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44. Jahrgang/Nr. 25 • 20. Juni 2012 • € 4,-

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aktuell, international, unabhängig Angioödem

Prof. G. Gaedicke:

Henry Schein

25 Ziele enthält der Entwurf für den Nationalen Aktionsplan Bewegung, der von den Ministern Stöger und Darabos präsentiert wurde. 4

Praxis-Tipp: Was tun beim hereditären Angioödem? Eine aktuelle Leitlinie zur Diagnostik und Therapie gibt Auskunft. 6

„Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst anfangen soll.“

Der Henry Schein Medical Shop in der MT bietet hochwertige Produkte zu Top-Preisen. 27

EULAR 2012 in Berlin An der Europäischen Jahrestagung für Rheumatologie EULAR (European League Against Rheumatism) 2012 vom 6. bis 9. Juni wurden neueste Daten zur BiologikaTherapie mit bekannten und mit neuen Wirkstoffen bei

Rheuma-Patienten heiß diskutiert. Menschen mit anderen Erkrankungen können von diesen Entwicklungen nur träumen – etwa Patienten mit systemischer Sklerose oder mit systemischem Lupus erythematodes. Den-

Krankes Herz schädigt Leber

In einer Doppelconference wurden im Rahmen der Frühjahrstagung der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG) die Zusammenhänge zwischen Diabetes & Herzinsuffizienz beleuchtet.  12

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Plattform Rheumatologie

 28

Von der ÖDG ans Herz gelegt

20.03.12 10:30

Aktionsplan

In die Schule mit Kopfpilz?

Kritisch kranke Menschen kämpfen oft nicht nur mit ihrem Grundleiden, sondern auch mit einer hypoxischen Hepatitis. Mehr dazu von der Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft (ÖKG) auf  8

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Die Kontagiosität mancher Hautpilze ist hoch. Ob ein Kind mit Tinea capitis in die Schule darf, hängt davon ab, ob es sich um einen anthropophilen oder zoophilen Pilz handelt.  6

noch gibt es teilweise auch hier Erweiterungen des Behandlungsspektrums. Weiters lesen Sie in der aktuellen Plattform Rheumatologie über Fibromyalgie zwischen Rheumatologie und Psychiatrie, Biomarker für die Pro-

gnose bei Morbus Bechterew, Beeinflussung des kardiovaskulären Risikos bei rheumatoider Arthritis und die Aus-

wirkungen von Hormonen auf die Erkrankung sowie über den gesundheitlichen Nutzen von Radon.  I–XVI

Gesundheitsreform

Einigung zur Einigkeit Die Steuerungsgruppe zur Gesundheitsreform verkündete vergangene Woche einen Erfolg: Die sechs Vertreter von Bund, Ländern und Sozialversicherung unterzeichneten eine „politische Einigung“ über die gemeinsame Planung, Steuerung und Finanzierung des Gesundheitssystems sowie über verpflichtende Zielvereinbarungen. Der niedergelassene Bereich und die Spitäler sollen über die

Gesundheitsplattformen gemeinsam geplant und finanziert werden. Vereinbart wurde auch, die Kostensteigerung in den nächsten Jahren an das

Wirtschaftswachstum anzubinden. Heftige Kritik kommt von der Ärztekammer, die in die Verhandlungen nicht eingebunden war.  17

Sozialpsychiater Prof. Johannes Wancata:

Forschung im Fokus Er will seine Abteilung zu einem internationalen Zentrum für sozialpsychiatrische Forschung machen. Univ.Prof. Dr. Johannes Wancata leitet seit einem Jahr die Sozialpsychiatrie an der Medizinischen Universität Wien. Im MT-Interview sprach der

Experte über seine Pläne an der Uniklinik und das wichtige Zusammenspiel zwischen biologischer und psychotherapeutischer Psychiatrie und Sozialpsychiatrie. Gedanken machte sich Prof. Wancata auch zur Versorgung in Österreich und den neuen

Herausforderungen im Zusammenhang mit der demographischen Entwicklung. Das neue Unterbringungsgesetz hält er prinzipiell für positiv, es brauche aber eine Evaluierung. Prof. Wancata hält diese Woche seine Antrittsvorlesung in Wien.  10

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Medizin

Aus dem Inhalt Medizin Wissenschaft

für die Praxis ............................... 4

Praxis-Tipp

Neue Leitlinie zum hereditären Angioödem ..............6

Kongress live

ÖKG-Tagung: Krankes Herz schädigt Leber und Galle ........... 8

Sozialpsychiatrie

Prof. Wancata zur Bedeutung von Forschung und Politik ....... 10

ÖDG-Tagung

Zusammenhänge zwischen Diabetes & Herzinsuffizienz .....12

Diabetestherapie

Sulfonylharnstoffe erhöhen die Mortalität .............14

Politik & Praxisführung Gesundheitsreform

Nach politscher Einigung wartet noch viel Arbeit ............17

Medical Tribune • 44. Jahrgang • Nr. 25 • 20. Juni 2012

Your Better Life Index

Was bedeutet Lebensqualität? PARIS – Was sind die essenziellen Zutaten für ein besseres Leben? Ist eine gute Ausbildung, eine intakte Umwelt, Ge sundheit oder Wohlstand die wichtigste Voraussetzung für eine gute Lebensqualität? Jeder Einzelne von uns wird diese Frage wohl etwas anders beantworten und seine persönliche Vorstellung von Lebensqualität unterschiedlich beurteilen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichte kürzlich eine neue Version des „Your Better Life Index“, der es jedem Einzelnen online interaktiv ermöglicht, sein Leben zu beurteilen und weltweit zu vergleichen. Als Hauptfaktor für wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt wurde bislang immer das Bruttoinlandsprodukt gesehen, das jedoch viele Faktoren für Lebensqualität nicht abdecken konnte. Mit der „Better Life Initiative“ steht seit einiger Zeit ein besserer Weg zur Verfügung, um jene Bereiche zu untersuchen, die das tägliche Leben der Menschen beeinflussen. So sollen geeignete Maßnahmen gefunden werden, um Verbesserungen für alle herbeizuführen. Die OECD hat laut den Empfehlungen der Commission on the Measurement of Economic Performance and So-

derum auf einem oder mehreren spezifischen Indikatoren. So setzt sich zum Beispiel der Bereich Gesundheit aus den Indikatoren der Lebenserwartung und der selbst eingeschätzten Gesundheit zusammen. Die Lebenserwartung ist das am weitesten verbreitete Maß für Gesundheit, obwohl sie nur Aussagen über die Länge des Lebens und nicht über die Lebensqualität trifft. Die andere Methode der Datenerhebung basiert auf der Frage „Wie beurteilen Sie Ihre Gesundheit?“ und wird in unterschiedlich gestalteten Umfragen in diversen Ländern der OECD durchgeführt.

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Arbeitsmedizin

Herausforderungen bei Round Table diskutiert ............18

Die Innovation in der Osteoporosetherapie

Kinderklinik Innsbruck

Prof. Gaedicke hat Leitung übernommen ..... ........ 19

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Fachkurzinformation auf Seite 24

Frühe Therapie reduziert Risiko und Mortalität................IV

Sklerodermie

Stammzelltransplantion wirksam, aber gefährlich ..........VI

Fibromyalgie

„Tender Points“ haben ausgedient ...................VIII

Heilstollen Gastein

Positive Wirkung von Radon bei Morbus Bechterew ........... XII

Impressum ............................. 6

Auf der Homepage www.oecdbetterlifeindex.org kann jeder Internetbenutzer anhand der elf Punkte seinen ganz persönlichen Better Life Index (BLI) erstellen.

zeugleiste die elf Punkte für sich selber unterschiedlich gewichten und so seinen persönlichen Index kreieren. Das Ergebnis lässt sich wiederum mit dem anderer Menschen im Heimatland oder auf der ganzen Welt vergleichen. Jedes Mal, wenn ein neuer Index erstellt wird, findet er Eingang in die öffentlich zugängliche Datenbank. Der Nutzer kann seinen Index auch mit Freunden teilen oder andere auffordern, ihren Index mit seinem zu vergleichen. Auf diese Weise hofft die OECD, einerseits einen Dialog anzuregen und andererseits ein möglichst gutes Gesamtbild über die Vorstellung eines guten Lebens von Bürgern auf der ganzen Welt zu erhalten. Weiters verschafft die Mitarbeit möglichst vieler Bürger der OECD eine bessere Position, um Politiker und Entscheidungsträger bezüglich der Prioritäten ihrer Bürger für ein besseres Leben zu beraten.

Informationen für Bürger

Plattform Rheumatologie Rheuma & Herz

Foto: oecdbetterlifeindex.org

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cial Progress (CMEPSP) dafür elf Schlüsselfaktoren zur Beurteilung von Lebensqualität identifiziert. Detaillierte Analysen und Forschungen dazu finden sich im „How’s Life Report“, dem ersten Versuch auf internationalem Level, das beste Paket von vergleichbaren und umfassenden Faktoren des Wohlbefindens zu charakterisieren (weitere Informationen dazu unter www.oecd. org/howslife). Berücksichtigt werden dabei einerseits materielle Lebensbedingungen wie Wohnverhältnisse, Einkommen und Arbeit, und andererseits Kriterien für die Lebensqualität wie Gemeinschaft, Bildung, Umwelt, Bürgerbeteiligung, Gesundheit, Lebenszufriedenheit, Sicherheit und Work-Life-Balance. Jeder dieser elf Punkte basiert wie-

Ein Schlüsselinstrument der „Better Life Initiative“ ist der „Your Better Life Index“, der die Betroffenen – nämlich jeden Einzelnen von uns – in diese Debatte mit einbeziehen soll. Er stellt für die Bürger von mittlerweile 36 Ländern ein Instrument bereit, das sie informiert und an dem politischen Prozess beteiligt, der ihr Leben schlussendlich beeinflusst. Auf der Homepage www.oecdbetterlifeindex.org kann jeder Internetbenutzer anhand der elf Punkte seinen ganz persönlichen Better Life Index (BLI) erstellen. Die Ende Mai präsentierte aktualisierte Version bezieht auch auch Faktoren wie Geschlecht und Ungleichheiten mit ein. Der Besucher der Website kann nun mithilfe einer Werk-

Dem interessierten Bürger soll die Website zusätzlich als vielseitig nutzbare Informationsquelle und Weiterbildungsinstrument dienen. Auf der Hauptseite empfängt den Besucher ein bunter Strauß aus Blütendiagrammen, die einen anschaulichen Vergleich der Gesamtergebnisse aller Länder bezüglich der elf Themenbereiche von Wohlbefinden ermöglichen. Zu jedem einzelnen Themenbereich gibt es wiederum Hintergrundinformationen und ausführliche Erklärungen zu den enthaltenen Indikatoren sowie Daten zum Abschneiden der teilnehmenden Länder. Neu ist, dass für jeden Indikator die Ergebnisse für Männer und Frauen verglichen werden, und es ist ersichtlich, wie sehr der soziale und ökonomische Status die Ergebnisse beeinflusst. Der Index enthält einerseits eine Gesamtbeschreibung der Lebensqualität in jedem einzelnen Land,

andererseits kann das Abschneiden jedes Landes quer über alle Bereiche ermittelt werden. So erfährt der Besucher zum Beispiel, dass Österreich im Gesamtergebnis sehr gut abschneidet, da sich unser Land in zahlreichen Themenbereichen des BLI unter den Top-Ten-Ländern befindet. Auf die Frage „Wie beurteilen Sie Ihre Gesundheit?“ antworteten 69 Prozent der Österreicher mit gut (OECD-Durchschnitt: 70 Prozent), aber mit einem deutlichen Unterschied nach dem Geschlecht: 72 Prozent der Männer, aber nur 67 Prozent der Frauen fühlten sich bei guter Gesundheit. Die Daten des BLI wurden 2012 aktualisiert und beinhalten die neuesten Zahlen. Das wird auch in Zukunft so fortgesetzt, neue Indikatoren sollen nach den Prioritäten der Nutzer hinzugefügt und die Methoden laufend verfeinert werden. OECD-Generalsekretär Angel Gurría ist optimistisch für die Zukunft: „Wir werden den ,Your Better Life Index‘ in den kommenden Jahren weiterentwickeln und ihn als ein wirksames Werkzeug zur Förderung besserer Strategien für bessere Lebensbedingungen etablieren.“ NoM

Better Life Index (BLI) Der BLI berücksichtigt einerseits materielle Lebensbedingungen wie Wohnverhältnisse, Einkommen und Arbeit, und andererseits Kriterien für die Lebensqualität wie Gemeinschaft, Bildung, Umwelt, Bürgerbeteiligung, Gesundheit, Lebenszufriedenheit, Sicherheit und Work-LifeBalance. Dargestellt werden diese elf Bereiche als bunte Blütenblätter – je nach Gewichtung in unterschiedlicher Größe und damit auch leicht vergleichbar.


Fachkurzinformation auf Seite 24

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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 25  •  20. Juni 2012

Wissenschaft für die Praxis

Nationaler Aktionsplan

25 Ziele für mehr Bewegung WIEN – Gesundheitsminister Alois Stöger und Sportminister Mag. Norbert Darabos präsentierten Mitte Juni ihren Entwurf des Nationalen Aktionsplan Bewegung (NAP.b). Darin werden 25 Ziele aufgelistet, die die Österreicher in Bewegung bringen sollen. Die Ziele des Konsultationsentwurfes des NAP.b basieren auf den Ergebnissen mehrerer Arbeitsgruppen aus den sechs Bereichen Sport, Gesundheit, Bildung, Verkehr – Umwelt – Raumordnung und Objektplanung, Arbeitsumfeld und ältere Menschen. Daraus ergaben sich folgende 25 Ziele: Ziel 1: Information und Bildung über Gesundheit und Bewegung Ziel 2: Vernetzung: Aufbau von Netzwerkstrukturen Ziel 3: Aufbau eines flächendeckenden Netzes von Sportvereinen mit gesundheitsorientierten Bewegungsprogrammen und Empowerment-Angeboten für Zielgruppen. Sicherstellung wohnortnaher, leistbarer, gesundheitsorientierter Sportangebote der Sportorganisation als Promotor für alle Zielgruppen Ziel 4: Die Strukturen von Sportvereinen sollen so gestaltet werden, dass besonders auf die Chancen zum Aufbau von sozialen Bindungen und regelmäßiger Teilnahme an Bewegungsprogrammen geachtet wird. Spezielle Zielgruppen sollen dabei im Sinne der gesundheitlichen Chancengleichheit besonders berücksichtigt werden. Ziel 5: Verstärkte Orientierung von bewegungsorientierter Gesundheitsförderung und Prävention an gesundheitspolitisch relevanten Krankheitsbildern und Zielgruppen in Abstimmung zwischen den Systemen Sport und Gesundheit Ziel 6: Wissen hinsichtlich Bewegung bei Gesundheitsfachkräften verbessern Ziel 7: Krankenkassen fördern gesundheitsorientierte Bewegung. Ziel 8: Die im Gesundheitswesen Tätigen zu mehr Bewegung motivieren Ziel 9: Die im Gesundheitswesen tätigen Personen motivieren Patienten und Bürger zu mehr Bewegung. Ziel 10: Das Unterrichtsfach Bewegung und Sport in der Schule motiviert Kinder und Jugendliche zu lebenslangem Sporttreiben, fördert das Gesundheitsbewusstsein und die Fitness, trägt zu einem positiven Selbst-

bild der Schülerinnen und Schüler bei und fördert soziales Lernen. Ziel 11: Weiterentwicklung und Ausbau der Schulsportbewerbe Ziel 12: Sicherung von Bewegungsqualität und Bewegungsumfang in der Volksschule, Sekundarstufe I und II Ziel 13: Steigerung der Fitness von Jugendlichen Ziel 14: Sicherung der Qualität und Straffung der Ausbildungsstruktur an den Bundessportakademien (BSPA) Ziel 15: Den Anteil an bewegungsaktiver Mobilität der Bevölkerung erhöhen Ziel 16: Bewegungsaktivitäten im Natur- und Landschaftsraum umweltverträglich ermöglichen Ziel 17: Die Raumordnung verfolgt eine Strategie der kurzen Wege und der bedürfnisgerechten Versorgung aller Bevölkerungsgruppen mit Räumen für Bewegung, Spiel und Sport. Ziel 18: Der Bewegungsaspekt findet bei der Objektplanung aller Gebäude und Anlageformen Berücksichtigung. Ziel 19: (Vorbild-)Funktion der öffentlichen Hand Ziel 20: Arbeitgeber und Interessenvertretungen thematisieren verstärkt­ das Thema Bewegung und setzen Schritte auf überbetrieblicher und betrieblicher Ebene zur Bewegungsförderung. Ziel 21: Arbeitslos leistungsbeziehende Personen werden zur gesundheitswirksamer Aktivität motiviert. Ziel 22: Impulse für die Forschung Ziel 23: Information und Motivation der Institutionen und Organisationen, entsprechende Bewegungsschwerpunkte für Ältere zu setzen Ziel 24: Ausbildung von Übungsleitern mit Spezialisierung auf Ältere (Seniorentrainer) Ziel 25: Information und Motivation des organisierten Vereinssports über die Dachverbände red

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Info: Der Entwurf des NAP.b steht auf www.napbewegung.at zum Download bereit.

Im Rahmen einer Master-Thesis hat ein amerikanischer Student die Umsetzung der Leitlinien der Global Initiative for Chronic Ob­ structive Lung Disease erforscht. Er fragte bei 154 Klinikärzten nach, mit welchen Empfehlungen diese sich besonders schwertaten und woran dies lag. Besonders gering war das Einhalten der Empfehlung, Patienten mit einem forcierten exspiratorischen Einsekundenvolumen (FEV1) <  80  % zur pulmonalen Rehabilitation zu schicken (Adhärenz 5 %), FEV1 als Richtwert für das Patientenmanagement zu

benutzen (12 %) und bei Rauchern eine Lungenfunktionsprüfung anzuordnen (17  %). Die Klinik­ärzte waren mäßig adhärent, wenn es um die Verschreibung inhalativer Kortikosteroide bei einem FEV1 < 50 % (Adhärenz 41 %) und von langwirksamen Bronchodilatatoren bei einem FEV1 < 80 % ging (54 %). Größtenteils umgesetzt wurden die Empfehlungen zur Grippeimpfung (Adhärenz von 90  %) und Raucherentwöhnung (91  %). Gründe für die fehlende Adhärenz zu den Leitli­nienempfehlungen waren mangelnde Vertrautheit mit den

Univ.-Prof. Dr. Heinz F. Hammer

Leitlinien, niedrige Wirksamkeitserwartungen und Zeitprobleme. Für die Praxis: Am Beispiel der Leitlinien zur Behandlung der COPD sieht man, dass Empfehlungen häufig nicht umgesetzt werden, und zwar aus verschiedenen Gründen. X. Perez, Master-Thesis der Mount Sinai School of Medicine, 2011, 1499455

Blutdruckunterschiede zwischen beiden Armen In einer Metaanalyse von britischen Wissenschaftern aus wurde die Beziehung zwischen Unterschieden des Blutdrucks an den beiden Armen und Gefäßerkrankungen beziehungsweise der Mortalität untersucht. In den medizinischen Datenbanken hatten die Forscher 20 entsprechende Publikationen für die Metaanalyse identifiziert. In fünf angiographischen Studien bestand bei nachgewiesener Subclavia-Stenose von >  50  % ein mittlerer Seitenunterschied im systolischen Blutdruck von 37 mmHg. Ein Seitenunterschied ab einem Wert von 10  mmHg war stark mit einer Subclavia-Ste- Eine gibt Hinweise dafür, dass es sich nose assoziiert (relatives Risiko: lohnt, auf Seitenunterschiede zu achten.

Foto: BilderBox.com

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Umsetzung von COPD-Leitlinien

8,8). In nichtinvasiven Studien war ein systolischer Seitenunterschied ab 15  mmHg signifikant mit einer peripheren Gefäßerkrankung (relatives Risiko: 2,5), mit einer zerebrovaskulären Erkrankung (RR: 1,6), mit erhöhter kardiovaskulärer Mortalität (Risikoerhöhung um den Faktor 1,7) und Gesamtmortalität (Risiko­ erhöhung 1,6-fach) assoziiert, ein Seitenunterschied ab 10  mmHg mit peripherer Gefäßerkrankung (RR 2,4). Für die Praxis: Ein Seitenunterschied im systolischen Blutdruck ab 10 beziehungsweise ab 15 mmHg zeigt ein erhöhtes vaskuläres Risiko an, welches näher untersucht werden sollte. C. E. Clark et al., Lancet 2012; 379: 905–14

Suizide und Herz-Todesfälle nach Krebsdiagnosen Schwedische Wissenschafter untersuchten in einer Kohorte von mehr als sechs Millionen Schweden im Zeitraum von 1991 bis 2006, ob und wenn, wie stark das relative Risiko (RR) für einen Suizid oder einen kardiovaskulären Todesfall unmittelbar (während der ersten Woche), kurzfristig (während der ersten vier Wochen) und mittelfristig (während des ersten Jahres) nach einer Krebsdiagnose im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ohne Krebserkrankung erhöht war (ein RR von 1,0 würde keinen Unterschied bedeuten). Das relative Suizidrisiko in der ersten Woche nach Diagnose einer Krebserkrankung betrug 12,6 und im Laufe eines Jahres 3,1. Die Inzidenzraten pro 1000 Personenjahre lagen bei 2,5

in der ersten Woche und 0,6 im ersten Jahr. Das RR eines kardiovaskulären Todesfalles in der ers­ ten Woche nach einer Krebsdiagnose war 5,6 und in den ersten vier Wochen 3,3. Die entsprechenden Inzidenzraten pro 1000 Personenjahre waren 117 und 66. Die erhöhten Risiken gingen im Laufe des ersten Jahres nach der

Diagnose beträchtlich zurück. Die Risikoerhöhung war besonders deutlich bei Krebserkrankungen mit sehr schlechter Prognose. Für die Praxis: Eine Krebsdiagnose erhöht das Risiko für einen Suizid oder einen kardiovaskulären Tod kurzfristig stark. F. Fang et al., N Engl J Med 2012; 366: 1310–1318

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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 25  •  20. Juni 2012

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Neuer Trend in der Phytotherapie

TCM-Präparate kommen nach Europa WIEN – In Zukunft wird man in Europa verstärkt mit chinesischen Phytotherapeutika rechnen müssen. China inves­tiert sehr viel Geld in die Erforschung von TCM-Arzneien, während heimische Forscher Schwierigkeiten haben, Gelder zu lukrieren. Bei einer Pressekonferenz anlässlich des internationalen Kongresses „Phytotherapeutika 2012“ wurden neueste Trends in der Phytotherapie präsentiert. „Was sicher in der Zukunft kommen wird und wo China wahnsinnig viel Geld investiert, sind TCM-Präparate“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Brigitte Kopp vom Institut für Pharmakognosie der Universität Wien. In Holland wurde bereits das erste TCM-Präparat aus China als pflanzliches Arzneimittel zugelassen. Bei dem Präparat handelt es sich um ein Arzneimittel, das aus einer Dioscorea-Art hergestellt wird und das in Holland in der Indikation „Verspannungen im Muskelbereich“ zugelassen wurde. „Dieses Arzneimittel gibt es bereits in China, dort wird es allerdings in einer anderen Indikation eingesetzt“, berichtete Prof. Kopp. In China wird das Präparat auch zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Beschwerden verwendet. Um auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen, ist China bereit, Geld in die Hand zu nehmen. Das Ministry of Science and Technology (MOST) investiert Billionen Renminbi (Yuan) in die Erforschung der TCM-Arzneien. „Diese Forschung nennt sich Systems Biology“, führte Prof. Kopp aus. Hierbei versucht man herauszufinden, welche Substanzen in den eingesetzten Gemischen für welche Wirkung verantwortlich sind. China hat eine Reihe fertiger TCM-Präparate in der Pipeline, und laut Prof. Kopp ist in den nächs­ten Jahren damit zu rechnen, dass diese Arzneimittel auf den europäischen Markt kommen werden. In Europa bereitet man sich auf diesen Boom vor. So erarbeitet eine eigene Arbeitsgruppe Monographien von TCM-Drogen für das Europäische Arzneibuch. Die europäische Forschung hingegen kämpft ums Geld. „Öffentliche Fördergelder sind für die Phytotherapieforschung sehr schwer zu lukrieren“, sagte Univ.-Prof. Dr. Lieselotte Krenn, Präsidentin der European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP). So werden universitäre Gelder vor allem in Grundlagenforschung oder spezielle Fragestellungen investiert. Das meis­ te Geld investieren die Herstellerfirmen pflanzlicher Arzneimittel in die europäische Forschung. Daher ist es kein Wunder, dass die „Blockbuster“ Ginkgo, Johanniskraut und Traubensilberkerze zu den besterforschten pflanzlichen Arzneimitteln zählen. Wie beliebt die Phytotherapie ist, zeigte sich bei einer zuletzt im Jahr 2010 in Deutschland durchgeführten repräsentativen AllensbachUmfrage mit rund 1800 Teilnehmern im Alter von über 16 Jahren. Von den Befragten hatten 72 Pro-

zent angegeben, schon einmal Naturheilmittel eingenommen zu haben. Zum Vergleich: 1972 hatten bei der gleichlautenden Umfrage nur 52

Prozent angegeben, Naturheilmittel zu verwenden. „Nur sieben Prozent der Befragten haben Naturheilmittel gänzlich abgelehnt“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Karin Kraft, Präsidentin der deutschen Gesellschaft für Phytotherapie e.V. und Inhaberin des Lehrstuhls für Naturheilkunde an der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin an der Universität Ro-

stock. Eingesetzt werden Naturheilmittel vor allem bei Erkältungen und leichter Grippe (78 Prozent), Magenbeschwerden, Magen­erkrankungen und Magengeschwüren (31 Prozent), Schlaflosigkeit (31 Prozent), Verdauungsbeschwerden (31 Prozent) und Kopfschmerzen (30 Prozent). 73 Prozent der Befragten gaben an, dass es für sie keine Rolle spielt,

ob die Wirkstoffe aus europäischen oder außereuropäischen Pflanzen hergestellt werden. Hier rät Prof. Kraft jedoch zur Vorsicht und fordert mehr Aufklärung für die Bevölkerung, denn: „Vieles, was nach Europa importiert wird, insbesondere Inhaltsstoffe in nicht zugelassenen Arzneimitteln, hat Qualitätsmängel.“ TAS

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Praxis-Tipp

Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 25  •  20. Juni 2012

Impressum

Bei hereditärem Angioödem C1-Inhibitor geben

Den Erstickungstod verhindern Internationale Wochenzeitung für Österreich

MAINZ – Eine gefährliche Erbkrankheit: Unbehandelt führt das hereditäre Angioödem durch C1-Esterase-Inhibitor-Mangel zum Ersticken. Aus einer neuen Leitlinie gehen aktuelle Empfehlungen zu Diagnostik und Therapie hervor.

Luftnot nach TE oder Zahnextraktion Außer den Hautschwellungen kommt es bei den meisten Patienten auch zu gastrointestinalen Beschwerden wie Übelkeit und krampfartigen Schmerzen oder Erbrechen. Diese Symptomatik kann über mehrere Tage bestehen und mit einem Aszites einhergehen. Manche Patienten entwickeln abdominale Beschwerden ohne Hautschwellungen, was nicht selten zur Fehldiagnose „akutes Abdomen“ führt – und zu unnötigen Laparotomien. Bei einigen Kranken treten Ödeme

siehe Seite 27

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Anschrift: 1120 Wien, Grünbergstr. 15/Stiege 1 Telefon: (01) 54 600-0, Fax: (01) 54 600-710 Geschäftsführer: Thomas Zembacher Verkaufsleitung: Reinhard Rosenberger Telefon: (01) 54 600-510 E-Mail: rosenberger@medical-tribune.at Anzeigenleitung: Thomas Schmuttermeier Telefon: (01) 54 600-540 E-Mail: schmuttermeier@medical-tribune.at Anzeigenabwicklung: Mag. Edyta Konarzewska Telefon: (01) 54 600-513 E-Mail: ek@medizin-medien.at Redaktionsleitung Print MMA Bettina Kammerer Telefon: (01) 54 600-610 E-Mail: kammerer@medizin-medien.at

Bei akuten Angioödem-Attacken hat sich menschliches C1INH-Konzentrat (z.B. Berinert®  P intravenös) als hocheffektiv erwiesen. In verschiedenen Studien konnte die Wirksamkeit von Berinert®  P bei Larynxödemen, Bauchschmerz-Attacken und Hautschwellungen belegt werden. Seit Sommer 2011 ist auch das C1-

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INH-Konzentrat Cinryze® in Europa zugelassen, schreibt Prof. Bork. Für die Therapie akuter Angioödem-Attacken durch C1-INHMangel steht zudem die Substanz Icatibant zur Verfügung, die die Bindung von Bradykinin an den Bradykinin-B2-Rezeptor antagonisiert. Weitere Therapieoptionen sind der rekombinante humane C1-Inhibitor Conestat alfa und frisches Gefrierplasma.

 HAE Typ I oder Typ II?

Häufige Attacken? Langzeitprophylaxe

u Hereditäres Angioödem Typ I:

Bei häufigen akuten Attacken sollte man eine medikamentöse Langzeitprophylaxe erwägen. Hierfür eignen sich Androgenderivate, C1-INH-Konzentrat sowie das Antifibrinolytikum Tranexamsäure, das öfters bei Kindern mit HAE eingesetzt wird, heißt es in der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Angioödeme und zahlreicher weiterer Fachgesellschaften. AW

C1-Esterase-Inhibitor wird nicht ausreichend gebildet. u Hereditäres Angioödem Typ I: C1-Esterase-Inhibitor ist nicht voll funktionsfähig. u Die Inzidenz des hereditären Angioödems wird auf etwa 1:50.000 geschätzt. Sowohl Typ I­als auch Typ II werden autosomal dominant vererbt.

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der oberen Luftwege wie Larynxoder supraglottisches Ödem auf, manchmal im Zusammenhang mit einem lokalen Eingriff wie Zahnextraktion oder Tonsillektomie (TE). Larynxödeme können bei Patienten mit HAE durch C1-INH zum Tod durch Ersticken führen. Ödemattacken an zahlreichen weiteren Organen sind selten, aber möglich. Die Diagnose HAE  Typ  I oder Typ  II (siehe Kasten) ergibt sich aus der „typischen Klinik“: rezidivierende Hautschwellungen, Bauchschmerz-Attacken, evtl. Larynxödem, ferner positive Familienanamnese (wenn es sich nicht um eine Neumutation handelt) und verminderte C1-INH-Aktivität und/oder -Konzentration im Plasma. Genetische Untersuchungen sind bei eindeutigen klinischen und laborchemischen Befunden überflüssig, bei widersprüchlichen Ergebnissen aber hilfreich. Die Kollegen empfehlen, Patienten mit Angioödem durch C1INH-Mangel in einem HAE-Behandlungszentrum vorzustellen. Alle Betroffenen sollten mit einem Notfall­ausweis und -medikamenten ausgestattet sein. Es ist wichtig zu wissen, dass Kortikostero­ide, Antihistaminika und Adrenalin bzw. Adrenalinderivate beim HAE durch C1-INH-Mangel nicht helfen. Es gibt aber einige wirksame Therapieoptionen.

Typisch für Angioödeme durch C1-INH-Mangel sind pralle, hautfarbene oder blasse Schwellungen im Gesicht, an Händen, Füßen und Genitalien. Diese Beschwerden gehen mit Spannungsgefühl oder Schmerzen, aber fast nie mit Juckreiz einher. Die Schwellungen halten durchschnittlich ein bis drei Tage lang an, können aber schon nach ein paar Stunden wieder verschwinden – bisweilen auch erst nach einer Woche. Quaddeln (Urtikaria) gehören nicht zum Krankheitsbild des hereditären Angioödems (HAE) durch C1INH-Mangel, schreiben die Leitlinienautoren unter Federführung von Prof. Dr. Konrad Bork von der Universitäts-Hautklinik Mainz im „Allergo Journal“.

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Konrad Bork et al., Allergo J 2012; 21: 109–118

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WIESBADEN – Systemische und topische Therapie und BOsO boso carat professional dann „Ab in die Schule“, so sehen es britische Leitlinien vor. Viel zu früh? Europäische Kinderdermatologen bezogen 137,50 nun aktuell Position.

Tinea capitis durch anthropophile ­Erreger: Eine Woche Kindergartenoder Schulpause muss bei solchen Befunden schon sein.

Bei zoophilen Pilzen schätzt man die Ansteckungsgefahr deutlich geringer ein. Hier wird nach den neuesten ESPD-Leitlinien tatsächlich

Redaktion: Mag. Anita Groß, Dr. Luitgard Grossberger, Mag. Patricia Herzberger (Chefin vom Dienst), Dr. Silvana Schwitzer Fax: (01) 54 600-750 E-Mail: redaktion@medical-tribune.at Lektorat: Mag. Eva Posch Layout und Herstellung: Günther Machek, Hans Ljung, Martin Jandrisevits, Johannes Spandl Ständige Mitarbeiter: Reno Barth, Univ.-Prof. Dr. med. Heinz F. Hammer, Univ.Prof. Dr. med. Johann Hammer, Mag. Dr. med. Rüdiger Höflechner, Dr. med. Anita Kreilhuber, Hannes Schlosser, Mag. Tanja Schuch, Dr. med. Ulrike Stelzl Aboservice Medical Tribune 1110 Wien, Simmeringer Hauptstraße 24 Telefon: 01/361 70 70-572 Telefax: 01/361 70 70-9572 E-Mail: aboservice@medizin-medien.at Bezugsbedingungen: Einzelpreis € 4,- Jahresabo € 72,- (inkl. Porto), Studenten und Ärzte in Ausbildung € 52,Konto für Abo-Zahlung: Hypo Bank Tirol, Konto-Nr.: 520 11 020 864; BLZ: 57000 Druck: Vogel Druck und Medienservice GmbH & Co. KG, D-97204 Höchberg

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eine sofortige Rückkehr in Kindergarten oder Schule nach Beginn der antimykotischen Therapie erlaubt. Auf jeden Fall, so kommentierte Prof. Mayser, sollte die jeweilige Einrichtung – Schule oder Kindergarten – über die Pilzerkrankung des Kindes informiert werden. Nur dann kann das Personal dort bestimmte Hygienemaßnahmen anordnen. So sollen die Kinder und Jugendlichen z.B. angehalten werden, Kämme, Bürsten oder Mützen nicht gemeinsam zu benutzen. Zudem gilt es, das Problem der asymptomatischen Überträger im Auge zu behalten, unterstrich der Experte. CG * European Society for Pediatric Dermatology

Mit der Einsendung eines Manuskriptes erklärt sich der Urheber damit einverstanden, dass sein Beitrag ganz oder teilweise in allen Ausgaben, Sonderpublikationen und elektronischen Medien der Medizin Medien Austria GmbH und der verbundenen Verlage veröffentlicht werden kann. Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Photokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt, verwertet oder verbreitet werden. Anmerkung der Redaktion: Zur besseren Lesbarkeit wurde an einigen Stellen die männliche Schreibweise gewählt, z.B. „Ärzte“ statt „Ärztinnen“. Dabei handelt es sich ausdrücklich um keine Bevorzugung eines Geschlechts. Leseranalyse medizinischer Fachzeitschriften


Medizin

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Spezifischer Kontakt, Immunsuppression, Z.n. Gastrektomie

ROTENBURG – Welcher Patient mit einer latenten Tuberkulose braucht eine präventive Therapie? Und welche Personen sind Kandidaten für eine Chemoprophylaxe? Infektionsexperten geben hierfür klare Empfehlungen. Beherbergt Ihr Patient vitale Tuberkulose-Erreger, ohne dass sich eine entsprechende Erkrankung feststellen lässt? Ob eine latente Tuberkulose vorliegt, deckt der Interferon-Gamma-Release-Assay (IGRA) und/oder ein TuberkulinHauttest auf. Bei Kindern unter fünf Jahren wird bevorzugt der Hauttest verwendet. Einem positiven Hautbzw. IGRA-Test folgt dann eine Thorax-Röntgenaufnahme. Findet sich kein Hinweis auf eine tuberkulöse Erkrankung, sollte die latente Mykobakterien-Infektion unter den folgenden Umständen präventiv behandelt werden:  Enger Kontakt zu einem kulturell oder molekularbiologisch gesicherten LungentuberkuloseIndexfall (mit/ohne säurefeste Stäbchen im Sputum-Direktpräparat)  Radiologischer Nachweis narbiger Veränderungen im Lungenparenchym, die wahrscheinlich Residuen einer postprimären inaktiven Tuberkulose darstellen und die bisher nie antituberkulös behandelt wurden  Immunsuppression nach Organtransplantation  HIV-Infektion nachgewiesen  TNF-α-Blocker-Therapie geplant  Schwerwiegende Grunderkrankung (wie Silikose, Diabetes mellitus, malignes Lymphom, Leukämie, Kopf-Hals-Karzinom)  Z.n. Gastrektomie oder jejunoilealem Bypass  i.v.-Drogenabhängigkeit (wegen des Risikos für immunsupprimierende Erkrankungen) Eine Chemoprävention kommt ebenfalls infrage, wenn eine erhöhte Reaktivierungstendenz anzunehmen ist (z.B. bei Migranten aus Hochinzidenzländern, bei Personen, die in Justizvollzugsanstalten untergebracht sind, sowie bei Obdachlosen), schreibt Prof. Dr. Tom Schaberg vom Zentrum für Pneumologie im Diakoniekrankenhaus Rotenburg im „Epidemiologischen Bulletin“ des Robert-Koch-Institutes.

Risiko eine Chemoprävention mit einem Fluorchinolon plus Ethambutol oder Protionamid.

Chemoprophylaxe Nicht zu verwechseln mit der Chemoprävention ist die Chemoprophylaxe: Diese bezeichnet die antituberkulöse Behandlung nach Kontakt zu ansteckenden Tuberkulosekran-

ken auch ohne latente Infektion (negativer Haut- bzw. IGRA-Test). In diesen „Genuss“ kommen besonders Gefährdete, d.h. Kinder unter fünf Jahren, HIV-Kranke oder mit TNF-α-Inhibitoren Behandelte. Sie erhalten Isoniazid (Kinder 200  mg/ m2 Körperoberfläche, Erwachsene 300 mg/Tag). Die erneute Suche nach einer latenten Tuberkulose erfolgt

acht bis zwölf Wochen nach dem letzten Kontakt zur Indexperson. Bei negativem Resultat wird die Chemoprophylaxe beendet, bei positivem Ergebnis (nach Ausschluss einer aktiven Tuberkulose) als Chemoprävention mit Isoniazid über insgesamt neun Monate weitergeführt. CG Tom Schaberg, Epidemiologisches Bulletin 2012; Nr. 11: 87–92

Foto: termis1983 / Fotolia.com

Wann Tbc-Prävention nötig wird

Hier sollte eine latente MykobakterienInfektion präventiv behandelt werden.

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1× täglich eine in der Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern*

Isoniazid oder Kombi Das Standardtherapieregime der Chemoprävention heißt: Isoniazid 5 mg/kg Körpergewicht (in der Regel 300 mg/Tag) für neun Monate. Bei positivem Tuberkulin-Hauttest und/oder IGRA-Test nach Kontakt zu einem Patienten mit multiresistenter Tuberkulose erwägt man bei Kontaktpersonen mit hohem

1204.0063.L.GM.Xarelto * Details siehe FKI Fachkurzinformation auf Seite 25


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Medizin

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Kardiale Patienten auf der Intensivstation

Leber und Gallenwege leiden mit SALZBURG – Schädigungen des Leberparenchyms und des Gallengangsepithels aufgrund kardialer Probleme sind ein häufiges Phänomen. Neue Erkenntnisse dazu wurden bei der Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft diskutiert. Die hypoxische Hepatitis, früher als ischämische Hepatitis oder Schockleber bezeichnet, ist mit einer Prävalenz von bis zu zehn Prozent an Intensivstationen die häufigste Ursache einer akuten Leberzellschädigung im Krankenhaus. Die häufigsten Ursachen sind Zirkulationsstörung im Rahmen eines kardiogenen oder septischen Schocks. „Die hypoxische Hepatitis ist charakterisiert durch einen fulminanten Anstieg der Transaminasen und der LDH“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Rudolf Stauber, Medizinische Universität Graz. „GOT und GPT können bis auf das 20-Fache des Normwertes ansteigen, wobei die GOT typischerweise führend ist. Das Lactat ist als Ausdruck der Mikrozirkulationsstörung meist erhöht. Das Bilirubin steigt nur diskret an.“ Nicht selten erfüllen die Patienten mit hypoxischer Hepatitis auch die Kriterien eines akuten Leberversagens, wobei eine Lebertransplantation in solchen Fällen nicht infrage kommt. Virologische oder toxische Ursachen des Zustandsbildes sollten bezüglich einer solchen Entscheidung ausgeschlossen sein. Die Prognose der hypoxischen Hepatitis ist mit einer Mortalität von 50 Prozent sehr ernst. Bestimmend hierfür ist vor allem der Verlauf der Grunderkrankung. Prof. Stauber: „Die Patienten versterben nicht am Leberversagen, sondern an der Grunderkrankung. Wenn der Patient die Akutsituation überlebt, kommt es rasch zu einer Normalisierung der Leberwerte.“ Doch die hypoxische Hepatitis ist nicht nur ein Indikator für den Schweregrad einer zugrunde liegenden Erkrankung, sondern kann selbst auch zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Der Experte verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung der Hypoglykämie, der Hyperammonämie sowie des hepatopulmonalem Syndroms, das in knapp der Hälfte der Fälle zusätzlich vorhanden ist und die Hypoxämie weiter verstärkt. Therapeutisch im Vordergrund steht die Stabilisierung des Grundleidens. Ein extrakorporaler Lebersupport mit MARS-System sei möglich, so Prof. Stauber. „Es gibt aber bislang keinen Beleg für einen Benefit. Eine Indikation für eine Lebertransplantation besteht nicht.“

Stauung oder doch schon Zirrhose? Eine Frage, die sich bei Patienten mit chronischer Stauungsleber oft stellt, ist, inwiefern die vorliegenden Leberveränderungen gegen eine Herztransplantation

sprechen. Die Stauung allein ist laut Prof. Stauber kein Gegenargument. Allerdings müsse das Vorliegen eines zirrhotischen Umbaus ausgeschlossen werden. Eine Leberbiopsie sei unumgänglich. „Der Fibroscan, der sich als nichtinvasives Tool zur Bestimmung des Fibrosegrades bei anderen Erkrankungen gut etabliert hat, ist bei der Stauungsleber nicht valide. Auch differenzialdiagnostisch liefert die Histologie wertvolle Informatio-

nen. Während bei der stauungsbedingten Zirrhose die Fibrosierung vom Läppchenzentrum ausgeht, stehen bei der alkoholisch bedingten Zirrhose die Portalfelder im Mittelpunkt.“

Weg mit dem Gallefilz Eine relativ neue Entität, die durch eine Zirkulationsstörung ausgelöst wird, ist die sklerosierende Cholangitis bei kritisch kranken Patienten, kurz SC-CIP genannt. Sie stellt ein lebensbedrohliches Problem dar bei Polytrauma, protrahiertem kardiogenen oder septischen Schock. Klinisch manifestiert sich die Erkrankung durch einen deutlichen Anstieg der Cholestase-Parameter trotz Bes-

serung der Grunderkrankung. Pathogenetisch wird die Erkrankung mit exzessivem Katecholamin-Verbrauch in Verbindung gebracht. „Bedingt durch die Grunderkrankung kommt es zu einer Vasokonstriktion der peribiliären Gefäße, die durch die verabreichten Katecholamine zusätzlich verstärkt wird“, erklärte Prof. Stauber. „Es kommt schließlich zu einem Erliegen der Durchblutung in diesem Bereich. Die Galle dickt ein, es ensteht ein sogenannter Gallefilz, der das Abflusssystem verstopft und sich nicht wieder auflöst. Entweder gelingt es, den Gallefilz mittels ERCP zu entfernen. Wenn das nicht möglich ist, hilft mitunter nur eine Lebertransplantation.“

Die Leber als Täter

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In der Interaktion zwischen Leber und Herz ist die Leber nicht immer nur Opfer. Bei der zirrhotischen Kardiomyopathie (der Begriff wurde vor 15 Jahren geprägt), übernimmt die Leber definitiv die „Täterrolle“. Die These lautet, dass Patienten mit Leberzirrhose im kranken Organ Substanzen produzieren, die mit dem Blut ans Herz herangebracht werden und dort kardiodepressiv wirken. „Zytokine, Endotheline, Stickoxid und andere vasoaktive Mediatoren scheinen hier eine Rolle zu spielen“, erläutert Prof. Stauber. „Hinzukommen dürfte eine Down-Regulation der betaadrenergen Rezeptoren sowie eine Plasmamembran-Dysfunktion.“ Klinisch haben die Betroffenen eine gestörte systolische und diastolische Funktion. Im EKG tritt typischerweise eine QT-Verlängerung auf. Wie bei allen anderen Zirrhoseformen entwickelt sich

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eine hyperdyname Zirkulation mit einem bereits in Ruhe erhöhten Herzminutenvolumen. Differenzialdiagnostisch ist eine sorgfältige Abgrenzung von einer alkoholischen Kardiomyopathie nötig, zumal diese Unterscheidung wichtige Konsequenzen haben kann. Anders als bei der alkoholisch bedingten Herzinsuffizienz ist die Herzinsuffizienz bei zirrhotischer Kardiomyopathie zunächst nämlich rein funktionell. In anderen Worten: Durch Beherrschung der Grunderkrankung, zum Beispiel durch eine Lebertransplantation, ist bei der zirrhotischen Kardiomyopathie eine vollkommene Wiederherstellung der Herzfunktion zu erwarten. In Bezug auf medikamentöse Therapien existieren bis dato keine spezifischen Empfehlungen. Da die exakten Vorgänge, die zur Ausbildung einer zirrhotischen Kardiomyopathie führen, noch nicht vollständig aufgeklärt sind, gilt es, sich an den Leitlinien für die Therapie der Herzinsuffizienz zu orientieren. Die Gabe von Betablockern und Spironolacton scheint von besonderem Interesse zu sein, wie Prof. Stauber abschließend betonte. AMK Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft; Salzburg, 30. Mai bis 2. Juni 2012

Fachkurzinformation auf Seite 24

Pathogenese auf den Kopf gestellt

Morbus Crohn mit Antibiotika heilen? TITISEE – Werden chronisch entzündliche Darmerkrankungen durch einen Barrieredefekt ausgelöst? Beim Morbus Crohn scheinen Defensine zu fehlen, bei der Colitis ulcerosa dagegen Mucine. Die neuen Erkenntnisse nähren Hoffnungen auf eine kausale Therapie. Bisher geht man allgemein davon aus, dass ein hyperaktives Immunsystem die chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) auslöst. M. Crohn und Colitis ulcerosa werden folglich oft als Autoimmunerkrankung klassifiziert und entsprechend mit Immunsuppressiva behandelt. Diese Sichtweise sollte nach Ansicht von Prof. Dr. Eduard Stange vom Institut für Klinische Pharmakologie am Robert-Bosch-

Krankenhaus Stuttgart revidiert werden. Denn die entzündlichen Reaktionen bei CED richten sich keineswegs gegen körpereigene Strukturen, sondern zielen vielmehr auf die Darmflora ab. Ursache dieser Entzündung sind laut Prof. Stange Veränderungen, die einen Barrieredefekt in der Darmschleimhaut zur Folge haben und die sich offenbar beim Morbus Crohn und der Colitis ulcerosa grundsätzlich unterscheiden. So liegt dem Morbus Crohn ein Mangel an Defensinen zugrunde. Bei diesen Substanzen handelt es sich um körpereigene Antibiotika, die normalerweise die Bakterien im Darm in Schach halten. Fehlen Defensine, so ist die antibakterielle Aktivität der Darmschleimhaut beeinträchtigt, und es kommt zur Adhärenz und Invasion von Bakterien in die Mu-

kosa und zur Immunreaktion gegen die kommensalen Keime. Bei der Colitis ulcerosa sind nicht Defensine das Problem, es fehlen vielmehr Mucine, wie der Gastroenterologe erläuterte. Die Mukusdepletion schwächt die Schleimhaut, und auch dies hat zur Folge, dass die Bakterien im Darm die Oberhand gewinnen und der Körper entsprechend mit einer chronischen Entzündung reagiert.

Probiotika und Lezithin gut für die Schleimhaut? „Es gibt damit in puncto Behandlung Licht am Ende des Tunnels“, erklärte Prof. Stange auf der XIV. Gastroenterologie-Seminarwoche Titisee der Falk Foundation. Mit den neuen Erkenntnissen zur Pathogenese verbindet sich aus seiner Sicht sogar die Hoffnung, eine kausale

Therapie beim Morbus Crohn etablieren zu können. Denn wenn körpereigene Antibiotika fehlen, liegt die Annahme nahe, das Krankheitsbild durch eine antibiotische Therapie behandeln und möglicherweise sogar heilen zu können. Neben den Antibiotika haben die Gastroenterologen noch weitere Eisen im Feuer. Zurzeit erprobt werden neue Therapiestrategien mit Probiotika, Lezithin und Wurmeiern (Trichuris suis). Ziel dieser Forschung ist es, die Situation der Schleimhaut günstig zu beeinflussen und den mukosalen Barrieredefekt zu beheben. Auch das Thema Gentherapie ist nach Prof. Stanges Aussage bei den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen noch nicht vom Tisch. Denn die gestörte Defensin- und Mucinbildung dürfte genetisch verankert sein. CV


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FIEBERBRUNN – Pridax® 20Mikrogramm-Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung kann zur Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK, Stadien III–IV nach Fontaine, wenn eine lumenerweiternde Therapie nicht möglich oder erfolglos ist) aus der gelben Box verschrieben werden. Der Wirkstoff (Prostaglandin E1 Alprostadil) befindet sich bereits in gelöster Form in der Ampulle. Das vereinfacht die Infusionsvorbereitung. In Studien konnte gezeigt werden, dass es mit Prostaglandin E1 gelingt, u Amputationen zu verhindern1, u Ulzera-Abheilung zu fördern2,3, u Gehstrecken zurückzuerobern4, u Ruheschmerz ruhigzustellen3,4, u ins Stadium IIb zurückzuführen4,5. So empfehlen auch die ESC-Leitlinien zur Diagnose und Behandlung der peripheren arteriellen Erkrankungen 2011, bei der kritischen Extremitäten-Ischämie eine Therapie mit Prostanoiden anzudenken, falls eine Revaskularisation nicht durchgeführt werden kann.6

AFFiRiS

Weltweit erste Parkinson-Impfstudie WIEN – Von der AFFiRiS AG wird nun die weltweit erste klinische Studie zur Entwicklung einer Parkinson-Impfung durchgeführt. Der als PD01A bezeichnete Wirkstoff richtet­ sich gegen alpha-Synuklein und wird derzeit in einer Phase-I-Studie an Parkinson-Patienten getestet.

Maßgeschneiderte Peptid-Impfstoffe

Information: www.affiris.com

PAR-014-11/1/28.12.2011

„Hinter der Entwicklung von PD01A steht unsere AFFITOM®Technologie, die auch die Entwicklung unserer bisher am weitesten entwickelten Alzheimer-Impfstoffkandidaten ermöglichte. Diese Technologie erlaubt uns die rasche Identifizierung nicht nur eines einzelnen Produktkandidaten, sondern eines ganzen Pools von Impfstoffen mit exzellentem Sicherheitsprofil und genau feinadjustierten Spezifität“, erklärt Dr. Frank Mattner, CSO der AFFiRiS AG. Auf Basis firmeneigener Patentpositionen entwickelt AFFiRiS also nicht nur einen Parkinson-Impfstoff, sondern auch maßgeschneiderte Peptid-Impfstoffe gegen Alzheimer, Atherosklerose, Diabetes, Bluthochdruck und weitere Krankheiten mit dringendem medizinischem Bedarf. Alzheimer ist die aktuelle Leitindikation.

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Die Studie, die darauf ausgelegt ist, die Sicherheit und Verträglichkeit von PD01A zu bestätigen, wird in der Confraternität Privatklinik Josefstadt durchgeführt und wird bis zu 32 Patienten einschließen. Als ursächlich für Parkinson gelten nach heutigem Wissen Ablagerungen pathologischer Formen des alpha-syn Proteins im Gehirn. Eine Reduktion dieser Aggregate im Gehirn sollte sich daher positiv auf den Verlauf der Parkinson-Krankheit auswirken. Genau hier setzt PD01A an: Der Impfstoff soll die Bildung von Antikörpern anregen, die sich gegen das alpha-syn richten, um so dessen schädliche Wirkung einzudämmen. „Unsere Studie führt weltweit erstmals einen immuntherapeutischen Wirkstoff in die Parkinson-Therapie ein. Es handelt sich damit um eine sogenannte „Firstin-Man“- und „First-in-Kind“-Studie, weil PD01A die erste Substanz überhaupt ist, die über eine Beeinflussung des alpha-syn Stoffwechselweges auf klinische Wirksamkeit abzielt“, sagt Dr. Walter Schmidt, CEO der AFFiRiS AG.

Die Aussicht auf die ursächliche Behandlung von Parkinson und sein Erfolgspotenzial veranlasste die US-amerikanische Michael J. Fox-Stiftung, die Entwicklung von PD01A finanziell großzügig zu unterstützen. Sie hat finanzielle Zusagen über insgesamt 1,5 Millionen US-Dollar gemacht. Dr. Schmidt: „Damit ist dies eines von wenigen Projekten außerhalb der USA, das von der Stiftung als unterstützungswürdig betrachtet wurde.“

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Fachkurzinformation auf Seite 24


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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 25  •  20. Juni 2012

Univ.-Prof. Dr. Johannes Wancata

Sozialpsychiatrie braucht Forschung Interview

WIEN – Seit einem Jahr leitet Univ.-Prof. Dr. Johannes Wancata die Klinische Abteilung für Sozialpsychiatrie der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Universität Wien. MT sprach mit ihm über die Bedeutung von Forschung und Politik für die moderne Sozialpsychiatrie. Am 21. Juni hält Prof. Wancata in Wien seine Antrittsvorlesung.

MT: In Genf findet im Juli der erste Europäische Kongress für Sozialpsychiatrie statt. In der Ankündigung schreibt Prof. Driss Moussaoui, dass das 21. Jahrhundert das der Sozialpsychiatrie sein wird, so wie das 20. Jahrhundert das der Psychotherapie und biologischen Therapie war. Schätzen Sie das ähnlich ein? Prof. Wancata: Nein. Die Zeit, in der zwischen diesen drei Zugängen zur Psychiatrie gestritten wurde, ist vorbei. Biologische und psychotherapeutische Psychiatrie sowie die Sozialpsychiatrie sind kein Widerspruch. Jeder dieser drei Bereiche ist im klinischen Alltag und in der Forschung wichtig. Es geht hier nicht mehr um Ideo­ logie. Die Sozialpsychiatrie ist eine wissenschaftliche Disziplin so wie Genetik oder Bildgebung, und es geht in jeder Disziplin darum, was sie für den Patienten leistet.

MT: Sie wollen die Forschung an der Sozialpsychiatrie weiter ausbauen. Wo liegen Ihre Schwerpunkte? Prof. Wancata: Wir wollen unsere Position als internationales Zentrum für sozialpsychiatrische Forschung ausbauen, und die Voraussetzungen

MT: Können Sie Beispiele für aktuelle Studien nennen? Prof. Wancata: Wir haben eine Studie mit Angehörigen von Patienten mit Essstörungen gemacht. Diese sind selbst sehr belastet, und wir wollen wissen, wie sie besser damit umgehen können. Hier sind wir mit einer Klinik in Deutschland weltweit eine der ers­ten Gruppen, die in diesem Bereich forscht. Es läuft auch eine EU-Kooperationsstudie zur Schizophrenie, die sich mit der Frage beschäftigt, wieweit sich bei der Entstehung genetische und Umweltfaktoren gegenseitig beeinflussen. An diesem Projekt ist auch die Klinische Abteilung für Biologische Psychiatrie von Univ.-Prof. Dr. Siegfried Kasper beteiligt. MT: Wie politisch muss/darf ein Professor für Sozialpsychiatrie eigentlich sein? Prof. Wancata: Ein Professor für Sozialpsychiatrie muss in erster Linie Wissenschaftler sein. Die Patienten haben einen Anspruch darauf, dass das, was Sozialpsychiatrie tut, nicht nur gut gemeint ist,

Explizit „Wir wollen unsere Position als interna­ tionales Zentrum für sozialpsychiatrische Forschung ausbauen, und die Voraussetzun­ gen dafür sind gut.“ sondern auch wirklich zu ihrem Wohle ist. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt der universitären Sozialpsychiatrie. Die Analyse, inwieweit politische Veränderungen die Chancen oder Risiken für psychisch Kranke erhöhen, gehört zu diesem Job. Ich persönlich finde es daher gut, bis zu einem gewissen Grad auch politisch zu denken und hier aktiv zu sein. MT: Die Zunahme der Invaliditätspension aufgrund psychiatrischer Diagnosen ist der Politik ein Dorn im Auge. Lässt sich das wirklich wie gewünscht zurückdrängen? Prof. Wancata: Früher gingen diese Menschen häufig aufgrund anderer Diagnosen in Frühpension, weil es ein Tabu war, psychiatrische Dia­

MT: Compliance ist also ein großes Thema? Prof. Wancata: Ja. Der Knackpunkt ist die Beziehung zwischen Arzt und Patient. Wenn diese gelingt, gelingt vieles. Hier sollte ein Arzt die Hauptbezugsperson sein. Auch die Teams müssen mit einbezogen werden, z.B. in der Prävention, wenn es um Ernährung oder Vorsorgeuntersuchungen geht. Hier ist auch einiges an Forschung im Laufen – etwa das EU-Projekt HELPS. (Info: www.helps-net.eu) Univ.-Prof. Dr. Johannes Wancata

gnosen anzuführen. Das hat sich geändert. Gleichzeitig geben die früher staatsnahen und nunmehr privatisierten Betriebe heute diesen Menschen nicht mehr dieselben Beschäftigungschancen. Es gibt Leute, die schaffen es aus gesundheitlichen Gründen einfach nicht, zu arbeiten. Jeder Sozialarbeiter, der sein Geld wert ist, wird bei solchen Personen schauen, dass hier ein Pensionsantrag gestellt wird. Finanzielle Absicherung nimmt diesen Menschen einen großen Stressfaktor und damit einen Risikofaktor für Rückfälle weg. Das darf aber nicht den Blick darauf verstellen, dass Rehabilita­ tion bei einem Teil der Kranken sehr erfolgreich sein kann. MT: Wie eng bzw. lose ist das Netz der Versorgung der psychiatrischen Patienten in Österreich? Prof. Wancata: Das ist regional sehr unterschiedlich. Wir haben aber leider sehr wenig Zahlen, mit denen sich die Versorgungslandschaft in Österreich vergleichen lässt. Das ist ein Problem zwischen Bund und Ländern und teilweise konkurrierenden Organisationen, die bei den Regionalpolitikern ums Geld rittern. Manche glauben, der Markt wird es schon regeln. Ich weiß nicht, ob das in anderen Bereichen der Medizin funktioniert. Im psychosozialen Bereich jedenfalls funktioniert es nicht. De facto ist es so, dass Wohneinrichtungen, Psychotherapie und stationäre Behandlung aus drei verschiedenen Töpfen bezahlt werden. Wir wissen aber aus Studien, dass die Rückfallgefahr für

die Betroffenen geringer ist, wenn die Betreuung der Angehörigen, die Planung der Tagesstruktur, die sozialarbeiterische Betreuung und die medikamentöse Einstellung im gleichen Team passiert. MT: Die Demographie wird auch neue Herausforderungen bringen. Prof. Wancata: Ja. Auch schwer psychisch Kranke schaffen es heute – mit der entsprechenden Unterstützung – 30, 40 Jahre ganz gut zuhause zu leben. Sie kommen aber früher mit ihrem Alltag nicht mehr zurecht als psychisch Gesunde und brauchen dann Pflege. Sie sind Anfang, Mitte 60, wenn sie ins Pflegeheim aufgenommen werden müssen, durchaus mobil, aber in einem schlechten psychischen Zustand. In den Pflegeheimen treffen sie auf immobile über 85-Jährige, die mit psychotischen Personen nicht umgehen können. Dann fürchten sich die einen vor den anderen. Hier bräuchte man spezialisierte Angebote – Einrichtungen und Ausbildungen. Pflegepersonen haben sehr gut gelernt, wie man mit Demenzkranken arbeitet, aber nicht, wie man mit alt gewordenen Schizophreniekranken umgeht. MT: Psychisch Kranke haben auch häufiger körperliche Erkrankungen und auch eine höhere Sterblichkeit. Was bedeutet das für die Betreuung? Prof. Wancata: Ja, sie haben deutlich häufiger somatische Erkrankungen, die oft nicht behandelt

MT: Vor knapp zwei Jahren ist das Unterbringungsgesetz novelliert worden. Wie zufrieden sind Sie damit? Prof. Wancata: In Österreich ist es schwieriger, jemanden gegen seinen Willen an einer psychiatrischen Krankenhausabteilung unterzubringen, als in den meisten Nachbarländern. Ich finde es gut, diese Latte hoch zu legen. Wir haben aber in der Vergangenheit immer wieder gesehen, dass Patienten sehr früh wieder entlassen wurden, weil die gesetzlichen Voraussetzungen nicht mehr erfüllt waren, sie länger im Spital zu halten, und ein paar Tage später kamen sie wieder. Der jetzige Ansatz ist, Patienten mit hohem Risiko für eine baldige Wiederaufnahme ein wenig länger im Spital zu behalten. Das halte ich für eine sinnvolle Entwicklung. Es muss aber eine Begleitevaluation geben, um zu sehen, ob das Gesetz etwas gebracht hat. Interview: Mag. Silvia Jirsa

MT: Es gibt also nur ein Miteinander? Prof. Wancata: Jeder Patient, der sinnvoll behandelt werden soll, braucht Elemente aus allen drei Bereichen der Psychiatrie. Es gibt kein Krankheitsbild, wo man nicht auch mit den Patienten reden muss. Nicht bei allen, aber bei sehr vielen Krankheitsbildern weiß man, dass Medikamente helfen können. Und bei manchen kommen wir ohne Medikamente gar nicht aus. Es kann auch das eine das andere nicht ersetzen. Wir wissen bspw., dass die Arbeit mit Angehörigen – die zur Sozialpsychiatrie gehört – durchaus einen Effekt darauf hat, ob sich der Kranke auf eine medikamentöse Behandlung einlässt.

dafür sind gut. Welche Schwerpunkte sich bilden werden, wird man sehen: etwa die Frage, wie Patienten ihre Erkrankung erleben, die Rolle der Angehörigen oder die Umwelt-Gen-Interaktionen.

Foto: B. Krobath

MT: Was verstehen Sie unter Sozialpsychiatrie? Prof. Wancata: Sozialpsychiatrie wurde in der Vergangenheit von der Öffentlichkeit, aber auch vom Selbstverständnis immer mit Enthospitalisierung gleichgesetzt. Das greift sicher zu kurz. Sozialpsychiatrie setzt sich mit der Umgebung der Kranken auseinander, sowohl was die Ursache als auch was die Behandlung und die Krankheitsfolgen betrifft. Deshalb war die Sozialpsychiatrie auch in die Psychiatriereformen stark involviert.

werden. Teils, weil die Kranken nicht von sich selbst aus Hilfe suchen, teils, weil es nicht klar ist, wer sich bspw. um einen Diabetes kümmern muss: der Psychiater oder der Hausarzt. Manche komplexe Untersuchungen sind auch für psychiatrische Patienten nur schwer oder gar nicht bewältigbar. Dann müssen therapeutische Entscheidungen aufgrund eines schlechteren Wissenstandes getroffen werden. Hier wäre ein Netzwerk aus Hausarzt, Internist und Psychiater rund um den älteren psychisch Kranken wichtig. Auch die klassische Geriatrie hat mit dieser Klientel nicht viel Erfahrung.

 Antrittsvorlesung

Univ.-Prof. Dr. Johannes Wancata hält am 21. Juni 2012 seine Antrittsvorlesung zum Thema „Psychische Krankheit zwischen Individuum und Gesellschaft“. 21. Juni 2012, 11 Uhr Jugendstilhörsaal der Medizinischen Universität Wien Spitalgasse 23, 1090 Wien Anmeldung erbeten unter corporatecommunications@ meduniwien.ac.at


Therapie-Forum

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Medizin

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Initialtherapie mit höchstem Evidenzgrad

Fixkombi packt Vertigo an allen Fronten WIEN – Seit wenigen Monaten ist in Österreich eine Fixkombination am Markt, die durch den dualen Wirkmechanismus effektiv und rasch als Erstlinien-Therapie bei Schwindel aller Art hilft. Nun belegt eine Metaanalyse den höchsten Evidenzgrad Ia für diese Therapieoption – das hat bislang noch kein ­Antivertiginosum geschafft. Mit dem in Österreich neuen Medikament gibt es nun in der hausund fachärztlichen Versorgung eine streng evidenzbasierte Initialtherapie bei Schwindel verschiedener Genese. Es handelt sich um die Wirkstoffkombination aus 20  mg Cinnarizin und 40  mg Dimenhydrinat*, die als einziges Antivertiginosum an allen Schlüsselpositionen der Schwindelentstehung eingreift. Konkret reguliert der Kalziumantagonist Cinnarizin die periphere Reizaufnahme in den Haarzellen des Gleichgewichtsorgans. Das H1-Antihistaminikum Dimenhydrinat reguliert die zentrale Reizverarbeitung in den Vestibulariskernen der Medulla oblongata und anderen für das Gleichgewicht zuständigen Zentren. Zusätzlich entwickelt die Kombination einen synergistischen Effekt, der über die reine Summe an Wirkungen der einzelnen Substanzen hinausragt. Das duale Wirkprinzip hat außerdem zur Folge, bei jedem Schwindel zu helfen. Egal, ob es sich um eine Störung der peripheren oder der zentralen Reizaufnahme oder um eine Kombination von beidem handelt. Gerade Letzteres, die Kombination von peripheren und zentralen Ursachen des Schwindels, kommt häufig bei älteren Patienten vor. Bezüglich der Wirksamkeit zeigt nun eine aktuelle Metaanalyse1 den höchsten Evidenzgrad für die Fixkombination. Aus neun randomisierten, kontrollierten Doppelblindstudien flossen fünf Studien in die Analyse ein. Insgesamt werteten die Autoren Daten von 715 Patienten aus, die fünf Studien wurden an zehn Universitätskliniken in vier europäischen Ländern durchgeführt. Die Erkrankungsdauer lag im Mittel bei 52,2  Prozent der Patienten zwischen ein und zehn Jahren, bei gut einem Drittel (36  Prozent) unter einem Jahr. Als Vergleichsmedikationen wurden die Einzelsubstanzen Cinnarizin und Dimenhydrinat in verschiedenen Dosierungen sowie Betahistin herangezogen. Zwei Studien schlossen auch eine Plazebo-Gruppe mit ein. Was die Einzelsubstanzen Cinnarizin und Dimenhydrinat betrifft, waren die untersuchten Indikationen Vertigo verschiedener Genese (zentral und/oder peripher), im Fall von Betahistin war es Innenohrschwindel. Das Hauptzielkrite-

rium: Veränderung bzw. Rückgang der Schwindelsymptomatik (Vertigo-Summenscore) während einer Vier-Wochen-Therapie. Bereits nach einer Woche Behandlung stellte sich die Überlegenheit der Fixkombination sowohl gegenüber den Einzelsubstanzen in der 2,5-fach höheren Dosierung als auch gegenüber Betahistin 12  mg

und Plazebo heraus (p  <  0,001). Diese Ergebnisse bestätigen deutlich den höchstmöglichen Evidenzgrad Ia für die Fixkombination, zusätzlich spricht deren statistisch signifikante Überlegenheit nach nur einer Woche für einen sehr raschen Wirkeintritt. Weiters gibt es keinen Hinweis darauf, dass die Fixkombination zu

einer relevanten Sedierung führt und die physiologischen Erholungsmechanismen des vestibulären Systems beeinträchtigt. Diese Kompensationsmöglichkeit ist besonders bei einer längerfristigen Therapie sicherzustellen. Diesbezüglich zeigen Ergebnisse einer weiteren rezent abgeschlossenen Studie2, dass die Fixkombination bei Patienten

mit einem akuten einseitigen Labyrinthausfall (Neuropathia vestibularis) ebenso wenig die Kompensationsvorgänge beeinträchtigt wie das nicht sedierende Betahistin. Gro *A  rlevert® F. Waldfahrer, H. Iro: Vertigo – Kontroverses und Bewährtes, Springer Verlag Wien 2011; 197-203 2 A.-W. Scholtz et al., Clin Drug Invest 2012; 32 (6); 387-399

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Diabetes

Medizin

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Wenn das Herz bei Diabetes schlaff macht

Doppelconference auf der ÖDG-Tagung WIEN – Die Koronare Herzkrankheit stellt ein wichtiges Verbindungsglied zwischen Diabetes und Herzinsuffizienz dar. Aber auch metabolische Effekte tragen zu kardialen Leistungseinbußen bei. Bei der Frühjahrstagung der Österreichischen Diabetes GesellKongress live schaft (ÖDG) beleuchteten ÖDG-Präsident Univ.-Prof. Dr. Heinz Drexel und Univ.-Prof. Dr. Martin Clodi die Zusammenhänge.

Multiple Ischämien als Basis der Herzinsuffizienz Typisch für den Patienten mit diabetischer Atherosklerose sind multiple Stenosen. „Genau das sehen wir auch in der Koronarangiographie“, berichtete Prof. Drexel. Multiple Stenosen bedeuten multiple Ischämien und stellen damit die Basis für die Herzinsuffizienz dar. Die Therapie der Herzinsuffizienz bei Diabetikern zielt daher vor allem darauf ab, die Ursache, sprich eine eventuell vorhandene Stenose, zu beheben und die Erkrankung

Foto: privat

Univ.-Prof. Dr. Heinz Drexel

per se zu behandeln. Die Behandlung ist symptomatisch gestaffelt. Das Stufenschema sieht im Stadium I nach der NYHA-Klassifikation ACE-Hemmer bzw. AT2-Antagonisten vor. „Mit ihnen beginnt man also bereits im asymptomatischen Stadium“, betonte der Internist. Auch die Kochsalzrestriktion wird bereits von Anfang an empfohlen. Diuretika, Aldosteronantagonisten und Digitalis kommen erst dann zum Einsatz, wenn bereits Symptome der Herzinsuffizienz zu verzeichnen sind (ab Stadium II). Die Rolle der Betablocker bei der Herzinsuffizienz ist historisch gewachsen. Für sie gilt mittlerweile das Gleiche wie für ACE-

Kongress live Frühjahrstagung der ÖDG

Hemmer, nämlich dass sie schon im asymptomatischen Stadium eindeutig Vorteile bringen. „Wir wissen aus Registerdaten, dass Betablocker bei Diabetes weniger verschrieben werden, obwohl sie die Mortalität reduzieren. Hier sind wir meilenweit von der ,evidence-based medicine‘ entfernt“, bedauerte Prof. Drexel und plädierte, „Evidenz walten zu lassen und die Betablocker gerade bei KHK und Diabetes mehr in den Vordergrund zu stellen“.

Explizit „Wir wissen aus Registerdaten, dass Betablocker bei Diabetes weniger verschrieben werden, obwohl sie die Mortalität reduzieren. Hier sind wir meilenweit von der ,evidence-based medicine‘ entfernt.“ Prof. Heinz Drexel

Jüngst auf der Jahrestagung der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft präsentierte Daten (F. Fruhwald et al.) zeigen auch in Bezug auf die Gabe von Aldosteronantagonisten großen Nachholbedarf: Während Kandidaten für eine CRT-Implantation gut mit Diuretika (98  %) sowie ACE-Hemmern (90  %) und zumindest akzeptabel mit Betablockern (75  %) versorgt waren, hatten nur 48  % der Patienten einen Aldosteronantagonisten. „Das heißt, auch Aldosteronantagonisten müssen in der Therapie der Herzinsuffizienz noch mehr Berücksichtigung finden“, appellierte Prof. Drexel ans Publikum.

Wie viel Sinn macht kardiales Screening? Die Frage liegt also nahe, ob ein kardiales Screening bei asymptomatischen Diabetes-Patienten Sinn macht. Die DIAD-Studie hat Diabetes-Patienten ohne Symptome bzw. Anamnese einer KHK mittels Thallium-Persantin-Scan untersucht und keinen Unterschied im kardiovaskulären Outcome zwischen gescreenten und nicht gescreenten Patienten entdeckt. Nichtsdestotrotz gelte es, die wichtigen Säulen der Therapie bei diesen Patienten mit erhöhtem kardiovaskulären Risiko – im Speziellen lipidsenkende Maßnahmen, antihypertensive Medikation und ACE-Hemmer bzw. Angiotensin-Rezeptorblocker – im Auge zu behalten, so Prof. Clodi. Dafür sprechen auch die Ergebnisse der STENO-2-Studie: Patienten mit im Schnitt sechsjähriger Diabetesdauer und Mikroalbuminurie als Zeichen des erhöhten kardiovaskulären Risikos wurden in Bezug auf Blutzucker, Blutdruck und Lipide entweder konventionell oder intensiviert behandelt. In einem Beobachtungszeitraum von neun Jahren konnten die karUniv.-Prof. Dr. Martin Clodi

Metabolische Effekte Univ.-Prof. Dr. Martin Clodi beleuchtete das Thema aus diabetologischer Sicht. „Denn neben der KHK spielen durchaus auch einige metabolische Mechanismen bei der verminderten Herzleistung mit“, ist der Diabetologe aus dem AKH Wien überzeugt. Die Insulinresistenz führt unter anderem zu einer vermehrten Metabolisierung von freien Fettsäuren, es wird

Foto: privat

„Herzinsuffizienz ist diabetogen, umgekehrt ist Diabetes ein Risiko für Herzinsuffizienz“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Heinz Drexel, Leiter der Abteilung für Innere Medizin und Kardiologie am Krankenhaus Feldkirch, zu Beginn seines Vortrags. Er beleuchtete den Zusammenhang zwischen Diabetes und Herzinsuffizienz aus kardiologischer Sicht, schließlich ist der ÖDG-Präsident auch Kardiologe. Die Koronare Herzkrankheit spielt dabei eine wesentliche Rolle. Prof. Drexel: „KHK ist das wesentliche Kettenglied auf dem Weg zur Herzinsuffizienz, aber nicht das einzige“. Rauchen, Hypertonie, Übergewicht, Diabetes per se und valvuläre Herzerkrankungen spielen jedoch eine vergleichsweise geringe Rolle, wie bereits die National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) zeigte.

weniger ATP gebildet und die Energieeffi zienz sinkt. Darüber hinaus wird durch das reduzierte Herzminutenvolumen ein neurohumoraler Regelkreis in Gang gesetzt, der dazu führt, dass Insulin noch weniger wirkt. Auch die Hyperglykämie per se kann – unabhängig von KHK und Hypertonie – die Herzleistung sehr stark beeinflussen. Klinisch betrachtet weisen Patienten mit Diabetes nach zehn bis 15 Jahren in bis zu 80 % der Fälle eine diastolische Dysfunktion auf, über die Jahre entwickelt fast die Hälfte der Betroffenen auch eine systolische Dysfunktion. Wenn dazu ein manifestes symptomatisches Ereignis kommt, dann besteht zwischen diastolischer und systolischer Dysfunktion hinsichtlich der Mortalität kaum ein Unterschied. Prof. Clodi: „Das heißt, wir müssen auch die diastolische Dysfunktion sehr ernst nehmen.“

diovaskulären Ereignisse im intensivierten Arm deutlich reduziert werden. Bezüglich der Mortalität ergab sich in diesem Zeitraum kein Unterschied, allerdings, so Prof. Clodi: „Wenn Sie die Patienten 13 Jahre lang beobachten,

dann sehen Sie, dass die Mortalität plötzlich dramatisch auseinandergeht.“ Dass die Mortalität nach 13 Jahren trotz intensivierter Therapie mehr als 30 % beträgt, spricht nach Meinung des Experten dafür, nicht alle Patienten über einen Kamm zu scheren und einen individualisierten Zugang anzustreben. Prof. Clodi: „Darum ist es sicherlich notwendig, neue Screeningmethoden zu finden.“ Der Bio marker NT-proBNP könnte diesen Zweck erfüllen.

Biomarker NT-proBNP BNP und sein Spaltprodukt NTproBNP wird vom Herzen freigesetzt, wenn es einer Stresssituation unterliegt. „37 % der Patienten in unseren Diabetes-Ambulanzen sind mit einer Erhöhung des NT-

Explizit „Neben der KHK spielen durchaus auch einige metabolische Mechanismen bei der verminderten Herzleistung mit.“ Prof. Martin Clodi

proBNPs behaftet“, zitierte Prof. Clodi aus eigenen Daten. 62 % davon sind anamnestisch herzgesund. „Das heißt, die meisten Patienten wissen nicht, dass sie bereits ein Herzleistungsdefizit haben.“ Das ist insofern relevant, als Patienten mit einem NT-proBNP > 125 pg/ml ein höheres Risiko haben, innerhalb des nächsten Jahres ein kardiovaskuläres Ereignis zu erleiden. Darüber hinaus gilt: Je höher das NT-proBNP, desto höher die Mortalität. Inwieweit kann dieser Entwicklung nun mit antidiabetischen Therapiemaßnahmen entgegengewirkt werden? Um diese Frage zu beantworten, haben sich Prof.

Clodi und seine Kollegen jene Patienten aus dem genannten Kollektiv angeschaut, die ein NT-proBNP über 400  pg/ml aufwiesen. Bezüglich des Outcomes (ereignisfreies Überleben) waren Patienten unter Metformin signifikant besser dran als jene ohne Metformin. „Diabetes-Patienten mit kardialer Insuffizienz profitieren also ganz klar von der Therapie mit Metformin, auch wenn es in der Fachinformation eine Einschränkung bei schwerer Herzinsuffizienz gibt“, gab Prof. Clodi zu bedenken. Ähnliches gilt auch für Pioglitazon, das in der PROACTIVEStudie als Add-on-Therapie einen klaren Benefit im Outcome bei Diabetes-Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen gezeigt hat. Allerdings ist Pioglitazon bei fortgeschrittener Herzinsuffizienz (NYHA III und NYHA IV) wegen der Natrium- und Wasserretention tatsächlich kontraindiziert. Zu den DPP-4-Hemmern und Inkretinen gibt es bis dato keine kardiovaskulären Outcome-Daten. „Allerdings scheint es so zu sein, dass die Gabe von DPP-4-Hemmern und GLP-1-Rezeptor-Agonisten einen positiven Effekt auf das kardiovaskuläre Risiko bei Typ-2-Diabetikern hat“, so Prof. Clodi abschließend. GLu Frühjahrstagung der Österreichischen Diabetes Gesellschaft (ÖDG); Wien, Juni 2012

Bereitet Ihnen ein Patient Kopfzerbrechen? Schreiben Sie uns, wir kennen die Experten! Redaktion Medical Tribune Grünbergstraße 15/Stiege 1 1120 Wien Fax: (01) 54 600-50-623 redaktion@medical-tribune.at


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Diabetes

Medizin

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Diagnose „metabolisches Syndrom“ kaum verwertbar

Bei Senioren das Maßband vergessen wiesbaden – Je nach Definition schwanken die Prävalenzen des metabolischen Syndroms bei Älteren erheblich. In der Praxis scheint es ohnehin klüger, sich von dieser Diagnose bei Senioren zu verabschieden. Nach der Definition des National Expert Panel on Detection, Evaluation and Treatment of High Blood Cholesterol in Adults (NCEP) liegt ein metabolisches Syndrom vor, wenn mindestens drei der fünf folgenden Kriterien erfüllt sind: u Taillenumfang > 102 cm bei Männern bzw. > 88 cm bei Frauen u Triglyzeride > 150 mg/dl u HDL-Cholesterin <  40  mg/dl bei Männern (< 50 mg/dl bei Frauen) u Blutdruck ≥ 130 mmHg systolisch oder ≥ 85 mmHg diastolisch u Nüchternglukose ≥ 100 mg/dl Bei Lipiden, Blutdruck und Zucker gilt das Kriterium als erfüllt, wenn entsprechende Medikamente eingenommen werden. Die International Federation of Diabetes (IDF) legt den Grenzwert für den Taillenumfang bei 94 cm (Männer) bzw. 80 cm (Frauen) fest und fordert dann mindestens zwei der anderen Punkte (bei gleichen Grenzwerten) unabhängig von einer Medikamenteneinnahme.

NCEP, erklärte Prof. Dr. Andreas Zucker) und sollten entsprechend Hamann von der Medizinischen behandelt werden. Allerdings gibt Klinik  IV der Hochtaunus-Kli- es kaum Daten darüber, ob eine niken Bad Homburg auf dem deut- Senkung der Triglyzeride bzw. Erhöhung des HDL tatsächlich das schen Internistenkongress. Die etablierten Risikofaktoren Ergebnis bessert. Dagegen ist der günstige Einfluss Dyslipidämie, Hypertonie und Diabetes sind auch im Alter für die einer LDL-Senkung belegt – nur dieser Parameter kardiovaskuläre Gefahr von gro­ßer taucht NM30_Titraton_Inserat_NM30_Inserat_1 20.03.12 18:53 Seite 1 in der DefiBedeutung (v.a. Hochdruck und nition des metabolischen Syndroms

gar nicht auf. Ganz zu schweigen von Nikotinkonsum und Alter selbst, die beide keine Erwähnung finden. Zudem liefern nach aktueller Studienlage Taillenumfang, BMI und TaillenHüft-Quotient keine zusätzlichen Informationen zur Vorhersage des kardiovaskulären Risikos. Also „vergessen Sie die läs­tigen Maßbänder und das Suchen nach einer Taille, wo

keine ist“, so der Tipp des Experten. Insgesamt hält Prof. Hamann das „metabolische Syndrom“ bei richtiger Interpretation für ein zusätzliches Tool, um Hochrisikopatienten zu identifizieren. Unabhängig vom Alter eignet es sich aber nicht als Risikoscore. Und so ist bei Kenntnis aller Risikofaktoren diese zusätzliche Diagnose verzichtbar.  abr

Hochdruck und Diabetes unbedingt behandeln Im KORA-Survey aus dem Jahr 2000 fand sich nach IDF-Kriterien ein metabolisches Syndrom bei 57  % der Männer und 46  % der Frauen zwischen 55 und 74 Jahren. Nach NCEP waren es nur 28 % der gleichaltrigen Herren und 24 % der Damen. Und nur die Hälfte der Probanden der IDF-Gruppe erfüllte auch die Vorgaben nach

Insulin-Bildung hält lange an BOSTON – Beim Typ-1-Diabetes versiegt die Insulinproduktion wesentlich langsamer als angenommen. Nach 30 bis 40 Jahren verfügt noch etwa jeder zehnte Betroffene über funktionstüchtige Betazellen, wie Forscher des Massachussetts General Hospital in Boston mit einem ultrasensitiven Test herausfanden. Als Marker für das Überleben der insulinproduzierenden Betazellen wurden bei 182 Typ-1Diabetikern die C-Peptid-Produktion gemessen. Nun wollen sie das besonders empfindliche Nachweisverfahren therapeutisch nutzen: Möglicherweise gelingt es, Patienten zu detektieren, die von einer Betazellstimulation profitieren. rft Limei Wang et al., Diabetes Care 2012; 35: 465–470

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Diabetes

Medizin

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Aktuelle Metaanalysen legen nahe:

Sulfonylharnstoffe kritisch betrachten stoffen sind unklar. Sind es vermehrte Hypoglykämien? Oder die betont viszerale Gewichtszunahme unter der Behandlung? Eine andere mögliche Erklärung könnte nach Ansicht von Prof. Forst eine vermehrte Ausscheidung des als atherogener Risikofaktor geltenden Proinsulins durch die unter dem Sulfonylharnstoff-Einfluss gestresste Betazelle sein.

Am Institut für Klinische Forschung (IKFE) in Mainz hat man in einer großen Metaanalyse die Mortalitätsdaten unter der Therapie mit Sulfonylharnstoffen analysiert. 22 Studien mit zusammen über 276.000 Teilnehmern gingen ein. In allen war ein Sulfonylharnstoff mit einem anderen Antidiabetikum über mindestens ein Jahr verglichen worden. Das nachdenklich stimmende Ergebnis der bislang unpublizierten Arbeit stellte IKFE-Forschungsleiter Prof. Dr. Thomas Forst bei der Jahrestagung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) vor.

Möglicher Knackpunkt: Zu viel Proinsulin Danach war das Sterberisiko unter der Therapie mit Sulfonylharnstoffen signifikant höher als unter Nicht-Sulfonylharnstoffen (RR  1,92). Berücksichtigt man nur die Monotherapie, sieht das Ergebnis noch ungünstiger für die nach wie

Referenzsubstanz nur noch zweite Wahl?

Anti­diabetika verzichten, riet Prof. Forst. Seine Metaanalyse ist nicht die einzige, die ein derart missliches Bild zeichnet, unterstrich der Wissenschaftler. An der Cleveland-Klinik im amerikanischen Ohio beispielsweise wurden über 2500 Ereignisse bei knapp 24.000 Patienten analysiert. Unter den drei Sulfonylharnstoffen Glibenclamid, Glimepirid und Glipizid lagen die Mortalitätsraten im Vergleich zum Metformin um 60 bis 70 % höher.* Die Gründe für die schlechte Prognose unter Sulfonylharn-

vor beliebten oralen Antidiabetika aus: Dann war die Gesamtmortalität sogar um 148 % erhöht, die kardiovaskuläre Sterblichkeit um mehr als 190 %, berichtete Prof. Forst. Besonders riskant scheint die blutzuckersenkende Therapie mit Sulfonylharnstoffen für stark übergewichtige Diabetiker zu sein. In dieser Subgruppe betrug die Odds Ratio für die Gesamtmortalität sogar 3,52; das Sterberisiko war hier also um mehr als 250  % gesteigert. Bei adipösen Patienten sollte man deshalb möglichst auf diese

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Für den Gemeinsamen Bundesausschuss gelten die Sulfonylharnstoffe nach wie vor als antidiabetische Referenzsubstanzen, ohne dass diese Wirkstoffe vom IQWiG jemals einer Bewertung unterzogen wurden, kritisierte Prof. Forst in Stuttgart: „Es ist für mich absolut unverständlich, dass man diese Wirkstoffe als gut etablierte Therapie bezeichnet. Andere Substan-

zen, für die es viel weniger Evidenz für eine Mortalitätssteigerung gab, sind längst vom Markt genommen worden!“ Er räumte ein, dass epidemiologische Analysen allein keinen Beweis für eine schädigende Wirkung liefern können. „Doch sie sind sicherlich ein Grund, kritisch zu sein!“ Der Mainzer Forscher sieht die Zeit für ein Umdenken in der Behandlung des Typ-2-Diabetes gekommen. Hypoglykämierisiko, Gewichtszunahme unter der Therapie und eine Betazellerschöpfung, die sie oft nur begrenzt wirken lassen, machen für Prof. Forst – zusätzlich zu den Sicherheitsbedenken – die Sulfonylharnstoffe eindeutig zur Therapie der zweiten Wahl. In allen diesen Aspekten sieht er die DPP-4Hemmer inzwischen als eindeutig überlegen an. bös *K  . M. Pantalone et al., Diabetes Obes Metab 2012; online first

Schlechte Lipide, kein Abnehmen

Fruchtzucker nichts für Diabetiker STUTTGART – Nach wie vor werben „Diabetiker“-Produkte mit Fruktose als geeignetem Süßersatz. Doch der verstärkte Konsum von Fruchtzucker ist heute sicher nicht mehr empfehlenswert. Es gibt Daten, die einen Zusammenhang zwischen vermehrter Fruktose-Aufnahme und Übergewicht sowie Lipidstoffwechselstörungen herstellen, berichtete Dr. Daniel Winter vom Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim. In höheren Dosierungen habe Fruktose ungünstige Effekte auf Triglyzeride, HDL-Cholesterin und Apolipoprotein  B. Zudem könne die längerfristige übermäßige Fruktoseaufnahme via Einlagerung von Bauchfett, Gewichts- und Harnsäureanstieg ein Metabolisches Syndrom verursachen bzw. verschlimmern.

Obst erlaubt, Smoothies kritisch Doch wie viel Fruktose darf ein Typ-2-Diabetiker ungefährdet zu sich nehmen? Eine maximale Tagesdosis wird in den Ernährungsempfehlungen nicht festgelegt. Dr. Winter rät aufgrund der Studiendaten, 70 g pro Tag nicht zu überschreiten. Aber auf das tägliche Obst

muss kein Diabetiker verzichten. Denn Fruchtzucker aus solchen natürlichen Quellen ist absolut unbedenklich, betonte der Experte. Die derzeit beliebten „Frucht­ smoothies“ sieht er dagegen eher kritisch. Beim Pürieren gingen wertvolle Ballaststoffe der Früchte verloren.

Kalorien sparen mit Fruktose – ein Märchen Ein Irrglaube ist auch, wenn Patienten meinen, über den Ersatz von Glukose durch Fruktose Kalorien einsparen zu können – beide Monosaccharide liefern exakt die gleiche Energiemenge, nämlich 4  kcal pro Gramm. Die falschen Vorstellungen zum Energiegehalt der Fruktose werden dadurch genährt, dass der Fruchtzucker insulinunabhängig verwertet wird. Bei der Berechnung der Insulindosis muss daher im Vergleich zur Glukose durch den Faktor 3 geteilt werden. Besonders für übergewichtige Patienten ungünstig ist jedoch, dass Fruktose auch den hormonellen Komplex der Sättigungskaskade umgeht und keine Wirkung auf Leptin hat. So fördert Fruktose über ein vermehrtes Hungergefühl eher noch die weitere Gewichtszunahme. bös

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STUTTGART – Sulfonylharnstoffe gehören nach wie vor zu den am häufigsten verordneten oralen Antidiabetika in Deutschland. Ein Grund dafür: Sie kosten nicht viel. Doch neue Daten, beim Diabeteskongress in Stuttgart vorgestellt, nähren Zweifel an ihrer Sicherheit.


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Medizin

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Von der Immuntherapie bis zur Abhärtung mit UVB

Lichtdermatose im Vorfeld abwehren WIESBADEN – Patienten mit polymorpher Lichtdermatose haben ein spezielles Immun-Problem, dies konnte nun nachgewiesen werden. Eröffnen sich jetzt neue therapeutische Möglichkeiten?

O n i tz Magenschu 07

Alltagsverläufe der Patienten untersucht wurden. Größere Studien werden aber kaum folgen, da eine Arzneimittelzulassung der Substanz nicht angestrebt wird. Der Polypodium-Effekt wird daher wohl ein „Geheimnis“ bleiben, so der Experte. Der Patient muss selbst entscheiden, ob er sich mit dem Nahrungsergänzungsmittel therapieren will. Da dieses gut vertragen wird, bestehen von ärztlicher Seite zumindest keine Einwände dagegen.

Light-Hardening wirkt auch ohne Bräunen

heißt Pantip®

Prof. Schwarz. Auch lokal aufgetragene DNA-Reparatur-Enzyme überzeugten nicht. Sie unterdrückten Lichtreaktionen auf der Haut weniger gut als eine Sonnenschutzcreme mit Lichtschutzfaktor 30. Allerdings kann bei besonders empfindlichen Patienten auch die korrekte Anwendung von Sonnenschutzcremes die PLD-Eruptionen nicht verhindern, so dass

enten, von denen 30 auf UVA und 18 auf UVB reagierten, erhielten Polypodium (bis 55 kg Körpergewicht: 720 mg, bis 70 kg: 960 mg, > 70 kg: 1200 mg). Bei knapp einem Drittel der Patienten war anschließend die polymorphe Lichtdermatose durch UV-Licht nicht mehr provozierbar. Zwar stellt diese kleine Studie keinen Meilenstein dar, kommentierte Prof. Schwarz, u.a. weil es sich nur um Provokationsexperimente handelte, aber keine

ste rrei ch

Normalerweise verursacht UVStrahlung eine lokale Immunsuppression. Vielfach wurde vermutet, dass diese Immunsuppression bei der – pathogenetisch nach wie vor unklaren – polymorphen Lichtdermatose (PLD) abgeschwächt ist. Bewiesen hat man dies allerdings bisher nicht, wie Prof. Dr. Thomas Schwarz vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, bei einem Derma-Update ausführte. Finnische Autoren fanden nun in einem Experiment an PLD-Patienten und gesunden Kontrollpersonen aussagekräftige Indizien für diese Vermutung. Alle Studienteilnehmer wurden in einem UV-bestrahlten Areal einem Kontaktallergen ausgesetzt. Applizierte man dasselbe Kontaktallergen nach zwei Jahren erneut auf die Haut, so zeigten nur 50  Prozent der Kontrollprobanden, jedoch fast alle PLD-Patienten eine starke Hautreaktion. Das bedeutet: Nur bei den Gesunden konnte das UV-Licht die Sensibilisierung beim Allergen-Erstkontakt unterdrücken. Die Hypothese, dass die Lichtdermatose auf zu schwacher Immunsuppression nach UV-Bestrahlung fußt, führte zu einer Reihe neuer Therapie-Ideen, z.B. mit immunsuppressiven Pharmaka. Österreichische Autoren erzielten jedoch mit topischem Calcipotriol nur marginale Effekte auf die per Solarsimulator provozierten Hautreaktionen, berichtete

die Forschung weiter nach alternativen Therapien Ausschau hält. Aktuell prüfte eine internationale Arbeitsgruppe einen Extrakt aus südamerikanischem Farn (Polypodium leucotomos). Diese Substanz, die als Nahrungsergänzungsmittel gehandelt wird, entfaltete sowohl topisch als auch systemisch appliziert photoprotektive Effekte, so der Referent. Insgesamt 35 Pati-

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Fachkurzinformation auf Seite 24

Goldstandard der Prophylaxe bei polymorpher Lichtdermatose bleibt die Abhärtung mit UVB (311  nm), das meist gut wirkt. Man beginnt mit Mini-Dosen von 100  mJ/m2, dann wird pro Sitzung um je weitere 100  mJ/m2 gesteigert, bis ein Erythem auftritt. Bei drei Sitzungen pro Woche dürften drei Wochen reichen, beim ersten Hardening-Zy k lus dauert es eventuell etwas länger. Deshalb sollte der Patient vier bis fünf Wochen vor einem geplanten Sonnenurlaub zur ersten Bestrahlung erscheinen. Wenn sich Patienten beschweren, dass sie von der Abhärtungskur „ja gar nicht braun werden“, muss man sie aufklären: Bräunung ist für den Schutzeffekt keineswegs Voraussetzung. Wäre dies der Fall, so würden Menschen mit Hauttyp  I, die nie braun werden, überhaupt nicht profitieren. Doch auch hellhäutige Patienten, betonte der Experte, erfahren Protektion durch die UVAbhärtung. CG

Auch ohne systemische Reaktion

Insekten-Allergiker früh zur Immuntherapie WUPPERTAL – Jeden Sommer sterben Menschen nach einem Wespen- oder Bienenstich. Wenn ein Patient allergisch auf Hymenopterengift reagiert hat, sollte rasch eine spezifische Immuntherapie erfolgen – auch ohne systemische Stichreaktion. Wegen der hohen Gefährdung sind die Leitlinien zur Hyposensibilisierung bei Insektengiftallergie „aufgeweicht“ worden. Erwachsenen raten die Experten nun schon zur spezifischen Immuntherapie, wenn sie bei einem früheren Stich eine Reaktion mit Schwere-

grad  I gezeigt haben – also Juckreiz, Flush, Urtikaria oder Angioödem vorlagen. Für Kinder ist eine Hyposensibilisierung erst bei einer Reaktion mit Schweregrad  II in der Anamnese indiziert. Es muss folglich zu einer systemischen Beteili-

gung, also zu Nausea, Krämpfen, Rhinorrhö, Dyspnoe, Arrhythmie und/oder Blutdruckabfall gekommen sein. Das aber passiert häufiger, als gemeinhin angenommen wird, erklärte Prof. Dr. Randolf Brehler von der Dermatologischen Universitätsklinik in Münster beim 2. AllergologieUpdate-Seminar. Immerhin zeigen bis zu 26 Prozent der Bevölkerung eine massive lokale Reaktion auf einen Wes-

pen- oder Bienenstich, und ein bis 3,5 Prozent antworten systemisch.

Biene oder Wespe: Wer hat zugestochen? Oft weiß der Patient allerdings gar nicht, was ihn gestochen hat. Für den Stich einer Biene spricht es laut Prof. Brehler, wenn der Betroffene Imker ist oder sich in der Nähe von Bienenstöcken aufgehalten hat. Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle, denn die meist friedlichen Bienen fliegen

vor allem im Frühjahr und im Spätsommer – gegebenenfalls auch an warmen Wintertagen. Die eher „aggressiven“ Wespen werden vor allem im Sommer und Spätherbst zur Plage und kommen meist in der Nähe von Speisen oder Abfall vor. Noch ein Kriterium hilft Prof. Brehler zufolge bei der Suche nach dem Übeltäter: Wespen hinterlassen üblicherweise keinen Stachel in der Haut – Bienen hingegen meist schon. CV


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News SVA-Urbefragung angelaufen WIEN – Nachdem der Vorstand der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft kürzlich die erste Urbefragung all ihrer Versicherten auf den Weg gebracht hatte, wurden in den letzten Tagen mehr als 500.000 Fragebögen verschickt. Für SVAObmann Dr. Christoph Leitl ist die Urbefragung, die auch heiße Eisen wie die Selbstbehalte angepackt, ein „bahnbrechender Schritt“ und auch ein „klarer Umsetzungsauftrag“ – sowohl für die SVA als auch für die Politik. Einsendeschluss des Fragebogens ist der 30. September.

Foto: BMG

Mehr auf: www.svagw.at

StR Mag. Sonja Wehsely, LH Dr. Josef Pühringer, BM Alois Stöger, BM Dr. Maria Fekter, HV-Vorsitzender Dr. Hans-Jörg Schelling und WGKK-Obfrau Mag. Ingrid Reischl

Bund, Länder und Sozialversicherung

Politische Einigung zur Einigkeit WIEN – Zwei Minister, ein Landeshauptmann, eine Gesundheitsstadträtin, der Vorsitzende des Hauptverbands und die Obfrau der größten Gebietskrankenkasse verkündeten vergangene Woche ihre politische Einigung auf eine umfassende Neuordnung der Steuerung und Finanzierung des österreichischen Gesundheitssytems. Klar ist aber auch: Bis zum 15a-Vertrag sind noch einige Gespräche fällig. Monumentale Bildsprache war angesagt angesichts des „spektakulären Ergebnisses“, das die Steuerungsgruppe zur Gesundheitsreform zu verkünden hatte. Von niedergerissenen Mauern und übersprungenen Schatten, vom Ende des Verschiebebahnhofs und einem nun kommenden Musizieren im Orchester war die Rede. Es soll der „Einstieg in den Umstieg“ auf ein neues Gesundheitssystem in Österreich sein. Bund, Länder und Sozialversicherung haben sich erstmals zu einer gemeinsamen Planung, Steuerung und Finanzierung des Gesundheitssystems sowie auf eine für alle Seiten verpflichtende Kostendämpfung geeinigt. Wobei die Einigung jetzt mal eine politische ist und die vergangene Woche unterzeichnete Punktation erst in eine 15aVereinbarung, also einen Staatsvertrag zwischen Bund und Ländern, gegossen werden muss. (Erstmals wurde auch noch die Sozialversicherung mit einbezogen.) Wie schaut nun die Einigung aus, die BM Alois Stöger, BM Dr. Maria Fekter, HV-Vorsitzender Dr. Hans-Jörg Schelling, Gesundheitsstadträtin Mag. Sonja Wehsely und Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer in langwierigen, aber

„immer konstruktiven“ Gesprächen erzielt haben? In der Punktation werden die Eckpunkte der Einigung folgendermaßen angeführt:  Partnerschaftliches sektorenübergreifendes Zielsteuerungssystem: Damit sollen erstmals über alle Sektoren hinweg – für niedergelassene Ärzte, Ambulanzen und Spitäler – gemeinsam Versorgungsziele, Prozessziele, Planungswerte, Versorgungsstrukturen, Qualitätsparameter und Finanzziele vereinbart werden, an die sich alle Beteiligten halten müssen. Bei den Qualitätsparametern und den Finanzkennzahlen wird es ein bundeseinheitliches Monitoring geben. Die inhaltliche Ausgestaltung des Zielsteuerungssystems auf Bundesebene ist zwischen Bund, der Sozialversicherung und den Ländern durch einen mehrjährigen Vertrag festzulegen.  Gemeinsame Finanzverantwortung: Alle Partner müssen künftig gemeinsam die Finanzverantwortung wahrnehmen und die Versorgungsprozesse für die Bevölkerung gemeinsam planen und steuern. Es werden erstmals Ausgabenobergrenzen für den gesamten Gesundheitsbe-

reich eingeführt. Die Kosten im Gesundheitssystem dürfen nicht mehr stärker steigen als das durchschnittliche Wirtschaftswachstum von 3,6 Prozent. Wenn ein Systempartner die Zielvereinbarungen nicht einhält, kommt es zu einem Sanktionsmechanismus und in der Folge zu Maßnahmen, die diese Zielerreichung absichern. Davon erwartet sich die Steuerungsgruppe im Jahr 2016 eine kumulierte Kostendämpfung von 3,43 Mrd. Euro. Ein Wert, der auch für die Einhaltung des bereits zwischen Bund und Ländern geschlossenen Stabilitätspakts erreicht werden muss. Wobei die mögliche Ausgabensteigerung an das nominelle BIPWachstum geknüpft wird. Fällt das Wirtschaftswachstum und damit die Einnahmen an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen geringer aus, kann in Zukunft im Gesundheitswesen weniger ausgegeben werden.

formulierte, die Aufgabe der Politiker sei es, die Versorgung zu gewährleisten. Deshalb waren die Ärzte auch in die Verhandlungen der Steuerungsgruppe nicht eingebunden worden. Aus der Ärztekammer kam heftige Kritik an der Einigung. Diese stelle finanzpolitische Ziele in den Vordergrund, diene in erster Linie der Entlastung der Länderbudgets und höhle mittelfristig den niedergelassenen Bereich aus, kritisierte Präsident Dr. Walter Dorner. Die bewährte Partnerschaft zwischen Ärzten und Sozialversicherungen werde de facto aufgekündigt. Das angepeilte Einsparungsziel von 3,5 Mrd. Euro bis zum Jahr 2016 führe notgedrungen zu Verschlechterungen und gehe zulasten der Patienten. Man werde sich bei der kommenden Vollversammlung in Bregenz intensiv damit auseinandersetzen und entsprechende Beschlüsse fassen, ließ Präs. Dorner wissen. SJ

Neues Gesetz zu Schönheits-OPs WIEN – Das neue Gesetz zu Schönheitsoperationen, kurz ÄsthOpG, passierte vorige Woche den Ministerrat. Am 1. Jänner 2013 soll es laut Gesundheitsministerium in Kraft treten. Zum ursprünglichen Entwurf gibt es kaum Änderungen. Eckpunkte sind u.a.: Verbot von Schönheits-OPs für unter 16-Jährige, verschärfte Werbebeschränkungen, Einschränkung der Tätigkeit auf einschlägig ausgebildetes Personal. Allgemeinmediziner haben noch bis 1. Juli 2013 Zeit, entsprechende Ausbildungen nachzuweisen.

Dolmetscher für Ärzte per Video WIEN – Die Österreichische Plattform Patientensicherheit startet mit dem Wiener Uni-Institut für Ethik und Recht in der Medizin (IERM) sowie dem Gesundheitsministerium das zweijährige Pilotprojekt „Videodolmetschen im Gesundheitsbereich“. Für jeweils drei Sprachen – Türkisch, BKS (Bosnisch, Serbisch, Kroatisch) und Gebärdensprache – ist ein speziell geschulter Gesundheitsdolmetscher von 6 bis 22 Uhr über Computer erreichbar. Kickoff-Veranstaltung dazu : 25. Juni 2012, 10–14 Uhr, IERM, 9., Spitalgasse 2–4/Hof 2.8.

Gesundheitsplattformen zentral Die Abstimmung zwischen Sozialversicherung und Ländern wird auf Länderebene in den Gesundheitsplattformen erfolgen, die dazu neu geordnet werden müssen. In den Gesundheitsplattformen soll das gemeinsame virtuelle Budget auf den niedergelassenen Bereich und die Spitäler verteilt werden. Die Rolle der Ärzteschaft in diesem Reformvorhaben ist für die Politiker ziemlich klar: Sie sollen die „bestmögliche medizinische Kunst gewähren“, wie es LH Pühringer Fachkurzinformation auf Seite 24 aglandin_112x70mm_Miniinserat_10.2011.indd 1

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Politik & Praxisführung

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Länger gesünder arbeiten

Arbeitsmedizin als Drehscheibe WIEN – Der demographische Wandel, die steigende Zahl von Früh- und Invaliditätspensionisten und die Anforderungen, die Unternehmen an ihre Mitarbeiter stellen, sind eine Herausforderung, der sich unser Sozialsystem täglich stellen muss. Welche Veränderungen nötig sind und welche Rolle Arbeitsmediziner hier spielen, war Thema eines Round Table mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer.

Gesund versus krank „Es ist ein tägliches Ringen, die Interessen eines börsennotierten Unternehmens nach Effizienz und Gewinn und die Tatsache, dass es Menschen gibt, die dieses Tempo nicht halten können, in irgendeiner Form unter einen Hut zu bringen“, so Dr. Höltl. Hier müsse man Wege finden, Menschen mit Beeinträchtigung sinnvoll zu beschäftigen. Gesunde Mitarbeiter sind wichtig für die Betriebe, aber auch für das Sozialsystem, betonte MMag. Dr. Helwig Aubauer, Bereichsleiter Arbeit und Soziales in der Industriellenvereinigung. Er vertrat bei dieser

Todesursachenstatistik 2011

Woran 76.479 Menschen starben WIEN – 2011 starben in Österreich 76.479 Personen, davon 52 Prozent Frauen. Woran sie starben, zeigt die Todes­ ursachenstatistik. Laut Statistik Austria erlagen im Vorjahr insgesamt 32.374 Personen (42,3 %) Herz-Kreislauf-Erkrankungen. An zweiter Stelle folgte Krebs (26,1 %). Die übrigen Sterbefälle verteilten sich auf Krankheiten der Atmungsorgane (5,3 %), der Verdauungsorgane (3,9 %), auf sonstige Krankheiten (16,8 %) sowie nicht natürliche Todesursachen wie Verletzungen und Vergiftungen (5,5 %). Rund drei Viertel aller Verstorbenen im Vorjahr waren 70 Jahre oder älter; rund 22 Prozent zwischen 40 und 70, wobei der Großteil dieser Todes-

Foto: BilderBox.com

Arbeitsmedizinern großer Betriebe rät Dr. Höltl, sich durch die Krankenversicherungsträger anonymisiert ausheben zu lassen, wie viele Krankheitstage im Unternehmen z.B. psychisch bedingt sind. Sie hat dies bereits vor einigen Jahren gemacht und damals festgestellt, dass in ihrem Unternehmen zwischen sieben und acht Prozent der Gesamtkrankenstände aufgrund psychischer Erkrankungen anfielen. „Das konnten unsere Führungskräfte dann nicht mehr wegleugnen“, führte Dr. Höltl aus. Danach konnte sie entsprechende Maßnahmen setzen, um diese Krankenstände zu verringern.

fälle auf Krebserkrankungen zurückzuführen war. Bei Männern waren dies vor allem Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie Krebs des lymphatischen und blutbildenden Gewebes, Dickdarm- und Leberkrebs. Die Frauen wiederum erlagen in dieser Altersgruppe hauptsächlich Lungen- und Brustkrebs sowie Krebs der Bauchspeicheldrüse. Bei Jugendlichen und Erwachsenen unter 40 (zusammen rund 2 % aller Sterbefälle) waren Unfälle die häufigste Todesursache. Anteilsmäßig ebenfalls relativ häufig waren Selbstmorde. 92 Kinder starben 2011 v.a. an Fehlbildungen, Unfällen und Krebs. Bei den Säuglingen (281 Todesfälle im Jahr 2011) waren in acht von zehn Fällen Geburtskomplikationen und angeborene Fehlbildungen die Ursachen.  APA

Unternehmen müssen sich darauf einstellen, ältere Arbeitnehmer länger gesund im Betrieb zu behalten.

Diskussion Wirtschaftsminister Dr. Reinhold Mitterlehner. In Zukunft werde aufgrund der demographischen Entwicklung zwar die Zahl der Erwerbstätigen in Österreich in etwa gleich bleiben, ihre Zusammensetzung wird sich aber strukturell verändern. „Wir haben die Situation­ alternder Belegschaften“, erklärte Dr. Aubauer. Hier müsse man sich der Herausforderung stellen, diese Menschen länger im Erwerbsleben zu halten. Und da besteht bekannterweise noch Handlungsbedarf. „Wir sind Weltmeister bei der Frühpension“, weiß Sozialminis­ ter Rudolf Hundstorfer. Nur Luxemburg habe mehr Frühpensionisten als Österreich. Diesen „Weltmeistertitel“ würde BM Hundstorfer gerne abgeben. Ein Ansatzpunkt dazu sind die Invaliditätspensionen, die rund ein Drittel aller Pensionsantritte ausmachen. Etwa 97.000 Menschen gehen jedes Jahr in Österreich in Pension, 29.000 davon wegen Invalidität. Dem gegenüber stehen jährlich 70.000 Anträge auf Invaliditätspension. Was viele nicht bedenken: Für viele Menschen ist die Invaliditätspension jedoch der Weg in die programmierte Armut: Eine durchschnittliche Invaliditätspensionistin lebt derzeit von knapp 595 Euro monatlich.

Arbeitswelt muss sich auf Ältere einstellen Um das Sozialsystem in Zukunft auch finanzieren zu können, muss sich die Arbeitswelt also auf ältere Erwerbstätige einstellen und versuchen, Menschen länger gesund im Erwerbs­prozess zu erhalten. „Wenn wir alle 365 Tage später in Pension gehen, erspare ich mir eine Milliarde an Ausgaben“, rechnete der Sozialminister vor. Dass hier aber noch eine Menge Überzeugungsarbeit

Foto: Pascal Pils/BMASK

„Als ich als Arbeitsmedizinerin begonnen habe, glaubte ich, ich kann Medizin im Unternehmen machen. Das war ein absoluter Irrglaube“, erzählte Dr. Eva Höltl, Leiterin des Gesundheitszentrums der Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG, am Beginn des Round Table ausführlich aus ihrer Erfahrung. Mittlerweile sieht sie ihre Aufgabe vielmehr darin, die verschiedenen firmeninternen und externen Bereiche rund um die Arbeitsmedizin zu vernetzen. Dazu gehört z.B. die Schnittstellenproblematik zwischen dem behandelnden Arzt eines Mitarbeiters und dem Unternehmen. „Der Praktiker, der jemanden gesund schreibt, und die Unternehmen, die die Gesunden einsetzen – da sind Welten dazwischen“, berichtete die Arbeitsmedizinerin. Daher sieht es die Ärztin als Herausforderung der Arbeitsmedizin, den Gesundheitsbegriff in einen unternehmerischen Kontext zu bringen. Dr. Höltl berichtet in der Erste Bank direkt an den Vorstand. Das hat einerseits den Vorteil, dass sich der Vorstand mit dem Thema Arbeitsmedizin auseinandersetzen muss, andererseits wird dadurch auch ein starkes Signal gesetzt, dass Gesundheitsförderung im Unternehmen ein wichtiges Thema ist.

MMag. Dr. Helwig Aubauer, Mag. Beate Hartinger-Klein (Moderation), BM Rudolf H ­ undstorfer, Dr. Eva Höltl, Elisabeth Sigmund

notwendig ist, bestätigte Dr. Aubauer. In Österreich habe man „eine gewisse Kultur“, dass Mitarbeiter, die die Möglichkeit haben, in Frühpension zu gehen, diese auch antreten würden. „Es ist für einen Betrieb sehr schwierig bis unmöglich, einen Mitarbeiter, der in die Frühpension gehen kann, länger im Erwerbsleben zu halten“, erklärte der Vertreter der Industriellenvereinigung. Hier gelte es an den Rahmenbedingungen zu drehen.

Ärzte in Prävention miteinbeziehen Die Österreicher weisen zudem eine überdurchschnittliche Lebenserwartung, aber eine unterdurchschnittliche Gesundheitserwartung auf. „Wir haben eine hohe Wahrscheinlichkeit für langes Kranksein“, führte Dr. Aubauer aus. Präventionsmaßnahmen sind dringend zu setzen. Diesem Ansatz konnte auch der Sozialminis­ ter etwas abgewinnen. Er will die niedergelassenen Ärzte verstärkt in die Pflicht nehmen. Ärzte, die be-

Explizit „Es ist für einen Betrieb sehr schwierig bis unmöglich, einen Mitarbeiter, der in die Frühpension gehen kann, länger im Erwerbsleben zu halten.“ Dr. Helwig Aubauer

stimmte Medikamente verschreiben, sollten auch dafür sorgen, dass ihre Patienten eine entsprechende Beratung bekommen. „Wenn ein Praktiker zum dritten Mal Psychopharmaka verschreibt, dann sollte eine Überweisung zum Facharzt erfolgen, aber auch eine Überweisung zu einem der ,Fit to Work‘-Beratungszentren“, erklärte BM Hunds­ torfer. Das Ziel dieser Beratungszentren sei es schließlich, frühzeitig Interventionen zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit zu setzen.  TAS Veranstaltung „Gesunde MitarbeiterInnen – Gesunde Betriebe“; Wien, Juni 2012


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Aus den Ländern

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Univ.-Prof. Dr. Gerhard Gaedicke seit März in Innsbruck

Kinderklinik hat „endlich einen Chef“ zerfallenden Rom und seinen rivalisierenden kleinen Königreichen. Prof. Gaedicke lobt die Tüchtigkeit seiner Mitarbeiter und deren Bereitschaft, sich auf veränderte Strukturen und eine offene Diskussionskultur einzulassen. Und wie will er jene gewinnen, die dabei ihre „kleinen Königreiche“ verlieren? „Indem man ihnen klarmacht,

dass diese neue Struktur nicht dazu führt, ihnen was wegzunehmen, sondern dazu verhilft, viel besser miteinander zu kooperieren, Zäune einreißen und sich austauschen. Das ist bei den allermeisten angekommen.“ Die Skeptiker will er „nach und nach überzeugen“. Die Bestellung von Prof. Gaedicke erfolgte ohne Ausschreibung

und ist nicht, wie ursprünglich angekündigt, auf zwei Jahre befris­ tet, sondern auf fünf. Eine Vorgangsweise, die beim Arbeitskreis „Elterninitiativen und Selbsthilfegruppen für besondere und kranke Kinder“ auf Kritik stößt, weil sie nicht den Regelungen des Universitätsorganisationsgesetzes (UOG) entspräche. HS

Univ.-Prof. Dr. Gerhard Gaedicke

Foto: HS

INNSBRUCK – Seit Jahren hat es für die Kinderklinik an der Universitätsklinik Innsbruck nur noch negative Schlagzeilen gegeben. Das reichte von Behandlungsfehlern bis zu öffentlich ausgetragenen Streitereien zwischen leitenden Ärzten. Ein Vollprofi soll nun für den Umschwung sorgen. Ende März hat Univ.-Prof. Dr. Gerhard Gaedicke die Leitung der angeschlagenen Klinik übernommen. Zehn Wochen später sind Betriebsrat und Personal, die Ärztliche Direktorin Dr. Alexandra Kofler und der Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck (MUI) Univ.-Prof. Dr. Herbert Lochs begeistert. „Endlich ein Chef “, lautet der Tenor. Der so Angesprochene weiß nicht so recht, wie ihm geschieht, und sagt: „Ich mache Dinge die ich für selbstverständlich halte.“ Zum Beispiel? „Dass ich Visiten gehe, es hat jahrelang keine Chefvisiten gegeben“, betont Prof. Gaedicke, der vor drei Jahren als Chef der Allge-

Explizit „Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst anfangen soll.“ Prof. Gerhard Gaedicke

meinen Pädiatrie an der Berliner Charité in Pension gegangen ist. Von dort kennt er auch MUI-Rektor Lochs, der ihn vor zwei Jahren mit einem Gutachten über die Strukturmängel der Kinderklinik beauftragt hatte. „Seitdem ist mir nicht egal, was hier passiert“, bekennt Prof. Gaedicke und begründet damit, warum er das Angebot von Rektor Lochs, die Leitung zu übernehmen, nicht ablehnen konnte.

BAUSTEINE FÜR IHRE ERFOLGREICHE SCHMERZTHERAPIE

Wie im zerfallenden Rom Seit dem Abgang von Univ.Prof. Dr. Heribert Berger sei das Haus führungslos gewesen, analysieren Prof. Gaedicke, Rektor Lochs und Direktorin Kofler unisono. Das war 1991 – vor 20 Jahren! „Die Klinik hat bei der Leitungsebene Pech gehabt“, begründet Prof. Gaedicke in nobler Zurückhaltung, erwähnt Leiter, die nur kurz geblieben sind, und tragische Todesfälle. Was bleibt, ist eine immanente Kritik an Generationen von Leitungs­ ebenen der Universitäten (erst Leo­p old-Franzens-Universität, jetzt MUI) und des Krankenhausträgers TILAK, zwei Jahrzehnte lang Probleme nicht erkannt bzw. nicht gelöst zu haben. „Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst anfangen soll“, charakterisiert Prof. Gaedicke die Zustände und die Vielzahl der offenen Baustellen. Er zieht einen Vergleich mit dem

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Steirisches Unternehmen spezialisiert sich erfolgreich

US-Sonden reparieren spart Kosten

Mit einer Reparatur der Ultraschallsonde lässt sich kräftig sparen: 50 bis 60  Prozent gegenüber einem Neukauf sollen es schon sein, errechnet Norbert Minarik, Geschäftsführer der steirischen Medizintechnik-Firma Mides – umgelegt auf ganz Österreich ergäbe das einen Betrag in Millionenhöhe. Das 1995 gegründete Unternehmen hat sich auf Sondenreparaturen spezialisiert und ist in diesem Segment mittlerweile führender Anbieter in Europa. Manche Spezial-

sonden, z.B. die TEE-Sonden für die trans­ösophageale Echokardiographie in der Kardiologie, können sogar nur von Mides repariert werden, wie das Unternehmen mitteilt. Besonders stolz sei man aber auf die Einrichtung eines eigenen Hightech-Forschungslabors, das in Europa einzigartig sei. In diesem beschäftigen sich Experten damit, elektronische, mechanische und andere Defekte der Geräte zu erkennen und zu beheben, unabhän-

gig vom Hersteller. Das können z.B. Schichtablösungen, Schäden am Knickschutz, Kabelschäden oder Kurzschlüsse sein. „Mittlerweile können in unserem Haus etwa 85  Prozent aller defekten Sonden, die wir erhalten, wieder aufbereitet werden“, schätzt Minarik. Im Vorjahr waren es erst bis zu 70 Prozent, doch durch das neue Forschungslabor werden laufend weitere Lösungen für die Sondenreparatur entwickelt. Das ehrgeizige Ziel: In Zukunft soll so gut wie jede defekte Sonde repariert werden können.

Fotos: Mides GmbH

GRAZ – Ist die Ultraschallsonde defekt, muss sie noch lange nicht weggeworfen werden. Im Gegenteil – Reparaturen kommen günstiger als Neukäufe und haben österreichweit ein beachtliches Einsparungspotenzial in Spitälern und Praxen, wie ein mittlerweile führendes europäisches Serviceunternehmen für medizinische Ultraschallsysteme errechnet hat.  

Leihsonden

Das Unternehmen ist ISO-zer- Im Hightech-Forschungslabor in Graz wird mit einem selbst entwickelten Analyse­ tifiziert und verwendet bei der Re- system die Funktionstauglichkeit von Ultraschallsonden überprüft. paratur nach eigenen Angaben Hersteller-äquivalente Materialien. Erst nach einer ausführlichen Qua- zu ersetzen“, erzählt Dr. Hannes litätskontrolle und einem feh- Fliesser, Sales Director bei Mides. lerlosen Live-Test bekommt der Diesen Umstand nützte das UnKunde die wieder instand gesetz- ternehmen, das sich zuerst in ÖsNeu: seit 1. April green box + erstmals IND-frei te Sonde zurückgeliefert. Damit terreich und Deutschland etabliert in der Zwischenzeit keine Leer- hat, jetzt jedoch schon in rund 40 läufe im ärztlichen Alltag entste- Ländern weltweit tätig ist. Valsartan Genericon und Valsarcomp hen, bietet Mides Überbrückungsi Potenzial in Europa IND-fre sonden aus einem umfangreichen Neu bei Genericon und für Sie und Ihre Patienten Leihsondenlager an. Dennoch soll der Fokus auch in gibt´s Valsartan Genericon zu 30 Stück und Zukunft auf Europa liegen, versiNorbert Valsarcomp zu 30 Stück: chert Dr. Fliesser. Das nächste Ziel Minarik 3 x Valsartan Genericon (80 mg, 160 mg und 320 mg) sei es, den Bekanntheitsgrad und und 4 x Valsarcomp (80 mg/12,5 mg, 160 mg/12,5 mg, die Marktpräsenz im Bereich der 160 mg/25 mg und 320 mg/25 mg) sind mit Sondenreparatur flächendeckend weiter auszubauen. Potenzial dazu 1. April 2012 in der green box und erstmals IND-frei ver-gibt es genug: In Europa sind laut schreibbar! Norbert Minarik zirka 440.000 Ultraschallgeräte mit jeweils zwei Valsartan Genericon ndet Anwendung bei Hypertonie, nach einem vor kurzem aufgetreoder drei Sonden in Verwendung tenen Myokardinfarkt und bei Herzinsufzienz. Valsarcomp ist indiziert bei Hypertonie. Die – die Hälfte dieses Marktes erreicht zusätzlichen Dosierungen von 320 mg mono und 320 mg/25 mg in Kombination ermögMides noch gar nicht. Und manlichen Ihnen bei Ihren Patienten mehr individuelle Therapieoptionen. So verordnen Sie Das Unternehmen hat mit seiner cherorts stoße man noch auf SkepIhren Hypertonikern Valsartan Genericon und Valsarcomp als praktische 1 x 1 Gabe Spezialisierung auf die Sondenrepa- sis, dass Sonden auch – dazu noch ratur offenbar auf ein gut wachsen- kostengünstig – repariert auch in der Höchstdosis. Gro des Geschäftsfeld gesetzt. „Bis vor werden können. wenigen Jahren gab es keine andeFür ein leichteres Umstellen auf Genericon und für mehr Compliance sind die Filmre Möglichkeit, als diese defekten tabletten dem Erstanbieter in Form, Größe und Farbe angepasst. Die klare farbliche Info: www.mides.com Sonden vom Hersteller durch neue Differenzierung der Packungen bietet zusätzlich mehr Arzneimittelsicherheit.

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Reparaturnetzwerk hilft Müll vermeiden WIEN – Die Fachleute des ReparaturNetzwerks Wien können fast alles reparieren. „die umweltberatung“ betreut das Netzwerk und gibt Auskunft über Partnerbetriebe. Gibt ein Gerät den Geist auf, ist guter Rat teuer: Oft wird vom Händler vorschnell zum Neukauf geraten und eine Reparatur von vornherein abgelehnt. Im ReparaturNetzwerk der „umweltberatung“ werden hingegen nur Mitgliedsbetriebe aufgenommen, die nur bei irreparablen Schäden oder Unwirtschaftlichkeit zum Kauf eines neuen Gerätes raten. Außerdem bildet

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Gewinnfreibetrag

Aufpassen beim Wertpapierkauf WIEN – Seit 2010 gibt es den Gewinnfreibetrag, welcher in zwei Stufen zusteht: einerseits dem Grundfreibetrag und aufbauend dem investitionsbedingten Gewinnfreibetrag. Der Grundfreibetrag von 13 Prozent wird bis zu einer Gewinnhöhe von 30.000 Euro automatisch berücksichtigt. Übersteigt der Gewinn die Grenze von 30.000 Euro, kann zusätzlich zum Grundfreibetrag der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag geltend gemacht werden.

katen, die über keinen Nennwert count-, Bonus- und Hebel-Zertifiverfügen, hat sich die 100-prozen- kate, Aktienanleihen, Nullkupontige Kapitalgarantie auf den Erst- anleihen mit Ausgabepreis unter ausgabepreis des Zertifikates zu 90 Prozent des Nennwertes, Optibeziehen, sonst auf den Nennwert. onsscheine. Wesentlich ist die Einhaltung Vom Finanzamt als nicht tauglich eingestuft werden beispiels- der vierjährigen Behaltefrist, welweise: Zertifi kate und Indexan- che mit dem Tag des Kaufes zu leihen, die keine 100-prozentige laufen beginnt. Bei frühzeitigem Cutterguide: No Printing Process:DisOffset GD: RD 17210kommt es zu einer NachVerkauf Kapitalgarantie aufweisen,

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Steuertipp

AT/CAM/0010/12, 05/2012

So bleiben maximal 13 Prozent des Gewinnes (ab 2013: 13 % für Gewinne bis 175.000, 7  % für 175.000 übersteigenden Betrag bis 350.000, 4,5  % für 350.000 übersteigenden Betrag bis 580.000), maximal aber 45.350 Euro pro Jahr steuerfrei. Dafür ist eine Investition nötig, wobei entweder neue Wirtschaftsgüter mit einer Nutzungsdauer von mindestens vier Jahren oder Wertpapiere gekauft werden können. Als Bemessungsgrundlage für den Freibetrag werden die tatsächlichen Anschaffungskosten – und nicht der Nennwert oder Erstausgabepreis – herangezogen. Jene begünstigten Wertpapiere, für die der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag in Anspruch genommen wurde, sind in einem gesonderten Verzeichnis (Anlagenverzeichnis reicht nicht aus) auszuweisen.

Geeignete Wertpapiere Es werden allerdings nicht alle Wertpapiere vom Finanzamt als geeignet eingestuft. Werden Wertpapiere gekauft, die nicht den gesetzlich geregelten Voraussetzungen entsprechen, kann dafür der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag nicht geltend machen. Im Einkommensteuergesetz findet sich eine Definition jener Wertpapieren, die zur Geltendmachung des Gewinnfreibetrages zugelassen sind. Generell fallen darunter Wertpapiere wie öffentliche Anleihen, Bundesschatzscheine oder Bankschuldverschreibungen. Auch Gewinnschuld- oder Wandelschuldverschreibungen, nachrangige Schuldverschreibungen, Wohnbauanleihen sowie Options- und Umtauschanleihen zählen zu den begünstigten Wertpapieren. Gibt es dafür eine 100-prozentige Kapitalgarantie, sind auch Zertifikate und Indexanleihen zulässig. Bei Zertifikaten mit unbegrenzter Laufzeit muss diese Garantie permanent gelten, bei Zertifikaten mit begrenzter Laufzeit zumindest am Ende der Laufzeit. Bei ZertifiGSKEDC-SEE-2012-1203_AUG_Dino-Sommer_228X229 mm_D1.indd 1

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Medizin

Therapie-Forum

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 25  •  20. Juni 2012

Wichtiges Ziel der COPD-Therapie

Atemnot senken, Belastbarkeit erhöhen NÜRNBERG – Atemnot bei COPD ist neben der ihr zugrunde liegenden Lungenfunktionseinschränkung und den Exazerbationen ein wesentliches prognostisches Kriterium der COPD. Ein wichtiges Ziel der COPD-Therapie ist daher, die Dyspnoe zu verringern und so die körperliche Belastbarkeit zu erhöhen. Viele COPD-Patienten verringern ihre körperlichen Aktivitäten auf ein Minimum, um das angstein-

flößende Gefühl der Atemnot zu vermeiden. Damit wird Atemnot zum Ausgangspunkt einer Ab-

wärtsspirale. Durch den immer schlechter werdenden Trainingszustand wird selbst bei geringen Anstrengungen nur mehr der anaerobe Stoffwechsel aktiviert. Das dabei gebildete Laktat erhöht den Atemantrieb und damit die Atemnot. Darüber hinaus verschlechtert sich die Belastungstoleranz von COPD-Patienten, weil die Skelettmuskula-

tur durch das mangelnde Training zunehmend atrophiert. Diese Entwicklung muss so früh wie möglich erkannt und durch eine effektive Therapie gestoppt werden.

Dyspnoe evaluieren Oft ist es sogar die Dyspnoe, die COPD-Patienten zum Arzt führt. Aber im Erkrankungsverlauf ge-

23. Grazer FortBildunGstaGe der Ärztekammer Für steiermark

wöhnen sich die Patienten an ihre Beschwerden und bringen sie nicht mehr von sich aus zur Sprache. Diese therapierelevanten Informationen müssen aber aus dem Gespräch herausgeholt werden, betonte Univ.Prof. Dr. Claus Vogelmeier vom Universitätsklinikum Marburg im Rahmen eines Symposiums bei der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) in Nürnberg. Bei der klinischen Untersuchung sollte daher ganz gezielt nach dem Symptom Dyspnoe gefragt werden. Denn es ist nicht nur ein wesentliches diagnostisches, sondern auch ein prognostisches Kriterium der COPD. In den Leitlinien zum Management der COPD der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) sei die quantitative Evaluierung der Dyspnoe schon seit 2004 vorgesehen, wie OA Dr. Sylvia Hartl vom Otto-Wagner-Spital Wien ausführte. Auch die GOLDGuidelines berücksichtigen in ihrem Update 2011 noch mehr als bisher die Atemnot als ein ganz wesentliches Symptom der COPD, so die Präsidentin der ÖGP. Es bringt eine exaktere Diagnostik und eine bessere Verlaufsbeobachtung der COPD. Anhand der drei Dimensionen – Symptomatik, Lungenfunktion und Exazerbationsrisiko – werden nun vier Patientengruppen (A–D) unterschieden. Patienten der Gruppe B, C und D benötigen eine Dauertherapie mit einem langwirksamen Bronchodilatator. Das langwirksame Anticholinergikum Tiotropium* verbessert sowohl die COPD-Symptomatik als auch das Exazerbationsrisiko und wird in den neuen Richtlinien als 1. Wahl für alle Patienten der Gruppen B, C und D empfohlen.

Im Alltag wieder aktiver

8. bis 13. Oktober 2012 I Graz Kurse, Seminare und Vorträge für Ärztinnen und Ärzte www.grazerfortbildungstage.at Ärztekammer für Steiermark, Fortbildungsreferat, A-8010 Graz, Kaiserfeldgasse 29, Tel.: +43(0)316/8044-37, -32, -33, Fax: +43(0)316/8044-132, fortbildung@aekstmk.or.at

Um die Belastungstoleranz zu erhöhen, muss das „Air-trapping“ verringert werden. Denn die „gefangene Luft“ überbläht einzelne Lungenabschnitte und führt zu einer Atemstrombehinderung auch in prinzipiell noch intakten Regionen des Lungenparenchyms. Tio­tropium schafft wieder mehr „Platz“ für die Einatemluft, wodurch die Belastungsdyspnoe sig­ nifikant ab- und die Belastungstoleranz zunimmt. Schon nach der ersten Inhalation verringerte sich die Dyspnoe und bereits nach drei Wochen verlängerte Tiotropium die Ausdauerzeit am Fahrradergometer um 14  % gegenüber dem Ausgangswert, wie eine Untersuchung von O’Donnell et al. (Eur Respir J. 2004) zeigte. Nach weiteren drei Wochen waren es bereits 21  %. Dies weist darauf hin, dass die Patienten auch zwischen den Ergometertests – also im Alltag – körperlich aktiver waren. Red/GLu * Spiriva® Presseaussendung der Fa. Boehringer Ingelheim; Juni 2012


Medizin

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Mit neuen Strategien tückische Durchfall-Ausbrüche verhindern

Bei Noroviren ist Seife besser als Alkohol Wiesbaden – Eine Vakzine gegen Norovirus-Infektionen ist prinzipiell möglich, wie eine neue Studie befand. Bis ein effektives Produkt verfügbar ist, heißt es allerdings, auf Hygiene setzen. Fachleute empfehlen dazu Seife statt Alkohol. Der weltweit häufigste Verursacher infektiöser Gastroenteritiden besitzt eine geradezu teuflische Ansteckungskraft. Zehn bis 100 Partikel des extrem kontagiösen Virus reichen für eine Infektion aus. Bei Erregerkonzentrationen von bis zu 109 pro Gramm Fäzes würde damit ein Gramm Stuhl eines Erkrankten genügen, um die gesamte Kölner Bevölkerung zu „beglücken“, verdeutlichte es Prof. Dr. Gerd Fätkenheuer von der Klinik für Innere Medizin der Universität Köln beim 6.  Allgemeinmedizin-Update-Seminar. Und immer wieder macht „Noro“ Schlagzeilen. Die hohe Fre-

quenz von Medienberichten zeugt von häufigen Ausbrüchen nicht nur in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Das Norovirus wütet auf Kreuzfahrtschiffen ebenso wie in Gourmet-Tempeln, Opernhäusern und an Bord von Flugzeugen. Erst kürzlich berichteten Autoren über eine beeindruckende Übertragungsrate an Bord einer Boeing der Air New Zealand1. 27 von 63  Flugbegleitern (43  %), die im Verlauf einer Woche in besagter Maschine Dienst hatten, erkrankten mit Durchfall, Fieber und Erbrechen. Infektionsquelle war offenbar ein Passagier, der sich im Flugzeug übergeben musste, wobei

das meiste auf dem Teppich landete. Mit diesem Vorfall hatte die Erkrankungsserie begonnen. Und nur nach sorgfältiger Desinfektion des Flugzeug-Innenraums konnte sie gestoppt werden. Bislang schien kein Kraut gewachsen gegen das sich immer wieder waldbrandartig ausbreitende Virus. Doch nun gelang einer US-Forschergruppe2 eine „Proof of Concept“-Studie in Sachen Impfung. Mit zwei intranasalen Applikationen ihrer Norovirus-LikeParticle (VLP)-Vakzine gelang es in der Untersuchung an knapp 100  Probanden, bei 70  % der Geimpften nachweisbare Serumtiter zu erzeugen. Zudem ließen sich Infektions- und Erkrankungsraten nach Virus-Exposition signifikant reduzieren. Allerdings wirkt dieser Impfstoff nur gegen Noroviren

vom Genotyp  1, gab Prof. Fätkenheuer zu bedenken, aber immerhin sei die prinzipielle Machbarkeit einer Vakzine nun belegt.

Zwei Tage symptomfrei: Infektionsgefahr gebannt Vorerst gelten nach wie vor sorgsame Hygienemaßnahmen als der Königsweg, um eine „Noroausbreitung“ zu vermeiden. Von üblicher Händedesinfektion mit Alkohol lässt sich der Erreger allerdings nicht beeindrucken. Nach Empfehlung des Robert Koch-Institutes von 2008 sollte es schon ein Desinfektionsmittel mit > 90 % Alkoholanteil sein. Eine amerikanische Studie zu Norovirus-Ausbrüchen in Altenheimen zeigte jedoch, dass Händewaschen mit Seife besser wirkt als Desinfektion mit alkoholischen Mitteln. Die überarbeiteten Leitli-

nien der Centers for Disease Control and Prevention von 2011 setzen deshalb klares Wasser und antiseptische Seife an die erste Stelle. Weitere neue Daten betreffen die Übertragung: Eine Arbeit zeigte, dass nosokomiale Infektionen meist von Patient zu Patient „springen“ und nur selten eine Transmission durch Krankenhausbedienstete erfolgt. Immunsupprimierte scheiden das Virus länger aus als andere Patienten. Dennoch übertragen auch sie das Virus nicht mehr, wenn sie ≥ 48 Stunden symptomfrei sind. Das heißt im Klartext: Werden klinisch erkrankte Noro-Patienten isoliert, bis sie 48 Stunden symptomfrei sind, erübrigt sich in jedem Fall die PCR-Kontrolldiagnostik im Stuhl.  CG 1. C. N. Thornley et al., Clin Infect Dis 2011; 53: 515–520; 2. R. L. Atmar et al., N Engl J Med 2011; 365: 2178–2187

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Schutz durch forcierte Motilität? Im Gegenteil!

Divertikel im Darm durch Ballaststoffe WIESBADEN – Eine ballaststoffreiche Kost gilt als gesund und soll unter anderem der Entstehung von Divertikeln vorbeugen. Pustekuchen: Ballaststoffe senken nicht die Gefahr einer Divertikulose, sondern steigern sie einer neuen Studie zufolge sogar eher noch. Meist werden Divertikel zufällig entdeckt, zum Beispiel im Rahmen einer Koloskopie zur Darmkrebsfrüherkennung. Dann sind die Veränderungen als weitgehend harmlos anzusehen und bedürfen keiner besonderen Behandlung. „Jeder dritte über 65-Jährige weist Divertikel auf “, berichtete Prof. Dr. Andreas

Stallmach vom Universitätsklinikum Jena beim 6. Symposium „Koloproktologie für den Internisten“ der Falk Foundation auf dem deutschen Internistenkongress. Ernst zu nehmen ist die Erkrankung, wenn sich eine Divertikulitis ausbildet. Dann kommt es nicht nur zu teils massiven Symptomen,

sondern es drohen auch Komplikationen wie Blutung und Perforationen mit potenziell letalem Ausgang. „Allerdings entwickelt nur jeder fünfte bis zehnte Patient mit Divertikulose im weiteren Verlauf eine Divertikulitis“, sagte Prof. Stallmach beim Internistenkongress. Da die Inzidenz und Prävalenz der Divertikulose beständig ansteigen, nimmt auch die Zahl der Betroffenen zu. Dabei fällt in jüngster Zeit vor allem eine Zunahme der stationären Behandlungen auf

– insbesondere bei vergleichsweise jungen Patienten. „Die Ursache hierfür kennen wir jedoch nicht“, betonte Prof. Stallmach in Wiesbaden. Er stellte dort das Ergebnis einer aktuellen Studie vor, die die bisherige Lehrmeinung quasi auf den Kopf stellt. So galt die Divertikulose bislang als Zivilisationskrankheit, die maßgeblich dadurch bedingt ist, dass zu wenig Ballaststoffe verzehrt werden. Eine ballaststoff­ reiche Kost galt sogar explizit als Option der Prävention von Diver-

tikeln. Dass dies nicht der Fall ist, hat jüngst eine Analyse amerikanischer Wissenschaftler um Peery et al. aus Chapel Hill gezeigt. Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass eine ballaststoffreiche Kost und die dadurch forcierte Darmmotilität keinesfalls vor der Bildung von Divertikeln schützen, sondern diese im Gegenteil noch fördern. Dazu Prof. Stallmach: „Wir werden in dieser Hinsicht wohl unsere Ernährungsempfehlungen überdenken müssen.“ CV


Aglandin retard 0,4 mg-Kapseln. Zusammensetzung: 1 Kapsel enthält 0,4 mg Tamsulosinhydrochlorid. Sonstige Bestandteile: Kapselinhalt: Mikrokristalline Cellulose, Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer, Polysorbat 80, Natriumdodecylsulfat, Triethylcitrat und Talkum. Kapselhülle: Gelatine, Indigotin, Titandioxid, Gelbes Eisenoxid, Rotes Eisenoxid und Schwarzes Eisenoxid. Drucktinte: Schellack, Schwarzes Eisenoxid und Propylenglycol. Anwendungsgebiete: Behandlung von Symptomen des unteren Harntraktes (LUTS) bei der benignen Prostatahyperplasie (BPH). Gegenanzeigen: • Überempfindlichkeit gegen Tamsulosin oder einen der sonstigen Bestandteile; • Arzneimittel-induziertes Angioödem; • Anamnestisch bekannte orthostatische Hypotonie; • Schwere Leberinsuffizienz. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Alpha1A-Adrenorezeptorantagonisten. ATC-Code: G04CA02. Inhaber der Zulassung: LANNACHER HEILMITTEL Ges.m.b.H., 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 10 und 30 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Amelior plus HCT 20 mg/5 mg/12,5 mg Filmtabletten, Amelior plus HCT 40 mg/5 mg/12,5 mg Filmtabletten, Amelior plus HCT 40 mg/10 mg/12,5 mg Filmtabletten, Amelior plus HCT 40 mg/5 mg/25 mg Filmtabletten, Amelior plus HCT 40 mg/10 mg/25 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 20 mg Olmesartanmedoxomil, 5 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat) und 12,5 mg Hydrochlorothiazid bzw. 40 mg Olmesartanmedoxomil, 5 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat) und 12,5 mg Hydrochlorothiazid bzw. 40 mg Olmesartanmedoxomil, 10 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat) und 12,5 mg Hydrochlorothiazid bzw. 40 mg Olmesartanmedoxomil, 5 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat) und 25 mg Hydrochlorothiazid bzw. 40 mg Olmesartanmedoxomil, 10 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat) und 25 mg Hydrochlorothiazid. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: vorverkleisterte Maisstärke, silizifierte mikrokristalline Cellulose (mikrokristalline Cellulose, hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid), Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat. Filmüberzug: Poly(vinylalkohol), Macrogol 3350, Talkum, Titandioxid (E 171), Eisen(III)-oxid gelb (E 172), Eisen(III)-oxid rot (E 172) (nur in 20 mg /5 mg /12,5 mg, 40 mg /10 mg /12,5 mg, 40 mg /10 mg /25 mg Filmtabletten), Eisen(II, III)-oxid schwarz (E 172) (nur in 20 mg /5 mg /12,5 mg Filmtabletten). Anwendungsgebiete: Behandlung der essenziellen Hypertonie. Amelior plus HCT ist indiziert zur Substitutionstherapie bei erwachsenen Patienten, deren Blutdruck mit einer Kombination von Olmesartanmedoxomil, Amlodipin und Hydrochlorothiazid, eingenommen in Form einer Zweierkombination (Olmesartanmedoxomil und Amlodipin oder Olmesartanmedoxomil und Hydrochlorothiazid) und eines Monopräparates (Hydrochlorothiazid oder Amlodipin), ausreichend kontrolliert wird. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, gegen Dihydropyridinderivate oder gegen andere Sulfonamid-Derivate (da Hydrochlorothiazid ein Sulfonamid-Derivat ist) oder gegen einen der sonstigen Bestandteile. Stark eingeschränkte Nierenfunktion. Therapieresistente Hypokaliämie, Hyperkalzämie, Hyponatriämie und symptomatische Hyperurikämie. Stark eingeschränkte Leberfunktion, Cholestase und Gallenwegsobstruktionen. Zweites und drittes Schwangerschaftstrimenon. Amelior plus HCT ist, aufgrund des enthaltenen Amlodipins, auch kontraindiziert bei Patienten mit: Schock (inklusive kardiogenem Schock), Schwerer Hypotonie, Linksventrikulärer Abflussbehinderung (z. B. hochgradige Aortenstenose), Hämodynamisch instabiler Herzinsuffizienz nach einem akuten Myokardinfarkt. Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten; Calciumkanalblocker und Diuretika; ATC-Code: C09DX03. Inhaber der Zulassung: Menarini International Operations Luxembourg S.A., 1, Avenue de la Gare, L-1611 Luxemburg, Luxemburg. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu den Abschnitten Dosierung, Art und Dauer der Anwendung, Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit sowie Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Amelior plus HCT wird unter der Lizenz von Daiichi Sankyo Europe GmbH vermarktet. Stand der Information: Dezember 2010. A m m O

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Donepezil Genericon 5 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 5,22 mg Donepezilhydrochlorid-Monohydrat, entsprechend 5 mg Donepezilhydrochlorid, entsprechend 4,56 mg Donepezil. Sonstige Bestandteile: Jede Tablette enthält 91 mg Lactose. Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose (E460), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Hydroxypropylcellulose (E463), Magnesiumstearat (E572). Tablettenüberzug: Hypromellose (E464), Lactose-Monohydrat, Macrogol 4000, Titandioxid (E171). Donepezil Genericon 10 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 10,44 mg Donepezilhydrochlorid-Monohydrat, entsprechend 10 mg Donepezilhydrochlorid, entsprechend 9,12 mg Donepezil. Sonstige Bestandteile: Jede Tablette enthält 182 mg Lactose. Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose (E460), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Hydroxypropylcellulose (E463), Magnesiumstearat (E572). Tablettenüberzug: Hypromellose (E464), Lactose-Monohydrat, Macrogol 4000, Titandioxid (E171), Eisenoxid gelb (E172). Anwendungsgebiete: Donepezilhydrochlorid ist indiziert zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Demenz vom Alzheimer-Typ. Gegenanzeigen: Das Arzneimittel ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Donepezilhydrochlorid, Piperidinderivate oder einen der sonstigen Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidementiva; Cholinesterasehemmer. ATC-Code: N06DA02. Donepezil Genericon 5 mg – Filmtabletten, OP zu 10, 30 und 90 Stück, Donepezil Genericon 10 mg – Filmtabletten, OP zu 30 und 90 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Enbrel 25 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung, Enbrel 25 mg/ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen, Enbrel 25 mg Injektionslösung in Fertigspritze, Enbrel 50 mg Injektionslösung in Fertigspritze, Enbrel 50 mg Injektionslösung im Fertigpen, Enbrel 10 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Durchstechflasche enthält 10mg/25mg, eine Fertigspritze enthält 25mg/50mg Etanercept, ein Fertigpen enthält 50mg Etanercept. Liste der sonstigen Bestandteile: Enbrel 25 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung & Enbrel 10 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen: Pulver: Mannitol (E421), Sucrose und Trometamol. Lösungsmittel: Wasser für Injektionszwecke. Enbrel 25 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen: Die Lösung enthält 9 mg Benzylalkohol pro ml als Konservierungsmittel. Pulver: Mannitol (E421), Sucrose und Trometamol. Lösungsmittel: Wasser für Injektionszwecke, Benzylalkohol. Enbrel 25 mg Injektionslösung in Fertigspritze, Enbrel 50 mg Injektionslösung in Fertigspritze, Enbrel 50 mg Injektionslösung im Fertigpen: Sucrose, Natriumchlorid, Argininhydrochlorid, Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat, Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Enbrel 25 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung, Enbrel 25 mg Injektionslösung in Fertigspritze: Rheumatoide Arthritis, Polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis, Psoriasis-Arthritis (Arthritis psoriatica), Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans), Plaque-Psoriasis, Plaque-Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen. Enbrel 25 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen & Enbrel 10 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen: Polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis, Plaque-Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen. Enbrel 50 mg Injektionslösung in Fertigspritze, Enbrel 50 mg Injektionslösung im Fertigpen: Rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis (Arthritis psoriatica), Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans), Plaque-Psoriasis, Plaque-Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen. (Detaillierte Angaben hierzu sind der Fachinformation zu entnehmen). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Sepsis oder Risiko einer Sepsis. Eine Behandlung mit Enbrel sollte bei Patienten mit aktiven Infektionen, einschließlich chronischer oder lokalisierter Infektionen, nicht begonnen werden. Zusätzlich für Enbrel 25 mg/ml Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen: Enbrel darf nicht bei Früh- oder Neugeborenen angewendet werden, weil das Lösungsmittel Benzylalkohol enthält. Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-α)-Inhibitoren. ATC-Code: L04AB01. Inhaber der Zulassung: Pfizer Limited, Ramsgate Road, Sandwich, Kent CT13 9NJ, Vereinigtes Königreich. Stand der Information: 11/2011. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Angaben zu besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. EpiPen 0,3 mg Injektionslösung, EpiPen Junior 0,15 mg Injektionslösung. Qualtiative und quantitative Zusammensetzung: 1 ml enthält 1 mg Epinephrin (Adrenalin). Eine Einzeldosis (0,3 ml) enthält 0,3 mg (300 Mikrogramm) Epinephrin. Epipen Junior: 1 ml enthält 0,5 mg Epinephrin (Adrenalin). Eine Einzeldosis (0,3 ml) enthält 0,15 mg (1500 Mikrogramm) Epinephrin. Sonstige Bestandteile: Natriumchlorid, Natriummetabisulfit, Salzsäure (zur pH-Wert Einstellung), Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: EpiPen ist für die Notfallbehandlung eines schweren anaphylaktischen Schocks oder einer allergischen Reaktion z.B. auf Insektenstiche oder Insektenbisse, Nahrungs- oder Arzneimittel indiziert. Gegenanzeigen: Es sind keine absoluten Kontraindikationen für die Anwendung von EpiPen bei einem allergischen Notfall bekannt. Pharmakotherapeutische Gruppe: Kardiostimulanzien exkl. Herzglykoside, ATC-Code: C01CA24. Inhaber der Zulassung: Meda Pharma GmbH, Wien. Rezept-und apothekenpflichtig. Angaben über Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkung mit anderen Mitteln, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. www.meda.at. Humira 40 mg Injektionslösung in Fertigspritze/Humira 40 mg Injektionslösung im vorgefüllten Pen (Injektor, vorgefüllt/FertigPEN). ZUSAMMENSETZUNG: Jede Einzeldosis-Fertigspritze à 0,8 ml enthält 40 mg Adalimumab/Jede Einzeldosis à 0,8 ml des vorgefüllten Pens enthält 40 mg Adalimumab. Adalimumab ist ein rekombinanter humaner monoklonaler Antikörper, der in Ovarialzellen des Chinesischen Hamsters exprimiert wird. ANWENDUNGSGEBIETE: Rheumatoide Arthritis: Humira ist in Kombination mit Methotrexat indiziert zur Behandlung der mäßigen bis schweren aktiven rheumatoiden Arthritis bei erwachsenen Patienten, die nur unzureichend auf krankheitsmodifizierende Antirheumatika einschließlich Methotrexat angesprochen haben. Behandlung der schweren, aktiven und progressiven rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen, die zuvor nicht mit Methotrexat behandelt worden sind. Humira kann im Falle einer Unverträglichkeit gegenüber Methotrexat, oder wenn die weitere Behandlung mit Methotrexat nicht sinnvoll ist, als Monotherapie angewendet werden. Humira reduziert in Kombination mit Methotrexat das Fortschreiten der radiologisch nachweisbaren strukturellen Gelenkschädigungen und verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit. Polyartikuläre juvenile idiopathische Arthritis: Humira ist in Kombination mit Methotrexat indiziert zur Behandlung der aktiven polyartikulären juvenilen idiopathischen Arthritis bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 17 Jahren, die nur unzureichend auf ein oder mehrere krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) angesprochen haben. Humira kann im Falle einer Unverträglichkeit gegenüber Methotrexat, oder wenn die weitere Behandlung mit Methotrexat nicht sinnvoll ist, als Monotherapie angewendet werden. Bei Kindern, die jünger als 4 Jahre sind, wurde Humira nicht untersucht. Psoriasis Arthritis: Humira ist indiziert zur Behandlung der aktiven und progressiven Psoriasis-Arthritis (Arthritis psoriatica) bei Erwachsenen, die nur unzureichend auf eine vorherige Basistherapie angesprochen haben. Humira reduziert das Fortschreiten der radiologisch nachweisbaren strukturellen Schädigungen der peripheren Gelenke bei Patienten mit polyartikulären symmetrischen Subtypen der Erkrankung und verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit. Ankylosierende Spondylitis: Humira ist indiziert zur Behandlung der schweren aktiven ankylosierenden Spondylitis bei Erwachsenen, die nur unzureichend auf eine konventionelle Therapie angesprochen haben. Morbus Crohn: Humira ist indiziert zur Behandlung eines schwergradigen, aktiven Morbus Crohn bei Patienten, die trotz einer vollständigen und adäquaten Therapie mit einem Glukokortikoid und/oder einem Immunsuppressivum nicht ausreichend angesprochen haben und/oder die eine Unverträglichkeit gegen eine solche Therapie haben oder bei denen eine solche Therapie kontraindiziert ist. Psoriasis: Humira ist indiziert zur Behandlung der mittelschweren bis schweren chronischen Plaque-Psoriasis bei erwachsenen Patienten, die auf eine andere systemische Therapie, wie Cyclosporin, Methotrexat oder PUVA, nicht angesprochen haben oder bei denen eine Kontraindikation oder Unverträglichkeit einer solchen Therapie vorliegt. Colitis ulcerosa: Humira ist indiziert zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven Colitis ulcerosa bei erwachsenen Patienten, die auf die konventionelle Therapie, einschließlich Glukokortikoide und 6-Mercaptopurin (6-MP) oder Azathioprin (AZA), unzureichend angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit gegen eine solche Therapie haben oder bei denen eine solche Therapie kontraindiziert ist. GEGENANZEIGEN: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Aktive Tuberkulose oder andere schwere Infektionen wie Sepsis und opportunistische Infektionen, mäßige bis schwere Herzinsuffizienz (NYHA Klasse III/IV). SONSTIGE BESTANDTEILE: Mannitol (Ph. Eur.), Citronensäure-Monohydrat, Natriumcitrat, Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat, Natriumchlorid, Polysorbat 80, Natriumhydroxid, Wasser für Injektionszwecke. NAME UND ANSCHRIFT DES PHARMAZEUTISCHEN UNTERNEHMERS: Abbott Laboratories Ltd., Abbott House, Vanwall Business Park, Vanwall Road, Maidenhead, Berkshire, SL6 4XE, Vereinigtes Königreich. VERTRETUNG DES ZULASSUNGSINHABERS IN ÖSTERREICH: Abbott Ges.m.b.H., 1230 Wien. VERSCHREIBUNGSPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT: NR, apothekenpflichtig. PHARMAKOTHERAPEUTISCHE GRUPPE: Selektive Immunsuppressiva. ATC-Code: L04AB04. Informationen zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, zu Wechselwirkungen mit anderen Mitteln und zu Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. STAND DER INFORMATION: 04/2012. Ibandronsäure ratiopharm 150 mg Filmtabletten. Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 150 mg Ibandronsäure (als Natriumibandronat-Monohydrat). Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 163 mg Lactose-Monohydrat. Anwendungsgebiete: Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Frakturrisiko. Eine Reduktion des Risikos vertebraler Frakturen wurde gezeigt, eine Wirksamkeit hinsichtlich Oberschenkelhalsfrakturen ist nicht ermittelt worden. Gegenanzeigen: Missbildungen der Speiseröhre, wie eine Stenose oder Achalasie, die die ösophageale Leerung verzögern. Das Unvermögen für mindestens 60 Minuten zu stehen oder aufrecht zu sitzen. Hypokalzämie. Überempfindlichkeit gegen Ibandronsäure oder einen der sonstigen Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: Bisphosphonate, ATC-Code: M05B A06. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Crospovidon (E1202), Mikrokristalline Cellulose (E460), Hochdisperses Siliciumdioxid, wasserfrei (E551), Natriumstearylfumarat. Filmüberzug: Poly(vinylalkohol), Macrogol/PEG 3350, Talkum (E553b), Titandioxid (E 171). Art und Inhalt des Behältnisses: PVC-/PVDC-/Alu-Blisterpackungen in Faltkartonschachteln mit 1, 3, 7, 10 oder 14 Tabletten. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht. Verfügbare Packungsgrößen in Österreich: 1 Stück. Inhaber der Zulassung: ratiopharm Arzneimittel Vertriebs-GmbH, Albert Schweitzer-Gasse 3, A-1140 Wien, Tel.Nr.: +43/1/97007-0, Fax-Nr.: +43/1/97007-66, e-mail: info@ratiopharm.at. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Stand der Information: 01/2012. Weitere Hinweise zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und zutreffendenfalls Angaben über die Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Levetiracetam Genericon 500 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung 500 mg: Jede Filmtablette enthält 500 mg Levetiracetam. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Maisstärke, Povidon, Talkum, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat. Filmüberzug: Opadry II 85F32004 Yellow (Polyvinylalkohol part. hydrolysiert, Titandioxid E 171, Macrogol/PEG 3350, Talkum, Eisenoxid gelb E 172). Levetiracetam Genericon 1000 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung 1000 mg: Jede Filmtablette enthält 1000 mg Levetiracetam. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Maisstärke, Povidon, Talkum, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat. Filmüberzug: Opadry II 85F18422 Weiß (Polyvinylalkohol part. hydrolysiert, Titandioxid E 171, Macrogol/PEG 3350, Talkum). Anwendungsgebiete: Levetiracetam Genericon ist zur Monotherapie partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Patienten ab 16 Jahren mit neu diagnostizierter Epilepsie indiziert. Levetiracetam Genericon ist indiziert zur Zusatzbehandlung: partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Erwachsenen, Kindern und Säuglingen ab 1 Monat mit Epilepsie. Myoklonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit Juveniler Myoklonischer Epilepsie. Primär generalisierter tonisch-klonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit Idiopathischer Generalisierter Epilepsie. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff bzw. andere Pyrrolidon-Derivate oder einen der sonstigen in Abschnitt 6.1 genannten Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, andere Antiepileptika, Levetiracetam; ATC-Code: N03AX14. Levetiracetam Genericon 500 mg Filmtabletten, OP zu 60 Stk., Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten Levetiracetam Genericon 1000 mg Filmtabletten, OP zu 60 Stk., Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Inhaber der Zulassung: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, E-Mail: genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. MabThera® 100 mg (10 mg/ml) Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, MabThera® 500 mg (10 mg/ml) Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jeder Milliliter enthält 10 mg Rituximab. Jede Durchstechflasche zum einmaligen Gebrauch enthält 100 mg/500 mg Rituximab. Rituximab ist ein gentechnisch hergestellter monoklonaler chimärer Antikörper (Maus/Mensch), ein glykosyliertes Immunglobulin. Seine konstanten Bereiche bestehen aus humanem IgG1, die variablen Bereiche aus murinen leichten und schweren Kettensequenzen. Der Antikörper wird in einer Zellkultur aus Säugetierzellen (Ovarialzellen des chinesischen Hamsters) hergestellt und durch Affinitäts- und Ionenaustauscher-Chromatographie gereinigt, einschließlich spezifischer Schritte zur Virusinaktivierung und -entfernung. Anwendungsgebiete: MabThera ist bei Erwachsenen für die folgenden Anwendungsgebiete angezeigt: Non-Hodgkin-Lymphom (NHL): MabThera ist in Kombination mit einer Chemotherapie für die Erstbehandlung von Patienten mit follikulärem Lymphom im Stadium III-IV angezeigt. Eine MabThera Erhaltungstherapie ist angezeigt zur Behandlung von Patienten mit follikulärem Lymphom, die auf eine Induktionstherapie angesprochen haben. MabThera ist als Monotherapie für die Behandlung von Patienten mit follikulärem Lymphom im Stadium III IV angezeigt, die gegen eine Chemotherapie resistent sind oder nach einer solchen einen zweiten oder neuerlichen Rückfall haben. MabThera ist für die Behandlung von Patienten mit CD20-positivem, diffusem großzelligen B-Zell-Non-Hodgkin-Lymphom in Kombination mit einer CHOP(Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednisolon)-Chemotherapie angezeigt. Chronische lymphatische Leukämie (CLL): MabThera ist in Kombination mit einer Chemotherapie für die Behandlung von nicht vorbehandelten Patienten und von Patienten mit rezidivierender/refraktärer chronischer lymphatischer Leukämie angezeigt. Für Patienten, die bereits mit monoklonalen Antikörpern einschließlich MabThera behandelt wurden oder für Patienten, die refraktär auf eine vorherige Behandlung mit MabThera in Kombination mit Chemotherapie sind, liegen nur begrenzte Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit vor. Für weitere Informationen siehe veröffentlichte Fachinformation Abschnitt 5.1 „Pharmakodynamische Eigenschaften“. Rheumatoide Arthritis: MabThera in Kombination mit Methotrexat ist für die Behandlung erwachsener Patienten mit schwerer, aktiver rheumatoider Arthritis angezeigt, die ungenügend auf andere krankheitsmodifizierende Antirheumatika (DMARDs) einschließlich einer oder mehrerer Therapien mit Tumornekrosefaktor(TNF)-Hemmern angesprochen oder diese nicht vertragen haben. Es konnte gezeigt werden, dass MabThera in Kombination mit Methotrexat das Fortschreiten der radiologisch nachweisbaren Gelenkschädigung vermindert und die körperliche Funktionsfähigkeit verbessert. Gegenanzeigen: Gegenanzeigen beim Non-Hodgkin-Lymphom und bei der chronischen lymphatischen Leukämie: - Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile oder gegen Maus-Proteine. - Aktive, schwere Infektionen (siehe veröffentlichte Fachinformation Abschnitt 4.4 „Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“). - Patienten mit stark geschwächter Immunabwehr. Gegenanzeigen bei rheumatoider Arthritis: - Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile oder gegen Maus-Proteine. - Aktive, schwere Infektionen (siehe veröffentlichte Fachinformation Abschnitt 4.4 „Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“). - Patienten mit stark geschwächter Immunabwehr. - Schwere Herzinsuffizienz (New York Heart Association Klasse IV) oder schwere, unkontrollierte Herzerkrankungen (siehe veröffentlichte Fachinformation Abschnitt 4.4 „Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“ bezüglich anderer kardiovaskulärer Erkrankungen). Liste der sonstigen Bestandteile: Natriumcitrat, Polysorbat 80, Natriumchlorid, Natriumhydroxid, Salzsäure, Wasser für Injektionszwecke. Inhaber der Zulassung: Roche Registration Limited, 6 Falcon Way, Shire Park, Welwyn Garden City, AL7 1TW, Vereinigtes Königreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Pharmakotherapeutische Gruppe: Monoklonale Antikörper, ATC-Code: L01XC02. Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen sowie Informationen zu Schwangerschaft und Stillzeit und zu Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Olanzapin Genericon 2,5 mg – Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält Olanzapinbenzoat äquivalent zu 2,5 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Calciumhydrogenphosphat (E341), Mikrokristalline Cellulose (E460), Magnesiumstearat (E470), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A). Olanzapin Genericon 5 mg – Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält Olanzapinbenzoat äquivalent zu 5 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Calciumhydrogenphosphat (E341), Mikrokristalline Cellulose (E460), Magnesiumstearat (E470), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A). Olanzapin Genericon 10 mg – Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält Olanzapinbenzoat äquivalent zu 10 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Calciumhydrogenphosphat (E341), Mikrokristalline Cellulose (E460), Magnesiumstearat (E470), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A). Anwendungsgebiete: Erwachsene: Olanzapin ist für die Behandlung der Schizophrenie angezeigt. Bei Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben, ist Olanzapin bei fortgesetzter Behandlung zur Aufrechterhaltung der klinischen Besserung wirksam. Olanzapin ist zur Behandlung von mäßig schweren bis schweren manischen Episoden angezeigt. Bei Patienten, deren manische Episode auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen hat, ist Olanzapin zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolarer Störung angezeigt (siehe Abschnitt 5.1). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Olanzapin oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit bekanntem Risiko eines Engwinkelglaukoms. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsychotika, Diazepine, Oxazepine Thiazepine. ATC-Code: N05A H03. Olanzapin Genericon 2,5 mg – Tabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Olanzapin Genericon 5 mg – Tabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Olanzapin Genericon 10 mg – Tabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Olanzapin Genericon 5 mg Schmelztabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Schmelztablette enthält 5 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Jede Tablette enthält Aspartam (E 951) 2,8 mg. Magnesiumstearat, L-Methionin, Hochdisperses Siliciumdioxid, Hydroxypropylzellulose (gering substituiert), Crospovidon, Aspartam (E 951), Mikrokristalline Cellulose, Guar-Gummi, Magnesiumcarbonat, schwer basisch, Orangenaroma Silesia. Olanzapin Genericon 10 mg Schmelztabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Schmelztablette enthält 10 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Jede Tablette enthält Aspartam (E 951) 5,6 mg. Magnesiumstearat, L-Methionin, Hochdisperses Siliciumdioxid, Hydroxypropylzellulose (gering substituiert), Crospovidon, Aspartam (E 951), Mikrokristalline Cellulose, Guar-Gummi, Magnesiumcarbonat, schwer basisch, Orangenaroma Silesia. Anwendungsgebiete: Erwachsene: Olanzapin ist angezeigt zur Behandlung von Schizophrenie. Bei Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben, ist Olanzapin bei fortgesetzter Behandlung zur Aufrechterhaltung der klinischen Besserung wirksam. Olanzapin ist angezeigt zur Behandlung einer mäßigen bis schweren manischen Episode. Bei Patienten, deren manische Episode auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen hat, ist Olanzapin zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolarer Störung angezeigt (siehe Abschnitt 5.1). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit bekanntem Risiko für Engwinkelglaukom. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsychotikum. ATC-Code: N05A H03. Olanzapin Genericon 5 mg Schmelztabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Olanzapin Genericon 10 mg Schmelztabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Rezept-und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Pantip 20 mg-magensaftresistente Tabletten, Pantip 40 mg-magensaftresistente Tabletten. Anwendungsgebiete: 20 mg-magensaftresistente Tabletten: Zur Behandlung der milden Refluxkrankheit und damit verbundener Symptome (z.B. Sodbrennen, Säureregurgitation, Schluckschmerz). Langzeittherapie und Prävention der Refluxösophagitis. Prävention von gastrointestinalen Ulcera, die durch nichtselektive, nichtsteroidale antiendzündliche Substanzen (NSAID) induziert werden, bei Risikopatienten, die eine andauernde NSAID-Therapie benötigen. 40 mg-magensaftresistente Tabletten: Ulcus duodeni. Ulcus ventriculi. Moderate und schwere Refluxösophagitis. Zollinger-Ellison Syndrom und andere pathologisch hypersekretorische Zustände. Zusammensetzung: Eine magensaftresistente Tablette enthält Pantoprazol-Natrium Sesquihydrat entsprechend 20 mg Pantoprazol. Eine magensaftresistente Tablette enthält Pantoprazol-Natrium Sesquihydrat entsprechend 40 mg Pantoprazol. Sonstige Bestandteile: 20 mg: Tablettenkern: 38,425 Maltitol (E 965), Crospovidon, Carmellose Natrium, Calciumstearat, Natriumcarbonat. Tablettenüberzug: Polyvinylalkohol, Talkum, Titandioxid (E-171), Macrogol, Lecithin, Eisenoxid-gelb (E-172), Natriumcarbonat, Methacrylsäure-ethylacrylat-Copolymer (1:1), Natriumdodecylsulfat, Polysorbat 80, Triethylcitrat 40 mg: Tablettenkern: 76,85 mg Maltitol E 965, Crospovidon, Carmellose Natrium, Calciumstearat, Natriumcarbonat. Tablettenüberzug: Polyvinylalkohol, Talkum, Titandioxid (E-171), Macrogol, Lecithin, Eisenoxid-gelb (E-172), Natriumcarbonat, Methacrylsäureethylacrylat-Copolymer (1:1), Natriumdodecylsulfat, Polysorbat 80, Triethylcitrat. Gegenanzeigen: Pantip 20 mg und 40 mg-magensaftresistente Tabletten dürfen nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe von Pantip 20 mg und 40 mg-magensaftresistente Tabletten. Pantoprazol sollte, wie andere Protonenpumpenhemmer, nicht zusammen mit Atazanavir verabreicht werden. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Protonenpumpeninhibitor. ATC-Code: A02B C02. Abgabe: Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 20 mg: 14 und 30 Stück, 40 mg: 7, 14 und 30 Stück. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Parkemed 500 mg – Filmtabletten / Parkemed 250 mg – Kapseln / Parkemed 500 mg – Suppositorien. Zusammensetzung: Filmtabletten: 1 Filmtablette enthält 500 mg Mefenaminsäure. Liste der sonstigen Bestandteile: Maisstärke, Natriumdodecylsulfat, Methylcellulose, Cellulose, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, Wasser, Vanillin, Talk, Hypromellose, Macrogol, Titandioxid (E 171) und Eisenoxid gelb (E 172). Kapseln: 1 Kapsel enthält 250 mg Mefenaminsäure. Liste der sonstigen Bestandteile: Lactose-Monohydrat (77,61 mg), Natriumdodecylsulfat, Gelatine. Kapselhülle: Gelatine, Titandioxid (E 171), Eisenoxid gelb (E 172), Indigotin (E 132). Drucktinte: Schellack, Eisenoxid schwarz (E 172), Propylenglykol, (alternative Drucktinte: zusätzlich Ammoniak-Lösung und Kaliumhydroxid). Suppositorien: 1 Suppositorium enthält 500 mg Mefenaminsäure. Liste der sonstigen Bestandteile: Adeps neutralis. Anwendungsgebiete: Symptomatische Behandlung von leichten bis mittelschweren akuten und chronischen Schmerzen bei rheumatischen Erkrankungen; Muskelschmerzen, Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule (z.B. Bandscheibenbeschwerden); Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen nach Verletzungen oder Operationen. Zusätzliches Anwendungsgebiet für Filmtabletten und Kapseln: Schmerzen bei primärer Dysmenorrhoe. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; bei Patienten, die nach Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen Antirheumatika mit Asthma, Urtikaria oder allergischer Rhinitis reagiert haben; bei Patienten mit hämorrhagischer Diathese; bei Patienten mit aktiven Ulcera oder chronischen Entzündungen des oberen oder unteren Gastrointestinaltraktes und bei Patienten mit diesen Erkrankungen in der Anamnese; bei Patienten mit Nierenerkrankungen in der Anamnese oder eingeschränkter Nierenfunktion; bei Patienten mit Herzinsuffizienz und Leberfunktionsstörungen; bei Patienten mit Blutbildungsstörungen; Behandlung postoperativer Schmerzen nach einer koronaren Bypass-Operation (CABG); Schwangerschaft im 3. Trimenon. Pharmakotherapeutische Gruppe: Nichtsteroidale Antiphlogistika und Antirheumatika, ATC-Code: M01 AG01. Inhaber der Zulassung: Pfizer Corporation Austria Ges.m.b.H., Wien. Stand der Information: 03/2010. Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Angaben zu besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Parkemed 125 mg – Suppositorien / Parkemed – Suspension zur oralen Anwendung. Zusammensetzung: Suppositorien: 1 Suppositorium enthält 125 mg Mefenaminsäure. Liste der sonstigen Bestandteile: Adeps neutralis. Suspension: 5 ml Suspension enthalten 50 mg Mefenaminsäure. Liste der sonstigen Bestandteile: Gluconsäure-delta-lacton, Saccharin-Natrium, Saccharose (1000 mg pro 5 ml), Sorbitol-Lösung 70% (nicht kristallisierend) (965 mg pro 5 ml), Carmellose-Natrium 700, Povidon K30, Bentonit, Natriumbenzoat (E211), Schokoladenaroma, Bananenaroma, Anis-Pfefferminz-Aroma, Salzsäure-Lösung, Nariumhydroxid, Ethanol 96% (28 mg pro 5 ml), gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete: Symptomatische Behandlung von leichten bis mittelschweren akuten und chronischen Schmerzen, besonders bei rheumatischen Erkrankungen; Muskelschmerzen, Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule (z.B. Bandscheibenbeschwerden); Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen nach Verletzungen oder Operationen. Zusatzbehandlung bei leichten febrilen Infektionen im Kindesalter. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; bei Patienten, die nach Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen nicht-steroidalen Antirheumatika mit Asthma, Urtikaria oder allergischer Rhinitis reagiert haben; bei Patienten mit hämorrhagischer Diathese; bei Patienten mit aktiven Ulcera oder chronischen Entzündungen des oberen oder unteren Gastrointestinaltraktes und bei Patienten mit diesen Erkrankungen in der Anamnese; bei stark eingeschränkter Nierenfunktion; bei Patienten mit Herzinsuffizienz und Leberfunktionsstörungen; bei Patienten mit Blutbildungsstörungen; Behandlung postoperativer Schmerzen nach einer koronaren Bypass-Operation (CABG); Schwangerschaft im 3. Trimenon. Pharmakotherapeutische Gruppe: Nichtsteroidale Antiphlogistika und Antirheumatika, ATC-Code: M01 AG01. Inhaber der Zulassung: Pfizer Corporation Austria Ges.m.b.H., Wien. Stand der Information: 03/2010. Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Angaben zu besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Remicade 100 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: Jede Durchstechflasche enthält 100 mg Infliximab. Infliximab ist ein chimärer, human-muriner monoklonaler IgG1-Antikörper, der mittels rekombinanter DNA-Technologie in murinen Hybridomzellen hergestellt wird. Nach Rekonstitution enthält jeder ml 10 mg Infliximab. Liste der sonstigen Bestandteile: Sucrose, Polysorbat 80, Dinatriumhydrogenphosphat, Natriumdihydrogenphosphat. Anwendungsgebiete: Rheumatoide Arthritis: Remicade ist in Kombination mit Methotrexat indiziert zur Reduktion der Symptomatik und Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit bei: • erwachsenen Patienten mit aktiver Erkrankung, die nur unzureichend auf krankheitsmodifizierende Anti-Rheumatika (DMARDs), einschließlich Methotrexat, angesprochen haben. • Methotrexat-naive, erwachsene Patienten oder erwachsene Patienten, die nicht mit anderen DMARDs vorbehandelt wurden, mit schwergradiger, aktiver und fortschreitender Erkrankung. Bei diesen Patienten wurde anhand von radiologischen Untersuchungen eine Reduktion der Progressionsrate der Gelenkschäden nachgewiesen. Morbus Crohn bei Erwachsenen: Remicade ist indiziert zur: • Behandlung eines mäßig- bis schwergradig aktiven Morbus Crohn bei erwachsenen Patienten, die trotz einer vollständigen und adäquaten Therapie mit einem Kortikosteroid und/oder einem Immunsuppressivum nicht angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit oder Kontraindikationen für solche Therapien haben. • Behandlung von aktivem Morbus Crohn mit Fistelbildung bei erwachsenen Patienten, die trotz einer vollständigen und adäquaten Therapie mit einer konventionellen Behandlung (einschließlich Antibiotika, Drainage und immunsuppressiver Therapie) nicht angesprochen haben. Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen: Remicade ist indiziert zur Behandlung eines schwergradigen, aktiven Morbus Crohn bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren, die nicht auf eine konventionelle Therapie einschließlich einem Kortikosteroid, einem Immunmodulator und einer primären Ernährungstherapie angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit oder Kontraindikationen für solche Therapien haben. Remicade wurde nur in Kombination mit einer konventionellen immunsuppressiven Therapie untersucht. Colitis ulcerosa: Remicade ist indiziert zur Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven Colitis ulcerosa bei erwachsenen Patienten, die auf eine konventionelle Therapie, einschließlich Kortikosteroide und 6-Mercaptopurin (6-MP) oder Azathioprin (AZA), unzureichend angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit oder Kontraindikation für solche Therapien haben. Colitis ulcerosa bei Kindern und Jugendlichen: Remicade ist indiziert zur Behandlung der schweren aktiven Colitis ulcerosa bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 17 Jahren, die auf eine konventionelle Therapie, einschließlich Kortikosteroide und 6-MP oder AZA, unzureichend angesprochen haben oder die eine Unverträglichkeit oder Kontraindikation für solche Therapien haben. Ankylosierende Spondylitis: Remicade ist indiziert zur Behandlung der schwerwiegenden, aktiven ankylosierenden Spondylitis bei erwachsenen Patienten, die auf eine konventionelle Therapie unzureichend angesprochen haben. Psoriasis-Arthritis: Remicade ist indiziert zur Behandlung der aktiven und fortschreitenden Psoriasis-Arthritis bei erwachsenen Patienten, wenn deren Ansprechen auf eine vorhergehende krankheitsmodifizierende, antirheumatische Arzneimitteltherapie (DMARD-Therapie) unzureichend gewesen ist. Remicade sollte verabreicht werden - in Kombination mit Methotrexat - oder als Monotherapie bei Patienten, die eine Unverträglichkeit gegenüber Methotrexat zeigen oder bei denen Methotrexat kontraindiziert ist. Remicade verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis und reduziert die Progressionsrate peripherer Gelenkschäden, wie radiologisch bei Patienten mit polyartikulärem symmetrischem Subtyp der Krankheit belegt wurde. Psoriasis: Remicade ist indiziert zur Behandlung der mittelschweren bis schweren Psoriasis vom Plaque-Typ bei erwachsenen Patienten, die auf eine andere systemische Therapie, einschließlich Ciclosporin, Methotrexat oder PUVA, nicht angesprochen haben, bei denen eine solche Therapie kontraindiziert ist oder nicht vertragen wird. Gegenanzeigen: Patienten, bei denen aus der Anamnese eine Überempfindlichkeit gegenüber Infliximab, gegenüber anderen murinen Proteinen oder einen der in Abschnitt 6.1 der Fachinformation genannten sonstigen Bestandteile bekannt ist. Patienten mit Tuberkulose oder anderen schweren Infektionen wie Sepsis, Abszessen und opportunistischen Infektionen. Patienten mit mäßiggradiger oder schwerer Herzinsuffizienz (NYHA-Klasse III/IV). Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit: Frauen im gebärfähigen Alter: Frauen im gebärfähigen Alter müssen eine adäquate Empfängnisverhütung anwenden und diese über mindestens 6 Monate nach der letzten Remicade-Behandlung fortführen. Schwangerschaft: Die recht geringe Anzahl (ungefähr 450) an prospektiv erfassten, Infliximab-exponierten Schwangerschaften mit bekanntem Ausgang, einschließlich einer begrenzten Anzahl (ungefähr 230), die im ersten Trimester exponiert war, zeigte keine unerwarteten Auswirkungen auf den Ausgang der Schwangerschaften. Wegen der TNFα-Hemmung könnte durch die Anwendung von Infliximab während der Schwangerschaft die normale Immunantwort des Neugeborenen beeinflusst werden. Eine Studie zur Entwicklungstoxizität, die an Mäusen mit einem analogen Antikörper durchgeführt wurde, der die funktionelle Aktivität des murinen TNFα selektiv hemmt, lieferte keinen Hinweis auf eine maternale Toxizität, eine Embryotoxizität oder eine Teratogenität. Die verfügbare klinische Erfahrung ist zu begrenzt, um ein Risiko auszuschließen. Eine Verabreichung von Infliximab während der Schwangerschaft wird deshalb nicht empfohlen. Infliximab ist plazentagängig und wurde bis zu 6 Monate im Serum von Säuglingen nachgewiesen, deren Mütter während der Schwangerschaft mit Infliximab behandelt wurden. Somit könnten diese Säuglinge ein erhöhtes Infektionsrisiko haben. Eine Verabreichung von Lebendimpfstoffen an Säuglinge, die in utero Infliximab ausgesetzt waren, ist für 6 Monate nach der letzten während der Schwangerschaft erfolgten Infliximab-Infusion nicht zu empfehlen. Stillzeit: Es ist unbekannt, ob Infliximab in die Muttermilch übergeht oder nach der Aufnahme systemisch resorbiert wird. Da Humanimmunglobuline in die Muttermilch übergehen, dürfen Frauen nach der Remicade-Behandlung mindestens 6 Monate lang nicht stillen. Fertilität: Es gibt nur ungenügende präklinische Daten, um Rückschlüsse auf die Auswirkungen von Infliximab auf die Fertilität und die Fortpflanzungsfähigkeit zu ziehen. Pharmazeutischer Unternehmer: Janssen Biologics B.V., Einsteinweg 101, 2333 CB Leiden, Niederlande. Pharmakotherapeutische Gruppe: Tumornekrosefaktor-alpha(TNFα)-Inhibitoren, ATC-Code: L04AB02. Abgabe: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: März 2012. Weitere Angaben zu Dosierung, Art und Dauer der Anwendung, besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen, Nebenwirkungen, Überdosierung, pharmakologische Eigenschaften und pharmazeutische Angaben sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. RoActemra® 20 mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jeder ml des Konzentrats enthält 20 mg Tocilizumab*. Jede Durchstechflasche enthält 80 mg Tocilizumab* in 4 ml (20 mg/ml). Jede Durchstechflasche enthält 200 mg Tocilizumab* in 10 ml (20 mg/ml). Jede Durchstechflasche enthält 400 mg Tocilizumab* in 20 ml (20 mg/ml). *humanisierter monoklonaler IgG1-Antikörper gegen den humanen Interleukin-6-(IL-6)-Rezeptor produziert mit rekombinanter DNA-Technologie in Ovarialzellen des chinesischen Hamsters. Sonstige Bestandteile: Jede 80 mg Durchstechflasche enthält 0,10 mmol (2,21 mg) Natrium. Jede 200 mg Durchstechflasche enthält 0,20 mmol (4,43 mg) Natrium. Jede 400 mg Durchstechflasche enthält 0,39 mmol (8,85 mg) Natrium. Anwendungsgebiete: RoActemra ist, in Kombination mit Methotrexat (MTX), für die Behandlung erwachsener Patienten mit mäßiger bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis (RA) angezeigt, die unzureichend auf eine vorangegangene Behandlung mit einem oder mehreren krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) oder Tumornekrosefaktor-(TNF)-Inhibitoren angesprochen oder diese nicht vertragen haben. RoActemra kann bei diesen Patienten als Monotherapie verabreicht werden, falls eine Methotrexat-Unverträglichkeit vorliegt oder eine Fortsetzung der Therapie mit Methotrexat unangemessen erscheint. RoActemra vermindert in Kombination mit Methotrexat das Fortschreiten der radiologisch nachweisbaren strukturellen Gelenkschädigungen und verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit. RoActemra ist zur Behandlung von Patienten im Alter von 2 Jahren und älter mit aktiver systemischer juveniler idiopathischer Arthritis (sJIA) angezeigt, die nur unzureichend auf eine vorangegangene Behandlung mit nicht steroidalen Antiphlogistika (NSAs) und systemischen Corticosteroiden angesprochen haben. RoActemra kann (falls eine Methotrexat-Unverträglichkeit vorliegt oder eine Therapie mit Methotrexat unangemessen erscheint) als Monotherapie oder in Kombination mit Methotrexat verabreicht werden. Gegenanzeigen: - Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. - Aktive, schwere Infektionen (siehe veröffentlichte Fachinformation Abschnitt 4.4 „Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“). Liste der sonstigen Bestandteile: Sucrose, Polysorbat 80, Dinatriumhydrogenphosphat 12 H2O, Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Wasser für Injektionszwecke. Inhaber der Zulassung: Roche Registration Limited, 6 Falcon Way, Shire Park, Welwyn Garden City, AL7 1TW, Vereinigtes Königreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, Interleukin-Inhibitoren; ATC-Code: L04AC07. Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen sowie Informationen zu Schwangerschaft und Stillzeit und zu Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Seractil forte 400 mg -Filmtabletten. Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 400 mg Dexibuprofen. Hilfsstoffe: Tablettenkern: Hypromellose, mikrokristalline Cellulose, Carmellose-Calcium, hochdisperses Siliciumdioxid, Talk. Filmüberzug: Hypromellose, Titandioxid (E171), Glyceroltriacetat, Talk, Macrogol 6000. Anwendungsgebiete: Akute und chronische Arthritis, wie chronische Polyarthritis (rheumatoide Arthritis) und andere Arthrosen; entzündliche rheumatische Erkrankungen, wie Morbus Bechterew, Weichteilrheumatismus; zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen, schmerzhaften Schwellungen oder Entzündungen, wie nach Verletzungen oder Operationen. Gegenanzeigen: Dexibuprofen darf nicht angewendet werden bei Patienten: -mit einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Dexibuprofen, gegen andere NSAR oder gegen einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels. -bei denen Stoffe mit ähnlicher Wirkung (z.B. Acetylsalicylsäure oder andere NSAR) Asthmaanfälle, Bronchospasmen, akute Rhinitis, Nasenpolypen, Urtikaria oder angioneurotische Ödeme auslösen. -mit einer Vorgeschichte von gastrointestinalen Blutungen oder Perforationen, die im Zusammenhang mit einer vorhergehenden NSAR Therapie steht. -mit bestehenden oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen peptischen Ulzera oder Blutungen (mindestens zwei voneinander unabhängige Episoden von nachgewiesener Ulzeration oder Blutung). -mit zerebrovaskulären oder anderen aktiven Blutungen. -mit aktivem Morbus Crohn oder aktiver Colitis ulcerosa. -mit schwerer Herzinsuffizienz. -mit schwerer Nierenfunktionsstörung (GFR < 30 ml/min). -mit schwerer Leberfunktionsstörung. -ab dem sechsten Monat der Schwangerschaft. Pharmakotherapeutische Gruppe: Nichtsteroidale antiinflammatorische und antirheumatische Stoffe, Propionsäurederivate, ATC-Code: M01AE14. Abgabe: Rezept-und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 10, 30, 50 Stück. Kassenstatus: 10, 50 Stück: Green Box 30 Stück: No Box. Zulassungsinhaber: Gebro Pharma GmbH, 6391 Fieberbrunn. Stand der Fachkurzinformation: Dezember 2010. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen sowie Gewöhnungseffekten entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Simponi 50 mg Injektionslösung in vorgefülltem Injektor, Simponi 50 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Ein mit 0,5 ml vorgefüllter Injektor enthält 50 mg Golimumab*. Eine 0,5 ml Fertigspritze enthält 50 mg Golimumab*. *Humaner monoklonaler IgG1κ-Antikörper, der mittels rekombinanter DNA-Technologie aus einer murinen Hybridom-Zelllinie gewonnen wird. Jeder vorgefüllte Injektor enthält 20,5 mg Sorbitol pro 50-mg-Dosis. Jede Fertigspritze enthält 20,5 mg Sorbitol pro 50-mg-Dosis. Liste der sonstigen Bestandteile: Sorbitol (E 420), L Histidin, L Histidin-Monohydrochlorid-Monohydrat, Polysorbat 80, Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Rheumatoide Arthritis (RA): Simponi ist in Kombination mit Methotrexat (MTX) indiziert zur: • Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen, wenn das Ansprechen auf eine Therapie mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs), einschließlich MTX, unzureichend gewesen ist. • Behandlung der schweren, aktiven und progredienten rheumatoiden Arthritis bei Erwachsenen, die zuvor nicht mit MTX behandelt worden sind. Es wurde gezeigt, dass Simponi in Kombination mit MTX die in Röntgenaufnahmen bestimmte Progressionsrate von Gelenkschäden verringert und die körperliche Funktionsfähigkeit verbessert. Psoriasis-Arthritis (PsA): Simponi ist zur Anwendung als Monotherapie oder in Kombination mit MTX zur Behandlung der aktiven und fortschreitenden Psoriasis-Arthritis bei Erwachsenen indiziert, wenn das Ansprechen auf eine vorhergehende Therapie mit krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARD-Therapie) unzureichend gewesen ist. Simponi verringert nachweislich die Progressionsrate der peripheren Gelenkschäden, bestimmt anhand von Röntgenaufnahmen bei Patienten mit polyartikulären symmetrischen Subtypen der Erkrankung und verbessert die körperliche Funktionsfähigkeit. Ankylosierende Spondylitis (AS): Simponi ist angezeigt zur Behandlung der schweren, aktiven Ankylosierenden Spondylitis bei Erwachsenen, die auf eine konventionelle Therapie unzureichend angesprochen haben. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile. Aktive Tuberkulose (TB) oder andere schwere Infektionen wie eine Sepsis M w w N w m m m m m m w m m m m M w D w m m w N mm w m m w w m mm w N w m w w m w w D w m m w w m m m w w w m m m N m m N m w w w M m m w w m m m m w M w w m m m m m M m m m w w m m M m m mm M m w m m m m M M m m w M w w m N α mm W m G m N mm A w N A N m W A D A D A w W w m m A w W w m M A w B M N w m m A m m


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Simvastatin Genericon 20 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 20 mg Simvastatin. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Wasserfreie Lactose (149 mg); mikrokristalline Cellulose; Stärke, vorverkleistert; Butylhydroxyanisol; Magnesiumstearat; Talkum. Tablettenüberzug: Hydroxypropylcellulose; Hypromellose; Talkum; Titandioxid E 171. Simvastatin Genericon 40 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 40 mg Simvastatin. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Wasserfreie Lactose (298 mg); mikrokristalline Cellulose; Stärke, vorverkleistert; Butylhydroxyanisol; Magnesiumstearat; Talkum. Tablettenüberzug: Hydroxypropylcellulose; Hypromellose; Talkum; Titandioxid E 171. Simvastatin Genericon 80 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 80 mg Simvastatin. Sonstige Bestandteile: Wasserfreie Lactose 596 mg. Tablettenkern: Wasserfreie Lactose (596 mg), mikrokristalline Cellulose, vorverkleisterte Stärke, Butylhydroxyanisol, Magnesiumstearat, Talkum. Tablettenüberzug: Hydroxypropylcellulose, Hypromellose, Talkum, Titandioxid (E 171). Anwendungsgebiete: Hypercholesterinämie: Behandlung der primären Hypercholesterinämie oder der gemischten Dyslipidämie als Zusatztherapie zur Diät, wenn das Ansprechen auf die Diät und andere nicht pharmakologische Behandlungen (z.B. körperliches Training, Gewichtsabnahme) unzureichend ist. Behandlung der homozygoten familiären Hypercholesterinämie als Zusatztherapie zur Diät und anderen lipidsenkenden Behandlungen (z.B. LDL-Apherese) oder wenn solche Behandlungen nicht geeignet sind. Kardiovaskuläre Prävention: Reduktion der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei Patienten mit manifester atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung oder Diabetes mellitus und normalen oder erhöhten Cholesterinspiegeln, als Zusatztherapie zur Korrektur anderer Risikofaktoren und zu anderen kardioprotektiven Therapien (siehe Abschnitt 5.1). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Simvastatin oder einen der sonstigen Bestandteile, Aktive Lebererkrankung, oder unerklärlich anhaltende Anstiege von Serumtransaminasen, Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6), Gleichzeitige Verabreichung von hochwirksamen CYP3A4-Hemmern (z.B. Itraconazol, Ketoconazol, HIV-Proteasehemmern, Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin und Nefazodon) (siehe Abschnitt 4.5). Pharmakotherapeutische Gruppe: HMG-CoA-Reduktase-Hemmer. ATC-Code: C10AA01. Simvastatin Genericon 20 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stück, Simvastatin Genericon 40 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stück, Simvastatin Genericon 80 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Sirdalud MR 6 mg – Kapseln. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Kapsel enthält: 6 mg Tizanidin als Hydrochlorid, 116,6 mg Saccharose. Liste der sonstigen Bestandteile: Saccharose, Ethylcellulose, Schellack, Talkum, Maisstärke, Titandioxid (E171), Gelatine, Eisenoxid schwarz (E172). Anwendungsgebiete: Spastizität infolge neurogener Störungen wie Multiple Sklerose, chronische Myelopathie, degenerative Rückenmarkserkrankungen, apoplektischer Insult und infantile Zerebralparese. Schmerzhafte Muskelspasmen bei statischen und funktionellen Störungen im Bereich der Wirbelsäule (z.B. Zervikal- und Lumbalsyndrome wie Tortikollis oder Lumbago), postoperativ, z.B. nach Eingriffen wegen Diskushernie oder Osteoarthritis der Hüfte. Gegenanzeigen: bekannte Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff und/oder einen der sonstigen Bestandteile, schwere Nieren- und/oder Leberinsuffizienz (s. Abs. 5.2). Die gleichzeitige Anwendung von Tizanidin mit starken CYP1A2-Hemmern wie Fluvoxamin oder Ciprofloxacin ist kontraindiziert (s. Abs. 4.5 und Abs. 4.4). Da ausreichende Erfahrungen bei Säuglingen und Kindern bisher nicht vorliegen, darf Sirdalud diesen Patienten nicht gegeben werden. Pharmakokinetische Gruppe: Muskelrelaxantien, andere zentral wirksame Substanzen. ATC-Code: M03BX02. Inhaber der Zulassung: Novartis Pharma GmbH, Wien. Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezept-, apothekenpflichtig. Informationen betreffend Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkung mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. * Statement Dr. Lanz (Fa f. Orthopädie, Graz): „Jeder Schmerz führt reflektorisch auch zu muskulären Verspannungen. 6 mg Sirdalud um ca. 18 Uhr haben sich als unterstützende Therapie einer symptomatischen und/oder funktionellen Schmerzbehandlung orthopädischer Erkrankungen als gut wirksam in meiner Ordination erwiesen.“ Datum der Erstellung: 12/2011, AT1112021775. Valsartan +pharma 80 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 80 mg Valsartan. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, verkieselt; vorverkleisterte Stärke, Crospovidon, Magnesiumstearat, hochdisperses Siliciumdioxid. Tablettenfilm: Opadry® II pink – 85G64757: Polyvinylalkohol, partiell hydrolisiert; Titandioxid (E171), Talkum, Macrogol 3350, Sojalecithin (E322), rotes Eisenoxid (E172), schwarzes Eisenoxid (E172), gelbes Eisenoxid (E172). Valsartan +pharma 160 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 160 mg Valsartan. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, verkieselt; vorverkleisterte Stärke, Crospovidon, Magnesiumstearat, hochdisperses Siliciumdioxid. Tablettenfilm: Opadry® II yellow – 85G62511: Polyvinylalkohol, partiell hydrolisiert; Titandioxid (E171), Talkum, Macrogol 3350, gelbes Eisenoxid (E172), Sojalecithin (E322), rotes Eisenoxid (E172), schwarzes Eisenoxid (E172). Anwendungsgebiete: Hypertonie: Behandlung der essenziellen Hypertonie. Nach einem vor kurzem aufgetretenen Myokardinfarkt: Behandlung von klinisch stabilen Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz oder asymptomatischer, links-ventrikulärer systolischer Dysfunktion nach einem vor kurzem (12 Stunden bis 10 Tage) aufgetretenen Myokardinfarkt (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1). Herzinsuffizienz: Behandlung der symptomatischen Herzinsuffizienz, wenn ACE-Hemmer nicht gegeben werden können oder zusätzlich zu einem ACE-Hemmer, wenn Beta-Blocker nicht angewendet werden können. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose und Cholestase. Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist, rein; ATC-Code: C09C A03. Valsartan +pharma 80 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stk., Rezept- und apothekenpflichtig. Valsartan +pharma 160 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stk., Rezept- und apothekenpflichtig. INHABER DER ZULASSUNG: +pharma arzneimittel gmbh, A-8054 Graz. E-Mail: pluspharma@pluspharma.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Valsartan Genericon 80 mg/160 mg/320 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 80 mg Valsartan. Sonstiger Bestandteil: 0,1440 mg Sojalecithin/Filmtablette. Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Stärke, vorverkleistert, Crospovidon, Magnesiumstearat, Hochdisperses Siliciumdioxid. Filmüberzug: Opadry® II pink – 85G64757, zusammengesetzt aus: Poly(vinylalkohol) - patiell hydrolysiert, Titandioxid, Talkum, Macrogol 3350, Lecithin (Soja) (E322), Rotes Eisenoxid, Schwarzes Eisenoxid, Gelbes Eisenoxid. Eine Filmtablette enthält 160 mg Valsartan. Sonstiger Bestandteil: 0,2880 mg Sojalecithin/Filmtablette. Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Stärke, vorverkleistert, Crospovidon, Magnesiumstearat, Hochdisperses Siliciumdioxid. Filmüberzug: Opadry® II gelb – 85G62511, zusammengesetzt aus: Poly(vinylalkohol) - partiell hydrolysiert. Titandioxid, Talkum, Macrogol 3350, Lecithin (Soja) (E322), Gelbes Eisenoxid, Rotes Eisenoxid, Schwarzes Eisenoxid. Eine Filmtablette enthält 320 mg Valsartan. Sonstiger Bestandteil: 0,5760 mg Sojalecithin/Filmtablette. Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Stärke, vorverkleistert, Crospovidon, Magnesiumstearat, Hochdisperses Siliciumdioxid. Filmüberzug: Opadry® II braun – 85G667051, zusammengesetzt aus: Poly(vinylalkohol) - partiell hydrolysiert. Titandioxid, Talkum, Macrogol 3350, Lecithin (Soja) (E322), Indigocarmin Aluminiumlack, Rotes Eisenoxid, Gelbes Eisenoxid, Schwarzes Eisenoxid. Anwendungsgebiete 80 mg: Hypertonie: Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen und der Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren. Nach einem vor kurzem aufgetretenen Myokardinfarkt: Behandlung von klinisch stabilen erwachsenen Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz oder einer asymptomatischen, links-ventrikulären systolischen Dysfunktion nach einem vor kurzem (12 Stunden bis 10 Tage) aufgetretenen Myokardinfarkt (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1). Herzinsuffizienz: Behandlung der symptomatischen Herzinsuffizienz bei erwachsenen Patienten, wenn ACE-Hemmer nicht gegeben werden können oder zusätzlich zu einem ACE-Hemmer, wenn Beta-Blocker nicht angewendet werden können (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1). Anwendungsgebiete 160 mg: Hypertonie: Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen und der Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren. Nach einem vor kurzem aufgetretenen Myokardinfarkt: Behandlung von klinisch stabilen erwachsenen Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz oder einer asymptomatischen, links-ventrikulären systolischen Dysfunktion nach einem vor kurzem (12 Stunden bis 10 Tage) aufgetretenen Myokardinfarkt (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1). Herzinsuffizienz: Behandlung der symptomatischen Herzinsuffizienz bei erwachsenen Patienten, wenn ACE-Hemmer nicht gegeben werden können oder zusätzlich zu einem ACE-Hemmer, wenn Beta-Blocker nicht angewendet werden können (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1). Anwendungsgebiete 320 mg: Hypertonie: Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen und der Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; Schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose und Cholestase; Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6). Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist, rein, ATC-Code: C09C A03. Valsartan Genericon 80 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Valsartan Genericon 160 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Valsartan Genericon 320 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Valsarcomp 80 mg/12,5 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Valsarcomp 80 mg/12,5 mg Filmtabletten enthalten 80 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 29,72 mg Lactose-Monohydrat und 0,25 mg Lecithin (beinhaltet Sojaöl). Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat, Croscarmellose-Natrium, Povidon, Talkum, Magnesiumstearat, Siliciumdioxid, hochdispers. Filmüberzug: Polyvinylalkohol, Talkum, Titandioxid, Macrogol, Lecithin (beinhaltet Sojaöl) (E 322), Eisenoxid Rot, Eisenoxid Gelb, Eisenoxid Schwarz. Valsarcomp 160 mg/12,5 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Valsarcomp 160 mg/12,5 mg Filmtabletten enthalten 160 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 71,94 mg Lactose-Monohydrat, 0,50 mg Lecithin (beinhaltet Sojaöl) und 0,56 mg Gelborange S (E 110). Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, LactoseMonohydrat, Croscarmellose-Natrium, Povidon, Talkum, Magnesiumstearat, Siliciumdioxid, hochdispers. Filmüberzug: Polyvinylalkohol, Talkum, Macrogol, Titandioxid, Eisenoxid Rot, Gelborange S (E 110), Lecithin (beinhaltet Sojaöl) (E 322). Valsarcomp 160 mg/25 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Valsarcomp 160 mg/25 mg Filmtabletten enthalten 160 mg Valsartan und 25 mg Hydrochlorothiazid. Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 59,44 mg Lactose-Monohydrat und 0,50 mg Lecithin (beinhaltet Sojaöl). Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat, Croscarmellose-Natrium, Povidon, Talkum, Magnesiumstearat, Siliciumdioxid, hochdispers. Filmüberzug: Polyvinylalkohol, Talkum, Titandioxid, Macrogol, Eisenoxid Gelb, Lecithin (beinhaltet Sojaöl) (E 322), Eisenoxid Rot, Eisenoxid Schwarz. Valsarcomp 320 mg/12,5 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Valsarcomp 320 mg/12,5 mg Filmtabletten enthalten 320 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 156,38 mg Lactose-Monohydrat und 1,01 mg Lecithin (beinhaltet Sojaöl). Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat, CroscarmelloseNatrium, Povidon, Talkum, Magnesiumstearat, Siliciumdioxid, hochdispers. Filmüberzug: Polyvinylalkohol, Talkum, Titandioxid, Macrogol, Lecithin (beinhaltet Sojaöl) (E 322), Eisenoxid Rot, Eisenoxid Gelb. Valsarcomp 320 mg/25 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Valsarcomp 320 mg/25 mg Filmtabletten enthalten 320 mg Valsartan und 25 mg Hydrochlorothiazid. Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 143,88 mg Lactose-Monohydrat und 1,01 mg Lecithin (beinhaltet Sojaöl). Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat, Croscarmellose-Natrium, Povidon, Talkum, Magnesiumstearat, Siliciumdioxid, hochdispers. Filmüberzug: Polyvinylalkohol, Talkum, Titandioxid, Macrogol, Eisenoxid Gelb, Lecithin (beinhaltet Sojaöl) (E 322), Eisenoxid Rot. Anwendungsgebiete: Behandlung der essentiellen Hypertonie bei Erwachsenen. Die fixe Kombination Valsarcomp ist bei Patienten angezeigt, deren Blutdruck mit Valsartan oder Hydrochlorothiazid alleine nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Valsartan, Hydrochlorothiazid, andere von Sulfonamiden abgeleitete Substanzen, Soja, Erdnüsse oder einen der sonstigen Bestandteile. Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6). Schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose und Cholestase. Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min), Anurie. Therapieresistente Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hypercalcämie und symptomatische Hyperurikämie. Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten und Diuretika, Valsartan und Diuretika. ATC-Code: C09DA03. Valsarcomp 80 mg/12,5 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stück, Valsarcomp 160 mg/12,5 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stück, Valsarcomp 160 mg/25 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stück, Valsarcomp 320 mg/12,5 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stück, 320 mg/25 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Valsartan 1A Pharma 80; 160 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 80; 160 mg Valsartan. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten, rein. ATC-Code: C09C A03. Anwendungsgebiete: Valsartan 1A Pharma 80 mg und 160 mg – Filmtabletten: Hypertonie: Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen und Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren. Nach einem vor kurzem aufgetretenen Myokardinfarkt: Behandlung von klinisch stabilen erwachsenen Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz oder einer asymptomatischen, links-ventrikulären systolischen Dysfunktion nach einem vor kurzem (12 Stunden bis 10 Tage) aufgetretenen Myokardinfarkt. Herzinsuffizienz: Behandlung der symptomatischen Herzinsuffizienz bei erwachsenen Patienten, wenn ACE-Hemmer nicht gegeben werden können oder zusätzlich zu einem ACE-Hemmer, wenn Beta-Blocker nicht angewendet werden können. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; Schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose und Cholestase, zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid, Magnesiumstearat. Filmüberzug: Valsartan 1A Pharma 80 mg: Hypromellose, Titandioxid (E171), Macrogol 8000, Rotes Eisenoxid (E172), Gelbes Eisenoxid (E172). Valsartan 1A Pharma 160 mg: Hypromellose, Titandioxid (E 171), Macrogol 8000, Rotes Eisenoxid (E 172), Gelbes Eisenoxid (E 172), Schwarzes Eisenoxid (E 172). Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH,1020 Wien, Österreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: Jänner 2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Valsartan/HCT 1A Pharma 80mg/12,5mg; 160mg/12,5mg; 160mg/25mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Valsartan/HCT 1A Pharma 80 mg/12,5 mg: jede Tablette enthält 80 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/12,5 mg: jede Tablette enthält 160 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/25 mg: jede Tablette enthält 160 mg Valsartan und 25 mg Hydrochlorothiazid. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten und Diuretika, Valsartan und Diuretika. ATC-Code: C09D A03. Anwendungsgebiete: Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen. Die fixe Kombination Valsartan/HCT 1A Pharma ist bei Patienten angezeigt, deren Blutdruck mit Valsartan oder Hydrochlorothiazid alleine nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Valsartan, Hydrochlorothiazid, andere von Sulfonamiden abgeleitete Substanzen oder einen der sonstigen Bestandteile; zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose und Cholestase. Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min), Anurie. Therapieresistente Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hypercalcämie und symptomatische Hyperurikämie. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Magnesiumstearat, hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid. Filmüberzug: Valsartan/HCT 1A Pharma 80 mg/12,5 mg: Hypromellose, Macrogol 8000, Talkum, Titandioxid, Rotes Eisenoxid, Gelbes Eisenoxid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/12,5 mg: Hypromellose, Macrogol 8000, Talkum, Titandioxid, Rotes Eisenoxid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/25 mg: Hypromellose, Macrogol 4000, Talkum, Titandioxid, Rotes Eisenoxid, Gelbes Eisenoxid, Schwarzes Eisenoxid. Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH,1020 Wien, Österreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezeptund apothekenpflichtig. Stand der Information: Oktober 2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. CO-Valsax 80 mg/12,5 mg-Filmtabletten, CO-Valsax 160 mg/12,5 mg-Filmtabletten, CO-Valsax 160 mg/25 mg-Filmtabletten. Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 80 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Jede Filmtablette enthält 160 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Jede Filmtablette enthält 160 mg Valsartan und 25 mg Hydrochlorothiazid. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Natriumstärkeglykolat, Magnesiumstearat, hochdisperses Siliciumdioxid. Tablettenfilm: Polyvinylalkohol - teilweise hydrolysiert, Titandioxid (E171), Talkum (E553b), Macrogol 3350, Sojalecithin (E322). 80mg/12,5mg: Eisenoxid rot (E172), Eisenoxid schwarz (E172), Eisenoxid gelb (E172). 160mg/12,5mg: Eisenoxid rot (E172, ), Eisenoxid schwarz (E172), Eisenoxid gelb (E172). 160mg/25mg: Eisenoxid rot (E172), Eisenoxid gelb (E172). Anwendungsgebiete: Behandlung der essentiellen Hypertonie bei Erwachsenen. Die fixe Kombination CO-Valsax ist bei Patienten angezeigt, deren Blutdruck mit Valsartan oder Hydrochlorothiazid alleine nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Valsartan, Hydrochlorothiazid, andere von Sulfonamiden abgeleitete Substanzen oder einen der sonstigen Bestandteile. Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose und Cholestase. Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min), Anurie. Therapieresistente Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hypercalcämie und symptomatische Hyperurikämie. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten und Diuretika, Valsartan und Diuretika; ATC-Code: C09DA03. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/ Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 30 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Valsax 80 mg-Filmtabletten, Valsax 160 mg-Filmtabletten. Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 80 mg Valsartan. 1 Filmtablette enthält 160 mg Valsartan. Sonstige Bestandteile: 80mg, 160 mg Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose (E460), Crospovidon (E1202), Magnesiumstearat (E572), hochdisperses Siliciumdioxid (E551), vorverkleisterte Stärke. 80 mg Tablettenfilm: Opadry® II pink – 85G64757 bestehend aus: Polyvinylalkohol - teilweise hydrolysiert, Titandioxid (E171), Talkum (E553b), Macrogol 3350, Sojalecithin (E322), Eisenoxid rot (E172), Eisenoxid schwarz (E172), Eisenoxid gelb (E172). 160 mg Tablettenfilm: Opadry® II yellow – 85G62511 bestehend aus: Polyvinylalkohol – teilweise hydrolysiert, Titandioxid (E171), Talkum (E553b), Macrogol 3350, Eisenoxid gelb (E172), Sojalecithin (E322), Eisenoxid rot (E172), Eisenoxid schwarz (E172). Anwendungsgebiete: Hypertonie: Behandlung der essentiellen Hypertonie. Nach einem vor kurzem aufgetretenen Myokardinfarkt: Behandlung von klinisch stabilen Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz oder einer asymptomatischen, linksventrikulären systolischen Dysfunktion nach einem vor kurzen (12 Stunden bis 10 Tage) aufgetretenen Myokardinfarkt. Herzinsuffizienz: Behandlung der symptomatischen Herzinsuffizienz, wenn ACE-Hemmer nicht gegeben werden können oder zusätzlich zu einem ACE-Hemmer, wenn Beta-Blocker nicht angewendet werden können. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose und Cholestase. Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist, rein, ATC-Code: C09CA03. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 30 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Velmetia 50 mg/850 mg Filmtabletten, Velmetia 50 mg/1000 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält 50 mg Sitagliptin (als Phosphat 1 H2O) und 850 mg Metforminhydrochlorid. Jede Tablette enthält 50 mg Sitagliptin (als Phosphat 1 H2O) und 1.000 mg Metforminhydrochlorid. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose (E 460); Povidon K29/32 (E 1201); Natriumdodecylsulfat; Natriumstearylfumarat. Tablettenüberzug: Poly(vinylalkohol); Macrogol 3350; Talkum (E 553b); Titandioxid (E 171); Eisen(III)-oxid (E 172); Eisen(II,III)-oxid (E 172). Anwendungsgebiete: Für Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus: Velmetia ist zusätzlich zu Diät und Bewegung zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle bei Patienten indiziert, bei denen eine Monotherapie mit Metformin in der höchsten vertragenen Dosis den Blutzucker nicht ausreichend senkt oder die bereits mit der Kombination von Sitagliptin und Metformin behandelt werden. Velmetia ist in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff (z. B. als Dreifachtherapie) zusätzlich zu Diät und Bewegung bei Patienten indiziert, bei denen eine Kombination aus der jeweils höchsten vertragenen Dosis von Metformin und eines Sulfonylharnstoffs nicht ausreicht, um den Blutzucker zu senken. Velmetia ist als Dreifachtherapie in Kombination mit einem Peroxisomal Proliferator activated Receptor gamma(PPARγ)-Agonisten (d. h. einem Thiazolidin) zusätzlich zu Diät und Bewegung bei Patienten indiziert, bei denen die jeweils höchste vertragene Dosis von Metformin und einem PPARγ-Agonisten nicht ausreicht, um den Blutzucker zu senken. Velmetia ist auch zusätzlich zu Insulin (d. h. als Dreifachtherapie) indiziert als Ergänzung zu Diät und Bewegung bei Patienten, bei denen eine stabile Insulindosis und Metformin allein den Blutzucker nicht ausreichend senken. Gegenanzeigen: Velmetia ist kontraindiziert bei Patienten mit: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile; diabetischer Ketoazidose, diabetischem Präkoma; mäßiger oder schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 60 ml/min); akuten Erkrankungen, welche die Nierenfunktion beeinflussen können, wie: • Dehydratation • schweren Infektionen • Schock • intravaskuläre Gabe von jodhaltigen Kontrastmitteln. akuten oder chronischen Erkrankungen, die eine Gewebehypoxie verursachen können, wie: • Herz- oder Lungeninsuffizienz • kürzlich stattgefundener Myokardinfarkt • Schock. Leberfunktionsstörung; akuter Alkoholvergiftung, Alkoholismus; Stillzeit. Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit: Es liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung von Sitagliptin bei schwangeren Frauen vor. Tierexperimentelle Studien ergaben Hinweise auf reproduktionstoxische Effekte bei hohen Dosen von Sitagliptin. Die begrenzten Daten, die vorliegen, lassen vermuten, dass die Anwendung von Metformin bei schwangeren Frauen nicht mit einem erhöhten Risiko für angeborene Missbildungen assoziiert ist. Tierstudien mit Metformin zeigten keine schädlichen Effekte auf Schwangerschaft, embryonale oder fötale Entwicklung, Geburt oder postnatale Entwicklung. Velmetia sollte in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Wenn eine Patientin einen Kinderwunsch hat oder schwanger wird, sollte die Behandlung mit Velmetia unterbrochen werden und so schnell wie möglich auf eine Therapie mit Insulin umgestellt werden. Es wurden keine Studien zu säugenden Tieren mit der Kombination der Wirkstoffe von Velmetia durchgeführt. In Tierstudien, die zu den einzelnen Wirkstoffen durchgeführt wurden, wurde jedoch gezeigt, dass sowohl Sitagliptin als auch Metformin in die Milch säugender Ratten übergehen. Metformin geht in kleinen Mengen in die menschliche Muttermilch über. Es ist nicht bekannt, ob Sitagliptin in die menschliche Muttermilch übergeht. Daher darf Velmetia während der Stillzeit nicht eingenommen werden. Inhaber der Zulassung: Merck Sharp & Dohme Ltd.; Hertford Road, Hoddesdon; Hertfordshire, EN11 9BU; Vereinigtes Königreich. Abgabe: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika, Kombinationen von oralen Antidiabetika. ATC-Code: A10BD07. Stand der Information: August 2011. Weitere Angaben zu Dosierung, Art und Dauer der Anwendung, Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, Auswirkung auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen, Nebenwirkungen, Überdosierung, pharmakologische Eigenschaften und pharmazeutische Angaben sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. REFERENZEN: 1. Goldstein BJ, Feinglos MN, Lunceford JK, et al. Effect of initial combination therapy with sitagliptin, a dipeptidyl peptidase-4 inhibitor, and metformin on glycemic control in patients with type 2 diabetes. Diabetes Care. 2007;30;1979–1987. 2. Daten von MSD Österreich 3. Nauck MA, Meininger G, Sheng D, et al. Efficacy and safety of the dipeptidyl peptidase-4 inhibitor, sitagliptin, compared to the sulfonylurea, glipizide, in patients with type 2 diabetes inadequately controlled on metformin alone: a randomized, double-blind, non-inferiority trial. Diabetes Obes Metab. 2007;9:194–205. VimovoTM 500 mg/20 mg Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung. Pharmakotherapeutische Gruppe: Naproxen und Esomeprazol. ATC-Code: M01AE52. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Jede Tablette mit veränderter Wirkstofffreisetzung enthält 500 mg Naproxen und 20 mg Esomeprazol (als Magnesium Trihydrat). Vimovo enthält sehr geringe, nicht konservierende Spuren von 0,02 mg Methyl-para-hydroxybenzoat und 0,01 mg Propyl-para-hydroxybenzoat. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Croscarmellose-Natrium; Magnesiumstearat; Povidon K90; Silizium, kolloidal wasserfrei. Filmschicht: Carnaubawachs; Glycerolmonostearat 40-55; Hypromellose; Eisenoxid E172 (gelb); Macrogol 8000; Methacrylsäureethylacrylat Copolymer (1:1) Dispersion; Methyl-parahydroxybenzoat E218*; Polydextrose; Polysorbat 80; Propyl-para-hydroxybenzoat E216*; Natriumdodecylsulfat; Titandioxid E171; Triethylcitrat. Drucktinte: Hypromellose; Eisenoxid E172 (schwarz); Propylenglycol. *Diese Konservierungsmittel sind in einer Filmbeschichtungs-Mischung enthalten und sind im Endprodukt nur in sehr geringen, nicht-funktionellen Dosierungen enthalten. ANWENDUNGSGEBIETE: Symptomatische Behandlung von Arthrose, rheumatoider Arthritis und ankylosierender Spondylitis bei Patienten mit Risiko zur Entstehung von gastrischen und/oder duodenalen Ulcera, die durch nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) hervorgerufen werden können, und bei welchen eine Behandlung mit geringeren Dosierungen Naproxen oder anderer NSAR als nicht ausreichend erachtet wird. GEGENANZEIGEN: - Überempfindlichkeit gegen Naproxen, Esomeprazol, substituierte Benzimidazole oder einen der sonstigen Bestandteile - Asthma, Urticaria oder allergische Reaktionen, in Folge der Anwendung von Acetylsalicylsäure oder anderen NSAR in der Krankengeschichte - Drittes Trimester der Schwangerschaft - Schwere Leberfunktionsstörungen - Schwere Herzinsuffizienz - Schwere Nierenfunktionsstörungen - Aktive peptische Ulzerationen - Gastrointestinale Blutungen, zerebrovaskuläre Blutungen oder andere Blutungsstörungen - Vimovo darf nicht gemeinsam mit Atazanavir und Nelfinavir angewendet werden. INHABER DER ZULASSUNG: AstraZeneca Österreich GmbH, Schwarzenbergplatz 7, A-1037 Wien. VERSCHREIBUNGSPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand: September 2011. Informationen zu den Abschnitten besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie den Gewöhnungseffekten sind der veröffentlichten Fachinformation (z. B. Austria Codex) zu entnehmen. Xarelto 15 mg / 20 mg Filmtabletten. Wirkstoff: Rivaroxaban. Vor Verschreibung Fachinformation beachten. Zusammensetzung: Wirkstoff: 15 mg / 20 mg Rivaroxaban. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Lactose-Monohydrat, Hypromellose, Natriumdodecylsulfat, Magnesiumstearat, Filmüberzug: Macrogol (3350), Hypromellose, Titanoxid (E171),Eisen(III)oxid (E172). Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere antithrombotische Mittel, ATC-Code: B01AX06. Anwendungsgebiete: Prophylaxe von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei erwachsenen Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern und einem oder mehreren Risikofaktoren, wie kongestiver Herzinsuffizienz, Hypertonie, Alter ab 75 Jahren, Diabetes mellitus, Schlaganfall oder transitorischer ischämischer Attacke in der Anamnese. Behandlung von tiefen Venenthrombosen (TVT) sowie Prophylaxe von rezidivierenden TVT und Lungenembolien (LE) nach akuten TVT bei Erwachsenen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Rivaroxaban oder einen d. sonst. Bestandteile, klinisch relevante akute Blutungen, Lebererkrankungen, die mit einer Koagulopathie u. einem klinisch relevanten Blutungsrisiko, einschließlich zirrhotischer Patienten mit Child Pugh B und C, verbunden sind, Schwangerschaft u. Stillzeit. Vorsichtsmaßnahmen und Warnhinweise: Die Anwendung von Rivaroxaban wird nicht empfohlen bei Patienten: - die zeitgleich eine systemische Behandlung mit Wirkstoffen, die gleichzeitig stark CYP3A4 und P-gp inhibieren, z. B. Azol-Antimykotika oder HIV-Proteaseinhibitoren, erhalten, - mit einer schweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <15 ml/min), - zur Behandlung der akuten Lungenembolie, - unter 18 Jahren oder mit künstlichen Herzklappen oder die zeitgleich mit Dronedaron behandelt werden, da keine Daten vorliegen. Die Anwendung sollte mit Vorsicht erfolgen bei Patienten: - mit einer schweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 15 - 29 ml/min), - mit einer Nierenfunktionsstörung, wenn gleichzeitig andere Arzneimittel eingenommen werden, die potente CYP3A4-Hemmer sind, - die gleichzeitig auf die Gerinnung wirkende Arzneimittel erhalten, - die gleichzeitig starke CYP3A4 Induktoren erhalten, - mit erhöhtem Blutungsrisiko. Bei Patienten mit dem Risiko einer ulzerativen gastrointestinalen Erkrankung kann eine angemessene prophylaktische Behandlung erwogen werden. Eine klinische Überwachung in Übereinstimmung mit der antikoagulatorischen Praxis wird während der gesamten Behandlungsdauer empfohlen. Für Patienten mit einer mittelschweren oder schweren Nierenfunktionsstörung gelten spezielle Dosisempfehlungen. Xarelto enthält Lactose. Nebenwirkungen: Häufig: Anämie, Schwindel, Kopfschmerzen, Synkope, Augeneinblutungen, Tachykardie, Hypotonie, Hämatome, Epistaxis, gastrointestinale Blutungen, abdominale u. gastrointestinale Schmerzen, Dyspepsie, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Erbrechen, Pruritus, Hautrötung, Ekchymose, Schmerzen in den Extremitäten, Blutungen im Urogenitaltrakt, Fieber, periphere Ödeme, verminderte Leistungsfähigkeit, Transaminasenanstieg, Postoperative Blutungen, Bluterguss. Gelegentlich: Thrombozythämie, allergische Reaktion, allergische Dermatitis, zerebrale und intrakranielle Blutungen, Hämoptoe, trockener Mund, Leberfunktionsstörung, Urtikaria, kutane und subkutane Blutung, Hämarthrose, Einschränkung der Nierenfunktion, Unwohlsein, lokale Ödeme, Wundsekretion, Anstieg von: Bilirubin, alkalischer Phosphatase im Blut, LDH, Lipase, Amylase, GGT. Selten: Gelbsucht, Blutung in einen Muskel, Anstieg von konjugiertem Bilirubin. Häufigkeit nicht bekannt: Bildung eines Aneurysma spuriums nach perkutaner Intervention, Kompartmentsyndrom oder (akutes) Nierenversagen als Folge einer Blutung. Inhaber der Zulassung: Bayer Pharma AG, 13342 Berlin, Deutschland. Verschreibungs-/Apothekenpflicht: NR, apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Stand der Information: Dezember 2011.


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Medizin

Medical Tribune • 44. Jahrgang • Nr. 25 • 20. Juni 2012

Initiative Change Pain soll Patientenversorgung verbessern

Versteht der Arzt meinen Schmerz?

MT: Was ist die Idee hinter der Initiative Change Pain? Prof. Bach: Die Idee dahinter ist die Information über die Diagnoseund Behandlungsmöglichkeiten von chronischem Schmerz. Schmerz ist sehr schwer zu kommunizieren, Betroffene können sich ihren Ärzten nur schwer mitteilen und diese daher oft nur unvollständig und nicht adäquat reagieren. Die Initiative zielt darauf ab, das Kommunikationsverhalten besser aufeinander abzustimmen und damit die Gesamtversorgungssituation der Schmerzbetroffenen zu verbessern. MT: Wie sieht die Situation derzeit aus? Prof. Bach: Chronischer Schmerz, definiert als Schmerz länger als drei Monate, ist sozialmedizinisch mittlerweile das Thema Nr. 1 in Europa. In

Österreich leidet derzeit jeder fünfte Einwohner – also etwa 1,7 Mio. Menschen – an chronischen Schmerzen. MT: Laut Petition der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG, 2011) fühlen sich vier von fünf Betroffenen nicht adäquat behandelt. Warum? Prof. Bach: Wir tun uns leichter bei sichtbaren Verletzungen oder sichtbaren und spürbaren Krankheiten, aber Schmerz kann man nicht sehen. Für manche Schmerzen findet sich kein organmedizinischer Befund. Als Arzt bin ich darauf angewiesen, dass mir der Patient über seine Kommunikationsmöglichkeiten mitteilt, was ihm fehlt. Und es ist gar nicht so einfach, hier eine gute Ebene zu finden. MT: Wie kann man nun dieses gemeinsame Verständnis verbessern?

Explizit „Als Arzt bin ich darauf angewiesen, dass mir der Patient über seine Kommunikationsmöglichkeiten mitteilt, was ihm fehlt.“ liches haben. Nicht jeder Schmerzpatient braucht einen Psychologen oder Psychotherapeuten, ebenso wenig braucht jeder Schmerzpatient einen Chirurgen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ist hier entscheidend. Das Zweite sind praxisnahe, unmittelbare Fallkonferenzen. Hier haben sich die Schmerzcurricula von der Ärztekammer mit dem Baustein Balintgruppe oder Interaktive Fallarbeit sehr bewährt.

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Quellen: [1] VALIANT-Studie: Pfeffer MA. McMurray JJV. Velazquez EJ. et al. Valsartan, captopril, or both in myocardial infarction complicated by heart failure, left ventricular dysfunction, or both; the Valsartan in Acute Myocardial Infarction Trial Investigators. N Engl J Med 2003a; 349: 1893–1906. VALUE-Studie: Julius S. Kjeldsen SE. Weber M. et al. Outcomes in hypertensive patients at high cardiovascular risk treated with regimes based on valsartan or amlodipine: the VALUE randomised trial. Lancet 2004; 363(9426): 2022–2031. Val-HEFT-Studie: Cohn JN. Tognoni G. A randomized trial of the angiotensin-receptor blocker valsartan in chronic heart failure; the Valsartan Heart Failure Trial investigators. N Eng J Med 2001; 1345: 1667–1675.

Weitere Informationen:

Dr. med. Hugo Leodolter G.L. Pharma GmbH Arnethg. 3, 1160 Wien Tel.: 01/485 35 05-170 Fax: 01/485 35 05-393 E-Mail: hugo.leodolter@gl-pharma.at

Univ.-Prof. Dr. Michael Bach

Ärzte berichten in der Gruppe mit einem Supervisor über ihre sogenannten „Problempatienten“ und entdecken die eigenen blinden Flecken in der Kommunikation. Ein drittes Element – da hat die ÖSG in den letzten Jahren eine Vorreiterrolle eingenommen – ist der aus der Psychiatrie kommende sogenannte Trialog, Tetralog oder Pentalog, je nachdem wie viele Interessensgruppen daran teilnehmen. Alle Betroffenen, also Patienten, Experten, Angehörige, auch Vertreter der Politik oder der Industrie, versuchen gemeinsam an einem Tisch, das Phänomen Schmerz besser begreifbar zu machen. Das stärkt auch das Empowerment der Patienten, die Fähigkeit, sich einzubringen und auch Dinge einzufordern, z.B. eine adäquate Versorgungslandschaft. MT: Wie müsste sich diese ändern? Prof. Bach: Wir haben in Österreich mittlerweile in den großen Städten eine sehr gute Versorgung, im Gegensatz zur Peripherie. Insgesamt

Ab 1. April 2012 sind Valsax (Valsartan) und Co-Valsax (Hydrochlorothiazid+Valsartan) Filmtabletten „IND-befreit“ aus der Grünen Box frei verschreibar.

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mit 80mg/12,5mg, 160mg/12,5mg und 160mg/25mg Valsartan/Hydrochlorothiazid. Sie sind indiziert für die Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Patienten, deren Blutdruck mit Valsartan oder Hydrochlorothiazid allein nicht ausreichend kontrolliert werden kann.

Interview

Prof. Bach: Das eine sind Weiterbildungsseminare, z.B. über das biopsychosoziale Schmerzmodell. Das muss man auch den Patienten näherbringen, z.B. in Schmerzbewältigungsgruppen, über Selbsthilfe-Literatur. Die meisten Patienten gehen bei Schmerz davon aus, dass sie irgendeinen eingeklemmten Nerv oder Ähn-

Foto: Archiv

BERNAU-FELDEN – Chronischer Schmerz ist nicht so augenscheinlich wie eine offene Wunde. Umso wichtiger ist die Kommunikation zwischen Arzt und Patient, ist das gemeinsame Verständnis der Schlüssel für eine erfolgreiche Schmerztherapie, erklärt Univ.-Prof. Dr. Michael Bach, ehemaliger Leiter der Abteilung Psychiatrie des LKH Steyr und seit Jänner 2012 Chefarzt an der Psychosomatischen Fachklinik Medical Park Chiemseeblick in Bayern, im Interview.

braucht es eine abgestufte Versorgungskette, vom Hausarzt bis zur Schmerzklinik, damit Patienten mit banalen bis zu komplexen Schmerzsyndromen die jeweils adäquate Behandlung bekommen. Dazu gibt es ein für den ÖSG (Österreichischer Strukturplan Gesundheit) unter mei-

Explizit „Nicht jeder Schmerzpatient braucht einen Psychologen oder Psychotherapeuten, ebenso wenig braucht jeder Schmerzpatient einen Chirurgen.“ ner Leitung entwickeltes Positionspapier, das seit mehreren Jahren beim ÖBIG (Bundesinstitut für Gesundheitswesen) aus finanziellen Gründen in einer Schublade liegt. Aber das Schmerzthema nicht anzugehen ist langfristig die teuerste Variante. Interview: Mag. Anita Groß

Was will Change Pain?

Change Pain ist eine vom Unternehmen Grünenthal 2009 ins Leben gerufene Initiative, die von der Dachorganisation der europäischen Schmerzgesellschaften (EFIC) unterstützt wird und allen im Management von Schmerz Beteiligten ein breites Netzwerk sowie ein umfassendes Info- und Servicepaket bietet. „Change Pain möchte die oft vernachlässigten Bedürfnisse und Nöte von Schmerzpatienten sichtbar machen, erforschen und gemeinsam an Lösungen für eine verbesserte Schmerzbehandlung arbeiten“, begründet EFIC-Präsident Univ.-Prof. DDr. Hans-Georg Kress vom AKH Wien, warum die EFIC die Initiative mitträgt. Die medizinisch-wissenschaftliche Beratung erfolgt durch 21 internationale Schmerzexperten unter seinem Vorsitz, zusammen mit Dr. Gerhard MüllerSchwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS). Im Juni 2012 startete auch in Österreich eine Change-Pain-Expertengruppe, Leiter ist OA Dr. Wolfgang Jaksch vom Wiener Wilhelminenspital. www.change-pain.at


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28

Die letzte Seite

Medizin

Medical Tribune • 44. Jahrgang • Nr. 25 • 20. Juni 2012

Medizin und ich von A bis Z

Wir haben’s ja!

Ja, genau. Ist ja alles wurscht, und es ist ja alles gratis. Und was wir nicht brauchen, werfen wir einfach weg. Mir geht das echt schon auf den Geist. Egal, ob ich sehe, wie in großem Rahmen Nahrungsmittelüberschüsse aufgrund von EUBeschlüssen und Fehlkalkulationen vernichtet werden, oder ob ich in die Müllkübel in der Siedlung blicken muss. Und besonders nervt es mich im Gesundheitswesen. Angeblich haben wir kein Geld, angeblich sind die Kassen pleite und die Leute ständig unzufrieden und auch ach so schlecht versorgt. Möchte man meinen, wenn man sich so das Gejammer anhört. Aber auf der anderen Seite wird verschrieben und verschrieben und keiner fragt. Weder der Arzt noch der Patient. Und

Foto: Furgler

und holen sich noch extra Nachschub? Das sind die Hamsterer auf der einen Seite, jedoch viel häufiger sind zumindest in meinem Arbeitsbereich die Vertreter unserer modernen Wegwerfgesellschaft. Aufheben geht ja überhaupt nicht. Was man in den letzten sechs Monaten nicht gebraucht hat, sei es Gewand oder Tabletten, kommt auf den Müll. Wegwerfen tut gut, erleichtert, befreit die Energien und was weiß ich was noch im Rahmen von Feng Shui oder in welchem Rahmen auch immer. Deshalb macht es mich auch jedes Mal wieder sauer, wenn ich jemandem bei einem Infekt auf seinen eigenen Wunsch hin gleich die große Packung Mefenaminsäure oder Ibuprofen verschreibe. Weil er oder sie es ja sowieso beim nächsten Infekt oder Kreuzweh auch wieder brauchen kann. Aber beim nächsten Infekt stehen sie wieder da: „50er-Packung, ja ich weiß. Ich hab damals nur drei Stück gebraucht, dann hab ich gedacht, ich schmeiß sie besser weg und bestell mir jetzt gleich neue.“

von Dr. Ulrike Stelzl, Kassenärztin für Allgemeinmedizin in Graz

zur Sicherheit gibt’s gleich die große Packung, da braucht der Arme dann nicht so oft in der Ordination anstehen um ein Rezept. Manchmal kann ich bei Hausbesuchen nur schwer der Versuchung widerstehen, die Medikamentenlager zu kontrollieren. Medikamentenschränkchen kann man ja manchmal gar nicht mehr dazu sagen. Es wird gehortet, und ich weiß oft nicht, wie die zu so vielen Packerln kommen. Gehen die heimlich still und leise im Urlaub zur Vertretung

Höhere Rezeptgebühr? „Bin ich ein Versandhaus?“ Ich finde schön langsam jedenfalls, dass für manche die Rezeptgebühr und der Selbstbehalt immer noch viel zu niedrig sind. Man könnte beide mit gutem Gewissen noch massiv erhöhen. Das Geld könnte man dann jenen zukommen lassen, die es wirklich benötigen. Außerdem hätte ich manchmal gern ein Schmerzensgeld für mich. (Ich spende es dann auch gerne für sinnvolle Projekte.) Schmerzensgeld z.B., wenn mich wieder mal einer anschnauzt, dass er nicht daran denken würde, das Generikum zu schlucken. Ich hätte gefälligst mit dem Originalpräparat herauszurücken. Soll er es haben, aber die

Co-Valsa

Valsa 01/02.2012

R wie Ressourcen

Kolumne

n ffe ie e Tr ie d ge S hti l! ric ah W

Fachkurzinformation auf Seite 25

stoerer 88x55mm.indd 1 zu Inhalts- genießen, losigkeit nicht verdorben

griech. Vorsilbe: darauf, darüber

Rückschlag beim Tennis

oststeir. Indust- vermuten riestadt

09.02.12 16:17 engl., frz.: Alter

Hautknötchen (Med.)

Blutader zum Herzen

Handglied

Wundklammer (Med.) Gesellschaftszimmer Teil des Halses

4

Abbau der Gehirnleistung

Papstname

Teil des Bogens

brasil. Hafenstadt (Kurzw.)

ein Kohlenwasserstoff

Ankerplatz vor dem Hafen Vorwort dreiatom. Sauerstoffmolekül

ugs.: im Sinn, bereit (2 Wörter)

Abk.: per Adresse

Kw.: High Fidelity

schweiz.öst. Popsängerin (Maria)

Teil der Scheune Form e. Hilfszeitworts

5 Santa (Abk.)

2

antikes Kriegsschiff

Entdecker d. Penicillins †

Schale, Packung

kleiner Glasbehälter

Wattebausch

Med.: Backenzahn

6

frz. Name f. Antwerpen

Verdauungsorgan

Meerrettich

altperuan. Volk

Staat im Himalaja

Göttervater der nord. Sage

ind. Kultursprache

kleinlicher Mensch

Unterarmknochen Kommando für Hunde

best. Artikel, 2. Fall

Tropenbaum

Blütengewächs

greisenhaft

Initialen Fontanes † DrauZufluss ®

Beginn svd2011.1-37

2

8

Abk.: ohne Obligo

7

Währung in Sierra Leone

Sportgerät

1

3

persönl. Fürwort, 3. Person Singular

ohnehin, sowieso

Abk.: Oberster Gerichtshof

3

4

5

6

7

Differenz spenden wir gemeinsam an Bedürftige. Und so manches, was an Tabletten und Medizinprodukten übrig bleibt, könnten wir im Tierheim und in der Tierklinik brauchen, die nicht mehr gewollten Klamotten in der Caritas, und beim Nahrungsmittelkauf kann man ja auch nachdenken, bevor man sich die Großpackung ins Wagerl tut. Es kann einfach nicht sein, dass wir so mit unseren Ressourcen umgehen, oder doch? Dann aber bitte nicht mehr jammern und klagen, sondern feststellen: Es geht uns gut. Viel zu gut.

MT-Rätsel Shakespeares „Macbeth“ in einer etwas anderen Interpretation: Die Frau Franzi ist Putzfrau – und mit viel Temperament auf ihrer täglichen „schäggsbiaschen“ Weltmission zwischen Besenkammerl und Abwasch unterwegs. Direkt am Küchentisch wird die Tragödie von „Mägbess“ lebendig, dampft das Unheil aus dem Kübel, lauert Nervenkitzel hinter jedem Tischhaxen und der blanke Horror in der Bratpfanne. Die Frau Franzi scheut dabei keine Mühen: Es wird gemordet, gemetzelt, geliebt und erschienen. Schicken Sie das Lösungswort per E-Mail (sekretariat@medical-tribune.at) oder Fax (01/54600-50-623) bis 27.6. an die Redaktion und gewinnen Sie 2 x 2 Karten für den 7.7. im Bergbaumuseum Grünbach am Schneeberg.

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E

s geht uns gut. Viel zu gut. Nämlich so gut, dass wir haufenweise Medikamente in den Müll kübeln können. Gerade habe ich mit einer Patientin geredet. Ich hatte ihr aufgrund ihrer Beschwerdesymptomatik ein Esomeprazol gegeben und eine Überweisung zum HNO-Arzt. Ich wollte wissen, wie der Kehlkopf wirklich aussieht. Der sah aus wie Reflux, und der HNO rezeptierte auch einen PPI, auch gleich hoch dosiert und die Großpackung. Wie ich. Auf meine Frage, ob sie denn nix gesagt hätte, meinte sie: „Nein, weil ich habe ja nicht gewusst, wie das Zeug heißt.“ Das wiederum ist verzeihlich, denn die Namen sind ja für Laien wirklich nicht so eindrucksvoll. „Aber Sie hätten ihm ja sagen können, dass ich schon was aufgeschrieben hatte, oder mir sagen können, dass er auch was aufgeschrieben hat!“ „Ja, hätte ich, aber ist ja egal. Jetzt hab ich’s schon eingelöst. Man kann’s ja schließlich wegwerfen, wenn man’s nicht braucht.“

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Wissen für die tägliche Praxis

Plattform Rheumatologie In vielen Ordinationen Österreichs fehlen Zeit, Geld und teilweise auch das Wissen für eine moderne Rheumadiagnostik und die Betreuung der Patienten. Die neue „Plattform Rheumatologie“ der Medical Tribune soll helfen, diese Lücken zu schließen. Die wissenschaftliche Expertise für die Plattform Rheumatologie liefern Prim. Doz. Dr. Burkhard Leeb, OA Dr. Bernhard Rintelen und OA Dr. Judith Sautner (alle vom Landesklinikum Weinviertel Stockerau), Prim. Univ.-Doz. Dr. Ludwig Erlacher und Dr. Markus Gaugg (beide vom Sozialmedizinischen Zentrum Süd, Kaiser-Franz-JosefSpital) und Prof. Dr. Manfred Herold, Inns­bruck. In die Plattform werden laufend weitere Experten aus ganz Österreich eingebunden. Die Plattform Rheumatologie greift in Zukunft auch gerne Ihre Fälle aus der Praxis auf. Wenn Sie eine Frage zur Rheumatologie haben bzw. Expertenmeinungen zu einem Patienten haben wollen, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf: redaktion@medical-tribune.at

Heilstollen Gastein

SLE-Therapie

Prof. K. Krüger:

Osteoporose

60 Jahre nach der Eröff­ nung ist der Heilstollen für Patienten mit M. Bech­ terew ein wichtiges Therapiezentrum. XII

Neue Optionen berei­ chern die Behandlung von Patienten mit sys­ temischem Lupus erythematodes.

„Bis zu 50 Prozent der Menschen mit rheuma­ toider Arthritis sterben an kardiovasku­ lären Events.“ IV

Fragilitätsfrakturen kommen die EU-Staaten Deutschland, Frank­ reich, Italien, Spanien und Groß­ britannien teurer zu stehen als Schlaganfall oder Migräne. XIV

EULAR 2012

Berlin war Rheuma-Stadt Berlin war vom 6. bis 9. Juni 2012 Schauplatz der Jahrestagung der European League against Rheumatism (EULAR). Das Kongress-Komitee unter Tagungspräsident Prof. Maxime Dougados hatte sich auch für die heu-

rige Tagung zum Ziel gesetzt, Fachleuten ein internationales Forum zu bieten, das wissenschaftlichen Austausch auf höchstem Niveau ermöglicht. Diese Ausgabe der Plattform Rheumatologie widmet sich fast

Tender Points obsolet?

gegen Hypertonie

Die Kooperation mit Partnern aus der Industrie macht die Umsetzung der Plattform Rheumatologie erst möglich.

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Plattform Rheumatologie www.medical-tribune.at/rheuma

Gebro Pharma

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Jeder Versuch, diagnostische Kriterien für die Fibromyal­ gie zu bestimmen, bleibt schwierig. Nun wackeln die vom American College of Rheumatology entwickelten „Tender Points“, mit denen die Schmerzempfindlichkeit erfasst wird. Bemängelt wird, dass dieses Konzept die für die Fibromyalgie typischen psychischen Auffälligkeiten und Komorbiditäten wie Depression und Angst ausblendet. u VIII

ausschließlich diesem Großereignis: Präsentiert wurden in Berlin viele neue Studien­ergebnissen zur Biologika-Therapie bei rheumatoider Arthritis aber auch neue Erkenntnisse zur Auswirkung rheumatischer Er-

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Foto: Gasteiner Heilstollen

44. Jahrgang  •  Nr. 25  •  20. Juni 2012

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Plattform Rheumatologie

krankungen auf Lunge und Herz. Spannende Daten wurden zur autologen Stammzelltransplantation bei Skle-

Früh behandeln bringt‘s

Rheumakranke Herzen Patienten mit rheumatoider Arthritis haben eine geringere Lebenserwartung als gesunde Menschen. Das erhöhte Risiko hat mehrere Gründe: einmal die systemische Entzündung selbst, aber auch die langjährige Einnahme von NSAR, deren kardiovaskuläre Auswirkungen lange unterschätzt worden sind. Außerdem neigen Rheuma-Patienten aus

naheliegenden Gründen zu Bewegungsmangel. Gleich mehrere Studien zeigen nun, dass eine konsequente Behandlung der rheumatoiden

Ankylosierende Spondylitis Inserat-286x404-Amelior+HCT-Druck.indd 1

Prognose bestimmen Immer noch vergeht viel zu viel Zeit, bis die Diagnose Morbus Bechterew beziehungsweise ankylosierende Spondylitis (oder inzwischen auch: axiale Spondyloarthritis) gestellt wird. Die „Assessment of SpondyloArthritis international Society“ (ASAS) hat nun neue Klassifikations-

kriterien entwickelt, die Fortschritte bei der Früherkennung bringen sollen. Vor allem hat der kernspintomographische Nachweis einer Sakroiliitis den radiologischen abgelöst. Um die Prognose der Betroffenen besser einschätzen zu können, haben Experten der Berliner

rodermie präsentiert: Die riskante Behandlung erwies sich für manche Patienten als erfolgreich.

Chari­té diverse Biomarker untersucht und sind fündig geworden. Die identifizierten Biomarker könnten als Grundlage für die Optimierung der Behandlungsstrategie herangezogen werden, aber auch in der Ent­wicklung neuer Medikamente eine Rolle spielen. u VI & VII

17.08.2011 14:07:48 Uhr

Arhritis auch das Risiko für Herz und Gefäße beeinflusst – und dass es nicht gleichgültig ist, womit die Erkrankung behandelt wird. u IV


Plattform Rheumatologie

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 25  •  20. Juni 2012

Head-to-HeadStudien kommen BERLIN – Erstmals wurden auf dem EULAR-Kongress 2012 ­Vergleichsstudien zur Wirksamkeit unterschiedlicher Biologika in der Therapie der rheumatoiden Arthritis vorgestellt. Die Gruppe der mittlerweile zahlreichen Biologika hat die wirksame Behandlung von RA-Patienten ermöglicht, die auf Methotrexat (MTX) alleine nicht ansprechen, oder überhaupt kein MTX bekommen dürfen. „Was uns bisher gefehlt hat, waren einerseits Anhaltspunkte, welches Biologikum für welche Patienten am besten geeignet ist, andererseits aber auch direkte Vergleichsstudien zur Wirksamkeit der verschiedenen Präparate“, kommentiert Prim. Univ.-Prof. Dr. Ludwig Erlacher, Leiter der 2. Medizinischen Abteilung am Kaiser-FranzJosef-Spital in Wien.

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Prim. Univ.-Prof. Dr. Ludwig Erlacher

Diese Lücken werden nun langsam geschlossen. Wichtige Schritte in diese Richtung stellen zwei Studien dar, die auf dem diesjährigen EULAR in Berlin präsentiert wurden. Im Rahmen der AMPLE-Studie (Abatacept Versus Adalimumab Comparison in Biologic-Naive RA Subjects With Background Methotrexate) werden das gegen CD80 und CD86 gerichtete Fusionsprotein Abatacept und der humane monoklonale Anti-TNF-Antikörper Adalimumab jeweils in Kombination mit MTX verglichen. Primärer Endpunkt der auf Non-Inferiority ausgelegten randomisierten PhaseIIIb-Studie mit insgesamt 646 Patienten ist das Ansprechen nach ACR20. Die nun veröffentlichten Ein-Jahres-Daten zeigen die Gleichwertigkeit der beiden Therapien sowohl im Hinblick auf die Wirksamkeit als auch hinsichtlich der Verhinderung radiologischer Progression. Das Sicherheitsprofil war in beiden Armen vergleichbar mit etwas weniger Abbrüchen (3,5 % vs. 6,1 %) unter Abatacept. Ebenfalls wichtige Informationen mit vermutlich größerer klinischer Bedeutung liefert die als „late breaking abstract“ präsentierte ADACTA-Studie, die Tocilizumab, einen humanisierten monoklonalen Antikörper gegen den Interleukin-6-Rezeptor, mit Adalimumab jeweils in der Monotherapie verglich. Rationale für die randomisierte, doppelblinde Phase IV Studie waren mehrere Arbeiten, die für Tocilizumab sehr gute Ergebnisse in der Monotherapie

zeigten. Der direkte Vergleich mit einer Anti-TNF-Therapie stand freilich noch aus. Die 24-Wochen-Ergebnisse in der Intent-to-treat-Population von 325 Patienten zeigten eine signifikant deutlichere Reduktion des DAS28 unter Tocilizumab (-3,3) im Vergleich zu Adalimumab (-1,8), Die Überlegenheit von Tocilizumab zeigte sich auch hinsichtlich weiterer Endpunkte wie der Zahl der geschwollenen und schmerzhaften Gelenke, DAS28-Remission niedriger Krankheitsaktivität sowie ACR20/50/70- Ansprechen. Die Inzidenz von Nebenwirkungen war in beiden Gruppen vergleichbar. Auch schwere AEs und Infektionen waren unter beiden Therapien gleich häufig, allerdings traten unter Tocilizumab häufiger Veränderungen von Laborparametern wie Transaminasen und LDL auf. Im Tocilizumab-Arm kam es zu zwei Todesfällen. Eine Patientin starb an einer Überdosis illegaler Drogen, ein 56-jähriger Patient mit zahlreichen Komorbiditäten erlitt einen plötzlichen Tod unklarer Ursache. „Diese Studie ist klinisch relevant“, sagt Prof. Erlacher, da sie uns Informationen liefert, die im rheumatologischen Alltag bedeutsam sind. So zeigen Register-Daten, dass rund ein Drittel der RA-

Explizit „Wir werden voraus­ sichtlich in den nächsten Jahren einige weitere Optionen zur Verbesserung der Therapie bekommen.“ Prof. Ludwig Erlacher

Patienten unter Biologika-Therapie kein zusätzliches MTX bekommt. Wir wissen nun, dass in dieser Situation nicht alle Biologika gleich gut wirksam sind. Diese Studie und ähnliche, die hoffentlich folgen werden, sind durchaus geeignet, das Vorgehen in der Praxis zu beeinflussen und evidenzbasierte Therapieentscheidungen möglich zu machen. Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die zahlreichen auf dem EULARKongress vorgestellten Studien zu neuen Biologika mit teilweise neuen Wirkmechanismen. Wir werden also voraussichtlich in den nächs­ ten Jahren einige weitere Optionen zur Verbesserung der Therapie bekommen.“ REB Schiff M et al., Ann Rheum Dis 2012; 71 (Suppl3): 60 und Gabay C et al., Ann Rheum Dis 2012; 71(Suppl3): 152, beide präsentiert am EULAR; Berlin, Juni 2012

Studiencorner Rheumatologie

Lungenbeteiligung bei RA nicht unterschätzen Eine Lungenbeteiligung zählt bei zahlreichen rheumatischen Erkrankungen zu den gefürchtetsten Komplikationen. Wenig bekannt ist, dass auch bei der rheumatischen Arthritis (RA) nicht selten die Lunge in Mitleidenschaft gezogen ist. Eine auf dem EULAR in Berlin präsentierte Studie zeigt, dass fast die Hälfte aller RA-Patienten bereits zu Beginn ihrer Erkrankung zumindest eine leichte Beteiligung der Lunge aufweist. Das Vorhandensein von ACPA (Antikörper gegen citrullinierte Peptide/Proteine) kann als Hinweis für eine Lungenbeteiligung gewertet werden. Die Untersuchung mit hochauflösendem CT (HRCT) ergab bei 44 % der RA-Patienten und 23 % der gesunden Kontrollen Auffälligkeiten der Lunge. Dabei zeigte sich eine signifikante Assoziation von Lungenveränderung mit dem ACPA-­ Status, nicht jedoch mit dem

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Biologika-Therapie

Bei RA-Patienten sollte von Beginn an den Zustand der Lunge geachtet werden.

Rauchverhalten. Bei einem Teil der ACPA-positiven RA-Patienten wurden Lungenbiopsien durchgeführt, die in den meisten Fällen die Präsenz von ACPA in der Lunge zeigten. Nach Ansicht der Autoren sollte angesichts dieser Daten bei RA-Patienten von Beginn der Behandlung an größeres Augenmerk auf den Zustand der Lunge gelegt

werden. Dies gelte vor allem für ACPA-positive Raucher. Da die Studie in einem DMARD (disease modifying antirheumatic drugs)naiven Kollektiv durchgeführt wurde, erlaubt sie keine Aussagen über die Auswirkungen der Therapie auf die frühe Lungenbeteiligung im Rahmen der RA. Reynisdottir G et al., Abstract FRI0101, präsentiert am EULAR; Berlin, Juni 2012

Neues von den JAK-Inhibitoren In der Therapie der rheumatoiden Arthritis (RA) drängt eine neue Substanzgruppe in Richtung Zulassung: Die Januskinase-Inhibitoren, die für die RA wichtige Tyrosinkinasen hemmen. Auf dem EULAR in Berlin wurden nun Phase-IIb-Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit von Baricitinib vorgestellt. Die Substanz hemmt (im Gegensatz zu den ebenfalls in klinischer Prüfung befindlichen JAK3-Inhibitoren) die Januskinasen JAK1 und JAK2. In die Studie eingeschlossen waren 301 Patienten mit moderater bis schwerer RA und unzureichendem Ansprechen auf

Me t hot re x at - Monot he r api e. Die Studie wird von den Autoren als Erfolg eingestuft. Vor dem Hintergrund einer Basistherapie mit Methotrexat erreichten 76 % der Studienpatienten unter 4 bzw. 8 mg Baricitinib innerhalb von zwölf Wochen Ansprechen nach den ACR20 Kriterien. Im PlazeboArm lag die Ansprechrate bei 41 %. Auch hinsichtlich klinisch relevanterer Endpunkte wie dem Ansprechen nach ACR5070 oder DAS28CRP war Baricitinib im Vergleich zu Plazebo überlegen. Es traten keine schweren Nebenwirkungen auf. In beiden Dosisgruppen erreichte ein beachtlicher Prozent-

satz Remission nach ACR50 und ACR70. Konkret waren es unter 4 mg Baricitinib 35 % (ACR50) und 23 % (ACR70), unter 8 mg Baricitinib 40 % (ACR50) und 20 % (ACR70). In der Plazebogruppe lag das ACR50/70-Ansprechen lediglich bei 10 bzw. 2 %. Der Effekt des JAK1/JAK2Inhibitors trat rasch ein. Bereits nach zwei Wochen wurden signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen gesehen. Angesichts dieser Daten sehen die Autoren für Baricitinib den Weg frei in eine große Phase-III-Studie. Keystone E et al., Abstract LB0005, präsentiert am EULAR; Berlin, Juni 2012

Biologika-Therapie: Gemischte Versorgungslage in Europa Die Verfügbarkeit der Biologika hat die Therapie der rheumatoiden Arthritis (RA) revolutioniert. Der größte Nachteil dabei: Eben diese Verfügbarkeit ist nicht überall gegeben – nicht einmal überall in Europa, wie eine auf dem EULAR 2012 präsentierte niederländische Studie zur Versorgungslage ergab. Die Recherchen der Autoren, basierend auf Befragungen von Rheumatologen, zeigten, dass zehn von insgesamt 46 europäischen Ländern (22 %) Biologika in der RA-Therapie überhaupt nicht erstatten. In den übrigen

Ländern gibt es deutliche Unterschiede, wie viele und welche Bio­ logika von den Krankenversicherungen bezahlt werden. Dabei ergab sich eine ausgeprägte Korrelation zwischen dem Wohlstand eines Landes und der Verfügbarkeit von Biologika auf der einen und der Qualität der RA-Therapie auf der anderen Seite. Auch in jenen Ländern, die Bio­logika erstatten, ist der Zugang sehr unterschiedlich geregelt. So gibt es in einigen Ländern praktisch keine Auflagen, während in anderen eine Mindestdauer der Erkrankung, eine mini-

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II

male Krankheitsaktivität oder das Versagen mehrerer synthetischer DMARDs als Voraussetzungen für eine Biologikatherapie verlangt werden. Putrik P et al., Abstacts OP0011 und AB0490, präsentiert am EULAR; Berlin, Juni 2012


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Fachkurzinformation auf Seite 24


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Plattform Rheumatologie

Medical Tribune • 44. Jahrgang • Nr. 25 • 20. Juni 2012

Rheuma und Herz

Länger leben durch frühe Therapie BERLIN – Rheumatoide Arthritis ist mit einem erheblich erhöhten kardiovaskulären Risiko verbunden. Dies sollte nicht nur in die Lebensstilberatung der Patienten einfließen. Auf dem EULAR 2012 präsentierte Daten zeigen auch, dass frühe und konsequente Therapie der RA das kardiovaskuläre Risiko und die Gesamtmortalität reduziert. Eine nicht oder unzureichend behandelte rheumatoide Arthritis kann innerhalb weniger Jahre zu massiven Gelenksdestruktionen bis hin zu Invalidität und Arbeitsunfähigkeit führen. Weniger bekannt ist jedoch, dass die RA als entzündliche rheumatische Erkrankung auch zu systemischen Komplikationen führt. Insbesondere ist das kardiovaskuläre Risiko von RA-Patienten deutlich erhöht. „Die rheumatoide Arthritis gilt heute als eigenständiger Risikofaktor wie erhöhtes LDL, Diabetes oder Hypertonie. Bis zu 50 Prozent der Menschen mit RA sterben an kardiovaskulären Events“, sagt dazu Univ.-Prof. Dr. Klaus Krüger, Leiter des Praxiszentrums Internistische Rheumatologie in München. Er verweist auf eine Reihe von Studien, die deutliche kardiovaskuläre Risikoerhöhungen für RA-Patienten zeigen. So ist das Risiko eines Myokardinfarkts zwei- bis vierfach, das eines Schlaganfalls um den Faktor 1,7 erhöht. Beim Herzversagen geht man von einer 1,5- bis zweifach höheren Häufigkeit aus. Das erhöhte Risiko von Menschen mit rheumatoider Arthritis hat, so Prof. Krüger, mehrere Gründe. Zur Krankheitsaktivität, also der systemischen Entzündung, kommt oft noch die langjährige Einnahme von NSAR, die in einem lange Zeit unterschätzten Ausmaß die Gefahr kardiovaskulärer Ereignisse erhöhen. Und natürlich sind auch Rheuma-Patienten von den traditi-

onellen Risikofaktoren betroffen, wobei aus naheliegenden Gründen Bewegungsmangel ein wesentliches Problem darstellt. Eine Beobachtungsstudie (Peters MJL et al., Arthritis Care Res 2009; 61: 1571– 1579) zeigte über drei Jahre für die rheumatoide Arthritis eine vergleichbare Erhöhung der kardiovasKongress live wie für Diabekulären Mortalität tes mellitus. Dabei ereignet sich der Anstieg des Risikos früh im Verlauf

tienten zu Lebensstiländerungen zu ermutigen. Das gilt vor allem für das Rauchen, das auch die Prognose der RA ungünstig beeinflusst.“ Leider zeigt eine Metaanalyse von 15 Fallkontrollstudien, dass es unter RA-Patienten anteilsmäßig mehr Raucher gibt als in der Normalbevölkerung und dass auch Diabetes mellitus häufiger auftritt. Hypercholesterinämie wurde hingegen in den RA-Kohorten seltener gefunden (Boyer JF et al., Joint Bone Spine 2011; 78: 179–183). Dementsprechend wurde das kardiovaskuläre Risiko auch in die RA-Guidelines der EULAR aufgenommen. Empfohlen wird ein Risikomanagement nach den jeweiligen lokalen Leitlinien der kardiologischen Gesellschaften.

Therapie senkt Risiko

Kongress live EULAR 2012

der Erkrankung. Das kardiovaskuläre Risiko steigt bei RA in den ersten Jahren stark an und bleibt dann konstant erhöht (Holmqvist ME et al., Arthritis Rheum 2009 und J Intern Med 2010).

Monitoring und Beratung Daher müsse, so Prof. Krüger, das kardiovaskuläre Monitoring zu einem integralen Bestandteil der Betreuung von Patienten mit entzündlichen rheumatischen Erkrankungen werden: „Für die Ärzte bedeutet das, dass sie ihren Fokus verändern und den ganzen Patienten betrachten müssen. Insbesondere ist es auch wichtig, die Pa-

Auch auf dem diesjährigen EULAR-Kongress in Berlin war das kardiovaskuläre Risiko im Rahmen der rheumatoiden Arthritis ein wichtiges Thema, wobei der Focus naturgemäß auf den Auswirkungen der rheumatologischen Therapien lag. Gleich mehrere Studien zeigen, dass sich eine konsequente Behandlung der RA auch auf das kardiovaskuläre Risiko der Patienten auswirkt – und dass es nicht gleichgültig ist, womit die RA behandelt wird. So zeigt eine retrospektive Studie auf Basis von Versicherungsdaten aus den USA, dass eine Anti-TNF-Therapie bei RA-Patienten über ein, zwei oder drei Jahre das kumulative Risiko kardiovaskulärer Ereignisse signifikant um 24, 42 und 56 Prozent reduziert. In die Analyse gingen Daten von mehr als 100.000 Patienten und mehr als 100.000 Patientenjahren sowie knapp 50.000 Anti-TNF-Therapiejahren ein. In diesem großen

Späte Menopause, schlechte Prognose

Hormone und rheumatoide Arthritis BERLIN – Welche Faktoren zum Auftreten von Autoimmunerkrankungen führen oder deren Prognose beeinflussen, ist unklar. Eine schwedische Studie untersuchte nun den hormonellen Einfluss auf die rheumatoide Arthritis. Ein Team am schwedischen Skåne University Hospital nutzte die äußerst informationsreichen Datenbanken des Landes, um 134 postmenopausale Rheuma-Patientinnen zu identifizieren, die zwischen 1991 und 1996 den Fragebogen einer Gesundheitsumfrage ausgefüllt und später eine rheumatoide Arthritis (RA) entwickelt hatten. Der Fragebogen lieferte Informationen zu potenziellen hormonellen Prädiktoren wie Stillen, orale Kontrazeptiva oder Beginn der Menopause, wobei zwischen früher (≤ 45 Jahre) und später Menopause (> 45 Jahre) unterschieden wurde.

Zusätzlich wurde eine strukturierte Aufarbeitung der Krankengeschichten der Patientinnen durchgeführt, die Informationen über die Einnahme von DMARDs (disease modifying anti-rheumatic drugs) inklusive Biologika, radiographische Progression, Rheumafaktor-Status und Gesundheitszustand lieferten. Die statistische Auswertung dieser Daten zeigte, dass Frauen mit frühem Beginn der Menopause ein um die Hälfte geringeres Risiko aufweisen, eine schwere RA zu entwickeln, und dass sie im Falle einer Erkrankung eher einen milden Verlauf zeigen.

Die Einnahme oraler Kontrazeptiva sowie das Stillen hatten hingegen keinen Einfluss auf den Phänotyp der rheumatoiden Arthritis. „Wir wissen, dass hormonelle Faktoren einen Einfluss auf die rheumatoide Arthritis haben können. Jetzt haben wir gelernt, dass das Alter bei Beginn der Menopause die Prognose einer RA beeinflusst. Das ist in doppelter Hinsicht bedeutsam: Einmal, weil es unser theoretisches Verständnis der Erkrankung weiterbringen kann, vor allem aber, weil es uns hilft, bei unseren individuellen Patientinnen bessere Aussagen über die Prognose zu treffen“, sagt dazu die Erstautorin der Studie, Dr. Mitra Pikwer von der Universität Skåne. REB Pikwer M et al. Ann Rheum Dis 2012; 71: 378– 381 präsentiert am EULAR; Berlin, Juni 2012

Kollektiv erlitten 1743 Patienten (1,6 %) nach der Index-Verschreibung ein kardiovaskuläres Ereignis. Im Endpunkt „kardiovaskuläre Ereignisse“ wurden Myokardinfarkt, Schlaganfall, TIA, instabile Angina pectoris und Herzinsuffizienz zusammengefasst. Das Infarkt-Risiko war unter Anti-TNFTherapie um 20 Prozent reduziert

Explizit „Bis zu 50 Prozent der Menschen mit RA sterben an kardiovaskulären Events.“ Prof. Klaus Krüger

(HR = 0,80, p = 0,013). Besonders ausgeprägt war die Reduktion bei älteren Patienten und solchen, die niemals Methotrexat erhalten hatten. In diesen Subgruppen führte jedes weitere halbe Jahr Therapie zu einer weiteren Risikoreduktion. „Rheumatoide Arthritis und kardiovaskuläre Erkrankungen haben einen gemeinsamen Hintergrund, nämlich die systemische Entzündung. Studien zeigen, dass sich während der ersten zehn Jahre einer RA-Erkrankung das Risiko eines Herzinfarktes beinahe verdoppelt“, sagt dazu der Erstautor der Studie, Dr. Michael Nurmohamed vom University Medical Centre & Jan van Breemen Research Institute in den Niederlanden. Da Anti-TNFTherapie heute die erste Wahl für Patienten sei, die nicht ausreichend auf Methotrexat ansprechen, könne die Reduktion des kardiovaskulären Risikos sozusagen als zusätzlicher Bonus mitgenommen werden. Auch Mortalitätsdaten belegen mittlerweile die Vorteile der Biologika-Therapie. Eine auf dem EULAR in Berlin präsentierte Studie zeigte für RA-Patienten unter Biologika im Vergleich zu konventionellen DMARDs eine Reduktion der Mortalität um den Faktor 0,61. Dieser Effekt war nicht auf Anti-TNFTherapien beschränkt, sondern zeigte sich auch unter Biologika mit alternativen Wirkmechanismen.

In die Studie waren knapp 9000 RA-Patienten eingeschlossen. Die Arbeit zeigte auch, dass Männer und Frauen mit rheumatoider Arthritis im Vergleich zur Normalbevölkerung eine um 2,2 Jahre kürzere Lebenserwartung haben. Dabei sind Patienten mit einem mittleren DAS28 unter 4,1 – also niedriger Krankheitsaktivität – nicht von der reduzierten Lebenserwartung betroffen. Dafür sterben Patienten mit höherer Krankheitsaktivität (DAS28 > 4,1) im Schnitt um 5,6 Jahre früher als gematchte Kontrollen aus der Normalbevölkerung. Dazu Dr. Joachim Listing vom Deutschen Rheuma Forschungszentrum in Berlin und Erstautor der Studie: „Es ist bekannt, dass Menschen mit rheumatoider Arthritis früher sterben. Wir konnten nun allerdings zeigen, dass Biologika einen positiven Einfluss auf die Lebenserwartung haben und dass es eine signifikante Assoziation zwischen der Krankheitsaktivität und der Mortalität gibt.“

Einfluss auf die Mortalität In einer weiteren Studie konnte nachgewiesen werden, dass eine frühe Remission auch zu einem verbesserten Gesamtüberleben führt. Dabei handelt es sich um eine Analyse des Norfolk Arthritis Register, einer vor über 20 Jahren begonnenen großen Kohorte. Die Daten zeigen, dass Patienten, die in den ersten drei Jahren ihrer Erkrankung zumindest einmal eine Remission erreichen, eine höhere Lebenserwartung haben. Wie oft im Krankheitsverlauf Remission erreicht wird, hatte ebenfalls Einfluss auf die Gesamtmortalität. Den günstigsten Effekt erreichten Patienten, die nach der Erstdiagnose und Behandlung für ein Jahr in Remission blieben. Spätere Remissionen wirkten sich weniger günstig auf die Gesamtmortalität der Patienten aus, was als weiterer Hinweis auf die Bedeutung einer frühen und ausreichend aggressiven Therapie der rheumatoiden Arthritis gewertet wird. REB Pressekonferenz veranstaltet von Abbot am 5. Juni in Berlin sowie Abstracts OP0002, OP0047 und OP0126 präsentiert im Rahmen des EULAR; Berlin, Juni 2012


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VI

Plattform Rheumatologie

Medical Tribune • 44. Jahrgang • Nr. 25 • 20. Juni 2012

Internationale Studie über eine wirksame, aber gefährliche Therapie

Transplantation bei Sklerodermie Kongress live

BERLIN – Eine aktuelle Studie zeigt, dass autologe Stammzelltransplantation die Prognose von Patienten mit Sklerodermie verbessern kann. Die Entwicklung der medikamentösen Therapie, insbesondere der sogenannten Biologika, hat das Outcome der meisten rheumatischen Erkrankungen deutlich verbessert. Leider trifft das nicht auf die auch als Sklerodermie bekannte systemische Sklerose zu.

Alternativen dringend gesucht Gerade diese mit hoher Mortalität verbundene Krankheit spricht auf die Behandlung mit Biologika nicht an. Immunsuppressiva sind hilfreich, aber toxisch. Vor allem aber zeigt selbst diese relativ radikale Therapie nicht bei allen Patienten ausreichend gute Wirkung, sodass die Mortalität nach wie vor hoch ist. Die schlechteste Prognose hat die diffus kutane Verlaufsform. Gera-

Kongress live EULAR 2012

de für diese Patienten werden also wirksame Alternativen zu den Immunsuppressiva dringend gesucht. In diesem Zusammenhang wurde vor einiger Zeit die autologe Transplantation hämatopoetischer Stammzellen in Spiel gebracht. Evidenz im Sinne valider Daten aus randomisierten Studien war jedoch spärlich. Diese liefert nun die internationale ASTIS-Studie (Autologous Stem Cell Transplantation International Scleroderma), in deren Rahmen 156 Sklerodermie-Patienten mit ungünstigen prognostischen Faktoren randomisiert entweder nach autologer Stammzelltransplantation beobachtet oder statt einer Transplantation regelmäßig mit Cyclophosphamid i.v. (12x pro Monat i.v. Puls 750 mg/m2)

behandelt wurden. Das mediane Follow-up betrug in der Transplantationsgruppe 33 und in der konventionell behandelten Gruppe 27 Monate. Endpunkte waren organbezogene Ereignisse und die Mortalität. Die Transplantation erwies sich als erfolgreich. Trotz der erheblichen initialen Toxizität war das Outcome der transplantierten Patienten langfristig signifikant besser. Insgesamt wurden im Rahmen von ASTIS zwischen 2001 und 2009 mehr als 150 Patienten behandelt.

Unterschiedliche Todesursachen Bis zum 1. Mai 2012 hatten sich in der konventionell mit intravenösem Cyclophosphamid behandelten Gruppe signifikant mehr Todesfälle ereignet, wie Univ.-Prof. Dr. Jaap van Laar von der britischen Newcastle University im Namen der EBMT EULAR Scleroderma Study Group erläuterte. Insgesamt verstarben 40 Patienten, davon 16 in der Transplantationsgruppe und 24 in der Kontrollgruppe.

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gruppe erhielt Immunsuppression. Ein weiterer Schritt bestünde nun, so Prof. van Laar, darin, Patienten zu identifizieren, die besonders von der Therapie profitieren bzw. die besten Chancen haben, die Transplantation unbeschadet zu überstehen. Subgruppenanalysen liefern dazu bereits erste Hinweise. So schnitten (auch ehemalige) Raucher deutlich schlechter ab als Patienten, die niemals geraucht hatten. Letztere zeigten eine geringere transplantationsbedingte Mortalität und auch im weiteren Verlauf eine bessere Prognose. Weitere Subgruppenanalysen und Studien sollen nun wichtige Daten für die Identifikation jener Patienten liefern, die sich optimal für diese gefährliche, aber offensichtlich wirksame Therapie eignen. REB

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Dabei war die Stammzelltransplantation erwartungsgemäß mit einem erheblichen Risiko verbunden. Die Hälfte aller Todesfälle in der Transplantationsgruppe ereigneten sich früh und wurden von einem unabhängigen Komitee als Folge der Behandlung eingestuft. Damit lag die behandlungsbedingte Mortalität nach Stammzelltransplantation mit rund zehn Prozent im Bereich der Erwartungen. Im Gegensatz dazu wurden die Todesfälle in der immunsupprimierten Kontrollgruppe als Folge der progredienten Erkrankung gesehen. Auch nichttödliche Ereignisse waren in der Transplantationsgruppe seltener. Bei sieben Patienten aus der Kontrollgruppe wurde nach Therapieversagen eine RescueTransplantation durchgeführt, kein Patient aus der Transplantations-

BERLIN – Eine an der Berliner Charité durchgeführte Studie gibt Anhaltspunkte für eine bessere Prognoseabschätzung bei ankylosierender Spondylitis.

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Der Krankheitsverlauf von 64 Patienten mit Morbus Bechterew aus der Spondyloarthritis-Inzeptionskohorte (GESPIC) wurde über zwei Jahre verfolgt. Sie hatten zu Beginn der Studie bereits röntgenologisch darstellbare Schäden in der Wirbelsäule (Syndesmophyten) und daher ein erhöhtes Risiko für die Progression der Wirbelsäulenschäden. Nach zwei Jahren zeigten 26 Patienten einen progressiven Verlauf im Sinne einer weiteren Schädigung der Wirbelsäule durch die Entwicklung neuer bzw. Wachstum bereits vorhandener Syndesmophyten, 38 Patienten wiesen nach den zwei Jahren keine Verschlechterung auf. Diese radiologischen Befunde wurden mit einer Reihe von Biomarkern in Verbindung gebracht. Bestimmt wurden CRP (C-reaktives Protein), MMP3 (Matrix Metalloproteinase 3), Sclero-

stin, DKK1 (Dickkopf 1), Periostin, BMP 2 und 7 (knochenbildungsanregendes Protein), OPG (Osteoprotegerin), VEGF (vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor), Procollagen Typ I und II, PINP und PIINP (N-Propeptide), CTX-II, BALP, sRANKL, COPM und BSP (Bone Sialoprotein). Die Auswertung zeigte für CRP und MMP3 einen signifikant prädiktiven Wert. Wurden nur Patienten mit erhöhtem CRP betrachtet, ergab sich ein zusätzlicher Vorhersagewert für MMP3, PIINP, BMP-2 und VEGF sowie für einen erniedrigten OPGSerumspiegel. „Für unser Behandlungskonzept ist es immens wichtig zu wissen, ob die Erkrankung eines Patienten einen progressiven Verlauf nimmt“, so der Erstautor der Studie Dr. Denis Poddubnyy von der Charité Universitätsmedizin Berlin. „Darüber hinaus könnten die in dieser Studie identifizierten Biomarker die Grundlage für die Optimierung der Behandlungsstrategien und für die Entwicklung von neuen Medikamenten bilden.“ REB Poddubnyy D et al., Abstract OP0091, präsentiert am EULAR; Berlin, Juni 2012


Plattform Rheumatologie VII

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 25  •  20. Juni 2012

„Morbus Bechterew“ und Röntgen-Diagnostik überholt

Diagnose der Axialen Spondyloarthritis wiesbaden – M. Bechterew und ankylosierende Spondylitis haben ausgedient. Jetzt heißt es: axiale Spondyloarthritis. Geändert wurden auch die Diagnosekriterien. Immer noch vergehen in Deutschland zwischen dem Erstsymptom der axialen Spondyloarthritis und der Diagnose sechs bis acht Jahre. Dazu trug bisher unter anderem die alte Forderung nach ei-

ner radiologisch sichtbaren, fortgeschrittenen Sakroiliitis bei, erklärte Prof. Dr. Klaus Krüger vom Praxiszentrum St. Bonifatius in München auf dem 6. AllgemeinmedizinUpdate-Seminar. Dieser Befund ist aber erst nach mehrjähriger Krankheitsdauer zu erwarten. Die „Assessment of SpondyloArthritis international Society“ (ASAS) hat nun neue Klassifikationskriterien entwickelt, die große Fortschritte bei der Früherkennung bringen können. Sie fordert für die Diagno-

se den Nachweis einer Sakroiliitis in der Bildgebung plus mindes­tens ein Kriterium der axialen Spondyloarthritis (siehe Kasten) oder ein positives HLA-B27 plus mindestens zwei andere Kriterien.

Knochenmarködem als Frühzeichen Ganz wesentlich ist dabei, dass der kernspintomographische Nachweis einer Sakroiliitis den radiologischen abgelöst hat. Im MRT lässt sich die Entzündung schon wenige

Wochen nach Symptombeginn erkennen. Als pathognomonisches Merkmal der Sakroiliitis gilt das Knochenmarködem. „Die Untersuchung ist also wirklich kein rausgeschmissenes Geld“, betonte Prof. Krüger. Bleibe zu hoffen, dass sich diese Erkenntnis auch zügig bei Kos­ tenträgern oder Versorgungsämtern durchsetzt.

Die Kriterien Für die Diagnose muss eine Sakroiliitis mind. eines der folgenden

Kriterien ­aufweisen (oder positives HLA-B27 + mind. zwei Kriterien): u entzündlicher Rückenschmerz u Arthritis u positive Familienanamnese u Psoriasis u chronisch entzündliche Darm­ erkrankung u Daktylitis u Enthesitis (Ferse) u Uveitis anterior u gutes Ansprechen auf NSAR u HLA-B27 u CRP-Erhöhung abr

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ManchMal ist weniger Mehr ...

Schmerz beim Treppabgehen, schwacher Quadrizeps

Patellofemoral-Arthrose erkennen staffordshire – Schmerzen, Schwellung, gestörte Beweglichkeit: klinisch ähneln sich verschiedene Formen der Knie-Arthrose. Zwecks optimaler Therapie sollte man aber unterscheiden, ob das patellofemorale oder das tibiofemorale Kompartiment betroffen ist. Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass eine Arthrose im Patellofemoralgelenk unabhängig vom Verschleiß im tibiofemoralen Bereich auftritt und auch allein für Beschwerden sorgt. Hinzu kommt, dass sich Ätiologie und Management durchaus unterscheiden können. Ohne Röntgenbild oder bei noch milder Ausprägung ist die Differenzierung aber nicht ganz einfach. Im Hausarzt-Alltag wird offenbar selten an die isolierte Patellofemoral-Arthrose gedacht. Eine Studie bei Allgemeinärzten in Großbritannien ergab, dass in einem Kollektiv von über 50.000

erwachsenen Patienten nur 13mal diese Diagnose gestellt wurde. „Wie kann man den Blick der Kollegen schärfen?“, fragten sich britische Kollegen und versuchten, einige klinisch fassbare Kriterien herauszufinden.

X-Beine weisen den Weg zur Diagnose Dazu untersuchten die Forscher 745 Patienten über 50 Jahre mit Knieschmerzen. Mögliche Risikofaktoren und Symptome gaben die Probanden in einem Fragebogen an, ergänzend untersuchten die Kollegen das Gelenk gründlich und fertigten Röntgenaufnah-

men an. Eine leichte isolierte patellofemorale Arthrose ließ sich in der Bildgebung kaum vom radiologisch gesunden Gelenk unterscheiden, schreiben Dr. George Peat von der Keele University in Stafford­shire und Kollegen in „Arthritis Research and Therapy“. Klinisch kann sich der lokalisierte Verschleiß lediglich durch Schwierigkeiten beim Treppabgehen und grobe Krepita­tion äußern.

Eine kleine Hilfestellung Als charakteristisch für eine patellofemorale Arthrose mäßiger bis schwerer Ausprägung erwies sich eine dramatische, ballonartige Schwellung in der Anamnese, eine Valgusfehlstellung, deutlich reduzierte Quadrizepskraft und Schmerz bei Druck aufs Patellofemoralgelenk. Andere Kardinalzeichen einer Gonarthrose – Erguss,

knöcherne Ausziehungen, eingeschränkte Beugung, mediolaterale Instabilität und Varusdeformität – identifizierte man hingegen als Indikatoren für eine tibiofemorale Arthrose. Mit diesen Kriterien hat der Hausarzt zumindest eine kleine

Hilfestellung bei der Differenzierung an der Hand. Im Praxisalltag, so räumen die Studienautoren ein, wird allerdings selten die Diagnose einer Knie-Arthrose ohne Röntgenbild gestellt. abr George Peat et al., Arthritis Research and Therapy 2012; online first


VIII Plattform Rheumatologie

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 25  •  20. April 2012

Fibromyalgie zwischen Rheumatologie und Psychiatrie

Schluss mit den „Tender Points“ Das Fibromyalgie-Syndrom ist die am schwersten fassbare rheumatische Erkrankung. Unklar ist freilich, ob es überhaupt in den Bereich der Rheumatologie fällt oder nicht doch eher Sache des Psychiaters ist. Versuche, die Erkrankung an klaren Diagnosekriterien festzumachen, werden jedenfalls Schritt für Schritt aufgegeben. So definierte das American College of Rheumatology (ACR) die Fibromyalgie über die sogenannten „Tender Points“ – 18 fest definierte Punkte, meist im Muskel-Sehnen-Übergang. Sind elf von 18 Punkten deutlich druckempfindlich und sind die beschriebenen Schmerzen bereits seit mindestens drei Monaten vorhanden, so kann man laut ACR von einer Fibromyalgie ausgehen.

Symptomkomplex mit Auffälligkeiten Dieses Schema wird dem vielfältigen Krankheitsbild freilich nicht gerecht, zumal die Tender Points willkürlich gewählt wurden und kein pathophysiologisches oder auch nur anatomisches Korrelat haben. Folglich geht man mittlerweile von den ACR-Kriterien ab. Bereits 1990 ersetzten die Schweizer Psychiater Müller und Lautenschläger die Tender Points durch einen Katalog typischer Beschwerden. Das ACR publizierte 2010 vorläufige Diagnosekriterien, und vor wenigen Wochen hat die deutsche Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) eine aktualisierte Leitlinie publiziert. Darin heißt es: „Kernsymptome des FMS sind neben chronischen Schmerzen in mehreren Körperregionen Schlafstörungen bzw. nicht erholsamer Schlaf und Müdigkeit bzw. Erschöpfungsnei-

gung (körperlich und/oder geistig). Angesichts dieser Entwicklung kann das Fibromyalgie-Syndrom nicht als Syndrom im engeren Sinne (Syndrom 3. Ordnung) bezeichnet werden, wie OA Dr. Andrea Studni­cka-Benke von der Universitätsklinik für Innere Medizin 3 am LKH Salzburg erklärt. Vielmehr handelt es sich um einen Symptomkomplex mit unbekannter Ätiologie, heterogener Pathogenese und definiertem Phänotyp. Typisch und auch in der neuen S3-Leitlinie extra hervorgehoben sind dabei psychische Auffälligkeiten bzw. Komorbiditäten wie Depression und Angst, die mittels Fragebogen erhoben wer- Typisch für die Fibromyalgie sind auch psychische Auffälligkeiten bzw. Komorbiditäten wie Depression und Angst. den können und sollen. Allerdings wird auch betont, dass onen, da es bislang keine Möglich- schal mit einer anhaltenden somato- dert. Es gibt Berichte von Patienten, die Fibromyalgie nicht mit einer De- keit gibt, die Schmerzsymptoma- formen Schmerzstörung bzw. einer die nach einem Stock Stiegensteigen pression identisch ist (was sich nicht tik nennenswert zu beeinflussen. chronischen Schmerzstörung mit einen Laktat-Anstieg zeigen.“ zuletzt im suboptimalen Ansprechen Eine medikamentöse Therapie ei- psychischen und somatischen FakVon großer Bedeutung für den auf eine Therapie mit Antidepressi- ner komorbiden Depression kann toren gleichzusetzen.“ schlechten Gesamtzustand der Beva äußert. Auch komorbide rheuma- jedoch indiziert sein, ebenso wie die troffenen sind auch die bei FibroPsychiatrischer Blick tische Erkrankungen sind möglich, Förderung der Schlafhygiene z.B. myalgie sehr häufigen Schlafstödas Fibromyalgie-Syndrom tritt so- mit Amitryptilin. Von großer BeUniv.-Prof. Dr. Martin Aig- rungen. Der schlechte Schlaf erhöht gar bei Patienten mit entzündlich- deutung, aber für viele Betroffene ner von der Wiener Universi- wiederum die Schmerzempfindrheumatischen Erkrankungen deut- schwer durchführbar ist Ausdauer- tätsklinik für Psychiatrie sieht das lichkeit und begünstigt die kognilich gehäuft auf. Im Rahmen der training, das mit möglichst geringer anders. Er nimmt an, dass die Dia­ tiven Störungen, die ebenfalls häuDiagnostik müssen diese und andere Stoßbelastung verbunden sein sollte. gnose Fibromyalgie mit ähnlichen fig im Rahmen der Fibromyalgie Erkrankungen als direkte Schmerz­ Die Patienten profitieren nicht psychiatrischen Diagnosen wie gesehen werden. Auch affektive Stöursache ausgeschlossen werden. von einer Pensionierung. Das He- der generalisierten somatoformen rungen sind häufig. Die Psychiatrie nimmt in der Ätio­ rausgerissenwerden aus dem Ar- Schmerzstörung in den nächsten JahSchlagartig mehr Fälle beitsleben und dem damit verbun- ren in einem „complex somatic dis- logie des Fibromyalgie-Syndroms Mit dem Verzicht auf die Tender denen sozialen Umfeld bringt sogar order“ aufgehen wird. Die ACR-Kri- ein biopsychosoziales Modell an, das Points hat die Häufigkeit der Er- häufig eine Verschlechterung der terien seien insofern problematisch auf Stressoren (biologischer, physikrankung schlagartig zugenommen. Symptomatik mit sich. Das Fibro- gewesen, als sie den Patienten sugge- kalischer oder psychosozialer Art) Bei Frauen wird von einer Präva- myalgie-Syndrom führt zu keiner riert hätten, dass es ein somatisches und einer entsprechenden Disposilenz von bis zu 5,5 Prozent der Ge- direkten Erhöhung der Mortalität. Korrelat ihrer Beschwerden gebe. tion beruht. Letztere kann sowohl Auch der Psychiater betont die biologisch als auch lerngeschichtlich samtbevölkerung ausgegangen. Bei Allerdings ist die Suizidrate bei den Männern ist die Erkrankung sel- Betroffenen höher als in der gesun- Rolle der Funktion und der Fitness sein. Prof. Aigner weist in diesem in der Behandlung der Fibromyal- Zusammenhang darauf hin, dass in tener, allerdings ist hier mit einem den Bevölkerung. Die Diskussion um die Zuständig- gie, wobei in der Praxis oft ganz un- der Anamnese von Fibromyalgie-Pastärkeren Ansteigen der Diagnosen zu rechnen, da gerade männliche keit für das Fibromyalgie-Syndrom ten begonnen werden müsse: „Viele tienten häufig sexueller Missbrauch Patienten oft keine oder zu wenige wird freilich nach wie vor zwischen der Patienten sind durch die lange oder andere Erfahrungen mit sexuelRheumatologen und Psychiatern ge- Bewegungsverweigerung stark de- ler Gewalt gefunden werden. REB schmerzhafte Punkte zeigen. Die Therapie konzentriert sich führt. So heißt es in der aktuellen konditioniert und daher schon mit 20. Wissenschaftliche Tagung der Österreichiauf Erhaltung der Alltagsfunkti- S3-Leitlinie: „Das FMS ist nicht pau- sehr leichten Belastungen überfor- schen Schmerzgesellschaft; Linz, Juni 2012

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LINZ – Fibromyalgie ist eine häufige und für die Betroffenen extrem belastende Erkrankung. Dennoch hat sie kein eindeutiges somatisches Korrelat und ein sehr vielfältiges Erscheinungsbild. Die lange benützten Diagnosekriterien des ACR werden nun zunehmend verlassen.

Trotz Laborbefund keine rheumatoide Arthritis

WIESBADEN – Japanische Forscher untersuchten Daten von Menschen mit positivem Rheumafaktor, die keine rheumatoide Arthritis haben. Sollte der Befund auf andere Leiden hinweisen? Während der Routineuntersuchungen von mehr als 31.000 Personen, die nicht an rheumatoider Arthritis litten, bestimmte eine ­j apanische Arbeitsgruppe auch den Rheumafaktor. Bei 6,8  Prozent der Studienteilnehmer wies man einen positiven IgM-Rheumafaktor nach. Erwartungsgemäß nahmen die positiven Be-

funde mit dem Alter zu: So betrug diese Rate unter den 20- bis 30Jährigen 2,3 Prozent, in der nächsten Altersdekade stieg sie auf 4,3  Prozent und in den zehn Jahren darauf erreichte sie schon 7,1  Prozent. Von den 70- bis 80-Jährigen hatten 8,9  Prozent einen positiven Rheumafaktor und 14,9 Prozent der über 80-Jäh-

rigen. Dies be­r ichtete Prof. Dr. Klaus Krüger vom Praxiszentrum St. Bonifatius in München bei einem Rheuma-Update. Von besonderem Interesse war in der Studie, welche Assoziation es zwischen positivem Rheumafaktor (RF) und anderen klinischen Auffälligkeiten gab. Die Auswertung ergab, dass jeder zehnte Patient mit RF ein Malignom hatte. Möglicherweise komme der Rheumafaktor als Indikator für eine Neoplasie in Betracht, der genaue Zu-

sammenhang sei bisher aber unklar, so Prof. Krüger. Darüber hinaus zeigten sich auch in der japanischen Studie die bereits bekannten Zusammenhänge zwischen RF und Hepatitis, Rauchen sowie Diabetes. So wies man bei etwa jedem fünften Patienten mit positivem Befund eine Hepatitis  B oder C nach. Raucher fanden sich mit einer Rate von 7,3 Prozent unter den RF-Patienten und besonders oft Dia­ betiker (RR 2,14).  eno

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Positiver Rheumafaktor bei malignen Tumoren


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Die Monotherapie

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Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 25  •  20. Juni 2012

Das Motto der Biologika-Therapie

„Behandle schnell und aggressiv“ „Warum Therapie mit Biologika? Die Antwort ist ganz einfach: Weil wir damit viel besser sind. Weil wir unseren Patienten damit viel Kummer, Ärger und Schmerz ersparen.“ So umreißt Univ.-Prof. DDr. Manfred Herold von der Rheumaambulanz der Medizinischen Universität Innsbruck die klinische Realität in der modernen Rheumatologie.

Fünf TNF-Blocker Von den neun in Österreich zur Therapie rheumatologischer Erkrankungen zugelassenen Biologika handelt es sich bei fünf um TNF-Hemmer. Prof. Herold: „Diese fünf TNF-Hemmer unterscheiden sich in ihrem molekularen Aufbau. Es handelt sich entweder um Antikörper oder um Rezeptoren. Sie

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Univ.-Prof. DDr. Manfred Herold

wirken jedoch ähnlich, indem sie TNF hemmen oder in seiner Funktion blockieren. Die Erfolgsquote in klinischen Studien ist vergleichbar. Dennoch macht es aufgrund vieler unterschiedlicher Charakteristika der zugelassenen Medikamente sehr wohl Sinn, einen wei-

teren TNF-Hemmer zu versuchen, wenn der erste nicht gewirkt hat.“ Die Substanzen heißen Infliximab, Etanercept, Adalimumab, Golimumab und Certolizumab. Alle TNF-Hemmer sind in den wichtigsten rheumatologischen Indikationen rheumatoide Arthritis, Spondylarthritis und Psoriasis-Arthritis zugelassen. Certolizumab wird gegenwärtig allerdings nur in der Indikation rheumatoide Arthritis erstattet. Es gibt derzeit keine Kriterien, eine Substanz der ersten Wahl – weder für eine Indikation noch für den individuellen Patienten – zu bestimmen. Damit kommt den Präferenzen des Patienten eine entscheidende Rolle zu, betont Prof. Herold: „Wir können den Patienten fragen, TNF-Blocker stehen sowohl als Infusionen als auch als Injektionen zur Verfügung. ob er seinen TNF-Blocker lieber selbst spritzen möchte, welche Fre- Gelenke. Die einige Möglichkeit, zusätzlich ein Biologikum einzusetquenz der Injektionen er vorzieht das zu verhindern, ist eine frühe zen.“ Große Studien zeigen, dass die oder ob er die Infusion durch einen und aggressive Therapie.“ Erfolgsquoten für die Kombination Arzt bevorzugt.“ Diese besteht aus drei Strategien. von Methotrexat und TNF-Hemmer Die sogenannte Basistherapie mit höher sind als unter MethotrexatRheumatoide Arthritis Methotrexat, bei Bedarf in Kombi- Monotherapie (Smolen J et al., LanDie Erkrankung, die den Einsatz nation mit Biologika, soll dauerhaft cet 2007; 310: 1861–74) „Wenn ein der genannten Substanzen am häu- die Entzündung kontrollieren. Dazu Patient unter MTX-Monotherapie figsten erforderlich macht, ist auch kommt Kortison, das jedenfalls bis nicht gut läuft, dann geben mir diese die häufigste entzündliche rheuma- zum Wirkeintritt der Basistherapie Daten ein gutes Argument, eine Bitische Erkrankung, die rheumato- oder im akuten Schub, in schwe- ologika-Therapie zu beginnen“, umide Arthritis (RA). Prof. Herold: ren Fällen aber unter Umständen reißt Prof. Herold die Studienlage. Gemäß den EULAR‐Empfeh„Eine Krankheit, die vor allem in auch langfristig benötigt wird. Erden Anfangsstadien schwer er- gänzt wird diese Therapie bei Be- lungen für die Therapie der rheumakennbar sein kann. Das ist inso- darf durch NSAR gegen Schmerz toiden Arthritis kann ein Biologifern problematisch, als eine RA be- und Entzündung. Prof. Herold: „In kum bereits eingesetzt werden, wenn reits in den ersten Stadien aggressiv der Basistherapie ist Methotrexat mit einer konventionellen Basisthebehandelt werden sollte. Wenn wir der Goldstandard. Wenn das allei- rapie (also in der Regel Methotrexat) das nicht tun, kommt es zu schwe- ne keinen zufriedenstellenden Er- das Therapieziel nicht innerhalb von ren, irreversiblen Zerstörungen der folg bringt, ist so schnell wie möglich drei bis sechs Monaten erreicht wird (Smolen J et al., Ann Rheum Dis 2010; 69: 964–75).

Spondylarthritiden

TNF-Blocker

Große interindividuelle Variabilität FUSCHL – Trotz vergleichbarer Wirksamkeit gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen TNF-Blockern. Die verfügbaren TNF-Blocker unterscheiden sich nur wenig hinsichtlich ihrer Wirksamkeit. Dennoch handelt es sich um eine sehr heterogene Gruppe von Arzneimitteln. Die meisten davon sind monoklonale Antikörper. Einige Information liefert der Name des Präparats. So bedeutet die Endung „-umab“, dass es sich um einen humanen Antikörper handelt, während „-zumab“ für einen humanisierten und „-ximab“ für einen chimären Antikörper steht. Während „-omab“ Maus bedeutet, handelt es sich bei „-imab“ um einen Primaten-Antikörper. Auf einem völlig anderen Prinzip beruhen rekombinant hergestellte Fusionsproteine, die an der Endung „-cept“ zu erkennen sind. Unterschiede gibt es auch hinsichtlich der Pharmakokinetik und Pharmakodynamik, wie Univ.-Prof. DI Dr. Leopold Schmetterer vom Zentrum für Medizinische Physik und Biomedizinische Technik der

MedUni Wien betont. Die Pharmakodynamik definiert, wie oft ein Medikament gegeben werden muss. Für die Charakterisierung von Antikörpern sind jedoch auch die Begriffe Affinität und Avidität wichtig. Während Affinität die Stärke einer einzelnen Antikörper-Antigen-Bindung bezeichnet, gibt die Avidität die Kraft einer multivalenten Bindung zwischen Antigen und Antikörper, also die Summe der Affinitäten an. Diese Unterscheidung ist wichtig, da ein Antikörper mehrere potenzielle Bindungsstellen aufweist. Dieses Zusammenwirken von Faktoren macht den Sachverhalt extrem komplex. Prof. Schmetterer: „Bei den TNF-Blockern ist das extrem kompliziert, und wir kennen bis heute kein schlüssiges Modell für die Pharmakokinetik und Pharmakodynamik dieser Medikamente. Generell gilt – und das ist auch klinisch von Bedeutung –, dass bei den TNF-Blockern die interindividuelle Variabilität von Pharmakodynamik und Pharmakokinetik sehr hoch ist.“ REB Veranstaltung „TNF sensitive Erkrankungen – der Patient im Fokus“, Fuschl, März 2012

Das Motto „Behandle schnell und aggressiv“ gilt, so Prof. Herold, auch für die Spondyloarthritiden, deren wichtigste Erkrankung die Spondylitis ankylosans oder der M. Bechterew ist. Prof. Herold: „Wir gehen von dieser Namensgebung langsam weg, weil wir angesichts der heutigen Therapiemöglichkeiten nicht wissen, ob alle Patienten mit einer Spondylarthritis einen Bechterew entwickeln.“ Gemeinsam ist den Spondylarthritiden das häufige Auftreten des tiefen Rückenschmerzes. In rund fünf Prozent der in der Praxis häufig gesehenen Fälle von Rückenschmerz handelt es sich um entzündlichen Rückenschmerz. „Diese fünf Prozent sollte man erkennen“, so Prof. Herold. Das Kardinalsymptom des entzündlichen Rückenschmerzes ist neben der tiefsitzenden Lage die Schmerzzunahme in Ruhe mit Besserung bei Bewegung. Häufig kommt es zu schmerzbedingtem Aufwachen in der Nacht und Morgensteifigkeit von mehr als 30 Minuten. Nach den

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FUSCHL – Die Therapie mit TNF-Blockern hat einen entscheidenden Durchbruch in der Behandlung rheumatischer Erkrankungen gebracht. Indiziert ist diese Klasse der Biologika sowohl bei rheumatoider Arthritis als auch bei Spondylarthritis und ­Psoriasis-Arthritis.

aktuellen ASAS-Klassifikationskriterien werden eine periphäre und eine axiale Spondylarthritis unterschieden, woraus sich auch therapeutische Konsequenzen ergeben. First-Line-Medikamente sind nach wie vor hochdosierte NSAR. Während bei peripheren Manifestationen darüber hinaus noch eine Basistherapie mit Sulfasalazin versucht werden kann, sind bei axialer Manifestation TNF-Blocker Therapie der Wahl. Die Diagnose einer axialen Spondyloarthritis wird heute bei Nachweis einer Sakroileitis in Röntgen oder MRT gestellt, wenn zusätzlich mindestens ein weiteres klinisches Kriterium erfüllt ist, oder bei positivem HLAB27, wenn zusätzlich mindestens zwei weitere klinische Kriterien vorhanden sind. Diese Kriterien sind entzündlicher Rückenschmerz, Arthritis, Enthesitis (Ferse), Uveitis, Psoriasis, M. Crohn/Colitis ulcerosa, Daktylitis, gutes Ansprechen auf NSAR, positive Familienanamnese auf SPA, positives HLAB27 und CRP-Erhöhung. Studien zeigen eine ausgeprägte Wirkung der TNF-Blockade auf die Krankheitsaktivität (gemessen nach dem BASDAI Score).

Psoriasis-Arthritis Ebenfalls zugelassen und indiziert ist Anti-TNF-Therapie bei Psoriasis-Arthritis. Prof. Herold: „Die Psoriasis-Arthritis kann sich klinisch mit einem sehr bunten Bild präsentieren. Möglich ist eine Symptomatik, die der rheumatoiden Arthritis ähnlich ist, es kann aber beispielsweise auch zu einer Psori-

Explizit „In der Basistherapie ist Methotrexat der Goldstandard. Wenn das alleine keinen ­zufriedenstellenden Erfolg bringt, ist so schnell wie möglich zusätzlich ein Biologi­ inzusetzen.“ kum e Prof. Manfred Herold

asis mutilans mit dem Verschwinden ganzer Fingerglieder kommen.“ Auch für die Psoriasis-Arthritis liegen Guidelines zum Einsatz von Biologika vor. „Die Psoriasis-Arthritis wird im Wesentlichen behandelt wie die chronische Polyarthritis, da sie ebenfalls zu schweren radiologischen Veränderungen führen kann“, sagt Prof. Herold. Dies kann durch rechtzeitige, aggressive Therapie verhindert werden. Diese besteht zunächst aus einer Basistherapie – in diesem Fall NSAR – und bei Nicht-Ansprechen in einer Bio­ logika-Therapie, vorzugsweise mit einem TNF-Blocker. Prof. Herold: „Auch hier heißt das Motto: Wenn die Therapie nicht schnell greift, auf TNF-Blockade umsteigen.“ REB Veranstaltung „TNF-sensitive Erkrankungen – der Patient im Fokus“, März 2012


Schwerpunkt Rheumatologie

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 25  •  20. Juni 2012

XI

Glukokortikoide einsparen, Nephritis in den Griff bekommen

Neue Therapiestrategien beim Lupus WIESBADEN – Von Erfolgen wie bei der rheumatoiden Arthritis kann man beim systemischen Lupus erythematodes nur träumen. Aber auch hier bereichern neue Optionen die Therapie. Beim systemischen Lupus erythematodes (SLE) werden zwei Formen unterschieden: Der nicht organgefährdende SLE beschränkt sich auf muskuloskelettale und Hautmanifestationen und verläuft in etwa 80 Prozent der Fälle leicht bis moderat. Lupusnephritis, Herz- und Lungenmanifestationen, hämatologische Zytopenien und ZNS-Befall sind typisch für die oft lebensbedrohliche organgefährdende Form.

Die Substanz ist im Allgemeinen sehr gut verträglich, unterstrich der Referent, an Nebenwirkungen beobachtete man in Studien am häufigsten obere Atemwegsinfektionen, Zystitis und Gastroenteritis. Wegen möglicher schwerer Infusionsreaktionen empfiehlt die Fachinformation eine mehrstündige Überwachung nach der Infusion.

Patienten mit Lupus-Arthritis profitieren Studien zufolge von Abatacept, Tocilizumab und Mycophenolatmofetil. Weitere Biologika, die sich z.B. gegen Interferon-alpha oder Interleukin-6-Signalwege richten, stehen derzeit noch in der klinischen Prüfung. Die proliferative Lupusnephritis wird heute in erster Linie mit Ste-

roiden und einer Cyclophosphamid-Pulstherapie (nach dem Euro-Lupus-Regime) behandelt, zum Remissionserhalt bekommt der Patient anschließend Azathioprin. Bei Unverträglichkeit oder Kontraindikationen gegen Cyclophosphamid bzw. Azathioprin kommt Mycophenolatmofetil (MMF) infrage, es hat sich in Studien als nicht unterlegen,

teils sogar überlegen erwiesen. Allerdings gibt es auch eine erhebliche Anzahl von Nephritis-Patienten, die auf die genannten Substanzen nicht ansprechen, räumte Prof. Dörner ein. Sie profitieren möglicherweise von einer B-Zelldepletion mit Rituximab, einer KurzzeitTNF-Blockade, von Tacrolimus oder Immunadsorption. Rft

Induktionstherapie Das primäre Ziel der Behandlung heißt Remission. Die Induktionstherapie stützt sich beim SLE in ers­ter Linie auf Glukokortikoide (bei schwerem Befall hoch dosiert), falls dies nicht genügt, stehen bei organbedrohendem Schub weitere Optionen wie Cyclophosphamid und in ausgewählten Fällen Rituximab zur Verfügung, erklärte Prof. Dr. Thomas Dörner von der Charité Berlin, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie, auf dem deutschen Internistenkongress.

Zukunft beginnt, JetZt!

Schubfrequenz senken In der Erhaltungstherapie haben sich vor allem beim nicht organgefährdenden Lupus die Antimalariamittel bewährt. Allerdings erhält derzeit nur jeder zweite Patient, der dafür infrage kommt, diese auch. Als weitere Optionen kommen Methotrexat und Azathioprin infrage. Schließlich erweitert als ers­ tes Bio­logikum Belimumab das Therapiearsenal beim Patienten bei nicht renalem SLE. Der humane monoklonale IgG1-Antikörper richtet sich gegen das B-Zell-Zytokin BAFF (auch BLyS genannt), senkt so langfristig die Zahl der B-Zellen und verhindert deren Differenzierung in Immunglobulin produzierende Plasmazellen. Entsprechend verringert sich z.B. der IgM-Gehalt im Serum um etwa 30 Prozent. Das Biologikum reduziert die Zahl der (schweren) Schübe und hilft nachweislich, Kortikoide einzusparen. Es wirkt besonders gut bei Patienten mit Antikörpern gegen Doppelstrang-DNA und niedrigen Komplementspiegeln.

Rheumatoide Arthritis Psoriasis Arthritis Ankylosierende Spondylitis Morbus Crohn Morbus Crohn mit Fistelbildung Pädiatrischer Morbus Crohn Colitis Ulcerosa Psoriasis

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Merck Sharp & Dohme Ges.m.b.H., Euro Plaza, Gebäude G, 5. Stock Am Euro Platz 2, A-1120 Wien Registered Trademark, © Urheberrechtlich geschützt für Merck Sharp & Dohme Corp., ein Unternehmen von Merck & Co., Inc., Whitehouse Station, NJ, U.S.A 02-12-REM-2011-AT-5374-O, Erstellt: Februar 2011 Vor Verschreibung beachten Sie bitte die vollständige Fachinformation. Fachkurzinformation auf Seite 24 22228_Remicade-Inserat_V01.indd 1

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Plattform Rheumatologie

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 25  •  20. Juni 2012

60 Jahre Heilstollen Gastein

Radon für den Knochenstoffwechsel Der Einfahrt in sogenannte „Heilstollen“ mit radonhaltiger Luft wird bei zahlreichen – darunter vielen rheumatischen – Erkrankungen Wirksamkeit zugeschrieben. In Gastein, wo seit 1952 in einem Radonstollen das natürliche Klima für eine kombinierte Low-dose-Radon- und Hyperthermie-Therapie (LDRnHT) genutzt wird, spricht man von 20 Indikationen. Der Erfolg scheint dem Konzept Recht zu geben. Jedes Jahr werden drei Millionen Einfahrten in den Stollen verzeichnet, dessen 60-jähriges Jubiläum heuer begangen wird. Das entspricht 14.000 behandelten Patienten pro Jahr, wobei eine Kur in der Regel mehrere Wochen dauert und aus etwa zehn Einfahrten à 60 Minuten auf verschiedene Therapiestationen besteht.

Wirkung bei Morbus Bechterew Für Morbus-Bechterew-Patienten ist der Stollen heute das weltweit größte Therapiezentrum. Doch der Erfolg soll sich nicht nur an der Masse orientieren. Von Beginn an wurde die Wirkung der LDRnHT wissenschaftlich untersucht. Mittlerweile belegen Studien die positive Wirkung auf den Knochenstoffwechsel bei Morbus-Bechterew-Patienten. Kleinere klinische Arbeiten zeigen die Wirksamkeit der Radontherapie bei Morbus Bechterew (ankylosierende

Spondylitis, AS) hinsichtlich der Reduktion von Druckschmerzschwellen, Schmerzintensität, funktionellen Einschränkungen und Medikamentenverbrauch. Dieser signifikante Effekt hält meist über viele Monate nach Therapieende an. Eine Arbeit1 aus dem Jahr 2010 wurde von Mitarbeitern des Instituts für Physiologie und Pathophy- Das Heilklima im Stollen wurde zufällig auf der Suche nach Gold gefunden. siologie der Paracelsus Universität Salzburg in Zusammenarbeit LDRnHT wird angenommen, dass Studien zur Bestätigung der Ergebmit der Gasteiner Kur-, Reha- und diese Therapie das antiinflammato- nisse sind in Planung. Studien dieser Art stellen die alte rische Zytokin TGF-β1 induziert, das Prim. Univ.-Doz. unter anderem in das OPG/RANK/ Heilstollentherapie auf eine solide Dr. Bertram wissenschaftliche Basis. Entdeckt RANKL-System eingreift. Hölzl Im Rahmen der Gasteiner Studie wurde das Heilklima durch Zufall. wurde bei 33 AS-Patienten die Wir- Auf der Suche nach Gold erkunkung der LDRnHT auf die Serum- deten Bergarbeiter zu Beginn des Spiegel von Markern des Knochen- Zweiten Weltkrieges den Gasteimetabolismus und verschiedene ner Radhausberg. Im Hinblick auf Zytokine untersucht. Gefunden wur- Gold war die Suche eine Enttäude dabei ein signifikanter Anstieg schung. Zu den Gewinnern gevon TGF-β1, TNF-α, IL-6, OPG und hörten jedoch die einfachen BergRANKL. Dabei ergab sich auch eine arbeiter. Sie gaben an, dass ihre Heilstollenbetriebsges.m.b.H. durch- Verbesserung des Verhältnisses von rheumatischen Beschwerden, entgeführt. Die Studie ging von dem be- OPG zu RANKL. Umfangreichere zündlichen oder durch Abnutzung bedingten Gelenksprobleme, kannten Befund aus, dass rund die aber auch Lungenerkrankungen Hälfte aller Patienten mit ankylosiewie Asthma bronchiale und Haut­ render Spondylitis auch unter Osteo­ erkrankungen während der Arbeiporose leiden. In früheren Arbeiten „Durch eine ganzheitten im Stollen wie von selbst verkonnte gezeigt werden, dass das für liche Sicht der Behandschwanden. Fortan startete die den Knochenmetabolismus wichtige lung kann in vielen Universität Innsbruck 1946 mit Verhältnis von RANK-Ligand und Fällen ein optimierter umfangreichen wissenschaftlichen Osteoprotegerin (OPG) bei Patienten Therapieerfolg erzielt Untersuchungen. Fazit: Hohe Temmit Morbus Bechterew dysreguliert werden.“ peraturen und Luftfeuchtigkeit soist. Als Hintergrund der schmerzlinPrim. Bertram Hölzl wie der Radongehalt in der Stollendernden Wirkung der kombinierten

Fotos: Gasteiner Heilstollen

SALZBURG – Für die Wirksamkeit der Heilstollen-Therapie bei verschiedenen rheumatischen Erkrankungen gibt es längst mehr als anekdotische Evidenz. So zeigt eine Salzburger Studie Auswirkungen auf Zytokine und Knochenstoffwechsel-Marker.

luft besitzen heilende Wirkung. In einem Gutachten der Universität Innsbruck hieß es 1951: „Der Behandlung im Gasteiner Heilstollen ist ein Heilwert zuzusprechen, welcher bei einer beachtlichen Anzahl von Krankheiten den Wert der modernsten Behandlungsmethoden übertrifft.“

Konzept nach Maß Seither wurde das Angebot des Gasteiner Heilstollens immer weiter entwickelt. Heute erhalten Patienten ein maßgeschneidertes multimodales Behandlungskonzept bestehend aus Heilstolleneinfahrten, physikalischen Anwendungen und entsprechenden Schulungsprogrammen. Die enge Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut Gastein (FOI) der Paracelsus Medizinischen Universität Salzburg sichert die medizinische Qualität der Behandlung und soll weiterhin für die wissenschaftliche Aufklärung der Hintergründe dieser empirischen Therapie sorgen. REB 1

Moder A et al., Int. J. Low Radiation; Vol. 7, No. 6, 2010

i

Gasteiner Kur-, Reha- und Heilstollen Betriebsges.m.b.H. Heilstollenstraße 19 5645 Böckstein / Bad Gastein Ärztliche Leitung: Prim. Univ.-Doz. Dr. Bertram Hölzl Öffnungszeiten: Mo–Fr 8:00–17:00 Uhr Sa 8:00–12.00 Uhr Betriebszeiten: 9.1.–10.11.2012; 14.1.–9.11. 2013 www.gasteiner-heilstollen.com

Explizit

Radon im Labor

BERLIN – Tierversuche zeigen, dass eine Therapie mit Radon auf die durch TNF-α verursachten inflammatorischen Prozesse wirkt. Radondosen wie im Gasteiner Heilstollen wirkten sich im Tiermodell der RA auch günstig auf die Lebenserwartung aus.

scheinlich und nur schwer durch irgendein denkbares Studiendesign auszuschließen ist. Dem radioaktiven Edelgas Radon werden bei Einatmung analgetische und antiinflammatorische Effekte nachgesagt. Im Gasteiner Heilstollen erhalten die Patienten im Mittel Dosen von 44.000 Bq/m3 Luft.

In mehreren Studien sowie einer Metaanalyse 1 konnte mittlerweile die Wirkung der Heil­ stollentherapie in radonhaltiger Atmosphäre bei unterschiedlichen rheumatischen Erkrankungen gezeigt werden. Nachgewiesen wurden unter anderem ein Effekt auf die Schmerzen sowie den Medikamentenverbrauch. Diese Arbeiten wurden jedoch mit dem Hinweis kritisiert, dass ein erheblicher Plazebo-Effekt des Kuraufenthaltes wahr-

Eine Gruppe der Salzburger Paracelsus Universität und der Friedrich Alexander Universität Erlangen-Nürnberg entwickelte nun ein Tiermodell, dass die antiinflammatorische Wirkung von Radon unter Ausschaltung des Plazebo-Effekts evaluieren soll. Die Arbeit wurde kürzlich publiziert2 und auf dem EULAR in Berlin präsentiert. Für die Studie wurden transgene Mäuse mit einer Überexpression von humanem TNF-α unter kontrollierten Bedingungen einer

Polyarthritis-Mäuse

radonhaltigen Atmosphäre ausgesetzt. Unbehandelt entwickeln diese Tiere eine Polyarthritis und können daher als Modell für die rheumatoide Arthritis des Menschen herangezogen werden. Für die Studie wurde gasförmiges Radon aus Wasser aus dem Gasteiner Heilstollen entnommen. Zusätzlich zur radonangereicherten Atemluft erhielten die Tiere auch radonhaltiges Trinkwasser. Zehn Mäuse mit TNF-Überexpression und sieben Wild-Typ-Mäuse wurden innerhalb von drei Wochen für jeweils drei Stunden mit Radon behandelt. Eine Kontrollgruppe erhielt eine Scheinbehandlung. Die Mäuse erhielten mittlere tägliche Radondosen von 119.213 ± 39.113 Bq/m3 über die Atemluft, das Trinkwasser enthielt 800-900 Bq/l. Der Krankheitsverlauf wurde mit Messungen des Körpergewichts, der Griffstärke sowie über die Morta-

lität monitiert. Die Analysen wurden verblindet von zwei Forschern durchgeführt. Die Mäuse mit TNFÜberexpression zeigten schwere Krankheitsverläufe, die sich im Vergleich zu den gesunden Kontrollen in reduziertem Körpergewicht und abnehmender Griffstärke äußerten. Unter Radontherapie besserte sich der Zustand der kranken Tiere, sie nahmen Gewicht zu und wurden beweglicher (gemessen als höhere Griff­ stärke). Die Verbesserungen hielten bis zum Tod der Mäuse an. Die Autoren heben hervor, dass bei den radonbehandelten TNFMäusen auch die Lebenserwartung höher war als bei den kranken Kontrollen. Offenbar führt Radon also zu einer Linderung der entzündlichen Prozesse, die humaner TNF-α in

Foto: Dimco – Fotolia.com

Rheuma-Mäuse leben länger

transgenen Mäusen verursacht. Die in dieser Studie eingesetzten Radondosen entsprechen ungefähr jenen, die im Rahmen von Heilstollen-Behandlungen in Bad Gastein eingesetzt werden. REB 1

Falkenbach A et al., Rheumatol Int 2005; 25: 205–10 2 Janko C et al., Ann Rheum Dis 2012; 71(Suppl3): 646 EULAR; Berlin, Juni 2012


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XIV Plattform Rheumatologie

Medical Tribune • 44. Jahrgang • Nr. 25 • 20. April 2012

Besseres Outcome durch medikamentöse Therapie

Osteoporotische Frakturen versorgen Osteoporose führt zu Frakturen und diese weiter zu erhöhter Morbidität und Mortalität. Daher liegt das primäre Ziel der Osteoporosetherapie in der Prävention von Brüchen. Da dieses Ziel leider nicht immer erreicht werden kann, ist auch eine optimale Versorgung osteoporotischer Frakturen gefragt.

Stufenschema Das Management osteoporotischer Frakturen folgt einem Stufenschema, wie Univ.-Prof. Dr. Andreas Kurth, Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie an der Universitätsmedizin, Johannes Gutenberg Universität Mainz, ausführt. Dabei steht an erster Stelle die Lebenserhaltung, die in den Aufgabenbereich des Internisten fällt und etwa bei betagten Patienten mit Hüftfraktur durchaus schwierig Kongress live sein kann. An zweiter Stelle steht die Fixation der Fraktur, die angesichts der schlechten Knochenqualität eine

Kongress live 20. Osteoporoseforum

erhebliche operative Herausforderung darstellen kann. In weiteren Schritten stehen dann die Remobilisierung und die Verhinderung von Folgefrakturen auf dem Programm. Alle diese Schritte werden durch den Umstand erschwert, dass man es vorwiegend mit alten und meist multimorbiden Patienten zu tun hat, die auch eine erhöhte Infektanfälligkeit und eine hohe lokale Komplikationsrate aufweisen.

Nichts zu schrauben Bei der Versorgung osteoporotischer Brüche muss nicht zuletzt auch der schlechte Zustand des Knochens bedacht werden, der bisweilen den Einsatz von Schrauben verbietet. Hier gilt der Grundsatz, dass eine möglichst große Kontaktfläche von Knochen und Implantat gesucht werden sollte, was z.B. durch den Einsatz sogenannter Blades statt Schrauben erreicht werden kann. Vor allem sollte spätestens nach einer osteoporotischen Fraktur eine medikamentöse Therapie der Osteoporose begonnen werden. Dass diese noch Erfolg verspricht, zeigen mehrere Studien. So konnte durch den Einsatz von Zoledronsäure bei Patientinnen nach Hüftfraktur das Risiko weiterer klinisch relevanter Frakturen innerhalb von drei Jahren um

35 Prozent reduziert werden (Lyles KW et al., New Engl J Med 2007; 357: 1799–1810). Die Mortalität ging in dieser Studie unter Zoledronat um 28 Prozent zurück. Für Parathormon 1-84 konnte sogar eine dramatische Verbesserung der Frakturheilung bei alten Patientinnen nach Hüftfraktur nachgewiesen werden (Holzer et al., JBJSAm Sep 2012).

Kosten infolge der Frakturen Osteoporotische Frakturen verursachen jedoch nicht nur Leid und Mortalität, sondern auch Kosten. Dass bestimmte Erkrankungen in wohlhabenderen Ländern häufiger auftreten, ist bekannt. Eine Studie, die das Hüftfrakturrisiko mit dem Wohlstand eines Landes in Verbindung bringt, zeigte allerdings eine so deutliche Korrelation, dass selbst die Experten überrascht waren. „Wir sehen an einem Ende der Skala Länder wie die Schweiz oder die USA und am anderen Ende Kamerun oder Marokko. Eine genaue Berechnung zeigt, dass pro 10.000 Dollar Bruttoinlandsprodukt pro Kopf das Hüftfrakturrisiko um den Faktor 1,3 steigt“, sagt Univ. Prof. Dr. Hans-Peter Dimai von der Universitätsklinik für Innere Medizin der Medizinischen Universität Graz. Andererseits sind die Kosten, die durch Frakturen entstehen, auch beachtlich. Fragilitätsfrakturen kommen die Gesellschaften der EU-Staaten Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und

Foto: BilderBox.com

ST. WOLFGANG – Osteoporose bedeutet vermehrte Knochenbrüche – und damit eine Reihe von Problemen für die meist betagten und multimorbiden Patienten, ihre Angehörigen, die behandelnden Ärzte und nicht zuletzt auch das Gesundheitssystem.

Alte und multimorbide Patienten weisen eine hohe lokale Komplikationsrate auf.

Großbritannien teurer als beispielsweise Morbus Parkinson, Schlaganfall oder Migräne. Allerdings ist die Berechnung der Kosten nicht einfach. So gibt es eine gewisse Dunkelziffer von Brüchen, die nicht in die Statistik eingehen, weil sie ambulant und in Extremfällen auch gar nicht behandelt werden. Daher eignet sich, so Prof. Dimai, die Hüftfraktur besonders gut für ökonomische Betrachtungen: „Nur bei der Hüftfraktur können wir wirklich sicher sein, dass 100 Prozent der Betroffenen stationär ins Krankenhaus kommen.“ Für Österreich ist eine Berechnung der durch osteo-

porotische Frakturen entstandenen Kosten gegenwärtig in Arbeit. Erste noch unpublizierte Auswertungen zeigen vor allem, dass die Pflegekosten inklusive der entfallenen Arbeitstage von Angehörigen einen erheblichen Anteil der Gesamtkosten ausmachen, wobei die Kosten für die familiäre Pflege jene für die professionelle Pflege weit überwiegen. Im Vergleich dazu fallen, so Prof. Dimai, etwa Knochendichtemessungen praktisch nicht ins Gewicht. Auch auf die medikamentöse Therapie entfällt lediglich ein kleiner Teil der Gesamtkosten. REB 20. Osteoporoseforum; St. Wolfgang, Mai 2012

Rheuma und Knochen

Entzündung stimuliert Osteoklasten ST. WOLFGANG – Die rheumatoide Arthritis (RA) ist auch eine Erkrankung des Knochens. Viele der bekannten Entzündungsprozesse schädigen den Knochen nicht nur in und um die betroffenen Gelenke, sondern erhöhen bei RA-Patienten auch das Risiko einer systemischen Osteoporose. „Die rheumatoide Arthritis kann auch als Erkrankung des Knochens aufgefasst werden“, sagt Univ.-Prof. Dr. Winfried Graninger von der Klinischen Abteilung für Rheumatologie der Medizinischen Universität Graz und verweist auf die vielfachen Auswirkungen der chronischen systemischen Entzündung, die nicht zuletzt auch zu einer systemischen Reduktion der Knochendichte führt. Inaktivität und Kortikosteroide tragen ebenfalls zur Entwicklung einer Osteoporose bei RA-Patienten bei. Als typische, jedoch lokal begrenzte Auswirkungen der RA auf den Knochen sind die juxtaartikuläre Ostitis und Erosionen zu nennen. Typisch für die gelenksnahe Osteoporose im Rahmen der RA ist

die Knochenzerstörung durch eine übermäßige Aktivierung der Osteoklasten, an der nicht zuletzt TNFalpha maßgeblich beteiligt ist. Im Gegensatz dazu kommt es bei den seronegativen Spondylarthritiden zur Zerstörung des Knochens durch Aktivierung der Osteoblasten mit Bildung von Osteophyten. Nach heutigem Verständnis kann eine Aktivierung von T-Zellen über mehrere Mechanismen zur Aktivierung von Osteoklasten und (unabhängig davon) zu einer Schädigung der Matrix führen. Beteiligt sind Th1-Zellen, die die synovialen Makrophagen aktivieren, was wiederum zu gesteigerter Osteoklastenaktivität führt, sowie Th17 Zellen, die die Osteoklasten direkt beeinflussen. Zahlreiche In-

terleukine sowie Interferon gamma sind in diesem komplexen Netzwerk von Bedeutung. Dementsprechend bieten sich auch einige Ziele für die Biologika-Therapie an.

Knochendichte aufrechterhalten Besondere Bedeutung kommt dabei dem TNF-alpha zu, der in Synergie mit dem RANK-Liganden die Differenzierung von Osteoklasten aus ihren Vorläuferzellen fördert und auch die Zahl der Osteoklasten-Vorläuferzellen durch Hochregulation der c-Fms-Expression erhöht. Dazu kommt eine Inhibition der Differenzierung von Osteoblasten, die Förderung von Apoptose der Osteoblasten und die Aktivierung von RANKL. Damit ergibt sich freilich auch die Möglichkeit, über TNF in den Knochenabbau einzugreifen. Prof. Graninger: „Man kann tatsächlich zeigen, dass die Anti-TNF-Therapie die Knochendichte erhöht oder zumindest aufrechterhält.“

Eine Reihe von Studien zeigt den positiven Effekt verschiedener TNF-Blocker auf den Knochen bei Patienten mit rheumatoider Arthritis aber auch Spondylarthritis. Bislang fehlen allerdings Frakturdaten, die es vermutlich auch nicht so bald geben wird, zumal die entzündlichen rheumatischen Erkrankungen glücklicherweise deutlich seltener sind als die Osteoporose und es damit sehr schwer würde, ausreichend viele Patienten zu rekrutieren. Ein weiteres Zytokin mit Auswirkungen auf den Knochen ist Interleukin 6, das von den synovialen Fibroblasten unter Einfluss von B-Lymphozyten produziert wird. Die Frage ist hier allerdings, so Prof. Graninger, ob IL-6 seine Wirkung auf direktem oder indirektem Weg entfaltet. Dafür dass sich eine Blockade von IL-6 positiv auf den Knochen auswirken könnte, sprechen In-vitro-Versuche und Daten aus dem Tiermodell. Zur Auswirkung einer IL-

6-Blockade auf den Knochen beim Menschen gibt es derzeit nur sehr spärliche Informationen. Entsprechende Studien sind allerdings im Laufen.

OsteoklastenKostimulation Auch der Kostimulations-Blocker Abatacept dürfte einen gegen Osteoklasten gerichteten Effekt haben. Dies sei, so Prof. Graninger, auf den ersten Blick erstaunlich. Hier kommt der Begriff der Osteoklasten-Kostimulation ins Spiel. Auch für den Anti-B-ZellAntikörper Rituximab wurde ein Effekt auf die Knochendichte nachgewiesen. Für alle diese Medikamente wird es, so Prof. Graninger, vermutlich niemals Frakturdaten geben. Da sie jedoch bei der chronischen Polyarthritis hochwirksam sind, könne man ihre Wirkung auf die Knochendichte sozusagen als Zusatznutzen einkalkulieren. REB 20. Osteoporoseforum; St. Wolfgang, Mai 2012


Plattform Rheumatologie XV

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 25  •  20. Juni 2012

Pathophysiologie der Osteoporose

Knochen, Zellkern und Hormone ST. WOLFGANG – Die pathophysiologischen Hintergründe der O ­ steoporose werden zunehmend besser verstanden. Neben hormonellen und metabolischen Faktoren dürften dabei auch ­Alterungsprozesse im Zellkern im Spiel sein. Studien an Telomerase-defizienten Mäusen zeigen einen altersabhängigen, beschleunigten Knochenverlust. „Interessanterweise kommt es bei diesen Tieren auch zu einer Überexpression proinflammatorischer Gene“, sagt Univ.Prof. Dr. Peter Pietschmann vom Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der Med­Uni Wien. Diese kodieren für Zytokine wie TNF-alpha oder IL-1 und -6, die mit einer verstärkten Differenzierung von Osteoklasten in Verbindung gebracht werden. Ein weiterer Faktor auf der Ebene des Zellkerns betrifft die Lamina, ein Netzwerk aus Lamin-Proteinen unterhalb der inneren Kernmembran. Im Rahmen dieses Netzwerks spielen die Lamine A/C, die zu den Typ-V-Intermediärfilamenten gehören, eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der strukturellen Integrität des Zellkernes sowie der Chromatinorganisation, der Transkription, der DNA-Replikation, der Differenzierung und der Genomstabilität. Über 200 mittlerweile bekannte Mutationen im Lamin A/C kodierenden LMNA-Gen verursachen eine Reihe schwerer (Erb-)Krankheiten, die sogenannten Laminopathien. Im Alter kann es auch beim Gesunden zu einer Defizienz von Lamin A/C kommen, die sich ungünstig auf die Differenzierung von Osteoblasten auswirkt. Dazu kommen im Alter endokrine Defekte wie die Vitamin-D-Defizienz. Studien zeigten in Pflegeheimen einen extremen Mangel an Vitamin D. Selbst bei älteren Menschen, die durchaus in der Lage sind, selbstständig zu leben, sind niedrige Vitamin-D-Spiegel nicht ungewöhnlich. Die Folge ist ein Anstieg des Parathormon-Spiegels. Prof. Pietschmann: „Wenn wir Knochenformations- und Knochenresorptionsparameter älterer und jüngerer Frauen vergleichen, so sehen wir sehr konsistent eine Steigerung der Osteoklastenaktivität. Beim älteren Mann sehen wir zusätzlich ein deutliches osteoblastäres Defizit. Beim Mann dürfte im Alter die Osteoblastendefizienz nicht nur – wie bei der Frau – relativ, sondern vielmehr absolut sein.“ Ein weiterer für den Knochen wichtiger Faktor sind sinkende Sexualhormon-Spiegel, wobei das Östrogen eine besondere Rolle spielt. Prof. Pietschmann verweist auf Daten, die zeigen, dass die Serum-Östradiol-Spiegel bei postmenopausalen Frauen niedriger sind als bei Männern. Bei diesen nimmt das Serum-

Östradiol im Alter auch ab, aber nur in geringem Ausmaß. In der Folge haben ältere Frauen weniger Östradiol im Serum als ältere Männer. Ebenfalls beteiligt am Knochenabbau ist das Immunsystem. So zeigt eine von Prof. Pietschmanns Team durchgeführte Studie bei Patienten mit osteoporotischen Hüftfrakturen einen erhöhten Count von CD8+-

Zellen. Auch die Produktion von TNF-α ist bei Personen mit osteoporotischen Frakturen im Vergleich zu exakt altersgematchten Kontrollen signifikant erhöht. Aufgegeben wird gegenwärtig das alte Konzept, dass sich Übergewicht eher vorteilhaft auf den Knochen auswirkt. Derzeit spreche, so Prof. Pietschmann, einiges dafür, dass das viszerale Fett

schädlich sein dürfte. In diese Richtung weisen auch Versuche an Mäusen, die mit extrem fettreicher Nahrung in eine Adipositas gefüttert wurden. Sie zeigen einen Anstieg der Knochenresorptions-Parameter. Prof. Pietschmann: „Über die Zusammenhänge zwischen Knochen und Fett wissen wir noch relativ wenig. Hier besteht noch viel For-

schungsbedarf. Wenn wir die Veränderung der Körperzusammensetzung bei älteren Menschen mit einer ­Verlagerung vom Muskel zum Fett, bedenken, so werden wir auch den Einfluss des Fettgewebes auf die Entwicklung des Knochens berücksichtigen müssen.“ REB 20. Osteoporoseforum; St. Wolfgang, Mai 2012

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