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Betagte und ihre Angehörigen müssen mitunter schwieFachkurzinformation auf Seite 24 rige Entscheidungen über RZ anz trttico 43x66.indd 1 03.02.12 13:54 ihre weitere Lebensgestaltung treffen. Konflikte von und mit alten Menschen im Gesundheitswesen sind häufig. In der Plattform Geriatrie

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stellt MT das neue Feld der „Elder Mediation“ vor, einer spezialisierten Form der Mediation, die genau in dieser Phase der Umbrüche auf den Plan rückt. Ziel ist eine an der Lebenswelt des Patienten orientierte optimale Versor-

Unterkühlter Herzstillstand u 32

HWI in der Hausarzt-Praxis Auf Fallstricke bei Harn­ wegsinfekten wurde im Rahmen der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Urologie hingewiesen. Anamnese und Befund müssen zusammenpassen, bevor mit einer ­antibiotischen Therapie ­begonnen wird. u 8

Initiative gegen COPD Die Österreichische Lungenunion macht mobil gegen die Volkskrankheit COPD und präsentiert eine Reihe von Forderungen an die Gesundheitspolitik. u 15

Stark unterkühlte Lawinenopfer können auch noch nach Stun­ den erfolgreich reanimiert werden und kommen mitunter ohne Schäden davon. Neue Richtlinien sind die Folge. u 10

gung. Voraussetzung dafür ist eine gelungene Kommunikation, die auch in der akutund palliativmedizinischen Betreuung hochbetagter Menschen unverzichtbar ist. Weitere Themen in der Plattform Geriatrie: Sekundäre

Demenzen, der Umgang mit Polypharmazie in der Hausarztpraxis und Inkontinenz bei älteren Frauen. Darüber

hinaus wirft MT vorab einen Blick ins Programm des Wiener Geriatriekongresses 2013. u 33–40

Aktion gegen Gesundheitsreform

900 empörte Ärzte 900 Kolleginnen und Kollegen kamen vergangene Woche zur ÖÄK-Vollversammlung und zum anschließenden Ärztekonvent nach Wien. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution fordert die Kammer Politik und Sozialversicherung auf, endlich ihre detaillierten Pläne für die zukünftige medizinische Versorgung auf den Tisch zu legen und mit den Ärzten und der Bevölkerung zu kommu-

nizieren. Die Standesvertretung fürchtet deutliche Leis­ tungskürzungen durch die geplanten Einsparungen in der Höhe von 11 Milliarden

Euro bis 2020. Um die Bevölkerung darüber zu informieren, sind für die nächsten Wochen weitere Protestaktionen geplant. u 2

Schwerpunkt Diabetes

Diversität hält gesund Auf der 40. Jahrestagung der Österreichischen Diabetes Gesellschaft in Salzburg war der Zusammenhang zwischen Darmflora und Diabetes Gegenstand der Key-Note-Lecture von Prof. Michael Roden vom Deutschen Diabetes-Zentrum in Düsseldorf.

Diabetes-Patienten würden etwa ein geringeres Keimspektrum im Darm aufweisen. Eine Einseitigkeit mit Folgen: Denn die geringere Keim-Diversität begünstigt subklinische Entzündungen, die Gewichtszunahme und die Entwicklung einer Insu-

linresistenz. MT berichtet im aktuellen Schwerpunkt Dia­ betes außerdem über Blutdruckvorgaben bei Diabetes, über Erfolge der bariatrischen Chirurgie, psychische Probleme bei Diabetes und über eine Umfrage unter ahnungslosen Eltern. u 17–22

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Zum Thema

Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 48  •  28. November 2012

Aus dem Inhalt Fotos: ÖÄK Thomas Jantzen

Medizin Wissenschaft

für die Praxis................................ 4

Was kann hinter dem „dicken Bein“ stecken?................ 6

Kongress live

ÖGU: Harnwegsinfekte effektiv behandeln....................... 8

Angststörungen

Antidepressiva sind Mittel erster Wahl.......................14

 olitik & P Praxisführung Soziales Jahr

Modell für den Ersatz des Zivildienstes.......................... 25

EU & Gesundheit

OECD-Bericht: Viele Daten zur Situation in Europa ............26

 lattform P Geriatrie Elder Mediation

Konflikte von und mit Senioren lösen ....................33

Rund 900 Ärzte und das ÖÄK-Präsidium beim Protesttag: Dr. Karl Forstner, Dr. Johannes Steinhart, Dr. Artur Wechselberger, Dr. Harald Mayer und Dr. Herwig Lindner.

ÖÄK gegen Zentralisierung, Verstaatlichung & Bürokratisierung

„Reform nur mit Ärzten!“ WIEN – Die Ärztekammer eint ihre Kräfte, um die von Bund, Ländern und Sozialversicherung geplante Reform des Gesundheitssys­ tems doch noch zu verhindern. Protestaktionen werden geplant. „Die Politik ist aufgefordert, die Pläne und Folgen der ,Gesundheits­ reform‘ offenzulegen und die als ,Dämpfungsmaßnahmen‘ bezeich­ neten Einsparungen konkret dar­ zustellen. Es wird eine Antwort auf die Frage erwartet, welche Folgen das auf die Arbeit der Ärztinnen und Ärzte und ihre Versorgungsleis­ tungen für die Menschen hat.“ Das ist wohl der deutlichste Satz der von der außerordentlichen Vollversammlung der Ös-

terreichischen Ärztekammer vergangene Woche verabschiedeten Resolu­tion gegen die Pläne der aus Bund, Ländern und Sozialversicherung gebildeten Steuerungsgruppe zur Gesundheitsreform. Die in die Gespräche bislang nicht eingebundene Ärztekammer informierte und mobilisierte am 21. November beim Ärztekonvent im Wiener Museums­quartier rund 900 Funktionäre und Ärzte. Ohne lange Diskussion und Gegenstimmen

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Palliativversorgung

Bei betagten Patienten eine Herausforderung...............40

Impressum.............................. 6

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Photokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages repro­ duziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfäl­ tigt, verwertet oder verbreitet werden. Anmerkung der Redaktion: Zur besseren Lesbarkeit wurde an einigen Stellen die männliche Schreibweise gewählt, z.B. „Ärzte“ statt „Ärztinnen“. Dabei handelt es sich ausdrücklich um keine Bevorzugung eines Geschlechts.

Mit der Einsendung eines Manuskriptes erklärt sich der Urheber damit einverstanden, dass sein Beitrag ganz oder teilweise in allen Ausgaben, Sonderpublikationen und elektronischen Medien der Medizin Medien Austria GmbH und der verbundenen Verlage veröffentlicht werden kann.

Fachkurzinformation auf Seite 28

  Forderungen der Ärztekammer

Die österreichischen Ärztinnen und Ärzte fordern als Prämissen jeglicher Gesundheitsreform: 1. Konjunkturunabhängige Finanzierung des Gesundheitssystems wie von

der Bundesregierung noch 2009 zugesagt. 2. Vorrang der ambulanten Versorgung in der freien Praxis. 3. Entlastung der Spitalsärzte – Leistungsverlagerung aus den Ambulanzen in den niedergelassenen Bereich. 4. Verzicht auf zentralistische Steuerungs- und Organisationsgremien. 5. Konsequenten Abbau der überbordenden Bürokratie. 6. Attraktive, familienfreundliche und vor allem für Jungmediziner interes­ sante Arbeitsbedingungen in Spital und Niederlassung. 7. Garantie für die Selbstverwaltung der Ärzteschaft, insbesondere bei Quali­ tätssicherung, Ausbildung, Stellenplanung und Honorargestaltung. 8. Zeitgemäße und flexible freiberufliche Zusammenarbeitsformen. 9. Das Haus- und Vertrauensarztmodell der Ärztekammer. 10. Gesundheitsreform nur mit den Ärzten!

wurde die Resolution mit zehn Forderungen (siehe Kasten unten) an die Politik verabschiedet. Damit reagierte die Standesvertretung auch auf einen offenen Brief der Steuerungsgruppe an die Ärztekammer der zwei Tage zuvor veröffent­licht wurde. In dem an ÖÄK-Präsident Dr. Artur Wechselberger adressierten Brief wurde die Ärztekammer aufgerufen, „die Patientinnen und Patienten nicht zu verunsi­ chern und den österreichischen Weg der konstruktiven Interessenspolitik nicht zu verlassen.“

Sorgen und Kritik der Ärzte Bei der Vollversammlung und einer zuvor gegebenen Pressekonferenz fasste das Präsidium der Ärztekammer noch einmal ihre Kritikpunkte und Sorgen rund um die kurz vor Beschlussfassung stehenden 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern zusammen. Präsident Wechselberger und sein Präsidium warnten einmal mehr vor einer Koppelung der Ausgaben für das Gesundheitswesen an das BIP, gerade in konjunkturell schlechten Zeiten würden die Menschen vermehrt medizinische Hilfe benötigen. Den Begriff „Kos­tendämpfung“ sehen die Standesvertreter als Irreführung der Bevölkerung. Wenn für das Gesundheitswesen bis 2020 um elf Milliarden Euro weniger zur Verfügung stehen, könne das nicht ohne Leistungskürzungen vonstatten gehen, nur das würde die Politik nicht kommunizieren. „Wir vermissen bei diesen Reformbestrebungen jeglichen Hinweis auf die Versorgung der Bevölkerung, wir vermissen jeglichen Hinweis auf die Herausforderungen der nächsten Jahre, die sich aus der Demographie, den veränderten Krankheitsbildern und dem medizinischen Fortschritt ergeben.“ Aus dem Entwurf zur 15a-Vereinbarung ist für die Ärztekammer auch nicht ersichtlich, wohin sich das österreichische Gesundheitssystem strukturell entwickeln wird. Etwa werde nicht festgehalten, wie die Auslagerung aus den Spitälern geplant ist: Sollen die Patienten vermehrt in niedergelassene Praxen oder in ausgelagerte Am-

Explizit „Wir fordern Offenheit, wir fordern vertrauensbildende Maßnahmen und wir fordern Sicherheit für die Versorgung in diesem Land.“ Dr. Artur Wechselberger

„Es wird ein langsamer Verlust an Leistungen sein, der letztlich in eine echte Zwei-Klassen-Medizin führen wird.“ Dr. Karl Forstner

bulanzen und Tages- und Wochenkliniken umgeleitet werden? Diese Information wäre aber für die Zukunftsplanung der Ärzte in Österreich entscheidend. Hier erwarte man sich klare Ansagen der Politik, auch um einen Ärztemangel durch verunsicherte Abwanderer zu vermeiden. Was für die Standesvertreter auch nicht zusammengeht: Im Spitalswesen sollen 60 Prozent der Einsparungen erfolgen, aber auch der niedergelassene Bereich werde 40 Prozent schultern müssen. Hier müsste aber ausgebaut werden, um die Versorgung zu sichern, sonst würden die ohnehin schon überlas­ teten Spitalsärzte mit weniger Ressourcen mehr leisten müssen. Die Kammer wehrt sich auch gegen noch mehr Bürokratie und stärkere Vorgaben in der Therapie.

Weitere Aktionen geplant Für den 5. Dezember sind Informationstage in allen Bundesländern geplant. Rund um die ordentliche ÖÄK-Vollversammlung am 13. und 14. Dezember in Wien sind auch Aktionen angedacht. Beim Ärztekonvent in Wien erntete übrigens der NÖ-ÄrztekammerPräsident Dr. Christoph Reisner frenetischen Applaus für seine Forderung, bei der Vollversammlung auch über die Kündigung des Gesamtvertrags zu reden. Am Freitag vergangener Woche fand dann die nächste Sitzung der Steuerungsgruppe statt – MT wird weiter berichten. SJ


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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 48  •  28. November 2012

Wissenschaft für die Praxis

Foto: BilderBox.com

Ermüdungsfrakturen beim Sport verhindern

Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen macht unter anderem eine Ringvor­ lesung unter dem Titel „Eine von fünf“ auf Gewalt im sozialen Nahraum aufmerksam.

Filme, Vorlesungen und ein Gesetz

Gegen Gewalt an Kindern & Frauen WIEN – „16 Tage gegen die Gewalt an Frauen“ heißt eine Aktion, die noch bis 10. Dezember für das Thema sensibilisieren und Betroffene unterstützen will. Ein Filmfestival sowie eine Ringvorlesung informieren. Und vor Kurzem haben Justiz- und Innenministerin ein neues Kinderschutzpaket verabschiedet. Der 25. November erinnert als Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen jährlich an die Ermordung der Schwestern Mirabal. Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal wurden an diesem Tag im Jahr 1960 nach monatelanger Verfolgung und Folter vom dominikanischen Geheimdienst brutal ermordet. Seit 1999 ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen von den Vereinten Nationen anerkannt. Für den Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser ist er der Auftakt für die Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“. Der 10. Dezember ist seit 1948 der „Internationale Tag für Menschenrechte“ und bildet den Abschluss der Kampagne. In diesen 16 Tagen finden in ganz Österreich Informations- und Benefizveranstaltungen statt. Noch bis 29. November ist die neue Folge der Filmreihe über häusliche Gewalt des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser „Schrittweise – Wege aus der Gewalt“ auf OKTO TV zu sehen. Das Medienprojekt „Klappe auf!“ veranstaltet am 5. Dezember im Rahmen der Kampagne einen Poetry Slam für das Frauenrecht auf ein gewaltfreies Leben im Wiener Gürtellokal Loop. Bei allen Veranstaltungen und an öffentlichen Gebäuden – etwa am Wiener Rathaus – weht im Kampagnenzeitraum die Anti-GewaltFlagge „Frei leben ohne Gewalt“. Tipp: Die Fahne kann bei der deutschen Menschenrechtsorganisation Terre des femmes, online bestellt werden: www.frauenrechte.de.

Ringvorlesung „Eine von fünf“ Bereits zum dritten Mal veranstaltet der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser in Kooperation mit Univ.-Prof. Dr. Andrea Berzlanovich, Department für

Gerichtsmedizin, MedUni Wien, die interdisziplinäre Ringvorlesung „Eine von fünf “ an der Medizinischen Universität Wien. Heuer liegt der Schwerpunkt auf „Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“. An den Vorlesungstagen beleuchten Experten aus Wissenschaft und Praxis Hintergründe, Ursachen und Folgen der verschiedenen Gewaltformen und diskutieren wichtige Optionen der Betreuung und des Beistands.

Kinderschutzpaket Unabhängig von der Kampagne präsentierten Justizministerin Dr. Beatrix Karl und Innenministerin Mag. Johanna Mikl-Leitner ein Maßnahmenpaket gegen Gewalt an Kindern. Das polizeiliche Betretungsverbot, das bis dato auf Wohnungen beschränkt war, wird auf Schulen und Kindergärten ausgeweitet. Bei konkreten Gefährdungen von Kindern werden die Sachverhaltsdarstellung und die erforderlichen Daten umgehend durch die Polizei an die Jugendwohlfahrt übermittelt. Diese kann dann rasch handeln und etwaige Maßnahmen zum Schutz der Kinder setzen. Künftig steht den Polizisten eine standardisierte Checkliste zur konkreten Bewertung von Gefährdungssituationen zur Verfügung. Dadurch können Risiken besser eingeschätzt und die richtigen Maßnahmen in die Wege geleitet werden. Damit die Exekutive beim Verstoßen gegen eine Einstweilige Verfügung eines Gerichtes wirksam vorgehen kann, wird in Zukunft die Missachtung dieser unter Strafe gestellt. SJ Infos zu Veranstaltungen und Ringvorlesung finden Sie unter www.aoef.at.

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Hartes Training kann zu einer schmerzhaften Überbelastung an Bein- und Fußknochen führen. Dabei werden Umbauvorgänge im Knochen eingeleitet, die zu Schmerzen führen, die typischerweise bei Belastung des betroffenen Beines auftreten. Wird das Training fortgesetzt, können die Reparaturmechanismen die Entstehung einer Ermüdungs- oder Stressfraktur nicht mehr verhindern. In etwa der Hälfte der Fälle ist der Schienbeinknochen betroffen. Eine exakte Dia­gnose ist nur mittels teurer Kernspintomographie möglich. Eine Röntgenuntersuchung in Verbindung mit einer üblichen hochfrequenten Ultraschalluntersuchung zeigt erst die späteren Stadien des Ermüdungsbruches. In einer aktuellen Studie

wurde überprüft, ob es mittels einer Untersuchung mit einem Gerät zur therapeutischen Ultraschallanwendung möglich ist, drohende Knochenbrüche zu erkennen. Das Gerät, das in Sportarztpraxen zur Behandlung von Gelenkschmerzen eingesetzt wird, gibt hochfrequente Schallwellen auf das erkrankte Gewebe ab. Die dadurch ausgelösten Mikrovibrationen provozieren bei Sportlern mit Stressfrakturen leichte Knochenschmerzen, ähnlich denen, die auch bei der Überlastung im Training auftreten. Sportmediziner aus Griechenland haben die Ultraschalluntersuchung jetzt an 113 Hochleistungssportlern mit vermuteter Stressfraktur erprobt. Von den 110 Sportlern mit einer Stressverletzung zeigten 90 bei der Ultraschal-

Univ.-Prof. Dr. Heinz F. Hammer

lanwendung eine Schmerzreaktion. Nur in einem Fall wurde ein Verdacht in der Ultraschallanwendung durch die Kernspintomographie nicht bestätigt. Für die Praxis: Ultraschall kann bei Sportlern einen drohenden Knochenbruch erkennen helfen. Die kostengünstige Untersuchung kann Sportlern dabei helfen, Trainingspausen frühzeitig einzuleiten und einen möglichen „Karriereknick“ infolge einer „Stressfraktur“ zu vermeiden. A. Papalada et al., Am. J. Sports Med. 2012; 40: 915–9

Topische NSAR bei Schmerzen Für eine Metaanalyse zur Anwendung von NSAR bei länger bestehenden Muskel-Skelett-Schmerzen wurden Studien mit einer Dauer von mindestens zwei Wochen und wenigstens zehn Teilnehmern in jedem Therapiearm berücksichtigt. In diesen Studien wurden topische NSAR in jeglicher Form (Creme, Gel, Lösung, Pflaster) mit Placebo oder einem aktiven Komparator verglichen. Für die Metaanalyse wurden 34 Studien mit etwa 7700 Teilnehmern ausgewertet; in 23 wurden topische NSAR mit Placebo verglichen.

Topische NSAR verbesserten die Schmerzen signifikant im Vergleich zu Placebo. Die bes­te Evidenz lag für topisches Diclo­fenac bei Arthrose vor: Für eine mindestens 50  % stärkere Schmerzlinderung über acht bis zwölf Wochen als durch Placebo betrug die Number needed to treat (NNT) 6,4 für die Lösung und 11 für das Gel. Die NNT für andere NSAR konnte mangels aussagekräftiger Daten nicht ermittelt werden. Direktvergleiche zwischen oralen und topischen NSAR ergaben keinen signifikanten Wirksamkeitsun-

terschied. Topische NSAR hatten mehr lokale (meist leichte Hautreaktionen) und weniger gastrointes­ tinale Nebenwirkungen als orale NSAR. Für die Praxis: Topisches Diclofenac ist bei Knie- und Handarthrose gleich wirksam wie die orale Anwendung. Für andere chronische Schmerzzustände und andere NSAR liegen keine ausreichenden Studienergebnisse vor. Die Formulierung beeinflusst die Wirksamkeit. S. Derry et al., The Cochrane Library 2012; CD007400.pub2

Verlauf und Therapie einer subklinischen Hypothyreose bei Kids Italienische Forscher haben in einem Review untersucht, wie oft bei Kindern und Jugendlichen eine subklinische Hypothyreose dauerhaft bestehen bleibt, remittiert oder sich zu einer klinischen Hypothyreose entwickelt, wann eine Schilddrüsenhormon-Behandlung angezeigt ist und wie sich diese auf Wachstum, Schilddrüsenvolumen und neuropsychologische Funktionen auswirkt. Fünfzehn Studien wurden eingeschlossen. Danach ist die subklinische Hypothyreose oft ein vorübergehender Zustand. Die meisten Kinder und Jugendlichen wurden wieder euthyreot bzw. entwickelten keine klinische Hypothyreose. Die Progredienzrate zur klinischen Hypothyreose lag in acht Studien zwischen 0 und 29  %, in einer bei 50 %. Risikofaktoren für die Progredienz waren ein Kropf, ein erhöhter Thyreoglobulin-Antikörper-Spiegel, eine Zöliakie sowie

ein Anstieg des Thyreoperoxidase-Antikörper- oder TSH-Spiegels. Kinder und Jugendliche mit subklinischer Hypothyreose und einem TSH von 5 bis 10 mU/l ohne Kropf und antithyreoidale Antikörper benötigen keine Schilddrüsenhormon-Therapie. Allerdings wurde in zwei Studien ein schnelleres Wachstum bei Kindern gezeigt, die Levothyroxin erhielten. Außerdem verringerte Levothyroxin in zwei Studien das Schild-

drüsenvolumen bei 25 bis 100  % der Kinder mit subklinischer Hypothyreose und Autoimmunthyreoiditis. In einer Studie ergab sich kein Therapieeffekt auf neuropsychologische Funktionen. Für die Praxis: Bei Kindern und Jugendlichen ist eine subklinische Hypothyreose relativ häufig, benötigt aber in der Mehrzahl der Fälle keine Therapie. A. Monzani et al., Eur J Endocrinol 2012, Sep 18 [Epub ahead of print]

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Praxis-Tipp

Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 48  •  28. November 2012

Impressum

Wann ist Feuer am Dach?

Dickes Bein in der Praxis Internationale Wochenzeitung für Österreich

WINDIGSTEIG – Verschleiert eine vorbestehende Beinschädigung die tiefe Thrombose? Steckt eine rupturierte Bakerzyste hinter der Akutsymptomatik? Oder hat eine schwere Hypothyreose für die Schwellung gesorgt? Das „dicke Bein“ verlangt in der Praxis exzellente Differenzialdiagnostik.

Eine Falle lauert, wenn ein Bein zuvor bereits geschwollen war – etwa infolge eines Traumas, postthrombotischen Syndroms oder einer Lymphabflussstörung. Ob ein neues Ödem eine oder beide Seiten betrifft, lässt sich dann nicht so leicht entscheiden. Informieren Sie sich also genau über etwaige Vorerkrankungen, empfiehlt die Kollegin. Nur selten lässt eine Venenthrombose beide Beine anschwellen. Dies kann Sie aber ebenfalls zu Fehldiagnosen verleiten. Nicht zu vergessen: Das Kompartmentsyndrom (nach Trauma) und die rupturierte Bakerzyste können auch akut und einseitig auftre-

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siehe Seite 31

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Studien zur Therapie der erstma- konservativen Vorgehen. In anderen ligen traumatischen Patellaluxation Literaturauswertungen kam man zu sind rar. Auf der Suche137,50 nach Evidenz dem Ergebnis, dass bei Erstluxatifanden Dr. Maximilian Petri et al. on konservativ vorgegangen werden Henry scHein Fingerpulsoximeter von der Medizinischen Hochschu- sollte. Aber eine aktuelle Metanalyse eine Tendenz le Hannover nur sechs prospektive fand für die Operation Heine Otoskop „mini 3000“ randomisierte Studien, die konser- zu geringeren Reluxationsraten. Da sich insgesamt bisher kein vatives und operatives 75,00 Vorgehen ver- 21 % signifikanter Vorteil für die 59,90 Opeglichen. Bei der Operation handelte 59,90 die es sich meist um die Rekonstrukti- ration nachweisen lässt, raten Aktionscode: HS MT 17 – Preise gültig bei Bestellung – bei Bestellung Code bittezu unbedingt angeben! Autoren derzeit abwartendem on der medialen Bandstrukturen, immit Aktionscode Ganz einfach und bequem bestellen: Wesentlichen des medialen patello- Verhalten – und zwar gilt dies für • computerstrasse 6 • 1100 Wien Henry Schein Medical (MPFL). Austria GmbH Kinder und Erwachsene gleicherfemorale Ligaments Einige Internetshop: www.henryscheinmed.at Tel: 01 / 718 19 61 - 99 Email: bestellung@henryscheinmed.at Free-Fax: 0800 / 718 19bei 61 - 23 Lediglich relevanten BeOperateure führen gleichzeitig ein maßen. gleitverletzungen, wie osteochonlaterales Release aus. Während bei drei der sechs Stu- dralen Frakturen oder sekundär bei dien die operierten Patienten besser rezidivierenden Patellaluxationen, SK abschnitten, sahen die Autoren der sollte operiert werden.  übrigen Arbeiten eher Vorteile im M. Petri et al., Unfallchirurg 2012; 115: 387–391 240 958-T

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ten – sind aber eher selten. Letztere macht sich zuerst mit einem akuten Schmerz und einer Schwellung in der Kniekehle bemerkbar.

Herz oder Vene? EKG schreiben! Notfallpatienten mit „kardialer Dekompensation“ zeigen im Gegensatz zur TVT typischerweise beidseits Beinschwellungen. Die begleitende Luftnot (Belastungsdyspnoe, Orthopnoe) führt zusammen mit der Anamnese (KHK, Herzinsuffizienz), anderen kardialen Symptomen und EKG-Zeichen (Arrhythmie, Hypertrophie) auf die richtige Spur. Wichtige Fragen lauten in diesen Fällen: Wurden kürzlich NSAR oder Glitazone eingenommen? Gab es eine ungewohnte Flüssigkeitsbelastung (Trinkmenge, Infusionen)? Findet sich im Echo kein Hinweis auf einen kardialen Ödemauslöser, muss auch an eine renale Genese gedacht werden. Eiweiß im Urin kann diesen Verdacht weiter erhärten. Sind lebensbedrohliche Erkrankungen ausgeschlossen, hat man für die weitere Differenzialdiagnose etwas mehr Zeit. u Einseitige Schwellung: Dem einseitigen chronischen Beinödem liegt am häufigsten ein postthrombotisches Syndrom zugrunde. Alternativ kommt auch ein Lymphödem infrage: Die primäre Form betrifft meist jüngere Menschen (<  35 Jahre), sekundäre Lymphabfluss-Störungen können durch Tumoren, Operationen, Bestrahlungen oder auch

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Das idiopathische Ödem betrifft nur prämenopausale Frauen. Es besteht im Gegensatz zum zyklischen Ödem dauernd und stellt eine Ausschluss­ diagnose dar. Typische Schilderung der Betroffenen: Eine deutliche Ge­ wichtszunahme (> 1 kg) im Ta­ gesverlauf. Oft gebrauchen die Patientinnen Diuretika – dann muss auch ein diuretikainduziertes Ödem ausgeschlossen werden.

Infektionen wie Filariasis (Anamnese!) bedingt sein. u Beidseitige Schwellung: Auch hier rangiert die venöse Insuffizienz an erster Stelle der möglichen Ursachen bei Patienten im Alter über 50 Jahre. Anamnese, klinischer Befund und Dopplerbzw. Duplex-Sonographie führen zur Diagnose. Neben der chronischen Herzinsuffizienz gilt es auch Leber- und Nierenerkrankungen sowie einen Eiweißmangel in die Überlegungen einzubeziehen. Typisch für die Hypothyreose sind prätibial betonte nicht eindrückbare Schwellungen. Bei beidseitigen Beinödemen muss man auch nach medikamentösen Auslösern forschen. Neben Antihypertensiva (z.B. Kalziuman­ tagonisten, Clonidin, Hydralazin) und NSAR (nach Selbstmedikation fragen!) kommen auch Glitazone, Kortison und Sexualhormone in Betracht.  CG Susanne Rabady, Z Allg Med 2012; 88: 414–419

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Bakerzyste oder Thrombose?

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sich die Vortest-Wahrscheinlichkeit abschätzen. Fällt der Wert niedrig aus (< 2), schließt ein negativer D-Dimer-Test eine TVT praktisch aus. Bei hoher Vortest-Wahrscheinlichkeit darf man sich auf den D-Dimer-Test nicht verlassen, sodass weitere Diagnostik (z.B. Kompressionssonografie) nötig wird.

Dicke Beine stören kosmetisch, verursachen Missempfindungen und Schmerzen, können Ausdruck einer malignen Erkrankung sein oder akute Lebensgefahr signalisieren. Der Vielzahl möglicher Ursachen nachzugehen verlangt differenzialdiagnostischen Überblick: Die Wertung von Anamnese und klinischen Befunden gelingt am besten, wenn im Kopf des Untersuchers bereits „ein Pfad existiert“, schreibt die Allgemeinärztin und ÖGAM-Vizepräsidentin Dr. Susanne Rabady in der Zeitschrift für Allgemeinmedizin. Vordringlich gilt es, abwendbar gefährliche Verläufe zu erkennen. Die Rede ist im Wesentlichen von drei Krankheitsbildern: u tiefe Beinvenenthrombose – sie lässt in der Regel nur eine Extremität anschwellen u kardiale Dekompensation (beidseitige Beinödeme) u fortgeschrittene Niereninsuffizienz (beidseitige Beinödeme) Um die Frage einer tiefen Beinvenenthrombose (TVT) zu klären, bedient man sich am besten des Wells-Scores (s. Kasten). So lässt

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  Wells-Score für Thrombose-Diagnose

Je einen Punkt gibt es für folgende Parameter: u aktive Krebserkrankung u Lähmung oder Immobilisation der Beine (Gips) u Bettruhe (> 3 Tage); große Operation in den vergangenen zwölf Wochen u Schmerz bzw. Verhärtung entlang der tiefen Venen u Schwellung des gesamten Beins u Schwellung am Unterschenkel > 3 cm (Vergleich zur Gegenseite) u eindrückbares Ödem am sympto­ matischen Bein u sichtbare oberflächliche Venen (keine Varizen) u frühere, dokumentierte tiefe Beinvenenthrombose Zwei Punkte Abzug: u alternative Diagnose mindestens so wahrscheinlich wie TVT Die Vortestwahrscheinlichkeit ist niedrig bei < 2 Punkten, hoch bei ≥ 2 Punkten.

Redaktionsleitung Print MMA Bettina Kammerer Telefon: (01) 54 600-610 E-Mail: kammerer@medizin-medien.at Chefredaktion: Mag. Silvia Jirsa Telefon: (01) 54 600-620 E-Mail: jirsa@medical-tribune.at Berater des Herausgebers: Univ.-Prof. Dr. med. Heinz F. Hammer Redaktion: Mag. Anita Groß, Dr. med. Luitgard Grossberger, Mag. Patricia Herzberger (Chefin vom Dienst), Dr. phil. Silvana Schwitzer Fax: (01) 54 600-750 E-Mail: redaktion@medical-tribune.at Lektorat: Mag. Eva Posch Layout und Herstellung: Günther Machek, Hans Ljung, Martin Jandrisevits, Johannes Spandl Ständige Mitarbeiter: Reno Barth, Univ.-Prof. Dr. med. Heinz F. Hammer, Univ.Prof. Dr. med. Johann Hammer, Mag. Dr. med. Rüdiger Höflechner, Dr. med. Anita Kreilhuber, Hannes Schlosser, Mag. Tanja Schuch, Dr. med. Ulrike Stelzl Aboservice Medical Tribune 1110 Wien, Simmeringer Hauptstraße 24 Telefon: 01/361 70 70-572 Telefax: 01/361 70 70-9572 E-Mail: aboservice@medizin-medien.at Bezugsbedingungen: Einzelpreis € 4,- Jahresabo € 72,- (inkl. Porto), Studenten und Ärzte in Ausbildung € 52,Konto für Abo-Zahlung: Hypo Bank Tirol, Konto-Nr.: 520 11 020 864; BLZ: 57000 Druck: Vogel Druck und Medienservice GmbH & Co. KG, D-97204 Höchberg Bankverbindung: Hypo Bank Tirol, Konto-Nr.: 520 11 014 031 BLZ: 57000 DVR-Nr.: 4007613; ISSN 0344-8304 Unternehmensgegenstand: Herausgabe, Verlag, Druck und Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften sowie sonstigen periodischen Druckschriften. Beteiligung: Alleinige Gesellschafterin der Medizin Medien Austria GmbH ist die Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH. Gesellschafter der Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH sind die Süddeutscher Verlag GmbH mit 91,98 %, Herr Holger Hüthig mit 7,02 %, Frau Ruth Hüthig mit 0,45 %, Frau Beatrice Hüthig mit 0,28 % und Herr Sebastian Hüthig mit 0,28 %.

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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 48  •  28. November 2012

Kompetent und effektiv behandeln

Termine

Harnwegsinfekte in der Praxis „Es vergeht kaum ein Tag in meiner Praxis, an dem ich nicht mit der Diagnose Harnwegsinfekt konfrontiert bin“, sagte Dr. Erwin Rebhandl, praktischer Arzt in Haslach und Vorstandsmitglied der Ober­ österreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (OBGAM), im Rahmen der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Urologie. „In der Mehrheit der Fälle handelt es sich um Kongress live unkomplizierte Harnwegsinfekte, die in der allgemeinmedizinischen Praxis problemlos behandelt wer-

Kongress live ÖGU 2012

Wann ist eine Kultur nötig? Indikationen zur Harnkultur stellen komplizierte bzw. rezidivierende Harnwegsinfekte, Nichtansprechen auf Therapie sowie eine bestehende Schwangerschaft dar. Großzügig sollte mittlerweile die Indikation auch beim unkomplizierten Harnwegsinfekt gestellt werden, da aufgrund von zunehmenden Resistenzen auch mit einem inkompletten Ansprechen auf eine empirische Therapie gerechnet werden muss. „Die Abnahme einer Kultur unter bereits laufender antibio­

Antibiotika der Wahl Der häufigste Erreger des unkomplizierten Harnwegsinfekts ist Escherichia coli. Bei diesem Keim gab es früher kaum Resistenzprobleme. Mittlerweile sind 45 Prozent aller E.-coli-Stämme resistent gegen Aminopenicilline, zirka 20 Prozent sind resistent gegen Fluorchinolone und etwa zehn Prozent gegen Cephalosporine der dritten Generation. Fluorchinolone, die lange Zeit Therapie der Wahl waren, haben, zumindest beim unteren Harnwegsinfekt, als Erstlinientherapie ausgedient. Sie gelten nur noch bei aufsteigendem Harnwegsinfekt als Therapie erster Wahl. Ebenfalls ausgedient haben Aminopenicilline. Wer damit behandeln möchte, muss einen Betalakatmase-Hemmer dazugeben. Weitere

den können. Dennoch ist es erforderlich, auf mögliche Fallstricke zu achten.“ Der Allgemeinmediziner warnte davor, eine Behandlung ausschließlich auf der Basis der Anam­nese oder allein aufgrund des Harnbefundes einzuleiten. Dies sei definitiv unzulässig. Anamnese und Befund müssten zusammenpassen, bevor mit einer antibiotischen Therapie begonnen wird. Dr. Rebhandl betonte, dass eine asymptomatische Bakteriurie, wie sie bei älteren, pflegebedürftigen Menschen oder Patienten mit liegendem Dauerkatheter häufig vorkommt, kein Grund für eine antibiotische Behandlung sei. Bei schwangeren Frauen hingegen stellen Bakterien im Harn, auch ohne Symptome, immer eine Indikation für eine anti­ biotische Behandlung dar. Bevor mit der Behandlung begonnen wird, sollte jedoch die Bakteriurie durch eine zweite Harnprobe, die unter optimalen Bedingungen gewonnen wird, bestätigt werden. Auch aufsteigende Harnwegsinfekte müssen umgehend antimikrobiell therapiert werden, um etwaige Schäden an der Niere zu verhindern.

tischer Therapie bringt aber Verzögerungen mit sich“, erklärte Dr. Mons Fischer, niedergelassener Urologe in Wien. „Sie müssen eine Washout-Phase abwarten, bevor die Kultur gewonnen werden kann. Bei einer Vortherapie mit Chinolonen verliert man dadurch fünf Tage, bei anderen Antibiotika zumindest drei Tage. Daher wird heute vor Therapiebeginn möglichst viel mikrobielle Rezidivierende Zystitiden haben oft eine psychosomatische Komponente. Mitunter Diagnostik gefordert.“ wird die Krankheit als Argument für einen Rückzug vom Partner genutzt. Antibiotika der ersten Wahl sind Pivmecillinam und Sultamicin. Als Alternativen kommen Cotrimoxazol, Trimethoprim, Fosfomycin oder Nitrofurantoin in Betracht. Als Therapiedauer für unkomplizierte Infekte der unteren Harn­wege gelten drei bis fünf Tage, rezidivierende oder komplizierte Infekte sollen länger, zumindest sieben Tage behandelt werden. Harnwegsinfekte bei schwangeren Frauen bedürfen einer Antibiose von fünf bis sieben Tagen.

Rezidivierende Infekte Um bei Frauen mit einer Neigung zu Rezidiven, die Infektanfälligkeit zu reduzieren, sollten die Betroffenen umfassend über Vorbeugemaßnahmen aufgeklärt werden. Dr. Fischer verwies in diesem

  Wichtige Fragen

u Wo wurde der Infekt erworben – bei einer Auslandsreise, im Pflegeheim etc.? u Hat es bereits früher Harnwegeinfekte gegeben; wenn ja, wann und wie viele? u Handelt es sich um eine Risikopatientin? u Welche Vorbehandlung hat bereits stattgefunden? u Gibt es bereits Antibiogramme aus der Vergangenheit?

Zusammenhang auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr, regelmäßige Blasenentleerung und eine geeignete Intimhygiene. Sexuell aktive Frauen müssten zudem über den Einfluss diverser Kontrazeptiva auf das Infektionsrisiko informiert werden, so der Urologe. „Sehr effektiv ist außerdem eine postkoitale Prophylaxe, etwa mit einer Tablette Trimethoprim. Hilfreich bei älteren Frauen ist eine lokale Östrogentherapie. Präventives Potenzial bieten zudem die Ansäuerung des Harns mit Acemetin oder Apfelessig sowie ein Neuaufbau der Darmflora durch eine Flohsamen-Kur mit anschließender Verabreichung eines Probio­tikums.“ Oft haben rezidivierende Zystitiden auch eine psychosomatische Komponente, so Dr. Fischer. „Die Krankheit wird als Argument für einen Rückzug vom Partner oder von engen Familienangehörigen genutzt. Wenn es dem Arzt gelingt, der Patientin diesen Zusammenhang bewusst zu machen, kann allein ein einfühlsames Gesprächs sehr viel bringen.“ AMK Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie (ÖGU); Linz, November 2012

Patientin mit Bauchschmerz, Diarrhö, Gewichtsverlust

Tuberkulose als M. Crohn getarnt LUZERN – Seit mehr als einem Jahr kämpft die 32-Jährige mit Bauchschmerzen und Diarrhö. Nach der Koloskopie lautet die ­Diagnose Morbus Crohn. Weit gefehlt: Die Patientin leidet unter intestinaler Tuberkulose. Wer denkt bei Crohn-Symptomen wie Bauchschmerz und Durchfall schon an Tuberkulose? Und wenn doch, stellt einen die Diagnose vor erhebliche Probleme. Schließlich besteht sowohl beim M. Crohn als auch bei der intestinalen Tbc eine chronisch granulomatöse Entzündung. Anhand klinischer Kriterien lassen

sich beide Erkrankungen kaum differenzieren, schreiben Dr. Cyrill Hess und Kollegen vom Kantonsspital Luzern im „Schweizerischen Medizin Forum“. Im Fall einer jungen Frau aus Osteuropa brachte weder die Labordiagnostik (deutlich erhöhte Entzündungsparameter) noch die Ileo-Koloskopie inklusive Biopsie die Tbc ans Licht. Unter der Annahme eines schweren Crohn-Schubs entschlossen sich die Kollegen zunächst zu einer systemischen Steroidtherapie. Erst im Thoraxröntgen, das zur Abklärung eines seit Wochen anhaltenden produktiven Hustens veranlasst wurde, zeigten sich beidseits große apikale Lungenkavernen. Da-

rauf erfolgte eine Untersuchung des Sputums. Der mikroskopische Nachweis von säurefesten Stäbchen bestätigte die pulmonale Tbc. Auch in den Biopsien aus dem Kolon fand sich ein säurefestes Stäbchen, was die Dia­ gnose einer intestinalen Tbc untermauerte. Die Patientin, deren Sohn als Kleinkind an Lungen-Tbc gelitten hatte, erhielt eine antituberkulöse Standardtherapie. Darunter klangen die Beschwerden innerhalb weniger Tagen ab. Wichtig für die Diagnostik: Nur in etwa 15 bis 20 Prozent der Fälle von intes­tinaler Tbc ist ein Lungenbefall nachweisbar.  SD Cyrill Hess et al., Schweiz Med Forum 2012; 12: 712–715

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LINZ – Mehr als die Hälfte der Frauen erkrankt zumindest einmal im Leben an einem Harnwegsinfekt. Bei jeder dritten bis fünften Frau kommt es innerhalb eines Jahres zu einem Rezidiv. Da es immer mehr resistente Erreger gibt, ist größte ärztliche Sorgfalt bei der Diagnose und Therapie geboten.

5.12.2012 Wissenschaftl. Sitzung: Hypertonie – Neue Wege, neue Ziele Moderation: Dr. K. Hohenstein, Prof. Dr. B. Watschinger Ort: Billrothhaus, Wien Info: Gesellschaft der Ärzte in Wien, Tel.: 01/405 47 77 info@billrothhaus.at 6.12.2012 Wissenschaftl. Seminar: Arbeitsplatzbezogene Ängste und Arbeitsplatzphobie Leitung: Prof. Dr. Dipl.-Psych. M. Linden Ort: Hörsaal B, Univ.-Klinik f. Psychiatrie u. Psychotherapie, AKH Wien Info: Ass.-Prof. Dr. B. SchmidSiegel, Prof. Dr. M. Willeit sci-biolpsy@meduniwien.ac.at 6.12.2013 Sexualtherapeutische Tagung Veranstalter: Landesnervenklinik Sigmund Freud Graz Ort: Festsaal LSF Graz Info: Dr. Martin Ecker, LSF Graz, Tel.: 0316/2191-2064 martin.ecker@lsf-graz.at www.lsf-graz.at 6.–8.12.2012 Menopause Andropause Anti-Aging 2012 Veranstalter: Österreichische Menopausegesellschaft Ort: Hotel Hilton Vienna, Wien Info: Ärztezentrale Med.Info, Tel.: 01/531 16-0 azmedinfo@media.co.at www.menopausecongress.at

8.–9.12.2012 Fallbeispiele Innere Medizin Referent: OA Dr. D. Schiller Ort: Bärenwirt, Petzenkirchen Anmeldung: Gebro Pharma GmbH, Fr. Paumann, Tel.: 05354/5300-306 DFP-Punkte: 8 Pkte. Innere Medi­ zin, 4 Pkte. Allgemeinmedizin


Medizin

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Indische Forscher berichten Erfolge

Antibiotika-Therapie mit Zink fürs Baby NEU Delhi – Bei Säuglingen mit schweren bakteriellen Infektionen scheint Zink, wenn es zusätzlich zum Antibiotikum gegeben wird, die Rate von Therapieversagern zu senken. Dies berichten indische Kollegen in einer Studie in der Zeitschrift „Lancet“. Der klinische Nutzen einer Zinkgabe bei Infektionen wird kontrovers diskutiert. Kollegen in Neu Delhi tes­teten den Wert der Zinkapplikation jetzt in einer Studie mit 700 Säuglingen (sieben bis 120 Tage alt), die unter schweren bakteriellen Infektionen litten. Etwa 44  % der kleinen Patienten wiesen Zinkspiegel unter 9,2 µmol/l auf, berichten Prof. Dr. Shinjini Bhatnagar und Kollegen vom India Institute of Medical Sciences, Neu Delhi, im „Lancet“.1 Zusätzlich zur antibiotischen Stan-

Cochrane Review

Nutzloses Check-up KOPENHAGEN – Lohnt es sich für symptomfreie Erwachsene, zur Gesundenuntersuchung zu gehen, oder richtet das Aufdecken harmloser Störungen eventuell mehr Schaden an, als es nützt? Dänische Forscher waren skeptisch.

dardtherapie erhielten die Säuglinge entweder täglich 10 mg Zink (oral) oder Placebo. In der Zinkgruppe traten mit einer Rate von

10 % deutlich weniger Therapieversager auf als im Placebokollektiv (17 %). Die Zinkgabe führte zu einer relativen Risikoreduktion von 40 %, absolut betrug sie 6 bis 8 %. Um einen Therapieversager zu verhindern, müssten 15 Säuglinge mit schweren bakteriellen Infektionen zusätzlich zur Antibiotikatherapie Zink erhalten. Definitionsgemäß

lag ein Therapieversagen vor, wenn die antibiotische Behandlung binnen sieben Tagen nach Randomisierung umgestellt werden musste, intensivmedizinische Maßnahmen erforderlich waren oder bei Eintritt des Todes innerhalb von 21 Tagen. Das Kombinationsregime Antibiotika plus Zink könne möglicherweise auch bei Kindern

mit schwerer Meningitis und Typhus klinisch von Nutzen sein, heißt in einem Kommentar2 zweier Kollegen von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health, Baltimore, in derselben Lancet-Ausgabe. eno 1. Shinjini Bhatnagar et al., Lancet 2012; 379: 2072–2078, 2. Christa L. Fischer Walker und Robert E. Black, a.a.O.: 2031–2033

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Bei ihrer Literatur-Suche fanden dänische Forscher 14 Studien, die Personen mit Gesundheits-Check-up und Nicht-Gescreente verglichen und EndpunktDaten erhoben. Die Zahl der Teilnehmer insgesamt betrug 188.880. Neun Studien lieferten Angaben zur Gesamtsterblichkeit, acht Arbeiten gaben Auskunft zur kardiovaskulären Mortalität und weitere acht zur Krebssterblichkeit.

Bis zu 20 Prozent mehr Diagnosen gestellt

L.T. Krogsbøll, Cochrane Database of Systematic Reviews 2012; 10: online first

SOR-013-12/1/16.08.2012

Zwar wurden bei den Gescreenten mehr Diagnosen gestellt, wie die Autoren feststellten, reduzierte Event-Raten fanden sich aber nicht. Auch die Zahl der Klinikeinweisungen, Arztbesuche und Fehltage bei der Arbeit ging infolge des Check-ups nicht zurück. Eine Studie verzeichnete sogar einen 20-prozentigen Anstieg an neuen Diagnosen. Angaben zu Schäden durch unnötige Diagnostik wurden nicht gemacht, sodass hierüber weiter spekuliert werden muss. Jedenfalls ziehen Leute, die sich nicht krank fühlen, keinen Profit aus vorsichtshalber durchgeführter Diagnostik, so das Resümee der Forscher vom Rigshospitalet in Kopenhagen. CG Pfizer Corporation Austria GmbH, 1210 Wien

Fachkurzinformation auf Seite 28


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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 48  •  28. November 2012

Neue Behandlungsrichtlinie bei unterkühltem Herzstillstand

Lawinenopfer fälschlich für tot erklärt

Der Skitourengeher war alleine unterwegs, als er bei der Abfahrt von einem Südtiroler Gipfel unter eine Lawine kam. Nach viereinhalb Stunden wurde er aus den Schneemassen geborgen und vom Flugrettungsarzt vor Ort für tot erklärt. Der Mann war leblos, mit 24 Grad Körpertemperatur tief unterkühlt, allerdings hatte er keine verlegten Atemwege und keinen Schnee im Mund.

Foto: HS

Priv.-Doz. Dr. Peter Paal

Der Sportler hatte bei seiner Tour ein Pulsmessgerät um die Brust geschnallt. Die Angehörigen übergaben das Gerät der Arbeitsgruppe erfahrener Lawinenmediziner, der u.a. der Südtiroler Bergrettungsarzt Priv.-Doz. Dr. Hermann Brugger (Leiter des EURAC-Instituts für Alpine Notfallmedizin Bozen und Präsident der Internationalen Kommission für Alpine Notfallmedizin − ICAR MEDCOM) und der Innsbrucker Anästhesist und Intensivmediziner sowie Berg-und Flugrettungsarzt Priv.-Doz. Dr. Peter Paal angehören. Man konnte anhand der Zeitachse und der Höhenmessung genau nachvollziehen, wie der Puls des Alpinisten von 90 bis auf 160

während des Bergaufgehens anstieg, sich bei der Gipfelrast verlangsamte und dann unter den Schneemassen der Lawine immer vorhanden war, nie unter 80 bis 90 Schläge sank. Auch als sich elektrische Artefakte der Rettungskräfte auf dem Messgerät bemerkbar machten, schlug der Puls des Lawinenopfers noch. „Aus heutiger Sicht hatte der Ist ein Lawinenopfer einmal ausgegraben, muss der Notarzt die Vitalfunktionen Mann bei der Bergung noch mini- einschätzen. Bei stark Unterkühlten sind diese oft nicht mehr messbar. males Leben oder einen Herzstillstand bei der Bergung erlitten. Er ereignet haben, deuten darauf hin, dem Grad, um das der Körper abhätte sehr große Überlebenschan- dass derartiges im Alpenraum öf- kühlt, um zehn Prozent weniger cen gehabt“, analysiert Doz. Paal. ter vorkommt. Sauerstoff verbraucht wird, erläu„Wenn einer so kalt ist, kann man Dementsprechend passt die tert Doz. Paal. Deshalb kann ein ihn stundenlang wiederbeleben ICAR ihre Richtlinie für den medi- Herzstillstand von 30 Minuten oder und aufwärmen. Die Chancen auf zinischen Umgang mit Lawinenop- länger schadlos überstanden werein Leben ohne bleibende Schäden fern regelmäßig den neuesten Er- den, ohne dass in dieser Zeit eine sind groß.“ kenntnissen an, dieser Tage wurde Herzdruckmassage stattgefunden Aus Südtirol ist auch ein anderer ein neuer derartiger Algorithmus hat. Aus Alaska ist ein Fall dokuFall dokumentiert. Ein Mann wur- publiziert. Allerdings: Publizie- mentiert, wo ein kalter Herzstillde leblos aus dem Schnee gebor- ren reicht nicht. „Wir referieren auf gen, Körpertemperatur 22 Grad, Kongressen, streuen die Erkenntder Flugrettungsarzt erklärte ihn nisse medial, bringen uns bei Fortfür tot. Im Krankenhaus entschied bildungsveranstaltungen ein und „Wenn einer so kalt ein Arzt sich für Wiederbelebungs- versuchen, in vereinfachter Form ist, kann man ihn stunmaßnahmen. Zwei Wochen später auch an ein allgemeines Publikum denlang wiederbelelernte der Mann bereits wieder für heranzukommen.“ Trotzdem kennt ben und aufwärmen. seine Abschlussprüfung als Förster die Richtlinie nicht jeder FlugretDie Chancen auf ein – er hatte die Lawinenverschüttung tungsarzt. Nicht zuletzt auch desLeben ohne bleibende schadlos überstanden. halb, weil diese oft aus alpenfernen Schäden sind groß.“ Gebieten stammen und mit LawiMissachtete Richtlinie Doz. Peter Paal nen keine Erfahrung haben. Eine aktuelle Untersuchung Im Februar 2010 hatte Doz. Paal in der MT erklärt: „Es gibt starke der Arbeitsgruppe anhand eines stand erst nach sechseinhalb StunHinweise, dass einige Lawinen- großen Samples von Lawinenber- den Wiederbelebungsmaßnahmen opfer mehr in die Klinik geflogen gungen ergibt, dass 30 Prozent zum Erfolg geführt hat – der Patient werden sollten als bisher.“ Zwei- nicht entsprechend der Richtlinie ging schadlos nach Hause. Die von Doz. Brugger und Doz. Paal Miteinhalb Jahre später haben sich die behandelt werden. Die Unterkühlung spielt des- te November gemeinsam mit zwei Hinweise darauf erhärtet. Die beiden skizzierten Fälle aus Südtirol, halb für die Überlebenschancen kanadischen Wissenschaftlern im die sich innerhalb von zwei Jahren so eine große Rolle, weil mit je- New England Journal of Medicine veröffentlichte neue Richtlinie sieht für stark unterkühlte Menschen (28 Grad und weniger) Folgendes vor: Diese Patienten sollen in spezialisierte Zentren gebracht (auch bei langen Transportwegen) und dort an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden. Gegenüber den traditionellen invasiven Methoden, mittels derer Brustkorb oder Bauchdecke geöffnet werden, um die Patienten von innen mit Flüssigkeitsspülungen wiederzuerwärmen, erhöht sich die Überlebensrate von zehn auf 50 Prozent.

Explizit

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Wertvolle Schweinedaten

Nach neuesten Forschungsergebnissen sollten viel mehr Verschüttete zur Reanimation in die Klinik geflogen werden.

Doz. Brugger und Doz. Paal waren auch leitend an dem Tierexperiment beteiligt, das Anfang 2010 zu hysterischer weltweiter Berichterstattung geführt hat und deswegen abgebrochen werden musste. Oberhalb von Vent im Ötztal waren narkotisierte Schweine in einem genehmigten Experiment vergraben worden, weil deren Kreislauf- und

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INNSBRUCK – Das Experiment mit im Schnee vergrabenen Schweinen hat Anfang 2010 für scheinheilige Empörung gesorgt. Nach dem Abbruch des Tierversuchs haben die bereits gewonnen Daten und weitere Forschungsergebnisse die These von erfahrenen Lawinenärzten bestätigt: Wer kalt und tot geborgen wird, hat im Spital gute Chancen, doch zu überleben.

Atmungssystem sowie die Temperaturregulation dem menschlichen Organismus sehr ähnlich ist. 29 Schweine waren vorgesehen, beim Abbruch lagen die Daten von acht Tieren vor. „Mit allen Tieren hätten wir robustere Daten bekommen, aber auch so haben wir wertvolle Erkenntnisse gewonnen“, sagt Doz. Paal. Etwa jene, dass die Abkühlungsgeschwindigkeit hoch ist, solange der Kreislauf ausreichend funktioniert, weil das Herz warmes Blut in die Peripherie pumpt und von dort kalt zurückkommt. Sobald dem Herz der Sauerstoff ausgeht, verlangsamt sich der Temperaturabfall. „Im Nachhinein klingt das logisch, ist aber am Menschen nicht messbar.“ Die These, dass ein Lawinenopfer, wenn es kalt und tot ist, jedenfalls wiederbelebt werden sollte, sei damit aber nochmals erhärtet worden.

Verschüttete Schweine kühlten rasch ab Bemerkenswert ist, dass die Tiere innerhalb von einer Stunde auf 29 Grad abgekühlt waren – vergleichbar mit den extremsten bei Menschen gemessenen Werten. Zugleich werden „andere Menschen nach sechs Stunden mit 36 Grad herausgezogen“. Abgesehen vom Kriterium Bekleidung weiß man aber noch wenig über die Abkühlungsmechanismen. Durch den Tierversuch hat sich auch herausgestellt, dass die Schneedichte eine größere Rolle als bisher angenommen spielt, ob ein Verschütteter mit Atemhöhle ausreichend Luft bekommt. Dazu sind weitere Experimente in Planung, jedoch sicher nicht mehr mit Schweinen in freier Natur, betont Doz. Paal

Wichtige Erkenntnisse Die Zahl der Lawinenopfer ist mit 100 bis maximal 200 jährlich im gesamten Alpenraum relativ gering. Die Erkenntnisse aus der akzidentellen Hypothermie fließen jedoch immer stärker auch in eine therapeutische Hypothermie ein, wo sehr viele Menschen betroffen sind. So wird die bereits übliche 24-stündige Kühlung bei Menschen mit Herzstillstand auf 32 bis 34 Grad teilweise inzwischen auf 72 Stunden ausgedehnt, insbesondere bei Säuglingen, die mit Herzstillstand geboren werden. Durch die Kühlung können sich das Gehirn, aber auch andere Organe vom Sauerstoffmangel besser erholen und weniger Zellen sterben ab. Vergleichbar ist auch der Ansatz, nach einem Trauma zu kühlen und so eine drohende Querschnittslähmung zu vermeiden, „weil man gewisse Zellen nicht verliert“. Für Doz. Paal eine „schwarze Box, weil man nicht weiß, wieso Zellen bei Unterkühlung nicht absterben“. Allerdings eine schwarze Box „mit möglichen Therapieansätzen, von denen wir heute noch gar nichts wissen“. HS


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Medizin

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Mini-Pumpen und tragbare Defis

Technologie für schwache Herzen

Defibrillatoren (ICD) zum Beispiel können das Risiko eines plötzlichen Herztods bei Herzschwäche-Patienten um bis zu 60 Prozent verringern“, sagt Dr. Ebner, der auch Leiter der Arbeitsgruppe Herzinsuffizienz der Österreichischen Kardiologischen Gesellschaft ist.

tem Monitoringsystem angebracht ist. Über Elektroden, die am Rücken und der linken Brustseite in Gelkissen auf der Haut aufliegen, überwacht das Gerät das Herz kontinuierlich. Wird eine lebensbedrohliche Rhythmusstörung mit anschließendem Herzstillstand erkannt, gibt das Gerät Stromstöße ab. Im Akut­ fall warnt das Gerät den Patienten zunächst, dass gleich eine Schockbehandlung starten wird. So kann der „Life Vest“-Träger den Einsatz des Stromstoßes steuern, falls er bei Bewusstsein ist. Die EKG-Daten wer-

Defi-Rettungsweste Eine vielversprechende Neuentwicklung ist die „Life Vest“ – eine Art Defi-Rettungsweste, die am Oberkörper getragen wird und an der ein Defibrillator mit integrier-

Herzinsuffizienz & Pharmakogenetik

Wissen, bei wem was wirken wird LINZ – Die korrekte Identifizierung von genetischen Gruppen, die keinen Vorteil aus der richtlinienkonformen HI-Therapie ziehen, ist Gebot der Stunde. Betablocker sind ein wichtiger Bestandteil der HerzinsuffizienzTherapie. Was bisher zu wenig verstanden wurde, ist, warum manche Mittel nicht bei allen Patienten die erwünschte Wirkung zeigen. Inzwi-

den kann, ob sie von Bucindolol deutlich oder gar nicht profitieren werden. Die Pharmakogenetik sei einer der hoffnungsträchtigsten Wege, um die medikamentöse Versorgung von Herzinsuffizienz-Patienten maßgeblich zu verbessern und ihre Überlebenschancen deutlich zu erhöhen, so Doz. Mörtl. Red/ph

schen erhärtet sich der Verdacht, dass die Unterschiede in den Genen liegen. „Diese Polymorphismen oder Genvarianten stellen nur minimale Abweichungen dar, sie bewirken aber, dass bis zu 20 Prozent der Menschen weniger von einer Arznei profitieren als der Rest“, erklärt Doz. Dr. Deddo Mörtl vom Landeskrankenhaus St. Pölten. So zeigte eine amerikanische Studie* mit über 1000 Patienten, dass auf Basis genetischer Untersuchungen vorhergesagt wer-

* O‘Connor CM et al., PLoS ONE; 7(10): e44324. doi:10.1371/journal.pone.0044324 Herzinsuffizienz Update 2012; Linz, November 2012

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Kongress live Herzinsuffizienz Update 2012

eingesetzt. In Österreich tragen derzeit rund 20 Patienten dieses System.

Künstliche Herzen Fortschritte gibt es auch im Bereich implantierbarer Pumphilfen oder „künstlicher“ Herzen. Ventrikuläre Assistenzsysteme (Ventricular Assist Devices, VAD) ergänzen die Pumpkapazität des geschädigten Herzens. Dabei bleibt das kranke OA Dr. Christian Ebner

Herz im Körper, und die Pumphilfe übernimmt den überwiegenden Teil der Herzfunktion. Wurden solche Systeme früher temporär eingesetzt, gewinnen sie heute als dauerhafte Lösung an Bedeutung. „Das wird aus verschiedenen Gründen immer wichtiger“, so Dr. Ebner. „Wir haben es nicht nur mit einem Mangel an Spenderorganen zu tun. Eine Reihe von Patienten kommt für eine Herztransplantation einfach nicht infrage – etwa ältere Menschen mit Begleiterkrankungen oder Tumorpatienten.“ Red/ph Herzinsuffizienz Update 2012; Linz, November 2012

Translationales Institut in Graz

LBI erforscht Herzschwäche GRAZ – Das kürzlich eröffnete Grazer Ludwig-BoltzmannInstitut für Translationale Herzinsuffizienzforschung vernetzt Grundlagen- und klinische Forschung. Im Herbst wurde das LudwigBoltzmann-Institut für translationale Herzinsuffizienzforschung (LBI HF, www.heart.lbg.ac.at) eröffnet. Fokussiert werden vier Forschungsbereiche. Einer davon ist die Erforschung der HI-Ursachen auf zellulärer und molekularer Ebene. Ein weiterer Bereich ist die Diagnostik – gesucht werden Verfahren, mit denen eine Herzmuskelschwäche frühzeitig erkannt wird. Außerdem finden klinische Untersuchungen zu neuen Therapieansätzen statt, v.a. auch zur Behandlung der diastolischen Form, bei der die Pumpfunktion und Auswurfleistung des Herzens normal sind, aber die Füllung des Herzens gestört ist – ein Leiden, für das es bisher keine medikamen-

Foto: LBI HF

Dieses Gurtgeschirr ist mit Defibrillator und Monitoringsystem ausgestattet.

den automatisch an das behandelnde Krankenhaus übermittelt. Die Patienten können auch selbst ein EKG schicken, wenn Unsicherheiten auftreten. „Diese neue Rettungsweste kann ausgewählten schwerkranken Herzschwäche-Patienten zu mehr Sicherheit und Qualität im Alltag verhelfen, ihnen Krankenhausaufenthalte ersparen und ihre Prognose verbessern“, sagt Dr. Ebner. Darüber hinaus sei die Rate der unnötigen Schocks geringer als bei implantierten Defis, wie Dr. Hans Keller von der Wiener Krankenanstalt Rudolfstiftung ergänzt. Profitieren können von diesem Defi-Gurt z.B. Menschen, die auf die Implantation eines Defibrillators warten oder deren implantiertes ICD-System aufgrund einer Infektion entfernt werden musste oder bei denen eine Operation zu riskant wäre. Er kann auch zur Überwachung von Patienten verwendet werden, die eine verminderte Pumpleis­ tung Kongress des Herzens live aufweisen, bei denen noch keine HI-Therapie eingeleitet wurde. Die „Life Vest“ wird durchschnittlich ein bis drei Monate

Foto: KH Elisabethinen Linz

„Wir haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte in Diagnose und Therapie der Herzinsuffizienz gemacht und können damit Lebensqualität und Lebenserwartung der Betroffenen deutlich verbessern“, freut sich Oberarzt Dr. Christian Ebner vom Linzer Elisabethinen-Krankenhaus und Organisator der Tagung „Herzinsuffizienz Update 2012“. Damit sind nicht nur pharmakologische Innovationen gemeint, sondern auch implantierbare Geräte, die inzwischen schon viel komplexere Aufgaben beherrschen als die bisherigen Herzschrittmacher, die eingreifen, wenn das Herz zu langsam arbeitet. „Zusätzlich zu einer medikamentösen Therapie eingesetzte Cardioverter-

Fotos (2): ZOLL Medical Corporation

LINZ – Implantierbare MiniPumpen und tragbare Defis sind High-Tech-Entwicklungen der jüngsten Zeit, die es bestimmten Patienten ermöglichen, Lebenszeit zu erhalten, wenn beispielsweise keine Transplantation möglich ist.

töse Therapie gibt. Weiters wird auch ein Programm zur telemedizinischen Betreuung von Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung entwickelt, das helfen soll, die häufigen Krankenhausaufenthalte zu reduzieren. Das LBI HF unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Burkert Pieske ist in Österreich das einzige Institut, das auf Herzinsuffizienzforschung spezialisiert ist. Kooperationspartner des Instituts sind die Med Uni Graz, Bayer HealthCare Pharmaceuticals, das Austrian Institute of Technology, die Grazer Karl-Franzens-Universität, die Steiermärkische Gebietskrankenkasse, die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft und T-Mobile Österreich. Red/ph


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Pharma-News

Medizin

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Takeda

ADCetris erhält Europa-Zulassung WIEN – ADCetris ® (Brentuximab Vedotin), eine neue zielgerichtete Therapieoption bei Hodgkin-Lymphom (HL) und sys­temischem anaplastisch-großzelligem Lymphom (sALCL), hat die Zulassung in Europa erhalten. Der erste Vertreter einer neuen Generation von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten, der spezifisch gegen CD30-positive Tumore gerichtet ist, wird angewendet bei der Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem CD30+ Hodgkin-Lymphom nach autologer Stammzelltransplantation oder nach mindestens zwei vorangegangenen Therapien, wenn eine autologe Stammzelltransplantation oder eine Kombinationschemotherapie nicht als Behandlungsoption infrage kommt. Darüber hinaus kommt ADCetris bei der Behandlung von erwachsenen Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem sALCL zur Anwendung.

ADCetris ist ein AntikörperWirkstoff-Konjugat, bei dem ein monoklonaler anti-CD30-Antikörper über einen Valin-Citrullin-Peptid-Linker mit dem Zytostatikum Monomethyl-Auristatin E (MMAE) verbunden ist. Durch die neuartige patentierte Verbindung bleibt das Konjugat in der Blutbahn stabil. Erst nach Bindung an CD30-positive Tumorzellen wird das Konjugat internalisiert, der Linker durch

lysosomale Enzyme gespalten und das Zytostatikum freigesetzt. Das Zytostatikum zerstört den Spindel­ apparat, wodurch die Zellteilung gehemmt und so nachfolgend die Apoptose eingeleitet wird. Das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat ist gut verträglich. Gegenüber konventioneller Chemotherapie ist die Nebenwirkungsrate durch die gezielte Verbringung der zytotoxischen Substanz in die Zel-

le geringer. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse in den beiden PhaseII-Studien waren: Neutropenie, periphere sensorische Neuropathie, Fatigue, Übelkeit, Anämie, Infektionen der oberen Atemwege, Diarrhö, Fieber, Ausschlag, Thrombozytopenie, Husten und Erbrechen.

Information: Takeda Pharma Ges.m.b.H Ing. Christian Schaupp Tel.: 01/524 40 64-701 E-Mail: Christian.Schaupp@takeda.com

Gesundheitsministerium

Website mit „Nanoinfo“ WIEN – Das Gesundheitsminis­ terium informiert seit Kurzem per Internet über Nanotechnologie. Unter www.nanoinformation.at werden Grundlagen der Nanotechnologie genauso verständlich erklärt wie ihre Anwendung von A wie Arzneimittel bis Z wie Zahnpasta. Erstellt wurde die Website gemeinsam mit Experten aus unterschiedlichen Behörden, Institutionen und Organisationen unter der Federführung des Gesundheitsministeriums. Auf der Website zu finden ist auch der Konsultationsbericht zur Umsetzung des Aktionsplans Nanotechnologie.

Anagnostics Bioanalysis

Sepsis-Test entwickelt ST. PÖLTEN/ST. VALENTIN – Ein von der niederösterreichischen Firma Anagnostics Bioanalysis GmbH entwickelter Test ermöglicht eine rasche Diagnose und Verlaufskontrolle der Sepsis. Der Test vereint sowohl die Detektion von Erreger-DNA als auch die Messung von elf Entzündungsmarkern. Vollblutproben können damit innerhalb von vier Stunden analysiert werden. Der integrierte Sepsis-Test hybcell Pathogen und hybcell Inflammation wird gerade in Europa und im Mittleren Osten eingeführt. Der Test wird derzeit von der Berliner Charité validiert. www.anagnostics.com

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Medizin

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Weder Abhängigkeitspotenzial noch erhöhtes Sturzrisiko

Antidepressiva bei Angststörungen BERLIN – Wenn es um die medikamentöse Therapie von Angststörungen geht, gelten Antidepressiva heute als Mittel erster Wahl. Die immer noch verbreitet eingesetzten Benzodiapine dagegen haben keinen festen Platz mehr bei dieser Indikation. Angststörungen können sich in der Praxis ganz unterschiedlich manifestieren. Je nach Symptomatik unterscheidet man fünf Formen (s. Kasten). Allen gemeinsam sind die psychovegetativen Symptome der Angst. Dazu gehören unter anderem Palpitationen, Tachykardie, Schwitzen, Atembeschwerden, Thoraxschmerzen oder Muskelverspannungen und Schreckhaftigkeit. Patienten mit Angsstörungen sollten möglichst frühzeitig behandelt werden, damit es gar nicht erst zu einer Chronifizierung kommt. Die kognitive Verhaltenstherapie hat einen festen Platz bei der The-

rapie. Aber auch mit verschiedenen Medikamenten lässt sich die Angst oft gut unter Kontrolle bekommen, nur bei spezifischen Phobien spielen diese kaum eine Rolle. Den stärksten Effekt erzielt man erfahrungsgemäß mit einer Kombination von Medikamenten und Psychotherapie, schreiben Dr. Jens Plag und Kollegen von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Berlin in einem Übersichtsartikel. Als Mittel der ersten Wahl gelten selektive Serotonin-Reuptake-Hemmer (SSRI) und Serotonin-Noradrenalin-Reuptake-Hemmer (SSNRI). Die früher eingesetzten trizykli-

schen Antidepressiva werden wegen des ungünstigeren Nebenwirkungsprofils kaum noch gegen Angststörungen eingesetzt. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte den Zulassungsstatus der einzelnen Substanzen beachten. So sind manche nur bei Panikstörungen und Agoraphobie zugelassen, andere dagegen auch für generalisierte Angststörung und Sozialphobie. Als weitere Substanzklassen kommen MAOHemmer (Moclobemid bei sozialer Phobie) und Antikonvulsiva (Pregabalin bei GAD) infrage.

Kontraindikationen gegen Benzodiazepine Benzodiazepine haben aufgrund des hohen Abhängigkeitspotenzials – entgegen der immer noch weit verbreiteten Praxis – keinen festen Platz mehr in der Behand-

ID 3622; 07/2012

Das Powerstatin

lung von Angststörungen, betonen die Referenten. Absolut kontraindiziert sind Benzodiazepine bei Patienten mit Suchtanamnese, und bei Älteren gelten sie wegen der erhöhten Sturzgefahr infolge der Muskelrelaxation als relativ kontraindiziert. Auch den Nutzen einer Überbrückungstherapie über vier bis sechs Wochen, bis die Wirkung der Antidepressiva einsetzt, gilt es kritisch abzuwägen. Als besondere Herausforderung gilt die Behandlung von Jugendlichen und älteren Patienten. Bei über 60-Jährigen ist die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Sertralin (bis 150  mg) bei Panikstörungen, generalisierter Angststörung und sozialer Phobie gut belegt – bei GAD auch von retardiertem Venlafaxin (bis 225 mg).

Behandlung von Kindern und Jugendlichen Kinder und Jugendliche mit generalisierter Angststörung können ab dem 6. Lebensjahr mit Venlafaxin retard (bis 225  mg), Sertralin (bis 50  mg) und Fluvoxamin (bis 300 mg) behandelt werden. Bei sozialer Phobie haben sich Venlafaxin, Paroxetin und Fluoxetin bewährt. Sowohl bei den jungen Patienten wie bei den Senioren empfehlen die Referenten eine besonders vorsichtige Eindosierung (z.B. Venlafaxin

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Wenn sich der Zustand nicht verbessert Haben sich die Symptome eines Patienten dagegen nach achtwöchiger Therapie nicht verändert, sollte man noch einmal die Diagnose, die Compliance und die Dosierung überprüfen. Möglicherweise ist die Unwirksamkeit auch durch eine veränderte Metabolisierung („Poor Metabolizer“ im CYP-System) begründet. Findet sich diesbezüglich keine Ursache, sollte man den Patienten zunächst auf einen anderen SSRI oder SSNRI umstellen. Erst wenn man auch mit einem zweiten Mittel der ersten Wahl nicht weiterkommt, können andere Wirkstoffe wie MAO-Hemmer oder trizyklische Antidepressiva in Betracht gezogen werden.  MW J. Plag et al., internist. prax. 2012; 52: 879–891

  Fünf Formen der Angststörung

u Panikstörung: Betroffene leiden unter Panikattacken, die für sie völlig un­

erwartet kommen. Die Angst erreicht meist innerhalb weniger Minuten ihr Maximum und geht nach kurzer Zeit zurück. u Agoraphobie: Furcht und Unbehagen kommen in Situationen auf, aus denen sich der Patient nicht unmittelbar entfernen kann – z.B. in Men­ schenansammlungen oder auf öffentlichen Plätzen, aber auch an fernen Reisezielen. Bei bis zu zwei Dritteln der Betroffenen gesellt sich eine Panik­ störung hinzu oder geht der Agoraphobie voraus. u Generalisierte Angststörung: Betroffene quälen sich mit Befürchtungen in Bezug auf alltägliche Ereignisse und Probleme, ohne dass diese Ängste objektiv gerechtfertigt erscheinen. u Soziale Phobie: Patienten fürchten sich übermäßig vor der Bewertung durch Mitmenschen und haben eine ausgeprägte Angst vor Kritik. u Spezifische Phobie: Hier ist die Angst auf eine bestimmte Situation oder ein bestimmtes Objekt gerichtet, was zu einem ausgeprägten Vermeidungs­ verhalten führen kann.


Medizin

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Österreichische Lungenunion fordert umfangreiche Maßnahmen

Initiative „Gemeinsam gegen COPD“

„Viele Zuständige in Österreich­ haben die dramatischen Entwicklungen im Zusammenhang mit COPD auf die leichte Schulter genommen oder einfach verschlafen. Wir werden sie immer wieder aufwecken“, verspricht ÖLU-Sprecher Otto Spranger. Im Rahmen der Ini­tiative „Gemeinsam gegen COPD“ wird die ÖLU bei einer Reihe von Aktionen mit geeigneten Partnern konsequent Strategien für COPD-assoziierte Probleme erarbeiten und schrittweise umsetzen (siehe Kasten).

Umfrage zeigt fehlendes Problembewusstsein Darüber hinaus hat die ÖLU Marketagent.com beauftragt, das Wissen zu COPD in der Bevölkerung zu erheben. Ausgewertet wurden die ano­nymisierten Antworten

von 1006 Personen aus ganz Österreich zwischen 16 und 69 Jahren, von denen 29  % tägliche Raucher, 8 % Gelegenheitsraucher, 20 % ExRaucher und 43 % Nichtraucher waren: Zwei Drittel können mit dem Begriff COPD nichts anfangen. 33 % „kennen den Begriff, haben darüber bereits einmal etwas gehört oder gelesen“. Nur jedem dritten täglich Rauchenden ist der Begriff bekannt. Befragte, die täglich rauchen, glauben nur zu 56 %, dass Rauchen eine „sehr starke“ Auswirkung auf die COPD-Entstehung hat. Otto Spranger: „Es zeigt sich also, dass Wissen und Bewusstsein der zunehmenden Bedeutung von COPD nicht entsprechen und weitere Information und Aufklärung dringend notwendig sind. Auch das ist ein zentrales Ziel der Initiative ‚Gemeinsam gegen COPD‘. Es gilt, Patienten zu ak-

tivieren, ihre Eigenverantwortung zu stärken und die Bereitschaft für erforderliche Maßnahmen wie Aufhören mit dem Rauchen, körperliche Aktivität und kontinuierliche Medikation zu verbessern.“

Spirometrie beim Hausarzt gefordert Prim. Dr. Norbert Vetter, Vorstand der 2. Internen Lungenabteilung im Otto-Wagner-Spital, räumte zu Beginn seines Statements mit einer Mär auf: Zwar zeige die COPD üblicherweise Progredienz, die meis­ ten der zahlreichen Phänotypen würden sich aber unter Therapie stabilisieren oder sogar verbessern. Umso wichtiger sind eine frühzeitige Diagnose und Behandlung. Hinsichtlich Früherkennung herrscht in Österreich großer Nachholbedarf, wie der Experte betonte: „60 % der Patienten, die wegen einer COPD im Spital aufgenommen werden, hatten noch nie eine Spirometrie und wussten daher auch nichts von ihrer Erkrankung.“ Angesichts des Mangels an Lungenfachärzten mit Kassenvertrag und der Tatsache, dass der Hausarzt erster Ansprechpartner für Menschen mit chronischem Husten, Auswurf und Kurz-

atmigkeit ist, wäre es wichtig, dass die Spirometrie vom Allgemeinmediziner durchgeführt werden darf und von den Kassen bezahlt wird. Auch das Entlassungsmanagement nach einem stationären Krankenhausaufenthalt aufgrund einer akuten Exazerbation muss verbessert werden: In Österreich werden nach der Entlassung nur 30 % der COPDPatienten in der Rehabilitation weiter betreut und 40  % der Patienten müssen innerhalb der nächsten drei Monate wieder aufgenommen werden. Dies zu verhindern ist Ziel einer optimalen Behandlungsstrategie. Die frühzeitige Therapie zielt aber nicht nur darauf ab, akute Exazerbationen zu verhindern, sondern auch die mit COPD verbundenen Komorbiditäten hintanzuhalten. Sie sind es, die letztlich maßgeblich zur Verschlechterung der Lebensqualität und zur erhöhten Sterblichkeit beitragen, so der Pulmologe. Neben der optimalen medikamentösen Therapie sollte auch ein individuelles Trainingsprogramm mit körperlicher Aktivität und Atem-Physiotherapie nicht fehlen, um die Leistungsfähigkeit so lange als möglich zu erhalten und die Abwärtsspirale in die Invalidität zu verhindern. GLu

WIEN – Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung entwickelt sich zu einer enormen gesundheitspolitischen Herausforderung. Bis zu einer Million Menschen sind in Österreich davon betroffen, 400.000 sind behandlungsbedürftig. Dazu kommt, dass die Bevölkerung nicht allzu viel mit dem Begriff COPD anfangen kann. Und das ist nur einer der Gründe, warum die Früherkennung hierzulande erschwert ist. Die Österreichische Lungenunion (ÖLU) will mit der Initiative „Gemeinsam gegen COPD“ gegensteuern.

  Forderungen der

Österr. Lungenunion u Nichtraucherschutzgesetz,

das diesen Namen verdient u mehr Lungenfachärzte mit

Kassenvertrag u Spirometrie beim Allge­ mein­mediziner muss flächen­deckend von den Kranken­kassen gezahlt wer­ den und gehört ins Vorsorge­ programm aufgenommen. u besseres Entlassungsmana­ge­ ment mit Empfehlungen für die Raucherentwöhnung und Rehabilitation u Psychotherapie auf Kranken­ schein für die COPD-Patienten, die oft unter Angst und Depressionen leiden u palliativmedizinische Versor­ gung für Patienten im fortge­ schrittenen Stadium u Erstattung innovativer Medikamente und nicht­me­dikamentöser Therapien (Trainingsprogramme) durch die Krankenkassen

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Medizin

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Radfahren fürs Herz, Yoga gegen Krebs, Gewichte für die Knochen ...

Welche Sportart können Sie empfehlen? LOS ANGELES – „Sorgen Sie für mehr Bewegung! Zwei- bis dreimal wöchentlich 20 bis 30 Minuten sollten es mindestens sein.“ Wenn Sie Ihren Patienten bisher diese Empfehlung gegeben haben, ist das schon mal ein guter Anfang. Aber es geht noch spezifischer! Jede Form von Bewegung ist besser als ein inaktiver Lebensstil, und jeder Mensch hat in puncto Sportart seine persönliche Vorlieben. Aber Sie als Hausarzt können Ihre Patienten zusätzlich beraten und ihnen wichtige Tipps geben, von welcher körperlichen Aktivität sie gesundheitlich besonders profitieren würden. Die verschiedenen Trainingsarten lassen sich grob in drei Gruppen einteilen, schreibt Dr. Mitchell H.

Katz vom Los Angeles County Department of Health Services in den „Archives of Internal Medicine“. So unterscheidet man: u Ausdauertraining wie Walking, Joggen, Schwimmen, Radfahren u Krafttraining, mit Gewichten oder Trainingsbändern und u Stretching oder Yogaübungen Manche Trainingsarten sind kombinierbar, wie z.B. beim Joggen mit Handgewichten. Außerdem gibt es Methoden, die einzelne Elemente miteinander verbinden: So geht es beim Pilates-Training darum, Muskelkraft und -flexibilität zu verbessern. Die unterschiedlichen physio-

logischen Effekte der verschiedenen Trainingsformen sollten bekannt sein, um Patienten entsprechend beraten zu können, betont Dr. Katz. Ausdauertraining eignet sich v.a. für die kardiovaskuläre Gesundheit, weil es die maximale Sauerstoffaufnahme verbessert, das Schlagvolumen erhöht und die Herzfrequenz senkt. Krafttraining steigert Muskelkraft und -masse. Dadurch nimmt der Kalorienverbrauch zu und die Körperfettmasse ab – sofern der Patient die Kalorienzufuhr nicht erhöht. Außerdem trainiert es das Gleichgewicht und beugt somit Stürzen vor.

Dehnübungen steigern wiederum den Bewegungsumfang, stärken die Gelenkfunktion und erhöhen die Flexibilität der Sehnen sowie die Muskelleistung – außerdem wirkt bekanntlich das „Stretching“ als Prophylaxe für Verletzungen des Bewegungsapparats. Doch bei der Beratung haben Sie die Qual der Wahl: Welche Sportbzw. Trainingsarten eignen sich für wen besonders gut? Dr. Katz gibt folgende Empfehlungen: u Frauen profitieren von Übungen mit Gewichtsbelastung. So kann einer Osteoporose entgegengewirkt werden.

u Tai Chi mit seinen sanften Bewe-

gungen eignet sich besonders gut für ältere Menschen, weil es das Gleichgewicht verbessert und auf diese Weise Stürzen vorbeugt. Generell sind die Übungen auch vorteilhaft fürs Herz-KreislaufSystem. u Yoga scheint hilfreich bei Rückenschmerzen, auch Patienten mit malignen Erkrankungen, Depression oder chronischen Schmerzen können profitieren. u Rasches Gehen, Laufen, Schwimmen und Radfahren verbessern die kardiovaskuläre Gesundheit. Generell wirkt sich „Bewegung“ positiv auf das psychische Wohlbefinden aus. Körperliche Aktivität lindert Angst und Depression und scheint auch kognitive Funktionen zu verbessern. AW Mitchell H. Katz; Arch Intern Med 2012;172(17): 1283–1284

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Wenn das Sodbrennen die Nachtruhe stört

Frauen leicht im Vorteil

Refluxpatienten: Säurehemmer statt Schlafmittel HAMBURG – Schlafstörungen gelten als eines der häufigsten extraintestinalen Probleme beim Reflux. Doch schlaffördernde Mittel verschlimmern den Säurerückfluss. Sinnvoll erscheint hingegen eine probatorische PPI-Therapie. In liegender Position kann die Magensäure leichter in den Ösophagus gelangen als tagsüber – jeder vierte Refluxpatient leidet gerade zur Schlafenszeit unter Sodbrennen. Regurgitationen lösen einen Schutzreflex aus, Betroffene müssen schlucken und wachen dadurch auf. Nicht zuletzt deswegen klagen Refluxpatienten häufig über Schlafstö-

rungen. Sowohl die Dauer, als auch die Qualität des Schlafes „leiden“, berichtete Prof. Dr. Daniel Jaspersen, Medizinische Klinik I am Klinikum Fulda, auf der Jahrestagung der DGVS*. Somit gehen mangelnde Leistungsfähigkeit und beeinträchtigte Tagesaktivität bei Refluxpatienten auch auf ihre spezifischen Beschwerden, z.B. Regurgitationen

und Sodbrennen, zurück. Klinische Konsequenz: Bei unklaren Schlafstörungen sollte eine Refluxkrankheit ausgeschlossen werden. Gibt es medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten? Eine Studie mit 675 Betroffenen zeigte, dass die Therapie mit einem Protonenpumpenhemmer nicht nur das Sodbrennen linderte, sondern auch die Schlafstörung besserte. Der Einsatz von Schlafmitteln scheint hingegen kontraproduktiv zu sein. In einer placebokontrollierten Doppelblindstudie mit 16  Reflux-

patienten hat man mittels pH-Metrie und Polysomnographie simultan Wachreaktionen und Refluxausmaß ermittelt. Unter dem Imidazopyridin Zolpidem schliefen die Studienteilnehmer zwar besser: So traten nur während 40  Prozent der Schlafenszeit Wachreaktionen auf, verglichen mit 89 Prozent in der Placebogruppe. Doch die Dauer der Refluxereignisse nahm zu: Unter der Schlafmedikation waren es im Mittel 363 Sekunden und unter Placebo nur 38 Sekunden.  SK * Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten

Pankreaskrebs STUTTGART – Die Prognose bei Pankreaskrebs ist zwar schlecht, Frauen sind aber offenbar etwas im Vorteil. In einem Kollektiv von 300 Patienten wurde im Stuttgarter Marienhospital eine mittlere Überlebenszeit nach Resektion von 21 Monaten ermittelt. Frauen wiesen einen Prognosevorteil von 7,5 Monaten auf. Auch bei den palliativ Chemotherapierten schnitten sie etwas besser ab, wie beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie berichtet wurde. CG


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News Kombi senkt Diabetesrisiko MÜNCHEN – Einer deutschamerikanischen Forschungskooperation gelang es, mit einer Hormonkombi einen Rückgang der Symptome des Metabolischen Syndroms zu bewirken. Wird Östrogen mit GLP-1 gekoppelt, gelangt das Hormon nur in Zielzellen von GLP-1, nicht aber in Östrogen-sensitive Organe. Das Konjugat verstärkte im Tiermodell die Wirkung von GLP-1, ohne die Nebenwirkungen von Östrogen.

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Nature Medicine 2012; doi: 10.1038/ nm.3009

Die Faktoren Ernährung, Bewegung und Entzündung hängen mit dem Diabetesrisiko zusammen – aber wie? Die Grundlagenforschung versucht das aufzudecken.

Den Zusammenhängen auf der Spur

Darmflora, Sport & Diabetes Kongress live

SALZBURG – Dass Ernährung, Entzündung und körperliche Aktivität eng mit dem Diabetesrisiko verwoben sind, ist längst bekannt. Doch wie genau, dazu sind viele Fragen noch offen. Über den aktuellen Stand der Grundlagenforschung informierte eine Key-Note-Lecture im Rahmen der ÖDG-Tagung. Eine bislang stark unterschätze Rolle dürfte die Darmflora spielen. „Die Zusammensetzung der Keime, die unseren Darm besiedeln, ist unglaublich vielfältig und in dieser Vielfalt stecken Probleme, die man erst jetzt zu realisieren beginnt“, erklärte Univ.-Prof. Dr. Michael Roden, Direktor des Instituts für klinische Diabetologie, Deutsches Diabetes Zentrum Düsseldorf. Neueste Erkenntnisse zeigen, dass sowohl Adipositas als auch Adipositasassoziierte Erkrankungen mit einer

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Univ.-Prof. Dr. Michael Roden

veränderten Zusammensetzung der Darmflora einhergehen. So haben Patienten mit Diabetes eine geringere Diversität des Keimspektrums, mit einem Rückgang all jener Species, die Butyrat produzieren. „Dies geht mit einer gesteigerten Darmpermeabilität einher“, erklärte Prof. Roden. „Enterotoxine werden vermehrt in die Blutbahn eingeschwemmt, was zur Aktivierung einer subkli-

nischen Entzündung mit verminderter Insulinsensitivität führt.“ Welche weitreichenden Konsequenzen dieser Zusammenhang hat, belegen zwei rezente wissenschaftliche Arbeiten. Prof. Roden verwies auf die Arbeit einer finnischen Arbeitsgruppe, die die Zusammensetzung des Stuhls von schwangeren Frauen untersuchte (Koren et al., Cell 2012). Die Forscher konnten zeigen, dass sich mit dem Fortschreiten der Schwangerschaft die Darmflora ändert; es entwickelte sich eine geringere Diversität, ähnlich jener, wie sie von Patienten mit Diabetes bekannt ist. Im nächsten Schritt wurden den Frauen Stuhlproben entnommen, die die Wissenschaftler nach entsprechender Aufbereitung auf Mäuse übertrugen. Das Ergebnis war erstaunlich: Die zuvor schlanken und stoffwechselgesunden Tiere nahmen nach der Stuhltransplantation erheblich an Gewicht zu, sie entwickelten eine Insulinresistenz und wiesen plötzlich erhöhte Entzündungsmarker auf. Zu ähnlichen Ergebnisse kam eine niederländische Arbeitsgruppe, die Männer mit metabolischem Syndrom untersuchte (Vrieze et al., Gastrology 2012). Die Forscher pflanzten den Patienten Darmbakterien von schlanken, stoffwech-

Kongress live ÖDG 2012

selgesunden Spendern ein. Sechs Wochen nach der autologen Stuhltransplantation hatte sich bei den Empfängern die Darmflora verändert. Parallel dazu nahm die Insulinempfindlichkeit der Patienten zu. Als Kontrollgruppe dienten Patienten mit metabolischem Syndrom, die ihren eigenen Stuhl als „Transplantat“ erhielten. In diesem Kollektiv blieb die Insulinsensitivität gänzlich unverändert.

Dass Bewegung und körperliche Aktivität antidiabetisch wirken, liegt offenbar nicht nur daran, dass mehr Energie verbraucht und Speicherfett reduziert wird. Auch andere Vorgänge, die die Muskulatur vollziehen muss, um den verstärkten Belastungen bei körperlichen Anstrengungen gewachsen zu sein, dürften daran beteiligt sein. Diese Vorgänge Schritt für Schritt zu erforschen, könnte laut Prof. Roden innovative Ansätze für neue anti­ diabetische Therapie liefern. AMK 40. Jahrestagung der Österreichischen Diabetes Gesellschaft; Salzburg, November 2012

14 neue Biomarker für Typ-2-Diabetes BERLIN – Anhand von 4000 Blutproben aus verschiedenen Forschungsprojekten konnten 14 Metabolite identifiziert werden, die mit Diabetes mellitus Typ 2 assoziiert sind. Diese Biomarker könnten Grundlage für einen Bluttest sein, mit dem das Diabetesrisiko früher und besser als heute vorhergesagt werden kann, heißt es vonseiten der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Diabetes 2012; doi: 10.2337/db12-0495

USA: Dramatischer Höhenflug Washington (APA) – Die Zahl der Diabetiker ist in den USA in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen. Zwischen 1995 und 2000 schnellte die Zahl in 42 der 50 Bundesstaaten um mindestens die Hälfte in die Höhe, in 18 Staaten verdoppelte sie sich sogar, wie aus einer Studie der US-Gesundheitsbehörde CDC hervorgeht. Am stärksten wuchs die Rate demnach im Süden des Landes an. In Oklahoma stieg sie sogar um mehr als das Dreifache.

Wie Sport auf zellulärer Ebene wirkt Auch in anderen Bereichen gibt es bahnbrechende Arbeiten. Prof. Roden präsentierte wissenschaftliche Untersuchungen, die sich damit beschäftigen, Faktoren zu identifizieren, die die Kommunikation zwischen dem Fettgewebe, der Muskulatur und verschiedenen Stoffwechselorganen ermöglichen. Im Zentrum des Interesses stehen derzeit vor allem PGC1-alfa und Irisin. Aktuelle Erkenntnisse legen nahe, dass diese beiden Myokine auf zellulärer Ebene den gesundheitsfördernden Effekt von Sport vermitteln. Zudem scheint Irisin eine Umwandlung von gelbem Speicherfett in braunes energieverbrennendes Fett zu ermöglichen. Fachkurzinformation auf Seite 28 Diabetalan_Störer_112x112mm Rand pink.indd 1

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Schwerpunkt Diabetes

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Adipositaschirurgie

Metabolische Intervention per Skalpell

Univ.-Prof. Dr. Bernhard Ludvik, Leiter der Ambulanz für Stoffwechsel und Diabetes, AKH Wien, präsentierte im Rahmen der ÖDGTagung aktuelle Studien, die zeigen, Aktuelle Studien zeigen, dass die metabolische Chirurgie bei adipösen Typ-2-Diabe­ dass die metabolische Chirurgie bei tikern den Glukosestoffwechsel unabhängig von der Gewichtsabnahme verbessert. adipösen Patienten mit Typ-2 Diabetes den Glukosestoffwechsel un- die Studie eingeschlossen. Die Be- tidiabetische Medikation. Die Reabhängig von der Gewichtsabnahme obachtungsdauer betrug zwei Jah- missionsrate betrug 75 % in der Byverbessert und bei einem beträcht- re. Die Resultate: Es zeigte sich, dass pass-Gruppe gegenüber 95 % in der lichen Anteil der Patienten sogar zu die operierten Patienten gegenüber BPD-Gruppe. Dieser Unterschied einer Remission des Diabetes führt. den konservativ behandelten signi- war weitgehend unabhängig vom Als besonders herausragend be- fikant profitierten. Außerdem be- Ausmaß der Gewichtsreduktion. Er zeichnete er eine Arbeit, die kürzlich stand ein klarer Unterschied zwi- war vielmehr auf die unterschiedim „New England Journal of Medi- schen den beiden chirurgischen lichen Lipideffekte der Verfahren zucine“ publiziert wurde (Mingrone G Methoden. Während sich bei den rückzuführen. Aufgrund der großet al., NEJM 2012; 366: 1577–1585); Patienten, die einen Magenbypass en malabsorptiven Fläche kam es in herausragend deswegen, weil die erhielten, das HbA1c nur um 25  % der BPD-Gruppe zu einer Senkung Studienteilnehmer randomisiert ei- verbesserte, sank der Wert in jener der Triglyzeride um 60 %, in der Byner Operation oder einer konserva- Gruppe, die sich einer biliopankre- pass-Gruppe sank der Wert nur um tiven Behandlung zugeteilt wurden, atischen Diversion (BPD) unter- 20 %. „Die biliopankreatische Diverein Vorgehen das nur schwierig um- zogen hatte, um 45 % ab. Als zwei- sion ist zwar ein sehr invasiver Einzusetzen ist: Es gelang trotzdem. ter metabolischer Endpunkt diente griff mit einem nicht zu vernachläs60 adipöse Patienten mit Typ- die Diabetes-Remission, definiert sigenden Komplikationsrisiko“, sagte 2-Diabetes (Diabetesdauer mindes­ als Nüchternblutzucker <  100  mg/ Prof. Ludvik. Aufgrund des hohen tens 5 Jahre, HbA1c ≤ 7 %) waren in dl und ein HbA1c < 6,5 % ohne an- malabsorptiven Potenzials sei die

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SALZBURG – Aus der zunächst zur Gewichtsreduktion entstandenen bariatrischen Chirurgie entwickelt sich derzeit die metabolische Chirurgie. Dabei geht es vor allem um eine Verbesserung der Glykämiekontrolle und des Lipidprofils bei stark übergewichtigen Patienten.

Methode aber metabolisch hocheffektiv. Eine andere Studie zeigt, dass per Adipositaschirurgie auch das Risiko für die Neumanifestation eines Diabetes signifikant gesenkt werden kann. Prof. Ludvik verwies auf eine Studie der Arbeitsgruppe um Lena Carlson (NEJM 2012; 367: 695-704), in der sich 1685 stark übergewichtige, nicht diabetische Patienten einer chirurgischen Adipositastherapie unterzogen. Es wurde entweder ein Magenband, ein Magenbypass oder eine vertikale bandverstärkte Gastroplastik durchgeführt. Die operierten Patienten wurden einem „Usual Care“-Kollektiv (n  =  1771) gegenübergestellt. Nach einem Beobachtungszeitraum von 15 Jahren bestand ein signifikanter Unterschied in der Diabetesinzidenz. Das relative Risiko zu erkranken konnte durch die Operation um 78 % reduziert werden.

BMI kein Prädiktor für Erfolg In beiden Studien ging man der Frage nach, anhand welcher Faktoren das Ausmaß des metabolischen Benefits am besten vorhergesagt werden kann. „Schließlich wollen wir Patienten identifizieren, welche auch gesundheitlich und nicht nur kosmetisch von einem chirurgischen Eingriff profitieren“, betonte Prof. Ludvik. „Aufgrund der genannten

Studien wissen wir nun, dass weder der präoperative BMI noch andere anthropomorphische Daten Prädiktoren für den Erfolg sind. Sehr wohl aussagekräftig ist eine gestörte Nüchternblutglukose, vor allem, wenn es darum geht, durch die Operation das Diabetesrisiko zu senken.“ Die Zahl der chirurgischen Eingriffe zur Behandlung der Adipositas ist stark im Zunehmen. Parallel dazu entstehen zwar immer mehr Zentren, die solche Eingriffe durch-

Explizit „Wir werden uns sehr genau überlegen müssen, welchen Patienten wir eine Operation nahelegen.“ Prof. Bernhard Ludvik

führen. Trotzdem ist damit zu rechnen, dass die Nachfrage das Angebot bei weitem übersteigen wird. Prof. Ludvik: „Wir werden uns sehr genau überlegen müssen, welchen Patienten wir eine Operation nahelegen. Nach jetzigem Wissen sind für diese Entscheidung eher metabolische Parameter entscheidend und nicht so sehr das Ausmaß des Übergewichts selbst.“ AMK 40. Jahrestagung der Österreichischen Diabetes Gesellschaft; Salzburg, November 2012

Psychische Gesundheit

Diabetiker jährlich auf Depression checken WIEN – Depressionen treten bei diabetischen Patienten doppelt so häufig auf wie in der Allgemeinbevölkerung. Aufgrund ihres Einflusses auf den Verlauf der Diabeteserkrankung, ist es wichtig, depressive Symptome zu erkennen und, wenn nötig, adäquat medikamentös zu behandeln.

besteht hier vielmehr darin, die Symptome richtig zu erkennen und gezielt nachzufragen. Dr. Wuschitz verwies in diesem Zusammenhang auf den SKID-Fragebogen (Strukturiertes Klinisches Interview für DSM-IV), der es ermöglicht, mithilfe von zwei einfachen Fragen eine depressive Symptomatik rasch und zuverlässig zu erkennen.

„Eine 24-jährige Typ-1-Diabetikerin kam in Begleitung ihrer hochbesorgten Mutter in meine Ordination“, berichtete Dr. Albert Wuschitz, niedergelassener Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, anlässlich einer DFP-Fortbildung der Medizin Akademie kürzlich in Wien. „Grund für den ärztlichen Besuch war, dass die junge Frau im Sinne einer parasuizidalen Handlung jegliche Injektion von Insulin verweigerte.“ Bei der überwiegenden Mehrheit der Diabetiker sind die psychischen Probleme glücklicherweise nicht so bedrohlich. Meist handelt es sich um Verlaufsformen einer Depression, die in der allgemeinmedizinischen Praxis problemlos behandelt werden können. Die Crux

Um den Patienten vom Nutzen einer antidepressiven Therapie zu überzeugen, bedarf es einer einfühlsamen Aufklärung. „Führen Sie ins Treffen, dass Depressionen nicht nur das psychische Wohlbefinden, sondern auch die körperliche Gesundheit massiv beeinträchtigen können“, unterstrich Dr. Wuschitz die somatische Dimension der Depression. „Erklären Sie dem Patienten, dass es zu einer gesteigerten Ausschüttung von Stresshormonen kommt und dass im Zuge davon das Immunsys­ tem geschwächt, das Entzündungssystem hochgefahren und die Atherosklerose begünstigt wird. Daraus resultiert ein gesteigertes Risiko für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. All diese Zusam-

Einfühlsam aufklären

menhänge können als Argumente für den Nutzen der antidepressiven Therapie verwendet werden.“ Auch dass es sich bei der Depression um eine chronische Erkrankung mit wiederkehrenden Episoden handelt, sollten die Patienten wissen. Dr. Wuschitz: „In 70 Prozent der Fälle erleiden die Patienten mehr als zwei depressive Episoden, zehn bis 20 Prozent der Betroffenen werden sogar chronisch depressiv, ohne sich zwischenzeitlich je zu

Fortbildung am Punkt www.fortbildungampunkt.at

erholen. Und weil bekannt ist, dass mit jeder neuerlichen Episode die Erfolgs­chancen einer antidepressiven Therapie geringer werden, ist es eben wichtig, Depressionen von Anfang an möglichst effektiv zu behandeln“. Ziel der Behandlung ist die vollständige Rückbildung aller Symp­ tome. Durch das Erreichen einer Vollremission kann das Rückfallrisiko im Vergleich zu einem teilweisen Ansprechen erheblich reduziert werden. Um dieses Ziel zu erreichen,

muss die initiale Dosis oft gesteigert werden. Umgekehrt muss auch auf manische Nachschwankungen geachtet werden. In diesem Fall muss laut Dr. Wuschitz die Dosis der antidepressiven Medikation um 50 Prozent reduziert werden. Bei der Wahl der Medikation ist zu bedenken, dass nicht jedes Antidepressivum für Diabetiker gleich gut geeignet ist. Wichtige Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt, sind Gewichtseffekte, die kardiale Sicherheit, das Interaktionspotenzial und etwaige sexuelle Nebenwirkungen. Tranquilizer anstelle von Antidepressiva einzusetzen ist nicht zielführend, aber trotzdem noch immer weit verbreitet. Dr. Wuschitz: „Tranquilizer haben Suchtpotenzial und sind daher als langfristige Therapie nicht geeignet. Sie können kurzfristig zusätzlich zu einem Antidepressivum eingesetzt werden, aber keinesfalls länger als vier Wochen und keinesfalls bei Patienten, die Suchtprobleme haben.“ Wie häufig Depression und Dia­ betes im Gefolge auftreten, belegte Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Fasching, Vorstand der 5. Medizinischen Abteilung, Wilhelminen-

spital, anhand epidemiologischer Schätzungen. Diesen zufolge sollen in Österreich zirka 500.000 Menschen an Diabetes mellitus leiden, 150.000 davon zugleich an einer Depression. Aufgrund der hohen praktischen Relevanz wird von der Österreichischen Diabetes Gesellschaft empfohlen, bei allen Diabetikern nach depressiven Symp­tomen zu fahnden. Da es sich bei diesen Patienten um eine besonders gefährdete Gruppe handelt, soll ein jährliches Screening auf psychische Erkrankung durchgeführt werden. Neben einer effektiven antidiabetischen Therapie sollten depressive Diabetiker auch mit einer effektiven antidepressiven Medikation versorgt werden. In rund 90 Prozent der Fälle ist eine Behandlung im allgemeinmedizinischen Setting möglich. Ausnahmen sind: u schwere Depressionen, u Patienten mit Hinweisen auf Suizidalität, u Patienten mit Hinweisen auf bipolare Erkrankung, u alle Kinder und Jugendlichen mit depressiven Symptomen. AMK Fortbildung am Punkt, Fortbildungsveran­ staltung der Medizin Akademie; Wien, Oktober 2012


dual & stoffwechselneutral ins Blutdruckziel

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1 Tablette t채glich

gegen Hypertonie

Gebro Pharma

Fachkurzinformation auf Seite 28


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Blutdruckvorgaben: Ende der Diskussion in Sicht

Unter 140/85 reicht auch für Diabetiker CALGARY/PISA – Diabetes und Hochdruck im Team, das ist wahrhaft ein Killerkommando für Herz, Hirn und Niere. Den Blutdruck bei Zuckerkranken viel stärker senken als bei normoglykämischen Hypertonikern, lautete über Jahre das Motto der Experten. Dieses gerät nun in Zweifel. Bieten ultrastrenge Blutdrucktargets mit systolischen Werten unter 130 oder gar 120  mmHg den Organen von Diabetes-Patienten tatsächlich besseren Schutz als die „140/80-Strategie“? In einer aktuellen Metaanalyse wurde an einem Kollektiv von insgesamt 7312 Typ-2-Diabetikern der Vergleich vorgenommen. Insgesamt fünf randomisierte Blutdruckziel-Studien hatten Dr. Kerry McBrien von der Universität Calgary und Kollegen gefunden, in denen intensive Blutdruckkontrolle (systolisches Blutdruckziel ≤  130  mmHg) mit Standard (140–160 mmHg systolisch, ≤  85–100  mmHg diastolisch) verglichen wurde.

Mit der intensiveren antihypertensiven Therapie ließen sich keine signifikanten Vorteile im Hinblick auf Mortalität und Myokardinfarkt-Prävention erreichen. Das Vorgehen mit Standardzielen erzielte hingegen gegenüber der rein anamnestischen Angabe „Hochdruckbehandlung“ einen signifikanten Rückgang von Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod. Allenfalls in Sachen Schlaganfall zeigte sich ein kleiner Vorteil in der Gruppe mit sehr niedrigen Blutdruckzielwerten, so die Autoren. Das Besondere an dieser Studie ist, dass man nicht die erreichte Blutdrucksenkung, sondern die angestrebten Zielwerten angeschaut hat.

Patienten, die in der Lage sind, niedrige Blutdruckziele zu erreichen, unterscheiden sich von anderen, denen das misslingt, oft grundsätzlich, erläutern die kanadischen Wissenschaftler: Die erfolgreicher Therapierten sind von vornherein weniger krank und haben ein günstigeres kardiovaskuläres Risikoprofil.

Achtung, Denkfehler Hier lauert Irrtumsgefahr: Die geringere Sterblichkeit geht in Wahrheit auf den allgemein besseren Zustand des Subkollektivs und nicht auf die erreichte stärkere Blutdrucksenkung zurück. Eine solche Fehlinterpretation werde durch das Vergleichen der angestrebten Blutdruckzielwerte vermieden. Praxis-Guidelines empfehlen für Diabetiker ein Blutdruckziel von maximal 130/80 mmHg. Dieser Rat wird durch die aktuelle Metaanalyse nicht gestützt: Die Number needed

to treat (NNT), um Tod, Herzinfarkt oder Schlaganfall zu vermeiden, sei bei der „Intensiv-Strategie“ drei- bis vierfach höher als bei Standardzielwerten, warnen die Autoren in ihrem Resümee. Pro 60 Patienten, die man ans strenge Blutdruckziel bringt, sei darüber hinaus mit einem zusätzlichen therapiebedingten ernsten Ereignis zu rechnen. Eine gute Standardeinstellung bietet für Diabetiker den besten Schutz, meinen die kanadischen Kollegen.

Gute erste Wahl Auch Prof. Dr. Ele Ferrannini von der Universität Pisa und Kollegen kommen in ihrem StudienÜberblick im „Lancet“ zu dem Ergebnis, dass <  140/85  mmHg für hypertensive Dia­betiker das vernünftigste Blutdruckziel darstellt. Was die Auswahl der Antihypertensiva angeht, so seien in den großen Studien der letzten Jahre ACE-Hem-

mer, Angiotensin-I-Rezeptorblocker, Thiaziddiuretika und Kalziumantagonisten als gute „erste Wahl“ identifiziert worden. Nach den Ergebnissen der ADVANCE-Studie stellt die Kombination von RASBlocker und Diuretikum ein zu bevorzugendes Zweier-Regime dar, das Mortalität sowie mikro- und makrovaskuläre Ergebnisse günstig beeinflusst. Alternativ empfehle sich das Duo Kalziumantagonist und ACE-Hemmer, das in der DiabetesSubgruppe in ACCOMPLISH sogar am besten abschnitt. Die Blutdrucksenkung an sich spielt alles in allem in prognostischer Hinsicht eine wesentlichere Rolle als die Auswahl der Substanzen, so Prof. Ferrannini, wenn man auch Betablocker und Diuretika vielleicht nicht als „ErsteWahl-Kombi“ einsetzen würde. CG 1

 erry Mc Brien et al., Arch Intern Med 2012; K 172: 1296–1303 2 Ele Ferrannini, Lancet 2012; 380: 601–610

Liraglutid (Victoza®):

GLP-1-Agonisten neu bewertet

GLP-1 (Glucagon-like peptide 1) ist ein Inkretin-Hormon, das nach Nahrungsaufnahme aus den L-Zellen des distalen Dünndarms und des Colons freigesetzt wird. Im Pankreas führt die Ak-

Das LEAD-Programm Liraglutid wurde in einem umfangreichen Studienprogramm, in das insgesamt 4456 Patienten aus mehr als 40 Ländern inkludiert worden waren, geprüft. LEAD (Liraglutide Effect and Action in Diabetes) wurde initiiert, um Liraglutid in Kombination mit verschiedensten Antidiabetika und mit den gängigsten Therapien beim Typ-2-Diabetes zu untersuchen. Darüber hinaus wurden Effektivität und Sicherheit von Liraglutid in einer großen Studie mit jenen des DPP-4-Hemmers Sitagliptin verglichen. In den Phase-III-Studien konnte gezeigt werden, dass Liraglutid das HbA1c in den meisten Fällen signifikant stärker als die Vergleichssubstanzen Glimepirid, Rosiglitazon, Insulin glargin, Exenatid bzw. Sitagliptin senkt.2–7 Dabei erfolgte die HbA1c-Senkung um 1,2 bis 1,6 % nach Therapiebeginn und hielt über die gesamte Studiendauer an (Abb. 1). Außer in LEAD 2 (Liraglutid vs. Glimepirid als Add-on zu Metformin) erreichten in den großen Studien des LEAD-Programms und im Head-to-Head Vergleich Liraglutid vs. Sitagliptin signifikant mehr Patienten das HbA1c-Ziel < 7 % (Abb. 1).

Geringes Hypoglykämie-Risiko

Abb. 1: LEAD-Programm: Senkung des HbA1c mit Liraglutid

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tivierung des GLP-1 zu einer glukoseabhängigen Insulinsekretion. Darüber hinaus fördert es die Synthese von Insulin und unterdrückt die Glukagonfreisetzung. GLP-1 verzögert die Magenentleerung und im zentralen Nervensystem sorgt es für eine Verminderung des Hunger- und Steigerung des Sättigungsgefühls. Bei Liraglutid handelt es sich um ein humanes GLP-1-Analogon, das wie sein natives Vorbild glukoseabhängig zu einer Erhöhung der Insulinsekretion aus den Beta-Zellen und zu einer Suppression der Glukagonsekretion aus den Alpha-Zellen des Pankreas führt1. Im Gegensatz zu nativem GLP-1, das eine Halbwertszeit (HWZ) von nur 1,5 Minuten hat, liegt die von Liraglutid bei 13 Stunden, wodurch die therapeutischen Spiegel über 24 Stunden aufrechterhalten werden können, wofür nur eine Injektion täglich erforderlich ist. Fachkurzinformation auf Seite 24

Liraglutid wurde in den Studien allgemein gut vertragen. Die häufigste berichtete unerwünschte Wirkung war Übelkeit, die meist jedoch vorübergehend war. Das GLP-1-Analogon zeichnete sich darüber hinaus durch ein äußerst geringes Risiko für Hypoglykämien aus. So betrug die Hypoglykämierate, wenn Liraglutid mit Metformin kombiniert wurde, maximal 0,6 Ereignisse pro Patientenjahr. Wurde Liraglutid mit einem Sulfonylharnstoff kombiniert, so stieg das Risiko auf bis zu 1,93 Ereignisse pro Patientenjahr4,6,8. Im Vergleich zu Exenatid, ebenfalls ein GLP-1-Rezeptoragonist, war das Risiko für leichte Hypoglykämien reduziert. So zeigten auch Patienten, die von einer Therapie mit Exenatid auf Liraglutid umgestellt worden waren, eine signifikante Reduktion der Rate an leichten Hypoglykämien.9

Gewichtsmanagement unter Liraglutid Die Auswertung der umfangreichen Datensätze ergab darüber hinaus, dass Liraglutid günstige Effekte auf die Entwicklung des Körpergewichts hat. So führte die Behandlung mit Liraglutid bei den Studienteilnehmern zu einer signifikanten Reduktion des Körpergewichts. In der LEAD-2-Studie verloren 25 % der Patienten im Schnitt 7,7 kg.5 Die Gewichtsreduktion war vor allem auf die Reduktion des Körperfetts, insbesondere des viszeralen Fettanteils, zurückzuführen. Dabei nahmen die Studienteilnehmer umso mehr ab, je höher ihr BMI zu Beginn der Behandlung war. Liraglutid führt auch zu einer signifikanten und anhaltenden Reduktion des systolischen Blutdrucks von bis zu 2,6 mmHg innerhalb von zwei Wochen, die über die gesamte Studiendauer anhielt.10 Die Blut-

Abb. 2: LEAD-Metaanalyse – zusammengesetzter „Triple-Endpunkt“

drucksenkung war unabhängig vom Ausmaß der Gewichtsreduktion und einer begleitenden antihypertensiven Therapie, und der Effekt war umso ausgeprägter, je höher der Ausgangswert war (Senkung bis zu 11,4 mmHg).10 Um das Potenzial von Liraglutid besser dokumentieren zu können, wurde eine Metaanalyse der LEAD-Daten hinsichtlich eines kombinierten „Triple-Endpunktes“, bestehend aus HbA1c-Senkung, keine Gewichtszunahme und Hypoglykämierisiko, durchgeführt. Diese hat gezeigt, dass signifikant mehr Patienten unter Liraglutid vs. den Vergleichssubstanzen ein HbA1c von < 7 % erreichten, ohne Gewichtszunahme und ohne Hypoglykämien (Abb. 2).11 Nicht zuletzt haben solche Daten die Europäische und Amerikanische Diabetes-Gesellschaften (EASD und ADA) dazu veranlasst, die Therapie des Typ-2-Diabetes mit GLP-1-Rezeptoragonisten neu zu bewerten. Während GLP-1-Agonisten in den vorangegangenen Algorithmen noch als „weniger gut validiert“ geführt wurden12, haben sie in den aktuellen Empfehlungen eine deutliche Aufwertung erfahren und werden nun als therapeutische Option nach Metformin angeführt (ADA/EASD Positionspapier 2012).13 Mag. Harald Leitner Victoza (liraglutide) Summary of Product Characteristics, May 2012 Buse JB et al., Lancet 2009; 374: 39–47 3 Garber A et al., Lancet 2009; 373 (9662): 473–81 4 Marre M et al., Diabet Med 2009; 26: 268–78 5 Nauck MA et al., Diabetes Care 2009; 32: 84–90 6 Russell-Jones et al., Diabetologia 2009; 52: 2046–55 7 Zinman B et al., Diabetes Care 2009; 32: 1224–30 8 Buse JB et al., Lancet 2009; 374: 39–47 9 Buse JB et al., Diabetes Care 2010; 33 (6): 1300–3 10 Fonseca V et al., IDF 2009 20th World Congress Abstract Book. IDF, Montreal, Canada, 2009; 310 (Poster D-0908) 11 Zinman B et al. Diabetologia 2009; 52 (Suppl. 1): 291 (Abstract 743) 12 Nathan DM et al. Diabetes Care 2009;32(1):193-203 13 Inzucchi SE et al., Diabetologia 2012; 55: 1577 1

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Im umfangreichen LEAD-Studienprogramm mit knapp 4500 Patienten konnte gezeigt werden, dass der GLP-1-Rezeptoragonist Liraglutid (Victoza®) in der Lage ist, den HbA1c-Wert bei geringem Hypoglykämierisiko effektiv zu senken und eine deutliche Reduktion des Körpergewichts herbeizuführen. Nicht zuletzt haben solche Daten dazu geführt, dass die Diabetes-Gesellschaften der USA und Europas GLP-1-Rezeptoragonisten deutlich aufgewertet haben.


Schwerpunkt Diabetes

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Umfrage: Eltern wissen zu wenig über Symptome

LONDON/INNSBRUCK – Eltern werden zu selten stutzig, wenn ihr Kind typische Symptome einer Diabetes-Erkrankung an den Tag legt. Das ergab eine Umfrage anlässlich des Weltdiabetestags am 14. November. Der diesjährige Weltdiabetestag am 14. November stand unter dem Motto „Diabetes: Schützen Sie unsere Zukunft“. Damit wurde der Fokus heuer auf Prävention und auf den Schutz kommender Generationen gelegt, aber auch auf Früherkennung. Diese gestaltet sich aber nicht immer leicht, wenn es sich um Kinder handelt und wenn Eltern nicht daran denken, dass beispielsweise übermäßiger Durst bei ihrem Kind abgeklärt werden sollte, da es sich um ein erstes Anzeichen einer Typ-1-Diabeteserkrankung handeln könnte. Oder dass nicht alle Kinder mit Diabetes übergewichtig sein müssen – ein weit verbreitetes Vorurteil: „Meistens sind Kinder mit Typ-1-Diabetes sogar sehr schlank“, stellte Priv.-Doz. Dr. Sabine Hofer von der Innsbru-

cker Kinderklinik anlässlich des Diabetestags klar. Dr. Hofer erinnerte daran, dass für Eltern auch Bettnässen ein Hinweis auf eine Erkrankung sein kann. Es sind hauptsächlich vier Symp­ tome, die bei Eltern die Alarmglocken läuten lassen sollten: Wenn ihr Immer durstig? Das sollte abgeklärt Kind häufig Wasser lassen muss, un- werden, bevor eine Ketozidose droht.

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Bei Kindern Diabetes nicht übersehen verhältnismäßig durstig ist und extrem müde und wenn es anscheinend grundlos Gewicht verliert. Eine Untersuchung der britischen NonProfit-Organisation „Diabetes UK“ zeigte jedoch, dass nur neun Prozent von 1170 befragten Eltern darüber Bescheid wussten. Das würde laut Diabetes UK erklären, warum

ein Viertel der britischen Kinder mit Diabetes Typ 1 erst diagnostiziert werden, wenn sie schon an einer Ketozidose leiden. In Großbritannien wurde deshalb eine Kampagne mit dem Titel „4 Ts“ gestartet, den vier Symptomen, die im Englischen mit „T“ beginnen: „Toilet“, „Thirsty“, „Tired“, und „Thinner“. ph

REMISSION STATT DEPRESSION

Adipositas und Diabetes

Aber ohne CYP 450Interaktion!

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WIEN – Die Europäische Adipositas-Gesellschaft hat ein Wiener Therapiekonzept für Patienten mit Diabetes und Adipositas zertifiziert. Damit wurde die Ambulanz für Diabetes und Stoffwechselstörungen am Wiener AKH zum Adipositas-Center erhoben. Das Behandlungskonzept, das in Kooperation zwischen der Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel der Universitätsklinik für Innere Medizin III und der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien erarbeitet wurde, stellt sicher, dass Patienten vor, während und nach einer Magen-Bypass-Operation gezielt mit Blick auf die persönlichen Bedürfnisse betreut werden. Ein wichtiger Bestandteil ist die Vermeidung von Mangelerscheinungen, die durch eine Gewichtsabnahme auftreten können, etwa beim Eisen-, Eiweiß- und Kalziumhaushalt oder bei Vitamin D. Univ.-Prof. Dr. Bernhard Ludvik, Leiter der zertifizierten Ambulanz sowie der Arbeitsgruppe „Adipositas und Stoffwechsel“ im AKH Wien, freut sich darüber, dass das Zentrum jetzt österreichische Guidelines für die präund postoperative Betreuung der speziellen Patientengruppe herausgeben darf: „Das können nur Zentren, die eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit vorweisen können, wie das hier an der MedUni Wien und am AKH Wien der Fall ist.“ ph

Siehe Fachinformation

Wien: Zentrum zertifiziert

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Therapie-Forum

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Diabetes und Nephropathie

Gute Zuckerkontrolle den Nieren zuliebe

„Im Durchschnitt vergehen 15 bis 20 Jahre von der Mikroalbuminurie bis zur terminalen Niereninsuffizienz“, informierte Priv.-Doz. Dr. Susanne Kaser, Medizinische Universität Innsbruck, Innere Medizin I, über den Verlauf der diabetischen Nephropathie. Dabei unterscheide man zwei Formen der Niereninsuffizienz: Die eine wird voe allem durch schlechte glykämische Kontrolle getriggert und tritt typischerweise bei Typ-1-Diabetikern – meist parallel mit einer diabetischen Retinopathie oder

Neuropathie – auf. „Eine klassische mikrovaskuläre Nephropathie also, die sich durch eine oft recht ausgeprägte Proteinurie auszeichnet“, wie Doz. Kaser ausführte. Im Gegensatz dazu handelt es sich beim älteren multimorbiden metabolischen Patienten eher um die andere Form: die makrovaskuläre Nephropathie. Die Internistin warnte davor, dieses Problem auf die leichte Schulter zu nehmen: „Diese Patienten haben meist eine geringere Proteinurie, weil der Mechanismus ein anderer ist, was aber in keins-

Priv.-Doz. Dr. Susanne Kaser

Foto: privat

SALZBURG – Viele Diabetiker entwickeln im Laufe ihrer Erkrankung eine Mikroalbuminurie, die bei entsprechender Progredienz in die terminale Niereninsuffizienz führt. Mit einer guten glykämischen Kontrolle kann das Fortschreiten der diabetischen Nephropathie hintangehalten werden. Welche Antidiabetika dafür in Frage kommen, war Thema bei der Veranstaltungsreihe „Fortbildung am Punkt“ der Medizin Medien Austria.

ter Weise bedeutet, dass diese Patienten eine bessere Prognose haben – ganz im Gegenteil!“ Wie viel bringt nun eine gute glykämische Kontrolle im Hinblick auf die diabetische Nephropathie? Eine Studie von C.C. Hsu et al. (Diabetologia 2012) hat gezeigt, dass bei noch nierengesunden Diabetikern die Progression zur diabetischen Nephropathie – sprich die Entwicklung einer Mikroalbuminurie – mit einer guten Blutzucker­

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Die empfohlene Anfangsdosis und die übliche Erhaltungsdosis von Candesartan 1A Pharma bei der essenziellen Hypertonie sind 8 mg einmal täglich. Der Großteil der antihypertensiven Wirkung wird innerhalb von vier Wochen erlangt. Bei einigen Patienten, deren Blutdruck nicht hinreichend kontrolliert ist, kann die Dosis auf 16 mg einmal täglich und bis zu einem Maximum von 32 mg einmal täglich erhöht werden. Die Behandlung sollte gemäß dem Ansprechen des Blutdrucks angepasst werden. Candesartan 1A Pharma kann auch gemeinsam mit anderen Antihypertensiva verabreicht werden. Bei zusätzlicher Gabe von Hydrochlorothiazid zu verschiedenen Dosen von Candesartan 1A Pharma hat sich eine additive antihypertensive Wirkung gezeigt. Bei älteren Patienten ist keine Anpassung der Anfangsdosis erforderlich. Fachkurzinformation auf Seite 28

atinins und -kaliums einschließen. Candesartan 1A Pharma kann mit anderer Herzinsuffizienz-Behandlung, einschließlich ACE-Hemmern, Betablockern, Diuretika und Digitalis oder einer Kombination dieser Arzneimittel, verabreicht werden. Die Kombination eines ACE-Hemmers, eines kaliumsparenden Diuretikums (z.B. Spironolacton) und Candesartan 1A Pharma wird nicht empfohlen und sollte nur nach sorgfältiger Beurteilung der möglichen Nutzen und Risiken in Erwägung gezogen werden.

Candesartan/HCT 1A Pharma ist angezeigt zur Behandlung der essenziellen Hypertonie bei erwachsenen Patienten, deren Blutdruck mit einer Candesartancilexetil- oder Hydrochlorothiazid-Monotherapie nicht optimal kontrolliert werden kann. Eine Dosistitration der jeweiligen Komponenten (Candesartancilexetil und Hydrochlorothiazid) wird empfohlen. Wenn klinisch angezeigt, kann ein direkter Wechsel von der Monotherapie auf Candesartan/ HCT 1A Pharma erwogen werden. Eine Dosistitration von Candesartancilexetil wird beim Wechsel von der HydrochlorothiazidMonotherapie empfohlen. Candesartan /HCT 1A Pharma kann Patienten, deren Blutdruck mit einer Candesartancilexetil- oder einer HydrochlorothiazidMonotherapie oder Candesartan/HCT 1A Pharma in geringerer Dosierung nicht optimal kontrolliert werden kann, angewendet werden. Candesartan 1A Pharma sollte einmal täglich unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Bioverfügbarkeit von Candesartan wird durch Nahrung nicht beeinflusst. Für Informationen: 1A Pharma GmbH, Stella-Klein-Löw-Weg 17, 1020 Wien, Tel.:01/4805603, Email: office.vienna@1apharma.com

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Metformin bleibt – auch wenn es nach dem neuen Konsensus der europäischen und amerikanischen Diabetes-Gesellschaften geht – die Basistherapie für den Typ-2-Diabetiker. Es ist gewichtsneutral und gut wirksam (HBA1c-Senkung von 1–2  %). Wird mit Metformin allein der Zielwert nicht erreicht, sind nach den neuen EASD/ADA-Leitlinien alle Kombinationen möglich, so Doz. Kaser. Individuell zu handhaben ist nicht nur die Wahl der Medikamente, sondern auch der HbA1cZielwert. „Sie werden keinen HbA1cWert in dem Konsensuspapier finden, der für alle Patienten gleichermaßen gilt“, gab die Diabetesspezialistin zu bedenken. Faktoren, die dabei eine Rolle spielen, sind das Alter, die Lebenserwartung, Komorbiditäten, das Hypoglykämierisiko, die Diabetesdauer und letztlich auch die Motivation und die Ressourcen des Patienten.

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Candesartan 1A Pharma ist zur Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen und zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Herzinsuffizienz und eingeschränkter linksventrikulärer systolischer Funktion angezeigt.

Bei Herzinsuffizienz ist die übliche empfohlene Anfangsdosis von Candesartan 1A Pharma 4mg einmal täglich. Die Auftitration bis zur Zieldosis von 32 mg einmal täglich (Maximaldosis) oder bis zur verträglichen Höchstdosis erfolgt durch Dosisverdopplung in Intervallen von mindestens zwei Wochen. Die Beurteilung von Patienten mit Herzinsuffizienz sollte immer eine Bewertung der Nierenfunktion einschließlich Überwachung des Serumkre-

CAN/1A/2012/10/01

Candesartan 1A Pharma Tabletten sind in vier Wirkstärken erhältlich: 4mg, 8mg, 16mg und 32mg. Candesartan/HCT 1A Pharma Tabletten gibt es in den Wirkstärken 8mg/12,5mg und 16mg/12,5mg.

einstellung hintangehalten werden kann. Auch die großen Studien der letzten Jahre, die laut Doz. Kaser bei den harten Endpunkten – sprich bei der Mortalität – „desaströse Ergebnisse“ geliefert haben, zeigten einen deutlichen Benefit zumindest in Hinblick auf Mikro- und Makroalbuminurie bei strenger Kontrolle. Für die Expertin nicht ganz unerwartet ist die Tatsache, dass die strikte Blutzuckereinstellung keinen Einfluss auf die terminale Niereninsuffizienz hat, da die Studienzeiten von zwei bis vier Jahren dafür einfach zu kurz seien.

Welche Antidiabetika bei Diabetespatienten mit eingeschränkter Nierenfunktion infrage kommen, darüber gab Doz. Kaser einen Überblick (siehe auch Kasten).

Antidiabetika bei Nierenfunktionsstörung Bei der schweren Niereninsuffizienz gibt es nicht allzu viele Optionen, denn viele der zur Verfügung stehenden Medikamente sind bei eingeschränkter Nierenfunktion kontraindiziert. Dies gilt für Metformin ab dem Stadium 3, für Sulfonylharnstoffe ab dem Stadium 4 (Ausnahme Gliquidon). Repaglinid und Pioglitazon können auch noch bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz verschrieben werden. Bei Hämo­ dialyse ist Pioglitazon allerdings kontraindiziert, da nicht genügend Daten zur Verfügung stehen und die Komorbiditäten meist dagegen sprechen (z.B. Herzinsuffizienz). GLP1-Analoga sind im Wesentlichen ab dem Stadium 3 kontraindiziert, und bei den DPP-IV-Hemmern hängt der Einsatz bei eingeschränkter Niereninsuffizienz ganz vom Präparat ab: Während Linagliptin ohne Dosispassung in jedem Stadium der Niereninsuffizienz eingesetzt werden kann, müssen Sita-, Vilda- und Saxagliptin mit fortschreitender Niereninsuffizienz in ihrer Dosis eingeschränkt bzw. bei terminaler Niereninsuffizienz und Hämodialyse ganz abgesetzt werden (Saxagliptin). Insulin kann zwar bis zum Schluss zum Einsatz kommen, muss aber wegen der zunehmenden Gefahr von Hypoglykämien in seiner Dosis angepasst werden.  GLu Fortbildung am Punkt: „Diabetes und Niere – eine therapeutische Herausforderung“ mit Unterstützung von Boehringer Ingelheim/ Lilly; Salzburg, Oktober 2012

  Antidiabetika und Niere

u Metformin: wird rein über die Niere ausgeschieden, daher in Österreich ab

dem Stadium 3 der Niereninsuffizienz (ab einer Creatinin-Clearence < 60 ml/min) kontraindiziert. u Sulfonylharnstoffe (SU): Wenngleich SU in Hinblick auf die mikrovaskuläre Komplikationen einen Benefit gezeigt haben, sind die meisten SUs wegen der Hypoglykämiegefahr bei schwerer Niereninsuffizienz kontraindiziert. u Alpha-Glucosidasehemmer: ab Creatinin-Clearence < 25 ml/min kontraindiziert. u Repaglinid: wird biliär ausgeschieden, daher keine Kontraindikation auch bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz. u Glitazone (Pioglitazon): leichte Verbesserung der Albuminausscheidung unter Pioglitazon, keine Kontraindikation bis zu einer Creatinin-Clearence < 4 ml/min, Hämodialyse stellt eine Kontraindikation dar. u GLP1-Analoga: Exenatide wird renal eliminiert, daher Kontraindikation bei Creatinin-Clearence < 50 ml/min; Liraglutide ist laut EMA bei einer Creati­ nin-Clearence < 60 ml/min nicht mehr empfohlen. u DPP-IV-Hemmer: mögliche renoprotektive Effekte unabhängig von der glykämischen Kontrolle; Sita-, Vilda- und Saxagliptin müssen bei Nie­ reninsuffizienz in ihrer Dosis reduziert werden, Saxagliptin wird bei ES­ RD und Hämodialyse nicht empfohlen; Linagliptin kann in allen Stadien der Niereninsuffizienz und bei Hämodialyse ohne Dosisanpassung einge­ nommen werden. u Insulin: renale Elimination des exogenen Insulins; bei GFR < 20 ml/min muss man damit rechnen, dass die Insulin-Clearence vermindert ist, daher verminderter Insulinbedarf bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz.


Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 48  •  28. November 2012

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Statt Drüsenbiopsie die RNA der Blutzellen ablesen

Barcode-Scanner entlarvt Prostata-Ca. LONDON – Mit einem BarcodeScanner die RNA von Blutzellen ablesen und sofort über die Aggressivität eines Prostatakarzinoms Bescheid wissen: Diese Idee ist kein Luftschloss. Von dem Gentest könnten bald viele Patienten profitieren. Muss man diesen ProstatakrebsPatienten sofort aggressiv behandeln oder wird er über Jahrzehnte ohne Probleme mit der Neoplasie leben, bevor er irgendwann an einer anderen Erkrankung stirbt? Die große Bandbreite der Prostatakrebs-Varianten macht es im klinischen Alltag oft schwer, die richtige Entscheidung zu treffen. Ein Forscherteam vom Institute of Cancer Research in London hat nun auf der Suche nach einem zuverlässigen Test (zusätzlich zum PSA) einen beeindruckenden Erfolg erzielt1. Einem Barcode-Scanner gleich, liest das von ihnen entwickelte PCR-basierte Verfahren Gensequenzen peripherer Blutzellen. Wie die Kollegen nachweisen konnten, erlaubt es eine gewisse mRNA-Sequenz, ungünstige klinische Verläufe bei Prostatakrebs vorherzusagen. Diese Dignitätshinweise, die sich aus dem Blut „lesen“ lassen, ermöglichen eine Diagnostik, die den Patienten wesentlich weniger belastet als eine Tumorzellbiopsie aus der Vorsteherdrüse, betonen die Wissenschaftler. Sie hatten in einer Studie 69 Patienten mit kastrationsresistentem Karzinom sowie 31 Patienten mit lokal begrenzten Niedrigrisiko-Tumoren im Frühstadium auf bestimmte Gensequenzen hin untersucht. Zwei RNA-Expressionsprofile (LPD1, LPD2) waren eindeutig stärker mit den prognostisch ungünstigen kastrationsresistenten Tumoren verbunden.

Abwehrreaktionen unterdrückt, heißt es in einer Pressemitteilung des Institute of Cancer Research. Und noch ein weiterer „Barcode“ wurde beschrieben: Wissenschaftler der Mount Sinai School of Medicine in New York2 entdeckten eine Sechs-RNA-Signatur. In einem Kollektiv von etwa 200 Patienten mit kastrationsresistenten Neoplasien

erlaubte diese die Unterscheidung in eine Niedrig- und eine Hochrisikogruppe (mittleres Überleben 35 vs. 8 Monate). Auch die US-Forscher vermuten, dass den Befunden eine Immun-Dysregulation zugrunde liegt. CG 1

 lmos D et al., Lancet Oncology 2012; O online first 2 Ross RW et al., a.a.O.

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LPD1-Sequenz spricht für schlechte Prognose Während der Beobachtungszeit von zweieinhalb Jahren zeigte sich, dass insbesondere die LPD1-Sequenz mit einer schlechten Prognose einherging. Das mittlere Überleben der LPD1-positiven Patienten betrug 10,7 Monate, das der LPD1negativen Karzinomträger dagegen knapp 26 Monate. Bestätigt wurden diese Ergebnisse durch die Untersuchung eines weiteren Kollektivs von 70 Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakrebs. Das Vorhandensein der aus neun Genen bestehenden Sequenz LPD1 war auch in dieser Gruppe mit einem deutlich reduziertem mittlerem Überleben assoziiert (9 vs. 22 Monate).

Unterdrückt Malignom das Immunsystem? Einige der betreffenden Gene besitzen Funktionen, die mit dem Immunsystem zu tun haben. Dies legt die Vermutung nahe, dass das sich ausbreitende Malignom wichtige

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Fachkurzinformation auf Seite 28


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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 48  •  28. November 2012

Ausschlag nach vier Tagen? Keine Allergie

Vermeintliche Arzneimittelreaktion

Amoxicillin-Allergiker kann Penizillin vertragen Besteht der begründete Verdacht auf einen Zusammenhang zwischen Medikamenten und Hauterscheinungen, sollte eine genaue Austestung erfolgen. Wer auf Amoxicillin allergisch ist, reagiert nicht zwangsläufig auf andere Penizilline oder

auf Cephalosporine. Denn oft ist nicht der Betalaktam-Ring der Auslöser. „Mindestens 90 Prozent aller Patienten, die eine Penizillinallergie angeben, vertragen Betalaktam-Antibiotika“, erklärte Prof. Trautmann. Im Fall des 20-jährigen Patienten fand sich tatsächlich eine Allergie gegen Aminopenicilline (Amoxicillin, Ampicillin). Penicillin V, Cefpodoxim, Cefuroxim und Ceftriaxon dagegen wurden in Provokationstests toleriert. Diese Substanzen stehen daher inzwischen explizit

Betalaktame in Bausch und Bogen verteufelt?

Die genaue Abklärung einer möglichen Penizillinallergie erleichtert nicht nur die Therapie, sie reduziert auch Nebenwirkungen, Resistenzen und nicht zuletzt die Kosten im Gesundheitswesen, so Schlimme Sinusitis, Antibiotika eingenommen und auf einmal solch ein Ausschlag: das Fazit von Prof. Trautmann. Sofort auf eine Arzneimittelreaktion zu schließen ist hier nicht zulässig. Dass die Gabe von Cephalosporinen auch bei Kindern mit Peni- zillinallergie in der Regel möglich vermieden werden, hier sind Kreuzist, berichtete Priv.-Doz. Dr. Ha- reaktionen mit Aminopenicillinen gen Ott von der Pädiatrischen möglich. Grundsätzlich kann man – Dermatologie und Allergologie am ähnlich wie bei Erwachsenen – da  Wann darf man ein Arzneimittel trotz Katholischen Kinderkrankenhaus von ausgehen, dass neun von zehn Allergie-Verdacht weiter einsetzen? Wilhelmstift in Hamburg. In einer Kinder mit einer vermuteten AllKlinisch gibt es bisweilen zu bestimmten Arzneimitteln kaum eine therapeu­ Studie hatten 173 Kinder (mittle- ergie keine haben, so der Kollege. tische Alternative. Das gilt z.B. für einige HIV-Medikamente oder Antibiotika res Alter 4,1 Jahre) mit einer vermu- Und viele flüchtige Exantheme sind für Mukoviszidose-Patienten. Doch was tut man in einem solchen Fall beim teten Penizillinallergie in der Anam­ nichtallergischer Genese. Verdacht auf Unverträglichkeit? Manifestiert sich die „Allergie“ nur durch ein nese eine Cephalosporintherapie In neun von zehn Fällen unkompliziertes Exanthem, kann die weitere Einnahme des Medikamentes erhalten. Allerdings fiel der initiale besteht keine Allergie erlaubt sein, so Prof. Dr. Knut Brockow von der Klinik für Dermatologie und Pricktest auf Penizillin bei 88 ProAller­gologie am Biederstein der TU München. Begleitend empfiehlt der Ex­ zent negativ aus. Unter der späteren Häufig behindern aber Ängste perte die Gabe von Steroiden und Antihistaminika. Voraussetzung ist der Aus­ Cephalosporingabe (durchschnitt- der Eltern und – noch schlimmer schluss einer stärkeren Gefährdung. Als Warnzeichen für diese gelten: lich nach 14 Monaten) kam es nur der Ärzte – die adäquate Therapie. u schlechte körperliche Verfassung (Fieber, atypisches Blutbild) in einem Fall zu einer Reaktion (fa- Das ergab eine kanadische Umfraziales Angioödem nach Cefalexin, ge. 60 von 119 Kinder hatten nach u Lymphadenopathie sechs Jahre nach der Indexreaktion). einer vorausgegangenen Indexreu starke Gesichtsbeteiligung Nach Expertenmeinung spricht aktion – aber negativem Pricktest u atypische Lokalisation der Läsionen heute nichts mehr gegen Cepha- – keine Penizilline mehr erhalten. u großflächiges, dunkelrotes Erythem losporine bei fraglich Penizillin­ Bei 40 Prozent war die Angst der u schmerzhafte Haut allergischen Kindern – Bedingung Eltern der Grund, bei 15 Prozent u Beteiligung der Mukosa ist allerdings eine vorherige Prick- aber die mangelnde Bereitschaft u Hepato-/Neuro-/Nephropathie testung bezüglich dieser Antibio- der Ärzte, was Dr. Ott als „skandau Pneumonitis, Myokarditis tikagruppe. Substanzen mit einer lös“ bezeichnete. Offenbar tue hierLiegen diese Warnzeichen nicht vor, gelingt unter Fortführung der Therapie sogenannten R1-Seitenkette wie zu noch ausführliche Aufklärung an mög­licherweise sogar eine Desensibiliserung der Betroffenen, so Prof. Brockow. Cefadroxil oder Cefaclor sollten allen Fronten not, meinte er. abr

Ein 20-Jähriger nimmt wegen Fieber und Halsschmerzen Amoxicillin. Nach einem Tag entwickelt er ein großflächiges Exanthem. Klarer Fall von Arzneimittelallergie? Ganz so einfach ist die Sache nicht, betonte Prof. Dr. Axel Trautmann von der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Universitätsklinikum Würzburg auf dem 7. Deutschen Allergiekongress. Zunächst gilt es, den zeitlichen Zusammenhang zwischen Medikamenteneinnahme und Hautmanifestation genau abzuklären. Bei Erstexposition dauert eine Sensibilisierung auf ein Arzneimittel mindestens sieben Tage. Wird die Substanz später ein zweites Mal eingenommen, entwickelt sich in der Regel innerhalb einer Stunde eine Anaphylaxie mit Urtikaria, ein Exanthem tritt nach mehr als sechs Stunden auf. „Ein Ausschlag am vierten Tag einer Therapie kann also kaum aufs Arzneimittel zurückgeführt werden“, erklärte der Kollege. Denn für die Reaktion bei Erstexposition ist es zu früh, und für die bei Zweitexposition zu spät.

als Negativeintrag (d.h. im Provokationstest toleriert) im Allergiepass des jungen Mannes. Nichtsdes­ totrotz muss der Pass den Vermerk enthalten, dass eine Kreuzreaktivität mit anderen Betalaktam-Antibiotika und mit Cephalosporinen möglich ist.

Simvastatin Genericon 20 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 20 mg Simvastatin. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Wasserfreie Lactose (149 mg); mikrokristalline Cellulose; Stärke, vorverkleistert; Butylhydroxyanisol; Magnesiumstearat; Talkum. Tablettenüberzug: Hydroxypropylcellulose; Hypromellose; Talkum; Titandioxid E 171. Simvastatin Genericon 40 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 40 mg Simvastatin. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Wasserfreie Lactose (298 mg); mikrokristalline Cellulose; Stärke, vorverkleistert; Butylhydroxyanisol; Magnesiumstearat; Talkum. Tablettenüberzug: Hydroxypropylcellulose; Hypromellose; Talkum; Titandioxid E 171. Simvastatin Genericon 80 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 80 mg Simvastatin. Sonstige Bestandteile: Wasserfreie Lactose 596 mg. Tablettenkern: Wasserfreie Lactose (596 mg), mikrokristalline Cellulose, vorverkleisterte Stärke, Butylhydroxyanisol, Magnesiumstearat, Talkum. Tablettenüberzug: Hydroxypropylcellulose, Hypromellose, Talkum, Titandioxid (E 171). Anwendungsgebiete: Hypercholesterinämie: Behandlung der primären Hypercholesterinämie oder der gemischten Dyslipidämie als Zusatztherapie zur Diät, wenn das Ansprechen auf die Diät und andere nicht pharmakologische Behandlungen (z.B. körperliches Training, Gewichtsabnahme) unzureichend ist. Behandlung der homozygoten familiären Hypercholesterinämie als Zusatztherapie zur Diät und anderen lipidsenkenden Behandlungen (z.B. LDL-Apherese) oder wenn solche Behandlungen nicht geeignet sind. Kardiovaskuläre Prävention: Reduktion der kardiovaskulären Mortalität und Morbidität bei Patienten mit manifester atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung oder Diabetes mellitus und normalen oder erhöhten Cholesterinspiegeln, als Zusatztherapie zur Korrektur anderer Risikofaktoren und zu anderen kardioprotektiven Therapien (siehe Abschnitt 5.1). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Simvastatin oder einen der sonstigen Bestandteile, Aktive Lebererkrankung, oder unerklärlich anhaltende Anstiege von Serumtransaminasen, Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6), Gleichzeitige Verabreichung von hochwirksamen CYP3A4-Hemmern (z.B. Itraconazol, Ketoconazol, HIV-Proteasehemmern, Erythromycin, Clarithromycin, Telithromycin und Nefazodon) (siehe Abschnitt 4.5). Pharmakotherapeutische Gruppe: HMG-CoA-Reduktase-Hemmer. ATC-Code: C10AA01. Simvastatin Genericon 20 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stück, Simvastatin Genericon 40 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stück, Simvastatin Genericon 80 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Trajenta 5 mg Filmtabletten. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Jede Tablette enthält 5 mg Linagliptin. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika, Dipeptidyl-Peptidase 4 (DPP 4)-Inhibitor, ATC-Code: A10BH05. Liste der sonstigen Bestandteile, Tablettenkern: Mannitol, vorverkleisterte Stärke (Mais), Maisstärke, Copovidon, Magnesiumstearat. Tablettenüberzug: Hypromellose, Titandioxid (E171), Talkum, Macrogol (6000), Eisen(III) oxid (E172). Anwendungsgebiete: Trajenta ist bei erwachsenen Patienten mit Typ 2-Diabetes mellitus zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle indiziert: als Monotherapie • bei Patienten, wenn Diät und Bewegung allein zur Blutzuckerkontrolle nicht ausreichen und für die Metformin wegen Unverträglichkeit ungeeignet oder aufgrund einer Nierenfunktionsstörung kontraindiziert ist. Als Kombinationstherapie • in Kombination mit Metformin, wenn Diät und Bewegung sowie eine Metformin-Monotherapie zur Blutzuckerkontrolle nicht ausreichen. • in Kombination mit einem Sulfonylharnstoff und Metformin, wenn Diät und Bewegung sowie eine Zweifachtherapie mit diesen beiden Arzneimitteln zur Blutzuckerkontrolle nicht ausreichen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. INHABER DER ZULASSUNG: Boehringer Ingelheim International GmbH, 55216 Ingelheim am Rhein, Deutschland. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rp, apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Trittico® retard 150mg – Tabletten. Zusammensetzung (arzneilich wirksame Bestandteile nach Art und Menge): 1 Tablette enthält 150mg Trazodonhydrochlorid. Hilfsstoffe: Saccharose 84 mg, Polyvinylpyrrolidon, Carnaubawachs, Magnesiumstearat. Anwendungsgebiete: Zur Behandlung von Depressionen unterschiedlicher Ätiologie mit oder ohne Angstkomponente; anhaltenden Schlafstörungen bei Depressionen; im Rahmen von Depressionen auftretende erektile Dysfunktionen ohne schwerwiegende organische Ursachen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen einen Bestandteil des Präparates; Alkohol-und Schlafmittelvergiftung, frischer Herzinfarkt. Bei Patienten mit Herzerkrankungen, Epilepsie sowie eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion empfehlen sich die üblichen Vorsichtsmaßnahmen. Über die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen liegen keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vor. Name oder Firma und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers: CSC Pharmaceuticals Handels GmbH, 2102 Bisamberg. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rp, apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, Gewöhnungseffekten und zu den besonderen Warnhinweisen zur sicheren Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Victoza® 6 mg/ml Injektionslösung in einem Fertigpen. Zusammensetzung: 1 ml Lösung enthält 6 mg Liraglutid. 1 Fertigpen enthält 18 mg Liraglutid in 3 ml. Analogon zu humanem Glucagon-like peptide-1 (GLP-1), gentechnisch hergestellt aus rekombinanter DNS in Saccharomyces cerevisiae. Liste der sonstigen Bestandteile: Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat, Propylenglycol, Phenol, Wasser für Injektionszwecke. ATC-Code: A10BX07. Anwendungsgebiete: Victoza wird zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 bei Erwachsenen angewendet, um eine Blutzuckerkontrolle zu erreichen: In Kombination mit: Metformin oder einem Sulfonylharnstoff bei Patienten mit unzureichender Blutzuckerkontrolle trotz maximal verträglicher Dosis bei Monotherapie mit Metformin oder Sulfonylharnstoff In Kombination mit: Metformin und einem Sulfonylharnstoff oder Metformin und einem Thiazolidindion bei Patienten mit unzureichender Blutzuckerkontrolle trotz Therapie mit 2 oralen Antidiabetika. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Inhaber der Zulassung: NovoNordisk A/S, Novo Allé, DK-2880 Bagsværd, Dänemark, Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: 05/2012. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Adresse: Novo Nordisk Pharma GmbH Opernring 3, 1010 Wien Tel.: 01/405 15 01-0. Xarelto 10 mg Filmtabletten. Wirkstoff: Rivaroxaban. Vor Verschreibung Fachinformation beachten. Zusammensetzung: Wirkstoff: 10 mg Rivaroxaban. Sonstige Bestandteile: Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Lactose-Monohydrat, Hypromellose, Natriumdodecyl-sulfat, Magnesiumstearat, Macrogol (3350), Titanoxid (E171), Eisen(III)oxid (E172). Anwendungsgebiete: Zur Prophylaxe venöser Thromboembolien (VTE) b. erwachsenen Patienten nach elektiven Hüft- oder Kniegelenksersatzoperationen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Rivaroxaban oder einen d. sonst. Bestandteile, klinisch relevante akute Blutungen, Lebererkrankungen, die mit einer Koagulopathie u. einem klinisch relevanten Blutungsrisiko, einschließlich zirrhotischer Patienten mit Child Pugh B und C, verbunden sind, Schwangerschaft u. Stillzeit. Vorsichtsmaßnahmen und Warnhinweise: Die Anwendung von Rivaroxaban wird nicht empfohlen bei Patienten: - die zeitgleich eine systemische Behandlung mit Wirkstoffen, die gleichzeitig stark CYP3A4 und P-gp inhibieren, z.B. Azol-Antimykotika oder HIV-Proteaseinhibitoren, erhalten, - mit einer schweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 15 ml/min), und, da keine Daten vorliegen, bei Patienten: - unter 18 Jahren, - die sich einer Operation nach einer Hüftfraktur unterziehen, - die zeitgleich mit Dronedaron behandelt werden. Die Anwendung sollte mit Vorsicht erfolgen bei Patienten: - mit einer schweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 15 - 29 ml/min), - mit einer Nierenfunktionsstörung, wenn gleichzeitig andere Arzneimittel eingenommen werden, die zu erhöhten Rivaroxaban Plasmaspiegeln führen, - die gleichzeitig auf die Gerinnung wirkende Arzneimittel erhalten, - die gleichzeitig starke CYP3A4 Induktoren erhalten, - mit erhöhtem Blutungsrisiko; bei Anwendung von neuraxialer Anästhesie oder Spinal/Epiduralpunktion. Bei Patienten mit dem Risiko einer ulzerativen gastrointestinalen Erkrankung kann eine prophylaktische Behandlung erwogen werden. Während der Behandlung mit Rivaroxaban ist ein Monitoring der Gerinnungsparameter in der klinischen Routine nicht erforderlich. Wenn jedoch klinisch angezeigt, können die Rivaroxaban-Spiegel mit kalibrierten quantitativen Anti-Faktor Xa-Tests bestimmt werden. Xarelto enthält Lactose. Nebenwirkungen: Häufig: Anämie, Schwindel, Kopfschmerzen, Synkope, Augeneinblutungen, Tachykardie, Hypotonie, Hämatome, Epistaxis, gastrointestinale Blutungen, abdominale u. gastrointestinale Schmerzen, Dyspepsie, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Erbrechen, Pruritus, Hautrötung, Ekchymose, Schmerzen in den Extremitäten, Blutungen im Urogenitaltrakt, Fieber, periphere Ödeme, verminderte Leistungsfähigkeit, Transaminasenanstieg, postoperative Blutungen, Bluterguss, Wundsekretion. Gelegentlich: Thrombozythämie, allergische Reaktion, allergische Dermatitis, zerebrale und intrakranielle Blutungen, Hämoptoe, trockener Mund, Leberfunktionsstörung, Urtikaria, kutane und subkutane Blutung, Hämarthros, Einschränkung der Nierenfunktion, Unwohlsein, lokale Ödeme, Anstieg von: Bilirubin, alkalischer Phosphatase im Blut, LDH, Lipase, Amylase, GGT. Selten: Gelbsucht, Blutung in einen Muskel, Anstieg von konjugiertem Bilirubin. Häufigkeit nicht bekannt: Bildung eines Aneurysma spuriums nach perkutaner Intervention, Kompartmentsyndrom oder (akutes) Nierenversagen als Folge einer Blutung. Inhaber der Zulassung: Bayer Pharma AG, 13342 Berlin, Deutschland. Verschreibungs-/Apothekenpflicht: NR, apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Stand der Information: Mai 2012. ACTOS 15 mg Tabletten, ACTOS 30 mg Tabletten, ACTOS 45 mg Tabletten. Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: Eine Tablette enthält 15 mg bzw. 30 mg bzw. 45 mg Pioglitazon (als Hydrochlorid). Jede 15 mg Tablette enthält 92,87 mg Lactose-Monohydrat; jede 30 mg Tablette enthält 76,34 mg Lactose-Monohydrat; jede 45 mg Tablette enthält 114,51 mg Lactose-Monohydrat. Liste der sonstigen Bestandteile: Carmellose-Calcium, Hyprolose, Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat. Anwendungsgebiete: Pioglitazon wird, wie unten beschrieben, als Zweit- oder Drittlinientherapie des Typ 2 Diabetes mellitus angewendet: als Monotherapie: bei erwachsenen Patienten (insbesondere übergewichtigen Patienten), die durch Diät und Bewegung unzureichend eingestellt sind und für die Metformin wegen Gegenanzeigen oder Unverträglichkeit ungeeignet ist. Als orale Zweifach-Kombinationstherapie zusammen mit (1) Metformin bei erwachsenen Patienten (insbesondere übergewichtigen Patienten), deren Blutzucker trotz einer Monotherapie mit maximal verträglichen Dosen von Metformin unzureichend eingestellt ist; (2) einem Sulfonylharnstoff nur bei erwachsenen Patienten mit Metformin-Unverträglichkeit oder erwachsenen Patienten, bei denen Metformin kontraindiziert ist, und deren Blutzucker trotz einer Monotherapie mit maximal verträglichen Dosen eines Sulfonylharnstoffs unzureichend eingestellt ist. Als orale Dreifach-Kombinationstherapie zusammen mit (1) Metformin und einem Sulfonylharnstoff bei erwachsenen Patienten (insbesondere übergewichtigen Patienten), die trotz einer oralen Zweifach-Kombinationstherapie keine ausreichende Blutzuckerkontrolle erreichen; (2) Pioglitazon ist auch angezeigt für die Kombination mit Insulin bei erwachsenen Patienten mit Typ 2 Diabetes mellitus, deren Blutzucker mit Insulin unzureichend eingestellt und bei denen Metformin aufgrund von Kontraindikationen oder Unverträglichkeit ungeeignet ist. Drei bis sechs Monate nach Beginn einer Pioglitazon-Behandlung sollten Patienten nochmals untersucht werden um zu beurteilen, ob diese angemessen auf die Therapie ansprechen (z.B. Senkung des HbA1c). Bei Patienten, die nicht adäquat auf die Therapie ansprechen, sollte Pioglitazon abgesetzt werden. Im Hinblick auf die potentiellen Risiken bei längerer Therapiedauer sollten die verschreibenden Ärzte bei den nachfolgenden Routine-Untersuchungen bestätigen, dass der Nutzen von Pioglitazon weiterhin fortbesteht. Gegenanzeigen: Pioglitazon ist kontraindiziert bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; Herzinsuffizienz oder Herzinsuffizienz in der Anamnese (NYHA I bis IV); eingeschränkter Leberfunktion; diabetischer Ketoazidose; bestehendem Blasenkrebs oder Blasenkrebs in der medizinischen Vorgeschichte; ungeklärter Makrohämaturie. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika, exkl. Insuline; ATC-Code: A10BG03. Inhaber der Zulassung: Takeda Global Research and Development Centre (Europe) Ltd., 61 Aldwych, London WC2B 4AE, Vereinigtes Königreich. Abgabe: rezept- und apothekenpflichtig. Informationen zu Besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. [0812]. Competact 15 mg/850 mg Filmtabletten. Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: Eine Tablette enthält 15 mg Pioglitazon (als Hydrochlorid) und 850 mg Metforminhydrochlorid. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Povidon (K30), Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat (Ph.Eur.). Filmüberzug: Hypromellose, Macrogol (8000), Talkum, Titandioxid. Anwendungsgebiete: Competact ist angezeigt als Zweitlinientherapie des Typ 2 Diabetes mellitus bei erwachsenen Patienten, insbesondere übergewichtigen Patienten, die unter einer oralen Monotherapie mit Metformin trotz der maximal verträglichen Dosen keine ausreichende Blutzuckerkontrolle erreichen. Drei bis sechs Monate nach Beginn einer Pioglitazon-Behandlung sollten Patienten nochmals untersucht werden um zu beurteilen, ob diese angemessen auf die Therapie ansprechen (z.B. Senkung des HbA1c). Bei Patienten, die nicht adäquat auf die Therapie ansprechen, sollte Pioglitazon abgesetzt werden. Im Hinblick auf die potentiellen Risiken bei längerer Therapiedauer sollten die verschreibenden Ärzte bei den nachfolgenden Routine-Untersuchungen bestätigen, dass der Nutzen von Pioglitazon weiterhin fortbesteht. Gegenanzeigen: Competact ist kontraindiziert bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile; Herzinsuffizienz oder Herzinsuffizienz in der Vorgeschichte (NYHA Klassen I bis IV); Bestehendem Blasenkrebs oder Blasenkrebs in der medizinischen Vorgeschichte; Ungeklärter Makrohämaturie; Akuten oder chronischen Erkrankungen, die eine Gewebehypoxie verursachen können, wie Herz- oder respiratorische Insuffizienz, kürzlich aufgetretener Myokardinfarkt, Schock; Leberfunktionsstörungen; Akuter Alkoholintoxikation, Alkoholismus; Diabetischer Ketoazidose oder diabetischem Präkoma; Niereninsuffizienz oder Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 60 ml/min); Akuten Zuständen mit dem Risiko einer Veränderung der Nierenfunktion wie: Dehydratation, schwere Infektionen, Schock; Intravaskuläre Gabe jodhaltiger Kontrastmittel; Stillzeit. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidiabetika, Kombinationen mit oralen Antidiabetika, ATC-Code: A10BD05. Inhaber der Zulassung: Takeda Global Research and Development Centre (Europe) Ltd., 61 Aldwych, London WC2B 4AE, Vereinigtes Königreich. Abgabe: rezept- und apothekenpflichtig. Informationen zu Besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. [0812]. Blopress Plus 8 mg/12,5 mg – Tabletten, Blopress Plus 16 mg/12,5 mg – Tabletten, Blopress Plus 32 mg/12,5 mg – Tabletten, Blopress Plus 32 mg/25 mg – Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Blopress Plus 8 mg/12,5 mg - Tablette enthält 8 mg Candesartan Cilexetil und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Jede Tablette enthält 76,9 mg Lactose-Monohydrat. Eine Blopress Plus 16 mg/12,5 mg - Tablette enthält 16 mg Candesartan Cilexetil und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Jede Tablette enthält 68,8 mg Lactose-Monohydrat. Eine Tablette Blopress Plus 32 mg/12,5 mg enthält 32 mg Candesartan Cilexetil und 12,5 mg. Hydrochlorothiazid. Jede Tablette enthält 150,2 mg Lactose-Monohydrat. Eine Tablette Blopress Plus 32 mg/25 mg enthält 32 mg Candesartan Cilexetil und 25 mg Hydrochlorothiazid. Jede Tablette enthält 137,7 mg Lactose-Monohydrat. Sonstige Bestandteile: Carmellose-Calcium, Hydroxypropylcellulose, Lactose-Monohydrat, Magnesiumstearat, Maisstärke, Macrogol, Eisenoxid gelb (E172, bei 32 mg/12,5 mg - Tablette), Eisenoxid rot (E172, bei 16 mg/12,5 mg und 32 mg/25 mg - Tablette). Anwendungsgebiete: Blopress Plus ist angezeigt zur Behandlung der essenziellen Hypertonie bei erwachsenen Patienten, deren Blutdruck mit einer Candesartan Cilexetil- oder Hydrochlorothiazid Monotherapie nicht optimal kontrolliert werden kann. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile oder gegen Sulfonamid abgeleitete Wirkstoffe. Hydrochlorothiazid ist ein Sulfonamid abgeleiteter Wirkstoff. Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Schwere Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin Clearance < 30 ml/min/1,73 m2 KO). Schwere Einschränkung der Leberfunktion und/oder Cholestase. Therapieresistente Hypokaliämie und Hyperkalzämie. Gicht. Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten und Diuretika, ATC-Code: C09DA06. Abgabe: Rp, apothekenpflichtig. Zulassungsinhaber: Takeda Pharma Ges.m.b.H., 1120 Wien. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen, den besonderen Warnhinweisen zur sicheren Anwendung sowie zur Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. [0712]. Pantoloc® 20 mg - Filmtabletten: Qualitative und Quantitative Zusammensetzung: Eine magensaftresistente Tablette enthält 20 mg Pantoprazol (als Natrium Sesquihydrat). Sonstige Bestandteile: Natriumcarbonat (wasserfrei), Mannitol (E421), Crospovidon, Povidon K90, Calciumstearat, Hypromellose, Povidon K25, Titandioxid (E171), Propylenglycol, Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer (1:1), Polysorbat 80, Natriumdodecylsulfat, Triethylcitrat, Schellack, rotes, schwarzes und gelbes Eisenoxid (E172), konzentrierte Ammoniak-Lösung. Anwendungsgebiete: Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren: Symptomatische Behandlung der gastro-ösophagalen Refluxkrankheit. Langzeitbehandlung und Rezidivprophylaxe bei Refluxösophagitis. Erwachsene: Prävention der durch nicht-selektive, nicht steroidale Antirheumatika (NSARs) induzierten gastroduodenalen Ulzera bei Risikopatienten, die einer kontinuierlichen Behandlung mit diesen Arzneimitteln bedürfen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, substituierte Benzimidazole oder einen der sonstigen Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: Protonenpumpenhemmer. ATC-Code: A02BC02. Inhaber der Zulassung: Takeda Pharma Ges.m.b.H., 1120 Wien. Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Informationen zu Besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. [0712]. 1) Yacyshyn BR and Thomson ABR. Digestion 2002; 66: 67–78. 2) Holtmann G et al. Gut 2006; 55 (Suppl V) A271. 3) Gillessen A et al. J Clin Gastroenterol 2004;38:332–340. 4) Scholten T et al. Aliment Pharmacol Ther 2003; 18: 587–594. 5) Bardhan KD et al. Aliment Pharmacol Ther 2007; 25: 1461–1469. 6) Glatzel D et al. Digestion 2006; 74: 145–154. 7) Goh KL et al. Eur J Gastro & Hep 2007; 19: 205–211.

Foto: Wikipedia / Frank C. Müller

münchen – Nach Einnahme eines Antibiotikums tritt ein Exanthem auf – da liegt der Verdacht auf eine Arzneimittelreaktion nahe. Ein Experte warnt jedoch vor reflexartigen Diagnosen. Und räumt mit falschen Vorstellungen von der Penizillinallergie auf ...


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Politik & Praxisführung 44. Jahrgang  •  Nr. 48  •  28. November 2012

News MUI: Helga Fritsch künftige Rektorin

Wer diese Jacken in Zukunft anziehen soll, darüber wird heftig diskutiert. Wenn es nach Sozialminister Hundstorfer geht, sollen es 8000 freiwillige entlohnte Helfer sein.

Nicht nur, wenn Berufsheer kommt

Freiwillige statt Zivildiener

Sozialminister Rudolf Hunds­ torfer präsentierte Mitte November sein Modell, mit dem er nach dem Ende der Wehrpflicht den Zivildienst ersetzen will. Neu daran ist, dass anstatt wie bisher geplant 6500 nun 8000 Freiwillige die Arbeit der „Zivis“ erledigen sollen. Eingesetzt werden sollen die Freiwilligen nur noch in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen. Daher könnte, so der Minister, in diesem Bereich der Bedarf an Ersatz-Zivildienern nahezu völlig abgedeckt werden. „Die Rettung wird nicht später kommen, sondern genau so rasch wie jetzt“, bekräftigte der Sozialminister.

Gehalt und Anreize Männer und Frauen ab 18 Jahren wären die Zielgruppe für das Soziale Jahr, das wirklich auf ein Jahr beschränkt werden soll. Die zukünftigen „Freiwilligen“ sollen künftig in einem Beschäftigungsverhältnis stehen und ein Gehalt von 1386 Euro brutto (14-mal jährlich) erhalten. Damit wäre auch ihre sozialversicherungsrechtliche Absicherung gegeben. Für die praktische Abwicklung plant der Minister eine Agentur, die sich um Sozialversicherung, Lohnverrechnung und Förderung kümmert. Um das Soziale Jahr einer ausreichenden Zahl von Freiwilligen schmackhaft zu machen, sollen den Teilnehmern einzelne Module der inkludierten Ausbildung für die wei-

tere Berufsausbildung angerechnet werden. Der Minister möchte den Teilnehmern auch eine Anrechnung des Sozialen Jahres als Praxiszeiten für nachfolgende Ausbildungen ermöglichen. Für die Aufnahme an einschlägigen Schulen, Fachhochschulen und Universitäten (Medizinstudium!) könnte es z.B. Zusatzpunkte für die Teilnehmer geben. Das Jahr soll auch als Vordienstzeit im öffentlichen Dienst angerechnet werden. Die Kosten für das Soziale Jahr werden vom Minister mit 211 Mio. Euro beziffert.

Vorteile für Träger Der Förderanteil des Bundes soll 171 Mio. Euro betragen, der Träger­ anteil mit zirka 40 Mio. Euro gleich bleiben. Derzeit zahlen die Trägerorganisationen je nach Einsatzgebiet der Zivildiener unterschiedliche Beiträge. Diese reichen von 210 Euro für den Rettungsdienst über 420 Euro für Sozialdienste bis zu 1020 Euro für Krankenanstalten. Auch für die Trägerorganisationen hätte das neue Modell, laut BM Hundstorfer, zahlreiche Vorteile. So wäre eine eigene Rekrutierung durch die Träger möglich, man benötige keine große System­ umstellung, da die Mechanismen gleich blieben, und erhalte zudem lebenserfahrene, reifere Teilnehmer als die jungen Zivildiener heute. Und die Absolventen des Sozialen

Jahres würden weiters einen Personalpool für die Träger darstellen. Sollten sich die Österreicher bei der Volksabstimmung am 20. Jänner 2013 doch für die Beibehaltung der Wehrpflicht entscheiden, möchte der Sozialminister sein Modell dennoch nicht in der Schublade verSozialminister Rudolf Hunds­torfer

Foto: BMASK

WIEN – Über ein Ende der Wehrpflicht wird zwar erst am 20. Jänner 2013 abgestimmt, Sozialminister Rudolf Hundstorfer präsentierte aber schon jetzt das Modell, mit dem er künftig den Zivildienst ersetzen will. Das Modell soll aber auch greifen, wenn die Wehrpflicht bleibt. Die meisten Trägerorganisationen äußerten sich vorsichtig optimistisch – Ablehnung kommt von ÖVP und FPÖ.

schwinden lassen. Denn in Zeiten sinkender Geburtenjahrgänge müsse man solche Modelle diskutieren, da demographisch mit immer weniger Zivildienern gerechnet werden müsse. Waren es im Jahr 2012 noch 45.016 junge Männer, so werden es 2021 nur noch 36.657 sein.

Reaktionen Während Volkshilfe und Arbeiter-Samariter-Bund das Modell des Ministers positiv kommentierten, zeigte sich das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) weiterhin skeptisch. Der Generalsekretär des ÖRK Dr. Werner Kerschbaum befürchtet durch das Bezahlmodell eine Verschiebung der Motivationslage der Teilnehmer am Sozialen Jahr und einen Rückschlag für die Ehrenamtlichkeit und die Zivilgesellschaft. Das ÖRK würde gerne ein Pilotprojekt durchführen, um sowohl die Anzahl als auch die Eignung der Interessierten am Sozialen Jahr einschätzen zu können. Da das ÖRK ei-

nen Gutteil seiner Ehrenamtlichen (80 Prozent!) derzeit aus ehemaligen Zivildienern rekrutiert, fürchtet es um diesen Pool für die Zukunft. Die Caritas äußerte sich optimis­ tisch, mit den nun vorgesehenen 8000 Stellen könnten die Zivildiener ersetzt werden. Caritas-Präsident Franz Küberl warnt aber davor, Rettungsorganisationen gegenüber Sozialeinrichtungen zu bevorzugen. Eine klare Ablehnung des Modells kam von ÖVP-Vertretern und der FPÖ. Die Grünen und das BZÖ äußerten sich prinzipiell positiv. Der Seniorenbund kritisiert die Ausschließung von Pensionsbeziehern vom Sozialen Jahr. Der Österreichische Gewerkschaftsbund sieht das Soziale Jahr durch die kollektivvertragliche Bezahlung als Weiterentwicklung des Zivildienstes und erhofft sich dadurch, mehr junge Männer und Frauen für Sozialberufe begeistern zu können. Die Stimmung in der Bevölkerung tendiert derzeit noch eher Richtung Beibehaltung von Wehrdienst und Zivildienst – allerdings steige die Zustimmung zum Berufsheer mit steigender Information. Mit Informationen von beiden Interessensgruppen wird die Bevölkerung in den nächsten Wochen bis zur Abstimmung sicher noch versorgt/verwirrt werden. Es haben sich mittlerweile sowohl Personenkomitees für das Berufsheermodell mit Dr. Hannes Androsch an der Spitze (www.personenkomiteeunserheer.at) als auch für die Wehrpflicht rund um Dr. Veit Sorger (www.einsatz-füroesterreich.at) gebildet. TAS Pressekonferenz Soziales Jahr; Wien, November 2012

Foto: MUI / Lackner

Pädiater: Aus für Selbstbehalte WIEN – Anlässlich des Weltkinderrechtstages am 20. November fordert die Kinderärzte-Gesellschaft (ÖGKJ) gemeinsam mit KIB children care die generelle Abschaffung der Spitalsselbsthalte für kranke Kinder und Jugendliche. Zudem macht die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit auf einen akuten Mangel an Therapieplätzen für Kinder aufmerksam und fordert, das Recht auf Therapie und Reha für Kinder in der Verfassung zu verankern.

EU-Kom­missar: Tonio Borg STRASSBURG – Das EU-Parlament stimmte mit 386 Stimmen (zu 281 Gegenstimmen und 28 Enthaltungen) vorige Woche für den bei Linken, Liberalen und Grünen wegen konservativer Ansichten umstrittenen maltesischen Außenminister und Jesuitenschüler Tonio Borg als neuen Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz. Borg folgt John Dalli nach, der im Oktober wegen Korruptionsvorwürfen zurückgetreten war.

Foto: EU

Foto: BilderBox.com

INNSBRUCK – Univ.-Prof. Dr. Helga Fritsch wurde kürzlich vom Universitätsrat zur Rektorin­ der Medizinischen Universität Inns­ bruck für den Zeitraum Oktober 2013 bis Oktober 2017 gewählt. Weiters tritt Mag. Christoph Wimmer mit 1. Dezember 2012 das Amt des Vizerektors für Finanzen an.

Alle Parteien für tägliche Turnstunde WIEN – Der Nationalrat hat Mitte November den ersten SechsParteien-Antrag der Geschichte eingebracht und die Bundesregierung einstimmig mit der Umsetzung der täglichen Turnstunde in Schulen beauftragt. Hintergrund ist eine Initiative der Bundes-Sportorganisation, die bis vorige Woche bereits mehr als 90.000 Unterschriften sammelte: www.turnstunde.at


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Politik & Praxisführung

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 48  •  28. November 2012

OECD-Bericht „Health at a Glance – Europe 2012“

Staaten sparen bei der Prävention WIEN/BRÜSSEL – Eine Fülle von interessanten Einblicken in die Gesundheitssysteme von 35 europäischen Ländern gewährt eine neue gemeinsame Studie der OECD und der Europäischen Kommission. Die Finanzkrise schlägt sich bereits in den Ausgaben für die Gesundheit nieder, jedoch (noch) nicht in der Versorgung. Die zweite Ausgabe von „Gesundheit auf einen Blick: Europa“ umfasst neben den 27 EU-Mitgliedstaaten fünf EU-Beitrittskandidaten (Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Türkei) und drei Mitglieder der Freihandelszone EFTA (Island, Norwegen, Schweiz). Insgesamt teilt sich der 154-seitige Bericht in fünf große Kapitel: u Gesundheitszustand der Bevölkerung u gesundheitliche Risikofaktoren u Ressourcen und Leistungen des Gesundheitssystems u Qualität der Gesundheitsversorgung bei chronischen und akuten Krankheiten u Gesundheitsausgaben und Finanzierungsquellen Zum letzten Punkt fasst MT Details – passend zum aktuellen Schlagabtausch zwischen Ärztekammer und Politik für Sie zusammen: Beim Anteil öffentlicher und privater Gesundheitsausgaben am

EU & Gesundheit BIP liegt Österreich mit 11  % im oberen Segment – nach Holland, Frankreich, Deutschland und Dänemark. Der EU-27-Durchschnitt beträgt 9  %, deutlich mehr als 2000 mit 7,3  %, aber etwas weniger als 2009 mit dem Spitzenwert von 9,2 %. Was europaweit jedoch wohl am markantesten an Veränderungen hervorsticht – und auch der Europäischen Kommission eine eigene Pressemitteilung wert war –, ist die Entwicklung

des Wachstums der Pro-Kopf-Gesundheitsausgaben. Während sie von 2000 bis 2009 jährlich noch um 4,6  % wuchsen, schrumpften sie 2010 zum ers­ten Mal seit 1975, und zwar durchschnittlich um 0,6 % (siehe Grafik). Am stärksten brachen sie in Irland (mit knapp minus 8  %), Estland, Island und Griechenland (minus 6,7  %) ein. In Österreich gab es zwar kein Minus, jedoch sank von 2000 bis 2009 das jährliche Wachstum der Gesundheitsausgaben von 2,2  % auf 0,1 % im Jahr 2010 ebenfalls außerordentlich stark. Das Zurückfahren der Pro-Kopf-Ausgaben, das in fast allen Ländern mit Ausnahme von Deutschland (hier betrug der Zuwachs 2010 sogar 2,7 %) zu beobachten ist, wird der Finanz- und Wirtschaftskrise geschuldet. Wobei die Regierungen den leichtesten Weg zum Sparen wählen dürften: Am stärksten betrafen die Kürzungen nämlich Gesundheits- und Vorsorgeprogramme wie etwa in den Bereichen Impfen, Rauchen, Alkohol, Ernährung und Bewegung. Durchschnittlich (EU24) flossen 2010 nur mehr 2,9  % des Gesundheitsbudgets in die Prävention (in Österreich 1,8 %) – das ist gegenüber 2008/09 ein Minus von 3,2  %. Ausdrücklich betont der Bericht, dass es viel wirtschaftlicher wäre, heute in die Präven­ tion zu investieren, als morgen die Behandlung von Krankheiten zahlen zu müssen. Der Rückgang der sinkenden Gesundheitsausgaben macht auch dem neuen EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg große Sorgen: Zwar habe die Krise in Europa bisher zu keiner Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustandes geführt, „dennoch können wir uns nicht einfach zurücklehnen: Es braucht seine Zeit, bis die Folgen von schwierigen sozialen Verhält-

  Wie lange (gesund) lebt der Europäer?

Der Gesundheitszustand hat sich in den europäischen Ländern laut OECD-Be­ richt erheblich verbessert, obwohl nach wie vor große Unterschiede existieren: u Die Lebenserwartung stieg von 1980 bis 2010 um mehr als sechs Jahre und betrug bei Geburt im Zeitraum 2008 bis 2010 durchschnittlich 75,3 Jahre für Männer (Österreich: 77,8) und 81,7 Jahre für Frauen (Österreich: 83,3). Höchste Lebenserwartung: Frauen in Frankreich (85), Männer in Schwe­ den (79,4); niedrigste Lebenserwartung: Frauen in Bulgarien und Rumänien (77,3), Männer in Litauen (67,3). u Die gesunden Lebensjahre (Jahre ohne Aktivitätseinschränkung) betru­ gen bei Geburt im Zeitraum 2008 bis 2010 durchschnittlich 62,2 Jahre für Frauen (Österreich: knapp 61) und 61 Jahre für Männer (Österreich: rund 59). Die meisten gesunden Lebensjahre erwarten Frauen in Malta (rund 72 von 82,9) und Männer in Schweden (rund 70), die wenigsten gesunden Lebensjahre Frauen und Männer in der Slowakei (rund 53 von 79,1 bzw. 71,3). Auffällig wenig gesunde Lebensjahre haben auch Frauen in Deutsch­ land (rund 58 von 82,8) und Männer in Deutschland (rund 57 von 77,8).

Jährliche durchschnittliche Wachstumsrate der Gesundheitsausgaben pro Kopf 2000 bis 2010 (oder nächstmögliches Jahr)

Praktizierende Ärzte pro 1000 Einwohner, 2010 und Änderungen zwischen 2000 und 2010 (oder nächstmögliches Jahr)

1 Daten beinhalten nicht nur mit Patienten arbeitende Ärzte sondern auch Ärzte die im Gesundheitswesen als Manager, Ausbilder, Forscher etc. arbeiten (zusätzlich 5 bis 10 % ) 2 Daten beziehen sich auf alle zum Praktizieren berechtigte Ärzte

nissen und mangelhafter Gesundheitsversorgung sichtbar werden“. Und etwas optimistischer OECDVize-Generalsekretär Yves Leterme: „Trotz knapper öffentlicher Kassen setzen die Länder alles daran, dass der Zugang zu hochwertiger Gesundheitsversorgung in Europa bleibt.“ Aber auch er fügt hinzu: Es werde sich erst zeigen, ob dies gelingt.

Zunahme der Dichte in den untersuchten zehn Jahren mit 2,2 % deutlich über dem EU-27-Durchschnitt mit 1,4 %. Auch das Verhältnis zwischen Allgemeinärzten und Fachärzten hat sich in Richtung mehr Fachärzte verändert. Als mögliche Gründe nennt der Bericht, dass der traditionelle Beruf des „Hausarztes“ nicht mehr so attraktiv sei und die Einkommensunterschiede zwischen Allgemeinärzten und Fachärzten Ärztedichte und immer größer würden. In vielen Spitalsbetten Ländern stelle sich daher die FraEine andere Pro-Kopf-Zahl klet- ge nach der „Sicherstellung der Priterte hingegen in fast allen EU-Län- märversorgung für bestimmte Bedern hinauf. So stieg die Ärztedichte völkerungsgruppen“. Wo Österreich ebenfalls wenig von 2,9 Ärzten pro 1000 Einwohner im Jahr 2000 durchschnittlich überraschend nach wie vor unin der EU-27 auf 3,4 im Jahr 2010 ter den Spitzenreitern zu liegen (siehe Grafik). Am höchsten ist kommt, ist die Dichte der Spitalsdie Dichte in Griechenland mit 6,1 betten. 2010 hatte die Alpenrepu(dort nahm sie auch am schnellsten blik 7,6 Betten auf 1000 Einwohner, zu), dann kommt schon Österreich­ was nur einem leichten Rückgang mit 4,8 Ärzten auf 1000 Einwoh- von durchschnittlich jährlich miner. Hierzulande lag die jährliche nus 0,4  % von 2000 bis 2010 ent-

spricht. Zum Vergleich: Im EU-27Schnitt sind es 5,3 Spitalsbetten, der Rückgang beträgt 1,9  %. Nur Deutschland hat mit 8,3 Spitalsbetten mehr als Österreich (Rückgang minus 1 %). Am unteren Ende rangieren Spanien (3,2 Betten), Irland, Großbritannien und Schweden mit nur 2,7 Betten. Gro Bericht auf: www.oecd.org/health/ healthataglanceeurope.htm

Termine, Termine Wir haben für Sie wichtige Termine von Kongressen, Seminaren, Symposien und anderen Ereignissen gesammelt. In diesem Heft auf Seite 8


Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 48  •  28. November 2012

Aus den Ländern

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Erster Evaluierungsbericht nach einem Jahr

OÖ Spitalsreform ist voll in Fahrt LINZ – Mitte November präsentierte die Evaluierungskommission ihren ersten Bericht zur oberösterreichischen Spitalsreform II und attestierte rasche Fortschritte. Ein Drittel aller Maßnahmen, die bis Ende 2013 im medizinischen Bereich umzusetzen­ sind, erfüllten die Spitäler schon bis Mitte 2012. Die Evaluierungskommission sei „bisher sehr zufrieden“, auch mit der Umsetzungsbereitschaft in den einzelnen Häusern. „Viele Themen, die bisher ‚tabu‘ waren, sind bereits in Umsetzung“, lobt MMag. Wolfgang Bayer, Vorsitzender der Evaluierungskommission Spitalsreform  II. Was noch nicht laut Plan funktioniere, sei die Substitution vollstationärer Aufnahmen durch tagesklinische und ambulante Leistungen und niedergelassene Ärzte. Insgesamt brächten die Entwicklungen aber die entsprechenden finanziellen Effekte bei „zumindest gleichbleibender Qualität der Leis­ tungserbringung“, so das klare Fazit der Kommission, der u.a. auch Landessanitätsdirektor Dr. Georg Palmisano und die externen Mitglieder Dr. Michaela Moritz und Mag. Rudolf Linzatti angehören. Die Resultate aus den Jahresdaten für 2011 (= Umsetzung der Reform: ein halbes Jahr) im Detail: u Vollstationäre KH-Aufenthalte je 1000 Einwohner (EW) verringerten sich gegenüber 2009 um 2,5  % von 285 auf 278. Damit liegt OÖ noch immer deutlich über dem Bundeswert (ohne OÖ) von 229. u Belagstage je 1000 EW gingen um 4,5 % von 1792 auf 1711 zurück. Damit liegt OÖ nun knapp hinter Kärnten (1715) an zweiter Stelle, aber immer noch um 7 % höher als im Österreichvergleich bzw. deutlich über dem Österreich­ schnitt ohne OÖ (1556). u Durchschnittliche Belagsdauer (inkl. 0-Tages-Aufenthalte) sank von 5,18 auf 4,92 Tage, was genau dem bundesweiten Trend der Belagsdauerverkürzung entspricht. u Bettenauslastung (inkl. Tagesklinik) sank von 83,1 % auf 81,4 %. Dieser Wert liegt geringfügig unter dem Gesamtösterreichwert von 82,9 %. Im Vorjahr wurden durch die Reform 92  Mio. Euro eingespart, für 2012 sind 103  Mio. angepeilt. Jedes Jahr sollen es dann mehr sein, sodass die aktuelle Ausgabenentwicklung (September 2012) für 2020 eine Kostendämpfung von 376  Mio. ergibt. Die kumulierte Kostendämpfung bis 2020 von zirka 2,3  Mrd. Euro könne aus heutiger Sicht eingehalten werden, bekräftigt MMag. Bayer. Doch laut LH Dr. Josef Pühringer (VP) müssen nicht nur die Zahlen, die zeigen, dass die Reform

„in Fahrt“ ist, stimmen, sondern auch die Zufriedenheit der Patienten. Hier ergab eine repräsentative Befragung des market-Instituts im Oktober 2012 (n  =  600), dass 79  % mit ihrem letzten Spitalsaufenthalt „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ waren. Auch die Eingaben

und Anfragen an die oberösterreichische Patientenvertretung liegen nach wie vor unter dem Bundesschnitt. Die vom Land Oberösterreich auf Betreiben der Ärztekammer eingerichtete Clearingstelle für dienstrechtliche Fragen zwischen Ärzten und Spitalsträger hatte bis-

her nur einen einzigen Fall, der inzwischen jedoch eingestellt wurde. Der bisherige Erfolg der Reformmaßnahmen fachte auch wieder die Debatte um die geplante Aufstockung von zwei auf drei Vorstände der landeseigenen Spitalsholding gespag an (MT berichtete). Die

Evaluierungskommission liefere jedenfalls keinen Grund dafür, so FPGesundheitssprecherin Prim. Dr. Brigitte Povysil in den „Ober­ österreichischen Nachrichten“. Die Bewerbungsfrist endete übrigens vorige Woche, das Hearing ist für 29. November anberaumt. Gro

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Fachkurzinformation auf Seite 24


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Atorvastatin 1A Pharma ist auch zur Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin bei Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie angezeigt - entweder zusätzlich zu anderen lipidsenkenden Maßnahmen (z.B. LDL-Apherese) oder falls solche Behandlungsmöglichkeiten nicht verfügbar sind. Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen: Zur Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten, deren Risiko für ein erstes kardiovaskuläres Ereignis als hoch eingestuft wird, zusätzlich zur Behandlung weiterer Risikofaktoren. Gegenanzeigen: Atorvastatin 1A Pharma ist kontraindiziert bei Patienten: mit Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels; mit aktiver Lebererkrankung oder unklarer, dauerhafter Erhöhung der Serumtransaminasen auf mehr als das 3fache des oberen Normalwertes; in der Schwangerschaft, während der Stillzeit und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine geeignete Verhütungsmethode anwenden. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Natriumdodecylsulfat, Mikrokristalline Cellulose, Hochdisperses Siliciumdioxid, Vorverkleisterte Stärke (Mais), Trometamol, Eisenoxid gelb (E 172), Magnesiumstearat, Talkum, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A). Filmüberzug: Carmellose-Natrium, Glycerol, Trometamol, Natriumdodecylsulfat, Hydroxyethylcellulose. Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH, A-1020 Wien, Österreich. Verschreibungs-/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: Mai 2012. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Atorvastatin Genericon 10 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 10 mg Atorvastatin (als Atorvastatin-Calcium). Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Mannitol, mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, wasserfreies Natriumcarbonat, Povidon, L-Methionin, Magnesiumstearat. Überzug: Hypromellose, Titandioxid, Macrogol. Atorvastatin Genericon 20 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 20 mg Atorvastatin (als Atorvastatin-Calcium). Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Mannitol, mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, wasserfreies Natriumcarbonat, Povidon, L-Methionin, Magnesiumstearat. Überzug: Hypromellose, Titandioxid, Macrogol. Atorvastatin Genericon 40 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 40 mg Atorvastatin (als Atorvastatin-Calcium). Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Mannitol, mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, wasserfreies Natriumcarbonat, Povidon, L-Methionin, Magnesiumstearat. Überzug: Hypromellose, Titandioxid, Macrogol. Anwendungsgebiete: Hypercholesterinämie. Die Anwendung von Atorvastatin Genericon ist zusätzlich zu einer Diät angezeigt zur Senkung erhöhter Gesamtcholesterin-, LDL-Cholesterin-, Apolipoprotein B- und Triglyzeridspiegel bei Patienten mit primärer Hypercholesterinämie, einschließlich familiärer Hypercholesterinämie (heterozygote Variante) oder kombinierter (gemischter) Hyperlipidämie (entsprechend Typ II a und II b nach Fredrickson), wenn Diät und andere nicht pharmakologische Maßnahmen keine ausreichende Wirkung erbringen. Atorvastatin Genericon ist auch zur Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin bei Patienten mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie angezeigt - entweder zusätzlich zu anderen lipidsenkenden Maßnahmen (z. B. LDL-Apherese) oder falls solche Behandlungsmöglichkeiten nicht verfügbar sind. Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen: Zur Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse bei Patienten, deren Risiko für ein erstes kardiovaskuläres Ereignis als hoch eingestuft wird, zusätzlich zur Behandlung weiterer Risikofaktoren (siehe Abschnitt 5.1). Gegenanzeigen: Atorvastatin Genericon ist kontraindiziert bei Patienten: mit Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels; mit aktiver Lebererkrankung oder unklarer, dauerhafter Erhöhung der Serumtransaminasen auf mehr als das 3-fache des oberen Normwertes; mit Myopathie; in der Schwangerschaft; während der Stillzeit; bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine geeigneten Verhütungsmethoden anwenden (siehe Abschnitt 4.6). Pharmakotherapeutische Gruppe: HMGCoA-Reduktase-Hemmer, ATC-Code: C10AA05. Atorvastatin Genericon 10, 20 und 40 mg Filmtabletten, OP zu 30 Stk., Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, E-Mail: genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Atorvastatin Pfizer 10 mg/20 mg/40 mg/80 mg Filmtabletten. Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 10 mg/20 mg/40 mg/80 mg Atorvastatin (als Atorvastatin-Calcium-(Trihydrat)). Liste der sonstigen Bestandteile: Calciumcarbonat, mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat (10 mg Filmtablette: 27,25 mg, 20 mg Filmtablette: 54,50 mg, 40 mg Filmtablette: 109,00 mg, 80 mg Filmtablette: 218,00 mg), Croscarmellose-Natrium, Polysorbat 80, Hydroxypropylcellulose, Magnesiumstearat Filmüberzug: Hypromellose, Macrogol 8000, Titandioxid (E 171), Talkum, Simethiconemulsion, Stearat-Emulgatoren, Verdickungsmittel, Benzoesäure, Sorbinsäure. Anwendungsgebiete: Hypercholesterinämie: Die Anwendung von Atorvastatin Pfizer ist zusätzlich zu einer Diät angezeigt zur Senkung erhöhter Gesamtcholesterin-, LDL-Cholesterin-, Apolipoprotein B- und Triglyzeridspiegel bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 10 Jahren mit primärer Hypercholesterinämie, einschließlich familiärer Hypercholesterinämie (heterozygote Variante) oder kombinierter (gemischter) Hyperlipidämie (entsprechend Typ II a und II b nach Fredrickson), wenn Diät und andere nicht pharmakologische Maßnahmen keine ausreichende Wirkung erbringen. Atorvastatin Pfizer ist auch zur Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin bei Erwachsenen mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie angezeigt - entweder zusätzlich zu anderen lipidsenkenden Maßnahmen (z. B. LDL-Apherese) oder falls solche Behandlungsmöglichkeiten nicht verfügbar sind. Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen: Zur Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse bei erwachsenen Patienten, deren Risiko für ein erstes kardiovaskuläres Ereignis als hoch eingestuft wird, zusätzlich zur Behandlung weiterer Risikofaktoren (siehe Abschnitt 5.1 der Fachinformation). Gegenanzeigen: Atorvastatin Pfizer ist kontraindiziert bei Patienten • mit Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile des Arzneimittels • mit aktiver Lebererkrankung oder unklarer, dauerhafter Erhöhung der Serumtransaminasen auf mehr als das 3fache des oberen Normalwertes • in der Schwangerschaft, während der Stillzeit und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine geeignete Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitt 4.6 der Fachinformation). Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel, die den Lipidstoffwechsel beeinflussen, HMG-CoA-Reduktasehemmer. ATC-Code: C10AA05. Inhaber der Zulassung: Pfizer Corporation Austria Ges.m.b.H., Wien. Stand der Information: Juni 2012. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Angaben zu besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Atorvalan 10 mg-Tabletten, Atorvalan 20 mg-Tabletten, Atorvalan 40 mg-Tabletten, Atorvalan 80 mg-Tabletten. Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 10 mg, 20 mg, 40 mg bzw. 80 mg Atorvastatin (als Atorvastatin-Calcium). Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, wasserfreies Natriumcarbonat, Maltose, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat. Tablettenüberzug: Hypromellose, Hydroxypropylcellulose, Triethylcitrat, Polysorbat 80, Titandioxid (E 171). Anwendungsgebiete: Hypercholesterinämie: Die Anwendung von Atorvalan ist zusätzlich zu einer Diät angezeigt zur Senkung erhöhter Gesamtcholesterin-, LDL-Cholesterin-, Apolipoprotein B- und Triglyzeridspiegel bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab zehn Jahren mit primärer Hypercholesterinämie, einschließlich familiärer Hypercholesterinämie (heterozygote Variante) oder kombinierter (gemischter) Hyperlipidämie (entsprechend Typ II a und II b nach Fredrickson), wenn Diät und andere nicht pharmakologische Maßnahmen keine ausreichende Wirkung erbringen. Atorvalan ist auch zur Senkung von Gesamt- und LDL-Cholesterin bei Erwachsenen mit homozygoter familiärer Hypercholesterinämie angezeigt – entweder zusätzlich zu anderen lipidsenkenden Maßnahmen (z.B. LDL-Apherese) oder falls solche Behandlungsmöglichkeiten nicht verfügbar sind. Vorbeugung kardiovaskulärer Erkrankungen: Zur Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse bei erwachsenen Patienten, deren Risiko für ein erstes kardiovaskuläres Ereignis als hoch eingestuft wird, zusätzlich zur Behandlung weiterer Risikofaktoren. Gegenanzeigen: Atorvalan ist kontraindiziert bei Patienten • mit Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, • mit aktiver Lebererkrankung oder unklarer, dauerhafter Erhöhung der Serumtransaminasen auf mehr als das 3fache des oberen Normalwertes, • mit Myopathie, • in der Schwangerschaft, • während der Stillzeit, • bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine geeigneten Verhütungsmethoden anwenden. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: HMG-CoA-Reduktasehemmer. ATC-Code: C10AA05. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 30 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Candesartan 1A Pharma 4/ 8/ 16/ 32 mg – Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Tablette enthält 4/ 8/ 16/ 32 mg Candesartancilexetil. Sonstiger Bestandteil: Jede Tablette enthält 73,94/ 69,57/ 139,14/ 278,27 mg Lactose-Monohydrat. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten, rein. ATC-Code: C09C A06. Anwendungsgebiete: Candesartan 1A Pharma ist angezeigt zur Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen; zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Herzinsuffizienz und eingeschränkter linksventrikulärer systolischer Funktion (linksventrikuläre Ejektionsfraktion ≤40%) zusätzlich zu einer Behandlung mit Angiotensin Converting Enzyme (ACE)-Hemmern oder wenn ACE-Hemmer nicht toleriert werden. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Candesartancilexetil oder einen der sonstigen Bestandteile. Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Schwere Einschränkung der Leberfunktion und/oder Cholestase. Liste der sonstigen Bestandteile: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Povidon K-30, Carrageen, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat (Ph. Eur.), Eisenoxid rot (E172) (nur 8, 16 und 32 mg Tabletten), Titandioxid (E171) (nur 8, 16 und 32 mg Tabletten). Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH, A-1020 Wien, Österreich. Verschreibungs-/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: Dezember 2010. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Candesartan/HCT 1A Pharma 8 mg/12,5 mg – Tabletten, Candesartan/HCT 1A Pharma 16 mg/12,5 mg – Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Candesartan/HCT 1A Pharma 8 mg/12,5 mg – Tabletten: 1 Tablette enthält 8 mg Candesartancilexetil und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Jede Tablette enthält 84 mg Lactose-Monohydrat. Candesartan/HCT 1A Pharma 16 mg/12,5 mg – Tabletten: 1 Tablette enthält 16 mg Candesartancilexetil und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Jede Tablette enthält 76 mg Lactose-Monohydrat. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten + Diuretika. ATC-Code: C09DA06. Anwendungsgebiete: Candesartan/HCT 1A Pharma ist angezeigt zur Behandlung der essenziellen Hypertonie bei erwachsenen Patienten, deren Blutdruck mit einer Candesartancilexetil- oder Hydrochlorothiazid-Monotherapie nicht optimal kontrolliert werden kann. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile oder gegen Sulfonamid-abgeleitete Wirkstoffe. Hydrochlorothiazid ist ein Sulfonamid-abgeleiteter Wirkstoff. Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Schwere Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min/1,73 m2 KO). Schwere Einschränkung der Leberfunktion und/oder Cholestase. Therapieresistente Hypokaliämie und Hyperkalzämie. Gicht. Liste der sonstigen Bestandteile: Candesartan/HCT 1A Pharma 8 mg/12,5 mg – Tabletten: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Povidon K-30, Carrageen, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich] Candesartan/HCT 1A Pharma 16 mg/12,5 mg – Tabletten: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Povidon K-30, Carrageen, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich], Eisenoxid rot (E172), Eisenoxid gelb (E172). Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH, A-1020 Wien, Österreich. Verschreibungs-/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: Juni 2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Candesarcomp 16 mg/12,5 mg Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält 16 mg Candesartan Cilexetil und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Sonstige Bestandteile: Jede Tablette enthält 109,3 mg Lactose-Monohydrat sowie Maisstärke, Lactose-Monohydrat, Triethylcitrat, Hydroxypropylcellulose, Croscarmellose Natrium, Magnesiumstearat. Anwendungsgebiete: Essentielle Hypertonie, wenn eine Monotherapie mit Candesartan Cilexetil oder Hydrochlorothiazid nicht ausreichend ist. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile oder gegen Sulfonamidderivaten (Hydrochlorothiazid ist ein Sulfonamidderivat). Zweites und drittes Schwangerschaftstrimenon (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6). Schwere Nierenschädigung (Kreatininclearance < 30 ml/min/1,73 m2 Körperoberfläche). Schwere Leberschädigung und/oder Cholestase. Refraktäre Hypokaliämie und Hyperkalziämie. Gicht. Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten und Diuretika. ATC-Code: C09DA06. Candesarcomp 16 mg/12,5 mg Tabletten, OP zu 30 Stk., Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, E-Mail: genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Candesartan Genericon 16 mg Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält 16 mg Candesartan Cilexetil. Sonstige Bestandteile: Jede Tablette enthält 121,8 mg Lactose-Monohydrat sowie Maisstärke, Lactose-Monohydrat, Triethylcitrat, Hydroxypropylcellulose, Croscarmellose Natrium, Magnesiumstearat. Anwendungsgebiete: Essentielle Hypertonie. Behandlung von Patienten mit Herzinsuffizienz und eingeschränkter linker Ventrikelfunktion (linksventrikuläre Auswurf-Fraktion ≤ 40%) als Zusatztherapie zu ACE-Hemmern oder wenn ACE-Hemmer nicht vertragen werden (siehe Abschnitt 5.1). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Candesartan Cilexetil oder einen der sonstigen Bestandteile. Zweites und drittes Trimester der Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.4 und 4.6). Schwere Leberschädigung und/oder Cholestase. Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten, rein (Candesartan). ATC-Code: C09CA06. Candesartan Genericon 16 mg Tabletten, OP zu 30 Stk., Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, E-Mail: genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Candesartan ratiopharm 4 mg-, 8 mg-, 16 mg- und 32 mg-Tabletten. Zusammensetzung: Jede Tablette enthält 4 mg Candesartan Cilexetil. Jede Tablette enthält 8 mg Candesartan Cilexetil. Jede Tablette enthält 16 mg Candesartan Cilexetil. Jede Tablette enthält 32 mg Candesartan Cilexetil. Jede Tablette enthält 133,80 mg Lactose-Monohydrat. Jede Tablette enthält 129, 80 mg Lactose-Monohydrat. Jede Tablette enthält 121,80 mg Lactose-Monohydrat. Jede Tablette enthält 243,60 mg Lactose-Monohydrat. Anwendungsgebiete: Candesartan ratiopharm ist angezeigt zur: Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen. Behandlung von erwachsenen Patienten mit Herzinsuffizienz und eingeschränkter linksventrikulärer systolischer Funktion (linksventrikuläre Ejektionsfraktion ≤ 40 %) zusätzlich zu einer Behandlung mit Angiotensin Converting Enzyme (ACE)-Hemmern oder wenn ACE-Hemmer nicht toleriert werden. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Candesartan Cilexetil oder einem der sonstigen Bestandteile. Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Schwere Einschränkung der Leberfunktion und/oder Cholestase. Pharmakotherapeutische Gruppe: AngiotensinII-Antagonisten, rein, ATC-Code: C09CA06. Liste der sonstigen Bestandteile: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Hydroxypropylcellulose, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat, Triethylcitrat. Art und Inhalt des Behältnisses: PVC-PVDC/ Alu-Blisterpackungen. Packungsgrößen: 7, 10,14, 28, 30, 56, 70, 90, 98 Tabletten. Duma Twist-off HDPE-Flaschen mit PP-Verschluss. Packungsgrößen: 100, 250 Tabletten. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht. Verfügbare Packungsgrößen in Österreich: 10 und 30 Stück. Inhaber der Zulassung: ratiopharm Arzneimittel Vertriebs-GmbH, Albert-Schweitzer-Gasse 3, A-1140 Wien, Tel.Nr.: +43/1/97007-0, Fax-Nr.: +43/1/97007-66, e-mail: info@ratiopharm.at. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: 01/2012. Candesartan/HCT ratiopharm 8 mg/12,5 mg Tabletten; Candesartan/HCT ratiopharm 16 mg/12,5 mg Tabletten. Zusammensetzung: Candesartan/HCT ratiopharm 8 mg/12,5 mg Tabletten. Jede Tablette enthält 8 mg Candesartan Cilexetil und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Jede Tablette enthält 117,30 mg Lactose-Monohydrat. Candesartan/HCT ratiopharm 16 mg/12,5 mg Tabletten. Jede Tablette enthält 16 mg Candesartan Cilexetil und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Jede Tablette enthält 109,30 mg Lactose-Monohydrat. Anwendungsgebiete: Candesartan/HCT ratiopharm ist angezeigt zur: Behandlung der essenziellen Hypertonie bei erwachsenen Patienten, deren Blutdruck mit einer Candesartan Cilexetil- oder Hydrochlorothiazid-Monotherapie nicht optimal kontrolliert werden kann. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile oder gegen Sulfonamid-abgeleitete Wirkstoffe. Hydrochlorothiazid ist ein Sulfonamid-abgeleiteter Wirkstoff. Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Schwere Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min/1,73 m2 KO). Schwere Einschränkung der Leberfunktion und/oder Cholestase. Therapieresistente Hypokaliämie und Hyperkalzämie. Gicht. Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten und Diuretika, ATC-Code: C09DA06. Liste der sonstigen Bestandteile: Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Hydroxypropylcellulose, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat, Triethyl-Citrat. Art und Inhalt des Behältnisses: PVC-PVDC-/Alu-Blisterpackung. Packungsgrößen: 7, 10, 14, 28, 30, 56, 70, 90, 98 Tabletten. Duma Twist-off HDPE Flaschen mit PP-Verschluss. Packungsgrößen: 100 Tabletten. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht. Verfügbare Packungsgrößen in Österreich: 30 Stück. Inhaber der Zulassung: ratiopharm Arzneimittel Vertriebs-GmbH, Albert-Schweitzer-Gasse 3, A-1140 Wien, Tel.Nr.: +43/1/97007-0, Fax-Nr.: +43/1/97007-66, e-mail: info@ratiopharm.at. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: 01/2012. Weitere Hinweise zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und zutreffendenfalls Angaben über die Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Cenipres 10 mg/20 mg Tabletten. Zusammensetzung: 10 mg Enalaprilmaleat 20 mg Nitrendipin. Hilfsstoffe: Natriumhydrogencarbonat Lactose-Monohydrat Mikrokristalline Cellulose Maisstärke Povidon Natriumdodecylsulfat Magnesiumstearat. Anwendungsgebiete: Behandlung von essenzieller arterieller Hypertonie bei Patienten, deren Blutdruck mit Enalapril bzw. Nitrendipin als Monotherapie nicht hinreichend kontrolliert wird. Gegenanzeigen: Cenipres darf in folgenden Fällen nicht angewendet werden: bei Überempfindlichkeit gegenüber Enalapril, Nitrendipin oder einem der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels bei Patienten mit anamnestisch bekanntem angioneurotischem Ödem infolge einer früheren Therapie mit ACE-Hemmern (Angiotensin Converting Enzyme Inhibitors) sowie hereditärem/ idiopathischem angioneurotischem Ödem Zweites und drittes Trimester der Schwangerschaft bei Patienten mit hämodynamisch instabilen Zuständen, insbesondere Herz-Kreislauf-Schock, akuter Herzinsuffizienz, akutem Koronarsyndrom, akutem Schlaganfall bei Patienten mit Nierenarterienstenose (beidseitig oder bei Einzelniere) bei Patienten mit hämodynamisch relevanter Aorten- oder Mitralklappenstenose und hypertropher Kardiomyopathie bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min) und Hämodialyse-Patienten bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung. Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-Converting-Enzyme-(ACE-)Hemmer und Kalziumkanalblocker. ATC-Code: C09BB06. Packungsgröße(n): Packung mit 30 Tabletten. Abgabe: Rezept- und apothekenpflichtig. Kassenstatus: Green Box. Zulassungsinhaber: FERRER INTERNACIONAL S.A. Gran Vía de Carlos III, 9408028 – Barcelona (Spanien) Stand der Fachkurzinformation: Februar 2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen sowie Gewöhnungseffekten entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Cerebokan® 80 mg - Filmtabletten; INHABER DER ZULASSUNG: DR. WILLMAR SCHWABE GmbH & Co. KG, Willmar-Schwabe-Str. 4, 76227 Karlsruhe, Deutschland; Vertrieb in Österreich: Austroplant-Arzneimittel GmbH, Wien; QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: 1 Filmtablette enthält: Wirkstoff: 80 mg Trockenextrakt aus Ginkgo-biloba-Blättern (EGb 761®) (DEV = 35 - 67:1), Der Extrakt ist quantifiziert auf 17,6 - 21,6 mg Ginkgoflavonglykoside und 4,32 - 5,28 mg Terpenlaktone davon 2,24 - 2,72 mg Ginkgolide A, B und C und 2,08 - 2,56 mg Bilobalid. Erstes Auszugsmittel Aceton 60 % m/m. Liste der sonstigen Bestandteile: Lactose-Monohydrat 45,5 mg; Croscarmellose Natrium; Simeticon; alpha-Hydro-omega-octadecyloxypoly(oxyethylen)-5; Sorbinsäure; Hochdisperses Siliciumdioxid; Macrogol 1500; Magnesiumstearat; Maisstärke; Hypromellose; Mikrokristalline Cellulose; Talkum; Farbstoffe: Titandioxid E171, rotes Eisenoxid E172, braunes Eisenoxid E172. Anwendungsgebiete: Cerebokan® 80 mg - Filmtabletten werden angewendet bei Erwachsenen zur symptomatischen Behandlung von hirnorganisch bedingten geistigen Leistungseinbußen im Rahmen eines therapeutischen Gesamtkonzeptes bei dementiellen Syndromen mit der Leitsymptomatik: Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmung, Schwindel, Kopfschmerzen. Zur primären Zielgruppe gehören Patienten mit dementiellem Syndrom bei primär degenerativer Demenz, vaskulärer Demenz und Mischformen aus beiden. Das individuelle Ansprechen auf die Medikation kann nicht vorausgesagt werden. Hinweis: Bevor die Behandlung mit Cerebokan® 80 mg - Filmtabletten begonnen wird, sollte geklärt werden, ob die Krankheitsbeschwerden nicht auf einer spezifisch zu behandelnden Grunderkrankung beruhen. Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit bei Stadium II nach FONTAINE (Claudicatio intermittens) im Rahmen physikalisch-therapeutischer Maßnahmen, insbesondere Gehtraining. Vertigo. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile des Arzneimittels, Schwangerschaft. Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Antidementiva, Ginkgo biloba; Abgabe: Rp, apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Dosierung, Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen, Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Haltbarkeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. CRESTOR 5 mg - Filmtabletten, CRESTOR 10 mg - Filmtabletten, CRESTOR 20 mg - Filmtabletten, CRESTOR 40 mg - Filmtabletten. Pharmakotherapeutische Gruppe: HMG-CoA-Reduktase-Hemmer. ATC-Code: C10A A07. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Jede Tablette enthält: Crestor 5 mg: 5 mg Rosuvastatin (als Rosuvastatincalcium) und 94.88 mg Lactose-Monohydrat. Crestor 10 mg: 10 mg Rosuvastatin (als Rosuvastatincalcium) und 91.3 mg Lactose-Monohydrat. Crestor 20 mg: 20 mg Rosuvastatin (als Rosuvastatincalcium) und 182.6 mg Lactose-Monohydrat. Crestor 40 mg: 40 mg Rosuvastatin (als Rosuvastatincalcium) und 168.32 mg Lactose-Monohydrat. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Lactose-Monohydrat; mikrokristalline Cellulose; Tricalciumphosphat; Crospovidon; Magnesiumstearat. Tablettenhülle: Lactose-Monohydrat; Hypromellose; Triacetin; Titandioxid (E171); 10, 20 und 40 mg – Filmtabletten: Eisenoxid rot (E172); 5 mg - Filmtabletten: Eisenoxid gelb (E172). ANWENDUNGSGEBIETE: Behandlung von Hypercholesterinämie: Erwachsene, Jugendliche oder Kinder ab 10 Jahren mit primärer Hypercholesterinämie (Typ IIa einschließlich heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie) oder gemischter Dyslipidämie (Typ IIb), zusätzlich zu einer Diät, wenn das Ansprechen auf eine Diät und andere nicht pharmakologische Maßnahmen (z.B. Bewegung, Gewichtsreduktion) nicht ausreichend ist. Homozygote familiäre Hypercholesterinämie zusätzlich zu einer Diät und anderen lipidsenkenden Maßnahmen (z.B. LDL-Apherese) oder wenn solche Maßnahmen nicht geeignet sind. Vorbeugung von kardiovaskulären Ereignissen: Vorbeugung von kardiovaskulären Ereignissen bei Patienten mit einem hohen Risiko für ein erstmaliges kardiovaskuläres Ereignis, in Verbindung mit der Behandlung von anderen Risikofaktoren. GEGENANZEIGEN: Crestor ist kontraindiziert: - bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Rosuvastatin oder einen der sonstigen Bestandteile, - bei Patienten mit aktiver Lebererkrankung, einschließlich einer ungeklärten andauernden Erhöhung der Serum-Transaminasen sowie jeglicher Erhöhung der Serum-Transaminasekonzentration auf mehr als das Dreifache des oberen Normalwertes (ULN), - bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Creatinine Clearance <30 ml/min), - bei Patienten mit Myopathie, - bei Patienten, die gleichzeitig Ciclosporin erhalten, - während der Schwangerschaft und Stillzeit und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine geeigneten kontrazeptiven Maßnahmen anwenden. Die 40 mg Dosis ist bei Patienten mit prädisponierenden Faktoren für Myopathie/Rhabdomyolyse kontraindiziert. Solche Faktoren beinhalten: - mäßige Nierenfunktionsstörung (Creatinine Clearance < 60 ml/min) - Hypothyreose - erbliche Muskelerkrankungen in der Eigen- / Familienanamnese - bereits in der Anamnese mit einem anderen HMG-CoA-Reduktase-Hemmer oder einem Fibrat aufgetretene muskuläre Toxizität - Alkoholmissbrauch - Situationen, in denen erhöhte Plasmakonzentrationen auftreten können - asiatische Patienten - gleichzeitige Anwendung von Fibraten. INHABER DER ZULASSUNG: AstraZeneca Österreich GmbH, Schwarzenbergplatz 7, A-1037 Wien; E-Mail: info.at@astrazeneca.com. VERSCHREIBUNGSPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand: 07/2012. Informationen zu den Abschnitten besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie den Gewöhnungseffekten sind der veröffentlichten Fachinformation (z.B. Austria Codex) zu entnehmen. Demelan 5 mg-Schmelztabletten, Demelan 10 mg-Schmelztabletten. Zusammensetzung: 1 Schmelztablette enthält 5 mg Donepezilhydrochlorid entsprechend 4,56 mg Donepezil als freie Base. Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Lactose-Monohydrat: 131,25 mg, Aspartam (E 951) 5,0 mg. 1 Schmelztablette enthält 10 mg Donepezilhydrochlorid entsprechend 9,12 mg Donepezil als freie Base. Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Lactose-Monohydrat: 262,5 mg, Aspartam (E 951) 10,0 mg. Sonstige Bestandteile: Polacrilin-Kalium, mikrokristalline Cellulose, wasserfreies Mononatriumcitrat, Croscarmellose-Natrium, hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat. Anwendungsgebiete: Demelan-Schmelztabletten sind indiziert zur symptomatischen Behandlung von leichter bis mittelschwerer Demenz vom Alzheimer-Typ. Demelan wird angewendet bei Erwachsenen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, Piperidinderivate oder einen der in sonstigen Bestandteile. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidementiva; Cholinesterase-Hemmer, Donepezil. ATC-Code: N06DA02. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 5 mg: 10, 30 Stk. 10 mg: 30 Stk. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Diabetalan 15 mg-Tabletten, Diabetalan 30 mg-Tabletten, Diabetalan 45 mg-Tabletten. Zusammensetzung: 1 Tablette enthält 15 mg, 30 mg bzw. 45 mg Pioglitazon als Hydrochlorid. Sonstige Bestandteile: Lactose-Monohydrat (36,866 mg, 73,731 mg bzw. 110,596 mg), Carmellose-Calcium, Hyprolose, Magnesiumstearat. Anwendungsgebiete: Pioglitazon ist angezeigt zur Behandlung des Typ 2 Diabetes mellitus bei Erwachsenen: als Monotherapie • bei Patienten (insbesondere übergewichtigen Patienten), die durch Diät und Bewegung unzureichend eingestellt sind und für die Metformin wegen Gegenanzeigen oder Unverträglichkeit ungeeignet ist. als orale Zweifach-Kombinationstherapie zusammen mit • Metformin bei Patienten (insbesondere übergewichtigen Patienten), deren Blutzucker trotz einer Monotherapie mit maximal verträglichen Dosen von Metformin unzureichend eingestellt ist. • einem Sulfonylharnstoff nur bei Patienten mit Metformin-Unverträglichkeit oder Patienten, bei denen Metformin kontraindiziert ist, und deren Blutzucker trotz einer Monotherapie mit maximal verträglichen Dosen eines Sulfonylharnstoffs unzureichend eingestellt ist. als orale Dreifach-Kombinationstherapie zusammen mit • Metformin und einem Sulfonylharnstoff bei Patienten (insbesondere übergewichtige Patienten), die trotz einer oralen Zweifach-Kombinationstherapie keine ausreichende Blutzuckerkontrolle erreichen. Pioglitazon ist auch angezeigt für die Kombination mit Insulin bei erwachsenen Patienten mit Typ 2 Diabetes mellitus, deren Blutzucker mit Insulin unzureichend eingestellt und bei denen Metformin aufgrund von Kontraindikationen oder Unverträglichkeit ungeeignet ist. Gegenanzeigen: Pioglitazon ist kontraindiziert bei Patienten mit • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile • Herzinsuffizienz oder Herzinsuffizienz in der Anamnese (NYHA I bis IV) • eingeschränkter Leberfunktion • diabetische Ketoazidose. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: orale blutzuckersenkende Arzneimittel, Thiazolidindione. ATC-Code: A10BG03. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 30 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Effentora 100, 200, 400, 600 und 800 Mikrogramm Buccaltabletten. Zusammensetzung: Effentora 100 Mikrogramm Buccaltabletten: Jede Buccaltablette enthält 100 Mikrogramm Fentanyl. (als Citrat). Sonstiger Bestandteil: Jede Tablette enthält 8 mg Natrium. Effentora 200 Mikrogramm Buccaltabletten: Jede Buccaltablette enthält 200 Mikrogramm Fentanyl (als Citrat). Sonstiger Bestandteil: Jede Tablette enthält 16 mg Natrium. Effentora 400 Mikrogramm Buccaltabletten: Jede Buccaltablette enthält 400 Mikrogramm Fentanyl (als Citrat). Sonstiger Bestandteil: Jede Tablette enthält 16 mg Natrium. Effentora 600 Mikrogramm Buccaltabletten: Jede Buccaltablette enthält 600 Mikrogramm Fentanyl (als Citrat). Sonstiger Bestandteil: Jede Tablette enthält 16 mg Natrium. Effentora 800 Mikrogramm Buccaltabletten: Jede Buccaltablette enthält 800 Mikrogramm Fentanyl (als Citrat). Sonstiger Bestandteil: Jede Tablette enthält 16 mg Natrium. Anwendungsgebiete: Effentora ist angezeigt für die Behandlung von Durchbruchschmerzen bei erwachsenen Krebspatienten, die bereits eine Opioid-Basistherapie gegen ihre chronischen Tumorschmerzen erhalten. Bei Durchbruchschmerzen handelt es sich um eine vorübergehende Verschlimmerung der Schmerzen, die trotz anderweitig kontrollierter Dauerschmerzen auftritt. Zu den Patienten, die eine Opioid-Basistherapie erhalten, werden diejenigen gezählt, die mindestens 60 mg orales Morphin täglich, mindestens 25 Mikrogramm transdermales Fentanyl pro Stunde, mindestens 30 mg Oxycodon täglich, mindestens 8 mg orales Hydromorphon täglich oder eine analgetisch gleichwertige Dosis eines anderen Opioids über eine Woche oder länger erhalten. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten ohne Opioid-Basistherapie, da ein erhöhtes Risiko für eine Atemdepression besteht. Schwere Atemdepression oder schwere obstruktive Lungenerkrankungen. Behandlung akuter Schmerzen, welche keine Durchbruchschmerzen darstellen (beispielsweise postoperative Schmerzen, Kopfschmerzen und Migräne). Abhängigkeit: Unter der wiederholten Anwendung von Opioiden wie Fentanyl kann sich eine Gewöhnung und physische und/oder psychische Abhängigkeit entwickeln. Allerdings ist eine iatrogen hervorgerufene Sucht nach therapeutischer Anwendung von Opioiden selten. Pharmakotherapeutische Gruppe: Analgetika; Opioide; Phenylpiperidin-Derivate; ATC-Code: N02AB03. Liste der sonstigen Bestandteile: Mannitol (Ph. Eur.), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.), Natriumhydrogencarbonat, Natriumcarbonat, Citronensäure, Magnesiumstearat (Ph. Eur.). Art und Inhalt des Behältnisses: Aluminium-laminierte Blisterpackung aus PVC / Aluminiumfolie / Polyamid/PVC mit Papier/ Polyester-Deckfolie. Die Blisterpackungen werden in Kartons zu 4 oder 28 Tabletten angeboten. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht. Inhaber der Zulassung: Cephalon Europe, Maisons-Alfort, Frankreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Suchtgift, Abgabe auf Suchtgiftrezept, apothekenpflichtig. Stand der Information: 11/2010. Weitere Hinweise zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und zutreffendenfalls Angaben über die Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Esomeprazol Genericon 20 mg magensaftresistente Tabletten: Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält 20 mg Esomeprazol (als Esomeprazol Magnesium). Sonstige Bestandteile: 14,6 mg Sucrose und 30,3 mg Lactose pro Tablette. Beschichtete Zuckerkügelchen: Zuckerkügelchen (Saccharose und Maisstärke); Ethylcellulose; Magnesiumstearat; Wirkstoffbeschichtung: Povidon K 90; Magnesiumoxid; Barrierebeschichtung: Povidon; Magnesiumoxid; Magnesiumstearat; Magensaftresistente Beschichtung: Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer-(1:1) Dispersion 30% (enthält Natriumlaurylsulfat und Polysorbat 80); Diethylphthalat; Talkum; Tablettenkern: Silicifizierte mikrokristalline Cellulose (enthält mikrokristalline Cellulose und Siliciumdioxid); Starlac (enthält Lactose Monohydrat und Maisstärke); Copovidon K 28; Macrogol 8000; Crospovidon; Siliciumdioxid; Magnesiumstearat; Filmüberzug: Hypromellose; Macrogol 8000; Talkum; Titandioxid (E 171); Siliciumdioxid; Eisenoxid, rot (E 172); Bedruckung: Opacode S-1-17823 schwarz (enthält Propylenglycol, Eisenoxid schwarz (E 172), Schellack). Esomeprazol Genericon 40 mg magensaftresistente Tabletten: Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält 40 mg Esomeprazol (als Esomeprazol Magnesium). Sonstige Bestandteile: 29,3 mg Sucrose und 60,6 mg Lactose pro Tablette. Beschichtete Zuckerkügelchen: Zuckerkügelchen (Saccharose und Maisstärke); Ethylcellulose; Magnesiumstearat; Wirkstoffbeschichtung: Povidon K 90; Magnesiumoxid; Barrierebeschichtung: Povidon; Magnesiumoxid; Magnesiumstearat; Magensaftresistente Beschichtung: Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer-(1:1) Dispersion 30% (enthält Natriumlaurylsulfat und Polysorbat 80); Diethylphthalat; Talkum; Tablettenkern: Silicifizierte mikrokristalline Cellulose (enthält mikrokristalline Cellulose und Siliciumdioxid); Starlac (enthält Lactose Monohydrat und Maisstärke); Copovidon K 28; Macrogol 8000; Crospovidon; Siliciumdioxid; Magnesiumstearat; Filmüberzug: Hypromellose; Macrogol 8000; Talkum; Titandioxid (E 171); Siliciumdioxid; Eisenoxid, rot (E 172); Bedruckung: Opacode S-1-17823 schwarz (enthält Propylenglycol, Eisenoxid schwarz (E 172), Schellack). Anwendungsgebiete: Esomeprazol Genericon magensaftresistente Tabletten sind angezeigt bei: Erwachsene: Gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD): Behandlung der erosiven Refluxösophagitis; Langzeitbehandlung zur Rezidivprophylaxe bei Patienten mit geheilter Ösophagitis; Symptomatische Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD). In Kombination mit einer geeigneten Antibiotikatherapie zur Eradikation des Helicobacter pylori und: Heilung des Helicobacter pylori assoziierten Ulcus duodeni; Vorbeugung des Wiederauftretens eines peptischem Ulcus bei Patienten mit Helicobacter pylori assoziiertem Ulcus. Patienten, die eine NSAR-Langzeit-Therapie benötigen: Heilung von Ulcus ventriculi im Zusammenhang mit NSAR-Therapie; Vorbeugung von Ulcus ventriculi und Ulcus duodeni im Zusammenhang mit NSAR-Therapie bei Risikopatienten; Weiterführende Behandlung nach erfolgter i.v. Behandlung zur Vermeidung wieder auftretender Blutungen bei einem peptischen Ulcus; Behandlung des Zollinger Ellison Syndroms. Jugendliche ab 12 Jahren: Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD): Behandlung der erosiven Refluxösophagitis; Langzeitbehandlung zur Rezidivprophylaxe bei Patienten mit geheilter Ösophagitis; Symptomatische Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD). In Kombination mit Antibiotika zur Behandlung von Zwölffingerdarmgeschwüren, die durch Helicobacter pylori vorgerufen wurden. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Esomeprazol, substituierte Benzimidazole oder einen der sonstigen Bestandteile. Esomeprazol darf nicht zusammen mit Nelfinavir angewendet werden (siehe Abschnitt 4.5). Pharmakotherapeutische Gruppe: Protonenpumpenhemmer. ATC-Code: A02B C05. Esomeprazol Genericon 20 mg magensaftresistente Tabletten, OP zu 7, 14 und 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig, Esomeprazol Genericon 40 mg magensaftresistente Tabletten, OP zu 14 und 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, E-Mail: genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Inkontan Filmtabletten. Zulassungsinhaber: Pharm. Fabrik Montavit Ges.m.b.H., 6060 Absam/Tirol. Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 15 mg Trospiumchlorid (1 Filmtablette enthält 30 mg Trospiumchlorid). Hilfsstoffe: Titandioxid, mikrokristalline Zellulose, Methylhydroxypropylcellulose, Lactose, Maisstärke, Natrium-Stärkeglykolat, Polyvidon K25, hochdisperses Siliziumdioxid, Stearinsäure. Anwendungsgebiete: Zur Behandlung der Detrusorinstabilität oder Detrusorhyperreflexie mit den Symptomen häufiges Harnlassen, Harndrang und unfreiwilliger Harnabgang mit oder ohne Harndrang. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen einen Bestandteil des Präparates, Harnverhaltung, Engwinkelglaukom, Tachyarrhythmien, Myasthenia gravis, schwere Colitis ulcerosa, toxisches Megacolon, dialysepflichtige Niereninsuffizienz (Kreatininclearance unter 10ml/min/1,73 m²), Kinder unter 12 Jahre. Abgabe: Rezept- und apothekenpflichtig. ATC-Code: G04BD. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. IXEL 25 mg und 50 mg – Kapseln. Zusammensetzung: Jede Hartkapsel enthält 25 mg bzw. 50 mg Milnacipran-Hydrochlorid, entsprechend 21,77 mg bzw. 43,55 mg Milnacipran freie Base. Hilfsstoffe: Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat, Carmellose-Calcium, Povidon K 30, wasserfreies hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, Talkum; Kapselhülle 25 mg: Oberteil und Unterteil (rosa): Titandioxid (E 171), rotes Eisenoxid (E 172), gelbes Eisenoxid (E 172), Gelatine; Kapselhülle 50 mg: Oberteil (rosa): Titandioxid (E 171), rotes Eisenoxid (E 172), gelbes Eisenoxid (E 172), Gelatine; Unterteil (rostfarben): Titandioxid (E 171), rotes Eisenoxid (E 172), gelbes Eisenoxid (E 172), Gelatine. Anwendungsgebiete: Behandlung von depressiven Episoden („Major Depression“) bei Erwachsenen. Gegenanzeigen: Dieses Medikament darf in folgenden Fällen nicht eingesetzt werden: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; in Verbindung mit nichtselektiven MAO-Hemmern, selektiven MAO-B-Hemmern, Digitalis und 5-HT1D-Agonisten (Sumatriptan …); in der Stillperiode. Dieses Medikament darf in folgenden Fällen im Allgemeinen nicht eingesetzt werden: in Verbindung mit parenteralem Adrenalin und Noradrenalin, Clonidin und verwandten Stoffen und selektiven MAO-A-Hemmern; bei Prostatahypertrophie und anderen urogenitalen Störungen. Warnhinweis: Milnacipran sollte nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden. Die Informationen bez. Warnhinweisen, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sowie Gewöhnungseffekten sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Abgabe: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. ATC-Klasse: N06AX17. Zulassungsinhaber: Pierre Fabre Medicament, Boulogne, Frankreich; Vertrieb: Germania Pharmazeutika GesmbH, 1150 Wien. Nomexor plus HCT 5 mg / 12,5 mg Filmtabletten, Nomexor plus HCT 5 mg / 25 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette Nomexor plus HCT enthält 5 mg Nebivolol (als Nebivololhydrochlorid: 2,5 mg SRRR-Nebivolol oder d-Nebivolol und 2,5 mg RSSS-Nebivolol oder l-Nebivolol) und 12,5 mg bzw. 25 mg Hydrochlorothiazid. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Polysorbat 80 (E433), Hypromellose (E464), Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Croscarmellose-Natrium (E468), mikrokristalline Cellulose (E460), hochdisperses Siliciumdioxid, (E551), Magnesiumstearat (E572). Überzug: Hypromellose (E464), mikrokristalline Cellulose (E460), Macrogolstearat (40) Typ I, Titandioxid (E171), Carmine (Carminsäurealuminiumlack, E120). Anwendungsgebiete: Behandlung von essentieller Hypertonie. Nomexor plus HCT 5 mg/12,5 mg bzw. Nomexor plus HCT 5 mg/25 mg als fixe Dosiskombination ist indiziert bei Patienten, deren Blutdruck durch gleichzeitige Gabe von Nebivolol 5 mg und Hydrochlorothiazid 12,5 mg bzw. 25 mg hinreichend kontrolliert ist. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile, Überempfindlichkeit gegenüber anderen Sulfonamidderivaten (insofern, als Hydrochlorothiazid ein von Sulfonamid abgeleiteter Arzneistoff ist), Leberinsuffizienz oder Leberfunktionsstörungen, Anurie, schwere renale Insuffizienz (Kreatinin Clearance < 30 ml/min.), Akute Herzinsuffizienz, kardiogener Schock oder Episoden von dekompensierter Herzinsuffizienz, die einer intravenösen inotropen Therapie bedürfen, SickSinus-Syndrom (Syndrom des kranken Sinusknotens), inklusive sinuatrialer Block, AV-Block zweiten oder dritten Grades (ohne Herzschrittmacher), Bradykardie (Herzfrequenz unter 60/Minute vor Beginn der Therapie), Hypotonie (systolischer Blutdruck < 90 mm Hg), schwere periphere Durchblutungsstörungen, Krankenverlauf mit Bronchospasmen und Bronchialasthma, Unbehandeltes Phäochromozytom, Metabolische Azidose, Refraktorische Hypokaliämie, Hyperkalzämie, Hyponatriämie und symptomatische Hyperuricämie. Pharmakotherapeutische Gruppe: Selektiver Beta-Rezeptorenblocker und Thiazide, ATC-Code: C07BB. Inhaber der Zulassung: Menarini International Operations Luxembourg S.A., 1, Avenue de la Gare, L-1611 Luxemburg. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu den Abschnitten Dosierung, Art und Dauer der Anwendung, Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit sowie Unerwünschte Wirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Stand der Information: Jänner 2011. Quetialan® XR 50 mg-Retardtabletten, Quetialan® XR 200 mg-Retardtabletten, Quetialan® XR 300 mg-Retardtabletten, Quetialan® XR 400 mg-Retardtabletten. Zusammensetzung: 1 Retardtablette enthält 50/200/300/400mg Quetiapin (als Quetiapinfumarat). Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: 50/200/300/400mg: Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, leichtes Magnesiumoxid, Carrageen (E 407), Povidon K 30, Magnesiumstearat. Tablettenüberzug: 50mg: Carrageen (E 407), Titandioxid (E 171), Macrogol 400, Eisenoxid Gelb (E 172), Eisenoxid Rot (E 172). 200/300mg: Carrageen (E 407), Titandioxid (E 171), Macrogol 400, Eisenoxid Gelb (E 172). 400mg: Carrageen (E 407), Titandioxid (E 171), Macrogol 400. Anwendungsgebiete: Quetialan® XR wird verwendet zur • Behandlung der Schizophrenie, einschließlich der Rückfallprävention bei mit Quetialan® XR stabil eingestellten Patienten • Behandlung der bipolaren Erkrankung (zur Behandlung von mittelgradigen bis schweren manischen Episoden innerhalb der bipolaren Erkrankung, zur Behandlung von Episoden der Major Depression innerhalb der bipolaren Erkrankung, zur Rückfallprävention bei bipolaren Patienten, die in der manischen oder depressiven Episode auf die Quetiapin-Behandlung angesprochen haben). • Behandlung depressiver Episoden (Episoden einer Major Depression) als Zusatztherapie bei Patienten, die unzureichend auf die Monotherapie mit einem Antidepressivum angesprochen haben. Vor Beginn der Behandlung sollte der behandelnde Arzt das Sicherheitsprofil von Quetialan® XR beachten. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels. Die gleichzeitige Anwendung von Cytochrom P450 3A4-Hemmern wie HIV-Proteasehemmern, Antimykotika vom Azoltyp, Erythromycin, Clarithromycin und Nefazodon ist kontraindiziert. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsychotika, Diazepine, Oxazepine und Thiazepine, Quetiapin. ATC-Code: N05A H04. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Packungsgrößen: 50mg und 200mg: 10, 30 Stück, 300 und 400mg: 10, 60 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen!


Politik & Praxisführung

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 48  •  28. November 2012

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Pläne der Innenministerin zur Substitutionstherapie

Ärzte stellen sich NS-Vergangenheit

Protest der Fachgesellschaft

„Ärztinnen und Ärzte in Österreich 1938–1945 – Entrechtung, Vertreibung, Ermordung“ heißt das Projekt der beiden Rechtshis­ torikerinnen Ilse Reiter-Zatloukal und Barbara Sauer. „Mastermind“ des Ärzteprojekts ist der 1939 aus Wien vertriebene und jetzt in Tel Aviv tätige Zahnarzt Haim Galon. Die Studie wird sich auf ganz Österreich erstrecken und ist auf vier Jahre projektiert. Zentrale Zielsetzung des Projekts ist ein repräsentatives Gedenkbuch mit Aufsätzen namhafter Wissenschafter und den Biografien von durch das NS-Regime verfolgten Ärztinnen und Ärzten im Umfang von rund 800 Seiten. Das Buch soll rechtzeitig zum 125-jährigen Bestehen der Wiener Ärztekammer fertiggestellt sein. Derzeit wird nach noch lebenden Zeitzeugen und Angehörigen gesucht. Zu vom Nationalsozialismus verfolgten österreichischen

WIEN – Das Innenministerium präsentierte vor Kurzem ein Fünf-Punkte-Programm gegen die Drogensucht (siehe MT 47/Seite 2). Die Strategie beinhaltet eine Abkehr von der Substitutionsbehandlung. Dies ruft nun erwartungsgemäß heftigen Widerstand der Österreichischen Gesellschaft für arzneimittelgestützte Behandlung von Suchtkrankheit (ÖGABS) hervor.

Ärzten liegen bisher nur wenige Publikationen vor. Im Rahmen des Projekts sollen insbesondere der Entzug der Approbation und der Kassenzulassung sowie der Status der sogenannten Krankenbehandler (jüdische Ärztinnen und Ärzte, die für die Behandlung von Juden zugelassen wurden) erfasst werden.

Schicksale erfasst Eingehende biografische Untersuchungen sind geplant, um die jeweiligen Lebenswege möglichst vollständig nachzeichnen zu können. Diese fokussieren einerseits auf den beruflichen Werdegang, andererseits auf das persönliche Schicksal von Ärzten nach dem „Anschluss“. Für Ärztekammer-Präsident Dr. Thomas Szekeres ist es wichtig, dass sämtliche Ärztinnen und Ärzte erfasst werden, denen die Approbation entzogen wurde, „sei es aus rassischen, politischen oder sonstigen NS-spezifischen Gründen“. Die Kammer stelle sich dabei der eigenen Geschichte und wolle so „einen wichtigen Beitrag leisten, der uns allen als Mahnung und Auftrag gleichermaßen gelten soll“. Die Ärztekammern für das Burgenland und Tirol unterstützen das Projekt ebenfalls. red

Die ÖGABS mit Vorsitzendem Dr. Hans Haltmayer reagierte mit einer Aussendung auf die Pläne des Innenministeriums, die Substitutionstherapie zugunsten von frühen psychosozialen Maßnahmen in den Hintergrund zu drängen. Sie sieht dadurch das in der WHO-Verfassung verankerte Recht jedes Menschen auf den bestmöglichen Gesundheitszustand verletzt. Schon die WHOEmpfehlungen von 2009 würden die Substitutionsbehandlung als die „effektivste Behandlungsform bei Opiatabhängigkeit“ benennen. „Verglichen mit der Entzugsbehandlung oder gar keiner Behand-

Treffen Sie nun effektiver die Lipidziele Ihrer Patienten mit dem

MARKENGENERIKUM!

Heilmasseure ab 2013 USt-befreit

Steuertipp zur freiberuflichen Berufsausübung berechtigt. Die Behandlung eines Heilmasseurs ist eine therapeutische Tätigkeit, die ausschließlich auf ärztliche Anordnung erfolgen darf. Er muss einen Qualifikationsnachweis erbringen oder eine Berechtigung zur Ausübung des physiotherapeutischen Dienstes haben. Ab 2013 werden die Umsätze von

Viele Risikopatienten nicht im LDL-Cholesterin-Zielbereich

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Seit 2002 gibt es aufgrund des „Medizinischer Masseur- und Heilmasseurgesetzes“ (MMHmG) eine Regelung für die Berufe und die Ausbildung des medizinischen Masseurs und des Heilmasseurs. Im Unterschied zum medizinischen Masseur ist nur der Heilmasseur

Heilmasseuren von der Umsatzsteuer befreit, wenn diese Leistungen eine Heilbehandlung im Bereich der Humanmedizin darstellen. Ein Heilmasseur führt eigenverantwortlich folgende Tätigkeiten aus: u klassische Massage u Packungsanwendungen u Thermotherapie u Ultraschalltherapie u Spezialmassagen Der gewerbliche Masseur bleibt hingegen weiterhin umsatzsteuerpflichtig. Mag. Wolfgang Leonhart Leonhart + Leonhart – Steuerbe­ ratung für Ärzte 1070 Wien, Mariahilferstr. 74a Tel.: 01/523 17 68 www.leonhart.at

Tipp: Am 30.11.2012 findet an der Universität Zahnklinik Wien die Jubiläumsveranstaltung zu 35 Jahren Substitutionstherapie statt. www.oegabs.at

Entscheidend ist die Zielwert – Erreichung

Mit Qualifikationsnachweis

WIEN – Ärzte sind mit ihren Umsätzen aus ärztlicher Heilbehandlung von der Umsatzsteuer befreit. Dies gilt ebenso für die Tätigkeit der Physiotherapeuten und ab 2013 auch für Heilmasseure.

lung reduziert die Methadon-Behandlung signifikant den Konsum von Opiaten und anderen Drogen, die kriminelle Aktivität, die HIVAnsteckungsrate, die Überdosierungsrate und die Gesamtsterblichkeit“, heißt es unter anderem in diesem Bericht. Die medizinische Behandlung opiatabhängiger Menschen in einem Substitutionsprogramm – wie sie auch in Öster­reich durchgeführt wird – entspräche internationalen Standards. Bei der Substitutionsbehandlung würde es sich um eine seit vielen Jahren erprobte, wissenschaftlich sehr gut belegte Behandlungsform handeln, die als Therapie der Wahl bei Opiatabhängigkeit gelte. Die ÖGABS warnt daher davor, in eine „eindimensionale repressive Sichtweise“ von Suchterkrankungen zurück-

zufallen. Sucht sei als eine schwere, meist chronisch verlaufende Erkrankung mit einer hohen Sterblichkeitsrate zu sehen. Wie bei anderen chronischen Erkrankungen sei eine Heilung in den meisten Fällen nicht möglich. Durch eine angepasste, bis hin zu lebenslangen Therapie könne nachweislich das Risiko körperlicher, psychischer und soziale Folgen reduziert, die soziale Integration gefördert und die hohe Sterblichkeit gesenkt werden. So hebe etwa der aktuelle Drogenbericht der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle EBDD den positiven Einfluss der Substitutionstherapie auf die Abnahme von Todesfällen in Zusammenhang mit dem Gebrauch von illegalen Drogen hervor. Die Forderung der Innenminis­ terin nach einer Abkehr von der Substitutionstherapie wird von der ÖGABS daher entschieden abgelehnt. Diese sei eine Einmischung in medizinische Standards, die unzulässig wären und in anderen Bereichen der Medizin unvorstellbar. red

Kardiovaskuläre Erkrankungen tragen wesentlich zur Morbidität und Mortalität in Europa bei. Aufgrund seiner hohen Assoziation mit der kardiovaskulären Mortalität gilt die Reduktion des Low Density Lipoprotein-Cholesterins (LDL-C) als primäres Ziel der lipidsenkenden Therapie. In 20 österreichischen Abteilungen für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Kardiologie oder Diabetes/Stoffwechselerkrankungen wurden zwischen Juli 2006 und Februar 2007 Lipidprofile und Therapiestatus von Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko erfasst und in Bezug auf eine lipidsenkende Therapie nachbeobachtet. Von 9.152 Patienten wiesen 6.838 ein sehr hohes Risiko (Risikogruppe 1) mit einem LDL-C von 99 ± 38 mg/dl und 2.314 ein hohes kardiovaskuläres Risiko (Risikogruppe 2) mit einem LDL-C von 108 ± 39 mg/dl auf. Von den 4.886 Statin-behandelten Patienten erreichten 48% nicht das Therapieziel für Risikogruppe 1 (LDL-C < 70 mg/dl) bzw. für Risikogruppe 2 (LDL-C < 100 mg/dl). Dennoch wurde bei 68% dieser Patienten die Therapie nicht adaptiert. In der Gruppe der 4.266 medikamentös nicht vorbehandelten Patienten

verfehlten 62% ihr LDL-C-Ziel, wobei 1.555 dieser Patienten (58%) trotz Betreuung in einem Zentrum weiterhin unbehandelt blieben. Angesichts einheitlicher nationaler und internationaler Leitlinien bestehen für die klinische Praxis in Österreich weiterhin große Möglichkeiten zur Intensivierung der LDL-C-Senkung zur Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse bei Risikopatienten.1

In einer Dosis – Wirkungsstudie konnte gezeigt werden, dass Atorvastatin zu einer Erniedrigung der Konzentration von LDL-Cholesterin bis -61% führt.3

NEU ab 1. November 2012! ATORVALAN ® – Filmtabletten sind LAKTOSEFREI und ZUCKERFREI und können ab 1. November 2012 IND – befreit aus der Grünen Box verordnet werden. Die TEILBARKEIT der ATORVALAN ® – Filmtabletten* ermöglicht erstmals eine besonders ökonomische Verfügbarkeit dieses hochpotenten Cholesterinsenkers. Quellen: 1

Unter Atorvastatin-Behandlung treffen 97% der Risikopatienten in das Lipidziel (LDL < 100mg/dl)²

Atorvastatin senkt die LDLProduktion und die Anzahl von LDL-Teilchen. Atorvastatin bewirkt einen tiefgreifenden und langanhaltenden Anstieg der LDL Rezeptor-Aktivität, verbunden mit einer günstigen Veränderung in der Qualität der zirkulierenden LDL-Partikel.

 oden M. et al., Wien Klin Wochenschr R 2008; 120:558-565 2 Woisetschläger C. Journal für Kardiologie – Austrian Journal of Cardiology 2004; 11 (1-2), 49 3 Atorvalan® - Fachinformationen (Stand April 2012) * Atorvalan® 20mg, 40mg, 80mg Filmtabletten

Weitere Informationen: Dr. med. Hugo Leodolter G.L. Pharma GmbH Arnethg. 3, 1160 Wien Tel.: 01/485 35 05-170 Fax: 01/485 35 05-393 E-Mail: hugo.leodolter@gl-pharma.at

Fachkurzinformation auf Seite 28

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WIEN – Die Wiener Ärztekammer fördert ein Projekt des Instituts für Rechts- und Verfassungsgeschichte der Universität Wien zum Schicksal von Ärzten in der NS-Zeit. Gesucht werden Zeitzeugen.

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Projekt gestartet


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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 48  •  28. November 2012

Orbita zugeschwollen? Stirnabszess kurz vorm Durchbruch ins Gehirn?

Sinusitis-Komplikation im Keim ersticken marburg – Eine einfache akute Rhinosinusitis klingt meist innerhalb kurzer Zeit wieder ab. Trotzdem sollte man genau ­hinschauen. Denn es kann vorkommen, dass die Infektion auf die Knochen oder sogar das Gehirn übergreift.

Orbitale Komplikationen: Hier hat die Sinusitis auf die linke Orbita übergegriffen und ein Ödem verursacht (linkes Foto). Schwellung auf der Stirn: Bei diesem 16-jäh­ rigen Teenager führte die akute Sinusitis frontalis zu einem Abszess (rechtes Foto). Fotos: Prof. Dr. Rainer Weber, Klinik für Hals-, Nasen-, und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Marburg

Purulente Sekretion, Husten, Schmerzen und eventuell behinderte Nasenatmung – das sind die typischen Symptome einer akuten Rhinosinusitis beim Kind. Eine besonders schwere Erkrankung in den ersten drei Tagen, undulierender Verlauf und Persistenz über zehn Tage sprechen dabei für eine bakterielle Infektion, erklärte Prof. Dr. Rainer Weber von der Marburger Universitätsklinik für Hals-NasenOhrenheilkunde auf dem 2. KinderHNO-Tag des Universitätsklinikums Gießen und Marburg. Meist genügen Nasenspülungen, topische Steroide sowie eventuell Vasokonstringenzien und Antibiotika, um die Entzündung rasch zum Abklingen zu bringen. Trotzdem muss man die Rhinosinusitis ernst nehmen, weil die Komplikationen

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gefährlich werden können. Rötung, Schwellung, lokaler Druckschmerz und Pseudoexophthalmus sprechen für ein Orbitaödem bzw. eine Periostitis. In diesen Fällen muss sofort mit einer i.v.-Antibiotikagabe (z.B. Cefuroxim alle vier Stunden) begonnen werden, betonte der HNO-Arzt. Oft kommt es darunter schon nach einem Tag zur rapiden Besserung, die Therapie sollte dennoch über mehrere Tage fortgesetzt werden. Bei Nichtansprechen innerhalb von zwei Tagen wird eine Operation nötig.

Bei Abszess Drainage und Antibiotika i.v. Doppelbilder, Exophthalmus und Bulbusdeviation sind bei akuter Pansinusitis Zeichen für einen subperiostalen Abszess. Abhilfe

schafft die endoskopische endonasale Drainierung, begleitet von intravenösen Antibiotika. Von systemischer Kortikoidgabe riet Prof. Weber eher ab. Eine Orbitaphlegmone äußert sich durch Exophthalmus, Visusminderung, schmerzhafte Fixierung des Bulbus und eventuell Chemosis. Therapiert wird mittels endoskopischer Periorbitaschlitzung, Antibiotika und möglicherweise Steroiden. Ohne raschem Eingreifen droht die Erblindung. Weitere mögliche Komplikationen der akuten Nasennebenhöhlenentzündung sind Orbitaabszess oder Sinus-cavernosus-Thrombose. Und besonders die Sinusitis frontalis hat die Tendenz, nach hinten ins Gehirn durchzubrechen, warnte der Kollege. abr

Fibromyalgie

Karotissinus-Reiz lindert Schmerz

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Fachkurzinformation auf Seite 28

MARBURG – Die Reizung der Barorezeptoren am Karotissinus scheint eine neue therapeutische Strategie für Patienten mit Fibromyalgie­ schmerz zu sein. Der Blutdruck beeinflusst die Schmerzwahrnehmung von Fibromyalgie-Patienten. Ein erhöhter Blutdruck – der Stimulus für die Barorezeptoren im Karotissinus – korreliert bei chronisch muskulo­ skelettalen Schmerzen positiv mit der Schmerzintensität. „Das Herz beeinflusst den Schmerz“, schreibt Prof. Dr. Kati Thieme vom Institut für medizinische Psychologie der Universität Marburg.

Sind Barorezeptoren der Schlüssel? Die Schmerzforscherin nennt Faktoren, wie eine verminderte Barorezeptorsensitivität (BRS) oder Beeinträchtigungen der absteigenden schmerzinhibitorischen Bahn, die hierbei eine Rolle spielen können. Entscheidend beeinflusst wird die Schmerzsensitivität offenbar vom Zeitpunkt der Herzaktion, also den Druckveränderungen, wie sie Systole und Diastole mit sich bringen. Aus früheren Studien war bereits hervorgegangen, dass die elektrische Stimulation der Barorezeptoren am Karotissinus während der Systole das Schmerzempfinden verringert. Das Team um Prof. Thieme setzte während eines Forschungsaufenthaltes in North Carolina erstmals ein speziell ent-

wickeltes „Sensory Pain“-Protokoll ein, das schmerzfreie (sensorische) mit schmerzhaften Vibrationsreizen kombiniert.

Vibration erhöht die Toleranzschwelle An der Studie nahmen gesunde Kontrollpersonen teil und Patientinnen, die im Mittel bereits zwölf Jahre an Fibromyalgie litten. Die Barorezeptorsensitivität fiel zu Beginn der Studie bei den Erkrankten im Vergleich zu gesunden Probanden deutlich niedriger aus. Man applizierte die Vibrationsreize in Abhängigkeit vom kardialen Zyklus. Die Fibromyalgie-Patienten wiesen eine hochsignifikante Steigerung der Schmerz- und Toleranzschwelle auf, die Behandelten hatten messbar weniger Schmerzen.

Bisher 15 Monate schmerzfrei Die Resultate sprechen dafür, dass durch sensorisch-schmerzhafte Reizung der Barorezeptoren am Karotissinus eine langjährige Fibromyalgie gemildert werden kann, schreibt die Marburger Wissenschaftlerin in der Zeitschrift „Schmerzmedizin“. Dies bestätigte die Forscherin inzwischen mit einer Pilotstudie. Bei sechs Patientinnen, die eine operante Schmerztherapie plus „Sensory Pain“-Protokoll erhalten hatten, ließ sich Schmerzfreiheit erzielen – und zwar dauerhaft über einen bisherigen Beobachtungszeitraum von 15 Monaten. SD Kati Thieme, Schmerzmedizin 2012; 28/3: 6–7


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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 48  •  28. November 2012

Medizin und ich von A bis Z

Fasten-Detox-Spätherbst

S

Kolumne

o wie Ostern die Fastenzeit hat Weihnachten den Advent als Vorlauf. Eine Zeit der Ruhe, der Besinnung und, wenn man möchte, auch des Fas­ tens. Aber wenn man sich den Advent mal realistisch ansieht, dann ist da nicht nur keine Stille, sondern auch ganz sicher kein Fasten.

mer so heiß, danach hab ich mir das Knie demoliert und dann und dann. Dazu muss man sagen, dass ich nicht zur idealen Zielgruppe für ein Fitnesstudio gehöre. Ich bin jemand, der keine Menschen auf zu engem Raum um sich mag und sie noch weniger riechen möchte und der außerdem bei fast jedem Wetter raus und an die frische Luft will. Ideal also fürs Studio. Zumal ich durch zwei bis drei Abende Karate pro Woche eh mehr an Turnsäle gefesselt bin, als mir lieb ist. Aber ich schweife ab. Also zurück zum Fasten-Detox-Sportherbst.

Jede auch noch so kleine Magenfalte wird ganz gewiss mit irgendwelchen Vanillekipferln ausgestopft und dann mit Punsch oder Glühwein überschwemmt. Dazu kommen dann noch alle Futterorgien, die unter dem Namen Weihnachtsfeier auf unseren Stoffwechsel losgelassen werden. Bis zum krönenden Familienessen mit oder ohne Weihnachtsgans oder Karpfen hat man meist schon den Intake des Jahresfettbedarfs geschafft. Obwohl es bei uns Biohuhn statt Gans oder Karpfen gibt, hat es die stillste Zeit im Jahr doch in sich. Zum einen sind wir meist in diesen Tagen vor Weihnachten auf Urlaub. Und natürlich geht man da gut essen. Und natürlich verwenden Tiroler Landgasthäuser ja fast überhaupt kein Fett zum Kochen. Zum anderen kann ich den Keksen, liebevoll gebacken nach uraltem Familienrezept meiner Oma, einfach keinen ernsthaften Widerstand entgegensetzen. Also kann man das Fas­ten gleich einmal vergessen. Deshalb hatte ich die großartige Idee, den November zum Monat der alimentären Enthaltsamkeiten und sportlichen Höchstleistungen zu ernennen. Und ein bisschen Detox für die Leber kann ja trotz perfekter Leberwerte sicher auch nicht falsch sein. Ein intensiviertes Sportprogramm vor Beginn der Schisaison empfiehlt sich sowieso. Noch viel mehr, wenn man sich im Sommer

Foto: Furgler

V wie Vorsätze

Herbstliche Infekte

von Dr. Ulrike Stelzl, Kassenärztin für Allgemeinmedizin in Graz

im Karate das Knie demoliert hat und das blöde Ding immer noch instabil vor sich hin stakst. Also betrachte ich meinen Zehnerblock fürs Fitnessstudio, den mir voriges Jahr zu Weihnachten eine Freundin in liebevoller Intention geschenkt hatte. Seitdem drückt das Ding auf mein Gewissen wie ein Mühlstein. Zuerst konnte ich nicht hingehen, denn da war ich den ganzen Winter krank, dann war’s im Som-

Alle Jahre wieder kommt … ja Weihnachten auch, aber davor wie das Amen im Gebet die herbstwinterliche Infektsaison. Und so auch heuer. Ende September kam die erste Verkühlung, anschließend gleich der erste Dünnpfiffvirus, übergehend in eine kleine Pharyngitis, deren Kindeskinder ich jetzt immer noch bebrüte. Nichts davon war so gravierend, dass es mich vom Arbeiten abgehalten hätte, aber es hat mir meine sportlichen Anfälle gründlich versaut. Walken,

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GELBE

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01.11.2012

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Stretching und Qigong. Mehr war nicht drin. Der Muskelaufbau lässt zu wünschen übrig und das Knie schlottert immer noch irgendwie ganz unheimlich.

Nicht an diesem Tag Also wenigstens Fasten und Detox. Im Kühlschrank stapeln sich Gemüse, Magertopfen und der 0,1-%-Landfrischkäse. Mit schmackhaften Kräutern. Wässrige Gemüsesuppen mit einem Tröpfchen Öl und schmackhafte Kompotte stünden am Speiseplan. Roh kann man das Zeug bei den herrschenden Temperaturen und bei grauem Regenwetter ja wirklich nicht verdrücken. Eigentlich wollte ich ja schon vorige Woche anfangen. Ging aus verschiedenen Gründen nicht. Also war fix geplant, heute zu beginnen. Aber der Tag war so schlimm! Heute hat wirklich in der Ordi fast jeder Zweite losgeheult, und der Rest hatte hypertensive Anfälle und unklare ta-

chykarde Zustände. Irgendwann geht alles vorüber, auch dieser Arbeitstag. Daheim angekommen, begebe ich mich voller guter Vorsätze in die Küche, um ein Gurkensüppchen zuzubereiten. Als ich die grünen Dinger sehe, fange ich auch an zu weinen. Und ich merk, ich krieg die Krise, nicht die hypertensive, aber die Krise. Nein, ich kann nicht, ich will nicht. Und alles andere, was ich heute noch tun sollte – angefangen von Buchhaltung über Badezimmerputzen –, will ich auch nicht. Also beginne ich, in der Küche zu werken. Und Lage für Lage entsteht eine wunderschöne, duftende Lasagne. Während der schier ewigen Zubereitungszeit vergesse ich all den Wahnsinn aus der Ordi, und der angenehme Duft aus dem Backrohr vertreibt alle Gedanken an Erschöpfung, so wie es die Gurkensuppe niemals gekonnt hätte. Und na ja, wer weiß – vielleicht braucht meine Leber auch ja gar kein Detox …

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Großmutter

Not, Misere

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23.10.2012 14:21:53

Wertvermehrung

Mutter des Horus

Knorpel im Kniegelenk

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österr. Grafiker (Alfred) † 1959

Beinkleider

junges Militärpferd

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italien. Pressedienst (Abk.)

Wanderpause

2

brit. Physiologe/ Nobelpr. 1932

Abk.: Rechnung Gegenmuskel zum Beuger

svd2011.4-55

2

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Abk.: französisch

WolgaZufluss Österr. Rundfunk (Kurzf.)

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Abk.: Tetanus

vermuten

Abk.: SchauRechnungs- spielernummer aufgabe

Gerbsäure

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Hast, überstürztes Drängen

mit Bäumen eingefasste Straße

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Fechtwaffe

ugs.: den Straßenbelag erneuern

einreiben

zielgerichtet Handelnder

AggregatEpizustand Initialen demie des Laudas Wassers

persönl. Bruder Fürwort, des Ro3. Person Singular mulus

kurze Hose (engl.)

Abk.: Tagesmaximaldosis Abk.: Seemeile

engl.: Guthaben

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früherer südafrik. Präsident (Nelson)

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mehrsätziges Tonstück

kretischer Sagenkönig

ein Bindewort

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Teil des Rückenskeletts

Wiener Zitherspieler † 1985

Gebirgsfluss und Ort in Kärnten

früheres öffentliches Gebäude

Abk.: Berufsschullehrer

Abk.: Broteinheit

nicht anziehend

Pflanze mit Körper- immunstimulierender teil Wirkung Dateneingabe in den Computer

Liege ohne Rückenlehne

Fehlgeburt

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MT-Rätsel Das Buch „Rechtsgrundlagen der Allgemeinmedizin“ (Verlagshaus der Ärzte 2012, ISBN 9783-99052-022-2) von Dr. Thomas Holzgruber, Dr. Jutta Frohner und Mag. Manuela Mangi ist ein komprimierter Ratgeber für jeden Allgemeinmediziner, der sich rasch und ohne Juristenlatein über alle wichtigen ihn betreffenden Rechtsvorschriften informieren will. Eine praxisorientierte und gut strukturierte Themenhierarchie erleichtert die Orientierung und das rasche Auffinden relevanter Inhalte. Schicken Sie das Lösungswort per E-Mail (sekretariat@medical-tribune.at) oder per Fax (01/ 54600-50-623) bis 9.12. an die Redak­tion und gewinnen Sie dieses Buch. Das Lösungswort aus MT 47 lautet „RETINOPATHIE“


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Plattform Geriatrie 44. Jahrgang  •  Nr. 48  •  28. November 2012

 Plattform Geriatrie

Foto: PrintingSociety / Fotolia.com

Medical Tribune wendet sich verstärkt der Geriatrie zu: Mit der „Plattform Geriat­ rie“ widmet sie dem Thema viermal im Jahr einen eigenen Schwerpunkt. Damit sollen die Inhalte eines immer wichtiger werdenden multidisziplinären Fachgebietes einer breiten Le­ serschaft zugänglich gemacht werden. Als spezielles Service werden etwa praxisrelevante Themen aus dem Diplomlehr­ gang Geriatrie der ÖÄK für Sie aufbereitet.

Konflikte von und mit älteren Menschen im Gesundheitswesen

Neues Feld „Elder Mediation“ WIEN – Zur Bearbeitung und Lösung von Konflikten und zur Entscheidungsfindung rund um die Lebensgestaltung im Alter wurde „Elder Mediation“ als spezialisierte Form der Mediation entwickelt. Bei einer ersten Fachtagung zum Thema in Wien diskutierten Experten Möglichkeiten des Konfliktmanagements im Gesundheitswesen. In den USA und in Kanada ist der Begriff „Elder Mediation“ bereits fest verankert. Die Initiative entstand durch Vernetzung von Angehörigen von Alzheimer-Betroffenen und Mediatoren und war ursprünglich fokussiert auf den Kontext häuslicher Pflege und Unterstützung. Sie wurde dann ausgeweitet auf unterschiedlichste Konfliktthemen, die sich für Menschen in Übergangssituationen im Alter stellen können – mit der Idee, mittels Mediation Würde und weitest mögliche Selbstbestimmung im Alter zu ermöglichen.

„Betroffene“ aktiv mitgestalten lassen Konflikte können z.B. innerhalb der Familie entstehen – so geht es bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit um ein Abstimmen und Aushandeln der Interessen äl-

terer Personen, ihrer Angehörigen, professioneller Unterstützungsdienste etc. Ebenso kann es zu Krisen und Konfliktthemen in Spitälern oder in der Gemeinschaft einer Betreuungs- oder Pflegeeinrichtung kommen, an denen Patienten bzw. Bewohner, Angehörige, Ärzte, Heimleitung, Pflegepersonal usw. beteiligt sind. „Die Bedürfnisse älterer Menschen sind sehr heterogen, ein Problem jedoch ist, dass sie in Konfliktsituationen oftmals als ,Betroffene‘ und weniger als aktiv Mitgestaltende wahrgenommen werden“, gibt Univ.-Prof. Dr. Yvonne Hofstetter-Rogger, Begründerin eines Kompetenzzentrums Mediation und Konfliktmanagement an der Berner Fachhochschule, zu bedenken. „Dabei sind ältere Menschen und ihr Umfeld in der Lage, Enormes in der Problem-

  Mediation oder Case Management?

Voraussetzungen Mediation: u Mehrere Personen sind von einem Problem oder einem Konflikt betroffen. u Sie sind bereit, eine auf wechselseitige Verständigung basierende Lösung zu finden. u Es geht um Sach- und Beziehungsfragen. u Die Beteiligten sind verhandlungsfähig oder werden gut vertreten. Voraussetzungen Case Management: u Mehrfachproblematik, mehrere Lebensbereiche sind betroffen. u Hohe Akteursdichte, Kooperationsbedarf. u Doppelspurigkeiten, unpassende oder mangelnde Versorgung. u Ziel ist eine an der Lebenswelt der Patienten/Klienten orientierte optimale Versorgung (effizient und effektiv).

bewältigung zu leisten. Sie kämpfen gegen einseitige und defizitorientierte Altersbilder. Wenn Unterstützung notwendig ist, dann muss sie den Vorstellung entsprechen.“ Ziel der Mediation sei ganz grundsätzlich, eine selbstbestimmte, zukunfts- und konsensus­ orientierte Konfliktlösung zu finden, wenn mehrere Personen von einem Problem oder Konflikt betroffen sind. Der Mediator strukturiert quasi das Problemknäuel in Themen, hört sich verschiedene Positionen zu den Themen an, verdeutlicht sie, ohne sie zu werten, und ermöglicht einen Perspektivenwechsel. In weiterer Folge können gemeinsam Handlungsalternativen entwickelt und Vereinbarungen getroffen werden.

Gelungene Kommunikation Die Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft (WPPA) kann bereits auf eine 20-jährige Erfahrung in puncto Konfliktmanagement bei älteren Menschen im Gesundheitswesen zurückblicken. „Ist ein Mensch alt und krank, so befindet er sich meist in einer Ausnahmesituation. Diese kann geprägt sein durch Leiden, Angst, Schmerz, durch Unwissenheit oder Gewissheit, durch die Bedrohung, die die Krankheit in allen Bereichen seines Lebens auslöst“, weiß Oberin Gabriele Allmer, MBA, diplomierte Case und Care Managerin der WPPA, aus der Praxis: Ohne Grundkenntnisse zum Thema Kommunikationspsychologie und (Elder) Mediation sei da eine Vermittlung bei Konflikten, z.B. in Spitälern oder Pflegeheimen, kaum möglich. So besagt die allgemein bekannte Bedürfnishierarchie

nach Abraham Maslow u.a., dass das Handeln der Menschen auf der Befriedigung von Bedürfnissen basiert; und dass eine zentrale motivationale Kraft des Menschen, das angeborene Bedürfnis zu wachsen und die eigenen Möglichkeiten auszuschöpfen, ist. Expertin Allmer: „Daraus ergibt sich als Ziel der unterstützenden und beratenden Stellen im Gesundheitswesen, diese Fähigkeiten zu erkennen und anzuregen!“ Die aktuellen Lebensumstände haben freilich großen Einfluss darauf, welche Bedürfnisse in welcher Ausprägung gerade Priorität haben. Bei alten Menschen, die sich z.B. in einem Spitals-Entlassungsprozess befinden, handelt es sich im Wesentlichen um die Erfüllung der niedrigsten Bedürfnisse: Wie komme ich zu Hause zurecht? Wer geht einkaufen? Wie komme ich alleine auf die Toilette? Werden diese Bedürfnisse erkannt und angesprochen, so können in weiterer Folge Lösungsansätze gefunden und Konflikte hintangehalten werden. „Sehr oft stecken Kommunikationsprobleme hinter anderen Problemen“, führt Oberin Allmer weiter aus. Daher sei es so wichtig, dass die kommunikativen Fähigkeiten von Mitarbeitern im Gesundheitsund Sozialbereich im Umgang mit „schwierigen“ Menschen geschult werden; und dass bei Bedarf eine professionelle Unterstützung von außen – z.B. durch Psychologen oder Mediatoren, die Kenntnisse zu Altersthemen haben – hinzugezogen werden kann. „Eine gelungene Kommunikation sucht nie ,Schuldige‘, sondern Lösungen,“ betont die Expertin abschließend. KaM Interdisziplinäre Fachtagung „Elder Mediation“ des Berufsverbands Österreichischer PsychologInnen; Wien, Oktober 2012

„Mentoren“ und wissen­ schaftliche Berater der Plattform Geriatrie sind die Präsidentin der Österreichi­ schen Gesellschaft für Geriat­ rie und Gerontologie (ÖGGG), Prim. Dr. Katharina Pils, und Prof. Dr. Franz Böhmer, Ehrenpräsident der ÖGGG sowie Gründer und ÖÄKDiplomverantwortlicher des Diplomlehrgangs Geriatrie.

Die Kooperation­mit unseren Partnern macht die Umset­ zung der Plattform Geriatrie erst möglich:

austroplant

Die Themen dieser Ausgabe der Plattform Geriatrie:

Vorschau 2013: Wiener Geriatriekongress Die Palette an Themen am Geriatriekongress im März 2013 ist groß, wie ÖGGGPräsidentin Prim. Dr. Katharina Pils im MT-Gespräch verriet. Was Sie erwartet, lesen Sie auf u 36

Kongress-Nachlese: Geriatrie Graz & Wien MT hat für Sie die „Styria Geriatrica“ in Graz und die Tagung für Allgemeinmedizin und Geriatrie in der Wiener Börse besucht. Nachlese auf u 37–38


Plattform Geriatrie

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 48  •  28. November 2012

Status quo und Perspektiven I Kommentar

Foto: Archiv

n den letzten Jahren wurde viel erreicht: Die Festlegung der Standards der Abteilungen für Akutgeriatrie und Remobilisation, das Bekenntnis zur gemeinsamen Qualitätssicherung in vier Bundesländern mit regelmäßigem Gedankenaustausch, die Schaffung des Additivfaches Geriatrie für vier Sonderfächer und erstmals auch für Allgemeinmedizin. Mit 3.11. waren bereits 891 KollegInnen mit Additivfach registriert. Geriatrie ist zu dem zahlenmäßig stärksten Additivfach geworden – in nur einem Jahr seit der letzten Novelle zur Ärzteausbildungsordnung. Diese rasante Entwicklung zeigt uns, dass die Etablierung der Altersmedizin im Fächerkanon längst überfällig war. Gleichzeitig müssen wir sicherstellen, dass der fulminante Beginn auch nachhaltig sein wird. Erste Abteilungen haben bereits um die Anerkennung von Ausbildungsstellen angesucht. Aus heutiger Sicht ist noch nicht geklärt, wie jene Bundesländer, die auf die Etablierung der Abteilungen für Akutgeriatrie mit den entsprechenden Strukturund Prozessstandards verzichtet haben, ihrer Ausbildungsverantwortung nachkommen wollen. Das Bedürfnis nach Qualitäts-

Prim. Dr. Katharina Pils

nachweis findet sich nicht nur in Bereichen der Akutabteilungen, auch zahlreiche Pflegeheime wurden evaluiert und bekennen sich zur Prozess- und Ergebnisqualität. Dennoch liegt ein weites Feld des Informationsverlustes, der Doppelgleisigkeiten und der Frus­ trationen im Bereich der Schnittstellen zwischen den einzelnen Sektoren der stationären und der ambulanten Versorgung. Die Kommunikationsdefizite führen zu Versorgungsdefiziten, zu Überforderung von PatientInnen und deren Angehörigen. Es entste-

hen Kosten, die Mangel- oder gar Fehlinformationen kompensieren müssen. PatientInnen können nicht aktiv über ihre eigene Zukunft, über die Wahl der weiteren medizinischen und pflegerischen Betreuung entscheiden. Das Modell der Integrierten Versorgung könnte dazu beitragen, aus Schnittstellen Nahtstellen zu machen. Bei der steigenden Lebenserwartung der ÖsterreicherInnen können wir mit der Zunahme klassischer geriatrischer Diagnosen rechnen. Die Implementation von diagnosebezogenen Leitlinien ist aber vor dem Hintergrund der Multimorbidität, der Zunahme chronischer Erkrankungen zu wenig. Erst durch die flexiblen Angebote der kurativen, präventiven und rehabilitativen Medizin und Integration der Betreuungs- und Pflegemaßnahmen wird es gelingen, eine menschlich sinnvolle und ökonomisch effizientere Versorgung dieser wachsenden Bevölkerungsgruppe zu gestalten. Die ÖGGG fordert daher populationsbezogene Modelle und Strukturen der integrierten Versorgung und ist bereit, diese inhaltlich mitzugestalten. Ein sektorenübergreifendes Dokumentationssystem könnte wesentlich unterstützen.

Harninkontinenz bei älteren Frauen

Nach Symptomen fragen reicht nicht HOCHZIRL – Viele ältere Frauen leiden unter unfreiwilligem Harnverlust. Doch selbst im hohen Alter ist Inkontinenz kein unabwendbares Schicksal. Wenn man diese Patienten gezielt körperlich untersucht und befundbezogen behandelt, kann man in nahezu ­allen Fällen eine Besserung der Beschwerden erreichen.

Geriatrie für die Praxis

Arzneimittelsicherheit M Kommentar

Foto: Johannes Brunnbauer

it großem Aufwand und enormem Me­dien­ interesse hat der Herr BM Stöger, flankiert von Prominenz aus Medizin und Pharmaindustrie, eine Pressekonferenz zum Thema „Arzneimittelsicherheit bei Me­dikamenten, die Kindern verabreicht werden“ veranstaltet. Eine bemerkenswerte Aktion, die großes Lob verdient und von außerordentlicher Bedeutung ist. Als Geriater warten wir längst auf eine viel größere Pressekonferenz zum Thema „Arzneimittelsicherheit bei Medikamenten, die älteren und alten Menschen verabreicht werden“, und wir erwarten, dass dieser Pressekonferenz auch Taten folgen. Wo sind die Studien, die multimorbide Patienten einschließen – ganz wenige Ausnahmen gibt es. Sicher ist, dass ältere und alte Patienten im Durchschnitt zehn plus/minus vier Diagnosen aufweisen und demnach mindestens acht (oder mehr) verschiedene Substanzen bei der Krankenhausentlassung verordnet bekommen. Sicher ist, dass die „jungen Alten“ (zwischen 60 und 80 Jahren) mehr Medikamente verschrieben bekommen als die Hochbetagten (Z. Gerontol. Geriat 2012) – wahrscheinlich sind sie

Prof. Dr. Franz Böhmer

„gesünder“, sonst würden sie nicht so alt werden, oder aber therapeutischer Nihilismus überwiegt bei dieser überproportional wachsenden Bevölkerungsgruppe. Ebenso sicher ist, dass bei dieser hohen Medikamentenan­zahl die Möglichkeiten der teils gewünschten, vor allem aber der unerwünschten Wirkungen kaum abzuschätzen sind, noch dazu weil ja individuell veränderte Organfunktionen eine zusätzliche unabwägbare Risikokonstellation darstellen. Eine weitere Bedeutung be­ kommt das Thema Arzneimittel-

sicherheit, wenn wir die größer werdende Zahl an kognitiv beeinträchtigten Patienten einschließen, denn diese werden in den wenigen „geriatrischen Studien“ nur marginal berücksichtigt oder sogar ausgeschlossen. Dieser Ausschluss bedeutet aber eine Einschränkung für die Aussagekraft einer „geriatrischen Studie“. Überlegen Sie einmal, wie oft gerade Patienten, deren kognitive Reserven aufgebraucht sind, anticholinerg wirkende Substanzen verschrieben bekommen. Jedenfalls muss es Ihnen klar sein, dass Sie in den allermeisten Fällen „off label“ handeln und Sie ganz allein die Verantwortung für Ihre Verschreibung tragen. Natürlich gibt es „Hilfsinstrumente“ wie PIMund PRISCUS-Listen, Computerprogramme und vorlaute Pharmazeuten, die alles besser wissen. Die Verschreibung von Medi­ kamenten für den individuellen Patienten ist und bleibt „ärztliche Kunst“ und kann von niemand anderem wahrgenommen werden. Neben einem aktuell fundierten Wissen und medizinischen Hilfsbefunden ist dafür vor allem die klinische Verlaufsbeobachtung, die nicht hoch genug geschätzt werden kann, notwendig.

denfunktion mittels digitaler vaginaler Palpation. Das Ergebnis: 84 Prozent der Frauen wiesen dystrophe Veränderungen der Vulvovaginalschleimhaut auf, 75 Prozent der Patientinnen waren nicht imstande, den Beckenboden ausreichend stark zu kontrahieren. Die Zahlen sind überraschend hoch und legen nahe, wie wichtig die physikalische Untersuchung bei geriatrischen Patientinnen ist.

Die Harninkontinenz stellt in der Geriatrie ein großes Problem dar. Bei Patientinnen, die zusätzlich zu ihrem Alter durch Multimorbidität, Polypharmazie, kognitive Störun­gen und andere degenerative Veränderungen funktionell maßgeblich eingeschränkt sind, kann die Prävalenz über 70 Prozent erreichen. Trotz der weiten Verbreitung und der hohen praktischen Relevanz bleiben Inkontinenzleiden bei geriatrischen Patienten jedoch oft unangespro-

Würdevollen Rahmen schaffen

Foto: Miriam Dörr / Fotolia.com

Editorial der ÖGGG-Präsidentin

Viele ältere Frauen sind froh, wenn das Thema Inkontinenz angesprochen wird.

chen und unzureichend behandelt. „Leider“, betont OÄ Dr. Helena Talasz, Anna-Dengel-Haus, LKH Hochzirl. Die Fachärztin für Innere Medizin mit Zusatzfach Geriatrie verweist darauf, dass auf der Basis eines einfachen, leicht durchführbaren und nicht belastenden Harninkontinenz-Assessments in 80 bis 90 Prozent aller Fälle die zugrunde liegende Störung identifiziert und ein erfolgreiches Therapiekonzept erstellt werden kann. Neben der Anamnese und sonographischen bzw. harnanalytischen Untersuchungen nimmt vor allem die körperliche Untersuchung des Urogenitalbereichs der Patientinnen eine zentrale Rolle ein. „Dabei soll Augenmerk auf den Zustand der vulvovaginalen Schleimhaut und auf die Fähigkeit der Beckenbodenmuskulatur zur Kontraktion gerichtet werden“, empfiehlt OÄ Talasz. Wie weit verbreitet diese beiden Ursachen bzw. aggravierenden Faktoren der Harninkontinenz bei älteren Frauen sind, zeigt eine rezente Studie, die am LKH Hochzirl durchgeführt wurde. Über 700 Frauen mit Inkontinenz waren in die Studie eingeschlossen. Schleimhautdystrophien wurden mittels Inspektion erfasst, die Beckenbo-

Beckenboden und Bla­s en­trai­ ning werden als Therapie der ers­ ten Wahl bei der Inkontinenz älterer Frauen empfohlen. Doch für beide Maßnahmen ist es Grund­ voraussetzung, dass sich die betroffenen Frauen ihres Beckenbodens bewusst sind und sie ihn willentlich kontrahieren können. Ohne eine solche zielgerichtete Kontrolle sind konventionelle Beckenbodenübungen kaum zielführend. Jüngere Frau­en werden üblicherweise untersucht, wenn sie über Inkontinenzbeschwerden klagen. Bei älteren Frauen, vor allem im geriatrischen Bereich, wird oft auf eine Untersuchung verzichtet. Die Therapieentscheidungen werden allein auf der Basis von berichteten Symptomen getroffen. Vielfach wird die fehlende Untersuchung damit begründet, dass die Frauen eine solche ablehnen. Diesen Einwand will OÄ Talasz nicht gelten lassen. Nach ihrer Erfahrung sind die meisten Frauen sehr dankbar, wenn man ihre Beschwerden OÄ Dr. Helena Talasz

Foto: privat

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ernst nimmt und nach einem Weg sucht, Linderung zu schaffen. „In fast allen Fällen stimmen die Patientinnen einer Untersuchung des Urogenitalbereiches ohne Einwände zu. Wichtig ist nur, dass man ihnen mit einfachen Worten erklärt, worum es geht, und dass man einen würdevollen, intimen Rahmen schafft, in dem sich die Frauen respektiert fühlen.“ AMK Helena Talasz et al., High Prevalence of pelvic floor muscle dysfunction in hospitalized elderly women with urinary incontinence, Int Urogynecol J 2012; 23: 1231–1237


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Von der Grundlagenforschung bis zu den Kernthemen

Highlights des Geriatriekongresses 2013 WIEN – Zwischen 21. und 23. März 2013 steht im Messezentrum Wien wieder der betagte und hochbetagte Mensch im Mittelpunkt des Interesses. Von der Prävention bis zur Rehabilitation, von der akutmedizinischen Versorgung bis zu Palliative Care wird die Themenpalette beim Geriatriekongress 2013 reichen. Als Stargast hat sich die Bostoner Delirspezialistin Prof. Sharon Inouye angekündigt, wie Kongresspräsidentin Prim. Dr. Katharina Pils schon im Vorfeld verriet. „Der Geriatriekongress hat bereits Tradition. Wir versuchen dort die aktuellen medizinischen Themen genauso aufzugreifen wie Themen, die die sozialen Veränderungsprozesse reflektieren“, kündigte Prim. Dr. Katharina Pils, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (ÖGGG), im MT-Gespräch an. Neben den deutschen und schweizerischen geriatrischen Gesellschaften sind erstmals auch alle Partnergesellschaften mit an Bord: Die Zugangsfächer für das Additivfach Geriatrie, sprich Innere Medizin, Neurologie, Psychiatrie, Physikalische Medizin und Allgemeinmedizin, werden mit eigenen Symposien am Kongress vertreten sein.

tut für Pflege- und Versorgungsforschung an der UMIT Wien und seit Kurzem Vorstandsmitglied der ÖGGG, Stellung nehmen. Ob ELGA in der Versorgung betagter Menschen eine gute Unterstützung bieten kann, wird am Kongress in einem Workshop mit ELGA-Geschäftsführerin Dr. Susanne Herbek diskutiert werden.

Stargast aus Boston

Stargast des Geriatriekongresses 2013 ist die Bostoner Delirspezialistin Prof. Sharon Inouye. Prim. Pils: „Das Delir wird vielfach noch falsch eingeschätzt. Deshalb freue ich mich ganz besonders, dass Prof. Sharon Inouye kommen und die Beim Geriatriekongress im März 2013 sind neben den österreichischen, deutschen und schweizerischen Gesellschaften für aktuellen Programme aus den Staa- Geriatrie erstmals auch alle Zugangsfächer für das Additivfach Geriatrie vertreten. ten vorstellen wird.“ Die Geriaterin, die sich auch viel mit Versor- interdisziplinär darüber nachzu- prozess. Es wird daher einerseits gress sein, so Prim Pils. „Wir werHausarzt als zentrale gungsstrukturen auseinandersetzt, denken, wie die bestmögliche Ver- Gesundheitsförderung für alte und den ein sehr gutes Symposium zum Figur in der Geriatrie vertritt die Ansicht, dass es gün- sorgung von älteren unfallchirur- hochbetagte Menschen brauchen, Thema Stress und Alter haben – inSpeziell für den Allgemeinme- stiger ist, den Delirpatienten eine gischen Patienten ausschauen kann. Arbeitsbedingungen müssen ver- wieweit Stress das Alter negativ bediziner stellen sich in der Betreu- 1:1-Pflege- bzw. Betreuungsperson Da gehören der Geriater und der ändert werden. Andererseits müs- einflusst. Prof. Dr. Andreas Simm Rehabilitationsmediziner von An- sen aber auch für die letzten Le- aus Halle, Präsident der Deutschen ung hochbetagter Menschen etliche zur Seite zu stellen. Neben dem Delir kommen fang an dazu.“ bensjahre, in denen der Mensch Gesellschaft für Geriatrie und GeFragen, die am Kongress diskutiert werden: „Wie kann ich Men- am Kongress noch viele wei- COPD: Ein Thema, das in der Ge- gebrechlicher wird, neue Struk- rontologie, wird sich diesem Theschen in guten Strukturen halten? tere „Kernthemen der Geriat- riatrie bisher stiefkindlich behan- turen geschaffen werden. Es kann ma widmen. Prof. Franz Kolland Welche Rolle habe ich hier als All- rie“ wie Osteoporose, Sarkopenie delt worden ist, ist die COPD. Prim. nicht jeder, der betreuungsabhän- wird das Thema vom soziologischen gemeinmediziner?“ Dr. Daniel und Frailty sowie psychosoziale Pils: „Sie wird am Kongress ganz gig ist, in ein Pflegeheim gehen Standpunkt aus betrachten.“ Man darf gespannt sein! Grob aus Zürich wird Forschungs- Themen und Ergebnisse aus der großes Thema sein, denn die COPD müssen. Hier werden wir völlig  GLu ergebnisse zu diesem Thema lie- Grundlagenforschung zur Sprache. ist oft der Einstieg in eine Inkompe- neue Konzepte brauchen.“ fern. Eine weitere relevante Frage, Im Folgenden erklärt Prim. Pils, tenzkaskade.“ Grundlagenforschung: Last but not die am Kongress aufgeworfen wer- was die Kongressteilnehmer noch Ernährung: Auch die Ernährung least wird auch die Grundlagenforwww.geriatriekongress.at den wird: „Wie viel Sinn macht eine erwartet und welche Idee hinter wird intensiv diskutiert werden. schung Thema am Geriatriekon,family nurse‘ als Partnerin für den den Themenschwerpunkten steckt: Die Zahl der übergewichtigen AlHausarzt, um eine gute Kontinui- Alterstraumatologie: Das Feld ten nimmt zu, insbesondere derer tät in der medizinischen-pflege- reicht von der Diagnosestellung mit Eiweißmangel. Prim. Pils dazu: rischen Versorgung zu gewährlei- über das perioperative Manage- „Es gibt Menschen, die zwar ausreisten?“ So viel steht für Prim. Pils ment, das Gerinnungsmanagement chend essen, aber trotzdem mangel­ bereits jetzt fest: „Wenn man visi- bis hin zur Delirprävention, zum ernährt sind. Hier geht es uns daErste Daten der Berliner Altersstudie II onär in die Zukunft blickt, dann Rehabmanagement und zu einer rum, niedergelassenen Kollegen das wird etwas in der Art kommen nachfolgenden Osteoporosethera- sehr breite Spektrum der MangelerSAN DIEGO – Bei der internationalen gerontologischen Konferenz der müssen. Langfristig wird es damit pie. „Die Alterstraumatologie ist ein nährung näherzubringen und mit Gerontological Society of America in San Diego, Kalifornien, wurden erste zu einer Kostensenkung kommen.“ Bereich, der für die Geriatrie an Be- ihnen gemeinsam zu diskutieren, Ergebnisse der Berliner Altersstudie II (BASE II) vorgestellt. Forscher der Aus Sicht der Pflegewissenschaften deutung gewinnt“, so die Fachärz- was man hier tun kann.“ Charité fanden u.a. heraus, dass Personen mit Sarkopenie durchschnittlich wird dazu Univ.-Prof. Dr. DGKS tin für Physikalische Medizin und Palliative Care in der Geriatrie: Ein mehr Proteine aufnehmen als Personen ohne Sarkopenie. „Das könnte daSabine Pleschberger vom Insti- Rehabilitation. „Es ist die Zukunft, adäquates Schmerzmanagement, rauf hindeuten, dass eine eiweißreiche Ernährung vor allem für diejenigen eine gute Flüssigkeitsbilanzierung, wichtig ist, die noch nicht von Sarkopenie betroffen sind. Wer schon unter eine bestmögliche Pflege der Haut Sarkopenie leidet, dem hilft eine proteinreiche Ernährung möglicherweiund ein kompetenter Umgang mit se nicht mehr. Wichtig scheint vor allem die Prävention zu sein“, sagte Jiv  Nascher Preis der Stadt Wien Geriatrie Ernährungsfragen in der letzten ko Nikolov, einer der Autoren. Weitere Informationen zu BASE-II unter Lebensphase alter Menschen sind http://www.base-berlin.mpg.de/BASE_II.html. Der Ignatius Nascher Preis der Stadt Wien für Geriatrie 2013 (Förderpreis do­ Themen, mit denen sehr sorgsam tiert mit 1.800 Euro) wird für eine besondere wissenschaftliche Arbeit oder umzugehen ist, wie Prim. Pils finein innovatives, evaluiertes und erfolgreiches Projekt aus dem Bereich der Ge­ „Seniorenfreundliche Gemeinden“ det: „Das palliative Denken sollte riatrie (Gesundheitsförderung, Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitati­ WIEN – Anlässlich der Abschlussveranstaltung des Europäischen Jahres auch in geriatrische Strukturen Einon oder Langzeitpflege) im Rahmen des Wiener Geriatriekongresses (21.–23. des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen 2012 zug halten, v.a. in Pflegeheime und März 2013), vergeben. zog Sozialminister Rudolf Hundstorfer eine erste positive Bilanz und in betreute Wohnsituationen bzw. gratulierte den Siegergemeinden eines vom BMASK gemeinsam mit der Einreichfrist: verlängert bis 30. November 2012 in die Hauskrankenpflege.“ Volkshilfe und dem Pensionistenverband Österreichs veranstalteten WettEinreichort und nähere Information zu den Einreichunterlagen: Psychosozialer Themenschwerpunkt: bewerbs. Die Auszeichnung „Seniorenfreundliche Gemeinde“ ging an Österreichische Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie Welche Strukturen brauche ich für die Gemeinden Leitersdorf im Raabtal, Kronstorf in Oberösterreich, Bad Prim. Dr. Katharina Pils alte und hochbetagte Menschen, Goisern und Bregenz. Den Spezialpreis der Jury für besonders innovative wie werden diese Strukturen in SMZ-Sophienspital, Apollogasse 19, 1070 Wien Ansätze ging an die „Initiative Dorfservice in Kärnten“, ein Netzwerk von der Zukunft aussehen? Prim. Pils: E-Mail: ilse.howanietz@wienkav.at zwölf Gemeinden, welches sich seit 2007 für eine alternsgerechte Infra„Die Menschen werden immer älWeb: http://www.geriatrie-online.at/dynasite.cfm?dsmid=110511 struktur in der ländlichen Region einsetzt. ter, sie bleiben länger im Arbeits-

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Kardiovaskuläre Prognose verbessern

Lipide auch im Alter im Auge behalten

Müssen die Lipidwerte bei Patienten fortgeschrittenen Alters überhaupt noch eingestellt werden? Wenn ja, wie lauten die Therapieziele und wie können Sie erreicht werden? Diesen Fragen ging Univ.-Prof. Dr. Thomas Stulnig, Leiter der Ambulanz für Fettstoffwechselstörungen am AKH Wien, nach und setzte anhand der aktu-

Foto: Archiv

Univ.-Prof. Dr. Thomas Stulnig

ellen Datenlage auseinander, warum die Lipid­einstellung auch noch bei betagten Menschen Sinn macht. Die SCORE-Chart der European Society of Cardiology (ESC), mit der sich das kardiovaskuläre Risiko anhand des Alters, des Geschlechts, des Raucherstatus sowie anhand der Blutdruck- und Lipidwerte abschätzen lässt, endet bei einem Alter von 65. Wie lässt sich also bei älteren Patienten das Risiko einschätzen? Wichtige Daten dazu lieferte die Whitehall Study (R. Clarke, Arch Intern Med 2007), die zeigte, dass der Zusammenhang von Lipiden und KHK unabhängig vom Alter ist. Prof. Stulnig: „Bis ins hohe Alter besteht ein enger Zusammenhang zwischen erhöhten Choles­terinwerten und kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität.“

Prognose verbessern auch im hohen Alter? Die Frage, ob sich mit einer lipidsenkenden Therapie, insbesondere mit Statinen, die Prognose auch von älteren Patienten verbessert, lässt sich am besten mit Ergebnissen aus der PROSPER-Studie (PROspective Study of Pravastatin in the Elderly at RISK) beantworten. In der doppelblinden randomisierten kontrollierten Studie (J. Sheperd et al., Lancet 2002) wurden ältere Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen oder entsprechenden Risikofaktoren (Rauchen, Hypertension, Diabetes) über mehr als drei Jahre mit Statinen (Pravastatin) oder Placebo behandelt. Das Ergebnis: Insgesamt kam es zu einer signifikanten Verbesserung der

kardiovaskulären Prognose. Dies galt sowohl für die Sekundär- als auch für die Primärprävention. Beim Schlaganfall sind die Statine in erster Linie in der Primärprävention wirksam, wie eine Metaanalyse (P. Amarenco, Lancet Neurol 2009) zeigte. Je mehr das LDL gesenkt wird, desto größer ist dabei die Risikoreduktion für den Schlaganfall.

Foto: Miriam Dörr / Fotolia.com

Wien – Viele geriatrische Patienten haben einen ganzen Rattenschwanz an Diagnosen und nehmen dementsprechend viele Medikamente ein. Wie viel Sinn macht angesichts des fortgeschrittenen Alters und damit verbundener Multimorbidität und Polypragmasie eine lipidsenkende Therapie bei dieser Bevölkerungsgruppe?

Intensive versus moderate Statintherapie In den letzten Jahren hat das Motto „the lower, the better“ gerade bei älteren, multimorbiden Patienten seine Gültigkeit verloren, zumindest was den Blutdruck und den Blutzucker betrifft. Wie sieht es damit bei der lipidsenkenden Therapie aus? Die SAGE-Studie (Study Assessing Goals in the Elderly, P. Deedwania, Circulation 2007) hat sich dieser Frage angenommen und Patienten zwischen 65 und 85 Jahren mit KHK entweder eine intensive (Atorvastatin 80  mg) oder moderate (Pravastatin 40 mg) Statintherapie zukommen lassen. Das Ergebnis: Mit der intensiven Therapie konnte die Gesamtmortalität signifikant reduziert werden, hinsichtlich eines ersten großen kardiovaskulären Ereignisses war lediglich ein Trend in Richtung Reduktion zu verzeichnen. Auch in den ESC-Leitlinien zur Therapie der Dyslipidämie 2011 gelten für ältere Patienten dieselben Empfehlungen wie für jüngere, auch was die Zielwerte betrifft. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass Komorbiditäten und veränderte pharmakokinetische Voraussetzungen oft eine niedrige Anfangsdosis und eine vorsichtige Dosistitration notwendig machen.

Auf Interaktionen und Nierenfunktion achten Wie werden nun Lipidsenker im Alter eingesetzt? Wesentlich ist auch bei älteren Patienten die Senkung des LDL-Cholesterins. Diese gelingt mit Statinen, eventuell in Kombination mit Ezetimib oder Gallensäurebindern. Währenddessen werden Fibrate und Nikotinsäure (eventuell in Kombination mit Laropiprant) für die Senkung der Triglyzeride und die Erhöhung des HDL-Cholesterins herangezogen. Insbesondere ist bei Betagten auf Interaktionen der Statine mit anderen Medikamenten zu achten bzw. gegebenenfalls eine Dosisanpassung vorzunehmen, denn das Alter per se ist neben dem weiblichen Geschlecht und der Niereninsuffizienz ein Risikofaktor für die Rhabdo­ myolyse. Pravastatin und Fluvastatin sind weitgehend interaktionsfrei, bei Simvastatin und Atorvastatin ist auf Interaktionen mit Medikamenten zu achten, die ebenfalls über das CYP3A4-System metabolisiert werden (CAVE Makrolide und Azol-

Trotz Multimedikation sollte auch im Alter eine Lipidsenkung angedacht werden.

Antimykotika). Bei Simvastatin gilt: „Nicht mehr als 40  mg, denn das bringt nichts außer Nebenwirkungen“, so Prof. Stulnig. Bei Rosu-

vastatin startet man bei Patienten älter als 70 Jahre mit 5  mg. Vor der Verschreibung von Fibraten ist die Bestimmung der GFR anzuraten.

Fazit des Fettstoffwechselspezialisten: Serumlipidwerte beeinflussen bis ins hohe Alter die kardiovaskuläre Prognose und Statine reduzieren auch bei betagten Patienten das kardiovaskuläre Risiko ­– sowohl in der Primär- als auch in der Sekundärprävention. Einschränkend fügt Prof. Stulnig allerdings hinzu: „Da Lipidsenker nur das kardiovaskuläre Risiko und nicht andere Risiken wie Stürze, Frakturen, Infektionen etc. güns­ tig beeinflussen, muss vor jeder Anwendung von Lipidsenkern der Stellenwert des kardiovaskulären Risikos für den Patienten individuell eingeschätzt und gegen andere Risiken abgewogen werden.“ GLu 11. Tagung für Allgemeinmedizin & Geriatrie; Wiener Börse, Oktober 2012

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Nicht häufig, aber gut behandelbar

Sekundäre Demenzen an Wurzel packen GRAZ – Obwohl sekundäre Demenzformen relativ selten sind, sollte ihnen in der Diagnostik gebührende Aufmerksamkeit geschenkt werden. Denn während degenerative und vaskuläre Demenzen durch eine symptomatische Therapie bestenfalls um einige Monate verzögert werden können, stehen für viele sekundäre Demenzformen heute effektive Therapien zur Verfügung. Unter dem Überbegriff Demenz werden ätiologisch sehr unterschiedliche Syndrome zusammengefasst, die durch eine Abnahme des Gedächtnisses, eine Abnahme anderer kognitiver Fähigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten (vor allem Störung von Affektkontrolle, Antrieb und Sozialverhalten) gekennzeichnet sind. Viele Fachleute sind mit dem historischen Krankheitsbegriff und den unterschiedlichen Einteilungen nicht sehr glücklich. Ein Kritikpunkt ist auch, dass die Einteilung der Demenz in der ICD10 sehr Alzheimer-lastig ist und die Störung des Gedächtnisses zu sehr im Vordergrund steht. „Im DSMV, das voraussichtlich im nächsten

Foto: Archiv

Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder

Jahr veröffentlicht wird, und in der ICD-11 wird der Begriff Demenz daher wahrscheinlich durch die Bezeichnungen Major und Minor Cognitive Disorder ersetzt werden“, berichtet Univ.-Prof. Dr. Bernhard Iglseder, Vorstand der Universitätsklinik für Geriatrie, ChristianDoppler-Klinik Salzburg.

Differenzialdiagnose von Demenzen Nach der derzeitig gültigen internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten werden drei große Gruppen von Demenzformen unterschieden: Weitaus am häufigsten sind degenerative Demenzen, insbesondere die AlzKongress live heimer-Demenz, aber auch die Lewy-Body-Demenz und frontotemporale Demenzen. Die zweit-

Kongress live Styria Geriatrica

größte und sehr uneinheitliche Gruppe sind die vaskulären Demenzen, zu denen das Multiinfarktgeschehen und die subkortikale Leukenzephalopathie gezählt werden. Als sekundäre Demenzen werden schließlich ausgeprägte Defizite in kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten bezeichnet, die auf andere Grunderkrankungen zurückgeführt werden können. Sie machen etwa fünf bis zehn Prozent aller Krankheitsfälle aus. Wichtige Elemente der Differenzialdiagnostik der Demenz sind

Bildgebung, neurologische Untersuchung und internistische Abklärung mit besonderem Augenmerk auf kardiovaskuläre, metabolische und endokrinologische Erkrankungen. Die Liste möglicher Ursachen sekundärer Demenzerkrankungen ist sehr lang. „Das klassische Beispiel ist die Hypothyreose“, erklärt Prof. Igsleder. „Aber auch chronische Leber- und Nierenerkrankungen, Alkoholabhängigkeit, Tumoren, Traumen sowie virale und bakterielle Infektionen können zu einer sekundären Demenz führen.

Idiopathischer NPH Ursache des idiopathischen Normaldruckhydrozephalus (NPH) ist ein Ungleichgewicht zwischen Liquorproduktion und -resorption mit pulsatilen Druckererhöhungen, das konsekutiv zu einer Ventrikel­ erweiterung, einem Übertritt von Liquor ins periventrikuläre Hirngewebe und einer Schädigung von Marklagerfasern führt. Der Altersgipfel der chronisch progredienten

Erkrankung liegt im 6. bis 7. Lebensjahrzehnt. Leitsymptom ist eine Trias aus Gangstörung, leichter Demenz und Blasenstörung (diese tritt aber meist erst später im Krankheitsverlauf auf). Charakteristisch für die Gangstörung ist ein langsames, kleinschrittiges und breitbasiges Gangbild. Bei kompletter klinischer Trias und eindeutiger Bildgebung ist die Indikation für die Implantation eines ventrikulo-peritonealen Shunts gegeben. „Durch diesen Eingriff kann die Gangstörung deutlich und langfristig verbessert werden“, so Prof. Iglseder. Bei weniger eindeutiger Klinik und Bildgebung können Liquorlangzeitdruckmessungen zur Diagnostik herangezogen werden. Patienten mit zu hohem Operationsrisiko profitieren von wiederholten Lumbalpunktionen.

Autoimmunenzephalitis Eine sekundäre Demenzerkrankung, die in jedem Lebensalter auftreten kann (Median 23 Jahre), ist

die Autoimmunenzephalitis (AME), früher auch limbische Enzephalitis genannt. Sie galt lange Zeit als klassische paraneoplastische Erkrankung. Durch die verbesserte Antikörper-Diagnostik weiß man heute aber, dass es viele Patienten gibt, die keine Tumorerkrankung haben. Klinisch dominieren ausgeprägte Störungen des Kurzzeitgedächtnisses. Dazu kommen Verwirrtheit, Orientierungsstörungen, epileptische Anfälle (oft auch als Erstsymptomatik) und paranoid-halluzinatorische Symptome. Wegweisend sind das MRT mit Signalauffälligkeiten in den mesialen Temporallappen (Hippokampus) und unterschiedlichste antineuronale Antikörper. Wichtig ist, bei Betroffenen nach einer Tumorerkrankung zu suchen und die Grund­erkrankung zu behandeln. Die Palette der weiteren Behandlungsoptionen reicht von Steroiden, Plasmapherese und i.v.-Immunglobulinen bis zu Cyclophosphamid und Rituximab. HÖ Styria Geriatrica; Graz, September 2012

Gangstörung bei NPH 10-m-Gangtest

mehr als 13 Schritte; länger als zehn Sekunden

Schrittbreite

Abstand der Zehen größer als eine Fußlänge

Schrittlänge

Abstand zwischen Ferse des vorderen Fußes und Zehen des hinteren Fußes weniger als eine Fußlänge

En-Block-360Grad-Drehung

mehr als vier Schritte

Bipedales Gehen

mehr als 25 Prozent Fußkorrekturen pro Schrittzahl

Allgemeinmediziner als Geriater

Problem Polypharmazie beim Hausbesuch GRAZ – Der Allgemeinmediziner, der den Patienten und sein Umfeld zumeist schon seit vielen Jahren kennt, wird zunehmend zum Gesamtkoordinator der Medikation und bei der Versorgung von geriatrischen Patienten im häuslichen Setting zum ersten Ansprechpartner für alle mit Polypharmazie verbundenen Probleme. Für mehr 90 Prozent der über 70-Jährigen ist der Hausarzt der Primärbetreuer. „In Österreich werden 83 Prozent der Pflegegeldbezieher zu Hause betreut“, betont Dr. Gottfried Thalhammer, Allgemeinmediziner in der oststeirischen Gemeinde Rohrbach. „Mit dem Hausbesuch betritt der Arzt den soziokulturellen Raum seiner Patienten. Hier wird Krankheit zum Kranksein.“ Im Alltag des Patienten wird aus dem biomedizinischen Problem Polypharmazie eine bio-psycho-sozio­k ulturelle Herausforderung. Ob und wie je-

mand Medikamente einnimmt, hängt nicht nur von der Pharmakodynamik, Pharmakokinetik und den Nebenwirkungen der verschriebenen Substanzen ab, sondern auch vom psychosozialen Umfeld. Welche Ressourcen hat der Patient? Wie ist seine Funktionalität? Bekommt er Hilfe? Dr. Thalhammer verweist dabei auf die Bedeutung der Arzt-PatientenBeziehung für die Therapieadhärenz: „Ob ein Patient ein Medikament tatsächlich einnimmt, hängt auch davon ab, wie ich es ihm verkaufe, in welchem Setting ich es

verordne und ob ich die Einnahme dann auch kontrolliere.“ Neben der Überprüfung von Blutdruck, Ernährungssituation, Sehvermögen, Gehör und Ausscheidung sind die Medikamentenkontrolle und allfällige Anpassungen der Behandlung fixer Bestandteil des Hausbesuchs. Aufschlussreich sind häufig auch die OTC-Produkte, die in der Medikamentenschachtel zu finden sind: „Die Einnahme von Ginkgo- oder Multivitamin-Präparaten kann auf Probleme hinweisen, die der Patient verschwiegen hat.“

Viele Köche verderben den Brei Um die Probleme der Polypharmazie in den Griff zu bekommen, ist es unabdingbar, mit allen Playern und zusätzlichen Versor-

gungseinrichtungen ausreichend zu kommunizieren. „Wenn bei den zahlreichen Naht- und Schnittstellen nicht ein Arzt den Überblick behält, kann vieles falsch laufen“, so Dr. Thalhammer. Letztendlich ist es der Hausarzt, der den Spagat zwischen Leitlinien und Arzneiverordnung, zwischen Machbarkeit und Sinnhaftigkeit einer Therapie schaffen muss. „Wir versuchen mit unseren Patienten ein Therapieziel zu formulieren und dieses auch immer wieder zu überprüfen und anzupassen.“ Im Vordergrund steht dabei immer die Lebensqualität des Betroffenen. Zu den wesentlichen Aufgaben des Hausarztes gehört die situative Anpassung der Medikation an die Dynamik des Krankheitsverlaufes, durch die ein bestmöglicher Erhalt von Beweglichkeit, Mobilität,

Selbstständigkeit und sozialer Integration gewährleist werden soll. Immer wieder kommt es vor, dass Medikamentenverordnungen nach Spitalsaufenthalten in der Praxis nicht umgesetzt werden können, weil im häuslichen Umfeld des Patienten die entsprechenden Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind. Der erfahrene Allgemeinmediziner empfiehlt, im gemeinsamen Ringen um die bes­te Therapie keine Scheu zu haben, zum Telefonhörer zu greifen und auch Empfehlungen von Universitätskliniken zu hinterfragen. „Wenn wir eine Situation anders beurteilen oder sehen, dass etwas nicht funktioniert, ist meine Erfahrung, dass wir als Hausärzte durchaus ernst genommen werden.“HÖ Styria Geriatrica; Graz, September 2012


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Risikomarker für Frauen

Erfolgreicher Abschluss des Diplomlehrgangs Geriatrie der ÖÄK

boston – Erhöhte Adiponektin-Spiegel sprechen für ein gesteigertes Demenzrisiko – zumindest bei Frauen. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle amerikanische Studie. Die Kollegen aus Boston stützen sich in ihrer Analyse auf Blutproben von 840 hirngesunden Probanden der Framingham Heart Study. Diese wurden auf Marker des Glukosestoffwechsels wie das Adiponektin und auf Entzündungsparameter untersucht. 159 Teilnehmer erkrankten während des 13-jäh-

rigen Follow-ups an einer Demenz, davon 125 an M. Alzheimer. Von den getesteten Biomarkern erwies sich lediglich das Adiponektin als unabhängiger Demenz-Risikofaktor, und dies galt ausschließlich für das weibliche Geschlecht. Mit jedem Anstieg des Wertes um eine Standardeinheit stieg die Gefahr bei Frauen um etwa ein Drittel. Bei Frauen mit initial erhöhtem Adiponektin-Spiegel betrug die HR für Demenz 1,63 (Alzheimer 1,87) verglichen mit Probandinnen, deren Werte unter dem Median lagen. abr Thomas M. van Himbergen, Arch Neurol 2012; 69: 594–600

Foto: Medizin Akademie

Hohes Adiponektin fördert Demenz Im November 2011 starteten rund 180 Teilnehmer – Allgemeinmediziner, Internisten, Neurologen, Psychiater, Fachärzte für Physikalische Medizin (Zugangsfächer für das Additivfach Geriatrie), aber auch Fachärzte ande­ rer Richtungen – mit dem Diplomlehr­ gang Geriatrie 1.0. Die meisten von ihnen schlossen im Oktober dieses Jahres mit einem Referat im Rahmen

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des letzten Seminarwochenendes oder mit einer Arbeit ab und halten nun das Diplom der Österreichischen Ärzte­ kammer für Geriatrie in Händen. Das Additivfach Geriatrie kann damit von Ärzten aller Zugangsfächer beantragt werden, sofern bis zum Ablauf des 31. Dezember 2012 eine zumindest drei­ jährige Betreuung geriatrischer Pati­ enten nachgewiesen wird.

Nähere Informationen zum Diplomlehrgang Geriatrie und zum Additiv­ fach Geriatrie unter www.arztakademie.at. Die besten Abschlussarbeiten 2011/2012 finden Sie unter http://bit.ly/UCTUzq.

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Blutwäsche verbesserte die Gedächtnisleistung

BERLIN – Agonistische Autoantikörper rücken zunehmend in den Fokus: Jetzt gibt es erste Hinweise darauf, dass sie wohl auch bei Morbus Alzheimer und bei der vaskulären Demenz eine Rolle spielen. Agonistische Autoantikörper fanden sich bereits bei Erkrankungen wie Hypertonie oder Typ2-Diabetes. Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in Berlin-Buch haben nun die Wirkung dieser Abwehrstoffe auf das Gehirn tierexperimentell untersucht. 1 Sie

injizierten Ratten Antikörper gegen alpha-adrenerge Rezeptoren am Gefäßendothel bzw. ein Peptid, das die Antikörperbildung anregte. Jeweils drei und acht Monate später führte man bei den Tieren ein MRT durch. Dabei zeigten sich erhebliche Durchblutungsstörungen. Diesen Veränderungen liegt wohl eine Dauerstimulation der alpha-adrenergen Rezeptoren zugrunde. Die Autoantikörper erhöhen auch die Kalziumkonzentration in der Zelle und führen so zu einer Verdickung der Gefäßwände. Die Ergebnisse legen nahe, dass diese Antikörper an der Genese von ZNS-Er-

krankungen wie Schlaganfall und Demenz beteiligt sein könnten. Eine Expertengruppe des gleichen Zentrums hatte das Blut von Patienten mit M. Alzheimer oder vaskulärer Demenz untersucht und in jedem zweiten Fall vergleichbare Autoantikörper gefunden. Mittels Blutwäsche entfernten die Forscher bei einigen Betroffenen die Antikörper. Innerhalb von sechs und zwölf Monaten kam es daraufhin zu einer deutlichen Besserung der Gedächtnisleistung und der Alltagsfähigkeiten, heißt es in einer Pressemitteilung des Zentrums2.  abr Vor Injektion eines Antikörpers gegen 1. Peter Karczewski et al., PLOS ONE 2012; online first; 2. www.mdc-berlin.de

einen alpha-adrenergen Rezeptor zeigen diese Ratten gesunde Hirngefäße.

Fotos: © MDC Berlin-Buch (2)

Rolle von Autoantikörpern bei Demenz

Acht Monate nach Gabe des Antikörpers gegen den Blutgefäßzell-Rezeptor sind einige Gefäße nicht mehr zu erkennen.


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Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 48  •  28. November 2012

Bessere Vernetzung aller Beteiligten nötig

Palliativversorgung im hohen Alter

Bis zu 80 Prozent leiden an Schmerzen Ab wann hochbetagte Menschen einen palliativen Zugang brauchen, ist abhängig vom Fortschreiten der Multimorbidität und/oder einer Demenz mit all den belastenden Folgen auf körperlicher, seelischer, sozialer und spiritueller Ebene. Ein wichtiges Thema ist der Schmerz. Zwischen 50 und 80 Prozent aller Pflegeheimbewohner leiden an mittelschweren bis schweren chronischen Schmerzen, wie Prof. Heimerl betont. Die Fähigkeit zu kommunizieren und über die Schmerzen zu berichten, nehme jedoch vor allem bei Menschen mit Demenz ab. Sie sind nachgewiesenermaßen unterversorgt, was Schmerzmedikamente betrifft. Auf indirekte Schmerzzeichen (z.B. angespannter Gesichtsausdruck, verkrampfte Haltung, Veränderung des Atemrhythmus, beschleunigter Puls, Appetitlosigkeit, Unruhe, Verwirrtheit, Schlaflosigkeit, Verschlechterung des Allgemeinzustands) ist

zu achten. Assessmentinstrumente zur Fremdbeobachtung sollten zum Einsatz kommen. Aus ihrem Alltag in der mobilen Palliativbetreuung erzählte Dr. Susanne Zinell, Ärztin des mobilen Palliativteams des LKH Klagenfurt: Dass ihr Klientel zum Teil hochbe- Die Versorgung betagter Palliativpatienten stellt in vielerlei Hinsicht eine tagt ist, stellt die erfahrene Medizi- Herausforderung dar. Kommunale Betreuungsnetzwerke wären ideal. nerin mitunter vor große Herausforderungen, v.a. in Hinblick auf die geren, müssen aber am Anfang um Schmerztherapie. Viele der hochbe- etwa 30 bis 50 Prozent niedriger dotagten Patienten sind nämlich nicht siert und langsamer in ihrer Dosis nur kognitiv, sondern auch senso- gesteigert werden. Unter Umständen risch beeinträchtigt. Fragen wie: „Wo müssen bei retardierten Präparaten tut es weh? Wie tut es weh? Brennt die Dosisintervalle etwas verlängert Spital zurückkommen, oft schlechter es? Sticht es? Sind die Schmerzen werden. Es gilt der Grundsatz „start beisammen sind als vorher“, spricht einschießend oder kolikartig?“ kön- low, go slow“. Ein gutes Ausgangs- der Anästhesist ein großes Problem nen oft gar nicht so genau beantwor- Assessment und häufige Kontrollen an. Könnte man ihnen das nicht ertet werden. Dazu kommt, dass die- der eingeleiteten Maßnahmen sind sparen? Wäre es nicht sinnvoller, Inse Patientengruppe im Allgemeinen Voraussetzung, um einerseits mög- fektionen und Dehydrierungen im nicht nur am Tumorschmerz, son- liche Nebenwirkungen frühzeitig zu Pflegeheim zu behandeln? dern auch an anderen schmerz­ erkennen und andererseits die notVonseiten des Pflegeheims scheirelevanten Zustandsbildern leidet. wendige Dosis entsprechend anpas- tert es oft an den Ressourcen. Die Hochbetagte Menschen sind häufig sen zu können. Zu bedenken ist, dass ärztliche Versorgung der Pflegepolymorbid und nehmen eine Un- die ohnehin relativ kleine therapeu- heimbewohner ist nicht rund um zahl von Medikamenten ein. Mög- tische Breite der Opioide bei älteren die Uhr gegeben, es existieren keiliche Kontraindikationen für die Patienten durch Exsikkose oder Fie- ne klaren Anweisungen an das PfleSchmerztherapie und Interaktionen ber (CAVE transdermale Applika- gepersonal für die Symptomkontrolzwischen den Medikamenten sind tion) noch geringer ist. Wenn um- le. Auch vonseiten der Spitäler gibt die Folge. Zu berücksichtigen sind gekehrt die Schmerztherapie mit es Verbesserungsbedarf: Im Entlasauch Veränderungen der Medika- transdermalen Systemen nicht suf- sungsbrief wird selten auf den Ummentenabsorption, der Plasmaei- fizient ist, kann das unter Umstän- gang mit künftigen Verschlechweißbindung und des Verteilungs- den an der Abnahme des subkuta- terungen des Allgemeinzustands volumens sowie der Metabolisierung nen Fettgewebes liegen. eingegangen, es liegen keine TheraEines gilt für betagte genauso wie pievorschläge für mögliche Akutsiund Elimination. „Unterm Strich erreichen die einzelnen Dosen der für jüngere Krebspatienten: „Bit- tuationen vor und auf sinnvolle TheMedikamente bei betagten Men- te denken Sie auch immer daran, rapieeinschränkungen wird fast nie schen oft höhere Spitzenkonzentra- eine Rescue-Medikation zur Verfü- eingegangen. Zwischen den Institionen“, gibt Dr. Zinell zu bedenken. gung zu stellen. D.h., sorgen Sie da- tutionen wird ein dokumentierter Das gilt insbesondere für Opioide. für, dass die Patienten für Schmerz- oder mutmaßlicher Patientenwille Diese sind zwar bei betagten Pa- spitzen rasch wirksame Opioide an kaum je kommuniziert. Mit der Enttienten gleich effektiv wie bei jün- der Hand haben, und zwar in einer wicklung einer gemeinsamen interDosierung von einem Sechstel bis zu disziplinären Dokumentation, die einem Zehntel der Gesamt-Tagesdosis“, gibt Dr. Zinell eine konkrete Anleitung mit auf den Weg.

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Fachkurzinformation auf Seite 28

Als „Spielball zwischen den Institutionen“ bezeichnet OA Dr. Heinz Hannesschläger, MSc, Leiter des Palliativkonsiliardienstes im Wiener Kaiserin-Elisabeth-Spital (KES), den geriatrischen Palliativpatienten, der nicht selten zwischen Pflegeheim und Spital hin- und hergeschoben wird. Tatsache ist, dass 20 Prozent der dementen Pflegeheimbewohner am Lebensende in eine Klinik verlegt werden. Tatsache ist auch, dass diese Patienten ein dreifach erhöhtes Risiko haben, eine PEG-Sonde zu bekommen, und ein zweifach erhöhtes Risiko, auf der Intensivstation zu landen oder einen schweren Dekubitus zu entwickeln. „Alle, die in einem Pflegeheim arbeiten, wissen, dass die Patienten, die aus dem

ethische Fragestellungen und den Patientenwillen in den Mittelpunkt stellt, sowie dem Bemühen, eine optimale interdisziplinäre Betreuung in gewohnter Umgebung zu gewährleisten, wollte man der Problematik im KES entgegenwirken. „Wir hatten schon nach ein paar Monaten das Gefühl, dass die Sensibilisierung auf beiden Seiten – im Altenheim und im Spital – zugenommen hat“, zeigt sich Dr. Hannesschläger zufrieden. Wenngleich eine Evaluierung nicht stattfinden wird, weil das Haus Ende November geschlossen wird.

Modellprojekt in Tirol Wie Palliative Care für Hochbetagte funktionieren kann, zeigte Prof. Heimerl schließlich anhand des Hospiz- und Palliativplans in Tirol. Das dreijährige Modellprojekt beruht v.a. auf einer besseren Vernetzung aller Beteiligten, um die Versorgung von Palliativpatienten stabil zu halten. „Die Grundannahme eines solchen Projekts ist, dass es bei Palliative Care um eine solidarische Lebenskultur geht. Die Basis dafür ist, dass es kommunale Betreuungsnetzwerke gibt, in die sowohl ehrenamtliche Bürger als auch professionelle Dienste einbezogen sind“, erklärt Prof. Heimerl. Wichtig bei dem Projekt sei auch, dass eine wohnortnahe Palliativbetreuung möglich ist, Stichwort „Dahoam sterben“. Nicht zuletzt müsse Hospiz- und Palliativkultur in allen Versorgungsbereichen und für alle, die sie brauchen, zur Verfügung stehen. „Was geblieben ist, sind nachhaltige Vernetzungsstrukturen, es wurden eine Landespalliativ-Beauftragte und regionale Palliativkoordinatoren in Tirol eingeführt, die die Vernetzung lebendig erhalten“, zeigt sich die Expertin über die Nachhaltigkeit des Projekts begeistert. Dazu sei es gelungen, die Palliativstation im KH Lienz ins Laufen zu bringen. GLu ÖÄK Diplomlehrgang Geriatrie; Linz, September 2012

Serie zur Palliativmedizin

In Zusammenarbeit mit Univ.-Prof. Dr. Herbert Watzke, Präsident der Ös­ terreichischen Palliativgesellschaft, beleuchtet Medical Tribune 2012 in einer zwölfteiligen Serie alle As­ pekte der palliativen Betreuung von schwerkranken Patienten. Der Be­ griff „Palliative Care“ umfasst rein medizinische Aufgaben wie die Be­ handlung von Schmerzen, Übelkeit und Abgeschlagenheit, aber auch die pflegerische, soziale, psychologische und spirituelle Betreuung. Was Men­ schen brauchen, die aufgrund der Unheilbarkeit ihrer Erkrankung ei­ ne stark begrenzte Lebenserwartung aufweisen, und wann Palliative Care beginnen soll, diesen Fragen und an­ deren geht MT in der Serie nach.

Univ.-Prof. Dr. Herbert Watzke

Foto: Archiv

„Über 50 Prozent der Menschen, die in Österreich sterben, sind 80 Jahre und älter – das heißt, die Hälfte der Sterbenden sind hochbetagt“, betont Assoz.-Prof. Dr. Katharina Heimerl, Leiterin der Abteilung Palliative Care und Organisations­ Ethik an der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung (IFF) der Alpen-Adria Universität Klagenfurt. „Wenn Palliative Care also ein Konzept für sterbende Menschen ist, muss es natürlich auch ein Konzept für hochbetagte Menschen sein.“

Foto: Sandor Kacso – Fotolia.com

LINZ – Mehr als die Hälfte der Sterbenden in Österreich sind über 80 Jahre alt. Viele von ihnen sind multimorbid und/oder leiden an einer Demenz. Ebenso nehmen im höheren Lebensalter Tumorerkrankungen stark zu. Dass auch hochbetagte Menschen eine palliative Versorgung brauchen, steht außer Zweifel. Aber wann und unter welchen Umständen? Beim Palliativmodul des Diplomlehrgangs Geriatrie ging man diesen Fragen nach.

„Da in unserer Zeit ein großer Teil der Menschen in Institutionen verstirbt, kommt der Haltung und dem Wissen der Betreuenden dort eine große Bedeutung zu. Diese müssen an den Prinzipien der Palliative Care ausgerichtet sein.“


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