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Vom 5. bis 7. Juli 2012 kommt der Europäische Kongress für Allgemeinmedizin erstmals seit zwölf Jahren wieder nach Wien. 2

Praxis-Tipp: Bewegung, Patientenedukation und Verhaltenstherapie – was bei nichtspezifischem Kreuzschmerz hilft. 6

„Die meisten Alterspsychiater sind Autodidakten. Wir wollen das Wissen und die Kompetenz in allen Bereichen erhöhen.“ 28

Der Henry Schein Medical Shop in der MT bietet hochwertige Produkte zu Top-Preisen. 23

Plattform Geriatrie

Altersmedizin weiterbringen Die Weiterentwicklung der geriatrischen Medizin beschäftigte ein Parlamentsymposium, das die Österreichische Plattform für Interdisziplinäre Alternsfragen gemeinsam mit dem Seniorenrat und dem Parlaments-

präsidium zum Thema „Aktiv Altern – Der österreichische Weg“ veranstaltete. Einhelliger Tenor der Experten: Die Geriatrie müsse verstärkt an den Universitäten und in der Gesellschaft etabliert werden. Mehr dazu in der Plattform

 32

Unerkannte Schlaganfälle Bei jüngeren Menschen verlaufen Schlaganfälle oft untypisch oder sogar stumm. Ein Bericht von der Tagung der Europäischen Neurologen  10

Ein „Grippaler Infekt“ erwies sich als lebensgefährliche Infektion.  11

Zentrum der Elisabethinen Elisana ist ein Ort, an dem Ärzte, Therapeuten und Energetiker Komplementärmedizin, Körpertherapie und Energiearbeit anbieten.  21

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Moderne Epithesen müssen nicht mehr mit Brillen auf den Defekt aufgesetzt oder mit Hautkleber befestigt werden. Wie bei Zahnimplantaten werden Hautmagnete eingesetzt.  12

Geriatrie in dieser Ausgabe. Neben den körperlichen Veränderungen, die mit dem Alter einhergehen, dürfen aber auch die psychischen und psychiatrischen Probleme bei betagten Menschen nicht außer Acht gelassen werden. Mit der

Gründung der Österreichischen Gesellschaft für Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie soll die fachärztliche

Versorgung einer älter werdenden Gesellschaft sichergestellt werden. Aktuelles aus der Geriatrie  25 - 31

Langfristig wachsam sein

Herzgefahr nach Krebs Was oft zu wenig beachtet wird: Bei onkologischen Patienten sollte das Herz unter langfristiger scharfer Beobachtung stehen. Dass bei bestimmten onkologischen Therapien mit einer Schädigung des Herzmuskels gerechnet werden muss, ist bekannt. Weniger geläufig ist, dass solche Schäden auch erst Jahre nach der Behandlung evident werden können. Solch zeitlich versetzte

Zusammenhänge zu erkennen ist mitunter schwierig. Eine intensive Zusammenarbeit zwischen Kardiologen, Onkologen und niedergelas-

senen Ärzten sei daher nötig, erinnerte Univ.-Prof. Dr. Jutta Bergler-Klein, AKH Wien, auf der Kardiologentagung in Salzburg.  22

Schweizer Volksentscheid

Nein zu Managed Care Die Schweizer Gesundheitspolitik wird derzeit durch einen Volksentscheid ziemlich durcheinandergebracht. In einem Referendum Mitte Juni sprachen sich beachtliche 76 Prozent der Schweizer gegen die flächendeckende Einführung eines „Managed-Care-

Systems“ aus. Dieses sah den Ausbau und die Förderung von Versorgungsnetzwerken vor. Versicherte, die sich in ein solches Netzwerk einschreiben, verpflichten sich, alle medizinischen Leistungen ausschließlich aus diesem Netzwerk zu beziehen. Dafür

zahlen sie weniger Selbstbehalt. Die Leistungserbringer tragen eine Budgetmitverantwortung. Vor allem die Schweizer Ärzteschaft hatte gegen das Modell mobilisiert und vor dem Ende der freien Arztwahl und zu mächtigen Kassen gewarnt.  17

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Zum Thema

Medizin

Medizin Wissenschaft

für die Praxis ............................... 4

Praxis-Tipp

Welche Maßnahmen helfen gegen Kreuzschmerz? ..................6

Kongress live

Braindays: Therapieoptionen für Epilepsiepatienten ................ 8

Kongress live

ESN-Tagung: Risikofaktoren des Schlaganfalls diskutiert ...... 10

Palliativpatienten

Besondere Herausforderung für die Notfallmedizin............... 15

Herz & Krebs

Chemotherapie-induzierte Schäden früh erkennen ............22

Politik & Praxisführung Managed Care

Schweizer stimmten gegen Modell der Regierung ..............17

WONCA-Kongress 2012 in Wien

Medizin: Kunst & Wissenschaft WIEN – Von 5. bis 7. Juli wird der diesjährige europäische WONCA*-Kongress im Wiener Austria Center stattfinden. Den rund 4000 erwarteten Allgemeinmedizinern wird unter dem Titel „The Art and Science of General Practice and Family Medicine“ ein umfangreiches Programm geboten. MT sprach mit dem Tagungspräsidenten MR Dr. Gustav Kamenski über die Highlights dieser Veranstaltung. Der Kongresstitel wurde nicht von ungefähr gewählt. „Der Hauptgrund dafür ist, dass die medizinische Arbeit mit Patienten nicht nur evidenzbasiertes Wissen verlangt, sondern auch Erfahrung, aus der wiederum Kunst und Kunstfertigkeit wächst“, erklärt MR Dr. Gustav Kamenski, Allgemeinmediziner und Präsident des europäischen WONCA-Kongresses 2012. Doch auch Kunst im eigentlichen Sinne wird auf dem Kongress eine tragende Rolle spielen. So konnten für die Eröffnungszeremonie der Autor und Schriftsteller Peter Turrini und die Künstlerin und Professorin an der Akademie der Bildenden Künste (Philosophie und historische Anthropologie der Kunst) Univ.-Prof. Dr. Elisabeth

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Psychische Belastungen rücken ins Zentrum ................. 20

Plattform Geriatrie

Methoden der Bildgebung im klinischen Alltag ..................29

Harninkontinenz

Welche Therapieoptionen sinnvoll nutzbar sind ................30

Augenerkrankungen

Regelmäßige Untersuchungen sollen Sehverlust verhindern.... 31

Impressum ............................. 6

Fachkurzinformation auf Seite 24

von Samsonow gewonnen werden. Die beiden Künstler widmen sich dem Hauptthema aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Turrini – in seiner literarisch aufrüttelnden Art und Weise – von Seiten des

Sagen Sie uns Ihre Meinung! ... und schicken Sie uns zu diesem Thema einen Leserbrief, rufen an oder senden eine E-Mail: Redaktion Medical Tribune Grünbergstraße 15/Stiege 1 1120 Wien Tel.: (01) 546 00-0 Fax: (01) 546 00-750 redaktion@medical-tribune.at

Beim Kongress wird auch der WONCA-Präsident Prof. Richard Roberts anwesend sein. „Prof. Roberts reist sehr viel in der Welt herum, er bereist auch sehr viele arme Länder und sieht sich die medizinische Versorgung dort an“, erzählt Dr. Kamenski. In Wien wird Prof. Roberts daher im Rahmen seines Vortrages „The art of family doctoring – a global view“ über seine Erfahrungen berichten.

ma „Bewegungsapparat“ widmen. Während beim ersten Tagesthema vor allem die Bereiche Demenz und Schmerz, Palliativmedizin, Behandlung von Nebenwirkungen onkologischer Therapien etc. im Mittelpunkt stehen, wird man sich beim zweiten Thema allen Facetten des Rückenschmerzes widmen. Am letzten Kongresstag (Samstag, 7. Juli) MR Dr. Gustav Kamenski

Zusammenarbeit mit BMJ

Die Innovation in der Osteoporosetherapie

Arbeitnehmerschutz

Gedächtnisstörungen

Auch beim Kongressprogramm wird sich das Thema Kunst wie ein roter Faden durch die Veranstaltung ziehen. So werden täglich zwei Keynote Speaker Vorträ-

1x pro Monat

Was können schulische Maßnahmen leisten? ................18

ÖGAPP-Präsident Jagsch im MT-Interview.......................28

Highlights

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Gesundheitsförderung

Alterspsychiatrie

Patienten und Prof. von Samsonow von Seiten der schönen Künste. Als eine „Überraschung“ für das Publikum werden bei der Eröff nungszeremonie auch einige Mitglieder der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM) in eine künstlerisch darstellende Rolle schlüpfen. Begleitet wird der Kongress von einer Kunstausstellung, wo unter dem Titel „Docsart“ Fotografien und Bilder von künstlerisch tätigen Ärzten gezeigt werden.

© WONCA

Aus dem Inhalt

Medical Tribune • 44. Jahrgang • Nr. 26 • 27. Juni 2012

ge halten, wobei einer dem Thema Kunst und einer der Wissenschaft gewidmet sein wird. Das Thema Kunst ist dabei sehr prominent besetzt: Gleich am ersten Kongresstag wird Dr. Iona Heath, Präsidentin des Royal College of General Practitioners in London, ihre Sichtweise zu „The art of doing nothing“ darlegen. Tags darauf wird Prof. Andrew Miles, London, zum Thema „The art of balancing science, care and compassion“ einen Vortrag halten. Dabei wird er eine eher patientenorientierte und psychologische Sichtweise einnehmen. „Sein Lieblingsthema ist die ,Person Centered Medicine‘“, erzählt Dr. Kamenski. Da Prof. Miles von seiner Ausbildung her kein Arzt, sondern Biochemiker ist, verspricht dieser Vortrag einen ganz neuen Blickwinkel.

Eine Premiere gibt es bei den wissenschaftlichen Keynote Speakern. Die Plenarvorträge wurden in Zusammenarbeit mit dem British Medical Journal (BMJ) aus einer Reihe von Arbeiten ausgewählt, die in den ersten Monaten des Jahres 2012 vom BMJ zur Publikation angenommen worden sind. „Hier wird es Vorträge zu den Themen ‚Tiefe Beinvenenthrombose bei älteren Patienten‘, ‚Schwindel‘ und ‚Bewegung und Depression‘ geben“, so Dr. Kamenski. Um dem internationalen Publikum die österreichische Forschung in der Allgemeinmedizin näher zu bringen, wurde ein Vortrag dem Werk von Prof. Dr. Robert N. Braun gewidmet. Dabei soll die „Klassifizierung nach Dr. Braun“ einem internationalen Publikum vorgestellt werden.

Deutschsprachiger Teil Zusätzlich zum englischsprachigen Kongressprogramm werden vier aktuelle Themenbereiche in deutscher Sprache angeboten. Der erste Tag (Donnerstag, 5. Juli) ist den Bereichen Bewegung, Prävention und Sportmedizin gewidmet. Besondere Beachtung finden hier Patienten mit Hypertonie oder Diabetes mellitus, aber auch die Bedeutung des Krafttrainings für Senioren oder ein sinnvolles Training im Kindesund Jugendalter werden diskutiert. Der zweite Kongresstag (Freitag, 6. Juli) ist zwei Themenbereichen gewidmet: Einerseits stehen Vorträge zur Thematik „Wenn Heilung nicht möglich ist“ auf dem Programm, andererseits wird man sich dem The-

Foto: ÖGAM

2

wird das Thema „Schmerz“ ausführlich diskutiert. Die Themenvielfalt reicht von Schmerztherapie beim geriatrischen Patienten über psychosomatische Aspekte bis zur Schmerzerfassung.

Österreichische Fachgesellschaften Auch die Österreichischen Fachgesellschaften erhalten die Möglichkeit, sich einem internationalen Publikum vorzustellen. So sind u.a. die Österreichische Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (ÖGGG), die Österreichische Schmerzgesellschaft (ÖSG), die Österreichische Gesellschaft für Psychosomatik und Psychotherapie (ÖGPP) und der Dachverband Österreichischer Ärztinnen und Ärzte für Ganzheitsmedizin mit Fachvorträgen beim Kongress vertreten. TAS *World Organization of National Colleges, Academies and Academic Associations of General Practitioners/Family Physicians

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Medizin

Medical Tribune • 44. Jahrgang • Nr. 26 • 27. Juni 2012

Wissenschaft für die Praxis

Konsequenzen des Passivrauchens

Zehn Todsünden für unsere Kinder WIEN – Die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie warnt anlässlich ihrer Jahrestagung in Salzburg vor den Risiken des Passivrauchens für Ungeborene, Kinder und Jugendliche. OÄ Dozentin Dr. Angela Zacharasiewicz, Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde der Kinderklinik Glanzing in Wien, zeigte die „Zehn Todsünden für unsere Kinder“ auf.

Tabakrauch ist nicht flüchtig, wie viele glauben, sondern hartnäckig: Die über 250 schädlichen Substanzen im Tabakrauch bleiben an Teppichen, Vorhängen, Kleidern, Nahrung und Möbeln hängen und sind noch Wochen und Monate später nachweisbar. Umso wichtiger ist es, v.a. in Umgebungen, wo Kinder sich aufhalten, nicht zu rauchen. OÄ Zacharasiewicz formulierte die „Zehn Todsünden, die unseren Nachwuchs bedrohen“: 1. Rauchbelastung führt in den ers­ ten Tagen der Schwangerschaft zu einem Defizit beim Transport der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter und löst häufiger Eileiterschwangerschaften mit potenziell lebensgefährlichen Komplikationen und auf jeden Fall das Ende der Frühschwangerschaft aus. 2. Föten von rauchenden Müttern sind bis zu dreimal häufiger kleiner als „normale“ Föten. 3. Vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel dürfte Tabakkonsum der werdenden Mutter zu einem um rund 30 Prozent höheren Risiko für Missbildungen wie die Kiefer­Gaumen­Spalte führen. 4. Vorzeitige Ablösung der Plazenta ist bei schwangeren Raucherinnen bis zu drei Mal häufiger als bei Frauen, die während der Schwangerschaft nicht zur Zigarette greifen. 5. Frühgeburten treten bei rauchenden Schwangeren zumindest um ein Viertel häufiger auf. Besonders hoch ist das Risiko für gefährliche „Frühest­Geburten“ vor der 32. Schwangerschaftswoche. 6. Kinder schwangerer Raucherinnen haben ein um mehr als 60 Prozent erhöhtes Risiko für Adipositas. Auch eine nachgewiesene gehäufte Entstehung von Diabetes mellitus Typ II dürfte auf die Rauch­ exposition des Fötus im Mutterleib zurückzuführen sein. 7. Rauchen in der Schwangerschaft hat deutlich schädliche Auswir-

kungen auf die Lunge: Die Babys kommen gehäuft mit einer schon von Geburt an verringerten Lungenfunktion auf die Welt. Das schädigt die Kinder lebenslang, das Risiko für Asthma bronchiale und andere Lungenerkrankungen ist deutlich erhöht. 8. Kinder von in der Schwangerschaft rauchenden Müttern zeigen schon in den ersten Lebensjahren häufiger einen erhöhten systolischen und diastolischen Blutdruck. 9. Rauchen in und nach der Schwangerschaft durch zwei Erwachsene erhöht das Risiko für „Plötzlichen Kindstod“ um das Elffache. Das Risiko steigert sich auf das 17­Fache, wenn drei oder mehrere Erwachsene in der Umgebung des Säuglings rauchen. 10. Schmerzhaft für alle: die Mittelohrentzündung – für die Kinder qualvoll, für die Eltern belastend. „Passiv­Raucher“ erkranken daran in der Kindheit rund dreimal häufiger als Kinder in rauchfreier Umgebung, wie wissenschaftliche Studien belegen konnten.

Explizit „Man kann von Kindesmisshandlung sprechen.“ OÄ Angela Zacharasiewicz

Rauchen in der Schwangerschaft und in Gegenwart von Kindern bezeichnete OÄ Zacharasiewicz als „fahrlässig, denn Kinder werden wissentlich bekannten Risiken ausgesetzt und geschädigt. Man kann von Kindesmisshandlung sprechen.“ Die Forderung müsse daher „komplette Rauchfreiheit in den Familien und in ihrem Umfeld“ lauten. Bekannt ist allerdings, dass 20 bis 30 Prozenten der Raucherinnen in der Schwangerschaft mit dem Rauchen nicht aufhören … red

Australische Wissenschafter und wegen Nierenerkrankungen haben untersucht, wie sich Hitze- um 40 %. Ältere Menschen waren Univ.-Prof. Dr. Heinz F. Hammer wellen auf Spitalsaufenthalte und bei Hitzewellen besonders gefährTodesfälle auswirken. Eine Hitze- det. Das Risiko für Notfallaufwelle wurde als Maximaltempera- nahmen von 65­ bis 74­Jährigen wöhnt ist, erhöhen Hitzewellen tur von ≥ 37 °C über mindestens war um 20  %, von über 75­Jäh- das Gesundheitsrisiko besonders für Ältere, Herz­Kreislauf­, Niezwei Tage definiert – derartige rigen um 40 % erhöht. Für die Praxis: Auch im subtro- ren­ und Diabeteskranke. Hitzewellen treten auch in Österreich auf. In der Untersuchung pischen Brisbane, dessen Bevölke- X.Y. Wang et al., Occup Environ Med; wurde ein Zeitraum von neun rung an heißes Sommerwetter ge- doi:10.1136/oem.2010.062141 Jahren (1996–2005) analysiert, um Todesfälle und stationäre Notfallaufnahmen aus nicht externen Ursachen (also z.B. nicht wegen Blitzeinschlägen, Schlangenbissen oder Gewalttaten) bei Jugendlichen und Erwachsenen bei Hitzewellen und anderen Wetterlagen zu vergleichen. Bei Hitzewellen war diese Mortalität um 50 % erhöht, ebenso die kardiovaskuläre Mortalität (um 90  %) und die diabetesbedingte Mortalität bei Personen ab 75 Jahren (zehnfach erhöhtes Risiko). Erhöht war auch die Gesamtrate der Notfallaufnahmen aus nicht externen Ursachen um 20 % Hitzewellen erhöhen das Gesundheitsrisiko.

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Hitzewellen und Mortalität

Antibiotika bei Patienten mit Leberzirrhose und GI-Blutung Bei Patienten mit Leberzirrhose und oberer gastrointestinaler Blutung stellt die antibiotische Prophylaxe eine Standardtherapie zur Verhinderung bakterieller Infektionen dar, obwohl bisher die Datenlage dazu mangelhaft war. Mexikanische Forscher haben nun diese Therapie in einer Metaanalyse von zwölf Studien mit 1241 Pa-

tienten untersucht. Hierbei zeigte sich, dass die Antibiotikaprophylaxe mit einer um 21 % signifikant reduzierten Mortalität assoziiert war. Weiters war die Mortalität durch bakterielle Infektionen um 57 % reduziert, die Zahl der bakteriellen Infektionen um 65  %, das Risiko der Rezidivblutung um 47  % und die Zahl der Kranken-

hausaufenthaltstage um durchschnittlich 1,9 Tage reduziert. Für die Praxis: Eine Antibio­ tikaprophylaxe kann bei Zirrhotikern mit gastrointestinaler Blutung zu einer signifikanten Senkung der Mortalität durch bakterielle Infektionen führen. N.C. Chavez­Tapia et al., Aliment. Pharmacol. Ther. 2011; 34: 509–18

Langzeitverlauf von Gallensteinen Der klinische Verlauf von asymptomatischen Gallensteinen wurde bisher kaum untersucht. Norwegische Wissenschafter haben bei 1274 Patienten, die erstmals 1983 sonographiert worden waren, die Häufigkeit der Cholezystektomie sowie gallensteinbedingter Symp­ tome überprüft. 1983 waren bei 19  % der Patienten asymptomatische Gallensteine entdeckt worden (135 Frauen, 110 Männer, Altersdurchschnitt 50 bzw. 51 Jahre). Nach 24 Jahren konnten von den 154 überlebenden Personen mit Gallensteinen im Jahr 1983 134 Patienten für die Kontrolluntersuchung ausgewertet werden. Bei 89 konnte eine klinische Untersuchung durchgeführt werden, und 45 Patienten wurden telefonisch oder per Post mit Fragebögen befragt. Die Sonographie ergab bei 25 von 89 Personen Gallensteine,

bei neun von 134 Personen war eine Cholezystektomie erfolgt. Bei fünf von 91 der verstorbenen Patienten war eine Cholezystektomie erfolgt. Die Gesamtcholezystektomierate betrug 6,2  %. Es fand sich keine Assoziation zwischen der Anzahl und der Größe der Gallensteine im Jahr 1983 und bei der Kontrolluntersuchung im Jahr 2007. 44 % der Probanden gaben Bauchschmerzen an, 29  %

hatten funktionelle abdominelle Symptome. Für die Praxis: Unerwarteterweise hatte nur ein kleiner Teil der Patienten bei der Kontrollsonographie nach 24 Jahren noch Gallensteine, ohne dass dafür eine Erklärung gefunden wurde. Die Cholezystektomierate war niedrig, auch Komplikationen waren selten aufgetreten. M. Schmidt et al., Scand. J. Gastroenterol. 2011; 46: 949–54

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Praxis-Tipp

Medizin

Medical Tribune • 44. Jahrgang • Nr. 26 • 27. Juni 2012

Impressum

Von Akupunktur bis Verhaltenstherapie

Was bändigt den Kreuzschmerz? Internationale Wochenzeitung für Österreich

STUTTGART – Nur keine Dauermedikation, nur keine Passivität: Wer seinen vielen kreuzwehgeplagten Patienten den Hexenschuss oder die chronische Malaise aus dem Rücken vertreiben will, braucht ein multimodales Konzept. Dafür sind einige Maßnahmen im Angebot. Doch was hilft wirklich?

www.medical-tribune.at Verlag und Herausgeber: Medizin Medien Austria GmbH Anschrift: 1120 Wien, Grünbergstr. 15/Stiege 1 Telefon: (01) 54 600-0, Fax: (01) 54 600-710 Geschäftsführer: Thomas Zembacher

Verhaltenstherapie. Ansonsten beurteilt man die zur Wahl stehenden Verfahren wie folgt:

Bei Patienten mit nichtspezifischem Kreuzschmerz ist kein organisches Korrelat zu finden, ein „abwendbar gefährlicher Verlauf “ durch Fraktur, Tumor, Infektion oder Radikulopathie-/Neuropathiezeichen ist auch nicht auszumachen. Um nichtspezifischen Kreuzschmerz schnellstmöglich zu vertreiben, sind Medikamente erlaubt, aber nur vorübergehend. Weiters stehen nichtmedikamentöse Maßnahmen im Mittelpunkt, um den Betroffenen ohne großen Verzug wieder arbeitsfähig zu bekommen. Doch da haben Sie die Qual der Wahl. Empfehlen Sie Wärme oder Kälte? Schicken Sie den Patienten zur Massage oder bringen Sie die Elektrotherapie ins Spiel? Die Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) der deutschen Bundesärztekammer* bewertet diese Verfahren, zum Teil ausführlich

Bewertung der Interventionen Akupunktur ist für den Akutfall nicht geeignet. Es soll ja aktivierend und nicht „medikalisierend“ vorgegangen werden: Akupunktur aktiviert jedoch nicht und benötigt sechs bis zehn Sitzungen, was bei einer Erkrankung mit rascher Besserungstendenz eher hinderlich ist. Bei der chronischen Indikation mündet die Bewertung in einem unentschlossenen „nur sehr eingeschränkt“. In puncto Bettruhe ist die Sache klar: Schädlich sowohl beim akuten als auch beim chronischen Kreuzschmerz, sie fördert Vermeidungsverhalten und Chronifizierung. Im Einzelfall können Akutschmerzen

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begründet. Am 47. Süddeutschen so heftig sein, dass sich das Liegen % Kongress für aktuelle Medizin, be- kurzfristig nicht vermeiden - 23lässt. Henry scHein 145,00 richtete Dr. Norbert Reichert, Dann muss der Arzt durch konseEinmal-Handtücher 145,00 145,00 - 20 ¤ für NeuroOberarzt an der Klinik quente Schmerztherapie das Aufste29,90 logie im Marienhospital Stuttgart, hen rasch möglich machen. Henry scHein BOde über die Bewertung . Als tragende Säule der BehandMaxima Stethoskop Sterillium Was die Evidenzlage angeht, so lung erhält die Bewegungstherapie erhalten in der Leitlinie nur drei eine starke Empfehlung nach oben: nichtmedikamentöse Maßnahmen Beweglichkeit, Koordination, Museine starke Empfehlung bei aku- kelkraft,39,50 Ausdauer und Schnellkraft 39,50 tem und chronischem nichtspezi- werden 39,50 systematisch aufgebaut,32,50dafischem Kreuzschmerz: körperliche mit der Patient seine normale KörHenry scHein BOsO - 16 % Nitril-Handschuhe boso carat professional Aktivität, Patientenedukation und perfunktion rasch wieder erreicht. schwarz burgund marineblau

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Die Elektrotherapie – jahrelang enthusiastisch und häufig angewandt – fällt in der NVL „hinten runter“. Ob Interferenzstrom, perkutane elektrische Nervenstimulation (PENS) oder transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS), diese Verfahren bekommen heute die rote Karte: Ungenügender Wirksamkeitsnachweis und Förderung von Passivität, lautet die Begründung. Indifferent bleibt das Urteil zu Entspannungsverfahren (progressive Muskelrelaxation) in der Akutphase, das Erlernen der Techniken dauert zu lang. Anders beim chronischen Kreuzschmerz, hier gilt ein „sollte“ – zu einer starken Empfehlung reicht die Datenlage nicht aus. Kurzwellendiathermie, Laser und Magnetfeld scheiden klar aus: Ungenügender Wirksamkeitsnachweis und Förderung von Passivität, heißt es in der Leitlinie – Gleiches gilt für Massage und Orthesen. Und wie ist der Stellenwert von Manipulation und Mobilisation? Kann man machen, meinen die Leitlinienautoren. Im chronischen Fall sollte aber zugleich eine Bewegungstherapie erfolgen. Sehr stark empfohlen wird die zweite Säule Patientenedukation. Folgende drei Punkte sollten im Akutfall vermittelt werden:

Die Prognose ist gut! Es besteht kein Grund für Röntgenuntersuchungen! u Weitere Diagnostik ist nur nötig, wenn die Symptomatik persistiert oder sich verschlimmert. Der Patient muss verinnerlichen, dass „Schmerz“ nicht gleich „Organschaden“ bedeutet und dass das Ziel „Wiederaufnahme der körperlichen Aktivität“ heißt. Bei chronischem Schmerz sollen multimodale Programme u.a. Folgendes erreichen: u Heben, Tragen, Hausarbeiten erledigen, u mit Stress umgehen, u Familienbeziehungen erhalten, u den Arbeitsplatz behalten. Nur bei chronischem Schmerz rät die Leitlinie zur Rückenschule, und das auch nur unter der Prämisse des biopsychosozialen Ansatzes. Skeptisch ist man gegenüber der Thermotherapie. Von Traktion und Ultraschall wird ganz abgeraten. Als dritte Säule erhält auch die Verhaltenstherapie eine starke Empfehlung. Sie fügt sich in das multimodale Konzept ein und wird ans individuelle Risikoprofil des Patienten angepasst. CG u u

*http://www.versorgungsleitlinien.de/ themen/kreuzschmerz/pdf/nvl-kreuzschmerzkurz.pdf (8/2011); für Patienten: http://www.versorgungsleitlinien. de/patienten/pdf/nvl-ks-patienten.pdf (12/2011)

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Die periorale Dermatitis trifft vor allem Menschen im zweiten bis dritten Lebensabschnitt, mit 6 % der weiblichen und 0,3 % der männlichen Patienten ist sie in Hautarztpraxen keine Seltenheit. Die typischen Hautpapeln finden sich überwiegend rund um den Mund (80  %), können aber auch perinasal oder -okulär auftreten. Ursache ist eine wiederholte Irritation der Haut durch Kosmetika, erklärte Prof. Dr. Christiane Bayerl von der Klinik für DermaInternetshop: www.henryscheinmed.at Email: bestellung@henryscheinmed.at

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% WIeSBADeN – Papeln um- 21den Mund, Spannungsgefühl und Hauttrockenheit – so präsentiert sich die typische periorale DermatiAktionscode: HS MT 17 – Preise gültig bei Bestellung mit Aktionscode – bei Bestellung Code bitte unbedingt angeben! tis. Die Therapie isteinfach allerdings ganz einfach. Ganz und bequem bestellen:

Die Therapie der Wahl heißt „Triggerfaktoren meiden“, ansonsten nichts tun. Eventuell kann als indifferentes Externum Lotio alba aquosa (Zink in wässriger Lösung) eingesetzt werden. Bei hohem Leidensdruck oder ausbleibender Besserung nach drei Wochen kommen topisch Metronidazol, Erythromyzin oder Pimecrolimus infrage. Bei schweren Verläufen ist eine systemische Gabe von Tetrazyklin (2 x 250 mg) oder Makroliden indiziert. Kortikosteroide bitte nicht: „Sie machen alles nur noch schlimmer“, mahnte Prof. Bayerl. abr Quelle Abb.: Prof. Dr. Christiane Bayerl, Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden

Chefredaktion: Mag. Silvia Jirsa Telefon: (01) 54 600-620 E-Mail: jirsa@medical-tribune.at Berater des Herausgebers: Univ.-Prof. Dr. med. Heinz F. Hammer Redaktion: Mag. Anita Groß, Dr. Luitgard Grossberger, Mag. Patricia Herzberger (Chefin vom Dienst), Dr. Silvana Schwitzer Fax: (01) 54 600-750 E-Mail: redaktion@medical-tribune.at Lektorat: Mag. Eva Posch Layout und Herstellung: Günther Machek, Hans Ljung, Martin Jandrisevits, Johannes Spandl Ständige Mitarbeiter: Reno Barth, Univ.-Prof. Dr. med. Heinz F. Hammer, Univ.Prof. Dr. med. Johann Hammer, Mag. Dr. med. Rüdiger Höflechner, Dr. med. Anita Kreilhuber, Hannes Schlosser, Mag. Tanja Schuch, Dr. med. Ulrike Stelzl Aboservice Medical Tribune 1110 Wien, Simmeringer Hauptstraße 24 Telefon: 01/361 70 70-572 Telefax: 01/361 70 70-9572 E-Mail: aboservice@medizin-medien.at Bezugsbedingungen: Einzelpreis € 4,- Jahresabo € 72,- (inkl. Porto), Studenten und Ärzte in Ausbildung € 52,Konto für Abo-Zahlung: Hypo Bank Tirol, Konto-Nr.: 520 11 020 864; BLZ: 57000 Druck: Vogel Druck und Medienservice GmbH & Co. KG, D-97204 Höchberg

ISSN 0344-8304

Henry scHein

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Mit der Einsendung eines Manuskriptes erklärt sich der Urheber damit einverstanden, dass sein Beitrag ganz oder teilweise in allen Ausgaben, Sonderpublikationen und elektronischen Medien der Medizin Medien Austria GmbH und der verbundenen Verlage veröffentlicht werden kann. Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Photokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt, verwertet oder verbreitet werden. Anmerkung der Redaktion: Zur besseren Lesbarkeit wurde an einigen Stellen die männliche Schreibweise gewählt, z.B. „Ärzte“ statt „Ärztinnen“. Dabei handelt es sich ausdrücklich um keine Bevorzugung eines Geschlechts. Leseranalyse medizinischer Fachzeitschriften

Bei perioraler Dermatitis lautet das therapeutische Motto erst mal: nichts tun!


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Medical Tribune • 44. Jahrgang • Nr. 26 • 27. Juni 2012

Atemnot bei fortgeschrittenem Malignom oder COPD im Endstadium

Ventilator so wirksam wie Sauerstoff kölN – Trotz optimaler Therapie leiden viele krebs- oder COPDPatienten unter Atemnot. Mit einfachen Maßnahmen bekommt man die Atmung oft wieder ins Gleichgewicht – Sauerstoff ist dazu meist nicht erforderlich. Wenn das Atmen schwerfällt, kommt Angst auf. Betroffen sind COPD-Patienten im Endstadium, aber auch Krebskranke und Patienten mit Herzinsuffizienz oder AIDS. Gerade bei fortgeschrittenem Krebs leiden Betroffene unter Belastung häufig unter kurzen Atemnotattacken, die meist weniger als zehn Minuten andauern, so Dr. Steffen T. Simon vom Zentrum für Palliativmedizin der Universitätsklinik Köln.

(vor allem bei COPD). Allmählich steigert man die Dosis, je nach Erfolg und Verträglichkeit. Bei längerer Anwendung wird auf Re-

tardpräparate gewechselt – einige Patienten brauchen aber nur eine Bedarfsmedikation. Benzodiazepine wie Lorazepam und Midazolam stellen nur Mittel der zweiten Wahl dar. Sie wirken vor allem gegen die begleitende Angst und können auch mit Opioiden kombiniert werden. Niedrig dosierte Neurolep-

tika sind nur zweite (oder dritte) Wahl und sollten eingesetzt werden, wenn alles andere nicht wirkt und eine starke motorische Unruhe besteht. Besonders kritisch muss die Notwendigkeit einer Sauerstoffgabe überprüft werden. Sie ist nur bei ausgeprägter Hypoxämie indiziert und bringt ansonsten meist keinen

Vorteil gegenüber der Anwendung von Raumluft mittels Ventilator, schreibt Dr. Simon. Dafür handelt man sich aber Nebenwirkungen wie Austrocknen der Schleimhäute sowie Bewegungseinschränkung ein und setzt die Patienten einer Brandgefahr aus. MW Steffen Simon et al., Therapeutische Umschau 2012; 69: 93–97

Opioid senkt die oft viel zu hohe Atemfrequenz Den Schweregrad der Atemnot kann im Prinzip nur der Patient selbst einschätzen. Objektive Parameter wie Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung oder Lungenfunktion zeigen keine gute Korrelation zum subjektiven Gefühl der Atemnot. Wie soll man therapeutisch vorgehen? Zunächst gilt es herauszufinden, ob nicht doch behandelbare Ursachen vorliegen, z.B. Pneumonie, Anämie, Bronchospasmus, Pleuraerguss, Arrhythmien, Herzversagen, Pneumothorax, Atemwegsobstruktion und Hämoptyse. Ferner sollten die Therapiemöglichkeiten von Grunderkrankungen ausgeschöpft sein. Bei der symptomatischen Behandlung stehen Allgemeinmaßnahmen an erster Stelle. Da Angst und Panik bei Atemnot eine große Rolle spielen, hilft es oft schon, wenn man beruhigend auf Patienten einwirkt und einfach präsent ist. Außerdem sollte man Betroffenen vermitteln, dass die Attacken meist wieder vorübergehen und nicht tödlich sind. Ein Luftzug um die Nase, z.B. durch ein offenes Fenster, wirkt oft lindernd. Auch Bewegung hilft: Trainierte Muskulatur, vor allem der Beine, wirkt sich positiv auf die Atemnot aus.

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Differenzialdiagnose, Behandlung und deren Verträglichkeit

Termine

Individualisierte Therapien und Ziele für Epilepsie-Patienten WIEN – Nicht immer ist es einfach, zwischen epileptischen und nichtepileptischen Anfällen zu unterscheiden, wie an den 8. Neurologischen Fortbildungstagen „Braindays 2012“ berichtet wurde. Therapieoptionen für die Behandlung von Epilepsiepatienten wurden an der Veranstaltung ebenfalls diskutiert.

4. – 7.7.2012 18th WONCA Europe Conference: „The Art and Science of General Practice“ Leitung: MR Dr. G. Kamenski Ort: Austria Center Vienna, Wien Info: Ärztezentrale med.info, Tel.: 01/531 16-38 azmedinfo@media.co.at www.woncaeurope2012.org

Die Wahrscheinlichkeit, einmal im Leben einen epileptischen Anfall zu erleiden, beträgt zehn Prozent, berichtete Dr. Iris Unterberger, Oberärztin an der Universitätsklinik für Neurologie an der Med Uni Innsbruck. Jeder Dritte der Betroffenen entwickelt eine Epilepsie.

Anfälle mit oder ohne Epilepsie Die Unterscheidung zwischen epileptischen und organischen, nichtepileptischen Anfällen, ist nicht immer einfach, wie Univ.Doz. Dr. Martin Graf von der Neurologischen Abteilung des SMZ Ost erklärte. Beispielsweise können konvulsive Synkopen – ebenso wie epileptische Anfälle – mit oder ohne Bewusstseinsstörung verbunden sein. Ein wichtiges Unterscheidungskriterium zwiKongress live schen epileptischen Anfällen und konvulsiven Synkopen ist die Dauer, denn Synkopen halten durch-

Kongress live Braindays 2012

Neue Antiepileptika Eine antiepileptische Therapie sollte nach einem zweiten unprovozierten epileptischen Anfall begonnen werden. Dafür spricht auch die Datenlage. Denn das Rezidivrisiko für die Betroffenen liegt bei 70 Prozent und mehr, wie Dr. Unterberger erklärte. Unter Umständen kann bereits nach dem ersten Anfall schon an eine Intervention gedacht werden, wenn davon auszugehen ist, dass das Rezidivrisiko des Patienten deutlich höher liegt – etwa weil die zerebrale Bildgebung eine epileptogene Läsion zeigt oder weil mittels EEG epileptoforme Veränderungen entdeckt wurden. Das oberste Ziel, die Anfallsfreiheit, kann in einem Nachbeobachtungszeitraum von fünf Jahren bei zwei Drittel der Patienten erreicht werden. Die Standard-Epileptika – Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin, Valproinsäure, Benzodiazepine – haben sich als gut wirksam erwiesen. In Bezug auf Pharmakokinetik und Medikamenteninteraktionen schneiden neuere Antiepileptika im Großen und Ganzen besser ab – ein Vorteil vor allem, für Patienten, die ohnehin schon mehrere andere Medikamente einnehmen. Komorbiditäten spielen bei der Wahl der Therapie auch insofern eine Rolle, als sich einige Medikamente je nachdem positive oder negative Auswirkungen darauf haben können. „Topiramat

ist beispielsweise effektiv in der Migräneprophylaxe“, erklärte Dr. Unterberger. „Lamotrigin hat gute Effekte bei bipolarer Störung, Pregabalin wirkt positiv bei generalisierten Angststörungen, und Pregabalin und Gabapentin werden bei neuropathischen Schmerzen erfolgreich eingesetzt.“ Bei Patienten mit psychiatrischen Ko-Erkrankungen sollten jedoch insbesondere Levetiracetam, Topiramat und Zonisamid aufgrund von potenziellen psychiatrischen Nebenwirkungen nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Daten aus dem europäischen Schwangerschaftsregister zeigen eine günstige, nicht teratogene Wirkung, von Lamotrigin unter einer Gesamttagesdosis von 300 mg. Ein Vergleich mit Schwangeren mit und ohne AntiepileptikaTherapie ergab keine Hinweise für ein erhöhtes Risiko für einen ‚Major birth defect‘ durch Oxcarbazepin, Topiramat, Gabapentin oder Levetiracetam. „Einige der neuen Antiepileptika sind auch in verschiedenen Formulierungen erhältlich, was sich bei einer Notwendigkeit zur raschen Aufsättigung oder als passagere Alternative zur oralen Applikation als sehr vorteilhaft erweist“, wie Dr. Unterberger zusammenfasste. Insgesamt bleibt die Behandlung der Epilepsien eine ‚individualisierte‘.“

Das Behandlungsziel modifizieren Univ.-Prof. DI Dr. Christoph Baumgartner, Karl Landsteiner Institut für Klinische Epilepsieforschung und Kognitive Neurologie, Krankenhaus Hietzing Wien, ging schließlich noch auf die Bedeutung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen für die Lebensqualität

der Patienten ein: „Die Häufigkeit von medikamentösen Nebenwirkungen wird durch die behandelnden Ärzte zumeist beträchtlich unterschätzt.“ Er zitierte eine große europäische Umfrage unter rund 5000 Epilepsiepatienten, in der 88 Prozent über mindestens eine Nebenwirkung berichteten. Für jeden Dritten wurde die Medikation im Vorjahr wegen Nebenwirkungen geändert. Bei Patienten mit chronischen Epilepsien, bei denen trotz umfangreichen medikamentösen Therapieversuchen kaum eine Anfallsfreiheit erreicht wird, muss das Behandlungsziel modifiziert werden. „Bei diesen – nicht anfallsfreien – Patienten wird die Lebensqualität nämlich nicht durch die Anfallsfrequenz, sondern durch das Ausmaß der Nebenwirkungen determiniert“, gab Prof. Baumgartner zu bedenken. Er empfiehlt, allfällige Nebenwirkungen systematisch zu erfassen. „Durch eine Anpassung der medikamentösen Therapie, z.B. Dosisreduktion oder Medikamentenwechsel, gelingt oft eine Beseitigung oder Minimierung der Nebenwirkungen ohne wesentliche Verschlechterung der Anfallskontrolle – weniger ist manchmal mehr.“ ph Braindays 2012, 8. Neurologische Fortbildungstage: Evidence-based Medicine versus gelebte Praxis; Wien, Juni 2012

schnittlich nur zwölf Sekunden an. „Bei der Beobachtung von Myoklonien ergibt sich ein weiteres Spektrum an Erkrankungen, welches von Basalganglienerkrankungen – nicht selten mit Stürzen verbunden – über metabolisch/ exogen-toxisch/physikalisch-bedingte Enzephalopathien, Enzephalitiden, Paraneoplasien bis hin zu postanoxischen Enzephalopathien reichen“, so Doz. Graf. Des Weiteren sind paroxysmale Dyskinesien und episodische Ataxien zu erwähnen, wobei Letztere mit Myokymien und Nystagmus einhergehen können. Da auch Kinder und Jugendliche betroffen sein können, sind diese Erkrankungen in dieser Altersgruppe eine wesentliche Differenzialdiagnose. „Einen Übergang von physiologischer Reaktion zu pathologischer ‚Überreaktion‘ stellen die Startle-Syndrome dar“, erläuterte Doz. Graf. Diese können von phy-

siologischer Schreckreaktion bis zur „Startle-Epilepsie“ reichen. Entscheidend für die Diagnose – und damit auch für die Therapie – ist jedenfalls die Erfassung der Symptome bzw. die Semiologie des Anfalls.

Save the Date

Die 9. Neurologischen Fortbildungstage „Braindays 2013“ finden vom 31. Mai bis 1. Juni 2013 in Wien statt (NH Danube City, Wagramer Straße 21, 1220 Wien).

26.8. – 1.9.2012 15. Ärztetage Velden Leitung: Prof. Dr. M.P. Dierich Ort: Tagungszentrum, Volksschule und Casineum, Velden Info: Akademie der ‚Ärzte, Mag. E. Wiesbauer, Tel.: 01/512 63 83-18 www.arztakademie.at/velden 1. – 5.9.2012 ERS Congress 2012 – European Respiratory Society Veranstalter: ERS Ort: Reed Messe Wien Info: ERS HQ, Lausanne, Tel.: 0041-21-213 01 01 www.erscongress2012.org 15. – 21.9.2012 Psychotherapiewoche 2012 Leitung: Mag. Dr. E. Schratzberger-Véscei Ort: Bad Hofgastein Info: Alke John & Partner, Tel.: 0664/307 75 85 info@ psychotherapiewoche.at www.psychotherapiewoche.at

7. – 8.7.2012 Megacode – Notarztrefresher Referenten: OA Dr. H. Krucher, OA Dr. G. Valicek, OA Dr. D. Krucher, Dr. B. Dornigg, OA Dr. G. Leder Ort: Bärenwirt Petzenkirchen Anmeldung: Gebro Pharma GmbH, Tel.: 05354/5300-306 (Fr. Paumann) DFP-Punkte: 7 Pkte. Innere Medizin, 9 Pkte. Allgemeinmedizin


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Stumme Schlaganfälle und schlechte Luft und andere Gefahren

PRAG – Am Europäischen Neurologenkongress in Prag kamen über 3000 Fachleute zusammen, um unter anderem Risikofaktoren des Schlaganfalls zu diskutieren. Studien zeigen beispielsweise, dass gerade bei jüngeren Menschen solche Ereignisse nicht erkannt werden. Während im Allgemeinen die Relevanz der Luftqualität für das Schlaganfall-Risiko durchaus wahrgenommen wird, wird die Rolle der soziokulturellen BegleitumstänUngarische Forscher setzten die Luftqualität in der Wohnregion in Beziehung zum de noch deutlich unterschätzt, Schlaganfall-Risiko. Fazit: Faktoren wie der Lebensstandard sind ebenso relevant. meinen ungarische Forscher. kulärer Risikofaktoren als Schlagan- Wohnfläche pro Kopf und die VerUniv.-Prof. Dr. Franz Fazekas, fall-Ursache bereits im jungen Al- sorgungsdichte mit Ärzten. Die schlechteste Luft – gemesLeiter der Universitätsklinik für ter hin. Weitere häufigere Ursachen Neurologie der Med Uni Graz, stell- sind Gefäßverletzungen, aber auch sen am Feinstaub, Stickstoffoxid und te Ergebnisse der SIFAP-Studie vor seltene Krankheiten wie Morbus Fa- -dioxid, Schwefeldioxid und Ozon (Stroke in Young Fabry Patients Stu- bry. Dabei kommt es zu einer Abla- – findet sich in der verkehrsreichen dy; ENS-Abstract O 266). An diesem gerung bestimmter Lipide in einzel- Zone im zwölften Bezirk. Doch auch Projekt waren 35 europäische For- nen Organen, unter anderem in den die sauberste Luft findet sich im selben Bezirk – in dessen Außenzone, schungszentren beteiligt. Rund 3000 Zellen der Blutgefäße des Gehirns. während der achte Bezirk im MittelPatienten zwischen 18 und 55 JahSoziokulturelle Faktoren feld rangiert. ren, die kurz zuvor entweder einen unterschätzt Von 345 Patienten aus diesen zwei ischämischen Schlaganfall oder eine Kongress live transitorische ischämische Attacke Ungarische Forscher präsen- Bezirken, die 2007 einen akuten erlitten hatten, unterzogen sich da- tierten eine Untersuchung über Schlaganfall erlitten hatten, wurden bei einer MRT-Untersuchung. Umweltfaktoren, die das Risiko für per Fragebogen die Vorgeschichte Schlaganfall erhöhen (ENS-Ab- des Ereignisses, Risikofaktoren, die stract P 619). Sie konnten zeigen, Therapie, die Compliance und der dass Luftverschmutzung kein allei- Gesundheitszustand drei Jahre daniger prädiktiver Faktor für Herz- nach erhoben. Diese Daten wurden infarkt und ischämischen Schlag- mit der Luftqualität der Wohnumgeanfall ist. Dr. András Folyovich bung in Beziehung gesetzt. Im achten Bezirk Budapests treund sein Team vom Szent JánosSpital in Budapest hatten einen ten Schlaganfälle in deutlich früheVergleich zwischen zwei Budapes- rem Lebensalter auf als im zwölften. ter Bezirken angestellt: Der achte Dasselbe gilt auch für Todesfälle inBezirk, Józefváros, hat eine beson- folge von Schlaganfällen. Die Luft„Wir beobachteten, dass fast ein ders hohe Bevölkerungsdichte und qualität ist somit nicht alleine für Viertel der untersuchten Personen nur geringen Anteil am Grüngürtel die Schlaganfall-Gefährdung verschon früher einmal einen Hirnin- der Stadt. Der Durchschnittsver- antwortlich. „Die Luftverschmutfarkt erlitten hatten. Selbst bei je- dienst sowie der Lebensstandard zung trägt zum Schlaganfall-Risiko nen Personen, die nie zuvor Zeichen sind hier eher gering. Im subur- zwar bei, doch soziokulturelle Fakeines Schlaganfalls bemerkt hatten, banen zwölften Bezirk, Hegyvidék, toren spielen eine ebenso wichtige wurden in 18,8 Prozent alte Hirnin- hingegen ist die Bevölkerungsdich- Rolle und dürfen nicht außer Acht te sechsmal geringer. Hoch sind gelassen werden“, so Studienleiter farkte gefunden“, so Prof. Fazekas. hier dafür das Einkommen, die Dr. Folyovich.

Kongress live

European Neurological Society – Prag

Bei Jungen öfter an Schlaganfall denken

Dass folglich Schlaganfälle bei jüngeren Menschen offenbar oft stumm oder untypisch verlaufen, sollte stärker berücksichtigt werden, forderte Prof. Fazekas. Bei verdächtigen Symptomen wäre daher häufiger die Indikation für eine MRT-Untersuchung des Gehirns zu stellen. Die Studie ergab weiters bei jüngeren Männern eine häufige Manifestation von Schlaganfällen im Versorgungsgebiet der A. cerebri posteriori. Als Folge davon tritt charakteristischerweise ein Ausfall des Gesichtsfeldes der Gegenseite auf, es kann aber auch zu kognitiven Störungen kommen. Insbesondere sei zu klären, ob diese Häufung mit einer Migräne-Anamnese verbunden sei, so Prof. Fazekas. Die in der Studie beobachtete hohe Zahl von lakunären Infarkten weist auf die große Bedeutung vas-

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Unterschätzte Risikofaktoren In großen epidemiologischen Studien konnten zehn Faktoren identifiziert werden, die für 90 Prozent des individuellen Schlaganfall-Risikos verantwortlich gemacht werden: zu hoher Blutdruck, Rauchen und Passivrauchen, Diabetes, Übergewicht, falsche Ernährung, Bewegungsmangel, Vorhofflimmern, Alkoholmissbrauch, ungünstige Blutfettwerte und psychosoziale Faktoren wie Stress und Depression. „Aus dieser Liste ergibt sich, dass wir unser Schlaganfall-Risiko wesentlich durch Anpassung unseres Lebensstils, Vorsorgeuntersuchungen und regelmäßige Medikamenteneinnahme mitbestimmen können“, argumentierte Prof. Dr. Guido Stoll von der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Würzburg am ENS.

Minimalinvasive Thrombektomie Diskutiert wurden auf dem ENSKongress nebst neuerer medikamentöser Therapien auch auch aktuelle Daten zur Thrombektomie, bei der ein winziges Körbchen über einen Katheter bis zu dem verstopften Gefäß im Gehirn geführt wird und mit dem Thrombus eingefangen und herausgezogen wird. „Zu diesem hochinnovativen Verfahren, das in den ersten Stunden nach dem Schlaganfall Sinn macht – insbesondere in Kombination mit der medikamentösen Lyse – gibt es mittlerweile sehr vielversprechende Erfahrungen unter anderem an über 200 Patienten aus Bern“, berichtete Prof. Stoll. In entsprechend ausgestatteten Zentren könnte dies der Standard der Zukunft für Patienten mit Verschlüssen großer hirnversorgender Gefäße werden. Die Thrombektomie hat auch Vorteile für Patienten, die gleich nach einer Operation einen Schlaganfall haben, wenn aufgrund der Blutungsgefahr keine Lyse infrage kommt. ph 21nd Meeting of the European Neurological Society ENS; Prag, Juni 2012

Bei Schlafstörungen nicht nur nach psychische Ursachen suchen

Narkolepsie zu selten diagnostiziert PRAG – Neurologen fordern eine konsequente Abklärung von Störungen des SchlafWach-Rhythmus, denn diese können auf schwerwiegende Nervenerkrankungen wie Narkolepsie hinweisen. „Neurologische Erkrankungen werden als Ursache von Schlafstörungen immer noch unterschätzt und unterdiagnostiziert“, stellte der President elect der Europäischen Neurologengesellschaft, Prof. Dr. Claudio Bassetti von der Berner

Universitätsklinik für Neurologie am ENS-Kongress, fest. Als Beispiel führte er die Narkolepsie an, von der immerhin einer von 2000 Menschen betroffen ist. Die Erkrankung ist damit etwa gleich häufig wie die Multiple Sklerose. Bekannt ist, dass eine genetische Prädisposition dabei eine Rolle spielt, denn fast alle Betroffenen weisen bestimmte Blutfaktoren auf den Leukozyten auf. Umgekehrt erkrankt aber längst nicht jeder mit diesem Merkmal, sondern nur etwa jeder Fünfhundertste. In jüngster Zeit häuften sich nun Hinweise, dass auch Infektionen und Impfungen

an der Entstehung der Narkolepsie beteiligt sind. Sie können bei Menschen, die genetisch dafür veranlagt sind, offenbar eine Autoimmunreaktion auslösen, die sich in Signaldefiziten im neuronalen Netzwerk und Dysfunktionen in mehreren Gehirnregionen äußert. „Als einer dieser Auslöser erweist sich immer klarer eine Impfung gegen den H1N1-Influenza-Virus, die in einer signifikanten Anzahl von Fällen zwei bis vier Monate vor dem Ausbruch der Schlafkrankheit verabreicht wurde“, berichtete Prof. Bassetti. ph ENS Abstract P 425

News Musizieren ändert das Gehirn PRAG – In einer italienischen Studie waren Probanden ohne musikalische Vorerfahrung, die regelmäßig auf einer KeyboardTastatur Übungen absolviert haben, nach 14 Tagen deutlich geschickter. Beidhändiges Training führte zu einer ausgeglicheneren Aktivität und besseren Zusammenarbeit der Gehirnhälften. Außerdem sprach die Fingermuskulatur feiner auf Nervenimpulse an. Die Architektur der Weißen Substanz war vom Musizieren nicht beeinflusst, doch die Graue Substanz in den Gehirnregionen, die für die Koordination der Bewegungen wichtig sind, wiesen signifikante Volumenveränderungen auf. ENS-Abstract O 316

Riechtest in der Fußgängerzone PRAG – Hyposmie kann ein Vorzeichen einer Parkinson-Erkrankung sein. Daher liegt es nahe, Riechtests zur deren Früherkennung anzuwenden – zumal sie simpel durchzuführen sind. Deutsche Neurologen veranstalteten in einer Fußgängerzone in Köln einen öffentlichen Riechtest. Dabei waren Vanille, Zitrone, Nelke und Lavendel zu erschnuppern. 46 der 187 Personen, die an dem Test teilnahmen, hatten eine Hyposmie und wurden zu einer Folgeuntersuchung in eine Kölner Klinik eingeladen, wo tatsächlich bei drei Menschen ein M. Parkinson erkannt wurde. ENS Abstract P 407

Kummer triggert Alzheimer PRAG – Argentinische Forscher untersuchten, ob es eine Assoziation zwischen belastenden Lebensereignissen und dem Ausbrechen von Morbus Alzheimer gibt. Sie befragten Personen mit leichter bis mittlerer AlzheimerDemenz bzw. ihre Angehörigen oder Pflegepersonen, ob es in den drei Jahren vor der Diagnose zu besonderen Belastungen gekommen war. Bei drei Viertel der Patienten war dies tatsächlich der Fall gewesen: 21 Patienten hatten den Tod des Partners oder der Partnerin zu betrauern, 14 den Tod ihres Kindes, 20 hatten tätliche Übergriffe oder Raubüberfälle erlebt oder Autounfälle zwar ohne schwere körperliche, aber mit seelischen Verletzungen überstanden. Ferner waren auch Geldprobleme, die Pensionierung, migrationsbedingte Anpassungen oder eine schwere Erkrankung eines Angehörigen belastend. In der gesunden Kontrollgruppe hatten nur 24 Prozent angegeben, solche Belastungen erlebt zu haben. Die Forscher stellen klar, dass Stress nicht als einzige Ursache gesehen werden könne, aber offenbar ein Trigger für erste Demenz-Symptome sei. ENS Abstract P 528


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Lebensbedrohliche Erkrankung

Trotz oraler Antibiotikatherapie beim Hausarzt hatte sich der Befund verschlechtert. Da der Patient wegen einer Psoriasis-Arthritis immunsuppressiv behandelt wurde (mit Methotrexat und Golimumab), wurde er in die Hirslanden Klinik Aarau aufgenommen. Dort zeigte sich, dass er wahrscheinlich doch mehr hatte als einen banalen Virusinfekt. Er wies deutliche Entzündungszeichen, eine Anämie und eine Hepatopathie mit Anstieg aller Leberwerte auf. In der Bildgebung zeigten sich ein parakardiales Infiltrat, eine Splenomegalie und eine ausgeprägte Lymphadenopathie bihiliär, mediastinal und rund um die Aorta. Weder in der Blut- und Urinkultur noch in der Bronchoskopie ließen sich Keime finden. Auch die entnommenen Lymphknoten halfen diagnostisch nicht weiter. Nachdem Amikacin und Amoxicillin/Clavulansäure intravenös keine Besserung brachten, setzte man Clarithromycin i.v. ein. Diese Therapie schlug endlich an, und es kam zu einer raschen Besserung aller

Symptome. Nach 13 Tagen konnte der Patient unter einer oralen Clarithromycin-Therapie nach Hause entlassen werden. In einer der Blutkulturen hatte inzwischen doch etwas zu wachsen begonnen. Einen Tag später stand das Ergebnis der Blutkultur fest. Nachgewiesen wurde Francisella tularensis – der Erreger der Hasenpest.

Nach sechs Wochen war auch der serologische Befund positiv. Die Tularämie oder Hasenpest ist in Nordeuropa endemisch und wird vor allem über den Kontakt mit infizierten Nagern, Konsum von infiziertem Material oder Einatmung kontaminierter Aerosole übertragen. Im Falle des Patienten erschien das Einatmen des Staubes eines Garten-

häckslers als wahrscheinlichste Ursache. Die Mortalität ist mit 50 Prozent relativ hoch, sodass möglichst rasch mit einer Antibiotikatherapie begonnen werden sollte. Mittel der Wahl sind Aminoglycoside wie Gentamycin (7 bis 10 Tage), Tetrazykline oder Chinolone (14 Tage). MW A. Helg et al., Schweiz Med Forum 2012; 12(7): 157–158

Der beim Häckseln entstehende Staub kann Tularämie-Erreger enthalten.

REMISSION STATT DEPRESSION

Siehe Fachinformation

AARAU – Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen und Husten seit vier Tagen – alles deutete bei einem 62-jährigen Patienten auf einen normalen grippalen Infekt hin. Die Diagnosefindung erforderte dann aber viel Spürsinn.

Foto: wikipedia / Stefankrueger01

Hasenpest durch Gartenarbeit

Kein Spiel ohne Tabletten

NSAR-Abusus bei Fußballern

Aber ohne CYP 450! n o i t k a r e t n I

XLINS1205

ZÜRICH – Vor wichtigen Spielen greift jeder dritte Fußballprofi zu nichtsteroidalen Antiphlogistika. Dies ergab eine aktuelle Studie der FIFA. Kollegen vom Medical Assessment Research Center der FIFA in Zürich hatten den Medikamentengebrauch während der Weltmeisterschaft in Südafrika genauer unter die Lupe genommen. Die beteiligten Mannschaftsärzte sollten ihnen alle Arzneimittel nennen, die ihre Sportler in den 72 Stunden vor den Spielen eingenommen hatten. Rund 60 Prozent der Profis hatten mindestens einmal Schmerzmittel, in erster Linie nichtsteroidale Antirheumatika, genutzt, 39 Prozent griffen sogar vor jedem Spiel darauf zurück, vor allem vor einem Finale. Allerdings zeigten sich zwischen den beteiligten Nationen große Unterschiede. Spieler aus Nord- und Südamerika verließen sich fast doppelt so häufig auf Schmerzmittel wie Fußballer anderer Kontinente, heißt es im „British Journal of Sports Medicine“. rft Philippe M. Scholl, British Journal of Sports Medicine 2012; online first

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Medizin

Medical Tribune • 44. Jahrgang • Nr. 26 • 27. Juni 2012

Epithesen mit modernster Implantat-Technik

Neues Gesicht nach Tumoroperation Müssen bei einer Tumoroperation Teile des Gesichtes entfernt werden, stellt das für Betroffene und Angehörige eine extreme Belastung dar. Die fazialen Defekte lassen sich jedoch mit modernen Epithesen inzwischen hervorragend versorgen, erklärte Prof. Dr. Martin Klein von der Fachklinik Hornheide gegenüber „Medical Tribune“. „Unser Ehrgeiz besteht darin, dass man auf den ersten Blick nicht mehr wahrnimmt, dass der Patient eine Epithese trägt“, so der Leiter der Abteilung für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie des zertifizierten Hauttumorzentrums in Münster. Während Epithesen früher üblicherweise an einer Brille befestigt und mit dieser auf den Defekt im Gesicht aufgesetzt oder mit Hautkleber direkt befestigt wurden, benutzt die moderne epithetische Defektdeckung Hautmagnete. Ähnlich wie bei Zahnimplantaten wird bei den Epithesen ein kleiner Titanstift im Knochen befestigt. Sobald dieser fest

eingewachsen ist, wird ein Magnet aufgeschraubt, der außen auf der Haut aufsitzt. Auf diesen Magneten lässt sich die Epithese, die den Kontramagneten trägt, passgenau aufsetzen sowie problemlos wieder abnehmen, reinigen und erneut platzieren, wobei sie sich durch die Magnete Individuell der Gesichtshaut in Farbe und Textur angepasste Silikonepithese selbst zentriert.

Platzierung der Titanstifte Die Epithesenversorgung kommt in Betracht, wenn bei einem Patienten nach Tumorentfernung eine Lappenplastik nicht möglich ist. Die Implantation der Titanstifte belastet die Patienten kaum mehr als eine Zahnimplantation. Im Idealfall sollte der Tumor von dem Chirurgen operativ entfernt werden, der später auch die Defektdeckung vornimmt – aus zwei Gründen: Zum einen wird am ehesten derjenige wirklich radikal genug operieren, der weiß, wie die spätere Defektversorgung gelingt. Zum anderen verlangt die moderne Epithetik gute,

Postoperatives Bild nach der Implantatinsertion, bereit zur Aufnahme der Epithese (links). Rehabilitierter Patient mit aufgesetzter Epithese (rechts).

mit filigranem dünnem Rand.

vorausschauende Planung. So müssen die Titanstifte an den richtigen Stellen platziert werden, damit später eine optimal passende Epithese gefertigt werden kann. Leicht kann es nach Prof. Kleins Erfahrung geschehen, dass zu große Vorsicht dazu führt, dass bei der Primäroperation Reste des Tumors zurückbleiben. Nicht selten müssen dann weitere, kompliziertere Eingriffe folgen, möglicherweise sind auch Heilungschancen vertan. Nicht selten kommt es auch vor, dass Patienten mit bereits vorgefertigter Epithesenverankerung an die Fachklinik Hornheide überwiesen werden, die bestehende Verankerung aber gar nicht genutzt werden kann, weil sie nicht optimal lokalisiert ist. Die richtige Lokalisation ist nicht nur für die spätere Passform wichtig, sondern auch, damit sich keine Entzündungen um die Magnete herum entwickeln. Die Titanstifte sollten daher in haarloses, dünnes und „ruhiges“ Gewebe implantiert werden, das wenig bewegt wird, so der Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurg. Alternativ zu den Titanstiften ist

Foto: Prof. Dr. Martin Klein, Münster (5)

MÜNSTER – Mit einem Malignom im Gesichtsbereich schlägt das Schicksal doppelt hart zu. Der Patient ist nicht nur existenziell bedroht, sondern nach der Operation auch oft entstellt. Eine hochwertige Epithese kann den sozialen Rückzug verhindern.

Dieser Patientin wurde wegen eines malignen Schleimhauttumors die Nase entfernt und ein Fixierungsgerüst eingegliedert (links). Mit eingegliederter Nasenepithese (rechts) erkennt auf den ersten Blick niemand, dass es nicht ihre natürliche Nase ist.

auch eine Versorgung über die Implantation von Plattensystemen zur Epithesenbefestigung möglich. Prof. Klein: „Wir wählen dieses Vorgehen vor allem, wenn in dünnen Geweben Titanstifte nicht implantiert werden können oder große Bereiche zu decken sind.“ Beide Verfahren, Titanplatten und Titanstifte, lassen sich problemlos kombinieren.

Eingearbeitete Härchen Gefertigt werden die Epithesen in einem eigenen Labor. Man verwendet zur Herstellung entweder das vergleichsweise harte, aber robuste Acrylharz oder moderne Silikone, die weicher und geschmeidiger, aber auch weniger haltbar sind, erklärte Britta Otte-Reuter, zertifizierte Epithetikerin, gegenüber Medical Tribune. Das Anfertigen der Epithese erfordert nicht nur Zeit und Geschick, sondern auch viel Fingerspitzengefühl im Umgang mit dem Patienten, der mehrere Tage lang „Modell sitzt“. Es wird zunächst ein Abdruck genommen und mit Gips ausgegossen. Auf dem Gipsmodell kann anschlie-

ßend mit Wachs die spätere Epithese modelliert werden. Das Wachsmodell wird in vielen Schritten weiterentwickelt, bis Passform und Farbe den Ansprüchen des Patienten, der ihn meist begleitenden Angehörigen und auch des Epithetikers genügen. Hautfarbe und -struktur sollen so natürlich wie möglich wirken. Auch kleine Härchen lassen sich (z.B. für Augenbrauen) einarbeiten. Im Idealfall kommt der Patient bereits vor der Operation ins Epithesenlabor. Das erhöht nicht nur die Chance auf originalgetreue Nachbildung des fehlenden Gesichtsteils. „Wir können den Betroffenen schon vor der Operation eine Perspektive geben, damit sie im Falle eines entstellenden Eingriffs mit der Situation anschließend besser klarkommen.“ Zukunftsträchtig ist auch die Entwicklung funktioneller Epithesen, zum Beispiel Augenepithesen mit automatischem Lidschluss. Solche Versorgung ist laut Prof. Klein technisch bereits zu realisieren: „Es fehlt allerdings an Forschungsgeldern, um das System zur routinemäßigen Anwendung bringen zu können.“ CV

Meda informiert

Jedes Jahr sterben in Österreich Menschen an einem allergischen Schock. Diese Todesfälle wären zu vermeiden, wenn die Allergie bekannt und die Betroffenen optimal auf den Ernstfall vorbereitet wären. Meda setzt daher auf intensive Aufklärungsarbeit, wie Geschäftsführer Mag. Günter Cseh erzählt.

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Meda unterstützt diesen Sommer eine österreichweite Kampagne der Interessengemeinschaft Allergenvermeidung (I.G.A.V.) und der Österreichischen Lungenunion zum Thema allergischen Schock. Wieso ist Ihnen das persönlich wichtig?

Mag. Cseh: Die Mission jedes Pharmaunternehmens – so auch von Meda – ist es, Krankheiten zu behandeln und Menschen im Idealfall vor dem Tod zu schützen. Jedes Jahr sterben in Österreich fünf bis zehn Menschen an allergischem Schock nach einem Insektenstich oder aufgrund von Nahrungsmittelallergien oder Medikamenten. Das müsste nicht sein, wenn diese Menschen über ihr Risiko eines potenziell tödlichen allergischen Schocks Bescheid wüssten und vorsorgen könnten. Bis drei Prozent der Bevölkerung könnten zu dieser RisiFachkurzinformation auf Seite 24

kogruppe gehören. Mit einem Adrenalin-Autoinjektor – dem EpiPen® - sind diese Menschen für den Ernstfall gerüstet. Jeder Mensch, der bei sich ein Allergie-Risiko vermutet, sollte zum Arzt gehen und sich austesten und beraten lassen. Es ist uns ein Anliegen, das allgemein bekannt zu machen. Was ist die Botschaft der Kampagne? Allergische Reaktionen können immer auftreten und sind nicht vorhersagbar. Patienten, denen ihr Risiko für einen allergischen Schock bekannt ist, sollten allzeit bereit sein und ihren Autoinjektor immer bereit haben. Im Ernstfall gilt es schnell zu handeln und nicht auf den Arzt zu warten, denn es kann um Minuten gehen. Im Zweifelsfall ist es besser den Adrenalin-Autoinjektor zu verwenden als zuzuwarten. Das Risiko für den Patienten ist dabei minimal.

Welche Werbemittel werden eingesetzt? Wir informieren umfassend etwa mit Plakaten in Wartezimmern und seit 7. Juni österreichweit mit Citylights vor Kliniken und Allergiezentren. Wir stellen Ärzten Patienteninformationen und Allergiepässe zur Verfügung, genauso wie Informationen für Fluggäste und Flugpersonal zur Erdnussallergie. Wir bieten Anwendungsvideos für den EpiPen® über QR-Code für Smartphones und iPhones an. Und auf einem YouTube-Video zeigen wir eine dramatische Notfallsituation und die richtige Reaktion darauf. Im Sommer werden wir Kinospots vor dem Trickfilm „Ice-Age“ schalten – um das junge Zielpublikum zu informieren.

Was müssen Bienen-/WespengiftAllergiker bzw. deren Umfeld wissen? Wie können sie sich schützen? Betroffene müssen sich bewusst sein, dass eine allergische Reaktion jederzeit möglich ist. Auch Angehörige und Freunde sollten informiert sein, um Panikreaktionen im Ernstfall zu vermeiden. Meiner Meinung nach sollten auch in Kindergärten, Schulen und Freibädern Autoinjektoren vorhanden sein, um schnell handeln zu können und nicht auf Fremdhilfe angewiesen zu sein. Dazu müssten auch Pädagogen und Ersthelfer geschult werden. Was ist die Aufgabe der niedergelassenen Ärzte? Wie unterstützt Meda deren Aufklärungsarbeit? Durch die Wartezimmerinformation werden Patienten zu Fragen an ihren Arzt ermuntert. Besteht ein Risiko, sollte der Patient ausgetestet werden. Bei positivem Test und schon bekannten allergischen Reaktionen müssen die Patienten intensiv über die Notwendigkeit, den Autoinjektor immer bei sich zu haben, und dessen Anwendung informiert

Fotos: Meda, Fotolia

Tod durch allergischen Schock vermeiden

werden. Denn: Jeder Tote ist ein Toter zu viel. Ganz werden sich Todesfälle nicht verhindern lassen, aber wenn wir sie um die Hälfte reduzieren könnten, wäre das ein schöner Erfolg. www.meda.at/content/patient/ patienteninformation/insektengift_ allergie/anwendung_autoinjektor.php www.youtube.com/ allergenvermeidung


Therapie-Forum

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Medizin

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Rivaroxaban zur Insultprophylaxe bei Vorhofflimmern

Faktor VII bleibt unbeeinflusst SALZBURG – Die Entwicklung der neuen oralen Antikoagulanzien gleicht einem Quantensprung in der Medizin. Mit Rivaroxaban wurde kürzlich der erste Faktor-Xa-Inhibitor für die Insultprophylaxe bei Vorhofflimmern zugelassen. „Vorhofflimmern ist kein Bagatellleiden“, warnte Univ.-Prof. Dr. Marianne Gwechenberger, Univ.Klinik für Innere Medizin II, AKH Wien, anlässlich der ÖKG-Jahrestagung. „Das Schlaganfallrisiko erhöht sich um das Fünffache. Embolisch bedingte Schlaganfälle haben einen schlechteren Outcome und weisen eine höhere Mortalität auf als Schlaganfälle anderer Genese. Zudem treten Insulte bei Vorhofflimmern meist ohne jede Vorwarnung auf.“ Trotz dieser erheblichen Gefahren wird nur etwa die Hälfte der Patienten, die gemäß Guidelines eine orale Antikoagulation bekommen sollten, tatsächlich einer solchen Therapie zugeführt. Aber auch behandelte Patienten sind oft ungenügend vor zerebralen Embolien geschützt, da sie schlecht eingestellt sind. Ein großes Problem, meint Prof. Gwechenberger – zumal Überlegungen bezüglich der Indikation für eine Antikoagulation bei Patienten mit Vorhofflimmern absolut vorrangig sein sollten. Überlegungen zur Rhythmus- oder Frequenzkontrolle kämen erst danach. Dass der Anteil der adäquat behandelten Patienten so gering ist, liegt zum einen daran, dass die korrekte Einnahme von Vitamin-K-Antagonisten (VKA) nicht ganz einfach ist, und zum anderen daran, dass das Auftreten einer Gehirnblutung von Ärzten wie Patienten gleichermaßen gefürchtet wird. Die neuen oralen Antikoagulanzien (NOAK) setzten hier neue Maßstäbe. Anders als VKA greifen sie selektiv in die Gerinnungskaskade ein, wodurch das Risiko für Hirnblutungen offenbar signifikant reduziert werden kann. So etwa hemmt Rivaroxaban* selektiv den Faktor Xa. Die Aktivität von Faktor VII, dem entscheidende Bedeutung bei der Verhinderung von Spontanblutungen in parenchymatösen Organen zukommen soll, bleibt davon unbeeinflusst. Prof. Gwechenberger verwies in diesem Zusammenhang auf die Ergebnisse der randomisierten, doppelblinden ROCKET-AF-Studie, in die 14.264 Patienten mit nichtvalvulärem Vorhofflimmern und deutlich erhöhtem Schlaganfallrisiko eingeschlossen waren. Die Resultate: In Bezug auf den primären Wirksamkeitsendpunkt (Schlaganfall und systemische Embolie) war Rivaroxaban ebenso gut wirksam wie Warfarin. Da sich der Wirkstoff in der Intent-to-Treat-Analyse gegenüber Warfarin nicht unterlegen war, wurde laut vordefiniertem Studiendesign eine weitere Prüfung auf Überlegenheit in der On-Treatment-Population

durchgeführt. Tatsächlich zeigte sich eine signifikante Reduktion der Schlaganfälle und systemischen Embolien von 21 % durch Rivaroxaban im Vergleich zu Warfarin. Was die Sicherheit betrifft, so waren unter dem neuen Antikoagulans signifikant weniger Hirnblutungen, signifikant weniger kritische Blutungen und signifikant weniger töd-

liche Blutungen zu beobachten. „Diese Resultate sind beachtlich, zumal es sich im untersuchten Kollektiv um Hochrisikopatienten gehandelt hat“, so Prim. Dr. Andreas Winkler, Ärztlicher Leiter des Kur- und Rehabilitationszentrums Bad Pirawarth. „Mehr als die Hälfte der eingeschlossenen Patienten hatte in der Vergangenheit bereits einen Schlaganfall er-

gleichsweise hoch. Die empfohlene Dosis beträgt einmal täglich 20 mg. Für Patienten mit Einschränkung der Nierenfunktion (CrCl 15–49 ml/min) steht eine Tablette mit 15 mg einmal täglich zur Verfügung. AMK

litten. Bei vielen Patienten war eine Herzinsuffizienz, ein Diabetes und/ oder eine Hypertonie bekannt. Die Patienten waren insgesamt kränker und hatten ein höheres Schlaganfallrisiko als in allen anderen Studien mit neuen Antikoagulanzien.“ Die Substanz wird enteral fast vollständig resorbiert, und die Bioverfügbarkeit ist mit 80 bis 100 % ver-

* Xarelto Satelliten-Symposium der Fa. Bayer anlässlich der Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft; Salzburg, Juni 2012

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report

Inter Medical Zulassungserweiterung für Inspra®

Nun auch bei chronischer Herzinsuffizienz Randomisierte kontrollierte Studie an 2737 Patienten mit chronischer (NYHA II) Herzinsuffizienz und linksventrikulärer systolischer Dysfunktion (LVEF ≤ 30 %; bei QRS > 130ms: LVEF ≤ 35 %), die innerhalb von 6 Monaten zuvor eine stationäre Aufnahme aus kardiovaskulären Gründen hinter sich hatten. Die Patienten erhielten zusätzlich zu optimaler Standardtherapie Eplerenon oder Placebo. Primärer Endpunkt war die Kombination aus kardiovaskulärer Mortalität und erster stationärer Aufnahme wegen Herzinsuffizienz. Das Recruitment für die Studie wurde wegen „overwhelming benefits“ vorzeitig beendet. Die Zahlen in den Pfeilen stellen die relative Risikoreduktion (RRR) dar.

renon oder Placebo behandelt. Zu den Ausschlusskriterien zählten u.a. akuter MI, ein Serumkaliumspiegel von > 5,0 mmol/l oder eine eGFR <  30 ml/min/1,73m2. Etwa 85  % der eingeschlossenen Patienten nahmen zu Studienbeginn ein Diuretikum ein, mehr als 90 % einen ACE-Hemmer oder einen Angiotensin-Rezeptorantagonisten (ARB), 87 % einen Betablocker. Nach einer medianen Behandlungsdauer von 21 Monaten wurde die Rekrutierung vorzeitig gestoppt, da im Ergebnis einer im Voraus geplanten Interimsanalyse die vorgesehene Grenze für einen „overwhelming benefit“ überschritten war. Es zeigte sich unter Eplerenon ge-

Am 24. Mai dieses Jahres erfolgte eine Zulassungserweiterung für Inspra® in Österreich.

Die wichtigsten Änderungen der Fachinformation: u Der zusätzliche Indikationstext lautet: „Zusätzlich zu einer optimalen

Standardtherapie zur Verringerung des Risikos einer kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei erwachsenen Patienten mit (chronischer) Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse II und linksventrikulärer systolischer Dysfunktion (LVEF ≤ 30 %)“ u Wie in der bereits bekannten Indikation (Herzinsuffizienz nach Myokard-

infarkt, s. Fachinformation) wird grundsätzlich mit einer Dosis von 25 mg einmal täglich begonnen und unter Berücksichtigung des Serumkaliumspiegels auf eine Zieldosis von 50 mg einmal täglich gesteigert, vorzugsweise innerhalb von vier Wochen. u Eine wichtige Änderung gilt für Patienten mit Niereninsuffizienz.

Die „renale“ Kontraindikation gilt ab sofort lediglich für Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (eGFR < 30 ml/min/1,73 m2). Patienten mit mäßiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 30–60 ml/min) sollten als Anfangsdosis 25 mg jeden 2. Tag erhalten, und die Dosis sollte anhand des Kaliumspiegels angepasst werden (Tab. 1 der Fachinformation). Eine regelmäßige Überprüfung der Serumkaliumwerte wird empfohlen. Dosen über 25 mg täglich wurden bei Patienten mit einer KreatininClearance < 50 ml/min) nicht untersucht. Es liegen keine Erfahrungen bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 50 ml/min mit Herzinsuffizienz nach einem Herzinfarkt vor. Die Anwendung von Eplerenon bei diesen Patienten sollte mit Vorsicht erfolgen. u Die Kombination eines Angiotensin-Converting-Enzyme (ACE)-Hemmers

gemeinsam mit einem Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB) und Eplerenon ist kontraindiziert.

genüber Placebo eine relative Risikoreduktion im kombinierten primären Endpunkt (kardiovaskuläre Mortalität oder erste stationäre Aufnahme wegen Herzinsuffizienz) von 37  % (18,3  % vs. 25,9  %; HR 0,63; 95  % CI 0,54–0,74; p  <  0,001); die Gesamtmortalität (ein sekundärer Endpunkt) war in der Eplerenongruppe um 24 % geringer als in der Placebogruppe (12,5  % vs. 15,5  %; HR 0,76; 95  % CI 0,62–0,93; p = 0,008). Auch die kardiovaskuläre Mortalität war unter Eplerenon um 24 % verringert (10,8 % vs. 13,5 %; HR 0,76; 95  % CI 0,61–0,94; p = 0,01). Das Risiko für die stationäre Aufnahme aufgrund von Herzinsuffizienz war unter Eplerenon wesentlich reduziert (12 % vs. 18,4 %; HR 0,58; 95  % CI 0,47–0,70; p < 0,001).

Neuauftreten von VHF signifikant reduziert Ein Serum-Kaliumspiegel von mehr als 5,5  mmol/l wurde bei 11,8   % der Patienten in der Eplerenongruppe und 7,2 % der Patienten in der Placebogruppe zumindest einmal im Verlauf der Studie festgestellt (p < 0,001), ein SerumKaliumspiegel von über 6,0 mmol/l bei 2,5  % der Patienten unter Eplerenon und bei 1,9  % derer unter Placebo (p = 0,29). Umgekehrt wurde ein Serum-Kaliumspiegel unterhalb von 3,5 mmol/l bei 7,5 % der Eplerenon- und 11 % der Placebopatienten gemessen (p = 0,002). Die Analyse der kompletten doppelblinden Phase (d.h. unter Einbeziehung der Ereignisse des primären Endpunkts, die zwischen dem Stoppen der Rekrutierung am 25. Mai 2010 und dem Abschluss der Follow-up-Phase am 18. März 2011 auftraten) ergab ein relatives Risiko für den primären Endpunkt von 0,66 (p  <  0,0001; 95  % CI 0,57–0,77; medianes Followup 25 Monate) und damit eine relative Risikoreduktion um 34  %.

Eine Subanalyse5 der EMPHASIS-HF-Studie befasste sich mit denjenigen Patienten in der Studienpopulation, bei denen zuvor noch kein Vorhofflimmern oder -flattern festgestellt worden war (n = 1794). Ein Neuauftreten von Vorhofflimmern oder -flattern zeigte sich (bei einem mittleren Beobachtungszeitraum von zwei Jahren) bei 2,7 % der

tienten mit einem systolischen Blutdruck unterhalb des Medians von 123 mmHg (HR 0,62; 95 % CI 0,51– 0,79; p < 0,0001). Auch die sekundären Endpunkte „stationäre Krankenhausaufnahme aller Ursachen“ und „stationäre Krankenhausaufnahme aufgrund von Herzinsuffizienz“ erzielten in all diesen Subgruppen statistische Signifikanz (p < 0,01). Aus den Subanalysen ergaben sich keine zusätzlichen Erkenntnisse in puncto Sicherheit.4 Auf Basis dieser Daten erfolgte am 24. Mai 2012 nun auch in Österreich folgende Ergänzung zur bestehenden Zulassung1: „Zusätzlich zu einer optimalen Standardtherapie zur Verringerung des Risikos einer kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei erwachsenen Patienten mit (chronischer) Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse II und linksventrikulärer systolischer Dysfunktion (LVEF ≤ 30 %)“.

Dosisanpassung nach Behandlungsbeginn1

Die maximale Tagesdosis beträgt 50 mg. Die Serumkaliumwerte müssen regelmäßig erhoben werden (siehe Fachinformation). Bei einem Serumkaliumwert von >5,0 mmol/l darf die Behandlung mit Inspra® nicht begonnen werden. Dosen über 25 mg täglich wurden bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 50 ml/min nicht untersucht. Es liegen keine Erfahrungen bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 50 ml/min mit Herzinsuffizienz nach einem Herzinfarkt vor. Die Anwendung von Eplerenon bei diesen Patienten sollte mit Vorsicht erfolgen.

Patienten (25 von 911) in der Eplerenon-Gruppe und bei 4,5 % der Patienten (40 von 883) in der Placebogruppe; die Inzidenz war demnach unter Behandlung mit Eplerenon signifikant reduziert (HR 0,58; 95 % CI 0,35–0,96; p = 0,034).

Auch bei Patienten mit hohem CV-Risiko wirksam In weiteren Analysen4 der Daten aus der EMPHASIS-HF-Studie wurden Wirksamkeit und Verträglichkeit von Eplerenon in fünf vordefinierten Subgruppen mit besonders hohem Risiko untersucht. Eine signifikante Risikoreduktion im primären Endpunkt (kardiovaskuläre Mortalität oder stationäre Aufnahme wegen Herzversagens) wurde in jeder dieser Subgruppen festgestellt: Patienten ab 75 Jahren (HR 0,66; 95 % CI 0,49–0,88; p = 0,004), Patienten mit einem LVEF < 30 % (HR 0,65; 95 % CI 0,53–0,78; p < 0,0001), Patienten mit Typ-2-Diabetes (HR 0,54; 95 % CI 0,42–0,70; p < 0,0001), Patienten mit einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) < 60 ml/min/1,73m2 (HR 0,62; 95 % CI 0,49–0,79; p = 0,0001) sowie Pa-

Eine weitere Änderung betrifft die Aufnahme einer Kontraindikation bezüglich der (von der ESC ohnehin schon seit längerem abgelehnten) Dreier-Kombination aus Angiotensin-Converting-Enzyme (ACE)-Hemmer gemeinsam mit einem Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB) und Eplerenon. Im Zuge der kürzlich veröffentlichten Aktualisierung der ESCGuidelines zur Herzinsuffizienz (www.escardio.org) wurden die Daten aus der EMPHASIS-HF-Studie gewürdigt und die Position der Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten deutlich aufgewertet. 1

Inspra, veröffentlichte Fachinformation Zannad F et al., Eur J Heart Fail 2010 Jun; 12(6): 617–22 3 Zannad F et al., NEJM 2011; 364(1): 11–21 (kostenlos zugänglich auf nejm.org) 4 Pitt B et al., [Abstract] Presented at European Society of Cardiology Congress, Paris 2011 5 Swedberg K et al., JACC 2012; 59(18): 1598–603 2

Idee und Konzeption: INTER MEDICAL REPORT 12., Grünbergstr. 15/Stg. 1 Redaktion: Dr. Luitgard Grossberger Mit freundlicher Unterstützung Pfizer Corporation Austria Gesellschaft m.b.H. © Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages.

Fachkurzinformation auf Seite 24

INS-017-12/1/11.6.2012

Der Mineralokortikoid-Rezeptorantagonist (Aldosteron-Antagonist) Inspra (Eplerenon) ist in Österreich schon seit Langem bei stabilen Patienten mit linksventrikulärer Dysfunktion (LVEF ≤  40  %) und klinischen Zeichen einer Herzinsuffizienz nach kürzlich aufgetretenem Herzinfarkt zusätzlich zu einer Standardtherapie einschließlich Betablockern zugelassen1. Um die Wirksamkeit von Eplerenon an Patienten mit deutlicher systolischer Herzinsuffizienz (LVEF ≤ 30 %; bei QRS-Dauer > 130ms: ≤ 35 %) und kardiovaskulär bedingter Hospitalisierung innerhalb der vorangegangenen sechs Monate (alternativ ein BNP/NT-pro-BNP-Kriterium), jedoch nur milden klinischen Symptomen (NYHA II) zu untersuchen, wurde die EMPHASIS-HF Studie2,3 durchgeführt. Mehr als 2700 Patienten (> 55 Jahre) nahmen teil und wurden – zusätzlich zu einer Standardtherapie – entweder mit Eple-

EMPHASIS-HF:

MTA 26/2012

WIEN – Inspra® (Eplerenon) kommt künftig nicht mehr nur Patienten mit linksventrikulärer Dysfunktion nach Herzinfarkt zugute, sondern auch jenen mit chronischer Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse II. Grundlage für die Zulassungserweiterung waren die Daten der EMPHASIS-HF-Studie.


Medizin

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End-of-life care

Palliativpatienten im Notfallwesen GRAZ – Die Zahl der Notarzteinsätze hat in den letzten zehn Jahren um rund 50 Prozent zugenommen. Ein Grund für diesen Anstieg sind auch vermehrte Alarmierungen bei palliativen Notfällen, die für das Notarztteam oft eine besondere Herausforderung mit hohem Konfliktpotenzial darstellen. Gefragt sind in diesen Fällen nicht nur medizinische Fertigkeiten und viel Fingerspitzengefühl, sondern auch weitreichende ethische und rechtliche Entscheidungen.

OA Dr. Christian Wutti

Die Lebensqualität des Betroffenen und seines Umfeldes fanden in dieser Definition noch keine Berücksichtigung.

Palliative Ausbildung hilft bei Entscheidungen Schätzungen gehen davon aus, dass etwa drei bis fünf Prozent aller notärztlichen Einsätze palliative Tumorpatienten betreffen. „Rechnet man auch noch terminale Lungen- und Herzerkrankungen Ob ein Palliativpatient vom Notarzt vor Ort versorgt oder ins nächste Spital transportiert wird, hängt wesentlich von der Ausbildazu, ist die Zahl der palliativen dung ab. Notfallmediziner mit palliativmedizinischer Zusatzqualifikation fühlen sich sicherer im Umgang mit diesen Patienten. Fälle noch deutlich höher anzusetzen“, betont OA Dr. Christian Österreichischen Ärztekammer. „Je blem auf den Punkt. 88,9 Prozent darüber entscheiden, ob eine TheWutti, Abteilung für Anästhe- besser ausgebildet die Kollegen wa- der Notärzte mit Zusatzausbildung rapie eingeleitet, fortgeführt, erweisie und Intensivmedizin, Klinikum ren, desto eher versuchten sie, die Palliativmedizin und 71,7 Pro- tert oder abgebrochen werden soll. Klagenfurt am Wörthersee. Etli- Patienten am Einsatzort zu betreu- zent der Mediziner ohne palliative „Dazu brauchen wir nicht nur eine che dieser Einsätze wären bei einer en oder eine entsprechende medi- Vorerfahrung gaben an, dass eine gute Ausbildung, sondern auch ein besseren medizinischen Versor- zinische Versorgung zu organisie- rechtlich verbindliche Patienten- multiprofessionelles Team“, untergungsstruktur am Ort der Betreu- ren“, so Dr. Wutti. Dabei werden verfügung ihre Therapieentschei- streicht Dr. Wutti die Bedeutung ung nicht notwendig. Eine Unter- zum Leidwesen der Leitstellen auch dungen beeinflusse. Allerdings der Kommunikation unter allen muss hier auch vor der eigenen Tür Beteiligten. Im Idealfall arbeiten suchung von 423 Patienten, die aus gekehrt werden: „Nur 16 Prozent Geriater, Hausarzt und NotfallmeAlten- und Pflegeheimen in die der befragten Notärzte und gar nur diziner bereits vor dem Eintritt zu Notfallaufnahme Klagenfurt einacht Prozent der Intensivmediziner erwartender lebensbedrohlicher Sigeliefert wurden, zeigte, dass 22 „Je besser ausgebildet besaßen selbst eine Patientenver- tuationen eng zusammen und erarProzent der daraus resultierenden die Kollegen waren, debeiten im Konsens mit dem famifügung.“ ambulanten oder stationären Besto eher versuchten sie, Es gibt mittlerweile eine Reihe liären Umfeld einen individuellen handlungen vermeidbar gewesen die Patienten am Einvon Guidelines und Handlungs- Plan, wie im Notfall vorzugehen wären. „Darunter waren Fälle, in satzort zu betreuen oder empfehlungen für den Umgang mit ist. Je besser Palliativpatienten und denen der Harnkatheter nicht funkeine entsprechende mePalliativpatienten im Notfallwesen. Betreuungspersonen auf das Letionierte, die PEG-Sonde verstopft dizinische Versorgung Im Einzelfall müssen auf dem Bo- bensende vorbereitet sind, desto war oder ein intravenöses Antibiozu organisieren.“ den medizinischer Einschätzungen weniger Anrufe treffen in der Nottikum benötigt wurde.“ Dr. Christian Wutti und unter Berücksichtigung ethi- fallzentrale ein und desto größer ist Ob ein Palliativpatient vom Notscher Grundsätze Entscheidungen die Wahrscheinlichkeit, die letzten arztteam im Heim versorgt oder ins nächste Krankenhaus transpor- längere Notarzteinsätze in Kauf ge- getroffen werden, die im besten In- Stunden nicht auf einer Intensivstatiert wird, hängt ganz wesentlich nommen: „Bei einer Betreuung von teresse des Patienten liegen und sei- tion, sondern in vertrauter UmgeHÖ von der Ausbildung ab. Von 62 be- Palliativpatienten vor Ort liegt die ne Würde wahren. Der gerufene bung zu verbringen. fragten Kärntner Notärzten besa- Einsatzzeit im Schnitt bei 45 bis 50 Notfallhelfer muss in lebensbe- Kongress der Arbeitsgemeinschaft für ßen 21 Prozent ein Palliativ- und Minuten. Im Vergleich dazu betra- drohlichen Situationen sehr rasch Notfallmedizin; Graz, Juni 2012 29 Prozent ein Schmerzdiplom der gen die durchschnittlichen Transportzeiten in Kärnten nur zwölf bis 15 Minuten.“ Eine palliative Zusatzqualifikation hilft auch, den eigenen Stresspegel zu senken: In einer deutschen Untersuchung fühlten sich Notärzte mit Zusatzausbildung Univ.-Prof. Dr. Palliativmedizin in der mediziHerbert Watzke nischen und psychosozialen Versorgung von Palliativpatienten wesent® lich sicherer als nicht entsprechend geschulte Notfallmediziner.

arzteinsätzen immer wieder vor, dass das Therapieziel vor Ort geändert werden muss und statt des kurativen Ansatzes die palliative Versorgung in den Vordergrund rückt. Dabei wird auch deutlich, welchem Wandel die gesellschaftlichen Vorgaben für den betreuenden Arzt in den letzten Jahrzehnten unterworfen waren. 1981 hieß es in einer Fachzeitschrift noch: „Jeder Überlebende nach Herz-Kreislauf-Stillstand oder künstlicher Beatmung ist ein Erfolgsbeweis in sich selbst.“

Serie zur Palliativmedizin In Zusammenarbeit mit Univ.-Prof. Dr. Herbert Watzke, Präsident der Österreichischen Palliativgesellschaft, beleuchtet Medical Tribune 2012 in einer zwölfteiligen Serie alle Aspekte der palliativen Betreuung von schwerkranken Patienten. Der Begriff „Palliative Care“ umfasst rein medizinische Aufgaben wie die Behandlung von Schmerzen, Übelkeit und Abgeschlagenheit, aber auch die pflegerische, soziale, psychologische und spirituelle Betreuung. Was Menschen brauchen, die aufgrund der Unheilbarkeit ihrer Erkrankung eine stark begrenzte Lebenserwartung aufweisen, und wann Palliative Care beginnen soll, diesen Fragen und anderen geht MT in der Serie nach.

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Explizit

„Ein zentraler Ansatzpunkt der Palliative Care besteht in der Vermeidung aggressiver medizinischer Therapien am Lebensende. Notärzte müssen deshalb generell über Palliative Care und spezifisch über therapiebezogene Wünsche der Patienten informiert sein.“

Häufig fehlt Patientenverfügung Befragt nach Faktoren, die die Einsätze mit Palliativpatienten erschweren, bemängelten die Notärzte in erster Linie ungenügende Informationen über die Krankengeschichten, unzureichende Betreuungen durch die Hausärzte und vor allem das Fehlen von Patientenverfügungen. „Man möchte gerne rechtliche Sicherheit bei der Behandlung von Palliativpatienten haben“, bringt Dr. Wutti das Pro-

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Auf den ersten Blick scheinen Notfall- und Palliativmedizin ein Widerspruch zu sein: Notfallmedizin hat einen kurativen Ansatz, ihr Ziel ist es, Menschen vor schweren gesundheitlichen Schäden zu bewahren. Die Stunde der Palliativmedizin schlägt dann, wenn der kurative Ansatz bei Patienten mit lebenslimitierenden Erkrankungen nicht mehr greift. Im Vordergrund steht hier eine symptomkontrollierende Therapie, die eine bestmögliche Lebensqualität gewährleisten soll. In der Praxis ist diese Grenzziehung allerdings oft schwierig. So kommt es bei Not-


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Politik & Praxisführung 44. Jahrgang • Nr. 26 • 27. Juni 2012

News Interview mit ÖÄK-Präsident

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BREGENZ – Die Wahl des Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer fand am 22. Juni 2012 und damit nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe statt. Lesen Sie in der nächsten Ausgabe ein ausführliches Interview und einen Bericht über das neue Präsidium. Das Interview mit dem neuen Präsidenten finden Sie ab Mitte nächster Woche bereits auf: www.medical-tribune.at

Mag. Wellan neuer Apotheker-Chef WIEN – Mit Mag. Max Wellan wurde am 20. Juni 2012 erstmals ein angestellter Apotheker zum Präsidenten der Österreichischen Apothekerkammer (ÖAK)

Schweiz: Nein zu Managed Care WIEN – Was in Österreich derzeit heftig debattiert wird, ist in der Schweiz traditionell selbstverständlich: Volksentscheidungen über (mehr oder weniger) wichtige Themen. Mitte Juni schickte die Schweizer Bevölkerung die Gesundheitspolitik ihrer Regierung zurück zum Start und sagte mit großer Mehrheit „Nein“ zur Einführung eines flächendeckenden „ManagedCare-Systems“ in der Schweiz. Die Schweizer haben am 17. Juli 2012 mit 76 Prozent „Nein“ zum Vorhaben ihrer Regierung, in der Schweiz ein Managed-Care-System einzuführen, gesagt. Die Vorlage „Managed Care“ wurde vom Schweizer Parlament im September 2011 verabschiedet, sowohl der Schweizer Bundesrat als auch das Parlament empfahlen die Zustimmung zu dem Vorhaben. Darauf wurde von 130.000 Stimmberechtigten ein Referendum in die Wege geleitet. Die Managed-Care-Vorlage sah die Förderung von integrativen Versorgungsnetzen in der ganzen Schweiz vor. Bereits heute sind nicht wenige Schweizer Mitglieder in einem solchen eingeschrieben. Patienten, die sich für ein solches Versorgungsnetz entscheiden, zahlen dafür schon heute weniger Selbstbehalt. Bei dem nun abgelehnten Modell hätten in ein Versorgungsnetz Eingeschriebene nur mehr einen Selbstbehalt von zehn Prozent und maximal 500 Franken im Jahr gezahlt, für alle anderen wäre der Selbstbehalt auf 15 Prozent und 1000 Franken gestiegen (derzeit zehn Prozent und 700 Franken). Die Regierung versprach sich von dem vorgeschlagenen Modell eine bessere Zusammenarbeit und Koordination zwischen allen Leistungserbringern und die Vermeidung von unnötigen Untersu-

chungen und Doppelspurigkeiten. Ein Versorgungsnetz soll für seine Patienten den Zugang zu allen Leistungen der obligatorischen Krankenpflegeversicherung sicherstellen. Dazu gehören nicht nur ärztliche Leistungen, sondern alle gesetzlich vorgesehenen Leistungen von Apotheken, Chiropraktikern, Physiotherapeuten, Hebammen, Laboratorien, Spitälern, Geburtshäusern, Pflegeheimen usw. Mit dem Entscheid für ein solches integriertes Versorgungsnetzwerk verpflichtet sich der Patient, Leistungen nur aus diesem Netzwerk zu beziehen.

Budgetverantwortung auch für Ärzte Für die in einem Netzwerk organisierten Leistungserbringer sah das Modell eine finanzielle Mitverantwortung für die medizinische Versorgung der Patienten vor. Diese Budgetmitverantwortung sollte ein Anreiz für die Wahl der optimalen Therapie ohne unnötige Untersuchungen und Therapien sein und damit einerseits die Qualität erhöhen und andererseits Kosten sparen. Schon vor der Abstimmung sprachen sich dann allerdings die Sozialdemokraten sowie die SVP und die BDP gegen die Reform aus. Der unerwartet deutliche Volksentscheid führte in der Schweiz zu Jubel bei

den Gegnern und Frustration bei den Befürwortern. Im Komitee „Nein zur ManagedCare-Vorlage“ schlossen sich verschiedene Schweizer Ärzteverbände, v.a. die Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte – FMH, sowie Pflegevereinigungen, der schweizerische Gewerkschaftsbund und Seniorenvertreter zusammen. Vor der Abstimmung warnte das Komitee davor, dass durch Managed Care den Kassen zu viel Macht gegeben werde und die Patienten in der Wahl ihrer Ärzte, Spitäler und Pflegeheime stark eingeschränkt würden. Durch die Anhebung der Selbstbehalte für Versicherte außerhalb der Netze wäre der finanzielle Druck, einem solchen beizutreten, groß. Das würde die freie Arztwahl v.a. bei chronisch Kranken stark einschränken. Durch die vorgesehene Budgetmitverantwortung der Leistungserbringer würde es zu Rationierung von ärztlichen und pflegerischen Leistungen kommen. Überschreite ein Netzwerk den definierten Kostenrahmen, müsste es den Verlust mittragen, anders sei es am Gewinn beteiligt, wenn es weniger Leistung erbringen würde, als budgetiert. Das würde zu ungesunden Interessenkonflikten bei Ärzten, Therapeuten und Pflegefachkräften führen. Das Komitee argumentierte, dass integrierte Versorgung auch bereits auf den bestehenden Gesetzesgrundlagen möglich wäre. Dementsprechend erfreut reagierte das Komitee auf die breite Ablehnung der Gesetzesvorlage. In einer Aussendung heißt es: „Mit diesem Nein haben Sie klar die Eckpfeiler des Schweizer Gesundheitswesens gestärkt: die freie

Arztwahl und die optimale Behandlungsqualität.“ Um das Schweizer Gesundheitswesen aber weiterhin qualitativ hochstehend zu erhalten, wären gesundheitspolitische Reformen notwendig. Für den Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset ist die Abstimmung eine herbe Niederlage am Ende jahrelanger Arbeit. Er sprach vor den Schweizer Medien von einer „verpassten Chance“. Schließlich hätten nicht einmal die Gegner die Vorteile von integrierten Versorgungsnetzen angezweifelt. Minister Berset äußerte sich zunächst nur vorsichtig über die weitere Zukunft der Schweizer Gesundheitspolitik. SJ

Foto: Apothekerkammer

Volksabstimmung

gewählt. Der 44-jährige Wiener Apotheker löst damit Mag. Heinrich Burggasser ab. Weitere Mitglieder des Präsidiums der Kammer, die 5700 Pharmazeuten in 1310 öffentlichen Apotheken und 46 KH-Apotheken Österreichs vertritt: Dr. Christian Müller-Uri (Vize, Obmann selbstständige Apotheker) mit Stv. Dr. Martin Hochstöger und Mag. Raimund Podroschko (Vize, Obmann angestellte Apotheker) mit Stv. Dr. Wolfgang Gerold.

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Politik & Praxisführung

Medical Tribune • 44. Jahrgang • Nr. 26 • 27. Juni 2012

Schulische Gesundheitsförderung

Gleiche Chancen für alle Kinder? „Der beträchtliche Zusammenhang zwischen Gesundheit und sozialer Herkunft im Kindesalter impliziert eine Ungleichheit der Startchancen und wird daher wohl von den meisten Menschen auch als ungerecht empfunden“, stellt Mag. Felix Hofmann, Junior Researcher des Ludwig Boltzmann Institute Health Promotion Research, seinen Ausführungen zuvor. Chancengerechtigkeit in gesundheitlicher Hinsicht zu ermöglichen bilde daher, neben der allgemeinen Anhebung des Gesundheitsniveaus, ein explizites Ziel von Gesundheitsförderung und sei bereits in der Ottawa-Charta von 1986 verankert. Praktische Interventionen zur Förderung der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, wie sie z.B. an Schulen durchgeführt werden, wurden in der Vergangenheit eher selten auf ihre Wirksamkeit zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit hin überprüft. Mag. Hofmann: „Die vorhandenen Studien dazu evaluieren entweder Interventionen, die sich gezielt an benachteiligte Gruppen richten, oder führen Subgruppen-Analysen durch.“ Als Beispiel bringt der Junior Researcher eine aktuelle, systematische Überblicksstudie, die Ergebnisse von 17 hochqualitativen Wirkungsanalysen mit experimentellen Forschungsdesigns zusammenfasst. Die untersuchten Interventionen waren gruppenbasierte Trainings zur Stärkung der Sozialund Problemlösungskompetenzen von Schülern. Sie folgten dem Ansatz der kognitiven Verhaltenstherapie, der versucht, durch die Stär-

kung von Handlungskompetenzen psychische Verbesserungen in der Zielgruppe zu erreichen. „Die Autoren fanden heraus, dass die meis ten evaluierten Interventionen im Durchschnitt tatsächlich zu einer kurz- bis mittelfristigen Verminderung von Depressionen führten“, fasst Mag. Hofmann die Ergebnisse zusammen. „In einer nachträglichen Subgruppen-Analyse ergaben sich jedoch Hinweise darauf, dass die Maßnahmen bei Kindern aus sozioökonomisch begünstigten Familien mitunter besser wirken und damit soziale Ungleichheit eher fördern …“ Eine weitere Überblicksstudie, die schulbasierte Interventionen zur Verbesserung des Ernährungsverhaltens untersucht hat, kam zu ähnlichen Schlussfolgerungen.

Zielgerichtete Angebote Die empirischen Befunde zu Unterschieden in der Wirkung von Gesundheitsförderung nach Geschlecht sind uneinheitlich. So genannte „Peer-led education programs“, bei denen ältere, erfahrene Schüler mit ihren jüngeren Kollegen über Risiken in Zusammenhang mit Sexualität und adäquate Schutzmaßnahmen diskutieren, wirken sich z.B. oft gleichmäßig positiv auf beide Geschlechter aus. Von Gesundheitsförderungsmaßnahmen zum Ernährungsverhalten profitieren laut einzelnen Studien eher Mädchen, von jenen zum Bewegungsverhalten eher Burschen. Mag. Hofmann: „Das spricht insofern für eine Vergrößerung von Geschlechterungleichheiten, als

Service Neuer MBA-Lehrgang in der Steiermark GRAZ – Die Med Uni Graz und die FH Joanneum starten gemeinsam im nächsten Semester einen neuen Masterlehrgang in „Health Care and Hospital Management“. Zielgruppen des Lehrgangs sind Führungskräfte von Krankenanstalten und anderen Gesundheitseinrichtungen, Health Professionals, die die Absicht haben, sich um eine derartige Position zu bewerben, und Interessenten aus dem gesamten Gesundheitssystem. Der MBA-Lehrgang dauert insgesamt fünf Semester und ist berufsbegleitend angelegt. Den Lehrgang leitet Univ.-Prof. Dr. Helfried Metzler. Die Kosten betragen für den ganzen Lehrgang bis zum Master 14.500 Euro. Info: www.medunigraz.at/mba

Erstmals IIR-Lehrgang in den USA BOSTON – IIR Österreich bietet vom 29. Oktober bis 2. November 2012 erstmalig den Lehrgang „HealthCare Economics & Management“ mit Experten der Harvard Medical School und des Massachusetts Institute of Technology (MIT) am Campus der Harvard-Universität/ USA an. Der Lehrgang verschafft den Teilnehmern Kontakt zu renommierten Gesundheitsökonomen und kostet 7200 Euro inklusive Unterkunft und exklusive Flug. Info: www.iir.at/harvard-lehrgang.html

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WIEN – Bildung für alle! Gesundheit für alle! Sowohl Bildung als auch Gesundheit stehen im Zentrum diverser Ungleichheitsdebatten. Forscher des Ludwig Boltzmann Institute Health Promotion Research gingen der Frage nach, wie Interventionen in der Schule sich auf bestehende Ungleichheiten auswirken.

Zeugnisverteilung an österreichischen Schulen: Je mehr auf die Gesundheit der Kinder geachtet wird, desto besser lernen sie.

sich die profitierenden Gruppen jeweils bereits auf einem besseren Ausgangsniveau befinden.“ Eine Studie aus den USA konnte wiederum aufzeigen, dass mit zielgerichteten Angeboten für medizinische Dienstleistungen, z.B. kostenlose Hepatitis-B-Impfungen an Schulen, sehr wohl bestimmte Gruppen, etwa junge Frauen aus sozial benachteiligten Schichten, die außerdem Angehörige ethnischer Minderheiten sind, ganz gut erreicht werden können. Ein an Schulen durchgeführtes Programm aus mehreren verhaltens- und verhältnisbezogenen Komponenten zur Beeinflussung des Verhütungsmittelgebrauchs und des Zeitpunktes erster Sexualkontakte erwies sich ebenfalls als besonders effektiv bei einer ethnischen Minderheit, nämlich jener der Hispanics in den USA. „Die angeführten Beispiele zeigen jedenfalls, dass keineswegs hinreichend nachgewiesen ist, ob Gesundheitsförderung im Allgemeinen ihren hohen Anspruch, zur Verwirklichung von Chancengerechtigkeit beizutragen, tatsächlich erfüllt. Einige Hinweise sprechen sogar dagegen“, resümiert Mag. Hofmann. „Die Schlüsse aus diesen vorläufigen Ergebnissen könnten lauten, dass Forschung und Politik mögliche unterschiedliche Wirkungen von Gesundheitsförderung auf verschiedene soziale Gruppen mehr berücksichtigen sollten.“

Gesundheitsförderlicher Unterricht Dass gesündere Menschen auch besser lernen, ist ein verhältnismäßig neues Thema, insbesondere in Bezug auf die westlichen Industrieländer – mit dem sich Mag. Edith Flaschberger, ebenfalls Junior Researcher am Ludwig Boltzmann Institut Health Promotion Research, im Rahmen einer Literaturstudie intensiv auseinandergesetzt

hat. Hinweise dafür sind z.B., dass Angst und Depression zu schlechteren und Bewegung zu besseren Lernleistungen führen. „Eine Literaturstudie zu gesundheitsförderlichem Unterricht zeigt, dass Maßnahmen, die Unterricht effektiv machen und das Lernen optimieren, gleichzeitig auch positive Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Schülern haben und umgekehrt“, hebt die Sozialwissenschaftlerin hervor. So habe sich etwa ein positives Lernklima mit vertrauensund respektvoller Schüler-Lehrer-

Explizit „Aggression und Gewalt zählen zu jenen Faktoren, die zu den Gesundheitsdisparitäten führen, die wiederum zu Leistungsunterschieden beitragen.“ Mag. Edith Flaschberger

Beziehung und unterstützender Haltung der Lehrkräfte gegenüber allen Schülern als leistungs- und gesundheitssteigernd erwiesen. „Differenzierter Unterricht mit einer formativen Leistungsbewertung sowie einem Methodenmix kann die Motivation von Schülern erhöhen, indem ihren individuellen Bedürfnissen, Interessen und Leistungsniveaus Rechnung getragen wird“, führt Mag. Flaschberger weiter aus. „Laut psychologischen Theorien sollten vor allem möglichst Unter- und Überforderung vermieden werden. Um Motivation und Wohlbefinden und damit auch Leitung zu steigern, sind zudem Partizipationsmöglichkeiten der Schüler wichtig, z.B. im Rahmen von Gruppenarbeiten oder Diskussionen in der Klasse.“

Die Lernbedingungen können zudem verbessert werden, wenn auch Bewegung in den Unterricht einfließt – z.B. durch Bewegungsund Entspannungspausen und Lernen in und durch Bewegung. „Bewegung dient hierbei nicht nur der Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens, sondern kann laut ersten Studienergebnissen dazu auch kognitive Leistung, Konzentrationsvermögen und soziale Kompetenzen fördern“, betont Mag. Flaschberger. Dies sei vor allem vor dem Hintergrund, dass sozioökonomisch schlechter gestellte Jugendliche tendenziell häufiger unter Bewegungsmangel leiden, eine besonders wichtige Maßnahme. Studien haben auch Zusammenhänge zwischen Schulleistung und psychosozialer Gesundheit hergestellt, was die Durchführung von Programmen beispielsweise zur Förderung von Lebenskompetenzen oder zur Gewaltprävention nahelegt. „Aggression und Gewalt zählen zu jenen Faktoren, die zu den Gesundheitsdisparitäten führen, die wiederum zu Leistungsunterschieden beitragen“, gibt die Sozialwissenschaftlerin zu bedenken. Auch der Gesundheitszustand der Lehrkräfte kann sich auf die Effektivität des Unterrichts auswirken. Studien haben belegt, dass Lehrer, die Burnout-ähnliche Symptome aufweisen, häufig problematische Verhaltensweisen – wie z.B. ein erhöhtes Interaktionstempo im Unterricht – an den Tag legen. Besonders leistungsschwache Schüler leiden darunter. Mag. Flaschbergers Resümee: Eine Gesundheitsperspektive im Unterricht könnte und sollte sowohl für die Optimierung der Lernbedingungen als auch für die Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden und für die Reduktion von Ungleichheit eine wichtige Rolle spielen. KaM


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Sozialpartnereinigung bei Arbeitnehmerschutz

Arbeitspsychologie wird ausgebaut „Uns war das Thema des Schutzes der Arbeitnehmer vor psychischen Belastungen schon seit einigen Jahren ein Anliegen, da die psychiatrischen Erkrankungen enorm im Vormarsch sind“, erklärt Alexander Heider, Leiter der Abteilung Sicherheit, Gesundheit und Arbeit bei der Arbeiterkammer Wien. Im Jahr 2009 gab es erstmals mehr Krankenstände bedingt durch psychiatrische Erkrankungen als nach Arbeitsunfällen.

Evaluierung „Die eigentliche Neuerung im Arbeitnehmerschutzgesetz ist eine klarere Regelung und Formulierung im Gesetzestext, dass die Ermittlung und Bewertung der Gefahren auch die psychischen Arbeitsbelastungen umfasst“, führt Heider aus. Konkret bedeutet das, dass ab 1. Jänner 2013 eine Erweiterung der Evaluierungsverpflichtung in Kraft treten wird, mit der die Arbeitgeber verpflichtet werden, psychische Belastungen der Arbeit zu erheben, zu beurteilen und geeignete Maßnahmen zur psychischen Gesundheit der Arbeitnehmer festzulegen und umzusetzen. Zur Unterstützung der Arbeitgeber bei der Evaluierung psychischer Belastungen müssen dafür fachkundige Personen, insbesondere Arbeits- und Organisationspsychologen, eingesetzt werden. „Dabei handelt es sich um

keinen Kann-Vorschlag, sondern eine Verpflichtung, die unabhängig von der Betriebsgröße ist“, so Heider. Ganz neu ist die Evaluierung nicht. „Die Betriebe müssen schon bisher, wenn erforderlich, psychische Belastungen evaluieren“, erklärt Mag. Pia-Maria Rosner, Mitarbeiterin der sozialpolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich. Mit der nun kommenden Konkretisierung dieser Verpflichtung erhofft sich die Arbeiterkammer nicht nur einen verstärkten Arbeitnehmerschutz, sondern auch eine Reduktion der durch psychische Erkrankungen verursachten Krankenstände. Arbeitgeber sollen bald die psychischen Belastungen der Arbeit erheben müssen und Maßnahmen dagegen einführten. Dennoch konnte die Arbeiterkammer nicht alle ihre Forde- mer hätte diese Flexibilität gerne ren“, erklärt Heider. Die Arbeits- Betriebe, da sie z.B. mit weniger rungen durchsetzen. „Wir hätten noch weiter ausgebaut. Als Kom- mediziner sollen befähigt wer- Krankenständen rechnet. „Es gibt uns gewünscht, dass die Arbeits- promiss einigte man sich darauf, den, einerseits zu wissen, welche hier einen Return of Investment, und Organisationspsychologen dass die Arbeitsmediziner zusätz- Maßnahmen sie als Schnittstelle der auf jeden Fall höher ist, als das, gleichrangig den Sicherheitsfach- lich arbeitspsychologisch geschult zur Arbeitspsychologie selbst set- was man einbringt“, erklärt der Arkräften und Arbeitsmedizinern werden. zen können, andererseits sollen sie beitnehmervertreter. Anders sieht den Betrieben mit bestimmten Einauch klar über ihre Grenzen Be- das die Wirtschaftskammer. „Ich Bessere Ausbildung satzzeiten ständig zur Verfügung scheid wissen. gehe davon aus, dass es zu keinen für Arbeitsmediziner stehen“, führt Heider aus. Dieser Mehrkosten für die Betriebe komKosten Wunsch scheiterte am Widerstand men wird, da die bisher angestellDa die psychologische Schulung der Wirtschaftskammer. „Damit der Arbeitsmediziner zeitintensiv Ein Punkt, in dem sich die Sozi- ten Arbeitsmediziner ja keine Zunimmt man dem Betrieb jede Fle- ist, wird sich deren Ausbildung ab alpartner offenbar nicht einig sind, satzausbildung machen müssen“, xibilität“, erklärt Mag. Rosner. Für 1. Jänner 2013 um 30 Stunden auf sind die durch die Gesetzesnovelle führt Mag. Rosner aus. sie steht die Flexibilität der Be- 390 Stunden erhöhen. „Hier wer- entstehenden Kosten. „Es werden Generell sind beide Sozialparttriebe klar im Mittelpunkt. „Mit den die Lehrpläne der Akademie sicher Kosten anfallen, da ja Ar- ner mit dem erzielten Komprodem jetzigen Vorschlag gibt man für Arbeitsmedizin erweitert, um beits- und Organisationspsycholo- miss zufrieden. Derzeit wartet den Betrieben die nötige Flexibi- mehr Kenntnisse über altersge- gen beschäftigt werden müssen“, so man noch auf den Begutachtungslität, jene Experten, die sie gerade rechte Arbeitsplätze zu vermitteln Heider. entwurf seitens des Sozialministebrauchen, ins Haus zu holen“, so und Grundlagen der Arbeits- und Die Arbeiterkammer erwartet riums, der für den Sommer erwarMag. Rosner. Die Wirtschaftskam- Organisationspsychologie zu leh- sich dennoch Ersparnisse für die tet wird. TAS

Olanzapin Genericon 2,5 mg – Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält Olanzapinbenzoat äquivalent zu 2,5 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Calciumhydrogenphosphat (E341), Mikrokristalline Cellulose (E460), Magnesiumstearat (E470), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A). Olanzapin Genericon 5 mg – Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält Olanzapinbenzoat äquivalent zu 5 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Calciumhydrogenphosphat (E341), Mikrokristalline Cellulose (E460), Magnesiumstearat (E470), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A). Olanzapin Genericon 10 mg – Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält Olanzapinbenzoat äquivalent zu 10 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Calciumhydrogenphosphat (E341), Mikrokristalline Cellulose (E460), Magnesiumstearat (E470), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A). Anwendungsgebiete: Erwachsene: Olanzapin ist für die Behandlung der Schizophrenie angezeigt. Bei Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben, ist Olanzapin bei fortgesetzter Behandlung zur Aufrechterhaltung der klinischen Besserung wirksam. Olanzapin ist zur Behandlung von mäßig schweren bis schweren manischen Episoden angezeigt. Bei Patienten, deren manische Episode auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen hat, ist Olanzapin zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolarer Störung angezeigt (siehe Abschnitt 5.1). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Olanzapin oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit bekanntem Risiko eines Engwinkelglaukoms. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsychotika, Diazepine, Oxazepine Thiazepine. ATC-Code: N05A H03. Olanzapin Genericon 2,5 mg – Tabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Olanzapin Genericon 5 mg – Tabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Olanzapin Genericon 10 mg – Tabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Olanzapin Genericon 5 mg Schmelztabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Schmelztablette enthält 5 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Jede Tablette enthält Aspartam (E 951) 2,8 mg. Magnesiumstearat, L-Methionin, Hochdisperses Siliciumdioxid, Hydroxypropylzellulose (gering substituiert), Crospovidon, Aspartam (E 951), Mikrokristalline Cellulose, Guar-Gummi, Magnesiumcarbonat, schwer basisch, Orangenaroma Silesia. Olanzapin Genericon 10 mg Schmelztabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Schmelztablette enthält 10 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Jede Tablette enthält Aspartam (E 951) 5,6 mg. Magnesiumstearat, L-Methionin, Hochdisperses Siliciumdioxid, Hydroxypropylzellulose (gering substituiert), Crospovidon, Aspartam (E 951), Mikrokristalline Cellulose, Guar-Gummi, Magnesiumcarbonat, schwer basisch, Orangenaroma Silesia. Anwendungsgebiete: Erwachsene: Olanzapin ist angezeigt zur Behandlung von Schizophrenie. Bei Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben, ist Olanzapin bei fortgesetzter Behandlung zur Aufrechterhaltung der klinischen Besserung wirksam. Olanzapin ist angezeigt zur Behandlung einer mäßigen bis schweren manischen Episode. Bei Patienten, deren manische Episode auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen hat, ist Olanzapin zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolarer Störung angezeigt (siehe Abschnitt 5.1). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit bekanntem Risiko für Engwinkelglaukom. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsychotikum. ATC-Code: N05A H03. Olanzapin Genericon 5 mg Schmelztabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Olanzapin Genericon 10 mg Schmelztabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Rezept-und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Simvastatin Genericon 20 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 20 mg Simvastatin. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Wasserfreie Lactose (149 mg); mikrokristalline Cellulose; Stärke, vorverkleistert; Butylhydroxyanisol; Magnesiumstearat; Talkum. Tablettenüberzug: Hydroxypropylcellulose; Hypromellose; Talkum; Titandioxid E 171. Simvastatin Genericon 40 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 40 mg Simvastatin. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Wasserfreie Lactose (298 mg); mikrokristalline Cellulose; Stärke, vorverkleistert; Butylhydroxyanisol; Magnesiumstearat; Talkum. Tablettenüberzug: Hydroxypropylcellulose; Hypromellose; Talkum; Titandioxid E 171. Simvastatin Genericon 80 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 80 mg Simvastatin. Sonstige Bestandteile: Wasserfreie Lactose 596 mg. Tablettenkern: Wasserfreie Lactose (596 mg), mikrokristalline Cellulose, vorverkleisterte Stärke, Butylhydroxyanisol, Magnesiumstearat, Talkum. Tablettenüberzug: Hydroxypropylcellulose, Hypromellose, Talkum, Titandioxid (E 171). Anwendungsgebiete: Hypercholesterinämie: Behandlung der primären Hypercholesterinämie oder der gemischten Dyslipidämie als Zusatztherapie zur Diät, wenn das Ansprechen auf die Diät und andere nicht pharmakologische Behandlungen (z.B. körperliches Training, Gewichtsabnahme) unzureichend ist. Behandlung der homozygoten familiären Hypercholesterinämie als Zusatztherapie zur Diät und anderen lipidsenkenden Behandlungen (z.B. LDL-Apherese) oder wenn solche Behandlungen nicht geeignet sind. Kardiovaskuläre Prävention: Reduktion der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei Patienten mit manifester atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung oder Diabetes mellitus und normalen oder erhöhten Cholesterinspiegeln, als Zusatztherapie zur Korrektur anderer Risikofaktoren und zu anderen kardioprotektiven Therapien (siehe Abschnitt 5.1). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Simvastatin oder einen der sonstigen Bestandteile, Aktive Lebererkrankung, oder unerklärlich anhaltende Anstiege von Serumtransaminasen, Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6), Gleichzeitige Verabreichung von hochwirksamen CYP3A4-Hemmern (z.B. Itraconazol, Ketoconazol, HIV-Proteasehemmern, Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin und Nefazodon) (siehe Abschnitt 4.5). Pharmakotherapeutische Gruppe: HMG-CoA-Reduktase-Hemmer. ATC-Code: C10AA01. Simvastatin Genericon 20 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stück, Simvastatin Genericon 40 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stück, Simvastatin Genericon 80 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Sirdalud MR 6 mg – Kapseln. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Kapsel enthält: 6 mg Tizanidin als Hydrochlorid, 116,6 mg Saccharose. Liste der sonstigen Bestandteile: Saccharose, Ethylcellulose, Schellack, Talkum, Maisstärke, Titandioxid (E171), Gelatine, Eisenoxid schwarz (E172). Anwendungsgebiete: Spastizität infolge neurogener Störungen wie Multiple Sklerose, chronische Myelopathie, degenerative Rückenmarkserkrankungen, apoplektischer Insult und infantile Zerebralparese. Schmerzhafte Muskelspasmen bei statischen und funktionellen Störungen im Bereich der Wirbelsäule (z.B. Zervikal- und Lumbalsyndrome wie Tortikollis oder Lumbago), postoperativ, z.B. nach Eingriffen wegen Diskushernie oder Osteoarthritis der Hüfte. Gegenanzeigen: bekannte Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff und/oder einen der sonstigen Bestandteile, schwere Nieren- und/oder Leberinsuffizienz (s. Abs. 5.2). Die gleichzeitige Anwendung von Tizanidin mit starken CYP1A2-Hemmern wie Fluvoxamin oder Ciprofloxacin ist kontraindiziert (s. Abs. 4.5 und Abs. 4.4). Da ausreichende Erfahrungen bei Säuglingen und Kindern bisher nicht vorliegen, darf Sirdalud diesen Patienten nicht gegeben werden. Pharmakokinetische Gruppe: Muskelrelaxantien, andere zentral wirksame Substanzen. ATC-Code: M03BX02. Inhaber der Zulassung: Novartis Pharma GmbH, Wien. Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezept-, apothekenpflichtig. Informationen betreffend Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkung mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. * Quelle: Expert Report on Clinical Documentation, Registrierungsdossier IKS, 1987. Datum der Erstellung: 12/2011, AT1112021775. Valsartan 1A Pharma 80; 160 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 80; 160 mg Valsartan. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten, rein. ATC-Code: C09C A03. Anwendungsgebiete: Valsartan 1A Pharma 80 mg und 160 mg – Filmtabletten: Hypertonie: Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen und Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren. Nach einem vor kurzem aufgetretenen Myokardinfarkt: Behandlung von klinisch stabilen erwachsenen Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz oder einer asymptomatischen, links-ventrikulären systolischen Dysfunktion nach einem vor kurzem (12 Stunden bis 10 Tage) aufgetretenen Myokardinfarkt. Herzinsuffizienz: Behandlung der symptomatischen Herzinsuffizienz bei erwachsenen Patienten, wenn ACE-Hemmer nicht gegeben werden können oder zusätzlich zu einem ACE-Hemmer, wenn Beta-Blocker nicht angewendet werden können. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; Schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose und Cholestase, zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid, Magnesiumstearat. Filmüberzug: Valsartan 1A Pharma 80 mg: Hypromellose, Titandioxid (E171), Macrogol 8000, Rotes Eisenoxid (E172), Gelbes Eisenoxid (E172). Valsartan 1A Pharma 160 mg: Hypromellose, Titandioxid (E 171), Macrogol 8000, Rotes Eisenoxid (E 172), Gelbes Eisenoxid (E 172), Schwarzes Eisenoxid (E 172). Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH,1020 Wien, Österreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: Jänner 2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Valsartan/HCT 1A Pharma 80mg/12,5mg; 160mg/12,5mg; 160mg/25mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Valsartan/HCT 1A Pharma 80 mg/12,5 mg: jede Tablette enthält 80 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/12,5 mg: jede Tablette enthält 160 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/25 mg: jede Tablette enthält 160 mg Valsartan und 25 mg Hydrochlorothiazid. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten und Diuretika, Valsartan und Diuretika. ATC-Code: C09D A03. Anwendungsgebiete: Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen. Die fixe Kombination Valsartan/HCT 1A Pharma ist bei Patienten angezeigt, deren Blutdruck mit Valsartan oder Hydrochlorothiazid alleine nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Valsartan, Hydrochlorothiazid, andere von Sulfonamiden abgeleitete Substanzen oder einen der sonstigen Bestandteile; zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose und Cholestase. Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min), Anurie. Therapieresistente Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hypercalcämie und symptomatische Hyperurikämie. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Magnesiumstearat, hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid. Filmüberzug: Valsartan/HCT 1A Pharma 80 mg/12,5 mg: Hypromellose, Macrogol 8000, Talkum, Titandioxid, Rotes Eisenoxid, Gelbes Eisenoxid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/12,5 mg: Hypromellose, Macrogol 8000, Talkum, Titandioxid, Rotes Eisenoxid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/25 mg: Hypromellose, Macrogol 4000, Talkum, Titandioxid, Rotes Eisenoxid, Gelbes Eisenoxid, Schwarzes Eisenoxid. Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH,1020 Wien, Österreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezeptund apothekenpflichtig. Stand der Information: Oktober 2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Venlafab 37,5 mg-, Venlafab 75 mg-, Venlafab 150 mg-Retardkapseln. Venlafab 50 mg-, Venlafab 75 mg-Tabletten. Zusammensetzung: 1 Kapsel enthält Venlafaxinhydrochlorid entsprechend 37,5 mg, 75 mg bzw. 150 mg Venlafaxin. 1 Tablette enthält 50 mg bzw. 75 mg Venlafaxin als Hydrochlorid. Sonstige Bestandteile: Retardkapseln: Kapseln: Zuckerkügelchen (enthalten max. 46,35 mg, 92,69 mg bzw. 185,38 mg Saccharose), Ethylcellulose (E 462), Hydroxypropylcellulose, Hypromellose (E 464), Talkum (E 553 b), Dibutylsebacat, Ölsäure und hochdisperses Siliciumdioxid. Kapselhülle: Gelatine, Natriumdodecylsulfat. Pigmente Kapselhülle: Chinolingelb (E 104), Titandioxid (E 171). 37,5 mg: Cochenillerot A (E 124). 75 mg: Gelborange S (E 110). 150 mg: Gelborange S (E 110), Patentblau V (E 131). Tabletten: Mikrokristalline Cellulose, Maisstärke, Eisenoxid (E 172), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Magnesiumstearat. Anwendungsgebiete: Retardkapseln und Tabletten: Behandlung von Episoden einer Major Depression. Zur Prävention des Wiederauftretens neuer depressiver Episoden (Rezidivprophylaxe). Retardkapslen: Behandlung der sozialen Angststörung. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Eine gleichzeitige Behandlung mit irreversiblen Monoaminooxidase-Inhibitoren (MAOI) ist aufgrund des Risikos eines Serotonin-Syndroms mit Symptomen wie Agitation, Tremor und Hyperthermie kontraindiziert. Die Behandlung mit Venlafaxin darf mindestens 14 Tage nach Beendigung der Behandlung mit einem irreversiblen MAOI nicht eingeleitet werden. Die Anwendung von Venlafaxin muss mindestens 7 Tage vor Beginn einer Therapie mit einem irreversiblen MAOI beendet werden. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Antidepressiva. ATC-Code: N06AX16. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. 75 mg Tabletten: LANNACHER HEILMITTEL Ges.m.b.H., 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Wiederholte Abgabe verboten. Packungsgrößen: Retardkapseln: 20 und 30 Stück. Tabletten: 30 und 60 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Xarelto 15 mg / 20 mg Filmtabletten. Wirkstoff: Rivaroxaban. Vor Verschreibung Fachinformation beachten. Zusammensetzung: Wirkstoff: 15 mg / 20 mg Rivaroxaban. Liste der sonstigen Bestandteile Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Lactose-Monohydrat, Hypromellose, Natriumdodecylsulfat, Magnesiumstearat, Filmüberzug: Macrogol (3350), Hypromellose, Titanoxid (E171),Eisen(III)oxid (E172). Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere antithrombotische Mittel, ATC-Code: B01AX06. Anwendungsgebiete: Prophylaxe von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei erwachsenen Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern und einem oder mehreren Risikofaktoren, wie kongestiver Herzinsuffizienz, Hypertonie, Alter ab 75 Jahren, Diabetes mellitus, Schlaganfall oder transitorischer ischämischer Attacke in der Anamnese. Behandlung von tiefen Venenthrombosen (TVT) sowie Prophylaxe von rezidivierenden TVT und Lungenembolien (LE) nach akuten TVT bei Erwachsenen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Rivaroxaban oder einen d. sonst. Bestandteile, klinisch relevante akute Blutungen, Lebererkrankungen, die mit einer Koagulopathie u. einem klinisch relevanten Blutungsrisiko, einschließlich zirrhotischer Patienten mit Child Pugh B und C, verbunden sind, Schwangerschaft u. Stillzeit. Vorsichtsmaßnahmen und Warnhinweise: Die Anwendung von Rivaroxaban wird nicht empfohlen bei Patienten: - die zeitgleich eine systemische Behandlung mit Wirkstoffen, die gleichzeitig stark CYP3A4 und P-gp inhibieren, z. B. Azol-Antimykotika oder HIV-Proteaseinhibitoren, erhalten, - mit einer schweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 15 ml/min), - zur Behandlung der akuten Lungenembolie, - unter 18 Jahren oder mit künstlichen Herzklappen oder die zeitgleich mit Dronedaron behandelt werden, da keine Daten vorliegen. Die Anwendung sollte mit Vorsicht erfolgen bei Patienten: - mit einer schweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 15 - 29 ml/min), - mit einer Nierenfunktionsstörung, wenn gleichzeitig andere Arzneimittel eingenommen werden, die potente CYP3A4-Hemmer sind, - die gleichzeitig auf die Gerinnung wirkende Arzneimittel erhalten, - die gleichzeitig starke CYP3A4 Induktoren erhalten, - mit erhöhtem Blutungsrisiko. Bei Patienten mit dem Risiko einer ulzerativen gastrointestinalen Erkrankung kann eine angemessene prophylaktische Behandlung erwogen werden. Eine klinische Überwachung in Übereinstimmung mit der antikoagulatorischen Praxis wird während der gesamten Behandlungsdauer empfohlen. Für Patienten mit einer mittelschweren oder schweren Nierenfunktionsstörung gelten spezielle Dosisempfehlungen. Xarelto enthält Lactose. Nebenwirkungen: Häufig: Anämie, Schwindel, Kopfschmerzen, Synkope, Augeneinblutungen, Tachykardie, Hypotonie, Hämatome, Epistaxis, gastrointestinale Blutungen, abdominale u. gastrointestinale Schmerzen, Dyspepsie, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Erbrechen, Pruritus, Hautrötung, Ekchymose, Schmerzen in den Extremitäten, Blutungen im Urogenitaltrakt, Fieber, periphere Ödeme, verminderte Leistungsfähigkeit, Transaminasenanstieg, Postoperative Blutungen, Bluterguss. Gelegentlich: Thrombozythämie, allergische Reaktion, allergische Dermatitis, zerebrale und intrakranielle Blutungen, Hämoptoe, trockener Mund, Leberfunktionsstörung, Urtikaria, kutane und subkutane Blutung, Hämarthrose, Einschränkung der Nierenfunktion, Unwohlsein, lokale Ödeme, Wundsekretion, Anstieg von: Bilirubin, alkalischer Phosphatase im Blut, LDH, Lipase, Amylase, GGT. Selten: Gelbsucht, Blutung in einen Muskel, Anstieg von konjugiertem Bilirubin. Häufigkeit nicht bekannt: Bildung eines Aneurysma spuriums nach perkutaner Intervention, Kompartmentsyndrom oder (akutes) Nierenversagen als Folge einer Blutung. Inhaber der Zulassung: Bayer Pharma AG, 13342 Berlin, Deutschland. Verschreibungs-/Apothekenpflicht: NR, apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Stand der Information: Dezember 2011.

Foto: BilderBox.com

WIEN – Das Arbeitnehmerschutzgesetz steht vor seiner Novellierung. Bereits im Vorfeld konnte eine Sozialpartnereinigung erzielt werden. Neuerungen wird es vor allem beim Schutz der Arbeitnehmer vor psychischen Belastungen geben. Zusätzlich wird die Ausbildung der Arbeitsmediziner um 30 Stunden verlängert.


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Aus den Ländern

Politik & Praxisführung

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Linzer Elisabethinen eröffneten Zentrum für Komplementärmedizin

In der Synergie liegt die Kraft

Fotos: Elisana

LINZ – Warum sollte in einem Krankenhaus nicht auch ein Zentrum für Komplementärmedizin, Gesundheit und Lebensfreude eingerichtet sein? Die Elisabethinen in Linz haben diesen Pionierweg beschritten. Anfang Juni wurde Elisana geöffnet, ein Ort, an dem Ärzte, Therapeuten und Energetiker Leistungen der Komplementärmedizin, Körpertherapie und Energiearbeit anbieten. Das Elisana ist ein eigenständiges Unternehmen, aber im Eigentum des Ordens. In unmittelbarer Nähe zum Spital der Elisabethinen liegt das neu eröffnete Zentrum für Komplementärmedizin des Ordens

Auch wenn das Krankenhaus „Elisana“. Das ermöglicht einen engen Austausch zwischen Ärzten und Therapeuten. und Elisana unter einem Dach untergebracht sind, bleiben die bei- den will die Menschen mit all ih- westlichen Kräutern durchführt, den Unternehmen getrennt. Pa- ren Sorgen und Bedürfnissen ernst ergänzt: „Für mich ist es spannend tienten können aber auf eigenen nehmen. „Darum haben wir die mitzumachen, weil mir die KomWunsch eine Kombination von Idee zu Elisana geboren. Das Kon- bination von Schul- und KompleSchul- und Ganzheitsmedizin zept ist gut durchdacht, denn es ist nutzen. „Das Elisana richtet sich auch viel Scharlatanerie am freien vor allem an Menschen außerhalb Markt zu finden. Früher lag man des Spitals, die Vorsorge an Kör- nach einer Gallenoperation zum per, Geist und Seele betreiben, An- Beispiel zwei Wochen im Spital, wendungen zum Wohlfühlen oder heute geht man nach drei Tagen Wie bei anderen Biomarkern, die in Behandlungen von Ganzheitsme- heim. Da suchen die Menschen Beobachtungsstudien mit erhöhtem dizinern in Anspruch nehmen nach Methoden, die sie beim GeKrankheitsrisiko assoziiert sind, ist der wollen. Wir garantieren durch ei- nesungsprozess unterstützen könUmkehrschluss, dass die medikamentöse Senkung dieser Marker das Ernen ärztlichen Beirat, dass die An- nen.“ Die Nähe von Elisana zum krankungsrisiko mindert, auch beim gebote hohe Qualität haben, an- Spital macht den Austausch zwiLDL ohne Belege aus randomisierten erkannt und gut ausgesucht sind“, schen Komplementärmedizinern Interventionsstudien nicht zulässig 1. sagt Dr. Stefan Meusburger, und dem behandelnden Arzt im Ärztlicher Direktor des KH der Krankenhaus auf Wunsch des PaDer LDL-Anteil am Gesamtcholesterin setzt sich aus mehreren FraktiElisabethinen und Leiter des ärzt- tienten leicht möglich. onen zusammen, die nicht alle gleich lichen Beirats.

mentärmedizin wichtig ist. Für das Gelingen der Zusammenarbeit ist bedeutsam, dass jeder Bereich seine Grenzen kennt.“

Bis jetzt hat Elisana 18 Mieter, das bedeutet eine Auslastung von 70 Prozent. 14 Therapeuten und Praktiker bieten derzeit zehn alternative Methoden an. Drei Ärztinnen arbeiten mit TCM, Homöopathie etc. Vier Behandlungsräume, ein Arztzimmer sowie ein Seminarraum stehen auf 180 Quadratmetern zur Verfügung. Der Erstkontakt läuft über die Sekretärin am Empfang, die den Wunsch des Klienten aufnimmt. Bei einem Tag der offenen Tür am 21. September kann jeder Methoden und Therapeuten kennenlernen. Elisana stützt sich derzeit auf drei Säulen (siehe Infokasten): Komplementär- und Ganzheitsmedizin, Körpertherapie und energetische Anwendungen. Im Aufbau begriffen ist die vierte Schiene mit Selbstreflexion, Beratung, Coaching und Psychotherapie. RaC www.elisana.at

LDL ist nicht gleich LDL

„Ich erlebe im Spital immer wieder, dass zum Beispiel Krebskranke nach Methoden suchen, die sie dabei unterstützen, künftig fürsorglicher mit sich selbst umzugehen, die Chemotherapie gut zu verarbeiten und zu neuer Lebensqualität zu finden. Die Frage, ob bei uns im Spital nicht auch Naturheilmethoden angewandt werden, höre ich oft“, sagt Sr. Barbara Lehner, Generaloberin der Elisabethinen Linz-Wien. Der Or-

Zehn Methoden werden angeboten

„Das Besondere ist, dass wir mit Elisana das erste Zentrum geöffnet haben, das eine Vielfalt an komplementärmedizinischen Angeboten an einem Standort, und zwar angeschlossen an ein Spital, anbietet. Dieses Projekt ist unser Baby, und die Synergien mit der Schulmedizin sollen langsam wachsen. Wir wollen Hilfe zur Selbsthilfe geben“, sagt Dir. Meusburger. Die Anästhesistin Dr. Jutta Flatscher, die zum Beispiel Akupunktur, Traditionelle Chinesische Medizin mit

Angebote im Elisana

Komplementär- und Ganzheitsmedizin: Homöopathie, Akupunktur, Bowentherapie, Eigenblut- und Ozontherapie, Mykotherapie, Laserakupunktur, naturheilkundliche Methoden Körper-Therapie: Ayurveda-Anwendungen, Bowtech, Feldenkrais, Körperarbeit nach der Grinberg-Methode, Zen-Shiatsu nach Masunaga, TCM-KörperstrukturShiatsu nach dem klassischen Meridiansystem Energetische Anwendungen: Strömen – Jin Sin Jyutsu, Kinesiologie, Klangmassage nach Peter Hess, Prana Energiearbeit Weitere Angebote geplant: Systemisches Coaching, QiGong, Feldenkrais, Meditation und kreative Therapien wie Tanzen, Malen und Schreiben Die Stundensätze für Therapien und Wohlfühlbehandlungen liegen zwischen 50 und 80 Euro. Info & Anmeldung: Elisana, Eisenhandstraße 4–6, 4020 Linz, Tel.: 0732/76763080; Mo bis Fr 9.00 bis 14.00 Uhr; Therapien nach Vereinbarung

atherogen sind. Die Dominanz von small dense Low Density Lipoproteins (sdLDL) wird als eigenständiger Risikofaktor für Atherosklerose vom NCEP ATP III (National Cholesterol Education Program Adult Treatment Panel III) 2 anerkannt.

Gründe für die starke Atherogenität der sdLDL sind: Eine geringe Rezeptoraffinität und dadurch eine hohe Verweildauer im Serum zwischen 2 und 5 Tagen 3. Sie infiltrieren schneller und leichter in den subendothelialen Raum 3. Die sdLDL werden besonders leicht durch Radikale oxidiert 3. Diese oxidierten LDL sind die eigentlichen Auslöser des atherosklerotischen Prozesses 3,4. Es existieren Labor-Parameter, die darauf hinweisen, welche Patienten besonders gefährdet sein könnten, hohe Werte an sdLDL zu haben: 1. Mäßig erhöhte Serumkonzentrationen von Entzündungsparametern wie z.B. von hsCRP (3–7 mg/l) vgl. 5. 2. Serum-Triglyzeridkonzentration oberhalb von 180 mg/dl 3,6,7 3. Erniedrigte HDL Werte

6,7

Nicht alle Lipidsenker senken auch die sdLDL4,8. Simvastatin senkt sowohl das hsCRP9 als auch die sdLDL4. Der Wirkstoff Simvastatin ist unter den Statinen der einzige mit zwei gesamtmortalitätssenkenden Studi-

en10,11. Hinter diesem Begriff verbirgt sich der höchste Qualitätsanspruch, den eine Studie haben kann. Nur Simvastatin kann unter den Statinen auf zwei Endpunktstudien verweisen, die als Ergebnis eine Senkung der Gesamtmortalität haben 10,11. Für die tägliche Praxis hat sich die fixe Dosierung mit Simvastatin bestens bewährt. Diese Therapieoption ist einfach für den Patienten anzuwenden 1. Häufig ist in der Literatur über eine möglichst starke LDL-Senkung zu lesen. Aber das scheint laut arzneitelegramm nicht der Weisheit letzter Schluss zu sein 1. Randomisierte kontrollierte Endpunktstudien, die diese Strategie konsequent prüfen, gibt es laut arznei-telegramm gar nicht 1. Mit Simvastatin verordnen die Ärzte ihren Patienten das am besten dokumentierte Statin10,11 (zwei gesamtmortalitätssenkende Studien). Für die Patienten bedeutet die Langzeittherapie mit Simvastatin, dass atherogene Zwischenfälle verhindert und Leben gerettet werden können 10,11. Simvastatin Genericon ist das von Österreichs Ärzten am meisten verordnete green-box-Statin12. Dr. Andreas Perktold, Genericon Pharma

1 arznei-telegramm 2011. Statintherapie: LDL- Zielwert oder fixe Dosis? 42 (3): 28–29 2 Third Report of the National Cholesterol Education Program (NCEP) expert panel on detection, evaluation and treatment of high blood cholesterol in adults (Adult Treatment Panel III) final report. Circulation. 2002. 106: 3143–3421 3 Plonné D. 2008 Kleine, dichte LDL – Ein Risikofaktor für die Atherosklerose. OM & Ernährung. 122: 1–9 4 Berneis K. et al. 2010. Ezetimibe alone or in combination with simvastatin increases small dense low-density lipoproteins in healthy men: a randomized trial. Eur Heart J. doi: 10.1093/ eurheart/ehq181. 5 Zhang B. et al. 2008. Reduction of charge-modified LDL by statin therapy in patients with CHD or CHD risk factors and elevated LDLC levels: The SPECIAL Study. Atherosclerosis. 201: 353–359 6 Oravec S. 2010. Den drohenden Herztod erkennen- und vermeiden. Der Mediziner. 4: 6–7 7 Rizzo M. & Berneis K. 2006. The clinical relevance of Low-Density Lipoproteins size modulation by statins. Cardiovasc Drugs Ther 20: 205–217 8 Stojakovic T. et al. 2010. Differential effects of fluvastatin alone or in combination with ezetimibe on lipoprotein subfractions in patients at high risk of coronary events. Eur J Clin Invest. 40(3): 187–194 9 Plenge J.K. et al. 2002. Simvastatin lowers C-reactive protein within 14 days. Circulation: 1447–1452 10 Scandinavian Simvastatin Survival Study Group: 1994. Randomised trial of cholesterol lowering in 4444 patients with coronary heart disease: the Scandinavian Simvastatin Survival Study (4S). Lancet: 334 (8934): 1383–1389 11 Heart Protection Study Collaborative Group: 2002. MRC/BHF Heart Protection Study of cholesterol lowering with simvastatin in 20536 high-risk individuals: a randomized placebo-controlled trial. Lancet: 360: 7–22 Fachkurzinformation auf Seite 20

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Schulmedizin und Komplementärmedizin


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Medizin

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Erkennen und frühzeitig gegensteuern

zyklinen nicht streng dosisabhängig und auch nicht irreversibel ist. Prof. Bergler-Klein: „Bei den Anthrazyklinen wissen wir, dass wir im Falle des Überschreitens einer bestimmten kumulativen Schwellendosis mit irreversiblen myokardialen Schäden rechnen müssen. Bei den neuen zielgerichteten onkologischen Therapien hingegen ist die Erholungsrate nach Beendigung der Therapie relativ hoch.“

SALZBURG – Den Krebs überlebt, an Herzinsuffizienz verstorben – genau das sollte verhindert werden. „Und zwar nicht nur akut, sondern auch langfristig“, forderte Univ.-Prof. Dr. Jutta Bergler-Klein, Universitätsklinik für Innere Medizin II, AKH Wien, im Rahmen der Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft. Dass bei bestimmten onkologischen Therapien mit einer Schädigung des Herzmuskels gerechnet werden muss, ist bekannt. Weniger geläufig ist, dass solche Schäden auch erst Jahre nach der Behandlung evident werden können. Solch zeitlich versetzte Zusammenhänge zu erkennen ist mitunter schwierig. Eine intensive Zusammenarbeit zwischen Kardiologen, Onkologen und niedergelassenen Ärzten sei daher nötig. Die Expertin betonte, dass „das Risiko onkologischer Patienten, ein Chemotherapie-induziertes kardiales Problem zu entwickeln, mit der Verfügbarkeit moderner zielgerichteter Therapien nicht kleiner geworden sei.

Im Gegenteil: Mit der Entwicklung von monoklonalen Antikörpern und Tyrosinkinase-Hemmern habe sich das Spektrum der möglichen Kardiotoxizitäten noch weiter verbreitert. Die Expertin verwies auf die Beobachtung, wonach die Kombination von Trastuzumab mit Anthrazyklinen bei Patientinnen mit Mammakarzinom zu einer deutlich höheren Kardiotoxizitätsrate führt als Anthrazykline alleine. Auch für andere moderne Therapeutika wie Bevacizumab, Sunitinib oder Lapatinib seien kardiotoxische Effekte bekannt, so Prof. Bergler-Klein. Auffällig dabei ist, dass die durch neue Therapien induzierte Kardiomyopathie anders als bei Anthra-

Monitoring und Früherfassung Die kardiotoxischen Mechanismen der onkologischen Therapien sind sehr vielfältig. Einerseits kann An Methoden zum Schutz des Herzens bei Krebstherapien wird geforscht. es aufgrund oxidativer Prozesse zu einer Apoptose beziehungsweise einträchtigt. Außerdem kann es zu Mit Betablockern und ACE-HemNekrose der Myokardiozyten kom- Schädigungen der extrazellulären mern gelingt es in der Regel, die men. Durch eine Inaktivierung des Matrix im Sinne einer Fibrosierung Patienten unter laufender onkoHER2-Rezeptors oder des Vascular kommen, was zu einer verminder- logischer Therapie kardial zu staEndothelial Growth Factors werden ten Elastizität und diastolischen bilisieren sowie das Fortschreiten wichtige Reparaturprozesse und Funktionsstörung führen kann. der Kardiomyopathie einzubremzelluläre Überlebensregulationsvor- Hinzu kommen negative Effekte sen. Prof. Bergler-Klein empfehlt: gänge nicht nur der Krebszellen be- auf das Gefäßsystem wie Blutdruck- „Da die Patienten oft niedrige Blutsteigerungen, Endotheldysfunkti- druckwerte haben, muss man mit on oder venöse Thromboembolien, niedrigen Dosen beginnen und die zusätzliche Belastungen für den in kleinen Schritten titrieren. Das Herzmuskel darstellen. Nicht zu- geht aber meist sehr gut.“ letzt können strahlungsbedingte Außerdem wird an präventiven Probleme wie ein Perikarderguss, Strategien gearbeitet. Diese könnten Schädigungen der Herzklappen folgendermaßen aussehen: Patioder Koronarien zu einer myokar- enten, die relevante oder anhaltende dialen Überbelastung beitragen. Anstiege von Troponin I oder BNP Gibt es nun Möglichkeiten, Che- aufweisen, werden ACE-Hemmer motherapie-induzierte Myokardio- und Betablocker verabreicht, noch pathien frühzeitig zu erkennen? Ja, bevor ein Abfall der Linksventrikelsagt Prof. Bergler-Klein und ver- funktion evident wird oder Sympweist auf Untersuchungen, die ge- tome auftreten. Prof. Bergler-Klein zeigt haben, dass die Bestimmung verwies auf große Präventionsstuvon Biomarkern prädiktiv ist. „An- dien, die dazu im Laufen sind. Instiege der Serumspiegel von Tro- teressantes Detail am Rande: Anponin I und BNP sagten in Studi- dere Studien zeigten, dass durch en zuverlässig einen späteren Abfall die Gabe von Betablockern die Tuder linksventrikulären Auswurf- morausbreitung bei Prostatakarzifraktion voraus. Der endgültige nom und Mammakarzinom signiStellenwert und vor allem die kli- fikant reduziert werden konnte. Ob nisch relevanten Grenzwerte sind sich dieser Effekt auch bei anderen aber noch nicht ausreichend defi- Krebsarten bestätigen lässt, ist Geniert, sodass Messungen dieser Bi- genstand laufender klinischer Unomarker noch nicht Einzug in die tersuchungen. hemmer Anastrozol Genericon und klinische Routine gehalten haben.“ Fazit Letrozol Genericon als 90 Stück Pa­ Ähnliches gelte für das Speckle Trackung für die Therapie zur Verfügung. cking, eine neue UltraschallmethoDa im Zuge des Fortschritts in Die Produktion von Generika wird de, welche zur früheren Erkennung der Therapie von Tumorerkrannach dem neuesten Stand der Tech­ kardialer Funktionsstörungen ent- kungen das Überleben der Patinik durchgeführt. Die ständigen wickelt wurde, aber ebenfalls noch enten zuletzt stark angestiegen ist, Chargenüberprüfungen des Herstel­ nicht routinemäßig eingesetzt wird. gewinnt der Umgang mit langfrilers sowie des Ministeriums garan­ Somit ist man im kardialen Moni- stigen kardiotoxischen Effekten zutieren die Qualität und Patientensi­ toring von Patienten während oder nehmend an Bedeutung. „Unser cherheit generischer Arzneimittel. nach einer Chemotherapie vorläu- Ziel ist, den Patienten so zu betreuDer heimische Anbieter Genericon fig noch auf die klassischen Diagno- en, dass bessere Voraussetzungen trägt maßgeblich zur Versorgungssi­ setools – klinische Untersuchung, für die onkologische Therapie gecherheit mit qualitativ hochwertigen EKG und Herzultraschall, evt. kar- schaffen werden“, fasste Prof. BergArzneimitteln in Österreich bei. diale Magnetresonanztomographie, ler-Klein zusammen. „Wir wollen Dr. Andreas Perktold, angewiesen. die onkologische Therapie unterGenericon Pharma Therapie nach Guidelines stützen, nicht verhindern.“ In der Langzeitbetreuung nimmt Baumgärtel C. 2011. Mythen, Fragen Fakten die Gruppe der Hausärzte eine Noch nicht verfügbar sind speGenerika­ ein Update. ÖAZ 9. 65:46­49. wichtige Funktion ein, zumal sie zifische kardioprotektive Medika* Arimidex 1 mg 30 Stk. vgl. mit Anastrozol diejenigen sind, die die Patienten mente, die zusätzlich zur onkoloGenericon 1 mg 30 Stk., KKP 06/2012 über große Zeitspannen verfolgen gischen Therapie eingesetzt werden ** Arimidex 1 mg 3x30 Stk. vgl. mit Anastrozol Genericon 1 mg 1x90 Stk., KKP 06/2012 könnten. Ziel ist es daher, etwai- und so auch etwaige Spätschäden *** Femara 2,5 mg 30 Stk. vgl. Letrozol Generi­ AMK ge Veränderungen früh zu erfas- erkennen können. con 2,5 mg 30 Stk., KKP 06/2012 sen und mit einer Therapie gemäß **** Femara 2,5 mg 3x30 Stk vgl. mit Letrozol Jahrestagung der Österreichischen ESC-Guidelines zur Behandlung Kardiologischen Gesellschaft; Genericon 2,5 mg 1x90 Stk, KKP 06/2012 der Herzinsuffizienz zu beginnen. Salzburg, 30. Mai bis 2. Juni 2012

Anastrozol und Letrozol generisch in höchster Qualität! Generika stellen heute in Österreich eine sichere und wirksame Alterna­ tive zu den seit Langem in Handel befindlichen Arzneimitteln mit be­ kannten und ausführlich erprobten Wirkstoffen dar.1 Dies stellte kürzlich Dr. Christoph Baumgärtel von der AGES PharmMed in der ÖAZ 1 fest. Wo bleibt die Qualität? Erstanbie­ ter brechen häufig beim Eintritt von Generika in den Pharmamarkt eine Qualitätsdiskussion vom Zaun. Zu diesem Punkt, ob die Herstellungs­ qualität eines Generikums gleich ist wie beim Originalprodukt meint Dr. Christoph Baumgärtel, dass bei der Qualität der Herstellung eines Ge­ nerikums dieselben strengen Regeln wie für alle anderen Arzneimittel gel­ ten. Unter anderem wird die „Gute Herstellungspraxis“ (Good Manu­ facturing Practice, GMP) dabei ge­ nau kontrolliert. Da Generika den gleichen Wirkstoff wie der Originator enthalten und etwaige Unterschiede in der Bioäquivalenzprüfung ausge­ schlossen wurden, verhält sich das Generikum im Körper gleich wie das Originalprodukt.1

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Auf die Frage, ob Generika innovati­ onsfeindlich sind, meint Baumgärtel, dass besonders Länder mit dem höch­ sten Generikaanteil auch die höchste Forschungsquote haben. Es scheint daher, dass Generika den Origina­ toren einen durchaus starken Anreiz bieten, neue Produkte zu entwickeln.1 Anhand der beiden Aromatasehem­ mer Anastrozol und Letrozol wird ersichtlich, dass Generika hohe Preisvorteile und innovative Pa­ ckungsgrößen gegenüber den Origi­ nalprodukten bieten können. So ist zum Beispiel die 90 Stück Anastro­ zol Genericon Packung um 170,55 Fachkurzinformation auf Seite 24

Euro** günstiger als 3 Packungen mit 30 Stück Arimidex. Das Gleiche gilt für die 90 Stück Letrozol Genericon im Vergleich mit 3 x 30 Femara (Preis­ vorteil 117,25 Euro****). Generisches Anastrozol und Letro­ zol wird auch in zertifizierten Brust­ gesundheitszentren eingesetzt. Univ.­ Prof. Dr. Christian Singer von der Universitätsfrauenklinik Wien: „Na­ türlich führt die Einführung von Ge­ nerika stets zu einer Änderung des Pharmamarktes. Der Nutzen der Preisvorteile von Generika liegt im Ge­ winn an mehr Spielraum für moderne, kostspielige Therapien. Für die Patien­ tinnen sind sicherlich auch die 3­Mo­ natspackungen Anastrozol und Letro­ zol vorteilhaft. Dadurch kommen sie bis zur nächsten Untersuchung aus.“ Der gängige 3­monatige Untersu­ chungszyklus bei Patientinnen mit Mammakarzinom war für Genericon Anlass zu einer Innovation. Generi­ con stellte Österreichs Ärzten als ers­ ter Anbieter die beiden Aromatase­

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Tablettenfilm: Opadry AMB White OY-B-28920 bestehend aus Lecithin (E 322), Polyvinylalkohol, Talkum, Xanthangummi (E 415), Titandioxid (E 171). 15mg, 20mg: Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Hydroxypropylcellulose, Talkum, Magnesiumstearat. Tablettenfilm: Opadry AMB White OY-B-28920 bestehend aus Lecithin (E 322), Polyvinylalkohol, Talkum, Xanthangummi (E 415), Titandioxid (E 171). Opadry AMB Grey 80W26503 bestehend aus Polyvinylalkohol, Lecithin (E 322), Talkum, Xanthangummi (E 415), Titandioxid (E 171), Indigotin I (E 132) gelbes Eisenoxid (E 172), schwarzes Eisenoxid (E 172). Anwendungsgebiete: Erwachsene: Olanzapin ist für die Behandlung der Schizophrenie angezeigt. Bei Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben, ist Olanzapin bei fortgesetzter Behandlung zur Aufrechterhaltung der klinischen Besserung wirksam. Olanzapin ist zur Behandlung von mäßig schweren bis schweren manischen Episoden angezeigt. Bei Patienten, deren manische Episode auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen hat, ist Olanzapin zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolarer Störung angezeigt. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit bekanntem Risiko eines Engwinkelglaukoms. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsychotika. ATC-Code: N05AH03. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Packungsgrößen: 10 und 30 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Aedon 5 mg-Schmelztabletten, Aedon 10 mg-Schmelztabletten, Aedon 15 mg-Schmelztabletten. Zusammensetzung: Jede Schmelztablette enthält 5 mg Olanzapin. Sonstiger Bestandteil: 57,60 mg Lactose/Schmelztablette. Jede Schmelztablette enthält 10 mg Olanzapin. Sonstiger Bestandteil: 115,10 mg Lactose/Schmelztablette. Jede Schmelztablette enthält 15 mg Olanzapin. Sonstiger Bestandteil: 172,70 mg Lactose /Schmelzablette. Sonstige Bestandteile: Crospovidon (Typ A); Lactose-Monohydrat; Wasserfreies hochdisperses Siliciumdioxid; Hydroxypropylcellulose; Minzaroma bestehend aus: Minzöl, Terpenfreies Minzöl, Cineol, Menthon, Isomenthon, Methylenacetat, Menthol; Talkum; Magensiumstearat. Anwendungsgebiete: Erwachsene: Olanzapin ist für die Behandlung der Schizophrenie angezeigt. Bei Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben, ist Olanzapin bei fortgesetzter Behandlung zur Aufrechterhaltung der klinischen Besserung wirksam. Olanzapin ist zur Behandlung von mäßig schweren bis schweren manischen Episoden angezeigt. Bei Patienten, deren manische Episode auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen hat, ist Olanzapin zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolarer Störung angezeigt. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit bekanntem Risiko eines Engwinkelglaukoms. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsychotika, ATC-Code: N05A H03. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/ Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Packungsgrößen: 10 und 30 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Cerebokan® 80mg - Filmtabletten; Inhaber der Zulassung: Dr. Willmar Schwabe GmbH & Co, Willmar-Schwabe-Str. 4, 76227 Karlsruhe, Deutschland; Vertrieb in Österreich: Austroplant-Arzneimittel GmbH, Wien; Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält: Wirkstoff: 80mg Trockenextrakt aus Ginkgo-biloba-Blättern (EGb 761®) (DEV = 35 - 67:1), Der Extrakt ist quantifiziert auf 17,6 - 21,6mg Ginkgoflavonglykoside und 4,32 - 5,28mg Terpenlaktone davon 2,24 - 2,72mg Ginkgolide A, B und C und 2,08 - 2,56mg Bilobalid. Erstes Auszugsmittel Aceton 60% m/m. Liste der sonstigen Bestandteile: Lactose-Monohydrat 45,5mg; Croscarmellose Natrium; Antischaum-Emulsion; hochdisperses Siliciumdioxid; Macrogol 1500; Magnesiumstearat; Maisstärke; Hypromellose; mikrokristalline Cellulose; Talkum; Farbstoffe: Titandioxid E171, rotes Eisenoxid E172, braunes Eisenoxid E172. Anwendungsgebiete: Cerebokan® 80mg - Filmtabletten werden angewendet bei Erwachsenen zur symptomatischen Behandlung von hirnorganisch bedingten geistigen Leistungseinbußen im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes bei dementiellen Syndromen mit der Leitsymptomatik: Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmung, Schwindel, Kopfschmerzen. Zur primären Zielgruppe gehören Patienten mit dementiellem Syndrom bei primär degenerativer Demenz, vaskulärer Demenz und Mischformen aus beiden. Das individuelle Ansprechen auf die Medikation kann nicht vorausgesagt werden. Hinweis: Bevor die Behandlung mit Cerebokan® 80mg-Filmtabletten begonnen wird, sollte geklärt werden, ob die Krankheitsbeschwerden nicht auf einer spezifisch zu behandelnden Grunderkrankung beruhen. Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit bei Stadium II nach FONTAINE (Claudicatio intermittens) im Rahmen physikalisch-therapeutischer Maßnahmen, insbesondere Gehtraining. Vertigo. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels, Schwangerschaft. Pharmakotherapeutische Gruppe: andere Antidementiva, Ginkgo biloba; Abgabe: rp, apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Dosierung, Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Haltbarkeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Clopidogrel Genericon 75 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 75 mg Clopidogrel (als Clopidogrel-Besilat). Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 2,80 mg Lactose-Monohydrat. Kern: Vorverkleisterte Maisstärke, Mikrokristalline Cellulose , Crospovidon Typ A, Hochdisperses Siliciumdioxid, Stearinsäure Typ 50. Überzug: Lactose-Monohydrat, Hypromellose (E464), Titandioxid (E171), Triacetin (E1518), Eisenoxid rot (E172). Poliermittel: Carnaubawachs. Anwendungsgebiete: Clopidogrel ist bei Erwachsenen indiziert zur Prävention atherothrombotischer Ereignisse bei: Erwachsenen Patienten mit Herzinfarkt (wenige Tage bis weniger als 35 Tage zurückliegend), mit ischämischem Schlaganfall (7 Tage bis weniger als 6 Monate zurückliegend) oder mit nachgewiesener peripherer arterieller Verschlusskrankheit. Erwachsene Patienten mit akutem Koronarsyndrom: akutes Koronarsyndrom ohne ST-Strecken-Hebung (instabile Angina Pectoris oder Non-Q-Wave-Myokardinfarkt), einschließlich Patienten, denen bei einer perkutanen Koronarintervention ein Stent implantiert wurde, in Kombination mit Acetylsalicylsäure (ASS); akuter Myokardinfarkt mit ST-Strecken-Hebung, in Kombination mit ASS bei medizinisch behandelten Patienten, für die eine thrombolytische Therapie in Frage kommt. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Schwere Leberfunktionsstörungen. Akute pathologische Blutung, wie bei Magen-Darm-Geschwüren oder intrakraniellen Blutungen. Pharmakotherapeutische Gruppe: Thrombozytenaggregationshemmer, exkl. Heparin. ATC-Code: B01AC-04. Clopidogrel Genericon 75 mg Filmtabletten, OP zu 20, 30 und 90 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Durotiv 20 (40) mg magensaftresistente Tabletten. Zusammensetzung: Jede Tablette enthält 20 (40) mg Esomeprazol (als Magnesiumtrihydrat). Hilfsstoffe: 28 (40) mg Saccarose, Glycerolmonostearat, Hydroxypropylcellulose, Hypromellose, Magnesiumstearat, Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer-(I:I) Dispersion 30%, mikrokristalline Cellulose, synthetisches Paraffin, Macrogol, Polysorbat 80, Crospovidon, Natriumstearylfumarat, Zuckerkügelchen (Saccharose und Maisstärke), Talkum, Titandioxid (E 171), Triethylcitrat, Eisenoxid, rot-braun (E172). 20 mg: Eisenoxid, gelb (E172). Anwendungsgebiete: Esomeprazol Tabletten sind indiziert • bei gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD) – Behandlung von erosiver Refluxösophagitis – Langzeitmanagement von Patienten mit geheilter Ösophagitis zur Verhinderung des Wiederauftretens der Erkrankung – Symptomatische Behandlung von gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD) • zur Eradikation von Helicobacter pylori in Kombination mit einer geeigneten Antibiotikatherapie und zur – Heilung von mit Helicobacter pylori verbundenem Ulcus duodeni – Vorbeugung des Wiederauftretens von peptischem Ulcus bei Patienten mit Helicobacter pylori verbundenem Ulcus • bei Patienten, die eine NSAID Langzeit-Therapie benötigen – Heilung von Ulcus ventriculi im Zusammenhang mit NSAID Therapie – Zur Vorbeugung von Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni im Zusammenhang mit NSAID Therapie bei Risikopatienten • zur weiterführenden Behandlung, nach erfolgter i.v. Behandlung zum Schutz vor dem Wiederauftreten von peptischen Ulcus-Blutungen • zur Behandlung von Zollinger Ellison Syndrom. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Esomeprazol, substituierte Benzimidazole oder einen der sonstigen Bestandteile. Esomeprazol darf, ebenso wie andere Protonenpumpeninhibitoren, nicht mit Nelfinavir angewendet werden. Pharmakotherapeutische Gruppe: Protonenpumpenhemmer, ATC-Code: A02B C05. Abgabe: Rp, apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 20 mg, 40 mg: Blisterpackungen zu 7, 14, 30 Stück. Kassenstatus: Green Box. Zulassungsinhaber: Gebro Pharma GmbH, 6391 Fieberbrunn. Stand der Fachkurzinformation: 03. Jänner 2012. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen sowie Gewöhnungseffekten entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Effentora 100, 200, 400, 600 und 800 Mikrogramm Buccaltabletten. Zusammensetzung: Effentora 100 Mikrogramm Buccaltabletten: Jede Buccaltablette enthält 100 Mikrogramm Fentanyl. (als Citrat). Sonstiger Bestandteil: Jede Tablette enthält 8 mg Natrium. Effentora 200 Mikrogramm Buccaltabletten: Jede Buccaltablette enthält 200 Mikrogramm Fentanyl (als Citrat). Sonstiger Bestandteil: Jede Tablette enthält 16 mg Natrium. Effentora 400 Mikrogramm Buccaltabletten: Jede Buccaltablette enthält 400 Mikrogramm Fentanyl (als Citrat). Sonstiger Bestandteil: Jede Tablette enthält 16 mg Natrium. Effentora 600 Mikrogramm Buccaltabletten: Jede Buccaltablette enthält 600 Mikrogramm Fentanyl (als Citrat). Sonstiger Bestandteil: Jede Tablette enthält 16 mg Natrium. Effentora 800 Mikrogramm Buccaltabletten: Jede Buccaltablette enthält 800 Mikrogramm Fentanyl (als Citrat). Sonstiger Bestandteil: Jede Tablette enthält 16 mg Natrium. Anwendungsgebiete: Effentora ist angezeigt für die Behandlung von Durchbruchschmerzen bei erwachsenen Krebspatienten, die bereits eine Opioid-Basistherapie gegen ihre chronischen Tumorschmerzen erhalten. Bei Durchbruchschmerzen handelt es sich um eine vorübergehende Verschlimmerung der Schmerzen, die trotz anderweitig kontrollierter Dauerschmerzen auftritt. Zu den Patienten, die eine Opioid-Basistherapie erhalten, werden diejenigen gezählt, die mindestens 60 mg orales Morphin täglich, mindestens 25 Mikrogramm transdermales Fentanyl pro Stunde, mindestens 30 mg Oxycodon täglich, mindestens 8 mg orales Hydromorphon täglich oder eine analgetisch gleichwertige Dosis eines anderen Opioids über eine Woche oder länger erhalten. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten ohne Opioid-Basistherapie, da ein erhöhtes Risiko für eine Atemdepression besteht. Schwere Atemdepression oder schwere obstruktive Lungenerkrankungen. Behandlung akuter Schmerzen, welche keine Durchbruchschmerzen darstellen (beispielsweise postoperative Schmerzen, Kopfschmerzen und Migräne). Abhängigkeit: Unter der wiederholten Anwendung von Opioiden wie Fentanyl kann sich eine Gewöhnung und physische und/oder psychische Abhängigkeit entwickeln. Allerdings ist eine iatrogen hervorgerufene Sucht nach therapeutischer Anwendung von Opioiden selten. Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetika; Opioide; Phenylpiperidin-Derivate; ATC-Code: N02AB03. Liste der sonstigen Bestandteile: Mannitol (Ph. Eur.), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.), Natriumhydrogencarbonat, Natriumcarbonat, Citronensäure, Magnesiumstearat (Ph. Eur.). Art und Inhalt des Behältnisses: Aluminium-laminierte Blisterpackung aus PVC / Aluminiumfolie / Polyamid/PVC mit Papier/ Polyester-Deckfolie. Die Blisterpackungen werden in Kartons zu 4 oder 28 Tabletten angeboten. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht. Inhaber der Zulassung: Cephalon Europe, Maisons-Alfort, Frankreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Suchtgift, Abgabe auf Suchtgiftrezept, apothekenpflichtig. Stand der Information: 11/2010. Weitere Hinweise zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und zutreffendenfalls Angaben über die Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

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Exforge HCT 5 mg/160 mg/12,5 mg Filmtabletten, Exforge HCT 5 mg/160 mg/25 mg Filmtabletten, Exforge HCT 10 mg/160 mg/12,5 mg Filmtabletten, Exforge HCT 10 mg/160 mg/25 mg Filmtabletten, Exforge HCT 10 mg/320 mg/25 mg Filmtabletten. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Exforge HCT 5 mg/160 mg/12,5 mg Filmtabletten: Jede Filmtablette enthält 5 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat), 160 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Exforge HCT 5 mg/160 mg/25 mg Filmtabletten Jede Filmtablette enthält 5 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat), 160 mg Valsartan und 25 mg Hydrochlorothiazid. Exforge HCT 10 mg/160 mg/12,5 mg Filmtabletten: Jede Filmtablette enthält 10 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat), 160 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Exforge HCT 10 mg/160 mg/25 mg Filmtabletten: Jede Filmtablette enthält 10 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat), 160 mg Valsartan und 25 mg Hydrochlorothiazid. Exforge HCT 10 mg/320 mg/25 mg Filmtabletten: Jede Filmtablette enthält 10 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat), 320 mg Valsartan und 25 mg Hydrochlorothiazid. Liste der sonstigen Bestandteile: Exforge HCT 5 mg/160 mg/12,5 mg Filmtabletten: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Hochdisperses Siliziumdioxid, Magnesiumstearat. Überzug: Hypromellose, Titandioxid (E171), Macrogol 4000, Talkum. Exforge HCT 5 mg/160 mg/25 mg Filmtabletten: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Hochdisperses Siliziumdioxid, Magnesiumstearat. Überzug: Hypromellose, Macrogol 4000, Talkum, Titandioxid (E171), Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172, gelb). Exforge HCT 10 mg/160 mg/12,5 mg Filmtabletten: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Hochdisperses Siliziumdioxid, Magnesiumstearat. Überzug: Hypromellose, Macrogol 4000, Talkum, Titandioxid (E171), Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172, gelb), Eisen(III)-oxid (E172, rot). Exforge HCT 10 mg/160 mg/25 mg Filmtabletten: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Hochdisperses Siliziumdioxid, Magnesiumstearat. Überzug: Hypromellose, Macrogol 4000, Talkum, Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172, gelb). Exforge HCT 10 mg/320 mg/25 mg Filmtabletten: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Hochdisperses Siliziumdioxid, Magnesiumstearat. Überzug: Hypromellose, Macrogol 4000, Talkum, Eisen(III)-hydroxidoxid x H2O (E172, gelb). Anwendungsgebiete: Behandlung der essenziellen Hypertonie als Ersatztherapie bei erwachsenen Patienten, deren Blutdruck durch die Kombination aus Amlodipin, Valsartan und Hydrochlorothiazid (HCT), die entweder in Form der drei einzelnen Komponenten oder als Zweierkombination und einer Einzelkomponente gegeben wurde, ausreichend kontrolliert ist. Gegenanzeigen: • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, andere Sulfonamide, Dihydropyridinderivate oder einen der sonstigen Bestandteile • Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6) • Leberfunktionsstörung, biliäre Zirrhose oder Cholestase • Schwere Nierenfunktionsstörung (GFR <30 ml/min/1,73 m2), Anurie und Dialysepatienten. • Therapieresistente Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hypercalcämie und symptomatische Hyperurikämie. Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin II Antagonist, rein (Valsartan), in Kombination mit Dihydropyridin-Derivaten (Amlodipin) und Thiazid-Diuretika (Hydrochlorothiazid), ATC-Code: C09DX01 Valsartan, Amlodipin und Hydrochlorothiazid. INHABER DER ZULASSUNG: Novartis Europharm Limited; Wimblehurst Road; Horsham; West Sussex, RH12 5AB; Vereinigtes Königreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Informationen betreffend Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkung mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekte sind den veröffentlichten Fachinformationen zu entnehmen. Novartis Pharma GmbH; Stella-Klein-Loew-Weg 17; 1020 Wien; AUSTRIA; Tel.: +43 1 86657-0; Fax: +43 1 86657 6426; www.novartis.com. Datum der Erstellung: März 2012. AT1203029988. Datum der Erstellung: April 2012. AT1204034005. IXEL 25 mg und 50 mg – Kapseln. Zusammensetzung: Jede Hartkapsel enthält 25 mg bzw. 50 mg Milnacipran-Hydrochlorid, entsprechend 21,77 mg bzw. 43,55 mg Milnacipran freie Base. Hilfsstoffe: Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat, Carmellose-Calcium, Povidon K 30, wasserfreies hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, Talkum; Kapselhülle 25 mg: Oberteil und Unterteil (rosa): Titandioxid (E 171), rotes Eisenoxid (E 172), gelbes Eisenoxid (E 172), Gelatine; Kapselhülle 50 mg: Oberteil (rosa): Titandioxid (E 171), rotes Eisenoxid (E 172), gelbes Eisenoxid (E 172), Gelatine; Unterteil (rostfarben): Titandioxid (E 171), rotes Eisenoxid (E 172), gelbes Eisenoxid (E 172), Gelatine. Anwendungsgebiete: Behandlung von depressiven Episoden („Major Depression“) bei Erwachsenen. Gegenanzeigen: Dieses Medikament darf in folgenden Fällen nicht eingesetzt werden: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; in Verbindung mit nichtselektiven MAO-Hemmern, selektiven MAO-B-Hemmern, Digitalis und 5-HT1D-Agonisten (Sumatriptan …); in der Stillperiode. Dieses Medikament darf in folgenden Fällen im Allgemeinen nicht eingesetzt werden: in Verbindung mit parenteralem Adrenalin und Noradrenalin, Clonidin und verwandten Stoffen und selektiven MAO-A-Hemmern; bei Prostatahypertrophie und anderen urogenitalen Störungen. Warnhinweis: Milnacipran sollte nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden. Die Informationen bez. Warnhinweisen, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sowie Gewöhnungseffekten sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Abgabe: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. ATC-Klasse: N06AX17. Zulassungsinhaber: Pierre Fabre Medicament, Boulogne, Frankreich; Vertrieb: Germania Pharmazeutika GesmbH, 1150 Wien. Inspra® 25 mg Filmtabletten/Inspra® 50 mg Filmtabletten. Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 25 mg/50 mg Eplerenon. Sonstige Bestandteile: Jede Inspra 25 mg Filmtablette enthält 35,7 mg Lactose-Monohydrat. Jede Inspra 50 mg Filmtablette enthält 71,4 mg Lactose-Monohydrat. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose (E 460), Croscarmellose-Natrium (E 468), Hypromellose (E 464), Natriumdodecylsulfat, Talkum (E 553b), Magnesiumstearat (E 470b). Filmüberzug: Opadry, gelb: Hypromellose (E 464), Titandioxid (E 171), Macrogol 400, Polysorbat 80 (E 433), Gelbes Eisenoxid (E 172), Rotes Eisenoxid (E 172). Anwendungsgebiete: Eplerenon wird angewendet • zusätzlich zu einer Standardtherapie, einschließlich Betablockern, zur Verringerung des Risikos der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei stabilen Patienten mit linksventrikulärer Dysfunktion (LVEF ≤ 40 %) und klinischen Zeichen einer Herzinsuffizienz nach kürzlich aufgetretenem Herzinfarkt • zusätzlich zu einer optimalen Standardtherapie zur Verringerung des Risikos einer kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei erwachsenen Patienten mit (chronischer) Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse II und linksventrikulärer systolischer Dysfunktion (LVEF ≤ 30 %) (siehe Abschnitt 5.1 der Fachinformation). Gegenanzeigen: • Überempfindlichkeit gegen Eplerenon oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels (siehe Abschnitt 6.1 der Fachinformation) • Patienten mit Serumkaliumwerten > 5,0 mmol/l bei Behandlungsbeginn • Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz (eGFR [geschätzte glomeruläre Filtrationsrate] < 30 ml/min/1,73 m²) • Patienten mit schwerer Leber-insuffizienz (Child-Pugh Class C) • Patienten, die gleichzeitig kaliumsparende Diuretika, Kalium-ergänzungsmittel oder starke CYP3A4-Inhibitoren (z. B. Itraconazol, Ketoconazol, Ritonavir, Nelfinavir, Clarithromycin, Telithromycin und Nefazodon) erhalten (siehe Abschnitt 4.5 der Fachinformation) • Kombination eines Angiotensin-Converting-Enzyme (ACE)-Hemmers gemeinsam mit einem Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB) und Eplerenon. Pharmakotherapeutische Gruppe: Aldosteron-Antagonisten, ATC-Code: C03DA04. Pharmazeutischer Unternehmer: Pfizer Corporation Austria Ges.m.b.H., Wien. Stand der Information: Februar 2012. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Angaben zu besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Ibandronsäure ratiopharm 150 mg Filmtabletten. Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 150 mg Ibandronsäure (als Natriumibandronat-Monohydrat). Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 163 mg Lactose-Monohydrat. Anwendungsgebiete: Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Frakturrisiko. Eine Reduktion des Risikos vertebraler Frakturen wurde gezeigt, eine Wirksamkeit hinsichtlich Oberschenkelhalsfrakturen ist nicht ermittelt worden. Gegenanzeigen: Missbildungen der Speiseröhre, wie eine Stenose oder Achalasie, die die ösophageale Leerung verzögern. Das Unvermögen für mindestens 60 Minuten zu stehen oder aufrecht zu sitzen. Hypokalzämie. Überempfindlichkeit gegen Ibandronsäure oder einen der sonstigen Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: Bisphosphonate, ATC-Code: M05B A06. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Crospovidon (E1202), Mikrokristalline Cellulose (E460), Hochdisperses Siliciumdioxid, wasserfrei (E551), Natriumstearylfumarat. Filmüberzug: Poly(vinylalkohol), Macrogol/PEG 3350, Talkum (E553b), Titandioxid (E 171). Art und Inhalt des Behältnisses: PVC-/PVDC-/Alu-Blisterpackungen in Faltkartonschachteln mit 1, 3, 7, 10 oder 14 Tabletten. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht. Verfügbare Packungsgrößen in Österreich: 1 Stück. Inhaber der Zulassung: ratiopharm Arzneimittel Vertriebs-GmbH, Albert Schweitzer-Gasse 3, A-1140 Wien, Tel.Nr.: +43/1/97007-0, Fax-Nr.: +43/1/97007-66, e-mail: info@ratiopharm.at. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Stand der Information: 01/2012. Weitere Hinweise zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und zutreffendenfalls Angaben über die Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Inkontan Filmtabletten. Zulassungsinhaber: Pharm. Fabrik Montavit Ges.m.b.H., 6060 Absam/Tirol. Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 15 mg Trospiumchlorid (1 Filmtablette enthält 30 mg Trospiumchlorid). Hilfsstoffe: Titandioxid, mikrokristalline Zellulose, Methylhydroxypropylcellulose, Lactose, Maisstärke, Natrium-Stärkeglykolat, Polyvidon K25, hochdisperses Siliziumdioxid, Stearinsäure. Anwendungsgebiete: Zur Behandlung der Detrusorinstabilität oder Detrusorhyperreflexie mit den Symptomen häufiges Harnlassen, Harndrang und unfreiwilliger Harnabgang mit oder ohne Harndrang. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen einen Bestandteil des Präparates, Harnverhaltung, Engwinkelglaukom, Tachyarrhythmien, Myasthenia gravis, schwere Colitis ulcerosa, toxisches Megacolon, dialysepflichtige Niereninsuffizienz (Kreatininclearance unter 10ml/min/1,73 m²), Kinder unter 12 Jahre. Abgabe: Rezept- und apothekenpflichtig. ATC-Code: G04BD. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Anastrozol Genericon 1 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 1 mg Anastrozol. Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 93 mg Lactose-Monohydrat. Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Povidon (K31) (E 1201), Magnesiumstearat (E 572). Tablettenfilm: Macrogol 400, Hypromellose (E 464), Titandioxid (E 171). Anwendungsgebiete: Behandlung von fortgeschrittenem Mammakarzinom bei postmenopausalen Frauen. Die Wirksamkeit wurde bei Östrogenrezeptor-negativen Patientinnen nur in jenen Fällen nachgewiesen, die vorher eine positive klinische Reaktion auf Tamoxifen gezeigt hatten. Gegenanzeigen: Anastrozol ist kontraindiziert bei: prämenopausalen Frauen. schwangeren oder stillenden Frauen. Patientinnen mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 20 ml/min). Patientinnen mit mäßiger oder schwerer Lebererkrankung. Patientinnen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Anastrozol oder einen der sonstigen Bestandteile des Präparates (siehe Abschnitt 6.1). Östrogenhältige Therapien dürfen nicht gleichzeitig mit Anastrozol verabreicht werden, da sie die pharmakologische Wirkung von Anastrozol aufheben würden. Gleichzeitige Tamoxifen-Therapie (siehe Abschnitt 4.5). Pharmakotherapeutische Gruppe: Enzym-Inhibitoren. ATC-Code: L02 BG 03. Anastrozol Genericon 1 mg – Filmtabletten, OP zu 10, 30 und 90 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Letrozol Genericon 2,5 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 2,5 mg Letrozol. Sonstige Bestandteile: Eine 2,5 mg-Filmtablette enthält 61,5 mg Lactose-Monohydrat. Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Vorverkleisterte Maisstärke, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Magnesiumstearat, Kolloidales Siliciumdioxid. Tablettenhülle: Macrogol (PEG 8000), Talkum, Hypromellose, Titandioxid, Eisenoxid gelb. Anwendungsgebiete: Adjuvante Behandlung von postmenopausalen Frauen mit Hormonrezeptor-positivem Mammakarzinom im Frühstadium. Erweiterte adjuvante Behandlung des hormonabhängigen Mammakarzinoms im Frühstadium bei postmenopausalen Frauen, die bereits fünf Jahre lang standardmäßig eine adjuvante Therapie mit Tamoxifen erhalten haben. First-Line-Therapie von postmenopausalen Frauen mit hormonabhängigem Mammakarzinom im fortgeschrittenen Stadium. Fortgeschrittenes Mammakarzinom bei Frauen mit natürlich oder künstlich induzierter Postmenopause nach Rezidiv oder Weiterbestehen der Erkrankung, die sich zuvor bereits einer Anti-Östrogen-Behandlung unterzogen haben. Die Wirksamkeit bei Patientinnen mit Hormonrezeptor-negativem Mammakarzinom konnte nicht bestätigt werden. Gegenanzeigen: Letrozol ist kontraindiziert bei: Patientinnen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Letrozol oder einen der sonstigen Bestandteile des Präparates. Patientinnen mit prämenopausalem Hormonstatus; in der Schwangerschaft; während der Stillperiode (siehe Abschnitte 4.6 und 5.3). Pharmakotherapeutische Gruppe: Enzyminhibitoren. ATC-Code: L02B G04. Letrozol Genericon 2,5 mg – Filmtabletten, OP zu 30 und 90 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Cetirizin Genericon 10 mg-Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 10 mg Cetirizindihydrochlorid. Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 101,8 mg Lactose-Monohydrat. Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, kolloidales Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, Talk, Maisstärke. Tablettenüberzug: Opadry weiß bestehend aus Hypromellose, Lactose-Monohydrat, Titandioxid (E171), Macrogol 4000 und Natriumcitrat. Anwendungsgebiete: Bei Kindern ab 6 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen: zur Linderung nasaler und okulärer Symptome einer saisonalen und chronisch allergischen Rhinitis; zur Linderung von Symptomen bei chronischer idiopathischer Urtikaria; Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; Überempfindlichkeit gegen andere Piperazinpräparate; schwere Nierenerkrankungen (Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min) und schwere Lebererkrankungen; Säuglinge und Kinder unter 2 Jahren, da noch keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen; Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihistaminika zur systemischen Anwendung. Piperazin-Derivate. ATC-Code: R06AE07. Cetirizin Genericon 10 mg-Filmtabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Levocetirizin Genericon 5 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Levocetirizindihydrochlorid. Jede Filmtablette enthält 5 mg Levocetirizindihydrochlorid (entsprechend 4,2 mg Levocetirizin). Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 64,0 mg Lactose-Monohydrat. Tablettenkern: 64,0 mg Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat (E572). Filmüberzug: Hypromellose (E464), Titandioxid (E171), Macrogol 400. Anwendungsgebiete: Zur symptomatischen Behandlung der chronischen idiopathischen Urtikaria. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Levocetirizin, andere Piperazinderivate oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz mit einer Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihistaminika zur systemischen Anwendung, Piperazinderivate. ATC-Code: R06A E09. Levocetirizin Genericon 5 mg – Filmtabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Convulex® 100 mg/ml - Injektionslösung. Zusammensetzung: 1 Ampulle mit 5 ml Injektionslösung enthält 500 mg Natriumvalproat (entsprechend 433,9 mg Valproinsäure). Sonstige Bestandteile: Dinatriumhydrogenphosphatdodecahydrat, Natriumhydroxid, Aqua ad inj. Anwendungsgebiete: Zur Behandlung epileptischer Anfälle, wenn eine orale Gabe von Valproinsäure vorübergehend nicht möglich ist. Wirksam bei: – generalisierten Anfällen in Form von Absencen, myoklonischen Anfällen, tonischklonischen Anfällen, atonischen Anfällen und gemischten Anfallstypen, – fokalen Anfällen in Form von einfachen oder komplexen Anfällen, sekundär generalisierten Anfällen und spezifischen Syndromen (West-Syndrom, Lennox-Gastaut-Syndrom). Bei Kleinkindern ist Natriumvalproat nur in Ausnahmefällen Mittel erster Wahl; Convulex - Injektionslösung sollte nur unter besonderer Vorsicht nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und möglichst als Monotherapie angewendet werden. Gegenanzeigen: Convulex - Injektionslösung darf nicht angewendet werden bei: – Überempfindlichkeit gegen Natriumvalproat oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels, – schwerwiegenden Lebererkrankungen in der eigenen oder Familienanamnese, besonders wenn sie auf Arzneimittel zurückzuführen sind, – manifesten schwerwiegenden Leber- und Pakreasfunktionsstörungen, – Leberfunktionsstörungen mit tödlichem Ausgang während einer Valproinsäuretherapie bei Geschwistern, – hepatischer Porphyrie, – Blutgerinnungsstörungen, – Nierenfunktionsstörungen, – insulinabhängigem Diabetes mellitus. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, Fettsäurederivate. ATC-Code: N03A G01. Inhaber der Zulassung: Gerot Pharmazeutika Ges.m.b.H., Arnethgasse 3, 1160 Wien. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rp., apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 5 Ampullen zu je 5 ml. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Convulex® 150 mg – Kapseln, Convulex® 300 mg – Kapseln, Convulex® 500 mg – Kapseln. Zusammensetzung: 1 Kapsel enthält 150 mg, 300 mg bzw. 500 mg Valproinsäure. Sonstige Bestandteile: Karion 83, Glycerin 85%, Gelatine, Titandioxid (E 171), rotes Eisenoxid (E 172), Salzsäure, Shellac, schwarzes Eisenoxid (E 172), Methacrylsäure-Ethylacrylat Copolymer (1:1)-Dispersion 30%, Triethylcitrat, Macrogol 6000, Glycerolmonostearat 45-55 Typ II. Anwendungsgebiete: Epilepsien: Zur Behandlung primär generalisierter, sekundär generalisierter und partieller epileptischer Anfallsformen. Bipolare Störungen: Zur Behandlung und Prophylaxe von akuten manischen Episoden im Rahmen bipolarer Störungen. Migräne: Zur Prophylaxe von Migräneanfällen, wenn andere Arzneimittel gegen Migräne nicht ausreichend wirksam sind. Gegenanzeigen: - Überempfindlichkeit gegenüber Valproinsäure bzw. Natriumvalproat oder einem der sonstigen Bestandteile - Bestehende Lebererkrankungen - Schwere Leberfunktionsstörungen in der Familienanamnese, besonders wenn sie auf Arzneimittel zurückzuführen sind. - Hepatische Porphyrie. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, Fettsäurederivate. ATC-Code: N03A G01. Inhaber der Zulassung: Gerot Pharmazeutika Ges.m.b.H., Arnethgasse 3, 1160 Wien. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rp., apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 100 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Convulex® 300 mg/ml - Lösung zum Einnehmen. Convulex® 50 mg/ml - Sirup für Kinder. Zusammensetzung: 1 ml enthält 300 mg bzw. 50 mg Natriumvalproat. Sonstige Bestandteile: 300 mg Lösung: Saccharin-Natrium, Orangenaroma, Salzsäure (zur pH-Werteinstellung), gereinigtes Wasser. 50 mg Sirup: Natriumhydroxid, Lycasin (800 mg/ml, als Zuckerersatzstoff), Methyl-4-Hydroxybenzoat (1,0 mg/ml), Propyl-4-Hydroxybenzoat (0,4 mg/ml), Saccharin-Natrium (1,0 mg/ml), Natrium-Cyclamat (3,0 mg/ml), Natriumchlorid, Himbeeraroma, Pfirsicharoma, gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete: 300 mg Lösung u. 50 mg Sirup: Epilepsien: Zur Behandlung primär generalisierter, sekundär generalisierter und partieller epileptischer Anfallsformen. 300 mg Lösung: Bipolare Störungen: Zur Behandlung und Prophylaxe von akuten manischen Episoden im Rahmen bipolarer Störungen. Migräne: Zur Prophylaxe von Migräneanfällen, wenn andere Arzneimittel gegen Migräne nicht ausreichend wirksam sind. Gegenanzeigen: - Überempfindlichkeit gegenüber Valproinsäure bzw. Natriumvalproat oder einem der sonstigen Bestandteile - Bestehende Lebererkrankungen - Schwere Leberfunktionsstörungen in der Familienanamnese, besonders wenn sie auf Arzneimittel zurückzuführen sind - Hepatische Porphyrie. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, Fettsäurederivate. ATC-Code: N03A G01. Inhaber der Zulassung: Gerot Pharmazeutika Ges.m.b.H., Arnethgasse 3, 1160 Wien. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rp, apothekenpflichtig. Packungsgrößen: Braunglasflasche 100 ml. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Convulex® 300 mg - Retardtabletten. Convulex® 500 mg - Retardtabletten. Zusammensetzung: 1 Retardtablette enthält 300 mg bzw. 500 mg Natriumvalproat. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Citronensäure-Monohydrat, Ethylcellulose, Ammoniummethacrylat-Copolymer (Typ B) (enthält Sorbinsäure), Talkum (gereinigt), Siliciumdioxid-Hydrat, Magnesiumstearat. Filmüberzug: Ammoniummethacrylat-Copolymer (Typ A & B) (enthält Sorbinsäure), Talkum (gereinigt), Carmellose-Natrium, Titandioxid (E 171), Triethylcitrat, Vanillin. Anwendungsgebiete: Zur Behandlung primär generalisierter, sekundär generalisierter und partieller epileptischer Anfallsformen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegenüber Natriumvalproat oder einen der Hilfsstoffe, Bestehende Lebererkrankungen, Schwere Leberfunktionsstörungen in der Familienanamnese, besonders wenn sie auf Arzneimittel zurückzuführen sind, Manifeste schwere Pankreasfunktionsstörung, Hepatische Porphyrie. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, Fettsäurederivate. ATC-Code: N03A G01. Inhaber der Zulassung: Gerot Pharmazeutika Ges.m.b.H., Arnethgasse 3, 1160 Wien. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rp., apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 50 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Epilan-D 100 mg - Tabletten. Zusammensetzung: 1 Tablette enthält 100 mg Phenytoin. Sonstige Bestandteile: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Gelatine, Natriumcarboxymethylcellulose, Magnesiumstearat, hochdisperses Siliciumdioxid. Anwendungsgebiete: Anfallserkrankungen: generalisierte tonisch-klonische (Grand Mal) sowie fokale Anfälle (Jackson), psychomotorische Anfälle (TemporallappenAnfälle). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Phenytoin, Hydantoine oder einen der sonstigen Bestandteile, AV-Block II. und III. Grades mit ventrikulärem Ersatzrhythmus, sinu-atrialer Block, Leukopenie, dekompensierte Leberinsuffizienz. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, Hydantoin-Derivate. ATC-Code: N03A B02. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 100 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Gerolamic 5 mg - lösliche Tabletten. Zusammensetzung: 1 Tablette enthält als wirksamen Bestandteil 5 mg Lamotrigin. Sonstige Bestandteile: Crospovidon, Acesulfam Kalium, Orangenaroma, Mannitol, hochdisperses Siliziumdioxid, Natrium Stearylfumarat. Anwendungsgebiete: Epilepsie: Fokale und generalisierte Formen der Epilepsie, darunter auch das Lennox-Gastaut-Syndrom. Auf Grund der Datenlage kommen auch folgende Anwendungsgebiete in Frage: Status epilepticus, infantile Spasmen und West-Syndrom. Bipolare Störung: Prävention von depressiven Episoden bei manisch-depressiven Patienten. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile des Präparates. Über die Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Da Lamotrigin nach dem Abbau in der Leber über die Niere ausgeschieden wird, sollte es bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion bis zum Vorliegen entsprechender Studien nicht verabreicht werden. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika. ATC-Code: N03AX09. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 30 lösliche Tabletten. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Gerolamic 25 mg - lösliche Tabletten. Zusammensetzung: 1 Tablette enthält als wirksamen Bestandteil 25 mg Lamotrigin. Sonstige Bestandteile: Crospovidon, Acesulfam Kalium, Orangenaroma, Mannitol, hochdisperses Siliziumdioxid, Natrium Stearylfumarat. Anwendungsgebiete: Epilepsie: Fokale und generalisierte Formen der Epilepsie, darunter auch das Lennox-Gastaut-Syndrom. Auf Grund der Datenlage kommen auch folgende Anwendungsgebiete in Frage: Status epilepticus, infantile Spasmen und West-Syndrom. Bipolare Störung: Prävention von depressiven Episoden bei manisch-depressiven Patienten. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile des Präparates. Über die Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Da Lamotrigin nach dem Abbau in der Leber über die Niere ausgeschieden wird, sollte es bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion bis zum Vorliegen entsprechender Studien nicht verabreicht werden. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika. ATC-Code: N03AX09. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 30 lösliche Tabletten. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Gerolamic 50 mg - lösliche Tabletten. Zusammensetzung: 1 Tablette enthält als wirksamen Bestandteil 50 mg Lamotrigin. Sonstige Bestandteile: Crospovidon, Acesulfam Kalium, Orangenaroma, Mannitol, hochdisperses Siliziumdioxid, Natrium Stearylfumarat. Anwendungsgebiete: Epilepsie: Fokale und generalisierte Formen der Epilepsie, darunter auch das Lennox-Gastaut-Syndrom. Auf Grund der Datenlage kommen auch folgende Anwendungsgebiete in Frage: Status epilepticus, infantile Spasmen und West-Syndrom. Bipolare Störung: Prävention von depressiven Episoden bei manisch-depressiven Patienten. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile des Präparates. Über die Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Da Lamotrigin nach dem Abbau in der Leber über die Niere ausgeschieden wird, sollte es bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion bis zum Vorliegen entsprechender Studien nicht verabreicht werden. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika. ATC-Code: N03AX09. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 30 lösliche Tabletten. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Gerolamic 100 mg - lösliche Tabletten. Zusammensetzung: 1 Tablette enthält als wirksamen Bestandteil 100 mg Lamotrigin. Sonstige Bestandteile: Crospovidon, Acesulfam Kalium, Orangenaroma, Mannitol, hochdisperses Siliziumdioxid, Natrium Stearylfumarat. Anwendungsgebiete: Epilepsie: Fokale und generalisierte Formen der Epilepsie, darunter auch das Lennox-Gastaut-Syndrom. Auf Grund der Datenlage kommen auch folgende Anwendungsgebiete in Frage: Status epilepticus, infantile Spasmen und West-Syndrom. Bipolare Störung: Prävention von depressiven Episoden bei manisch-depressiven Patienten. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile des Präparates. Über die Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Da Lamotrigin nach dem Abbau in der Leber über die Niere ausgeschieden wird, sollte es bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion bis zum Vorliegen entsprechender Studien nicht verabreicht werden. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika. ATC-Code: N03AX09. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 50 bzw. 60 lösliche Tabletten. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Gerolamic 200 mg - lösliche Tabletten. Zusammensetzung: 1 Tablette enthält als wirksamen Bestandteil 200 mg Lamotrigin. Sonstige Bestandteile: Crospovidon, Acesulfam Kalium, Orangenaroma, Mannitol, hochdisperses Siliziumdioxid, Natrium Stearylfumarat. Anwendungsgebiete: Epilepsie: Fokale und generalisierte Formen der Epilepsie, darunter auch das Lennox-Gastaut-Syndrom. Auf Grund der Datenlage kommen auch folgende Anwendungsgebiete in Frage: Status epilepticus, infantile Spasmen und West-Syndrom. Bipolare Störung: Prävention von depressiven Episoden bei manisch-depressiven Patienten. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile des Präparates. Über die Anwendung bei Kindern unter 2 Jahren liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Da Lamotrigin nach dem Abbau in der Leber über die Niere ausgeschieden wird, sollte es bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion bis zum Vorliegen entsprechender Studien nicht verabreicht werden. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika. ATC-Code: N03AX09. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 50 bzw. 60 lösliche Tabletten. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Levebon 500 mg-Filmtabletten, Levebon 1000 mg-Filmtabletten. Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 500 mg Levetiracetam. 1 Filmtablette enthält 1000 mg Levetiracetam. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Maisstärke, Povidon, Magnesiumstearat, hochdisperses Siliciumdioxid. Filmüberzug: 500mg: Poly(vinylalkohol) – teilweise hydrolysiert, Titandioxid (E 171), Macrogol 3350, Talkum (E 553b), Eisenoxid gelb (E 172). 1000mg: Poly(vinylalkohol) – teilweise hydrolysiert, Titandioxid (E 171), Macrogol 3350, Talkum (E 553b). Anwendungsgebiete: Levebon ist zur Monotherapie partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Patienten ab 16 Jahren mit neu diagnostizierter Epilepsie indiziert. Levebon ist indiziert zur Zusatzbehandlung • partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Erwachsenen, Kindern und Säuglingen ab 1 Monat mit Epilepsie. • myoklonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit juveniler myoklonischer Epilepsie. • primär generalisierter tonisch-klonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit idiopathischer generalisierter Epilepsie. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff bzw. andere Pyrrolidon-Derivate oder einen der sonstigen Bestandteile. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, andere Antiepileptika, Levetiracetam. ATC-Code: N03AX14. Inhaber der Zulassung: Lannacher Heilmittel Ges.m.b.H., 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Packungsgrößen: 30 und 60 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Levebon 100 mg/ml-Lösung zum Einnehmen. Zusammensetzung: 1 ml enthält 100 mg Levetiracetam. Sonstige Bestandteile: Maltitol-Lösung. 300,0 mg. Sonstige Bestandteile: Glycerol 85%, Maltitol-Lösung, Kaliumsorbat, Citronensäure-Monohydrat, Natriumhydroxid, Sucralose (E 955), Pfefferminzaroma, Kirscharoma, gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete: Levebon ist zur Monotherapie partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Patienten ab 16 Jahren mit neu diagnostizierter Epilepsie indiziert. Levebon ist indiziert zur Zusatzbehandlung • partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Erwachsenen, Kindern und Säuglingen ab 1 Monat mit Epilepsie. • myoklonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit juveniler myoklonischer Epilepsie. • primär generalisierter tonisch-klonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit idiopathischer generalisierter Epilepsie. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff bzw. andere Pyrrolidon-Derivate oder einen der sonstigen Bestandteile. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, andere Antiepileptika, Levetiracetam. ATC-Code: N03AX14. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Packungsgrößen: 300 ml. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Neurotop 200 mg, 400 mg – Tabletten. Neurotop retard 300 mg, 600mg – Tabletten. Zusammensetzung: Tabletten: 200 mg, 400 mg Carbamazepin, Retard-Tabletten: 300 mg, 600 mg Carbamazepin. Sonstige Bestandteile: Tabletten: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Gelatine, Na-Carboxymethylstärke, Talcum, Magnesiumstearat. Retard-Tabletten: Eudragit (RS PM und L 30D), hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, Talcum, Natriumcarboxymethylstärke, mikrokristalline Cellulose. Anwendungsgebiete: Grand mal, fokale Anfälle, Temporallappenanfälle, gemischte Anfallsformen, Anfallsleiden mit vorwiegend psychischen Wesensveränderungen (aufhellender Effekt); Manie, Prophylaxe der manisch-depressiven Krankheit; Trigeminusneuralgie, diabetische Neuropathie, Alkoholentzugssyndrom; Diabetes insipidus centralis. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegenüber Carbamazepin oder verwandten Stoffen (trizyklische A w m m m m W m G m A N m W N m m N m m W A W w m m A w W w m A m W w w N w w A G w m m m mm m m B N m m N m m A w m m M m m m m m m m m w m M m G m m m W m G m D A N D m m W A W w m m A w W w m A m W w w N w w A G w m m m mm m m m B M m m m W A w m m M m m m m m m m m w m M m G m m m W m G m D A N D m m m W A W w m m A w W w m A m W w w N w w A G w m m m m m B M M m N m M m w m m m M M mm m m m m M M m m m m m M M A w M w m m m wm m w m m m m m mm m m m m w M m w m m G m W M w w m M m w W m G M m A N m m W W A W w m m A w W w m A m W w w N w w A G w m m


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 Foto: BilderBox.com

Plattform Geriatrie

Parlamentssymposium zum Jahr des Aktiven Alterns

Geriatrie an den Unis etablieren WIEN – Beim hochkarätig besetzten parlamentarischen Symposium „Aktiv Altern – Der österreichische Weg“ diskutierten Experten Herausforderungen und neue Wege in der Geriatrischen Medizin. Dabei wurde hervorgehoben, dass die Geriatrie verstärkt in den Universitäten etabliert werden muss. „Active ageing“ ist in aller Munde. Trotzdem werden die meisten von uns, die das 65. Lebensjahr erleben dürfen, auf Hilfe und Unterstützung im Alter angewiesen sein. Univ.-Prof. Dr. Regina Roller-Wirnsberger, Professorin für Geriatrie und Kompetenzbasierte Curriculumsentwicklung an der Med Uni Graz, spricht von einer „geriatrischen Herausforderung“, der wir uns stellen müssen: veränderte physiologische Reserven im Alter, Multimorbidität und Po-

Foto: B. Krobath

Univ.-Prof. Dr. Regina RollerWirnsberger

lypharmazie, eine unspezifische Präsentation der Symptome, ein rascher Verlust der Funktionalität sowie eine hohe Komplikationsrate hinsichtlich Erkrankungen und Interventionen zählen zu den Problemen, die bei der Behandlung betagter Menschen Auftreten.

Wissen fördern „Ziel muss sein, grundlegendes Wissen zu möglichen körperlichen und geistig seelischen Veränderungen im Alter und über Möglichkeiten der Gesundheitspräven-

tion und -vorsorge zu fördern und zu verbreiten“, so die Expertin. „Den Universitäten kommt dabei eine wichtige Rolle zu!“ Die Betreuung und Pflege müsse auf die individuellen Bedürfnisse geriatrischer Patienten, ihre persönlichen, Ziele, Werte und funktionellen Ressourcen abgestimmt sein, führt Prof. Roller-Wirnsberger weiter aus. „Sie muss evidenz-basiert sein. Heute agieren Ärzte und Ärztinnen, aber auch die Pflege in der Versorgung dieser speziellen Bevölkerungsgruppe jedoch vielfach nach ausschließlich erfahrungsbasierten Prinzipien.“ Es brauche Studien zur Generierung von vergleichender Effektivität bei Subpopulationen. Sichergestellt müsse auch werden, dass es genügend geriatrisch ausgebildete Allgemeinmediziner und Fachärzte sowie geriatrisch geschultes Pflegepersonal gibt und dass interdisziplinär zusammengearbeitet wird. „Die Weiterentwicklung der geriatrischen Medizin muss aktiv gefördert werden!“, so die Expertin. Und: „Es braucht die Fähigkeit und Bereitschaft zu lebenslangem Lernen.“

Normal alt oder krank? 2012 als „Europäisches Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen“ betont den bestmöglichen Erhalt respektive die Wiedererlangung von Funktionalität selbst bei gebrechlichen betagten Menschen. „Aus gesellschaftlicher Perspektive ist

wichtig, dass Frailty sowohl Männer als auch Frauen betrifft, im Alter sehr häufig ist und über die Einschränkung der Funktionalität auch die Selbstständigkeit Hochbetagter beeinträchtigen kann, was sich negativ auf die Lebensqualität auswirkt“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Cornel Sieber vom Institut für Biomedizin des Alters der Universität Erlangen-Nürnberg. Die mit dem Alter ebenfalls zu beobachtende Abnahme der Muskelmasse – Sarkopenie – zeige viele phänomenologische wie auch (patho)

Explizit „Die Weiterentwicklung der geriatrischen Medizin muss aktiv gefördert werden!“ Prof. Regina Roller-Wirnsberger

physiologische Überschneidungen mit dem Frailty-Syndrom. Dies sei insofern wichtig, als die Sarkopenie präventiv und therapeutisch angegangen werden kann – ein zentrales Forschungsgebiet der modernen Geriatrie. Ziel sei es aufzuzeigen, inwieweit diese Phänomene normale Alterungszustände betreffen („normal ageing“) oder eben einen eigenen Krankheitswert und somit diagnostisch und therapeutisch eine Herausforderung – im positiven Sinne des „active ageing“ – darstellen. Auch Prof. Sieber betont, dass es eine starke universitäre Verankerung der Geriatrie braucht: „Nur so wird es möglich sein, dem an sich erfreulichen demographischen Wandel erfolgreich zu begegnen. Dies braucht auch aktive Unterstützung vonseiten

der Politik“, fordert er. Die aktuelle Medizin konzentriere sich auf die Behandlung von Monopathologien. Dafür bedient sie sich der evidenzbasierten Medizin. Der geriatrische Patient jedoch sei meist multimorbide und benötigt eine Polypharmazie. Hinzu komme: Die EBM hat häufig Mortalität als primären Endpunkt. „Das ist für einen hochbetagten Menschen nicht essenziell“, gibt Prof. Sieber zu bedenken. „Eine moderne Geriatrie benötigt deshalb andere Studien und Endpunkte“, stimmt er mit seiner Kollegin überein. „Wohl wichtigster Endpunkt dabei ist die Funktionalität, also ,aktives Altern‘!“ KaM

Medical Tribune wendet sich verstärkt der Geriatrie zu: Mit der „Plattform Geriatrie“ widmet sie dem Thema viermal im Jahr einen eigenen Schwerpunkt. Damit sollen die Inhalte eines immer wichtiger werdenden multidisziplinären Fachgebietes einer breiten Leserschaft zugänglich gemacht werden. Als spezielles Service werden etwa praxisrelevante Themen aus dem Diplomlehrgang Geriatrie der ÖÄK für Sie aufbereitet. „Mentoren“ und wissenschaftliche Berater der Plattform Geriatrie sind die Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (ÖGGG), Prim. Dr. Katharina Pils, und Prof. Dr. Franz Böhmer, Ehrenpräsident der ÖGGG sowie Gründer und ÖÄK-Diplomverantwortlicher des Diplomlehrgangs Geriatrie. Plattform Geriatrie im Web: www.medical-tribune.at Plattform Geriatrie

austroplant

Symposium des Österreichischen Seniorenrates und der ÖPIA; WienerTribune_112x112mm_Layout Parlament, Mai 2012 AnzKKM_Medical 1 10.04.12 10:24 Seite 1

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Plattform Geriatrie

Medical Tribune • 44. Jahrgang • Nr. 26 • 27. Juni 2012

Editorial der ÖGGG-Präsidentin

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Kommentar

Foto: Archiv

undesminister Alois Stöger hat zehn Rahmen-Gesundheitsziele präsentiert. Diese sind in einem umfassenden Prozess der Einbindung und Reflexion zahlreicher Berufsgruppen in Anlehnung an ähnliche Projekte in Europa entwickelt worden. Das bedeutet eine Entfernung von einem Defizit- und Kurationsmodell hin zu einem ressourcenorientierten Gesundheitsmodell. Gesundheit wird im Sinne der WHO nicht nur als Abwesenheit von Krankheit, sondern als biopsychosoziales Konstrukt verstanden. Neun der Gesundheitsziele zielen auf die Stärkung der Eigenverantwortung, auf Entwicklung der individuellen Gesundheitskompetenz, aber auch auf die Entwicklung einer gesundheitsfördernden Umwelt ab. Das 10. Rahmen-Gesundheitsziel – Gesundheitsversorgung: „Qualitativ hochstehende und effiziente Gesundheitsversorgung für alle nachhaltig sicherstellen“ steht für einen fairen Zugang zu qualitativ hochwertigen diagnostischen und therapeutischen Leistungen. Geriatrie nimmt bereits einen festen Platz im Österreichischen Gesundheits- und Strukturplan ein. Mit der Neuorientierung in Richtung Vernetzung zwischen Spital und Grup-

Prim. Dr. Katharina Pils

penpraxis sowie sozialen Diensten werden neue Konzepte gefordert sein. Benchmark Geriatrie hat bereits erste vergleichende und Patientenkarriere begleitende Daten erhoben. Ein Ausbau der sektorenübergreifenden Vernetzung wird notwendig sein. Das zweite und dritte Ziel „für gesundheitliche Chancengerechtigkeit zwischen den Geschlechtern und sozioökonomischen Gruppen, unabhängig von Herkunft und Alter sorgen“ sowie „die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken“ nehmen Bezug auf den

demographischen Wandel und die damit verbundenen neuen Herausforderungen an eine alternde Gesellschaft. Die Solidarität zwischen den Generationen wird im privaten Umfeld vielfach gelebt. Der Generationenvertrag funktioniert bereits in Betreuungskonzepten für Enkelkinder, großteils auch in der Betreuung von alten und hochbetagten Menschen. Die Finanzierung für weitergreifende Leistungen wird zum Teil polemisch diskutiert. Das 5. Ziel „Durch sozialen Zusammenhalt die Gesundheit stärken“ stärkt das Aufeinander-Zugehen, Füreinander-Sorgen. Dennoch müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, in denen das auch mit einer sich entwickelnden Familie möglich ist. Wenn allerdings gesundheitsfördernde Maßnahmen, wie sie in drei weiteren Zielen formuliert sind – gesunde Ernährung, Bewegung und psychosoziale Gesundheit –, gefördert werden, könnte es tatsächlich zu einer Kompression der kranken und betreuungsabhängigen Jahre kommen. Die ÖGGG wird sich aktiv an der weiteren Planung und Umsetzung beteiligen. Alter(n) soll als Chance empfunden werden und nicht politischer Polemik dienen.

Geriatrie für die Praxis

Altern mit den „vier Ls“

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Kommentar

Foto: Johannes Brunnbauer

ie Badesaison steht vor der Tür, das Thema „Anti-Aging“ ist in aller Munde. Substanzen, die äußerlich anwendbar sind, versprechen sensationelle Erfolge, Tabletten, Kapseln und Trinkampullen ergänzen die Palette – nur von „Anti-Aging-Suppositorien“ habe ich noch nichts gehört. Ja sogar vor Schlangengift schreckt man nicht zurück, schließlich wird es ja auch bei der überaktiven Harnblase erfolgreich angewandt. Besonders mutige „Anti-Aging-Anbeter“ scheuen nicht einmal das Messer und sonstiges Zubehör der Chirurgen, um dem Alterungsprozess scheinbar endgültig Einhalt zu gebieten. Kälte und Wärme, Licht und Dunkelheit in allen Wellenlängen ergänzen das Repertoire der therapeutischen Breite. Bei nationalen und internationalen Kongressen werden immer wieder neue Verfahren und erfolgversprechende Methoden vorgestellt, die auf jeden Fall „Vorteile“ bringen. Wenn die wissenschaftlichen Zusammenhänge immer komplizierter werden und nicht mehr überschaubar sind, dann konzentriert man sich wieder auf Bewährtes: „Wer länger leben will, muss weniger essen und immer wieder eine Esspau-

Prof. Dr. Franz Böhmer

se von 14 Stunden einlegen – der Schmerz des Hungers hält jung“ (Kurier, Gesundheitsteil). Die alte Weisheit wurde bereits vor 50 Jahren bei Rattenversuchen, u.a. an der Veterinärmedizinischen Universität in Wien, bestätigt. All die vielen wissenschaftlichen Überlegungen und Erkenntnisse, die oft nur marginale Effekte zeigen, überzeugen nicht wirklich. Im Gegensatz dazu gibt es eine sehr praktikable und wirksame Methode des „Anti-Agings“. Sie wurde bereits vor 67 Jahren angewandt: Damals, nach dem Zweiten Weltkrieg,

durften Künstlerinnen offiziell das Geburtsjahr, auch im Reisepass, um fünf Jahre „verjüngen“. Leider wurde dieses Privileg wieder abgeschafft, was andererseits der AntiAging-Industrie zugute kommt. Aber eigentlich wäre diese Möglichkeit auch ein denkbarer Beitrag für unser österreichisches Sparpaket. Warum sollte man nicht eine „Verjüngungssteuer“ bei Änderung des Geburtsjahres im Reisepass einführen? Viele Damen und Herren wären bereit, dieser Luxussteuer zuzustimmen, da diese noch immer billiger und vor allem sicherer wäre als eine chirurgische Intervention. Der berühmte Altersforscher Leopold Rosenmayr – er selbst ist ein herausragendes Beispiel für vorbildhaftes Altern – hat immer wieder auf die Bedeutung der „vier Ls“ hingewiesen, um erfolgreich zu altern: Laufen – Lernen – Lieben – Lachen. Versuchen Sie doch diese wirklich wirksame Empfehlung, sehr rasch wird sich ein merkbarer Erfolg einstellen, der auch nachhaltig wirksam ist. Anti-Aging heißt vor allem, sich auf die unterschiedlichen Lebensphasen bewusst vorzubereiten und im gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Gemeinschaft aktiv beteiligt zu bleiben.

Foto: Volkshilfe Wien

Gesundheitsziele als Chance

Die Volkshilfe Wien feierte kürzlich ihr 65-jähriges Gründungsjubiläum.

Große Herausforderung Alter

Volkshilfe Wien: seit 65 Jahren aktiv WIEN – Bei einer Fachenquete unter dem Titel „Vom Wohlfahrtsverein zur sozialen Dienstleistungsorganisation“ feierte die Volkshilfe Wien kürzlich ihr 65-jähriges Gründungsjubiläum. Einhelliger Tenor: Die – auch in Österreich zunehmende – Armut wie auch die demographische Entwicklung erfordern neue Konzepte, u.a. für ein würdevolles Leben im Alter. Prof. Erika Stubenvoll, Vorsitzende der Volkshilfe Wien: „Ging es in den Anfangsjahren der Volkshilfe um die Linderung der Not nach den Weltkriegen – mit Ausspeisungen, Erholungsfahrten für kriegstraumatisierte Kinder, der Versorgung von Heimkehrern, der Errichtung von Kinderheimen, der Erwachsenenbetreuung und Krankenfürsorge, der Betreuung einsamer und alter Menschen und vielem mehr – so stehen wir heute vor ganz neuen Herausforderungen.“ Die heutige Gesellschaft sei mit erneuter Massenarmut, mit steigender Arbeitslosigkeit und dem Phänomen der „working poor“ konfrontiert. Ebenso erfordere die demograpfische Entwicklung neue Konzepte für ein würdevolles Leben im Alter.

Mehr Sensibilität für langlebige Gesellschaft Auf das Europäische Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen 2012 bezog sich die Wiener Seniorenbeauftragte Dr. Angelika Rosenberger-Spitzy: „Wir müssen Sensibilität für eine langlebige Gesellschaft entwickeln!“ Den Vorurteilen, dass Altern als Bedrohung und älteren Menschen als Belastung der jüngeren Generationen angesehen werden, müsse entgegengewirkt werden – durch ein Ermöglichen der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, durch Beschäftigungsmöglichkeiten wie auch Freiwilligentätigkeit für ältere Menschen. Zahlreiche Maßnahmen auf nationaler und internationaler Ebene würden sich dieser Themen annehmen. Der österreichische Lenkungsausschuss dazu verfolge die Schwerpunkte aktiv Altern und Arbeitsmarkt, Partizipation, Altern in Gesundheit und Würde sowie Ge-

nerationenpolitik und Solidarität. Im Speziellen auf das Thema „Psychische Erkrankungen im Alter“ bezog sich Chefarzt Prim. Dr. Georg Psota, Leiter der Psychosozialen Dienste Wien. Da die Lebenserwartung steige und daher auch mit einer steigenden Zahl an Demenzpatienten zu rechnen sei, müsse eine entwickelte Gesellschaft Angebote für ältere Menschen auf diese demographische Veränderung abstimmen – „von der Prävention bis zur Behandlung und Rehabilitation, in allen Bereichen der Medizin und daher auch in der Psychiatrie“. Den praktischen Herausforderungen im Bereich Pflege und Betreuung widmete sich die Pflegedienstleiterin der Volkshilfe Wien, Sonja Leonhardsberger: „Geänderte Rahmenbedingungen erfordern Professionalisierung auf allen Ebenen.“ In der allgemeinen Wahrnehmung sind Pflege und Betreuung Begriffe, die eher mit Fürsorge, Wohlfahrt und Obhut in Verbindung gebracht werden. Dahinter stünden aber professionelle Konzepte wie jenes des Ambient Assisted Living, die Menschen eine Leben in Würde im eigenen Zuhause so lange wie möglich eröffnen, ebenso wie die entsprechende Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter und die Nutzung moderner Informationstechnologie für Organisation und Administration. Red/GLu

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Die Volkshilfe Wien bietet mit ihren mehr als 1300 Mitarbeitern heute eine Vielzahl an professionellen Unterstützungsangeboten an und ist eine der größten sozialen Dienstleistungsorganisationen und die Nummer eins im Bereich Pflege und Betreuung in Wien. www.volkshilfe-wien.at


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Plattform Geriatrie

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Neue Gesellschaft für Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie

Alterspsychiater sind oft Autodidakten Interview

MT: Es gibt bereits Österreichische Gesellschaften für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Geriatrie und Gerontologie. Warum bedarf es nun auch noch einer eigenen Gesellschaft für Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie? Prim. Jagsch: In der Österreichischen Gesellschaft für Psychiatrie gibt es zwar eine Sektion für Memory-Klinik und Psychiatrie des alten Menschen, eine Sektion kann sich aber wenig bewegen und muss immer Rücksprache mit dem Vorstand halten. Die ÖGAPP wird mit dieser Sektion, die eher die interne Fortbildung zum Ziel hat, auch eng zusammenarbeiten. Eine eigene Gesellschaft hat aber den Vorteil, dass man sich national und international besser vernetzen und zum Beispiel gemeinsame Kongresse organisieren kann. Die Österreichische Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie hat ihre Schwerpunkte eher in den Bereichen Interne Medizin, Neurologie, Physikalische Medizin und Orthopädie. Als Verbindung zur Psychiatrie bin ich erfreulicherweise auch im Vorstand der ÖGGG, mit einer eigenen Gesellschaft kann man die Anliegen jedoch viel besser positionieren. In Deutschland und in der Schweiz gibt es solche Gesellschaften bereits seit 1992 bzw. 2008. Die European Association of Geriatric Psychiatry wurde sogar schon 1971 gegründet.

MT: Welche Aktivitäten sind vonseiten der ÖGAPP in der nächsten Zeit geplant? Prim. Jagsch: Ein wichtiges Ziel ist es, die Öffentlichkeit stärker für das Thema zu sensibilisieren. Neben der bereits erwähnten besseren Vernetzung aller Psychiater und anderen Berufsgruppen, die österreichweit im Bereich der Alterspsychiatrie tätig sind, stehen auch Weiter- und Fortbildungen zu diesem Thema auf unserem Programm. Bisher sind die meisten Alterspsychiater hierzulande Autodidakten. Wir wollen das Wissen und die Kompetenz in allen Bereichen erhöhen. In diesem Jahr haben wir erstmals die Alterspsychiatrische Tagung in Graz veranstaltet. Im Herbst werden wir außerdem auf dem Kongress für Allgemeinmedizin ein eigenes Symposium für praktische Ärzte organisieren. Wir bieten interessierten Medizinern zudem die Möglichkeit, bei uns zu hospitieren. Auf diese Weise möchten wir möglichst viele Kollegen ansprechen, die mit alten Menschen und ihren psychischen Problemen bisher noch wenig zu tun hatten. Die Tätigkeit als Alterspsychiater und Alterspsychotherapeut ist sehr anspruchsvoll und herausfordernd, da man immer mit einer Kombination von psychiatrischen und internistischen oder allgemein-

Sozialministerium setzt auf Aufklärung

Der Gewalt an älteren Menschen begegnen WIEN – Anlässlich des „World Elder Abuse Awareness Day“ zog BM Rudolf Hundstorfer Bilanz über gesetzte und geplante Maßnahmen zur Prävention von Gewalt an älteren Menschen. „Das Sozialministerium und seine Partner haben in den letzten Jahren flächendeckende Maßnahmen gesetzt, um für das Thema „Gewalt an älteren Menschen“ zu sensibilisieren. Wir müssen aber noch genauer hinschauen, aufzeigen und konkrete Handlungsoptionen erarbeiten, damit Gewalt erst gar nicht entstehen kann“, betont BM Hundstorfer anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an älteren

Menschen. So will sich sein Ressort ein französisches Projekt namens „ALMA“ näher ansehen, um sich Anregungen für die Einrichtung einer eigenen zentralen Ansprechstelle für ältere Gewaltopfer zu holen. Ein neuer Folder „Gewalt erkennen. Ältere Menschen in Institutionen“ will über subtile Formen von Gewalt – nachdrückliches Anfassen, hastiges und ungeduldiges Eingeben von Speisen und fehlende Privatsphäre – in Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens aufklären. red/GLu Bestellung des Folders und weiteren Informationsmaterials unter www.bmask.gv.at

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Foto: privat

GRAZ – Mit der Gründung der Österreichischen Gesellschaft für Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie (ÖGAPP) vergangenen Herbst haben sich Psychiater und Psychotherapeuten das ambitionierte Ziel gesetzt, die psychiatrische Versorgung für eine wachsende und in vielen Bereichen vernachlässigte Patientengruppe zu verbessern. Im Gespräch mit der MT skizziert der erste Präsident der ÖGAPP, Prim. Dr. Christian Jagsch, die Herausforderungen seines Fachgebietes.

Prim. Dr. Christian Jagsch

Zur Person Prim. Dr. Christian Jagsch ist Vorstand der Abteilung für Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie an der Landesnervenklinik Sigmund Freud in Graz und der erste Präsident der neu gegründeten Österreichischen Gesellschaft für Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie.

medizinischen Fragestellungen konfrontiert ist. Wenn wir unsere alten Menschen menschenwürdig in der Gesellschaft versorgen wollen, geht das zum Beispiel nicht ohne Alterspsychiater, Altersneurologen oder auch Alterschirurgen. Wir werden alle sehr viel zu tun haben, um diesen Bedarf abzudecken. Ein weiteres Anliegen ist uns, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Zu diesem Zweck werden wir jährlich den „Hans Georg Zapotoczky Forschungspreis“ in der Höhe von 1500 Euro für Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie vergeben. MT: Was sind die Besonderheiten der Psychiatrie im Alter? Prim. Jagsch: In der Alterspsychiatrie gibt es drei Gruppen von Patienten: Die erste Gruppe sind die alt gewordenen psychiatrischen Patienten, also Menschen, die ihre Schizophrenie, Angsterkrankung, Depression oder Suchterkrankung ins höhere Alter mitgenommen haben und deren Behandlung wegen internistischer Komorbiditäten und möglicher Interaktionen zwischen Medikamenten zunehmend komplexer wird. Dazu kommen die Menschen, die im Alter erstmals psychiatrisch erkranken. Hier ha-

ben wir es vor allem mit den „drei Ds“ – Demenz, Delir und Depression – zu tun. Die dritte Gruppe sind die interdisziplinären Patienten, die neben ihren psychiatrischen auch internistische oder chirurgische Erkrankungen haben und daher von Experten aus verschiedenen Fachrichtungen betreut werden müssen.

Explizit „Bisher sind die meisten Alterspsychiater hierzulande Autodidakten. Wir wollen das Wissen und die Kompetenz in allen Bereichen erhöhen.“

MT: Freud meinte noch, eine Psychotherapie über 50 mache keinen Sinn mehr, weil die Menschen in diesem Alter nicht mehr beweglich seien ... Prim. Jagsch: Wenn Sie das einem 50-Jährigen heute sagen, würde der sich schön bedanken. Tatsache ist aber, dass die Psychotherapie bei älteren und alten Patienten immer noch sehr unterentwickelt ist. Man muss bedenken, dass die Forschung in diesem Bereich in Amerika erst in den 60er-Jahren und

in Deutschland sogar erst in den 80ern des 20. Jahrhunderts begonnen hat. Die Psychotherapie muss sich im Alter ebenfalls mit speziellen Fragestellungen auseinandersetzen. Da geht es vermehrt um Verluste, Sterben und die Suche nach Sinnerfüllung. Psychotherapie im Alter wird in Zukunft schon allein deswegen vermehrt nachgefragt werden, weil jetzt Generationen ins Seniorenalter kommen, die bereits als junge Menschen erfahren haben, dass ihnen diese Behandlung geholfen hat. So gibt es heute sogar schon 70-Jährige, die noch eine klassische Psychoanalyse beginnen. MT: Wo gibt es aus Ihrer Sicht auf dem Gebiet der Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie in Österreich noch die größten Defizite? Prim. Jagsch: Hierzulande ist es schon schlimm genug, wenn man alt und krank ist. Noch ärmer dran sind jedoch alte Menschen, wenn sie psychiatrische Erkrankungen haben. Diese Gruppe von Menschen fällt oft aus verschiedenen Versorgungssystemen heraus. Die große Herausforderung ist es, diese Betroffenen zu erkennen und anschließend gut zu betreuen. Der extramurale Bereich ist noch verstärkt zu entwickeln. Wenn wir uns die demographische Entwicklung vor Augen halten, kann die Zukunft nur sein, dass wir Erkrankte vor Ort betreuen. Wir müssen verhindern, dass alte Menschen mit psychiatrischen Problemen vermehrt in die Spitäler drängen oder auch gegen ihren Willen eingewiesen werden, weil eine adäquate Versorgung vor Ort fehlt. Dazu brauchen wir zum Beispiel Konsiliardienste in den Seniorenheimen, gut ausgebildete Hausärzte sowie mobile psychiatrische Dienste. Nachholbedarf gibt es auch bei sozialen Einrichtungen und Wohnformen. In Wien gibt es zwar schon Projekte, wie zum Beispiel Wohngemeinschaften für Demenzerkrankte, in diesem Punkt sind uns die großen Städte Deutschlands aber um einiges voraus. In Zukunft werden solche Formen selbstbestimmten Zusammenlebens für alte Menschen immer wichtiger werden. Ich glaube, dass es im stationären Bereich ausreicht, wenn wir pro Bundesland eine Abteilung für Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie haben und es zusätzlich in allen psychiatrischen Abteilungen und Allgemeinkrankenhäusern zumindest einen Kollegen gibt, der auch Experte in diesen Fragestellungen ist.

Interview: Dr. Rüdiger Höflechner www.alterspsychiatrie.at

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Was leisten CT und MRT im klinischen Alltag?

Bildgebung bei Gedächtnisstörungen

„Ich könnte Ihnen sehr viel vom f-MRT als funktionelle MR-Methode erzählen, Sie würden diese aber in der klinischen Routine nicht finden“, leitet Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Kapeller, Vorstand der Abteilung für Neurologie und Psychosomatik am LKH Villach, seinen Vortrag zum Thema „Bildgebung bei Gedächtnisstörungen“ ein. Die Frage, die er in seinem Vortrag vorrangig beantworten wird, lautet daher: Was ist tatsächlich bei Gedächtnisstörungen im klinischen Alltag von der Bildgebung zu erwarten? „Die Computertomographie ist immer noch die Methode, die von den Fachgesellschaften bevorzugt empfohlen wird, weil sie breit verfügbar ist. Wenn Sie jedoch die Möglichkeit haben, auf die Kernspintomographie zuzugreifen, ist dies sicher qualitativ viel besser, weil Sie damit wesentlich mehr sehen können“, gibt Prof. Kapeller zu bedenken. Prim. Univ.Prof. Dr. Peter Kapeller

Foto: privat

zweiter Faktor kommt das Alter hinzu. Ebenso, wenn auch weniger stark, wirken sich ein Diabetes und vorangegangene Schlaganfälle aus. „Auch der Blutdruck, den man jahrelang im Visier hatte, konnte nicht als wesentlicher Einflussfaktor identifiziert werden“, betont Prof. Kapeller. Um die funktionelle Bildgebung nicht ganz unerwähnt zu lassen, wies der Neurologe zum Schluss noch auf die Bedeutung von PET und SPECT zur Differenzialdiagnose innerhalb der Demenzen hin: „In Frühstadien der klinischen Manifestation kann ein zusätzliches PET oder SPECT differenzialdiagnostisch sehr hilfreich sein. Aber nie ohne vorherige morphologische Bildgebung!“ GLu

vorliegt. Die Kernspintomographie ist hier relativ spezifisch.“ Die Differenzierung zwischen vaskulärer Demenz und Alzheimer- „White matter lesions“ Grad 3 bei vaskulärer Leukenzephalopathie: großflächig Demenz ist hingegen um einiges konfluierende weiße Areale um beide Seitenventrikel schwieriger. Prof. Kapeller: „Was wir eigentlich gerne hätten, sind bildge- „Die Grad-1-Veränderungen ver- weisen auch einen ausgeprägteren bende Surrogatparameter, mit denen halten sich über längere Zeit mehr kognitiven Decline auf “, berichtet wir unterscheiden können, ob es sich oder weniger konstant, wäh- der Experte. bei Gedächtnisstörungen um eine al- rend sich Grad-2- und -3-VeränDie Einflussfaktoren für die Vertersgemäße Einschränkung handelt derungen zu einem hohen Pro- schlechterung der WML sind also oder einen kognitiven Abbau im zentsatz weiterentwickeln und in erster Linie das Ausmaß der Ver- 3. Internationaler Kongress für Geriatrie und Sinne eines ,mild cognitive impair- verschlechtern. Diese Patienten änderungen in der Erstdiagnose, als Gerontologie; Venedig, April 2012 ment‘.“ Das sei insofern schwierig, so der Experte, als die Atrophieschwerpunkte bei der Alzheimer-Demenz hippocampal/parahippocampal liegen. „Die Veränderungen in diesen Regionen sind aufgrund der sehr kleinen anatomischen Gegebenheiten visuell – auch in der Progredienz und im Verlauf – schwer erfassbar. Die Auflösung in der Routinebildgebung ist im Augenblick noch nicht hinreichend gegeben.“ Auch ist in Frühstadien schwer zu Wirkstoff: Trospiumchlorid sagen, ob sich ein ,mild cognitive impairment‘ (MCI) in Richtung vaskuläre Demenz oder in Richtung Alzheimer-Demenz entwickeln wird.

Inkontan

„White matter lesions“

Differenzialdiagnostisch können mit der morphologischen Bildgebung zum einen verschiedene Demenzformen voneinander abgegrenzt, andererseits andere Erkrankungen, die mit einer Demenz einhergehen, ausgeschlossen werden. Das ist insofern von klinischer Relevanz, als beispielsweise bei Raumforderungen oder Vitaminmangelerkrankungen eine ursächliche Therapie möglich ist. Auch beim Normaldruckhydrozephalus (NPH) lässt sich durch Behebung der Ursache die Symptomatik bessern. So kann bei Verdacht auf einen NPH in der Bildgebung und der klassischen Symptomen-Trias – Gangstörung, Demenz und Inkontinenz – ein Liquor-Ablassversuch gestartet werden. Eine Erkrankung, bei der die morphologische Bildgebung gute Dienste leistet, ist die Creutzfeld-Jakob-Erkrankung (CJD). In den diffusionsgewichteten Sequenzen der Magnetresonanztomographie lässt sich dabei eine Diffusionsstörung im Bereich der äußeren Stammganglien darstellen. Prof. Kapeller: „Wenn das sogenannte ,pulvinar sign‘ vorhanden ist, kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass diese Erkrankung

Foto: Prof. Kapeller, LKH Villach

VENEDIG – In der Bildgebung demenzieller Erkrankungen unterscheidet man Methoden, mit denen vornehmlich die Morphologie abgebildet werden kann, und solche wie f-MRT, PET und SPECT, deren Ziel es ist, die Funktion bzw. den Hirnmetabolismus darzustellen. Im klinischen Alltag spielen in erster Linie morphologische Methoden, sprich CT und MRT, eine Rolle.

Zur vaskulären Demenz kommt es durch einen strukturellen Schaden aufgrund von Mikro- und Makroangiopathie. Makroangiopathische Schäden sind charakterisiert durch manifeste Durchblutungsstörungen in unterschiedlichen Gefäßversorgungsarealen quer durch das ganze Gehirn, mikroangiopathische Schäden äußern sich in eher kleineren lakunären Infarktarealen oder in sog. „white matter lesions“ (WML). Lakunäre Infarkte sind dadurch charakterisiert, dass Gewebe zugrunde geht, es bildet sich eine liquorgefüllte enzephalomalatische Zyste, die in T1 gut zu sehen ist. „Diese bis zu 1 cm großen Lakunen haben das gleiche Signal wie der Liquor im Ventrikel“, erklärt Prof. Kapeller zum besseren Verständnis. „White matter lesions“ sind hingegen inkomplett vaskuläre Schädigungen, die meistens kaum zu echter Gewebedestruktion, aber möglicherweise zu funktionellen Beeinträchtigungen führen. Sie kommen im Alterungsprozess mit großer Häufigkeit vor, die Ausprägung kann individuell sehr unterschiedlich sein. Prof. Kapeller: „In der T2-Aufnahme sind sie gut zu sehen, in der T1-Aufnahme nur angedeutet oder gar nicht.“ Je nach Schweregrad sind die „white matter lesions“ mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit progredient, wie eine 2007 publizierte Arbeit der Austrian Stroke Prevention Study Group zeigte.

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Liquorgängige Anticholinergika meiden

Antihistaminika und Psychopharmaka die Miktion beeinflussen. Therapeutisch werden häufig Nahrungsergänzungsmittel, wie Kürbiskernpräparate und Cranberry- oder Preiselbeersaft, eingesetzt. Deren Wirksamkeit ist zwar nicht belegt, aber sie scheinen Begleitsymptome zu lindern, erklärte der Referent. Bei Frauen nach den Wechseljahren bringt die lokale Östrogenapplikation nachweislich Erfolge. Duloxetin, ein Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, steigert die Aktivität des N. pudendus, erhöht die Kontraktionskraft des Urethrasphinkter und reduziert den Harndrang. Vasopressinanaloga kommen vor allem bei Enuresis oder ausgeprägter Nykturie zum Einsatz. Besonders bei Hochbetagten muss man aber z.B. mit Elektrolytverschiebungen rech-

WIESBADEN – Bei älteren Patienten mit Harninkontinenz schränken Gebrechlichkeit und Komorbiditäten oft die Therapiemöglichkeiten ein. Auf dem Deutschen Internistenkongress war zu hören, welche Optionen sinnvoll nutzbar sind. In Mitteleuropa schätzt man, dass 11  % der über 60-Jährigen an Harninkontinenz leiden, unter den über 80-Jährigen sogar 30  %. Noch nicht einmal die Hälfte der Betroffenen konsultiert deshalb einen Arzt. Das heißt jedoch nicht, dass den Patienten die Inkontinenz nichts ausmacht. In einer Studie fühlten sich 22  % durchaus beeinträchtigt und 13  % beklagten sogar hohen Leidensdruck, erklärte Dr. Klaus Becher vom interdisziplinären Beckenboden- und Kontinenzzentrum und von der Abteilung für Geriatrie am Klinikum Nürnberg. Meist liegt der unerwünschten Harninkontinenz eine Belastungs-

oder Dranginkontinenz bzw. eine Mischform zugrunde. Daneben gilt es, eine neurogene Harnblasenhyperaktivität und chronische Entleerungsstörungen (z.B. bei Prostatavergrößerung) sowie extraurethrale Probleme (Demenz, Schlaganfall, anatomische Anomalie) auszuschließen.

Fördern Medikamente die Harninkontinenz? Die Grundlage der pharmakologischen Therapie besteht zunächst im Weglassen verzichtbarer Medikamente, betonte der Experte. Beispielsweise können Diuretika, Kalziumantagonisten, Antiepileptika,

WFSBP Guidelines 2011 zur Therapie der Demenz belegt für Ginkgo biloba-Spezialextrakt EGb 761® vergleichbare Wirkung zu synthetischen Antidementiva Die World Federation of Societies of Biological Psychiatry (WFSBP) hat 2011 die Guidelines zur Therapie der Demenz überarbeitet und veröffentlicht. Betrachtet wurden Studien zu fünf verschiedenen Antidementiva: Donepezil, Galantamin, Ginkgo biloba-Extrakt, Memantin und Rivastigmin.1

Für die Prävention über dem 70. Lebensjahr konnten Hinweise auf die positive Wirkung von Ginkgo biloba gefunden werden. Erste veröffentlichte Ergebnisse der GUIDAGE-Studie, die aktuell ausgewertet wird, zeigen bereits positive Resultate des Extrakts (GUIDAGE, Vellas et al., 2006; Ipsen, 2010). Ginkgo biloba wird daher von der WFSBP mit dem Empfehlungsgrad D zur Prävention einer Demenz empfohlen. Für die übrigen Antidementiva und zu anderen Formen der Demenz existieren bis dato keine Daten.

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Auch die GOTADAY-Studie bestätigt aktuell die positiven Ergebnisse Insgesamt wurden in der randomisierten GOTADAY-Studie 410 ambulante Patienten über einen Zeitraum von 24 Wochen entweder mit täglich EGb 761 240 mg oder einem Placebo behandelt. Die Ergebnisse belegen, dass 45 % der Fachkurzinformation auf Seite 24

mit EGb 761 behandelten und 24 % der mit Placebo behandelten Patienten eine positive Veränderung um mindestens 4 Punkte im NPI (neuropsychatrischer Symptomatik) erzielten.4 Die mit EGb 761 behandelten Patienten zeigten darüber hinaus eine signifikante Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten als auch der neuropsychiatrischen Symptomatik gegenüber der Placebo-Gruppe (siehe Abb. 1).

Hohe Dosierung gewährleistet die Erreichung des Therapieziels Um die gewünschten Effekte im Gehirn zu erzielen, sollte die Tagesdosis von EGb 761 täglich 240 mg betragen.1 Auch der IQWiG-Abschlussbericht 2008 zum Thema „Ginkgohaltige Präparate bei Alzheimer Demenz“ sieht den belegten Nutzen für Ginkgo biloba, wenn 240 mg pro Tag verwendet werden.5 1

Ihl R et al., WFSBP Guidelines. World Journal of Biological Psychiatry 2011; 12: 2–32 2 Phyto-Update: Spectrum Psychatrie 4/2011: 3 3 Kasper S et al., Fortschr Neurol Psychiat 2009 4 Ihl R et al.: Efficacy and safety of a once-daily formulation of Ginkgo biloba extract EGb 761 in dementia with neuropsychiatric features: randomized controlled trial. Int J Geriatr Psychiatry 2010 5 IQWiG Abschlussbericht 2008 – Ginkgohaltige Präparate bei Alzheimer Demenz

Rückfragenhinweis: Dr. Felix Kromer Medizinischer Service Austroplant-Arzneimittel GmbH 1232 Wien Tel.: +43 1 616 26 44-64 E-Mail: felix.kromer@peithner.at

Der Weg zur Toilette sollte für Betagte nicht allzu steinig sein.

nen. Daher sind Vasopressinanaloga bei dieser Patientengruppe kaum zu empfehlen.

Neue Option steht vor Zulassung in Europa Anticholinergika kommen vor allem zur Therapie der Drangkomponente bei überaktiver Blase (OAB) infrage. In der aktuellen Leitlinie der European Association of Urology (EAU) wird zunächst zur Therapie mit rasch wirksamen Antimuskarinika geraten. Wenn diese nicht effektiv sind, wird auf langwirksame oder verzögert ausgeschüttete Formulierungen ausgewichen. Patienten, deren mentale Funktionen eingeschränkt sind, sollten kein Oxybutynin erhalten. Diese Substanz steht im Verdacht, kognitive Dysfunktionen zu begünstigen. Hier ist das nicht liquorgängige Trospiumchlorid besser geeignet, schlug der Kollege vor. Für den neuen, in Japan bereits zugelassenen Agonisten am Beta-3Adrenozeptor, Mirabegron, steht die Zulassung in den USA und Europa an. Er wirkt direkt auf die Blase und scheint daher nur wenig systemische Nebenwirkungen zu haben. Im Bereich des ZNS sind ebenfalls keine unerwünschten Effekte aufgefallen. Allerdings ist die Substanz

bei Hochbetagten noch nicht untersucht, schränkte der Experte ein. Botulinum-Toxin kann – direkt in die Blasenmuskulatur gespritzt – die Dranginkontinenz bessern, doch die Anwendung ist bei sehr alten Patienten oft schwierig. Ein neues Therapieverfahren ist die periphere Tibialis-Nerven-Stimulation (pTNS). Dabei wird der N. tibialis in mehreren Sitzungen gereizt. Dadurch werden zentrale Areale, die etwas mit der Urin-/ Stuhlsteuerung zu tun haben, aktiviert. Ohne dass man die Wirkung genau kennt, greift diese Therapie steuerungsmodulierend ein und hat gute Erfolge. Bei 50- bis 65-Jährigen wird die pTNS in den EAU-Leitlinien empfohlen. Aber auch hier ist der Einsatz bei geriatrischen Patienten noch nicht geprüft. Ganz wichtig bleibt das konservative Management der Inkontinenz. Dazu gehören Beckenbodentraining, Regulierung des Trinkvolumens und gezielte Toilettengänge. Hilfreich sind auch Einschränkung des Nikotinkonsums und die Kontrolle von Gewicht und Stuhlgang. Außerdem sollte dem alten Menschen der Gang zur Toilette problemlos und unfallfrei möglich sein. Eine Sitzerhöhung beugt der sogenannten funktionellen Inkontinenz vor. SK

News Akutgeriatrie am LKH Rohrbach eröffnet Am LKH Rohrbach in Oberösterreich werden die ersten Patienten am neuen Department für Akutgeriatrie und Remobilisation versorgt. „So viel Hilfe wie nötig, so viel Selbstständigkeit wie möglich“, lautet das Motto der neu eröffneten Spezialeinrichtung für Altersmedizin der gespag. Prim. Dr. Peter Stumpner: „Ziel ist es, unseren Patientinnen und Patienten so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben in ihrem gewohnten Umfeld zu ermöglichen.“ Die Errichtung der hochspezialisierten Einheit sei ein weiterer wesentlicher Beitrag zur Steigerung der Versorgungsqualität in der Region, freut sich auch LH Dr. Josef Pühringer. Zusätzlich stehen auch drei Palliativ-Betten für unheilbar kranke Menschen zur Verfügung.

Foto: gespag

Die Verwendung von Ginkgo biloba auch in der Prävention von Demenzerkrankungen empfohlen

Abb. 1: Veränderung der neuropsychiatrischen Symptomatik (NPI)1.

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Die Ergebnisse der aktuellen WFSBP Guidelines bestätigen die Gleichwertigkeit des Ginkgo biloba-Extrakts gegenüber Memantin und Cholinesterasehemmern. Zusätzlich weist EGb 761® gegenüber den synthetischen Antidementiva eine bessere Verträglichkeit und geringere Nebenwirkungen auf und sorgt so für eine bessere Compliance beim Patienten.2 Für alle fünf Substanzen liegt eine Evidenz B (mind. 1 positive RCT) vor, ihr Empfehlungsgrad wird auf Stufe 3 eingestellt.3

Foto: BilderBox.com

Limits der Inkontinenztherapie bei Alten


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Durch frühzeige Diagnose Sehverlust verhindern

Die Augen bei Alten im Blick behalten

Der natürliche Alterungsprozess des Auges führt dazu, dass ältere Menschen visuelle Veränderungen wie Presbyopie, verminderte Farbdiskriminierung und Kontrastsensitivität sowie die Notwendigkeit einer höheren Lichtintensität beim Lesen hinnehmen müssen.2 Zusätzlich treten gewisse Augenerkrankungen vermehrt im Alter auf. Die vier häufigsten, die mit Sehverschlechterung bis hin zur Blindheit einhergehen können, sind Katarakt (60  %) 3, altersbedingte Makuladegeneration (26  %), Glaukom (20,5  %)

Diplomlehrgang Geriatrie und diabetische Retinopathie (8,9  %)4. Meist ist die frühzeitige Erkennung wichtig, um einen drohenden Sehverlust zu verhindern. Vor allem Patienten in Alters- und Pflegeheimen erhalten nicht notwendigerweise regelmäßige Augenuntersuchungen, außer es treten Probleme wie gerötete Augen oder Verlust der Brille auf. In einigen Studien wurde berichtet, dass viele dieser Patienten an Sehbeeinträchtigungen leiden und dass darüber hinaus ihre Lebensqualität steigt, wenn die Sehfunktion verbessert werden kann.5,6,7

den jährlich über 70.000 Kataraktoperationen durchgeführt. 8 Der Oben: Diabetische Retinopathie Eingriff erfolgt heutzutage meist Rechts: zentrales Skotom bei altersbetagesklinisch unter topischer An- dingter Makuladegeneration (AMD) ästhesie (Tropfbetäubung).

Altersbedingte Makuladegeneration Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist weltweit die häufigste Ursache für eine schwere Sehbeeinträchtigung und ist durch einen Verlust der zentralen Sehschärfe charakterisiert. Sie führt nicht zur vollständigen Erblindung, aber Betroffene verlieren die Lesefähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und können Gesichter kaum mehr erkennen. Erstsymptom ist oft, dass gerade Linien als Wellenlinie wahrgenommen werden. Man unterscheidet zwei Formen der AMD: die feuchte oder exsudative, neovaskuläre Form und die trockene AMD. Die trockene Form der AMD schreitet in der Regel viel langsamer voran als die neovaskuläre.9 Die Prävalenz der AMD liegt bei Personen zwischen dem 65. und 75. Lebensjahr zwischen 9 und 25  %.9 10 bis 15  % aller AMD-Patienten leiden an der feuchten Form, die durch ein abnormes Gefäßwachs-

Behandlung bei Fortbestehen der choroidalen Neovaskularisation im Abstand von zirka vier bis sechs Wochen wiederholt werden muss. Nebenwirkungen am Auge, aber auch systemisch (Hypertonie, thromboembolische Ereignisse) sind möglich, aber glücklicherweise selten. Wichtig für den Behandlungserfolg ist die Früherkennung der Erkrankung.

Glaukom – Grüner Star Weltweit sind 67 Millionen Menschen am Glaukom erkrankt, davon 25 Millionen in Europa.11 Man schätzt, dass bei 18  % der europäischen Bevölkerung über 50 Jahre ein Glaukom diagnostiziert wurde und dass 15  % der weltweiten Erblindungen durch den Grünen Star bedingt sind.12 In einer österreichischen Studie von Hitzl et al.13 wurde berichtet, dass die 5-Jahres-Inzidenz für Personen über 70 Jahre 2,3  % und über 80 Jahre 6,9  % beträgt. Damit ist im Zeitraum von

Gastbeitrag vom Diplomlehrgang Geriatrie OÄin Dr. Beatrix Neumaier-Ammerer FÄin für Augenheilkunde und Optometrie Augenabteilung Krankenanstalt Rudolfstiftung Foto: privat

Katarakt – Grauer Star Die Katarakt ist charakterisiert durch eine meist altersbedingte Trübung der natürlichen Linse im Auge. Diabetes mellitus, die Einnahme von gewissen Medikamenten über einen längeren Zeitraum, wie z.B. Kortison, aber auch Augenverletzungen können die Entstehung beschleunigen. Hauptsymptom ist eine langsame, schmerzlose Abnahme des Sehvermögens sowie eine zunehmende Blendempfindlichkeit. Oft verbessert sich zunächst die Sehfähigkeit im Nahbereich, sodass Lesen ohne Brille plötzlich möglich ist. Bedingt ist dies durch die Entstehung einer Kernkatarakt, wobei es zu einer Verdichtung des Linsenkerns kommt. Die Brechkraft der Linse nimmt zu, die Patienten werden kurzsichtig. Behandelt wird der Graue Star durch die operative Entfernung der trüben Linse im Austausch gegen eine Kunstlinse. Es ist dies der am häufigsten durchgeführte operative Eingriff am Menschen überhaupt. In Österreich wer-

Fotos: zur Verfügung gestellt von OÄin Dr. Neumaier-Ammerer

WIEN – Im Jahr 2010 waren 23 % der österreichischen Bevölkerung über 60 und 8 % über 75 Jahre alt. Dieser Prozentsatz soll bis 2030 auf 31 % bzw. 11 % steigen.1 Da viele Augenerkrankungen altersbedingt sind, führt die Vergrößerung dieser Altersgruppe in Europa auch zum vermehrten Auftreten von Sehverlust bis hin zur Blindheit. Augenuntersuchungen in regelmäßigem Abstand sind wichtig, um Erkrankungen frühzeitig diagnostizieren und behandeln zu können.

Juchgasse 25 1030 Wien E-mail: beatrix.neumaier-ammerer@wienkav.at

tum (choroidale Neovaskularisation) gekennzeichnet ist. Diese Form ist für 90 % der schweren Sehbeeinträchtigungen bedingt durch AMD verantwortlich.10 Patienten mit bilateraler neovaskulärer AMD berichten über eine deutlich herabgesetzte Lebensqualität, Angstzustände und Depressionen; Stürze und Knochenbrüche treten vermehrt auf und führen zu erhöhter Pflegebedürftigkeit. Man behandelt die feuchte Makuladegeneration heute hauptsächlich mit der Applikation von Anti-VEGF (Anti vascular endothelial growth factor) in den Glaskörperraum. Es stehen hier im Wesentlichen zwei Substanzen zur Auswahl: Ranibizumab (Lucentis®) und im Off-Label-Use Bevacizumab (Avastin®). Die geringe Halbwertszeit und damit Wirksamkeit im Auge bedingt, dass die

2020–2025 mit 62.000 und zwischen 2030–2035 mit 69.000 neuen Glaukomerkrankungen in der Altersgruppe der 40- bis 80-Jährigen zu rechnen.1 Man unterscheidet zwei Formen des Grünen Stars: das Offenwinkelglaukom und das Engwinkelglaukom, wobei jedes primär oder sekundär auftreten kann. Ursache für den Visusverlust durch zunehmende Gesichtsfeldeinschränkung ist eine progressive Schädigung der Nervenfasern im Nervus opticus durch erhöhten intraokularen Druck bzw. Durchblutungstörungen. Risikofaktoren sind neben fortgeschrittenem Lebensalter Myopie, positive Familienanamnese, Rasse, Augenerkrankungen wie z.B. diabetische Retinopathie, Z.n. retinalen Gefäßverschlüssen oder Uveitis. Da die Gesichtsfeldeinschränkung im Randbereich be-

ginnt und erst in der Spätphase der Erkrankung das Zentrum erreicht, werden Symptome in der Frühphase subjektiv nicht wahrgenommen. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass ab dem 40. Lebensjahr Augendruckmessungen im Abstand von ein bis zwei Jahren beim Augenarzt durchgeführt werden. Die Behandlung erfolgt meist suffizient mit topischen augendrucksenkenden Substanzen wie z.B. Prostaglandinen, Betablockern und Carboanhydrasehemmern. Nur in therapierefraktären, fortgeschrittenen Fällen ist eine Operation mittels Laser oder Shuntlegung erforderlich.

Diabetische Retinopathie Gemäß der aktuellen Literatur leiden 3 bis 4,1 % der Europäer an irgendeiner Form der diabetischen Retinopathie.14,15 In Deutschland liegt die Inzidenz für Personen zwischen dem 60. und 74. Lebensjahr bei 29  % in der männlichen und 16,5  % in der weiblichen Bevölkerung. 16 Erblindungsursache ist meist ein diabetisches Makulaödem17 oder eine proliferative diabetische Retinopathie. Die Einteilung der diabetischen Retinopathie reicht vom Auftreten von einzelnen Mikroaneurysmen in der Frühform bis hin zur Spätform mit Gefäßproliferationen in den Glaskörperraum mit rezidivierenden Glaskörperblutungen und Netzhautablösung. Neben dem zu hohen Blutzuckerspiegel als Risikofaktor sind Dauer und Typ des Diabetes, das Alter zum Zeitpunkt der Diagnose, außerdem die Art der Therapie und das Vorliegen einer arteriellen Hypertonie Faktoren, die die Entstehung negativ beeinflussen können. Je nach Stadium und Lokalisation der Erkrankung stehen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Liegt eine nicht proliferative Form vor, ist meist noch keine Behandlung erforderlich, und es sind Kontrollen im Abstand von drei bis zwölf Monaten notwendig. Liegt bereits eine proliferative Form vor, ist der erste Schritt eine panretinale Laserkoagulation bis hin zur Glaskörperentfernung (Vitrektomie) bei schweren Proliferationen und Glaskörperblutungen. Ein klinisch signifikantes Makula-

ödem wird heute mit intravitrealer Applikationen von VEGF und/oder fokaler Laserkoagulation behandelt. Jeder Diabetiker sollte auch bei unauffälligen Fundusverhältnissen zumindest einmal jährlich den Augenfacharzt aufsuchen. 1

Statistik Austria, Bundesanstalt Statistik Österreich, Guglgasse 13, 1110 Wien 2 Kergoat H, Oliver S, Marinier JA. Vision et vieillissement. In: Arcand M, Herbert R, eds. Prècis Pratique de Gèriatrie, 3d èd. Edisem: Maloine, 2007, p. 511–526 3 Acosta R, Hoffmeister L, Romàn R, comas M, Castilla M, Castells X. Systematic review of population-based studies of the prevalence of cataracts. Arch Soc Esp Oftalmol 2006; 81: 509–516 4 Kocur I, Resnikoff S. Visual impairment and blindness in Europe and their prevention. Br J Ophthalmol 2002; 86: 716–722 5 Owsley C, McGwin G Jr, Scilley K et al. The visual status of older persons residing in nursing homes. Arch Ophthalmol 2007; 125: 925–930 6 Waked N, Saad A, Mehanna C et al. Prévalence, causes et facteurs de maisons de retraite libanaises. J Fr Ophthalmol 2007; 30: 497–502 7 Carcenac G, Hérard ME, Kergoat MJ, Lajeunesse Y, Campoux N, Barsauskas A, Kergoat H. Assessment of visual function in instutionalized elderly patients. J Am Med Dir Assoc 2009; 10: 45–49 8 Neumaier-Ammerer B. Auswertung der Umfrage der Kommission für Kataraktchirurgie und intraokulare Implantate 2010. Spektrum Augenheilkd 2012; 26: 30–31 9 Van Leeuwen R, Klaver CC, Vingerling JR, Hofman A, de Jong PT. The risk and natural course of age-related maculopathy: Followup at 6 ½ years in the Rotterdam study. Arch Ophthalmol 2003; 121: 519–526 10 Prokofyeva E, Zrenner E. Epidemiology of major eye diseases leading to blindness in Europe: A literature review. Ophthalmic Res 2012; 47:171–188 11 Michelson G, Groh MJ. Screening models for glaucoma. Curr Opin Ophthalmol 2006; 90: 253–254 12 Thylefors B, Negrel AD. The global impact of glaucoma. Bull World Health Organ 1994; 72: 323–326 13 Hitzl W, Hornykewycz K, Grabner G, Reitsamer HA. On the relationship between age and prevalence and/or incidence of primary open-angle glaucoma in the „Salzburg-Moorfields collaborative glaucoma study“. Klein Monbl Augenheilkd 2007; 224: 115–119 14 Resnikoff S, Pascolini D, Etyaàle D, Kocur I, Pararajasegaram R, Pokharel GP, Mariotti SP. Global data on visual impairment in the year 2002. Bull World Health Organ 2004; 82: 844–851 15 Simmons D, Clover G, Hope C. Ethnic differences in diabetic retinopathy. Diabet Med 2007; 24: 1093–1098 16 Krumpaszky HG, Ludtke R, Mickler A, Klauss V, Selbmann HK. Blindness incidence in Germany. A population-based study from Württemberg-Hohenzollern. Ophthalmologica 1999; 213: 176–182 17 Idil A, Caliskan D, Ocaktan E. The prevalence of blindnesss and low vision in older onset diabetes mellitus and associated factors: a community-based study. Eur J Ophthalmol 2004; 14: 298–305

Sagen Sie uns Ihre Meinung! ... und schicken Sie uns zu diesem Thema einen Leserbrief, rufen an oder senden eine E-Mail: Redaktion Medical Tribune Grünbergstraße 15/Stiege 1 1120 Wien Tel.: (01) 546 00-0 Fax: (01) 546 00-750 redaktion@medical-tribune.at


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Die letzte Seite

Medizin

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Medizin und ich von A bis Z

Bin ich am Verblöden?

In schlimmen Phasen empfiehlt mir mein mich liebender Göttergatte dann die Einnahme von Tebofortan. Find ich noch ein bisschen verfrüht, zumal ich einen Haufen Menschen kenne, von denen ich weiß, dass sie intelligent und Koryphäen in ihrem Job sind. Und trotzdem auch immer wieder desorientiert durch die eigene Bude schlurfen auf der Suche nach ihrem Autoschlüssel/Geldtascherl/jüngsten Kind oder in der Hoffnung, dass ihnen wieder einfällt, was sie im Badezimmer eigentlich wollten. Psychologenfreundin K. meint zwar, ich hätte eine Zwangsneurose, aber die sei nicht weiter schlimm. Sie empfiehlt Urlaub. Wenn ich nicht mehr 1000 Dinge gleichzeitig im Kopf hätte, könnte ich mich auch wieder daran erinnern, was ich vor fünf Minuten so getan hätte, postuliert sie. Urlaub ist schön, und so packe ich Mann und Hauskater und wir fahren auf die Hütte. Im Gepäck kein Laptop, keine Fachliteratur, ja nicht einmal ein Buch der Literaturgattung „wertvoll“. Nur ein paar spannende Krimis und ein paar saugute Flaschen Rotwein. Dabei sollte ich so dringend meine

Gewichtsmessgerät

Bürger bunter eines anderen Papagei Landes

Eintritt ins Leben

Foto: Furgler

von Dr. Ulrike Stelzl, Kassenärztin für Allgemeinmedizin in Graz

neurologischen Defizite beheben. Nein, ich meine damit nicht, dass ich tatterig wäre oder beim Sprechen stottere, ich meine, dass meine Neurologiekenntnisse eher rudimentär sind. Aber andererseits: Man kann schließlich nicht alles können, ich kenne einen wunderbaren Neurologen, mit dem ich super zusammenarbeite, und wie man einen Überweisungsschein ausfüllt weiß ich auch. Das Gewissen meint,

ich sollte ja auch dieses und jenes noch lernen, und wenn schon nicht lernen, dann wenigstens mal nachsehen, was eine Cochrane-Analyse wirklich ist und was das für mich als Allgemeinmedizinerin bedeutet (außer ehrfürchtiges Staunen bei irgendwelchen Fortbildungen). Dann sollte ich mich auch außermedizinisch weiterbilden. Ich sollte auf Vernissagen gehen, Konzerte, Theateraufführungen und Ausstellungen besuchen, interessante Leute treffen und mit ihnen interessanten Small Talk führen, angesagte Lokale kennen und vielleicht den einen oder anderen Diavortrag über Fernreisen besuchen. Ich sollte, ich sollte, ich sollte. Weil sonst? Sonst was? Sonst werde ich verblöden und ganz und gar uninteressant.

Schrullig ist super Sch… drauf. Ich spreche drei Sprachen und habe einen Doktortitel. Es muss also Großhirnaktivität vorhanden sein oder zumindest mal gegeben haben. Ich habe auf Reisen so viele Kunstschätze kennengelernt, dass es für drei Leben reicht, und interessante Leute treffe ich auch unter meinen Patienten und Karateschü-

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Fachkurzinformation auf Seite 24

Strom in Ostsibirien

Preisvorschlag

span. Artikel

Flüssigkeitsentnehmer

blutunterlaufener Streifen

französischer Männername

Schleichkatze, Ginsterkatze Verwandter der 3. Generation histor. südarab. Landschaft deutschamerik. Violinist (David)

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Hauterkrankung b. Tier

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Hauptstadt von Hawaii

schwed. Asienforscher † 1952

Autoanlasser klangvoll, volltönend

Zeichen für Neon

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Enterich

Trinkbedürfnis engl. Männerkurzname deutscher Komponist (Max) † 1916

Hanseschiff

ital. Sopranistin (Renata) † 2004

4

Film mit den Beatles

antike Stadt in Ionien

3

franz. Adelsprädikat

Abk.: Junior keimtötendes Mittel

Maß f. d. Brechkraft e. Linse

®

italienisch: er

Kfz-Z. Leoben/ST

Segelmanöver Kfz-Z. Laos

angeborener Körperfleck

9

russ. Dichter (Leo) † 1910

2

Abk.: Milliarde Abk.: Turbo Direct Injection

Salz der Jodsäure

Stadt an der Loire

griech. Buchstabe

französisch: Liebe

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großer Fluss

König von Israel und Juda

südamerik. Goldhase

ein Balte

TV-Sportkürzel: Österreich

Bakterienzüchtung

Krebsfleischimitat (jap.)

türkischer männl. Vorname Kfz-Z. Tansania

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Hauptstadt von Marokko

ungar. Politiker † 1989 (János)

lern. Ich darf jetzt mal das Hirn abschalten. Und ich glaube nicht, dass davon auch sofort graue Zellen absterben und Synapsen degenerieren. Ich werde schrullig werden, hat mir eine Freundin prophezeit. „Um Gottes Willen, bloß nicht!“, dachte ich zu diesem Zeitpunkt. Im Moment sitze ich auf einem Bankerl und blicke über das Tal. Über mir kreist ein kleiner Raubvogel, rund um mich tummeln sich summend Bienen auf den Wiesenblumen und die Wolkenformationen am Horizont bekommen langsam intensivere Farben durch eine Sonne, die sich anschickt, bald unterzugehen. Neben mir sitzt ein halbes Duzend verhaltensauffälliger Katzen. Da wäre mal Kater Nikolaus, der letztes Jahr zwei Generationen von Kätzchen bemuttert hat. Er putzte sie, brachte ihnen das Jagen bei und wärmte sie in der Nacht. Wir haben ihm immer wieder gesagt: „Niki, du bist nicht ihre Mama!“ Geholfen hat’s nix. Heuer gibt’s keine Jungkatzen mehr, und Niki glaubt nun zur Abwechslung, er sei unser Hund. Er geht „bei Fuß“ überallhin

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mit, treibt uns beim Wandern zusammen wie ein Hirtenhund und schleckt uns dann die Finger. Schwer daneben, aber entzückend. Daneben räkelt sich unsere Katzenmama mit allen ihren verbleibenden Jungen, alle längst erwachsen. Doch Mama putzt und bekuschelt sie wie damals. „Hey, ihr seid eigentlich individualistische Einzelgänger und überhaupt schon längst aus dem Nest gebissen!“ Schert auch keinen. Und ich find’s super. Echt schrullig, voll daneben, gar nicht arttypisch, aber super. Und dann kommt langsam die Erkenntnis, dass es nicht um allgemeine und standardisierte Erwartungen geht, sondern um den eigenen Weg, das eigene Wohlfühlen und das eigene kleine Glück im Alltag. Und mein Mann und ich rücken enger zusammen auf dem Bankerl, jeder krault gedankenverloren irgendeinem Maunzler den Pelz. Und ich nehm noch einen großen Schluck Barolo und gestehe in den Sonnenuntergang: „Ja, lieber Gott lass mich ruhig schrullig werden und ein bisschen verblöden. Das tut einfach gut!“

MT-Rätsel Dieses Jahr steht „Macbeth“ von William Shakespeare auf dem Programm der Sommerspiele Perchtoldsdorf. Macbeth ist ein märchenhaftes Drama, in dem Überirdisches und Menschliches aufeinander stoßen, menschliche Schwächen wie Sehnsüchte oder Profitgier auf sagenhafte Prophezeiungen treffen. Shakespeares faszinierende Geschichte über den Aufstieg und Fall des Than von Glamis und Cawdor ist ein Meilenstein moderner Dramaturgie und von fast erschreckender Aktualität. Schicken Sie das Lösungswort per E-Mail (sekretariat@medical-tribune.at) oder Fax (01/54600-50-623) bis 5.7. an die Redaktion und gewinnen Sie 2 x 2 Karten für die Aufführung am 15.7. auf der Burg Perchtoldsdorf.

Foto: Lukas Beck

V wie Vergesslichkeit

Kolumne

01/01.2012

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anchmal frage ich mich insgeheim, ob ich nicht schön langsam aber sicher verblöde. Ich meine damit nicht den mittlerweile ganz normalen AlltagsAlzheimer. Der, der je nach Stresssituation unterschiedlich stark zum Ausbruch kommt. Beispiele gefällig? Also: fünfmal nachschauen gehen, ob der Herd wohl wirklich abgeschaltet ist; oder ob wir das Küchenfenster geschlossen haben, damit der Kater nicht das Weite sucht und es auch findet; oder die Wohnungstür abgesperrt ist, damit nicht böse Leute uns nächtens davontragen u.v.a.

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Entspannung ohne Plasmaspitzen- Konzentrationen. * Gewinnen Sie 2 x „Macbeth“ Bereichen erhöhen.“ 28 23 Der Henry Schein Medical Shop in der...

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