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www.medical-tribune.at

ZOL/1A/2012/08/02

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Die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde hält ihren Jubiläumskongress vom 27. - 29.9. in Salzburg ab.

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Neue Kontaktstelle

Suizidrate weiter senken  26

Tablette später absetzen P2Y12-Rezeptor-Hemmer sollten die letzten fünf bis sieben Tage vor einer Operation nicht mehr eingenommen werden. Ein Thrombozytenfunktionstest zeigt, wer schneller unters Messer kann.  13

ELGA jenseits der Grenzen Auch in Nachbarstaaten arbeitet man an elektronischen Patientenakten, in Dänemark existiert sie bereits. Eine ÄK-Enquete in Wien diente dem Erfahrungsaustausch.  18

Die Suizidrate konnte in den vergangenen Jahren in Österreich deutlich gesenkt werden. Trotzdem sterben noch immer mehr Menschen durch Selbsttötung als im Straßenverkehr. Nun präsentierte Gesundheitsminister Alois Stöger gemeinsam mit Experten das neue Programm „Suizidprävention Austria – SUPRA“. Es baut auf bestehenden Initi-

ativen und Strategien zur Suizidprävention auf und definiert zehn Arbeitsgebiete für deren Weiterentwicklung. Für den ambulanten und stationären Bereich werden etwa Qualitätsstandards entwickelt. In der Gesundheit Österreich GmbH wird eine Kontaktstelle eingerichtet, die die Aktivitäten bündeln und vernetzen soll.  15

Plattform Rheumatologie

Fallstricke der Früherkennung Damit eine Erkrankung frühzeitig behandelt werden kann, muss sie erst einmal diagnostiziert sein. Was nach einer Binsenweisheit klingt, wird im Alltag oft dadurch erschwert, dass der Patient lange wartet, bis er sich mit seinen Beschwerden zeigt. Wenn dann der Hausarzt auch noch länger braucht, um zu realisieren, dass hinter dem Allerweltssymptom Gelenk- oder Rückenschmerz eine ernstere Erkrankung steckt, ist wertvolle Zeit verloren: Patienten mit Morbus Bechterew warten vom Beginn der ersten Symptome an rund sechs Jahre bis zur Diagnosestellung; Patienten mit rheumatoider Arthritis haben eine bessere Prognose, wenn die Therapie innerhalb von drei Monaten nach dem Beginn der Symptome startet, doch Zahlen aus Großbritannien zeigen, dass das höchstens in zehn Prozent

der Fälle gelingt. Lesen Sie in der Plattform Rheumatologie, wie Sie kniffligen Beschwerden auf die Spur kommen. Außerdem: Was Sie bei

schwangeren Rheumapatientinnen beachten müssen und wie Herz und Lunge an rheumatischen Erkrankungen mitbeteiligt sind.  I–XVI

Hypertensiologen & Nephrologen in Graz

Risiko im Duett senken Bereits traditionell halten die Österreichischen Gesellschaften für Hypertensiologie und Nephrologie ihre Jahrestagung gemeinsam ab. Was die beiden Disziplinen verbindet, liegt auf der Hand: Ein hoher Blutdruck greift die Nieren an, umgekehrt kann eine geschädigte Niere den Blutdruck in die Höhe treiben.

Zudem haben sowohl Blutdruck- als auch Nierenspezialisten mit Patienten zu tun, die einem erhöhten kardiovaskulären Risiko ausgesetzt sind. Mithilfe einer adäquaten Therapie kann dieses Risiko hintangehalten werden. Neue Leitlinien zum Blutdruckmanagement lassen allerdings auf sich warten – die letz-

ten europäischen Guidelines stammen aus dem Jahr 2007. Warum das so ist, lesen Sie im „Kongress live“ aus Graz. Weitere Themen: das Blutdruckmanagement in der Akutphase des Schlaganfalls und die Rolle des Nephrologen in der Betreuung von Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion.  10 & 11

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29.08.2012 13:52:4


Zum Thema

Medizin

Aus dem Inhalt Medizin Wissenschaft

für die Praxis ............................... 4

Praxis-Tipp

Wann rote Augen zum Augenarzt müssen ...................... 6

Pädiatrie

Prof. Sperl & Prof. Kerbl im MT-Interview ........................ 8

Blutdrucktherapie

Alpenverein will Zahl der Bergtoten halbieren

Nur gesund auf den Berg gehen INNSBRUCK – Mit einem Bündel an Maßnahmen will der Oesterreichische Alpenverein (OeAV) dazu beitragen, die Zahl der Bergtoten innerhalb von zehn bis 15 Jahren zu halbieren. Derzeit sterben jährlich rund 300 Menschen beim Bergsport. Seit 30 Jahren weist die Statistik des Kuratoriums für Alpine Sicherheit alljährlich rund 300 Alpintote in Österreich aus. Für Mag. Michael Larcher, Leiter des Referats Bergsport im OeAV, ist eine stabile Opferbilanz an und für sich schon ein Erfolg. Denn Schätzungen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Menschen, die sich in ihrer Freizeit im Gebirge bewegen,

Warum neue Leitlinien auf sich warten lassen ..............10

Foto: OeAV

Politik & Praxisführung Suizidprävention

Neues Programm SUPRA soll Maßnahmen setzen ...........15

E-Health

ELGA in Deutschland, der Schweiz & Dänemark .......18

Plattform Rheumatologie RA & Herzrisiko

Neue Studien beim ESCKongress präsentiert ................IV

Medical Tribune • 44. Jahrgang • Nr. 38 • 19. September 2012

Mag. Michael Larcher und Dr. Oskar Wörz vom Oesterreichischen Alpenverein

in den letzten Jahrzehnten vervielfacht hat, beim Skitourengehen und Klettern ist sogar von einer Verzehnfachung die Rede. Trotzdem hat sich der OeAV in seinem Jubiläumsjahr zu seinem 150. Geburtstag ein anspruchsvolles Ziel gesetzt: In zehn bis 15 Jahren

falltod“, sondern ist Resultat mangelnder Vorbereitung und Selbsteinschätzung. Deshalb lautet auch eine der wichtigsten Empfehlungen des OeAV: „Nur gesund in die Berge“, geht es doch meist um Ausdauersport in ungewohnten Höhenlagen.

Der Bergtod ist männlich Nach wie vor betrifft der Bergtod überwiegend Männer: 2011 waren es 267 Männer und 44 Frauen. Ein Ungleichgewicht, das nur dadurch etwas relativiert wird, als davon ausgegangen werden kann, dass noch immer mehr Männer als Frauen in den unterschiedlichen Bergsportarten aktiv sind. „Männer sind oft zu wenig Das sichere Bewegen in den Bergen muss erst erlernt werden. Mit mehr Ausbildung fit und zu ehrgeizig, Frauen gehen und Aufklärung will der Alpenverein die Anzahl der Bergtoten halbieren. vernünftiger mit Risiko und Gefahren um“, sagt Mag. Larcher und samt erfreulich hoch, wenn schon, der OeAV auch den Verweis auf fügt hinzu, dass es Frauen leichter dann spielt die mangelhafte Nut- den Beitrag des Bergsports zur Gefällt, auch einmal Nein zu sagen, zung eine Rolle. Etwa wenn der La- sundheit, betont Vizepräsident Dr. winenpieps dabei ist, aber abge- Oskar Wörz. Er verweist in dieohne als Feigling zu gelten. Nach dem Herzinfarkt sind Ab- schaltet im Rucksack liegt. Völlig sem Zusammenhang auf aktuelle stürze und Ausrutschen die zweit- falsch ist die Ausländerthese: Un- Studien, die eine positive Wirkung häufigste Ursache von tödlichen ter den 311 Bergtoten des Vorjahrs des Bergwanderns bei DepressiBergunfällen. Auch hier stellt Mag. sind 196 Österreicher und 76 Deut- onen, Übergewicht und Diabetes Larcher einen Zusammenhang mit sche. Alle anderen Nationen blei- nachweisen. Auch auf einen sozialen Aspekt verweist der AlpenverÜberforderung und Übermüdung ben in dieser Statistik einstellig. her, die mangelnde Trittsicherheit Bergsport fördert zur Folge hat.

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Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Photokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt, verwertet oder verbreitet werden. Anmerkung der Redaktion: Zur besseren Lesbarkeit wurde an einigen Stellen die männliche Schreibweise gewählt, z.B. „Ärzte“ statt „Ärztinnen“. Dabei handelt es sich ausdrücklich um keine Bevorzugung eines Geschlechts.

Fachkurzinformation auf Seite 22

soll die Zahl der tödlichen Unfälle auf die Hälfte reduziert werden. Mit Blick auf die Unfallursachen ist für Mag. Larcher auch klar, wo primär anzusetzen ist: bei der häufigen Selbstüberschätzung, mangelhafter Ausbildung und ungenügender Tourenplanung. Aus medizinischer Sicht besonders interessant ist, dass die häufigste alpine Todesursache der plötzliche Herztod ist. Knapp ein Drittel fällt also gar nicht im engeren Sinn in die Kategorie „Un-

Nach Sportarten aufgelistet steht eindeutig Bergwandern bzw. Bergsteigen an der Spitze der Statistik (2011: 116 Tote), das ist zugleich die Disziplin mit den meisten Aktiven. Es folgen Skiunfälle (Piste & Tour: 66) und Klettern (23). Ins Reich der Legenden verbannt wird von Mag. Larcher die häufig zu hörende These, wonach Bergunfälle vor allem „schlecht ausgerüstete Ausländer“ betreffen würden. Zum einen, so Mag. Larcher, sei der Ausrüstungsstandard insge-

Seinen Beitrag zur Vision von einer Halbierung der Zahl der Bergtoten will der OeAV durch eine weitere Intensivierung seiner Publikations- und Ausbildungsaktivitäten setzen. Bereits vorgelegt wurde ein handlicher Cardfolder, der für die Hauptsportarten (Bergwandern, Hoch- und Skitouren, Mountainbiken, Klettersteig und Klettern) jeweils zehn Sicherheitsgebote formuliert. Neben Gesundheit und Ausrüstung wird vor allem auf die Planung verwiesen. Dazu gehört z.B. auch die Verwendung von aktuellem Karten- und Führermaterial, nachdem sich durch den Klimawandel viele Wege und Routen in ihrer Charakteristik dramatisch verändert haben. Eindeutig stellt der OeAV auch klar, dass Skitourengehen und Klettern Sportarten sind, die man sich nicht „in zehn Minuten von einem Freund erklären lassen kann“, sondern die nur nach Absolvierung von Kursen betrieben werden sollten. Eine klare Forderung richtet sich an den Tourismus, der sich stärker an der Information der Gäste beteiligen soll. Ein großes digitales Portal, das der OeAV ab 2013 mit dem DAV und dem Alpenverein Südtirol betreibt, soll quer durch die Ostalpen topaktuelle Wetterund Weginformationen in gebündelter Form bieten. Mit seiner Initiative zur Senkung der Unfallzahlen verbindet

„Männer sind oft zu wenig fit und zu ehrgeizig, Frauen gehen vernünftiger mit Risiko und Gefahren um.“ Mag. Michael Larcher

ein: der Berg als Lernfeld im Umgang mit einem Risiko, das nie zur Gänze ausgeschaltet werden kann. Mag. Larcher schätzt, dass ein Drittel aller (tödlichen) Unfälle auch bei Einhaltung aller Regeln unvermeidbar sind: Pech, Zufall oder einfach zur falschen Zeit am falschen Ort. HS www.alpenverein.at

Mit der Einsendung eines Manuskriptes erklärt sich der Urheber damit einverstanden, dass sein Beitrag ganz oder teilweise in allen Ausgaben, Sonderpublikationen und elektronischen Medien der Medizin Medien Austria GmbH und der verbundenen Verlage veröffentlicht werden kann.

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Der Alpenverein hat für Bergsportfreunde Sicherheitsregel erstellt. Für das Bergwandern gilt:  gesund in die Berge  sorgfältige Planung  vollständige Ausrüstungen  passendes Schuhwerk  Trittsicherheit ist der Schlüssel  auf markierten Wegen bleiben  regelmäßige Pausen  Rücksicht auf Kinder  kleine Gruppen  Respekt für Natur und Umwelt Details auf www.alpenverein.at

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QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Pradaxa 110 mg Hartkapseln enthalten 110 mg Dabigatranetexilat (als Mesilat). Sonstige Bestandteile: Jede Hartkapsel enthält 3 Mikrogramm Gelborange S (E 110). Pradaxa 150 mg Hartkapseln enthalten 150 mg Dabigatranetexilat (als Mesilat). Sonstige Bestandteile: Jede Hartkapsel enthält 4 Mikrogramm Gelborange S (E 110). Dabigatran ist ein stark wirksamer, kompetitiver, reversibler direkter Thrombin-Hemmer. Darüber hinaus hemmt Dabigatran sowohl freies als auch fibringebundenes Thrombin und die thrombininduzierte Thrombozytenaggregation. Liste der sonstigen Bestandteile: Die sonstigen Bestandteile sind Weinsäure, Arabisches Gummi, Hypromellose, Dimeticon 350, Talkum und Hyprolose. Die Kapselhülle enthält Carrageenan, Kaliumchlorid, Titandioxid, Indigocarmin (E 132), Gelborange S (E 110), Hypromellose und gereinigtes Wasser. Die schwarze Druckfarbe enthält Schellack, Butan-1-ol, 2-Propanol, Ethanol vergällt (mit Aceton, Methanol und Acetylacetat), Eisen(II,III)oxid (E 172), gereinigtes Wasser und Propylenglycol.Anwendungsgebiete: Pradaxa 110 mg Hartkapseln: Primärprävention von venösen thromboembolischen Ereignissen bei erwachsenen Patienten nach elektivem chirurgischen Hüft- oder Kniegelenksersatz. Prävention von Schlaganfall und systemischer Embolie bei erwachsenen Patienten mit nicht valvulärem Vorhofflimmern mit einem oder mehreren der folgenden Risikofaktoren: Vorausgegangener Schlaganfall, transitorische ischämische Attacke oder systemische Embolie, Linksventrikuläre Ejektionsfraktion < 40 %, Symptomatische Herzinsuffizienz, ≥ New York Heart Association (NYHA) Klasse 2, Alter ≥ 75 Jahre, Alter ≥ 65 Jahre einhergehend mit einer der folgenden Erkrankungen: Diabetes mellitus, koronare Herzerkrankung oder arterielle Hypertonie. Pradaxa 150 mg Hartkapseln: Prävention von Schlaganfall und systemischer Embolie bei erwachsenen Patienten mit nicht valvulärem Vorhofflimmern mit einem oder mehreren der folgenden Risikofaktoren: Vorausgegangener Schlaganfall, transitorische ischämische Attacke oder systemische Embolie, Linksventrikuläre Ejektionsfraktion < 40 %, Symptomatische Herzinsuffizienz, ≥ New York Heart Association (NYHA) Klasse 2, Alter ≥ 75 Jahre, Alter ≥ 65 Jahre einhergehend mit einer der folgenden Erkrankungen: Diabetes mellitus, koronare Herzerkrankung oder arterielle Hypertonie. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion (CrCl < 30 ml/min), Akute, klinisch relevante Blutung, Läsionen oder klinische Situationen mit hohem Risiko einer schweren Blutung wie z. B. akute oder kürzlich aufgetretene gastrointestinale Ulzerationen, maligne Neoplasien mit hohem Blutungsrisiko, kürzlich aufgetretene Hirn- oder Rückenmarksverletzungen, kürzlich erfolgte chirurgische Eingriffe an Gehirn, Rückenmark oder Augen, kürzlich aufgetretene intrakranielle Blutungen, bekannte oder vermutete Ösophagusvarizen, arteriovenöse Fehlbildungen, vaskuläre Aneurysmen oder größere intraspinale oder intrazerebrale vaskuläre Anomalien. Die gleichzeitige Anwendung von anderen Antikoagulantien z. B. unfraktionierte Heparine, niedermolekulare Heparine (Enoxaparin, Dalteparin etc.), Heparinderivate (Fondaparinux etc.), orale Antikoagulantien (Warfarin, Rivaroxaban, Apixaban etc.) außer bei der Umstellung der Antikoagulationstherapie von oder auf Pradaxa oder wenn unfraktioniertes Heparin in Dosen gegeben wird, die notwendig sind, um die Durchgängigkeit eines zentralvenösen- oder arteriellen Katheters zu erhalten. Beeinträchtigung der Leberfunktion oder Lebererkrankung, die Auswirkungen auf das Überleben erwarten lässt. Gleichzeitige Behandlung mit systemisch verabreichtem Ketoconazol, Ciclosporin, Itraconazol, Tacrolimus und Dronedaron INHABER DER ZULASSUNG: Boehringer Ingelheim International GmbH, 55216 Ingelheim am Rhein, Deutschland. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht Rp, apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. PX 119/10.09.2012

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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 38  •  19. September 2012

Wissenschaft für die Praxis

Pankreatitis beim Oktoberfest

Bei der Sepsis läuft die Zeit schnell =

WIEN – Der 1. Welt-Sepsis-Tag am 13. September sollte die Bevölkerung auf die oft nicht rechtzeitig erkannte und damit potenziell tödliche Gefahr einer schweren Sepsis hinweisen. Die Federation of Austrian Societies of Intensive Care Medicine (FASIM) unterstützte die weltweite Aktion und will die Frühsymptome einer Sepsis allgemein bekannt machen. Univ.-Prof. Dr. Walter Hasibeder ist nicht nur einer der profundesten Sepsisspezialisten und Vorstand der Federation of Austrian Societies of Intensive Care Medicine (FASIM), sondern er kann auch aus eigener Erfahrung vom Verlauf einer Sepsis berichten. Er überlebte eine solche, allerdings nur, weil ein Kollege seine Symptome richtig erkannte. Prof. Hasibeder: „Das größte Problem dabei ist, dass man selbst nicht mehr beurteilen kann, wie schlecht es einem tatsächlich geht.“ Umso wichtiger ist es, die Frühsymptome einer Sepsis allgemein bekannt zu machen: Dazu gehören bekanntermaßen: u allgemeines Krankheitsund Schwächegefühl, das sich rasch steigert u beschleunigte Atmung und Atemnot u beschleunigter Puls u erhöhte Körpertemperatur (etwa 60 Prozent der Patienten), aber auch ein Abfall der Körpertemperatur (etwa 20 Prozent der Patienten) u zunehmende Schmerzen z.B. im Bauch oder Brustkorb, an den Flanken oder im Bereich der Gelenke. Ähnlich wie bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt spielt die verstrichene Zeit bis zum Einsetzen der Behandlung eine wesentliche Rolle für das Überleben der Patienten. Neuere Studien zeigen, dass bei einem septischen Schock jede Stunde Zeitverzögerung bis zum Beginn der Antibiotikatherapie die Sterblichkeit der Patienten um acht Prozent erhöht. Bei der bakteriellen Meningitis als Auslöser einer Sepsis kann eine Zeitverzögerung von zwei bis vier Stunden bereits über das Schicksal des Betroffenen entscheiden. Und die Sepsis ist nicht so selten

wie in der Öffentlichkeit wahrgenommen: Die Erkrankungsinzidenz liegt bei etwa 50 bis 95 Menschen pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Für Österreich bedeutet das rund 18.000 Sepsis-Patienten pro Jahr, die Hälfte davon mit schwerem Verlauf. Gegenüber früherer Untersuchungen nimmt die Häufigkeit international zu. Univ.-Prof. Dr. Philipp Metnitz, leitender Oberarzt an der Uniklinik für Anästhesie und Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie am AKH Wien, appelliert daher: „Lieber einmal zu viel den Arzt rufen oder ins Krankenhaus als zu wenig.“

Notfallteams in den Spitälern Rasch reagieren müssen auch die Ärzte in den Spitälern. Internationale Studien zeigen den Erfolg von „Medical Emergency Teams“ in den Krankenhäusern, die kritisch kranke Patienten auch außerhalb der Intensivstation rasch erkennen und betreuen können. Ähnliche Konzepte wären auch bei der raschen Erkennung von Sepsis-Patienten in Erstversorgungzentren und Notfallaufnahmen wünschenswert. Die FASIM setzt sich daher für die flächendeckende Umsetzung in Österreich ein. Denn obwohl die Sensibilisierung der Spitäler voranschreitet, ist die Sepsis in Österreich mit 7500 Todesfällen die dritthäufigste Todesursache. Große internationale Studien lassen darauf schließen, dass etwa 20 Prozent der Patienten an Intensivstationen entweder bereits mit einer Infektion/Sepsis aufgenommen wurden oder eine Sepsis entwickelten. SJ/APA www. fasim.at www.world-sepsis-day.org

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ter Pankreatitis durch (37  % alkoholinduziert, 35  % biliär), die während des Oktoberfestes 2008 in 27 Krankenhäusern im Großraum München behandelt wurden. Die Ergebnisse wurden mit zwei 18-tägigen Kontrollperioden verglichen. Es zeigte sich, dass während des Oktoberfestes die Inzidenz der akuten Pankreatitis im Vergleich zu den Kontrollgruppen nicht erhöht war. Die Inzidenz der Pankreatitis war dagegen signifi-

Univ.-Prof. Dr. Heinz F. Hammer

kant mit einem langfristigen und starken Alkoholkonsum assoziiert. Für die Praxis: Die akute alkoholische Pankreatitis ist mit einem chronischen Alkoholmissbrauch assoziiert. Phillip V et al., Clin Gastroenterol Hepatol 2011; 9: 995–1000

Diabeteseinstellung bei Pflegebedürftigen Erfahrenen Klinikern war schon lange bekannt, dass eine zu strenge glykämische Kontrolle bei gebrechlichen Typ-2-Diabetikern gefährlich sein kann. Amerikanische Wissenschafter haben nun 367 Patienten mit einem durchschnittlichen Alter von 80 Jahren untersucht, die noch in ihrem eigenen Haushalt lebten, aber Heimkrankenpflege benötigten. HbA1c-Spiegel, Beurteilung des allgemeinen Gesundheitszustandes und Todesfälle wurden über zwei Jahre erfasst. Innerhalb der zwei Jahre änderten sich die HbA1c-Spiegel nicht signifikant. Im Vergleich zu Pati-

enten mit einem HbA1c zwischen 7 und 8 % hatten solche mit HbA1cWerten zwischen 8 und 9 % einen signifikant günstigeren Verlauf, mit einer geringeren Verschlechterung des Gesundheitszustandes und einer niedrigeren Sterberate. Noch schlechter erging es den Patienten mit einem HbA1c unter 7 %. Insgesamt hatte die Beziehung zwischen HbA1c und Gesundheitszustand die Form eines U, mit den besten Ergebnissen für HbA 1cWerte zwischen 8 und 9  %. Diese Beziehung galt sowohl für Patienten unter oraler Therapie als auch unter Insulintherapie.

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1. Welt-Sepsis-Tag

Für die Praxis: Diese Beobachtung verstärkt den Eindruck, dass für ältere, pflegebedürftige Diabetiker ein HbA1c-Wert zwischen 8 und 9 % adäquat ist. Yau CK et al., J Am Geriatr Soc 2012; 60: 1215

Medikamentöse Therapie der leichten Hypertonie

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Unspezifische Frühsymptome verzögern oft die Behandlung einer Sepsis.

Starker Alkoholkonsum ist Risikofaktor für eine akute Pankreatitis. Deutsche Wissenschafter haben im Jahr 2008 untersucht, ob im Rahmen des Münchner Oktoberfestes ein Anstieg der alkoholinduzierten akuten Pankreatitis zu verzeichnen war. Während des Oktoberfestes wurden innerhalb von 16 Tagen 6,6 Millionen Liter Bier verkauft. Die Autoren führten eien multizentrische, prospektive Studie mit 188 Patienten mit aku-

Die Vor- und Nachteile einer medikamentösen Therapie der leichtgradigen Hypertonie (systolischer Blutdruck 140–159  mmHg und/oder diastolischer Blutdruck 90–99  mmHg) zur Primärprävention bei Patienten, die bisher kein kardiovaskuläres Ereignis erlitten hatten, wurden nun durch Analyse von Reviews und Metaanalysen von randomisierten und kontrollierten Studien von mindestens einjähriger Dauer überprüft. Pri-

märe Endpunkte waren Sterberate, Schlaganfall, koronare Herzerkrankung, kardiovaskuläre Ereignisse und ein Therapieabbruch aufgrund von Nebenwirkungen. Vier von elf Studien mit fast 9000 erwachsenen Teilnehmern erfüllten die Kriterien. Die Gesamtsterblichkeit wurde durch eine medikamentöse Therapie für vier bis fünf Jahre im Vergleich zu Placebo nicht vermindert. Ebenso wurde das Risiko für eine koronare Herzerkrankung, für Schlaganfall und für kardiovaskuläre Erkrankungen bezogen auf eine Studienteilpopulation von zirka 7000 Patienten nicht ver-

mindert. Hingegen war die Ablehnung der Therapie wegen Nebenwirkungen im Vergleich zu Placebo um mehr als das Vierfache erhöht. Für die Praxis: Die medikamentöse Therapie einer leichten Hypertonie zur primären Prävention ergab in dieser Metaanalyse keinen positiven klinischen Effekt. Die Vor- und Nachteile einer solchen Therapie sollten genauer untersucht und vor einer Entscheidung für oder gegen eine medikamentöse Therapie bedacht werden. Diao D et al., Cochrane Database of Systematic Reviews 2012; Issue 8, Art. No.: CD006742. DOI: 10.1002/14651858.CD006742.pub2

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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 38  •  19. September 2012

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Einsatz von mobilen Herz-Lungen-Maschinen rettet hoffnungslose Fälle

WIEN – Eine Studie, die von Forschern der MedUni Wien durchgeführt wurde, zeigt, dass durch den notfallmedizinischen Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine 15 Prozent der Patienten doch noch reanimiert werden konnten. Es sind vor allem junge Menschen, die ein akutes Herzversagen erleiden, die durch den rechtzeitigen Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine gerettet werden können, wie eine aktuelle Studie der Universitätsklinik für Notfallmedizin der Medizinischen Universität Wien zeigt. Die Autoren um Univ.-Prof. Dr. Fritz Sterz sind überzeugt, dass man noch mehr Menschen erfolgreich retten könnte, indem man Herz-Lungen-Maschinen nicht nur in Operationssälen und Intensivstationen einsetzt. Sie haben festgestellt, dass sie mit dieser Technologie auch jene Menschen retten konnten, bei denen andere Wiederbelebungsmaßnahmen vergeblich versucht worden sind. Seit 1995 seien rund 15 Prozent der Betroffenen auf diese Weise erfolgreich und ohne Folgeschäden ins Leben zurückgeholt worden, berichten die Forscher. „Es handelt sich bei den Betroffenen vor allem um junge Menschen. Im Schnitt sind sie erst 35

Herz-Lungen-Maschine an der Klinik verfügbar sein, mit der Patienten direkt vor Ort akut versorgt werden können. Ein Förderungsantrag für ein „vollausgestattetes Rettmobil“ sei bei der EU eingereicht, heißt es in einer Aussendung der MedUni Wien. In Österreich ist die Universitätsklinik für Notfallmedizin das einzige Zentrum, an dem klinisch tote

Jahre alt“, erklärt Prof. Sterz. „Würden noch mehr von ihnen sofort zu uns gebracht werden, könnten wir zahlreiche weitere junge Menschenleben retten“, ist er überzeugt. Daher ist nun geplant, die Kooperation zwischen der Wiener Rettung und der Universitätsklinik für Notfallmedizin am AKH auszubauen. Dazu soll in naher Zukunft eine erste mobile

Notfallpatienten mit Herz-LungenMaschinen in der Aufnahme reanimiert werden. Voraussetzung dafür ist, dass das Team innerhalb von fünf bis zehn Minuten einsetzbar ist. Dazu gehören u.a. Herz-Thorax-Chirurgen, Kardiotechniker und Kardiologen.  ph Wallmüller Ch. et al., Resuscitation 2012, Jul 16 [Epub ahead of print]

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Klinisch Tote ins Leben zurückbringen

Erste mobile Herz-Lungen-Maschinen sollen in naher Zukunft verfügbar sein.

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Die Jahrestagung des European Resuscitation Council (ERC) findet vom 18. bis 20. Oktober in Wien statt. Information und Anmeldung unter: www.resuscitation2012.eu. Am 30. Jänner 2013 veranstalten die Wiener Universitätsklinik für Notfallmedizin, das Center of Excellence of Medical Intensive Care (www.cemic.at) und die Austrian Association of Emergency Medicine (www.aaem.at) im Billrothhaus das 2. Notfallsymposium unter dem Titel „Herzinfarktversorgung im Wiener AKH: Rolle der Notfallaufnahme“. Anmelden kann man sich bei Frau Mag. Nicole Vorauer (Tel.: 01/40 4003953, E-Mail: Nicole.Vorauer@ meduniwien.ac.at).

Sagen Sie uns Ihre Meinung! ... und schicken Sie uns zu diesem Thema einen Leserbrief, rufen an oder senden eine E-Mail: Redaktion Medical Tribune Grünbergstraße 15/Stiege 1 1120 Wien Tel.: (01) 54 600-0 Fax: (01) 54 600-750

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Praxis-Tipp

Medizin

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Impressum

Rote Augen können viele Ursachen haben

Kriterien für die Überweisung Internationale Wochenzeitung für Österreich

Gefährliche Erkrankungen herausfiltern, heißt das oberste Gebot, wenn ein Patient Ihren Rat wegen eines geröteten Auges sucht. Klar, dass beim Trauma bzw. Fremdkörper sofort der Facharzt untersuchen muss. Gleiches gilt für die Skleritis (Lederhautentzündung), die sich bei intensiv und diffus gerötetem Auge durch tiefen, dumpfen Schmerz und eventuell auch mit Sehstörungen bemerkbar macht. Bei 50 Prozent der Patienten besteht zugleich eine rheumatische Erkrankung, eine Therapie mit NSAR und Steroiden (lokal/sys­temisch) sowie u.U. sogar Immunsuppressiva ist angezeigt. Ebenfalls mit starken dumpfen Schmerzen, dazu livider Rötung und Tränenlaufen sowie häufig mit einer Visusminderung geht die Iritis einher. Sie tritt idiopathisch, als Rheuma-Begleiter oder auch im Zusammenhang mit systemischen In-

Bei Sicca-Syndrom nach Medikamenten fragen

Neben diesen „Rote-Flagge-Zuständen“ gibt es jedoch reihenweise harmlosere Ursachen für das Alltagssymptom „rotes Auge“. Und hier darf der Hausarzt primär tätig werden, sagen die Fachärzte, sprich die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Günther Grabner von der Augenklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg. Eine der häufigsten Diagnosen stellt dabei das Sicca-Syndrom dar. Es trifft v.a. postmenopausale Frauen, kann durch Medikamente ausgelöst werden (z.B. Betablocker, Schilddrüsenmedikamente, trizyklische Antidepressiva) oder auch Krankheiten des rheumatischen Formenkreises begleiten. Typisch: Trockenheit, Fremdkörpergefühl und verkrustete Lidränder am Morgen. Tränenersatzmittel – Augentropfen, bei starken Beschwerden auch Salben – bringen Linderung. In thera-

  Zum Augenarzt überweisen:

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Hygienemängel beim Tragen von Kontaktlinsen locken die Akanth­ amöben-Keratitis herbei (1). Ist ein Fremdkörper (wie dieser Eisensplitter) ins Auge eingedrungen, verursacht er eventuell gar keinen Schmerz mehr (2).

 pieresistenten Fällen schreitet evtl. dann doch der Ophthalmologe ein. Er kann beispielweise durch temporären oder dauerhaften Verschluss der Tränenkanäle für genügend Augenbefeuchtung sorgen.

Babyshampoo für verkrustete Lidränder Die chronische Lidrandentzündung, Blepharitis, durch Staphylokokken, Akne, Psoriasis oder seborrhoische Dermatitis sorgt für rote, verdickte, schuppende Lidränder. Schuldige Bakterien vertreibt man mit lokalen Antibiotika (Fusidinsäure). Außerdem benötigt Ihr Patient Tipps zur Lidrandhygiene: Die Experten empfehlen das Reinigen mit

Epidemica stoppen! Bei viraler Konjunktivitis erklären Sie den Patienten, dass Sie eigene Handtücher und auch eine eigene Seife benutzen sollen. So lässt sich die Übertragung des infektionsfreudigen Virus auf die Verwandtschaft u.U. verhindern. Erkrankte Kinder sollten nicht in die Schule geschickt werden.

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dazu. Hilfreich beim Gewichthalten sei eine proteinreiche Kost mit niedrigem glykämischem Index und eine eher mediterrane Ernährungform, so Prof. Bischoff. Die Patienten müssen lernen, „Risiko-Nährstoffe“ dauerhaft zu meiden, wie Kartoffelchips, Kartoffeln, Zuckergesüßtes und rotes Fleisch. Stattdessen sollen vermehrt Nahrungsmittel wie Joghurt, Nüsse, Obst, Vollkornprodukte und Gemüse verzehrt werden. CV

Die Conjunctivitis epidemica verlangt keinen Augenarzt, jedoch oft eine Krankschreibung (3).

Wasser und Babyshampoo sowie das Aufbringen warmer Kompressen. Weniger gefährlich als sie aussieht, ist die subkonjunktivale Einblutung (Hyposphagma). Bei Hypertonie, körperlicher Belastung oder auch im Zuge einer Antikoagulanzientherapie färbt die akute Einblutung das betroffene Auge dunkelrot. Tun müssen Sie in solchen Fällen eigentlich gar nichts – die Blutung selbst wird spontan innerhalb einiger Wochen resorbiert. Natürlich gilt es insbesondere bei ausgeprägtem Befund oder Rezidivneigung eine Überantikoagulation bzw. Thrombophilie auszuschließen. Das Pterygium (Flügelfell) verursacht meist keine Symptome. Bestehen Benetzungsstörungen, kommen Tränenersatzmittel zum Einsatz. Bei fortschreitendem Befund muss allerdings doch der Augenarzt hinzugezogen werden. Last but not least stellt natürlich die Konjunktivitis eine Täglich-Brot-Erkrankung für Hausärzte dar. Bei bakterieller Genese, die sich durch konjunktivale Injektion, Chemose und eitriges Sekret bemerkbar macht, erfolgt antibiotische Lokaltherapie mit Gentamycin oder Ofloxacin, welche die verursachenden Staphylo-, Strepto- oder Pneumokokken in der Regel beeindruckt. Bessert sich der Befund nicht innerhalb von zwei bis drei Tagen, wird der Facharzt eingeschaltet. Die häufigste und hochansteckende Bindehautentzündung, die durch Adenoviren verursachte Conjunctivitis epidemica, lässt das hochrote Auge stark tränen und manchmal auch regionale Lymphknoten schwellen. Sie erfordert eine sorgsame Hygieneberatung von Patient und Angehörigen (s. Kasten). Ansonsten heilt sie meist ohne weitere Maßnahmen innerhalb von fünf bis zwölf Tagen aus. Zur Prophylaxe von Superinfektionen verschreiben Sie topische Antibiotika und pflegende Augensalben. Münz- oder sternförmige Hornhautherde verlangen Begutachtung beim Augenarzt. CG Andreas K. Bernhart et al., internist. prax. 2012; 52: 573–582

Fotos: augeninfo.de (3)

fektionen (Tbc, Syphilis) auf. Rasch zum Ophthalmologen, hoch dosiert NSAR und Kortison, therapeutische Mydriasis sowie je nach Auslöser Immunsuppressiva oder Antiinfektiva, so lautet dabei das Konzept. Die zu 90 Prozent bakteriell oder auch durch Herpesviren verursachte Keratitis ruft ebenfalls ein relativ dramatisches Krankheitsbild mit starker Rötung, Schmerzen, Photophobie, Lidkrampf und evtl. Sehbeeinträchtigung hervor. Hier muss unbedingt der Augenarzt eingeschaltet werden, die antiinfektive Therapie erfolgt je nach Erreger. Des Weiteren rötet auch ein schwerer akuter Glaukomanfall das betroffene Auge. Steinharter Bulbus, mittelweite, starre Pupille und trübe Hornhaut geben das Signal zur Akut­einweisung in die Augenklinik.

SALZBURG – Rotes Auge? Es begegnet Ihnen in der Praxis häufig, und alles Mögliche kann dahinterstecken. Sehr oft bekommen Sie das Problem ohne Hilfe des Augenarzt in den Griff. In manchen Fällen lautet das Motto aber: Schleunigst überweisen!

Anschrift: 1120 Wien, Grünbergstr. 15 Telefon: (01) 54 600-0, Fax: (01) 54 600-710 Geschäftsführer: Thomas Zembacher Verkaufsleitung: Reinhard Rosenberger Telefon: (01) 54 600-510 E-Mail: rosenberger@medical-tribune.at Anzeigenleitung: Thomas Schmuttermeier Telefon: (01) 54 600-540 E-Mail: schmuttermeier@medical-tribune.at Anzeigenabwicklung: Mag. Edyta Konarzewska Telefon: (01) 54 600-513 E-Mail: ek@medizin-medien.at Redaktionsleitung Print MMA Bettina Kammerer Telefon: (01) 54 600-610 E-Mail: kammerer@medizin-medien.at Chefredaktion: Mag. Silvia Jirsa Telefon: (01) 54 600-620 E-Mail: jirsa@medical-tribune.at Berater des Herausgebers: Univ.-Prof. Dr. med. Heinz F. Hammer Redaktion: Mag. Anita Groß, Dr. Luitgard Grossberger, Mag. Patricia Herzberger (Chefin vom Dienst), Dr. Silvana Schwitzer Fax: (01) 54 600-750 E-Mail: redaktion@medical-tribune.at Lektorat: Mag. Eva Posch Layout und Herstellung: Günther Machek, Hans Ljung, Martin Jandrisevits, Johannes Spandl Ständige Mitarbeiter: Reno Barth, Univ.-Prof. Dr. med. Heinz F. Hammer, Univ.Prof. Dr. med. Johann Hammer, Mag. Dr. med. Rüdiger Höflechner, Dr. med. Anita Kreilhuber, Hannes Schlosser, Mag. Tanja Schuch, Dr. med. Ulrike Stelzl Aboservice Medical Tribune 1110 Wien, Simmeringer Hauptstraße 24 Telefon: 01/361 70 70-572 Telefax: 01/361 70 70-9572 E-Mail: aboservice@medizin-medien.at Bezugsbedingungen: Einzelpreis € 4,- Jahresabo € 72,- (inkl. Porto), Studenten und Ärzte in Ausbildung € 52,Konto für Abo-Zahlung: Hypo Bank Tirol, Konto-Nr.: 520 11 020 864; BLZ: 57000 Druck: Vogel Druck und Medienservice GmbH & Co. KG, D-97204 Höchberg Bankverbindung: Hypo Bank Tirol, Konto-Nr.: 520 11 014 031 BLZ: 57000 DVR-Nr.: 4007613; ISSN 0344-8304 Unternehmensgegenstand: Herausgabe, Verlag, Druck und Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften sowie sonstigen periodischen Druckschriften. Beteiligung: Alleinige Gesellschafterin der Medizin Medien Austria GmbH ist die Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH. Gesellschafter der Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH sind die Süddeutscher Verlag GmbH mit 91,98 %, Herr Holger Hüthig mit 7,02 %, Frau Ruth Hüthig mit 0,45 %, Frau Beatrice Hüthig mit 0,28 % und Herr Sebastian Hüthig mit 0,28 %.

Leseranalyse medizinischer Fachzeitschriften


Medizin

Medical Tribune • 44. Jahrgang • Nr. 38 • 19. September 2012

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Ösophagus-Karzinom

Messer, Strahl und Chemo AMSTERDAM – Mit 5-Jahres-Überlebensraten kaum über 40 % hat der Speiseröhren-Krebs eine schlechte Prognose. Das liegt auch daran, dass oft nicht im Gesunden reseziert werden kann. Kombinierte Radiochemotherapie scheint hier einen Fortschritt zu bringen. Das Ösophagus-Karzinom ist der achthäufigste Tumor weltweit und im Zunehmen begriffen. Die Rolle der neoadjuvanten Radiochemotherapie war bei diesem Krebs bisher umstritten, weil randomisierte Studien keinen Überlebensvorteil zeigen konnten. Dafür wurden verschiedene Faktoren verantwortlich gemacht, wie ein inadäquates Studiendesign oder eine zu hohe Toxizität der Radiochemotherapie.

Radiochemotherapie wurde gut vertragen Niederländische Chirurgen und Strahlentherapeuten führten nun eine neue Phase-III-Studie an 368 Patienten mit lokal begrenzten, nicht fernmetastasierten Tumoren des Ösophagus oder des Ösophagus-Magen-Übergangs durch. Die Hälfte der Patienten wurde nur operiert. Die anderen erhielten vorher fünf wöchentliche Gaben von Carboplatin und Paclitaxel sowie eine relativ niedrig dosierte Strahlentherapie. Carboplatin und Paclitaxel bewirken eine StrahlenSensibilisierung und sind in den verwendeten Dosen gut verträglich, so die Forscher. Eine R0-Resektion mit mindestens 1 mm breitem tumorzellfreiem Rand erreichte man nach Radiochemotherapie bei 92 % der Patienten,

ohne diese Vorbehandlung nur bei 69 %. Fast 30 % erzielten nach Radiochemotherapie sogar eine pathologische Komplett-Remission. Postoperative Komplikationen traten in beiden Gruppen gleich häufig auf, ebenso Todesfälle während des Klinikaufenthalts (je 4 %). Unter der Radiochemotherapie wurden bei 6 % der Patienten Leukopenien, bei 2 % Neutropenien beobachtet. An nichthämatologischen Toxizitäten registrierte man Anorexie und Fatigue (5 bzw. 3 %).

Neoadjuvante Therapie erscheint lohnenswert Dass sich die neoadjuvante Therapie lohnt, zeigen die Überlebenszeiten. Sie lagen für die Patienten in der Chemoradiotherapie-Gruppe bei median 49,4 Monaten, in der Kontrollgruppe bei 24 Monaten. Dieser Vorteil wird – möglicherweise wegen der niedrigen Strahlendosis – mit geringer und akzeptabler Toxizität erkauft und kommt Patienten mit Adenokarzinom ebenso wie solchen mit Plattenepithelkarzinomen zugute, sofern sie vor Behandlungsbeginn einen guten Allgemeinzustand aufweisen. red van Hagen P et al.: Preoperative chemoradiotherapy for esophageal or junctional cancer. N Engl J Med 2012 May 31; 366(22): 2074–84

Bauchschmerzen, Hämatemesis, Teerstuhl

Malignes Melanom streute in den Magen

Da die Seniorin immer wieder transfusionspflichtige Anämien entwickelte, wurde sie stationär aufgenommen, um potenzielle Blutungsquellen abzuklären. 15 Jahre zuvor hatte man der 82-Jährigen ein malignes Melanom an der Fußsohle entfernt. Gastroskopisch erhoben die Kollegen einen hochsuspekten Befund: Sie fanden eine 6 x 7 Zentimeter große, zentral exulzerierte, nekrotische Raumforderung an der großen

Kurvatur. Bei der histologischen Untersuchung wies man schließlich Anteile einer Melanommetastase nach, heißt es in einem Abstract von der 45. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie. Und auch an der Wirbelsäule fanden sich Auffälligkeiten, die für eine Metastasierung sprachen. So beschrieben die Radiologen im MRT-Befund „metastasensuspekte Läsionen“ am vierten Lendenwirbelkörper. Um die Blutungsquelle zu beseitigen, entschloss man sich trotz „palliativer Situation“ zur operativen Entfernung der Magen-Metastase. Auch viele Jahre nach der Behandlung eines kutanen Melanoms können Blutungen und abdominelle Beschwerden auf Metastasen, z.B. im Magen, hinweisen, so das Fazit der Experten. eno

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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 38  •  19. September 2012

Jubiläum: 50. Jahrestagung der Kinder- und Jugendärzte Österreichs

Begeistert vom Potenzial der Kinder SALZBURG/LEOBEN –  Die Österreichische Gesellschaft für Kinderund Jugendheilkunde (ÖGKJ) feiert heuer ihr 50-jähriges Bestehen. Für den Jubiläumskongress vom 27. bis 29. September in Salzburg hat sich die ÖGKJ viel einfallen lassen. MT sprach vorab mit Tagungspräsident Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl, Uniklinik Salzburg, und ÖGKJ-Präsident Prim. Univ.-Prof. Dr. Reinhold Kerbl, LKH Leoben, über Erfolge und Herausforderungen der Pädiatrie. dizin. Aber auch kleinere Sitzungen wie „Geschichte – Kindermedizin“ am Schluss am Samstag sind empfehlenswert. Highlights sind auch die Workshops für die niedergelassenen Kollegen. MT: Was waren die Meilensteine in der Pädiatrie seit 1962? Prof. Kerbl: In den letzten 50 Jahren ist die Kinder- und Säuglingssterblichkeit massiv gesunken. Auch die Infektionskrankheiten sind sehr zurückgegangen, dazu haben ganz wesentlich die Impfungen beigetragen. Ohne Masern-Impfung z.B. hätten wir jedes Jahr zahlreiche MasernTote in Österreich. Oder die Einführung des Mutter-Kind-Passes 1974,

Foto: Privat

Foto: ÖGKJ Archiv

Interview

Univ.-Prof. Dr. Reinhold Kerbl

„Kunstwerk Körper“ zeigen wir die Schönheit des Phänomens Mensch im Mikrokosmos. Wir haben z.B. elektronenmikroskopische Bilder von Nervenzellen auf der Homepage oder eine elektronenmikroskopisch vergrößerte Eizelle auf unserer Tasche. Und „Kinder Heilkunst“ soll vermitteln, dass der Arzt im positiven Sinn eigentlich auch ein Künstler ist. Gute Medizin ist im höchsten Sinn auch Heilkunst.

als Österreich mit 24 auf 1000 Lebendgeborene auch noch eine sehr hohe Säuglingssterblichkeit hatte. Heute liegen wir bei einer Sterblichkeit von vier auf 1000. Oder der plötzliche Säuglingstod: Noch in den späten 80er-Jahren hatten wir

MT: Wie viele Teilnehmer erwar­ten Sie, und welche Highlights sollte man sich keinesfalls entgehen lassen? Prof. Sperl: Das Interesse im Vorfeld ist groß, ich erwarte mir zirka 700 Teilnehmer, das ist schon sehr gut. Auch die Industrieausstellung wird eine Rekordausstellung. Wir haben vier Plenarsitzungen mit den speziellen Über-Themen „Der richtige Zeitpunkt“ ,„Brücken bauen“, „Blick über die Grenzen“ und „Blick in die Zukunft“, für die wir bedeutende Referenten gewinnen konnten. Highlights sind sicher auch die Sondersitzungen zur Kinderchirurgie oder zur Prä- und Perinatalme-

Explizit „Im Moment macht der Patient noch eine Odyssee durch, weil das System zerfleddert ist.“ Prof. Wolfgang Sperl

bis zu 140 Tote im Jahr, heute sind es 15 bis 20 Tote. Der Rückgang der Todesfälle ist aber nur die Spitze der Errungenschaften. Dazu kommen Verbesserungen der Lebensqualität für viele Erkrankungen. Wir haben z.B. für Rheuma-Erkrankte heute viel bessere Medikamente, und die Kinder können sehr lange oder überhaupt ganz mobil bleiben. Oder auch die Kinderkardiologie, wo man noch vor zehn Jahren viele Herzfehler nicht adäquat behandeln konn-

Die ÖGKJ wünscht sich eine Ausweitung der erfolgreichen Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen in das Schulalter.

te und heute durch neue Techniken sehr gute Erfolge erzielt. Das sind nur ein paar Beispiele. MT: Was sind aktuell die drängendsten Herausforderungen in der Kindermedizin? Prof. Sperl: Wir haben eine Zunahme von psychosozialen und psychosomatischen Problemen. Der Trend geht dahin, dass wir die Kinder in ihrem psychosozialen Umfeld in Zusammenarbeit mit den Kinder- und Jugendpsychiatern mehr und mehr abholen müssen. Ein großes Gebiet ist auch die Neo­ natologie. Es gibt mehr Frühchen, teilweise auch mit Behinderung, die wir dann bis zum 18. Lebensjahr betreuen und begleiten. Durch die Genetik und die neuen Diagnosemethoden bzw. das Neugeborenen-Screening haben wir noch ein Thema: Seltene Krankheiten. Diese Orphan Diseases sind zwar in sich selber selten, aber machen als Gesamtkollektiv einen großen Teil aus. MT: Herr Prof. Kerbl, was sind für Sie die dringendsten gesundheitspolitischen Anliegen? Prof. Kerbl: Im Sinne der Prävention wünschen wir uns eine weitere Verbesserung des Impfprogrammes, wie z.B. die Einführung der HPVImpfung. Und ein sehr wesentliches Thema für uns ist die Fortführung des Mutter-Kind-Passes ins Schulund ins Jugendalter, weil wir gerade in dieser Zeit ein „blindes Fenster“ haben, wo wir wenig über die Kindergesundheit wissen. Es gibt zwar schulärztliche Untersuchungen, aber keine systematischen Aufzeichnungen und Auswertungen darüber. Diese Lücke sollte geschlossen werden, indem man die sehr guten Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen in diese Zeit fortsetzt und – wichtig – auch dokumentiert und auswertet. Die ÖGKJ wird sich auch zunehmend darauf konzentrieren, soziale Probleme zu erkennen und einer entsprechenden Behandlung zuzuführen. Derzeit ist es Zufall, ob Miss-

stände erkannt werden – wenn z.B. der Nachbar anruft, dass die Kinder nebenan geschlagen werden. Ganz wesentlich ist auch, neben den Ernährungsprogrammen, die vom Ministerium bereits initiiert sind, etwas für die Bewegung zu tun. Das Radfahren im Hof, das Fußballspielen am Nachmittag auf der Wiese sind vielfach durch die sogenannten sozialen Netzwerke ersetzt worden. Das muss sich wieder ändern!

Explizit „Es braucht auch in der Pädiatrie viele gute Spezialisten – wie in der Inneren Medizin.“ Prof. Reinhold Kerbl

MT: Eines der Themen der Plenarsitzungen ist der Blick in die Zukunft. Wo sehen Sie Ihr Spezialgebiet in zehn, 15 Jahren? Prof. Sperl: Bei meinem Spezialgebiet, den Seltenen Krankheiten, kann ich mir vorstellen, dass man in zehn Jahren ein System mit besseren rechtlichen Rahmenbedingungen hat, das auch wirklich aus einer Hand finanziert wird. Ich er-

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl

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MT: Sie wählten als Tagungsmotto „Kleine Künstler – Kunstwerk Körper – Kinder Heilkunst“. Was ist die Idee dahinter? Prof. Sperl: Uns Kinderärzten liegt ja die Begeisterung oder Bewunderung für die Kreativität und das Potenzial der Kinder und Jugendlichen – selbst der kleinen Säuglinge – im Blut. Bei der Jubiläumstagung wollen wir daher besonders die Kinder in den Mittelpunkt stellen. Wir lassen „Kleine Künstler“, Zirkusartisten aus Volksschulprojekten mit dem Kinderzirkus Anthelli und aus dem Jugendzirkus SaWaZi, auftreten. Natürlich gibt es auch in unserer Heilstättenschule sehr viele Künstler, die ebenfalls auftreten werden. Bei

warte mir, dass auch die Schwerpunktbildung erfolgt ist und dass es Kompetenzzentren gibt. Im Moment macht der Patient noch eine Odyssee durch, weil das System zerfleddert ist. Oft muss man mit den Kassen jede einzelne Therapie verhandeln. In zehn oder 15 Jahren erhoffe ich mir, dass wir durch Enzymersatz und Gentherapien viel mehr Heilungen oder Verbesserungen schaffen, aber dass die Pharmapreise deutlich geringer sind. Prof. Kerbl: Da ich mehrere Spezialgebiete habe, sage ich es genereller: Es braucht auch in der Pädiatrie viele gute Spezialisten – so wie in der Inneren Medizin. Dort gibt es elf Additivfächer, und es ist überhaupt keine Frage, dass man bei einem Darmproblem zu einem Gastroenterologen geht, bei einem Nierenproblem zu einem Nephrologen usw. Diese Anerkennung von Spezialisierungen fordern wir im gleichen Maße, weil unsere Pädiatrie v.a. auch die „Innere Medizin des jungen Menschen“ ist. Das ist leider etwas, wo uns die Ärztekammer und teilweise auch das Ministerium bisher nicht wirklich unterstützt haben, so nach dem Motto: Der Kinderarzt hat alles zu können! Interview: Mag. Anita Groß

  ÖGKJ feiert 50-jähriges Jubiläum

1962 schlossen sich die Kinder- und Jugendfachärzte Österreichs auf Initiative von Prof. Karl Kundratitz, Prof. Walter Swoboda (beide Wien), Prof. Hans Asperger (Innsbruck) und Prof. Ernst Lorenz (Graz) zusammen – die Fachgesellschaft war geboren. Einige exemplarische Eckpunkte: u 1967: offizielle Einführung des Neugeborenen-Screenings, initiiert von Prof. Otto Thalhammer u 1968: erster Obergurgler Fortbildungskurs durch Prof. Ernst Huber u 1973: Gründung der Gesellschaft für Perinatalmedizin u 1974: Einführung des Mutter-Kind-Passes u 1988: Namenserweiterung in Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin u 1997: Gründung des Berufsverbandes für Kinderkrankenpflege, erste gemeinsame Tagung ÖGKJ und DGKJ, Monatsschrift für Kinder- und Jugendheilkunde löst Pädiatrie und Pädologie als offizielles Organ ab ÖGKJ-Homepage: www.docs4you.at Jubiläums-Website: www.paediatrie2012.at


Medizin

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Mit Dreifachkombination

Bessere Heilungschance bei Hepatitis C FREIBURG – Durch die Kombination der bisherigen Standardtherapie mit einem Proteaseinhibitor kann man die Heilungsaussichten bei chronischer Hepatitis C deutlich verbessern. Für die Therapie der chronischen Hepatitis C vom Genotyp 1 sind heute die Proteaseinhibitoren Tela­ previr und Boceprevir zugelassen. Beide Substanzen können wegen schneller Resistenzentwicklungen nur gemeinsam mit pegyliertem In­ teferon alpha (PegIFN) und Ribavi­ rin eingesetzt werden.

Tripletherapie bringt mehr Nebenwirkungen In den Zulassungsstudien wur­ de sowohl bei therapienaiven als auch bei erfolglos vorbehandelten Patienten signifkant häufiger ein dauerhaftes virologisches Anspre­ chen erreicht (Telaprevir 75 % vs. 44  %; Boceprevir 63  % vs. 38  %). Dabei konnte mit beiden Substan­ zen bei etwa der Hälfte der Pati­ enten aufgrund eines schnellen Therapieansprechens die Behand­ lungsdauer verkürzt werden (Tela­ previr 48 auf 24 Wochen; Bocepre­ vier 48 auf 28 Wochen).

Zusätzlich zu den bereits be­ kannten Nebenwirkungen der bis­ herigen Standardmedikation muss unter der Tripletherapie mit wei­ teren unerwünschten Wirkungen gerechnet werden. Unter beiden Proteasehemmern treten deutlich häufiger Anämien auf, die eine Dosisreduktion oder auch ein Pau­ sieren von Ribavirin erforderlich machen, schreiben Dr. Chris­toph Neumann-Haefelin von der In­ neren Medizin II der Universi­ tätsklinik Freiburg und Kollegen in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift“. Typische Telaprevir-Neben­ wirkungen waren ein juckender Hautausschlag und anorektale Be­ schwerden. Bei fünf Prozent der Patienten zeigten sich sehr schwe­ re, z.T. lebensbedrohliche Hautver­ änderungen, sodass hier immer eng mit einem Dermatologen zusam­ mengearbeitet werden sollte. Unter Boceprevir können belastende Ge­ schmacksstörungen auftreten. Eine Dosisreduktion der Protea­ seinhibitoren sollte unbedingt ver­ mieden werden, um Resistenzen zu

verhindern, betonte der Gastroen­ terologe. Ebenfalls wichtig für die Vermeidung der Resistenzentwick­ lung ist die Beachtung der genau vorgegebenen „Stopp-Regeln“ bei mangelndem Ansprechen. Beide Substanzen werden über das Cytochrom-P450-System meta­ bolisiert, wodurch zahlreiche Wech­ selwirkungen mit anderen Medi­

kamenten berücksichtigt werden müssen. Hilfreich ist hier die Web­ seite www.hep-druginteractions.org. Wann ist die Tripletherapie in­ diziert? In aller Regel bei Patienten mit einer chronischen Hepati­ tis vom HCV-Genotyp 1 mit nach­ weislicher entzündlicher Aktivität (erhöhte Transaminasen und/oder entzündliche Leberinfiltrate), signi­

fikanter Leberfibrose oder kompen­ sierter Zirrhose und bei extrahepa­ tischen Manifestationen.

Monotherapie-Versuch nur bei niedriger Viruslast Bei günstiger Ausgangssituation (z.B. sehr niedrige Viruslast, nied­ riges Fibrosestadium, Interleu­ kin-28B-Genotyp) kann eventuell

zuerst auch ein Versuch mit PegIFN/ Ribaverin gemacht werden. Ist hier­ bei nach vier Wochen die HCV-Vi­ ruslast immer noch positiv, kann nachträglich immer noch mit einem Proteaseinhibitor kombiniert wer­ den, ohne den Therapieerfolg we­ sentlich zu gefährden. MW Christoph Neumann-Haefelin et al., Dtsch Med Wochenschr 2012; 137: 1360–1365

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Medizin

Medical Tribune • 44. Jahrgang • Nr. 38 • 19. September 2012

Neue Guidelines – bitte warten!

Termine

Mehr Evidenz in die RR-Therapie positioniert – nicht nur bei der unkomplizierten Hypertonie, sondern auch bei Diabetes. Die Evidenz, die hinter den bisherigen Guidelines steht, ist oftmals bescheiden. So sind die relativ kongruenten Empfehlungen verschiedener Fachgesellschaften aus den Jahren 2003 bis 2008 zum Blutdruck-Zielwert bei diabetischen Patienten (130/80 mmHg) zumeist Evidenzlevel C, gibt Doz. Auer zu bedenken. Heute sei man jedoch mit Daten konfrontiert, die man damals Gemeinsam tagten die Österreichischen Hypertensiologen und Nephrologen in Neue Daten für noch nicht kannte, beispielsweise Graz. Auf neue Hypertonie-Leitlinien wird man noch ein bisschen warten müssen. Risikogruppen aus der ACCORD-Studie. In dieser Das hat dazu geführt, dass man Während die europäischen prospektiven randomisierten Studie Studie legte nahe, dass ein stark abGuidelines einen Blutdruckwert hatte man erstmals untersucht, ob es gesenkter diastolischer Blutdruck die ESC/ESH-Guidelines 2009 einer koronare <  140/90  mmHg als normal be- wirklich sinnvoll ist, Patienten mit vermehrte Kongress live Ereignisse nach Neubewertung unterzog (Reappraizeichnen, haben die Amerikaner Diabetes unter 120 mmHg systolisch sich zieht. „Auch diese Ergebnisse sal 2009) und infrage stellte, ob die nach dem Motto „the lower, the bet- zu senken. Bezüglich des Outcomes stellen infrage, ob wirklich für alle bisherigen Zielwerte wirklich auch ter“ den Terminus „Prähypertonie“ gab es keinen Unterschied zwischen Patienten ,the lower, the better‘ gilt.“ für Risikopopulationen gelten sollen. Wie könnten nun die neuen geprägt: Darunter werden alle Pa- der Gruppe, die intensiv kontrolliert Guidelines aussehen? In den vortienten mit einem Blutdruck-Wert worden war im Vergleich zur Stanaussichtlich Ende des Jahres er> 120/80 mmHg subsumiert. „Auch dardgruppe. Einzig das Schlaganscheinenden US-Guidelines wird was die Therapie anbelangt, haben fallrisiko nahm ab. „Allerdings zum man sich im Wesentlichen auf drei sich die Amerikaner etwas weit aus Preis renaler Nebenwirkungen und Fragen beschränken, so Doz. Auer: dem Fenster gelehnt“, wie Doz. Auer symptomatischer Hypotonien“, wie Wann, d.h. ab welchen Blutdruckfindet. Auf Basis der ALLHAT-Stu- Prof. Auer betonte. werten, sollten wir behandeln? WelSehr lange geistere auch schon die wurden die Thiaziddiuretika in che Zielwerte sollen wir erreichen? den Guidelines aus dem Jahr 2003 das Problem der J-Kurve herum. Wie sollen wir behandeln, d.h., gibt in vielen Bereichen an erster Stelle Eine Posthoc-Analyse der INVESTes einen Unterschied zwischen den eingesetzten Medikamenten? Erstmals soll dabei eine Literatur-ReIn der Akutphase Blutdruck nicht zu stark senken cherche bis ins Jahr 1966 zurück durchgeführt und die Evidenz genau bewertet werden. Einen Ausblick, was uns in Europa erwartet, geben die kürzlich erschienen ESC-Guidelines zur karmilder Klinik relativ wenig Blut- enten individuell gehandhabt wer- diovaskulären Prävention: Zielwert GRAZ – Das Blutdruckmanagedruckschwankungen auf, schwerer den muss. So hängt der angepeilte bei unkomplizierter Hypertonie ment in der Akutphase des Betroffene mit größeren Mediain- Blutdruck beispielsweise davon ab, ist ein Blutdruck <  140/90  mmHg Schlaganfalls ist komplex. Einerseits soll eine ausreichende farkten haben häufig Blutdruckent- ob der Patient davor hyper- oder (Empfehlungsgrad IIa, Evidenzlevel A). „Bei Diabetikern hat man gleisungen, die sehr wohl einer The- normotensiv war (siehe Kasten). Perfusion des geschädigten sich zu weniger stringenten Emprapie bedürfen. Sekundärprophylaxe Gewebes gewährleistet sein. fehlungen durchgerungen“, so Doz. Zerebrale Perfusion Andererseits müssen hypertenIn seltenen Fällen ist man beim Auer. Hier gilt derselbe Zielwert aufrechterhalten sive Entgleisungen sehr wohl in akuten ischämischen Insult auch mit wie bei unkomplizierter Hypertoden Griff bekommen werden. In der Akutphase ist man be- hypotonen Blutdruckwerten kon- nie (Empfehlungsgrad I, Evidenzmüht, den Blutdruck möglichst frontiert. Therapie der Wahl ist hier level A). Alle wesentlichen AnWährend das Blutdruck-Ma- nicht zu senken, solange keine kri- die Flüssigkeitssubstitution (kristal- tihypertensiva-Klassen, nämlich nagement bei intrazerebralen Blu- tischen Werte (≥ 220 mmHg systo- line und kolloidale Lösungen). Erst Diuretika, ACE-Hemmer, Angiotungen darauf abzielt, normotensive lisch, 120–140  mmHg diastolisch) wenn das nichts hilft, kommen Ka- tensin-Rezeptorblocker, KalziumAntagonisten und Beta-Blocker, Werte zu erreichen, ist die Akut-Si- erreicht werden. „Vorausgesetzt der techolamine zum Einsatz. In jedem Fall sollte der Pati- werden weiterhin eine gleichtuation beim ischämischen Insult Patient verträgt es und dekompenschon komplexer, wie Prim. Univ.- siert nicht kardiopulmonal“, so Prof. ent nach zwei bis drei Tagen in die wertige Rolle bei der unkompliProf. Dr. Peter Kapeller von der Kapeller. Bei Lyse sollte der Blut- langfristige Blutdrucktherapie mit zierten Hypertonie spielen (EmpNeurologischen Abteilung am LKH druck einen Wert von 185  mmHg normotensiven Werten bzw. in die fehlungsgrad I, Evidenzlevel A). In Villach am Beginn seines Vortrags systolisch nicht überschreiten – hö- Sekundärprophylaxe übergeleitet bestimmten Fällen (bei schwerer GLu Hypertonie bzw. bei leichter und betonte. Einerseits, weil nicht nur here Werte gehen mit einem gestei- werden. moderater Hypertonie, wenn ein die Ursachen sehr unterschiedlich gerten Blutungsrisiko einher. hohes oder sehr hohes kardiovasDer Patient sollte also eher im hysein können, sondern auch Lokalikuläres Risiko besteht) soll gleich sation und Größe des betroffenen pertensiven Bereich gehalten werRR-Zielwerte: mit der medikamentösen Therapie Gebietes sowie die klinischen Aus- den, um die zerebrale Perfusion  zuvor Hypertension: begonnen werden (Empfehlungsformungen. „Daher kann auch das aufrechtzuerhalten, speziell in der bis 180/100–105 mmHg grad I, Evidenzlevel C). GLu Blutdruckverhalten durchaus un- sogenannten Penumbra. Das ist je zuvor Normotension: terschiedlich sein“, gibt der Exper- ner Teil des ischämischen InfarktareGemeinsame Jahrestagung der Österreichi160–180/90–100 mmHg te zu bedenken. So weisen Patienten als, das potenzial rettbar ist. Zielschen Gesellschaft für Hypertensiologie und mit Posterior-Infarkten oder klei- vorgaben sind schwer festzumachen, Adams et al., 2003 der Österreichischen Gesellschaft für Nephroneren emboliformen Infarkten mit weil die Situation bei jedem Patilogie; Graz, September 2012 Die letzten europäischen Guidelines zur Hypertonie sind aus dem Jahr 2007, die aus den USA sind gar neun Jahre alt, informierte Univ.Doz. Prim. Dr. Johann Auer von der Internen Abteilung am KH St. Josef in Braunau. Warum es bis dato weder in Europa noch in den USA neue Guidelines gibt, begründet der Kardiologe damit, dass heute viel höhere Ansprüche an die Evidenz gestellt werden, als das noch vor einigen Jahren der Fall war.

Kongress live Jahres-Tagung der ÖGH & ÖGN

RR-Management beim Schlaganfall

Foto: BilderBox.com

GRAZ – Neue internationale Guidelines in der Blutdrucktherapie – so lautete der Titel einer Sitzung im Rahmen der gemeinsamen Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaften für Hypertensiologie und Nephrologie. Ein Experte erklärte, warum noch etwas Geduld gefragt ist.

26.9.2012 Augenheilkunde Interdisziplinär Leitung: Prim. Prof. Dr. S. Binder Ort: Wiener Rathaus, Nordbuffet Info: MedEvent, Tel.: 01/545 38 10 medevent@medevent.cc www.medevent.cc 27.–28.9.2012 30. Jahrestagung der Österr. Gesellschaft für Senologie Leitung: Prof. Dr. Th. Helbich, Prof. Dr. F. Fitzal Ort: Aula der Wissenschaften, Wien Info: Wr. Med. Akademie, Ch. Linzbauer, Tel.: 01/405 13 83-17 senologie2012@medacad.org www.senologie.at 27.–28.9.2012 ÖGPH-Tagung Kinderund Jugendgesundheit Veranstalter: Österr. Gesellschaft für Public Health (ÖGPH) Ort: Cityhotel Design & Classic, St. Pölten Info: NÖGKK, L. Manseder, M. Pemmer leo.manseder@noegkk.at, maria.pemmer@noegkk.at www.oegph.at 28.9.–2.10.2012 Europäischer Krebskongress – ESMO (European Society for Medical Oncology) 2012 Leitung: M. Piccart, J. Taberno, R.A. Stahel Ort: Austria Center, Wien Info: ESMO Head Office, Congress Dep., Tel.: 0041/91/973 19-16 od. 26 od. 39 www.esmo.org/events/ vienna-2012-congress.html

6.-7.10.2012 Der chronische Schmerzpatient Referentin: OA Dr. A. Marek Ort: Hotel Moser, Pöchlarn Anmeldung: ratiopharm, M. Leithner, Tel.: 01/97007-230 mleithner@ratiopharm.at DFP-Punkte: 7 Pkte. Allgemeinmedizin, 2 Pkte. Psychiatrie, 2 Pkte. Neurologie, 1 Pkt. Chirurgie


Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 38  •  19. September 2012

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Hochrisikopatienten identifizieren

Nephrologen früh genug beiziehen GRAZ – Patienten, die einer Nierenersatztherapie bedürfen, stellen eine enorme Belastung für das Gesundheitssystems dar. Wie kann der komplette Funktionsverlust der Nieren hintangehalten werden, und ab wann sollte in der Betreuung von Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ein Nephrologe beigezogen werden? Ein Update aus Graz. Etwa 10 bis 12  % aller Erwach­ senen weisen eine eingeschränk­ te Nierenfunktion auf, 8  % haben eine signifikante Nierenfunkti­ onseinschränkung, sprich eine GFR <  60ml/min (chronische Nierenin­ suffizienz, CKD-Stadium 3). Fällt die Nierenfunktion unter 15 bis 10  %, wird eine Nieren­ersatztherapie not­ wendig. Dass diese Patienten eine enorme Belastung für das Gesund­ heitssystem darstellen, zeigte Univ.Prof. Dr. Alexan­der Rosenkranz, Medizinische Universität Graz, an­ hand rezenter Daten aus England: Pro Jahr werden für Patienten mit einer Nierenfunktion unter 60 % des Normalwertes 1,05 Milliarden Euro ausgegeben, davon mehr als die Hälfte alleine für Dialyseverfahren. Dabei macht dieses Kollektiv nur 1 % der Patienten aus (Ker et al., Ne­ phrology Dialysis Trans­plant 2012).

kardiovaskuläre Risiko steigt bei et al. (Arch Int Med 2008) haben ge­ Mortalität um 50 % gesenkt!“ Eben­ diesen Pa­tienten dramatisch an.“ zeigt, dass das Mortalitätsrisiko bei so verbessert der Nierenspezialist Wann sollte nun ein Nephrolo­ Patienten im Stadium 3 und 4 umso in diesen beiden Stadien das dialy­ je öfter10:46 die Betrof­ ge beigezogen werden, und welche mehr abnimmt, Ins_Zanidip_A5_2010_RZ_Layout 1 03.09.10 Seitesefreie 1 Überleben – die Progression Rolle spielt der Nephrologe für das fenen einen Nephrologen konsultie­ wird wesentlich hintangehalten. Zum Schluss gibt Prof. Rosen­ Outcome der betroffenen Patienten? ren. Prof. Rosenkranz: „Wenn Sie in Amerikanische Leitlinien (K/DO­ diesen Stadien den Nephrologen ein­ kranz noch ein einfaches Überwei­ QI-Guidelines) empfehlen, bereits mal im Jahr sehen, ist es so, als hätten sungsschema mit auf den Weg: Ist im CKD-Stadium 3 einen Nephro­ Sie ihn nie gesehen. Wenn Sie aber die GFR > 60 ml/min, kann der Pati­ logen beizuziehen. Daten von Tseng vier Visiten im Jahr haben, wird die ent vom Allgemeinmediziner betreut

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werden. Kommt eine Proteinurie dazu, ist ein Internist bzw. Nephro­ loge beizuziehen. Ebenso wenn die GFR unter 60 ml/min fällt. Bei einer GFR < 30 oder bei rascher Progressi­ on gehört der Patient jedenfalls in die Hände eines Nephrologen. GLu Gemeinsame Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Hypertensiologie und der Öster­ reichischen Gesellschaft für Nephrologie; Graz, September 2012

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Kleine GFR, hohes kardiovaskuläres Risiko Tatsache ist, dass etwa 40  % der Bevölkerung nach dem 70. Le­ bensjahr eine eingeschränkte Nie­ renfunktion aufweisen. Das kann insofern als normaler Alterungs­ prozess angesehen werden, als die Nierenfunktion ab dem 40. Le­ bensjahr jährlich um 1 bis 2  % ab­ nimmt. Die Herausforderung be­ steht nun darin, jene Patienten herauszufiltern, bei denen die Nie­ renfunktion mehr als 5  % pro Jahr abnimmt. „Diese Menschen stel­ len die kardiovaskulären Hochri­ sikopatienten dar, die es entspre­ chend zu behandeln gilt“, betonte Prof. Rosenkranz, seines Zeichens Abteilungsleiter der Klinischen Ab­ teilung für Nephrologie an der Uni­ versitätsklinik für Innere Medizin. Diese Identifizierung der Risi­ kopatienten scheint allerdings in Österreich, genauso wie in ande­ ren Ländern, nur schlecht zu funk­ tionieren: In einer Untersuchung aus Graz wurde die Nierenfunkti­ onseinschränkung bei 55 % der Pa­ tienten mit einer Restfunktion un­ ter 60  % (GFR <  60  ml/min) bei Spitalsentlassung nicht einmal im Arztbrief erwähnt. Dabei sollten genau diese Patienten in Hinblick auf eine mögliche Progression im Auge behalten werden. Beson­ ders gefährdet sind dabei Patienten mit einer GFR zwischen 45  ml/ min und 30  ml/min (CKD-Stadi­ um 3b). Prof. Rosenkranz: „Das

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Sollte man Männern im Alter fehlendes Testosteron substituieren?

Höhere Mortalität bei Hormonmangel WIESBADEN – Männer mit niedrigen Testosteronspiegeln erkranken vermehrt an Diabetes und kardiovaskulären Krankheiten und sterben früher. Wer aber soll eine Hormonsubstitution bekommen? Kriterien und Therapieoptionen waren eine Thema beim diesjährigen deutschen Urologenkongress.

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Herz und Hormone hängen zusammen

kuläre Risikofaktoren wie Hypertonie, Diabetes, Bauchumfang und Rauchen.

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Ergometer Testosteron i.v. bekommen, können sie länger strampeln, meinte der Experte. Nun ist aber das Risiko für einen Testosteronmangel auch vom Körpergewicht abhängig. So lei det jeder zweite adipöse Diabetiker an Testosteronmangel. Mit Gewichtsabnahme lässt sich wieder ein Anstieg erreichen. So

Brauchen Männer also im Alter einen normalen Testosteronspiegel, um länger zu leben, weniger kardiovaskuläre Ereignisse zu erleiden und sich vor Diabetes zu schützen? Hier verwies der Referent auf experimentelle Arbeiten, die zeigen, dass die Koronararterien des Mannes Tes tosteron und die der Frau Östradiol brauchen. Legt un man in vitro männliche m m I in l Koronararterien in ein C gy ler l A Bad mit Testosteron, so real. J u et *Kavur laxieren sie. Bei weiblichen Gefäßen gilt das für Östradiol. Und Fachkurzinformation auf Seite 23 wenn Männer mit KHK auf dem

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Hormondefiziente Patienten sollen nicht einfach mit Testosteron versorgt werden. Ein Anstieg des Levels kann bei manchem mit Gewichtsabnahme erreicht werden.

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Es stellte sich die Frage, ob kardiovaskuläre Risiken, die von anderen Erkrankungen ausgehen, hier eine Rolle spielten. Also wurde eine Gruppe von 930 Männern mit Koronarer Herzerkrankung im Mittel 6,9 Jahre nachverfolgt. Wenn gleichzeitig ein Testosteronmangel bestand, betrug die Mortalität 21  Prozent, ohne Hormonmangel dagegen nur zwölf Prozent. „Niedrige Testosteronspiegel sind also streng korreliert mit hohem Mortalitätsrisiko“, erklärte der Experte.

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Umgekehrt hat man beobachtet, dass das medikamentöse Absenken der Hormonspiegel auch andere Erkrankungen negativ beeinflusst. So stieg in einer Untersuchung mit mehr als 73.000 Männern durch den Einsatz von GnRH-Analoga das Risiko sowohl für Diabetes, als auch für KHK, Myokardinfarkt und plötzlichen Herztod signifikant. Schwedische Forscher zeigten dann im letzten Jahr an 2416 Männern, dass ein hoher Testosteronspiegel im Alter über 70 Jahren mit einem um 30 Prozent reduzierten kardiovaskulären Risiko einherging. Dies galt im gleichen Maße auch nach Korrektur für typische kardiovas-

Die Autoren der Pommerschen Gesundheitsstudie stellten 2010 fest: Männer mit niedrigem Testosteron (unter 2,5 ng/ml) haben ein signifikant höheres Mortalitätsrisiko als Eugonadale. Die Hazard Ratio (HR) betrug 2,24. 2000 Männer waren dazu untersucht und im Mittel 7,2 Jahre nachbeobachtet worden, berichtete Prof. Dr. Ulrich Wetterauer von der Chirurgischen Universitätsklinik Freiburg auf dem Urologenkongress. Und auch, wenn man Kofaktoren wie hoher Bauchumfang, Rauchen, Alkoholkonsum und geringe sportliche Aktivitität herausrechnete, ergab sich die gleiche Assoziation zwischen Mortalität und niedrigen Testosteronspiegeln.

zeigt eine Untersuchung, dass durch Platzierung eines Magenbandes bei sehr dicken Diabetikern der BMI von im Mittel 48,2 auf 32,4 kg/m2 absank und gleichzeitig das Testosteron ohne Zufuhr von außen von 2,6 auf 5,2  ng/ml anstieg. Für die Praxis heißt das: Hormondefiziente Patienten wer den nicht einfach mit Testosteron versorgt. Hier muss man auch die anderen Risikofaktoren wie Dia betes, Hochdruck oder die Blutfette im Blick haben. Lebensstiländerungen rücken in den Fokus.

Patienten müssen ernsthaft mitarbeiten Übergewichtige brauchen enge Führung, sie müssen abnehmen und Sport treiben. Prof. Wetterauer lehnt die Behandlung ab, wenn die Patienten nicht mitmachen. Und er hat Erfolg. Seinen Aussagen zufolge nehmen die Übergewichtigen unter seiner Betreuung auch ab, „zumindest die, die wiederkommen dürfen“, schmunzelte der Referent. Dann hilft er vorübergehend auch mit Testosteron. SK

Testosteron trotz Prostatakarzinom?

Die Leitlinien für Patienten mit Prostatakarzinom haben sich geändert. Noch 2009 wurde bei betroffenen Männern mit behandeltem Krebs und Hypogonadismus die Testosteronsubstitution als mögliche Option empfohlen, wenn ein Tumorrezidiv ausgeschlossen war. Die Autoren der EAU*-Guidelines 2012 empfehlen nur noch ein vorsichtiges Erwägen von Hormongaben bei Testosteronmangel. Sie weisen auch ausdrücklich darauf hin, dass die Substitution „off label“ erfolge. Da weder die EAU noch die deutsche S3-Leitlinie die Substitution bei erfolgreich behandeltem Prostatakarzinom ausschließen, kann man nach Aussage von Prof. Wetterauer bei Hypogonadismus Testosteron geben  nach kurativer Prostatakarzinomtherapie ohne erhöhtes Rezidivrisiko,  wenn postoperativ zwei PSA-Werte unter 0,1 ng/ml liegen,  bei organbegrenztem Stadium und Gleason Score ≤ 7,  nach schriftlicher Aufklärung und bei genauer Verlaufsdokumentation. * European Association of Urology

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Cremes bevorzugen, Puder und Pumpsprays sind ungeeignet fürs männliche Genitale

Rasche Hilfe bei Rötung und Juckreiz am Penis MARBURG – Hauterkrankungen am Genitale können sich auch im hohen Alter manifestieren. Schauen Sie also genauer hin, wenn Patienten über Rötungen oder Juckreiz berichten. Die Balanitis simplex macht sich meist mit Hautrötung, kleinen Papeln und oft ringförmiger Schuppung bemerkbar. Betroffene berichten über Juckreiz und Trockenheitsgefühl. Als Ursache der Entzündung lässt sich häufig eine Mykose identifizieren – nicht selten besteht gleichzeitig eine Intertrigo, der Befall des gesamten Skrotums ist selten. Als Auslöser wird meist

Candida albicans identifiziert (Hefepilze im Nativpräparat). Da Candida auch auf gesunder Haut vorkommt, beweist eine positive Kultur ohne Symptome keine Mykose. Bei reiner Intertrigo oder Befall der Leistenbeugen hat sich in vielen Fällen der physiologische Hautpilz Pityrosporum ovale übermäßig vermehrt, schreibt Prof. em. Dr. Walter Krause von der Klinik für

Dermatologie und Allergologie am Universitätsklinikum Marburg in dem Buch „Der ältere Patient“. Therapeutisch genügt bei der Genitalmykose die topische Anwendung eines Imidazolderivats (z.B. Clotrimazol), wegen möglicher Reizungen als Creme und nicht als Lösung, auch Puder und Pumpsprays eignen sich am Genitale nicht. Aber es müssen nicht immer Pilze ihr Unwesen treiben, auch ein irritatives oder allergisches Kontakt ekzem oder eine Atopie können sich am Penis mani-

festieren. Diese Form der Balanitis spricht meist gut auf Kortikosteroide an, wegen der drohenden Hautatrophie sollten diese nicht länger als eine Woche angewandt werden. Eine Sonderform, die Balanitis plasmacellularis, manifestiert sich mit feucht erscheinenden, aber nicht erosiven und sehr dauerhaften erythematösen Flecken an der Glans. Die Diagnose erfolgt histologisch, therapeutisch wird die Zirkumzision empfohlen. Präsentiert sich ein Patient mit Juckreiz und mehr oder we-

niger umschriebenen bläulichweißlichen Plaques am Genitale, sollten Sie an einen Lichen sclerosus et atrophicus denken. Diese Erkrankung kann Sulcus coronarius und Meatus urethrae narbig verengen und eine Phimose auslösen. Letztere lässt sich am besten mittels Zirkumzision behandeln, bei weniger prekären Läsionen haben sich Calcineurinantagonisten wie Tacrolimus und Pimecrolimus bewährt. rft B. Elkeles et al., Hrsg., Der ältere Patient; Marseille Verlag, ISBN 978-3-88616-140-9


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Duale Antiplättchentherapie

Mit Tests weniger lange auf OP warten?

Foto: Med Uni Graz

Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Mahla

wahl der betreffenden Patienten bis heute keine klaren Kriterien gibt. Aufgrund unterschiedlicher Patientenkollektive, Testverfahren, Dosierungen und Endpunkte sind die Derzeit wird der P2Y12-Rezeptor-Hemmer fünf bis sieben Tage vor einer geplanten Ergebnisse von Studien mit Throm- Operation abgesetzt. Ein Test könnte diese Wartefrist erheblich verkürzen. bozytenfunktionsassays oft schwer miteinander vergleichbar und all- war, Blutungskomplikationen zu Therapie nur noch 2,7 Tage auf die gemein akzeptierte Cut-off-Werte vermeiden und gleichzeitig die prä- Operation warten“, fasst Prof. Mahfehlen. Besonders wichtig wäre eine operative Wartezeit zu verringern. la zusammen. „Trotz dieser Verkürpräoperative Thrombozytenfunkti- „Im Schnitt mussten die Patienten zung lag der postoperative Blutveronsdiagnostik bei Clopidogrel: Im nach Absetzen der Clopidogrel- lust nur bei 93 Prozent der Menge, Jahr 2003 konnte nämlich Prof. Dr. Paul Gurbel, Leiter des Sinai Center for Thrombosis Research im Sinai Hospital Baltimore, zeigen, dass der irreversible Thrombozytenfunktionshemmer, der bei Patienten mit chronischer KHK und Stent nach wie vor Mittel der Wahl ist, in bis zu 30 Prozent der Fälle nicht oder nur eingeschränkt wirksam ist.

Therapiefreies Intervall verkürzen Wünschenswert wäre daher, das präoperative therapiefreie Intervall auf die wirklich notwendige Dauer zu beschränken. In manchen Richtlinien wird bereits festgehalten, dass es wahrscheinlich möglich ist, die Wartezeit in Einzelfällen auf drei Tage zu verkürzen. Das Problem dabei ist, dass es für die Aus-

Mahla E et al., Circ Cardiovasc Interv. 2012; 5: 261–69

Das Powerstatin

Individuelles Vorgehen

Prozent der Patienten, die einen koronaren Stent erhalten, müssen sich innerhalb des ersten Jahres nach der Implantation einem nichtkardiochirurgischen Eingriff unterziehen“, berichtet Univ.Prof. Dr. Elisabeth Mahla, Uni­versitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Medizinische Universität Graz. „Von den Patienten, die ein akutes Koronarsyndrom haben, müssen im selben Zeitraum je nach Studie sogar bis zu 15 Prozent zum Herzchirurgen.“ Da die duale Antiplättchentherapie mit einer erhöhten Blutungsneigung assoziiert ist, die das Outcome der Opera­t ionen ­verschlechtert, wird bei nicht akut notwendigen Operationen der P2Y12-Rezeptor-Hemmer fünf bis sieben Tage vor dem Eingriff abgesetzt und damit kurzfristig auch ein erhöhtes Risiko für Myokard­ ischämien und Stentthrombosen im Kauf genommen. Längere Wartezeiten sind aber nicht nur medizinisch riskant, sondern für die Betroffenen auch psychisch belastend und mit hohen Kosten verbunden.

die die Kontrollgruppe verlor. Hinsichtlich der Zahl der transfundiertem Erythrozytenkonzentrate gab es keine Unterschiede.“ Nach dem erstmaligen Nachweis des potenziellen Benefits der präoperativen Thrombozytenfunktionsdiagnostik in einer Interventionsstudie mit Bypass-Patienten laufen nun an der Medizinischen Universität Graz zwei größere Studien an kardiochirurgischen und nichtkardiochirurgischen Patienten, in denen die Zusammenhänge zwischen Ausmaß der Thrombozytenfunktionshemmung und Blutungsrisiko weiter erfasst werden sollen. Möglich sind diese Studien durch die enge interdiszipinäre Zusammenarbeit zwischen klinisch tätigen Ärzten und Labormedizinern.  HÖ

In der TARGET-CABG-Studie wurde nun erstmals die Bedeutung einer präoperativen Thrombozytenfunktionsanalyse prospektiv bei Patienten, die unter laufender dualer Antiplättchentherapie eine aortokoronare Bypass-Operation benötigen, untersucht. Die Arbeit – eine Kooperation zwischen der Grazer Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin und dem Sinai Center for Thrombosis Research im Sinai Hospital, Baltimore – wurde während eines USA-Aufenthaltes von Prof. Mahla begonnen. Die Fragestellung war, ob ein auf einer präoperativen Thrombozytenfunktionsanalyse basierendes „personalisiertes“ Vorgehen sicher ist und die prä­operative Wartezeit verkürzen kann. Verglichen wurden 86 Clopidogrelbehandelte Patienten mit einer Kontrollgruppe, die nur eine Azetylsalizylsäure Monotherapie erhielt (n = 94). Das Ansprechen auf Clopidogrel wurde mithilfe eines Thrombelastogramms gemessen, primärer Endpunkt war der post­ operative Blutverlust über die Drainage in den ersten 24 Stunden. Als sekundärer Endpunkt wurde die Zahl der benötigten Erythrozytenkonzentrate definiert. Nach den Ergebnissen des Thrombozytenfunktionstests wurden die Clopidogrel-Patienten in drei Gruppen eingeteilt, die innerhalb eines Tages, innerhalb von drei bis fünf Tagen oder erst nach mehr als fünf Tagen operiert wurden. Die Auswertung der Studie bestätigte, dass es durch die gewählten Cut-off-Werte tatsächlich möglich

ID 3622; 07/2012

Nach einer perkutanen Koronarintervention oder einem akuten Koronarsyndrom erhalten Patienten heute routinemäßig eine duale Antiplättchentherapie, die Gefäßverschlüsse und Stentthrombosen verhindern soll. Diese besteht aus der lebenslangen Gabe von Azetylsalizylsäure und der bis zu einem Jahr dauernden Behandlung mit einem P2Y12-Rezeptor-Hemmer. Doch die duale Plättchenhemmung ist ein zweischneidiges Schwert: „Etwa fünf

Foto: BilderBox.com

GRAZ – Eine Operation unter laufender P2Y12-Rezeptor-Hemmer-Therapie ist mit einem erhöhten Blutungsrisiko verbunden. Die Guidelines der europäischen und amerikanischen Gesellschaften für Kardiologie empfehlen daher, Clopidogrel und Ticagrelor fünf Tage und Prasugrel sogar sieben Tage vor elektiven Operationen abzusetzen. Allerdings steigt dadurch das Risiko für ischämische Komplikationen. Eine Studie zeigt nun, dass die präoperative Wartezeit mithilfe eines Thrombozytenfunktions­assays deutlich verkürzt werden kann.

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Pharma-News

Medizin

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ratiopharm

Kein Impferfolg

Candesartan (HCT) ratiopharm & Atorvastatin ratiopharm per 1.10. IND-frei in der Grünen Box WIEN – ratiopharm erweitert sein Angebot in der Bluthochdruck-Behandlung und bringt per 1. Oktober den in Österreich­ meistverordneten* Angiotensin-Rezeptorblocker Candesartan in den Erstattungskodex. Candesartan ratiopharm ist ab diesem Zeitpunkt IND-frei in der Grünen Box verschreibbar. Es steht als Monopräparat sowie in Kombination mit Hydrochlorothiazid (Candesartan/ HCT ratiopharm) in folgenden Stärken zur Verfügung: Candesartan ratiopharm 4 mg, 8 mg, 16 mg

und 32  mg sowie Candesartan/ HCT ratiopharm 8/12,5  mg und 16/12,5  mg. Alle Stärken sind als 30-Stück-Packung erhältlich. * Quelle: IMS-Health, MAT/6/2012 Information: ratiopharm Arzneimittel Vertriebs GmbH Michaela Leithner, MA Tel.: 01/97007-0 E-Mail: mleithner@ratiopharm.at

WIEN – ratiopharm erweitert sein Angebot in der Behandlung von Fettstoffwechselstörungen und bringt per 1. Oktober den HMGCoA Reduktasehemmer Atorvastatin in den Erstattungskodex. Ator vast at in ratiopharm ist ab diesem Zeitpunkt INDfrei in der Grünen Box verschreibbar. Die laktosefreien Filmtabletten werden zu 10 und 20 mg sowie zu 40 und 80 mg angeboten.

Ohne Schlaf PITTSBURGH – Ausgeschlafen zum Impfen kommen, heißt das Motto: Das zeigt eine US-Studie an 125 Erwachsenen, bei denen man die Antikörper-Antwort nach einer Hepatitis-B-Impfung prüfte. Die Forscher hatten per Armsensor den Schlaf der Impflinge in den Nächten vor der Vakzination geprüft. Bei den Impfversagern fand sich häufig Schlafmangel. Wer sich weniger als sechs Stunden gönnt, steigert das Risiko einer mangelnden Antikörper-Antwort mehr als zehnfach, wie die Kollegen der Universität Pittsburgh in der Zeitschrift „Sleep“ berichten. CG

Information: ratiopharm Arzneimittel Vertriebs GmbH Michaela Leithner, MA Tel.: 01/97007-0 E-Mail: mleithner@ratiopharm.at

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Dyskalkulie: Bei Mathe-Problemen niemals die Flinte ins Korn werfen

Auch Erwachsene lernen noch rechnen Braunschweig/Osnabrück – Wird eine Dyskalkulie beim Kind nicht behandelt, behindert sie nicht nur die Schulzeit, sondern das gesamte Erwachsenenleben. Mit gezielter Therapie überwinden aber selbst die „Großen“ das Problem. Eine Dyskalkulie ist nicht etwa Zeichen mangelnder Intelligenz oder übergroßer Faulheit, sondern wird von Experten als eine Verzögerung in der Entwicklung klassifiziert. Mit einer früh einsetzenden Therapie kann sie bei Kindern erfolgreich behoben werden. Passiert das nicht, werden aus rechenschwachen Kindern zwangsläufig rechenschwache Er-

wachsene, denn die Störung wächst sich nicht einfach aus, erklärt HansJoachim Lukow, Pädagoge und Leiter des Zentrums für angewandte Lernforschung in Osnabrück sowie des Osnabrücker Zentrums für mathematisches Lernen. Genaue Zahlen für das Erwachsenenalter liegen nicht vor, da viele Betroffene ihr Problem verschweigen. Dabei haben sie meist erhebliche Schwierigkeiten, v.a. bei der Ausbildung bzw. im Berufsleben, aber auch im Alltag. Das Rechnen mit Zahlen bis 100, Bruchrechnung, negative Zahlen oder gar ein Dreisatz stellen sie vor schier unlösbare Aufgaben, berichtet Dr. rer. nat. Michael Wehrmann, integrativer Dyskalkulietherapeut und wissenschaftlicher

Leiter am Institut für mathematisches Lernen in Braunschweig. Daraus resultieren große Probleme in Alltagssituationen, etwa beim Geldherausgeben oder Abschätzen von Entfernungen. Wenn andere etwas im Kopf überschlagen, greifen Rechenschwache zum Taschenrechner. Mögliche Folge sind soziale Ängste und Minderwertigkeitsgefühle.

Durch den Leidensdruck zum Therapieerfolg Erwachsene mit auffallenden Fehlleistungen beim Rechnen sollten sich auch über die Schulzeit hinaus auf eine Rechenschwäche/ Dyskalkulie untersuchen lassen. Mittel der Wahl ist bei Erwachsenen-Dyskalkulie die individuelle

Förderdiagnostik, die die vorhandenen Kenntnisse und Fehlverständnisse festhält. Nicht nur bei Kindern, auch bei Erwachsenen hat anschließend eine individualisierte Lerntherapie unter fachkundiger Betreuung gute Erfolgsaussichten, vor allem, wenn sich die Betroffenen selbst dazu entschließen, weil der Leidensdruck so groß geworden ist, erklärte Dr. Wehrmann. Insgesamt suchen Erwachsene jedoch sehr selten Hilfe bei Experten. Hinsichtlich einer Lerntherapie gibt es deutliche Unterschiede zwischen Kindern und Menschen, die schon im Berufsleben stehen. In einem elementaren Punkt allerdings nicht: Kinder und Erwachsene haben ihre Probleme seit der ersten Klasse.

Deshalb setzt die Behandlung auf Anfänger-Niveau an: beim Verständnis und dem Erlernen der Grundrechenarten und der Fertigkeiten im Umgang mit Mengen und Zahlen. Sind diese Grundlagen erst einmal verstanden, sinkt auch die Angst vor größeren Rechenoperationen. Die Dauer der Therapie ist individuell sehr unterschiedlich und richtet sich u.a. nach dem Ausmaß der Schwäche. Betroffene finden unter www.arbeitskreis-lernforschung.de entsprechende Symptomfragebogen, um eine erste Systematisierung ihrer Auffälligkeiten zu bekommen. Die Symptomfragebögen ersetzen allerdings keine Diagnostik, sondern sollen den Blick für eventuell vorhandene Probleme schärfen. abr


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News

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ELGA: Usability entscheidend

Der neue Suizidpräventionsplan will einerseits die Kompetenz der Bevölkerung, mit schwierigen Situationen umzugehen, stärken, andererseits konkrete Maßnahmen setzen.

Suizidprävention: Bündelung der Kräfte

Arzneimittel streng kontrollieren

SUPRA soll Leben retten WIEN – Das neue Programm „Suizidprävention Austria“ (SUPRA) wurde von namhaften Experten erarbeitet und soll helfen, die nach wie vor hohe Suizidrate in Österreich weiter zu senken. Bereits bestehende Initiativen werden gebündelt, bei der Gesundheit Österreich GmbH wird eine Koordinationsstelle eingerichtet. Das Regierungsprogramm sieht den Ausbau der Suizidprävention in Österreich vor, deshalb habe er Experten damit beauftragt, ein entsprechendes Programm zu entwickeln. In der Suizidprävention wird zwi-

Foto: BMG

„Suizid ist kein unvermeidliches Schicksal, sondern Ausdruck von Not, Leid und Elend“, hebt Univ.Prof. Dr. Gernot Sonneck vom Kriseninterventionszentrum Wien bei der Präsentation des neuen Sui-

Präsentierten das neue österreichische Suizidpräventionsprogramm: Univ.-Prof. Dr. Christian Haring, BM Alois Stöger und Univ.-Prof. Dr. Gernot Sonneck

zidprogramms SUPRA hervor. In der Vergangenheit ist es zwar bereits gelungen, die Zahl der Selbsttötungen in Österreich deutlich zu senken, auf aktuell rund 1250 pro Jahr. Durch den Ausbau der psychosozialen Versorgung ist beispielsweise die Suizidrate in der Großstadt Wien mittlerweile geringer als am Land. Doch nach wie vor versterben etwa doppelt so viele Menschen an Suizid wie im Straßenverkehr. Bei den unter 40-Jährigen ist Selbsttötung eine der häufigsten Todesursachen. „Diese Tatsache ist in der öffentlichen Wahrnehmung sehr wenig präsent“, beklagt Gesundheitsminister Alois Stöger.

schen genereller und spezifischer Prävention unterschieden: Die generelle Prävention setzt psychologische, pädagogische, medizinische und soziale Maßnahmen, um die Fähigkeit einer Bevölkerung zu stärken, mit den Schwierigkeiten des Lebens besser fertig zu werden. Die spezielle Prävention setzt Maßnahmen für Suizidgefährdete bzw. hilft Risikogruppen, mit ihren Problemen oder Störungen besser zurechtzukommen.

10 Arbeitsgebiete Im Suizidprogramm SUPRA werden nun zehn Arbeitsgebiete der Suizidprävention angeführt und jeweils

spezifische Aufgaben formuliert, die von verschiedensten Personen bzw. Personengruppen oder Institutionen übernommen werden sollen. 1. Schaffung von erhöhtem Bewusstsein und Wissen 2. Psychologische, soziale und medizinische Unterstützung und Behandlung 3. Zielgruppe: Kinder & Jugendliche 4. Zielgruppe: Erwachsene 5. Suizidprävention im Alter 6. Gruppen mit erhöhtem Risiko 7. Schulung und Entwicklung im Umgang mit Risikogruppen 8. Reduzierte Erreichbarkeit und Verfügbarkeit von Suizidmitteln 9. Nationale Expertise 10. Gesetzliche Voraussetzungen „Es wurde dafür das Rad nicht neu erfunden“, betont Univ.-Prof. Dr. Christian Haring, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychiatrie. SUPRA baut auf dem bereits bestehenden österreichischen Suizidpräventionsplan auf. „Wir haben auf bereits vorhandene Konzepte zurückgegriffen und die entsprechenden Programme in anderen Ländern analysiert.“ Zahlreiche der empfohlenen Maßnahmen werden daher schon seit längerer Zeit erfolgreich umgesetzt. „Die meisten Initiativen sind klassische Bottom-up-Projekte, getragen von Pioniergeist, Idealismus und sozialem Verantwortungsgefühl, jedoch nicht immer koordiniert und ausreichend vernetzt“, erklärt Prof. Sonneck. „Bei der Umsetzung von SUPRA sollen diese Kräfte nun gebündelt werden.“ Genützt werden bereits bestehende Strukturen etwa

WIEN – Ärztekammer-Präsident Dr. Artur Wechselberger hat vergangenen Mittwoch ein Resümee der sommerlichen Arbeitsgruppen zur Elektronischen Gesundheitsakte ELGA im Gesundheitsministerium gezogen. Die Ärzte wären bei ihrem Drängen auf eine einfache, sichere und übersichtliche Handhabe (Usability) von ELGA durchaus auf Verständnis gestoßen. Für Präs. Wechselberger entscheidend ist aber die detaillierte Verankerung dieser Anforderungen im Gesundheitstelematikgesetz. Es müssten klare Standards für ELGA-Dokumente von Anfang an festgelegt werden, sonst bestünde die Gefahr, dass das System schnell „zugemüllt“ und daher für die Ärzte unbrauchbar wäre. Letztlich würde davon auch die Haftung der Ärzte abhängen. Das BMG reagierte prompt: Die Verhandlungen mit den Ärzten seien abgeschlossen.

in der Suchtprävention, der Psychiatrie und beim Arbeitsmarktservice. Neu ist eine Kontaktstelle für Suizidprävention, die an der Gesundheit Österreich GmbH eingerichtet wird. In enger Kooperation mit einem Expertengremium wird sie die Umsetzung des neuen Präventionskonzepts begleiten und unterstützen. Oberstes Ziel ist, in Österreich eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Suizidprävention sicherzustellen. „So sollen in Zukunft z.B. mit der psychosozialen Betreuung auch die ländlichen Regionen besser erreicht werden“, so Prof. Haring. Für den ambulanten und stationären Bereich werden Qualitätsstandards entwickelt. KaM PK „Gesundheitsminister Stöger präsentiert das Suizid-Präventionskonzept Austria“; Wien, September 2012

Tipp: Mehr Information über SUPRA finden Sie auf www.bmg.gv.at.

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STRASSBURG (APA/dpa) – Das EU-Parlament beschloss vorige Woche eine strengere Überwachung von Arzneimitteln, um bei Langzeitfolgen rasch reagieren zu können. Künftig muss ein Hersteller den Grund angeben, wenn er ein Medikament vom Markt nimmt. Alle Mitgliedstaaten werden automatisch über die EMA informiert. Außerdem soll im Beipacktext eine Faktenbox in einfacher Sprache die Kern-Infos zusammenfassen. Die neuen Regeln sollen Mitte 2013 in Kraft treten.

K: Transparente OP-Wartelisten KLAGENFURT – Mit September trat in Kärnten – die mittels Bundesgesetz für alle Bundesländer angeordnete – Novelle in Kraft, die die Landesspitäler verpflichtet, ein transparentes Wartelistensystem für elektive Operationen mit einer Wartezeit von mehr als vier Wochen einzurichten. Besonderes Augenmerk wird auf die Augenheilkunde, Orthopädie und Neurochirurgie gelegt.

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Aus den Ländern

Politik & Praxisführung

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Privatpatienten im Fokus

Wiener KAV: Bald Kasse mit Klasse?

zent werden auf die nachgeordneten ärztlichen Dienste aufgeteilt“, erklärte der KAV-Generaldirektor Dr. Wilhelm Marhold auf Anfrage der Medical Tribune. Zusätzlich behält der KAV derzeit zwölf Prozent Infrastrukturbeitrag von den Honoraren ein. Dieser Satz ist bei den Privat- Um Privatpatienten werben nun auch verstärkt die Wiener KAV-Spitäler. krankenanstalten mit sechs bis zehn Prozent deutlich geringer. „Die Ho- und ihnen fehlen die baulichen Vor­ Gemeindespitäler. Mit der Zusatzvernorare sind nicht so hoch, dass das aussetzungen für die Aufnahme von sicherung für die Sonderklasse seien viel ausmacht“, relativierte Dr. Stefan Sonderklassepatienten. So gibt es z.B. auch Erwartungen verbunden, die Felke, Referent für Sonderklasseho- im Kaiser-Franz-Josef-Spital nur we- über die „Hotelkomponente“ hinausnorare der Wiener Ärztekammer. So nige Ein- und Zweibettzimmer. Von- gehen. „In öffentlichen Krankenhäuwürden auch die Privatspitäler pla- seiten des KAV betont man, dass das sern ist es ein Zimmer, das an die Wiener Spitalskonzept 2030 eine Rei- Bedürfnisse der Patienten angepasst nen, diesen Satz anzuheben. he von Neu- und Umbauten in der wird – in einer Privatkrankenanstalt Wiener Spitalslandschaft vorsieht. So sind es das ganze Haus und ein engasind Ein- und Zweibettzimmer bei giertes Team, das auf das Wohlbefinallen Neubaumaßnahmen in hohem den der Patienten ausgerichtet sind“, „Wir streben ein Modell Maß als „Standard“ vorgesehen. erklärte Mag. Obermeier. an, in dem bis zu 80

Explizit

Prozent der Honorare bei den Ärzten verbleiben, die die Sonderklassepatienten auch tatsächlich ins Spital gebracht haben.“ Dr. Wilhelm Marhold

Dem Vorhaben der Stadträtin gegenüber zeigte er sich grundsätzlich aufgeschlossen, allerdings äußerte er Bedenken in Bezug auf die praktische Umsetzung. „Es ist nicht immer leicht, Patienten ins Gemeindespital zu legen und dort die Leistungen zu lukrieren“, so Dr. Felke. Die meisten KAV-Spitäler sind über 80 Jahre alt,

Privatspitäler

Mag. Cornelia Obermeier, MAS, Generalsekretärin des Verbandes der Privatkrankenanstalten Österreichs, begrüßte im Gespräch mit Medical Tribune, dass sich die Stadt Wien, der KAV und die Gesundheitsstadträtin nun endlich zur Sonderklasse bekennen würden. „Wir sehen uns in unserem Weg bestätigt, wenn auch die öffentlichen Spitäler überlegen, was sie besser machen können. Jede Form von Wettbewerb ist gut und kommt nur den Patienten zugute“, so Mag. Obermeier. Sie rechnet allerdings nicht mit einem Patientenabgang in Richtung

Kritik an Privatkrankenanstalten

Etwas überraschend beteiligte sich auch die Wiener Patientenanwältin, Dr. Sigrid Pilz, an der Diskussion. „Mir liegen einige Fälle von Patienten vor, die von einem auswärtigen Arzt (Belegarzt, Anm.) operiert wurden, die aber, als der Arzt schon gegangen war, bei Komplikationen nicht behandelt wurden“, erklärte Dr. Pilz im Gespräch mit der APA. Im besten Fall sei in den Privatkliniken versucht worden, den Arzt telefonisch zu kontaktieren. Von einer optimalen und sicheren Nachbetreuung, „so wie

es sich Privatpatienten wünschen“, könne keine Rede sein, erklärte die Patientenanwältin. Ihrer Meinung nach sollten Sonderklassepatienten daher gleich von Anfang an in öffentlichen Spitälern behandelt werden, wo sie eine fachgerechte Rundum-die-Uhr-Betreuung bekämen. In kleineren, privaten Spitälern fehle es an Spezialeinrichtungen, wenn medizinische Komplikationen auftreten. In diesen Fällen würden die Sonderklassepatienten letztendlich im öffentlichen und größeren Spital landen, das für solche Fälle ausgerüstet sei. Sie forDr. Wilhelm Marhold

Foto: Petra Spiola

Vor rund zwei Wochen ließ die Wiener Gesundheitsstadträtin Mag. Sonja Wehsely aufhorchen: In einem Interview mit der Tageszeitung „Kurier“ kündigte sie an, den Anteil der Sonderklassepatienten in öffentlichen Spitälern erhöhen zu wollen. „Das sind zig Millionen Euro, die ich nicht den Privatkliniken überlassen will“, so Mag. Wehsely zum Kurier. Die Spitäler des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) haben derzeit einen Privatpatientenanteil von gerade fünf Prozent – der soll nun auf elf Prozent angehoben werden. Ein lukratives Vorhaben, immerhin bringen die Sonderklassepatienten dem KAV schon jetzt 32 Mio. Euro pro Jahr. Künftig könnten es sogar 60 Mio. sein. Voraussetzung für die Umsetzung dieses ehrgeizigen Vorhabens ist, dass die Ärzte, die ihre Privatpatienten bisher in privaten Krankenanstalten behandelten, dies nun in den Gemeindespitälern tun. Der KAV möchte daher neue finanzielle Anreize schaffen. „Derzeit bekommen Abteilungsvorstände, die Sonderklasse- und Privatpatienten in einem KAV-Spital operieren, bis zu maximal 60 Prozent des Honorars. Wir streben ein Modell an, in dem bis zu 80 Prozent der Honorare bei den Ärzten verbleiben, die die Sonderklassepatienten auch tatsächlich ins Spital gebracht haben. Das kann ein Abteilungsvorstand sein, aber auch ein Oberarzt. Die restlichen 20 Pro-

Foto: BilderBox.com

WIEN – Rund eine Million Österreicher hat eine Zusatzversicherung für die Sonderklasse. Nun möchten auch die Wiener Gemeindespitäler am lukrativen Geschäft mit der Sonderklasse mitnaschen und mehr Privatpatienten betreuen. Gleichzeitig schaltete sich die Wiener Patientenanwältin in die Diskussion ein und kritisierte, dass die ärztliche Versorgung der Patienten in den Privatkrankenanstalten oft mangelhaft sei. Aufregung war programmiert.

derte auch, dass es ein Mindestmaß an medizinischer Infrastruktur nach schwierigen Operationen an Privatkliniken geben muss. Diese Vorwürfe wiesen die Privatkrankenanstalten umgehend zurück. Mag. Obermeier: „Patientenanwältin Pilz missbraucht ihre neutral erscheinende Position und das Vertrauen der Patienten, um politische Anliegen der Stadt Wien durchzusetzen und unbegründete Sicherheitsbedenken zu verbreiten.“ Sie zeigte sich von diesem „Marketinginstrument aus der untersten Schublade“ erschüttert. „Selbstverständlich ist die Patientensicherheit in einem Privatspital ebenso gewährleistet wie in einem Gemeindespital“, so Mag. Obermeier.  TAS

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Politik & Praxisführung

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Richtige Rechnung

Auslandseinkäufe für die Praxis WIEN – Immer wieder kommt es in einer Arztpraxis vor, dass diverse Einkäufe im Ausland erfolgen und entweder selbst nach Österreich gebracht oder vom Lieferanten geschickt werden. Werden Waren aus dem EU-Ausland von einem Arzt bezogen, sind hinsichtlich Umsatzsteuer (USt) folgende Bestimmungen zu beachten: Die Lieferung kann entweder unter Angabe der Umsatzsteueridentifikationsnummer (UID) ohne ausländische Umsatzsteuer erfolgen, wobei dann in Österreich 20 % Erwerbsteuer zu zahlen sind oder mit ausländischer Umsatzsteuer (Voraussetzung: Käufer hat in diesem Jahr die Erwerbschwelle von 11.000 Euro nicht überschritten und tätigt keinerlei umsatzsteuerpflichtige Umsätze). Wenn Sie eine Frage oder eine Anregung zum Thema Steuer haben, helfen wir Ihnen gerne weiter: Medical Tribune Tel.: 01/54600-620 Fax: 01/54600-750 redaktion@medical-tribune.at

Steuertipp Ein Sonderfall liegt bei im Inland USt-freien Lieferungen, z.B. von Zahnersatz durch Zahntechniker aus Staaten wie Ungarn, vor; für diese fällt keine Erwerbsteuer an. Bitte beachten: Wenn Sie laut

Punkt a) unter Anwendung Ihrer UID im Ausland einkaufen, müssen Sie dies bei allen Einkäufen für Ihre Praxis tun und dürfen daher generell keine Rechnungen mit ausländischer Umsatzsteuer akzeptieren! Im Falle von Warenlieferungen aus Drittländern (Staaten außerhalb der EU) ist die Rechnung durch den Lieferanten gleichfalls immer ohne

Umsatzsteuer auszustellen, in Österreich wird im Rahmen der Zollabfertigung 20  % Einfuhrumsatzsteuer vorgeschrieben. Mag. Wolfgang Leonhart Leonhart + Leonhart – Steuerberatung für Ärzte 1070 Wien, Mariahilferstr. 74a Tel.: 01/523 17 68 www.leonhart.at

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Unterschriftenliste

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Für tägliche Turnstunde WIEN – Ein Thema, das offensichtlich im doppelten Sinn des Wortes „mobilisiert“: Die Bundessportorganisation BSO hat vergangene Woche eine Unterschriftenaktion für die tägliche Turnstunde in den Schulen gestartet. Bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe haben allein online schon deutlich mehr

1,*

Osteoklasten stoppen, bevor sie den Knochen abbauen 2,3

9.000

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als 10.000 Personen die Aktion unterstützt. Dazu langen ständig neue Unterschriftenlisten bei der Bundessportorganisation ein, heißt es in einer Aussendung. Die BSO setzt sich für eine tägliche Turnstunde ab dem Kindergarten bis in die höheren Schulen ein. Unter „Turnen“ wird Spaß an Bewegung und körperlicher Betätigung verstanden. Dazu sollen Kindergärtnerinnen und Volksschullehrerinnen täglich Experten aus dem Sport zur Seite gestellt werden.

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Politik & Praxisführung

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ELGA-Enquete der Wiener Ärztekammer blickte über die Grenzen

Das ePatientendossier der Schweizer WIEN – Auf einer Enquete der Wiener Ärztekammer stellten Vertreter der Schweiz, Deutschlands und Dänemarks den Fortschritt ihrer Länder in Sachen elektronische Gesundheitsakte vor. Im Gegensatz zu Österreich setzt die Schweiz auf ein System der freiwilligen Teilnahme, wie der Leiter von eHealth Suisse,­Adrian Schmid, berichtete. Strategie ist kein fertiger Umsetzungsplan“, erklärte Schmid. So war man 2007 noch der Meinung, bis 2015 ein elektronisches Patientendossier verabschieden zu können. Aufgrund diverser Verzögerungen ist man von diesem Zeitpunkt mittlerweile abgerückt. Es ist auch kein Zielkatalog vorgesehen, mit dem man sich schrittweise auf den Weg macht, sondern vielmehr möchte man lediglich die Rahmenbedingungen (rechtlich, technisch, poli-

Politische Ziele Gesundheitspolitisch strebt die Schweiz mit der Strategie eine bessere medizinische Versorgung durch ein besseres Wissensmanagement, mehr Patientensicherheit und eine höhere Effizienz an. Übergeordnet setzt die Schweiz auf eine Modernisierung ihres Gesundheitssystems. So wurde eine

Foto: ÄK Wien, Stefan Seelig

Adrian Schmid

Auch in der Schweiz herrscht eine Diskussion über die Kosten des elektronischen Patientendossiers. In der Kostennutzenrechnung über 20 Jahre zeigte sich für die Arztpraxen ein Minus von 439 Mio. Schweizer Franken (364 Mio. Euro). „Wir haben dieses Finanzierungsproblem bei den Arztpraxen, weil erst etwa ein Viertel der Kollegen auf digitale Dokumentation umgestellt haben“, führte Schmid aus. Da vor allem chronisch kranke Patienten vom neuen System profitieren sollen, erwartet man sich dennoch in einem Zeitraum von 20 Jahren einen Nettonutzen von 3,5 Mrd. Schweizer Franken (2,9 Mrd. Euro) für das gesamte Schweizer Gesundheitssystem.

Enquete „ELGA international“; Wien, September 2012

In Dänemark sind schon alle Daten im Netz

Elektronische Gesundheitskarte

Roll-out in Deutschland noch 2012 WIEN – In Deutschland arbeitet man derzeit fieberhaft an der Erstellung einer elektronischen Gesundheitskarte. Nach einem Pilotversuch beschloss man allerdings, einige Teile des Projekts neu zu konzeptionieren. Dennoch soll das Roll-out der Karte mit den Basisinformationen noch in diesem Jahr erfolgen. Deutschland schuf bereits im Jahr 2003 die gesetzliche Grundlage für die Schaffung einer elektronischen Gesundheitskarte (GKVModernisierungsgesetz). Es wurde auch eine Gesellschaft, ähnlich der ELGA GmbH, gegründet, die für die technische Umsetzung zuständig ist (Gesellschaft für Telematik in der Medizin – gematik). Gemeinsam mit der elektronischen Gesundheitskarte möchte man in Deutschland auch eine Infrastruktur entwickeln, die für einen effizienteren Austausch und die Übermittlung medizinischer Daten sorgt. Als Basis soll die elektronische Gesundheitsakte, ebenso wie die

Kosten

Ende des Jahres soll das zugrunde liegende Bundesgesetz in das Parlament gehen, 2013 darüber beraten werden. Im Gegensatz zu Österreich ist in der Schweiz eine freiwillige Teilnahme – sowohl für Behandelnde als auch für Patienten vorgesehen. Die einzige Ausnahme sind stationäre Einrichtungen, sie werden nach einer Übergangsfrist teilnehmen müssen. Im Sinne des Datenschutzes hat man sich auf fünf Vertraulichkeitsstufen geeinigt: administrative Daten (z.B. Name), nützliche Daten (z.B. Allergien), medizinische Daten (z.B. Befunde), stigmatisierende Daten (z.B. heikle Diagnosen), geheime Daten (Informationen, die der Patient den Behandelnden nicht mehr zugänglich machen möchte). Der Patient kann selbst festlegen, wer auf welche Daten zugreifen darf. TAS

Funktionierendes System

Foto: BilderBox.com

tonte. So sind die 26 Kantone für die Gesundheitsversorgung verantwortlich, was dazu führt, dass die Schweiz 26 Gesundheitssysteme mit unterschiedlichen Regeln hat. Der Einfluss der Politik ist von Kanton zu Kanton verschieden ausgeprägt, und es bestehen Unterschiede in Abläufen und Zuständigkeiten. Im Jahr 2007 einigte man sich in der Schweiz auf die Umsetzung der Strategie „eHealth Schweiz“. „Die

neue Spitalsfinanzierung beschlossen, die integrierte Versorgung wird – trotz Ablehnung eines entsprechenden Gesetzesvorschlag – nach wie vor verfolgt.

bisherige Krankenversicherungskarte, die Versichertenstammdaten bereitstellen. Zusätzlich soll sie auch als Berechtigungsnachweis für Krankenbehandlungen innerhalb der EU gelten. Ein Foto soll Missbrauch verhindern. Patienten, die das wollen, können über die Karte auch Notfallinformationen, ihre Arzneimitteldokumentation, die elektronische Patientenakte, den elektronischen Arztbrief und die Patientenquittung zugänglich machen. Ursprünglich wollte man mit der Karte auch ein eRezept einführen, das erwies sich aber im Pilotversuch als unpraktikabel, sodass auf eine

Weiterverfolgung verzichtet wurde. Eine Vergütung der telematikbedingten Mehraufwendungen an die Ärzte wird von den Kostenträgern bezahlt (Basis ist eine normale EDV-Ausstattung). Derzeit ist vorgesehen, das Rollout der elektronischen Gesundheitskarte für 70 Prozent der Versicherten noch in diesem Jahr durchzuführen. Allerdings sollen dabei nur die Versichertenstammdaten als einzige Anwendung auf der Karte vorhanden sein. Das Notfalldatenmanagement soll zeitnah folgen, danach die elektronische Fallakte und der elektronische Arztbrief. Im Gegensatz zu Österreich ist die Teilnahme in Deutschland für Patienten freiwillig. Die sächsische Bundesärztekammer fordert zusätzlich eine Freiwilligkeit der Teilnahme für Ärzte. TAS Enquete „ELGA international“; Wien, September 2012

WIEN – Während in Österreich, Deutschland und der Schweiz noch die Vorbereitungen laufen, hat Dänemark die elektronische Gesundheitsakte bereits eingeführt. Seit 2003 ist das öffentliche Gesundheitsportal im Einsatz, Dr. Jens Christian Ehlers, niedergelassener Allgemeinmediziner in Dänemark, zeigte sich damit sehr zufrieden. Zugegeben, Dänemark hatte ideale Voraussetzungen, um eine elektronische Gesundheitsakte einzuführen. Mit nur fünf Millionen Einwohnern ist das Land relativ klein, es gibt nur eine staatliche Krankenversicherung und wenige Privatversicherte. Die Abgrenzung zwischen dem primären und dem sekundären Gesundheitssektor ist sehr strikt, niedergelassene Fachärzte gibt es nicht. Um die digitale Strategie umzusetzen, wurde ein öffentliches Institut (Sammenhængende Digital Sundhed i Danmark – SDSD) gegründet. Mitglieder sind Vertreter des Staates, der Regionen und der Kommunen. „Die Ärzte sind nicht vertreten“, erklärte das Dr. Jens Christian Ehlers, niedergelassener Allgemeinmediziner aus Dänemark. Vorgaben zur Einhaltung der Schweigepflicht und der IT-Sicherheit sind gesetzlich vorgegeben. Die eigentliche Arbeit mit der elektronischen Gesundheitsakte erfolgt über das offizielle dänische

Gesundheitsportal (sundhed.dk). Dort kann sich der Nutzer mit seiner digitalen Signatur einloggen, Patienten können ihre eigenen Gesundheitsdaten abrufen, Ärzte und andere Fachgruppen bekommen Zugriff auf die medizinischen Daten ihrer Patienten sowie auf ein Administrationsmodul, das sie für ihre Abrechnung sowie jeglichen Kontakt zur Krankenversicherung nutzen. Was die medizinischen Daten der Patienten betrifft, so können Ärzte sowohl eine Liste aller Dr. Jens Christian Ehlers Foto: ÄK Wien/ Stefan Seelig

Ähnlich der österreichischen ELGA GmbH hat auch die Schweiz ein zentrales Institut eingerichtet, das für die Koordination und Organisation der Aktivitäten rund um das elektronische Patientendossier zuständig ist: eHealth Suisse ist eine nationale Dachorganisation, die vom Bund und den 26 Kantonen getragen wird. In der Schweiz ist das Gesundheitswesen „sehr komplex“, wie Adrian Schmid, Leiter von eHealth Suisse, be-

tisch, organisatorisch) vorgeben, damit die Akteure das elektronische Patientendossier entwickeln können. Dieses Vorgehen erklärt sich auch dadurch, dass – wie bereits erwähnt – die Kantone für die Gesundheitsversorgung verantwortlich sind und der Bund keine Verfassungsgrundlage für die Umsetzung einer eHealth-Strategie hat.

verordneten Medikamente, sämtliche Laborbefunde etc. abrufen. Auch Disease Management Programme werden über das Portal abgewickelt. „Ich hinterlasse überall meine digitale Signatur, d.h., jeder weiß, was ich wann abgefragt habe“, so Dr. Ehlers. Eine Besonderheit des dänischen Systems ist die Möglichkeit zu EMail-Konsultationen: 45 Prozent der Dänen haben schon einmal eine Behandlung durch ihren Hausarzt TAS per E-Mail abgewickelt. Enquete „ELGA international“; Wien, September 2012


Personalia

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Politik & Praxisführung

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B. Bodner-Adler

Claus Kölblinger

Walter Mark

Anna Parr

Goran Tomašec

Univ.-Doz. Dr. Barbara Bodner-Adler leitet s e it Ju l i d i e g ynäko logische Abtei lung des Kr an ke n haus e s der Barmherzigen Brüder in Wien, wo sie bereits vorübergehend als Oberärztin tätig gewesen war. Zuletzt war die gebürtige Vorarlbergerin Abteilungsoberärztin an der Universitätsfrauenklinik Wien.

Am 1. August trat Dr. Claus Kölblinger die Stelle als Leiter des Institutes für Radiologie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried an. Der gebürtige Welser kommt von der Medizinischen Universität Wien, wo er an der Abteilung für Kardiovaskuläre und Interventionelle Radiologie tätig war.

Univ.-Prof. Dr. Walter Mark steht seit August der Abteilung für Chirurgie am LKH Hall vor. Davor leitete er die Hepatobiliäre und Pankre as chir urgie, onkologische gastrointestinale sowie die onkologische interdisziplinäre Chirurgie an der Innsbrucker Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie.

Mag . A n na Parr wurde im Juli in die Geschäftsleitung der Vinzenz Gruppe berufen und hat nun die Verantwortung für alle Einrichtungen im nichtakutmedizinischen Bereich. Sie ist für die Herz-Reha Bad Ischl, das Kur- und Erholungszentrum Marienkron und, wie bisher, für die Pflegehäuser der Barmherzigen Schwestern zuständig.

Warum Kranke nicht zu Hause sterben BRÜSSEL – Zum Sterben nicht in die Klinik, das wünscht sich die Mehrzahl der todkranken Menschen. Dennoch landen die meisten am Ende im Krankenhaus. Was steht dem „Lebensende daheim“ entgegen? Lediglich etwa ein Viertel der Todesfälle und nur 29 % der durch Malignome bedingten Sterbefälle ereignen sich in den vier Wänden des Patienten; und der Anteil derer, die zu Hause sterben dürfen, hat in den letzten zehn Jahren nicht zugenommen, stellten belgische Forscher fest. Sie initiierten daher eine einzigartige Studie, um die genauen Umstände, Ängste und Probleme im Zusammenhang mit dem „Dying at home“ genau zu untersuchen.

Bis zum Schluss entscheidungsfähig In die Auswertung gingen rund 250 Todesfälle ein, die von den interviewten Hausärzten als „nicht unerwartet“ klassifiziert wurden. Bei rund 60 % handelte es sich um Krebstodes-

fälle. Die meisten Patienten behielten in den letzten drei Lebensmonaten einen relativ guten funktionellen Status, bis es in der letzten Woche vor dem Tod deutlich bergab ging. 90 % der Kranken waren fast bis zum Ende ihres Lebens in der Lage, gut mit ihrer Umgebung zu kommunizieren, immerhin gut die Hälfte der Patienten (57 %) konnte Entscheidungen treffen – wenn auch nur 46  % bis zur letzten Stunde durchgehend voll bei Bewusstsein waren. Von den übrigen 54 % verloren aber die wenigsten für mehr als zwei Tage innerhalb der letzten Lebenswoche das Bewusstsein. Als am häufigsten beklagte Symptome erwiesen sich:  Fehlen von Energie (91 %)  Appetitlosigkeit (86 %)  Schläfrigkeit (72 %)  Schmerzen (56 %)  Luftnot (54 %)  Traurigkeit (51 %)  Sorgen (46 %) Als am schwierigsten zu behandeln empfanden die befragten Hausärzte Luftnot, Erschöpfung und Schmerzen. Im Gegensatz zu Pati-

enten, die in der Klinik sterben, war das untersuchte Krankenkollektiv eher jünger, männlich und in festen Beziehungen lebend, informieren die Studienautoren weiter. Auch wenn die Symptomlast in diesem Kollektiv insgesamt geringer war als die von Kranken, die in Krankenhaus, Hospiz oder Pflegeheim sterben, lag sie immer noch relativ hoch, meinen die Kollegen.

Spezielle Schulung für Hausärzte gefragt Nach wie vor stellen Schmerz und Luftnot wichtige und beängstigende Beschwerden dar, die eventuell das Sterben zu Hause verhindern. Auch mit anderen belastenden Symptomen wie Erschöpfung oder Traurigkeit kommen Hausärzte oft schlecht zurande. Durch spezielle Schulung und Unterstützung der Kollegen bei der Betreuung von End-of-Life-Patienten ließe sich die „Sterbequalität“ zu Hause deutlich verbessern, vermuten die belgischen Autoren. CG Kathleen Leemans et al., BMC Family Practice 2012; 13: 4, online first

Provozierendes Ergebnis der „Aktion Saubere Hände“

Hygieneschulung erreicht Ärzte nicht KÖLN/MANNHEIM – Vorwiegend Pflegekräfte verbesserten ihre Händehygiene, Ärzte erwiesen sich als weitgehend beratungsresistent. Die „Aktion Saubere Hände“ (ASH) setzt sich – auch in Österreich – für verbesserte Händehygiene ein. Beobachtungsstudien haben ergeben, dass nach den ASH-Richtlinien geschultes Klinikpersonal deutlich häufiger die Hände desinfiziert, so Prof. Dr. Petra Gastmeier von der Charité Berlin auf der 20.  Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pä-

diatrische Infektiologie. Aktuell wurde auf zehn Intensiv- und zwei onkologischen Stationen geprüft, ob sich die Händehygiene der Mitarbeiter durch eine ASH-Schulung verbessern lässt. Insgesamt 4040 Gelegenheiten zur Händedesinfektion wurden ausgewertet, davon 1607 bei Organtransplantierten. Die Schulung bewirkte einen Anstieg von 27 auf 32 Händedesinfektionen pro Tag. Die Compliance verbesserte sich insgesamt von 54 % auf 61 %. Dies berichtete Dr. Karolin Graf vom Institut der Medizinischen Mikrobiologie und Krankenhaushygiene der Medizinischen Hochschule Hannover

auf dem 11. Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin. Allerdings verbesserten vorwiegend Pflegekräfte ihre Händehygiene, Ärzte erwiesen sich als weitgehend beratungsresistent. Außerdem war die Compliance auf den chirurgischen Intensivstationen insgesamt geringer als auf hämatologisch-onkologischen oder pädiatrischen Stationen. Einen Unterschied zwischen transplantierten und nichttransplantierten Patienten machte das Personal nicht. Die Desinfektion wurde häufiger nach einem Eingriff durchgeführt als vorher. AW/MW www.aktion-sauberehaende.de

Dr. Goran Tomašec wurde per 1. Juli zum ärztlichen Leiter des Rehabilitationszentrums Hallein bestellt. Ab 2001 hatte er am Aufbau der Diabetes-Ambulanz am KH St. Pölten mitgewirkt. Seit 2007 war er in Salzburg am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder als oberärztlicher Leiter der Diabetesund Stoffwechselambulanz tätig.

Hinter einer erfolgreichen

HypertonieTherapie …

Grüne Box, Kassenfrei mit IND, wenn ACE-Hemmer nicht vertragen werden. Fachkurzinformation siehe Seite: 22

Belgische End-of-Life-Studie zeigt Hindernisse

Foto: Rehabilitationszentrum Hallein

Rehabilitationszentrum Hallein

Foto: Barmherzige Schwestern

Vinzenz Gruppe

Foto: TILAK Schwamberger

Landeskrankenhaus Hall

Foto: Hirnschrodt Ried

Barmherzige Schwestern Ried

Foto: Barmherzige Brüder Wien

Barmherzige Brüder Wien


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Medizin

Leben & Kunst

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 38  •  19. September 2012

Kulturherbst

Rossmann am 22. Oktober, Dialektmusikfestival am 31. Oktober. Beim Jiddischen Kulturherbst 2012, unter dem Motto „Abi men sejt sich“ (Hauptsache, man trifft sich), der vom 16. Oktober bis 15. November in Wien stattfindet, wird dem Publikum an sechs Abenden die jiddische Sprachkultur unterhaltsam nähergebracht. Den Auftakt am 16. Oktober im Odeon Theater 50 Jahre mumok wird Ende September im Wiener Museumsquartier gefeiert. gestaltet Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg. Neben Roman Grinberg präsentieren heuer u.a. Vira Lo- Jubiläums-Veranstaltungen zinsky und Emil Aybinder ihr Programm. Den Abschluss des Festivals gestaltet Oberkantor Shmuel Barzilai am 15. November im Theater Akzent. Eine gute Möglichkeit, die große Bandbreite jiddischer Kultur Das mumok – museum moderner Kaiserin und das Achilleion“. Die kennenzulernen! kunst stiftung ludwig wien feiert mit Ausstellung umfasst die Themenbeeinem wissenschaftlichen Sympo- reiche Reisen, Ausgrabungen, Villa sium am 21. September und einem Braila, Achilleion und Privatleben www.steirischerherbst.at Tag der offenen Tür am 23. Septem- der Kaiserin im Achilleion. Gewinwww.kulturnetz-rabenstein.at ber 2012 sein 50-jähriges Bestehen. nen Sie für diese Schau 2  x  2 Einwww.jiddischerkulturherbst.at Das Symposium beleuchtet sowohl trittskarten (siehe Seite 26)! Ganz den Kids von fünf bis elf die wechselvolle Geschichte des Museums als auch seine kulturpolitische Jahren gewidmet ist das Jubiläumsund gesellschaftliche Funktion in Ge- fest des Kindermuseums „Schloss genwart und Zukunft. Am Tag der Schönbrunn erleben“ am 23. SepHerbstwanderungen offenen Tür werden Führungen und tember. Dieses feiert seinen ersten Workshops rund um die Ausstel- runden Geburtstag. Geboten werden lungen für alle Altersgruppen ange- Sonderführungen im Schloss Schönboten. Ein letztes Mal kann z.B. „Re- brunn, ein Kreativprogramm im Irrflecting Fashion. Kunst und Mode garten und Auszüge aus der „ZauWenn es „herbstelt“, zeigt sich Sie die schönsten Plätze der Wachau mit Künstlern und Gleichgesinnten, seit der Moderne“ – bei freiem Ein- berflöte“ im Marionettentheater. Familienkarten „10 Jahre Kindermudie Natur von ihrer schönsten Sei- mit profunden Kennern der Region Musik und Geschichten hören, tritt – gesehen werden. Das Hofmobiliendepot – Möbel seum“ ab 10,50 Euro (reservierung@ te. Wer sich dieses Farbenspiel erkunden. Täglich lockt ein ande- Landschaften entdecken, Mennicht entgehen lassen möchte, der rer Themenschwerpunkt. Den Ab- schen kennenlernen, und der kuli- Museum Wien präsentiert anläss- schoenbrunn.at). sollte sie erwandern. Der 2010 er- schluss des „Herbstwanderns“ bil- narische Genuss soll auch nicht zu lich des 175. Geburtstages von Kaiöffnete Welterbesteig Wachau bie- den musikalische Darbietungen der kurz kommen. Ein Rundum-Kul- serin Elisabeth vom 26. September www.mumok.at tet dazu die ideale Gelegenheit. In „Nomaden des Seins“: Sieben be- turprogramm für Augen, Ohren 2012 bis 27. Januar 2013 die Sonwww.kaiserkinder.at Form eines Weitwanderweges ver- gnadete Musiker, allen voran der und Gaumen also! So werden am derausstellung „Sisi auf Korfu. Die bindet er 13 Welterbegemeinden aus dem Dunkelsteinerwald stam- 22. und 23. September z.B. Lieder in 14 Etappen auf 180 Kilometern. mende Akkordeonvirtuose Otto und Tänze aus den Bergregionen Von 24. bis 29. September können Lechner und der Klangkünstler des nördlichen Apennin zu hören Hans Tschiritsch, bre- sein. Ein weiteres Kultur-Highlight: Theater-Premiere chen am 30. September Am 30. September stehen im Rahin Rossatz auf und la- men des Tages des Denkmals in den bis 7. Oktober zu ei- ganz Vorarl­berg Bau- und Kunstner musikalischen Ent- denkmäler im Fokus. In Bludenz deckungsreise durch die öffnen das Stadtmuseum, die LauWachau ein. rentiuskirche und die Spitalskirche Auch Bludenz Kultur zur Hl. Dreifaltigkeit ihre Pforten. lädt im Herbst zu Mu- Prädikat: sehenswert! sikwanderungen – zu Kurz bevor das 3raum-anatomieden schönsten Berghüttheater seine Pforten schließt, wird www.kultur-melk.at ten der Umgebung. „beres noch Schauplatz einer Urauffühwww.remise-bludenz.at ge.hören“ heißt wandern rung: Am 1. Oktober, 19.30 Uhr, ist Berge hören am Lünersee Premiere des Ein-Personen-Stücks „Maria Montessori ungeschminkt“. Gespielt wird die italienische Ärztin und Reformpädagogin von Kurt Hexmann. Warum von einem Tipp für einen Trip Mann? Autor Helmut Korherr und Regisseur Christian Spatzek berufen sich darauf, dass Maria Montessori zwar nach unseren heutigen BegrifAltdorf ist der Hauptort des Schweizer Kantons Uri und fen eine „starke“ Frau war, für ihre Schauplatz des berühmten Apfelschusses von Wilhelm Tell im Zeitgenossen jedoch eindeutig mas- Kurt Hexmann als Maria Montessori gleichnamigen Drama von Friedrich Schiller. 1512 gab es in kuline Züge hatte (Sigmund Freud Altdorf zum ersten belegten Mal einen Wilhelm Tell auf der hätte sie vermutlich dem „phal- knapp vor Maria Montessoris AbreiBühne. Der Stoff gilt als ältestes politisches Drama deutscher se ins Exil nach Indien. Sie gibt ein lischen Frauentypus“ zugeordnet). Sprache. Die 500-jährige Geschichte wird im heurigen Jahr Maria Montessori gelang es, in Abschiedsinterview und erzählt dain Altdorf u.a. mit der einer Neuinszenierung des Tellspiels die Männerdomäne Medizin ein- bei „ungeschminkt“ aus ihrem Ledurch Volker Hesse gefeiert. Rund hundert Laienschauspiezudringen: Sie begann 1882 als ben. Vorstellungen: 1., 8., 9., 10., 11., ler führen das Drama noch bis 20. Oktober im wunderschöerste Frau Italiens ein Medizin- 12., 13. Oktober 2012 (Beginn: 19.30 nen klassizistischen Theatersaal des Tellspielhauses in Altdorf studium und schloss dieses 1896 Uhr), Eintritt: 18/15 Euro auf. Verschiedene Hotels in Altdorf und Flüelen bieten wähmit der Promotion ab. Sie war sorend der Tellspiele spezielle Pauschalangebote an. mit die erste „Dotoressa“ Italiens. www.3raum.or.at Hundert Laienschauspieler wirken am „Tell“ mit. www.tellspiele-altdorf.ch, www.MySwitzerland.com Das Stück be­ginnt im Juni 1939 – chen. Rund 150 Künstler, Aktivisten und Wissenschaftler tragen vor, performen, spielen, produzieren, debattieren, … Insgesamt dauert der steirische herbst bis 14. Oktober. Das Ausstellungs-, Theater-, Musik- und Literaturprogramm ist so breit gefächert, dass für jeden etwas Interessantes dabei ist. Viele Städte und Gemeinden in unserer Alpenrepublik setzen mittlerweile auf einen Kulturherbst: Musik, Theater, Kabarett und Literatur werden geboten. Bereits einen Namen gemacht hat sich z.B. der Rabensteiner Kulturherbst, der vom Kulturnetz, einer Plattform der Kulturschaffenden der Mostviertler Gemeinde, ins Leben gerufen wurde und bis in den Dezember hinein dauert. Einige Highlights: Musicalmania am 28. Sep„1 hour 18 minutes“ beim steirischen herbst 2012 tember, Lesung mit Eva

Foto: Mikhail Guterman

Der steirische herbst hat eine lange Tradition. Doch dieses Jahr ist anders. Keine Eröffnung im gewohnten Rahmen ist vorgesehen, dafür ein 7-Tage/24-Stunden Marathon-Camp vom 21. bis 28. September unter dem Motto „Truth is concrete“ – mit Programm rund um die Uhr. Denn: Der heurige steirische herbst will sich auf die Suche nach künstlerischen Strategien in der Politik und nach politischen Strategien in der Kunst ma-

Foto: mumok

Von steirisch bis jiddisch

Dreimal Happy Birthday

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Musik liegt in der Luft

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Foto: www.remise-bludenz.at

Maria Montessori ungeschminkt

Foto: Tellspiele Altdorf

Tellspiele in Altdorf

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Foto: Stephan Mussil

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Medizin

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Nach operativer Therapie kommt es fast immer zum Rezidiv

Endometriose konservativ angehen

Kommt es nach drei bis sechs Monaten nicht zu einer entscheidenden Verbesserung der Beschwerden, kann alternativ die Monotherapie mit einem Gestagen in Betracht gezogen werden. Spä-

testens jetzt sollte man auch die Diagnose Endometriose histologisch sichern, falls dies noch nicht geschehen ist. Gestagene hemmen direkt die Proliferation der Endometrioseherde, regulieren Östrogenrezeptoren herunter und bremsen die Ausschüttung von Gonadotropinen. Sie stehen in verschiedenen Applikationsweisen zur Verfügung (oral, Depot-Injektion, subkutanes Implantat oder Intrauterinpessar). Zugelassen für die Behandlung ist bisher aber nur ein Dienogest-Präparat (Visanne®). Wird die Gestagentherapie gut vertragen, kann sie unbegrenzt fortgesetzt werden. Einige Frauen klagen aber über Nebenwirkungen wie Zyklusin-

Kinderwunsch verlangt Extra-Therapie

So wirken GnRH-Analoga

Mit Agonisten des Gonadotropin-Releasing-Hormons (GnRH) bremst man die Gonadotropinproduktion in der Hypophyse. Die Östrogenspiegel fallen, das Endometrium atrophiert, es stellt sich eine Amenorrhö ein. Bei längerer Therapie sollte man evtl. niedrig dosiert kombinierte Hormone geben. SerumöstradiolSpiegel von 35 bis 45 pg/ml bieten genügend Knochenschutz bei geringer Endometriumstimulation.

… steht oft eine

starke Frau.

s ist Blopres ikation lbstmed in der se hischen österreic Nr. 1 der z r n/Ä te! Ärztinne eport 2011

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Allen hormonellen Therapien ist gemeinsam, dass die Beschwerden in der Regel zurückkehren, sobald die Medikation abgesetzt wird. Außerdem wirken die Präparate nicht gegen die Sterilität, sodass man eine eventuelle Kinderwunschbehandlung auf keinen Fall unnötig hinauszögern sollte. Die Laparoskopie dient bei Endometriose zum einen der Diagnosesicherung – zum anderen kann durch Entfernung der Herde auch eine operative Sanierung versucht werden. Dies wird empfohlen, wenn alles andere nicht hilft oder akute schwere Schmerzzustände zum sofortigen Handeln zwingen. MW

Grüne Box, Kassenfrei mit IND, wenn ACE-Hemmer nicht vertragen werden. Fachkurzinformation siehe Seite: 22

Gestagene allein können ebenfalls helfen

Foto: BilderBox.com

Jedes Jahr erkranken in Deutschland 40.000 Frauen an einer Endometriose – insgesamt sind zirka zwei Millionen behandlungsbedürftig. Als Leitsymptome gelten chronischer Unterbauchschmerz und Sterilität. Bei Befall von Blase, Darm, Harnleiter oder Lunge kann es auch zu zyklischer Hämaturie, Darmblutungen und Hämoptysis kommen, schreiben Dr. Barbara de Oriol von der Frauenklinik und Poliklinik der TU München und Kollegen in „Arzneiverordnung in der Praxis“. Behandelt werden sollte nur, wenn tatsächlich Beschwerden vorliegen. Da es nach operativer Entfernung von Herden fast immer zu Rezidiven kommt, hat ein medikamentöser Versuch Vorrang, so die Gynäkologin. Für Frauen, die ohnehin eine Verhütung wünschen, lohnt sch ein Versuch mit oralen Kontrazeptiva. Östrogen-Gestagen-Kombinationspräparate leisten hier oft gute Dienste – sind allerdings nicht speziell für die Endometriose zugelassen.

stabilität, depressive Verstimmung und Gewichtszunahme. Führen auch Gestagene noch nicht zum Erfolg, kann man mit GnRH-Analoga eine Stufe höher im Regelkreis ansetzen. Sie sind effektiver bei der Behandlung der Schmerzen – haben aber auch mehr Nebenwirkungen in Form von klimakterischen Beschwerden. Nach chirurgischer Sanierung stellen sie das Mittel der Wahl zur Rezidivprophylaxe dar. Hier sind mehrere Präparate (z.B. Nasenspray, subkutane oder intramuskuläre Injektionen) zugelassen. Die Dauer des Einsatzes ist auf sechs Monate begrenzt. Bei Nebenwirkungen oder länger dauernder Therapie kann sie evtl. durch eine niedrig dosierte ÖstrogenGestagen-Therapie ergänzt werden.

MÜNCHEN – Versprengtes Endometriumgewebe macht jeder zehnten Frau im reproduktiven Alter zu schaffen. Bevor zum Skalpell gegriffen wird, sollte man versuchen, die Beschwerden durch eine hormonelle Therapie zu lindern.

Barbara de Oriol et al., Arzneiverordnung in der Praxis 2012; 39: 27–29

Neu diagnostizierte Diabetiker

Auf die Diät kommt es an MAINZ – Patienten mit neu diagnostiziertem Diabetes sollte man vor allem Ratschläge zur Diät geben: Weniger und das Richtige zu essen verbessert klar die Stoffwechsellage. Mehr Bewegung im Alltag hat dagegen geringeren Effekt. In einer großen Studie beobachtete man die Stoff wechselentwicklung von 593 Personen, bei denen fünf bis acht Monate zuvor ein Typ-2-Diabetes neu diagnostiziert worden war, erklärte Prof. Dr. Andreas Hamann von den Hochtaunus-Kliniken Bad Homburg auf dem 7. Diabetologie-Update-Seminar.

600 Neu-Diabetiker, drei Methoden Die Teilnehmer im Alter zwischen 30 und 80 Jahren wurden in drei Gruppen randomisiert. 248 Personen unterzog man einer intensiven dietätischen Intervention mit fachlicher Unterstüt-

zung. So kam alle drei Monate eine Ernährungsberaterin zum Zuge und vierwöchentlich medizinisches Personal. Bei der zweiten Gruppe mit 246 Teilnehmern unterstützte man diese Betreuung durch ein Bewegungsprogramm – samt Schrittzähler im Alltag. Die 99-köpfige Kontrollgruppe erhielt lediglich zu Beginn eine Ernährungsberatung.

Bitte dennoch für mehr Bewegung werben! Nach sechs Monaten war der HbA1c in der Kontrollgruppe von 6,72 % auf 6,86 % gestiegen, während dieser Wert unter der intensiven Diät um 0,28 Prozentpunkte

fiel. Die zusätzliche körperliche Aktivität schlug sich mit einer Verminderung des HbA1c um 0,33  % zu Buche. Die beiden Interventionsgruppen unterschieden sich nicht signifikant. Obwohl die Interventionsgruppen weniger Antidiabetika brauchten, blieb der Unterschied zum Kontrollkollektiv auch nach einem Jahr etwa gleich. Auch beim Gewicht erreichte man mit der zusätzlichen Bewegung keinen rechten Erfolg: Die Diät-Patienten nahmen 2,28 kg ab und die Teilnehmer der Schrittzählergruppe 2,21 kg. Daraus sollte man jetzt aber keinesfalls den Schluss ziehen, die Motivation zu mehr Bewegung sei unnötig, urteilte Prof. Hamann. Allerdings zeigen auch andere Studien, dass Bewegungsprogramme nur im Zusammenspiel mit diätetischer Intervention den HbA1c relevant beeinflussen. SK

Blopress-power gegen Hypertonie.


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Atorvastatin ratiopharm 10 mg-, 20 mg-, 40 mg- und 80 mg-Filmtabletten. Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 10 mg Atorvastatin (als Atorvastatin Calcium). Jede Filmtablette enthält 20 mg Atorvastatin (als Atorvastatin Calcium). Jede Filmtablette enthält 40 mg Atorvastatin (als Atorvastatin Calcium). Jede Filmtablette enthält 80 mg Atorvastatin (als Atorvastatin Calcium). Anwendungsgebiete: Hypercholesterinämie, Atorvastatin ist zusätzlich zu einer Diät indiziert, zur Senkung erhöhter Spiegel von Gesamt-Cholesterin (Total-C), LDL-Cholesterin (LDL-C), Apolipoprotein B und Triglyceriden bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern über 10 Jahren mit primärer Hypercholesterinämie einschließlich familiärer Hypercholesterinämie (heterozygote Variante) oder kombinierter (gemischter) Hyperlipidämie (entsprechend den Typen IIa und IIb der Fredrickson-Klassifikation), wenn das Ansprechen auf eine Diät und andere nicht-pharmakologische Maßnahmen nicht ausreichend ist. Atorvastatin ist auch indiziert zur Senkung von Gesamt-Cholesterin und LDL-Cholesterin bei Erwachsenen mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie zusätzlich zu anderen lipidsenkenden Behandlungen (z.B. LDL-Apherese) oder wenn solche Behandlungen nicht verfügbar sind. Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen, Prävention kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten, deren Risiko für ein erstes kardiovaskuläres Ereignis als hoch eingestuft wird, zusätzlich zur Behandlung anderer Risikofaktoren. Gegenanzeigen: Atorvastatin ist kontraindiziert bei Patienten: mit Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels mit aktiver Lebererkrankung oder ungeklärten anhaltenden Erhöhungen der Serum-Transaminasen, die das 3-fache der oberen Grenze der Normwerte übersteigen während der Schwangerschaft, während der Stillzeit, und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine geeigneten kontrazeptiven Maßnahmen anwenden. Pharmakotherapeutische Gruppe: Lipidmodifikationsagens, HMG-CoA-Reduktase-Hemmer. ATC-Code: C10A-A05. Liste der sonstigen Bestandteile: Kern: Mikrokristalline Cellulose, Natriumcarbonat, wasserfrei, Maltose, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat. Überzug: Hypromellose (E 464), Hydroxypropylcellulose, Triethylcitrat (E 1505), Polysorbat 80, Titandioxid (E 171). Art und Inhalt des Behältnisses: Aluminium-Aluminium-Blisterpackungen. Atorvastatin ratiopharm ist in Packungen zu 7, 10, 14, 15, 28, 30, 50, 50 x 1, 56, 60, 84, 90, 98, 100 oder 200 Tabletten verfügbar. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht. Inhaber der Zulassung: Pharmazeutischer Unternehmer, ratiopharm Arzneimittel Vertriebs-GmbH, Albert Schweitzer-Gasse 3, A-1140 Wien, Tel.Nr.: +43/1/97007-0, Fax-Nr.: +43/1/97007-66, e-mail: info@ ratiopharm.at. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: 10/2011. Weitere Hinweise zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und zutreffendenfalls Angaben über die Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Blopress Plus 8 mg/12,5 mg – Tabletten, Blopress Plus 16 mg/12,5 mg – Tabletten, Blopress Plus 32 mg/12,5 mg - Tabletten, Blopress Plus 32 mg/25 mg - Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Blopress Plus 8 mg/12,5 mg - Tablette enthält 8 mg Candesartan Cilexetil und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Jede Tablette enthält 76,9 mg Lactose-Monohydrat. Eine Blopress Plus 16 mg/12,5 mg - Tablette enthält 16 mg Candesartan Cilexetil und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Jede Tablette enthält 68,8 mg Lactose-Monohydrat. Eine Tablette Blopress Plus 32 mg/12,5 mg enthält 32 mg Candesartan Cilexetil und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Jede Tablette enthält 150,2 mg Lactose-Monohydrat. Eine Tablette Blopress Plus 32 mg/25 mg enthält 32 mg Candesartan Cilexetil und 25 mg Hydrochlorothiazid. Jede Tablette enthält 137,7 mg Lactose-Monohydrat. Sonstige Bestandteile: Carmellose-Calcium, Hydroxypropylcellulose, Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat, Maisstärke, Macrogol, Eisenoxid gelb (E172, bei 32 mg/12,5 mg - Tablette), Eisenoxid rot (E172, bei 16 mg/12,5 mg und 32 mg/25 mg - Tablette). Anwendungsgebiete: Blopress Plus ist angezeigt zur Behandlung der essenziellen Hypertonie bei erwachsenen Patienten, deren Blutdruck mit einer Candesartan Cilexetil- oder Hydrochlorothiazid Monotherapie nicht optimal kontrolliert werden kann. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile oder gegen Sulfonamid abgeleitete Wirkstoffe. Hydrochlorothiazid ist ein Sulfonamid abgeleiteter Wirkstoff. Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Schwere Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin Clearance < 30 ml/min/1,73 m2 KO). Schwere Einschränkung der Leberfunktion und/oder Cholestase. Therapieresistente Hypokaliämie und Hyperkalzämie. Gicht. Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten und Diuretika, ATC-Code: C09DA06. Abgabe: Rp, apothekenpflichtig. Zulassungsinhaber: Takeda Pharma Ges.m.b.H., 1120 Wien. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, den besonderen Warnhinweisen zur sicheren Anwendung sowie zur Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. [0712] BLMA08123. CRESTOR 5 mg - Filmtabletten, CRESTOR 10 mg - Filmtabletten, CRESTOR 20 mg - Filmtabletten, CRESTOR 40 mg - Filmtabletten. Pharmakotherapeutische Gruppe: HMG-CoA-Reduktase-Hemmer. ATC-Code: C10A A07. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Jede Tablette enthält: Crestor 5 mg: 5 mg Rosuvastatin (als Rosuvastatincalcium) und 94.88 mg Lactose-Monohydrat. Crestor 10 mg: 10 mg Rosuvastatin (als Rosuvastatincalcium) und 91.3 mg Lactose-Monohydrat. Crestor 20 mg: 20 mg Rosuvastatin (als Rosuvastatincalcium) und 182.6 mg Lactose-Monohydrat. Crestor 40 mg: 40 mg Rosuvastatin (als Rosuvastatincalcium) und 168.32 mg Lactose-Monohydrat. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, Tricalciumphosphat, Crospovidon, Magnesiumstearat. Tablettenhülle: Lactose-Monohydrat, Hypromellose, Triacetin, Titandioxid (E171). 10, 20 und 40 mg – Filmtabletten: Eisenoxid rot (E172). 5 mg - Filmtabletten: Eisenoxid gelb (E172). ANWENDUNGSGEBIETE: Behandlung von Hypercholesterinämie: Erwachsene, Jugendliche oder Kinder ab 10 Jahren mit primärer Hypercholesterinämie (Typ IIa einschließlich heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie) oder gemischter Dyslipidämie (Typ IIb), zusätzlich zu einer Diät, wenn das Ansprechen auf eine Diät und andere nicht pharmakologische Maßnahmen (z.B. Bewegung, Gewichtsreduktion) nicht ausreichend ist. Homozygote familiäre Hypercholesterinämie zusätzlich zu einer Diät und anderen lipidsenkenden Maßnahmen (z.B. LDL-Apherese) oder wenn solche Maßnahmen nicht geeignet sind. Vorbeugung von kardiovaskulären Ereignissen: Vorbeugung von kardiovaskulären Ereignissen bei Patienten mit einem hohen Risiko für ein erstmaliges kardiovaskuläres Ereignis, in Verbindung mit der Behandlung von anderen Risikofaktoren. GEGENANZEIGEN: Crestor ist kontraindiziert: - bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Rosuvastatin oder einen der sonstigen Bestandteile, - bei Patienten mit aktiver Lebererkrankung, einschließlich einer ungeklärten andauernden Erhöhung der Serum-Transaminasen sowie jeglicher Erhöhung der Serum-Transaminasekonzentration auf mehr als das Dreifache des oberen Normalwertes (ULN), - bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Creatinine Clearance <30 ml/min), - bei Patienten mit Myopathie, - bei Patienten, die gleichzeitig Ciclosporin erhalten, - während der Schwangerschaft und Stillzeit und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine geeigneten kontrazeptiven Maßnahmen anwenden. Die 40 mg Dosis ist bei Patienten mit prädisponierenden Faktoren für Myopathie/Rhabdomyolyse kontraindiziert. Solche Faktoren beinhalten: - mäßige Nierenfunktionsstörung (Creatinine Clearance < 60 ml/min) - Hypothyreose - erbliche Muskelerkrankungen in der Eigen- / Familienanamnese - bereits in der Anamnese mit einem anderen HMG-CoA-Reduktase-Hemmer oder einem Fibrat aufgetretene muskuläre Toxizität - Alkoholmissbrauch - Situationen, in denen erhöhte Plasmakonzentrationen auftreten können - asiatische Patienten - gleichzeitige Anwendung von Fibraten. INHABER DER ZULASSUNG: AstraZeneca Österreich GmbH, Schwarzenbergplatz 7, A-1037 Wien, E-Mail: info.at@astrazeneca.com. VERSCHREIBUNGSPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand: 07/2012. Informationen zu den Abschnitten besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie den Gewöhnungseffekten sind der veröffentlichten Fachinformation (z.B. Austria Codex) zu entnehmen. Donepezil Genericon 5 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 5,22 mg Donepezilhydrochlorid-Monohydrat, entsprechend 5 mg Donepezilhydrochlorid, entsprechend 4,56 mg Donepezil. Sonstige Bestandteile: Jede Tablette enthält 91 mg Lactose. Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose (E460), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Hydroxypropylcellulose (E463), Magnesiumstearat (E572). Tablettenüberzug: Hypromellose (E464), Lactose-Monohydrat, Macrogol 4000, Titandioxid (E171). Donepezil Genericon 10 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 10,44 mg Donepezilhydrochlorid-Monohydrat, entsprechend 10 mg Donepezilhydrochlorid, entsprechend 9,12 mg Donepezil. Sonstige Bestandteile: Jede Tablette enthält 182 mg Lactose. Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose (E460), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Hydroxypropylcellulose (E463), Magnesiumstearat (E572). Tablettenüberzug: Hypromellose (E464), Lactose-Monohydrat, Macrogol 4000, Titandioxid (E171), Eisenoxid gelb (E172). Anwendungsgebiete: Donepezilhydrochlorid ist indiziert zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Demenz vom Alzheimer-Typ. Gegenanzeigen: Das Arzneimittel ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Donepezilhydrochlorid, Piperidinderivate oder einen der sonstigen Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidementiva; Cholinesterasehemmer. ATC-Code: N06DA02. Donepezil Genericon 5 mg – Filmtabletten, OP zu 90 Stück, Donepezil Genericon 10 mg – Filmtabletten, OP zu 90 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Enbrel 25 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung, Enbrel 25 mg/ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen, Enbrel 25 mg Injektionslösung in Fertigspritze, Enbrel 50 mg Injektionslösung in Fertigspritze, Enbrel 50 mg Injektionslösung im Fertigpen, Enbrel 10 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Durchstechflasche enthält 10mg/25mg, eine Fertigspritze enthält 25mg/50mg Etanercept, ein Fertigpen enthält 50mg Etanercept. Liste der sonstigen Bestandteile: Enbrel 25 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung & Enbrel 10 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen: Pulver: Mannitol (E421), Sucrose und Trometamol. Lösungsmittel: Wasser für Injektionszwecke. Enbrel 25 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen: Die Lösung enthält 9 mg Benzylalkohol pro ml als Konservierungsmittel. Pulver: Mannitol (E421), Sucrose und Trometamol. Lösungsmittel: Wasser für Injektionszwecke, Benzylalkohol. Enbrel 25 mg Injektionslösung in Fertigspritze, Enbrel 50 mg Injektionslösung in Fertigspritze, Enbrel 50 mg Injektionslösung im Fertigpen: Sucrose, Natriumchlorid, Argininhydrochlorid, Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat, Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Enbrel 25 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung, Enbrel 25 mg Injektionslösung in Fertigspritze: Rheumatoide Arthritis, Polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis, Psoriasis-Arthritis (Arthritis psoriatica), Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans), Plaque-Psoriasis, Plaque-Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen. Enbrel 25 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen & Enbrel 10 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen: Polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis, Plaque-Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen. Enbrel 50 mg Injektionslösung in Fertigspritze, Enbrel 50 mg Injektionslösung im Fertigpen: Rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis (Arthritis psoriatica), Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans), Plaque-Psoriasis, Plaque-Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen. (Detaillierte Angaben hierzu sind der Fachinformation zu entnehmen). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Sepsis oder Risiko einer Sepsis. Eine Behandlung mit Enbrel sollte bei Patienten mit aktiven Infektionen, einschließlich chronischer oder lokalisierter Infektionen, nicht begonnen werden. Zusätzlich für Enbrel 25 mg/ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen: Enbrel darf n N w w w m m G mm m N α A m m w N m A w A W w m m A w W w m A m W w w N w m m Esomeprazol +pharma 20 mg magensaftresistente Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält 20 mg Esomeprazol (als Esomeprazol Magnesium). Sonstige Bestandteile: 14,6 mg Sucrose und 30,3 mg Lactose. Tablettenkern: Saccharose; Maisstärke; Ethylcellulose; Magnesiumstearat; Povidon; Magnesiumoxid leicht; Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer (1:1) Dispersion (30%); Diethylphtalat; Talkum; mikrokristalline Cellulose; Hochdisperses wasserfreies Siliziumdioxid; Lactose Monohydrat; Maisstärke; Copovidon; Macrogol 8000; Crospovidon; Tablettenüberzug: Hypromellose; Macrogol 8000, Talkum, Titandioxid (E171), hochdisperses wasserfreies Siliziumdioxid, Eisenoxid, rot (E172). Esomeprazol +pharma 40 mg magensaftresistente Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält 40 mg Esomeprazol (als Esomeprazol Magnesium). Sonstige Bestandteile: 29,3 mg Sucrose und 60,6 mg Lactose: Tablettenkern: Saccharose; Maisstärke; Ethylcellulose; Magnesiumstearat; Povidon; Magnesiumoxid leicht; Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer (1:1) Dispersion (30%); Diethylphtalat; Talkum; mikrokristalline Cellulose; Hochdisperses wasserfreies Siliziumdioxid; Lactose Monohydrat; Maisstärke; Copovidon; Macrogol 8000; Crospovidon; Tablettenüberzug: Hypromellose; Macrogol 8000, Talkum, Titandioxid (E171), hochdisperses wasserfreies Siliziumdioxid, Eisenoxid, rot (E172). Anwendungsgebiete: Erwachsene: Esomeprazol +pharma Tabletten sind indiziert: bei gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD): Behandlung von erosiver Refluxösophagitis; Langzeitmanagement von Patienten mit geheilter Ösophagitis zur Verhinderung des Wiederauftretens der Erkrankung; Symptomatische Behandlung von gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD), zur Eradikation von Helicobacter pylori in Kombination mit einer geeigneten Antibiotikatherapie und zur Heilung von mit Helicobacter pylori verbundenem Ulcus duodeni, Vorbeugung des Wiederauftretens von peptischem Ulcus bei Patienten mit Helicobacter pylori verbundenem Ulcus; bei Patienten, die eine NSAR-Langzeit-Therapie benötigen: Heilung von Ulcus ventriculi im Zusammenhang mit NSAID Therapie; zur Vorbeugung von Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni im Zusammenhang mit NSAID Therapie bei Risikopatienten; zur weiterführenden Behandlung, nach erfolgter i.v. Behandlung zum Schutz vor dem Wiederauftreten von peptischen Ulcus-Blutungen; zur Behandlung von Zollinger Ellison Syndrom. Jugendliche ab dem Alter von 12 Jahren: bei gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD): Behandlung von erosiver Refluxösophagitis; Langzeitmanagement von Patienten mit geheilter Ösophagitis zur Verhinderung des Wiederauftretens der Erkrankung; Symptomatische Behandlung von gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD). In Kombination mit Antibiotika zur Heilung duodenaler Ulcera bedingt durch Helicobacter pylori. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Esomeprazol, substituierte Benzimidazole oder einen der sonstigen Bestandteile. Esomeprazol darf nicht gemeinsam mit Nelfinavir angewendet werden (siehe Abschnitt 4.5). Pharmakodynamische Eigenschaften: Pharmakotherapeutische Gruppe: Protonenpumpenhemmer, Esomeprazol. ATC-Code: A02B C05. Esomeprazol +pharma 20 mg magensaftresistente Tabletten, OP zu 7, 14 und 30 Stück, Esomeprazol +pharma 40 mg magensaftresistente Tabletten, OP zu 14 und 30 Stück. Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: +pharma arzneimittel gmbh, A-8054 Graz, E-Mail: pluspharma@pluspharma.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Esomeprazol Genericon 20 mg magensaftresistente Tabletten: Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält 20 mg Esomeprazol (als Esomeprazol Magnesium). Sonstige Bestandteile: 14,6 mg Sucrose und 30,3 mg Lactose pro Tablette. Sonstige Bestandteile: Beschichtete Zuckerkügelchen: Zuckerkügelchen (Saccharose und Maisstärke); Ethylcellulose; Magnesiumstearat; Wirkstoffbeschichtung: Povidon K 90; Magnesiumoxid; Barrierebeschichtung: Povidon; Magnesiumoxid; Magnesiumstearat; Magensaftresistente Beschichtung: Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer-(1:1) Dispersion 30% (enthält Natriumlaurylsulfat und Polysorbat 80); Diethylphthalat; Talkum; Tablettenkern: Silicifizierte mikrokristalline Cellulose (enthält mikrokristalline Cellulose und Siliciumdioxid); Starlac (enthält Lactose Monohydrat und Maisstärke); Copovidon K 28; Macrogol 8000; Crospovidon; Siliciumdioxid; Magnesiumstearat; Filmüberzug: Hypromellose; Macrogol 8000; Talkum; Titandioxid (E 171); Siliciumdioxid; Eisenoxid, rot (E 172); Bedruckung: Opacode S-1-17823 schwarz (enthält Propylenglycol, Eisenoxid schwarz (E 172), Schellack). Esomeprazol Genericon 40 mg magensaftresistente Tabletten: Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält 40 mg Esomeprazol (als Esomeprazol Magnesium). Sonstige Bestandteile: 29,3 mg Sucrose und 60,6 mg Lactose pro Tablette. Sonstige Bestandteile: Beschichtete Zuckerkügelchen: Zuckerkügelchen (Saccharose und Maisstärke); Ethylcellulose; Magnesiumstearat; Wirkstoffbeschichtung: Povidon K 90; Magnesiumoxid; Barrierebeschichtung: Povidon; Magnesiumoxid; Magnesiumstearat; Magensaftresistente Beschichtung: Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer-(1:1) Dispersion 30% (enthält Natriumlaurylsulfat und Polysorbat 80); Diethylphthalat; Talkum; Tablettenkern: Silicifizierte mikrokristalline Cellulose (enthält mikrokristalline Cellulose und Siliciumdioxid); Starlac (enthält Lactose Monohydrat und Maisstärke); Copovidon K 28; Macrogol 8000; Crospovidon; Siliciumdioxid; Magnesiumstearat; Filmüberzug: Hypromellose; Macrogol 8000; Talkum; Titandioxid (E 171); Siliciumdioxid; Eisenoxid, rot (E 172); Bedruckung: Opacode S-1-17823 schwarz (enthält Propylenglycol, Eisenoxid schwarz (E 172), Schellack). Anwendungsgebiete Esomeprazol Genericon magensaftresistente Tabletten sind angezeigt bei: Erwachsene: Gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD): Behandlung der erosiven Refluxösophagitis; Langzeitbehandlung zur Rezidivprophylaxe bei Patienten mit geheilter Ösophagitis; Symptomatische Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD). In Kombination mit einer geeigneten Antibiotikatherapie zur Eradikation des Helicobacter pylori und: Heilung des Helicobacter pylori assoziierten Ulcus duodeni; Vorbeugung des Wiederauftretens eines peptischem Ulcus bei Patienten mit Helicobacter pylori assoziiertem Ulcus. Patienten, die eine NSAR-Langzeit-Therapie benötigen: Heilung von Ulcus ventriculi im Zusammenhang mit NSAR-Therapie; Vorbeugung von Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni im Zusammenhang mit NSAR-Therapie bei Risikopatienten; Weiterführende Behandlung nach erfolgter i.v. Behandlung zur Vermeidung wieder auftretender Blutungen bei einem peptischen Ulcus; Behandlung des Zollinger Ellison Syndroms. Jugendliche ab 12 Jahren: Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD): Behandlung der erosiven Refluxösophagitis; Langzeitbehandlung zur Rezidivprophylaxe bei Patienten mit geheilter Ösophagitis; Symptomatische Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD). In Kombination mit Antibiotika zur Behandlung von Zwölffingerdarmgeschwüren, die durch Helicobacter pylori vorgerufen wurden. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Esomeprazol, substituierte Benzimidazole oder einen der sonstigen Bestandteile. Esomeprazol darf nicht zusammen mit Nelfinavir angewendet werden (siehe Abschnitt 4.5). Pharmakotherapeutische Gruppe: Protonenpumpenhemmer. ATC-Code: A02B C05. Esomeprazol Genericon 20 mg magensaftresistente Tabletten, OP zu 7, 14 und 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig, Esomeprazol Genericon 40 mg magensaftresistente Tabletten, OP zu 14 und 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Humira 40 mg Injektionslösung in Fertigspritze/Humira 40 mg Injektionslösung im vorgefüllten Pen (Injektor, vorgefüllt/FertigPEN). ZUSAMMENSETZUNG: Jede Einzeldosis-Fertigspritze à 0,8 ml enthält 40 mg Adalimumab/Jede Einzeldosis à 0,8 ml des vorgefüllten Pens enthält 40 mg Adalimumab. Adalimumab ist ein rekombinanter humaner monoklonaler Antikörper, der in Ovarialzellen des Chinesischen Hamsters exprimiert wird. ANWENDUNGSGEBIETE: Rheumatoide Arthritis: Humira ist in Kombination mit Methotrexat indiziert zur Behandlung der mäßigen bis schweren aktiven rheumatoiden Arthritis bei erwachsenen Patienten, die nur unzureichend auf krankheitsmodifizierende Antirheumatika einschließlich Methotrexat angesprochen haben. Behandlung der schweren, aktiven und progressiven rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen, die zuvor nicht mit Methotrexat behandelt worden sind. Humira kann im Falle einer Unverträglichkeit gegenüber Methotrexat, oder wenn die weitere Behandlung mit Methotrexat nicht sinnvoll ist, als Monotherapie angewendet werden. Humira reduziert in Kombination mit Methotrexat das Fortschreiten der radiologisch nachweisbaren strukturellen Gelenkschädigungen und verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit. Polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis: Humira ist in Kombination mit Methotrexat indiziert zur Behandlung der aktiven polyartikulären juvenilen idiopathischen Arthritis bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 17 Jahren, die nur unzureichend auf ein oder mehrere krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) angesprochen haben. Humira kann im Falle einer Unverträglichkeit gegenüber Methotrexat, oder wenn die weitere Behandlung mit Methotrexat nicht sinnvoll ist, als Monotherapie angewendet werden. Bei Kindern, die jünger als 4 Jahre sind, wurde Humira nicht untersucht. Axiale Spondyloarthritis: Ankylosierende Spondylitis (AS) Humira ist indiziert zur Behandlung der schweren aktiven ankylosierenden Spondylitis bei Erwachsenen, die nur unzureichend auf eine konventionelle Therapie angesprochen haben. Axiale Spondyloarthritis ohne Röntgen-Nachweis einer AS: Humira ist indiziert zur Behandlung der schweren axialen Spondyloarthritis ohne Röntgen-Nachweis einer AS, aber mit objektiven Anzeichen der Entzündung durch erhöhtes CRP und/oder MRT, bei Erwachsenen, die nur unzureichend auf nichtsteroidale Antirheumatika angesprochen haben oder bei denen eine Unverträglichkeit gegen diese vorliegt. Psoriasis Arthritis: Humira ist indiziert zur Behandlung der aktiven und progressiven Psoriasis-Arthritis (Arthritis psoriatica) bei Erwachsenen, die nur unzureichend auf eine vorherige Basistherapie angesprochen haben. Humira reduziert das Fortschreiten der radiologisch nachweisbaren strukturellen Schädigungen der peripheren Gelenke bei Patienten mit polyartikulären symmetrischen Subtypen der Erkrankung und verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit. Psoriasis: Humira ist indiziert zur Behandlung der mittelschweren bis schweren chronischen Plaque-Psoriasis bei erwachsenen Patienten, die auf eine andere systemische Therapie, wie Cyclosporin, Methotrexat oder PUVA, nicht angesprochen haben oder bei denen eine Kontraindikation oder Unverträglichkeit einer solchen Therapie vorliegt. Morbus Crohn: Humira ist indiziert zur Behandlung eines schwergradigen, aktiven Morbus Crohn bei Patienten, die trotz einer vollständigen und adäquaten Therapie mit einem Glukokortikoid und/oder einem Immunsuppressivum nicht ausreichend angesprochen haben und/oder die eine Unverträglichkeit gegen eine solche Therapie haben oder bei denen eine solche Therapie kontraindiziert ist. Colitis ulcerosa: Humira ist indiziert zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven Colitis ulcerosa bei erwachsenen Patienten, die auf die konventionelle Therapie, einschließlich Glukokortikoide und 6-Mercaptopurin (6-MP) oder Azathioprin (AZA), unzureichend angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit gegen eine solche Therapie haben oder bei denen eine solche Therapie kontraindiziert ist. GEGENANZEIGEN: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Aktive Tuberkulose oder andere schwere Infektionen wie Sepsis und opportunistische Infektionen, mäßige bis schwere Herzinsuffizienz (NYHA Klasse III/IV). SONSTIGE BESTANDTEILE: Mannitol (Ph. Eur.), Citronensäure-Monohydrat, Natriumcitrat, Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat, Natriumchlorid, Polysorbat 80, Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke. NAME UND ANSCHRIFT DES PHARMAZEUTISCHEN UNTERNEHMERS: Abbott Laboratories Ltd., Abbott House, Vanwall Business Park, Vanwall Road, Maidenhead, Berkshire, SL6 4XE, Vereinigtes Königreich. VERTRETUNG DES ZULASSUNGSINHABERS IN ÖSTERREICH: Abbott Ges.m.b.H., 1230 Wien. VERSCHREIBUNGSPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT: NR, apothekenpflichtig. PHARMAKOTHERAPEUTISCHE GRUPPE: Selektive Immunsuppressiva. ATC-Code: L04AB04. Informationen zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, zu Wechselwirkungen mit anderen Mitteln und zu Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. STAND DER INFORMATION: 07/2012. AbbVie GmbH, ein Unternehmen der Abbott Gruppe, Perfektastraße 84A, 1230 Wien, Tel.: +43 1 20 589 0, Fax.: +43 1 20 589 316. Neurontin® 300 mg/400 mg – Hartkapseln Neurontin® 600 mg/800 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 300 mg Hartkapseln: Jede 300 mg Hartkapsel enthält 300 mg Gabapentin. Sonstige Bestandteile: Jede 300 mg Hartkapsel enthält 41 mg Lactose (als Monohydrat). 400 mg Hartkapseln: Jede 400 mg Hartkapsel enthält 400 mg Gabapentin. Sonstige Bestandteile: Jede 400 mg Hartkapsel enthält 54 mg Lactose (als Monohydrat). 600 mg Filmtabletten: Jede 600 mg Filmtablette enthält 600 mg Gabapentin. 800 mg Filmtabletten: Jede 800 mg Filmtablette enthält 800 mg Gabapentin. Liste der sonstigen Bestandteile: 300 mg Hartkapseln: Jede Hartkapsel enthält die folgenden sonstigen Bestandteile: Lactose-Monohydrat, Maisstärke und Talkum. Kapselhülle: Gelatine, gereinigtes Wasser und Natriumdodecylsulfat. Die 300 mg Hartkapseln enthalten die Farbstoffe Titandioxid (E171) und gelbes Eisenoxid (E172). Die für alle Hartkapseln verwendete Drucktinte enthält Schellack, Titandioxid (E171) und Indigocarmin, Aluminiumsalz (E132). 400 mg Hartkapseln: Jede Hartkapsel enthält die folgenden sonstigen Bestandteile: Lactose-Monohydrat, Maisstärke und Talkum. Kapselhülle: Gelatine, gereinigtes Wasser und Natriumdodecylsulfat. Die 400 mg Hartkapseln enthalten die Farbstoffe Titandioxid (E171), rotes und gelbes Eisenoxid (E172). Die für alle Hartkapseln verwendete Drucktinte enthält Schellack, Titandioxid (E171) und Indigocarmin, Aluminiumsalz (E132). 600 mg/800 mg Filmtabletten: Jede Filmtablette enthält die folgenden sonstigen Bestandteile: Poloxamer 407 (Ethylenoxid und Propylenoxid), Copovidon, Maisstärke, Magnesiumstearat. Tablettenfilm: Opadry white YS-1-18111 (enthält Hydroxypropylcellulose, Talkum). Poliermittel: Candelillawachs. Anwendungsgebiete: Epilepsie Gabapentin ist als Zusatztherapie bei Erwachsenen und Kindern von 6 Jahren und älter mit partiellen Anfällen mit und ohne sekundäre Generalisierung indiziert (siehe Abschnitt 5.1). Gabapentin ist als Monotherapie bei Erwachsenen und Jugendlichen von 12 Jahren und älter mit partiellen Anfällen mit und ohne sekundäre Generalisierung indiziert. Behandlung von peripheren neuropathischen Schmerzen Gabapentin ist zur Behandlung von peripheren neuropathischen Schmerzen wie schmerzhafter diabetischer Neuropathie und postherpetischer Neuralgie bei Erwachsenen indiziert. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: andere Antiepileptika. ATC-Code: N03AX12. Inhaber der Zulassung: Pfizer Corporation Austria Ges.m.b.H., Wien. Stand der Information: April 2012. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Angaben zu besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Noax uno® 100mg / 200mg Retardtabletten, Packungsgrössen: 10 und 30 Stück. Zusammensetzung: 1 Retardtablette enthält 100 mg bzw. 200 mg Tramadol Hydrochlorid. Anwendungsgebiete: Behandlung von mittelstarken bis starken Schmerzen. Gegenanzeigen: Bekannte Überempfindlichkeit gegen Tramadol oder einen der sonstigen Bestandteile. Akuter Vergiftung oder Überdosierung mit zentral wirkenden Beruhigungsmitteln (Alkohol, Schlafmittel, andere opioide Analgetika, usw.). Patienten, die gleichzeitig mit MAO Hemmern behandelt werden oder mit MAO Hemmern während der letzten 2 Wochen behandelt wurden. Bei gleichzeitiger Behandlung mit Linezolid. Bei schwerer Leberinsuffizienz oder schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin Clearance < 10 ml/min). Bei Epilepsie, die nicht ausreichend durch eine Behandlung kontrolliert wird. Tramadol darf nicht verabreicht werden während der Stillzeit, wenn eine länger dauernder Behandlung, zum Beispiel mehr als 2 bis 3 Tage erforderlich ist. Hilfsstoffe: Poly(vinylacetat); Povidon; Natriumdodecylsulfat, Siliciumdioxid (Kollidon SR), Xanthangummi, Pflanzenöle hydriert (Baumwollsamenöl), Magnesiumstearat, Siliciumdioxid, Hydroxypropyldistärkephosphat (E 1442) (Contramid). Zulassungsinhaber: CSC Pharmaceuticals Handels GmbH, Gewerbestrasse 18-20, 2102 Bisamberg. SG, Abgabe auf Rezept, NR, apothekenpflichtig, ATC-Code: N02AX. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, Gewöhnungseffekten und zu den besonderen Warnhinweisen zur sicheren Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Prolia® 60 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Fertigspritze enthält 60 mg Denosumab in 1 ml Lösung (60 mg/ml). Denosumab ist ein humaner monoklonaler IgG2-Antikörper, der mittels rekombinanter DNA-Technologie in einer Säugetierzelllinie (CHO) hergestellt wird. Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Jeder ml der Lösung enthält 47 mg Sorbitol (E420). Liste der sonstigen Bestandteile: Essigsäure 99%, Natriumhydroxid (zur pH-Wert Einstellung; der Acetatpuffer wird durch Mischen von Essigsäure mit Natriumhydroxid gebildet), Sorbitol (E420), Polysorbat 20, Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Behandlung der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Frakturrisiko. Prolia vermindert signifikant das Risiko für vertebrale, nicht-vertebrale und Hüftfrakturen. Behandlung von Knochenschwund im Zusammenhang mit Hormonablation bei Männern mit Prostatakarzinom mit erhöhtem Frakturrisiko. Prolia vermindert bei Männern mit Prostatakarzinom unter Hormonablationstherapie signifikant das Risiko für vertebrale Frakturen. Gegenanzeigen: Hypokalzämie, Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel zur Behandlung von Knochenerkrankungen - Andere Mittel mit Einfluss auf die Knochenstruktur und die Mineralisation, ATC-Code: M05BX04. Inhaber der Zulassung: Amgen Europe B.V., 4817 ZK Breda, NL, Vertreter in Österreich: Amgen GmbH, 1040 Wien. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept-und apothekenpflichtig. Stand der Information: April 2012. Weitere Angaben zu Dosierung, Art und Dauer der Anwendung, besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit sowie zu Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Referenzen: 1. Boyle WJ et al. Nature 2003; 423: 337–342. 2. Kostenuik PJ. Curr Opin Pharmacol 2005; 5: 618–625. 3. Cummings SR et al. N Engl J Med 2009; 361: 756–765. 4. Prolia®, veröffentlichte Fachinformation. 5. McClung MR, et al.OsteoporosInt 2012: 23 (Suppl 2): 574–76 # OC 26. 6. Kendler et al, Osteoporos Int 2010; 21: 837–846. 7. Kendler DL et al. J Bone Min Res 2010; 25: 72–81. 8. Data on file, Amgen. 9. Baron R. et al. Bone 2011; 48: 677–692. * Signifikante Frakturreduktion an allen gemessenen Stellen. Remicade 100 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: Jede Durchstechflasche enthält 100 mg Infliximab. Infliximab ist ein chimärer, human-muriner monoklonaler IgG1-Antikörper, der mittels rekombinanter DNA-Technologie in murinen Hybridomzellen hergestellt wird. Nach Rekonstitution enthält jeder ml 10 mg Infliximab. Liste der sonstigen Bestandteile: Sucrose, Polysorbat 80, Dinatriumhydrogenphosphat, Natriumdihydrogenphosphat. Anwendungsgebiete: Rheumatoide Arthritis: Remicade ist in Kombination mit Methotrexat indiziert zur Reduktion der Symptomatik und Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit bei: • erwachsenen Patienten mit aktiver Erkrankung, die nur unzureichend auf krankheitsmodifizierende Anti-Rheumatika (DMARDs), einschließlich Methotrexat, angesprochen haben. • Methotrexat-naive, erwachsene Patienten oder erwachsene Patienten, die nicht mit anderen DMARDs vorbehandelt wurden, mit schwergradiger, aktiver und fortschreitender Erkrankung. Bei diesen Patienten wurde anhand von radiologischen Untersuchungen eine Reduktion der Progressionsrate der Gelenkschäden nachgewiesen. Morbus Crohn bei Erwachsenen: Remicade ist indiziert zur: • Behandlung eines mäßig- bis schwergradig aktiven Morbus Crohn bei erwachsenen Patienten, die trotz einer vollständigen und adäquaten Therapie mit einem Kortikosteroid und/oder einem Immunsuppressivum nicht angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit oder Kontraindikationen für solche Therapien haben. • Behandlung von aktivem Morbus Crohn mit Fistelbildung bei erwachsenen Patienten, die trotz einer vollständigen und adäquaten Therapie mit einer konventionellen Behandlung (einschließlich Antibiotika, Drainage und immunsuppressiver Therapie) nicht angesprochen haben. Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen: Remicade ist indiziert zur Behandlung eines schwergradigen, aktiven Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren, die nicht auf eine konventionelle Therapie einschließlich einem Kortikosteroid, einem Immunmodulator und einer primären Ernährungstherapie angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit oder Kontraindikationen für solche Therapien haben. Remicade wurde nur in Kombination mit einer konventionellen immunsuppressiven Therapie untersucht. Colitis ulcerosa: Remicade ist indiziert zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven Colitis ulcerosa bei erwachsenen Patienten, die auf eine konventionelle Therapie, einschließlich Kortikosteroide und 6-Mercaptopurin (6-MP) oder Azathioprin (AZA), unzureichend angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit oder Kontraindikation für solche Therapien haben. Colitis ulcerosa bei Kindern und Jugendlichen: Remicade ist indiziert zur Behandlung der schweren aktiven Colitis ulcerosa bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren, die auf eine konventionelle Therapie, einschließlich Kortikosteroide und 6-MP oder AZA, unzureichend angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit oder Kontraindikation für solche Therapien haben. Ankylosierende Spondylitis: Remicade ist indiziert zur Behandlung der schwerwiegenden, aktiven ankylosierenden Spondylitis bei erwachsenen Patienten, die auf eine konventionelle Therapie unzureichend angesprochen haben. Psoriasis-Arthritis: Remicade ist indiziert zur Behandlung der aktiven und fortschreitenden Psoriasis-Arthritis bei erwachsenen Patienten, wenn deren Ansprechen auf eine vorhergehende krankheitsmodifizierende, antirheumatische Arzneimitteltherapie (DMARD-Therapie) unzureichend gewesen ist. Remicade sollte verabreicht werden - in Kombination mit Methotrexat - oder als Monotherapie bei Patienten, die eine Unverträglichkeit gegenüber Methotrexat zeigen oder bei denen Methotrexat kontraindiziert ist. Remicade verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis und reduziert die Progressionsrate peripherer Gelenkschäden, wie radiologisch bei Patienten mit polyartikulärem symmetrischem Subtyp der Krankheit belegt wurde. Psoriasis: Remicade ist indiziert zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Psoriasis vom Plaque-Typ bei erwachsenen Patienten, die auf eine andere systemische Therapie, einschließlich Ciclosporin, Methotrexat oder PUVA, nicht angesprochen haben, bei denen eine solche Therapie kontraindiziert ist oder nicht vertragen wird. Gegenanzeigen: Patienten, bei denen aus der Anamnese eine Überempfindlichkeit gegenüber Infliximab, gegenüber anderen murinen Proteinen oder einen der in Abschnitt 6.1 der Fachinformation genannten sonstigen Bestandteile bekannt ist. Patienten mit Tuberkulose oder anderen schweren Infektionen wie Sepsis, Abszessen und opportunistischen Infektionen. Patienten mit mäßiggradiger oder schwerer Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse III/IV). Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit: Frauen im gebärfähigen Alter: Frauen im gebärfähigen Alter müssen eine adäquate Empfängnisverhütung anwenden und diese über mindestens 6 Monate nach der letzten Remicade-Behandlung fortführen. Schwangerschaft: Die recht geringe Anzahl (ungefähr 450) an prospektiv erfassten, Infliximab-exponierten Schwangerschaften mit bekanntem Ausgang, einschließlich einer begrenzten Anzahl (ungefähr 230), die im ersten Trimester exponiert war, zeigte keine unerwarteten Auswirkungen auf den Ausgang der Schwangerschaften. Wegen der TNFα-Hemmung könnte durch die Anwendung von Infliximab während der Schwangerschaft die normale Immunantwort des Neugeborenen beeinflusst werden. Eine Studie zur Entwicklungstoxizität, die an Mäusen mit einem analogen Antikörper durchgeführt wurde, der die funktionelle Aktivität des murinen TNFα selektiv hemmt, lieferte keinen Hinweis auf eine maternale Toxizität, eine Embryotoxizität oder eine Teratogenität. Die verfügbare klinische Erfahrung ist zu begrenzt, um ein Risiko auszuschließen. Eine Verabreichung von Infliximab während der Schwangerschaft wird deshalb nicht empfohlen. Infliximab ist plazentagängig und wurde bis zu 6 Monate im Serum von Säuglingen nachgewiesen, deren Mütter während der Schwangerschaft mit Infliximab behandelt wurden. Somit könnten diese Säuglinge ein erhöhtes Infektionsrisiko haben. Eine Verabreichung von Lebendimpfstoffen an Säuglinge, die in utero Infliximab ausgesetzt waren, ist für 6 Monate nach der letzten während der Schwangerschaft erfolgten Infliximab-Infusion nicht zu empfehlen. Stillzeit: Es ist unbekannt, ob Infliximab in die Muttermilch übergeht oder nach der Aufnahme systemisch resorbiert wird. Da Humanimmunglobuline in die Muttermilch übergehen, dürfen Frauen nach der Remicade-Behandlung mindestens 6 Monate lang nicht stillen. Fertilität: Es gibt nur ungenügende präklinische Daten, um Rückschlüsse auf die Auswirkungen von Infliximab auf die Fertilität und die Fortpflanzungsfähigkeit zu ziehen. Pharmazeutischer Unternehmer: Janssen Biologics B.V., Einsteinweg 101, 2333 CB Leiden, Niederlande. Pharmakotherapeutische Gruppe: Tumornekrosefaktor-alpha(TNFα)-Inhibitoren, ATC-Code: L04AB02. Abgabe: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: März 2012. Weitere Angaben zu Dosierung, Art und Dauer der Anwendung, besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen, Nebenwirkungen, Überdosierung, pharmakologische Eigenschaften und pharmazeutische Angaben sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. RoActemra® 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jeder ml des Konzentrats enthält 20 mg Tocilizumab*. Jede Durchstechflasche enthält 80 mg Tocilizumab* in 4 ml (20 mg/ml). Jede Durchstechflasche enthält 200 mg Tocilizumab* in 10 ml (20 mg/ml). Jede Durchstechflasche enthält 400 mg Tocilizumab* in 20 ml (20 mg/ml). *humanisierter monoklonaler IgG1-Antikörper gegen den humanen Interleukin-6-(IL-6)-Rezeptor produziert mit rekombinanter DNA-Technologie in Ovarialzellen des chinesischen Hamsters. Sonstige Bestandteile: Jede 80 mg Durchstechflasche enthält 0,10 mmol (2,21 mg) Natrium. Jede 200 mg Durchstechflasche enthält 0,20 mmol (4,43 mg) Natrium. Jede 400 mg Durchstechflasche enthält 0,39 mmol (8,85 mg) Natrium. Anwendungsgebiete: RoActemra ist, in Kombination mit Methotrexat (MTX), für die Behandlung erwachsener Patienten mit mäßiger bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis (RA) angezeigt, die unzureichend auf eine vorangegangene Behandlung mit einem oder mehreren krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) oder Tumornekrosefaktor-(TNF)-Inhibitoren angesprochen oder diese nicht vertragen haben. RoActemra kann bei diesen Patienten als Monotherapie verabreicht werden, falls eine Methotrexat-Unverträglichkeit vorliegt oder eine Fortsetzung der Therapie mit Methotrexat unangemessen erscheint. RoActemra vermindert in Kombination mit Methotrexat das Fortschreiten der radiologisch nachweisbaren strukturellen Gelenkschädigungen und verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit. RoActemra ist zur Behandlung von Patienten im Alter von 2 Jahren und älter mit aktiver systemischer juveniler idiopathischer Arthritis (sJIA) angezeigt, die nur unzureichend auf eine vorangegangene Behandlung mit nicht steroidalen Antiphlogistika (NSAs) und systemischen Corticosteroiden angesprochen haben. RoActemra kann (falls eine Methotrexat-Unverträglichkeit vorliegt oder eine Therapie mit Methotrexat unangemessen erscheint) als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat verabreicht werden. Gegenanzeigen: - Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. - Aktive, schwere Infektionen (siehe veröffentlichte Fachinformation Abschnitt 4.4 „Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“). Liste der sonstigen Bestandteile: Sucrose, Polysorbat 80, Dinatriumhydrogenphosphat 12 H2O, Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Wasser für Injektionszwecke. Inhaber der Zulassung: Roche Registration Limited, 6 Falcon Way, Shire Park, Welwyn Garden City, AL7 1TW, Vereinigtes Königreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, Interleukin-Inhibitoren, ATC-Code: L04AC07. Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen sowie Informationen zu Schwangerschaft und Stillzeit und zu Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Juli 2012. Seractil forte 400 mg -Filmtabletten. Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 400 mg Dexibuprofen. Hilfsstoffe: Tablettenkern: Hypromellose, mikrokristalline Cellulose, Carmellose-Calcium, hochdisperses Siliciumdioxid, Talk. Filmüberzug: Hypromellose, Titandioxid (E171), Glyceroltriacetat, Talk, Macrogol 6000. Anwendungsgebiete: Akute und chronische Arthritis, wie chronische Polyarthritis (rheumatoide Arthritis) und andere Arthrosen; entzündliche rheumatische Erkrankungen, wie Morbus Bechterew, Weichteilrheumatismus; zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen, schmerzhaften Schwellungen oder Entzündungen, wie nach Verletzungen oder Operationen. Gegenanzeigen: Dexibuprofen darf nicht angewendet werden bei Patienten: -mit einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Dexibuprofen, gegen andere NSAR oder gegen einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels. -bei denen Stoffe mit ähnlicher Wirkung (z.B. Acetylsalicylsäure oder andere NSAR) Asthmaanfälle, Bronchospasmen, akute Rhinitis, Nasenpolypen, Urtikaria oder angioneurotische Ödeme auslösen. -mit einer Vorgeschichte von gastrointestinalen Blutungen oder Perforationen, die im Zusammenhang mit einer vorhergehenden NSAR Therapie steht. -mit bestehenden oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen peptischen Ulzera oder Blutungen (mindestens zwei voneinander unabhängige Episoden von nachgewiesener Ulzeration oder Blutung). -mit zerebrovaskulären oder anderen aktiven Blutungen. -mit aktivem Morbus Crohn oder aktiver Colitis ulcerosa. -mit schwerer Herzinsuffizienz. -mit schwerer Nierenfunktionsstörung (GFR < 30 ml/min). -mit schwerer Leberfunktionsstörung. -ab dem sechsten Monat der Schwangerschaft. Pharmakotherapeutische Gruppe: Nichtsteroidale antiinflammatorische und antirheumatische Stoffe, Propionsäurederivate, ATC-Code: M01AE14. Abgabe: Rezept-und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 10, 30, 50 Stück. Kassenstatus: 10, 50 Stück: Green Box 30 Stück: No Box. Zulassungsinhaber: Gebro Pharma GmbH, 6391 Fieberbrunn. Stand der Fachkurzinformation: Dezember 2010. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen sowie Gewöhnungseffekten entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Simponi 50 mg Injektionslösung in vorgefülltem Injektor, Simponi 50 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Ein mit 0,5 ml vorgefüllter Injektor enthält 50 mg Golimumab*. Eine 0,5 ml Fertigspritze enthält 50 mg Golimumab*. *Humaner monoklonaler IgG1κ-Antikörper, der mittels rekombinanter DNA-Technologie aus einer murinen HybridomZelllinie gewonnen wird. Jeder vorgefüllte Injektor enthält 20,5 mg Sorbitol pro 50-mg-Dosis. Jede Fertigspritze enthält 20,5 mg Sorbitol pro 50-mg-Dosis. Liste der sonstigen Bestandteile: Sorbitol (E 420), L Histidin, L Histidin-Monohydrochlorid-Monohydrat, Polysorbat 80, Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Rheumatoide Arthritis (RA): Simponi ist in Kombination mit Methotrexat (MTX) indiziert zur: • Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen, wenn das Ansprechen auf eine Therapie mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs), einschließlich MTX, unzureichend gewesen ist. • Behandlung der schweren, aktiven und progredienten rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen, die zuvor nicht mit MTX behandelt worden sind. Es wurde gezeigt, dass Simponi in Kombination mit MTX die in Röntgenaufnahmen bestimmte Progressionsrate von Gelenkschäden verringert und die körperliche Funktionsfähigkeit verbessert. Psoriasis-Arthritis (PsA): Simponi ist zur Anwendung als Monotherapie oder in Kombination mit MTX zur Behandlung der aktiven und fortschreitenden Psoriasis-Arthritis bei Erwachsenen indiziert, wenn das Ansprechen auf eine vorhergehende Therapie mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARD-Therapie) unzureichend gewesen ist. Simponi verringert nachweislich die Progressionsrate der peripheren Gelenkschäden, bestimmt anhand von Röntgenaufnahmen bei Patienten mit polyartikulären symmetrischen Subtypen der Erkrankung und verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit. Ankylosierende Spondylitis (AS): Simponi ist angezeigt zur Behandlung der schweren, aktiven Ankylosierenden Spondylitis bei Erwachsenen, die auf eine konventionelle Therapie unzureichend angesprochen haben. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Aktive Tuberkulose (TB) oder andere schwere Infektionen wie eine Sepsis und opportunistische Infektionen. Mittelschwere oder schwere Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse III/IV). Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit: Frauen im gebärfähigen Alter: Frauen im gebärfähigen Alter müssen zuverlässige Empfängnisverhütungsmaßnahmen anwenden und diese nach der letzten Behandlung mit Golimumab über mindestens 6 Monate fortführen. Schwangerschaft: Es liegen keine hinreichenden Daten für die Anwendung von Golimumab bei Schwangeren vor. Aufgrund der TNF-Hemmung könnte durch die Anwendung von Golimumab während der Schwangerschaft die normale Immunantwort des Neugeborenen beeinflusst werden. Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf die Schwangerschaft, die embryonale/fetale Entwicklung, die Geburt oder die postnatale Entwicklung schließen. Die Anwendung von Golimumab bei Schwangeren wird nicht empfohlen; Golimumab darf in der Schwangerschaft nur dann verabreicht werden, wenn dies eindeutig medizinisch indiziert ist. Golimumab ist plazentagängig. Nach der Behandlung mit einem TNF-blockierenden monoklonalen Antikörper während der Schwangerschaft wurde der Antikörper noch bis zu 6 Monaten im Serum der Säuglinge nachgewiesen, die von den behandelten Frauen geboren wurden. Somit könnten diese Säuglinge ein erhöhtes Infektionsrisiko haben. Eine Verabreichung von Lebendimpfstoffen an Säuglinge, die in utero Golimumab ausgesetzt waren, ist für 6 Monate nach der letzten während der Schwangerschaft erfolgten Golimumab-Injektion nicht zu empfehlen. Stillzeit: Es ist nicht bekannt, ob Golimumab in die Muttermilch übergeht oder nach der Aufnahme systemisch resorbiert wird. Es wurde gezeigt, dass Golimumab bei Affen in die Muttermilch übergeht, und da Humanimmunglobuline in die Muttermilch ausgeschieden werden, dürfen Frauen nach der Behandlung mit Golimumab mindestens 6 Monate lang nicht stillen. Fertilität: Mit Golimumab sind keine Fertilitätsstudien bei Tieren durchgeführt worden. Eine Fertilitätsstudie bei Mäusen, in der ein analoger Antikörper angewendet wurde, der die funktionelle Aktivität des murinen TNFα selektiv hemmt, zeigte keine relevanten Wirkungen bezüglich der Fertilität. Pharmakotherapeutische Gruppe: Tumornekrosefaktor-alpha(TNF-alpha)-Hemmer, ATC-Code: L04AB06. Inhaber der Zulassung: Janssen Biologics B.V.; Einsteinweg 101; 2333 CB Leiden; Niederlande. Abgabe: NR, rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: Februar 2012. Weitere Angaben zu Dosierung, Art und Dauer der Anwendung, Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, Auswirkung auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen, Nebenwirkungen, Überdosierung, pharmakologische Eigenschaften und pharmazeutische Angaben sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.


Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 38  •  19. September 2012

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Plasmozytom der Wirbelsäule

Spondylektomie statt Bestrahlung? hamburg – Seit einem Jahr leidet die 43-Jährige an lumbalen Schmerzen. Röntgen und CT zeigen eine Osteolyse des LWK 3: ein solitäres Plasmozytom. Behandelt wurde es mittels totaler Spondylektomie. Der Alterschnitt von Patienten mit Solitärem Plasmozytom liegt mit 55 bis 65 Jahren etwa ein Jahrzehnt früher als beim multiplen Myelom. In 80 bis 100 % der Fälle besteht hohe Strahlenempfindlichkeit, weshalb außer bei (drohenden) neurologischen Defiziten oder Instabilität die lokale Radiatio als Therapie der Wahl gilt. Doch bei 50 bis 60 % der Patienten folgt innerhalb von zwei bis vier Jah-

 Das CT der 43-Jährigen zeigt eine Osteolyse des dritten Lendenwirbelkörpers mit Instabilität.  Der Defekt wurde gut stabilisiert (Röntgenkontrolle nach einem Jahr).

ren die Progression zum multiplen Myelom, erklärten Dr. Nicolas von der Höh vom Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der Uniklinik Leipzig und Kollegen in einem Pos­ ter, das sie auf dem Deutschen Wirbelsäulenkongress präsentierten. Die durchschnittlichen Überlebenszeiten liegen zwischen 7,5 und zwölf Jahren. Im vorliegenden Fall brachten weder die Labordiagnostik (inkl. Tumormarker) noch Nuklearmedizin, erweiterte MRT und zweimalige Biopsien das Myelom ans Licht. Aufgrund der Instabilität bei anhaltend unklarer Dignität entschlossen sich die Kollegen zunächst zur Resektion der dorsalen Anteile und Stabilisierung. Die Biopsie ergab erst wieder keinen auffälligen Befund. Erst in der Referenzpathologie konnte das maligne Plasmazellwachstum festgestellt werden. Nun erfolgte von ventral die totale Spondylektomie des dritten Lendenwirbelkörpers. Das anschließende Staging bestätigte ein solitäres Plasmozytom mit niedrigem Risikopotenzial. Die Patientin erhielt eine lokale Nachbestrahlung mit 40  Gy. Bisherige Nachuntersuchungen ergaben keinen Anhalt für ein Rezidiv oder eine Progression des Tumorleidens. Zur Therapie eines solitären Plasmozytoms durch totale Spondylektomie im Bereich der LWS gibt es bisher keine klaren Empfehlungen. Der Wirbelsäulenbefall scheint aber mit einer schlechteren Prognose einherzugehen. Dazu kommt die hohe Progressionsrate nach alleiniger Bestrahlung, sodass die Operation mit anschließender Bestrahlung als Therapieoption weiter evaluiert werden sollte, meinen die Autoren. abr

23. Grazer FortBildunGstaGe der Ärztekammer Für steiermark

8. bis 13. Oktober 2012 I Graz Kurse, Seminare und Vorträge für Ärztinnen und Ärzte www.grazerfortbildungstage.at Ärztekammer für Steiermark, Fortbildungsreferat, A-8010 Graz, Kaiserfeldgasse 29, Tel.: +43(0)316/8044-37, -32, -33, Fax: +43(0)316/8044-132, fortbildung@aekstmk.or.at

Abb.: N.-H. von der Höh, Uniklinik Leipzig

Seretide Diskus levis 50/100 Mikrogramm - einzeldosiertes Pulver zur Inhalation; Seretide Diskus standard 50/250 Mikrogramm - einzeldosiertes Pulver zur Inhalation; Seretide Diskus forte 50/500 Mikrogramm - einzeldosiertes Pulver zur Inhalation; Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: Jede Einzeldosis von Seretide enthält: 50 Mikrogramm Salmeterol (als Salmeterolxinafoat) und 100, 250 oder 500 Mikrogramm Fluticasonpropionat. Sonstige Bestandteile: Lactose-Monohydrat (enthält Milchproteine). Pharmakotherapeutische Gruppe: Sympathomimetika und andere Mittel bei obstruktiven Atemwegserkrankungen, ATC-Code: R03AK06; Anwendungsgebiete: Asthma bronchiale: Seretide Diskus ist indiziert für die regelmäßige Behandlung von Asthma bronchiale, bei der die Anwendung von langwirksamem Beta2-Agonisten und inhalativem Kortikoid in Kombination angezeigt ist:- bei Patienten, die mit inhalativen Kortikoiden und kurzwirksamen Beta2-Agonisten zur bedarfsweisen Inhalation nicht ausreichend eingestellt sind oder- bei Patienten, die mit inhalativen Kortikoiden und langwirksamen Beta2-Agonisten ausreichend eingestellt sind. Hinweis: Die Stärke Seretide 50 µg/100 µg ist nicht angezeigt bei Erwachsenen und Kindern mit schwerem Asthma bronchiale. Chronisch obstruktive Atemwegserkrankung (COPD): Seretide ist angezeigt für die symptomatische Behandlung von Patienten mit COPD, mit FEV1 <60% des Normwertes (präbronchodilatatorisch) und wiederholt aufgetretenen Exazerbationen, die trotz regelmäßiger bronchienerweiternder Therapie signifikante Symptome aufweisen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder den sonstigen Bestandteil (siehe Abschnitt 6.1. Liste der sonstigen Bestandteile der Fachinformation). Inhaber der Zulassung: GlaxoSmithKline Pharma GmbH., Wien. Zulassungsnummern: Seretide Diskus levis 50/100 Mikrogramm: Z.Nr.: 1-22902; Seretide Diskus standard 50/250 Mikrogramm: Z.Nr.: 1-22901; Seretide Diskus forte 50/500 Mikrogramm: Z.Nr.: 1-22900. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. VimovoTM 500 mg/20 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung. Pharmakotherapeutische Gruppe: Naproxen und Esomeprazol. ATC-Code: M01AE52. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Jede Tablette mit veränderter Wirkstofffreisetzung enthält 500 mg Naproxen und 20 mg Esomeprazol (als Magnesium Trihydrat). Vimovo enthält sehr geringe, nicht konservierende Spuren von 0,02 mg Methyl-para-hydroxybenzoat und 0,01 mg Propyl-para-hydroxybenzoat. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Croscarmellose-Natrium; Magnesiumstearat; Povidon K90; Silizium, kolloidal wasserfrei. Filmschicht: Carnaubawachs; Glycerolmonostearat 40-55; Hypromellose; Eisenoxid E172 (gelb); Macrogol 8000; Methacrylsäureethylacrylat Copolymer (1:1) Dispersion; Methyl-parahydroxybenzoat E218*; Polydextrose; Polysorbat 80; Propyl-para-hydroxybenzoat E216*; Natriumdodecylsulfat; Titandioxid E171; Triethylcitrat. Drucktinte: Hypromellose; Eisenoxid E172 (schwarz); Propylenglycol. *Diese Konservierungsmittel sind in einer Filmbeschichtungs-Mischung enthalten und sind im Endprodukt nur in sehr geringen, nicht-funktionellen Dosierungen enthalten. ANWENDUNGSGEBIETE: Symptomatische Behandlung von Arthrose, rheumatoider Arthritis und ankylosierender Spondylitis bei Patienten mit Risiko zur Entstehung von gastrischen und/oder duodenalen Ulcera, die durch nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) hervorgerufen werden können, und bei welchen eine Behandlung mit geringeren Dosierungen Naproxen oder anderer NSAR als nicht ausreichend erachtet wird. GEGENANZEIGEN: - Überempfindlichkeit gegen Naproxen, Esomeprazol, substituierte Benzimidazole oder einen der sonstigen Bestandteile - Asthma, Urticaria oder allergische Reaktionen, in Folge der Anwendung von Acetylsalicylsäure oder anderen NSAR in der Krankengeschichte - Drittes Trimester der Schwangerschaft - Schwere Leberfunktionsstörungen - Schwere Herzinsuffizienz - Schwere Nierenfunktionsstörungen - Aktive peptische Ulzerationen - Gastrointestinale Blutungen, zerebrovaskuläre Blutungen oder andere Blutungsstörungen - Vimovo darf nicht gemeinsam mit Atazanavir und Nelfinavir angewendet werden. INHABER DER ZULASSUNG: AstraZeneca Österreich GmbH, Schwarzenbergplatz 7, A-1037 Wien. VERSCHREIBUNGSPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand: September 2011. Informationen zu den Abschnitten besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie den Gewöhnungseffekten sind der veröffentlichten Fachinformation (z. B. Austria Codex) zu entnehmen. ZANIDIP® 10 mg-Filmtabletten, ZANIDIP® 20 mg-Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Zanidip 10 mg-Filmtabletten: Eine Filmtablette enthält 10 mg Lercanidipinhydrochlorid, entsprechend 9,4 mg Lercanidipin. Zanidip 20 mg-Filmtabletten: Eine Filmtablette enthält 20 mg Lercanidipinhydrochlorid, entsprechend 18,8 mg Lercanidipin. Anwendungsgebiete: Zanidip ist angezeigt zur Behandlung leichter bis mittelschwerer essentieller Hypertonie. Gegenanzeigen: • Überempfindlichkeit gegen den arzneilich wirksamen Bestandteil Lercanidipin, gegen jegliche Dihydropyridine oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels. • Schwangerschaft und Stillzeit. • Frauen im gebährfähigen Alter, sofern keine wirksame Verhütung erfolgt. • Obstruktion des linksventrikulären Ausflusstraktes. • Unbehandelte Stauungsinsuffizienz. • Instabile Angina pectoris. • Schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörungen. • Innerhalb eines Monats nach einem Myokardinfarkt. • Gleichzeitige Verabreichung von: - starken CYP3A4-Inhibitoren, - Cyclosporin, - Grapefruitsaft. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Lactose Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, Natriumstärkeglykolat, Povidon K30, Magnesiumstearat. Filmüberzug: Hypromellose, Talkum, Titaniumdioxid (E171), Macrogol 6000, Eisenoxid (E172). Inhaber der Zulassung: Kwizda Pharma GmbH, 1160 Wien. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Wirkstoffgruppe: Selektive Kalziumkanalblocker mit vorwiegender Gefäßwirkung, ATC-Code: C08CA13. Die Informationen zu den Abschnitten Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Stand: Dezember 2007. 1) Vergleich Zanidip® 10 mg KKP März 2011 vs. September 2010; 2) Vergleich Zanidip® 20 mg KKP März 2011 vs. September 2010; 3) Vergleich Lercanidipin-Generika vs. Zanidip®, Stand März 2011 Atorvastatin Pfizer 10 mg/20 mg/40 mg/80 mg Filmtabletten. Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 10 mg/20 mg/40 mg/80 mg Atorvastatin (als Atorvastatin-Calcium-(Trihydrat)). Liste der sonstigen Bestandteile: Calciumcarbonat, mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat (10 mg Filmtablette: 27,25 mg, 20 mg Filmtablette: 54,50 mg, 40 mg Filmtablette: 109,00 mg, 80 mg Filmtablette: 218,00 mg), Croscarmellose-Natrium, Polysorbat 80, Hydroxypropylcellulose, Magnesiumstearat. Filmüberzug: Hypromellose, Macrogol 8000, Titandioxid (E 171), Talkum, Simethiconemulsion, Stearat-Emulgatoren, Verdickungsmittel, Benzoesäure, Sorbinsäure. Anwendungsgebiete: Hypercholesterinämie: Die Anwendung von Atorvastatin Pfizer ist zusätzlich zu einer Diät angezeigt zur Senkung erhöhter Gesamtcholesterin-, LDL-Cholesterin-, Apolipoprotein B- und Triglyzeridspiegel bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 10 Jahren mit primärer Hypercholesterinämie, einschließlich familiärer Hypercholesterinämie (heterozygote Variante) oder kombinierter (gemischter) Hyperlipidämie (entsprechend Typ II a und II b nach Fredrickson), wenn Diät und andere nicht pharmakologische Maßnahmen keine ausreichende Wirkung erbringen. Atorvastatin Pfizer ist auch zur Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin bei Erwachsenen mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie angezeigt - entweder zusätzlich zu anderen lipidsenkenden Maßnahmen (z. B. LDL-Apherese) oder falls solche Behandlungsmöglichkeiten nicht verfügbar sind. Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen: Zur Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse bei erwachsenen Patienten, deren Risiko für ein erstes kardiovaskuläres Ereignis als hoch eingestuft wird, zusätzlich zur Behandlung weiterer Risikofaktoren (siehe Abschnitt 5.1 der Fachinformation). Gegenanzeigen: Atorvastatin Pfizer ist kontraindiziert bei Patienten • mit Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile des Arzneimittels • mit aktiver Lebererkrankung oder unklarer, dauerhafter Erhöhung der Serumtransaminasen auf mehr als das 3fache des oberen Normalwertes • in der Schwangerschaft, während der Stillzeit und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine geeignete Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitt 4.6 der Fachinformation). Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel, die den Lipidstoffwechsel beeinflussen, HMG-CoA-Reduktasehemmer. ATC-Code: C10AA05. Inhaber der Zulassung: Pfizer Corporation Austria Ges.m.b.H., Wien. Stand der Information: Juni 2012. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Angaben zu besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Sortis® 10 mg/20 mg/40 mg/80 mg Filmtabletten. Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 10 mg/20 mg/40 mg/80 mg Atorvastatin (als Atorvastatin-Calcium-(Trihydrat)). Liste der sonstigen Bestandteile: Calciumcarbonat, mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat (10 mg Filmtablette: 27,25 mg, 20 mg Filmtablette: 54,50 mg, 40 mg Filmtablette: 109,00 mg, 80 mg Filmtablette: 218,00 mg), Croscarmellose-Natrium, Polysorbat 80, Hydroxypropylcellulose, Magnesiumstearat. Hypromellose, Macrogol 8000, Titandioxid (E 171), Talkum, Simethiconemulsion [USP], Stearat-Emulgatoren, Verdickungsmittel, Benzoesäure, Sorbinsäure. Anwendungsgebiete: Hypercholesterinämie: Die Anwendung von Sortis ist zusätzlich zu einer Diät angezeigt zur Senkung erhöhter Gesamtcholesterin-, LDLCholesterin-, Apolipoprotein B- und Triglyzeridspiegel bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 10 Jahren mit primärer Hypercholesterinämie, einschließlich familiärer Hypercholesterinämie (heterozygote Variante) oder kombinierter (gemischter) Hyperlipidämie (entsprechend Typ II a und II b nach Fredrickson), wenn Diät und andere nicht pharmakologische Maßnahmen keine ausreichende Wirkung erbringen. Sortis ist auch zur Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin bei Erwachsenen mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie angezeigt - entweder zusätzlich zu anderen lipidsenkenden Maßnahmen (z. B. LDL-Apherese) oder falls solche Behandlungsmöglichkeiten nicht verfügbar sind. Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen: Zur Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse bei erwachsenen Patienten, deren Risiko für ein erstes kardiovaskuläres Ereignis als hoch eingestuft wird, zusätzlich zur Behandlung weiterer Risikofaktoren (siehe Abschnitt 5.1 der Fachinformation). Gegenanzeigen: Sortis ist kontraindiziert bei Patienten • mit Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile des Arzneimittels • mit aktiver Lebererkrankung oder unklarer, dauerhafter Erhöhung der Serumtransaminasen auf mehr als das 3fache des oberen Normalwertes • in der Schwangerschaft, während der Stillzeit und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine geeignete Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitt 4.6 der Fachinformation). Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel, die den Lipidstoffwechsel beeinflussen, HMG-CoA-Reduktasehemmer. ATC-Code: C10AA05. Inhaber der Zulassung: Pfizer Corporation Austria Ges.m.b.H., Wien. Stand der Information: Juni 2012. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Angaben zu besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechsel-wirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Cetirizin Genericon 10 mg-Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 10 mg Cetirizindihydrochlorid. Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 101,8 mg Lactose-Monohydrat. Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, kolloidales Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, Talk, Maisstärke. Tablettenüberzug: Opadry weiß bestehend aus Hypromellose, Lactose-Monohydrat, Titandioxid (E171), Macrogol 4000 und Natriumcitrat. Anwendungsgebiete: Bei Kindern ab 6 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen: zur Linderung nasaler und okulärer Symptome einer saisonalen und chronisch allergischen Rhinitis; zur Linderung von Symptomen bei chronischer idiopathischer Urtikaria; Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; Überempfindlichkeit gegen andere Piperazinpräparate; schwere Nierenerkrankungen (Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min) und schwere Lebererkrankungen; Säuglinge und Kinder unter 2 Jahren, da noch keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen; Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihistaminika zur systemischen Anwendung. Piperazin-Derivate. ATC-Code: R06AE07. Cetirizin Genericon 10 mg-Filmtabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Levocetirizin Genericon 5 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Levocetirizindihydrochlorid. Jede Filmtablette enthält 5 mg Levocetirizindihydrochlorid (entsprechend 4,2 mg Levocetirizin). Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 64,0 mg Lactose-Monohydrat. Tablettenkern: 64,0 mg Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat (E572). Filmüberzug: Hypromellose (E464), Titandioxid (E171), Macrogol 400. Anwendungsgebiete: Zur symptomatischen Behandlung der chronischen idiopathischen Urtikaria. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Levocetirizin, andere Piperazinderivate oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz mit einer Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihistaminika zur systemischen Anwendung, Piperazinderivate. ATC-Code: R06A E09. Levocetirizin Genericon 5 mg – Filmtabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Levetiracetam 1A Pharma 500 / 1000 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Levetiracetam 1A Pharma 500 / 1000 mg – Filmtabletten: Eine Filmtablette enthält 500 / 1000 mg Levetiracetam. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, andere Antiepileptika, ATC-Code: N03AX14. Anwendungsgebiete: Levetiracetam 1A Pharma ist zur Monotherapie partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Patienten ab 16 Jahre mit neu diagnostizierter Epilepsie indiziert. Levetiracetam 1A Pharma ist indiziert zur Zusatzbehandlung partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Erwachsenen, Kindern und Säuglingen ab 1 Monat mit Epilepsie; myoklonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahre mit Juveniler Myoklonischer Epilepsie; primär generalisierter tonisch-klonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahre mit Idiopathischer Generalisierter Epilepsie. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Levetiracetam bzw. andere Pyrrolidon-Derivate oder einen der sonstigen Bestandteile. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Povidon K25, Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Crospovidon Typ A, Hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid, Talkum, Magnesiumstearat; Filmüberzug: Hypromellose, Hydroxypropylcellulose, Macrogol 6000, Titandioxid (E 171), Talkum; Zusätzlich für Levetiracetam 1A Pharma 500 mg: Gelbes Eisenoxid (E 172). Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH, 1020 Wien. Packungsgrößen: 30 und 60 Stück. Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Stand der Information: August 2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Zolmitriptan 1A Pharma 2,5 mg – Filmtabletten; Zolmitriptan 1A Pharma 2,5 mg – Schmelztabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Zolmitriptan 1A Pharma 2,5 mg – Filmtabletten: Jede Tablette enthält 2,5 mg Zolmitriptan. Sonstiger Bestandteil: Jede Tablette enthält 83 mg Lactose. Zolmitriptan 1A Pharma 2,5 mg – Schmelztabletten: Jede Tablette enthält 2,5 mg Zolmitriptan. Sonstiger Bestandteil: Jede Tablette enthält 2,5 mg Aspartam. Pharmakotherapeutische Gruppe: Selektive Serotonin-5HT1-Agonisten. ATC-Code: N02C C03. Anwendungsgebiete: Akutbehandlung von Migränekopfschmerzen mit oder ohne Aura. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Mittelschwere oder schwere Hypertonie sowie unzureichend eingestellte leichte Hypertonie. Schlaganfall (cerebrovascular accident/CVA) oder transitorische ischämische Attacken (TIA) in der Vorgeschichte. Nachgewiesene koronare Herzkrankheit, einschließlich ischämische Herzerkrankung (koronare Vasospasmen, Myokardinfarkt in der Vorgeschichte), mit einer ischämischen Herzerkrankung übereinstimmende Anzeichen oder Symptome oder Prinzmetal-Angina. Periphere Gefäßerkrankung. Symptomatisches Wolff-Parkinson-White-Syndrom oder mit anderen kardialen akzessorischen Leitungsbahnen in Zusammenhang stehende Arrhythmien. Gleichzeitige Anwendung von Zolmitriptan und Ergotamin, anderen Ergotaminderivaten (einschließlich Methysergid) oder anderen 5-HT1B/1D-Rezeptoragonisten (z. B. Sumatriptan, Rizatriptan, Naratriptan). Zolmitriptan ist kontraindiziert bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance kleiner als 15 ml/min. Liste der sonstigen Bestandteile: Zolmitriptan 1A Pharma 2,5 mg – Filmtabletten: Tablettenkern: Lactose, Hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid, Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Magnesiumstearat; Tablettenüberzug: Hypromellose, Hydroxypropylcellulose, Macrogol, Eisenoxid gelb E 172, Titandioxid E 171, Talkum. Zolmitriptan 1A Pharma 2,5 mg – Schmelztabletten: Mikrokristalline Cellulose (verkieselt), Crospovidon, Natriumhydrogencarbonat, Citronensäure, wasserfrei, Hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid, Mannitol (E 421), Süßes Orangenaroma, Aspartam (E 951), Magnesiumstearat. Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH, 1020 Wien. Packungsgrößen: Filmtabletten: 3 und 6 Stück; Schmelztabletten: 2 und 6 Stück. Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: Mai 2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.


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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 38  •  19. September 2012

Kognitive Dysfunktion durch Probleme im Glukosehaushalt

Zuckereinstellung schützt das Gehirn Mit dem Fokus auf der kognitiven Dysfunktion haben schottische und amerikanische Kollegen die Daten von Studien aus den Jahren 1995 bis 2012 ausgewertet. Sowohl bei Typ 1- als auch bei Typ2-Diabetikern können chronische Hyperglykämie und mikrovaskuläre Veränderungen die nachlassende Hirnleistung begünstigen. Eine klare Assoziation besteht auch bei vorliegender Retinopathie. Die Folgen sind bei beiden Diabetesformen mentale und motorische Verlangsamung, verminderte Aufmerksamkeit und reduzierte exekutive Funktionen. Zudem zeigen sich abgeschwächte Nervenpotenziale, kortikale Atrophie und Veränderungen der weißen Substanz und des Hirnmetabolismus. Typ-2-Diabetiker weisen zudem häufig Defizite in den Bereichen Lernen und Gedächtnis auf, die bei Typ-1-Diabetikern nur selten zu finden sind.

Hirnschutz kontra Hypoglykämiegefahr Bei Typ-1-Diabetikern kann eine intensivierte Insulintherapie die Wahrscheinlichkeit mikrovaskulärer Komplikationen senken. Allerdings drohen dabei nicht sel-

ten schwere Hypoglykämien, die sich negativ auf die Hirnfunktion auswirken, schreiben Dr. Rory McCrimmon, Ninewells Hospital and Medical School der Universität Dundee, und Kollegen im „Lancet“. Kinderhirne scheinen dabei anfälliger zu sein als die Erwachsener. In einer Studie an Adoleszenten wiesen 24  Prozent derjenigen mit früh diagnostiziertem Diabetes (vor dem 6. Lebensjahr) klinisch signifikante Verschlechterungen in verschiedenen kognitiven Domänen auf,

während sich die Rate bei später aufgetretener Krankheit mit sechs Prozent nicht von der bei Gesunden unterscheidet. Die Ursachen für die nachlassende Hirnleistung bei Typ-2-Diabetikern sind schwerer zu ergründen, weil meist Komorbiditäten wie z.B. Hypertonie oder zentrale Durchblutungsstörungen vorliegen, die sich ebenfalls negativ auf zerebrale Funktionen auswirken. In Querschnittsstudien an älteren Erwachsenen (60 bis 85 Jahre) korrelierte das Ausmaß der kognitiven Dysfunktion mit langer Krankheitsdauer und schlechter Stoffwechseleinstellung. Überraschenderweise zeigte der Diabetes in einer Verlaufsbeobachtung aber keine weitere Verschlechterung. Die Störung der geistigen Fähigkeiten scheint also – ähnlich wie ein Trauma – zu einem definierten Zeitpunkt zu entstehen, möglicherweise schon früh nach der Diagnose oder bei Eintritt mikrovaskulärer Komplikationen.

Komorbiditäten konsequent behandeln Bei Typ-1-Diabetikern scheint eine optimale BZ-Einstellung ein vielversprechender Ansatz, um das Hirn vor Verlusten zu schützen. Die Vorteile eines aggressiven Glukose-Managements für Typ2-Diabetiker sind weniger klar, die Studienergebnisse widersprüchlich. Große Bedeutung kommt hier

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Nähere Informationen: Der Wirkstoff Atorvastatin führt zu einer deutlichen Senkung des LDL-Cholesterin-Wertes.1 In mehr als 400 laufenden und abgeschlossenen klinischen Studien mit mehr als 80.000 Patienten konnte nachgewiesen werden, dass Sortis Vorteile bei kardiovaskulären Behandlungsergebnissen bei Patienten mit Hypercholesterinämie und bei der Primärprävention haben kann.2-10 Der Arzt hat nun die Wahl, neben den Pfizer Originalpräparaten jetzt auch bewährte Substanzen in der gewohnten Originalqualität als Generikum zu verordnen. Die generischen Produkte von Pfizer sind unter dem Wirkstoffnamen + Pfizer (z.B. Atorvastatin Pfizer) zu finden.

Dkfm. Markus Arnold, Pfizer Corporation Austria GmbH, Floridsdorfer Hauptstraße 1, 1210 Wien. Tel. 01/521 15-254, E-mail: markus.arnold@pfizer.com Quellen: 1F  achinformation Sortis Stand Juni 2012. 2M  endys PM et al. J.Pharm Technol. 2005; 21: S. 197-202 3 S ever PS et al. Lancet 2003; 361:1149–1158 4C  olhoun HM et al. Lancet 2004; 364:685–696 5A  thyros VG et al. Curr Med Res Opin 2002; 18(4):220–228 6K  oren MJ et al. J Am Coll Cardiol 2004; 44:1772–1779 7L  aRosa JC et al. N Engl J Med 2005; 352:1425–1435 8 Th  e SPARCL Investigators. N Engl J Med 2006; 355:549–559 9 S chwartz GG et al. JAMA 2001; 285:1711–1718 10 C  annon CP et al. N Engl J Med. 2004; 350(15):1495–1504.

wohl der gleichzeitigen Therapie von Hypertonie und Dyslipidämie zu, was natürlich auch gilt, wenn Typ-1-Diabetiker darunter leiden. Wenn Patienten über entsprechende Probleme klagen, raten die Autoren zur näheren Begutachtung und Beratung. Dabei sollte, neben der Stoffwechselfunktion

und möglichen Komorbiditäten, auch die psychische Verfassung berücksichtigt werden. Eventuell sind dann die Überweisung zum Neuropsychologen, psychotrope Medikamente oder auch Programme zur Förderung kognitiver Leistungen sinnvoll. abr Rory J. McCrimmon et al., Lancet 2012; 379: 2291–2299

Kopf-Hals-Tumoren

Stille AspirationsPneumonie droht LEIDEN – Krebspatienten leiden relativ häufig unter Schluckstörungen. Diese beeinträchtigen nicht nur stark die Lebensqualität – es drohen auch gefährliche Komplikationen wie Mangelernährung und Aspirationspneumonie. Naturgemäß treten Schluckstörungen am häufigsten bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren auf, oft schon vor der Therapie, weil der Tumor die Motilität der zahlreichen am Schluckvorgang beteiligten Strukturen beeinträchtigt, schreibt Judith E. Raber-Durlacher von der Medizinischen Universitätsklinik Leiden, Niederlande. Trotz aller Bemühungen, möglichst schonend zu operieren, bleibt die Funktion oft eingeSchluckstörungen können auch zu Dehyschränkt.

Fehlender Hustenreflex besonders riskant Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren (HNC) leiden in den ers­ ten drei Monaten nach der heute üblichen Radiochemotherapie an akuten oropharyngealen Komplikationen wie Ödem, Schmerzen, verdickter muköser Speichel, Mundtrockenheit, lokalen Infektionen und Geschmacksverlust. Auch im späteren Verlauf – zum Teil Jahre nach der Therapie – kann es zu Schluckbeschwerden kommen. Ursachen sind hier unter anderem Strikturen, strahlenbedingte Zahnerkrankungen, eine dauerhafte gestörte Sensibilität oder eine Schädigung der Speicheldrüsen. Vor Letzterer könnte eine zytoprotektive Behandlung mit Amifostin evtl. schützen, schreibt die Onkologin. Auch bei anderen Krebsarten kann es zu chronischen Schluckstörungen kommen. Hauptursache ist hier die behandlungsbedingte oropharyngeale Mukositis. Als gefürchtete Komplikation der Dysphagie nennt die Autorin die Aspiration mit nachfolgender Pneumonie. Als besonders gefährdet gelten HNC-Patienten mit fehlendem Hustenreflex, bei denen die Aspiration unbemerkt verläuft. Neben lebensgefährlichen Kom-

drierung und Nierenproblemen führen.

plikationen wie Aspiration oder Dehydration mit der Gefahr der Nierenschädigung haben Schluckstörungen auch sehr negativen Einfluss auf Psyche und Sozialleben. Der Verlust der Freude am Essen und Trinken sowie der Verzicht auf Essen in Gesellschaft schränken die Lebensqualität stark ein.

Apparative Diagnostik ist unverzichtbar Die Expertin empfiehlt, alle HNC-Patienten vor, während und nach der Therapie auf Schluckstörungen zu untersuchen. Dazu gehört die körperliche Untersuchung mit Mund- und Racheninspektion und Prüfung der Motorik und Sensibilität und die subjektive Einschätzung der Schluckbeschwerden, für die verschiedene Score-Systeme zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollten aber auch immer apparative Untersuchungen durchgeführt werden, da subjektives Empfinden und objektive Schluckstörungen nicht immer übereinstimmen, meint die Onkologin. Dies kann z.B. per Videofluoroskopie des Schluckaktes, mit modifiziertem Bariumschluck oder per Fiberendoskop erfolgen. MW J.E. Raber-Durlacher et al., Support Care Cancer 2012; 20: 433–443

Foto: BilderBox.com

dundee – Neben mikro- und makrovaskulären Komplikationen finden sich auch vielfach kognitive Dysfunktionen bei Diabetikern. Dabei gibt es einige Unterschiede zwischen Typ 1 und Typ 2 der Erkrankung.


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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 38  •  19. September 2012

Medizin und ich von A bis Z

Gewissheiten des Lebens

U wie Urlaubsvorbereitungen Wie üblich bin ich heuer auch erst ab Mitte August auf Urlaub gewesen, wenn man von ein paar verlängerten Wochenenden am Sommeranfang absieht. Das hat den Vorteil, dass ich mich nach dem Sommerurlaub schon bald auf Weihnachten freuen kann und den Nachteil, dass der Arbeitssommer davor lang war. Laaaaang und zaaaaach. Und natürlich ordentlich stressig, weil man ja vorarbeiten, vordenken und vororganisieren muss, damit es wohl allen in meiner Abwesenheit gut geht. Besonders wenn man so einen „die Erde dreht sich ohne mich vielleicht gar nicht“-Komplex hat wie meiner­ eine. Dass der heurige Sommer ein wunderschöner und sauheißer war, hat das Arbeiten auch nicht unbedingt erleichtert. Jedenfalls ist mir in solchen Phasen immer wieder bewusst, wie gut meine Mitarbeiter sind. Besonders die regelmäßige, gründliche und verlässliche Arbeit einer Putzfrau sowohl in der Ordi als auch daheim macht für mich die erfolgreiche Gratwanderung zwischen Stress, aber bewäl-

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Vorhang über Vorhang verließ blütenweiß und duftend die Trommel, ich schwebte durch den Abstellraum, vom Strand träumend, eine leise Melodie summend, die nackten Füße von sanften Wellen umspült. VON SANFTEN WELLEN UMSPÜLT? Unangenehm plötzlich erreichte die Realität meine Großhirnwindungen. „Sch..., es ist nicht der Strand oder der Pool, es ist mein Fliesenboden, und die Sch…-Waschmaschine rinnt!“ Also anrufen beim Kundendienst. Ein mäßig freundlicher Mensch erklärte mir, dass

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blem nun gefunden und seiner Behebung zugeführt worden war. Heuer gab es nur einen kleinen Elektronikrülpser, und der war schon drei Wochen vor dem Urlaub. Dazu kam noch ein kleiner Notbesuch des Katers in der Tierklinik und ein ebensolcher des Göttergatten im Krankenhaus. Also wurden meine Nerven langsam dünner. (Leider nur die Nerven, der Rest von mir braucht in solchen Situationen Schokolade.) Irgendwie waren zu Urlaubsbeginn dann doch alle wieder gesund oder repariert, und da ich eine schöne, saubere Wohnung hinterlassen wollte, ging es noch mal ans Waschen der Vorhänge.

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Orientierungspunkte

seelisch bedingtes Leiden japan. Meerrettich

und die so wichtigen Kratzmarkierungen am Türstock auspoliert. Also werden wir wieder selbstreinigend. Vielleicht schickt mir der liebe Gott oder das Schicksal wieder so ein Wesen, das gegen Bezahlung meine Welt rettet. Bis dahin schrubbe ich halt auch wieder das Patientenklo. Schön, dass mich wenigstens die mechanisch-elektronischen Hausgeister nicht verlassen haben so wie im Vorjahr, dachte ich. Im Vorjahr hatten wir nämlich unsere verspätete Hochzeitsreise geplant. Und am letzten Arbeitstag vorm Urlaub gab es einen riesig großen elektronischen Rülpser, und Fax, Telefon und Internet haben sich verabschiedet. Bevor wir abflogen, war noch Zeit, sich durch viele Callcenter zu betteln und zu flehen und auch noch eine Handvoll ratloser Techniker durch die Ordination zu führen. Es war zwecklos. Meine Mama war so lieb, das Herein- und Herausschleusen von Technikern und Experten nach unserem Abflug zu übernehmen. Und Mitte der zweiten HoneymoonWoche kam unter Palmen endlich der ersehnte Anruf, dass das Pro-

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1 svd2011.1-45

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das Anfahrtshonorar 100 Euro betragen würde, die Untersuchung der Maschine dann mindestens 90 und dass dabei wahrscheinlich „irreparabel“ rauskommen würde. Was aber die Höhe des Honorars nicht verändern würde. Na super. Wir kriegen 3,50 Euro fürs Hausbesuchfahren, dann zirka 23 Euro fürs Untersuchen und die Diagnosestellung. Und Dinge wie: „Frau Maier, das is irreparabel, Sie machen’s nicht mehr lange“, kann man auch nicht gut sagen. Also nix Kundendienst, sondern Elektroladen. Ein Stahl-Kunststoff-Elektronikmonster stand neben dem anderen, und alle hatten Knöpfe und Displays, die mich eher an einen Airbus erinnerten als an ein Haushaltsgerät. Mithilfe einer lieben, aber auch ahnungslosen Verkäuferin und einer Betriebsanleitung, die zwar in 20 Sprachen übersetzt war, aber wesentliche Punkte unerklärt ließ, versuchte ich, die Dinger zu verstehen. Nach einer Stunde kam ich zu dem Schluss, dass dies unmöglich war, es sei denn, man wäre hauptberuflich dafür ausgebildet, ein taktisches U-Boot zu steuern. Auf jeden Fall würde ich nach dem Urlaub weder Putzfrau noch Waschtrockner haben. Wieso sollte ich da eigentlich zurückkommen wollen?

MT-Rätsel

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K

ennen Sie das Gefühl: „Wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo … her.“ Optimistische und positiv denkende Menschen pflegen die Leerzeichen mit Lichtlein zu befüllen. Ach, wie bewundere ich diese Leute! Mein persönliches Credo diesbezüglich, gewachsen aus langjähriger Erfahrung und einer grummeligen Persönlichkeitsstruktur, geht jedenfalls so: „Wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo noch mehr Sch... her.“ Und darauf ist Verlass. Es gibt sie noch, die Gewissheiten im Leben.

Reisen, Forschen, Philosophie und Naturliebe: Diese Leidenschaften von Kaiserin Elisabeth stehen im Zentrum der Sonderausstellung „Sisi auf Korfu“, die das Wiener Hofmobiliendepot aus Anlass ihres 175. Geburtstags in der Zeit vom 26.9.2012 bis zum 27.1.2013 (täglich außer Mo 10–18 Uhr) präsentiert. Ziel dieser Schau ist die ausführliche Dokumentation eines wichtigen und prägenden Lebensabschnitts der Kaiserin anhand selten gezeigter Exponate, die großteils aus der hauseigenen Sammlung stammen. Schicken Sie das Lösungswort per E-Mail (sekretariat@medical-tribune.at) oder Fax (01/54600-50-623) bis 30.9. an die Redak­­ tion und gewinnen Sie 2 x 2 Karten für diese Ausstellung. Das Lösungswort aus MT 37 lautet ENTERITIS.


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