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VAL/1A/2012/03/02

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44. Jahrgang/Nr. 20  •  16. Mai 2012 • € 4,-

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Kampagne zur Händehygiene Die „Aktion Saubere Hände“ in Salzburg konnte bereits positive Bilanz ziehen. Das AKH und die MedUni­ Wien starteten erst kürzlich eine Kampagne zur Händehygiene. u 4

aktuell, international, unabhängig Hyperhidrose

Obermayer-Pietsch:

Henry Schein

Beim 3. Internationalen Geriatriekongress in Venedig wurden die Zusammenhänge zwischen Depression & Demenz beleuchtet. 13

Praxis-Tipp: Patienten mit primärer Hyperhidrose sind einem enormen Leidensdruck ausgesetzt. Was dagegen tun? 6

„Der Knochen ist ein endokrines Organ mit einem komplexen Einfluss auf den Glukosestoffwechsel.“ 14

Der Henry Schein Medical Shop in der MT bietet hochwertige Produkte zu Top-Preisen. 23

Ärztekammerwahlen

Szekeres an der Spitze in Wien Was sich vergangene Woche in der Wiener Ärztekammer zugetragen hat, kann durchaus als „historisch“ bezeichnet werden. Der neue Wiener Ärztekammer-Präsident heißt Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres, mit einer hauch-

dünnen Mehrheit wählte ihn die Vollversammlung an die Spitze der Wiener Standesvertretung. Erstmals ist damit ein Sozialdemokrat und angestellter Arzt Präsident der Wiener Kammer. Prof. Szekeres schaffte es, gleich meh-

Ausschlussdiagnose IOIS

Was macht das Lebenselixier aus der Brust so außergewöhnlich und unersetzlich? Im Rahmen des 7. Internationalen Stillund Laktationssymposiums in Wien lüftete ein Experte das Geheimnis um die Muttermilch. u 8

Die psychiatrische Gesundheitsversorgung im Kosovo ist bei weitem nicht ausreichend, wie ein kürzlich erschienener UNICEF-Bericht zeigt. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen hat Kinder, die dorthin zurückgeführt worden waren, befragt. u 22

20.03.12 10:30

Geriatrie in Venedig

Geheimnis Muttermilch

UNICEF-Bericht: Leid im Kosovo

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Dieser plötzlich aufgetretenen Entzündung mit Schmerzen, Lichtscheu, Exophthalmus und Lidschwellung lag ein „idiopathic orbital inflammation syndrome“ zugrunde. u 10

rere Listen für eine Koalition zu gewinnen, und setzte sich damit gegen Dr. Johannes Steinhart, Spitzenkandidat der „Vereinigung“, durch. In Salzburg und im Burgenland bleibt hingegen alles beim Alten. In Salzburg wurde Prä-

sident Dr. Karl Forstner wiedergewählt, und im Burgenland wurde Präsident Dr. Michael Lang für eine wei-

tere Funktionsperiode bestellt. Die Entscheidungen in Kärnten und Oberösterreich­ stehen noch aus. u 18

Epilepsie-Experte im Interview

Braindays stehen bevor Am 1. und 2. Juni gehen die Braindays in die nunmehr achte Runde. Die praxisrelevante Fortbildungsveranstaltung bietet einen Streifzug durch die Neurologie – vom Kopfschmerz über die Epilepsie und M. Parkinson bis zur Lyme-Borreliose und Multiplen Sklerose. Medical Tribune sprach im Vorfeld mit einem der wissenschaftlichen Leiter, Univ.-Prof. DI Dr. Christoph

Baumgartner. Der Vorstand der 2. Neurologischen Abteilung des Neurologischen Zentrums am Rosenhügel gab im Interview Einblick in

sein Spezialgebiet, die Epilepsie, und brachte im WordRap auf den Punkt, was die Besucher sonst noch bei den Braindays erwartet. u 15

Benzo-Missbrauch bei Opiatabhängigen

Beikonsum reduzieren Der Beikonsum von Benzodiazepinen bei Opiatabhängigen ist in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Vor allem schnell anflutende Benzodiazepine, die ein hohes Suchtpotenzial aufweisen, werden zum Teil in hohen Dosen konsumiert. Schwe-

re Abhängigkeit und die Gefahr von Mischintoxikationen sind die Folgen. Das Bundesministerium für Gesundheit hat daher gemeinsam mit der Österreichischen Ärzte- und Apothekerkammer sowie Drogenbetreuungs-Institutionen ein Maßnahmenbündel

geschnürt, das neben Leitlinien zur Behandlung des Bezodiazepin-Beikonsums bei Substitutionspatienten auch legistische Maßnahmen enthält. Diese sehen u.a. die verpflichtende Verschreibung von Flunitrazepam auf Suchtgiftrezept vor. u 17

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14.02.2012 15:42:5


Zum Thema

Medizin

Aus dem Inhalt Medizin Händehygiene

Kampagne am AKH Wien, Aktionstag in Schwarzach............4

Wissenschaft

für die Praxis................................ 4

Praxis-Tipp

Überarbeitete Leitlinie für primäre Hyperhidrose.......... 6

Muttermilch

Neue Erkenntnisse zu Oligosacchariden .................... 8

Reisediarrhö

Den Ursachen auf die Spur kommen......................11

Rückenschmerz

Unnötige OPs sollten vermieden werden ....................12

Geriatrie

Zusammenhänge zwischen Demenz & Depression...............13

Überforderung aktiv vermeiden

Plädoyer für neue Sorgekultur WIEN – Nur wer achtsam mit sich selbst umgeht, kann auch die notwendige Achtsamkeit für andere aufbringen. Das gilt ganz besonders für Mitarbeiter in Hos­pizarbeit und Palliative Care. Beim 7. gemeinsamen Symposium der Fakultät für interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF) und des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) im Wiener Palais Auersperg näherten sich Experten aus Wissenschaft und Praxis der Vision einer neuen Sorgekultur.

Keine Hospiz-Ghettos „Es war mir immer ein Anliegen, innerhalb des Roten Kreuzes keine ,Palliativ- oder Hospiz-Ghettos‘ zu errichten, sondern mitzuhelfen, eine neue Kultur des Miteinanders am Lebensende im gesamten Gesundheitswesen zu verankern“, hebt Dr. Werner Kerschbaum, stellvertretender ÖRK-Generalsekretär, in seiner Begrüßungsrede im über-

Neurologie

Prof. Baumgartner über Epilepsie.............................15

Altenbetreuung

Bewältigungsstrategien fördern

Maßnahmen gegen Benzo-Beikonsum.....................17

ÄK-Wahl

Berichte aus Wien, Salzburg und dem Burgenland................18

Steuertipp

Umsatzsteuer bei OrdiMieten neu geregelt...................19

Impressum.............................. 8

Fachkurzinformation auf Seite 20

füllten Festsaal des Palais Auersperg hervor. „Umso mehr freue ich mich über die Themenauswahl unseres diesjährigen gemeinsamen Symposiums mit der IFF-Fakultät ,Für mich und andere sorgen‘: Füreinander sorgen heißt immer ko­ operieren!“

Überforderung als Basis für Gewalt Das Leitthema „Plädoyer für eine neue Sorgekultur“ ist für Dr. Kerschbaum auch ein Aufruf gegen den Trend einer zunehmenden Verwirtschaftlichung elementarer Lebensbereiche. „Alles, was nicht dem Diktat oder den Maßstäben einer wachstumsorientierten Produktivitätssteigerungsphilosophie zugeordnet werden kann, verliert an gesellschaftlicher Bedeutung“, übt er Kritik. Eine neue Sorgekultur sei das beste „Gegenserum“ gegen diese Ökonomisierung und auch

sorge ganz grundsätzlich ist die Bereitschaft zur Selbstreflexion.

Mitarbeiter unterstützen „Manchmal haben wir die Kraft, unsere Aufgaben zu erfüllen, manchmal kippt unser Gleichgewicht, weil wir überfordert sind, dann brauchen wir Unterstützung“, spricht Prim. Dr. Katharina Pils, Chefärztin des Österreichischen Roten Kreuzes und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie, in ihrem Vortrag aus der Praxis. Diese den Mitarbeitern zu geben sei Aufgabe der Leitung von Institutionen. Für die notwendige Selbstrefle­ xion müsse aus Führungssicht der Rahmen geschaffen werden. Prim. Pils: „Pausen sollten zugelassen werden, nicht zum Rauchen, sondern für Powernapping, für Bewegung, für Kreatives. Und auch Teambesprechungen sind wichtig

Die individuellen Bewältigungskompetenzen, die jeder Mitarbeiter mitbringt, gehören gefördert, führt Prim. Pils weiter aus: „Von der Führung sollte stets der Mensch dahinter, mit seiner Biographie, seiner Berufswahl, seinem individuellen Risiko wahrgenommen werden“, hält sie fest. „Nur wer das Positive wahrnimmt, auf gezielte Anerken-

Drogensubstitution

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Neue Servicestelle Demenz in Wels ........................21

 olitik & P Praxisführung

1x pro Monat

Wie der Knochen auf den Glukosestoffwechsel wirkt ........ 14

Psychosoziale Gesundheit abgeschobener Kinder............... 22

gegen eine sich ausweitende Krise der Bindungen. Nur wer achtsam mit sich selbst umgeht, kann die notwendige Achtsamkeit für andere aufbringen. „Eine wechselseitige Sorge für mich und andere ist auch sehr wichtig, weil es ohne diese schnell zu einem Machtgefälle in Beziehungen kommt“, gibt Univ.-Prof. Dr. Katharina Heimerl von der IFF-Fakultät in ihrer Eröffnungsrede zu bedenken. Es solle ja nicht damit enden, dass die Sorgenden zum hochbetagten oder schwerkranken Menschen – so wie der bekannte österreichische Psycho- Eine neue Sorgekultur soll Überforderung, Selbstausnützung und Gewalt verhindern. therapeut Dr. Erwin Ringel es drohend formulierte – sagen: „Ich für den strukturierten Gedanken- nung setzt, kann auch einmal weniwerd’ dir schon helfen …“ Über- austausch.“ Als weitere wichtige ger Gutes ansprechen.“ forderung ist die Basis für Selbst- Punkte nennt die Expertin die StärEin großes Problem sieht Prim. ausnützung und für Gewalt. Zu kung der individuellen Kompetenz Pils darin, dass Überlastung in unbedenken sind dabei immer auch der Mitarbeiter, das Vermeiden von serer modernen Welt oftmals zur Mehrfachbelastungen. Prof. Hei- körperlicher Überlastung, das Normalität geworden ist. Hier seien merl: „Viele sind ja Profis und Be- Schaffen von Vertrauen, die Ent- gesamtgesellschaftliche Maßnahtroffene, also z.B. Angehörige eines wicklung einer gemeinsamen Spra- men für eine Kultur der Mäßigung pflegebedürftigen Menschen, zu- che und gemeinsamer Konzepte. und solidarischer Verantwortung gleich …“ Wichtig für die SelbstGute Erfahrungen hat die enga- notwendig, sagt sie. Doch auch die gierte Fachärztin für Physikalische eigene Wahrnehmung gelte es zu Medizin mit Kinästhetik gemacht: verbessern: „Das berühmte halbBei dieser Methode zur nachhal- volle statt halbleere Glas steht für tigen Gesundheitsentwicklung wer- Ressourcen statt Defizite!“ KaM den menschliche Bewegungsmuster 7. Internationales IFF-ÖRK-Symposium; Wien, im Rahmen der Aktivitäten des täg- April 2012 lichen Lebens wahrgenommen und analysiert. Die Mitarbeiter lernen nicht nur physiologische Bewe Bücher gungsabläufe zu nützen, verlernte zum Thema Bewegungsmuster zu spüren und Klaus Wegleitner, wiederzuerlernen, sondern auch inAndreas Heller, dividuelle Bedürfnisse bewusster Die Innovation Katharina Heiwahrzunehmen. Ziel ist es, erneut in der merl: „Zu Hause Freude an der Arbeit mit Menschen Osteoporosesterben: Der Tod zu finden, statt sich überlastet zu therapie hält sich nicht an fühlen. Das Wir-Gefühl des Teams wird gestärkt. Dienstpläne“;

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Endokrinologie

UNICEF-Studie

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 20  •  16. Mai 2012

Hospiz-Verlag 2012, ISBN 978-3941251502 Birgit Heller: „Wie Religionen mit dem Tod umgehen: Grundlagen für die interkulturelle Sterbebegleitung“; Lambertus Verlag 2012, ISBN 978-3784120584

  Lehrgang alte Menschen und Sorgekultur

Der interdisziplinäre Universitätslehrgang „Palliative und Dementia Care“ richtet sich an Berufserfahrene im Sozial- und Gesundheitswesen, so auch an Ärzte. Ziel ist – aufbauend auf berufliche Erfahrungen –, Grundhaltungen, Fachkenntnisse und Fähigkeiten in Palliative Care zu vermitteln, welche die Teilnehmenden für die Arbeit mit alten Menschen qualifiziert. Großer Wert wird auch auf Impulse für Selbstsorge und eine teambezogene Unterstützungskultur gelegt. Der Lehrgang ist auf 160 Stunden in vier Blöcken angelegt und schließt mit einem Universitätszeugnis (20 ECTS) ab. Termine 2013: u Block 1: 11. – 14.3 (Berlin) u Block 2: 13. – 16.5. (Wien)

u Block 3: 2. – 5.9. (Berlin) u Block 3: 2. – 5.12. (Wien)

Teilnahmegebühren: 2.700 Euro Infos und Anmeldung: Tel.: 01/522 4000-101, anna.hostalek@aau.at, www.uni-klu.ac.at/pallorg/inhalt/531.htm

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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 20  •  16. Mai 2012

Wissenschaft für die Praxis

Foto: MedUni Wien

Depression im Alter

Mit diesen Plakaten erinnert das AKH an die Maßnahmen zur Händehygiene.

Kampagne & Aktionstag

Für saubere Hände in den Spitälern WIEN/SCHWARZACH – Das AKH und die MedUni Wien starteten kürzlich eine Kampagne zur Händehygiene, die sich an Krankenhauspersonal, Patienten und Besucher wendet. Das Salzburger Krankenhaus Schwarzach wiederum konnte bereits eine erfolg­ reiche Bilanz der „Aktion Saubere Hände“ ziehen. Händedesinfektion sei simpel, effektiv und dauere weniger als 30 Sekunden, könne aber Leben retten, bekräftigt Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Presterl, Leiterin des Klinischen Instituts für Krankenhaushygiene am AKH Wien, und erinnert an entsprechende Studien, wonach diese einfache Maßnahme nosokomiale Infektionen verhindert. Um in Zeiten steigender Zahlen von multiresistenten Erregern zu sensibilisieren, rief daher das AKH Wien anlässlich des Welttags der Händehygiene am 5. Mai eine Kampagne mit Plakaten und Aufklebern ins Leben. Nicht nur medizinisches Personal, sondern auch Patienten und Besucher sollen sich regelmäßig die Hände mit Desinfektionsmitteln einreiben. Neben den üblichen Spendern gibt es auch Kittelflaschen für die Mitarbeiter, mit denen sie sich jederzeit überall die Hände sauber machen können. Besondere Sorgen bereiten laut Prof. Presterl Bakterien, die ein bestimmtes Enzym bilden: „Weltweit gibt es erhöhte Aufmerksamkeit wegen der Ausbreitung multiresistenter Erreger mit der Carbapenemase NDM-1“. Mit diesem Enzym zerstört der Erreger CarbapenemAntibiotika. Nur die konsequente Einhaltung der Hygienemaßnahmen stoppe die Verbreitung multiresistenter Erreger, mahnt die Expertin.

6417 Liter in Schwarzach Bereits den zweiten Aktionstag zur Händedesinfektion veranstaltete am 4. Mai 2012 das Kardinal Schwarzenberg’sche Krankenhaus Schwarzach im Pongau. Die Besucher konnten sich über die Bedeutung der Händedesinfektion informieren, Spezialthema waren zudem

Handschuhe als „Kleidung“ für die Hände. Das Spital ist im Vorjahr das erste Krankenhaus Salzburgs gewesen, das an der „Aktion Saubere Hände“ teilgenommen hat. Mehr als 300 Desinfektionsspender wurden dort für die Patienten und Besucher aufgestellt. Zusätzlich gab es eine umfangreiche Info-Kampagne zur Aufklärung der Bevölkerung. Selbst auf der Homepage des Krankenhauses findet sich gleich unter den Besuchszeiten ein Hinweis darauf, dass „zum Schutz der Patienten und Besucher vor Betreten und Verlassen des Stationsbereiches eine hygienische Händedesinfektion“ durchzuführen sei. „Alle unsere Mitarbeiter sind bestens geschult und leben die Aktion täglich vor“, sagte OA Dr. Hubert Artmann, hygienebeauftragter Arzt des vinzentinischen Ordensspitals vor rund zwei Monaten bei der Einjahresbilanz der Aktion. Die Händedesinfektion solle „so selbstverständlich wie tägliches Zähneputzen“ sein. Tatsächlich werde die Hände­ desinfektion für Besucher und Patienten immer selbstverständlicher, informierte das Krankenhaus Schwarzach. Der Händedesinfektionsmittel-Verbrauch stieg im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 6417 Liter. In das Pongauer Spital gehen bis zu 200.000 Menschen jährlich aus und ein. Mittlerweile wurde die Aktion auf die Ambulanzbereiche der Unfall- und Kinderabteilung ausgeweitet, neu sind weiters mobile Desinfektionsspender auf Pflege- und Visitenwägen. „Die Aktion ist ein toller Erfolg, es gab viele positive Rückmeldungen von Mitarbeitern und aus der Bevölkerung“, freute sich auch DGKP Rainer Hübl, Hygienefachkraft des Krankenhauses. Gro

Im Rahmen der Leipzig Longitudinal Study of the Aged (LEILA  75+) wurden Prävalenz und Risikofaktoren einer depressiven Symptomatik bei 1006 Menschen ab 75 Jahren untersucht. Die Teilnehmer dieser bevölkerungsbasierten Erhebung wurden zu sozio­demographischen, klinischen und psychometrischen Variablen befragt. Eine depressive Symptomatik wurde mit der Center for Epidemiologic Studies Depression Scale (Cut-off-Wert ≥ 16) und eine leichte kognitive Störung (Minimal Cognitive Impairment, MCI)

anhand der Kriterien der International Working Group on MCI diagnostiziert. Insgesamt wiesen 38 % der Teilnehmer eine depressive Symptomatik auf. In der Multivarianzanalyse ergaben sich die folgenden signifikanten Risikofaktoren: Verlust des Partners durch Scheidung oder Tod, ein geringer Bildungsstand, ein schlechter subjektiver Gesundheitszustand, eine funktionelle Beeinträchtigung, ein MCI in mehreren Domänen (z.B. Gedächtnisstörung, Dyspraxie), belastende Lebensereignisse und ein schwaches soziales Netzwerk.

Univ.-Prof. Dr. Heinz F. Hammer

Für die Praxis: Die Prävalenz der depressiven Symptomatik bei alten Menschen ist hoch. Die Kenntnis der Begleiterscheinungen und Risikofaktoren verbessert die Diagnose- und Therapiechancen. M. Luppa et al., Int J Geriatr Psychiatry 2012; 27: 286–95

Wie wirkungsvoll ist die Influenza-Impfung? Amerikanische Forscher haben die Medline nach Beobachtungsstudien sowie nach randomisierten, kontrollierten Studien durchsucht, in denen analysiert wurde, wie sich Impfungen auf das relative Risiko einer Influenza-Infektion auswirkte. Die Studien wurden zwischen Jänner 1967 und Februar 2011 veröffentlicht und haben entweder RT-PCR oder Kulturen zur Bestätigung der Influenza-Infektion verwendet. Anhand eines Random-Effect-Modells wurde die gepoolte Wirksamkeit von trivalentem inaktiviertem Impfstoff (TIV) und attenuiertem InfluenzaLebendimpfstoff (LAIV) berechnet. Insgesamt wurden 31 Studien berücksichtigt (17 randomisierte, kontrollierte Studien und 14 Beob­ achtungsstudien). Bei zehn kontrollierten, randomisierten Studien konnte die Wirksamkeit von TIV in acht (67 %) von zwölf Influenza-

saisonen nachgewiesen werden (gepoolte Wirksamkeit von 59  % bei Erwachsenen zwischen 18 und 65 Jahren). Für TIV wurden keine analysierbaren Studien an Kindern zwischen zwei und 17 Jahren oder Erwachsenen über 65 Jahren gefunden. In zehn kontrollierten, randomisierten Studien konnte die Wirksamkeit von LAIV in neun (75 %) von zwölf Influenzasaisonen nachgewiesen werden (gepoolte Wirksamkeit von 83 % bei Kindern zwischen sechs Monaten und sieben Jahren). Keine Studie hat die Einschlusskriterien für eine Untersuchung von Kindern zwischen acht und 17 Jahren erfüllt. Die Wirksamkeit der Impfstoffe variierte bei der saisonalen Influenza: Sechs (35  %) von 17 Analysen in insgesamt neun Studien zeigten einen signifikanten Schutz vor klinisch relevanter Influenza bei ambulanten oder stationären Pati-

enten. Zur Beurteilung der Wirksamkeit des monovalenten Impfstoffs gegen die pandemische Influenza-A (H1N1) wurden fünf Beobachtungsstudien analysiert, dabei wurde ein Durchschnittswert von 69  % (niedrigster Wert 60  %, Höchstwert 93 %) errechnet. Für die Praxis: Influenza-Impfstoffe können mäßigen Schutz vor virologisch bestätigter Influenza bieten, jedoch nicht in allen Influenzasaisonen. Es gibt keine Nachweise für einen Schutz von Personen über 65 Jahren. LAIVs zeigen durchweg die höchste Wirksamkeit bei kleinen Kindern (zwischen sechs Monaten und sieben Jahren). Es werden neue Impfstoffe mit verbesserter klinischer Wirksamkeit und Effizienz benötigt, um die influenzabedingte Morbidität und Mortalität weiter zu senken. M.T. Osterholm et al., Lancet Infect Dis 2012; 12: 36–44

Zwerchfelltraining bei gastroösophagealer Refluxkrankheit Grazer Forscher haben überprüft, ob durch Zwerchfelltraining eine Verbesserung bei gastroösophagealer Refluxkrankheit erreicht werden kann. Patienten mit nichterosiver Refluxkrankheit wurden in zwei Gruppen eingeteilt: In der Gruppe mit den Atemübungen, welche in Zusammenarbeit mit einem Gesangstrainer entwickelt wurden, zeigte sich im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikante Abnahme des Anteils der Zeit, in der während einer Langzeit-pH-Messung der ösophageale pH-Wert unter 4,0 lag (9,1  % vs 4,7  %). Auch die Lebensqualität besserte sich in der Atemübungsgruppe sig­nifikant im Vergleich zur Kon-

trollgruppe. Nach neun Monaten verwendeten jene Patienten, die noch immer Atem­übungen machten (11/19 Patienten), signifikant weniger Protonenpumpenhemmer (durchschnittlich 25 mg/Woche vs. 98 mg/Woche).

Für die Praxis: Unter professioneller Anleitung erlerntes Atemtraining reduziert den PPI-Verbrauch und erhöht die Le­bens­ qualität von Refluxpatienten. A.J. Eherer et al., Am. J. Gastroenterol 2012; 107: 372–8

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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 20  •  16. Mai 2012

Blutdruck gleichzeitig an beiden Armen messen

Gefäße: Seitendifferenz bestimmt Prognose EXETER/Oxford – Bei Erstvorstellung eines Patienten sollte der Blutdruck immer an beiden Armen gemessen werden, so die Leitlinien. Möglicherweise hilft die beidseitige Messung aber auch, um kardiovaskuläre Risiken abzuschätzen.

sehr beliebten Knöchel-ArmIndex angewiesen sei. Trotzdem kann die Seitendifferenz bei hoher Spezifität als wichtiger Hinweis für ein vaskuläres Problem gewertet werden. Und das beidseitige Messen sollte schon deshalb Stan-

dard sein, weil man ansonsten einen Teil der Patienten mit Hypertonie nicht erfasst. MW 1. Christopher E. Clark et al., Lancet 2012; 379: 905–914 2. Richard J. McManus et al., Lancet 2012; 379: 872–873

Welchen diagnostischen Stellenwert könnte eine Blutdruckdifferenz zwischen beiden Armen haben? Dieser Frage gingen Dr. Christopher E. Clark und seine Kollegen von der University of Exeter in einer Literaturrecherche und Metaanalyse nach. Insgesamt wurden 20 Studien ausgewertet. In fünf Untersuchungen zum invasiven angiographischen Vorgehen zeigte sich, dass die mittlere Blutdruckdifferenz bei einer nachgewiesenen Subclaviastenose (>  50  %) 36,9  mmHg beträgt und bei einer Differenz von > 10 mmHg ein deutlich erhöhtes Risiko für solch eine Stenose besteht (RR 8,8).

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Dr. Richard J. McManus von der University of Oxford und sein Kollege weisen in einem Kommentar darauf hin, dass die Sensitivität für das Erkennen einer pAVK mit 15 Prozent sehr gering ausfiel, sodass man für die Diagnose weiterhin auf den in der Praxis nicht

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In den gepoolten Daten der nichtinvasiven Studien war eine Blutdruckdifferenz von 15  mmHg und mehr mit einem deutlich erhöhten Risiko für eine pAVK (relatives Risiko 2,5) verbunden. Dies galt auch noch für eine Differenz > 10 mmHg. Auch eine vorbestehende zerebrovaskuläre Erkrankung (HR 1,6) sowie eine erhöhte kardiovaskuläre Mortalität (HR  1,7) und Gesamtsterblichkeit (1,6) waren mit der Seitendifferenz von mehr als 15 mmHg assoziiert. Goldstandard der beidseitigen Blutdruckerfassung ist die simultane Messung an beiden Armen mit zwei Geräten. Misst man, wie in den meisten Praxen üblich, hintereinander, verdoppelt sich die Zahl der Patienten mit einer Seitendifferenz > 10 mmHg fast, d.h., das Problem wird überschätzt. Außerdem geben die Autoren zu bedenken, dass an allen Studien Patienten teilnahmen, die bereits ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko aufwiesen. Daher ließen sich die Ergebnisse nicht ohne weiteres auf Screeninguntersuchungen bei Gesunden ohne kardiovaskuläre Risikofaktoren übertragen.

Fachkurzinformation Seite 20 03.05.2012 auf 13:24:34


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Praxis-Tipp

Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 20  •  16. Mai 2012

Vom Deodorant über Botulinumtoxin-Spritzen bis zur Schweißdrüsen-Operation

Neuer Stufenplan gegen Hyperhidrose DARMSTADT – Nasse Hände, Schweißfüße, triefende Achseln: Patienten mit primärer Hyperhidrose haben enormen Leidensdruck, soziale und berufliche Auswirkungen können erheblich. sein. Was empfiehlt die überarbeitete Hyperhidrose-Leitlinie? Die leitlinienadaptierte Therapie der primären fokalen Hyperhidrose erfolgt stufenweise, richtet sich nach der Lokalisation und wird individuell auf den Patienten zugeschnitten. Ziel ist es, vor dem Einsatz chirurgischer Verfahren die konservativen Optionen auszuschöpfen.

Iontophorese besonders für Hände und Füße Bei axillärer und palmoplantarer Hyperhidrose wird man zunächst eine Therapie mit Antiperspiranzien versuchen. Zum Einsatz kommen Aluminiumsalze und Adstringenzien, die als Deoroller, Cremes oder Puder zur Verfügung stehen. Aluminiumsalze bewirken einen Verschluss der Ausführungsgänge der ekkrinen Schweißdrüsen. Wenn keine Besserung eintritt, profitieren Patienten mit palmarer und plantarer Hyperhidrose von der Leitungswasser-Iontophorese (an der Axille technisch schwierig). Dabei wird mithilfe von Elektroden oder Wasserbädern gepulster Gleichstrom durch die betroffenen Hautareale geleitet.

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men – wenn seelische Belastungen im Vordergrund stehen – Psychopharmaka infrage.

Schweißdrüsen absaugen schonender als Exzision Patienten mit fokaler Hyperhidrose, denen weder konservative Maßnahmen noch Botulinumtoxin-Spritzen helfen konnten, führt

Thorakale Blockade legt auch Füße trocken

Schweregrade der Hyperhidrose Grad I: leichte Hyperhidrose

A + P: deutlich vermehrte Hautfeuchtigkeit A: Schwitzflecken (5 – 10 cm Durchmesser)

Grad II: mäßige Hyperhidrose

A + P: Bildung von Schweißperlen A: Schwitzflecken (10 – 20 cm Durchmesser) P: Schwitzen auf Palmae/Plantae begrenzt

Grad III: starke Hyperhidrose

A + P: Schweiß tropft ab A: Schwitzflecken (> 20 cm Durchmesser) P: Schwitzen auch an dorsalen Fingern/Zehen und seitlichem Rand von Hand und Fuß

A: axillaris, P: palmoplantaris

fektiv, aber der Erfolg hält nur etwa sechs Monate. Dann muss nachgespritzt werden.

Generalisierte Hyperhydrose Eine generalisierte Hyperhidrose ohne Grunderkrankung tritt selten auf. Hier kann – ebenso wie bei therapieresistenter lokalisierter Hyperhidrose – eine systemische Therapie versucht werden. Die beiden dafür zugelassenen Medikamente (die Anticholinergika Methantheliniumbromid und Bornaprin) können jedoch zahlreiche Nebenwirkungen hervorrufen, die Evidenzlage lässt zudem zu wünschen übrig. Im Einzelfall kom-

eine dauerhafte Anhidrose der Hände. Gleichzeitig versiegt der Gesichtsschweiß und je nach Anzahl der koagulierten Ganglien auch der Achselschweiß. Der Patient muss vor dem Eingriff über kompensatorisches Schwitzen (meist am Rumpf) aufgeklärt werden. Seltene Komplikation ist ein Horner-Syndrom.



Bemerkenswerterweise legt die thorakale Sympathikusblockade bei bis zu 50 Prozent der Patienten auch die Füße trocken, der Mechanismus dieses Effekts ist noch unklar. Lumbale Sympathektomien zur Behandlung der plantaren Hyper­ hidrose werden in Einzelfällen durchgeführt. SD

Quelle: AWMF online

die nächste Stufe des Plans in Richtung Operationssaal. Bei therapierefraktärer axillärer Hyperhidrose empfiehlt die aktualisierte Leitlinie eine Entfernung der Schweißdrüsen z.B. mittels sub­ kutaner Saugkürettage. Im Gegensatz zu anderen Operationsverfahren (radikale Schweißdrüsenexzision) vereint diese Methode ein gutes Ergebnis mit gewebeschonender Technik. Als Ultima Ratio bei Schwitzhänden nennen die Experten die endoskopische thorakale Sympathektomie (ETS). Der thorakale Grenzstrang wird hierbei vom zweiten bis fünften Ganglion bilateral unterbrochen. Es resultiert

Birgit Wörle et al., „Definition und Therapie der primären Hyperhidrose“, AWMF online (http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/013059.html)

Die Diagnose der primären idiopathischen Hyperhidrose stützt sich auf die typische Anamnese (siehe Kasten), wegweisende Laborbefunde gibt es nicht. Die Schwitzattacken treten beidseitig symmetrisch an den typischen Stellen auf. Aber auch multifokale und generalisierte Formen mit Schwitzen am ganzen Körper kommen vor. Wichtig ist die Unterscheidung von der sekundären Hyperhidrose, die als Symptom einer Grunderkrankung (z.B. Infektion, Malignom, hormonelle Erkrankung) meist generalisiert in Erscheinung tritt. Die Einschätzung des Schweregrads der primären Hyperhidrosis axillaris (A) und palmoplantaris (P) erfolgt semiquantitativ (siehe Tabelle). Äußere Ursachen finden sich nicht, zugrunde liegt vielmehr eine Überstimulation der Schweißdrüsen durch das sympathische Nervensystem bei den sonst gesunden Patienten. Als Komplikationen drohen dermatologische Probleme: Auf dauerfeuchter Haut fühlen sich Dermatophyten und Papilloma-Viren wohl.

Zeigen die ersten Therapiemaßnahmen keine zufriedenstellenden Ergebnisse, sieht der Stufenplan als Nächstes – für Hand, Fuß und Axille – die Chemodenervierung mit Botulinumtoxin A vor. Die intrakutane Injektion des Nervengiftes in die Hyperhidroseareale bewirkt eine Blockade der Erregungsübertragung. Sie ist sehr ef-

 Typische Anamnese

Charakteristisch für die primäre, follikuläre Hyperhidrose sind: u Beginn im Kindes-/Jugendalter u Familienanamnese positiv u Prädilektionsstellen: Hand­ fläche, Fußsohle, Achselhöhlen, Stirn u Schweißattacken unvorhersehbar, unkontrollierbar und unabhängig von der Temperatur u häufiger als 1x/Woche u Beeinträchtigung des Alltags u kein Symptome im Schlaf

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Zufällig entdeckter Tumor maligne? Sezerniert er Hormone?

Nicht von Nebenniere narren lassen! DRESDEN – Wird per Zufall eine Raumforderung in der Nebenniere entdeckt, sind zunächst zwei Fragen zu ­klären: Ist der Tumor maligne? Produziert er Hormone? Denn danach richtet sich das Prozedere. Die Initialdiagnostik beim Inzidentalom der Nebenniere sollte biochemisch erfolgen: u 1-mg-Dexamethasonhemmtest, u Messung der freien Metanephrine im Plasma oder der fraktionierten Metanephrine im Urin und u wenn eine Hypertonie vorliegt, Bestimmung des Aldosteron/Renin-Quotienten. Ob diese Messungen bis zu vier Jahre lang alle zwölf Monate wiederholt werden müssen, wenn die Erstuntersuchung o.B. blieb, ist umstritten. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein nicht hormonaktiver Tumor später irgendwann Hormone sezerniert, ist sehr gering, schreiben Dr. Matthias Gruber und Kollegen von der Universität Dresden in „HNO“.

also, um die Hypertonie kausal angehen zu können. Dies umso mehr, als endokrin bedingte Hypertonien oft spät erkannt werden, weil als typisch geltende Phänomene wie die Hypokaliämie beim Hyperaldosteronismus oder die Blutdruckkrisen beim Phämochromozytom oft fehlen oder sich erst im Lauf der Erkrankung entwickeln.

Die exakte Diagnostik bei hormonaktiven Nebennierentumoren wird meist spezialisierten Zentren vorbehalten bleiben, zumal der Tumor i.d.R. reseziert werden sollte. Ist die Familienanamnese positiv, handelt es sich um multiple oder extraadrenal gelegene Tumoren und/oder ist der Patient noch jung, sollte eine genetische Testung erfolgen.

Das Cushing-Syndrom ist vermutlich die häufigste durch Inzidentalome verursachte Endokrinopathie, doch manifestiert es sich meist subklinisch: Die Kortisolspiegel sind erhöht, doch die typische Klinik fehlt, während Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Adipositas und Osteoporose leicht auf die falsche Fährte führen. Diagnostisch führt der

1-mg-Dexamethasonhemmtest in Kombination mit ACTH und Kortisol im Sammelurin weiter. Ob operiert werden sollte, muss im Einzelfall entschieden werden – die Operation kann Folgeerkrankungen verhindern. Unnötige Operationen sollten aber vermieden werden. ara Matthias Gruber et al., Dtsch Med Wochenschr 2011; 136: 1998–2011

Die INNOVAtION in der Osteoporose-therapie

Hypokaliämie und Druckkrisen fehlen oft Weist die Bildmorphologie den Tumor als wahrscheinlich gutartig aus, empfehlen die amerikanischen Gesundheitsbehörden CT-Kontrollen nach sechs, zwölf und 24 Monaten. Aber auch dies erscheint fraglich angesichts des geringen Risikos, dass sich der Tumor später doch als maligne entpuppt. Phäochromozytome entlarven sich zudem in der Regel bei den Hormontests. Hormonaktive Nebennierentumoren produzieren meist Aldosteron, Kortisol oder Katecholamine. „Der primäre Hyperaldosteronismus stellt die häufigste Form der endokrin bedingten arteriellen Hypertonie dar“, so die Autoren. Etwa jeder achte Hochdruckpatient hat eine Endokrinopathie der Nebennieren. Die Suche danach lohnt sich

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Patienten mit Nebenniereninsuffizienz klagen auch bei Substitution (heute gelten 10 bis 12 mg Hydrokortison pro m3 Körperoberfläche als adäquate Dosis, verteilt auf zwei bis drei Einnahmen) oft über eine schlechte Lebensqualität. Neue Formulierungen, bei denen die Freisetzung der normalen zirkadianen Rhythmik angepasst wurde, können Abhilfe schaffen, sind aber noch nicht auf dem Markt. Umstritten ist der Stellenwert von DHEA. Einer Metaanalyse zufolge ist die Wirkung allenfalls gering. Zudem gibt international kein standardisiertes, qualitätsgeprüftes DHEA-Präparat.

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Impressum

Die Kraft der humanen Milch-Oligosaccharide

Geheimnis Muttermilch Internationale Wochenzeitung für Österreich

WIEN – Was macht Muttermilch gegenüber Milchersatzprodukten so außergewöhnlich? Warum ist sie zur Krankheitsprävention des Säuglings so überlegen? Im Rahmen des diesjährigen 7. Internationalen Still- und Laktationssymposiums in Wien präsentierte Dr. Lars Bode seine Erkenntnisse über ­Oligosaccharide in der Muttermilch.

Foto: privat

Dr. Lars Bode

se Frage liefern. „HMOs zählen neben Laktose (60 bis 70 g/l) und Lipiden (35 bis 45  g/l) zu den drittwichtigsten Komponenten der Muttermilch“, so Dr. Bode. Bisher konnten in der menschlichen Muttermilch mehr als 100 verschiedene HMOs identifiziert werden. Dabei handelt es sich um strukturell unterschiedliche, unkonjungierte Polysaccharide, deren Bausteine Glukcose, Galaktose, N-Azetylglukosamin, Fukose und Sialinsäure mit N-Azetylneuraminsäure als vorherrschendem Anteil sind. „HMOs kommen in großer Zahl in der Muttermilch, jedoch weder bei anderen Säugern noch in Muttermilchersatzprodukten vor“, er-

Verlag und Herausgeber: Medizin Medien Austria GmbH Anschrift: 1120 Wien, Grünbergstr. 15/Stiege 1 Telefon: (01) 54 600-0, Fax: (01) 54 600-710 Geschäftsführer: Thomas Zembacher Verkaufsleitung: Reinhard Rosenberger Telefon: (01) 54 600-510 E-Mail: rosenberger@medical-tribune.at

deutlich geringerer Komplexität. Die Synthese der HMOs bleibt bis jetzt als eine der wenigen humanen Synthesewege ungeklärt. Man vermutet jedoch so etwas wie ein Grundmuster, da alle HMOs Laktose enthalten.

Foto: BilderBox.com

Dr. Lars Bode, Assistenzprofessor für Kinderheilkunde an der Universität von Kalifornien, ging mit seinem Team der fundamentalen Frage nach, warum bei Frühgeborenen, die gestillt werden, die Inzidenz schwerwiegender Erkrankungen, vor allem der NEC (nekrotisierende Enterokolitis), deutlich geringer ist als bei denjenigen, die mit Milchersatz ernährt werden. Neueste Erkenntnisse über Humane Milch-Oligosaccharide, (HMOs) könnten Antworten auf die-

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Positiver Einfluss auf das Immunsystem In vitro konnte für HMOs so- In der Muttermilch wurden schon über 100 Oligosaccharide identifiziert. wohl eine präbiotische als auch antiadhäsiv antimikrobielle Wirkung pharyngeal- und Urogenitaltrakts. maner Muttermilch ernährt wurden, nachgewiesen werden. HMOs fun- Zusätzlich konnte in vitro gezeigt beobachtet werden. 60 bis 65 Prozent gieren sozusagen als „Bifidus-Fak- werden, dass HMOs die Immunzell­ der mit Milchersatz ernährten Ratten tor“. Sie sind magensäureresistent antwort beeinflussen. Dies erfolgt erkrankten an NEC, die Vier-Tagesund werden im Darm weder hy- einerseits, indem sie durch gene- Überlebensrate betrug 75 Prozent. drolysiert und kaum resorbiert. So tische Modulation der Wachstums- Bei Ratten, die bei der Mutter vererreichen sie das Kolon intakt und zellen das Zellwachstum reduzieren blieben und die mit HMOs ernährt und Differenzierung und Apoptose wurden, betrug die Vier-Tages-Überin hohen Konzentrationen. Außerdem wirken HMOs als anti- induzieren, und andererseits, in- lebensrate hingegen 100 Prozent. Die adhäsive Antimikroben, indem sie – dem sie direkt eine exzessive muko- für das bessere Outcome der geDarmmukosa-Epithelzellen ähnelnd sale Leukozyteninfiltration oder säugten Ratten verantwortliche – als lösliche Rezeptoren fungieren auch -aktivierung verhindern. So HMOs wurden von Dr. Bode und seinem Team als DSLNT (Disialyllakto-N-Tetraose) identifiziert.

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Effekte auf die Mutter

Explizit „Gestillte Frühgeborene haben ein sechs- bis zehnfach erniedrigtes Risiko, an NEC zu erkranken, als mit Milchersatz ernährte Kinder.“ Dr. Lars Bode

klärt der Experte. Ähnlich wie bei den Blutgruppen werden vier genetisch determinierte Milchgruppen unterschieden, wobei jede Mutter ein individuelles Muttermilchprofil aufweist. Zusätzlich variiert die Zusammensetzung vermutlich abhängig von Ernährung, Umwelteinflüssen und Stillstadium – das Kolostrum enthält 20 bis 25  g/l HMOs, die reife Milch 10 bis 15  g/l. Milchersatzprodukte hingegen enthalten etwa tausendfach weniger Oligosaccharide, mit

Gestillte Kinder zeigen nachgewiesenermaßen mit 18 Monaten eine fortgeschrittenere Entwicklung und mit sieben Jahren eine höhere Intelligenz auf als die ungestillten. Es wird angenommen, dass die Gehirnentwicklung und Kognition von der Sialinsäurekonzentration abhängt, denn bei gestillten Säuglingen werden deutlich höhere Konzentrationen gefunden als bei Kindern, die mit Milchersatz ernährte werden. Ob sialinsäurehältige HMOs die vorrangige Quelle für Sialinsäure sind, bleibt jedoch noch zu klären.

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und somit die Bindung viraler, bakterieller und parasitärer Pathogene an die Darmschleimhaut reduzieren. In vitro und im Tierversuch konnte gezeigt werden, dass die Bindung des pathogenen Campylobacter jejuni an Kulturzellen und intestinale Mukosa-Epithelzellen signifikant verringert ist. Die Kolonisation im Mäusedarm bei hohen Konzentrationen einer bestimmten HMO (2´-Fukosyllaktose) ist reduziert. Ein ähnlicher Wirkmechanismus bestimmter HMOs muss für die deutlich geringere Inzidenz der Amöbenruhr bei gestillten Säuglingen gegenüber nicht gestillten angenommen werden. Dasselbe gilt für Erkrankungen des Naso-

wird angenommen, dass bestimmte sialinisierte HMOs wesentlich zur Allergieprävention beitragen. Der genaue Wirkmechanismus ist jedoch bis dato ungeklärt.

Nekrotisierende Enterokolitis „Gestillte Frühgeborene haben ein sechs- bis zehnfach erniedrig­ tes Risiko, an NEC zu erkranken, als mit Milchersatz ernährte Kinder“, referiert Dr. Bode. NEC, die bei etwa fünf bis zehn Prozent aller Frühgeborenen auftritt, endet in 25 Prozent aller Fälle tödlich. Im Rattenmodell konnte ein sig­ nifikanter Unterschied zwischen Tieren, die mit Milchersatz oder mit hu-

Möglicherweise sind die bereits erwähnten Benefits der Muttermilch für die Neugeborenen auch auf die Mütter selbst übertragbar. Zum Beispiel reduzieren bestimmte HMOs die Bindung von Staphylokokken und somit die Entstehung von Mastitis. Da sich im mütterlichen Harn präpartal HMOs finden, wird auch ein systemische Wirkung vermutet. Zusammenfassend sind sich alle Experten des 7. Internationalen Still-und Laktationssymposiums einig: Muttermilch ist zum derzeitigen Stand der Wissenschaft durch nichts adäquat zu ersetzen. Ob in Zukunft HMOs zur Krankheitsprävention synthetisch hergestellt und supplementiert werden können oder Spendermilch die Alternative zur Muttermilch darstellen wird, bleibt abzuwarten. BKA Pressekonferenz zum 7. Internationalen Stillund Laktationssymposium; Wien, April 2012

Anzeigenleitung: Thomas Schmuttermeier Telefon: (01) 54 600-540 E-Mail: schmuttermeier@medical-tribune.at Anzeigenabwicklung: Mag. Edyta Konarzewska Telefon: (01) 54 600-513 E-Mail: ek@medizin-medien.at Redaktionsleitung Print MMA Bettina Kammerer Telefon: (01) 54 600-610 E-Mail: kammerer@medizin-medien.at Chefredaktion: Mag. Silvia Jirsa Telefon: (01) 54 600-620 E-Mail: jirsa@medical-tribune.at Berater des Herausgebers: Univ.-Prof. Dr. med. Heinz F. Hammer Redaktion: Mag. Anita Groß, Dr. Luitgard Grossberger, Mag. Patricia Herzberger, Mag. Silvia Jirsa, Dr. Silvana Schwitzer Fax: (01) 54 600-750 E-Mail: redaktion@medical-tribune.at Lektorat: Mag. Eva Posch Layout und Herstellung: Günther Machek, Hans Ljung, Martin Jandrisevits, Johannes Spandl Ständige Mitarbeiter: Reno Barth, Univ.Prof. Dr. med. Heinz F. Hammer, Univ.-Prof. Dr. med. Johann Hammer, Mag. Dr. med. Rüdiger Höflechner, Dr. med. Anita Kreilhuber, Hannes Schlosser, Mag. Tanja Schuch, Dr. med. Ulrike Stelzl Aboservice Medical Tribune 1110 Wien, Simmeringer Hauptstraße 24 Telefon: 01/740 40-7812 Telefax: 01/740 40-7813 E-Mail: aboservice@medizin-medien.at Bezugsbedingungen: Einzelpreis € 4,- Jahresabo € 72,- (inkl. Porto), Studenten und Ärzte in Ausbildung € 52,Konto für Abo-Zahlung: Hypo Bank Tirol, Konto-Nr.: 520 11 020 864; BLZ: 57000 Druck: Vogel Druck und Medienservice GmbH & Co. KG, D-97204 Höchberg Bankverbindung: Hypo Bank Tirol, Konto-Nr.: 520 11 014 031 BLZ: 57000 ISSN 0344-8304 Mit der Einsendung eines Manuskriptes erklärt sich der Urheber damit einverstanden, dass sein Beitrag ganz oder teilweise in allen Ausgaben, Sonderpublikationen und elektronischen Medien der Medizin Medien Austria GmbH und der verbundenen Verlage veröffentlicht werden kann. Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Photokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt, verwertet oder verbreitet werden. Anmerkung der Redaktion: Zur besseren Lesbarkeit wurde an einigen Stellen die männliche Schreibweise gewählt, z.B. „Ärzte“ statt „Ärztinnen“. Dabei handelt es sich ausdrücklich um keine Bevorzugung eines Geschlechts. Leseranalyse medizinischer Fachzeitschriften


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Leptin & Ghrelin: Wer abnehmen will, braucht genug Nachtruhe

Heißhunger durch Schlafmangel LÜBECK – In den Industriestaaten wird immer weniger geschlafen, und immer mehr Menschen werden dick. Da gibt es offenbar einen Zusammenhang: Wer zu wenig in Morpheus Armen ruht, tendiert dazu, Fettes zu essen und sich nicht genügend zu bewegen. In den letzten 60 Jahren ist die durchschnittliche Schlafdauer in Mitteleuropa von etwa neun auf rund sieben Stunden gesunken. Gleichzeitig steigt die Zahl der Adipösen und Fettleibigen scheinbar unaufhaltsam an. Dass Schlafdauer und BMI in statistischem Zusammenhang stehen, wurde bereits in mehreren Studien gezeigt, erklärte Dipl.-Psych. Priv.-Doz. Dr. Manfred Hallschmid von der Abteilung Neuroendokrinologie an der Universität Lübeck im Gespräch mit „Medical Tribune“. Bereits 2004 ergaben Studien, dass die hormonelle Regulation von Appetit und Nahrungsaufnahme durch Änderungen der Schlafgewohnheiten beeinflusst wird. So sinkt nach verkürzter Schlafdauer (vier Stunden) die Konzentration der Essbremse Leptin, der Spiegel des Appetitanregers Ghrelin steigt an.

Energie lieber nicht als Wärme zu verschwenden, sondern legt sicherheitshalber Fettreserven an, meint Dr. Hallschmid. Insgesamt scheint der Energiehaushalt durch Schlafentzug aus dem Lot zu kommen. Forscher aus Chicago beobachteten, dass nach drei Nächten mit wenig Tiefschlaf (Deltaschlaf) die Insulinsensitivität und

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geteilt. Beide Gruppen nahmen zwar an Gewicht ab, die müden Probanden verloren aber 55 Prozent weniger Fett, dafür jedoch 60 Prozent mehr fettfreie Masse, also Muskulatur. Außerdem litten die Teilnehmer mit Schlafrestriktion verstärkt unter Hunger und zeigten eine bessere Adaptation an die Kalorienrestriktion mit geringerer Fettverbrennung. SK

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Zum vermehrten Essen gesellt sich Trägheit Das spiegelt sich dann im Essverhalten wider. Verschiedene Forschergruppen haben Kalorien­zufuhr und die Schlafdauer in Beziehung gesetzt und festgestellt: Wer wenig schläft, isst mehr. So haben kanadische Wissenschaftler 30 normalgewichtige Männer und Frauen in eine Studie aufgenommen. Die Probanden, die sonst etwa neun Stunden pro Nacht schliefen, durften fünf Tage lang nur vier Stunden ruhen. Danach wurde beobachtet, was und wie viel sie beim Buffet verspeisten, und das mit den Mengen unter normaler Schlafdauer verglichen. Nach den kurzen Nächten nahmen die Teilnehmer gemessen am Gesamtenergiegehalt nur geringfügig mehr zu sich als im ausgeschlafenen Zustand (2813 vs. 2517 kcal). Allerdings griffen sie besonders gern zu fetthaltigen Speisen und wählten auch mehr gesättigte Fettsäuren aus. Zum vermehrten Essen gesellt sich nach schlechtem Schlaf auch noch die Trägheit. Das fand eine Arbeitsgruppe um Dr. Hallschmid in einer Cross-over-Studie mit 15 gesunden normalgewichtigen Männern heraus. Per Akzelerometer registrierten die Wissenschaftler zwei Tage lang nach jeweils nur rund vier Stunden Schlaf die körperliche Aktivität. Im Vergleich zu Tagen, an denen sie ausgeschlafen hatten, bewegten sich die Probanden insgesamt weniger und langsamer. Mit verminderter Aktivität sinkt auch die Energieabgabe. Der Körper scheint in müdem Zustand die

auch die Glukosetoleranz sinken. Somit erhöht sich die Diabetesgefahr. Wer abnehmen will, sollte ausreichend schlafen. Diesen Rat gibt Dr. Hallschmid aufgrund von weiteren US-Studienergebnissen. So hat eine Arbeitsgruppe aus Chicago zehn Übergewichtige unter Diät zwei Wochen lang einer 8,5-stündigen oder einer 5,5-stündigen Nachtruhe zu-

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Phlegmone, Malignom oder idiopathische Entzündung?

IOIS ist oft schwierig abzugrenzen DRESDEN – Eine akut bis subakut aufgetretene orbitale Entzündung mit Schmerzen, Lichtscheu, Exophthalmus, Lidschwellung und konjunktivaler Reizung kann auch im Kindesalter idiopathisch sein. Das „idiopathic orbital inflammation syndrome“ (IOIS) ist aber eine reine Ausschlussdiagnose.

Bei dieser Sechsjährigen ist das Auge massiv entzündet, typisch ist auch der Exophthalmus (li.).

Die idiopathische orbitale Ent- Glücklicherweise hat sich das IOIS hier vollständig zurückgebildet (re.) zündung ist eine benigne unspezifische Erkrankung der Orbita un- u Mitbeteiligung des Nervus opti- Schmerz und Beweglichkeitsklarer Ätiologie, die diffus die cus durch sekundäre Kompressi- einschränkung am häufigsten, gesamte Augenhöhle oder nur einon an der Orbitaspitze oder di- schmerzlose Verläufe kommen aber ebenfalls vor. In etwa 50 Prozelne Strukturen betreffen kann. Je rekte Entzündung nach Ausprägung macht sie sich u Iritis, sekundärer Kammerwin- zent der Fälle klagen die Kinder zusätzlich über Allgemeinsymptome akut oder subakut innerhalb weniger kelverschluss Tage mit unterschiedlichen Symp­ „Grundsätzlich kann sich das wie Kopfschmerzen, Fieber und Er­ tomen bemerkbar. Dazu gehören: IOIS in jeder Altersstufe, sogar bei brechen. „Das IOIS ist eine Ausschluss­ Säuglingen, manifestieren“, schreibt u Schmerzen Dr. Viktoria Bau von der Univer- diagnose“, betont die Kollegin. Difu Lichtscheu sitätsaugenklinik Dresden in der ferenzialdiagnostisch muss immer u Exophthalmus u geschwollene oder gerötete Lider „Zeitschrift für praktische Augen- eine Orbitaphlegmone ausgeschlossen werden, die sich meist leicht an u konjunktivale Reizung, Binde- heilkunde“. Im Kindesalter findet man die Fieber, Leukozytose, reduziertem hautchemosis Kombination aus Schwellung, Allgemeinzustand und ursächlicher u gestörte Augenmotilität Schmerz und Exophthalmus bzw. Sinusitis erkennen lässt. u Diplopie

Massiver Befund zu Krankheitsbeginn: Das sechsjährige Mädchen leidet an idiopathischer orbitaler Entzündung (IOIS).

Lymphangiome und rupturierte Dermoidzysten lassen sich in der Regel gut im MRT abgrenzen. Eine endokrine Orbitopathie ist im Kindesalter sehr selten, meist nur gering ausgeprägt und anfangs schmerzlos. Am schwierigsten ist die Abgrenzung eines Rhabdomyosarkoms, das mit einer ähnlich rasanten klinischen Symptomatik einhergehen kann und im MRT zudem auch noch ähnlich aussieht. Aus diesem Grund entscheidet man sich bei den Kindern häufiger zu einer Biopsie. Bei schweren Manifestationen des IOIS, vor

allem bei Schmerzen, wird eine Therapie mit Kortison eingeleitet. Darunter kommt es in den meisten Fällen innerhalb von 24 bis 48 Stunden zu einem Rückgang der Symptomatik. Ein Problem bleiben aber die Rezidive, die Publikationen zufolge bei 36 Prozent der Kinder auftreten und auch noch vier Jahre nach dem Erstereignis vorkommen. Risikofaktoren für ein Rezidiv sind möglicherweise Iritis und Beidseitigkeit. MW Quelle Text und Abb.: Viktoria Bau, Z. prakt. Augenheilkd. 2011; 32: 353–356, © Dr. R. Kaden Verlag GmH & Co. KG, Heidelberg

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Störungen der Verdauung können die Knochengesundheit gefährden. So können beispielsweise Menschen, die unter Zöliakie leiden, Nährstoffe wie Kalzium nur schwer aufnehmen. „Dazu kommt, dass viele dieser Patienten aufgrund einer zusätzlichen Laktose-Intoleranz Milchprodukte jahrelang meiden“, mahnt Prof. Dr. Heidi-Ingrid Maaroos von der Universität Tartu, Estland, in einer Aussendung der United European Gastroenterology (UEG). Auch eine atrophische Gastritis erhöht das Osteoporoserisiko, da die daraus resultierende verringerte Magensäurekonzentration zu einer mangelhaften Aufnahme von Vitaminen und Mineralstoffen führen kann – ein Effekt, der weiters auch durch Protonenpumpenhemmer hervorgerufen werden kann. Beim Einsatz von Kortikosteroiden, die bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt werden, sollten Gas­ troenterologen ebenfalls an die möglichen negativen Folgen für die Knochen denken. Schließlich sind

zunehmend junge Leute davon betroffen – ein Umstand, den Prof. Maaroos als „besonders besorgniserregend“ bezeichnet. Ein weiterer Risikofaktor sind bariatrische Operationen wie Magen-Bypässe, die ebenfalls bewirken können, dass nicht ausreichend Mineralstoffe aufgenommen werden. Prof. Maaroos zeigt sich daher überzeugt, dass gerade Fachärzte für Gastroenterologie wesentlich zur Prävention der Osteoporose beitragen könnten, indem sie den genannten Risikofaktoren mehr Aufmerksamkeit widmen, zumal fast drei von vier Erwachsenen, bei denen eine Zöliakie neu diagnostiziert wird, bereits eine signifikant reduzierte Knochenmineraldichte aufweisen. Bei diesen Risikopatienten sollte die Knochenmineraldichte regelmäßig untersucht werden. ph

Für die Schmerztherapie steht heute eine breite Palette von Schmerzmitteln zur Verfügung. Bei der Behandlung von starken Schmerzen haben sich Opioide bestens bewährt. Sie sind die am stärksten wirksamen Schmerzmittel, die in der modernen Medizin zur Verfügung stehen, um den akuten Schmerz zu lindern und dazu beizutragen, dass dieser nicht chronisch wird.

WIEN – Magen-Darm-Erkrankungen können negative Auswirkungen auf die Knochengesundheit haben. Gastroenterologen sollten daher auf die Risikofaktoren achten.

  Aus UEGF wurde UEG

Die Europäische Gastroenterologen-Vereinigung (UEG) hat sich übrigens vor Kurzem umbenannt: Vormals wurde sie unter dem Namen „­ United European Gastroenterology Federation“ (UEGF) geführt. Auch die Homepage wurde im Zuge dessen einem Relaunch unterzogen: www.ueg.eu.


Medizin

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Wer denkt schon an verdünnte Magensäure oder Biber in Kanada?

Bei Reisediarrhö ist Spürsinn gefragt TITISEE – Der Patient klagt über anhaltende Durchfälle und gibt bei der Anamnese eine Reise in die kanadischen ­Rocky Mountains an. Wer denkt da schon an eine Infektion mit ­Giardia lamblia im glasklaren Bergbach? Bei der Abklärung von Reiserückkehrern mit gastrointestinalen Symptomen ist immer mehr Spürsinn gefragt.

Gastroenterologie-Seminarwoche Titisee der Falk Foundation. „Es gibt ständig neue Erreger, die die Speziesbarriere zum Menschen überschreiten und sich weltweit ausbreiten.“

Immer mehr Erreger verbreiten sich weltweit Das Problem der Reisediarrhö dürfte sich nach seiner Meinung künftig noch verschärfen, denn die Zahl der Reisen in eher exotische

Service Kneipp-Tag 2012 Am 20. Mai laden zwei „Kneipp Traditionshäuser“ der Marienschwes­ tern vom Karmel zum diesjährigen Kneipp-Tag ein, bei dem Besucher Einblicke in die Kneipp-Philosophie gewinnen können. Im Haus in Aspach (Kneippstraße 1, 5252 Aspach) werden von 10 bis 16 Uhr zunächst ein Gottestdienst und anschließend Präsentationen und ein buntes Rahmenprogramm geboten. In Bad Mühllacken (Bad Mühllacken 55, 4101 Feldkirchen) beginnt der Kneipp-Tag um 9:30 Uhr ebenfalls mit einem Gottesdienst. Von 11 bis 16 Uhr stehen dann u.a. Vorträge und Workshops auf dem Programm, außerdem gibt es Aktivitäten für Kinder und Jugendliche. Im Haus in Bad Kreuzen (4362 Bad Kreuzen 106) wird am 2. Juni gefeiert: Anlass ist die Wiedereröffnung des Kneipp Traditionshauses als „1. Zentrum für Traditionelle Europäische Medizin“. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.kneippen.at.

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Fachkurzinformation siehe Seite

Prof. Rüdiger Braun

Rund 60 bis 80 Prozent der Reisediarrhöen sind durch Bakterien bedingt – angefangen von ETEC über Campylobacter und Salmo- In Nordamerika und Kanada sind Biber häufig mit Giardia lamblia kontaminiert und übertragen die Parasiten ins Wasser. nellen bis hin zu den Shigellen. In etwa fünf bis 20 Prozent der Fälle zu essen und dann zu trinken, so lung bleibt schweren Verläufen mit Darminfektion besonders gefährdet reizen Viren den Darm, wobei No- der Referent. „Sonst verdünnt man eindeutiger Keimassoziation vorbe- ist, wie Patienten unter Immunsuproviren und Rotaviren die Liste an- die Magensäure und schwächt seine halten. Bei Erwachsenen gibt man pressiva oder mit Crohn oder Coliin einem solchen Fall üblicherwei- tis ulcerosa. führen. Und mit rund fünf bis zehn Keimabwehr.“ se einen Gyrasehemmer wie Cipro­ Prozent der Fälle sind auch ParaOrangensaft mit Salz Infektion mit floxacin. Allerdings treten v.a. in siten als Ursache für Reisedurchfälzum Rehydrieren Giardien Asien inzwischen vermehrt chile ins Kalkül zu ziehen. Wer Reisewillige in Risikogebiete Touristen sollten zudem über nolonresistente E. coli und CamAn eine Infektion mit Giardien ziehen lässt, sollte ihnen nicht nur die wichtigsten Therapiemaßnah- pylobacter auf, sodass sich als Al- denkt man vor allem, wenn ein den bekannten Ratschlag „Peel it, men vor Ort Bescheid wissen. Fehlt ternative Cotrimoxazol anbietet. Patient nach einer Russland-, InVorsicht ist mit Substanzen wie dien- oder Brasilienreise an Durchcook it or forget it“ mit auf den Weg es an handelsüblicher Elektrolytlögeben. Wichtig ist zum Beispiel, sung, so kann man sich mit Oran- Rifaximin angebracht: Die Sub- fällen leidet. Doch auch wenn die mit Patienten unter Protonenpum- gensaft, mit einem Teelöffel Salz stanz wird nicht resorbiert und Reise nach Nordamerika oder Kapenhemmer-Therapie zu bespre- und einem Esslöffel Zucker ver- wirkt zwar gut im Darmlumen, eig- nada ging, soll man hellhörig werchen, ob der Säureblocker eventu- setzt, behelfen. „Schmeckt ekel- net sich aber wegen mangelnder den, wie die eingangs dargestellell weggelassen oder in der Dosis haft, ist aber sehr wirksam“, so Prof. sys­temischerVerfügbarkeit nicht te Kasuistik verdeutlicht, und zwar reduziert werden kann. Denn der Braun. Motilitätshemmer wie Lope- zur Therapie invasiver Infektionen. wegen der dort lebenden Biber, die PPI schwächt die Keimabwehr im ramid sollten eher zurückhaltend Sinnvoll ist Rifaximin jedoch zur häufig mit Giar­dia lamblia kontaMagen und fördert so möglicher- eingesetzt werden, da sonst die Er- Prophylaxe der Reisediarrhö. Diese miniert sind und die Parasiten ins weise das Infektionsrisiko. Generell reger länger im Darm verbleiben. sollte immer dann ins Auge gefasst vermeintlich saubere Wasser des Anz_Bioflorin Anz_Bioflorin 228x145_2012 228x145_2012 Apo-PhTr Apo-PhTr 10.04.12 10.04.12 12:2512:25 Seite Seite 1 1 sollte man den Reisenden raten, erst Eine kausale antibiotische Behand- werden, wenn jemand durch eine Bergbachs übertragen. CV

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„Wer sich zwei Wochen in diesen Ländern aufhält, wird mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Reisediarrhö entwickeln.“

Für die Keimabwehr: Erst essen, dann trinken!

Fachkurzinformation auf siehe Seite 20Seite Fachkurzinformation

Explizit

Länder nimmt weiter zu. Besonders häufig sind Reisende nach Afrika, Südostasien, Indien und Mittel­ amerika betroffen. „Wer sich zwei Wochen in diesen Ländern aufhält, wird mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Reisediarrhö entwickeln“, betonte der Kollege.

BIO_2012_013 BIO_2012_026

Last-Minute-Reisen sind in, um die möglichen Gesundheitsrisiken kümmert man sich meist nicht, ebenso wenig um die Hygieneregeln vor Ort. Anhaltende quälende Diarrhö stellt daher kein ungewöhnliches Reisemitbringsel dar. Die Ursache abzuklären wird in der Praxis immer schwieriger, erklärte Prof. Dr. Rüdiger Braun, in Esslingen niedergelassener Facharzt für Laboratoriumsmedizin, bei der XIV.


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Medizin

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Schon bildgebende Diagnostik treibt Chronifizierung voran

Unnötige Rücken-OPs vermeiden 

STUTTGART – Tatort Rücken: Die Operationsrate steigt stetig, die Lebenszeitprävalenz für Rückenschmerzen nähert sich 90 Prozent, immer mehr unter 30-Jährige sind betroffen. Wie lässt sich die Krankheits- und Kostenlawine stoppen, ohne dass man Gefahr läuft, ernste Erkrankungen zu übersehen?

 Rückenschmerz – was steckt dahinter?

Akuter Kreuzschmerz besteht definitionsgemäß seit weniger als zwölf Wochen mit massiver Einschränkung im Alltag. Bevor zur Therapie geschritten wird, muss natürlich in jedem Fall der spezifische Kreuz- Drei typische Beispiele für „Red Flags“ beim Rückenschmerz – hier besteht dringender Handlungsbedarf: schmerz (betrifft ungefähr zehn Pro- links: Spondylodiszitis; Mitte: Fraktur des 10. Brustwirbels; rechts: Spinalkanalstenose. zent der Fälle) durch eine morphologische Ursache abgegrenzt werden, wie Gewichtsverlust/Appetitlo- nach psychosozialen Risikofaktoren gilt es, ein adäquates Krankheitsverfür eine Chronifizierung forschen, ständnis mit dem Patienten gemeinbetonte Dr. Norbert Reichert, sigkeit) sam zu entwickeln und alle Register Oberarzt an der Klinik für Neurolo- u Infektionszeichen (Fieber, Im- den „Yellow Flags“: gie im Marienhospital Stuttgart, munsuppression, stattgehabte In- u Depressivität (negativer Stress, zu ziehen, um die Arbeits- und Erbeim 47. Süddeutschen Kongress für filtrationsbehandlung, Drogen­ vor allem berufs-/arbeitsbezogen) werbsfähigkeit wiederherzustellen. Beim Übergang von akut zu subaktuelle Medizin in Stuttgart. abusus, starker nächtlicher u schmerzbezogene Kognition Schmerz) (Hilf-/Hoffnungslosigkeit, Angst- akut, d. h. wenn der Schmerz nach Spezifische Auslöser sechswöchiger leitliniengerechter vermeidungs-Verhalten) u Radikulopathie-/Neuropathiedulden keinen Aufschub zeichen (Schmerzausstrahlung, u passives Schmerzverhalten (z. B. Therapie fortbesteht, sollte einmal eine bildgebende Diagnostik erfolBlasen-Mastdarm-Störung, Paausgeprägtes Schonverhalten) Wie rasch Sie weitere Maßnahgen. Gleiches gilt auch für den resen) men veranlassen, hängt davon ab, u Neigung zur Somatisierung Fehlen solche Alarmsignale – u berufliche Faktoren (geringe chronischen Kreuzschmerz (mit eiob Hinweise für einen abwendbar gefährlichen Verlauf vorliegen. Als sprich: wird die Akutsymptomatik Qualifikation, Unzufriedenheit, ner Dauer von über zwölf Wochen) ohne „Yellow Flags“. „Red Flags“ beim Rückenschmerz – als nicht spezifischer Kreuzschmerz Mobbing) Zeichen für spezifische Ursachen klassifiziert – gilt es auf jeden Fall, u iatrogene Faktoren (ÜberbewerGenaue Anamnese mit dringendem Handlungsbedarf eine iatrogene Fixierung zu vermeitung radiologischer Befunde, im Mittelpunkt den, aber bitte keine Diagnostik – nannte der Experte: passive Therapiekonzepte, lange Krankschreibung) u Fraktur-Hinweise (Trauma, sys­ ohne Konsequenzen, betonte der Diagnostisch steht die genaue Referent. Die adäquate SymptomFinden sich bei einem Patienten Anamnese im Mittelpunkt. „Die temische Steroidtherapie) u Tumor-Indizien (höheres Alter, kontrolle ist wichtig, damit der mit Kreuzschmerz „Yellow Flags“, meiste Zeit geht dadurch verloren, Tumoranamnese, Schmerzen in Patient schnellstmöglich seinen wird nur bei klinischen Hinweisen dass wir mit den Patienten nicht ‚zu Rückenlage, starker nächtlicher üblichen Aktivitäten wieder nach­ auf eine Organpathologie weiter Ende sprechen‘“, so der Experte. So Schmerz, allgemeine Symptome gehen kann. Zudem muss man Dia­gnostik betrieben. Ansonsten kann es geschehen, dass Kollegen extravertrebragene Schmerzursachen nicht erkennen. Dann müht ® sich der Orthopäde mit einem unerkannten Parkinson-Kranken vergeblich ab, bis irgendwann der Neurologe eingeschaltet wird und die wahre Ursache der Beschwerden, einen axialen Rigor, erkennt. ® Patientensicherheit und Pro­dukt­ Nach Patentablauf von ARICEPT Spezielle Laboruntersuchungen qualität sind bei Pfizer oberste (Donepezil) im Februar 2012 bringt Pfibrauchen Sie in der Regel nicht. Eine ­Prio­rität. Neben inzer nun das erste Donepezil Ge­­nerikum Ausnahme stellen unter 45-Jährige novativen Pfizer Oriin Österreich auf den Markt. Donepezil mit chronischem Kreuzschmerz unginalen besteht für Pfizer kommt mit 1. Juni 2012 in die Er® klarer Ursache dar, hier empfiehlt den Arzt nun auch stattung und ist ebenso wie ARICEPT sich die HLA-B27-Bestimmung. die Möglichkeit, bein der gelben Box gelistet.

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Donepezil Pfizer Filmtabletten sind indiziert zur symptomatischen Behandlung von leichter bis mittelschwerer Demenz vom Alzheimer-Typ. Sie stehen

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währte Substanzen in der gewohnten Originalqualität zum Generikapreis zu verschreiben.

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NSAR, Paracetamol und Opioide immer nur kurz

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Die Donepezil Pfizer Filmtabletten kommen aus derselben Produktionsstätte wie die Originalfilmtabletten (ARICEPT®). Sie besitzen daher genau dieselben Inhaltsstoffe wie das Original und sind in Farbe und Größe ident. Der Arzt hat nun volle Wahlfreiheit zwischen Original und Generikum!

Was die Therapie angeht, so fordert der unspezifische Kreuzschmerz multimodale Behandlungspläne, da monomodale Ansätze die somatische Fixierung fördern. Es ist wichtig, dass der Patient das Konzept gut versteht und aktiv mitarbeitet, seine Präferenzen müssen im Therapieplan unbedingt berücksichtigt werden. Medikamente können im akuten Stadium erforderlich sein, damit der Patient die aktivierenden Maßnahmen umsetzen kann. Zum Einsatz kommen NSAR für kurze Zeit und in niedrigst wirksamer Dosierung, desgleichen Paracetamol, das keinesfalls länger als 21 Tage gege-

Fotos: Dr. Norbert Reichert, Stuttgart

u mechanische Probleme

(muskuloligamentär, Zwischenwirbelgelenke, Ileosakralgelenk) u Wurzelreiz- und Kompressionssyndrome (Bandscheibenvorfall, Spinalkanalstenose, Spondylolisthese, postoperativ, failed back surgery syndrome [FBSS], früher Postdiskektomiesyndrom) u entzündliche Ursachen: chronisch rheumatisch (Bechterew, Psori­ asis-Arthritis), akut bakteriell (Spondylodiszitis, Osteomyelitis) u maligne Ursachen (primärer Tumor, Metastasen) u metabolische Knochenerkrankungen, Metastasen u extravertebragene Ursachen (abdominell, vaskulär, urologisch, gynäkologisch, neurologisch, psychiatrisch)

ben werden soll (cave: Herzrhythmusstörungen und RR-Schwankungen). Wirken nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) und Paracetamol nicht zufriedenstellend, darf man Opioide verordnen, aber zeitlich limitiert (bei akuten Rückenschmerzen < 2–3 Wochen, bei chronischen < 3 Monate). Muskelrelaxanzien werden wegen des Sturzrisikos mit Skepsis beurteilt. In Sachen perkutane Therapie (Salben), i.v./i.m.-Medikation und Kortikoide senkt die Leitlinie den Daumen nach unten. Was nichtmedikamentöse Maßnahmen angeht, so beurteilt etwa die deutsche nationale Versorgungsleitlinie (www.versorgungsleitlinien.de/themen/kreuzschmerz) v.a. körperliche Aktivität, Patien­tenedukation und Verhaltenstherapie positiv. Abgeraten wird dagegen von Bettruhe, Massagen, Orthesen und Elektrotherapie/Traktion. CG

Sagen Sie uns Ihre Meinung!

... und schicken Sie uns zu diesem Thema einen Leserbrief, rufen an oder senden eine E-Mail: Redaktion Medical Tribune Grünbergstraße 15/Stiege 1 1120 Wien Tel.: (01) 546 00-0 Fax: (01) 546 00-750 redaktion@medical-tribune.at


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Geriatrie

Medizin

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Differenzialdiagnose oder Komorbidität?

Depression & Demenz oft ein Kontinuum VENEDIG – Sieben bis zehn Prozent der Menschen über 65 Jahre leiden an einer Major Depression, bis zu 30 Prozent weisen depressive Symptome auf. Manifestiert sich eine Depression das erste Mal im Alter, lohnt es sich, den Patienten hinsichtlich koKongress live gnitiver Funktionen im Auge zu behalten, denn nicht selten gehen dem Beginn einer Demenz depressive Symptome voraus.

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depressive Patienten, die unter Gedächtnisproblemen und Konzentrationsstörungen leiden, manchmal Angst haben, an Alzheimer erkrankt zu sein. Diejenigen, die diese Angst äußern, haben meist keine Demenz, sondern eher eine Depression, verrät Prim. Rados als grobe Faustregel. Währenddessen weist das Verleugnen bzw. das Überspielen der kognitiven Defizite eher auf eine Demenz hin. Differenzialdiagnostisch spielt auch noch das Vorhandensein von Symptomen wie

Schlafstörungen bei älteren Depressiven „Das Erheben der Schlafanamnese ist sehr wichtig, weil ältere Menschen oft eine unrealistische Vorstellung davon haben, wann und wie lange sie schlafen sollen“, gibt Prim. Rados zu bedenken. So sei der Etappenschlaf mit mehrmaligem Erwachen ein normales Phänomen beim älteren Patienten. Hier gelte es Mythen aufzuklären. Besteht die Notwendigkeit zur medikamentösen Therapie der Schlafstörungen bei älteren depressiven Patienten, stellen Mirtazapin und Trazodon eine gut verträgliche Option dar. Unter Mirtazapin treten im höheren Alter gelegentlich Alpträume auf. Benzodiazepine sollten beim älteren Menschen wegen der Sturzgefahr vermieden werden.

Foto: GLu

Demenz oder Depression, diese Frage stelle sich in der täglichen Praxis mit älteren Patienten des Öfteren“, so Prim. Dr. Christa Rados, Leiterin der Abteilung Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin am LKH Villach. Vor allem in Vorund Frühstadien überschneiden sich die Symptome: Kognitive und affektive Veränderungen wie Müdigkeit und Antriebsstörung können sowohl auf eine beginnende Demenz als auch auf eine Depression hinweisen. Nach neueren Erkenntnissen können bei der Demenz schon depressive Verstimmungen auftreten, bevor noch kognitive Beeinträchti­ gungen spürbar werden. Umgekehrt können bei einer Depression auch kognitive Störungen auftreten. Diese als Pseudodemenz bezeichnete kognitive Beeinträchtigung wird von den Patienten als sehr belastend empfunden. Das geht so weit, dass

Schöne und gleichzeitig morbide Kulissse des 3. Internationalen Geriatriekongresses.

Schuldgefühle und das Gefühl der Hoffnungslosigkeit, die typisch für die Depression sind, eine Rolle.

„Vaskuläre Depression“ Einerseits ist es wichtig, Depression und Demenz differenzialdiagnostisch zu unterscheiden, andererseits gibt es auch große Überlappungen der Depression mit der Demenz, sodass ein Entweder-Oder-Zugang nicht immer angebracht ist. So scheint die Pseudodemenz im Rahmen einer Altersdepression möglicherweise einen Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenz darzustellen. „Diese Patienten sollte man in Abständen wiederbestellen und beobachten“, weist die Expertin auf einen wichtigen Aspekt der Versorgung von Patienten mit einer Altersdepression hin. Auch eine Metaanalyse ergab, dass eine Depression in der Vorgeschichte beim älteren Patienten einen Risikofaktor für die Entwicklung einer Demenz darstellen könnte. Prof. Rados: „Möglicherweise handelt es sich bei Depression und Demenz durchaus häufig um ein Kontinuum.“

Die Hypothese der „vaskulären Depression“ geht davon aus, dass zerebrovaskuläre Läsionen die Entstehung einer Depression im späteren Lebensalter begünstigen. Depressionspatienten, die in der Bildgebung vaskuläre Läsionen aufweisen, sind kognitiv stärker beeinträchtigt als solche, die keine vaskulären Läsionen aufweisen. Ein weiterer Hinweis in diese Richtung ist die PostStroke-Depression.

Multimodale Therapie Mögliche Schlussfolgerungen daraus: Bei älteren Depressionspatienten macht es Sinn, vaskuläre Risikofaktoren zu klären und zu erheben. Dopaminerge Antidepressiva könnten bei diesen Patienten möglicherweise günstiger sein. „Es geht so weit, dass man sich eine vaskuläre Prophylaxe durchaus als Depressionsprophylaxe überlegen kann. Allerdings ist die Datenlage dazu noch nicht ausreichend“, so Prim. Rados. Die Depression beim älteren Patienten erfordert einen multimodalen Zugang und eine komplexe Therapie. Prim. Rados: „Medikamente

alleine sind nicht ausreichend, ein psychotherapeutischer und psychosozialer Zugang ist beim älteren Menschen entscheidend.“ Prinzipiell gilt: Die Strategien und Algorithmen sind die gleichen wie auch beim jungen Patienten. Trizyklische Antidepressiva, die auch sonst nicht die erste Wahl darstellen, sind insbesondere bei älteren Menschen zu vermeiden. Zu Therapiebeginn sollte man mit einer möglichst niedrigen Dosis beginnen und dann langsam aufdosieren, die Zieldosis ist ähnlich wie beim jüngeren Patienten. Interaktionen und Nebenwirkungen sind zu beachten, Plasmaspiegelmessungen sind speziell beim Betagten, der meist eine Vielzahl von Medikamenten einnimmt, empfehlenswert. Zu beachten ist das erhöhte Sturzrisiko unter höheren Dosen von SSRI. In diesem Zusammenhang empfiehlt die Expertin, gerade bei Erstmanifestation einer Depression beim älteren Patienten die antidepressive Therapie nach einigen Monaten auch wieder abzusetzen. Die Elektrokrampftherapie (EKT) stellt bei schweren therapieresistenten Depressionen mit wahnhaften Symptomen und Nahrungsverweigerung eine nebenwirkungsarme Therapieoption auch beim älteren Patienten dar, sofern Narkosetauglichkeit gegeben ist. Auf die Frage aus dem Publikum nach der Gefahr kognitiver Durchgangssyndrome im Zusammenhang mit der EKT sagt Prim.Rados: „Die kognitiven Durchgangssyndrome sind aus meiner Erfahrung bei den Jüngeren ein weit größeres Problem. Allerdings sollte man beim älteren Menschen eine beginnende Demenz ausschließen.“ GLu 3. Internationaler Kongress für Geriatrie und Gerontologie; Venedig, April 2012

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Medizin

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Zusammenspiel zwischen Knochen- und Glukosestoffwechsel

Der Knochen als endokrines Organ

Ein zentraler Player in diesem Leptin, Adiponectin Zusammenspiel auf Seiten des und Testosteron Knochens ist Osteocalcin, ein Peptidhormon, das Kalzium bindet Kompliziert wird die Sache daund als Marker für den Knochen- durch, dass in dem Regelkreis zwiaufbau verwendet wird. Offenbar schen Glukosehomöostase und Knokann Osteocalcin aber noch we- chenstoffwechsel auch noch andere sentlich mehr: Für diese Annah- Hormone ihre Finger im Spiel hame spricht zum Beispiel die Beo- ben. Ein wichtiger Einflussfaktor, der bachtung, dass Typ-2-Diabetiker an mehreren Stellen Aktivitäten entniedrigere Osteocalcinspiegel ha- faltet, ist Leptin. Das von Fettzellen N/A Printing Process: Offset Size: 112 x 112 mm Pages: 1 Colors: C M Y K (4 Colors) benCutterguide: gesunde Kontrollpergebildete hemmt GD:als RK 26169 Native File: Indesign CS3Proteohormon Windows Generated in: Acrobat Distillerdas 8.0 sonen. Dieser ZuAuftreten von Hunsammenhang ist gergefühlen, förweder Indert die Os-

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Schon lange bekannt ist auch, dass Diabetiker wesentlich häufiger eine Hüftfraktur erleiden als gesunde Altersgenossen: Beim Typ-2-Diabetes ist das Risiko auf das 1,7-Fache erhöht, beim Typ 1 sogar auf das Zwölffache. Als mögliche Erklärungen dafür werden in der Literatur unter anderem aktivierte T-Zellen, IGF-1 und Adipokine diskutiert, die auf Osteoklasten und Osteoblasten wirken. Aber auch die Glykosylierung von Kollagen und die erhöhte Sturzneigung als Folge einer diabetischen Neuro- oder Retinopathie dürften zum erhöhten Frakturrisiko beitragen.

Osteocalcin

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Foto: Archiv

Univ.-Prof. Dr. Barbara ObermayerPietsch

be ein endokrines Organ. Was im Knochen passiert, hat daher auch Auswirkungen auf den Glukosemetabolismus.

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Ein erstes Indiz dafür, dass Knochen und Zucker mehr miteinander zu tun haben, als es auf den ersten Blick scheint, ist der gemeinsame Osteoporose/Diabetes-Phänotyp, der bei vielen Erkrankungen gefunden werden kann. Ob Cushing-Syndrom, Hämochromatose, Pankreasinsuffizienz, Klinefelter- oder Turner-Syndrom: Typisch für diese und andere Krankheitsbilder ist, dass beide Systeme betroffen sind.

einen sich selbst verstärkenden Kreislauf zwischen Glukose- und Knochenstoffwechsel, in dem Insulin über Insulinrezeptoren auf Osteoblasten wirkt und die Sekretion von Osteocalcin fördert. „Osteocalcin beeinflusst wiederum insulinsensitive Gewebe, erhöht die Insulinsensitivität und stimuliert die Insulinsekretion in der Betazelle“, so Prof. Obermayer-Pietsch. Gebremst wird diese InsulinsignalKaskade durch die Tyrosin-Phosphatase in den Osteoblasten.

Explizit

Foto: BilderBox.com

GRAZ – Sollten Sie schon einmal die Beobachtung gemacht haben, dass sich eine Osteoporosetherapie auch auf die Gewichtsund Fettindizes Ihres Patienten ausgewirkt hat, sind Sie keinem Trugschluss aufgesessen: Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass Energiehaushalt und Glukosestoffwechsel auch vom Knochen mitreguliert werden.

Wie ein komplexes Räderwerk wirken sich Glukosehomöostase, Knochenstoff­ wechsel und Hormone aufeinander aus.

teoklastendifferenzierung, inhibiert das Insulinsignalling und reduziert die Bioaktivität von Osteocalcin. Mit Adiponectin ist zumindest noch ein weiteres Fettgewebshormon in dieses Beziehungsgeflecht involviert. Eine Rückkopplungsschleife könnte es auch zwischen Osteocalcin und Testosteron geben: Man weiß, dass das Sexualhormon ein wichtiger Regulator des Knochenstoffwechsels ist und erniedrigte Testosteronspiegel eine Osteoporose begünstigen. In vitro konnte gezeigt werden, dass die Osteocalcinausschüttung durch eine Dihydrotestosterongabe gehemmt wird. Eine aktuelle Studie weist nun daraufhin, dass der Knochen wiederum Einfluss auf die Fertilität hat: Da die Leydig-Zellen im Hoden einen Osteocalcin-Rezeptor besitzen, kann das Knochenhormon auch die Testosteronproduktion steuern.

„Der Knochen ist ein endokrines Organ mit einem komplexen Einfluss auf den Glukosestoffwechsel“, fasst Prof. Obermayer-Pietsch zusammen. Daraus leitet sich auch die wichtigste Take-Home-Message der Endokrinologin ab: „Wenn wir den Knochen behandeln, hat das auch Auswirkungen auf andere Systeme. Das wird oft übersehen und nicht ausreichend kontrolliert.“ Die gefundenen Zusammenhänge unterstreichen die Bedeutung von neuen Biomarkern für den Glukose- und Knochenstoffwechsel und könnten in Zukunft ebenfalls von klinischer Relevanz sein: Eine große Hoffnung ist, dass sich in diesen Regelkreisen neue Ansatzpunkte für die Diabetes- und ­Osteoporosetherapie finden lassen. HÖ 17. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Endokrinologie; Graz, April 2012

Fachkurzinformation auf Seite 20

„Der Knochen ist ein endokrines Organ mit einem komplexen Einfluss auf den Glukosestoffwechsel.“ Prof. Barbara Obermayer-Pietsch

Ist der Knochen also ein Opfer des Zuckerstoffwechsels? So einfach ist die Sache für Univ.Prof. Dr. Barbara ObermayerPietsch, Klinische Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel, Universitätsklinik für Innere Medizin, Graz, nicht: „Ich würde die beiden eher als Geschwis­ter bezeichnen, die sich manchmal schlagen und dann aber auch wieder gut vertragen.“ In den letzten Jahren fanden immer mehr Studien Belege dafür, dass die Beeinflussung nicht nur in eine Richtung geht, sondern wechselseitig ist: Der Knochen ist wie die Bauchspeicheldrüse oder das Fettgewe-

sulin- noch Adiponectin-abhängig. Aufschlussreich sind außerdem Fallberichte über gutartige Knochentumoren mit hoher Osteocalcinproduktion: Eine postoperative Reduktion von Osteocalcin führt bei diesen Patienten bei gleichbleibendem Knochenturn­ over zu einem Anstieg von Glukose. Ebenfalls in dieses Bild passt eine im Vorjahr veröffentlichte Studie, in der nachgewiesen wurde, dass die Erhöhung der Insulinsensitivität nach Vitamin-K-Gabe durch Osteocalcin vermittelt wird. Alles in allem scheint Osteocalcin also den Blutzucker zu senken und den Fettabbau zu fördern. Damit wird verständlich, warum osteoanabole und antiresorptive Osteoporosetherapien auch Auswirkungen auf das Gewicht und die Fettmasse der Patienten haben. In einer rezenten Arbeit postulieren die Grazer Endokrinologen

Schlechtes Schulzeugnis? Vielleicht liegt es ja am Gehör

Ohren schützen für die Schule WEIMAR – Zu laut aufgedrehte MP3-Player oder iPods und Disco-Besuche tragen dazu bei, dass Hörschäden unter Jugendlichen weit verbreitet sind. Und das wirkt sich auf die schulischen Leistungen aus. Etwa jeder vierte bis fünfte Teen­ager hat bereits einen Hörschaden, mit teilweise erheblichen Konsequenzen. „Die Wahrscheinlichkeit, wegen einer leichtgradigen Schwerhörigkeit in der Schule sitzen zu bleiben, steigt im Vergleich zu Normalhörenden um den Faktor 9“, berichtete Professor

Dr. Frank Rosanowski, niedergelassener HNO-Arzt aus Nürnberg, auf dem 18.  Kongress für Jugendmedizin. Empfehlen Sie ihren jugendlichen Patienten unbedingt eine entsprechende „Expositionsprophylaxe“. Auf Besuchen in dröhnenden Discos sollte ein Gehörschutz getragen werden, der dort manchmal sogar an der Theke angeboten wird. Ein weiteres HNO-Problem, an das Sie bei Kindern und Jugendlichen denken sollten, ist die zentrale Fehlhörigkeit. Hier mangelt es am Sprachverständnis, vor allem in Gegenwart von Störgeräuschen. Gerade Kinder und Jugendliche

mit Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) weisen nicht selten eine zentrale Fehlhörigkeit auf. Bei entsprechendem Verdacht sollte man bei diesen jungen Patienten spezielle Hörtests veranlassen. Ist die Sprachdiskrimination im Störgeräusch deutlich eingeschränkt, können betroffene Kinder und Jugendliche in der Schule wesentlich besser mithalten, wenn sie mit entsprechenden Hörgeräten versorgt werden. Prof. Rosanowski berichtete von sehr guten Therapieerfolgen mit modernen Hörsystemen, die mit Richtmikrofon und Störschallunterdrückung ausgestattet sind. AW


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Medizin

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Streifzug durch die Neurologie

Epilepsie-Experte bei den Braindays

MT: Wie sieht es mit der Versorgung der Patienten in Österreich aus? Prof. Baumgartner: Prinzipiell gehört die Epilepsie in die Hände eines Facharztes für Neurologie. Der hohe Standard der Versorgung der österreichischen Epilepsiepatienten wird durch die Zertifizierung von Ambulanzen und Ärzten durch die Österreichische Gesellschaft für

Explizit

Univ.-Prof. DI Dr. Christoph Baumgartner

MT: Welche neuen Entwicklungen gibt es im Management der Epilepsien? Prof. Baumgartner: Bei den Antiepileptika gibt es eine Reihe von neuen Ansätzen. Ein Beispiel ist Retigabin, ein K-Kanal-Öffner, der letzten Herbst in Österreich zugelassen wurde. Ein weiteres innovatives Medikament, das den AMPA-Glutamatrezeptor blockiert, steht kurz vor der Zulassung. Nichtmedikamentöse Methoden der Epilepsiebehandlung sind die Epilepsiechirurgie, die Vagusnervstimulation und die tiefe Hirnstimulation. Letztere ist erst seit Kurzem in den USA und jetzt auch in Eu­ropa zugelassen. Durch Stimulation des

  Weitere Themen der Braindays

Prof. Baumgartner im Word-Rap: u Kopfschmerz: „Kopfschmerz hat sicher von allen neurologischen Erkran-

kungen die höchste Prävalenz. Was uns besonders wichtig ist: wie man akute Kopfschmerzen in der Praxis oder in der Notfallaufnahme handhabt. Denn akute Kopfschmerzen sind einerseits sehr häufig, andererseits sind sie in seltenen Fällen lebensbedrohlich. Es wird also Thema sein, wie man „harmlose“ Kopfschmerzen von bedrohlichen Kopfschmerzen klinisch unterscheidet. Auch Migräne und seltene Kopfschmerzformen, die oft mit Mig­räne verwechselt werden, aber ganz spezifische Entitäten sind, werden Thema sein.“ u Lyme-Borreliose: „Das Problem bei der Lyme-Borreliose ist, dass die asymptomatische Durchseuchung der Bevölkerung sehr hoch ist und so bei uncharakteristischen Beschwerden oft falsche Kausalbeziehungen hergestellt werden. Generell sind Antikörperuntersuchungen nur bei klaren klinischen Verdachtshinweisen indiziert.“ u Morbus Parkinson: „Wir stellen neue Therapieoptionen beim Morbus Parkinson vor: einerseits neue medikamentöse Therapien, andererseits die Parkinson-Chirurgie, die eine ausgesprochene Erfolgsstory darstellt.“ u Multiple Sklerose: „In der Diagnostik und der Therapie der MS hat sich sehr viel getan: Einige Medikamente sind nun ja oral verfügbar. Es geht uns unter anderem darum, den Stellenwert dieser Medikamente in die richtige Perspektive zu rücken und auch die Langzeitrisiken zu beleuchten.“

Thalamus können dabei Anfälle unterdrückt werden. Diese Methode stellt eine Option für Patienten dar, für die ein potenziell kurativer epilepsiechirurgischer Eingriff nicht infrage kommt. Ein weiterer Ansatz ist die responsive Hirnstimulation, bei der man im Fokus Anfälle detektiert und anschließend gezielt elektrische Reize appliziert, die den Anfall unterdrücken. In Zukunft wird wahrscheinlich auch die lokale Applikation von Medikamenten mittels Devices eine Rolle spielen. MT: Wie gut sind Epilepsien behandelbar? Prof. Baumgartner: Grundsätzlich kann man sagen, dass zwei Drittel der Epilepsiepatienten gut behandelbar sind, davon kann man bei etwa der Hälfte die Medikamente lang­ fris­tig absetzen. Die andere Hälfte ist gut behandelbar, muss aber ein Leben lang Medikamente nehmen. Ein Drittel ist schwer behandelbar, das heißt trotz maximaler Therapie treten immer wieder Anfälle auf. MT: Welche sozialen Auswirkungen hat die Erkrankung auf die Betroffenen? Prof. Baumgartner: Wenn ein Patient gut behandelbar bzw. unter Therapie anfallsfrei ist, hat er eine vergleichbare Lebensqualität wie ein Gesunder. Das impliziert auch, dass er alles machen kann, dass es keine Einschränkungen gibt. Bei dem Drittel, das schwer behandelbar ist, ist diese Frage schon schwieriger zu beantworten. Fahrtauglichkeit beispielsweise verlangt natürlich Anfallsfreiheit. Dasselbe gilt für das Schwimmen und für Extremsport-

„Grundsätzlich kann man sagen, dass zwei Drittel der Epilepsiepatienten gut behandelbar sind, davon kann man bei etwa der Hälfte die Medikamente lang­ fristig absetzen .“ Epileptologie (OGfE) gewährleistet. Das Zertifikat setzt bestimmte Qualitätsanforderungen voraus, die auch für Deutschland gelten. Eine Liste der Ärzte bzw. der Ambulanzen, die über dieses Zertifikat verfügen, findet man auf der Homepage der OGfE. Es

sind jedenfalls ausreichend Ressourcen vorhanden, um die Patienten adäquat zu versorgen. Wichtig ist, dass die Patienten zu diesen spezialisierten Ärzten oder Ambulanzen gehen, wenn sie innerhalb von drei bis sechs Monaten nicht anfallsfrei werden. MT: Gibt es typische Komorbiditäten? Prof. Baumgartner: An erster Stelle der psychiatrischen Komorbiditäten steht die Depression, deren Auftreten mit dem Schweregrad der Epilepsie korreliert. 30 bis 50 Prozent der theDolgit Inserat Radfahrer 60x265 10-09-05.pdf rapieresistenten Patienten leiden an Depressionen. Man vermutet, dass es sich dabei nicht nur um eine Reaktion auf die Erkrankung handelt, sondern dass der Epilepsie und der Depression eine gemeinsame Störung zugrunde liegt. Das Problem ist, dass die Manifestation oft atypisch ist, die Depression also nicht die Kriterien einer Major Depression erfüllt. Deshalb muss man Depressionen erfassen und vor allem unverzüglich und konsequent behandeln, denn eine komorbide Depression ist der wichtigste Faktor für die Lebensqualität dieser Menschen. Interview:  Dr. Luitgard Grossberger

Bewegung ist Leben

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Die Braindays finden am 1. und 2. Juni 2012 im Hotel NH Danube C ­ ity in Wien statt. Nähere Informationen zum Programm und Anmeldung unter www.medizin-akademie.at.

Bewegung ist Leben DOL_2012_019 DOL_2012_001

Foto: Wilke | Mediendienst.com

MT: Eines Ihrer Spezialgebiete ist die Epilepsie. Können Sie uns einen Überblick geben, welche Epilepsieformen in den verschiedenen Lebensabschnitten – Kindheit, Erwachsenenalter und höheres Alter – die häufigsten sind und was sie jeweils charakterisiert. Prof. Baumgartner: Die Epilepsie hat einen ersten Häufigkeitsgipfel in der frühen Kindheit, also im ersten Lebensjahr, dann gibt es ein Plateau im Erwachsenenalter, und jenseits des 60. Lebensjahres steigt die Häufigkeit wieder signifikant an. D.h., ein Drittel der Epilepsien beginnt neu nach dem 60. Lebensjahr. Das war früher nicht so bekannt. Nach der neuen Klassifikation unterscheidet man zwischen genetisch determinierten Epilepsien und Epilepsien, die eine strukturell-metabolische Ursache haben. Vereinfacht kann man sagen, dass die genetisch bedingten Formen eher im Kindesalter zu finden sind und die strukturell-metabolischen eher im höheren Alter. Oft spielen auch beide Faktoren zusammen, bei den strukturell bedingten Epilepsien kann also auch eine genetische Komponente dabei sein.

arten wie Klettern oder Fallschirmspringen. Generell werden aber viel zu viele Einschränkungen gegeben, v.a. wenn es darum geht, ob betroffene Kinder Sport machen dürfen oder am Turnunterricht teilnehmen dürfen. Hier herrscht eine übertriebene Angst sowohl vonseiten der Eltern als auch vonseiten der Lehrer.

DOL_2011_015

Interview

WIEN – Bereits zum achten Mal finden am 1. und 2. Juni in Wien die Braindays statt, eine Fortbildungsveranstaltung, die wichtige neurologische Themen – vom Kopfschmerz über die Lyme-Borreliose bis zu Parkinson, Epilepsie und MS – in kompakter und praxisrelevanter Form aufbereitet. MT sprach mit Univ.-Prof. DI Dr. Christoph Baumgartner, einem der wissenschaftlichen Leiter der Braindays, über sein Spezialgebiet, die Epilepsie, und was die Besucher sonst noch erwartet.

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Therapie-Forum

Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 20  •  16. Mai 2012

Neue Studienergebnisse vom ESH in London

Mit Fixkombi schnell ans Blutdruck-Ziel LONDON – Im Rahmen des 22. Kongresses der Europäischen Gesellschaft für Bluthochdruck (European Society of Hypertension – ESH) wurden in London die Ergebnisse der TEAMSTASwitch-Studie vorgestellt.

Blutdruck-Kontrollraten bei Patienten, die Telmisartan 80  mg/ Amlodipin 5 mg erhielten, 74,7 % bis 88  % (abhängig von der ursprünglichen Monotherapie); bei Patienten, deren Dosis nach Woche vier bzw. sechs auf Telmi­ sartan 80  mg/Amlodipin 10  mg erhöht werden musste, lagen die Raten bei 44,9 % bis 60,8 %. u Zu Studienbeginn litten 69 % aller Patienten unter leichter Hypertonie (140–159/90–99 mmHg). Dieser Wert sank nach zwölf Behandlungswochen auf 27,1 % ab. u Zu Studienbeginn litten 26,5  %

aller Patienten unter moderater (160–179/100–109  mmHg) oder starker Hypertonie (≥  180/110  mmHg). Dieser Wert sank nach zwölf Behandlungswochen auf 4,3 % ab. Die Fixkombination aus Telmisartan und Amlodipin wies ein gutes Sicherheitsprofil auf und wurde von der Patientenpopulation gut vertragen. Die häufigste Nebenwirkung waren periphere Ödeme, die zu 13,2 % auftraten und in 5,2 % der Fälle vom behandelnden Arzt als klinisch relevant eingestuft wurden. „Diese Studie zeigt deutlich, dass die

Kombination aus einem Angiotensin-II-Rezeptorblocker und einem Kalziumantagonisten eine hocheffektive Möglichkeit darstellt, den Blutdruck bei der Mehrzahl der Patienten unter Kontrolle zu bekommen“, so der Erstautor der TEAMSTA-SwitchStudie, Prof. Bryan Williams von der Universität Leicester in Großbritannien. Red * Twynsta® Williams B et al.: Efficacy of single-pill combination of telmisartan/amlodipine on blood pressure goal attainment in patients uncontrolled by RAS blocker monotherapy. TEAMSTA Switch Study. Abstract presented at European Society of Hypertension (ESH); London, April 2012

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01/01.2012

In der Studie hatten Patienten mit unkontrollierter Hypertonie unter Monotherapie mit Hemmern des Renin-Angiotensin-Systems (Angiotensin-II-Rezeptorblocker, ACEHemmer oder direkte Reninhemmer) eine Fixkombination aus dem

Angiotensin-II-Rezeptorblocker Telmisartan und dem Kalziumantagonisten Amlodipin* bekommen. Die Ergebnisse im Detail: u Bei Messung in der Praxis erreichten insgesamt 53 % aller Patienten ihre Blutdruck-Zielwerte innerhalb von vier Wochen und 67,6 % innerhalb von zwölf Wochen. u Bei Messung zuhause und durch die Patienten selbst erreichten 73,4  % bzw. 78,5  % aller Patienten ihren Blutdruckzielwert (<140/90  mmHg) nach vier bzw. zwölf Wochen. u Nach zwölf Wochen betrugen die

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Broschüre gibt lebensrettende Tipps

Gerüstet für den allergischen Notfall WIEN – Ohne richtige Erste-Hilfe-Maßnahmen kann eine allergische Reaktion innerhalb weniger Minuten zum lebensbedrohlichen Kreislaufversagen führen. Eine neue Broschüre klärt auf. Was ist eine anaphylaktische Reaktion, was löst sie aus? Welche Alarmsignale gibt es, und wie ist darauf zu reagieren? Wann und wie verwende ich den Adrenalin-Auto-

injektor? All diese Fragen und mehr beantwortet eine neue Broschüre, die von der Firma Meda Pharma in Zusammenarbeit mit der Interessensgemeinschaft Allergenvermei-

dung (IGAV), der Österreichischen Lungenunion und Prim. Dr. Waltraud Emminger, Leiterin des Allergieambulatoriums am Rennweg, herausgegeben wurde. Darin findet sich neben einer genauen Anleitung zur Anwendung des neuen EpiPen® auch ein „Certificate for Airline Passenger“ und ein Allergie-Pass.

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Politik & Praxisführung

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44. Jahrgang  •  Nr. 20  •  16. Mai 2012

News

Foto: BilderBox.com

ÖÄK unterstützt „AK Vorrat“-Klage

Opiatabhängige, die unter Substitutionstherapie stehen, begeben sich durch gleichzeitigen exzessiven Benzodiazepinkonsum mitunter in Lebensgefahr.

Maßnahmen des Gesundheitsministeriums für Opiatabhängige

Benzo-Beikonsum eindämmen „Der unkontrollierte Beikonsum von Benzodiazepinen erschwert die Substitutionsbehandlung. Bis zu einem gewissen Grad rückt er sie sogar in ein schiefes Licht“, sagt Michael Dressel, Wiener Drogenkoordinator und Geschäftsführer

 Wichtige Punkte der Leitlinie

u Ohne längerfristigen Therapie-

plan soll eine Verschreibung von Benzodiazepinen an polytoxikomane Patienten nicht erfolgen. u Wenn Benzodiazepine verschrieben werden, soll sichergestellt sein, dass die Patienten regelmäßig den Arzt aufsuchen. u Wenn möglich, sollte eine Umstellung von schnell auf langsam anflutende Substanzen erfolgen. Ziel im Rahmen des Therapieplans ist eine allmähliche Dosisreduktion. u Eine psychiatrische Abklärung und eventuelle Therapie inkl. Verordnung von Psychopharmaka aus anderen Substanzgruppen stellt eine Alternative zur Verordnung von Benzodiazepinen dar.

der Sucht- und Drogenkoordination Wien. Neben der Suchterkrankung weisen viele Opiatabhängige noch andere psychiatrische Erkrankungen wie Depressionen, Angstund Schlafstörungen auf. Benzodiazepine werden, teils in hohen Dosen, als Therapie verwendet. Häufig ist der Arzt, der die Substitutionsbehandlung durchführt, nicht derjenige, der auch die Benzodiazepine verschreibt. Suchtkranke suchen nicht selten verschiedene Ärzte auf, um an die Benzodiazepine, vorzüglich rasch anflutende, zu gelangen. Auch die Zahl der Rezeptfälschungen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Ungleichmäßige Tagesdosen, massive Dosissteigerungen und ein Kontrollverlust über den Benzodiazepinkonsum sind die Folgen. „Wir sprechen hier von einem exzessiven Konsum, der das Zehnfache und mehr der erlaubten Dosis beträgt“, sagt Dr. Alexander David, Drogenbeauftragter der Stadt Wien. Diese hohen Dosen führen zu schwerer Abhängigkeit und zur Gefahr von Mischintoxikationen. Im Jahr 2010 wurden in 77 Prozent der Suchtgifttodesfälle neben Opiaten auch Benzodiazepine gefunden, verdeutlicht Dr. Johanna Schopper, Bundesdrogenkoordinatorin im Gesundheitsministeri-

um, welches Risiko der Beikonsum von Benzodiazepinen für Opiatabhängige darstellt. Der im BM für Gesundheit eingerichtete Ausschuss für Qualität und Sicherheit in der Substitutionsbehandlung hat die Problematik aufgegriffen und unter der Federführung von Dr. David, der selbst langjährige Erfahrung in der Substitutionsbehandlung hat, Lösungsvorschläge erarbeitet.

Flunitrazepam auf Suchtgiftrezept Das Maßnahmenbündel umfasst zum einen die Erarbeitung von Leitlinien (siehe Kasten), da medizinische Standards im Umgang mit dem schädlichen Gebrauch und der Abhängigkeit von Benzodiazepinen bei Patienten in Substitutionsbehandlung weitgehend fehlen. Zum anderen wurden vom Ausschuss legistische Maßnahmen empfohlen, die Änderungen in der Psychotropenverordnung vorsehen. So sollen die rasch anflutenden Benzodiazepine Rohypnol® und Somnubene® (Wirkstoff Flunitrazepam) der verpflichtenden Verschreibung auf Suchtgiftrezept unterstellt werden. Dies bringt die Dokumentation und Nachvollziehbarkeit der Verschreibung und einen Fälschungsschutz mit sich. Für langsamer anflutende Benzodiazepine wie Diazepam oder Oxazepam soll in der Psychotropenverordnung ein „ne repetatur“ festgelegt werden. D.h., es soll keine Möglichkeit der ärztlichen Anordnung einer wiederholten Abgabe dieser Medikamente mehr geben.

„Wir werden den Missbrauch nicht verhindern, aber wir werden ihn erschweren können“, sagt MR Dr. Norbert Jachimowicz von der ÖÄK, Referat Substitution. Warum Ärzte überhaupt Substitutionspatienten derartige Medikamente verschreiben? Bekommt der Abhängige die Benzodiazepine nicht vom Arzt, besorgt er sich seine Medikamente anderswo, zum Beispiel am Schwarzmarkt, gibt Dr. Jachimo­wicz zu bedenken. „Wir sind bestrebt, eine stabile Situation herbeizuführen und exzessiven Konsum zu verhindern. Daher verschreiben wir Benzodiazepine und ermöglichen damit den Patienten einen kontrollierten Zugang.“ Die Intention gehe dahin, den Ärzten, ähnlich wie bei der Substitutionstherapie, klare Richtlinien zu geben und diese auch legistisch zu hinterlegen. GLu Hintergrundgespräch des BMG; Wien, Mai 2012

2011 weniger Arbeitsunfälle WIEN – Laut AUVA-Statistik für 2011 ist die Rate der Arbeitsunfälle pro 1000 Versicherte gegenüber dem Vorjahr um fast sechs Prozent von 30,2 auf 28,23 gesunken. Insgesamt gab es 102.976 Arbeits- und Wegunfälle, um 1363 weniger als 2010. Die am stärksten gefährdete Berufsgruppe waren 2011 Industriemechaniker und -schlosser (5344 Arbeitsunfälle), ein Jahr zuvor standen noch die Maurer an der Spitze der Arbeitsunfallstatistik. Die AUVA führt den Rückgang auf ihre Präventionsmaßnahmen zurück, auch im kommenden Jahr werde es wieder neue Kampagnen geben.

EU fördert Impftechnologie BRÜSSEL – Die Europäische Kommission hat einen Preis von 2 Mio. Euro zur Förderung der Fortschritte in der Impftechnologie ausgeschrieben. Der Preis soll „Erfinder“ anregen, die Hindernisse beim Einsatz von Impfstoffen in Entwicklungsländern zu überwinden. http://ec.europa.eu/research/ index.cfm?pg=newsalert&year= 2012&lg=en&na=na-160412 01/04.2012

WIEN – Der „Beikonsum“ von Benzodiazepinen bei Opiatabhängigen, die unter Substitutionstherapie stehen, ist in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Das BM für Gesundheit will dieser Entwicklung mit einer Leitlinie für die behandelnden Ärzte und legistischen Maßnahmen entgegenwirken.

WIEN – ÖÄK-Präsident Dr. Walter Dorner unterzeichnete vorigen Mittwoch die von der Bürgerinitiative Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AK Vorrat) ins Leben gerufene Verfassungsklage gegen die seit 1. April in Kraft getretene Vorratsdatenspeicherung. Grund sei die Gefährdung des „sensiblen Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient sowie des ärztlichen Berufsgeheimnisses“. Die Vorratsdatenspeicherung taugt laut Mag. Andreas Krisch, Obmann von AK Vorrat und zertifizierter EU-Datenschutzgutachter, nicht einmal dazu, nachzuweisen, wer wann eine Straftat geplant hat. www.verfassungsklage.at

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1 Christoph Baumgartner: Diagnose und Therapie der Epilepsie. Neurologie 1/10, Seite 5-16. C.P. Panayiotopoulos: Antiepileptic Drugs, Pharmacopoeia. Springer-Verlag London Limited 2011, Chapter 12, page 43-48. 3 WVZ Levebon® Filmtabletten 05/2012. * ab Juni 2012 in der Grünen Box. **ab Juli 2012 im WVZ.

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Politik & Praxisführung

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 20  •  16. Mai 2012

Historischer Machtwechsel in der Wiener Ärztekammer

Prof. Thomas Szekeres an der Spitze Foto: Pflugl

konnte schließlich folgende Listen für eine Koalition gewinnen: „Wahlgemeinschaft“ (13 Mandate), „Grüne Ärzte“ (7), „Kammerlight“ (6), „Turnusärzte für Turnusärzte und Assistenten“ (5), „Wohlfahrtsfonds – Nein, Danke!“ (2) und das „Team Reisner“ (2). Bei der Vollversammlung stimmte dann auch noch Dr. Eva Raunig vom „Hausärzteverband“ für Prof. Szekeres. Angesprochen auf ihr Motiv, aus der eigenen Fraktion auszuscheren und für den Kandidaten der gegnerischen Liste zu stimmen, sagt Dr. Raunig gegenüber Medical Tribune: „Ich war –

Um 16.39 Uhr schickte die Ärztekammer für Wien die mit Spannung erwartete Nachricht über den OTS-Dienst der APA aus: Die Vollversammlung habe „vor wenigen Minuten“ Prof. Szekeres zum neuen Präsidenten gewählt. Prof. Szekeres, Spitzenkandidat der Liste der „Sozialdemokratischen Ärzte“ wurde bei der Wahl am 23. März zwar Zweiter, hatte aber den größten Zugewinn – von neun auf 16 Mandate. Der Oberarzt am Institut für Medizinische und Chemische Labordiagnostik an der MedUni Wien und AKH-Betriebsratsvorsitzende

Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres

so wie viele – einfach der Meinung, dass sich etwas ändern muss.“ Die Ärztekammer brauche „frischen Wind“ und müsse „demokratischer und für Frauen attraktiver“ werden, betont die im 9. Bezirk niedergelassene Allgemeinmedizinerin. Ihr Wahlverhalten könnte nun mit der Funktion einer Vizepräsidentin belohnt werden, möglich machen würde das eine bereits vollzogene Satzungsänderung, die nun auch

Vollversammlung der Burgenländischen Ärztekammer

Dr. Michael Lang bleibt Präsident EISENSTADT – Bei der konstituierenden Sitzung der Ärztekammer im Burgenland wurde Dr. Michael Lang im Amt bestätigt. Ihm stehen zwei neue Vizepräsidenten zur Seite. Foto: Archiv

Am 9. Mai wählte die Vollversammlung OA Dr. Michael Lang mit 22 von 29 Stimmen erneut zum Präsidenten der Ärztekammer für Burgenland. Dr. Lang ist seit 2007 Präsident und als Chirurg am LKH Oberpullendorf tätig. Nach dem freiwilligen Rückzug der bisherigen Vizepräsidenten Dr. Kornfeind und

OA Dr. Michael Lang

Dr. Renner wurden zwei neue Vizepräsidenten bestellt: Dr. Michael Schriefl, niedergelassener Allgemeinmediziner in Mörbisch, wurde zum Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte gewählt und ist

daher 1. Vizepräsident. Dr. Schriefl war von 2007 bis 2012 Finanzreferent und auch 2. KurienobmannStellvertreter. Neue Kurienobfrau der angestellten Ärzteschaft und damit 2. Vizepräsidentin ist Dr. Brigitte Steininger. Dr. Steininger ist Chirurgin am LKH Kittsee. Mit Dr. Steininger ist erstmals eine Ärztin im Präsidium der Ärztekammer für Burgenland vertreten. Sie ist seit 1999 Kammerrätin. Dr. Milan Kornfeind wurde zum Finanzreferenten bestellt. Er ist seit mehr als 30 Jahren in verschiedensten Funktionen in der Ärztekammer tätig. red

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drei Vizepräsidenten vorsieht. Fix ist hingegen bereits der neue Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte Dr. Hermann Leitner, Radiologe an der Rudolfstiftung. Der Spitzenkandidat der „Vereinigung“ Dr. Johannes Steinhart bleibt Vizepräsident und Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte.

niedergelassenen und stationären Bereichs wäre besonders voranzutreiben. Dazu wären auch mehr Kassenärztestellen in Wien erforderlich. Ein Schwerpunkt ist für Präs. Szekeres auch die Prävention, die deutlich ausgebaut gehöre. Vizepräsident Dr. Hermann Leitner nannte die Arbeitssituation

Explizit

Ziele und Herausforderungen Bei seiner Antrittspressekonferenz formulierte der neu gekürte Präsident Prof. Thomas Szekeres seine Ziele und die dringendsten Aufgaben für die kommende fünfjährige Funktionsperiode. „Die Ärzteschaft muss eine wichtige Rolle im Gesundheitssys­tem spielen und dieses wesentlich mitgestalten.“ Die Ärztekammer selbst soll noch effizienter und zum Dienstleister am Kunden Arzt werden. Und sie soll für ihre Mitglieder billiger werden, das müsse aber noch durchgerechnet werden, bevor konkrete Aussagen getätigt­ werden könnten. Als übergeordnetes Ziel nannte Präs. Szekeres die Sicherung der Gesundheitsversorgung in der „Metropole Wien“. Die Vernetzung des

„Die Ärzteschaft muss eine wichtige Rolle im Gesundheitsystem spielen und dieses wesentlich mitgestalten.“ Präs. Thomas Szekeres

in den Spitälern, eine Verkürzung der Regelarbeitszeit für Spitalsärzte und die Ausbildung als wichtigste Themen der Wiener Ärztekammer. Vizepräsident Dr. Steinhart schreibt sich auch nach der Wahl den Widerstand gegen die Elektronische Gesundheitsakte ELGA auf seine Fahnen und kündigt kammerinterne Entscheidungen über weitreichende Protestmaßnahmen für die nächste Zeit an. SJ/Gro

Vollversammlung in Salzburg

Dr. Karl Forstner wieder Präsident SALZBURG – Mit 20 von 30 Stimmen bestätigte die Vollversammlung der Ärztekammer für Salzburg am 3. Mai den amtierenden Präsidenten Dr. Karl Forstner. Der Spitalsarzt, dessen Gruppierung mit acht Mandaten als stärkste Fraktion aus der ÄK-Wahl hervorging, tritt damit seine zweite Funktionsperiode an. Sein stärkster Herausforderer, MR Dr. Walter Arnberger vom Salzburger Ärzteverband (trat mit drei Listen an, insgesamt elf Mandate), wurde 1. Vizepräsident und Obmann der Niedergelassenen-Kurie. Die Stellvertreter: Dr. Christoph Fürthauer und Univ.-Prof. Dr. Andreas Jungwirth. Zum Obmann der Angestellten-Kurie und 2. Vizepräsidenten wählte die Vollversammlung Priv.-Doz. Dr. Jörg Hutter, seine Stellvertreter sind Dr. Johannes Haas und Prim. Univ.-Prof. Dr. Gerd Rasp. Finanzreferent wurde Dr. Eberhard Brunner. Dr. Forstner betonte nach der Wahl, wie wichtig ihm wieder die Bildung einer breiten Basis für die Standespolitik gewesen sei. „Alle Ärztegruppen sind

Dr. Karl Forstner

Foto: ÄK Salzburg

WIEN – Die Vollversammlung der Wiener Ärztekammer wählte am 7. Mai 2012 mit 52 von 90 Stimmen Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres zu ihrem Präsidenten und brach so gleich mit zwei Traditionen: Erstmals steht in Wien nicht nur ein angestellter Arzt an der Spitze, sondern auch ein Sozialdemokrat.

in die Arbeit für die nächsten fünf Jahre eingebunden“, sagte der Leiter der Angiologie an der Uniklinik (PMU) für Dermatologie, LKH Salzburg. Zentrale Anliegen seien eine „merkliche Verbesserung“ der Ausbildung, die Sicherung der Ver-

Explizit „Alle Ärztegruppen sind in die Arbeit für die nächsten fünf Jahre eingebunden.“ Dr. Karl Forstner

sorgung der Bevölkerung im gesamten Bundesland sowie Maßnahmen zur Optimierung der „aktuell als unbefriedigend wahrgenommenen Berufs- und Arbeitsbedingungen“ sowohl im Spitals- als auch im Niedergelassenen-Bereich. Gro


Politik & Praxisführung

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 20  •  16. Mai 2012

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Umsatzsteuer

Änderung bei Ordinationsmieten

Bisher konnte im Endeffekt der Vermieter entscheiden, ob die Vermietung von Räumlichkeiten für eine Arztpraxis mit oder ohne Ausweis von 20  % Umsatzsteuer (USt.) erfolgt. Erfolgte die Vermietung umsatzsteuerpflichtig, war für den Vermieter auch das Recht auf Vorsteuerabzug gegeben. Die Mehrzahl der Vermieter (bzw. deren Hausverwaltungen) wiesen in den Mietverträgen für Geschäfts-

Steuertipp räume – dazu zählen eben auch Arztpraxen – grundsätzlich 20  % USt. auf die Miete aus. Im Gegenzug stand damit für das gesamte Haus der Vorsteuerabzug zu, was für den Verwalter eine erhebliche Verwaltungsvereinfachung bedeutet. Dies wurde nun gesetzlich geändert: Bei allen nach dem 30.8.2012 neu abgeschlossenen Mietverträgen mit Unternehmern, welche unecht von der UmsatzWenn Sie eine Frage oder eine Anregung zum Thema Steuer haben, helfen wir Ihnen gerne weiter: Medical Tribune Tel.: 01/54600‑620 Fax: 01/54600-750 redaktion@medical-tribune.at

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steuer befreite Umsätze tätigen – darunter fallen die Ärzte – ist diese Optionsmöglichkeit des Vermieters im Regelfall nicht mehr gegeben. Der Vermieter muss daher im Regelfall ab 1.9.2012 bei neuen Mietverträgen für Arztpraxen die Miete netto, also ohne 20 % USt., ausweisen. Der Vermieter verliert im Gegenzug das Recht auf Vorsteuerabzug, wird diesen Kostennachteil daher voraussichtlich auf die Miete aufschlagen. Die von Ärzten in Zukunft verlangten umsatzsteuerfreien Nettomieten werden wohl an die bisherigen Bruttomieten (inklusive USt.) angenähert werden. Diese Neuerung bedeutet für den Vermieter beziehungsweise dessen Hausverwaltung mitunter nicht nur einen erheblichen Kos­tennachteil durch den teilweisen Verlust des Vorsteuerabzuges z.B. bei Großreparaturen, sondern auch eine zusätzliche jährliche Ar-

beitsbelastung durch die komplizierte Auseinanderrechnung. Unter Umständen wird sich das auf die Bereitschaft, Räumlichkeiten an Ärzte für Ordinationszwecke zu vermieten, negativ auswirken.

Mag. Wolfgang Leonhart

Besser rasch Praxis suchen

Foto: Archiv

WIEN – Durch das „Strukturpaket“ wurde auch die Umsatzsteuer bei Vermietung von Immobilien für Arztpraxen neu geregelt. Auf die Vermieter kommen bei neu abgeschlossenen Mietverträgen mit Ärzten für Praxisräume zusätzliche Belastungen zu, für die Ärzte entfällt jedenfalls im Regelfall im Mietvertrag der Ausweis der Umsatzsteuer auf die Miete.

Alle Mietverträge, welche bis zum 31.8.2012 abschlossen wurden, bleiben unverändert bestehen und sind von der Neuerung nicht betroffen. Eine Sonderstellung haben alle Gebäude, welche ein Vermieter selbst errichten ließ: Wurde die Errichtung durch den Vermieter vor dem 1.9.2012 zumindest begonnen, kann auch bei künftigen Mietverträgen mit unecht steuerbefreiten Mietern wie Ärzten wie bisher 20  % USt. (und damit verbundenem Vorsteuerabzug) verrechnet werden. Die umsatzsteuerliche Behandlung von Mietverträgen mit Ärzten hängt in

Zukunft daher davon ab, ob der Eigentümer des Gebäudes dieses fertig gekauft hat oder als Errichter anzusehen ist. Aus der Sicht eines Arztes, welcher für die Praxis Räumlichkeiten anmieten möchte, wird die Situation ab 1.9.2012 sicher nicht einfacher. Wenn Sie daher Räume für eine Praxis anmieten wollen, sollten Sie sich beeilen. Mag. Wolfgang Leonhart Leonhart + Leonhart – Steuerberatung für Ärzte 1070 Wien, Mariahilferstr. 74a Tel 01/523-17-68 www.leonhart.at

IHS zu Gesundheitsausgaben:

Sparen durch Kooperationen WIEN – Die von der Politik geforderten Einsparungen von rund zwei Milliarden Euro im Spitalsbereich könnten auch durch verstärkte Kooperationen erzielt werden. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das IHS im Auftrag der Vinzenz Gruppe erstellte. Laut der Studie können kleine Spitäler wirtschaftlich effizient arbeiten, wenn sie Kooperationsmodelle, wie z.B. im Rahmen einer Bündelung des Einkaufs, umsetzen. Die Folge wäre, dass die kleinen Krankenhäuser als „virtuelle Großspitäler“ auftreten könnten. „Aufgrund ihrer Größe bleiben diese kleineren Spitäler für Patienten und Mitarbeiter überschaubar und ermöglichen eine persönliche Betreuung. Das führt zu einer nachgewiesen hohen Patientenzufriedenheit“, erklärte Dr. Michael Heinisch, Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe, bei der Präsentation der Studie.

Spezialisierung und Verbundeffekte Gleichzeitig können Spitäler in diesen Verbundlösungen ihre Leis­ tungsspektren aufeinander abstimmen und sich auf gewisse Krankheiten oder Bevölkerungsgruppen spezialisieren. „Verbundeffekte lassen sich auch durch Spezialisierung und optimale Verteilung der Aufga-

ben erreichen, sodass Zusammenlegungen zu Großspitälern nicht in jedem Fall notwendig sind“, berichtete Dr. Thomas Czypionka, Senior Researcher am Institut für Höhere Studien (IHS). Laut IHS könnten Österreichs Spitäler durch Kooperationen Einsparungen in folgenden Bereichen erzielen: u Spezialisierung und Arbeitsteilung im stationären Bereich der Spitäler, Nutzung von Verbundeffekten: 795 Mio. Euro u Zusammenarbeit bei nichtmedizinischen Leistungen (Verwaltung, Wäsche, Küche, Reinigung etc.): 430 Mio. Euro u Verbesserte Zusammenarbeit in der ambulanten Versorgung („Ambulante Operationen“, geringe Liegedauer von Patienten etc.): 278 Mio. Euro u Verlagerung von stationären Aufenthalten zu Eintagesaufenthalten: 95 Mio. Euro u Mehr Zusammenarbeit in der Nachbetreuung von Patienten: 128 Mio. Euro u Reduktion nicht notwendiger präoperativer Diagnostik: 19 Mio. Euro u Medizinische Versorgungszentren: 294 Mio. Euro TAS Pressekonferenz „IHS-Studie“; Wien, April 2012

www.vinzenzgruppe.at www.ihs.ac.at

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Aedon 2,5 mg-Filmtabletten, Aedon 5 mg-Filmtabletten, Aedon 10 mg-Filmtabletten, Aedon 15 mg-Filmtabletten. Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 2,5 mg Olanzapin. Sonstiger Bestandteil: 40 mg Lactose-Monohydrat. 1 Filmtablette enthält 5 mg Olanzapin. Sonstiger Bestandteil: 80 mg Lactose-Monohydrat. 1 Filmtablette enthält 10 mg Olanzapin. Sonstiger Bestandteil: 160 mg Lactose-Monohydrat. 1 Filmtablette enthält 15 mg Olanzapin. Sonstiger Bestandteil: 240 mg Lactose-Monohydrat. 1 Filmtablette enthält 20 mg Olanzapin. Sonstiger Bestandteil: 320 mg Lactose-Monohydrat. Sonstige Bestandteile: 2,5mg, 5mg,10mg: Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Hydroxypropylcellulose, Talkum, Magnesiumstearat. Tablettenfilm: Opadry AMB White OY-B-28920 bestehend aus Lecithin (E 322), Polyvinylalkohol, Talkum, Xanthangummi (E 415), Titandioxid (E 171). 15mg, 20mg: Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Hydroxypropylcellulose, Talkum, Magnesiumstearat. Tablettenfilm: Opadry AMB White OY-B-28920 bestehend aus Lecithin (E 322), Polyvinylalkohol, Talkum, Xanthangummi (E 415), Titandioxid (E 171). Opadry AMB Grey 80W26503 bestehend aus Polyvinylalkohol, Lecithin (E 322), Talkum, Xanthangummi (E 415), Titandioxid (E 171), Indigotin I (E 132) gelbes Eisenoxid (E 172), schwarzes Eisenoxid (E 172). Anwendungsgebiete: Erwachsene: Olanzapin ist für die Behandlung der Schizophrenie angezeigt. Bei Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben, ist Olanzapin bei fortgesetzter Behandlung zur Aufrechterhaltung der klinischen Besserung wirksam. Olanzapin ist zur Behandlung von mäßig schweren bis schweren manischen Episoden angezeigt. Bei Patienten, deren manische Episode auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen hat, ist Olanzapin zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolarer Störung angezeigt. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit bekanntem Risiko eines Engwinkelglaukoms. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsychotika. ATC-Code: N05AH03. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Packungsgrößen: 10 und 30 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Aedon 5 mg-Schmelztabletten, Aedon 10 mg-Schmelztabletten, Aedon 15 mg-Schmelztabletten. Zusammensetzung: Jede Schmelztablette enthält 5 mg Olanzapin. Sonstiger Bestandteil: 57,60 mg Lactose/Schmelztablette. Jede Schmelztablette enthält 10 mg Olanzapin. Sonstiger Bestandteil: 115,10 mg Lactose/Schmelztablette. Jede Schmelztablette enthält 15 mg Olanzapin. Sonstiger Bestandteil: 172,70 mg Lactose /Schmelzablette. Sonstige Bestandteile: Crospovidon (Typ A); Lactose-Monohydrat; Wasserfreies hochdisperses Siliciumdioxid; Hydroxypropylcellulose; Minzaroma bestehend aus: Minzöl, Terpenfreies Minzöl, Cineol, Menthon, Isomenthon, Methylenacetat, Menthol; Talkum; Magensiumstearat. Anwendungsgebiete: Erwachsene: Olanzapin ist für die Behandlung der Schizophrenie angezeigt. Bei Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben, ist Olanzapin bei fortgesetzter Behandlung zur Aufrechterhaltung der klinischen Besserung wirksam. Olanzapin ist zur Behandlung von mäßig schweren bis schweren manischen Episoden angezeigt. Bei Patienten, deren manische Episode auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen hat, ist Olanzapin zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolarer Störung angezeigt. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit bekanntem Risiko eines Engwinkelglaukoms. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsychotika, ATC-Code: N05A H03. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/ Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Packungsgrößen: 10 und 30 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Aricept® 5 mg/10 mg – Filmtabletten / Aricept® Evess 5 mg/10 mg - Schmelztabletten. Zusammensetzung: Filmtabletten: 1 Filmtablette enthält 5 mg/10 mg Donepezil Hydrochlorid entsprechend 4,56 mg/9,12 mg Donepezil als freie Base. 1 Filmtablette enthält 87,17 mg/174,33 mg Lactose. Liste der sonstigen Bestandteile: 5 mg: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Mikrokristalline Cellulose, Hydroxypropylcellulose, Magnesiumstearat. Filmüberzug: Talkum, Macrogol, Hypromellose, Titandioxid (E171). 10 mg: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Mikrokristalline Cellulose, Hydroxypropylcellulose, Magnesiumstearat. Filmüberzug: Talkum, Macrogol, Hypromellose, Titandioxid (E171), Eisenoxid gelb (E172). Schmelztabletten: 1 Schmelztablette enthält 5 mg/10 mg Donepezil-Hydrochlorid entsprechend 4,56 mg/9,12 mg Donepezil als freie Base. Liste der sonstigen Bestandteile: 5 mg: Mannitol, Hochdisperses Siliciumdioxid, Carrageen, Polyvinylalkohol. 10 mg: Mannitol, Hochdisperses Siliciumdioxid, Carrageen, Polyvinylalkohol, Eisenoxid (gelb) „E172“. Anwendungsgebiete: Aricept Filmtabletten/Aricept Evess Schmelztabletten sind indiziert zur symptomatischen Behandlung von leichter bis mittelschwerer Demenz vom Alzheimer-Typ. Gegenanzeigen: Aricept ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Donepezil Hydrochlorid, Piperidinderivate oder einen der anderen Inhaltsstoffe der Filmtabletten/Schmelztabletten. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidementiva; Cholinesterase-Hemmer; ATC-Code: N06DA02. Inhaber der Zulassung: Pfizer Corporation Austria Ges.m.b.H., Wien. Stand der Information: Juni 2011. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Angaben zu besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. BIOFLORIN – Kapseln. Zusammensetzung: 1 Kapsel enthält mindestens 75 Mio. lebende Keime von Enterococcus faecium SF68® in Trockenkultur. Sonstige Bestandteile: 255,70 mg Lactose, Magnesiumstearat, hochdisperses Siliciumdioxid, Natriumglutamat; Bestandteile der Kapselhülle: Gelatine, Schellack, Lecithin, Dimethicon, Farbstoff E 172. Anwendungsgebiete: Zur symptomatischen Therapie und als Adjuvans bei unspezifischer Enteritis, Enterocolitis und toxischen Dyspepsien bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren. Bei Kindern zwischen 2 und 12 Jahren liegen Berichte über erfolgreiche Anwendungen vor, doch sind diese durch klinische Studien noch nicht abgesichert. Zur Unterstützung des Wiederaufbaues physiologischer Verhältnisse der Darmflora (z.B. nach Antibiotikatherapie). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Immunsuppression (z.B. HIV-Infektion). Strenge Indikationsstellung bei Autoimmunerkrankungen und bei bestehenden ernsten Magen-Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Geschwüre, Tumore). Zulassungsinhaber: SANOVA PHARMA GesmbH, Haidestraße 4, A - 1110 Wien. ATC-Code: A07FA. Rezeptpflicht/ Apothekenpflicht: Rezeptfrei, apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Bonviva® 3 mg Injektionslösung. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Fertigspritze mit 3 ml Lösung enthält 3 mg Ibandronsäure (entsprechend 3,375 mg Ibandronsäure, Mononatriumsalz 1 H2O). Die Konzentration an Ibandronsäure in der Injektionslösung beträgt 1 mg pro ml. Sonstige Bestandteile: Natrium (weniger als 1 mmol pro Dosis). Anwendungsgebiete: Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Frakturrisiko (siehe veröffentlichte Fachinformation Abschnitt 5.1 „Pharmakodynamische Eigenschaften“). Eine Reduktion des Risikos vertebraler Frakturen wurde gezeigt, eine Wirksamkeit hinsichtlich Oberschenkelhalsfrakturen ist nicht ermittelt worden. Gegenanzeigen: - Überempfindlichkeit gegen Ibandronsäure oder einen der sonstigen Bestandteile. - Hypokalzämie. Liste der sonstigen Bestandteile: Natriumchlorid, Eisessig, Natriumacetat 3 H2O, Wasser für Injektionszwecke. Inhaber der Zulassung: Roche Registration Limited, 6 Falcon Way, Shire Park, Welwyn Garden City, AL7 1TW, Vereinigtes Königreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel zur Behandlung von Knochenerkrankungen, Bisphosphonate, ATC-Code: M05BA06. Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen sowie Informationen zu Schwangerschaft und Stillzeit und zu Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Clopidogrel Genericon 75 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 75 mg Clopidogrel (als Clopidogrel-Besilat). Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 2,80 mg Lactose-Monohydrat. Kern: Vorverkleisterte Maisstärke, Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon Typ A, Hochdisperses Siliciumdioxid, Stearinsäure Typ 50. Überzug: LactoseMonohydrat, Hypromellose (E464), Titandioxid (E171), Triacetin (E1518), Eisenoxid rot (E172). Poliermittel: Carnaubawachs. Anwendungsgebiete: Clopidogrel ist bei Erwachsenen indiziert zur Prävention atherothrombotischer Ereignisse bei: Patienten mit Herzinfarkt (wenige Tage bis weniger als 35 Tage zurückliegend), mit ischämischem Schlaganfall (7 Tage bis weniger als 6 Monate zurückliegend) oder mit nachgewiesener peripherer arterieller Verschlusskrankheit. Patienten mit akutem Koronarsyndrom: akutes Koronarsyndrom ohne ST-Strecken-Hebung (instabile Angina Pectoris oder Non-Q-Wave-Myokardinfarkt), einschließlich Patienten, denen bei einer perkutanen Koronarintervention ein Stent implantiert wurde, in Kombination mit Acetylsalicylsäure (ASS). akuter Myokardinfarkt mit ST-Strecken-Hebung, in Kombination mit ASS bei medizinisch behandelten Patienten, für die eine thrombolytische Therapie in Frage kommt. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Schwere Leberfunktionsstörungen. Akute pathologische Blutung, wie bei Magen-Darm-Geschwüren oder intrakraniellen Blutungen. Pharmakotherapeutische Gruppe: Thrombozytenaggregationshemmer, exkl. Heparin. ATC-Code: B01AC-04. Clopidogrel Genericon 75 mg Filmtabletten, OP zu 20, 30 und 90 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Colidimin 200 mg - Filmtabletten. Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält: Rifaximin 200 mg. Hilfsstoffe: Carboxymethylstärke-Natrium, Glycerol(mono/di/tri)(palmitat/stearat), hochdisperses Siliciumdioxid, Talkum, mikrokristalline Cellulose, Hypromellose, Titandioxid (E171), Natriumedetat, Propylenglycol, Eisenoxid (E 172). Anwendungsgebiete: • Kausale Behandlung von Erkrankungen bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren, die durch Rifaximin-sensitive Bakterien im Gastrointestinaltrakt verursacht, bzw. mitverursacht werden, wie: - unkomplizierte Divertikelerkrankungen. - hepatische Encephalopathie, - pseudomembranöse Kolitis durch Clostridium difficile, - bakterielles Überwucherungs-Syndrom, - Reisediarrhoe verursacht durch nicht-invasive enteropathogene Bakterien, • Präoperative Darmdekontamination. Die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind zu berücksichtigen. Gegenanzeigen: Colidimin 200 mg - Filmtabletten dürfen nicht angewendet werden: Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Rifaximin und andere Rifamycin-Derivate sowie einen der sonstigen Bestandteile des Präparates. Pharmakotherapeutische Gruppe: Intestinale Antibiotika, Antibiotika (Rifaximin). ATC-Code: A07AA11. Packungsgrößen: 12 Stück, 36 Stück. Abgabe: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Kassenstatus: 12 Stück: Green Box, OP II verschreibbar. 36 Stück: Green Box. Zulassungsinhaber: Gebro Pharma GmbH, 6391 Fieberbrunn. Stand der Fachkurzinformation: Oktober 2010. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen sowie Gewöhnungseffekten entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Dolgit-Creme, Arzneiform: O/W-Emulsion. Zusammensetzung: 100 g Creme enthalten 5g Ibuprofen, 0,15 g p-Hydroxybenzoesäuremethylester-Natriumsalz. Anwendungsgebiete: Zur äußerlichen symptomatischen oder unterstützenden Therapie bei rheumatischen und degenerativen Affektionen des Bewegungsapparates (Muskelrheumatismus, Gelenksrheumatismus, Arthrosen); Entzündungen und Schwellungen gelenknaher Weichteile (wie Sehnen, Sehnenscheiden, Bänder, Schleimbeutel, Gelenkskapsel); Lumbago; stumpfe Traumen wie Prellungen, Verstauchungen, Zerrungen (Sport- und Unfallverletzungen). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Ibuprofen oder einen anderen Bestandteil des Präperats. Nicht auf offene Wunden oder erkrankte Hautareale auftragen. Vorsicht ist geboten bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Acetylsalicylsäure oder andere nichtsteroidale Antirheumatika, bekannter Allergieneigung oder Asthma. Hersteller: Dolorgiet/St.Augustin. Zulassungsinhaber: Sanova Pharma GesmbH/Wien. Rp, apothekenpflichtig. ATC-Code: M02AA. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. DOLGIT 800 mg – Filmtabletten. Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 800 mg Ibuprofen. Hilfsstoffe: Carboxymethylstärke-Natrium, mikrokristalline Cellulose, Methylhydroxypropylcellulose, Polyäthylenglykol, Siliciumdioxid, Stearinsäure, Talkum, Titandioxid. Anwendungsgebiete: Akute Arthritiden (einschließlich Gichtanfall); chronische Arthritiden, insbesondere rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis); Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew) und andere entzündlich-rheumatische Wirbelsäulenleiden; Reizzustände bei degenerativen Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen (Arthrosen und Spondylarthrosen); Weichteilrheumatismus; zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen, schmerzhaften Schwellungen und Entzündungen nach Verletzung oder Operationen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Ibuprofen oder einen anderen Bestandteil des Präparates, hämorrhagische Diathese, bestehende Magen-Darm-Ulcera. Nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren anwenden. Hersteller: DOLORGIET Arzneimittel, St. Augustin/Bonn, Deutschland, Zulassungsinhaber: SANOVA PHARMA GesmbH, Wien; Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rp, apothekenpflichtig. ATC-Code: M01AE01. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. DONEPEZIL PFIZER 5 mg/10 mg Filmtabletten. Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 5 mg/10 mg Donepezil Hydrochlorid entsprechend 4,56 mg/9,12 mg Donepezil als freie Base. 1 Filmtablette enthält 87,17 mg/174,33 mg Lactose. Liste der sonstigen Bestandteile: 5 mg: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Mikrokristalline Cellulose, Hydroxypropylcellulose, Magnesiumstearat. Filmüberzug: Talkum, Macrogol, Hypromellose, Titandioxid (E171). 10 mg: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Mikrokristalline Cellulose, Hydroxypropylcellulose, Magnesiumstearat. Filmüberzug: Talkum, Macrogol, Hypromellose, Titandioxid (E171), Eisenoxid gelb (E172). Anwendungsgebiete: Donepezil Pfizer Filmtabletten sind indiziert zur symptomatischen Behandlung von leichter bis mittelschwerer Demenz vom Alzheimer-Typ. Gegenanzeigen: Donepezil Pfizer ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Donepezil Hydrochlorid, Piperidinderivate oder einen der anderen Inhaltsstoffe der Filmtabletten. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidementiva; Cholinesterase-Hemmer; ATC-Code: N06DA02. Inhaber der Zulassung: Pfizer Corporation Austria Ges.m.b.H., Wien. Stand der Information: Juni 2011. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Angaben zu besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. DON-007-12/1/23.04.2012 *Pifzer investiert auch aus dem Generikageschäft in die Erforschung neuer Therapien. EpiPen 0,3 mg Injektionslösung, EpiPen Junior 0,15 mg Injektionslösung. Qualtiative und quantitative Zusammensetzung: 1 ml enthält 1 mg Epinephrin (Adrenalin). Eine Einzeldosis (0,3 ml) enthält 0,3 mg (300 Mikrogramm) Epinephrin. Epipen Junior: 1 ml enthält 0,5 mg Epinephrin (Adrenalin). Eine Einzeldosis (0,3 ml) enthält 0,15 mg (1500 Mikrogramm) Epinephrin. Sonstige Bestandteile: Natriumchlorid, Natriummetabisulfit, Salzsäure (zur pH-Wert Einstellung), Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: EpiPen ist für die Notfallbehandlung eines schweren anaphylaktischen Schocks oder einer allergischen Reaktion z.B. auf Insektenstiche oder Insektenbisse, Nahrungs- oder Arzneimittel indiziert. Gegenanzeigen: Es sind keine absoluten Kontraindikationen für die Anwendung von EpiPen bei einem allergischen Notfall bekannt. Pharmakotherapeutische Gruppe: Kardiostimulanzien exkl. Herzglykoside, ATC-Code: C01CA24. Inhaber der Zulassung: Meda Pharma GmbH, Wien. Rezept-und apothekenpflichtig. Angaben über Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkung mit anderen Mitteln, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. www.meda.at. Ibandronsäure ratiopharm 150 mg Filmtabletten. Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 150 mg Ibandronsäure (als Natriumibandronat-Monohydrat). Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 163 mg Lactose-Monohydrat. Anwendungsgebiete: Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Frakturrisiko. Eine Reduktion des Risikos vertebraler Frakturen wurde gezeigt, eine Wirksamkeit hinsichtlich Oberschenkelhalsfrakturen ist nicht ermittelt worden. Gegenanzeigen: Missbildungen der Speiseröhre, wie eine Stenose oder Achalasie, die die ösophageale Leerung verzögern. Das Unvermögen für mindestens 60 Minuten zu stehen oder aufrecht zu sitzen. Hypokalzämie. Überempfindlichkeit gegen Ibandronsäure oder einen der sonstigen Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: Bisphosphonate, ATC-Code: M05B A06. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Crospovidon (E1202), Mikrokristalline Cellulose (E460), Hochdisperses Siliciumdioxid, wasserfrei (E551), Natriumstearylfumarat. Filmüberzug: Poly(vinylalkohol), Macrogol/PEG 3350, Talkum (E553b), Titandioxid (E 171). Art und Inhalt des Behältnisses: PVC-/PVDC-/Alu-Blisterpackungen in Faltkartonschachteln mit 1, 3, 7, 10 oder 14 Tabletten. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht. Verfügbare Packungsgrößen in Österreich: 1 Stück. Inhaber der Zulassung: ratiopharm Arzneimittel Vertriebs-GmbH, Albert Schweitzer-Gasse 3, A-1140 Wien, Tel.Nr.: +43/1/97007-0, Fax-Nr.: +43/1/97007-66, e-mail: info@ratiopharm.at. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Stand der Information: 01/2012. Weitere Hinweise zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und zutreffendenfalls Angaben über die Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Levebon 500 mg-Filmtabletten, Levebon 1000 mg-Filmtabletten. Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 500 mg Levetiracetam. 1 Filmtablette enthält 1000 mg Levetiracetam. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Maisstärke, Povidon, Magnesiumstearat, hochdisperses Siliciumdioxid. Filmüberzug: 500mg: Poly(vinylalkohol) – teilweise hydrolysiert, Titandioxid (E 171), Macrogol 3350, Talkum (E 553b), Eisenoxid gelb (E 172). 1000mg: Poly(vinylalkohol) – teilweise hydrolysiert, Titandioxid (E 171), Macrogol 3350, Talkum (E 553b). Anwendungsgebiete: Levebon ist zur Monotherapie partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Patienten ab 16 Jahren mit neu diagnostizierter Epilepsie indiziert. Levebon ist indiziert zur Zusatzbehandlung • partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Erwachsenen, Kindern und Säuglingen ab 1 Monat mit Epilepsie. • myoklonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit juveniler myoklonischer Epilepsie. • primär generalisierter tonisch-klonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit idiopathischer generalisierter Epilepsie. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff bzw. andere Pyrrolidon-Derivate oder einen der sonstigen Bestandteile. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, andere Antiepileptika, Levetiracetam. ATC-Code: N03AX14. Inhaber der Zulassung: Lannacher Heilmittel Ges.m.b.H., 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Packungsgrößen: 30 und 60 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Levebon 100 mg/ml-Lösung zum Einnehmen. Zusammensetzung: 1 ml enthält 100 mg Levetiracetam. Sonstige Bestandteile: Maltitol-Lösung. 300,0 mg. Sonstige Bestandteile: Glycerol 85%, Maltitol-Lösung, Kaliumsorbat, Citronensäure-Monohydrat, Natriumhydroxid, Sucralose (E 955), Pfefferminzaroma, Kirscharoma, gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete: Levebon ist zur Monotherapie partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Patienten ab 16 Jahren mit neu diagnostizierter Epilepsie indiziert. Levebon ist indiziert zur Zusatzbehandlung • partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Erwachsenen, Kindern und Säuglingen ab 1 Monat mit Epilepsie. • myoklonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit juveniler myoklonischer Epilepsie. • primär generalisierter tonisch-klonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit idiopathischer generalisierter Epilepsie. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff bzw. andere Pyrrolidon-Derivate oder einen der sonstigen Bestandteile. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, andere Antiepileptika, Levetiracetam. ATC-Code: N03AX14. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Packungsgrößen: 300 ml. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Olanzapin Genericon 2,5 mg – Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält Olanzapinbenzoat äquivalent zu 2,5 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Calciumhydrogenphosphat (E341), Mikrokristalline Cellulose (E460), Magnesiumstearat (E470), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A). Olanzapin Genericon 5 mg – Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält Olanzapinbenzoat äquivalent zu 5 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Calciumhydrogenphosphat (E341), Mikrokristalline Cellulose (E460), Magnesiumstearat (E470), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A). Olanzapin Genericon 10 mg – Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält Olanzapinbenzoat äquivalent zu 10 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Calciumhydrogenphosphat (E341), Mikrokristalline Cellulose (E460), Magnesiumstearat (E470), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A). Anwendungsgebiete: Olanzapin ist für die Behandlung der Schizophrenie angezeigt. Bei Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben, ist Olanzapin bei fortgesetzter Behandlung zur Aufrechterhaltung der klinischen Besserung wirksam. Olanzapin ist zur Behandlung von mäßig schweren bis schweren manischen Episoden angezeigt. Bei Patienten, deren manische Episode auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen hat, ist Olanzapin zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolarer Störung angezeigt (siehe Abschnitt 5.1). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Olanzapin oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit bekanntem Risiko eines Engwinkelglaukoms. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsychotika, Diazepine, Oxazepine Thiazepine. ATC-Code: N05A H03. Olanzapin Genericon 2,5 mg – Tabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Olanzapin Genericon 5 mg – Tabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Olanzapin Genericon 10 mg – Tabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Olanzapin Genericon 5 mg Schmelztabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Schmelztablette enthält 5 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Jede Tablette enthält Aspartam (E 951) 2,8 mg. Magnesiumstearat, L-Methionin, Hochdisperses Siliciumdioxid, Hydroxypropylzellulose (gering substituiert), Crospovidon, Aspartam (E 951), Mikrokristalline Cellulose, Guar-Gummi, Magnesiumcarbonat, schwer basisch, Orangenaroma Silesia. Olanzapin Genericon 10 mg Schmelztabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Schmelztablette enthält 10 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Jede Tablette enthält Aspartam (E 951) 5,6 mg. Magnesiumstearat, L-Methionin, Hochdisperses Siliciumdioxid, Hydroxypropylzellulose (gering substituiert), Crospovidon, Aspartam (E 951), Mikrokristalline Cellulose, Guar-Gummi, Magnesiumcarbonat, schwer basisch, Orangenaroma Silesia. Anwendungsgebiete: Erwachsene: Olanzapin ist angezeigt zur Behandlung von Schizophrenie. Bei Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben, ist Olanzapin bei fortgesetzter Behandlung zur Aufrechterhaltung der klinischen Besserung wirksam. Olanzapin ist angezeigt zur Behandlung einer mäßigen bis schweren manischen Episode. Bei Patienten, deren manische Episode auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen hat, ist Olanzapin zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolarer Störung angezeigt (siehe Abschnitt 5.1). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit bekanntem Risiko für Engwinkelglaukom. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsychotikum. ATC-Code: N05A H03. Olanzapin Genericon 5 mg Schmelztabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Olanzapin Genericon 10 mg Schmelztabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Rezept-und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Oxygerolan 5 mg-Filmtabletten, Oxygerolan 10 mg-Filmtabletten. Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 5 mg bzw. 10 mg Oxycodonhydrochlorid entsprechend 4,48 mg bzw. 8,97 mg Oxycodon. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Carboxymethylstärke-Natrium Typ A; Lactosemonohydrat; Cellulose, mikrokristallin; Hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid; Magnesiumstearat. Tablettenüberzug 5 mg und 10 mg: Polyvinylalkohol; Talkum (E 553b);Titandioxid (E 171); Macrogol 3350; Sojalecithin (E 322); Indigocarmin, Aluminiumlack (E 132). Tablettenüberzug 5 mg: Ponceau 4R Aluminiumlack (E 124). Anwendungsgebiete: Starke Schmerzen, die Opioid-Analgetika bedürfen um ausreichend behandelt werden zu können. Gegenanzeigen: • Überempfindlichkeit gegen Oxycodonhydrochlorid, Soja, Erdnüsse oder einen der sonstigen Bestandteile • Schwere Atemdepression mit Hypoxie und/oder Hyperkapnie • Schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung • Cor pulmonale • Schweres Bronchialasthma • Paralytischer Ileus • Akutes Abdomen, verzögerte Magenentleerung. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetika; Opiode; Natürliche Opium-Alkaloide. ATC-Code: N02AA05. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Suchtgift, Abgabe nur auf Suchtgiftrezept, apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 10, 30 und 60 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Oxygerolan 5 mg-Retardtabletten, Oxygerolan 10 mg-Retardtabletten, Oxygerolan 20 mg-Retardtabletten, Oxygerolan 40 mg-Retardtabletten, Oxygerolan 80 mg-Retardtabletten. Zusammensetzung: 1 Retardtablette enthält 5mg, 10 mg, 20 mg, 40 mg bzw. 80 mg Oxycodonhydrochlorid entsprechend 4,45 mg, 8,97 mg, 17,93 mg, 35,86 mg bzw. 71,72 mg Oxycodon. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Kollidon SR (bestehend aus Poly(vinylacetat), Povidon (K = 22,5 - 27,0), Natriumdodecylsulfat, Siliciumdioxid); Cellulose, mikrokristallin; Hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid; Magnesiumstearat [pflanzlich]. Tablettenüberzug 10 mg, 20 mg, 40 mg und 80 mg: Poly(vinylalkohol); Talkum (E 553 b); Titandioxid (E 171); Macrogol 3350; Sojalecithin (E 322). Tablettenüberzug 20 mg und 40 mg: Eisenoxid gelb (E 172); Eisenoxid schwarz (E 172); Eisenoxid rot (E 172). Tablettenüberzug 5mg, 80 mg: Eisenoxid gelb (E 172); Eisenoxid schwarz (E 172); Indigocarmin, Aluminiumlack (E 132). Anwendungsgebiete: Starke Schmerzen, die Opioid-Analgetika bedürfen um ausreichend behandelt werden zu können. Gegenanzeigen: • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Soja, Erdnüsse oder einen der sonstigen Bestandteile • Schwere Atemdepression mit Hypoxie und/oder Hyperkapnie • Schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung • Cor pulmonale • Schweres Bronchialasthma • Paralytischer Ileus • Schwangerschaft • Stillzeit • Akutes Abdomen, verzögerte Magenentleerung. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Natürliche Opium-Alkaloide. ATC-Code: N02AA05. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Suchtgift, Abgabe nur auf Suchtgiftrezept, apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 10, 30 und 60 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Prolia® 60 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Fertigspritze enthält 60 mg Denosumab in 1 ml Lösung (60 mg/ml). Denosumab ist ein humaner monoklonaler IgG2-Antikörper, der mittels rekombinanter DNA-Technologie in einer Säugetierzelllinie (CHO) hergestellt wird. Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Jeder ml der Lösung enthält 47 mg Sorbitol (E420). Liste der sonstigen Bestandteile: Essigsäure 99%, Natriumhydroxid (zur pH-Wert Einstellung; der Acetatpuffer wird durch Mischen von Essigsäure mit Natriumhydroxid gebildet), Sorbitol (E420), Polysorbat 20, Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Behandlung der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Frakturrisiko. Prolia vermindert signifikant das Risiko für vertebrale, nicht-vertebrale und Hüftfrakturen. Behandlung von Knochenschwund im Zusammenhang mit Hormonablation bei Männern mit Prostatakarzinom mit erhöhtem Frakturrisiko. Prolia vermindert bei Männern mit Prostatakarzinom unter Hormonablationstherapie signifikant das Risiko für vertebrale Frakturen. Gegenanzeigen: Hypokalzämie, Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel zur Behandlung von Knochenerkrankungen - Andere Mittel mit Einfluss auf die Knochenstruktur und die Mineralisation, ATC-Code: M05BX04. Inhaber der Zulassung: Amgen Europe B.V., 4817 ZK Breda, NL, Vertreter in Österreich: Amgen GmbH, 1040 Wien. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept-und apothekenpflichtig. Stand der Information: April 2012. Weitere Angaben zu Dosierung, Art und Dauer der Anwendung, besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit sowie zu Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Literatur: * Signifikante Frakturreduktion an allen gemessenen Stellen. 1. Cummings SR et al. N Engl. J Med 2009; 361:756-765. 2. Boyle WJ et al. Nature 2003; 423: 337–342. 3. Kostenuik PJ. Curr Opin Pharmacol 2005; 618–625. 4. Data on file, Amgen. Seretide Diskus levis 50/100 Mikrogramm - einzeldosiertes Pulver zur Inhalation; Seretide Diskus standard 50/250 Mikrogramm - einzeldosiertes Pulver zur Inhalation; Seretide Diskus forte 50/500 Mikrogramm - einzeldosiertes Pulver zur Inhalation; Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: Jede Einzeldosis von Seretide enthält: 50 Mikrogramm Salmeterol (als Salmeterolxinafoat) und 100, 250 oder 500 Mikrogramm Fluticasonpropionat. Sonstige Bestandteile: Lactose-Monohydrat (enthält Milchproteine). Pharmakotherapeutische Gruppe: Sympathomimetika und andere Mittel bei obstruktiven Atemwegserkrankungen, ATC-Code: R03AK06; Anwendungsgebiete: Asthma bronchiale: Seretide Diskus ist indiziert für die regelmäßige Behandlung von Asthma bronchiale, bei der die Anwendung von langwirksamem Beta2-Agonisten und inhalativem Kortikoid in Kombination angezeigt ist:- bei Patienten, die mit inhalativen Kortikoiden und kurzwirksamen Beta2-Agonisten zur bedarfsweisen Inhalation nicht ausreichend eingestellt sind oder- bei Patienten, die mit inhalativen Kortikoiden und langwirksamen Beta2-Agonisten ausreichend eingestellt sind. Hinweis: Die Stärke Seretide 50 µg/100 µg ist nicht angezeigt bei Erwachsenen und Kindern mit schwerem Asthma bronchiale. Chronisch obstruktive Atemwegserkrankung (COPD): Seretide ist angezeigt für die symptomatische Behandlung von Patienten mit COPD, mit FEV1 <60% des Normwertes (präbronchodilatatorisch) und wiederholt aufgetretenen Exazerbationen, die trotz regelmäßiger bronchienerweiternder Therapie signifikante Symptome aufweisen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder den sonstigen Bestandteil (siehe Abschnitt 6.1. Liste der sonstigen Bestandteile der Fachinformation). Inhaber der Zulassung: GlaxoSmithKline Pharma GmbH., Wien. Zulassungsnummern: Seretide Diskus levis 50/100 Mikrogramm: Z.Nr.: 1-22902; Seretide Diskus standard 50/250 Mikrogramm: Z.Nr.: 1-22901; Seretide Diskus forte 50/500 Mikrogramm: Z.Nr.: 1-22900. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Sirdalud MR 6 mg – Kapseln. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Kapsel enthält: 6 mg Tizanidin als Hydrochlorid, 116,6 mg Saccharose. Liste der sonstigen Bestandteile: Saccharose, Ethylcellulose, Schellack, Talkum, Maisstärke, Titandioxid (E171), Gelatine, Eisenoxid schwarz (E172). Anwendungsgebiete: Spastizität infolge neurogener Störungen wie Multiple Sklerose, chronische Myelopathie, degenerative Rückenmarkserkrankungen, apoplektischer Insult und infantile Zerebralparese. Schmerzhafte Muskelspasmen bei statischen und funktionellen Störungen im Bereich der Wirbelsäule (z.B. Zervikal- und Lumbalsyndrome wie Tortikollis oder Lumbago), postoperativ, z.B. nach Eingriffen wegen Diskushernie oder Osteoarthritis der Hüfte. Gegenanzeigen: bekannte Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff und/oder einen der sonstigen Bestandteile, schwere Nieren- und/oder Leberinsuffizienz (s. Abs. 5.2). Die gleichzeitige Anwendung von Tizanidin mit starken CYP1A2-Hemmern wie Fluvoxamin oder Ciprofloxacin ist kontraindiziert (s. Abs. 4.5 und Abs. 4.4). Da ausreichende Erfahrungen bei Säuglingen und Kindern bisher nicht vorliegen, darf Sirdalud diesen Patienten nicht gegeben werden. Pharmakokinetische Gruppe: Muskelrelaxantien, andere zentral wirksame Substanzen. ATC-Code: M03BX02. Inhaber der Zulassung: Novartis Pharma GmbH, Wien. Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezept-, apothekenpflichtig. Informationen betreffend Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkung mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. * Quelle: Expert Report on Clinical Documentation, Registrierungsdossier IKS, 1987. Datum der Erstellung: 12/2011, AT1112021775. Valsartan +pharma 80 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 80 mg Valsartan. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, verkieselt; vorverkleisterte Stärke, Crospovidon, Magnesiumstearat, hochdisperses Siliciumdioxid. Tablettenfilm: Opadry® II pink – 85G64757: Polyvinylalkohol, partiell hydrolisiert; Titandioxid (E171), Talkum, Macrogol 3350, Sojalecithin (E322), rotes Eisenoxid (E172), schwarzes Eisenoxid (E172), gelbes Eisenoxid (E172). Valsartan +pharma 160 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 160 mg Valsartan. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, verkieselt; vorverkleisterte Stärke, Crospovidon, Magnesiumstearat, hochdisperses Siliciumdioxid. Tablettenfilm: Opadry® II yellow – 85G62511: Polyvinylalkohol, partiell hydrolisiert; Titandioxid (E171), Talkum, Macrogol 3350, gelbes Eisenoxid (E172), Sojalecithin (E322), rotes Eisenoxid (E172), schwarzes Eisenoxid (E172). Anwendungsgebiete: Hypertonie: Behandlung der essenziellen Hypertonie. Nach einem vor kurzem aufgetretenen Myokardinfarkt: Behandlung von klinisch stabilen Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz oder asymptomatischer, links-ventrikulärer systolischer Dysfunktion nach einem vor kurzem (12 Stunden bis 10 Tage) aufgetretenen Myokardinfarkt (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1). Herzinsuffizienz: Behandlung der symptomatischen Herzinsuffizienz, wenn ACE-Hemmer nicht gegeben werden können oder zusätzlich zu einem ACE-Hemmer, wenn Beta-Blocker nicht angewendet werden können. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose und Cholestase. Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist, rein; ATC-Code: C09C A03. Valsartan +pharma 80 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stk., Rezept- und apothekenpflichtig. Valsartan +pharma 160 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stk., Rezept- und apothekenpflichtig. INHABER DER ZULASSUNG: +pharma arzneimittel gmbh, A-8054 Graz. E-Mail: pluspharma@pluspharma.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Valsartan 1A Pharma 80; 160 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 80; 160 mg Valsartan. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten, rein. ATC-Code: C09C A03. Anwendungsgebiete: Valsartan 1A Pharma 80 mg und 160 mg – Filmtabletten: Hypertonie: Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen und Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren. Nach einem vor kurzem aufgetretenen Myokardinfarkt: Behandlung von klinisch stabilen erwachsenen Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz oder einer asymptomatischen, links-ventrikulären systolischen Dysfunktion nach einem vor kurzem (12 Stunden bis 10 Tage) aufgetretenen Myokardinfarkt. Herzinsuffizienz: Behandlung der symptomatischen Herzinsuffizienz bei erwachsenen Patienten, wenn ACE-Hemmer nicht gegeben werden können oder zusätzlich zu einem ACE-Hemmer, wenn Beta-Blocker nicht angewendet werden können. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; Schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose und Cholestase, zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid, Magnesiumstearat. Filmüberzug: Valsartan 1A Pharma 80 mg: Hypromellose, Titandioxid (E171), Macrogol 8000, Rotes Eisenoxid (E172), Gelbes Eisenoxid (E172). Valsartan 1A Pharma 160 mg: Hypromellose, Titandioxid (E 171), Macrogol 8000, Rotes Eisenoxid (E 172), Gelbes Eisenoxid (E 172), Schwarzes Eisenoxid (E 172). Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH,1020 Wien, Österreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: Jänner 2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Valsartan/HCT 1A Pharma 80mg/12,5mg; 160mg/12,5mg; 160mg/25mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Valsartan/HCT 1A Pharma 80 mg/12,5 mg: jede Tablette enthält 80 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/12,5 mg: jede Tablette enthält 160 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/25 mg: jede Tablette enthält 160 mg Valsartan und 25 mg Hydrochlorothiazid. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten und Diuretika, Valsartan und Diuretika. ATC-Code: C09D A03. Anwendungsgebiete: Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen. Die fixe Kombination Valsartan/HCT 1A Pharma ist bei Patienten angezeigt, deren Blutdruck mit Valsartan oder Hydrochlorothiazid alleine nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Valsartan, Hydrochlorothiazid, andere von Sulfonamiden abgeleitete Substanzen oder einen der sonstigen Bestandteile; zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose und Cholestase. Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min), Anurie. Therapieresistente Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hypercalcämie und symptomatische Hyperurikämie. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Magnesiumstearat, hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid. Filmüberzug: Valsartan/HCT 1A Pharma 80 mg/12,5 mg: Hypromellose, Macrogol 8000, Talkum, Titandioxid, Rotes Eisenoxid, Gelbes Eisenoxid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/12,5 mg: Hypromellose, Macrogol 8000, Talkum, Titandioxid, Rotes Eisenoxid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/25 mg: Hypromellose, Macrogol 4000, Talkum, Titandioxid, Rotes Eisenoxid, Gelbes Eisenoxid, Schwarzes Eisenoxid. Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH,1020 Wien, Österreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezeptund apothekenpflichtig. Stand der Information: Oktober 2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Cetirizin Genericon 10 mg-Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 10 mg Cetirizindihydrochlorid. Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 101,8 mg Lactose-Monohydrat. Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, kolloidales Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, Talk, Maisstärke. Tablettenüberzug: Opadry weiß bestehend aus Hypromellose, Lactose-Monohydrat, Titandioxid (E171), Macrogol 4000 und Natriumcitrat. Anwendungsgebiete: Bei Kindern ab 6 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen: zur Linderung nasaler und okulärer Symptome einer saisonalen und chronisch allergischen Rhinitis; zur Linderung von Symptomen bei chronischer idiopathischer Urtikaria; Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; Überempfindlichkeit gegen andere Piperazinpräparate; schwere Nierenerkrankungen (Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min) und schwere Lebererkrankungen; Säuglinge und Kinder unter 2 Jahren, da noch keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen; Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihistaminika zur systemischen Anwendung. Piperazin-Derivate. ATC-Code: R06AE07. Cetirizin Genericon 10 mg-Filmtabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Levocetirizin Genericon 5 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Levocetirizindihydrochlorid. Jede Filmtablette enthält 5 mg Levocetirizindihydrochlorid (entsprechend 4,2 mg Levocetirizin). Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 64,0 mg Lactose-Monohydrat. Tablettenkern: 64,0 mg Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat (E572). Filmüberzug: Hypromellose (E464), Titandioxid (E171), Macrogol 400. Anwendungsgebiete: Zur symptomatischen Behandlung der chronischen idiopathischen Urtikaria. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Levocetirizin, andere Piperazinderivate oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz mit einer Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihistaminika zur systemischen Anwendung, Piperazinderivate. ATC-Code: R06A E09. Levocetirizin Genericon 5 mg – Filmtabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.


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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 20  •  16. Mai 2012

Vernetzte Betreuung für Alte, Demenzkranke und Angehörige

Willkommen im Welser Alzheimer-Café Mag. (FH) Sylvia Boubenicek ist Leiterin der Servicestelle Demenz im Haus für Senioren in Wels. Die Alten­fach­betreuerin arbeitet seit 20 Jahren im ehemaligen Altenheim der Diakonie, das 2006 zu einem Kompetenzzentrum für alte Menschen um- und ausgebaut wurde. „Ich kenne kein anderes Haus, dessen Angebotspalette eine so umfassende wäre“, ist Mag. Boubenicek stolz. Unter anderem werden folgende Leistungen im Haus angeboten:

Foto: privat

Mag. (FH) ­Sylvia ­Boubenicek

Hausgemeinschaften: Wie in einer Wohngemeinschaft leben hier sieben Hausgemeinschaften zu maximal zwölf Personen. Jeder Bewohner hat sein eigenes Zimmer, dazu sind ein gemeinsamer Wohnbereich und Küche vorhanden. Alltagsmanagerinnen kochen für die Bewohner, weiters gibt es ein stationäres Wohnund Pflegangebot je nach Bedarf. Wohnungen mit Service: Es stehen zwölf Mietwohnungen für Senioren mit fixem Betreuungspaket zur Verfügung.

Diakonie mobil: Dieser Hilfsdienst ist im Haus stationiert, um die rund 60 Senioren zu betreuen und deren Angehörige zu entlasten. Informations-, Aufklärungs- und Vortragstätigkeit: „Zum jährlichen Welt-Alzheimertag gibt es Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung. Wir halten auch Vorträge in Gemeinden oder bei Pensionistenverbänden über das Leben mit Demenz“, erläutert Mag. Boubenicek. Tagesbetreuung: Dieser Dienst wurde diesen Frühling gemeinsam mit neuen Aktivitäten zur Servicestelle Demenz gebündelt. Da etwa 80 Prozent der Demenzkranken zuhause gepflegt werden, ist diese Anlaufstelle bei den Angehörigen sehr gefragt. Darüber hinaus ist das „Haus für Senioren“ auch Ausbildungsstätte: Es kann dort eine zweijährige Schulung zur Fach-Sozialbetreuerin/Altenarbeit absolviert werden.

Servicestelle Demenz Ziel der neuen Sevicestelle ist die Beratung, Entlastung und vielfältige Begleitung von Angehörigen, Demenzkranken und Menschen, die ein mildes kognitives Defizit (Mild Cognitive Impairment – MCI) bei sich erkennen und abklären lassen möchten, ob sie demenzgefährdet sind. Das interdisziplinäre Beratungsteam besteht neben Mag. Boubenicek noch aus einer Klinischen Psychologin und einer Diplomierten Gesund-

Foto: Diakoniewerk

WELS – Im „Haus für Senioren“ des Diakoniewerkes in Wels finden alte und demente Menschen ein Zuhause und vielseitige Begleitung. Vor Kurzem wurde dort auch eine Servicestelle für Demenz eingerichtet, bei der Betroffene und pflegende Angehörige Unterstützung finden.

Am 31. Mai treffen sich Demenzkranke und Gesunde wieder zum „Gemeinsam aktiv“-Nachmittag zum Singen und Tanzen.

heits- und Krankenschwester. In der Tagesbetreuung sind sechs qualifizierte Mitarbeiterinnen und ein Zivildiener beschäftigt. Die Finanzierung der Servicestelle ist durch einen privaten Spender für zwei Jahre gesichert. Zum Angebot der Servicestelle gehören: Tageszentrum: In einem hellen großen Raum mit gemütlichen Holzmöbeln und Blick in den Garten können mehr oder weniger demente Menschen beim Kaffee sitzen. Seit 2007 verbringen hier ungefähr 15 Personen von Montag bis Freitag den Tag von 8 bis 16 Uhr. „Je nach Einkommen und Pflegegeldbezug zahlen die Besucher rund drei bis 53 Euro pro Tag“, erklärt Mag. Boubenicek. Die Verpflegung mit Frühstück, Obst, Mittagessen, Kaffee und Kuchen kostet 8,50 Euro. „Von Angehörigen bekomme ich oft die Rückmeldung, dass die Senioren nach dem Besuch daheim auch reger und besser gelaunt sind“, freut sich die Leite-

rin. Jeden Tag wird gesungen, man bewegt sich oder tanzt. Es wird unter Anleitung gebastelt, gegartelt und das Gedächtnis trainiert. Täglich helfen die Senioren beim Kuchenbacken oder Gemüseschneiden für die Mittagssuppe. Jeder Gast braucht individuelle Anregung, Motivation und Beschäftigung, ist Mag. Boubenicek überzeugt. Da mancher auch ab und zu aggressive Tendenzen zeigt, ist viel Kompetenz und Fingerspitzengefühl gefragt. Meist werden die Dementen von ihren Angehörigen hergebracht, es ist aber auch möglich, einen Fahrtendienst organisieren zu lassen. Alzheimer-Café: Erfahrungsaustausch und Abstand vom Pflegealltag für Angehörige von dementen Menschen ist Ziel des AlzheimerCafés, das jeden ersten Dienstag im Monat Interessierte zum Plausch und zu Fachvorträgen einlädt. Für die Betroffenen wird während dieser Zeit Betreuung angeboten.

Auf Regression zu warten ist oft riskant

MIAMI – Hämangiome bei Kleinkindern bilden sich zwar meist im Laufe der Zeit von selbst zurück. Oft tut man aber gut daran, vorher einzuschreiten. Betablocker könnten in Zukunft die Therapie der 1. Wahl sein. In den ersten drei bis zwölf Lebensmonaten wachsen Hämangio­ me meist rasch, um sich bis zum Alter von drei bis sieben Jahren langsam zurückzubilden. Die spontane Regression garantiert aber kein kosmetisch günstiges Resultat, und in der Zwischenzeit können viele Komplikationen oder Funktionseinschränkungen auftreten, die eine systemische oder chirurgische Therapie erzwingen.

Zur systemischen Behandlung hat man bisher vor allem Kortikosteroide (meist orales Prednisolon) eingesetzt. Seit 2008 gibt es vermehrt Berichte über positive Erfahrungen mit dem Betablocker Propranolol. Dr. Cynthia J. Price von der Universitätsklinik für Kinderdermatologie in Miami und ihre Kollegen verglichen in einer retrospektiven Studie die beiden Therapieregime. Von 110  Patienten hatten 68  Propranolol und 42 orale Kortikosteroide erhalten. Die Therapiedauer unter dem Betablocker lag im Mittel bei 7,9  Monaten, unter dem Kortikosteroid bei 5,2 Monaten. Propranolol erwies sich als eindeutig überlegen: Bei 82  Prozent der Kinder konnte man eine Rückbildung um mindestens 75 Prozent

erreichen – unter Kortikosteroiden nur bei 29  Prozent. Zudem war die Betablocker-Therapie deutlich besser verträglich. Nur drei Kinder entwickelten Nebenwirkungen (Hypoglykämie, unspezifisches Exanthem). Unter dem oralen Steroid klagten dagegen alle Kinder über unerwünschte Begleiterscheinungen der Behandlung. Die spontane Regression garantiert noch

Propanolol wirksamer als orale Steroide Zu einem Rezidiv nach Absetzen der Therapie kam es in der Betablocker-Gruppe bei zwei Kindern – beide sprachen auf eine erneute Therapie gut an. Nach der medikamentösen Behandlung brauchten noch zwölf Prozent der mit Propra­ nolol behandelten Kinder eine chi-

kein kosmetisch günstiges Ergebnis.

rurgische Resektion des Hämatoms, in der Kortikosteroidgruppe betrug diese Rate hingegen 29 Prozent. Die Therapie mit Propranolol ist somit effektiver, besser verträglich und zudem wesentlich kostengünstiger, so das Fazit der Autoren. MW Cynthia J. Price et al., Arch Dermatol 2011; 147: 1371–1376

Foto: BilderBox.com

Betablocker zur Behandlung von kindlichen Hämangiomen

Gedächtnistraining: Eine Psychologin veranstaltet ab September ein Training für Interessierte, in dem sie ihre Aufmerksamkeit, Merk- und Lernfähigkeit spielerisch schulen können. Schulung für Angehörige: Unter dem Motto „Hilfe beim Helfen“ erhalten Angehörige im Mai an drei Nachmittagen zu jeweils 2,5 Stunden Tipps und Informationen zu rechtlichen Belangen, zu Pflege und zum Alltag mit Dementen. Gemeinsame Aktiv-Nachmittage: Lachen, tanzen, singen und sich bewegen – ein Segen für Kranke und Gesunde. Angehörige und Demenzkranke können kostenlos unterhaltsame Nachmittage besuchen. Der nächste Termin ist der 31. Mai. Ehrenamtlicher Besuchsdienst: Vom Demenzzentrum geschulte, ehrenamtliche – meist ältere –Menschen besuchen demente Personen daheim, um Angehörigen ein paar Freistunden vom Pflegealltag zu gönnen. Die Besucher plaudern mit den Dementen, lesen ihnen vor oder gehen mit ihnen spazieren. Persönliche und telefonische ­Demenzberatung: „Wir beraten bei Fragen zum Verlauf der Demenz, wie man Demenzkranke sinnvoll beschäftigt und mit Persönlichkeitsveränderung umgeht, wo man finanzielle Hilfe bekommt“, erklärt Mag. Boubenicek. „Wir geben Tipps zu Körperpflege, Essen und Wohnraumgestaltung, und wir informieren darüber, wie man sich als Pflegender vor dem Ausbrennen schützt.“ Die Leiterin des Hauses hofft, dass das Haus mit all seinen vernetzten Diensten für Demenzkranke Nachahmung findet. RaC Haus für Senioren Dr. Schauer-Straße 5 4600 Wels Tel.: 07242/46 163-0 Servicestelle Demenz und Tageszentrum: Mag. (FH) Sylvia Boubenicek Tel.: 07242/46 163-600 www.diakoniewerk.at

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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 20  •  16. Mai 2012

Zur psychosozialen Gesundheit abgeschobener und rückgeführter Kinder

UNICEF: „Stilles Leid“ im Kosovo Abschiebungen und Rückführungen stellen in der Europäischen Union einen wesentlichen Bestandteil des Kampfes gegen illegale Migration dar. Als Unterzeichnerstaaten des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes haben sich die Mitgliedstaaten der Europäischen Union dabei jedoch schon seit langem dazu verpflichtet, das Wohl des Kindes zu einer Richtschnur behördlichen Handelns zu machen. Migranten, insbesondere Kinder, sind ernsthaften Risiken ausgesetzt, wie beispielsweise existenzieller Armut und Diskriminierung. Sprachbarrieren erschweren ihre Situation. Viele von ihnen leben in ständiger Furcht vor Verhaftung und Abschiebung.

2010 aus Deutschland und Österreich in den Kosovo zurückgeführt wurden. Die Kinder wurden in ihrer Muttersprache (Albanisch, Serbisch oder Deutsch) anhand von Fragebögen, die an die verschiedenen Altersgruppen angepasst waren, interviewt. Ein Team aus Psychologen, Ärzten und Sozialwissenschaftlern arbeitete unter der Aufsicht der Medizinischen Universität Wien mit der „Kosovo Health Foundation“ und der Universität von Prishtina (Kosovo) zusammen.

In ein fremdes Land

Über die Hälfte der befragten Kinder war in Deutschland oder Öster- Für UNICEF ist die psychiatrische Gesundheitsversorgung im Kosovo bei weitem nicht ausreichend. reich geboren und hatte ihr gesamtes Leben dort verbracht. Sie erlebten Rückzug und der Verlust von Fähig- ben viele Familien kein vernünftiges lenwert und einen noch ­geringeren ihre Rückführung daher eher als Ab- keiten, die in der individuellen Ent- Dach über dem Kopf oder leben in für die kosovarische Regierung. wicklung bereits erworben worden denen es an grundle- In Ermangelung psychotherapeuMangelhafte Studienlage schiebung in ein fremdes Land denn waren, sowie Aggressionen, Tren- Wohnungen, gender Ausstattung wie Heizung, tischer und anderer Behandlungsals eine Heimkehr. Um das Risiko UNICEF, das Kinderhilfswerk der des Untertauchens möglichst gering nungsangst und andere wiederkeh- fließendem Wasser oder Strom man- methoden im Kosovo werden häuVereinten Nationen, zeigte sich be- zu halten, finden Rückführungen rende Ängste waren unter den rück- gelt. Arbeitslosigkeit und Einkom- fig lediglich Psychopharmaka vermensarmut sind weit verbreitet, ins- schrieben, falls überhaupt eine ärztsorgt über einen Mangel an Studi- meist ohne vorherige Ankündigung geführten Kindern weit verbreitet. besondere bei Risikofamilien mit liche Behandlung stattfindet. en zu Rückführungsverfahren und und mitten in der Nacht statt – ein Beschwerden in Zahlen Unbehandelte psychische ErKindern und bei Minderheiten. Die -richtlinien. Daher wurde nun die weiterer oft traumatisierender UmStudie „Stilles Leid – Zur psychosozi- stand. Nicht selten haben FamiIm Detail litt laut UNICEF-Stu- Kombination aus Mobbing, Diskri- krankungen erzeugen jedoch wiealen Gesundheit abgeschobener und lien und Kinder nicht einmal eine die fast die Hälfte aller Jugendlichen minierung, Armut und Sprachbarri- derum zusätzliche Belastungen für rückgeführter Kinder“ durchgeführt, Stunde Zeit, um ihre gesamte Exi- an Depressionen, ein Viertel hatte eren führt nicht nur zu verheerend das öffentliche Gesundheitssystem, um neue Einblicke und empirische stenz in ein paar Taschen zu packen. Selbstmordgedanken, was in einer hohen Schulabbrecherquoten, son- da sie als mögliche Faktoren bei der Daten zu einer Reihe drängender Freunde, Lieblingsspielzeug, wich- Region mit traditionell niedrigen dern bringt zusätzliche gesundheit- Entstehung physischer Gesundheitsprobleme wie z.B. HerzkrankFragen zu liefern: Wie erleben Kin- tige Dokumente und andere persön- Selbstmordraten bemerkenswert liche Risiken mit sich. Die Ergebnisse zeigen auch, dass heiten gelten. Neben dem individer zwangsweise Rückführungen? liche Gegenstände bleiben zurück. ist. 40 Prozent der Mädchen zwiWelchen Effekt haben diese Rück- Jedes zweite der befragten Kinder er- schen sechs und 14 Jahren hatten im Ausland geborene und aufge- duellen Leid bergen unbehandelte führungen auf das psychosoziale innerte sich an seine Rückführung große soziale Probleme, ein Drittel wachsene Kinder häufiger psychoso- psychische Störungen demzufolge Wohlbefinden der Kinder? Wie se- als ein beängstigendes Erlebnis von zeigte Symptome einer klinischen matische Beschwerden haben. Dazu hohe Risiken und langfristige gesellhen die Umstände der Reintegrati- Furcht, Hilflosigkeit, Entwurzelung Depression, und 35,2 Prozent litten leidet in zwei Dritteln aller Fälle min- schaftliche Kosten. UNICEF fordert daher: „Geon im Aufnahmeland aus, und wie – eine dras­tische Veränderung seiner unter Angstzuständen. Die Daten destens ein Elternteil an klinischer wirken sie sich auf die rückgeführten Lebens­umstände. bestätigten auch hohe Raten post- PTBS. Die Eltern sind keineswegs in sundheit ist eine grundlegende Vor­ Die empirischen Befunde bele- traumatischer Belastungsstörungen der Lage, ihre Kinder zu unterstüt- aussetzung für die Ausübung aller Familien aus? Gibt es eine Wechselwirkung mit der psychischen Ge- gen die Häufigkeit unterschiedlicher (PTBS) bei rückgeführten Kindern, zen, sondern bräuchten selbst Hilfe. Kinderrechte und muss Vorrang vor migrationspolitischen, rechtSymptome und Verhaltensände- besonders bei zwangsweisen Absundheit von Kindern? Versorgung im Kosovo lichen und anderen Überlegungen Berichtet wird in der Studie über rungen nach der Rückführung. De- schiebungen. Verstimmungen, sozialer Kinder, die vorwiegend im Jahr pressive Somatische oder psychosoma„Der Behandlungsbedarf der psy- haben. Entscheidungen über RückAnzKKM_Medical Tribune_112x112mm_Layout 1 10.04.12 10:24 Seite 1 tische Beschwerden (z.B. Kopf- chischen Probleme geht jedoch weit führungen sollten nur nach einer schmerzen oder Magen-Darm- über das hinaus, was das kosova- umfassenden Bewertung möglicher Beschwerden) traten bei der rische Gesundheitssystem zu leis­ psychosozialer Auswirkungen durch Kindergruppe mit traumatischen ten vermag“, heißt es vonseiten der unabhängige Experten vorgenomNoM Rückkehrerlebnissen sechsmal UNICEF. 42 Prozent der Jugend- men werden.“ KKM – das Portal für medizinische Fortbildung häufiger auf und betrafen damit ein lichen leiden an Störungen, die beoFünftel aller Befragten. Mehr als 40 bachtet und möglicherweise behanProzent der zwangsweise zurück- delt werden müssten. Fast bei der Im neuen Online-Portal www.kongresse-medizin.de des Spitta Verlags geführten Kinder hatten soziale Hälfte der Kinder zwischen sechs finden Teilnehmer und Veranstalter medizinischer Kongresse und Fortbildungen Schwierigkeiten. und 14 Jahren wurde zumindest eine • Mehr als 5.000 Veranstaltungen aus 93 Fachgebieten psychische Krankheit wie affektive Ein langer Prozess inklusive Zahnmedizin – weltweit. Störung, PTBS, Angstzustände oder kognitive Probleme ­diagnostiziert. Für die Beurteilung der Auswir• Die bewährte Kongress-Suche ist nun noch übersichtlicher Doch im Kosovo sind die Möglichkungen von Rückführungen auf die und um zahlreiche neue komfortable Funktionen erweitert. psychische Gesundheit von Kin- keiten zur Traumabehandlung und • Der Nutzer kann seine Recherche höchst individuell gestalten: dern ist es wichtig, zwischen der ei- einer kindgerechten psychiatrischen durch Anlage eines Suchprofils entsprechend seinen gentlichen Rückkehr und der Zeit, Gesundheitsversorgung UNICEF Interessensgebieten. die zur „Reintegration“ benötigt zufolge so gut wie nicht vorhanden Verena Knaus et al.: „Stilles Leid – wird, zu unterscheiden – gerade bei und wenn, dann sind sie nur ganz • Er kann seine ausgewählten Kongresse auf eine Merkliste Zur psychosozialen Gesundheit setzen und mit Notizen versehen. Kindern, die im Ausland geboren wenigen überhaupt zugänglich. In abgeschobener und rückgeführter und gezwungen sind, sich an eine der Nachkriegszeit gab es im VerKinder“; UNICEF Kosovo in ZusamBesuchen Sie uns im Portal unter www.kongresse-medizin.de. völlig neue und fremde Umgebung gleich zu anderen Bereichen kaum menarbeit mit Kosovo Health Hier können Sie sich auch über die vier Versionen des KKM informieren Fördermittel zum Wiederaufbau anzupassen. Foundation, 2012 und diese online bestellen. Gerne hilft Ihnen unser Kundencenter weiter: „Rückführung“ als Prozess kann des zersplitterten kosovarischen Gehttp://www.unicef.at/fileadmin/ Telefon +49 7433 952-0 oder kundencenter@spitta.de Tage, Monate oder sogar Jahre dau- sundheitswesens. Gesundheitsframedien/pdf/Reports/UNICEF_ Spitta Verlag GmbH & Co. KG | Ammonitenstraße 1 | 72336 Balingen ern. Wie schon in früheren UNI- gen hatten und haben für GeberinStudie_-_Stilles_Leid.pdf CEF-Berichten beschrieben, ha- stitutionen nur einen geringen Stel-

Kongress Kalender Medizin

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Foto: UNICEF – Lena Dietz

WIEN – Jedes zweite Kind, das aus Österreich oder Deutschland in den Kosovo rückgeführt wird, ist hier geboren. Nach der Abschiebung in ein für sie fremdes Land, sind viele traumatisiert. Ein Viertel von ihnen denkt sogar an Selbstmord.


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Die letzte Seite

Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 20  •  16. Mai 2012

Medizin und ich von A bis Z

Raunzen als Lieblingsbeschäftigung

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Das heißt also jetzt, dass wir ein stolzes Volk sind, voller Glück über unsere Errungenschaften und in tiefer Zufriedenheit und Dankbarkeit für unser Leben. Nicht? Hab ich da was falsch verstanden? Wenn wir so gut, so toll und offensichtlich so viel besser sind als der Rest der Welt, woher kommt dann andererseits das permanente Lamentieren? Und das Jammern? Und vor allem das Raunzen? (Letzteres gelingt allerdings nur in den östlichen Dialekten des Landes wirklich klangvoll und überzeugend.) Mir ist auch schon aufgefallen, dass wir nicht im Paradies leben. Aber wenn man es mit dem Rest der Welt vergleicht, haben wir es ziemlich gut erwischt. Und vielleicht könnten wir einmal daran denken? Allein die Tatsache, dass wir hier in Mitteleuropa geboren sind, ist ein echtes Privileg. Und eins, für das wir keinen Finger gerührt haben. Wir haben einfach Glück ge­ habt, oder es war Schicksal oder Karma oder wer oder was auch immer. Da unser Land aber trotz aller Vorzüge immer noch nicht das Paradies, sondern ziemlich irdisch ist, könnte man ja einiges verbessern. Ich glaube, dass die ganze JammeHafen auf Honshu (Japan)

Pilze

Ausruf

auskristallisierter Zucker

land nach einem Zahnarzt gesucht, vor dem ich mich nicht fürchten muss. Und ich will gar nicht reden vom Lebensstandard in Nordafrika, Osteuropa gleich nach dem Fall des Vorhangs und Mittelamerika. Oder der persönlichen Sicherheit in diversen Vierteln von Paris, London oder Madrid. Dabei war ich in den wirklich schlimmen Gegenden dieser Welt noch gar nicht. Deshalb geht es mir echt auf die Nerven, wenn ich sehe, wie wir mit unserem Leben umgehen.

Wir haben die Ressourcen

von Dr. Ulrike Stelzl, Kassenärztin für Allgemeinmedizin in Graz

rei und Raunzerei einfach nur eine Entschuldigung ist. Wer jeiert, hat keine Zeit, irgendwas anzupacken. Und wer jammert, ist so beschäftigt damit, dass ihm weder einfällt, was es Gutes gibt, noch, wie er das weniger Gute verbessern kann. Also ich für meinen Teil bin in Spanien auf die Uni gegangen, in Belize und Guatemala im Krankenhaus gelegen und habe in Eng-

Ich weiß schon, dass Fernsehen, Radio und Printmedien sich nicht verkaufen würden, wenn die Schlagzeile des Tages hieße: „Österreicher so glücklich, wohlhabend und gesund wie noch nie! Wir haben so viel Geld, so viel Hab und Gut wie noch keine Generation vor uns.“ Wir arbeiten allerdings auch an der Umverteilung. Und zwar in die falsche Richtung. Ein paar Leute werden immer reicher, dafür werden viele andere an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Aber wir haben die Res01/01.2012

Ö wie Österreicher

Kolumne

Foto: Furgler

rgendwie sind wir Österreicher ein seltsames Volk. Einerseits haben wir was gegen Piefke, Türken, Tschuschen, Neger, Spaghettifresser, Kanaken und möglicherweise auch gegen alle anderen Völker dieser Erde. Auch gegen die, die wir mit politisch korrekten Bezeichnungen versehen. (Mich wundert immer nur auf meinen Reisen, warum der Rest der Welt uns so sympathisch findet. Sind Mozartkugeln wirklich soooo gut?) Na jedenfalls scheint es, dass wir niemanden mögen oder für gleichwertig halten. Denn: Keiner ist so toll wie wir.

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Hotelschiff (Kw.)

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Leib, Rumpf

Republik in Westafrika

Abk.: gegründet

Zeichen für Mangan

natürliche Therapieform

getr. Orchideenknolle

Musikrichtung Anfang der 60er

Kugelspiel, Sportart

eine Weltreligion

Abk.: save our souls

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fest, haltbar

Fruchtform

Abk.: Rotes Kreuz

zugemessene Arzneimenge

Singvogel

sourcen. Wir könnten richtig damit umgehen, wenn wir es wollten. Das unterscheidet uns von vielen anderen Gegenden dieser Erde. Wir haben ein Bildungssystem, das laut PISA-Studien zwar katastrophal ist, aber gleich so jammern drüber? Erst mal haben wir eine ziemlich gute Basisbildung. Wir haben z.B. kaum Analphabetentum. Wir haben recht gute Förderprogramme für Lernschwache, die man auch noch weiter ausbauen könnte. Vielleicht klemmt es auch ein wenig bei der Förderung von echten Talenten und besonders Begabten. Aber das wär doch lösbar, oder? Und unser System ist (nicht ganz, aber relativ) gratis. Damit ist der zukünftige Werdegang unserer Knirpse nicht schon von vornherein durch den sozialen Status ihrer Eltern irreversibel determiniert. Hier bei uns kann man auch Arzt werden, wenn der Papa Gemüsebauer war. Ist nicht so easy, wie wenn Papi schon Primarius ist, aber machbar. Und nicht überall in der zivilisierten Welt selbstverständlich. Und erst das viel beschimpfte Gesundheitssystem! Ein Gesundheits-

Abk.: Assistent

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zuvor, zunächst svd2011.1-31

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system, in dem jeder das Recht hat auf eine Koronarangiographie oder eine Strahlentherapie. Wo einen die Versicherungen nicht kündigen und rauswerfen, wenn man Brustkrebs hat, oder die staatliche Kasse streikt, wenn man über 65 ein künstliches Hüftgelenk braucht. Man muss sich mal vor Augen führen, was das für ein Irrsinnssystem ist. Und statt es zu bewundern und zu bestaunen und zu behüten, jammern wir nur darüber. Die Patienten jammern, die Ärzte jammern, und die Versicherungen sind ja sowieso die Allerärmsten. Wir werden es schon noch hinbekommen, dieses wunderbare System totzukriegen. Wenn wir so weitermachen sicher. Dann können wir es wenigstens so richtig bejammern. Und lamentieren, wie gut doch die alte Zeit war. Natürlich könnten wir auch versuchen, es zu retten, zu verbessern und dann zu hüten und zu pflegen. Aber das wär ja ein ziemlicher Energieaufwand. Dann bliebe wohl kaum noch Zeit zum Raunzen. Und was bleibt uns Österreichern dann als Lieblingsbeschäftigung?

MT-Rätsel Auch Jahrzehnte nach der sexuellen Revolution ist eine sinnlich und lustvoll erlebte Sexualität keine Selbstverständlichkeit, das Wissen über die weibliche Sexualität immer noch unzureichend. Elia Bragagna, Österreichs bekannteste Sexualmedizinerin, und ihr Mann, der Biochemiker Rainer Prohaska, wollen mit ihrem Buch „Weiblich, sinnlich, lustvoll“ (Verlag Carl Ueberreuter 2010, ISBN 978-3-8000-7475-4) Abhilfe schaffen: Sie erklären u.a. , wie weibliche Sexualität funktioniert, wie man Sexualstörungen löst und die Freude an der Sexualität optimieren kann. Schicken Sie das Lösungswort per Fax (01/54600-50-623) oder E-Mail (sekretariat@ medical-tribune.at) bis 30.5. an die Redak­tion und gewinnen Sie dieses Buch.


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