiert aus diesem Anlass die Studie „Weiterbildung 2013“. Insgesamt sind neun von zehn Unternehmen überzeugt, dass Weiterbildung die Work-Life-Balance der Beschäftigten fördert. Die Hälfte dieser Unternehmen sieht positive Effekte durch Führungskräftetrainings, Gesundheitsschulungen sowie Zeit- und Selbstmanagementtrainings. Aber auch bewusstseinsbildende Trainings seien wirkungsvoll. Die Ergebnisse im Detail: ■ Jedes sechste Unternehmen gibt heuer mehr für Weiterbildung aus. 64 % haben 2013 gleich hohe Ausgaben wie im Vorjahr vorgesehen. Den größten Konkurrenzvorsprung erwarten sich die Unternehmen durch Weiterbildung im Bereich Technik und Produktion (32 %), gefolgt von Verkaufstraining und Marketing (19 %) sowie Persönlichkeitsentwicklung (18 %).

50 | Apotheker Krone 10/2013

■ 97 % der Betriebe bieten Maßnahmen zur Work-Life-

Balance an. Die Angebote zur Burn-out-Vorbeugung (25 %) werden aber nur von der Hälfte der Beschäftigten genutzt. ■ Maßnahmen zur Sicherheit am Arbeitsplatz werden von 76 % der Betriebe angeboten. Und davon sagen 89 %, dass sie von „fast allen“ oder „vielen“ Beschäftigten auch genutzt werden. ■ 63 % der Unternehmen bieten Gesundheitsvorsorge bzw. Gesundheitsförderung im Betrieb an. Weitere Informationen unter: www.tag-der-weiterbildung.at und www.pbeb.at Rückfragen: Kontaktbüro der Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung, Mag.a Martina Künsberg von Sarre und Mag.a Stephanie Moser c/o promitto gmbh, Währinger Straße 2–4, 1090 Wien E-Mail: kuensberg@promitto.at und moser@promitto.at z Tel.: +43 1/585 38 96-0


Hansaplast Foot Expert ist immer ein Gewinn

STEUERTIPP Das Fahrrad steuerlich nutzen?

Das große Hansaplast-FußpflegeGewinnspiel war wie jedes Jahr ein voller Erfolg. Aus den zahlreichen Einsendern wurden folgende Gewinner gezogen: Mag. Getrude Geissler, Salvator Apotheke, Mattersburg ist die Gewinnerin des Hauptpreises:

Connex Hotelscheck Vital & Aktiv (3 Tage Aufenthalt/2 Übernachtungen, inkl. Frühstück, für 2 Personen im Doppelzimmer)

Die Gewinner der attraktiven Sporttasche – modisch und praktisch für Ihr Work-out – sind: Dr. Mag. F. Kienberger (Adler-Apotheke, Knittelfeld), Stefanie Wackernell (Fürstenallee-Apotheke, Salzburg), Mag. Sylvia Puschke (Antonius Apotheke, 1160 Wien), Mag. Michaela Resch (Center Apotheke, St. Pölten), Marion Dornetshumer (Dreifaltigkeitsapotheke, Grieskirchen), Mag. Angelika Steinlechner (Christopherus Apotheke, Dornbirn), Astrid Brandstetter (Tauern-Apotheke, Mittersill), Dr. Claudia Zyka (Antonius Apotheke, 1100 Wien), Mag. Elisabeth Kaufmann (Stadt-Apotheke, Schrems). Hansaplast gratuliert allen Gewinnern!

Wird ein Fahrrad statt oder ergänzend zu einem Pkw betrieblich genutzt, könnte das nicht nur bewegungstechnische Vorteile haben. Wenn eine entsprechende betriebliche Veranlassung besteht, kann das Fahrrad unter denselben Voraussetzungen wie ein Pkw in das Betriebsvermögen aufgenommen werden. Das bedeutet, dass eine überwiegende berufliche Nutzung gegeben sein muss. Überwiegt der Privatanteil, können Kilometergelder verrechnet werden, dafür ist eine ausreichende Dokumentation erforderlich. Eine teilweise, aber nicht überwiegende private Nutzung ist durch das Herausrechnen eines Privatanteils zu berücksichtigen. Zu beachten ist eine etwaige Luxustangente, welche der Verwaltungsgerichtshof in einer Entscheidung aus dem Jahr 1997 bei Anschaffungskosten von knapp 1.000 Euro für nötig befunden hat. Sollte es sich bei dem Fahrrad um ein ausdrückliches Sportgerät handeln (z. B. ein hochwertiges Mountainbike), wäre die (nahezu) ausschließliche berufliche Nutzung nachzuweisen. Die Höhe des Kilometergeldes für Fahrradnutzung liegt bei 0,38 Euro pro km. Es gibt jedoch eine Begrenzung von 570 Euro pro Jahr, das entspricht 1.500 Kilometern.

STEUERTIPP

Fahrradnutzung ist nicht nur gesund, sondern kann auch steuersparend sein.

Potenziale erkennen Flexibel agieren Kundenorientiert denken

Mag. Peter Kollermann

Geschäftsführender Gesellschafter

PFK+Partner

Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungs-GmbH

Mariahilfer Straße 54/5.Stock 1070 Wien office@pfk-partner.at www.pfk-partner.at Tel.: +43 1/522 08 00-0 Fax: +43 1/522 08 00-27 Maßgeschneiderte Steuerberatung für Apotheken


Erfolg Viele schöne Urlaubstage

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n die Urlaubsapotheke passen zur Vorsorge richtige Arzneimittel, die ihre Wirksamkeit in guten Studien dokumentiert haben. Mit Antibiophilus® hat der Darm ein Schutzschild gegen zahlreiche Pathogene. Die In-vitroStudie der Mikrobiologin Prof. Christiane Forestier zeigt, dass der Lactobacillus casei rhamnosus das Wachstum typischer Sommer-Keime fast völlig stoppt: So werden Escherichia coli (H 10407 und 2348/69), Salmonellen, Shigellen und Clostridium difficile entschärft. Die Universität von Taipeh konnte in einer Kinderstudie sogar nachweisen, dass der Lactobacillus casei rhamnosus Rotaviren bei Infektionen eliminiert. Nach 3 Tagen hatten die erkrankten Kinder nur noch 14 % der Viren im Stuhl. Antibiophilus® ist also multipotent. Als einziges probiotisches Arzneimittel hat es auch eine Kinderform. Die besondere

Sicherheit sieht man im Austria Codex – Antibiophilus® hat praktisch keine Kontraindikationen und kann der ganzen Familie gegeben werden: Babys, Kindern, Schwangeren, Müttern während des Stillens, sogar chronisch Kranken mit eingeschränktem Immunsystem. 10 Beutel bzw. 20 oder 50 Kapseln passen ideal in jede Reiseapotheke! z Rückfragen/Quellenangaben Mag. Birgit Füssl, Tel.: 01/982 33 99-0 www.germania.at

NEU: Alpinamed® Prostata Plus Kapseln

Imodium® Die Soforthilfe bei Durchfall

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eit Langem anerkannt und in ihrer Wirksamkeit in zahlreichen Studien belegt ist die Behandlung der BPH mit Sägepalmöl. Alpinamed® kombiniert dieses nun in seinen neuen Alpinamed® Prostata Plus Kapseln mit Granatapfel und Selen zu einem Präparat für die diätetische Behandlung von Beschwerden beim Wasserlassen bei gutartiger Prostatavergrößerung. Eine Kapsel enthält die optimale Tagesdosis von 320 mg Sägepalmöl. Vier bis sechs Wochen nach Beginn der Behandlung stellt sich in der Regel eine spürbare Linderung der Symptome ein. Alpinamed® Prostata Plus Kapseln sind leicht verträglich und können über einen längeren Zeitraum kurmäßig eingenommen werden. Begleitend zur Produkteinführung hat Alpinamed® einen Patientenflyer mit dem Titel „Unbeschwertes Wasserlassen“ herausgegeben, der anschaulich die Zusammenhänge zwischen einer gutartig vergrößerten Prostata und den damit einhergehenden Beschwerden zusammenfasst. Apotheken können diesen kostenlos beim Alpinamed®Außendienst oder direkt bei Gebro Pharma unter: z info@alpinamed.at anfordern. Rückfragen/Quellenangaben Gebro Pharma GmbH, 6391 Fieberbrunn, Tel.: 05354/530 00, reinhold.unterwurzacher@gebro.com, www.gebro.com

52 | Apotheker Krone 10/2013

iarrhö ist die am häufigsten auftretende Reiseerkrankung.1, 2 Renommierte Ärzte und Pharmazeuten empfehlen in dem aktuellen Fragen-ausder-Praxis-Report zum Stellenwert von Loperamid in der Behandlung von akuten Durchfallerkrankungen, dass Loperamid „für Personen ab dem 12. Lebensjahr grundsätzlich ein Bestandteil jeder Reiseapotheke“ sein sollte.3 Der Wirkstoff lindert Durchfall-Symptome schnell und zuverlässig, und auch die Wirksamkeit und gute Verträglichkeit von Loperamid durch zahlreiche Studien belegt. Insbesondere die einzigartige Imodium® akut Schmelztablette bietet praktische Hilfe für unterwegs und auf Reisen: Sie löst sich sekundenschnell auf der Zunge auf, was gerade bei Durchfall mit Übelkeit oder bei Schluckbeschwerden von Vorteil ist. Für die Einnahme ist kein Wasser notwendig. Interessierte Apotheker können den Fragen-aus-der-Praxis-Report über die Kundenbetreuer anfordern oder kostenlos unter der gebührenfreien z Telefonnummer: 00800 260 260 00 bestellen. 1 McIntosh IB et al., Health Professionals‘ Attitudes toward Acute Diarrhea Management. Journal of Travel Medicine 2001; 8:60–65. 2 Robert Koch Institut, Gesundheitsberichterstattung des Bundes (Heft 02/01): Gesundheitsprobleme bei Fernreisen. Berlin, 2001. 3 Reinisch W et al., Stellenwert von Loperamid in der Behandlung von akuten Durchfallerkrankungen: Fragen aus der Praxis. Fragen-aus-der-Praxis-Report; Update, Internationale Zeitschrift für ärztliche Fortbildung. März 2013.

Rückfragen/Quellenangaben Johnson & Johnson GmbH, 1020 Wien, Tel: 01/725 5-0, Fax: 01/725 15-9258 www.jnjaustria.at


Fachkurzinformation Antibiophilus® Kapseln, Antibiophilus® Beutel Zusammensetzung: 1 Kapsel zu 250 mg bzw. 1 Beutel zu 1,5 g enthält lebensfähige Keime von Lactobacillus casei, var. rhamnosus mit einer Mindestkeimzahl von 10^9 pro Gramm. Hilfsstoffe: Kapseln: Kartoffelstärke, Lactose, Maltodextrine, Natriumthiosulfat, Natriumglutamat, Magnesiumstearat; Gelatine, Titandioxid E-171; Beutel: Kartoffelstärke, Lactose, Maltodextrine. Anwendungsgebiete: Durchfälle unterschiedlicher Genese, insbesondere auch Behandlung von durch Antibiotikatherapie oder durch Strahlenbehandlung bedingten Durchfällen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen einen der Bestandteile. Die Informationen bez. Warnhinweisen, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Abgabe: Rezeptfrei, apothekenpflichtig. ATCKlasse: A07FA01 Zulassungsinhaber: Germania Pharmazeutika GesmbH, 1150 Wien Agnofem-Tropfen Zusammensetzung: 100 g Lösung enthalten: Tinktur (1:5) aus Keuschlammfrüchten (Agni casti fructus, Mönchspfefferfrüchte) 9 g, Auszugsmittel: 68 Vol.-% Ethanol. Wirkstoffgruppe: G02CX, andere Gynäkologika. Anwendungsgebiete: Regeltempoanomalien, prämenstruelle Beschwerden, Mastodynie. Gegenanzeigen: Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber einem der Bestandteile des Präparates. Hypophysentumoren, Mammakarzinom. Sonstige Bestandteile: Ethanol, gereinigtes Wasser. Abgabe: Rezeptfrei, apothekenpflichtig. Zulassungsinhaber: Madaus, Wien. Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sowie zur Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. BIOGELAT® Knoblauch-Mistel-Weißdorn Kapseln Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 115 mg Flüssigextrakt aus Knoblauch (Allii sativi bulbus, DEV 2-3 : 1; Extraktionsmittel Rapsöl) 27 mg Trockenextrakt aus Mistelkraut (Visci herba, DEV 4-6 : 1; Extraktionsmittel Wasser) 67,5 mg Trockenextrakt aus Weißdornblättern mit Blüten (Crataegi folium cum flore, DEV 3,5-5 : 1; Extraktionsmittel Ethanol 90% (V/V)) Sonstige Bestandteile: 8,1 mg Lactose-Monohydrat, 16,79 mg Sorbitollösung 70%, 13 mg Erdnussöl hydriert, 20 mg Sojaöl raffiniert Anwendungsgebiete: Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Anwendung bei leichten Herz- und Kreislaufbeschwerden wie z.B.: Schwindel, Abgeschlagenheit und Müdigkeit bei Belastung. Die Anwendung dieses traditionellen pflanzlichen Arzneimittels in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschließlich auf langjähriger Verwendung. Gegenanzeigen:Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, gegen Erdnuss, Soja oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Liste der sonstigen Bestandteile: Lactose-Monohydrat, hochdisperses Siliziumdioxid, gefälltes Siliziumdioxid, Rapsöl, Sojaöl raffiniert, Lecithin, Erdnussöl hydriert, gelbes Wachs, Gelatine, Glycerin, Sorbitol, Titandioxid E171, Eisenoxid gelb E172, Eisenoxid schwarz E172, Chinolingelb E104, Patentblau V E121, gereinigtes Wasser Inhaber der Registrierung: Kwizda Pharma GmbH, 1160 Wien Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezeptfrei, apothekenpflichtig Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Herzmittel, Kombinationen ATC-Code: C01EX Stand der Information: August 2012 BIOGELAT® Prostaforte 600 mg Filmtabletten Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält: 600,1 mg Trockenextrakt aus Brennnesselwurzel-Trockenextrakt ( DEV = 7 - 14:1, Auszugsmittel: Methanol 20% (V/V)) Sonstiger Bestandteil: 84,72 mg Lactose-Monohydrat Anwendungsgebiete: Traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Linderung von Miktionsbeschwerden bei Männern mit geringgradiger benigner Prostatahyperplasie, nachdem durch einen Arzt schwerwiegende Grunderkrankungen ausgeschlossen wurden. Die Anwendung dieses traditionellen pflanzlichen Arzneimittels im genannten Anwendungs-gebiet beruht ausschließlich auf langjähriger Verwendung. BIOGELAT® Prostaforte wird angewendet bei Erwachsenen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der im Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Liste der sonstigen Bestandteile: Cellulosepulver, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), LactoseMonohydrat, hochdisperses Siliciumdioxid, Hypromellose, Magnesiumstearat, Macrogol 400, Titandioxid E 171, Talkum, Eisenoxid gelb E 172 Inhaber der Registrierung: Kwizda Pharma GmbH, 1160 Wien Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezeptfrei, apothekenpflichtig Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Urologika ATC-Code: G04BX Stand der Information: Februar 2012 BIOGELAT® Biotin 5 mg Tabletten Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: 1 Tablette enthält 5 mg Biotin Sonstige Bestandteile: Lactose-Monohydrat 80,29 mg Anwendungsgebiete: • Zur Prophylaxe und Therapie von Biotin - Mangelzuständen (zur Prophylaxe sind weniger als 0,2mg Biotin am Tag ausreichend). • Therapie von Biotin-Mangelzuständen beim sehr seltenen Biotin-abhängigen, multiplen Carboxylasemangel. Gegenanzeigen Überempfindlichkeit gegenüber Biotin oder einen der sonstigen Bestandteile von Biogelat Biotin 5 mg. Liste der sonstigen Bestandteile: Mikrokristalline Cellulose, Povidon K30, Crospovidon, Magnesiumstearat, Lactose-Monohydrat Inhaber der Zulassung: Kwizda Pharma GmbH, 1160 Wien Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezeptfrei, apothekenpflichtig Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Vitaminpräparate, rein ATC-Code: A11HA05 Stand der Information: Juli 2008 Die Informationen zu den Abschnitten Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Metoceolat 4 mg/ml-Tropfen Zusammensetzung: 1 ml (= 16 Tropfen) enthält 4 mg Metoclopramidhydrochlorid (als Monohydrat). Sonstige Bestandteile: Methyl4-hydroxybenzoat (1,8 mg), Propyl-4-hydroxybenzoat (0,2 mg), Sucralose, Orangenaroma, gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete: Erwachsene: - Motilitätsstörungen des oberen Gastrointestinaltraktes bei Refluxösophagitis, Gastritis, nervösem Reizmagen, funktioneller Pylorusstenose, Migräne, Gallenwegsdyskinesie. - Übelkeit und Erbrechen. Gegenanzeigen: • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, • gastrointestinale Blutungen, • Darmdurchbruch, • mechanischer Darmverschluss, • Phäochromozytom (Gefahr von Blutdruck-Krisen), • Epilepsie (Erhöhung der Anfallsbereitschaft), w• Patienten mit extrapyramidalmotorischen Störungen, • Parkinson-Syndrom, • Prolaktin-abhängige Tumore (z.B. Mammakarzinom, Hypophysenadenom). Metoclopramidhydrochlorid ist bei Neugeborenen kontraindiziert. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Prokinetika ATC-Code: A03FA01 Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 30 ml Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation! BIOFLORIN – Kapseln Zusammensetzung: 1 Kapsel enthält mindestens 75 Mio. lebende Keime von Enterococcus faecium SF68® in Trockenkultur. sonstigen Bestandteile: 254,70 mg Lactose - Monohydrat, Magnesiumstearat, hochdisperses Siliciumdioxid; Bestandteile der Kapselhülle: Gelatine, schwarze Drucktinte auf Eisenoxidbasis (E 172). Anwendungsgebiete: Zur symptomatischen Therapie und als Adjuvans bei unspezifischer Enteritis, Enterocolitis und toxischen Dyspepsien bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren. Bei Kindern zwischen 2 und 12 Jahren liegen Berichte über erfolgreiche Anwendungen vor, doch sind diese durch klinische Studien noch nicht abgesichert. Zur Unterstützung des Wiederaufbaues physiologischer Verhältnisse der Darmflora (z.B. nach Antibiotikatherapie). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Immunsuppression (z.B. HIV-Infektion). Strenge Indikationsstellung bei Autoimmunerkrankungen und bei bestehenden ernsten Magen-Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Geschwüre, Tumore). Zulassungsinhaber: SANOVA PHARMA GesmbH, Haidestraße 4, A - 1110 Wien ATC-Code: A07FA.Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezeptfrei, apothekenpflichtig Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Stand der Information: 04/2013 Travelex®-Kaugummi. Homöopathische Arzneispezialität. Zulassungsinhaber: Dr. Peithner KG nunmehr GmbH & Co, Wien, Zusammensetzung : 1 wirkstoffhaltiger Kaugummi enthält: Anamirta cocculus Trit. D4 2,5 mg, Cephaelis ipecacuanha Trit. D4 2,5 mg, Nicotiana tabacum Trit. D10 2,5 mg, Okoubaka aubrevillei Trit. D4 25,0 mg , Petroleum rectificatum Trit. D10 2,5 mg; Hilfsstoffe: 35 mg Lactose-Monohydrat, 426 mg Sucrose, 275 mg Sorbit, 10 mg Glucose-Sirup, 1 mg Aspartam, Dextrin, Adeps solidus, Cera alba, mittelkettige Triglyceride, Natriumdihydrogencitrat, Gummibasis, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, Talcum, Fumarsäure, Povidon 25, Macrogol 35000, Kaliumdihydrogenphosphat, Calciumdihydrogenphosphat-Monohydrat, Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat, Titandioxid, Montanglycolwachs, Anwendungsgebiete: Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehören: Übelkeit und Erbrechen bei Auto-, Bahn-, Flug- oder Schiffsreisen. Die Anwendung dieses homöopathischen Arzneimittels in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschließlich auf homöopathischer Erfahrung. Bei schweren Formen dieser Erkrankungen ist eine klinisch belegte Therapie angezeigt. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile. Nicht anwenden bei Kindern unter 4 Jahren und in der Stillzeit. Pharmakotherapeutische Gruppe: Alle übrigen therapeutischen Mittel, Abgabe: Rpfrei, apothekenpflichtig, Weitere Angaben zu Dosierung, Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Haltbarkeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Otodolor® - Ohrentropfen. Homöopathische Arzneispezialität. Inhaber der Zulassung: Dr. Peithner KG nunmehr GmbH & Co, Wien, Richard Strauss-Straße 13, 1232 Wien, Tel.-Nr.: +43 (1) 616 26 44 - 64, Fax-Nr.: + 43 (1) 616 26 44 - 851, e mail: med.service@peithner.at. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 10 g Lösung enthält: Capsicum annuum Dil. D4 1 g, Chamomilla recutita Dil. D4 1 g, Pulsatilla pratensis Dil. D4 1 g, Acidum silicicum Dil. D12 1 g, Acidum boricum Dil. D4 1 g. 1g = 1,05 ml = 40 Tropfen. Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Alkoholgehalt: 35 Gew.-%. Liste der sonstigen Bestandteile: Glycerol 85 %, Ethanol 30 %. Anwendungsgebiete: Otodolor® - Ohrentropfen werden angewendet bei Erwachsenen, Kindern von 6 bis 12 Jahren und Jugendlichen von 12 bis 18 Jahren. Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehören Behandlung von schmerzhaften Affektionen der äußeren Gehörgänge; bei Reizung und Rötung der äußeren Gehörgänge; bei ekzematösen Verkrustungen der äußeren Gehörgänge; wirkt abschwellend und schmerzlindernd. Zur Behandlung von Schwimmbadinfekten. Die Anwendung dieser homöopathischen Arzneimittel in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschließlich auf homöopathischer Erfahrung. Bei schweren Formen der Erkrankungen ist eine klinisch belegte Therapie angezeigt. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Trommelfellperforation. Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere therapeutische Mittel. Abgabe: Rpfrei, apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Dosierung, Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Haltbarkeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Oculoheel®-Einmalaugentropfen. Homöopathische Arzneispezialität. Inhaber der Zulassung: Biologische Heilmittel Heel GmbH, Dr. Reckeweg Straße 2 – 4, 76532 Baden-Baden, Deutschland. Kontaktdaten Österreich: Dr. Peithner KG nunmehr GmbH & Co, Wien. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Phiole zu 0,45 ml (= 0,45 g) enthält: Euphrasia officinalis D5 110,7 mg, Cochlearia officinalis D5 110,7 mg, Jaborandi D5 110,7 mg, Echinacea angustifolia D5 110,7 mg. Liste der sonstigen Bestandteile: Natriumchlorid, Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat, Ethanol, Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Oculoheel-Einmalaugentropfen werden angewendet bei Erwachsenen, Kindern im Alter von 6-12 Jahren und Jugendlichen im Alter von 12-18 Jahren. Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehören Reizung und Entzündung des Auges, der Bindehaut oder des Augenlides. Die Anwendung dieses homöopathischen Arzneimittels in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschließlich auf homöopathischer Erfahrung. Bei schweren Formen dieser Erkrankungen ist eine klinisch belegte Therapie angezeigt. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile, insbesondere gegen Korbblütler. Pharmakotherapeutische Gruppe: Alle übrigen therapeutischen Mittel. Abgabe: Rpfrei, Apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Dosierung, Warnhinweisen und

Vorsichtsmaßnahmen, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Haltbarkeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Traumeel®-Tabletten. Homöopathische Arzneispezialität. INHABER DER ZULASSUNG: Biologische Heilmittel Heel GmbH, Dr. Reckeweg Straße 2 - 4, 76532 Baden-Baden, Deutschland. Kontaktdaten Österreich: Dr. Peithner KG nunmehr GmbH & Co, Tel: 01/ 616 26 44 – 64, Fax: 01/ 616 26 44 – 851, E-Mail: med.service@peithner.at. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: 1 Tablette enthält: Wirksame Bestandteile: Arnica montana D2 15 mg, Calendula officinalis D2 15 mg, Hamamelis virginiana D2 15 mg, Achillea millefolium D3 15 mg, Atropa belladonna D4 75 mg, Aconitum napellus D3 30 mg, Mercurius solubilis Hahnemanni D8 30 mg, Hepar sulfuris D8 30 mg, Chamomilla recutita D3 24 mg, Symphytum officinale D8 24 mg, Bellis perennis D2 6 mg, Echinacea angustifolia D2 6 mg, Echinacea purpurea D2 6 mg, Hypericum perforatum D2 3 mg. Liste der sonstigen Bestandteile: 300 mg Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat. Anwendungsgebiete: Traumeel-Tabletten werden angewendet bei Erwachsenen, Kindern im Alter von 2 bis 12 Jahren und Jugendlichen von 12 bis 18 Jahren. Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehören stumpfe Verletzungen wie Verstauchungen, Verrenkungen, Prellungen, Blutergüsse, Abnützungserscheinungen an Knochen und Gelenken. Die Anwendung dieses homöopathischen Arzneimittels in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschließlich auf homöopathischer Erfahrung. Bei schweren Formen dieser Erkrankungen ist eine klinisch belegte Therapie angezeigt. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile. Traumeel-Tabletten sind bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Arnica (Arnika), Calendula (Ringelblume), Achillea (Schafgarbe), Chamomilla (Kamille) oder andere Korbblütler nicht anzuwenden. Aus grundsätzlichen Erwägungen darf Echinacea nicht angewendet werden bei fortschreitenden Systemerkrankungen wie Tuberkulose, Leukämie bzw. Leukämie-ähnliche Erkrankungen, entzündliche Erkrankungen des Bindegewebes (Kollagenosen), Autoimmunerkrankungen, multipler Sklerose, AIDS-Erkrankungen, HIV-Infektionen oder anderen chronischen Viruserkrankungen. Abgabe: Rpfrei, apothekenpflichtig. Pharmakotherapeutische Gruppe: Alle übrigen therapeutischen Mittel. Weitere Angaben zu Dosierung, Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Haltbarkeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Calendumed®-Salbe. Homöopathische Arzneispezialität. Inhaber der Zulassung: Deutsche Homöopathie-Union, DHU-Arzneimittel GmbH & Co.KG, Ottostraße 24, D - 76227 Karlsruhe Deutschland. Vertrieb in Österreich: Dr. Peithner KG nunmehr GmbH & Co, Wien. Zusammensetzung: 100 g Salbe enthalten: 10 g Calendula officinalis Urtinktur. Liste der sonstigen Bestandteile: Emulgierender Cetylstearylalkohol (Typ A), dickflüssiges Paraffin, weißes Vaselin, Octyldodecanol, gereinigtes Wasser. Konservierungsmittel: Benzylalkohol. Anwendungsgebiete: Die Anwendungsgebiete von Calendumed-Salbe leiten sich aus dem homöopathischen Arzneimittelbild von Calendula ab. Dazu gehören: Hauteiterungen und schlecht heilende Wunden, Quetsch-, Riss- und Defektwunden, Verbrennungen und Erfrierungen. Die Anwendung dieses homöopathischen Arzneimittels in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschließlich auf homöopathischer Erfahrung. Bei schweren Formen dieser Erkrankungen ist eine klinisch belegte Therapie angezeigt. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, insbesondere gegen Korbblütler. Pharmakotherapeutische Gruppe: Alle übrigen therapeutischen Mittel. Abgabe: Rpfrei, Apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Dosierung, Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Haltbarkeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Vomitusheel®-Tropfen. Homöopathische Arzneispezialität. Zulassungsinhaber: Biologische Heilmittel Heel GmbH, Baden-Baden, Deutschland. Vertrieb in Österreich: Dr. Peithner KG nunmehr GmbH & Co, Wien. Zusammensetzung: 100 g (= 105 ml; 1 ml = 22 Tropfen) enthalten: Cephaelis ipecacuanha D4 10 g, Aethusa cynapium D4 10 g, Strychnos nux vomica D4 10 g, Apomorphinum hydrochloricum D6 15 g, Colchicum autumnale D6 25 g, Strychnos ignatii D6 30 g. Alkoholgehalt: 29 Gew.-%. 1 ml enthält 0,28 g Ethanol. Hilfsstoffe: Aqua purificata, Ethanol 96%. Anwendungsgebiete: Zur Anregung der Selbstheilungstendenz bei Erbrechen und Brechreiz verschiedener Ursache. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegenüber einem der Bestandteile des Präparates. Pharmakotherapeutische Gruppe: Alle übrigen therapeutischen Mittel. Abgabe: Rpfrei, Apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Dosierung, Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Haltbarkeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Vertigoheel®-Tropfen. Homöopathische Arzneispezialität. Zulassungsinhaber: Biologische Heilmittel Heel GmbH, Baden-Baden, Deutschland. Vertrieb in Österreich: Dr. Peithner KG nunmehr GmbH & Co, Wien. Zusammensetzung: 100 g (= 105 ml; 1 ml = 22 Tropfen) enthalten: Conium maculatum D3 10 g, Ambra grisea D6 10 g, Petroleum rectificatum D8 10 g, Anamirta cocculus D4 70 g. Alkoholgehalt: 29 Gew.-%.1 ml enthält 0,28 g Ethanol. Hilfsstoffe: Aqua purificata, Ethanol 96%. Anwendungsgebiete: Zur Anregung der Selbstheilungstendenz bei Schwindel verschiedener Genese (besonders arteriosklerotisch bedingter). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegenüber einem der Bestandteile des Präparates. Pharmakotherapeutische Gruppe: Alle übrigen therapeutischen Mittel. Abgabe: Rpfrei, Apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Dosierung, Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Haltbarkeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Gastricumeel®-Tabletten. Homöopathische Arzneispezialität. INHABER DER ZULASSUNG: Biologische Heilmittel Heel GmbH, Dr. Reckeweg Straße 2 - 4, 76532 Baden-Baden, Deutschland. Kontakt in Österreich: Dr. Peithner KG nunmehr GmbH & Co, Tel: 01/616 26 44 – 64, Fax: 01/616 26 44 – 851, e-mail: med.service@peithner.at. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: 1 Tablette enthält: Wirksame Bestandteile: Argentum nitricum D6 30 mg, Acidum arsenicosum D6 30 mg, Pulsatilla pratensis D4 60 mg, Strychnos nux vomica D4 60 mg, Carbo vegetabilis D6 60 mg, Stibium sulfuratum nigrum D6 60 mg. Liste der sonstigen Bestandteile: 300 mg Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat. Anwendungsgebiete: Gastricumeel-Tabletten werden angewendet bei Erwachsenen, Kindern im Alter von 2 bis 12 Jahren und Jugendlichen von 12 bis 18 Jahren. Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehören Magenschmerzen, Sodbrennen und Blähungen. Die Anwendung dieses homöopathischen Arzneimittels in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschließlich auf homöopathischer Erfahrung. Bei schweren Formen dieser Erkrankungen ist eine klinisch belegte Therapie angezeigt. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: Alle übrigen therapeutischen Mittel. Abgabe: Rpfrei, Apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Dosierung, Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Haltbarkeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Euphorbium compositum-Heel®-Nasenspray. Homöopathische Arzneispezialität. INHABER DER ZULASSUNG: Biologische Heilmittel Heel GmbH, Dr.-Reckeweg-Straße 2 - 4, 76532 Baden-Baden, Deutschland. Kontaktdaten Österreich: Dr. Peithner KG nunmehr GmbH & Co, Tel: 01/ 616 26 44 – 64, Fax: 01/ 616 26 44 – 851, E-Mail: med.service@peithner.at. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: 100 g enthalten: Wirksame Bestandteile: Euphorbium D4 1 g, Hydrargyrum bijodatum D8 1 g, Mucosa nasalis suis D8 1 g, Hepar sulfuris D10 1 g, Argentum nitricum D10 1 g, Sinusitis-Nosode D13 1 g, Pulsatilla pratensis D2 1 g, Luffa operculata D2 1 g. Liste der sonstigen Bestandteile: Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat, Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Natriumchlorid, Wasser für Injektionszwecke. Konservierungsmittel: 0,01 g Benzalkoniumchlorid. Anwendungsgebiete: Euphorbium compositum-Heel-Nasenspray werden angewendet bei Erwachsenen, Kindern im Alter von 2 bis 12 Jahren und Jugendlichen von 12 bis 18 Jahren. Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehören Katarrhe der Nase und Nasennebenhöhlen. Die Anwendung dieses homöopathischen Arzneimittels in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschließlich auf homöopathischer Erfahrung. Bei schweren Formen dieser Erkrankungen ist eine klinisch belegte Therapie angezeigt. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Benzalkoniumchlorid sollten auf die Anwendung von Euphorbium compositum-Heel-Nasenspray verzichten. Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere therapeutische Mittel. Abgabe: Rpfrei, Apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Dosierung, Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Haltbarkeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Nureflex 20 mg/ml orale Suspension für Kinder, Nureflex Junior Erdbeer 40 mg/ml Suspension zum Einnehmen, Nurofen RAPID 200 mg Weichkapseln, Nurofen 200 mg Dragees Zusammensetzung: Suspension: 1 ml Suspension zum Einnehmen enthält 20 mg (entsprechend 2%) bzw. 40 mg (entsprechend 4%) Ibuprofen. Nurofen RAPID/ Nurofen Dragees: 1 Kapsel bzw. überzogene Tablette enthält 200 mg Ibuprofen. Sonstige Bestandteile: Nureflex 20 mg/ml orale Suspension für Kinder: Maltitol-Lösung 2,226 g/5 ml, Polysorbat 80, Glycerol, Xanthangummi, SaccharinNatrium, Citronensäure, Natriumcitrat, Natriumchlorid, Domiphenbromid, gereinigtes Wasser, (Natrium 9,25 mg/5 ml). Nureflex Junior Erdbeer 40 mg/ml Suspension zum Einnehmen: Citronensäure-Monohydrat, Natriumcitrat, Natriumchlorid, Saccharin-Natrium, Polysorbat 80, Domiphenbromid, Maltitol-Lösung, Glycerol, Xanthangummi, gereinigtes Wasser, Erdbeeraroma (enthält Propylenglykol). Nurofen RAPID: Sorbitol (E 420) 9,89 mg/Kapsel, Ponceau 4R (Cochenillerot A, E 124) 0,485 mg/Kapsel, Macrogol 600, Kaliumhydroxid, gereinigtes Wasser, Gelatine, Opacode WB white NS-78-18011 (bestehend aus Titaniumdioxid (E 171), Propylenglycol, Hypromellose (E 464). Nurofen Dragees: Croscarmellose-Natrium, Natriumdodecylsulfat, Natriumcitrat, Stearinsäure, hochdisperses Siliciumdioxid, Carmellose-Natrium, Talkum, Arabisches Gummi, Saccharose, Titandioxid (E 171), Macrogol 6000 sowie der Drucktinte Opacode S1-8152HV Black, bestehend aus: Schellack, Eisenoxid schwarz (E 172), Lecithinum vegetabile (Soja), Antifoam DC 1510 oder Black Printing Ink S-1-277001, bestehend aus: Schellack, Eisenoxid schwarz (E 172), Propylenglycol. Anwendungsgebiete: Suspension: Zur kurzzeitigen symptomatischen Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen und Fieber. Nurofen RAPID: Zur symptomatischen Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopf-, Regel-, Zahnschmerzen sowie Fieber und Schmerzen im Zusammenhang mit Erkältungen. Nurofen Dragees: Schmerzzustände (z.B. Rückenschmerzen, Zahnschmerzen, Muskelschmerzen, Gelenksschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Nervenschmerzen), zur Behandlung der akuten Kopfschmerzphase bei Migräne mit und ohne Aura und zur Behandlung von Spannungskopfschmerzen, Schmerzen bei Erkältungskrankheiten und grippalen Infekten. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Ibuprofen, andere NSAR oder einen der sonstigen Bestandteile sowie Ponceau 4R (E 124) (Nurofen RAPID), Bronchospasmus, Asthma, Rhinitis, Angioödem oder Urtikaria nach der Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen NSAR in der Anamnese, gastrointestinale Blutungen oder Perforation in der Anamnese im Zusammenhang mit einer vorherigen NSAR-Therapie, bestehende oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretene peptische Ulzera oder Hämorrhagien (mindestens 2 nachgewiesene unterschiedliche Episoden), zerebrovaskuläre oder andere aktive Blutungen, schwere Nieren-, Leber- oder Herzinsuffizienz, koronare Herzerkrankungen, Blutgerinnungsstörungen, ungeklärte Blutbildungsstörungen wie Thrombozytopenie, letztes Trimenon der Schwangerschaft, substanzieller Flüssigkeitsverlust sowie bei Nurofen RAPID und Nurofen Dragees: Kinder unter 20 kg KG. Pharmakotherapeutische Gruppe: Nichtsteroidale Antiphlogistika und Antirheumatika; Propionsäure-Derivate. ATC-Code: M01AE01. Packungsgröße: Suspension: 100 ml. Nurofen RAPID: 10 Kapseln. Nurofen Dragees: 12 und 24 überzogene Tabletten. Zulassungsinhaber: Reckitt Benckiser Deutschland GmbH, Theodor-Heuss-Anlage 12, 68165 Mannheim, Deutschland. Abgabe: Suspension/ Nurofen RAPID: Rezept- und apothekenpflichtig. Nurofen Dragees: Rezeptfrei mit W10, apothekenpflichtig. Die Informationen zu den Abschnitten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen, Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit sowie Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Stand der Information: 07/2009 (Nureflex 20 mg/ml orale Suspension für Kinder), 07/2010 (Nureflex Junior Erdbeer 40 mg/ml Suspension zum Einnehmen), 12/2009 (Nurofen RAPID), 06/2012 (Nurofen Dragees). NURF001

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Apotheker Krone 10/2013 | 53


vom 01. 06. 2013 Androgenblockade bei Prostatakrebs Ein 76-jähriger Mann mit Prostatakrebs erhält eine Androgenblockade. Er fragt, was er darüber hinaus tun kann. Der Facharzt für Urologie antwortet, dass die „Androgenblockade“ in mehr als 80 % der Fälle über einen gewissen Zeitraum das Weiterwachsen von Prostatakrebs verän-

dert - eine seit Jahrzehnten bewährte Methode. Die Androgenblockade kann allerdings zu Osteoporose führen. Deshalb sollte spätestens nach zwei Jahren die Behandlung des Kalziumshaushaltes und die Vitaminaufnahme berücksichtigt werden. Darüber hinaus können wahrscheinlich der Abbau von Übergewicht, die Reduktion von tierischem Fett in der Nahrung (Ersatz durch Pflanzenöle) sowie ein deutlich erhöhter Anteil von Obst und Gemüse den Krebs positiv beeinflussen.

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Sprechstunde

Gesund

Alkoholkonsum: Platz 3 geht an Österreich

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Wenn es um das Trinken von Alkohol geht, sind wir ganz vorne mit dabei. Unter den OECD-Ländern liegen wir hinter Frankreich und Portugal an dritter Stelle! Alkohol wird bei uns ja meist mit Spaß, Geselligkeit und Freizeit verbunden. Betrachten wir jedoch einmal die Kehrseite: In

Österreich konsumiert im Schnitt jeder vierte Mann und jede zehnte Frau täglich eine Alkoholmenge, die gesundheitsgefährdend ist. Im Laufe des Lebens werden ca. 10 % der Österreicher alkoholkrank. Etwa 350.000 Personen ab dem 16. Geburtstag sind chronische Alkoholiker, so aktuelle Zahlen vom Institut für Höhere Studien (IHS) Wien.

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54 | Apotheker Krone 10/2013


Sprechstunde

Rheuma und Heilfasten Kann Rheuma durch Heilfasten geheilt werden? Der Rheumatologe erklärt, dass die Behandlung rheumatischer Erkrankungen in erster Linie durch so genannte Basismittel erfolgt. Aber auch richtige Ernährung und sinnvolle Bewegung beeinflussen den Krankheitsverlauf günstig. Hier wird vor allem empfohlen, tierisches Fett möglichst zu meiden. Die darin enthaltene Arachidonsäure fördert nämlich Entzündungen. Im Gegenzug wirken pflanzliche Fettsäuren (Oliven-, Rapsoder Sonnenblumenöl) und Fischöle entzündungshemmend. Ausgenommen sind allerdings Kokosfett und Palmkernöl. Zusätzlich helfen Vitamin C und E, Provitamin A, Selen, Zink und Kupfer gezielt gegen Entzündungs-

vorgänge. Das angesprochene Fasten (7 bis 10 Tage) bringt bei Gelenksentzündungen oft eine erstaunliche Verbesserung. Das Fasten wird dabei meist als Nulldiät mit einer täglichen Flüssigkeitszufuhr von rund drei Liter durchgeführt. Es gibt aber auch mildere Formen, die den gewünschten Effekt erzielen. Reportage

Heilsame Blüten Abwehrkraft stärken, Stimmung aufhellen und Schmerzen stillen – essbare Blüten werden auch als Naturmedizin verwendet. Frische oder getrocknete Gänseblümchen wirken entzündungshemmend, schleimlösend und blutreinigend. Blütenblätter der Rose wirken ebenfalls entzündungshemmend, aber auch wundheilend und harntreibend.

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vom 08. 06. 2013

Die Schlüsselblume wird nach Kneipp gegen rheumatische Beschwerden und Gicht, aber auch gegen Kopfschmerzen eingesetzt. Die Blüten der Stiefmütterchen und Veilchen wirken blutreinigend, entgiftend, schleimlösend und schweißtreibend, aber auch entzündungshemmend bei Hautkrankheiten. Gegen Husten empfiehlt sich Veilchenblütentee. Die Kapuzinerkresse wiederum wird gegen Blasenentzündungen eingesetzt. Der Verzehr der frischen Blüten hilft gegen Infekte der Atemwege und stärkt das Immunsystem.

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GESUND

Reden wir über Sucht Wenn Abnehmen außer Kontrolle gerät sowie die Themen Internet-, Kaufund Glücksspielsucht waren Schwerpunkte auf einem Schülerkongress im Rahmen der Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie in Gmunden.

Eine böse Bemerkung über die Figur, Probleme in der Schule oder im Elternhaus können die gefährliche Spirale des Hungerns in Gang setzen.

Attraktiv, mit guter Figur, wollen Jugendliche soziale Anerkennung und Respekt erzielen und nicht zuletzt den Traumpartner finden. Das gefährliche Vorbild: Superschlanke Modells, die über Laufstege schweben und von Plakatwänden lächeln. Der durchschnittliche normale Fettanteil bei jungen Frauen beträgt 25 Pro-

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Von Eva Rohrer

zent, die „Idealmaße“ in der Modewelt liegen lediglich bei 10 bis 15 Prozent! Dann genügt oft eine böse Bemerkung über das Gewicht und schon richtet der junge Mensch die ganze Aufmerksamkeit auf die Figur und die Sorge zu dick zu sein. Die erste strikte Diät kann der Einstieg in eine lebens-

Jetzt neu: Patientenratgeber „Psyche und Nerven verstehen“ Depressionen, Burn-out, Nervenschmerz? Das sind nur einige der Themen, die im gerade erschienenen Ratgeber-Büchlein behandelt werden. In übersichtlicher Frage-Antwort-Form informieren namhafte Experten über Ursachen und modernste Behandlungsmöglichkeiten bei psychischen Störungen und neurologischen Erkrankungen. Ab sofort in Ihrer Apotheke!

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bedrohliche Essstörung sein, die zum überwiegenden Teil Mädchen betrifft. Magersucht (Anorexie) tritt am häufigsten im Alter zwischen 10 und 19 Jahren auf, die Ess-Brechsucht (Bulimie) durchschnittlich etwas später, zwischen 16 und 19. Oft geht Anorexie später in Bulimie über. Doch dass es tatsächlich dazu kommt, daran sind mehrere Faktoren beteiligt. „Essstörungen sind zu Beginn oft der Versuch, mit Problemen fertig zu werden. Durch den massiven Gewichtsverlust werden psychische Schwierigkeiten verstärkt, bzw. treten zusätzliche Symptome wie Depressionen auf. Erbliche Einflüsse spielen ebenso eine Rolle wie die Persönlichkeit. Angepasste Mädchen, die es allen recht machen wollen, introvertierte, leistungsorientierte Persönlichkeiten mit Hang zu Perfektionismus sind

eher gefährdet“, berichtet Ass.Prof. Dr. Christine Vesely von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Wiener AKH. Bei manchen kommt noch eine individuelle Lernerfahrung im Kindesalter hinzu. Wenn Kinder merken, dass sie mit konsequenter Nahrungsverweigerung Aufmerksamkeit und Zuwendung bekommen, Aufregung bei den Eltern auslösen und damit bestimmte Ziele erreichen, kann es sein, dass sie diesen Mechanismus unbewusst als „Machtinstrument“ beibehalten, erklärt die Expertin. Soziale Faktoren sind meist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt: Trennungen, Verluste, Schwierigkeiten in der peer-group, Gewichtsveränderungen in der Pubertät, neue Leistungsanforderungen und, wie eingangs erwähnt, verletzende Bemerkungen und Diäten. Diese ziehen auch psychische und physiologische Veränderungen nach sich. Geringes Gewicht kann z. B. das Gleichgewicht von Neurotransmittern – Botenstoffen im Gehirn – durcheinander bringen und Depressionen, Ängste und Zwänge auslösen. Betroffene rutschen immer tiefer in die Essstörung, die auch nicht ohne körperliche Folgen bleibt: Die Knochendichte nimmt ab, die Regel bleibt aus, durch Elektrolytverschiebungen können Herzrhythmusstörungen auftreten, der Körper trocknet regelrecht aus. Die Therapie basiert auf folgenden Säulen, wie Prof. Vesely erklärt: • Körperliche Rehabilitation, der oft in Lebensgefahr schwebenden PatientInnen. • Normalisierung des Essverhaltens und langsamer Nahrungsaufbau. (Zu rasche Gewichtszunahme würde Schäden verursachen.) • Individuelle Psychotherapie. • Einbeziehen der Familie, um Spannungen, Ärger und Trauer abzufangen und Schuldgefühle zu nehmen. Wichtig ist


01. 06. 2013

GESUND

Beratung aus Ihrer

Das Internet ist leicht verfügbar und lockt mit (Glücks)Spielen, Facebok etc. – manche kommen von der virtuellen Welt nicht los

APOTHEKE Mag. pharm. Eva Maria Owesny

„Ich bin immer so gestresst!“

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Stress gehört zum Leben – ein Zuviel an Belastung kann aber krank machen.

auch Aufklärung, wie die Familienmitglieder die Betroffenen auf dem Weg aus der Essstörung am besten unterstützen können. „Betroffene legen oft einen langen Weg zurück, bis sie die Erkrankung akzeptieren können und aus der Sucht, immer weiter abzunehmen, aussteigen können“, so Prof. Vesely. Ebenso gespannt lauschten die Jugendlichen dem Vortrag von Prim. Dr. Ralf Gößler vom Neurologischen Zentrum Rosenhügel in Wien zum Thema „was uns alle süchtig macht“. Die Zahl der Spiel-, Kauf- und Internetsüchtigen ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Doch nicht

jeder, der gerne in die virtuelle Welt eintaucht, ist gefährdet. Sehr anfällig sind Jugendliche, die depressiv, sich selbst überlassen und einsam sind, und für die eine virtuelle Welt der Ersatz für reale Kontakte und das wirkliche Leben und kein Wechsel mehr zwischen beiden Welten möglich ist. Auch bei Glücksspiel und Wetten ist die Hemmschwelle gering. In einschlägigen Lokalen hinter verdunkelten Scheiben hoffen die Jugendlichen an einarmigen Banditen auf den schnellen, großen Gewinn. Blinkende Lichter und Geräusche motivieren zum Weitermachen. 80 Prozent

Suizid Suizid ist eine der fünf häufigsten Todesursachen bei Kindern und Jugendlichen. „Einen Psychiater bei psychischen Erkrankungen aufzusuchen, ist so normal wie bei Ohrenschmerzen zum HNO-Arzt zu gehen“, betonte Prim. Dr. Georg Psota, Chefarzt des Psychosozialen Dienstes in Wien, der den Vorsitz beim Schülerkongress in Gmunden inne hatte. Die Veranstaltung, an der sich Schüler von 7. Klassen auch selbst mit Postern und Projekten zum Thema Sucht beteiligten, sollte dazu beitragen, aufzuklären und den Jugendlichen die Hemmschwelle vor dem Thema Psychiatrie zu nehmen.

der Spielsüchtigen kommen vom Automaten, 20 Prozent von Kartenspielen und 16 Prozent vom Roulette nicht los. Zwar sind auch hier die Burschen und Männer in der Überzahl, aber Mädchen holen auf. Noch einfacher ist die Verfügbarkeit von Glücksspiel im Internet. In den vergangenen drei Jahren hat sich die Zahl der Süchtigen verdoppelt! Bei der Kaufsucht haben mit einem Anteil von 60 Prozent die Mädchen eindeutig die Nase vorn, die stundenlang mit Kaufen beschäftigt sind und dabei Dinge erwerben, die sie überhaupt nicht brauchen oder sie kaufen wiederholt dasselbe. Burschen hingegen erwerben impulshaft in großen Mengen sportliche oder auch technische Geräte. Eine der Botschaften an die jungen Zuhörer: Prinzipiell kann jeder süchtig werden, weil der Mensch von Natur aus „belohnt“ werden will. Die Alarmglocken müssen aber läuten, wenn man positive Gefühle nur noch mit dem „Suchtmittel“ verbindet. Dann sollte man sich nicht scheuen professionelle Hilfe zu suchen.

Der ganz normale Alltag ist für viele Menschen immer öfter eine große Herausforderung. Neben beruflichen Ängsten wie Konkurrenz- und Erfolgsdruck stehen auch private Probleme wie Geldsorgen, Beziehungsprobleme, Pflege kranker Angehöriger u. a. auf der Tagesordnung. Wir leben so schnell, dass wir nicht sehen was in unserem Leben passiert. Das Zurückgewinnen der Kontrolle über die eigene Zeit ist der erste Schritt im Kampf gegen den Stress. Gegenmaßnahmen: · Anerkennen, dass ein gewisses Maß an Stress nützlich sein kann · Stressauslösende Situationen erkennen · Hausgemachten Stress vermeiden · Entspannungstechniken erlernen · Regelmäßige körperliche Betätigung hilft dem Körper Stresshormone abzubauen In Zeiten hoher Belastung läuft der Organismus auf Hochtouren und der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen steigt stark an. Wenn die Stresssituationen über einen längeren Zeitraum ohne Erholungsphasen anhalten, werden die Energie- und Vitalstoffreserven zunehmend aufgebraucht – dies gilt vor allem für Magnesium, B-Vitamine und Vitamin C. Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wir nehmen uns gerne Zeit für Sie. Österreichische Apothekerkammer, Mag. pharm. Eva Maria Owesny, Spitalgasse 31, 1091 Wien oder beratung@apotheker.or.at

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Apotheker Krone 10|2013  
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