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ATO/1A/2012/9/2

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4. Jahrgang/Nr. 19  •  5. November 2012 • € 4,-

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18.09.12 12:53

Umfrage

An der Tara

Mag. Dr. E. Lehner:

Königskerze

Husten, Schnupfen, Heiserkeit – Hatschi! Was wirklich gegen Erkältungen hilft, sagen 50 Apotheker.

Jetzt zur Grippeimpfung: Informieren, gut auf­klären und Ihren Kunden die Angst vor der Impfung nehmen. 8

„Trauern heißt nicht nur, über den Verlust zu reden und Gefühle auszudrücken. Trauern heißt auch, in der Zukunft zu stehen.“ 2

Verbasci flos hat eine lange Tradition als Heilmittel bei Atemwegserkrankungen. 16

6

Streit um Wiener Apo-Öffnungszeiten

Report Ernährung

Langer Samstag wird kommen

Mit mehr als 400 Seiten liefert der neulich präsentierte Österreichische Ernährungsbericht eine Fülle von Daten. Der Nährstoffstatus ist im Wesentlichen nicht schlecht, doch die Österreicher essen immer noch zu fett sowie deutlich zu salzig und verzehren zu wenig Obst, Gemüse und komplexe Kohlenhydrate. u 3

Antibiotika bei Otitis media

Beinah drei von fünf aller regelmäßig verordneten Medikamente werden über die Nieren ausgeschieden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist daher zu beachten, wann welche Substanzen gemieden oder angepasst werden müssen. u 15

Mythos. Nur bei psychischen Erkrankungen wie Essstörungen würden Abführmittel eventuell missbräuchlich verwendet. Doch zur Therapie einer chronischen Obstipation sind Laxanzien jedenfalls indiziert und regelmäßig einzunehmen, wie das bei anderen chronischen Erkrankungen auch der Fall ist. u 10

mehr – sehr zum Leidwesen des VAAÖ, der gegen erweiterte Öffnungszeiten ist –, ob die insgesamt 315 Wiener

Apotheken am Samstagnachmittag offen halten dürfen, sondern nur noch, ab wann dies der Fall sein wird. u 11

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Sonnenvitamin: Evidenzbasierter Einsatz

Tausendsassa Vit. D3 Vitamin D rückt immer mehr in den Fokus der Wissenschaft und erlebt einen regelrechten Forschungsboom. Die physiologisch im Menschen vorkommende Form, das Cholecalciferol oder Vitamin D3, ist nicht nur für die Knochen wichtig, sondern mittlerweile belegen zahlreiche Studien einen positiven Effekt auf Immun-

system, Krebsrisiko, Diabetes, Entzündungen, Nervenzellen und vor allem auf das Herz-Kreislauf-System. Niedrige Vitamin-D-Spiegel sind ein Risikofaktor sowohl für die Gesamtmortalität als auch für die kar­diovaskuläre Mortalität. Um­so wichti­ ger ist es, für einen ausreichenden Vitamin-D3-Level zu sorgen. u 14

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Auf kranke Niere achten

Immer wieder wird vor Laxanzienabusus gewarnt. Sie stehen etwa in Verruf, abhängig zu machen. Zu Unrecht – selbst bei Dauergebrauch von Abführmitteln sind kaum relevante Nebenwirkungen zu befürchten, betont Prof. Dr. Heiner Krammer vom Endund Dickdarmzentrum in Mannheim. Der Missbrauch von Laxanzien ist eher ein

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Die Kreisapotheke in Neusiedl am See hat etwas, das sogar über die Landesgrenzen hinaus Furore macht. Sie überträgt Live-Bilder vom Storchennest auf dem Dach des Hauses direkt auf einen Großbildschirm in die Offizin und auf die Homepage. Als die Übertragung ins Internet einmal ausfiel, kamen besorgte Mails aus Berlin. u 12

Keine Furcht vor Abführmitteln

FKI siehe Seite 12

Live-Bilder vom Storchennest

Missbrauch ist ein Mythos

BUEAA09121

Atemwegsinfekte sind bei Kindern oft mit einer akuten Mittelohrentzündung vergesellschaftet. Die Gabe oder Nicht-Gabe von Antibiotika scheint hier ein Dauerbrenner zu sein, die Meinungsunterschiede sind beträchtlich. Prim. DDr. Peter Voitl, niedergelassener Kinderarzt in Wien, fasst die aktuelle wissenschaftliche Daten­ lage zusammen. u 9

Nun hat sich in den Disput um längere Öffnungszeiten für Apotheken in der Bundeshauptstadt Gesundheitsrätin­ Mag. Sonja Wehsely eingeschaltet. Die SP-Politikerin spricht sich für eine „moderne Regelung“ aus und kündigte kürzlich an, einen neuen Verordnungsentwurf in Begutachtung zu schicken. Damit sollen auch in Wien – so wie in Graz, Linz oder Bregenz – längere Öffnungszeiten möglich werden. Der Streit entflammte, weil sich eine Wiener Innenstadtapotheke schon seit gut zehn Jahren nicht an die vorgeschriebenen Samstagsöffnungszeiten von 8–12 Uhr hält, sondern auch am Nachmittag offen hat. Strafverfahren, Disziplinarverfahren und ein (mittlerweile wieder aufgehobenes) Konzessionsentzugsverfahren waren die Folgen. Jetzt wird mit Hochdruck an einer Lösung gearbeitet. Die Frage ist allerdings nicht

29.10.12 10:30


2

Medizin & Pharmazie

Zum Thema

Pharmaceutical Tribune  •  4. Jahrgang  •  Nr. 19  •  5. November 2012

Der Tod eines geliebten Menschen: Wie damit umgehen?

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Beat it! Just beat it! Fachkurzinformation auf Seite 12

4. Jahrgang/Nr. 18 • 22. Oktober 2012 • € 4,-

aktuell, international, unabhängig

Umfrage

An der Tara

Prof. DDr. Brand:

Anhänglich

Husten ist nicht gleich Husten – welche Auswahl Apotheker aus dem OTC-Spektrum treffen, lesen Sie auf Seite 4

Guter Schlaf ist kostbar. Oft helfen Ihren Kunden schon einfache Tipps. Plus: Schlüsselfragen für die Beratung. 6

„Die personalisierte Medizin hat immenses Potenzial. Dramatische Forschritte stehen unmittelbar bevor.“ 2

... wie eine Klette. Das Wurzelöl beruhigt die Kopfhaut, Haarwuchsmittel ist es keines. 15

IGEPHA: Neue Studie

Phyto bei Tussis Gegen Husten mit Pflanzenkraft vorzugehen, ist eine traditionelle Domäne der Phytotherapie. Doch was können die diversen Drogen, Extrakte und ätherischen Öle wirklich? Die Naturheilkunde-Expertin Prof. Dr. Karin Kraft erläutert die Wirkung der oralen Hustenphytos, aber auch äußerer Anwendungen wie Inhalationen, Salben und Bäder. u 5

OTC-Level ist ausbaufähig

Faszinierend, wer sich aller in unserem Darm tummelt: Jeder Mensch beherbergt in seinem Dickdarm zirka 400 verschiedene Bakterienarten – schätzungsweise könnten rund 40.000 verschiedene Bakterienarten Bestandteil der humanen Darmflora sein. Das heißt, dass jeder von uns sein ganz persönliches Darm-Mikrobiom in sich trägt. u 8

Schwanger und verkühlt Wenn sich Schwangere einen schweren Schnupfen zuziehen oder von Kopfschmerzen geplagt werden, ist guter Rat teuer. Was dürfen die werdenden Mütter einnehmen, ohne ihr Baby im Bauch zu gefährden? Welche Nasensprays und Nasentropfen sowie NSARs können ohne Bedenken verabreicht werden? Und lockt Salbeitee die Wehen herbei? u 9

Apo-Porträt Die Wiener Apotheke von Mag. Simonitsch ist nicht nur optisch eine Augenweide. Viel Herz und Engagement des gesamten Teams machen sie zudem zu einem speziellen Beratungszentrum für HIVpositive und gehörlose Kunden. u 12

Grippe-Impfstoff-Aktion

Impfen schützt das Umfeld Die Influenza-Welle ist noch jedes Jahr gekommen und jedes Jahr wieder fordert sie im Schnitt mehr als 1000 Tote. Dennoch liegt die Impfmoral der österreichischen Bevölkerung am Boden. Dabei geht es nicht nur darum, sich selbst zu schützen, sondern auch besonders gefährdete Gruppen wie ältere Menschen oder chronisch Kran-

ke. Beim Gesundheitspersonal sei Impfen, so Univ.-Prof. Dr. Ursula WiedermannSchmidt, sogar eine „ethische Verpflichtung“. Eine neue Broschüre mit Empfehlungen für Gesundheitsberufe klärt hier auf, und natürlich startete auch dieses Jahr wieder die Influenza-Impfstoff-Aktion in den Apotheken. u 16

Ein auf der IGEPHA-Jahrestagung präsentiertes Gutachten hat’s in sich. So ist das OTC-Niveau in Österreich im Ländervergleich sehr niedrig und dementsprechend ausbaufähig. Die Studienautoren, Mag. Cosima Bauer und Dr. Uwe May, zeigen auf, dass es hierzulande lediglich 93 rezeptfreie Arzneimittelwirkstoffe gibt, während es in Deutschland 123 und in Großbritannien sogar 127 sind. Die beiden Gesundheitsökonomen berechneten außerdem ein interessantes Szenario: Würde die vorhandene OTC-Versorgung zur Gänze oder zum Teil durch Arztkontakte ersetzt, ziehe das enorme Kosten nach sich. Ein kompletter Verzicht auf rezeptfreie Präparate würde zusätzlich mit 2,3 Milliarden Euro zu Buche schlagen. Die neue Studie bescheinigt den Österreichern zudem, dass

Gesetz passierte den Ministerrat

ELGA steht vor der Tür Gesundheitsminister Alois Stöger strahlte, die Erleichterung war ihm anzusehen: Nach eineinhalb Jahren intensiver Verhandlungen beschloss die Regierung das Gesetz zur Elektronischen Gesundheitsakte ELGA. Der rote Ressort-Chef handelte dafür mit dem schwarzen Gesundheitssprecher Dr. Erwin Rasinger (li. im Bild) einen Kompromiss aus, mit dem auch die Ärzte leben können – so die Hoffnung. Die Ärztekammer gibt sich jedoch sehr skeptisch, während sich Patientenanwaltschaft und Apothekerkammer über die Einigung freuen. u 14

tels gezielter Steuerung ist es möglich, den Stellenwert von OTC-Anwendungen zu erhöhen, wobei dies auch noch Kosten sparen würde. u 11

sie sehr restriktiv sowie risiko- und verantwortungsbewusst mit OTC-Produkten umgehen. Das Fazit der beiden Wissenschaftler: Mit-

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Gesellschaft im Darm

Foto: Lukas Beck

Editorial Bettina Kammerer Chefredakteurin

Herr Dr. Lehner, was zeichnet eine „gesunde“ Trauer aus? Ich würde ganz provokant sagen: Ein halbes bis zu einem Jahr ist jede Trauer vollkommen in Ordnung. Da gibt es Phänomene wie mit dem Verstorbenen zu sprechen, nicht schlafen zu können oder abzunehmen. Das ist einfach schlicht normal und soll so sein. Bitte keine Schlafmittel, keine Beruhigungsmittel, auch keinen Alkohol, kein Verbot, mit dem Verstorbenen zu sprechen, auch kein Verbot, den Frühstückstisch für den Verstorbenen zu decken. 1989, wie ich begonnen habe, war ganz klar: Ein halbes Jahr, dann ist die Trauer vorbei. Heute sagt man: Eine Trauer dauert ein Leben. Und zwar aus dem Grund, weil es in der Trauer nicht darum geht, loszulassen, die Verbindung aufzumachen, sondern in eine neue Beziehung zum Verstorbenen einzutreten. Es gibt Kinder, deren Eltern 30, 40 Jahre tot sind, und sie reden jeden Tag mit ihnen. Das ist gut so und nichts Pathologisches. Ab wann braucht es dann professionelle Hilfe? Pathologisch wird es dort, wo ein derartiges Ritual das Leben einengt und zwanghaft wird: „Wenn ich das nicht tu, dann …“ Ich kann ohne Weiteres jeden Tag auf den Friedhof zum Partner, zur Partnerin gehen. Ich frage dann immer: Was machen Sie, wenn es regnet? Und wenn dann kommt: „Das muss auf jeden Fall sein, weil ich das schuldig bin“ usw., dann läuten bei mir die Alarmglocken – nicht im ers­ ten Jahr, da ist das überhaupt kein Problem. Aber wenn es fünf, zehn Jahre später noch so ist, muss man etwas tun. Das andere, was ich frage: Wie waren die Umstände des Todes? War es ein plötzlicher Tod? Ein gewalttätiger Tod? Ein Suizid? Gab es vor dem Tod Probleme in der Beziehung? Das sind alles Indikatoren, wo ich abschätzen kann, das könnte pathologisch werden. Was ganz schrecklich ist, ist die Trauer, wo es keine Leiche gibt, z.B. bei einem Flugzeugabsturz oder bei Vermissten.

Ein halbes bis zu einem Jahr Trauer benötigt fast jeder. Schlafmittel, Beruhigungsmittel und Alkohol sollten in dieser Zeit möglichst tabu sein. Rituale, wie mit dem Verstorbenen zu sprechen oder den Frühstückstisch für ihn zu decken, können helfen.

Wie wichtig ist es für die Trauer, sich vom Verstorbenen zu verabschieden? Grundsätzlich ist es für die Trauer förderlich, im wahrsten Sinn des Wortes, wenn man den Tod mit der Leiche realisiert. Alles was wir, auch Kinder, mit der Leiche hantieren, hat man an Trauer schon vorher gemacht. Jetzt wissen wir alle, das ist nicht immer möglich. Ein Kind zu einer sehr arg entstellten Leiche zu führen, da habe ich auch Mag. Dr. Erich Lehner: „Als ich begonnen habe, war ganz klar: Ein halbes Jahr, dann ist die Trauer vorbei. Heute sagt man: Eine Trauer dauert ein Leben.“

so meine Scheu. Aber man kann zumindest manche Körperteile zeigen oder berühren lassen. Ich würde aber niemanden zwingen, sondern ermuntern – bei den meisten ist das Ermuntern das Problem. Wenn ich dabei bin, lade ich immer ein: Wollen Sie Ihrem Verstorbenen noch etwas sagen? Und ich sage sehr bewusst „Ihrem Verstorbenen“ und nicht „Ihrem Vater, Ihrer Mutter“, um die Realität da zu haben. Oder: Wollen Sie den Verstorbenen noch berühren? Und das tun dann einige. Wenn es nicht ist, dann gibt es auch einen Weg zu trauern. Dann wird es ein bisschen länger dauern, das heißt aber nicht, dass das gleich pathologisch wird. Inwiefern gibt es eine männliche und eine weibliche Trauer, wie Sie sagen? Die Erfahrung ist: Wenn jemand am Grab weint, sind das eher

die Frauen. Auch das, was wir mit „Trauerarbeit“ benennen, ist meis­ tens eher weiblich: Dass man über das Sterben, den Schmerz, den Verlust spricht und auch ausdrückt, wie sehr einen das trifft. Das Paradebeispiel ist das Paar, dessen Kind gestorben ist: Im ersten halben Jahr der Trauer sind beide füreinander da und emotional präsent. Dann wendet sich der Mann wieder mehr dem Job zu. Die Frau aber „kiefelt“ nach wie vor. Er kommt nach Hause, und sie will ihm das Leid klagen. Irgendwann sagt er: „Du, aber jetzt wär’s doch einmal Zeit.“ Sie sagt ihm dann: „Geh, du trauerst nicht.“ Und er: „Oh ja, ich trauere schon, aber gibt auch noch das Leben.“ – „Nein, so ist das nicht“, usw. Es kommt dann zu einer Spirale und das ist einer der Hauptgründe dafür, dass diese Paare in einer großen Scheidungsgefahr stehen. Und der Großteil dieser Paare geht auseinander. Wie kann man diese Spirale vermeiden? Indem man die unterschiedlichen Trauertypen sieht und einander zugesteht. Trauern heißt nicht nur, über den Verlust zu reden und Gefühle auszudrücken. Trauern heißt auch, eine neue Zukunft aufzubauen, in der Zukunft zu stehen. Es gibt die intuitiven Typen, die eher nach hinten schauen und sagen, wie schrecklich das war. Und es gibt die instrumentellen Typen, die in der Trauer nach vorne schauen und sagen: Aber ich muss trotzdem weiterleben. Und es ist schon so, dass Frauen eher – nicht nur – intuitiv trauern und Männer eher – auch nicht ausschließlich – instrumentell trauern. Wichtig ist zu sehen, dass beides gut ist und wir nicht sagen können, das ist der bessere oder effektivere Weg. Es

gibt Männer, die trauern, indem sie Marathon laufen oder auch mehr arbeiten oder auch – negativ gesehen und sicher als Problem einzuordnen – mehr Drogen zu sich nehmen, das mit Sex kompensieren oder viel schneller als Frauen einfach die Verstorbenen ersetzen. Was ist Ihre wichtigste Take-HomeMessage? Es gibt aufgrund der Sozialisation unterschiedliche Trauerstile, die individuell, aber auch geschlechtsspezifisch sind. Weinen und Reden sind nicht die einzigen Formen von Trauer, es gibt viele Formen und sie sind gut. Den Männerstil würde ich nicht einmal als hart bezeichnen, weil Männer ebenso emotional getroffen sind und auch Gefühle ausdrücken und empfinden. Trotzdem sollte man nicht hergehen und Männer und Frauen anders behandeln. Es reicht, wenn ich mit der Akzeptanz und Erwartung an die Menschen herangehe, dass die Trauer höchst individuell ist. Dann kann jeder das Seinige leben – das wäre meine wichtigste Botschaft. Herzlichen Dank für das Gespräch!  Interview: Mag. Anita Groß

Liebe Leserinnen und Leser! Für einen alten Menschen wäre die Situation schlicht ein Albtraum, aber auch für mich als Tochter eines betagten Vaters war sie eine Herausforderung. Zwölf Medikamente – eines davon chefarztpflichtig – sollte ich für den Start seines Rehab-Aufenthalts besorgen. Es war Donnerstag, der nächste Tag ein Feiertag. Aus dem Spital wurde er mit der Medikation für einen Tag (!) entlassen, mein Arbeitstag war so gründlich mit Terminen gefüllt, dass ich einen zweiten Gang in die Apotheke, um eine Bestellung abzuholen, tunlichst vermeiden wollte. Eine Stunde vor meinem Arbeitsbeginn war für die „Mission impossible“ reserviert. Genau 60 Minuten und drei Apotheken später hatte ich es schließlich geschafft und war um eine positive Erfahrung reicher. Es ist nicht nur ein Slogan, es stimmt: „Wiener Apotheken sind nah – und immer für sie da.“ In allen Apotheken waren Service, Freundlichkeit und Verständnis für meine missliche Lage außergewöhnlich. Station 1: „Beim Chefarztrezept hat man Ihnen nicht das Orginal mitgegeben. Ich rufe für gleich auf der Kasse an, damit zumindest das für Sie erledigt ist.“ (Erhältlich waren elf der zwölf Medikamente.) Station 2: „Nein, das Medikament haben wir leider auch nicht lagernd, aber ich habe hier für Sie eine Auflistung aller Apotheken in der Nähe – das erleichtert Ihnen das Leben!“ (Lektüre des schlauen kleinen Büchleins.) Station 3: „Ja, wir haben das Medikament auf Lager. Das freut mich jetzt sehr für Sie!“ (Geschafft!) In einer ohnedies sorgenbeladenen Situation nicht nur solchen Service, sondern auch menschliche Zuwendung zu erleben, tut gut. Dafür an alle drei Apothekenteams ein ganz herzliches Danke! kammerer@medizin-medien.at

KLAGENFURT – Trauer ist nicht nur individuell, sondern auch geschlechtsspezifisch. Männer und Frauen trauern unterschiedlich, sagt der Theologe und Psychoanalytiker Mag. Dr. Erich Lehner, Alpen-AdriaUniversität Klagenfurt, Wien, Graz, IFF – Abteilung Palliative Care und Organisationsethik, auf dem 4. Rotkreuz Hospiz- und Palliativtag Ende Oktober in Linz. PT sprach mit dem Männer- und Geschlechterforscher, was für die Trauer förderlich ist.

Foto: Forolia.com

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Männer und Frauen trauern anders

Foto: privat

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  Zur Person

Mag. Dr. Erich Lehner studierte in Wien Katholische Theologie, Psychologie und Pädagogik und dissertierte 1997 zur Männerforschung. Der 54-Jährige arbeitet als Psychoanalytiker in freier Praxis in Bad Fischau-Brunn, Niederösterreich, und lehrt an der Alpen-AdriaUniversität Klagenfurt, Graz, Wien, IFF – Abteilung Palliative Care und Organisationsethik. www.erich-lehner.at


Medizin & Pharmazie

Pharmaceutical Tribune  •  4. Jahrgang  •  Nr. 19  •  5. November 2012

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Fragen an die Telefonjoker Telefonhotline der ÖAK*

Hustenmedizin für die ganze Familie

Mag. pharm. Monika Wolfram, Dr. Bernhard Ertl Pharmazeutische Abteilung der ÖAK

Wirkt natürlich gegen Husten.

Frage eines Apothekers: Zostavax® ist derzeit in Österreich nicht verfügbar. Gibt es eine Alternative? Zostavax® hat am 19. Mai 2006 die Zulassung durch die Europäische Kommission erhalten. Der Impfstoff ist zur Vorbeugung von Gürtelrose (Herpes Zoster oder „Zoster“) und damit verbundener postherpetischer Neuralgie (PHN) indiziert. Derzeit ist der Impfstoff in größten Teilen Europas aufgrund mangelnder Produktionskapazitäten nicht lieferbar. Laut Information der Firma Sanofi Pasteur gibt es noch kein Lieferdatum und die Verfügbarkeit „wird sicher noch ein Jahr dauern“. Als Grund für die Nicht-Verfügbarkeit wird die bevorzugte Belieferung in die USA und Kanada genannt, wo derzeit ein großes Impfprogramm läuft. Der Impfstoff enthält abgeschwächte Varizella-Zoster-Lebendviren und ist in Österreich für Personen ab dem 50. Lebensjahr zugelassen. Virusstamm und Produktionsprozess sind identisch mit dem des Windpocken-Impfstoffs. Die Dosis wird subkutan als Einmalgabe verabreicht und ist mit mindestens 19.400 plaquebildenden Einheiten (PBE) deutlich höher (14-fach) als bei der Windpocken-Impfung (1350 PBE). Eine Windpocken-Impfung kommt daher auch nicht als Ersatz infrage. Fotos: Fotolia.com, BK

Mit der Heilkraft des einzigartigen Arznei-Efeus.

* Die Pharmazeutische Abteilung der ÖAK ist Mo–Fr von 8.00–18.00 Uhr besetzt. Unter 01/404 14-500 erhalten Apothekerinnen und Apotheker direkt und unbürokratisch Auskunft.

Eine Fülle von Daten

Neben Messungen wie Gewicht, Größe, Bauchumfang und Befragungen zur Nahrungsaufnahme wurden für den Ernährungsbericht 2012 erstmals auch beim gesamten Studienkollektiv von 1002 Personen laborchemische Analysen von Blut- und Harnproben durchgeführt. Dadurch werden Aussagen über die tatsächliche Nährstoffversorgung ebenso wie eine Überprüfung der Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr ermöglicht. Auftraggeber des Ernährungsberichts ist das Bundesministerium für Gesundheit, erstellt wurde er im Rahmen der Österreichischen Studie zum Ernährungstatus unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Ibrahim Elmadfa.

Zu fett und zu salzig Fazit des Berichts: Die Österreicher essen immer noch zu fett, deutlich zu salzig, zu wenig Obst und Gemüse, dennoch ist der Nährstoffstatus im Wesentlichen gut. Die wichtigsten Ergebnisse: u Zunahme von Übergewicht bei Kindern, aber Stabilisierung bei Fettleibigkeit: 24 Prozent der sieben- bis 14-jährigen Schulkinder sind übergewichtig oder adipös. Das Übergewicht ist damit im

Vergleich zu 2008 von elf auf 17 Prozent gestiegen. Bei der Adipositas ist die Häufigkeit bei Buben gleich geblieben, bei Mädchen gesunken. Knapp vier Prozent der Kinder sind untergewichtig, Mädchen doppelt so häufig wie Buben. u 40 Prozent der 18- bis 64-Jährigen sind übergewichtig, zwölf Prozent davon adipös. Übergewicht und Adipositas steigen mit zunehmendem Alter bei beiden Geschlechtern an, wobei beides bei Männern deutlich häufiger vorkommt (Männer: 52 Prozent; Frauen: 28 Prozent). Untergewicht tritt selten auf (zwei Prozent). u Ab einem Alter von 65 Jahren kommt es zu einem Rückgang beim Übergewicht und einem Anstieg von Untergewicht. Bei den 65- bis 80-Jährigen ist ein Drittel übergewichtig oder adipös, Frauen deutlich häufiger als Männer (Männer: 28 Prozent, Frauen: 37 Prozent). Allerdings weist mehr als die Hälfte der älteren Menschen einen zu hohen Körperfettanteil auf. Bei Menschen ab 65 Jahren ist allerdings auch Untergewicht ein Thema, das künftig besonderer Beleuchtung bedarf.

Löst den Schleim

Was kommt den Österreichern auf die Teller? Trotz fettem Essen und zu wenig Obst halbwegs ausreichend Nährstoffe.

Befreit die Atemwege Beruhigt den Husten

Knapp 17 Prozent dieses Kollektivs sind untergewichtig.

Risikonährstoffe In allen Teilkollektiven zeigt sich ein zu hoher Konsum an gesättigten Fettsäuren und Kochsalz. Komplexe Kohlenhydrate werden nach wie vor zu wenig verzehrt. Eine Folge davon ist eine zu niedrige Ballaststoffzufuhr. Bei den meisten Vitaminen und Mineralstoffen ist die Zufuhr ausreichend. Bei einigen hingegen bestätigen sich die kritischen Aufnahmedaten aus vergangenen Berichten. Zu diesen „Risikonährstoffen“ zählen Vitamin D, Folsäure, Kalzium und Jod. Probleme bestehen auch bei der Aufnahme von Eisen bei Schulkindern und Frauen im gebärfähigen Alter (unter 50 Jahren). Grenzwertig ist die Zufuhr von Magnesium bei männlichen Erwachsenen und älteren Menschen sowie die Zufuhr von Vitamin A und C sowie Zink bei den älteren Menschen. red Tipp: Den gesamten Ernährungsbericht finden Sie unter www.bmg.gv.at.

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WIEN – Der kürzlich präsentierte Österreichische Ernährungs­ bericht 2012 liefert eine Fülle von Daten und Analysen zum Ernährungszustand und Ernährungsverhalten der Bevölkerung. Erstmals wurden dazu auch Laboranalysen vorgenommen. Mit über 400 Seiten liefert der Bericht die Grundlage für Präventionsmaßnahmen.

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Nachgefragt

Medizin & Pharmazie

Pharmaceutical Tribune  •  4. Jahrgang  •  Nr. 19  •  5. November 2012

Telefonumfrage „Erkältung“

Hatschi! Was wirklich gegen Schnupfen hilft WIEN – Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Erkältungen treten vor allem im Herbst und Winter auf. Zwei bis vier Infekte pro Jahr sind für Erwachsene normal, Kinder erkälten sich sogar acht- bis zehnmal im Jahr. Eine breite Pallette von Kombi- und Monopräparaten kann die lästigen Symptome lindern. Wir haben Apotheker nach ihren Favoriten für die Kundenberatung gefragt. sind zwar lästig, zeigen aber, dass die körpereigene Immunabwehr funktioniert. „Am besten unterstützt man den Körper bei einer Erkältung durch viel Ruhe und reichlich Flüssigkeitszufuhr“, empfiehlt eine Apothekerin aus Graz. Zur Verbesserung des subjektiven Empfindens und zur Fiebersenkung wird die Einnahme von antipyretischen und antiphlogistischen Wirkstoffen empfohlen. Einige der Befragten standen der Einnahme von Fiebersenkern jedoch kritisch gegenüber. „Man solle sich eher darauf konzentrieren, dem Körper unter die Arme zu greifen und das Immunsystem zu stimulieren“, teilte uns ein Apotheker mit. Um den ersten Platz kämpften wieder einmal Kombi- versus Monopräparate sowie die Wirkstoffe Paracetamol versus ASS.

MS; 23.09.2011; Dok.Nr. 38/2011

Der grippale Infekt gehört zu den häufigsten Erkrankungen. Doch warum erwischt es die meisten gerade im Herbst und Winter? In der kalten Jahreszeit sinkt die Luftfeuchtigkeit und Nasen-, Mund- und Rachenschleimhaut werden nicht mehr optimal durchblutet. Das wiederum verlangsamt die Schleimproduktion, sodass die Atemwege nicht mehr richtig von eingeatmeten Staubpartikeln und Krankheitserregern gereinigt werden. Der Weg ist frei für die rund 200 verschiedenen Erkältungsviren. Zusätzlich machen überhitzte Räume, Klimaanlagen und Zigarettenqualm den Schleimhäuten zu schaffen, und es fehlt an virenabtötender UV-Strahlung. Einziger Trost für Ihre Kunden: Die typischen Erkältungssymptome

Platz 1 Den ersten Platz sichert sich der Klassiker Aspirin® von Bayer. Seit über einem Jahrhundert in Verwendung, hat Azetylsalizylsäure seinen fixen Platz in der Behandlung von Fieber und Schmerzzuständen bei Erkältungskrankheiten. Am häufigsten empfehlen Pharmazeuten Aspirin® Plus C Brausetabletten, gefolgt von Aspirin® Complex.

Platz 2 Grippostad® wurde von 52 % der befragten Apotheker empfohlen und landet somit auf dem zweiten Platz. Paracetamol und Ascorbinsäure führen hier zu rascher Symptombesserung bei grippalen Infekten.

Platz 3

Telefonumfrage „Erkältung“ – was Apotheker empfehlen Firma

Prozent

Bayer

Aspirin® (diverse Produkte)

60

Stada Arzneimittel GmbH

Grippostad®

52

ratiopharm

Mexa-Vit C

42

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30

Ökopharm Novartis meta Fackler Dr. Peithner KG

21 von 50 Apothekern empfehlen Mexa-Vit C bei Erkältungen. Die Brausetabletten sind kalt und heiß genießbar. Auch hier lindert Paracetamol in Kombination mit Ascorbinsäure Fieber und Schmerzen bei Erkältungen.  dt

Produkt

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Gripp-Heel

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2

Adler Pharma

Schüßler-Salze

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Anmerkung der Redaktion: Die hier angeführten Produkte sind nach der Nennungshäufigkeit durch die befragten 50 Pharmazeuten gereiht, ungeachtet dessen, ob es sich um rezeptfreie Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel, alternative Heilmittel oder sonstige Produkte handelt.

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Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

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Volkskrankheit Rhinosinusitis

WIEN – Die akute Rhinosinusitis ist einr der häufigsten Gründe für Antibiotikaverschreibungen, obwohl nur in etwa drei Prozent der Fälle eine bakterielle Zusatzinfektion auftritt. Im Fokus der Behandlung sollten laut Expertenempfehlungen vielmehr abschwellende Nasentropfen und pflanzliche Sekretolytika stehen. Auch beim banalen viralen Schnupfen sind in bis zu 87 Prozent der Fälle die Nasennebenhöhlen mit beteiligt. Akute Entzündungen der Nasennebenhöhlen sind somit alles andere als eine Seltenheit. Allein im Jahr 2006 wurden akute Rhinosinusitiden in Deutschland 6,3 Millionen Mal diagnostiziert, in Österreichs vergleichsweise rund 630.000 Mal. „Leider sind sie eine der häufigsten Ursachen für die Verordnung von Antibiotika, obwohl nur in zwei bis drei Prozent der Fälle eine sekundäre bakterielle Infektion vorliegt“, kritisierte der Berliner HNO-Spezialist Prof. Dr. Hans Behrbohm auf einer Pressekonferenz von PohlBoskamp.1 Wichtig für die Selbstmedikation sei die Unterscheidung zwischen akutem und chronischem Verlauf. Bei einer akuten Rhinosinusitis ist die Erkrankung auf zwölf Wochen beschränkt; halten die Beschwerden länger an und heilt der Schnupfen nicht vollständig aus,

handelt es sich um eine chronische Rhinosinusitis und es sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Selbstreinigungskräfte Die Hauptursache für eine Rhinosinusitis ist das Versagen der „Selbstreinigungskräfte“ in der Nasenhöhle bzw. den Nebenhöhlen. Täglich werden bis zu 100  ml Schleim in den Atemwegen produziert und von den Flimmerhärchen abtransportiert. Mit dem Schleim werden 90 Prozent aller eingeatmeten Schadstoffe, Fremdkörper, Partikel aus den Atemwegen befördert. Prof. Behrbohm: „Diese sogenannte mukoziliäre Clearance ist einer der wichtigsten Abwehrmechanismen der oberen und unteren Atemwege.“ Fehlerhafte Schleimproduktion bzw. eingeschränkte Zilienschlagfrequenz sind Wegbereiter für rezivierende Infekte der Atemwege. Ziel der Therapie entzündlicher Atemwegserkrankungen ist es daher, die

reduzierte mukoziliäre Clearance zu normalisieren – durch Veränderung der rheologischen Eigenschaften des Bronchialschleims, Verbesserung der mukoziliären Transportfunktion und Förderung des Abhustens.

Sekretolyse mit Myrtol In den aktuellen AWMF-Leitlinien Rhinosinusitis der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde2 haben daher pflanzliche Sekretolytika neben lokalen α-Adrenergika und topischen Steroiden einen zentralen Stellenwert in der medikamentösen Therapie. „Vorteil eines pflanzlichen Sekretolytikums ist der direkte therapeu-

tische Effekt auf den Mukoziliarapparat“, erklärte Prof. Behrbohm. In der Leitlinie werde der Wirkstoff Myrtol* für die Therapie empfohlen. „Für Myrtol wurde die Stärkung der mukoziliären Clearance durch Steigerung der Sekreto- und Mukolyse und der ziliären Schlagfrequenz belegt. Zudem wurde eine dosisabhängige Abnahme der Leukotrienkonzentration (LTC4/D4/E4)­ und somit eine antiinflammatorische Wirkung nachgewiesen“, so Prof. Behrbohm. Dem standardisierten pflanzlichen Myrtol-Mischdestillat könnten zudem antioxidative sowie wachstumshemmende Effekte auf Streptococcus pneumoniae und

Wie funktioniert die mukoziliäre Clearance? Das respiratorische Epithel besteht vor­ wiegend aus schleimbildenden Becher­ zellen und Flimmerzellen mit feinen Zilien. Diese sind von dünnflüssigem Sekret (Solphase) umgeben. Darauf befindet sich eine zweite, visköse Schicht (Mukus, Gelphase), in der Fremdbestandteile haften bleiben. Durch Zilienbewegungen in der Solphase wird der zähe Mukus mitsamt seiner Fracht in Richtung Rachen transportiert. Der Mukus wird verschluckt oder abgehustet.

Fotos: Pohl-Boskamp

Target mukoziliäre Clearance Auch beim banalen Schnupfen sind in einem überwiegenden Teil der Fälle die Nasennebenhöhlen mit beteiligt.

Haemophilus influenzae als häufigste Erreger präklinisch erworbener bakterieller Sinusitiden zugeschrieben werden.  „Auch die klinische Praxis zeigt, dass Rhinosinusitis-Patienten von diesem Wirkspektrum profitieren“, betonte Prof. Behrbohm abschließend. „Die klinische Wirksamkeit und Verträglichkeit konnte in inzwischen 27 klinischen Studien in allen zugelassenen Indikationsgebieten – akute und chronische Sinusitis und Bronchitis – bei etwa 6200 Patienten nachgewiesen werden.“ red * Myrtol (GeloMyrtol®) ist ein Destillat aus einer Mischung von rektifiziertem Eukalyptusöl, rektifiziertem Süßorangenöl, rektifiziertem Myrtenöl und rektifiziertem Zitronenöl (66:32:1:1). 1 Pressegespräch „Update Sinusitis“ von PohlBoskamp; Wien, 18.10.2012 2

http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/053012.html

Schnupfen? Nase voll? Husten?

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Pharmaceutical Tribune  •  4. Jahrgang  •  Nr. 19  •  5. November 2012

Beratung „Grippeimpfung“

Jetzt ist Zeit für die Impfung! WIEN – Kaum sinken draußen die Temperaturen, ziehen nicht nur Nebel auf. Dies ist auch der richtige Zeitpunkt, um sich über die echte Grippe Gedanken zu machen. Sie fesselt in Österreich je­ des Jahr etwa 380.000 Menschen ans Bett.1 Der einzige wirksame Schutz gegen Influenza ist der richtige Impfschutz. Nehmen Sie Ihren Kunden die Angst vor der Impfung! von Mag. pharm. Angelika Kogard, MMC Pharmazeutin und Trainerin, www.medicalmarketing.at

Influenza, auch „echte Grippe“ genannt, ist eine Viruserkrankung, die jährlich zwischen November und April in unseren Breiten auftritt. Derzeit ist in Australien Grippehochsaison und vor allem in Südaustralien ist die Zahl der gemeldeten Grippefälle heuer im Vergleich zum letzten Jahr besonders hoch.2 Die Erfahrung zeigt,

Foto: privat

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dass dies auch für uns diesen Winter nichts Gutes erwarten lässt. Übertragen wird die echte Grippe durch Tröpfcheninfektion, also Händeschütteln, Niesen und Sprechen. Die Erkrankung beginnt nach einer Inkubationszeit von ein bis drei Tagen plötzlich mit einem starken Fieberanstieg bis 41°C, Schüttelfrost und starken Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen. Diese Symptomatik geht mit einem starken Krankheitsgefühl einher und ist keineswegs, wie eine Erkältung, nach einer Woche überstanden. Zwischen Grippe und Erkältung (grippaler Infekt) wird im alltäglichen Sprachgebrauch oft nicht unterschieden. Es ist daher besonders wichtig, Kunden auf die unterschiedliche Symptomatik und

 Factbox „Influenza-Impfung“ Wer sich unbedingt impfen lassen sollte (Empfehlungen des Österreichischen Impfplanes 2012): • Alle Personen mit chronischen Lungen-, Herz- und Kreislauferkrankungen, nicht jedoch Personen mit Bluthochdruck. Weiters Menschen mit Immundefekten, Nieren-, neurologischen und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes. • Schwangere und Frauen mit Kinderwunsch während der Grippesaison. • Kinder ab dem siebenten Lebensmonat bis zum vierten Lebensjahr. • Kinder und Jugendliche unter Langzeit-Aspirin-Therapie zur Vermeidung eines Reye-Syndroms. • Personen über 50 und besonders über 65. • Personen mit einem BMI über 40. • Personen aus Gesundheitsberufen, Betreuungspersonen und solche mit häufigem Publikums- und Kundenkontakt. Wichtige Tipps für Ihre Kunden: • Jetzt im Herbst vor dem Beginn der Grippesaison ist der beste Zeitpunkt für die Grippeimpfung! Auch später ist die Impfung grundsätzlich möglich und empfehlenswert, es ist jedoch darauf zu achten, dass zum Zeitpunkt der Impfung keine fieberhafte Erkrankung oder Infektionen vorliegen. • Jetzt haben Sie den Vorteil der Impfaktion – der Impfstoff ist von 1. Oktober bis 31. Dezember für Erwachsene um vier Euro und für Kinder um zwei Euro güns­ tiger. Die BVA gewährt zusätzlich pro Impfstoff einen Zuschuss von zwölf Euro. • Zwei bis drei Wochen nach der Impfung ist der Schutz aufgebaut und hält sechs bis zwölf Monate lang an. • Bewahren Sie Ihren Impfstoff bis zur Impfung unbedingt im Kühlschrank auf! • Eine Impfung in der Schwangerschaft ist wichtig und möglich – es stehen speziell zugelassene Impfstoffe zur Verfügung. • Kinder, die das erste Mal geimpft werden, sollen im Abstand von vier Wochen zweimal geimpft werden. Dos & Don‘ts in der Gesprächsführung: Sprechen Sie eine klare Sprache und beziehen Sie sich ganz konkret auf aktuelle Zahlen des Bundesministeriums für Gesundheit, der Ärzte- und Apothekerkammer sowie des Verbandes der Österreichischen Impfstoffhersteller.5 Wussten Sie, dass der Impfstoff 8000 von 10.000 Menschen zwischen 18 und 65 vor der Ansteckung schützt und alle vor dem Tod? Davor wird in der Gruppe 65+ die Hälfte aller Geimpften geschützt – daher mein Tipp an Sie: Nützen Sie diese Chance und lassen Sie sich impfen! Sie müssen sich unbedingt impfen lassen! 5

Apothekerkammer und Verband der Österreichischen Impfstoffhersteller, 2012

Schweregrad einer Grippeerkrankung bzw. einer Erkältung aufmerksam zu machen (siehe Tabelle). Problematisch an der Influenza sind vor allem ihre potenziellen Komplikationen wie bakterielle Infektionen, Lungen- und Mittelohrentzündungen, aber auch eine Perikarditis, eine Myokarditis oder eine Meningoenzephalitis können die Folge sein. Laut Angaben des Europäischen Zentrums für Krankheitsprävention und -kontrolle sterben jährlich etwa 40.000 Personen in Europa an der echten Grippe ­– 90 Prozent davon sind älter als 65 Jahre.3 Für Österreich wird die Mortalitätsrate mit etwa 1000 Personen pro Jahr angegeben.4

Widerstände überwinden Diese Zahlen sind für viele aber nicht abschreckend genug. Auch häufige Hinweise auf die Wichtigkeit der Impfung mit den Worten: „Gerade für Sie ist die Grippeimpfung besonders wichtig!“ haben in den letzten Jahren nicht dazu geführt, die sehr geringen Durchimpfungsraten anzuheben. Häufig sind Ängste, aber auch Unwissenheit die Ursache für die Ablehnung der Schutzimpfung – „Wissen᾿S eh, meine Nachbarin, die Frau Krank, war letztes Jahr nach der Impfung zwei Wochen richtig krank!“ Hier hat wahrscheinlich schon jeder von uns den Satz: „Die Impfung schützt Sie vor der echten Grippe, nicht jedoch vor grippalen Infekten!“ strapaziert. Und es ist gute Aufklärung besonders gefragt, denn Grippeimpfstoffe sind sehr gut verträglich. Wichtig ist jedoch, darauf zu achten, dass zum Impfzeitpunkt keine Erkrankung vorliegt. Gelegentlich treten an der Impfstelle Lokalreaktionen wie Rö-

tungen oder Schwellungen beziehungsweise Allgemeinreaktionen wie Kopfschmerzen oder Fieber auf, die üblicherweise aber nach ein bis zwei Tagen ohne Behandlung wieder abklingen.

Schwangere sind besonders gefährdet In diesem Zusammenhang sind auch Rechenmodelle für einen besseren Schutz nicht uninteressant. Zum Beispiel würde eine 20-prozentige Durchimpfung bei Schulkindern einen effektiveren Schutz bei Personen über 65 bewirken, als eine 90-prozentige Durchimpfung bei älteren Erwachsenen.5 Aber auch die Tatsache, dass der Impfstoff jedes Jahr aktualisiert wird und den aktuellen Empfehlungen der WHO entspricht, sollte im Kundengespräch erklärt werden. Vor allem im zweiten und dritten Drittel der Schwangerschaft kann die Influenza besonders schwere Verläufe auslösen. Daher ein wichtiger Tipp für unsere Kundinnen: „Es gibt Influenza-Impfstoffe, die speziell für schwangere Frauen entwickelt wurden. Schützen Sie sich und Ihr Baby vor der Grippe und ihren Folgen wie Lungenentzündungen und Bronchitis.“ Bei Beratungen in dieser Lebensphase ist jedenfalls besondere Sensibilität gefragt, um unnötige Aufregung zu vermeiden. Der Hinweis auf besonders schlimme Fälle mit vorzeitigen Wehen und Frühgeburtlichkeit muss ja nicht unbedingt an erster Stelle stehen. ■ 1

www.bva.at http://www.influenzaspecialistgroup.org.au/ surveillance 3 http://www.ecdc.europa.eu/en/healthtopics/ spotlight/spotlight_influenza/key_message_2/ Pages/key_message_2.aspx 4 www.bmg.gv.at 5 Influenza: Broschüre des BMG, der ÖÄK, der Österreichischen 2

Beratung: Checkliste Influenza („echte Grippe“) und grippaler Infekt („Erkältung“) Symptome

bei Influenza

bei Erkältung

Beginn der Beschwerden

schlagartig

verlangsamt

Fieber, Schüttelfrost

häufig

selten

Husten

üblich, stark

unüblich, leicht

Kopfweh

vorherrschend

selten

Gelenk- und Gliederschmerzen

häufig, oft sehr ausgeprägt kaum

Müdigkeit und Abgeschlagenheit

von 2–3 Wochen Dauer

nur kurz und schwach ausgeprägt

Suchen Sie bei Symptomen einer Influenza (v.a. plötzliches hohes Fieber, starkes Krankheitsgefühl, Glieder- und Muskelschmerzen) unverzüglich einen Arzt auf!


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Wenn Kinderohren schmerzen

Antibiotika gezielt einsetzen

rapie. Der Experte empfiehlt abschwellende Nasentropfen, um den Sekretabfluss zu erleichtern, sowie die Gabe von antiphlogistischen, schmerzlindernden Mittel wie Ibuprofen oder Paracetamol peroral oder als Zäpfchen. Unterstützend können Bestrahlungen mit Rotlicht sowie Zwiebelwickel wirken. Außerdem sollte das Kind vor Kälte und Zugluft geschützt werden; Wasser sollte nicht ins Ohr gelangen.

Korrekte Diagnose Voraussetzung für jede Behandlungsmaßnahme ist eine korrekte Diagnose, die bei Kindern nicht ganz einfach ist, weil das Trommefell nicht immer einsehbar ist. Die

Otitis media: Wichtig, aber oft vernach­ lässigt wird die symptomatische Therapie.

Foto: Forolia.com

Prim. DDr. Peter Voitl: „Bei akuter Otitis media nicht sofort mit Antibiotika behandeln. Zuerst zuwarten und kurzfristig kontrollieren.“

Klinik ist fast immer richtungsweisend, verweist Prim. Voitl auf die akut einsetzenden, meist pulsierenden Ohrenschmerzen, begleitet von Fieber, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit. Bei Säuglingen äußert sich die Otitis oft nur durch Trink­ unlust und Unruhe. Eine Beurteilung des Trommelfells mittels Otoskop ist gewünscht, bisweilen aber schwierig. Prim. Voitl: „Zum einen ist ein Trommelfellbefund speziell beim kleinen Kind oft durch Unruhe oder Cerumen schwer zu erheben, zum anderen ist auch die Interpretation des Befundes höchst subjektiv. Eine Parazentese mit Erregerbestimmung, die zwar als Goldstandard gilt, ist in der Praxis aber kaum durchführbar.“ In seltenen Fällen kann es zu Komplikationen kommen. Hierzu gehören Perforationen, Mastoitiden und Hörschäden. Ein großzügigerer Einsatz von Antibiotika zeigt keinen gesicherten Einfluss auf die Häufigkeit dieser Komplikationen. Extrem seltene Komplikationen sind Meningoenzephalitits, Fazialisparese, Sepsis oder Sinusvenenthrombose. Was die Prävention betrifft, kann eine Impfung gegen einzelne Erreger wie Pneumokokken und Haemophilus influenzae einen Teil der Infek­tionen verhindern. Ein Einfluss auf die Therapieempfehlungen

„Bei ansonsten gesunden Kindern heilt die akute Mittelohrentzündung in der Mehrheit der Fälle spontan ab“, betonte Prim. DDr. Peter Voitl, niedergelassener Kinderarzt in Wien. „Man muss daher nicht sofort mit Antibiotika behandeln. Zwar bestehen große Unterschiede hinsichtlich der Auffassung über die Notwendigkeit, Antibiotika zur Therapie der Mittelohrentzündung zu verschreiben, doch die wissenschaftliche Datenlage, inklusive aktueller Studien, gibt keinen Anlass, von einem zuwartenden Verhalten mit kurzfristigen Kontrollen abzuweichen.“ Ausnahmen stellen Kindern mit zugrunde liegender schwerer Allgemeinerkrankung, Säuglinge unter sechs Monaten, Kinder mit hohem Fieber und reduziertem Allgemeinzustand oder massivem Lokalbefund sowie Kinder mit rezidivierenden Mittelohrentzündungen dar. „In diesen Kollektiven sollte man an eine Antibiotikabehandlung denken“, empfiehlt Prim. Voitl. Wichtig, aber oft vernachläs­ sigt wird die symptomatische The-

Foto: privat

ST. PÖLTEN – Mit der kalten Jahreszeit beginnen Viren und Bakterien wieder vermehrt ihr Unwesen zu treiben. Bei Kindern sind Atemwegsinfekte oft von einer akuten Mittel­ ohrentzündung begleitet. Die Indikation für die Gabe von Antibiotika sollte hier sorgfältig gestellt werden.

  Akute Otitis media bei Kindern

u Anatomie des kindlichen Kopfes begünstigt das Aufsteigen von Erregern

aus dem Nasen-Rachen-Raum ins Mittelohr. u Häufigste Auslöser sind Viren (Influenza, Adenoviren, RSV). u Als bakterielle Erreger kommen Pneumokokken, Streptokokken,

Haemophilus influenzae und Staphylokokken in Betracht. u Diagnose ist nicht immer einfach zu stellen. u Klinische Beurteilung ist wichtigstes Kriterium. u „Waitful Watching“ (Analgesie und Wiedervorstellung) bei ansonsten gesunden Kindern ist angebracht. u Sorgfältige Indikationsstellung für Antibiotika.

lässt sich daraus jedoch nicht ableiten. Generell von Vorteil ist, wenn die Kinder gestillt werden. Prim. Voitl: „Stillen stärkt das Immunsys­ tem und schützt so vor Infekten. Auch das Vermeiden von Passiv-

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Verkaufspraxis: Die

rauchen sowie das Kauen von zuckerfreiem Kaugummi bei bereits größeren Kindern haben einen schützenden Effekt.“ AMK 56. Österreichischer HNO-Kongress; St. Pölten, September 2012

gute Frage!

Fieberblasen treten in bestimmten Situationen besonders häufig auf, z.B. bei geschwächtem Immunsystem bzw. begleitend zu anderen (Erkältungs-)Erkrankungen, bei Stress und hoher UV-Bestrahlung (Skifahren, Solarium). Daher sollte in der Erkältungssaison immer ein topisches Virustatikum für einen raschen Einsatz in der Hausapotheke bereit stehen.   Warum empfehle ich Lomaherpan® Fieberblasencreme von Madaus? Lomaherpan® ist ein wirksames und gleichzeitig gut verträgliches pflanzliches Arzneimittel zur Verkürzung der Abheilzeit von Fieberblasen (Herpes simplex labialis). Bei rezidivierenden Infekten kann Lomaherpan® auch längerfristig eingesetzt werden.

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  Welchen Vorteil hat der Kunde? Der Kunde erhält mit Lomaherpan® Fieberblasencreme von Madaus ein Arzneimittel, das wirksam, sicher und unkompliziert in der Anwendung ist. Der Wirkmechanismus von Lomaherpan® ist darauf ausgelegt, eine Infektion der Hautzellen mit Herpes-Viren zu verhindern bzw. eine ablaufende Infektion zu unterbrechen.

  Für wen ist Lomaherpan® besonders geeignet? Für Menschen, die zu häufigen Fieberblasen-Schüben neigen. Grund: Der Spezialextrakt aus der Melisse kann das Rezidivieren verzögern bzw. eine Verlängerung der symptomfreien Intervalle bewirken. Eine längerfristige Anwendung von Lomaherpan® ist hier möglich.

  Was ist besonders hervorzuheben? Lomaherpan® kann auch in der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. Lomaherpan® Fieberblasencreme kann sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern und Jugendlichen angewendet werden. Anwendung: 2- bis 4-mal täglich. Bei rezidivierenden Infektionen sollte die Behandlung bereits im Prodromalstadium einsetzen, wenn Spannungsgefühl, Brennen, Rötung und Juckreiz auftreten.

Fachkurzinformation auf Seite 12

Promotion

  Wie soll Lomaherpan® Fieberblasencreme angewendet werden? Sofort beim ersten Kribbeln an der Lippe dünn auftragen!


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Chronische Obstipation ist eine Krankheit

Keine Angst vor Laxanzien HAMBURG – Der Laxanzienabusus ist keine echte Gefahr, sondern eher ein Mythos. Während bei Dauergebrauch von Abführmitteln kaum relevante Nebenwirkungen zu befürchten sind, stellt die chronische Obstipation für die Betroffenen ein reales Problem dar. abhängig zu werden. Diese Sorge entbehrt jeder Grundlage, da keines der verwendeten Medikamente die Blut-Hirn-Schranke überwindet, so der Referent. Einzig bei psychischen

Regelmäßig, nicht nach Bedarf nehmen

Fotos: Fotolia.com

Apotheker und auch viele Mediziner warnen immer wieder vor dem Laxanzienabusus. Dabei gibt es kaum Studien zu den Nebenwirkungen beim dauerhaften Einsatz dieser Medikamente. Altbekannt ist die Melanosis coli. Makrophagen nehmen durch Anthrachinon gefärbte apop­totische Epithelzellen auf, wodurch die Schleimhaut schwarz aussieht. Diese dunkle Färbung hat aber keinerlei Krankheitswert, betonte Prof. Dr. Heiner Krammer vom End- und Dickdarmzentrum in Mannheim auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Histologisch seien bei Langzeitgebrauch von Laxanzien keine charakteristischen Veränderungen nachweisbar, betonte der Gastroenterologe.

Abhängigkeit nicht zu befürchten Oft wird den Patienten suggeriert, es bestehe die Gefahr, von Laxanzien

rend der Anwendungszeit nicht nach und es waren keine Dosiserhöhungen erforderlich. In einer anderen Untersuchung hat man Natriumpicosulfat-Nutzer befragt. Zwei Drittel gaben an, die Dosis im Laufe der Zeit erhöht zu haben. Dies kann aber auch als Zeichen der Verschlimmerung der chronischen Grundkrankheit, der Obstipation, gewertet werden, meinte der Referent. Denn als genau dies, nämlich eine chronische Erkrankung, sollte man laut Prof. Krammer das Problem ansehen. Und damit bedarf es der Therapie.

Erkrankungen, namentlich Bulimie und Anorexie, wird eventuell Missbrauch betrieben. Eine weitere Befürchtung betrifft die ständige Dosiserhöhung aufgrund von Gewöhnung oder Tachyphylaxie. Hierzu gibt es eine Langzeitstudie mit Patienten, die nach Rückenmarksverletzungen Bisacodyl bis zu 34 Jahre lang einnahmen. Die Wirkung ließ wäh-

Keine Erleichterung in Sicht? Chronisch obstipierte Patienen müssen – wie auch bei anderen chronischen Erkrankungen – ihre Medikamente regelmäßig nehmen.

Laxanzien sollten hierzu nicht als Bedarfsmedikation verordnet werden, erklärte der Experte. Vielmehr müssen chronisch obstipierte Patienten ihre Abführmittel regelmäßig einnehmen, wie das bei anderen chronischen Erkrankungen auch gefordert wird. Man unterscheidet verschiedene Formen der chronischen Verstopfung. An einer Slow-Transit-Obstipation, bei welcher der Transport des Darminhalts verzögert

 LaxanzienÜbersicht

Füll- und Quellstoffe: u Leinsamen u Weizenkleie u indischer Flohsamen Osmotische Laxanzien: u Laktulose u Makrogole, PEG (Polyethylenglykole) Stimulierende Laxanzien: u Anthrachinone (Rhabarber­ wurzel, Faulbaumrinde, Kap-Aloe, Sennesblätter etc.) u Diphenole (Natriumpicosulfat, Bisacodyl)

ist, leiden zirka 13 Prozent der Betroffenen. Bei einem Viertel der Patienten liegt eine Outlet-Problematik mit funktioneller Obstruktion bei der Defäkation vor. Die häufigste Störung aber ist mit 59 Prozent die Normal-Transit-Obstipation.

Geeignetes Laxans finden Für die Therapie gibt es keine „guten oder schlechten Laxanzien“. Je nach Wirkprinzip unterscheidet man Füll- und Quellstoffe, osmotische und stimulierende Laxanzien. Passend zur Ursache und auch zur empirisch ermittelten Wirksamkeit muss dann das geeignete Laxans, möglicherweise auch eine Kombination verschiedener Wirkstoffe, gefunden werden. SK

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Politik & Wirtschaft Sicherheitsinfo: Diclofenac

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Mag. Hafner: „Ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten Wochen eine Lösung finden werden.“

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News

Dr. Krüger: „Solange nichts anderes entschieden ist, dürfen Apotheken jetzt vier Stunden länger offen halten. Die Stadt Wien hat erklärt, dass sie das nicht bestrafen wird.“

Mag. Mayer: „Da sehr viele Frauen in dem Beruf arbeiten, wollten wir bisher den Samstag­nachmittag für die Familien haben.“

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4. Jahrgang  •  Nr. 19  •  5. November 2012

Gesundheitsstadträtin drängt auf rasche Entscheidung

Streit um Apo-Öffnungszeiten WIEN – Seit sich die Wiener SP-Gesundheitsstadträtin, Mag. Sonja Wehsely, in die Diskussion eingeschaltet hat, ist die Frage nicht mehr, ob Wiener Apotheken künftig am Samstagnachmittag offen halten dürfen, sondern nur noch ab wann das der Fall sein wird. Derzeit laufen Gespräche zwischen der Stadt und der Apothekerkammer, die Entscheidung soll so rasch wie möglich fallen. Die Vorgeschichte ist bekannt: Eine Wiener Innenstadtapotheke hält seit rund zehn Jahren am Samstag­ nachmittag offen. „Im Jänner 2011 begann, ausgehend von einer Kam­ mersitzung, die Verfolgung der Apo­ theke“, erklärt der anwaltliche Ver­ treter der betroffenen Apothekerin, Dr. Peter Krüger, der selbst in der Branche kein Unbekannter ist – er war 26 Jahre als Jurist beim Öster­ reichischen Apothekerverband tätig, zuletzt sogar als Direktor. Die Fol­ gen für die betroffene Apotheke wa­ ren unter anderem ein Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen die Ein­ haltung der Betriebsöffnungszeiten und zwei Disziplinarverfahren. Vor einem Jahr entzog der Magistrat der Stadt Wien (MA 40 Sozial- und Ge­ sundheitsrecht) der betroffenen Apo­ thekerin schließlich sogar die Kon­ zession. Ein Jahr lang kämpften Dr. Krüger und seine Mandantin dage­ gen an. Für die Apothekerin und ihre Angestellten eine belastende Zeit. Dr. Krüger: „Die Apothekerkammer hat seelenruhig zugeschaut.“

Entscheide des USV Die erlösende Nachricht kam schließlich mit zwei Urteilen des un­ abhängigen Verwaltungssenates Wien (UVS): Es wurde das Konzessions­ entzugsverfahren gegen die betrof­ fene Apothekerin aufgehoben und das Strafverfahren eingestellt. Wört­ lich heißt es im Entscheid: „Auch die Bestimmungen des § 1 und 3 der

Verordnung des Magistrates der Stadt Wien über die Betriebszeiten und den Bereitschaftsdienst der öffentli­ chen Apotheken in Wien stellen nach Ansicht des erkennenden Senates al­ lein die Bestimmungen darüber dar, zu welchen Zeiten die öffentlichen Apotheken in Wien geöffnet zu hal­ ten bzw. Bereitschaftsdienst zu ver­ sehen haben. Diese Bestimmungen sind jedoch nicht geeignet, aus ihnen zu erschließen, dass eine öffentliche Apotheke in Wien zu einem gewissen Zeitpunkt nicht geöffnet halten darf, soweit sich die Öffnungszeiten inner­ halb der maximalen wöchentlichen Betriebszeit von 48 Stunden befindet.“

Stadt Wien wird aktiv Diese beiden Entscheide des UVS riefen die Stadt Wien auf den Plan. Gesundheitsstadträtin Mag. Sonja Wehsely erklärte in einer Aussen­ dung, die geltende Regelung über die Öffnungszeiten der Apotheken sei nicht mehr zeitgemäß und weiter: „In ihren regelmäßigen Gesprächen mit Vertretern der Wiener Apothe­ kerkammer hat sich die Stadträtin mehrfach für eine moderne Rege­ lung ausgesprochen und die Stan­ desvertretung ersucht, ihre Bemü­ hungen um neue Öffnungszeiten durch einen internen Konsens in der Kammer zu unterstützen. Leider hat der interne Diskussionsprozess in der Wiener Apothekerkammer bis­ her zu keinem Ergebnis geführt und die Erweiterung der Öffnungszeiten

behindert.“ Die Stadträtin möch­ te daher nun über eine Verordnung längere Öffnungszeiten für die Apo­ theken ermöglichen. Wie es bis zum Vorliegen dieser Verordnung weitergeht, ist allerdings noch unklar. „Solange nichts anderes entschieden ist, dürfen Apotheken jetzt vier Stunden länger offen hal­ ten. Die Stadt Wien hat erklärt, dass sie das nicht bestrafen wird“, gibt sich Dr. Krüger überzeugt. „Bezüglich der im Apothekengesetz geregelten Öff­ nungszeiten hat sich nichts geändert“, kontert Mag. Viktor Hafner, Vize­ präsident der Wiener Apothekerkam­ mer. So lesen die Kammerjuristen aus dem Urteil keine Freigabe zusätzlicher Öffnungszeiten heraus. „Das Urteil ist so formuliert, dass es einem Urteil des Verfassungsgerichtshofes, von vor einigen Jahren, widerspricht“, erklärt Mag. Hafner. Er betont, dass es nicht Aufgabe der Kammer sei, Strafen zu verhängen, man werde aber etwaige Verstöße dokumentieren und die Be­ hörden davon in Kenntnis setzen.

Kammer sucht Lösung Dennoch gibt sich der Kammer­ vertreter zuversichtlich. „Der Sukkus, den ich aus dem Ganzen ziehe, ist, dass etwas gemacht werden muss“, er­ klärt Mag. Hafner. Er bemüht sich da­ her seit einiger Zeit darum, eine ge­ rechte Lösung mit allen Beteiligten zu finden, die einerseits die gewünsch­ te Flexibilisierung bringt, andererseits aber auch auf den Bedarf und die Be­

reitschaftsdienstregelung berücksich­ tigt. Vor allem Letzteres stellt eine Herausforderung dar, denn einerseits sollen unnötige Bereitschaftsdienste verhindert werden, andererseits darf es nicht zu einer Unterversorgung kommen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten Wochen eine Lösung finden werden“, so Mag. Haf­ ner. Er betont, dass man in der seit Juli dieses Jahres neu besetzten Landes­ geschäftstelle Wien mit Präsidentin Mag. Vlasek (VAAÖ) im Konsens ist und mit den Behörden zusammenar­ beitet. „Das zu kommentieren, was in der Vergangenheit passiert ist, steht mir nicht zu, ich arbeite lieber für die Zukunft“, so Mag. Hafner.

VAAÖ fordert neuen KV Eindeutig gegen eine Erweiterung der Apothekenöffnungszeiten ist der Verband der Angestellten Apotheker Österreichs (VAAÖ). „Da sehr viele Frauen in dem Beruf arbeiten, wollten wir bisher den Samstagnachmittag für die Familien haben“, erklärt Mag. Ul­ rike Mayer, Präsidentin des VAAÖ. Da es sich bei vielen Apotheken um Kleinbetriebe handelt, sei nicht ge­ sichert, dass einzelne Angestellte je­ den Samstag arbeiten müssten. Sie be­ tont, dass die Arzneimittelversorgung der Bevölkerung durch den solida­ risch aufgeteilten Bereitschaftsdienst aller Wiener Apotheken erfolgt und daher Medikamente ohnehin zu je­ der Tag- und Nachzeit erhältlich sind. Der VAAÖ möchte daher erreichen, dass die kollektivvertraglich verhan­ delten Zuschläge bezahlt werden. Hier ist man gerade dabei einen neu­ en KV abzuschließen, in dem Unklar­ heiten diesbezüglich ausgeräumt wer­ den sollen.  TAS

Brüssel/Wien – Die Europä­ ische Arzneimittelagentur (EMA) lässt derzeit die kardiovaskuläre Sicherheit von Diclofenac durch das Pharmacovigilance Risk As­ sessment Committee (PRAC) untersuchen. Der Grund dafür ist die im Oktober abgeschlos­ sene Evaluierung der Daten zur kardiovaskulären Sicherheit der gesamten Wirkstoffklasse der nichtsteroidalen Antirheumati­ ka (NSAR). Darin hatte sich das Sicherheitsprofil von Naproxen und Ibuprofen bestätigt, Diclo­ fenac hatte allerdings ein gering, aber konstant erhöhtes Risiko für unerwünschte kardiovasku­ läre Risiken gezeigt, vergleichbar mit jenem der COX-2-Inhibi­ toren. Das Bundesamt für Sicher­ heit im Gesundheitswesen (BASG) rät Anwendern daher, den Emp­ fehlungen der gültigen Fachinfor­ mationen für alle NSAR weiter zu folgen. In der Auswahl der für die Therapie geeigneten NSAR sind die individuellen Risikoprofile der Wirkstoffe, die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen sowie vorliegende Risikofaktoren auf Patientenseite zu berücksichtigen. Patienten sollen den Anweisungen des Arztes und der Gebrauchsin­ formation folgen und NSAR nur in der niedrigsten wirksamen Dosierung über den kürzest mög­ lichen Zeitraum einnehmen.

Qualitätsmangel bei Grippeimpfstoffen Wien – Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) empfiehlt aufgrund eines möglichen Qualitätsmangels (weiße Partikel im Impfstoff) bei den drei Grippeimpfstoffen Fluad Injektionssuspension in einer Fertigspritze, Optaflu Injektions­ suspension in einer Fertigspritze und Sandovac Injektionssuspension in einer Fertigspritze auf Alternativpräparate auszuweichen. Das BASG betonte in einer Aus­ sendung, dass es sich hierbei um eine reine Vorsichtsmaßnahme handelt. Derzeit liegen keine Hinweise auf eine Gefährdung für die Patienten vor. Eine Evaluierung der vorliegenden Daten wurde eingeleitet.

ORF: Infos und Tipps Wien – Auf der Homepage der Österreichischen Apothekerkam­ mer können seit Kurzem alle Beiträge zu und über Apotheken aus der Sendung „heute – Infos & Tipps“ (um 18:50 auf ORF 2) aus dem Jahr 2012 angesehen und he­ runtergeladen werden. Für heuer sind insgesamt 30 Beiträge geplant. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt bei den Leistungen der Apotheker, Beschäftigung, Ausbildung und Know-how. Ein Beitrag dauert je eine Minute.


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Apo-Porträt

Politik & Wirtschaft

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Landapotheke mit Charme

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Ganzheitlicher Zugang

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Fotos: Kreisapotheke, Harald Hartmann

NEUSIEDL AM SEE – Wo kann man am besten StĂśrche beobachten? In der Apotheke! Das mag zwar nicht fĂźr alle Apotheken zutreffen, fĂźr die Kreisapotheke in Neusiedl am See aber auf jeden Fall. Dort werden in der Storchensaison Live-Bilder vom Storchennest auf dem Dach auf einen GroĂ&#x;bildschirm in die Apotheke Ăźbertragen – das ist natĂźrlich nur einer der vielen Services, den die kundenfreundliche Apotheke bietet.

Klein, aber fein: Mag. Alexander hätte gerne mehr Lageräche – jetzt plant er einen Zustelldienst, damit seine Kunden bei Bestellungen nicht zweimal kommen mßssen.

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Steckbrief

Atorvastatin 1A Pharma 10/ 20/ 40/ 80 mg â&#x20AC;&#x201C; Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Atorvastatin 1A Pharma 10/ 20/ 40/ 80 mg - Filmtablette enthält 10/ 20/ 40/ 80 mg Atorvastatin als Atorvastatin-Calcium. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel, die den Lipidstoffwechsel beeinďŹ&#x201A;ussen, HMG-CoAReduktasehemmer. ATC-Code: C10AA05. Anwendungsgebiete: Hypercholesterinämie: Die Anwendung von Atorvastatin 1A Pharma ist zusätzlich zu einer Diät, zur Senkung erhĂśhter Gesamtcholesterin-, LDL-Cholesterin-, Apo-Lipoprotein-B- und Triglyzeridspiegel angezeigt, bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 10 Jahren mit primärer Hypercholesterinämie, einschlieĂ&#x;lich familiärer Hypercholesterinämie (heterozygote Variante) oder kombinierter (gemischter) Hyperlipidämie (entsprechend Typ IIa und IIb nach Fredrickson), wenn Diät und andere nicht pharmakologische MaĂ&#x;nahmen keine ausreichende Wirkung erzielen. Atorvastatin 1A Pharma ist auch zur Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin bei Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie angezeigt - entweder zusätzlich zu anderen lipidsenkenden MaĂ&#x;nahmen (z.B. LDL-Apherese) oder falls solche BehandlungsmĂśglichkeiten nicht verfĂźgbar sind. Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen: Zur Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten, deren Risiko fĂźr ein erstes kardiovaskuläres Ereignis als hoch eingestuft wird, zusätzlich zur Behandlung weiterer Risikofaktoren. Gegenanzeigen: Atorvastatin 1A Pharma ist kontraindiziert bei Patienten: mit Ă&#x153;berempďŹ ndlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels; mit aktiver Lebererkrankung oder unklarer, dauerhafter ErhĂśhung der Serumtransaminasen auf mehr als das 3fache des oberen Normalwertes; in der Schwangerschaft, während der Stillzeit und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine geeignete VerhĂźtungsmethode anwenden. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Natriumdodecylsulfat, Mikrokristalline Cellulose, Hochdisperses Siliciumdioxid, Vorverkleisterte Stärke (Mais), Trometamol, Eisenoxid gelb (E 172), Magnesiumstearat, Talkum, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A). FilmĂźberzug: Carmellose-Natrium, Glycerol, Trometamol, Natriumdodecylsulfat, Hydroxyethylcellulose. Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH, A-1020 Wien, Ă&#x2013;sterreich. Verschreibungs-/ApothekenpďŹ&#x201A;icht: Rezept- und apothekenpďŹ&#x201A;ichtig. Stand der Information: Mai 2012. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und VorsichtsmaĂ&#x;nahmen fĂźr die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und GewĂśhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der verĂśffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Atorvastatin KRKA 10 mg Filmtabletten*, Atorvastatin KRKA 20 mg Filmtabletten*, Atorvastatin KRKA 40 mg Filmtabletten*, Atorvastatin Krka 30 mg Filmtabletten*, Atorvastatin Krka 60 mg Filmtabletten*, Atorvastatin Krka 80 mg Filmtabletten*. QUALITATIVE & QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Jede Atorvastatin KRKA Filmtablette enthält 10 mg Atorvastatin in Form von AtorvastatinCalcium. Jede Atorvastatin KRKA Filmtablette enthält 20 mg Atorvastatin in Form von Atorvastatin-Calcium. Jede Atorvastatin Krka Filmtablette enthält 30 mg Atorvastatin in Form von Atorvastatin-Calcium. Jede Atorvastatin KRKA Filmtablette enthält 40 mg Atorvastatin in Form von Atorvastatin-Calcium. Jede Atorvastatin Krka Filmtablette enthält 60 mg Atorvastatin in Form von Atorvastatin-Calcium. Jede Atorvastatin Krka Filmtablette enthält 80 mg Atorvastatin in Form von Atorvastatin-Calcium. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Lactose-Monohydrat (10 mg: 54,05 mg Lactose, 20 mg: 108,1 mg Lactose, 30 mg: 175 mg Lactose-Monohydrat, 40 mg: 216,2 mg Lactose, 60 mg: 350 mg Lactose-Monohydrat, 80 mg 467 mg Lactose-Monohydrat) Natriumhydroxid, Mikrokristalline Cellulose (E460) Croscarmellose Natrium, Magnesiumstearat (E572), Hydroxypropylcellulose (E463) (nur in 30 mg, 60 mg, 80 mg), Polysorbat 80 (nur in 30 mg, 60 mg, 80 mg), Natriumdodecylsulfat (nur in 10, 20, 40 mg), Crospovidon, (nur in 10, 20, 40 mg), Typ A Crospovidon (nur in30 mg, 60 mg, 80 mg). FilmĂźberzug: Polyvinylalkohol, Titandioxid (E 171), Macrogol 3000, Talkum (10 mg, 20 mg, 40 mg), Talk (E553b) (nur in 30 mg, 60 mg, 80 mg). ANWENDUNGSGEBIET: Hypercholesterinämie: Die Anwendung von Atorvastatin KRKA ist zusätzlich zu einer Diät angezeigt zur Senkung erhĂśhter Gesamtcholesterin-, LDL-Cholesterin-, Apo-Lipoprotein-B- und Triglyzeridspiegel bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kinder ab zehn Jahren mit Primärer Hypercholesterinämie, einschlieĂ&#x;lich Familiärer Hypercholesterinämie (heterozygote Variante) oder Kombinierter (Gemischter) Hyperlipidämie (entsprechend Typ II a und II b nach Fredrickson), wenn Diät und andere nicht pharmakologische MaĂ&#x;nahmen keine ausreichende Wirkung erbringen. Atorvastatin KRKA ist auch zur Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin bei Erwachsenen mit Homozygoter Familiärer Hypercholesterinämie angezeigt â&#x20AC;&#x201C; entweder zusätzlich zu anderen lipidsenkenden MaĂ&#x;nahmen (z. B. LDL-Apherese) oder falls solche BehandlungsmĂśglichkeiten nicht verfĂźgbar sind. Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen: Zur Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse bei erwachsenen Patienten, deren Risiko fĂźr ein erstes kardiovaskuläres Ereignis als hoch eingestuft wird, zusätzlich zur Behandlung weiterer Risikofaktoren (siehe Abschnitt 5.1). GEGENANZEIGEN: $WRUYDVWDWLQ.UNDLVWNRQWUDLQGL]LHUWEHL3DWLHQWHQĹ&#x2DC;PLWÂ&#x17E;EHUHPSĆ&#x201A;QGOLFKNHLWJHJHQGHQ:LUNVWRIIRGHUHLQHQGHUVRQVWLJHQ%HVWDQGWHLOHGLHVHV$U]QHLPLWWHOVĹ&#x2DC;PLWDNWLYHU/HEHUHUNUDQNXQJRGHUXQNODUHUGDXHUKDIWHU(UK¸KXQJGHU6HUXP7UDQVDPLQDVHQDXIPHKUDOVGDVIDFKHGHVREHUHQ1RUPDOZHUWHVĹ&#x2DC;LQGHU6FKZDQJHUVFKDIWZÂŚKUHQGGHU6WLOO]HLWXQGEHL)UDXHQLPJHEÂŚUIÂŚKLJHQ$OWHUGLHNHLQHJHHLJQHWHQ VerhĂźtungsmethoden anwenden (siehe FI Abschnitt 4.6).INHABER DER ZULASSUNG: KRKA, d.d., Novo mesto; Ĺ marjeĹĄka cesta 6; 8501 Novo mesto; Slowenien. REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT: Rezept- und apothekenpďŹ&#x201A;ichtig. PHARMAKODYNAMISCHE EIGENSCHAFTEN: Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel, die den Lipidstoffwechsel beeinďŹ&#x201A;ussen, HMG-CoA-Reduktasehemmer, ATC-Code: C10AA05. Detaillierte Informationen zu Warnhinweise und VorsichtsmaĂ&#x;nahmen fĂźr die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen, Dosierung, Art und Dauer der Anwendung entnehmen Sie bitte dem Austria Codex und/oder der publizierten Fachinformation. *detaillierte Informationen entnehmen Sie bitte dem Austria Codex und/oder der publizierten Fachinformation. Buerlecithin ďŹ&#x201A;Ăźssig: Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: 1 ml enthält 90 mg Lecithin (Phospholipide aus Sojabohnen), 81,1 mg Saccharose, 137.66 mg Ethanol (96%), 1,0 mg Kaliumsorbat. Sonstige Bestandteile: Natriumcitratdihydrat, Kaffee-Extrakt, Kaffee-Aroma, Farbstoff Ponceaurot 4R (E124), Farbstoff Gelborange S (E110), gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete: Traditionelles pďŹ&#x201A;anzliches Arzneimittel zur UnterstĂźtzung der Leistungsfähigkeit bei kĂśrperlicher und geistiger Ă&#x153;berbeanspruchung sowie zur Ergänzung diätetischer MaĂ&#x;nahmen bei erhĂśhten Cholesterinwerten. Die Anwendung dieses traditionellen pďŹ&#x201A;anzlichen Arzneimittels in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschlieĂ&#x;lich auf langjähriger Verwendung. Gegenanzeigen: Ă&#x153;berempďŹ ndlichkeit gegen den Wirkstoff, einen der sonstigen Bestandteile, Erdnuss oder Soja. Antiphospholipidsyndrom. Alkoholkrankheit. Pharmakotherapeutische Gruppe: Tonika. ATC-Code: A13A. Inhaber der Zulassung: Nycomed Pharma GmbH, Wien. RezeptpďŹ&#x201A;icht/ApothekenpďŹ&#x201A;icht: Rezeptfrei, apothekenpďŹ&#x201A;ichtig. Informationen zu Besonderen Warnhinweisen und VorsichtsmaĂ&#x;nahmen fĂźr die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und GewĂśhnungseffekten sind der verĂśffentlichten Fachinformation zu entnehmen. [1210]. Buerlecithin plus Vitamine Dragees: Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: 1 Tablette enthält 750 mg Lecithin (Phospholipide aus Sojabohnen), 0,8 mg Calciumpantothenat, 5,5 mg D-Tocopherolacetat (Vitamin E), 0,544 mg Thiaminnitrat (Vitamin B1), 0,3 mg RiboďŹ&#x201A;avin (Vitamin B2), 0,3 mg Pyridoxinhydrochlorid (Vitamin B6). Sonstige Bestandteile: 467 mg Saccharose, 253 mg Sorbitol, 5,6 mg Lactose Monohydrat, gefälltes Siliziumdioxid, Fettsäuremonoglyceride und -diglyceride, Magnesiumstearat, hochdisperses Siliziumdioxid, Maltol, Sahne-Aroma, Kakaopulver, Kaffee-Extrakt, Kokos-Aroma, Menthol, Gummi arabicum, Gelatine, Talkum, Calciumcarbonat E170, Titandioxid E171, Bentonit, Povidon, Carmellose-Natrium, Kakao-Vanille-Aroma, Haselnuss-Aroma, gebleichtes Wachs, Montanglycolwachs. Anwendungsgebiete: Traditionelles pďŹ&#x201A;anzliches Arzneimittel zur UnterstĂźtzung der Leistungsfähigkeit bei kĂśrperlicher und geistiger Ă&#x153;berbeanspruchung sowie zur Ergänzung diätetischer MaĂ&#x;nahmen bei erhĂśhten Cholesterinwerten. Die Anwendung dieses traditionellen pďŹ&#x201A;anzlichen Arzneimittels in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschlieĂ&#x;lich auf langjähriger Verwendung. Gegenanzeigen: Ă&#x153;berempďŹ ndlichkeit gegen den Wirkstoff, einen der sonstigen Bestandteile, Erdnuss oder Soja. Antiphospholipidsyndrom. Pharmakotherapeutische Gruppe: Tonika. ATC-Code: A13A. Inhaber der Zulassung: Nycomed Pharma GmbH, Wien. RezeptpďŹ&#x201A;icht/ApothekenpďŹ&#x201A;icht: Rezeptfrei, apothekenpďŹ&#x201A;ichtig. Informationen zu Besonderen Warnhinweisen und VorsichtsmaĂ&#x;nahmen fĂźr die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und GewĂśhnungseffekten sind der verĂśffentlichten Fachinformation zu entnehmen. [0511]. Candesartan 1A Pharma 4/ 8/ 16/ 32 mg â&#x20AC;&#x201C; Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Tablette enthält 4/ 8/ 16/ 32 mg Candesartancilexetil. Sonstiger Bestandteil: Jede Tablette enthält 73,94/ 69,57/ 139,14/ 278,27 mg Lactose-Monohydrat. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten, rein. ATC-Code: C09C A06. Anwendungsgebiete: Candesartan 1A Pharma ist angezeigt zur Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen; zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit HerzinsufďŹ zienz und eingeschränkter linksventrikulärer systolischer Funktion (linksventrikuläre Ejektionsfraktion â&#x2030;¤40%) zusätzlich zu einer Behandlung mit Angiotensin Converting Enzyme (ACE)-Hemmern oder wenn ACE-Hemmer nicht toleriert werden. Gegenanzeigen: Ă&#x153;berempďŹ ndlichkeit gegen Candesartancilexetil oder einen der sonstigen Bestandteile. Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Schwere Einschränkung der Leberfunktion und/oder Cholestase. Liste der sonstigen Bestandteile: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Povidon K-30, Carrageen, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat (Ph. Eur.), Eisenoxid rot (E172) (nur 8, 16 und 32 mg Tabletten), Titandioxid (E171) (nur 8, 16 und 32 mg Tabletten). Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH, A-1020 Wien, Ă&#x2013;sterreich. Verschreibungs-/ApothekenpďŹ&#x201A;icht: Rezept- und apothekenpďŹ&#x201A;ichtig. Stand der Information: Dezember 2010. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und VorsichtsmaĂ&#x;nahmen fĂźr die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und GewĂśhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der verĂśffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Candesartan/HCT 1A Pharma 8 mg/12,5 mg â&#x20AC;&#x201C; Tabletten, Candesartan/HCT 1A Pharma 16 mg/12,5 mg â&#x20AC;&#x201C; Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Candesartan/HCT 1A Pharma 8 mg/12,5 mg â&#x20AC;&#x201C; Tabletten: 1 Tablette enthält 8 mg Candesartancilexetil und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Jede Tablette enthält 84 mg Lactose-Monohydrat. Candesartan/HCT 1A Pharma 16 mg/12,5 mg â&#x20AC;&#x201C; Tabletten: 1 Tablette enthält 16 mg Candesartancilexetil und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Jede Tablette enthält 76 mg Lactose-Monohydrat. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten + Diuretika. ATC-Code: C09DA06. Anwendungsgebiete: Candesartan/HCT 1A Pharma ist angezeigt zur Behandlung der essenziellen Hypertonie bei erwachsenen Patienten, deren Blutdruck mit einer Candesartancilexetil- oder Hydrochlorothiazid-Monotherapie nicht optimal kontrolliert werden kann. Gegenanzeigen: Ă&#x153;berempďŹ ndlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile oder gegen Sulfonamid-abgeleitete Wirkstoffe. Hydrochlorothiazid ist ein Sulfonamid-abgeleiteter Wirkstoff. Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Schwere Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min/1,73 m2 KO). Schwere Einschränkung der Leberfunktion und/oder Cholestase. Therapieresistente Hypokaliämie und Hyperkalzämie. Gicht. Liste der sonstigen Bestandteile: Candesartan/HCT 1A Pharma 8 mg/12,5 mg â&#x20AC;&#x201C; Tabletten: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Povidon K-30, Carrageen, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pďŹ&#x201A;anzlich] Candesartan/HCT 1A Pharma 16 mg/12,5 mg â&#x20AC;&#x201C; Tabletten: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Povidon K-30, Carrageen, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pďŹ&#x201A;anzlich], Eisenoxid rot (E172), Eisenoxid gelb (E172). Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH, A-1020 Wien, Ă&#x2013;sterreich. Verschreibungs-/ApothekenpďŹ&#x201A;icht: Rezept- und apothekenpďŹ&#x201A;ichtig. Stand der Information: Juni 2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und VorsichtsmaĂ&#x;nahmen fĂźr die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und GewĂśhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der verĂśffentlichten Fachinformation zu entnehmen. easyanginÂŽ 5mg/1mg Lutschtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Lutschtablette enthält 5 mg Chlorhexidin Dihydrochlorid und 1 mg Lidocain Hydrochlorid. Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1,21 g Sorbitol (E 420)/Lutschtablette. Vollständige AuďŹ&#x201A;istung der sonstigen Bestandteile siehe unten. Anwendungsgebiete: Zur unterstĂźtzenden, kurzzeitigen lokalen Behandlung bei leichten bis mittelschweren EntzĂźndungen des Rachenraumes und der MundhĂśhle (Halsschmerzen, Rachenkatarrh, Heiserkeit, EntzĂźndungen des Mund- und Rachenraumes (Pharyngitis) sowie des ZahnďŹ&#x201A;eisches). easyangin Lutschtabletten werden angewendet bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren. Gegenanzeigen: Ă&#x153;berempďŹ ndlichkeit gegen die Wirkstoffe, Lokalanästhetika vom Amidtyp oder einen der in sonstigen Bestandteile. Bei grĂśĂ&#x;eren, frischen Wunden im Mund- und Rachenraum. Kinder unter 6 Jahre. easyangin Lutschtabletten dĂźrfen wegen des Gehaltes an Menthol nicht bei Patienten mit Asthma bronchiale oder anderen Atemwegserkrankungen, die mit einer ausgeprägten Ă&#x153;berempďŹ ndlichkeit der Atemwege einhergehen, angewendet werden. Die Inhalation von easyangin Lutschtabletten kann zur Bronchokonstriktion fĂźhren. Liste der sonstigen Bestandteile: Sorbitol (E 420), Magnesiumstearat, Zitronensäure (wasserfrei), Menthol. Inhaber der Zulassung: Easypharm GmbH & Co KG, Perlhofgasse 2/2, A-2372 GieĂ&#x;hĂźbl, Ă&#x2013;sterreich. RezeptpďŹ&#x201A;icht/ApothekenpďŹ&#x201A;icht: ApothekenpďŹ&#x201A;ichtig. Stand der Information: Juli 2012. Echinacin â&#x20AC;&#x153;Madausâ&#x20AC;?-Saft. Zusammensetzung: 100 g LĂśsung enthalten: Trockenpresssaft aus Purpursonnenhutkraut (Echinaceae purpureae herba)(31,5 â&#x20AC;&#x201C; 53, 6:1) 2,34 g. Wirkstoffgruppe: unspeziďŹ sches Immunstimulans, 33Z01. Anwendungsgebiete: UnterstĂźtzende Behandlung und Prophylaxe rezidivierender Infekte im Bereich der Atemwege. Gegenanzeigen: Bekannte Ă&#x153;berempďŹ ndlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der Hilfsstoffe. Bekannte Ă&#x153;berempďŹ ndlichkeit gegen KorbblĂźtler. Aus grundsätzlichen Ă&#x153;berlegungen nicht anzuwenden bei progredienten Systemerkrankungen wie Tuberkulose, Leukosen, AIDS-Erkrankung, HIV-Infektion, Kollagenosen, multipler Sklerose und anderen Autoimmun-Erkrankungen. Sonstige Bestandteile: Kaliumsorbat (Konservierungsmittel) 0,20 g/100 g; XanthanGummi, Xylit, Zitronensäure, Orangenaroma, Wasser. Abgabe: Rezeptfrei, apothekenpďŹ&#x201A;ichtig. Zulassungsinhaber: Madaus, Wien. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und VorsichtsmaĂ&#x;nahmen, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sowie zur Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit sind der verĂśffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Echinacin â&#x20AC;&#x153;Madausâ&#x20AC;?-Tropfen. Zusammensetzung: 100 g LĂśsung enthalten: Presssaft aus frischen blĂźhendem Purpursonnenhutkraut (Echinaceae purpureae herba) (FrischpďŹ&#x201A;anze: Presssaft/1,7 â&#x20AC;&#x201C; 2,5:1) 80 g. Enthält 22 Vol.-% Alkohol. Echinacin â&#x20AC;&#x153;Madausâ&#x20AC;?-Tropfen enthalten keine Konservierungsstoffe. Wirkstoffgruppe: unspeziďŹ sches Immunstimulans. Anwendungsgebiete: UnterstĂźtzende Behandlung und Prophylaxe rezidivierender Infekte im Bereich der Atemwege. Gegenanzeigen: Bekannte Ă&#x153;berempďŹ ndlichkeit gegen den Wirkstoff oder den Hilfsstoff. Bekannte Allergie gegen KorbblĂźtler. Aus grundsätzlichen Ă&#x153;berlegungen nicht anzuwenden bei progredienten Systemerkrankungen wie Tuberkulose, Leukosen, Kollagenosen, multiple Sklerose, AIDS-Erkrankung, HIV-Infektion und anderen AutoimmunErkrankungen. Sonstige Bestandteile: Ethanol. Abgabe: Rezeptfrei, apothekenpďŹ&#x201A;ichtig. Zulassungsinhaber: Madaus, Wien. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und VorsichtsmaĂ&#x;nahmen, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sowie zur Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit sind der verĂśffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Lomaherpan-Fieberblasencreme. Zusammensetzung: 5 g Creme enthalten 0,05 g Trockenextrakt aus Melissenblättern (Droge: Extrakt / 70:1). Wirkstoffgruppe: Top. Prod. gegen Virusinfekte; D06BB. Anwendungsgebiete: Zur VerkĂźrzung der Abheilzeit von Fieberblasen (Herpes simplex labialis). Gegenanzeigen: Ă&#x153;berempďŹ ndlichkeit gegenĂźber einem der Bestandteile. Sonstige Bestandteile: 5 g Creme enthalten 0,05 g Benzylalkohol. Cremegrundlage: WeiĂ&#x;es Vaselin, Ethylenmono(di)stearat, Cetomacrogol 1000, Aqua ad inj. Abgabe: Rezeptfrei, apothekenpďŹ&#x201A;ichtig. Zulassungsinhaber: Madaus, Wien. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und VorsichtsmaĂ&#x;nahmen, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sowie zur Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit sind der verĂśffentlichten Fachinformation zu entnehmen. MucosolvanÂŽ 7,5 mg / 1 ml - LĂśsung, MucosolvanÂŽ 15 mg / 5 ml - Saft fĂźr Kinder, MucosolvanÂŽ 30 mg / 5 ml - Saft, MucosolvanÂŽ 30 mg - Tabletten, MucosolvanÂŽ retard 75 mg - Kapseln, MucosolvanÂŽ 15 mg - Lutschpastillen. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: MucosolvanÂŽ 7,5 mg / 1 ml - LĂśsung 1 ml LĂśsung enthält 7,5 mg Ambroxolhydrochlorid. 1 ml LĂśsung enthält 0,225 mg Benzalkoniumchlorid, 4,35 mg Natriummonohydrogenphosphat Dihydrat sowie 6,22 mg Natriumchlorid. Liste der sonstigen Bestandteile: Benzalkoniumchlorid, Zitronensäure, Natriummonohydrogenphosphat Dihydrat, Natriumchlorid, gereinigtes Wasser. MucosolvanÂŽ 15 mg / 5 ml - Saft fĂźr Kinder 5 ml Saft enthalten 15 mg Ambroxolhydrochlorid. 5 ml Saft enthalten 1,225 g Sorbitol. Liste der sonstigen Bestandteile: Benzoesäure, SorbitollĂśsung 70 %, Hydroxyethylcellulose, Glycerol, Acesulfam-Kalium, Waldbeeraroma, Vanillearoma, gereinigtes Wasser. MucosolvanÂŽ 30 mg / 5 ml - Saft 5 ml Saft enthalten 30 mg Ambroxolhydrochlorid. 5 ml Saft enthalten 1,225 g Sorbitol. Liste der sonstigen Bestandteile: Benzoesäure, SorbitollĂśsung 70 %, Hydroxyethylcellulose, Glycerol, Acesulfam-Kalium, Erdbeer-Sahne-Aroma, Vanillearoma, gereinigtes Wasser. MucosolvanÂŽ 30 mg - Tabletten: 1 Tablette enthält 30 mg Ambroxolhydrochlorid. 1 Tablette enthält 171 mg Laktose-Monohydrat. Liste der sonstigen Bestandteile: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat. MucosolvanÂŽ retard 75 mg - Kapseln: 1 Kapsel enthält 75 mg Ambroxolhydrochlorid. Liste der sonstigen Bestandteile: Kapselinhalt: Crospovidon, Carnaubawachs, Stearylalkohol, Magnesiumstearat KapselhĂźlle: Gelatine, Farbstoffe Erythrosin (E127), Indigotin I (E132), Titandioxid (E171), gelbes und rotes Eisenoxid (E172). MucosolvanÂŽ 15 mg - Lutschpastillen: 1 Lutschpastille enthält 15 mg Ambroxolhydrochlorid. 1 Lutschpastille enthält 922 mg Kohlenhydrate, davon bis zu 523 mg Sorbitol und bis zu 25 mg Mannitol. Liste der sonstigen Bestandteile: Arabisches Gummi, Sorbitol, Karion 83 (Sorbitol, Mannitol, hydrogenierte Oligosaccharide), PfefferminzĂśl, EukalyptusĂśl, Saccharin Natrium, dĂźnnďŹ&#x201A;Ăźssiges ParafďŹ n, gereinigtes Wasser Ambroxol ist ein Expektorans. Untersuchungen zeigten sekretolytische und sekretomotorische Effekte im Bereich des Bronchialtraktes. Anwendungsgebiete: Zur UnterstĂźtzung bei akuten und chronischen Atemwegserkrankungen, die mit gestĂśrter Sekretbildung und erschwertem Sekrettransport einhergehen. Mucosolvan 7,5 mg / 1 ml - LĂśsung, Mucosolvan 15 mg / 5 ml - Saft fĂźr Kinder und Mucosolvan 30 mg / 5 ml - Saft werden angewendet bei Erwachsenen, Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen. Mucosolvan 30 mg - Tabletten und Mucosolvan retard 75 mg - Kapseln werden angewendet bei Erwachsenen und Jugendlichen. Mucosolvan Lutschpastillen werden angewendet bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren. Gegenanzeigen: Ă&#x153;berempďŹ ndlichkeit gegen den Wirkstoff Ambroxolhydrochlorid oder einen der sonstigen Bestandteile. Bei Patienten mit seltenen hereditären Zuständen, bei denen Bestandteile des Arzneimittels zu Unverträglichkeit fĂźhren, ist die Anwendung von Mucosolvan 15 mg /5 ml - Saft fĂźr Kinder, Mucosolvan 30 mg/5 ml - Saft, Mucosolvan 30 mg - Tabletten und Mucosolvan 15 mg - Lutschpastillen kontraindiziert. INHABER DER ZULASSUNG: Boehringer Ingelheim RCV GmbH & Co KG, Dr. Boehringer-Gasse 5 11, 1121 Wien. REZEPTPFLICHT / APOTHEKENPFLICHT: ApothekenpďŹ&#x201A;ichtig. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und VorsichtsmaĂ&#x;nahmen fĂźr die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln und Nebenwirkungen sind der verĂśffentlichten Fachinformation zu entnehmen. PROSPAN 26 mg Hustenpastillen. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Lutschpastille enthält 26 mg Trockenextrakt aus Efeublättern (DEV 5-7,5: 1). Auszugsmittel: Ethanol 30 % (m/m). Anwendungsgebiete: Zur Linderung des Hustens bei Katarrhen der Atemwege. Gegenanzeigen: Ă&#x153;berempďŹ ndlichkeit gegenĂźber den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz sollten dieses Arzneimittel nicht verwenden. Sonstige Bestandteile: Maltitol-LĂśsung, arabisches Gummi, Citronensäure, Acesulfam Kalium, Sorbitol-LĂśsung 70 %, mittelkettige Triglyceride, Orangenaroma, Mentholaroma, gereinigtes Wasser. Stand: 02/11. PROSPAN - Hustensaft. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 2,5 ml FlĂźssigkeit enthalten 17,5 mg Efeublättertrockenextrakt (DEV 5-7,5 : 1). Auszugsmittel: Ethanol 30 % (m/m). Sonstige Bestandteile: 2,5 ml Saft enthalten 963 mg Sorbitol als 70% Sorbitol-LĂśsung (Zuckeraustauschstoff). Anwendungsgebiete: Prospan â&#x20AC;&#x201C; Hustensaft ist ein pďŹ&#x201A;anzliches Arzneimittel zur SchleimlĂśsung bei Husten im Zusammenhang mit Erkältungen. Prospan â&#x20AC;&#x201C; Hustensaft wird angewendet bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern, Kleinkindern und Säuglingen (nach ärztlicher RĂźcksprache) ab 1 Monat. Gegenanzeigen: Ă&#x153;berempďŹ ndlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere PďŹ&#x201A;anzen aus der Familie der Araliaceae oder gegen einen der sonstigen Bestandteile. Liste der sonstigen Bestandteile: SorbitolLĂśsung 70% (E 420, kristallisierend), Kaliumsorbat, wasserfreie Zitronensäure, Xanthan-Gummi, Kirscharoma, gereinigtes Wasser. Stand: 02/12. Zulassungsinhaber: Sanova Pharma GesmbH, HaidestraĂ&#x;e 4, 1110 Wien. Abgabe: Rpfrei, apothekenpďŹ&#x201A;ichtig. ATC-Code: R05CA. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und VorsichtsmaĂ&#x;nahmen fĂźr die Anwendung, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit sowie Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der verĂśffentlichten Fachinformation. TonsipretÂŽ Tabletten, Zusammensetzung: In 1 Tablette sind enthalten: Capsicum annuum Dil. D 3 75,0 mg; Guaiacum Dil. D 3 75,0 mg; Phytolacca americana Ă&#x2020; 50,0 mg. Sonstige Bestandteile: Lactose-Monohydrat 250.0 mg. Liste der sonstigen Bestandteile: Kartoffelstärke; Lactose-Monohydrat; Magnesiumstearat. Anwendungsgebiete: HomĂśopathisches Arzneimittel bei Beschwerden im Hals- und Rachenraum. Die Anwendungsgebiete leiten sich von den homĂśopathischen Arzneimittelbildern ab. Dazu gehĂśren: Linderung von Beschwerden im Hals- und Rachenraum (wie z.B. Halsschmerzen). Die Anwendung dieses homĂśopathischen Arzneimittels in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschlieĂ&#x;lich auf homĂśopathischer Erfahrung. Bei schweren Formen dieser Erkrankungen ist eine klinisch belegte Therapie angezeigt. Gegenanzeigen: Ă&#x153;berempďŹ ndlichkeit gegen einen der Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile. ATC-Code: V03AX. Stand der Fachinformation: 06/2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und VorsichtsmaĂ&#x;nahmen fĂźr die Anwendung, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der verĂśffentlichten Fachinformation. Hersteller und Zulassungsinhaber: BionoricaÂŽ SE, 92318 Neumarkt, Deutschland. VerschreibungspďŹ&#x201A;icht/ApothekenpďŹ&#x201A;icht: Rezeptfrei, apothekenpďŹ&#x201A;ichtig.


Pharmaceutical Tribune  •  4. Jahrgang  •  Nr. 19  •  5. November 2012

Service

Politik & Wirtschaft

Steuertipp

Volkshilfeprojekt „MiMi“ unterstützt Migranten

Kommanditisten: Was bei der SV-Pflicht zu beachten ist

Gesundheitslotsen gesucht

WIEN – Viele Apotheken werden in der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft (KG) geführt. Ob der Kommanditist einer Sozialversicherungspflicht unterliegt, hängt davon ab, ob eine aktive Tätigkeit oder eine Funktion als „reiner“ Kapitalgeber vorliegt. Kriterien für die Sozialversicherungspflicht Die Sozialversicherungspflicht setzt eine aktive Betätigung voraus. Wenn der Kommanditist ein reiner Kapitalgeber ohne Mitarbeit ist, der nur sein Geld arbeiten lässt, unterliegt er nicht der Sozialversicherungspflicht. Wie kann sich ein Kommanditist „aktiv betätigen“? 1. Als echter bzw. freier Dienstnehmer: Es liegt dann eine Sozialversicherungspflicht nach dem ASVG vor; der Kommanditist ist somit bei der Gebietskrankenkasse wie ein „normaler“ Dienstnehmer versichert. Die Einkünfte unterliegen allerdings nur der Einkommensteuer. D.h., Lohnsteuer und Gehaltsabgaben (DB, DZ, KommSt) sind von der KG nicht abzuführen. 2. Als selbstständig Erwerbstätiger: Liegt kein Dienstverhältnis als echter bzw. freier Dienstnehmer nach dem ASVG vor, besteht das Risiko der Versicherungspflicht nach dem GSVG. Aktiv tätige Kommanditisten: Altund Neufälle Kommanditisten, die bereits am 30.6.1998 an der Gesellschaft beteiligt waren, gelten als sogenannte „Altfälle“ und unterliegen nur im Falle eines (freien) Dienstverhältnisses der Sozialversicherungspflicht (ASVG). Bei jenen Kommanditisten, die erst nach dem 30.6.1998 zu Kommanditisten wurden („Neufälle“; maßgeblich ist im Regelfall die Firmenbucheintragung), könnte ab dem 1.1.2000 auch im Falle der selbstständigen Betätigung eine Sozialversicherungspflicht bestehen. Eine selbstständige Tätigkeit mit Sozialversicherungspflicht ist bei folgenden Kriterien gegeben:  Der Kommanditist verfügt über eine uneingeschränkte Verlustbeteiligung im Rahmen einer Nachschussverpflichtung über die Kommanditeinlage hinaus.

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Mag. Andreas Sobotka

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 Dem

Kommanditisten wurden Geschäftsführungsbefugnisse eingeräumt.  Der Kommanditist hat ein Mitspracherecht bei ordentlichen Geschäften der KG. Wesentliche Entscheidungspunkte für die Praxis  Zustimmungs-, Mitsprache- und Vetorechte des Kommanditisten müssen sich auf außergewöhnliche Geschäfte beschränken. Bestehen diese Rechte bei Handlungen der gewöhnlichen Geschäftsführung (wie z.B. Darlehensaufnahme, Abschluss von Miet- oder Dienstverträgen), begründet dies eine Sozialversicherungspflicht des Kommanditisten.  Hoher Kommanditanteil: Die Sozialversicherungsanstalt (SVA) ist sogar der Meinung, dass bei einem hohen Kommanditanteil davon auszugehen ist, dass der Kommanditist faktischen Einfluss auf die Geschäftsführung nehmen kann, den ein reiner Kapitalgeber nicht hätte.  Nach der Rechtsprechung ist hingegen die rechtliche Möglichkeit einer Einflussnahme auf die ordentliche Geschäftsführung maßgeblich. LBG-Empfehlung: Die Sozialversicherungsanstalt versucht immer stärker, Kommanditisten in die Sozialversicherungspflicht zu nehmen. Um dieses Risiko zu entschärfen, sollte der KG-Vertrag unbedingt schriftlich abgefasst werden. Ferner sollte dieser dem Kommanditisten keine Geschäftsführungsbefugnisse für gewöhnliche Geschäfte einräumen und festhalten, dass Vertragsänderungen nur bei schriftlicher Abfassung rechtswirksam werden. ■

WIEN – Menschen mit Migrationshintergrund finden sich im Gesundheitswesen besonders schlecht zurecht. Ein Projekt der Volkshilfe Wien und des Staatssekretariats für Integration will hier gegensteuern. Mehrsprachige Gesundheitslotsen werden ab November ausgebildet – Vorbild ist ein Projekt in Deutschland.

folgreich integrierte Migranten, die ihren Landsleuten in Wien ehrenamtlich helfen wollen, sich besser im hiesigen Gesundheitssystem zurechtzufinden und besser auf die eigene Gesundheit zu achten. Dieses Wissen tragen die Gesundheitslotsen anschließend in ihre Volksgruppen, und wir unterstützen sie dabei.“

Schulungen ab November

Die Schulungen beginnen am 21. November, interessierte Personen können sich ab sofort dazu anmelDipl.-Soz. Ramazan Salman ist den (siehe Info-Kasten). Die SchuGeschäftsführer des Ethnomedizi- lung umfasst 50 Einheiten und innischen Zentrums e.V. in Hanno- formiert über das österreichische ver. Vor neun Jahren hat er das Pro- Gesundheitssystem, aber auch über jekt „MiMi – GesundheitslotsInnen“ Themen wie die Auswirkung der in Deutschland entwickelt, jetzt hilft Migration auf Gesundheit und Präer der Volkshilfe Wien beim Auf- vention, Ernährung und Bewegung, bau eines ähnlichen Angebots auch psychische Gesundheit und Gein Österreich. Unterstützung findet sundheit im Alter. Alle Teilnehmer das Projekt bei VP-Staatssekretär erhalten ein Zertifikat und sollen Sebas­tian Kurz, ist doch „Gesund- daraufhin selbst Informationsverheit“ eines der wichtigen Hand- anstaltungen in ihren Volksgruppen lungsfelder seines Staatssekretariats. anbieten und das Erlernte in ihrer Mag. Stephan Amann, Abteilungs- Muttersprache und kultursensibel leiter Integration und Interkulturar- weitergeben. Die Gesundheitslotbeit der Volkshilfe Wien, erklärt das sen arbeiten ehrenamtlich, erhalten Echinacin - Pharmaceutical Tribune - 170 x 216 mm - 05.11.2012 Projekt: „Wir suchen und schulen er- aber eine Aufwandsentschädigung.

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Geplant sind auch Gesundheitswegweiser in mehreren Sprachen. Für weitere Kurse werden noch Sponsoren gesucht.

Vernetzung angestrebt Ziel des Projekts ist auch die enge Vernetzung mit Gesundheitseinrichtungen und sozialen Institutionen – dazu gehören bspw. das Institut für Frauen- und Männergesundheit (FEM, FEM Süd und MEN), die Wiener Gesundheitsförderung WiG und die Wirtschaftskammer. Dr. Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und Gesundheit der WKO, verspricht sich von MiMi nicht nur den Abbau von kulturellen und sprachlichen Barrieren, sondern auch eine bessere Gesundheitssituation des Einzelnen und letztlich geringere Kosten für das Gesundheitswesen. red

i

Ausbildung zum zertifizierten interkulturellen Gesundheitslotsen: Anmeldungen & Infos: Tel.: 01/33 44 739-16 oder E-Mail: mimi@volkshilfe-wien.at

Wenn die Erkältungsteufel angreifen, stärkt Echinacin® Ihre Abwehrkräfte.

bei Erkältung J J

1

– 56 % Erkältungsrisiko1 – 1,4 Tage krank 1

Shah S. et. al.: Lancet Infect Dis 2007; 7: 473 - 480

Fachkurzinformation auf Seite 12


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Serie Mikronährstoffe

Medizin & Pharmazie

Pharmaceutical Tribune  •  4. Jahrgang  •  Nr. 19  •  5. November 2012

Evidenzbasierte Prophylaxe & Therapie mit Mikronährstoffen

Sonnenvitamin D3 – das unterschätzte Schutzschild WIEN – Vitamin D3 ist nicht nur für die Knochen ein Gewinn. Eine Vielzahl von Studien belegt mittlerweile, dass Vitamin D3 einen ebensolchen positiven Effekt auf Immunsystem, Krebsrisiko, Diabetes, Entzündungen, die Nervenzellen und vor allem auf das Herz-Kreislauf-System hat. Aber lässt sich daraus auch der Einfluss auf die Mortalität ableiten und vor allem, verursachen niedrige Vitamin-D-Spiegel eine erhöhte kardiovaskuläre Mortalität?

Schützt das Herz

Dass niedrige VitaminD-Spiegel ein Risikofaktor für die Gesamtmortalität und die kardiovaskuläre Mortalität darstellen, konnte bereits in einer großen Kohortenstudie gezeigt werden. Diese Ergebnisse werden durch eine Metaanalyse bestätigt, in der eine signifikante Abnahme der Gesamtmortalität für Personen mit Vitamin-D-Supplementierung gezeigt werden konnte.1 Weitere Untersuchungen legten nahe, dass niedrige Serumspiegel von 25-Hydroxyvitamin D, dem Calcidiol, mit kardiovaskulären Ereignissen bei Patienten mit Bluthochdruck in Verbindung gebracht werden können.1

Indikator für den Vitamin-D-Status Die Frage, ob gerade niedrige Vitamin-D-Spiegel eine höhere Mortalität und vor allem eine erhöhte kardiovaskuläre Mortalität verursachen, sollte in Hoorn, einer mittleren Stadt in den Niederlanden, geklärt werden. Dazu wurden in den Jahren 1989 bis 1992 2484 Personen in die Hoorn-Studie aufgenommen. Das Follow-up erfolgte in den Jahren 2000 bis 2001, in de-

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Die aktuelle Datenlage beweist die positiven Effekte von Vitamin D bezüglich Herzmuskelleistung, Blutdruck, antithrombotischer Wirkung, Lipidstoffwechsel und Diabetes mellitus, die zum Teil durch die Unterdrückung des Renin-Angiotensin-System ausgelöst werden.1,2 Andererseits führt eine unzureichende Versorgung mit Vitamin D3 zu einer vermehrten Ausschüttung von Parathormon, das seinerseits eine schädigende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System ausübt. Dazu zählen vor allem erhöhter Blutdruck, Hypertrophie des Herzmuskels sowie Verkalkungen der Arterien, wodurch Herzrhythmusstörungen begünstigt werden.3

Risikofaktor niedrige Vitamin-D-Spiegel

1000 i.e.

pro tropfen

Vitamin D3 Das sonnenVitamin Ì hoch dosiert Ì aus natürlicher Quelle Ì für Vegetarier geeignet

Fotos: Fotolia.com

Niedrige Vitamin-D-Werte scheinen sich in unseren Breiten epidemieartig auszubreiten. Nicht nur ältere Menschen, bei denen die Kapazität der Haut, Vitamin D zu produzieren, abnimmt, weisen niedrige Werte auf, sondern auch Jüngere. Einerseits blockieren die für die Haut so wichtigen Cremes und Körperlotionen mit Lichtschutzfaktoren die körpereigene Vitamin-D-Synthese und andererseits ist bedingt durch unseren Lebensstil die Zeit der Sonnenexposition oft limitiert. Dies führt zu einer geringeren Vitamin-D-Synthese in der Haut und kann nicht wirklich, außer mit Lebertran und Hering, über die Nahrung kompensiert werden.

Verbringen wir zu wenig Zeit im Freien, verringert sich die Vitamin-D-Synthese in der Haut und damit auch die kardioprotektive Wirkung des Sonnenvitamins.

nen 648 Personen untersucht werden konnten.1 Aufgrund früherer Untersuchungen erfolgte die Messung der Serumspiegel von 25-Hydroxyvitamin D, da diese den besten Indikator für den Vitamin-D-Status darstellen. Interessanterweise zeigte sich, dass das Verhältnis niedriger 25-Hydroxyvitamin-D-Spiegel und kardiovaskuläre Ereignisse, definiert entsprechend dem ICD-Code 390–459, das sind Erkrankungen des Kreislaufsystems, und ICD 798, dem plötzlichen Herztod, nicht linear ist. Es kam zu einem sprunghaften Anstieg kardiovaskulärer Ereignisse bei sehr niedrigen Serumwerten.1

Einfluss von Körperfett Da sowohl der Prozentsatz an Körperfett als auch geringe körperliche Aktivität mit erhöhter Mortalität bei einem schwachen VitaminD-Status in Verbindung zu bringen ist, wurden die Vitamin-D-Spiegel einzeln für Alter, Geschlecht, BMI, Körperfett, Blutdruck, Vorliegen von Diabetes, Blutfetten, glomulärer Filtrationsrate, Rauchstatus und körperlicher Aktivität dokumentiert.1 Innerhalb des Beobachtungszeitraums von 6,2 Jahren starben von den 648 Personen 51, 20 Todesfälle davon entfielen auf kardiovaskuläre Ereignisse.1 Außerdem fand man bei Männern höhere 25-HydroxyvitaminD-Spiegel als bei Frauen. Signifikant häufiger fanden sich niedrige Spiegel bei Personen höheren Alters, mit höherem Körperfett und hohem systolischen und diastolischen Blutdruck.1

Was tut sich in Zukunft? Rezente Studien belegen, dass niedrige Serumspiegel von 25-Hy-

droxyvitamin-D in direktem Zusammenhang mit Gesamtmortalität und kardiovaskulärer Mortalität bei älteren Frauen und Männern stehen. Allerdings bleibt es unklar, ob Vitamin-D-Mangel eine Ursache oder eine Folge eines schlechten Allgemeinzustandes ist. Deshalb sind weitere Studien erforderlich, um zu evaluieren, ob Vitamin-D-Supplemente die Mortalität und kardiovaskuläre Ereignisse reduzieren können.1

Empfehlungen für die tägliche Einnahme Die ursprünglich angegebenen 400 I.E. pro Tag wurden als zu gering erkannt und darum die Empfehlungen für die tägliche Einnahme von Vitamin D3 wesentlich erhöht. Das European Scientific Committee on Food legte den Wert für die tägliche Einnahme von Vi-

tamin D3 für Erwachsene mit 2000 I.E. fest, das amerikanische Institute of Medicine hat diesen Wert sogar auf 4000 I.E. angehoben. Der wichtigste Indikator ist für den Vitamin-D-Status ist 25-Hydroxyvitamin D. Diese soll bei guter Versorgung im Blut Werte zwischen 32 und 64 ng/ml oder 80 bis 160 nmol/l aufweisen. Um langfristig einen Blutspiegel von etwa 75 nmol/l zu erreichen, ist die tägliche Zufuhr von 3000 I.E. Vitamin D erforderlich.3 ANKOG 1

Stefan Pilz, Harald Dobnig, Giel Nijpels, Robert J. Heine, Coen D.A. Stehouwer, Marieke B. Snijdert, Rob M. van Dam, and Jacqueline M. Dekkert: Vitamin D and mortality in older men and women. Clinical Endocrinology 2009; 71: 666–672

2

Uwe Gröber: Mikronährstoffe; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2011

3 Patientenratgeber – Vitamin D: Die Heilkraft des Sonnenvitamins; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2011

Vitamin-D-Gehalt in Lebensmitteln3

Lebensmittel Lebertran Hering

Vitamin-D-Gehalt in 100g 12.000 I.E. 1040 I.E.

Lachs

680 I.E.

Sardinen

440 I.E.

Steinpilze

120 I.E.

Champignons

76 I.E.

Butter

48 I.E.


Pharmazie kompakt

Pharmaceutical Tribune  •  4. Jahrgang  •  Nr. 19  •  5. November 2012

Antidiabetika, Gicht-, Rheuma- & Hochdruckmittel

Kranke Nieren nicht stressen

Rund 15 Prozent der Bevölkerung leiden an einer chronischen Nierenkrankheit (CKD). Ab dem 70. Lebensjahr hat etwa jeder Zweite eine eingeschränkte Nierenfunktion. Als häufigste Ursache der CKD gelten arterielle Hypertonie und Typ-2-Diabetes. Um diese Grunderkrankungen und auch die Folgen der CKD zu behandeln, sind Arzneimitteltherapien notwendig. Doch mehr als die Hälfte der Pharmaka werden wiederum über die Nieren ausgeschieden. Spätestens wenn die Nierenfunktion um 50 Prozent gesunken ist, ändern sich die Prinzipien der Pharmakotherapie: Dosierungen müssen angepasst oder bestimmte Substanzen gleich ganz gemieden werden. Daher sollten bei der Anamnese alle verordneten Medikamente akribisch erfasst werden.

Kreatinin bestimmen reicht nicht aus Definitionsgemäß liegt eine „chro­ nische Nierenkrankheit“ (chronic kidney disease, CKD) vor, wenn u über einen Zeitraum > 3 Monate die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) eingeschränkt ist, u die Niere eine pathologische Struktur aufweist oder u Erythrozyten oder Eiweiß im Urin nachgewiesen werden (>  3  Monate). Die alleinige Bestimmung des Serumkreatinins ist allerdings für die Einschätzung der Nierenfunktion ungefähr so hilfreich wie die Beurteilung der Konjunktiven zur genauen Bestimmung des Hämoglobinwerts. Der einzige Grund, das Serumkreatinin zu messen, bestehe

Ab dem 70. Lebenjahr ist bei jedem Zweiten die Nierenfunktion eingeschränkt.

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HANNOVER – Fast 60 Prozent aller regelmäßig verordneten Arzneimittel werden über die Nieren ausgeschieden. Was bedeutet das für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion? Sind bestimmte Substanzen zu meiden, und wann muss die Dosis angepasst werden?

darin, die GFR zu errechnen, schreiben Prof. Dr. Jan T. Kielstein von der Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen, Medizinische Hochschule Hannover, und Prof. Dr. Frieder Keller, Zentrum für Innere Medizin, Universitätsklinikum Ulm, in der Zeitschrift „Der Internist“. Zwei Formeln kommen zur GFR-Abschätzung in Betracht: u die MDRD*-Formel und u die CKD-EPI**-Formel (bei einer GFR > 60 ml genauer) Liegt bei einem Patienten eine CKD vor, sollte man auf Arzneimittel zurückgreifen, deren Pharmakokinetik von der Nierenfunktion unabhängig ist (s. Tabelle). Außerdem weisen die Experten darauf hin, bei einer GFR  <  30  ml/Minute (CKD-Stadium  4) kein Cefepim einzusetzen. Denn in acht Fällen sei es bei dialysepflichtigen Patienten nach fünf- bis siebentägiger parenteraler Therapie mit dieser Substanz zu tödlichen ZNS-Intoxikationen gekommen. Ab einer GFR  <  60  ml/Minute (CKD-Stadium 3) sollte keine Behandlung mit Methotrexat, Enoxaparin, Metformin und Lithium erfolgen. Und da der Metabolit von Allopurinol, Oxipurinol, renal eliminiert wird, muss die Dosis des Gichttherapeutikums angepasst werden. Eine nierenabhängige Pharmakokinetik haben auch ACE-Hemmer und der Renininhibitor Aliskiren: Bei Niereninsuffizienz genügt die Hälfte der normalen Dosis. Auch auf das Risiko von Hyperkaliämien weisen die Experten hin. So sollte ab einer GFR < 30 ml/Minute kein Spironolacton verordnet werden oder allenfalls 25  mg/Tag, ggf. in Kom-

bination mit einem Schleifendiuretikum. Ein therapeutisches Drug Monitoring (TDM) ist generell bei Substanzen mit geringer therapeutischer Breite, also hohem Risiko für toxische Effekte, ratsam. Dies gilt z.B. für Aminoglykoside, Vancomycin, Theophyllin und Cyclosporin.

Dosisanpassung auch bei modernen Arzneimitteln Vor allem bei neueren Arzneien wird die Dosisanpassung oft vergessen. So sind bei Patienten mit reduzierter GFR Antiepileptika wie Gabapentin, Pregabalin, Lamotrigin und Levetiracetam niedriger zu dosieren. Oft reicht die Hälfte der Normaldosis, ggf. noch weniger. Die Dosisanpassung sei auch bei neueren oralen Antidiabetika und Antiko­agulanzien zu beachten, schreiben die Experten. Anders lauten die Empfehlungen zur antibiotischen Therapie: Frühzeitig hochdosiert behandeln, erst im Verlauf die Dosis der Nierenfunktion anpassen. Und Schleifendiuretika müssen bei zunehmender Niereninsuffizienz höher dosiert werden, um die gleichen Effekte wie bei Gesunden zu erzielen. eno * Modification of Diet in RenalDisease ** Chronic Kidney Disease Epi demiology Collaboration Jan T. Kielstein und Frieder Keller, Internist 2012; 53: 802–809

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AiDKlinik Das Arzneimittel-Informationssystem für individualisierte, sichere und effiziente Arzneimitteltherapie bei Niereninsuffizienz der Universität Heidelberg finden Sie unter: www.dosing.de

Von der Nierenfunktion abhängig oder unabhängig? Medikamenten-Gruppe

von Nierenfunktion abhängig

von Nierenfunktion unabhängig

Analgetika

Morphin (M6-Glucuronid) Pethidin (Norpethidin)

Fentanyl Levomethadon

Antibiotika

Ciprofloxacin, Levofloxacin

Moxifloxacin

Antidiabetika

Glibenclamid, Glimepirid Nateglinid Sitagliptin, Vildagliptin

Gliquidon, Gliclacid Pioglitazon

Antihypertensiva

Atenolol

Bisoprolol, Carvedilol, Metoprolol, Propranolol

Antiarrhythmika

Sotalol

Amiodaron

Cholesterinsenker

Bezafibrat, Fenofibrat

Simvastatin, Niacin

Gicht- und Rheumamittel

Allopurinol, Methotrexat

Colchicin, Hydroxychloroquin, Leflunomid, Febuxostat

Herz-Kreislauf-Mittel

Digoxin

Digitoxin

Antikonvulsiva

Gabapentin, Pregabalin, Lamotrigin, Levetiracetam

Carbamazepin, Phenytoin, Valproat

Psychopharmaka

Lithium, Mirtazapin

Amitriptylin, Citalopram, Haloperidol, Risperidon

Medizin & Pharmazie

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Medizin & Pharmazie

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Produkte & News

AUS DEM KRĂ&#x201E;UTERGARTEN von Dr. Mag. pharm. Enne Pemp

Atorvastatin Krka: Zum Ziel mit der exakten Dosis1,2,10

WollblumenblĂźte (Verbasci ďŹ&#x201A;os)

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Fotos: Enne Pemp, Fotolia.com

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FroximunÂŽ Medizinprodukte auf Basis von Natur-Zeolith

Lange Tradition bei Atemwegserkrankungen. Altgriechische Aufzeichnungen bei Dioskurides belegen den Einsatz der WollblumenblĂźten als Arzneimittel bei Atemwegserkrankungen und zur FĂśrderung der Wundheilung. In der Hildegard-Medizin wird die KĂśnigskerze als stimmungsaufhellendes Heilmittel empfohlen. Europäische KräuterbĂźcher verweisen auf eine diuretische und antirheumatische Wirkung. Als Arzneidroge sind die Arten Verbascum densiďŹ&#x201A;orum (thapsiformae), die groĂ&#x;blumige, und Verbascum phlomoides, die gemeine KĂśnigskerze, in Verwendung. Gesammelt werden die Kronblätter ohne HĂźllkelchblätter. Die Trocknung der BlĂźten muss sorgfältig unter guter BelĂźftung erfolgen um einer Braunfärbung und dem damit verbundenen Verlust der wertvollen Inhaltsstoffe vorzubeugen. Hauptindikation der KĂśnigskerze in der modernen Phytotherapie sind Atemwegserkrankungen. Verbasci ďŹ&#x201A;os ist Bestandteil des ofďŹ zinellen Brusttees Species pectorales im Ă&#x2013;AB und als traditionelles Heilmittel anerkannt. Inhalts- & Wirkstoffe. Die wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe sind bis zu 3 % enthaltene Schleimstoffe. Es handelt sich um Polysaccharide mit hoher Raumstruktur, die mit helikalen Ketten und Querverbindungen aus WasserstoffbrĂźcken und HauptvalenzbrĂźcken eine dreidimensionale Netzstruktur bilden. Grundbausteine sind vorwiegend D-Galactose, Arabinose, D-Glucose und L-Rhamnose neben diversen Uronsäuren. Diese Schleimstoffe wirken oberďŹ&#x201A;ächenabdichtend und bilden eine Barriere gegenĂźber gewebsschädigenden EinďŹ&#x201A;Ăźssen. Die in der Droge enthaltenen Saponine, Verbascosaponin und dessen Derivate, sind fĂźr die expektorierende Wirkung der Arzneidroge verantwortlich. Saponine setzen lokal die OberďŹ&#x201A;ächenspannung herab und fĂźhren zur VerďŹ&#x201A;Ăźssigung zähen Schleims. Bei oraler Aufnahme wird die reďŹ&#x201A;ektorisch Ăźber parasympathische Effekte ausgelĂśste Sekretolyse vermutet. Die Aktivität des Flimmerepithels der Schleimhaut steigt. Flavonoide und Phenolcarbonsäuren sind bis zu 4 % enthalten. Sie spielen eine Rolle in den antioxidativen Wirkung dieser HeilpďŹ&#x201A;anze. Methanolische Extrakte unterschiedlicher Verbascum-Arten zeigten in vitro und in vivo deutliche antioxidative Effekte.1 Die antibakterielle und antihelminthische Wirkung verwandter Arten wurde anhand methanolischer AuszĂźge mit positiven Ergebnissen untersucht.2 Auch als natĂźrliches PďŹ&#x201A;anzenschutzmittel gibt es Potenzial fĂźr ethanolische Extrakte der KĂśnigskerze. Wie immer sind wissenschaftlich fundierte Ergebnisse zu begrĂźĂ&#x;en um die traditionelle Anwendung zu bestätigen. Bronchialtees & HomĂśopathie. Die KĂśnigskerze hat als pďŹ&#x201A;anzliches Arzneimittel ihren Stellenwert zur Behandlung von Atemwegserkrankungen behauptet. In Bronchialtees enthalten, bringt Verbasci ďŹ&#x201A;os Erleichterung bei festsitzendem Schleim, Reizhusten und Heiserkeit. In der HomĂśopathie wird Verbascum densiďŹ&#x201A;orum erfolgreich eingesetzt. Haupteinsatzgebiet sind neuralgische Beschwerden im Bereich des Trigeminusnervs. Stechende Schmerzen an Schläfe, Wange bis hin zum Kiefergelenk und Ohr werden im Akutfall mit Potenzen D3â&#x20AC;&#x201C;D6 behandelt. Wie man zur HomĂśopathie steht, ist Privatsache. Anwendungsbeobachtungen meinerseits bestätigen die Wirkung. Die KĂśnigskerze hat einiges zu bieten â&#x20AC;&#x201C; nicht nur optisch. Sie ist ein wirksamer Schatz der PďŹ&#x201A;anzenheilkunde. â&#x20AC;&#x17E;Halten wir sie in ,Ă&#x201E;hrenâ&#x20AC;&#x2DC;!â&#x20AC;&#x153; Wenn mĂśglich im Hausgarten! 

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Hersteller: froximun AG, Neue StraĂ&#x;e 2a, 38838 Schlanstedt/ Deutschland, www.froximun.de, info@froximun.de / Lizenz Ă&#x2013;sterreich: proviva Handels und VertriebsgmbH, Mildenburggasse 1/2, 5020 Salzburg, www.froximun.at

Dr. Erfried Pichler â&#x20AC;&#x201C; Neuer Präsident der Ă&#x2013;GHM

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Foto: Monika Zore

â&#x20AC;&#x17E;Was ist das fĂźr eine Riesenblume?â&#x20AC;&#x153; Nicht nur Kindern fällt beim Wandern im Herbst eine imposante PďŹ&#x201A;anze auf, die aus der gängigen Vegetation hervorleuchtet. Die KĂśnigskerze ist am Ende der Vegetationsperiode bis zu zwei Meter hoch und noch immer mit hellgelben BlĂźten an ihrer aufrechten Ă&#x201E;hre präsent. KĂśnigliches Gehabe weckt Interesse. Im mittelalterlichen Alltag wurde der in Pech getränkte BlĂźtenstand als lichtspendende Fackel verwendet. Heute lassen viele Gartenliebhaber stolz die KĂśnigskerze im Vorgarten stehen, mit Recht! Verbascum ist nicht nur schĂśn, sondern als HeilpďŹ&#x201A;anze lange bekannt. Diese Scrophulariaceae ist in Europa heimisch, das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Europa Ăźber den gesamten Mittelmeerraum bis nach Kleinasien.

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Apo-Kosmetik

Pharmaceutical Tribune  •  4. Jahrgang  •  Nr. 19  •  5. November 2012

Medizin & Pharmazie

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Die besten Make-ups

Zarte Farbe & perfektes Finish WIEN – Auch wenn es draußen kalt und trüb ist, wünscht frau sich dennoch einen frischen Teint. Die dermatokosmetische Industrie hat eine Reihe von Make-ups auf den Markt gebracht, die der Haut nicht nur ein ebenmäßiges Aussehen verleihen, sondern sie auch pflegen. Wir haben für Sie eine Auswahl getroffen und stellen Ihnen hier wieder die Lieblinge unserer Redaktion vor.

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Mineralien sorgen für einen frischen Teint. Die Mineralien aus dem Thermalwasser von Vichy lindern Rötungen und Hautirritationen. Die Haut wird gekräftigt und beruhigt, ihre Empfindlichkeit wird herabgesetzt. In einem Concept Use Test mit 136 Frauen (74 Prozent empfindliche Haut) beurteilten die Teilnehmerinnen ihren Teint nach sieben Tagen als strahlender (73 Prozent), frischer (74 Prozent), ebenmäßiger (72 Prozent) und besser mit Feuchtigkeit versorgt (73 Prozent). Nach einem Monat lautete das Urteil wie folgt: weniger Irritationen (73 Prozent), weniger Rötungen (76 Prozent), glatter (73 Prozent), reiner (72 Prozent) und gesünder (73 Prozent). Für normale Haut bis Mischhaut, auch für empfindliche Haut geeignet. Produkt-Tipp: Aera Teint Pure Hautverbesserndes Fluid-Make-up, Vichy

Fotos: Vichy, Werk (4)

Make-up soll der Haut einen ebenmäßigen Teint verleihen und kleine Unregelmäßigkeiten kaschieren. Es gibt in der Kosmetikberatung kaum eine anspruchsvollere Aufgabe, als den richtigen Farbton zu treffen. Hier empfiehlt es sich, verschiedene Nuancen am unteren Wangenknochen (direkt über dem Halsansatz) aufzutragen und diese am besten im Freien, bei Tageslicht zu vergleichen. Der perfekte Farbton sollte keinesfalls dunkler sein als die natürliche Hautfarbe. Damit das Make-up auch lange hält, sollte die Tagespflege am besten schon 20 Minuten vor dem Makeup aufgetragen werden. Das Makeup wird anschließend hauchdünn mit einem Schwämmchen auf-getragen. Damit kein maskenhafter Eindruck entsteht, sollte in der Gesichtsmitte begonnen und langsam nach außen gearbeitet werden. Zuletzt die Grundierung auf die Nase und das Kinn auftragen. Damit es auch gut hält, wird es anschließend mit sanftem Druck in die Haut geklopft. Im Anschluss finden Sie die bes­ ten Make-ups für normale bis fettige Haut – pflegend, schützend und besondes gut verträglich, wie das von Apothekenkosmetik auch zu erwarten ist. TAS

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Wundklee + Karotte + Macadamianussöl + Avocadoöl verleihen dem Teint ein ebenmäßiges, lebendiges Aussehen. Wundklee wirkt formgebend und straffend und hat sowohl durchblutungsTalgregulierende Aktivstoffe sorfördernde als auch drüsenstärkende EiLichtschutzfaktor 30 schützt die gen für ein lange anhaltendes mattes genschaften. Karotte hilft besonders der Finish. Die flüssige, nicht fettende Formu- Haut. Stärkere Hautunregelmäßigkeiten Mischhaut, Einseitigkeiten zu überwinden werden zuverlässig abgedeckt, der Teint und wieder ein gesundes Gleichgewicht lierung kombiniert absorbierende Puder wirkt makellos. Hautunregelmäßigkeiten, zu erlangen. Macadamianussöl dringt mit der Sebum-Technologie (talgreguMuttermale oder Vitiligo verschwinlierende Aktivstoffe). Die Poren werden leicht in die Haut ein und verleiht ihr ein den scheinbar spurlos. Aknehaut wird geöffnet und die überschüssige Talgproseidig glänzendes Aussehen. Gleichzeitig mattiert. Der Pigmentanteil beträgt 40 duktion reguliert. Die Haut erhält ein glättet es die Haut. Macadamianussöl Prozent. Das Make-up ist wasser- und ebenmäßiges Finish, das den ganzen Tag enthält außerdem viel Palmitoleinsäure, hält. Für Mischhaut bis fettiger Haut sowie schweißbeständig, ohne Duftstoffe, die als Antioxidans wirkt. Dadurch werden zu Unreinheiten neigender Haut geeignet. hypoallergen und nicht komedogen. die sichtbaren Zeichen der Hautalterung Erhältlich in zwei Formulierungen: für Die leichte, auf der Haut gleitende Textur verlangsamt. Avocadoöl pflegt trockene, wurde auch an empfindlicher Haut getes­ trockene bis normale Haut oder für empfindliche und schuppende Haut und fettige Haut bis Mischhaut (ölfrei). tet. Nicht komedogen, sehr verträglich. bewahrt den Feuchtigkeitsgehalt der Haut. Produkt-Tipp: Couvrance-KompaktProdukt-Tipp: Unifiance Fluid Mat, Produkt-Tipp: Translucent Make-up, Creme-Make-up, Avène La Roche-Posay Dr. Hauschka®

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Die letzte Seite

Medizin & Pharmazie

Pharmaceutical Tribune  •  4. Jahrgang  •  Nr. 19  •  5. November 2012

Kolumne „Apo-Alltag von A bis Z“

Es war ein guter Tag!

K

W … wie Wunder Im Mikrokosmos Apotheke sind Stimmungs-Auf und -Abs besonders spürbar. Aber manchmal passiert das kleine Wunder, und es wird einfach ein guter Tag. Vielleicht gerade dann, wenn zwei bis zweieinhalb Zehntel in einen Arbeitstag gepackt werden müssen, geht es plötzlich wie von Zauberhand. Bezeichnenderweise ist so ein guter Tag auch selten vom Wetter abhängig. De facto war mein guter Tag grau und neblig, aber die KollegInnen waren schon in der Früh gut gelaunt oder haben sich zumin-

Kolumne

Zu anderen Zeitpunkten, z.B., wenn ich mit den Kindern spiele oder wir ein Fest feiern, schätze ich subjektiv langsam verrinnende Sekunden. Aber Gott sei Dank ist Zeit ja nicht wirklich messbar. Es gilt, sie mit Sinn zu füllen, und der muss außerhalb des Berufsbereichs nicht immer in Arbeit liegen.

Was einfach Freude macht Foto: privat

ennen Sie das? Es gibt Tage, da steht man auf und weiß von Anfang an, dass heute alles gelingen wird. Man ist sich seiner sicher, strahlt innere Harmonie aus, die Umwelt kann gar nicht anders, als positiv zu reagieren. Freundlichkeit kommt zurück, da man selbst freundlich ist. Das ist natürlich nur logisch und eine Sache der Spiegelneuronen, wie uns die Wissenschaft lehrt. Der Volksmund weiß es aber schon länger: Lache, und die Welt lacht mit dir.

von Dr. Mag. pharm. Irene Promussas, Apothekerin in Wien

dest von meinem Frohmut anstecken lassen. Es gab auch wirklich viel Arbeit – an einem guten Tag muss nicht unbedingt wenig zu tun sein. Im Gegenteil, geht es richtig rund, blühe ich erst auf. Das heißt nicht, dass ich ein Workaholic bin und immer Stress brauche, aber Eustress beflügelt mich. Nichts ist lähmender als das Gefühl, dass die Zeit still steht und einfach nicht vergehen will – aber das kommt in unserer Apotheke sowieso so gut wie nie vor.

Trotzdem es gibt nichts Erfüllenderes als Arbeit, die befriedigt: Ein galenisches Problem so lösen zu können, dass etwas Brauchbares herauskommt. (Wann kommt eigentlich das Fach Galenik zumindest als Workshop für verschreibende ÄrztInnen, insbesondere für DermatologInnen? Für uns PharmazeutInnen ist oft mit freiem Auge auf einem magistralen Rezept erkennbar, dass da etwas nicht funktionieren kann.) Eine Beratung so zu gestalten, dass Kunden zufrieden von dannen ziehen. Von der letzten Beratung vor einer Woche ein gutes Feedback zu bekommen. Ein krankes Kind, das zu weinen aufhört, weil man ihm ein Zuckerl schenkt – liebe KollegInnen natürlich mit Einverständnis der Eltern! Sich Zeit für die schwie-

rige alte Dame zu nehmen und ihren Ausführungen über ihre vielschichtigen Krankheiten bewusst und anteilnehmend zu folgen – tatsächlich sagte mir einmal eine Dame nach so einem Gespräch: „Danke, wissen Sie, das hier ist der einzige Ort, an dem ich überhaupt rede. Ich habe sonst den ganzen Tag keine Gelegenheit dazu ...“ Plötzlich ein großer Obstkorb als Geschenk für die ganze Belegschaft vom alten Herrn, der immer ein Gentleman ist (eine Gattung Mann, die am Aussterben ist). Ein kleiner augenzwinkernder Flirt an der Tara – selten, aber doch! Die empathische und gelungene sensible

Erklärung der Anwendung eines Vaginalzäpfchens, die bei einem jungen, gschamigen und unerfahrenen türkischen Mädchen eine Herausforderung ist. Einen Kunden, der aufgrund schwieriger Erkrankungen nicht mehr zum normalen Sprechen fähig ist, trotzdem zu verstehen, weil das Reden mit Händen und Füßen, das mir als Südländerin geläufig ist, Barrieren überwindet. Die vertrauensvollen Fragen der auszubildenden Lehrlinge und die Gewissheit, dass da Saat auf fruchtbaren Boden fällt. Das unvergleichlich befriedigende Gefühl beim Nach-Hause-Gehen ist der letzte Beweis: Es war ein guter Tag! ■

Hartnäckig und weit verbreitet:

Nagelpilz wirksam bekämpfen Nagelpilz ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern eine hartnäckige Infektion, die auch im Herbst, wenn die Zehennägel in dicken Winterschuhen versteckt werden, behandelt werden sollte. Je früher therapiert wird, desto kürzer ist die zu erwartende Behandlungszeit. Eine wirksame Abhilfe bietet der Nailner® Nagelpilz Stift oder Spray – er bekämpft den Pilz direkt an seinem Ursprung.

Wichtig ist frühzeitige Therapie Die Hauptursachen für die Entstehung von Nagelpilz können Nagelverletzungen, starkes Schwitzen, starke Belastung der Nägel zum Beispiel durch Sport, Durchblutungsstörungen oder genetische Faktoren sein. Aber auch zu enge Schuhe oder das Tragen von nicht atmungsaktiven Synthetikstoffen fördern die Ausbreitung von Pilzen. Menschen mit Diabetes oder einem schwachen Immunsystem sind besonders anfällig.

Meist ausgelöst durch Dermatophyten, beginnt die Infektion durch Verfärbung der Nagelplatte. In weiterer Folge wird diese brüchig, verdickt und löst sich vom Nagelbett. Unbehandelt verschwindet der Pilz in der Regel nicht, deshalb ist eine wirksame Behandlung wichtig, um ein weiteres Fortschreiten oder Ausbreiten auf andere Nägel zu verhindern. Bei der Behandlung ist allerdings Geduld gefragt: Die Therapie kann mehrere Monate dauern und erfordert auch Konsequenz bei den Betroffenen. Umso wichtiger ist es, die Infektion frühzeitig zu behandeln: Je eher therapiert wird, des­to kürzer ist die Behandlungszeit.

Dank des speziellen Trägersys­ tems dringen die Wirkstoffe von Nailner® in den Nagel ein – direkt zum Ursprung des Pilzes und somit zum Wirkungsort. Der pH-Wert des Nagels wird reduziert. Es entsteht ein saures Milieu, das die wei-

Wirksame Behandlung mit Nailner® Nailner® ist eine wirksame und einfach anwendbare Lösung zur Behandlung von Nagelpilz. Der Applikator-Stift sowie der Spray erlauben ein gezieltes und schnelles Applizieren der Lösung auf die Nagel­ oberfläche.

* Quelle: www.netdoktor.at – bezogen auf Zentral- und Westeuropa

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Nagelpilz ist eine Pilzinfektion, von der sowohl Fuß- als auch Fingernägel betroffen sein können. Es ist die häufigste Nagelerkrankung und kommt an Fußnägeln fünfmal öfter vor als an Fingernägeln. Nagelmykose ist eine lästige und oftmals langwierige Angelegenheit. Rund 10–20  %* der Bevölkerung leiden daran. Für die ältere Bevölkerungsgruppe liegt die Schätzung sogar bei bis zu 50 %*.

tere Ausbreitung und das Wachstum der Pilzinfektion hemmt. Das in Nailner® enthaltene Zypressen- und Lavendelöl versorgt den Nagel zusätzlich mit Feuchtigkeit. Bereits nach wenigen Wochen sind Verbesserungen sichtbar. Nailner® eignet sich auch zur Prophylaxe, um Nagelpilzinfektionen vorzubeugen.


PT 19 2012