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Praxis-Tipp: Besonders Senioren nehmen oft nicht ausreichend Eiweiß zu sich, dabei haben sie einen erhöhten Bedarf. 6

Die ambulant erworbene Pneumonie (CAP) ist an sich eine hervorragend behandelbare Akuterkrankung, trotzdem bleibt die Mortalität bei stationär behandelten Patienten mit 13 Prozent unverändert hoch. Und das trotz

guter Resistenzlage bei den Antibiotika. Univ.-Prof. Dr. Tobias Welte, Medizinische Hochschule Hannover, sparte daher auf der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie in Salzburg nicht mit Kritik

Frauen mit hohem Risiko Eine neue Leitlinie gibt Orientierung für die Prävention bei Hochrisikopatientinnen für Brust- und Eierstockkrebs. u 7

Leben & Kunst im Sommer Ausstellungen, böses Kino und das Outreach-Festival in Schwaz lassen diesen Sommer keine Langweile aufkommen. u 22

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„Es geht darum, dass Patienten kompetent sind und ihr Selbstbestimmungsrecht und ihre Selbstbestimmungspflicht wahrnehmen können.“ 18

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Zu viele sterben an Pneumonie

u 24

Die Inkontinenz-assoziierte Dermatitis ist häufig, aber tabuisiert. Ein Dermatologe erklärt die ­Therapie. u 15

Dr. Sigrid Pilz

Dos and Don‘ts

Blutige Nase im Griff

Schmerzende Feuchtgebiete

20.03.12 10:30

Nasenbluten ist im Kindesalter häufig – hier reicht es meist, den Kleinen den richtigen Griff an die Nase beizubringen. Im Alter gilt es Risikofaktoren abzuklären. u 14

an der eigenen Zunft. Offensichtlich würden die medikamentösen und intensivmedizinischen Möglichkeiten nicht ausreichend ausgeschöpft. Das steigende Alter der Patienten ließ der Pneumologe nicht gelten. Das Al-

Foto: Artur Gabrysiak – Fotolia.com

Foto: AKh Linz

Das Kinderherzzentrum in Linz operiert jährlich 300 ­herzkranke Kinder. Selbst ­Ungeborene kommen hier unters Messer. 12

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ter allein habe nachweislich keinen Einfluss auf die Prognose. Prof. Welte nahm dies zum Anlass, die Dos and

Don’ts der Pneumonie-Behandlung prägnant zusammenzufassen. Für Sie nachzulesen auf u 11

Premiere für „Fortbildung am Punkt“

Klartext zur VTE Praxisorientierte Fortbildung zu aktuellen Therapiethemen in Wohnortnähe, das ist das Konzept der „Fortbildung am Punkt“, veranstaltet von der Medizin Akademie. Premiere der neuen Veranstaltungsreihe war in Linz. Univ.-Doz. Dr. Ansgar Weltermann, Krankenhaus der Elisabethinen Linz, warnte davor, venöse Thromboembolien (VTE) zu unterschätzen, und erklärte detailliert das diagnostische

Vorgehen bei Verdacht sowie die Akut- und Langzeittherapie. Aktualität hat das Thema VTE durch eine neue orale Therapieoption. Fortbildung

am Punkt tourt durch Österreich und kommt auch in Ihre Nähe. Nächster Stopp ist am 29. September in Graz. Mehr Information dazu auf u 8

RSG Wien beschlossen

Spitäler in Bewegung Die Wiener Gesundheitsplattform hat Ende Juni den neuen Regionalen Strukturplan Gesundheit für die Bundeshauptstadt beschlossen. Dieser sieht eine weitreichende Veränderung der Wiener Spitalslandschaft vor. Bis 2020 werden sie-

ben große städtische Spitäler und eine Reihe von kleineren privaten Häusern die Versorgung der Wiener Bevölkerung übernehmen. Einige Spitalsstandorte, wie etwa das Otto-Wagner-Spital, werden geschlossen, Abteilungen übersiedeln in an-

dere Häuser – v.a. ins neue Krankenhaus Nord. Generell wird die Zahl der Akutbetten reduziert und die der Pflegebetten erhöht. Das Geriatriekonzept sieht u.a. die Schließung des Geriatriezentrums „Am Wienerwald“ vor. Details dazu auf u 19

Grüße aus Genericon ECHT ÖSTERREICHISCH – ECHT GENERICON N

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14.02.2012 15:42:5


Zum Thema

Medizin

Aus dem Inhalt Medizin Impfungen

Bei Rheumapatienten klaffen große Lücken .................. 3

Wissenschaft

für die Praxis................................ 4

Praxis-Tipp

Studie: Ältere Menschen brauchen mehr Eiweiß ................ 6

Brust-/Eierstockkrebs

Neue Leitlinie für Hochrisikopatientinnen............. 7

Kongress live

VTE: Richtige Diagnose & Therapie kann Leben retten.........8

Pneumonie

Letalität bei CAP-Patienten ist unverändert hoch.................11

Herzchirurgie

Kinderherzzentrum Linz europaweit führend...................12

Patienten mit Migrationshintergrund

Versorgung ohne Vorurteile GRADO – Im Umgang mit Patienten mit Migrationshintergrund zeigen sich häufig sowohl für den Patienten als auch für den Arzt unzählige Probleme. Ausführliche Aufklärung über das Wesen der Migration mit all ihren kulturellen und psychologischen Aspekten soll Missverständnisse aus dem Weg räumen und so Toleranz und optimale Behandlungsergebnisse fördern. Ärztehopping und niedrige Compliance sind oft Folge einer gestörten Interaktion zwischen Arzt und Patient. Und besonders anfällig dafür sind interkulturelle Begegnungen, wenn das gegenseitige Verständnis fehlt.

Falsche Diagnosen „Gegenseitige Vorurteile, Ängs­ te, Hemmungen, mangelndes Wissen über Krankheitskonzepte sowie Kommunikationsbarrieren führen nicht selten zu falschen Diagnosen“, warnte Dr. Türkan AkkayaKalayci, Fachärztin für Psychatrie und Kinder- und Jugendpsychatrie und Ärztliche Leiterin der Ambu-

1x pro Monat

Welcher Zielwert ist für Diabetiker ideal? .................13

Nasenbluten

Welche Maßnahmen wirksam sind .............................14

Blasenkarzinom

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Ursachen für schlechteres Outcome bei Frauen unklar.......21

Leben & Kunst

 olitik & P Praxisführung Psychotherapie-Streit

WGKK will Psychoanalyse nicht mehr bezahlen.................17

Patientenanwältin

Dr. Sigrid Pilz im MT-Interview.......................18

Wiener Spitäler

Große Umstrukturierung nach RSG-Beschluss..................19

Impressum.............................. 6

cherheit in rigiden und/oder extrem ­religiösen Lebensweisen. Psychologisch betrachtet können, wie Dr. Akkaya-Kalayci berichtete, folgende Phasen der Migration unterschieden werden: die Vorbereitungsphase, der Migrationsakt, die Phase der Überkompensierung, die Phase der Dekompensation und die Phase der generationsübergreifenden Anpassungsprozesse. Die Überkompensierung ist der Ver- Die Identitätsentwicklung zwischen den Kulturen ist eine Herausforderung. such, das existenziell Notwendigste zu organisieren, physische und psy- Bei jugendlichen Patienten, die zur grationshintergrund und Ärzten chische Krankheiten werden in die- Diffusion oder Marginalsierung prägt, ist die Machtasymmetrie in ser Phase häufig übersehen. Zum tendieren, können zum Beispiel der Gesprächssituation. Zeitpunkt der Dekompensation vermehrt Drogenprobleme beoDie Krankheiten scheint die Exis­tenz gesichert. Auf- bachtet werden. Auf dem, wie oben der Migranten erwähnt, teilweise sehr langen Weg zur Integration können von einer Die häufigsten gesundheitlichen zur nächs­ten Generation häufige Probleme bei Migranten sind HerzIdentitätswechsel stattfinden. Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ 2, InfektionserkranKulturen und Konzepte kungen wie Hepatitis, Helicobacter Die vorrangigsten Probleme pylori, HIV und Tbc, genetische mit denen Migranten konfrontiert Stoffwechselstörungen und Erkransind, sind kulturelle Unterschiede, kungen des Bewegungsapparates. Im psychischen Bereich erwähnte Sprachbarrieren, psychische Belas­ tungen durch die Migration selbst Dr. Akkaya-Kalayci Entwicklungsund innerfamiliäre Rollenwechsel. störungen bei Kindern, DepressiLaut einer Studie finden mehrma- onen, Suizidalität – v.a. bei türki­ Die Innovation lige ärztliche Konsultationen bei schen Mädchen unter 24 Jahren, in der türkischsprachigen Familien nur zu Schizophrenie, posttraumatische 18 Prozent aufgrund sprachlicher Belastungsstörungen (PTSD) nach OsteoporoseProbleme statt. Zu 43 Prozent sind entsprechenden Migrationserfahrun­ therapie kulturelle Missverständnisse dafür gen, dissoziative und somatoforme ­Störungen sowie ­Suchtverhalten. verantwortlich. Zur Verbesserung bei der BeJede Kultur weist ihre eigenen Krankheitskonzepte und Aus- handlung von Migranten rät Dr. drucksweisen dafür auf. So verwen- Akkaya-Kalayci, auch aus Gründen den viele südländischen Patienten eines drohenden Gesichtsverlustes sehr plas­tische Schilderungen, die Familienangehörige miteinzubeziemöglicherweise in unserer Kultur hen, deren Gesundheitsbewusstsein Fachkurzinformation auf Seite 20 übertrieben erscheinen. Auch der zu erhöhen, psychosoziale Beragrund physischer oder psychischer Umgang mit Krankheit differiert tungsstellen wie „FEM Süd“ (www. Probleme erfolgt die erste Arztkon- häufig. Ärzte werden nicht selten fem.at/FEM_Sued/femsued.htm) sultation. „Die letzte Phase der end- mit fatalistischen Erklärungsmo- hinzuzuziehen und religiöse Doggültigen Anpassung an die Aufnah- dellen und scheinbaren Verboten men zu hinterfragen, denn – so Dr. mekultur kann schließlich bis zu religiösen Ursprungs konfrontiert. Akkaya-Kalayci: „Wenn es um Gesechs Generationen dauern“, erklärt „Vor allem sehr traditionelle Fami- sundheit geht, gibt es keine Verbote, Dr. Akkaya-Kalayci. lien haben häufig große Schwierig- auch Allah nimmt Kranke aus!“ Ein essenzieller Faktor der In- keiten, neu definierte Rollenbilder, Außerdem empfiehlt sie eine getegration ist die Identitätsentwick- im Sinne einer Emanzipation oder naue sprachsensible Anamnese mit lung. Im Falle einer Assimilati- Parentifizierung, zu akzeptieren“, so Einbeziehung kulturübergreifender, on erfolgt eine gute Anpassung an Dr. Akkaya-Kalayci. Manche erst- kulturspezifischer, religiöser und indie Aufnahmegesellschaft, die Her- malig berufstätige Frauen erlan- dividueller Aspekte mit eventuell erkunftskultur wird jedoch abgelehnt. gen im Aufnahmeland scheinbar höhtem Zeitaufwand, jedoch konseAls Segregation hingegen wird der mehr Rechte als im Herkunftsland. kutiv signifikanter Verbesserung der Versuch bezeichnet, die eigene Kul- Viele Migrantenkinder müssen Compliance. Dies erhöht wiederum tur rigide weiterzuleben. „Die ein- durch bessere Sprachkenntnis el- die Zuverlässigkeit der Diagnosen zig gesunde Form der Identitätsent- terliche Aufgaben als Dolmetscher und liefert optimale Behandlungserwicklung stellt die Integration dar, übernehmen. Folgen davon sind gebnisse. Eine Studie belegt dies mit bei der beide Kulturen integriert Autoritätsverlust der Ehemänner einer Compliance der Migrantenfawerden“, erklärt die Expertin. Kann oder Eltern, und nicht immer ge- milien an der Universitätsklinik für sich der Migrant weder für die Her- hen solche Prozesse innerhalb der Kinder- und Jugendpsychatrie von kunfts- noch für die Aufnahmekul- Familie gewaltfrei ab. Eine wei- 78 bis 80 Prozent! „Positive Erfahtur entscheiden und pendelt stän- tere Folge können physische und rungen mit dem Gesundheitssystem dig zwischen beiden, so spricht man psychische Erkrankungen mit se- helfen Migranten wesentlich beim von Diffusion. kundärem Krankheitsgewinn sein. Integrationsprozess“, so Dr. AkkayaDie Marginalisierung entspricht Ein Problem, welches das Verhält- Kalayci abschließend. BKA einer Ablehnung beider Kulturen. nis zwischen Patienten mit Mi- Ärztetage Grado, Italien, Juni 2012

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Die besten Tipps für Ihren Kultur-Sommer...............22

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 28  •  11. Juli 2012

lanz für Transkulturelle Psychatrie und migrationsbedingte Störungen im Kindes- und Jugendalter im Wiener AKH, im Rahmen der Ärztetage Grado in Italien.

Fehlender Austausch Fehlender sozialer und interkultureller Austausch kann auch Nährboden für Krankheiten sein. Für die Auswirkungen der Migration ist es wesentlich zu unterscheiden, ob diese freiwillig (arbeits- oder bildungsbedingt) oder unfreiwillig (aufgrund politischer Verfolgung, Krieg, Naturkatastrophen) zustande kam. Weiters ist dafür von Belang, ob die Möglichkeit und die Bereitschaft, sich zu integrieren, vorhanden sind. Diese sind stark vom Bildungsstatus abhängig. Viele Familien, deren Migrationsmotivation unfreiwillig und scheinbar zeitlich begrenzt ist, verweigern die Integration aus Angst, in der Herkunftsgesellschaft als fremd zu gelten. Als Heimatlose suchen solche Patienten oft Si-

Foto: BilderBox.com

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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 28  •  11. Juli 2012

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Vor allem bei Pneumokokken klaffen große Lücken

Rheumatiker scheuen Impfung WIESBADEN – Trotz Impfempfehlungen ist die Impfprophylaxe bei Rheumapatienten extrem lückenhaft. In einer deutschen Studie war nicht einmal jeder dritte Rheumapatient gegen Pneumokokken geimpft. Für Influenza war die Impfquote etwas besser. In einer deutschen Studie waren von rund 300 Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) nur zwischen 20 und 40  % gegen Pneumokokken geimpft. Am niedrigsten lag die Impfrate mit 20 % in dem Kollektiv, das mit klassischen DMARDs* behandelt wurde. Die mit TNF-Blockern therapierte Gruppe erreichte immerhin eine Impfquote von rund 37 % und die mit Rituximab behandelten Patienten 39  %. Selbst von den über 65-Jährigen war nur jeder Zweite gegen Pneumokokken geimpft, berichtete Prof. Dr. Christian Kneitz vom Klinikum Südstadt Rostock beim 7. Rheumatologie-Update-Seminar in Wiesbaden. Umso überraschender waren die schlechten Quoten angesichts der Tatsache, dass die Studienteilnehmer recht gut über ihr erhöhtes Infektionsrisiko und die Impfempfehlungen informiert waren. Die entsprechenden Aufklärungsraten lagen zwischen 77 und 90  %. Die Impfquoten gegen Influenza fielen im Vergleich zur Pneumkokkenprophylaxe etwas besser aus: Rund zwei Drittel der Studienteilnehmer waren geschützt, von den Älteren sogar rund 75 %.

gedehnt werden (bis zu zehn Jahren?), schlussfolgerte der Experte. Klinisch besonders brisant war die Frage, wie immunkompromittierte Patienten auf eine InfluenzaImpfung reagieren würden. Eine brasilianische Arbeitsgruppe legte jetzt Daten zur Anwendung einer adjuvansfreien H1N1-Vakzine (A/California/7/2009) vor. Insge-

zeigten sich deutliche Unterschiede. Im Rheumapatientenkollektiv war die Impfantwort deutlich schlechter ausgefallen – nur 68,5  % verfügten über genügend protektive Antikörper, in der Kontrollgruppe hingegen 82,9 %. Für die Serokonversion fanden sich entsprechende Raten von 63,4 % gegenüber 76,9 %. eno * Disease modifying antirheumatic drug

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Pneumokokken nur alle zehn Jahre auffrischen? Viel diskutiert, so Prof. Kneitz, wird nach wie vor die Frage, ob bei Patienten mit rheumatoider Arthritis unter Methotrexat-Therapie die Pneumokokken-Impfung überhaupt wirksam ist. In einer rezenten Studie wurden retrospektiv Daten von 152 mit MTX behandelten RA-Patienten analysiert. 28 Studienteilnehmer hatten noch nie eine Pneumokokken-Impfung erhalten. Insgesamt erkrankten elf Patienten an einer Pneumonie, acht von ihnen gehörten zur Gruppe der 28 Ungeimpften. Somit waren in dieser kleinen Studie die ungeimpften Teilnehmer einem deutlich größeren Erkrankungsrisiko ausgesetzt: relatives Risiko 9,7-fach erhöht und unter Steroidtherapie 6,5-fach. Die Behandlung mit Methotrexat war demgegen­ über weder mit einem geringeren Antikörpertiter noch mit einem höheren Infektionsrisiko verbunden, so der Rheumatologe. Die Studiendaten zeigten zudem, dass eine einmalige Pneumovax-Impfung das Pneumonie-Risiko von RA-Patienten über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren minderte. Somit könne das Impf­ intervall möglicherweise weiter aus-

samt wertete man Daten von 1668 geimpften Patienten aus. Diese litten an verschiedenen rheumatologischen Erkrankungen, darunter 340 an rheumatoider Arthritis. 253 gesunde Personen dienten als Kontrollgruppe. Zum Zeitpunkt der Impfung waren die Antikörpertiter in beiden Gruppen vergleichbar. Doch bei der Analyse nach 21 Tagen

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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 28  •  11. Juli 2012

Bewegungsbox für den ersten Schritt WIEN – Die Vorteile eines „bewegten“ Lebens können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Um Bewegungsmuffeln den ers­ ten Schritt zu erleichtern, hat die Österreichische Diabetes Gesellschaft mit der Sportunion eine Bewegungsbox entwickelt. Bewegung ist eine wichtige Strategie gegen Diabetes: Einerseits zur Prävention der Erkrankung, und andererseits ist sie die erste und wichtigste Therapie – gemeinsam mit einer Ernährungsumstellung –, wenn Patienten bereits zuckerkrank sind, wie der stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen Dia­ betes Gesellschaft (ÖDG), Univ.Prof. Dr. Thomas C. Wascher von der 1. Medizinischen Abteilung am Wiener Hanusch-Krankenhaus, erklärt. „Der Wunsch, Bewegung zu

Foto: privat

Univ.-Prof. Dr. Thomas C. Wascher

machen, ist bei vielen Menschen da“, weiß der Experte. „Da es aber leider oft an der Umsetzung scheitert, bietet die Bewegungsbox Unterstützung, um mehr Bewegung in den Alltag zu bringen.“ Die Bewegungsbox ist ein Angebot, dass die Diabetes Gesellschaft gemeinsam mit der Sportunion entwickelt hat. „Ziel der Bewegungsbox ist es in erster Linie, Freude und Spaß an der Bewegung zu vermitteln und klare Anleitungen weiterzugeben“, sagt Mag. Dr. Christian Lackinger von der Sportunion. „Denn Bewegung macht nicht nur Spaß, sie bereichert auch das Leben und bringt wesentliche gesundheitliche Vorteile – sowohl für Diabetiker als auch für alle, die es nicht werden wollen.“

Motivierender Inhalt Die Bewegungsbox enthält ein Handbuch, das über den Zusammenhang zwischen Bewegung und Wohlbefinden informiert. Auf der

beigelegten DVD und in einer handlichen Kartei finden sich über hundert Übungen zum Nachmachen. Weiters finden sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene in der Box erprobte Bewegungsvorschläge. Weil viele Übungen mit Hilfsmitteln effektiver sind oder mehr Spaß machen, ist auch ein elastisches Theraband eingepackt, mit dem die Muskulatur des ganzen Körpers gekräftigt werden kann – und das in jede Tasche passt, sodass es überallhin mitreisen kann. Ein elektronischer Schrittzähler dient der Kontrolle der täglich zurückgelegten Gehstrecken und motiviert dazu, die Schrittanzahl zu erhöhen. Zudem macht das Gerät bewusst, dass wirklich jeder Schritt zählt – auch beim Einkaufen, bei der Gartenarbeit oder beim Gassi-Gehen mit dem Hund. Als „Herzstück“ bezeichnen die Entwickler der Box den Bewegungspass, der zur Dokumentation des persönlichen Fortschritts dient. Bestellt werden kann die Bewegungsbox zum Preis von 35 Euro zuzüglich Liefergebühr – was den Herstellungskosten entspricht, wie die Anbieter mitteilen. Prof. Wascher und Mag. Lackinger empfehlen den Sportanfängern, das persönliche Bewegungsprogramm idealerweise mit dem Arzt zu besprechen. Diabetiker sollten sich ohnehin beim Arzt darüber informieren, wie eine Unterzuckerung infolge einer Überanstrengung verhindert werden kann. Es sei auch sinnvoll, die Unterstützung von Bewegungsexperten – etwa in Sportvereinen – zu suchen. Doch den Hintern erst einmal einfach von der Couch hochzubekommen – das gelingt mit dem Paket wohl schon ganz gut. ph Die Bewegungsbox kann bestellt werden unter: www.bewegungsbox.at

i

Univ.-Prof. Dr. Heinz F. Hammer

leitlinienkonformer CPAP-Therapie war dagegen gegenüber der Kontrollgruppe das Risiko einer Hypertonie um 30 % gesenkt. Für die Praxis: Patienten mit OSA ohne (adäquate) CPAP-Therapie hatten eine signifikant höhere, mit adäquater CPAP-Therapie eine signifikant niedrigere Hypertonie-Inzidenz als die Kontrollgruppe. J.M. Marin et al., JAMA 2012, May 23; 307: 2169–76

Kognitive Therapie bei hohem Psychoserisiko mären Endpunktes wurde der CAARMS-Score (comprehensive assessment of at risk mental states) bestimmt, der den Übergang zur Psychose, die Schwere der psychotischen Symptomatik sowie den entsprechenden Leidensdruck erfasst. 288 Teilnehmer im Alter von 14 bis 35 Jahren wurden je zur Hälfte mit kognitiver Therapie behandelt bzw. nur überwacht und mindestens zwölf

Britische Forscher untersuchten in einer multizentrischen, randomisierten Studie, ob eine kognitive Therapie mit durchschnittlich neun Therapiesitzungen innerhalb von sechs Monaten in Kombination mit einem regelmäßigen Monitoring des psychischen Zustandes die resultierende Erkrankung stärker eindämmt als das Monitoring allein. Zur Messung des pri-

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Monate lang beobachtet. Nur 8 % der Patienten zeigten – ohne sig­ nifikanten Gruppenunterschied – einen Übergang zur Psychose. Auch der Leidensdruck durch psychotische Symptome nach zwölf Monaten unterschied sich in beiden Gruppen nicht signifikant. Nur die Schwere der psychotischen Symptomatik war mit kognitiver Therapie signifikant geringer. Für die Praxis: Die kognitive Therapie verringerte bei jungen Erwachsenen mit hohem Psychoserisiko den Schweregrad der resultierenden psychotischen Symp­ tomatik. A.P. Morrison et al., BMJ 2012, Apr 5; 344:e2233

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In einer schottischen Studie Abwarten mit einer verringerten wurden Auswirkungen auf das perinatalen Mortalität assoziiert, Neugeborene (perinatale Morta- in der 40. SSW mit einer Rate von zu 0,18  %. Der Anteil der lität, Einweisung in eine neona- 0,08  % 39,50 39,50 39,50 mit normaler tologische Spezialabteilung) und Spontangeburten 32,50 betrug in der 40. SSW dieBOsO Mutter (Art der Geburt) durch Schädellage Henry scHein - 16 % Nitril-Handschuhe boso carat professional und elektive Weheneinleitung (ohne 80  % bei Weheneinleitung medizinische Indikation) oder ab- 74 % bei Abwarten. Der Anteil der wartendes Management erfasst. Neugeborenen, die in eine Spezi4,50 Einbezogen wurden 1.271.549 alabteilung eingewiesen wurden, 4,50 4,50 Einlingsschwangerschaften mit 4,50 137,50 4,50 mindestens 37 Wochen Dauer ausHenry scHein allen geburtshilflichen EinFingerpulsoximeter richtungen in Schottland (Jahre Heine Otoskop „mini 3000“ 1981–2007). Die Ergebnisse wurden für jede Woche zwischen der www.meindfp.at 75,00 37. und 41. Schwangerschaftswo- 21 % 59,90 59,90 che (SSW) separat erfasst und mit Fortbildungskonto-User: 19.612 zahlreichen (u.a. Altermit Aktionscode – bei Bestellung Code bitte unbedingt angeben! Aktionscode:Faktoren HS MT 17 – Preise gültig bei Bestellung bei der Geburt,Ganz einfach und bequem bestellen: Parität, GeburtsgeBisher gut geschriebene Henry Schein Medical Austria GmbH • computerstrasse 6 • 1100 Wien wicht, Art der Geburt) adjustiert. DFP-Punkte: 19 61 - 99 4,608.384 Internetshop: www.henryscheinmed.at Tel: 01 / 718 bestellung@henryscheinmed.at Free-Fax: 0800 / 718 19 61 - 23 InEmail: jeder untersuchten SSW war die Weheneinleitung gegenüber dem schwarz burgund royal blau

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war nach Weheneinleitung jedoch erhöht und lag in der 40. SSW bei 8,0 % vs. 7,3 % (OR 1,1; 95 %-KI 1,1–1,2). Für die Praxis: Die elektive Weheneinleitung verringerte die perinatale Mortalität, ohne das Risiko einer operativen Geburt zu erhöhen. S.J. Stock et al., BMJ 2012, May 10; 344:e2838

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Wirkungsvoll gegen Diabetes

Hypertonie-Inzidenz pro 100 Personenjahre betrug in der Kontrollgruppe 2,2, bei OSA-Patienten ohne Indikation für eine CPAPTherapie 3,3, bei OSA-Patienten mit indizierter, aber abgelehnter CPAP-Therapie 5,8, bei mangelnder Adhärenz bezüglich der CPAP-Therapie 5,1 und bei Patienten mit leitlinienkonformer CPAP-Therapie 3,1. Unter Berücksichtigung von Einflussfaktoren der Hypertonie war das Risiko der Hypertonie bei OSA-Patienten ohne CPAP-Indikation um 30  % erhöht, bei den ablehnenden Patienten verdoppelt und bei den nicht adhärenten OSA-Patienten um 80  %. Bei OSA-Patienten mit

Spanische Forscher haben in einer prospektiven Kohortenstudie mit 1889 zu Beginn normotonen Teilnehmern, die zwischen 1994 und 2000 mittels nächtlicher Polysomnographie untersucht worden waren, die Entwicklung einer Hypertonie untersucht. Bei einem Teil der Untersuchten war eine OSA diagnostiziert worden, die übrigen dienten als Kontrollgruppe. Die Gesamtgruppe wurde durchschnittlich zwölf Jahre lang nachbeobachtet, um die Inzidenz der arteriellen Hypertonie zu ermessen. In 21.003 Personenjahren trat bei 37 % der Teilnehmer eine Hypertonie auf. Die nicht adjus­tierte

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Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 28  •  11. Juli 2012

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Salzburger Sommersport-Unfallstatistik 2011

SALZBURG – Radeln, hüpfen, rutschen: Das ist für Kinderköpfe besonders riskant. Dies zeigt die aktuelle statistische Auswertung der Sportunfälle, die im Sommer 2011 im Landesklinikum Salzburg betreut worden sind. Für Dr. Jan Bauer, interimistischer Leiter der Salzburger Universitätsklinik für Kinder- und Jugendchirurgie, war die Präsentation der Sportunfallstatistik eine Gelegenheit, um eine klare Empfehlung fürs Helmtragen auszusprechen, und zwar nicht nur für Kinder unter zwölf: „Alle Kinder und Jugendlichen sollten beim Radfahren einen Helm tragen“, mahnte er. „Bei 80 Prozent aller Fahrradunfälle wird der Kopf in Mitleidenschaft gezogen. Helme können den Schweregrad der Kopfverletzung um drei Viertel reduzieren.“ Doch im Vorjahr hatten fast zwei Drittel der 53 Kinder, die

beim Radeln gestürzt waren und danach im Krankenhaus bleiben mussten, keinen Kopfschutz getragen. Und heuer waren zehn der zwölf Kinder, die nach Fahrradstürzen stationär behandelt werden mussten, ohne Helm unterwegs. Sechs davon waren übrigens älter als zwölf Jahre und fielen damit nicht unter die Helmpflicht, die 2011 eingeführt worden ist. Eltern sollten ihre Vorbildfunktion wahrnehmen und ebenfalls zum Helm greifen, meinen die Experten. Tatsächlich tragen Erwachsene immer häufiger die schützende Kopfbedeckung: 2011 trugen über 83 Prozent der Radsportler ei-

nen Helm (2009: 61,8  %). „Erfreulich ist auch, dass mittlerweile beinahe 38 Prozent derjenigen, die das Fahrrad für die Arbeit oder zum Einkaufen verwenden, ihren Kopf schützen“, kommentierte Dr. Clemens Hübner von der Salzburger Universtitätsklinik für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie. Auch im Schwimmbad verletzen sich Kinder relativ häufig. Und wieder sind es Kopf und Gesicht, die dabei besonders häufig getroffen werden (39 %). Dabei ereignen sich die Unfälle typischerweise weder beim Schwimmen noch beim Tauchen, sondern fast ein Drittel der Unfälle in Bädern passieren, weil die Kids am Beckenrand ausrutschen. Noch mehr, nämlich 40 Prozent der Unfälle sind Kollisionen am Ende von Wasserrutschen. Genügend Ab- Ein bisschen mehr Abstand zum Vorderstand zum Vordermann und schnel- mann wäre hier schon angebracht.

Foto: BilderBox.com

Kinder: Auf den Kopf getroffen les Freimachen des „Landeplatzes“ könnten die meisten unliebsamen Zusammenstöße verhindern. Eine weitere Gefahrenzone sei noch erwähnt: das Trampolin, das natürlich einen sicheren Standplatz finden und mit einem Schutznetz versehen sein sollte. Riskant wird es hier, wenn mehrere Kinder gleichzeitig herumhopsen. Bei 77 Prozent der erfassten Missgeschicke waren mindestens zwei Kinder auf einmal beim Hüpfen. Fatal ist es, wenn diese auch noch unterschiedlich schwer sind: Dann wird durch das Springen des größeren Kindes das leichtere völlig unkontrolliert herumgeschleudert. Weitere Sicherheitsmaßnahme: Aufhören, bevor die Kraft ausgeht. Dann steht dem Hüpf-Vergnügen nichts im Wege.ph SALK Sommersportstatistik 2011; Salzburg, Juni 2012

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Nicht nur in Entwicklungsländern

INNSBRUCK – Priv.-Doz. Dr. Michael Kleines von der Sektion für ­Virologie der Med-Uni Innsbruck konnte nachweisen, dass Hepatitis E in Österreich häufiger vorkommt als bisher angenommen und ­erhielt dafür am „Science Day“ den Poster-Sonderpreis. Ende Juni fand an der Med-Uni Innsbruck bereits zum dritten Mal der „Science Day“ des Comprehensive Center für Infektiologie, Immunologie und Transplantation (CIIT) statt. Dieser Tag ist dem interdisziplinären Austausch über aktuelle Forschungsprojekte gewidmet. Priv.-Doz. Michael Kleines stell-

te dort seine Studie zur Seroprävalenz des Hepatitis-E-Virus vor. Dem Arbeitsgruppenleiter an der Sektion für Virologie der Med­-Uni Innsbruck war es gelungen zu belegen, dass bei immerhin durchschnittlich zwei bis drei Prozent der Österreicher Antikörper, die Der Virologe Doz. Michael Kleines mit nach einer Infektion mit Hepati- seinem ­preisgekrönten Poster.

Foto: Medizinische Universität Innsbruck

Hepatitis E in Österreich nachgewiesen tis E gebildet werden, nachweisbar sind. Hepatitis E kommt also nicht nur in Entwicklungsländern vor. „Diese Erkenntnis bedeutet, dass bei Patienten mit einer akuten Leberentzündung, für die keine andere Ursache festgestellt werden konnte, auch in Österreich abgeklärt werden sollte, ob eine Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus vorliegt“, erklärt Doz. Kleines. Hepatitis-E-Viren können schwere Leberentzündungen hervorrufen, doch häufig verläuft die Infektion auch völlig unbemerkt.  ph

Studie bestätigt

Krebs durch Fettleber WIEN – Nicht immer ist das Leberzellkarzinom (HCC) durch Hepatitis B/C oder Alkoholmissbrauch verursacht: Nun wurde auch die nichtalkoholische Fettleber (NAFLD) als Risikofaktor für HCC identifiziert. Die UEG (United European Gastroenterology) fordert nun, dass NAFLD als Krebsvorzeichen erkannt und entsprechend behandelt wird.ph Reeves H et al.: Fatty Liver: Inhibition of Progression; EASL Barcelona, April 2012


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Praxis-Tipp

Medizin

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Mit jeder Hauptmahlzeit mindestens 20 g Protein aufnehmen

Impressum

Senioren brauchen Eiweiß Internationale Wochenzeitung für Österreich

NÜRNBERG – Nach den Empfehlungen der Gesellschaften für Ernährung in Österreich und Deutschland sollen Senioren täglich 0,8 g/kg KG Protein aufnehmen – genauso viel wie jüngere Erwachsene. Möglicherweise genügt das aber bei Älteren nicht. Bei unzureichender Eiweißzufuhr wird vor allem die Skelettmuskulatur abgebaut, langfristig leiden auch Stoffwechsel- und Organfunktionen. Das Alter nagt ohnehin schon an der Muskulatur, deshalb kommt es bei einem zusätzlichen Proteinmangel relativ schnell zu Sarkopenie und Gebrechlichkeit.

Aktuelle Empfehlungen im Alter zu niedrig? Die Empfehlung „0,8  g/kg KG“ beruht auf der Tatsache, dass bei dieser Menge die Stickstoffbilanz positiv ausfällt, schreibt Prof. Dr. rer. nat. Dorothee Volkert

vom Institut für Biomedizin des Alterns der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift“. Allerdings weisen epidemiologische Studien darauf hin, dass die Senioren mit etwas mehr Protein möglicherweise besser beraten sind. So konnte z.B. in der „Health ABC Study“ bei 70 bis 79 Jahre alten Teilnehmern gezeigt werden, dass diejenigen mit der höchsten Proteinaufnahme (1,1  g/ kg KG) im Verlauf am wenigsten fettfreie Körpermasse einbüßten. In einer anderen Studie waren die Teilnehmer mit der niedrigsten Eiweißzufuhr doppelt so häufig von

www.medical-tribune.at Verlag und Herausgeber: Medizin Medien Austria GmbH Anschrift: 1120 Wien, Grünbergstr. 15/Stiege 1 Telefon: (01) 54 600-0, Fax: (01) 54 600-710 Geschäftsführer: Thomas Zembacher Verkaufsleitung: Reinhard Rosenberger Telefon: (01) 54 600-510 E-Mail: rosenberger@medical-tribune.at Anzeigenleitung: Thomas Schmuttermeier Telefon: (01) 54 600-540 E-Mail: schmuttermeier@medical-tribune.at Anzeigenabwicklung: Mag. Edyta Konarzewska Telefon: (01) 54 600-513 E-Mail: ek@medizin-medien.at

erreicht wird, schreibt Prof. Volkert. Möglicherweise spielt auch die Proteinverteilung über den Tag eine Rolle. Schließlich weiß man, dass sehr große Eiweißportionen, wenn sie auf einmal verzehrt werden, keinen stärkeren anabolen Effekt haben als normale. Andererseits werden im Alter größere Aminosäurenmengen benötigt, um die Muskelproteinsynthese anzuregen. Es ist also wichtig, mit jeder Mahlzeit genügend Protein aufzunehmen. Die Ernährungsexpertin empfiehlt deshalb, bei jeder der drei Hauptmahlzeiten mindestens 20 g Protein zu sich zu nehmen. Bei gebrechlichen und kranken Senioren kann eine ergänzende Proteinzufuhr mit Supplementen sinnvoll sein, so die Autorin. Eine aktuelle Metaanalyse von 36 Studien zeigte, dass eine proteinreiche Trinknahrung mit einer Verbesserung von Ernährungszustand und Handkraft sowie mit weniger Krankenhauseinweisungen und Komplikationen einhergeht. Bei gesunden Senioren ist ein Effekt dagegen nicht belegt. MW

Gebrechlichkeit betroffen wie die am besten versorgten Probanden. Deshalb sollte man darauf achten, dass zumindest die heute empfohlene Menge an Protein tatsächlich

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Dorothee Volkert et al., Dtsch Med Wochenschr 2012; 137: 633–635

Fachkurzinformation auf Seite 20

Damit Risikokandidaten kein Intervallkarzinom entwickeln

Kontrollen nach Koloskopie Patienten wünschen sich Sicherheit, gehen zur Screening-Koloskopie und erkranken dennoch binnen fünf Jahren an einem sogenannten Intervallkarzinom – woran könnte das liegen? Dieser Frage gingen Gastroenterologen vom Klinikum Wels nach. Sie führten eine retrospektive Analyse durch und werteten Daten von 1102 Patienten mit kolorektalem Karzinom (KRK) aus. 939 der 1102 Krebskranken wurden in der chirurgischen Abteilung des Welser Klinikums operiert. In 65,8 Prozent

der Fälle (725 von 939 Operierten) war präoperativ die Diagnose in der gastroenterologischen Abteilung der gleichen Klinik gestellt worden. Somit lagen relevante Koloskopie-Daten von 725 Darmkrebspatienten für retrospektive Analysen vor. Schließlich zeigte sich: 45 der 725 Patienten mit kolorektalem Karzinom hatten in den fünf Jahren vor der Krebsdiagnose eine Vorsorgekoloskopie absolviert. In sechs Fällen hatte die Darmspiegelung damals einen unauffälligen Befund

Foto: Albertinenkrankenhaus Hamburg

WELS – Trotz Vorsorgekoloskopie erkranken manche Patien­ten­innerhalb von fünf Jahren an einem kolorektalen Karzinom. E ­ xperten deckten nun Mängel bei der Diagnostik auf – und ­geben Tipps, um diese auszumerzen.

Leider nicht mehr als Adenom entdeckt: villöses Karzinom in der Koloskopie.

gezeigt, bei sieben Patienten wurde sie nicht komplett durchgeführt und zwei Personen waren unzureichend vorbereitet zur Untersuchung gekommen. Bei fast jedem Zweiten – 26 der 45 Patienten – entfernten die Kollegen während der Darminspek-

tion mindestens ein Adenom. Und vier der 45 Koloskopierten litten an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung, die bekanntlich mit einem erhöhten Malignomrisiko einhergeht. Um diese Erkenntnisse klinisch zu nutzen, empfehlen die Experten, allen mit unzureichender Vorbereitung oder inkompletter Spiegelung frühzeitig zur Wiederholungskoloskopie zu raten. Und wer bereits ein Adenom hatte, sollte per „RecallSystem“ rechtzeitig an eine Kontrolluntersuchung erinnert werden, so die Kollegen in ihrem Abstract zur 45. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie. eno

Redaktionsleitung Print MMA Bettina Kammerer Telefon: (01) 54 600-610 E-Mail: kammerer@medizin-medien.at Chefredaktion: Mag. Silvia Jirsa Telefon: (01) 54 600-620 E-Mail: jirsa@medical-tribune.at Berater des Herausgebers: Univ.-Prof. Dr. med. Heinz F. Hammer Redaktion: Mag. Anita Groß, Dr. Luitgard Grossberger, Mag. Patricia Herzberger (Chefin vom Dienst), Dr. Silvana Schwitzer Fax: (01) 54 600-750 E-Mail: redaktion@medical-tribune.at Lektorat: Mag. Eva Posch Layout und Herstellung: Günther Machek, Hans Ljung, Martin Jandrisevits, Johannes Spandl Ständige Mitarbeiter: Reno Barth, Univ.-Prof. Dr. med. Heinz F. Hammer, Univ.Prof. Dr. med. Johann Hammer, Mag. Dr. med. Rüdiger Höflechner, Dr. med. Anita Kreilhuber, Hannes Schlosser, Mag. Tanja Schuch, Dr. med. Ulrike Stelzl Aboservice Medical Tribune 1110 Wien, Simmeringer Hauptstraße 24 Telefon: 01/361 70 70-572 Telefax: 01/361 70 70-9572 E-Mail: aboservice@medizin-medien.at Bezugsbedingungen: Einzelpreis € 4,- Jahresabo € 72,- (inkl. Porto), Studenten und Ärzte in Ausbildung € 52,Konto für Abo-Zahlung: Hypo Bank Tirol, Konto-Nr.: 520 11 020 864; BLZ: 57000 Druck: Vogel Druck und Medienservice GmbH & Co. KG, D-97204 Höchberg Bankverbindung: Hypo Bank Tirol, Konto-Nr.: 520 11 014 031 BLZ: 57000 ISSN 0344-8304 Mit der Einsendung eines Manuskriptes erklärt sich der Urheber damit einverstanden, dass sein Beitrag ganz oder teilweise in allen Ausgaben, Sonderpublikationen und elektronischen Medien der Medizin Medien Austria GmbH und der verbundenen Verlage veröffentlicht werden kann. Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Photokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt, verwertet oder verbreitet werden. Anmerkung der Redaktion: Zur besseren Lesbarkeit wurde an einigen Stellen die männliche Schreibweise gewählt, z.B. „Ärzte“ statt „Ärztinnen“. Dabei handelt es sich ausdrücklich um keine Bevorzugung eines Geschlechts. Leseranalyse medizinischer Fachzeitschriften


Medizin

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Prävention und Früherkennung von Brust-/Eierstockkrebs bei Hochrisikopatientinnen

Keine generelle Empfehlung zur OP „Die neue Leitlinie formuliert endlich klare Kriterien für die Früherkennung und Prävention von Hochrisikopatientinnen“, unterstreicht Univ.-Prof. Dr. Thomas Helbich, Präsident der Österreichi­ schen Gesellschaft für Senologie (ÖGS), die Bedeutung der Richtlinien. „Diese Kriterien sollten besonders im niedergelassenen Bereich nun von allen verstanden, anerkannt und für alle Patientinnen bestmöglich eingesetzt werden.“

Stadt Wien für das AKH. „Öster­ reich geht damit vielen Ländern beispielhaft voraus“, freut sich Univ.-Prof. Dr. Christian Singer, Leiter der Abteilung für Senologie an der Wiener Universitätsklinik für Frauenheilkunde. Um als Hochrisikopatientin identifiziert zu werden, ist aber die BRCA1/2-Mutation nur eines der Kriterien. Auch Frauen mit einem Erkrankungsrisiko von über 20 Univ.-Prof. Dr. Chris­tian Singer

Damit diese neue Leitlinie erarbeitet werden konnte, musste zuerst einiges passieren. Zum Beispiel musste verstanden werden, wie erblicher Brust- und Eierstockkrebs erkannt werden kann. Zuvor war bereits bekannt, dass etwa jede zehnte Erkrankung in einer Risikofamilie auftritt. Nachdem vor 18 Jahren das erste „Brustkrebsgen“ BRCA1 gefunden wurde und ein Jahr später bereits das zweite, BRCA2, konnten in der ZwiUniv.-Prof. Dr. Thomas Helbich

Prävention Eine generelle Empfehlung zu einer prophylaktischen Operation wird in der Leitlinie nicht gegeben. Vielmehr müssen die Risikoneigung und die Lebensplanung individuell berücksichtigt werden. Klare Richtlinien erleichtern die Betreuung von Frauen mit hohem Krebsrisiko. Einer Patientin darf ein solcher Eingriff nur nach ausführlicher Brustkrebserkrankung um 95 Pro- werden. Eine prophylaktische bilaAufklärung und non-direktiv an- zent. Bei Frauen aus Familien mit terale Salpingoveraktomie senkt bei mehreren Fällen von Brust- und/ BRCS-Mutationsträgerinnen das geboten werden. Bei BRCA-Mutationsträgerinnen oder Eierstockkrebs konnte hinge- Brustkrebsrisiko um die Hälfte und reduziert eine prophylaktische bila- gen keine Senkung der Brustkrebs- das Eierstockkrebsrisiko um rund Cutterguide: N/A Printing Process: Offset Size: 148 x 210 mm Bleed: 3mm Pages: 1 Colors: C M Y K (4 Colors), 80File:Prozent. GD: Mastektomie RM 30506 terale das Risiko einer mortalität durch den Eingriff belegt Native Indesign CS5 Windows Generated in: Acrobat Distiller 9.0 ph

Foto: Regina Hügli

Voraussetzungen

tersuchungen) und zudem die – noch jungen – Patientinnen keiner Strahlenbelastung ausgesetzt werden. Erst ab dem 35. Lebensjahr wird eine Mammographie empfohlen, einmal wegen der erhöhten Strahlensensibilität und außerdem, weil bei jüngeren Patientinnen das dichtere Drüsengewebe die Beurteilung der Bilder erschwert.

Pro­zent aufgrund einer bestimmten Inzidenzrate in der Familie (z.B. ein Brustkrebsfall vor dem 35. Lebensjahr oder zwei Fälle vor dem 50. Lebensjahr etc.) oder aber mit Zustand nach Mantelfeldbestrahlung vor dem 30. Lebensjahr werden als Hochrisikopatientinnen bezeichnet.

Bei Lyme-Borreliose im Frühstadium und zur Prävention von Spätschäden1

schenzeit bis heute viel genauere Erkenntnisse zum persönlichen Risiko von Mutationsträgerinnen gewonnen werden. Inzwischen können BRCA-Mutationsanalysen in Österreich­ flächendeckend gewährleistet werden. Prognosen über das individuelle Erkrankungsrisiko einzelner Patientinnen sind dadurch heute deutlich valider. Ermöglicht wurde dies durch die gemeinsame Unterstützung durch den Hauptverband der Sozialversicherungsträger, des Gesundheitsministeriums und der

  Die Leitlinie

Die Leitlinie wurde unter Berücksichtigung des aktuellen Positionspapiers der EUSOMA (European Society of Breast Cancer Specialists, Eur J Cancer 2010 May; 46 [8]: 1296–316) erstellt und im April 2012 angenommen. Im Internet ist sie abrufbar unter: www.senologie. at/aktuelles/neue-leitlinie-zurpraevention-und-frueherkennungvon-brust--und-eierstockkrebs-beihochrisikopatientinnen

Zusammenfassend wird Folgendes empfohlen (Singer CF et al., Wi kli Wo 2012, May 28): u Jährliche gynäkologische Untersuchungen inklusive einer ärztlichen Brustuntersuchung ab dem 18. Lebensjahr. u Ab 25 bzw. im Alter von fünf Jahren vor dem jüngsten Erkrankungsfall in der Familie eine jährliche Brust-MRT. Bei Patientinnen, die gestillt haben, mit der Untersuchung nach dem Abstillen mindestens zwei Monate zuwarten. u Eine vierteljährliche Mammasonographie wird empfohlen, falls eine MRT nicht zu Verfügung steht, sowie bei Schwangeren oder Stillenden u Ab dem 35. Lebensjahr schließlich jährlich eine Mammographie, eine Vaginalsonographie und einen TU-Marker-Test (CA 125). Genauere Informationen und nähere Spezifikationen sind der Leitlinie zu entnehmen. Dass ab dem 25. Lebensjahr bei Hochrisikopatientinnen der Einsatz der Magnetresonanz-Mammographie (MR-MG)/Brust-MRT empfohlen wird, liegt daran, dass dies die sensitivste bildgebende Untersuchung ist (Studien zeigen, dass Tumore mit Brust-MRT etwa doppelt so häufig detektiert werden wie mit der jährlichen Mammographie oder mit Ultraschall-Un-

FSME-Impfstoffe schützen nicht vor Borrelieninfektionen!2 25% der heimischen Zecken sind mit Borrelien infiziert!3

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Quellen: 1. Veröffentlichte Fachinformation Zinnat®. 2. Veröffentlichte Fachinformation FSME-Immun®. 3. Stanek, Gerold 2005. In: Ärzte Krone 08/2005. 4. Oblitschnig, Albin In: Kleine Zeitung vom 05.05.2012, Seite 52 – Ressort: Gesundheit Steiermark. 5. Warenverzeichnis Mai 2012, KVP Preisvergleich Cefuroximaxetil 250 mg und 500 mg (kein anderes Cefuroximaxetil günstiger)

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Foto: BilderBox.com

WIEN – Ende Juni wurde im Wiener Billrothhaus die neue österreichische Leitlinie zur Prävention und Früherkennung von erblich bedingtem Brust- und Eierstockkrebs präsentiert. Damit ist die Voraussetzung dafür geschaffen, dass Hochrisikopatientinnen standardisiert betreut werden können.


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Medizin

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Therapie und Sekundärprophylaxe der venösen Thromboembolie

VTE-Rezidive erfolgreich verhindern LINZ – In Europa versterben mehr Menschen an venöser Thromboembolie (VTE) als bei Verkehrsunfällen, an HIV-Erkrankungen, Brustkrebs und Prostatakarzinom zusammen, warnte Prim. Univ.-Doz. Dr. Ansgar Weltermann kürzlich auf der Linzer „Fortbildung am Punkt“-Veranstaltung und betonte den Stellenwert der richtigen Diagnostik und Therapie in der Praxis. tio) an zwei aufeinanderfolgenden Tagen > 2,0 beträgt, aber mindestens fünf Tage. u Das primär ambulante Management bei stabiler tiefer Beinvenenthrombose (TVT) ist sicher. Gründe für Krankenhausaufnahme sind: hohes Blutungsrisiko, hohe Komorbidität, ausgeprägte Symptomatik, Immobilität, 4-EtagenThrombose, Phlegmasia coerula dolens, klinische Hinweise für Pulmonalembolie (PE, z.B. laut WellsScore), Selbstinjektion unmöglich und fehlende Compliance. u Initial Kurzzugbandagen, nach Rückgang der Schwellung Kompressionsstrumpfklasse II für zwei Jahre (Unterschenkel ist ausreichend: Es geht nur um das Verhindern eines postthrombotischen Syndroms. Der Strumpf verhindert keine Rezidivthrombose.) u Wichtigste Ausnahme von der OAK-Umstellung sind Tumorpatienten, da sie von einer LMWHDauertherapie profitieren.

Wells-Score Um die klinische Wahrscheinlichkeit einer Venenthrombose (TVT) zu bestimmen, ­empfiehlt

Foto: Gro

„Die venöse Thromboembolie wird in der Häufigkeit massiv unterschätzt“, warnte Prim. Univ.-Doz. Dr. Ansgar Weltermann, Vorstand der 1. Internen Abteilung mit Onkologie und Hämatologie am Krankenhaus der Elisabethinen Linz. Allein die Inzidenz eines Rezidivs liegt zwischen fünf und zehn Prozent pro Jahr – ganz zu schweigen von den Folgen wie postthrombotisches Syndrom, verschlechterte Lebensqualität, Arbeitsplatzverlust, wiederholte Krankenhausaufenthalte und den daraus resultierenden Kosten. Damit sich das ändert, legt der Kliniker seinen Kollegen in der Praxis folgendes Vorgehen ans Herz: u Bereits bei VTE-Verdacht sofort niedermolekulares Heparin (LMWH) in therapeutischer Dosierung geben – noch vor jeglicher Diagnostik. u D-Dimer-Test zum Ausschluss einer VTE nur bei Niedrigrisiko­ patienten (Wells-Score, s.u.) u Diagnose mittels Bildgebung objektivieren. u Ab Tag  1 auf orale Antikoagula­ tion (OAK) umstellen. u Heparin weiter geben, bis INR (International Normalized Ra-

Prim. Univ.Doz. Dr. Ansgar Weltermann

sich der Wells-Score: Bereits bei zwei (oder vier, wenn alternative Diagnose wahrscheinlicher) folgender neun Risikofaktoren ist sofort Heparin zu geben: u aktive Krebserkrankung u Paralyse, Parese, Ruhigstellung der unteren Extremität u Bettruhe >  3  Tage, Operation < 4 Wochen u lokaler Schmerz entlang der Venen u Schwellung des ganzen Beins u Schwellung des Unterschenkels > 3 cm gegenüber der Gegenseite u eindrückbares Ödem am betroffenen Bein u kollaterale superfiziale Venenzeichnung u frühere venöse Thrombose

Wie lange behandeln? Nach der Akutphase stellt sich natürlich die Frage, wie lange man behandeln soll. Ziel ist die Vermeidung einer Rezidivthrombose, deren wesentlichste Risikofaktoren eine spontane oder rezidivierende VTE, männliches Geschlecht, eine

aktive Tumorerkrankung, eine symptomatische PE und proximale TBVT sind. Der hier gerne praktizierte Ansatz, die sekundäre Thromboseprophylaxe sechs Monate durchzuführen, ist mittlerweile obsolet. „Denn Sie können durch eine längere Antikoagulation das Risiko für eine Rezidivthrombose nicht senken“, beruft sich Doz. Weltermann auf etliche Studien. Sobald der Vitamin-K-Antagonist (VKA) abgesetzt wird, steigt das Rezidivrisiko wieder an (Catch-up-Phänomen). „Deswegen muss man sich nach drei Monaten entscheiden: Ist das ein Patient für eine Dauertherapie? Oder setze ich die Antiko­ agulation ab?“ Eine Behandlung für sechs oder zwölf Monate bringe nichts, sondern setze den Patienten zusätzlich einem unnützen Blutungsrisiko aus, schärfte der Internist dem Auditorium ein und riet zur Entscheidungsfindung zu folgender Regelung: u Operation, Trauma, Geburt, Pille, Reisethrombose (>  8h), distale spontane TVT (nur Unterschenkel, Knie zählt schon zu proximal): 3 Monate u spontane proximale TVT oder spontane PE: „indefinite“ Antikoagulation mit regelmäßiger Evaluierung (erstmals nach 3 Monaten) für eine Dauertherapie, z.B. ob KI wie erhöhtes Blutungsrisiko vorliegt

Mit den neuen OAKs wie Rivaroxaban, Dabigatran, Apixaban, Edoxaban und Betrixaban „erleben wir gerade einen Wandel, der sich meines Erachtens durchsetzen wird“, meinte der Hämatologe. Zugelassen für die VTE-Therapie und Prophylaxe ist vorerst nur Rivaroxaban (gelbe Box). Das empfohlene Therapieschema, das auch in der zur Zulassung führenden EinsteinDVT-Studie (New Kongress liveEngl J Med 2011) angewendet wurde, lautet: 2 x15 mg für die ersten drei Wochen (Initialbehandlung), gefolgt von 1 x20 mg

Kongress live Fortbildung am Punkt

täglich (Weiterbehandlung bzw. auch Sekundärprophylaxe). Rivaroxaban erwies sich gegenüber Heparin/VKA als ebenbürtig. Ein Vorteil sei, dass ein Monitoring nicht mehr nötig sei. „Aber ich kläre die Patienten auch darüber auf, dass wir noch keine Langzeiterfahrungen haben“, merkte Doz. Weltermann an. Wegen möglicher nachlassender Compliance empfahl er, Patienten nach einem Jahr nochmals einzubestellen und ihnen klarzumachen, wofür sie das Medikament nehmen. Gro Fortbildung am Punkt; Linz, Juni 2012

Veranstaltung der Medizin Akademie: Erfolgreiche Premiere in Linz

Fortbildung kam auf den Punkt LINZ – Das Kommen hat sich ausgezahlt: Die Praxisrelevanz der ersten DFP-Veranstaltung „Fortbildung am Punkt“ der Medizin Akademie der Medizin Medien Austria wurde durchwegs mit Bestnoten bewertet. Die Themen in Linz waren gut gemischt, wovon auch der rege Austausch mit den Vortragenden zeugte.

„Fortbildung am Punkt“ in Linz wurde unterstützt von den Firmen Bayer Austria, Boehringer Ingelheim/ Lilly, Boehringer Ingelheim/Pfizer und Hennig Arzneimittel

Prim. Univ.-Doz. Dr. Ansgar Weltermann, 1. Interne Abteilung, Onkologie, Hämatologie, KH Elisabethinen Linz (s. oben) u Evidenzbasierte Therapie bei Schwindel und Gleichgewichtsstörungen, OA Dr. Frank Waldfahrer, HNO-Klinik, Kopf- und Halschirurgie, Univ.-Klinikum Erlangen u Pankreaschirurgie – Indikationen, Risiko und Benefit, Prim. Univ.-Prof. Dr. Reinhold Függer, Chirurgische Abteilung, KH Elisabethinen Linz u Valvuläre Kardiomyopathien – Therapieoptionen bei Klappenerkrankungen, OA Dr. Christian Ebner u Diabetes und Niere – eine therapeutische Herausforderung, Prim. Dr. Heidemarie Abraha-

13. Okt. 2012 29. Sept. 2012 6. Okt. 2012

zufrieden. „Die Auswahl der Referenten insgesamt ist gut angekommen, handelte es sich doch, was die Linzer Referenten anging, um einige ‚Lokalmatadore‘, die hohe Anerkennung bei den Teilnehmern genossen“, erläutert Lützelberger. Als Projektleiterin liege ihr viel daran, „die Marke ‚Fortbildung am Punkt‘ mit dem etwas anderen Konzept – wohnortnah und praxisrelevant – im individuellen Fortbildungskalender der Allgemeinmediziner zu verankern“. Ziel sei es, „eine lebendige, aktive Plattform zum Austausch zwischen Ärzten, Experten und Industrie zu schaffen, bei der die den Allgemeinmediziner auszeichnende Vielfalt der Indikationen im Mittelpunkt steht“.  Gro

Die Veranstaltung in Linz am 23. Juni war die erste einer für 2012 geplanten fünfteiligen Reihe (s. Kas­ ten). OA Dr. Christian Ebner, 2. Interne Abteilung, Kardiologie, Herzintensivstation, KH der Elisabethinen in Linz, führte durch das Programm: u COPD: Wie können Sie Ihren Patienten das Atmen erleichtern? Prim. Dr. Herwig Schinko, Abteilung für Lungenheilkunde, AKH Linz u Venöse Thromboembolie – Be­ währtes und Neues für die Praxis,

mian, Interne Abteilung, Otto Wagner Spital Wien Die Vorträge waren bewusst praxisnah gestaltet. Selbst das Thema Pankreaschirurgie – nicht unbedingt prioritär im niedergelassenen Alltag – wurde mit wichtigen TakeHome-Messages aufbereitet, z.B. zur verbesserten Früherkennung des Pankreaskarzinoms (MT berichtet demnächst ausführlicher darüber). Die Teilnehmer waren dazu eingeladen, spezielle Probleme anzuschneiden, was auch rege in Anspruch genommen wurde. Die Bewertung der Vorträge habe sich durchwegs im Bereich „sehr gut“ bewegt (nach Schulnoten), insbesondere was Inhalt und Praxisrelevanz betraf, freut sich Katharina Lützelberger von der Medizin Akademie und Projektleiterin von „Fortbildung am Punkt“ über die gelungene Premiere. Wie aus schriftlichem und mündlichem Feedback hervorging, waren die Teilnehmer mit Themenauswahl und Referenten ebenfalls überwiegend sehr

20. Okt. 2012

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„Fortbildung am Punkt“ steht unter der wissenschaftlichen Leitung von Prim. Univ.-Prof. Dr. Peter Fasching und ist für das DFP der Ärztekammer anrechenbar. Die nächsten Veranstaltungs­ termine sind: u Graz: 29. September 2012 (Programm bereits verfügbar unter: www.fortbildungampunkt.at) u Innsbruck: 6. Oktober 2012 u Salzburg: 13. Oktober 2012 u Wien: 20. Oktober 2012 Infos und Anmeldung: www.fortbildungampunkt.at


Medizin

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Ohne Rezept und Diagnose, aber massiv überdosiert

Potenzstärker maßlos selbstverordnet BASEL – Die „blaue Pille“ aus dem Netz – viele männliche Schnäppchenjäger schlagen da offenbar gerne zu. Nur bei den wenigsten ist eine erektile Dysfunktion vom Arzt bestätigt. Und mit der Dosierung wird sehr kreativ umgegangen. Immer öfter werden Medikamenten im Internet bestellt. Mit einem Anteil von rund 34  Prozent stehen dabei Erektionsförderer an der Spitze. Die meisten Präparate kommen aus Indien und sind oft auch ohne Rezept erhältlich.

PDE-5-Hemmer wild kombiniert In einschlägigen Internetforen starteten Cédric Wernli von der Universität Basel und Kollegen eine Umfrage, an der sich 25  Konsumenten beteiligten. Die meisten waren über 40  Jahre. Nur 28  Prozent von ihnen gaben an, dass die Diagnose „erektile Dysfunktion“ von einem Arzt bestätigt worden war. Hauptsächlich bestellten die Männer Nachahmerprodukte. Das Vertrauen in die Angaben zum Wirkstoffgehalt war hoch, und drei Viertel hielten die Präparate für sicher. Die Angaben zur eingesetzten Dosierung waren zum Teil abenteuerlich. Zugelassen ist z.B. Tadalafil für eine tägliche Einnahme von 2,5 bis 5 mg. 30 Prozent der Konsu-

Besonders aufpassen!

Suizidgefahr bei Krebs

menten nahmen aber 10 mg pro Tag, 40  Prozent sogar 20  mg/d und ein Mann kam sogar auf 20 bis 60  mg täglich. Dabei ist bekannt, dass solche Dosissteigerungen lediglich die Rate an Nebeneffekten erhöhen, nicht aber die Wirkung steigern. Zudem kombinierten 65  Prozent der Teilnehmer die Phosphodiesterase-Hemmer – was aufgrund des

gleichen Wirkmechanismus nicht sinnvoll ist und ebenfalls das Nebenwirkungsrisiko erhöht. Die Konsumenten gehen ein erhebliches Risiko ein, warnen die Autoren. Man kann nie sicher sein, dass Nachahmerpräparate aus dem Internet die angegebenen Wirkstoffe enthalten und nicht mit anderen Mitteln gestreckt werden. Auch wichtige Kon-

traindikationen, wie die Einnahme von Nitraten, können unbeachtet bleiben. Zudem muss man sich fragen: Warum greifen (wahrscheinlich) völlig gesunde Männer zu Potenzhilfen? Offenbar ist hier – auch unter klinisch gesunden Männern – ein „Mehr“ gewünscht.  MW Cédric Wernli et al., Schweiz Med Forum 2012; 19: 389–391

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STOCKHOLM – In der ersten Zeit nach einer Krebsdiagnose ist das Risiko eines Suizids oder kardiovaskulären Todes stark erhöht. Das er­ gab eine aktuelle schwedische Studie. Die Kollegen werteten retrospektiv die Daten von über sechs Millionen Einwohnern (erfasst zwischen 1991 und 2006) aus. Rund 500.000 über 30-Jährige erhielten in dieser Zeit erstmals die Diagnose „Krebs“. Verglichen mit Gesunden betrug das relative Risiko eines Suizids in der ersten Woche nach der schlechten Nachricht 12,6 (nach einem Jahr 3,1). Die Gefahr eines kardiovaskulären Todes lag in der ersten Woche bei 5,6, innerhalb von vier Wochen bei 3,3. Als besonders gefährdet erwiesen sich Patienten mit schlechter Prognose bei Neoplasien von Ösophagus, Leber, Pankreas oder Lunge. Die ersten Wochen nach der Krebsdiagnose stellen eine extrem stresserfüllte Zeit für die Betroffenen dar, in der sie besonders gut betreut werden sollten.  abr

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Medizin

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Nebenwirkungsfreie Therapie für Arthrose & Co

Mit Magnetfeld Schmerzen lindern Interview

MT: Wie funktioniert diese elektromagnetische Stimulation? Doz. Aigner: Es wird auf mehreren Ebenen in den Schmerzmechanismus eingegriffen. Man hat einerseits Effekte auf den Muskel und die Nervenzellen, andererseits kommt es direkt zur Endorphinausschüttung. Letztlich handelt es sich um eine Stromtherapie mit großer Eindringtiefe. Das Interessante ist, dass der Effekt sofort eintritt und durch die Muskelkontraktion auch für den Patienten sichtbar wird. MT: Für welche Indikationen ist die Therapie vorgesehen? Doz. Aigner: Das Gerät wird bei Schmerzen im gesamten Bewegungsapparat eingesetzt: reiner Muskelschmerz, Arthrose, Verspannungskopfschmerz usw., also Schmerz im weitesten Sinn. Während ich bei chronischen Schmerzen auf 80 bis 100 Prozent der In-

tensität gehe, fahre ich z.B. bei aktivierter Arthrose eher mit niedrigen Intensitäten und setze nur milde Reize. Hier kommen natürlich zusätzlich andere Verfahren wie Eispackungen und Infiltrationen mit Kortison zum Einsatz. Beim Vollbild einer aktivierten Arthrose mit Schwellung und Erguss würde ich überhaupt von der Anwendung der gepulsten Magnetfeldtherapie Abstand nehmen. MT: Bei wem darf die Therapie noch nicht angewendet werden? Doz. Aigner: Eine Kontraindikation ist z.B. Schwangerschaft – zumindest bei Anwendung im Rücken- oder Bauchbereich. Wegen der Gefahr der Erhitzung stellen auch Prothesen im zu behandelnden Gelenk oder in dessen Nähe eine Kontraindikation dar, ebenso wie Herzschrittmacher und andere implantierte elektronische Ge-

Foto: privat

WIEN – Schmerzen des Bewegungsapparats effizient behandeln ohne Nebenwirkungen, die sich auf den Magen schlagen: Gibt es das? Ein elektromagnetischer Stimulator mit niedriger Frequenz und hoher Energie wirkt tief im Körper auf Muskel- und Nervengewebe ein und erzielt damit schnelle und anhaltende Schmerzlinderung. MT sprach mit dem Orthopäden Priv.-Doz. Dr. Nicolas Aigner über Indikationen und Vorteile der modernsten Form der Niederfrequenz-Magnetfeldpulstherapie.

Priv.-Doz. Dr. Nicolas Aigner

räte. Bei manchen Erkrankungen wie M. Sudeck empfiehlt es sich, sehr niedrig zu dosieren, da die Behandlung auch eine Überreizung darstellen kann. MT: Wie lange dauert so eine Anwendung, und wie oft muss sie wiederholt werden, um einen Erfolg zu sehen? Doz. Aigner: Die Dauer der Behandlung beträgt etwa acht bis 15 Minuten, der Erfolg ist oft schon nach dem ersten Mal spürbar – wie z.B. beim akuten Zervikalsyndrom. Bei chronischen Erkrankungen bedarf es meistens mehrerer Be-

handlungen. Es gibt natürlich auch Fälle etwa von chronischem Rückenschmerz, wo auch die elektromagnetische Stimulation nicht hilft. Es gibt nichts, was immer hilft! MT: Welchen Vorteil hat diese Art der Behandlung gegenüber herkömmlichen schmerzlindernden Therapien? Doz. Aigner: Die Besserung der Symptome stellt sich – wie gesagt – oft unmittelbar oder nach wenigen Stunden ein. Mit der sicht- und fühlbaren Muskelkontraktion wird bei den Patienten so eine Art positive Rückkopplung ausgelöst. Der Effekt ist wirklich anschaulich im wahrsten Sinn des Wortes. Die Patienten kommen dann auch gerne

Bei beiden Geschlechtern steigt die Prävalenz der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) mit dem Alter an, und prozentual ist

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bei den über 80-jährigen Männern die Prävalenz sogar etwas höher. Betrachtet man aber die Gesamtzahl von pAVK-Patienten, liegen bei den über 70-Jährigen die Frauen klar vorne, heißt es in einem Statement der American Heart Association. Wie bei den Männern auch, zeigt nur ein kleiner Teil der Frauen mit arterieller Verschlusskrankheit die klassische Claudicatio intermittens oder „Schaufensterkrankheit“. Viele Patienten mit pAVK haben gar keine Symptome oder klagen über unspezifische Bein- oder Fußbeschwerden. Diese können bei Belas­ tung, aber auch in Ruhe auftreten und werden oft fälschlich auf eine muskuläre Ursache zurückgeführt. Ähnlich wie es von der koronaren Herzkrankheit bekannt ist, haben Frauen auch bei der pAVK deutlich schlechtere Karten: Bei einem Ankle-Brachial-Index < 0,90 scheinen sie im Trend mehr Gefäßereignisse aufzuweisen als Männer, und die Rate an Therapieversa­gen

Gynäkologen als Beinretter? Im Prinzip brauchen Frauen mit pAVK kein besonderes Vorgehen. Die Diagnostik beruht auch bei ihnen auf der Bestimmung des Knöchel-Arm-Index (ABI, anklebrachial-index) und der Gefäßdarstellung. Berücksichtigt werden muss nur, dass die arteriellen Durchmesser bei Frauen etwas kleiner sind als bei Männern. Auch bei der Therapie gibt es im Prinzip keine Unterschiede. Dies

Beim tiefeindringenden pulsierenden Magnetfeldstimulator Salus ­Talent mit niedriger Frequenz und hoher Energie wird mittels eines ­speziellen Applikators eine Spitzeninduktion von bis zu 2,5 Tesla zum Einsatz gebracht. Dadurch entstehen im Gewebe (Eindringtiefe bis zu 10 cm) elektrische Ströme, die der Patient als leichtes Schwingen, als Vibrationen oder als spontane Muskelkontraktionen empfindet. Die analgetische ­Wirkung beruht auf einem sog. Dispersionseffekt, der u.a. eine antiödematöse und trophotrope sowie eine direkte muskelentspannende Wirkung nach sich zieht. Daneben kommt es zur indirekten Muskelentspannung nach der Muskelkontraktion.

HNO-Operation

Frauen mit „Raucherbein“ und Beinamputationen ist höher. Im Vergleich zu KHK und Schlaganfall ist das Wissen über die periphere Verschlusskrankheit gering. Nur 25 Prozent der Erwachsenen kennen (zumindest in den USA) die Erkrankung überhaupt – bei Älteren und ethnischen Minderheiten ist die Rate noch niedriger. Allerdings schneiden Frauen in puncto Wissen damit immer noch etwas besser ab als die Männer. Mit besserer Aufklärung sollte man dahin kommen, dass jede Frau mit Beschwerden im Bein sofort an die Möglichkeit einer pAVK denkt – ähnlich wie bei Thorax- und Armschmerz an den Herzinfarkt.

MT: Sie verwenden den Salus Talent. Wieso haben Sie sich für dieses Gerät entschieden? Doz. Aigner: Der Salus Talent ist in der Anschaffung sowie in den Folgekosten relativ preisgünstig. Darüber hinaus ist er einfach in der Handhabung. Je nach Beschwerdebild gibt es verschiedene Programme, an denen man sich orientieren kann. Sowohl Dauer als auch Intensität können individuell eingestellt werden. Manche vertragen mehr, manche weniger. Interview: Dr. Luitgard Grossberger

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Atypische Symptome und hohe Amputationsrate

MINNEAPOLIS – Bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder beim „Raucherbein“ denkt man in erster Linie an Männer. In Wahrheit sind aber viel mehr Frauen betroffen, die dazu noch häufig atypische Symptome zeigen.

wieder. Darüber hinaus konnte ich in meiner Ordination den Spritzenkonsum beachtlich senken.

Doppelte Prothese WIEN – Mit einem weltweit neuen Verfahren wurde an der Wiener HNO-Uniklinik eine hochgradig schwerhörige Patientin operiert.

gilt sowohl für die medikamentöse Behandlung, z.B. mit Phosphodiesterasehemmern, als auch für das Gehtraining und die Revaskularisation. In allen bisherigen Studien zur pAVK sind Frauen aber deutlich unterrepräsentiert. Hier muss unbedingt gegengesteuert werden, heißt es in dem Statement, das unter der Federführung von Alan T. Hirsch von der Universität Minnesota erstellt wurde. Um auch Frauen, die nicht zum Hausarzt gehen, zu erreichen, sollten Gynäkologen lernen, Risikopatientinnen zu erkennen und einen ABI durchzuführen. MW A.T. Hirsch et al., Circulation 2012; 125; online first

Bei der 48-jährigen Patientin waren die Gehörknöchelchen durch eine chronische Entzündung zerstört, und aufgrund einer unerkannten Otosklerose war der Eingang zum Innenohr verknöchert. Beides führte zu einer Hörbeeinträchtigung von 70 Prozent. In einer zweistündigen Operation wurden erst Hammer und Amboss durch eine Titanprothese ersetzt und dann daran eine Steigbügelprothese befestigt und ins Innenohr abgeleitet. Wenige Tage später war die Beeinträchtigung bereits auf 30 Prozent zurückgegangen. Abteilungsvorstand Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Gstöttner erwartet, dass die Patientin bald wieder ohne Hörgerät normal hören kann. Erst muss aber noch die Otosklerose am rechten Ohr behandelt werden. ph


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Ambulant erworbene Pneumonie

Die Dos and Don‘ts der CAP SALZBURG – Während sich die Mortalität des akuten Myokardinfarkts innerhalb der letzten Jahrzehnte von 15 Prozent auf unter drei Prozent verbessert hat, bleibt die Sterblichkeit der Pneumonie auf hohem Niveau unverändert. Die Möglichkeiten der Überwachung und Intensivmedizin werden offenbar zu wenig genützt.

Mit dem folgenden Score lässt sich der Schweregrad einer ambulant erworbenen Pneumonie einschätzen. C = Desorientiertheit (Confusion) R = Atemfrequenz ≥ 30/min. (Respiratory) B = RR < 90/60 mmHg (Blood pressure) 65 = Alter > 65 Jahre CRBPunkte

Letalität

Risikoklasse

0

niedrig (0–9 %)

1

1–2

mittel (5–12 %)

2

3–4

hoch (31 %)

3

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stabile Kreislaufsituation und eine sichere Medikamenteneinnahme und -resorption. Therapie der Wahl ist ein hochdosiertes Aminopenicillin (z.B. Amoxicillin). Alternativen bei Penizillinunverträglichkeit sind neuere Makrolide oder Doxycyclin. Orale Cephalosporine werden aktuell nicht mehr empfohlen. Für Patienten mit ambulant erworbener Pneumonie, die aufgrund

pneumonie erforderlich: Hier soll über 14 Tage mit einem lungengängigen Fluorchinolon oder einer Betalaktam-Makrolid-Kombination behandelt werden. Sowohl bei ambulanter wie auch stationärer Behandlung sollte sich der Zustand des Patienten innerhalb von zwei bis drei Tagen nach Therapiebeginn sichtbar bessern. Ist dies nicht der Fall, stimmt entweder das Antibiotikum nicht oder es zeichnen sich Komplikationen wie ein Pleura­ empyem oder ein Lungenabs­zess ab, so Prof. Welte.

Schwere CAP Wie bei allen anderen Formen der ambulant erworbenen Pneumonie sind auch bei schwerer CAP Pneumokokken in der überwiegenden Mehrheit der Fälle die Aus-

liegen. Eine antipseudomale Therapie wird nur mehr in Ausnahmefällen empfohlen, etwa bei Patienten mit schwerer struktureller Lungenerkrankung oder bei möglicher Aspiration (z.B. liegende Magensonde beim älteren Patienten). Therapie der Wahl in solchen Fällen ist die Kombination eines Betalaktams mit einem Fluorchinolon, beides pseudomonaswirksam. Eine mögliche Alternative ist die Kombination eines pseudomonaswirksamen

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Als Argument gegen ein intensives Management wird oft angeführt, es handle sich um eine palliative Situation. Stimmt nicht, sagte Prof. Welte. „70 Prozent der Patienten überleben, was Zweifel an der korrekten Einschätzung der Situation aufkommen lässt. Die Pneumonie des älteren Patienten wird oft zu leichtfertig als terminales Ereignis eingestuft. Davon sollten wir wegkommen. Wie und wo der Patient behandelt wird – zuhause, auf der Normalstation oder an einer Überwachungseinheit –, sollte gemäß Schweregrad, nicht nach Alter entschieden werden.“

Ambulante oder stationäre Behandlung Sofern Risikofaktoren für andere Erreger als Pneumokokken ausgeschlossen sind und der Patient in einem stabilen Zustand ist, kann die ambulant erworbene Pneumonie im häuslichen Umfeld behandelt werden. Voraussetzungen sind eine gute häusliche Versorgung, eine ausreichende Oxygenierung, eine

eines erhöhten Risikos stationär eingewiesen und auf der Normalstation behandelt werden, wird die Kombination eines Betalaktams mit einem Makrolid empfohlen. Prof. Welte: „Die zusätzliche Gabe des Makrolids ist mit einer reduzierten Sterblichkeit assoziiert. Dieser Effekt beruht wahrscheinlich weniger auf der antimikrobiellen als vielmehr auf der antiinflammtorischen Wirkung des Makrolids.“ Eine Alternative stellt die Therapie mit einem pneumokokkenwirksamen Fluorchinolon oder einem parenteralen Cephalosporin dar. Bezüglich der Behandlungsdauer verwies Prof. Welte auf die aktuellen Empfehlungen der S3-Leitlinien zur Therapie der CAP (community acquired pneumonia). Diesen zufolge wird empfohlen, die antibiotische Medikation 48 bis 72 Stunden nach klinischer Besserung mit Entfieberung zu beenden. Das ist üblicherweise nach fünf bis sieben Tagen der Fall. Längere Behandlungszeiten sind nur mehr bei der Legionellen­

löser. Gramnegative Erreger, vor allem Pseudomonaden, sind im ambulanten Bereich eine echte Rarität. In den neuen S3-Leitlinien wird daher genau differenziert, ob diesbezügliche Risikofaktoren vor-

 CRB-65-Score

darum, Hochrisikopatienten früh zu erkennen und das Akutmanagement zu optimieren. Der Experte verwies auf die alarmierenden Daten der deutschen Bundesqualitätssicherung, wonach nur fünf Prozent der eingewiesenen Patienten die Intensivstation erreichen und gar nur drei Prozent beatmet werden. Angesichts einer Mortalität von 13 Prozent legen diese Zahlen nahe, dass die verfügbaren Möglichkeiten zur Behandlung kritisch kranker Patienten nicht adäquat genützt werden, so Prof. Welte.

OPO/SAN/2012/7/8

Die Pneumonie ist eine hervorragend behandelbare Akuterkrankung. „Wir haben gut wirksame Antibiotika, die Resistenzlage ist in der Regel kein Problem, und wir verfügen über effektive Methoden zur Stabilisierung kritisch kranker Pneumoniepatienten“, berichtete Univ.-Prof. Dr. Tobias Welte, Direktor der Klinik für Pneumologie, Medizinische Hochschule Hannover, anlässlich eines Symposiums der ÖGP-Jahrestagung. „Dennoch liegt die Letalität bei stationär behandelten Patienten mit Pneumonie seit Jahrzehnten unverändert bei rund 13 Prozent.“ Dass dies am steigenden Alter der Betroffenen liegen könnte, verneint der Pneumologie vehement. Das Alter allein habe nachweislich keinen Einfluss auf die Prognose. „Natürlich stirbt man häufiger, wenn man alt ist. Das liegt aber hauptsächlich an den Komorbiditäten.“ Der Experte verwies auf den CRB-65-Score (s. Kasten) zur Einschätzung des individuellen Risikos bei Pneumonie. „Punktet ein Patient allein aufgrund seines Alters, ist sein Risiko nach aktuellem Wissen nicht erhöht.“ Sehr wohl ein erhöhtes Risiko haben Patienten, die aufgrund der Pneumonie verwirrt sind, deren Atemfrequenz erhöht (>  30/ min.) und/oder deren Blutdruck deutlich erniedrigt ist (systolisch <  90  mmHg oder diastolisch ≤ 60 mmHg). Prof. Welte: „Solche Patienten laufen Gefahr, eine respiratorische Insuffizienz zu entwickeln, vor allem dann, wenn im Thoraxröntgen ausgedehnte bilaterale Infiltrate vorhanden sind. Die Betroffenen gehören überwacht, auch wenn sie jung und ansonsten gesund sind. Wir wissen, dass die Patienten innerhalb der ersten 72 Stunden versterben. Es geht also

Univ.-Prof. Dr. Tobias Welte

Betalaktams mit einem Aminoglykosid (für drei Tage) und einem Makrolid. Bei schwerer CAP ohne Indikation für eine empirische Therapie gegen P. aeruginosa wird die Kombination eines Breitspektrum-Betalaktams mit einem Makrolid empfohlen. Auch die alleinige Gabe eines pneumokokkenwirksamen Fluorchinolons ist möglich, sofern keine Zeichen eines septischen Schocks bestehen und der Patient nicht beatmet wird. Bei schwerer CAP wird eine Therapiedauer von bis zu 14 Tagen empfohlen. Die Wiedereinführung der Aminoglykoside als Kombinationspartner ist eine der wichtigsten Neuerungen in den aktuellen S3-Leitlinen für die Therapie der ambulant erworbenen Pneumonie. AMK Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie; Salzburg, Juni 2012

  Merksätze zur CAP

u Die Pneumonie ist eine heilbare Erkrankung. u Alter allein ist kein Risikofaktor, es sei denn, es liegen relevante Komorbidi-

täten vor. u Die mit Abstand häufigsten Erreger der CAP sind Pneumokokken. u Bei gutem Ansprechen beträgt die empfohlene Behandlungsdauer nur

mehr fünf bis sieben Tage. u Ausnahmen sind durch Legionellen oder Pseudomonas verursachte

Pneumonien. u Ein Therapieversagen liegt vor, wenn es innerhalb von 48-72 Stunden zu

keiner erkennbaren Besserung kommt. u Wichtigster Risikofaktor für eine respiratorische Insuffizienz sind ausgedehnte Infiltrate beidseitig. u Ciprofloxacin zur Therapie der CAP ist obsolet. u Orale Cephalosporine beim alten Menschen sollte man meiden. u Eine liegende Magensonde ist ein wichtiger Risikofaktor für P. aeruginosa (CAVE: institutionalisierte Patienten).


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Kinderherzzentrum mit Weltruf

Schwere Eingriffe bereits im Mutterleib

Herzfehler‘ ist mittlerweile aus der Fachliteratur verschwunden. Die modernste Ausstattung des Kinderherzzentrums etwa mit einer eigenen Angiographieanlage für Kinder, 3D-Ultraschallgeräten der neuesten Generation sowie drei Intensivstationen mit zwölf bis 15 Betten garantiert optimale Diagnostik, Operationsbedingungen und Nachbetreuung. „Da zwei Drittel der Medikamente für Kinder unter drei Monaten nicht zugelassen sind, bedarf es bei der Narkose sowie intensiven Nachbetreuung langjähriger Erfahrung. Wird an der Herz-Lungen-Maschine operiert, zeigte sich zum Beispiel, dass der postoperative Verlauf umso besser ist, je weniger Fremdblut nötig ist“, erklärte Anästhesist und Intensivmediziner Prof. Gombotz. 4000 Kinder mit angeborenen sowie erworbenen Herzfehlern wurden seit 1995 vom hochspezialisierten Team in Linz operiert. Die Hälfte der kleinsten Patienten kommt aus anderen europäischen

Im Kinderherzzentrum Linz werden komplexe Herzfehler im Säuglingsalter, aber auch bereits pränatal im Mutterleib korrigiert.

Ländern. Die Schwerpunkte des Zentrums liegen auf der pränatalen Diagnostik und der Frühkorrektur komplexer Herzfehler im Neugeborenen- und Säuglingsalter, seit einigen Jahren auch auf Operationen im Mutterleib und in der Behandlung des hypoplastischen Linksherz-Syndroms, dem wohl schwersten Herzfehler.

Modernste Ausstattung Herzfehler sind die häufigsten Fehlbildungen bei Neugeborenen. Im Schnitt kommt jedes 100. Kind mit einem solchen zur Welt. Ohne adäquate sofortige Behandlung würde jedes dritte Kind das Säuglingsalter nicht überleben. Mittlerweile leben 30.000 Erwachsene mit schweren angeborenen Herzfehlern in Österreich. Dank intensiver und interdisziplinärer Zusammenarbeit, verbesserter Methodik, Erfahrung und intensiver Forschung steigt die Lebenserwartung betroffener Kinder stetig. Der Begriff ‚nicht operabler

Zerstörte Klappe wächst im Mutterleib nach „Stammzellen des Fötus bewirken, dass die kaputte Klappe im Mutterleib nachgebildet wird. Durch den funktionierenden Blutfluss im Herzen nach der Öffnung der Herzklappe kann die unterentwickelte Herzkammer wachsen, und im besten Fall hat das Neugeborene nach der Geburt ein normal entwickeltes Herz“, sagte Kinderkardiologe Mair. Nach der Geburt

Alternative bei milder endokriner Orbitopathie

Selen für Basedow-Patienten WIESBADEN – Die Therapieoptionen bei milder endokriner Orbitopathie haben Zuwachs bekommen. Selen stellt nach Expertenurteil eine gut verträgliche Alternative dar. Bei schweren Formen der Basedow-Orbitopathie setzt man Steroide, eine Orbita-Bestrahlung oder die Kombination von beidem ein. Da das Nutzen-Risiko-Verhältnis dieser Therapien bei leichten Fällen ungün-

Ziel der fetalen Klappensprengungen bzw. -dilatationen ist es, schwere postnatale Herzfehler zu verhindern. Pränatalmediziner Arzt erklärte wie so eine Klappensprengung vor sich geht: „Über Hohlnadeln gelangt man bei Ultraschallsicht über die geschlossene Bauchdecke der Mutter in die verkümmerte Herzkammer des Ungeborenen bis zur verschlossenen Herzklappe. Diese ist rund drei Millimeter groß und wird durchstoßen. Der Kinderkardiologe führt dann einen Ballonkatheter durch die Hohlnadel ein, sprengt oder erweitert die Klappe.“ Die erste pränatale Pulmonalklappensprengung im Jahr 2000 war weltweit die erste erfolgreiche dieser Art und wurde im „Lancet“ publiziert.

stig ist, blieben die Betroffenen bisher unbehandelt, berichtete Priv.-Doz. Dr. Martin Fassnacht vom Universitätsklinikum Würzburg beim Praxis-Update. 159 Patienten mit leichter endokriner Orbitopathie hat-

ten deshalb in einer Doppelblindstudie aus Italien für sechs Monate NaSelenit (2  x  100  μg/d), Pentoxifyllin oder Placebo erhalten. Nur unter Selen verzeichnete man verbesserte Lebensqualität, weniger Augensymp­ tome und gebremste Progredienz der endokrinen Orbitopathie. CG Claudio Marcocci et al., N Engl J Med 2011; 364: 1920–1931

wird die Klappe noch einmal nachgedehnt. Kann man das Kind durch den pränatalen Eingriff vor einem hypoplastisches Linksherz-Syndrom bewahren, erspart man ihm damit auch drei komplexe Opera­ tionen, die es ansonsten bis zum dritten Lebensjahr über sich ergehen lassen müsste. Von diesem schwersten Herzfehler sind mehr Buben als Mädchen betroffen. Ab Prim. Univ.Doz. Dr. Gerald Tulzer

Foto: gespag

150 Top-Chirurgen, Kinderkar­ diologen, Intensivmediziner, Perinatologen und Pränatalmediziner sowie Pflegepersonal kamen Mitte Juni nach Linz, um sich zum Management von extrem komplexen Herzoperationen im Mutterleib und während der ersten Tage und Wochen nach der Geburt auszutauschen. „Wir präsentieren unsere Ergebnisse über die Sinnhaftigkeit von vorgeburtlichen Operationen von Aortenstenosen/-atresien und Pulmonalklappen-Atresien. Bisher führten wir 50 derartige Eingriffe durch. Die Erfolgsquote ist in Linz doppelt so hoch wie im Bostoner Children’s Hospital“, zeigt sich Doz. Tulzer stolz. Gemeinsam mit Prim. Dr. Wolfgang Arzt, Leiter der Pränatalmedizin an der LFKK, Priv.-Doz. Dr. Rudolf Mair, Leiter der Kinderherzchirurgie im AKh, und Prim. Univ.-Prof. Dr. Hans Gombotz von der Anästhesiologie und operativen Intensivmedizin am AKh steht Doz. Tulzer einem multiprofessionellen Team aus etwa 300 Personen vor. Die Mortalitätsrate von nur zwei bis drei Prozent bei 300 Kindern, die im Jahr vor- oder nachgeburtlich in Linz am Herzen operiert werden, gilt als sensationell.

Foto: AKh Linz

LINZ – Neben Boston ist Linz mit dem Kinderherzzentrum führend in der Herzchirurgie an Ungeborenen und Säuglingen. „Europaweit führen wir die schwierigsten Eingriffe durch. Das ist der Verdienst der erstklassigen menschlichen wie interdisziplinären Zusammenarbeit“, sagte Prim. Univ.-Doz. Dr. Gerald Tulzer, Leiter der Kinderkardiologie in der LFKK, anlässlich des Kinderherzsymposiums in Linz.

der 20. Schwangerschaftswoche kann die Sprengung der Herzklappe im Mutterleib durchgeführt werden. „Beim Symposium fordern wir auch ein, dass künftig die Nachbetreuung der vorgeburtlich operierten Kinder aus anderen Ländern in Linz durchgeführt wird. Manchmal sind noch weitere Spezialeingriffe nötig“, erklärte Doz. Tulzer abschließend. RaC

Kinderherzzentrum Linz Gegründet im Jahr 1995 wuchs dieses Vorzeigeprojekt fachlicher und menschlicher Kooperation zwischen dem AKh Linz und der Landes-Frauen- und Kinderklinik (LFKK) zu Weltruf heran. Jährlich kommen 700 Kinder in Österreich mit Herzfehlbildungen zur Welt. Rund 450 davon müssen im Lauf des Lebens operiert werden. 2011 waren mehr als ein Drittel der operierten Kinder in Linz im Neugeborenenalter, insgesamt zwei von drei Kindern jünger als ein Jahr. 2000 wurde weltweit die erste pränatale Pulmonalklappensprengung im Kinderherzzentrum Linz vorgenommen. „Johanna ist heute elf Jahre alt und hat ein gesundes Herz mit zwei Kammern“, freut sich Doz. Gerald Tulzer, Leiter der Kinderkardiologie in der LFKK, in der derzeit vier Kinderkardiologen beschäftigt sind.


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The lower, the better?

Blutdruckziel bei Diabetes überdenken WIEN – Bei Diabetes ist das Hypertonierisiko um den Faktor 2–3 erhöht, umgekehrt ist das Diabetesrisiko bei Hypertonie um den Faktor 2 erhöht. Eine intensive Blutdrucksenkung bei Diabetespatienten scheint sich besonders auf das Schlaganfallrisiko auszuwirken. Aber wie sieht es mit den anderen Endpunkten aus? Univ.-Prof. Dr. Heinz Drexel ging im Rahmen eines Symposiums in der Wiener Hofburg auf die Suche nach Evidenz. Welche Rolle spielt die Hypertonie in der Pathophysiologie des Schlaganfalls? Dieser Frage widmete sich Prof. Drexel, seines Zeichens Präsident der Österreichischen Dia­betes Gesellschaft (ÖDG), am Beginn seines Vortrags. Einerseits sei sie natürlich Risikofaktor für die Arteriosklerose in der Karotis, andererseits führe die Hypertonie auch zur kardialen Embolie – meist infolge eines Vorhofflimmerns, in selteneren Fällen auch nach großen Vorderwandinfarkten. „Nicht die KHK, sondern das Vorhofflimmern ist die wesentliche Folgeerkrankung der Hypertonie am Herzen“, betont Prof. Drexel.

Foto: privat

Prim. o. Univ.Prof. Dr. Dr. h.c. Heinz Drexel

Der dritte Mechanismus, der zum Schlaganfall führt, ist die Gefäßruptur, die mechanisch bedingt durch den hohen Druck in den Gehirngefäßen zustande kommt. Zieht man in Betracht, dass der hohe Blutdruck über gleich drei Mechanismen zum Schlaganfall führt, müsse doch die Risikoreduktion für den Schlaganfall durch eine antihypertensive Therapie besonders eindrucksvoll sein, überlegt der Experte. Und tatsächlich ist es so, dass die intensive Blutdruckkontrolle z.B. in der UKPDS beim Myokardinfarkt eine nicht signifikante Risikoreduk-

tion brachte, während die Risikoreduktion beim Schlaganfall hochsignifikant war. Prof. Drexel: „Die Hypothese stimmt also: Wenn wir den Blutdruck gut in den Griff bekommen, wird es vor allem einmal beim Schlaganfall eine Verbesserung geben, weniger stark beim Myokardinfarkt und bei der pAVK. Obwohl das Signal auch hier in die richtige Richtung geht.“

Blutdruckziel: RR = 130/80 mmHg Aber gilt auch beim Blutdruck das Motto „the lower the better“? Prof. Drexel: „Bisher dachten wir, dass der Blutdruck bei Diabetes kleiner als 130/80 mmHg sein sollte, bei der diabetischen Nephropathie sogar noch ein bisschen niedriger.“ Anhand zweier Studien relativiert der Kardiologe und Dia­betologe diese Ansicht: So zeigte sich in der ACCORD-Studie, an der über 10.000 Typ-2-Diabetiker teilnahmen, dass eine RR-Senkung unter 120  mmHg im Vergleich zu einer RR-Senkung unter 140 mmHg wenig bringt. Prof. Drexel: „Der Erfolg war bescheiden, nur beim Schlaganfall ist eine kleine Verbesserung herausgekommen. Die NNT ist mit 89 auf fünf Jahre allerdings ziemlich hoch.“ Ähnliche Ergebnisse brachte die INVEST-Studie mit Hochrisikopatienten (Diabetes, Hypertonie und KHK): Auch hier machte es keinen Unterschied, ob der Blutdruck nun unter 130  mmHg oder zwischen 130 und 140  mmHg lag. Im niedrigen Blutdruckbereich stieg das Risiko sogar an. Prof. Drexel: „Das heißt, wir haben hier keine lineare Kurve, keine ,the lower, the better‘Kurve, sondern eine J-Kurve.“

Machen die bisherigen Blutdruckziele für Diabetiker also noch Sinn? Was ändert sich nach ACCORD und INVEST? Die Antwort von Prof. Drexel fällt eindeutig aus: „Das ,Kleiner‘-Vorzeichen fällt weg. Wir können sagen, der ideale Blutdruck ist gleich 130 mmHg. Das sollte auch die nächsten Jahre so gelten.“

Kalziumantagonisten Amlodipin mit der aus Benazepril und Hydrochlorothiazid (HCT) bei rund 11.500 Hochrisikopatienten mit arterieller Hypertonie, 60  Prozent der Studienteilnehmer hatten einen Diabetes. Primärer Endpunkt war die Kombination aus kardio­

vaskulären Todesfällen, nichttödlichen Infarkten und Insulten, Reanimation nach plötzlichem Herztod und koronare Revaskularisationen. Obwohl die beiden Gruppen genau denselben Zielblutdruck erreicht hatten, konnte der primäre Endpunkt mit der Kombination aus ACE-Hemmer und Kalziumantagonist im Vergleich zur Kombination aus ACEHemmer und HTC um 20  Prozent gesenkt werden. Prof. Drexel: „Die absolute Risikoreduktion betrug 2,2  Prozent, von 11,8 auf 9,6 Prozent, die NNT ist demnach 45.“ Zwei Jahre später wurden die 60 Prozent Diabetiker genauer unter die Lupe genommen (M.A. Weber et al., J Am Coll Cardiol 2010). Dabei zeigte sich, dass diese besonders von der Kombination aus ACE-Hemmer und Kalziumantagonist profitierten, am allermeisten jene, die als Hochrisikopatienten galten. Bei ihnen war die NNT nur mehr 28. „Das Fazit lautet also: ACE-Hemmer und Kalziumantagonist sind eine besonders gute Kombination bei Diabetes mellitus“, resümiert der Experte. GLu Symposium „Typ-2-Diabetes: Therapie im Kontext von Begleiterkrankungen“; Wien, April 2012

Mit der richtigen Kombi nicht nur ans RR-Ziel Laut ÖDG-Leitlinien sind ACEHemmer, Angiotensin-RezeptorBlocker, Diuretika und Kalziumantagonisten Antihypertensiva der ersten Wahl bei Diabetikern. „Mit welchem man beginnt, ist frei zu wählen. Meistens braucht man ohnehin mehr als ein Medikament“, gibt Prof. Drexel zu bedenken. Dennoch scheint es Kombinationspartner zu geben, die sich gerade bei Diabetikern besonders bewähren. Die randomisierte, doppelblinde Studie ACCOMP­LISH (K. Jamerson et al., NEJM 2008) verglich die Kombination aus dem ACE-Hemmer Benazepril und dem

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Neue Therapieoption gegen immer resistentere Parasiten?

Goldmedikament als Amöbenkiller san francisco – Das alte Rheumamittel Auranofin könnte eine Renaissance auf anderem Gebiet erleben. Im Labor zeigte es gute Wirksamkeit gegen die Amöbenruhr. Die Infektion mit Entamoeba histolytica kostet jedes Jahr weltweit 70.000 Menschen das Leben. Und der Parasit wird immer resis­ tenter gegen Metronidazol, das Antibiotikum der Wahl. Zudem ist die Behandlung mit Nebenwir-

kungen wie Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Kopfschmerzen behaftet. Auf der Suche nach Alternativen sind US-Wissenschaftler nun auf Auranofin gestoßen. Diese Goldverbindung wurde 1985 zur Basistherapie der rheumatoiden Arthritis zugelassen. Durch die Entwicklung moderner Präparate hat sie aber in der Rheumatologie kaum noch Bedeutung. In einem Screening mehrerer Substanzen gegen das Protozoon wies Auranofin eine zehnmal höhere Wirksamkeit gegen E. histoly-

tica auf als Metronidazol. Der Effekt beruht vermutlich auf einer verminderten Bildung der ThioredoxinReduktase des Parasiten. Dadurch verliert er seinen Schutz gegen das sauerstoffvermittelte Abtöten. Im Tiermodell führte Auranofin zu einer niedrigeren Amöbenzahl, geringerer Entzündungsreaktion und weniger hepatischen Schäden. Da das Medikament bereits eine Zulassung hat, dürfte die klinische Prüfung schneller als sonst verlaufen.  abr Anjan Debnath et al., Nature Medicine 2012; online first

Starke BlutdruckSenkung bis 70 % der Patienten im Ziel 1,2,3

compliance Fördern durch Fixkombination 4

Einfach 3-fach

1) bei erforderlicher 3-fach-Kombination. 2) Calhoun DA et al., Hypertension 2009; 54 (1) 32–39. 3) Zielwert <140/90, für Diabetiker <130/80 lt. Leitlinien der österr. Gesellschaft für Hypertonie. 4) Gerbino & Shoheiber, Am J Health System Pharm 2007; 64: 1279–83.

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Absaugen, Silbernitrat, Tamponade oder Heißwasserspülung

Wichtige Maßnahmen bei Nasenbluten Der Plexus kleiner Arterien mit dem eindrucksvollen Namen „Kiesselbachi“ ist die Quelle der häufigen vorderen Epistaxis.

Viel seltener kommt es – insbesondere bei älteren Menschen – zur Epistaxis posterior (zirka zehn Prozent der Fälle). Da die hintere Region des Nasenseptums aus der großkalibrigeren A. sphenopalatina versorgt wird, fallen die Blutungen dort mitunter sehr viel heftiger aus. In solchen Fällen muss man auf die Vitalfunktionen achten, bei kreislaufwirksamer Epistaxis einen venösen Zugang legen sowie ein Blutbild und den Gerinnungsstatus bestimmen, schreiben Priv.Doz. Dr. Nicholas Schmuziger und Dr. Walter Herwig von der HNO-Praxis Reinach im „Schwei-

Bei vorderer Epistaxis erst mal schnäuzen Bei Verdacht auf vordere Epistaxis hat es sich bewährt, die Patienten ausschnäuzen zu lassen bzw. die Koagel abzusaugen, auch wenn es danach kurzfristig noch stärker blutet. Anschließende Selbstkompression der knorpeligen Nasenflügelanteile für zehn bis 15 Minu-

Zanipril® (Enalapril/Lercanidipin)

Die antihypertensive Fixkombination mit verringerter Nebenwirkungsrate1

Zanipril wirkt aufgrund der komplementären Wirkmechanismen effektiv3,4 und ist lt. ESH/ESC-Richtlinien5 erste Wahl bei Hypertonikern mit hohem kardiovaskulären Risiko und Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus.

Geringeres Auftreten von Beinödemen6 Neben der guten Blutdrucksenkung bietet das geringere Auftreten von Beinödemen7 (häufig Anlass zur Beendigung einer Kalziumantagonisten-Therapie) einen klinisch relevanten Vorteil für die Kombination Zanipril. Lercanidipin bewirkt eine lang anhaltende Vasodilatation mit wenigen Fluktuationen und eine Drucksenkung im Kapillarbett. Das Ödemrisiko verringert sich dadurch um das Zehnfache8 im Vergleich zu Amlodipin/Sartan-Kombinationen.

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Keine relevante negativ inotrope Wirkung9 Zanipril bewirkt einen vasodilatierenden Effekt ohne Beeinträchtigung der Kontraktilität des Herzmuskels. Grund dafür ist die hohe Gefäßselektivität von Lercanidipin. Die globale LV-Funktion nimmt unter der Therapie mit Zanipril eher zu als ab, da die Nachlast deutlich verringert wird. Fachkurzinformation auf Seite 20

Weitere klinisch relevante „verträgliche“ Vorteile: ● Geringere

Inzidenz von ACEHemmer-induziertem Husten1,10

● Vermindertes

Auftreten von neu diagnostiziertem Diabetes mellitus im Vergleich zu β-Blockern und HCT11

● Keine

kardiodepressiven Eigenschaften12: - keine sympathische Aktivierung - keine signifikante Steigerung der Herzfrequenz

Zanipril ist in zwei Wirkstärken erhältlich (10mg Enalapril/10mg Lercanidipin sowie 20mg Enalapril und 10mg Lercanidipin), in der Grünen Box ohne IND-Einschränkung verschreibbar und bietet einen 27- bis 51%igen Kostenvorteil13 im Vergleich zu Amlodipin/SartanKombinationen. Quellen: 1) im Vergleich zu den Monosubstanzen; Doménech M, Coca A: Clinical use of fixed combination of lercanidipine and enalapril in patients with hypertension. Hot Topics in Hypertension Vol. 3, Issue 9, 2010 2) B  orghi C et al.: Rationale for the use of a fixed-dose combination in the management of hypertension. Efficacy & tolerability of lercanidipine/enalapril. Clin. Drug Invest. 2010; 30(12): 1–12 3) C  alhoun DA, Zhu S: Pretreatment with enalaprilat blunts nicardipine-induced sympathetic activation in spontaneously hypertensive and WistarKyoto rats. J Hypertens. 1999 Apr; 18(4): 507–12

4) B  ellet M, Sassano P, Guyenne T, et al.: Convertinenzyme inhibition buffers the counter-regulatory response to acute administration of niardipidine. Br J Clin Pharmacol 1987 Oct; 24 (4): 465–72 5) M  acia G, De Backer G, Domiciczak A, et al.: Guidelines for the management of Arterial Hypertension of the ESH and ESH. J Hypertens 2007 Jun; 25(6): 1105–87 6) S abbatini M et al.: Effects of Calciumantagonists on Glomerular Arterioles in Spontaneously Hypertensive Rats. Hypertension 2000; 35: 775–779 7) i m Vergleich zu Amlodipin-Monotherapie 8) I nzidenz für periphere Ödeme lt. zugelassener Fachinformation: Zanipril® 10/10 mg: gelegentlich (>1/1000, <1/100) vs. Amelior® 20 mg/5 mg, Exforge® 5 mg/80 mg, Sevikar® 20 mg/5 mg, Twyns­ ta® 40 mg/5 mg: häufig (≥1/100, <1/10) – Nennung in alphabetischer Reihenfolge 9) G  uarneri L et al.: In vitro and in vivo vascular selectivity of lercanidipine and its enantiomers. J. Cardiovasc. Pharmacol. 1997; 29 (Suppl. 1): 25–32 10) F  ogari R et al.: Effect of lercanidipine and picotamide on cough induced by enalapril: a double blind, randomized, cross-over study. Abstract Book ISH 2000; P19.14

B

  Kinder richtig drücken lassen

Nasenbluten (erster Altersgipfel unter zehn Jahren) ist ein typisches „Kinderproblem“. Lokale Entzündung, trockene Schleimhaut oder Trauma (Nasenbohren) kommen als Ursache infrage. Bei unter Zweijährigen sieht man die Epistaxis dagegen selten, hier wäre auch Kindesmisshandlung in Betracht zu ziehen. Als Erstmaßnahmen gelten: Blutstillung, Anleitung zur Selbsttherapie bei rezidivierendem Bluten sowie nasenschleimhautpflegende Salben. Im Einzelfall muss man auch nach Gerinnungsstörungen oder Fremdkörpern forschen. Kinder mit rezidivierender Epistaxis müssen lernen, richtig zu drücken – nicht da, wo der Knochen ist (A), sondern am knorpeligen Teil der Nase (B).

Eine schon im 19.  Jahrhundert eingesetzte Methode, die Nasenspülung mit Heißwasser, wird seit Kurzem wieder propagiert. Mit einer Erfolgsrate von 82  Prozent rangiert das Verfahren zwischen direkter und indirekter Therapie. Das Prozedere: Nach Verschließen der hinteren Nasenöffnung per modifiziertem Ballonkatheter spült man die betroffene Nasenhaupthöhle etwa drei Minuten lang mit 50  °C heißem Wasser. Durch Vasodilatation und Ödem der Nasenschleimhaut wird das „leck-

Mit Zanipril schließt Kwizda Pharma eine Lücke in der antihypertensiven Therapie. Zanipril enthält den bewährten ACE-Hemmer Enalapril und den modernen Kalziumantagonisten Lercanidipin – eine ausgereifte Fixkombination mit optimaler Wirkung2 und Verträglichkeit2.

A

Routinemäßig Blutdruck senken schadet nur

zerischen Medizinischen Forum“. Den Blutdruck routinemäßig senken soll man dagegen nicht, auch wenn immer wieder die Hypertonie als Verursacher von Nasenbluten angeschuldigt wird. Wohl gebe es Hinweise, dass ein langjähriger Hochdruck die schwachen Nasengefäße noch vulnerabler macht. Doch eine reflexartige Blutdrucksenkung würde zu viele Epistaxis­ patienten in die Hypotonie treiben, befürchten die Autoren.

ten bringt die Blutung meist zum Stehen. Laut einer älteren Arbeit hat auch die Applikation von Oxymetazolin in bis zu zwei Dritteln der Fälle Erfolg. Zeitnah sollte man eine vordere Rhinoskopie durchführen, je nach Befund gefolgt von der HNO-ärztlichen Lokaltherapie. Bevor eine direkte Behandlung erfolgt, wird die Blutung lokalisiert. Anschließend kann „punktgenau“ behandelt werden, z.B. mit bipolarer Koagulation, Silbernitrat-Ätzung oder gezielt platzierter Tamponade. Die Erfolgsrate liegt mit zirka 90  Prozent deutlich höher als bei der indirekten Therapie mit Ballonkathetertamponade ohne Identifikation der Blutungsquelle. Indirekt wird vorgegangen, wenn die fachärztlichen Voraussetzungen für eine direkte Therapie fehlen. Die Entfernung der Tamponade, üblicherweise nach 48 Stunden, sollte beim Facharzt erfolgen. So kann gegebenenfalls immer noch eine direkte Behandlung, zum Beispiel mit bipolarer Elektrokoagulation, angeschlossen werden.

Abb.: Mira Vetter

REINACH – Meist verläuft Nasenbluten mild und harmlos, und es lässt sich mit ein paar Handgriffen zum Versiegen bringen. Doch insbesondere bei Älteren kann Nasenbluten sehr gefährlich werden – im Extremfall mit tödlichem Ende.

 Selbstbehandlung führte zu Epistaxis

13) V  ergleich basierend auf KKP, Stand Mai 2012; Zanipril® 10/10 mg vs. Amelior® 20/5 mg bzw. Sevikar® 20/5 mg (39,95%); Exforge® 5/80 mg (45,24%); Twynsta® 40 mg/5 mg (33,42%). Zanipril® 20/10 mg vs. Amelior® 40/5 mg bzw. Sevikar® 40/5 mg (27,46%); Exforge® 5/160 mg (51,17%); Twynsta® 80 mg/5 mg (30,52%)

Fingerlinge können Atemwege verlegen

Dass auch die Selbstbehandlung bei der Epistaxis mitmischen kann, illustriert der Fall eines sonst gesunden 25-jährigen Schotten, dessen Nasenbluten kaum in den Griff zu bekommen war. Er hatte auf eigene Faust ASS, Knoblauch-Tabletten und Mariendistel genommen. Der Einfluss von Knoblauch auf die Blutungszeit und Mariendistel auf die Leberenzyme könnte dazu beigetragen haben, dass das Nasenbluten nicht sistieren wollte, so seine Ärzte.

Vorsicht ist jedoch bei den beliebten Fingerlingstamponaden geboten. Dislozieren diese nach hinten, können sie zur tödlichen Atemwegsverlegung führen. Generell gilt, anamnestisch nach blutungsfördernden Medikationen zu fragen (z.B. ASS, Clopidogrel, Antikoagulanzien). Aber auch Arzneimittel aus dem Bereich der Selbstmedikation (s. Kasten) kommen als Ursache unstillbarer Blutungen in Betracht.  CG

Eur J Emerg Med. 2010; 17: 17–19

Nicolas Schmuziger, Walter Herwig, Schweiz Med Forum 2012; 12: 434–439

11) E  lliott WJ: Incident diabetes in clinical trials of antihypertensive drugs: a network meta-analysis. Lancet 2007, Jan 20; 369(9557): 201–7 12) V  an Zwieten PA: The pharmacological properties of lipophilic calcium antagonists: The example of Lercanidipine. 3rd European meeting on Calcium Antagonists. Amsterdam, Oct. 29–31, 1997

geschlagene“ Gefäß komprimiert. Nach zwei Stunden Nachbeobachtung darf der Patient wieder nachhause gehen. Wenn eine (posteriore) Blutung persistiert und nicht in Oberflächenanästhesie versorgt werden kann, ist eine Operation in Intubationsnarkose fällig. Immer häufiger werden heute neuartige „multiwirksame“ Tamponaden eingesetzt, schreiben die Autoren. So gibt es z.B. Ballons mit Zellulose-Ummantelung, die die lokale Thrombozytenaggregation fördert und bei denen die neugebildeten Koagel nicht festkleben.

Bei Vorhofflimmern

Neuer Score bewährt sich HELLERUP – Das Schlaganfallrisiko bei Vorhofflimmern lässt sich mit dem neuen CHA2DS2-VAScScore tatsächlich differenzierter beurteilen als mit dem alten CHADS2. Dies zeigt eine aktuelle Studie. CHA2DS2-VASc bezieht zusätzlich vaskuläre Erkrankungen und Geschlecht ein und vergibt Punkte für das Lebensalter in zwei Abstufungen. Doch braucht man das wirklich? Ja, meinen dänische

Forscher, nachdem sie die Daten von fast 50.000 nicht antikoagulierten Patienten mit Vorhofflimmern ausgewertet haben. Ein Patient, der im alten Score 0 Punkte hatte, kann im neuen zwischen 0 und 3  Punkte haben. Der Unterschied in der Schlaganfallrate: 0,84 (0 Punkte) vs. 5,75 auf 100 Patientenjahre (3 Punkte).  ara Jonas Bjerring Olesen et al., Thromb Haemost 2012; online first


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Inkontinenz-assoziierte Dermatitis

WIEN – Die Inkontinenz-assoziierte Dermatitis (IAD) ist eine alte Krankheit. Als Windeldermatitis ist sie jungen Eltern bekannt, seit es Windeln gibt – und in der Altenpflege gewinnt sie mit der demographischen Entwicklung an Bedeutung. Die epidemiologischen Daten zur Inkontinenz-assoziierten Dermatitis sind spärlich. Ein Blick in die Medline macht das deutlich: Hier findet man unter dem Begriff „Incontinence associated dermatitis“ kaum Publikationen – seit den 70er-Jahren sind 55 Artikel publiziert worden. Doch damit nicht genug, sind 46 dieser Arbeiten Reviews, also Sekundärliteratur. Univ.-Prof. Dr. Franz Trautinger, Leiter der Dermatologischen Abteilung am LKH St. Pölten: „Einer schreibt vom anderen ab und nennt das Review, der Nächste schreibt aus dem gleichen  Review wieder ab, und die Reviews zitieren sich gegenseitig.“ Grund genug für Prof. Trautinger, im Rahmen des heurigen Jahreskongress der Europäischen Gesellschaft für Wundmanagement die fachgerechte Diagnose und Therapie der IAD zu erläutern.

Explizit „Man wirft den Dermatologen zwar vor, dass sie überall Kortison draufschmieren. Die Kunst des Dermatologen besteht jedoch darin, jene Erkrankungen zu erkennen, wo man das nicht machen darf.“ Prof. Franz Trautinger

Die unter verschiedenen Namen bekannten feuchtigkeitsassoziierten Hautschäden (z.B. Intertrigo, Windeldermatitis) können unter dem Begriff „Moisture associated skin damage“ (MASD) subsumiert werden. MASD kann weiter unterteilt werden in Inkontinenz-assoziierte Dermatitis, intertriginöse Dermatitis, Stomadermatitis und Wundranddermatitis. Ebenso anwendbar ist eine dermatologische Einteilung in irritative Dermatitis (durch körpereigene Sekrete), Hautveränderungen durch Therapiematerialien (Stoma, Pflaster) und

vorbestehende Hauterkrankung oder Infektion (als Komplikation der ers­ ten drei Punkte). Die pathophysiologische Ursache feuchtigkeitsassoziierter Dermatitiden liegt in den unterschiedlichen Eigenschaften der verschiedenen Körperoberflächen: Die Hornhaut verträgt auf Dauer keine Feuchtigkeit, evolutionär ist die Außenhaut für trockene, frische Luft gedacht. Darmschleimhaut verhält sich genau umgekehrt: Wenn sie trocken wird, nimmt sie Schaden. Im Falle einer MASD weicht Feuchtigkeit die Epidermis bzw. die Hornschicht auf und zerstört die Hautbarriere, es erfolgt eine Veränderung der Mikroflora. Resultat ist eine irritative Dermatitis bzw. ein irritatives Ekzem, zwei Namen für dieselbe charakteristische Reaktion auf exogene Reize. Prädilektionsstellen sind die periorifiziellen Areale im Genitalund Perianalbereich, alle intertriginösen Areale und die Mundwinkel bei Perleche. Das klinische Bild einer scharf begrenzten, unregelmäßigen Rötung mit Streuherden in der Umgebung und wechselndem Auftreten von Nässe, Erosionen, Schuppen, Juckreiz und Krusten lässt keinen direkten Rückschluss auf den auslösenden Reiz zu. Dennoch gibt es eine praktische Einteilung der Dermatitiden in akute und chronische Verlaufsformen, toxisch-irritativ oder allergisch bedingte Ekzeme. Eine dritte Gruppe bilden die endogenen Dermatitiden (wie etwa Neurodermitis). Am wichtigsten für die Diagnostik ist dem Dermatologen der klinisch geschulte Blick und eine ordentliche Anamnese: Mit welchen Substanzen ist die Haut in Berührung gekommen? Prof. Trautingers Therapieempfehlung ist vorderhand unkompliziert: „Wenn Sie ein Ekzem haben, schmieren Sie Kortisonsalbe drauf. Man wirft den Dermatologen zwar vor, dass sie überall Kortison draufschmieren. Die Kunst des Dermatologen besteht jedoch darin, jene Er-

Dermatitis-Differenzierung Die toxisch-irritative Kontaktdermatitis kann akut oder chronisch verlaufen. Am häufigsten sieht der Dermatologe das chronische Handekzem, oft verursacht durch ständiges Händewaschen (etwa im Gesundheitsbereich). Das allergische Kontaktekzem sieht fast genauso aus wie das toxisch-irritative, jedoch steckt eine individuelle Immunreaktion dahinter. Prof. Trautinger spezifiziert: „Das chronische Handekzem kriegt jeder, der sich lange genug dauernd die Hände wäscht. Das allergische Kontaktekzem bekommt man nur nach vorangegangener Sensibilisierung und Reexposition.“ Häufige Auslöser sind Nickel, Kobalt, Chromate – aber auch  Salbenbestandteile, Emulgatoren und Wollwachse. Vor allem Pflanzenextrakte sind „wunderbare Allergene“ – deshalb empfiehlt Prof. Trautinger besonders Risikopatienten rein synthetische Produkte.

krankungen zu erkennen, wo man das nicht machen darf.“ Differenzialdiagnosen sind beispielsweise Lichen ruber, Lichen sclerosus, extramammäre Manifestationen des Morbus Paget oder die Langerhanszell-His­ tiozytose und M. Hailey-Hailey. Bei der Kontaktdermatitis ist Kortison also das Mittel der Wahl und auch im intertriginösen Bereich in Kombination mit einem topischen Antimykotikum eine gute Therapie. Wie stets sollte die lokale Kortisontherapie so kurz wie möglich gehalten werden, mit allergenarmer un- Die Windeldermatitis ist Eltern seit jeher bekannt, in der Altenpflege gewinnt sie mit spezifischer Pflege im Anschluss. der demographischen Entwicklung zunehmend an Bedeutung. Noch wichtiger ist nur das Vermeiden der auslösenden Noxe – im Fal- men nicht verschwinden, brauchen Nicht-Wirksamkeit ist der Dermale der Inkontinenz also konsequente eine spezifische Diagnose durch den tologe hinzuzuziehen. Intertriginöse Facharzt. „Das Erfolgsrezept ist in- Dermatitis und verwandte ErkranFeuchtigkeitsverminderung. Hartnäckige Dermatitiden im terdisziplinäre Zusammenarbeit, kungen können wir nahezu immer Anogenitalbereich, welche durch Prophylaxe und Initialtherapie mit erfolgreich behandeln“, so Prof. TrauRaS diese einfachen Therapiemaßnah- Kortison und Antimykotika; bei tinger abschließend.

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VeranStalter: Medizinische Universität Graz WiSSenSchaftliche leitunG: Univ.-Prof.in Dr.in regina roller Wirnsberger, MMe Prim. Dr. Christian Jagsch Univ.-Prof. Dr. Gerhard Wirnsberger Die veranstaltung ist mit zwölf DFP-Punkten für das Fach innere Medizin anrechenbar. KonGreSSGebühr (inkl. 20% MwSt.): Gesamte tagung: € 132,- (tageskarten: € 72,– Donnerstag; € 96,– Freitag) theMen: • Ernährung dEs altEn MEnschEn • dEMEnz iM klinischEn alltag • PolyPharMaziE iM klinischEn alltag • schlafstörungEn • sExualität und inkontinEnz • Morbus Parkinson • ostEoPorosE, was nun? • aktuEllE PflEgEvErsorgungsModEllE • kardiovaskulärE ErkrankungEn orGaniSation und anMeldunG: Medizin Akademie, Mag.a andrea budin budin@medizin-akademie.at, tel. 01/546 00-550, www.medizin-akademie.at

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Schmerzhafte Feuchtgebiete


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Von der Ordination gleich in die Sporthalle

Kids dürfen nach der Impfung turnen MÜNCHEN – Hartnäckig hält sich die Meinung, dass Kinder nach einer Impfung keinen Sport treiben sollten. In einer deutschen Studie wurde jedoch kein Grund dagegen gefunden. In vier Kinder- und Jugendarztpraxen untersuchten deutsche Mediziner, ob sich Kinder nach einer Impfung sportlich betätigen dürfen. An ihrer Studie, die auf den „Süddeutschen Tagen der Kinder- und Jugendmedizin“ vorgestellt wurde, nahmen

268 Schüler teil. Sie hatten sich in den Ordinationen einer Routineimpfung unterzogen. Bei 239  Schülern wurde die Vakzine in den M.  deltoideus und bei 29 subkutan in den Oberarm injiziert. Ein bis drei Tage später wurden die Schüler telefonisch nach

sportlichen Aktivitäten und möglichen Beschwerden im Zusammenhang mit der Impfung gefragt. Etwa die Hälfte der Kinder (51  %) hatte sich innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Impfung sportlich betätigt. Diese Aktivitäten schätzten sie als „wenig anstrengend“ bis „anstrengend“ ein. Die häufigsten Sportarten waren Fußball und andere Ballsportarten, gefolgt von Schwimmen und

Leichtathletik. Einige hatten aber auch Leistungssport betrieben. Als Nebenwirkungen der Impfung gaben 74  Impflinge Schmerzen an der Injektionsstelle bzw. im Arm an, zehn berichteten auch von einer Schwellung. Fieber trat nur bei drei Schülern auf. Zusammenhänge zwischen diesen Symptomen und den sportlichen Aktivitäten wurden nicht

festgestellt. Schon 2003 wurde in einer Untersuchung gezeigt, dass körperliche Aktivität nach einer Impfung keinen negativen Einfluss auf die IgG-Bildung hat. Da auch keine vermehrten Nebenwirkungen auftreten, bleibt kein Grund, vom Sport nach einer Routineimpfung abzuraten, so Dr. Estler. Dies entspricht auch den Empfehlungen z.B. des Robert Koch-Instituts.  MW

Venen im Stau... ...bevor es eng wird

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Fachkurzinformation auf Seite 20 10.05.12 15:45

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Mütter mit Wochenbettpsychose im Auge behalten

Bipolare Störung beginnt oft nach der Geburt AARHUS – Wenn Mütter kurz nach der Geburt psychiatrische Hilfe brauchen, sollte man sie im Auge behalten. Bei jeder Siebten handelt es sich um die Erstmanifestation einer bipolaren Störung. Die Geburt stellt eine dramatische psychische und physiologische Umstellung dar. Dies kann zur Manifestation einer bipolaren Störung führen, die oft erst mit jahrelanger Verzögerung diagnostiziert wird. Wie groß das Risiko ist, ermittelte eine dänische Arbeitsgruppe der Universität Aarhus. Dazu wur-

den Daten von 120.378 Frauen analysiert, die zwischen 1970 und 2006 eine psychiatrische Behandlung in Anspruch genommen hatten. Ausgenommen waren Frauen, bei denen schon beim Erstkontakt die Diagnose einer bipolaren Störung gestellt worden war. Bei 3062 Patientinnen der Ausgangskohorte stellte man im

Verlauf eine bipolare Störung fest. Von den Frauen, die innerhalb eines Monats nach der Geburt ihres ersten Kindes psychiatrisch behandelt worden waren, entwickelten 14 Prozent innerhalb von 15 Jahren eine bipolare Störung. Diese Rate lag dreimal höher als bei Frauen, bei denen die Erstmanifestation ihrer psychischen Erkrankung in keinem zeitlichen Zusammenhang mit einer Geburt stand (4 %). Auch der Schweregrad der ers­ ten Episode spielte eine Rolle. Bei in-

itial stationär behandelten Frauen wurde deutlich häufiger im Verlauf die Diagnose „bipolare Störung“ gestellt. Gleiches galt für Frauen mit der Erstdiagnose Wochenbettpsychose, Schizophrenie-ähnliche Störung oder unipolare Depression. Die erste Episode einer bipolaren Störung ist schwer zu erkennen, die Diagnose ergibt sich meist erst aus dem weiteren Verlauf, schreiben die Autoren. Als Prädiktoren einer manisch-depressiven Erkrankung kenne man

bisher junges Alter bei der Erstmanifestation, psychotische oder atypische Symptome und einen abrupten Beginn. Nach den Ergebnissen dieser Studie könne man jetzt dieser Liste auch noch die Manifesta­tion kurz nach der Geburt hinzufügen. Bei allen Frauen mit „Wochenbettdepression“ solle man gezielt auch auf leichte manische Symptome achten, empfehlen die Autoren. MW Trine Munk-Olsen et al., Arch Gen Psychiatry 2012; 69: 428–434


Politik & Praxisführung

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News

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ÖVP bremst beim ELGA-Gesetz

Die Krankenkassen finanzieren jährlich rund 500.000 Therapiestunden. Psychoanalyse wird von der Wiener Gebietskrankenkasse nicht mehr bezahlt.

WGKK stellt Bewilligungsverfahren um

Streit um Psychotherapie WIEN – Die Wiener Gebietskrankenkasse wird ab 1. Oktober ihr Bewilligungssystem für psychotherapeutische Behandlungen umstellen und psychoanalytische Therapien nicht mehr bezahlen. Während der Hauptverband dieses Vorgehen begrüßt, laufen die Psychotherapeuten dagegen Sturm. Geht es nach dem Willen der Wiener Gebietskrankenkasse­ (WGKK), soll sich die Qualität und Treffsicherheit der psychotherapeutischen Versorgung in der Bundeshauptstadt in Zukunft deutlich verbessern. Dazu hat man in der WGKK ein neues Schema zur Bewilligung der psychotherapeutischen Behandlung ausgearbeitet. Unverändert bleibt, dass die Patienten weiterhin ab der zweiten Psychotherapiestunde eine ärztliche Überweisung benötigen und ab der zehnten Stunde eine Bewilligung durch die Krankenversicherung. Neu ist, wie diese Bewilligung erteilt wird. Ähnlich wie in Salzburg muss entweder der Therapeut alleine oder der Patient gemeinsam mit dem Therapeuten einen Fragebogen ausfüllen, in dem die Ausgangssituation umfangreich erhoben wird. „Je aussagekräftiger und detailreicher die Angaben sind, umso besser lässt sich beurteilen, welche Behandlung notwendig ist, wie lange sie dauert und welches Ziel am Ende angestrebt wird“, erklärte Mag. Ingrid Reischl,­ Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK), bei einem Hintergrundgespräch. In dem Fragebogen werden nicht nur Angaben über die aktuelle Medikation des Patienten

oder vergangene stationäre Aufenthalte, sondern auch der Schweregrad der Störung eruiert. Dadurch soll die Information über die Therapie möglichst individuell auf Bedarf, Dauer und Ziele abgestimmt werden.

Datenschutz Hier setzt auch die erste Kritik an. So bekrittelt der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP), dass unter anderem Vorbelastungen in der Familie durch psychische Erkrankungen, Suizide etc. abgefragt werden. Die WGKK sieht das eher gelassen. Immerhin müsse man für die Bewilligung einer Therapie einer körperlichen Erkrankung auch angeben, warum man diese Therapie haben möchte. Natürlich stünde es jedem frei, dieses Feld nicht auszufüllen oder sich stattdessen von der Krankenkasse begutachten zu lassen. „Ein Fehler vieler Therapeuten ist es, dass sie, um den Patienten zu schützen, zu wenig hineinschreiben“, meinte dazu DDr. Andrea Fleischmann, stv. Leiterin der Abteilung Vertragspartnerverrechnung in der WGKK, gegenüber Medical Tribune. Dann sei für die Kasse aber nicht ersichtlich, ob eine Therapie dringend oder notwendig sei. Eine Anony-

misierung des Fragebogens wie in Salzburg kommt für die WGKK nicht in Frage. „Das Salzburger Modell würde sich aufgrund der Menge der Anträge nicht realisieren lassen“, erklärt DDr. Fleischmann. Die WGKK hat weiters beschlossen, Therapien nach der klassischen tiefenpsychologischen Langzeitpsychoanalyse grundsätzlich nicht mehr zu bewilligen. Die Methode erfordert eine lange Behandlungszeit – pro Fall mindestens vier Jahre, bei drei bis vier Einheiten pro Woche. Laut WGKK gibt es derzeit 21 alternative Therapieformen, die „günstiger und ebenso erfolgversprechend sind“. „Die Krankenkassen verwenden derzeit rund ein Prozent ihres Psychotherapiebudgets für hochfrequente Psychoanalyse. Das heißt, wenn dieses eine Prozent auf andere aufgeteilt wird, ist es im Sinne der Kosteneffizienz kein Erfolg“, meinte dazu Dr. Eva Mückstein, Präsidentin des ÖBVP. Diese Therapie künftig nicht mehr zu finanzieren sei geradezu „ein Schildbürgerstreich“.

Zusätzliche 65.000 Patienten werden durch psychotherapeutische Leistungen von Ärzten erreicht. Eine Verschiebung der Leistung weg von der Psychotherapie hin zur Medikation ist laut Dr. Chris­ toph Klein, stv. Generaldirektor im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, nicht zu erwarten. „Es ist das Ziel der österreichischen Sozialversicherung, die Sachleistungsversorgung kontinuierlich auszubauen“, betonte Dr. Klein. So sollen die Wartezeiten – insbesondere im Kinderbereich – deutlich reduziert werden. Angesichts der erschreckenden Zahl, dass jeder dritte Frühpensionsantritt aus psychischen Gründen erfolgt, plädiert Dr. Klein dafür, darüber nachzudenken, Gelder umzuschichten und in die psychische Prävention zu investieren. Dies würde nicht nur die Krankenversicherungen, sondern auch die Pensionsversicherung entlasten. TAS

WIEN – Die ÖVP bleibt weiter bei ihrer Blockadehaltung in Bezug auf die Elektronische Gesundheitsakte ELGA. „Solange sich der Minister nicht mit der Ärztekammer einigt, stehen wir auf der Bremse“, bekräftigte ÖVP-Gesundheitssprecher Dr. Erwin Rasinger im Gespräch mit Medical Tribune. Diese Haltung ist vermutlich auch der Grund, warum es vor dem Sommer nicht mehr zu einem Ministerratsbeschluss in Sachen ELGA-Gesetz kommen wird. Ende Juni hatte sich die neue Ärztekammerführung bei einem Gespräch mit Gesundheitsminister Alois Stöger allerdings kompromissbereit gezeigt. Jetzt gilt es, die Verhandlungen abzuwarten. TAS

Gesundheitsziele beschlossen WIEN – Die Bundesgesundheitskommission hat in ihrer Sitzung Ende Juni die zehn Rahmen-Gesundheitsziele beschlossen. Die zehn Ziele sollen als Rahmen für die Steuerung des Gesundheitswesens dienen und die Handlungsschwerpunkte für die nächsten 20 Jahre vorgeben. „Oberstes Ziel ist es, dass die Österreicherinnen und Österreicher dadurch zwei Jahre länger gesund leben können“, so Gesundheitsminister Alois Stöger in einer Aussendung. Zum Erreichen der Ziele soll nun ein Expertengremium bis Ende des Jahres konkrete Maßnahmen erarbeiten. www.gesundheitszieleoesterreich.at

ÖGKV fordert mehr Ausbildung WIEN – Um dem immer größer werdenden Pflegepersonalmangel entgegenzuwirken, fordert der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband eine die rasche Umsetzung der Ausbildungsreform gemäß den EU-Bestimmungen und bessere Arbeitsbedingungen.

Situation in Österreich Laut Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger finanzieren die Krankenkassen jährlich rund 500.000 Stunden Psychotherapie im Sachleistungsprinzip und erreichen damit rund 35.000 Patienten. Weitere 35.000 Patienten bezahlen sich ihre Psychotherapie privat und erhalten dafür von den Kassen einen Zuschuss von 21,80 Euro pro Therapiestunde.

Von Beginn an gut verträglich1

01/02.2011 1 Windhager E. et al., J Neurol Neurochir Psychiatr 2006; 7 (Suppl 1): 2-6.

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Politik & Praxisführung

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Dr. Sigrid Pilz ist neue Wiener Patientenanwältin

Mit den Patienten auf Augenhöhe Interview

MT: Sie waren bis zur Wiener Wahl im Oktober 2010 eine engagierte Oppositionspolitikerin, seither grüne Gesundheitssprecherin in der Koalition im Wiener Rathaus. Jetzt wechseln Sie binnen zwei Jahren von der Oppositionspolitikerin in die Rolle der Patientenanwältin. Wie gelingt das? Dr. Pilz: Nur wer gute Oppositionspolitik macht, kann Regierungspolitik auf Augenhöhe machen. Stadträtin Wehsely und ich hatten durchaus unsere sehr ernsthaften Debatten und Konflikte. In den wesentlichen Fragen der not-

Explizit „Es geht darum, dass Patienten kompetent sind und dass sie ihr Selbstbestimmungsrecht und ihre Selbstbestimmungspflicht wahrnehmen können.“ wendigen Gesundheitsreformen, waren wir uns aber vom ersten Tag an einig. Ich habe den Wechsel in die Regierung nie als Bruch mit meinen Einstellungen empfunden.

MT: Die WPPA hat 2011 12.174 Anfragen, 2914 dokumentierte Geschäftsfälle und Entschädigungen über 3,4 Mio. Euro ausgezahlt. Wie groß ist Ihr Team, und sind die Ressourcen für das, was Sie sich vorgenommen haben, ausreichend? Dr. Pilz: Es sind mit mir 22 kluge, engagierte Leute. Wir werden uns die internen Abläufe anschauen, weil wir für meine Schwerpunkte auch Kraft und Zeit brauchen. Aber eines ist mir klar, das Kerngeschäft muss gut erledigt sein. Die Menschen gehen zur Patientenanwältin, weil sie einen Schadensfall haben oder weil sie sich beschweren wollen usw. Ich will aber nicht nur dafür sorgen, dass zustehender Schadenersatz oder Entschädigungen gezahlt werden. Ich will auch nachschauen, wo die Ursachen liegen. In den seltensten Fällen ist ja nur eine Person für den Schaden verantwortlich. Meistens ist es die Verkettung von schlechten, schicksalshaft unglücklichen Abläufen. Wenn es dahinter Systemmängel gibt, dann soll das Risikomanagement aktiviert werden. Und: Patientinnen und Patienten sollen ermutigt werden, ihre Rolle selbstverantwortlich und selbstbestimmt wahrzunehmen.

MT: Wie sehen Sie Ihre Rolle als Patientenanwältin? Dr. Pilz: Die Patientenorientie- MT: Der mündige, selbstbewusste rung – der Patient/die Patientin Patient im Mittelpunkt? im Mittelpunkt – war mein Motiv, Dr. Pilz: Der Ausbau der Gesundin die Gesundheitspolitik zu ge- heitskompetenz der Bürgerinnen hen. Ich glaube, es ist gut, auch die und Bürger ist mir ein zentrales Patientenanwaltschaft aus dieser Anliegen. Einerseits GesundPerspektive zu sehen – und nicht heitskompetenz zur Vorsorge: ausschließlich aus der streng me- Was kann ich tun, dass ich nicht dizinisch und auch nicht streng krank werde? Andererseits steht juristischen, schadensfokussierten im Wiener Gesundheitsbericht laPerspektive. Es geht mir um ein pidar, dass 50 Prozent der PatiGesundheitssystem in Augenhö- enten nicht verstehen, was ihnen he mit den Patientinnen und Pa- der Arzt sagt. 20 Prozent glauben, tienten. sie haben es verstanden, man sieht ADA_Infoblatt 11.02.2005 11:14 Uhr Seite 1

Dr. Sigrid Pilz

aber an der mangelnden Compliance, dass das nicht so ist. Das kostet, das ist ein Debakel für die Therapie und gesundheitspolitisch nicht akzeptabel.

muss man auf Basis von Informa­ tion machen. Wenn man nicht aufgeklärt ist, muss man Aufklärung einfordern. Das zu vermitteln, halte ich für eine Kernaufgabe.

MT: Kommen Sie da nicht in Konkurrenz zu anderen Einrichtungen? Dr. Pilz: Ich wüsste nicht, wer in Wien eine gewichtige Stimme in der Patientenvertretung hätte. Es geht darum, dass Patienten kompetent sind und dass sie ihr Selbstbestimmungsrecht und ihre Selbstbestimmungspflicht wahrnehmen können. Patienten müssen ja ständig Behandlungsentscheidungen treffen. Das wissen die Leute viel zu wenig. Jeder muss selbst in Behandlungen einwilligen. Und das

MT: Das ist einerseits Kritik an den Ärzten, andererseits müssen Sie dazu mit den Ärzten zusammenarbeiten ... Dr. Pilz: Ich will überhaupt nicht die strenge, strafende Kontrollorin im Gesundheitswesen sein. Wenn es Schadenfälle gibt, die strafrechtlich relevant sind, gibt es Gerichte. Ich möchte die Ärzte als Partnerinnen und Partner gewinnen.

ÖÄK Diplomlehrgang Geriatrie 2012/13 Seminar 1 2 3 4

Durch die Wiener Spitalsreform und das Geriatriekonzept werden auch viele Beschwerdegründe und Systemprobleme wegfallen – etwa durch die bauliche Verbesserung. Die Patientenvertretung ist im niedergelassenen Bereich viel schwächer verankert. Hier sprechen wir nur Einladungen aus. Wir müssen den Patienten klarmachen, dass wir auch für den niedergelassenen Bereich zuständig sind. Hier wollen wir die Ärztekammer einladen, das nicht als Einmischung zu betrachten, sondern als Chance, Dinge zu verbessern. Ich habe nichts davon, wenn die Gesundheitsdienstleister sagen: Um Gottes Willen, die Pilz kommt! Für ein Pflegeheim gibt es Standards. Die Heimkommission ist bei der Patientenanwaltschaft angesiedelt. Bei der Betreuung zuhause ist die Herausforderung größer. In einem Privathaushalt findet man oft Verhältnisse vor, die in einem Pflegeheim unvorstellbar sind.

Foto: Kurt Keinrath

WIEN – Die Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft (WPPA) feiert 2012 ihr 20-jähriges Bestehen. Mit Dr. Sigrid Pilz übernahm am 1. Juli eine fundierte Kennerin und Kritikerin der Wiener Gesundheitspolitik die Agenden. Im MT-Interview macht Dr. Pilz deutlich, dass sie sich um viel mehr als nur um Schadenersatzzahlungen kümmern will.

ÖÄK Diplomlehrgang 2012/13 Seminar ÖÄK Diplomlehrgang 2012/13 30. November/01. Dezember 2012 – Wien 5 07./08. Juni 2013 – Wien 18./19. Jänner 2013 – Wien 6 13./14. September 2013 – Graz 15./16. März 2013 (Gerontopsychiatrie) – Linz 7 18./19. Oktober 2013 (Palliativ) – Linz 26./27. April 2013 (Neurogeriatrie) – Salzburg 8 22./23. November 2013 – Salzburg

www.arztakademie.at

Nähere Informationen und Anmeldung unter www.arztakademie.at/ geriatrie-lehrgang

Voranmeldung via E-Mail möglich Kontakt: österreichische akademie der ärzte, c/o Medizin Akademie, Grünbergstraße 15, 1120 Wien, Seminarorganisation: Michaela Schwarz, Tel.: 01/54 600-552, geriatrie@arztakademie.at, www.arztakademie.at

SAVE THE DATE

MT: In Wien ist die Patientenanwaltschaft sowohl für die Spitäler, die Pflegeheime als auch für den niedergelassenen Bereich zuständig. Wo sehen Sie hier die Herausforderungen? Dr. Pilz: Die Situation in den Pflegeheimen und den Spitälern ist wohl herausfordernd, aber nicht so schwierig, da wir per Gesetz das Recht auf Krankengeschichteneinsicht und Stellungnahme haben.

MT: Die Patientenanwaltschaft ist auch für Patientenverfügungen zuständig. Dr. Pilz: Ja, und davon gibt es noch viel zu wenig. Bei der Patientenanwaltschaft sind Patientenverfügungen kostenlos. Das muss mehr bekannt werden. MT: Die Patientenanwaltschaft hat sich klar für ELGA ausgesprochen. Dr. Pilz: Ich teile diese Einschätzung. Wiewohl ich großes Verständnis habe für alle, die zur Vorsicht beim Datenschutz raten. Ich kann auch die Argumente für ein Opt-in nachvollziehen. Angesichts der Position der Ärztekammer halte ich aber nur ein Opt-out für machbar, sonst ist die Sache tot. Für Patienten mit einer langen Krankengeschichte ist ELGA sicher ein Vorteil. Das Institut für Menschenrechte kommt zu dem Schluss, dass ELGA grundrechtskonform aufgesetzt werden kann, wenn sie technisch auf den neuesten Stand ist. Und das müssen wir einfordern. Interview: Mag. Silvia Jirsa

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Info: Mehr zur Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft unter: www. patientenanwaltschaft.wien.gv.at

Zur Person Dr. Sigrid Pilz studierte in Innsbruck Erziehungswissenschaften und Psychologie. Seit 1985 ist sie Universitätslektorin, von 1985 bis 2012 war sie Leiterin der Abteilung „Internationale Familien- und Jugendpolitik“ des Bundesministeriums für Wirtschaft, Familie und Jugend. Politisch war Dr. Pilz seit 2001 als Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderätin sowie Gesundheitssprecherin der Wiener Grünen engagiert. Seit 2010 amtierte sie als 4. Vorsitzende des Wiener Gemeinderates, seit 2011 als stellv. Klubobfrau des Grünen Klubs im Rathaus. Mit Amtsantritt in der WPPA hat sie ihre politischen Funktionen zurückgelegt.


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Aus den Ländern

Politik & Praxisführung

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Regionaler Strukturplan Gesundheit beschlossen

Wiens Spitäler kommen in Bewegung WIEN – Ende Juni wurde der Regionale Strukturplan Gesundheit (RSG) für Wien von der Gesundheitsplattform beschlossen. Bis 2020 kommt es zu einer weitreichenden Umstrukturierung der Wiener Spitalslandschaft. Akutbetten werden reduziert, der Pflegebereich ausgebaut und medizinische Leistungen konzentriert. der beiden pulmologischen Abteilungen werden in das Krankenhaus Nord eingegliedert. Das Kaiserin-Elisabeth-Spital wird bereits am 30. November 2012 geschlossen, für das Sophienspital ist eine Schließung im Jahr 2016 ins Auge gefasst.

2020: Sieben städtische Spitäler

Ab 2020 übernehmen sieben städtische Spitäler die Versorgung: u Das AKH und das SMZ Ost werden alle medizinischen Sonderfächer anbieten. Der Regionale Strukturplan Gesundheit für Wien führt zu Rotationen von Abteilungen und ganzen Spitälern. u Das Wilhelminenspital wird fast Standort St. Elisabeth eine kleine alle medizinischen Sonderfächer u Das SMZ Süd – Kaiser-FranzDerzeit wird die RegionalpsyAbteilung für Innere Medizin anbieten. Zwei psychiatrische Rechiatrie errichtet. Die plastische Josef-Spital soll künftig 939 Betmit einer Akutgeriatrie und einer gionalabteilungen werden hierChirurgie soll absiedeln. ten führen. Neben dem SchwerPalliativstation betreiben. her verlegt, eine Kinder- und Jupunkt Innere Medizin werden u Das Krankenhaus Nord wird gendpsychiatrie aufgebaut. auch Versorgungsleistungen aus 785 Betten führen und die Kar- u Das Krankenhaus der Barmherfast allen medizinischen Sonderdiologie und Herzchirurgie aus zigen Schwestern soll die plas­ u Das Krankenhaus Hietzing wird fächern angeboten. Ein Suchtzendem KH Hietzing, die Psychiattische Chirurgie an das St. Josef in Zukunft etwas kleiner dimentrum für den akuten und subakurie und Pulmologie aus dem Krankenhaus abgeben. sioniert sein und 882 Betten anten Entzug soll die psychiatrische Otto-Wagner-Spital, die Ortho- u Im Hanusch-Krankenhaus ist die bieten (derzeit 1106). Der Versorgung ergänzen. pädie aus Gersthof, die GeSchwerpunkt wird auf der VerSchließung der HNO-Abteilung burtshilfe aus der Semmelweissorgung älterer Patienten und u Die Krankenanstalt Rudolfstifvorgesehen, die Urologie soll in klinik und das gesamte Angebot chronisch Kranker liegen. einer Kooperation mit der Urotung bleibt nahezu unverändert. aus Floridsdorf beherbergen. logie des Krankenhaus GöttDazu kommen eine neue Unlicher Heiland geführt werden. fallchirurgische Abteilung so- u Die Geburtshilfe soll aus dem Wien, Niederösterreich und Steiermark wie eine Kinder- und JugendGöttlichen Heiland in das St. psychiatrie. Josef Spital verlagert werden, gleichzeitig ist für das St. Josef Nichtstädtische Spitäler Spital die Neuerrichtung einer Kinderabteilung mit NeonatoloAuch die nichtstädtischen Spitägie vorgesehen. ler sind im RSG berücksichtigt. ge Unternehmen aus dem Gesund- ren bzw. die wieder in das Arbeits- u Das Krankenhaus St. Elisabeth u Kaum Veränderungen sind im WIEN – Die Initiative „fitheitsbereich, der Lebensmittelbran- leben einsteigen wollen. Ihnen wird soll zwar Gesundheitsdienst­ Evangelischen Krankenhaus, dem 2work“ berät Unternehmen che sowie der Kunststoff-, Bauund intensive Beratung und leistungen anbieten, künftig Krankenhaus der Barmherzigen darin, wie sie die ArbeitsfähigPapierindustrie haben bereits auf Coaching angeboten. red aber keine weiteren Aufgaben Brüder, dem Herz-Jesu-Krankenkeit ihrer Mitarbeiter fördern die Initiative reagiert. „Im Vorderim Akutbereich übernehmen. haus, dem Orthopädischen Spital und erhalten können. Im Juni grund stehen fast immer konkrete Speising und dem St. Anna Kinu Das Hartmannspital wird zusätzTipp: www.fit2work.at starteten Wien, Niederöster­ Bemühungen, kranke Mitarbeiter derspital vorgesehen. TAS lich zum jetzigen Standort am reich und die Steiermark – die produktiv im Betrieb zu halten. Auübrigen Bundesländer folgen. ßerdem fragen viele Betriebe, wie sie Arbeitsplätze bzw. Arbeitsbedingungen adaptieren können“, betont Quetialan® Seit Juni 2012 können sich Un- Renate Czesklaba, Projektleiterin ternehmen in Wien, Niederöster­ der fit2work-Betriebsberatung. Sozialminister Rudolf Hunds­ reich und der Steiermark zum Thema seelische und körperliche torfer unterstreicht die Bedeutung Die Therapie mit Quetialan hat sich seit Markteinführung Verträglichkeit und Produktpalette Gesundheit am Arbeitsplatz kosten- für die Betriebe: „Auf die Gesundin der Psychiatrie durchgesetzt. Die moderne Galenik der Durch die Weiterentwicklung der Galenik von Quetialan los beraten lassen. Die Beratung er- heit der Mitarbeiter zu achten rechQuetialan® Filmtabletten bewährt sich bei vielen österrei- konnte der Laktoseanteil der Filmtabletten erheblich refolgt in einem zweistufigen Pro- net sich: Unternehmen profitieren chischen Patientinnen und Patienten im Praxisalltag. zess: Zunächst erhebt ein Berater nicht nur von geringeren Krankenduziert werden. der AUVA anhand von Fragebögen, ständen und Abwesenheitszeiten, Die Compliance wird durch die breite Palette der Wirk- Quetialan Filmtabletten sind in folgenden Wirkstärken Workshops und Betriebsbesichti- sondern sichern sich wertvolles stärken und die individuelle, optimal auf Patientenbedürf- und Packungsgrößen erhältlich: 25mg zu 10 und 60 Stk, nisse zugeschnittene Therapie mit teilbaren Tabletten (100 100mg (teilbar gungen die Ausgangslage und Be- Know-how, wenn ihr Personal län) zu 30, 60 und 90 Stk, 200mg zu 30 und mg und 300 mg) erhöht. Die vertraute Form, Farbe und 60 Stk, sowie 300mg (teilbar dürfnisse des jeweiligen Betriebs. In ger im Erwerbsleben bleibt.“ ) zu 30 und 60 Stk. Oberflächenbeschaffenheit der Tabletten unterstützen Die Betriebsberatung „fit2work“ der zweiten Stufe werden mit dem 1) Studenik Ch.: Bioäquivalenz von atypischen Antipsychotika, Facheine problemlose Umstellung. Betrieb Maßnahmen erarbeitet, die startet im August 2012 auch in Ober­ arzt Neurologie Psychiatrie, 2009, Nr. 2 genau auf die Erfordernisse des Un- österreich, Salzburg und Tirol. Die Bioäquivalenz bestätigt ternehmens und seiner Mitarbeiter übrigen Bundesländer folgen 2013. abgestimmt werden. Die Betriebe Pharmakokinetische Parameter wie AUC und die maximaAngebote für erhalten so Informationen zu Förle Plasma-Konzentration der Wirksubstanz sind mit dem Einzelpersonen Weitere Informationen: derungen, Arbeitsplatzadaption soReferenzpräparat vergleichbar, wie durch eine entspreG.L. Pharma GmbH, Arnethgasse 3, 1160 Wien 1 wie Unterstützungsmaßnahmen bei „Fit2work“ richtet sich auch an chende Bioäquivalenzstudie dokumentiert ist . Qualität Mag. Thomas Tommasi drohenden gesundheitlichen Beein- Einzelpersonen, die sich Sorgen maund Wirksamkeit entsprechen den hohen Anforderungen thomas.tommasi@gl-pharma.at im psychiatrischen Therapiealltag. trächtigungen der Mitarbeiter. Die chen, aus gesundheitlichen Grünerste Bilanz fällt positiv aus, eini- den ihren Arbeitsplatz zu verlie-

Foto: BilderBox.com

Das Jahr 2015 ist das Schlüsseljahr für den Pflegebereich in Wien, in diesem Jahr wird das Geriatriezentrum „Am Wienerwald“ geschlossen. Bis dahin sollen an zehn Standorten Pflegewohnhäuser entstehen und die Generalsanierung des Pflegewohnhaus Donaustadt abgeschlossen sein. Die Zahl der Pflegeplätze wird 2015 über 10.000 betragen. Gleichzeitig werden die teuren Akutbetten von 10.487 (Stand 2010) auf 9820 im Jahr 2020 reduziert. Um dies zu erreichen, sind deutliche Umstrukturierungen in der Wiener Spitalslandschaft geplant. Das Wilhelminenspital und das Otto-Wagner-Spital werden auf dem Gelände des Wilhelminenspitals zusammengeführt. Eine Weiternutzung des Otto-Wagner-Areals als KAV-Spital ist nicht vorgesehen. Die psychiatrischen Regionalabteilungen werden in die jeweiligen Versorgungsregionen übersiedeln. Die Orthopädie zieht ins Krankenhaus Hietzing, ein Teil der Pulmologie in das Kaiser-Franz-Josef-Spital. Die Thoraxchirurgie und eine

Start der Initiative „fit2work“

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Fachkurzinformation auf Seite 20

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Bewährt in der Psychiatrie


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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 28  •  11. Juli 2012

Als Langzeittherapie

Bewahren NSAR vor Hautkrebs? AARHUS – Patienten, die lange oder hochdosiert NSAR einnehmen, erkranken möglicherweise seltener an Hautkrebs. Darauf deuten Ergebnisse einer dänischen Studie hin. Die Kollegen prüften retrospektiv die Arzneimittel-Verordnungen bei 18.532 Hautkrebspatienten aus den Jahren 1991 bis 2009 und verglichen diese mit den entsprechenden Daten von 178.000 Personen ohne kutanes Malignom. Menschen, die mehr als zweimal nichtsteroidale Antiphlo­ gistika verschrieben bekommen hat-

ten, zeigten ein um 15 Prozent geringeres Risiko für ein Spinaliom und ein um 13 Prozent geringeres für ein Melanom. Bezüglich Basaliomen lag die Gefährdung nur für Hautregionen außerhalb von Kopf und Hals niedriger. Der Effekt zeigte sich vor allem bei nichtselektiven und äl-

teren NSAR wie Diclofenac und bei mehr als siebenjähriger Einnahme oder hoher Dosierung. Allerdings ließ sich die tatsächlich eingenommene Antiphlogis­ tika-Menge nicht sicher beurteilen, da manche Präparate rezeptfrei erhältlich sind. Zudem weiß man nicht, ob Menschen mit schmerzenden Gelenken nicht einfach weniger Zeit im Freien verbringen.abt Sigrún Alba Jóhannesdóttir et al., Cancer 2012; online first

Heroin verunreinigt

Milzbrand 
bei Junkies BERLIN – Wenn Drogensüchtige mit Hautinfektionen in die Praxis kommen, sollte man auch an Milzbrand denken. In den vergangenen Wochen wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin zwei Milzbrandfälle gemeldet. Beide Patienten waren i.v.-Drogenkonsumenten und hatten den Arzt wegen entzündeter Injektionsstellen aufgesucht und schließlich eine Milzbrandsepsis entwickelt. Ein Patient verstarb. Als Ursache der Infektionen vermuten die RKI-Experten mit Milzbrandsporen verunreinigtes Heroin. Eine solche Kontamination hatte bereits 2009 und 2010 in Deutschland und Großbritannien zu einer Häufung von Anthrax-Erkrankungen bei Drogenabhängigen geführt. Typisch für Injektionsmilzbrand sind ausgedehnte Weichteilinfektionen bis hin zur nekrotisierenden Fasziitis. Schwere Verläufe lassen sich nur durch frühzeitige Diagnose und Antibiotikatherapie verhindern.  rft

Clopidogrel +pharma 75 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 111,86 mg Clopidogrel Besilat entsprechend 75 mg Clopidogrel. Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 73,61 mg wasserfreie Lactose und 0,29 mg Lecithin (enthält Sojaöl) (E322). Kern: Wasserfreie Lactose, Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon Typ A, Glyceroldibehenat, Talkum. Überzug: Polyvinylalkohol, Talkum, Macrogol 3350, Lecithin (Sojaöl) (E322), Titandioxid (E171), Eisenoxid rot (E172). Anwendungsgebiete: Prävention atherothrombotischer Ereignisse. Clopidogrel ist indiziert bei: Erwachsenen Patienten mit Herzinfarkt (wenige Tage bis weniger als 35 Tage zurückliegend), mit ischämischem Schlaganfall (7 Tage bis weniger als 6 Monate zurückliegend) oder mit nachgewiesener peripherer arterieller Verschlusskrankheit. Erwachsenen Patienten mit akutem Koronarsyndrom: akutes Koronarsyndrom ohne ST-Strecken-Hebung (instabile Angina Pectoris oder Non-Q-Wave-Myokardinfarkt), einschließlich Patienten, denen bei einer perkutanen Koronarintervention ein Stent implantiert wurde, in Kombination mit Acetylsalicylsäure (ASS). akuter Myokardinfarkt mit STStrecken-Hebung, in Kombination mit ASS bei medizinisch behandelten Patienten, für die eine thrombolytische Therapie infrage kommt. Weitere Informationen sind im Abschnitt 5.1 enthalten. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Schwere Leberfunktionsstörungen. Akute pathologische Blutung, wie bei Magen-Darm-Geschwüren oder intrakraniellen Blutungen. Pharmakotherapeutische Gruppe: Thrombozytenaggregationshemmer, exkl. Heparin. ATC-Code: B01AC04. Clopidogrel +pharma 75 mg Filmtabletten, OP zu 20, 30 und 90 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. INHABER DER ZULASSUNG: +pharma arzneimittel gmbh, A-8054 Graz, pluspharma@pluspharma.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Donepezil Genericon 5 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 5,22 mg Donepezilhydrochlorid-Monohydrat, entsprechend 5 mg Donepezilhydrochlorid, entsprechend 4,56 mg Donepezil. Sonstige Bestandteile: Jede Tablette enthält 91 mg Lactose. Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose (E460), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Hydroxypropylcellulose (E463), Magnesiumstearat (E572). Tablettenüberzug: Hypromellose (E464), Lactose-Monohydrat, Macrogol 4000, Titandioxid (E171). Donepezil Genericon 10 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 10,44 mg Donepezilhydrochlorid-Monohydrat, entsprechend 10 mg Donepezilhydrochlorid, entsprechend 9,12 mg Donepezil. Sonstige Bestandteile: Jede Tablette enthält 182 mg Lactose. Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose (E460), CarboxymethylstärkeNatrium (Typ A), Hydroxypropylcellulose (E463), Magnesiumstearat (E572). Tablettenüberzug: Hypromellose (E464), Lactose-Monohydrat, Macrogol 4000, Titandioxid (E171), Eisenoxid gelb (E172). Anwendungsgebiete: Donepezilhydrochlorid ist indiziert zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Demenz vom Alzheimer-Typ. Gegenanzeigen: Das Arzneimittel ist kontraindiziert bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Donepezilhydrochlorid, Piperidinderivate oder einen der sonstigen Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidementiva; Cholinesterasehemmer. ATC-Code: N06DA02. Donepezil Genericon 5 mg – Filmtabletten, OP zu 10, 30 und 90 Stück, Donepezil Genericon 10 mg – Filmtabletten, OP zu 30 und 90 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. EpiPen 0,3 mg Injektionslösung, EpiPen Junior 0,15 mg Injektionslösung. Qualtiative und quantitative Zusammensetzung: 1 ml enthält 1 mg Epinephrin (Adrenalin). Eine Einzeldosis (0,3 ml) enthält 0,3 mg (300 Mikrogramm) Epinephrin. Epipen Junior: 1 ml enthält 0,5 mg Epinephrin (Adrenalin). Eine Einzeldosis (0,3 ml) enthält 0,15 mg (1500 Mikrogramm) Epinephrin. Sonstige Bestandteile: Natriumchlorid, Natriummetabisulfit, Salzsäure (zur pH-Wert Einstellung), Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: EpiPen ist für die Notfallbehandlung eines schweren anaphylaktischen Schocks oder einer allergischen Reaktion z.B. auf Insektenstiche oder Insektenbisse, Nahrungs- oder Arzneimittel indiziert. Gegenanzeigen: Es sind keine absoluten Kontraindikationen für die Anwendung von EpiPen bei einem allergischen Notfall bekannt. Pharmakotherapeutische Gruppe: Kardiostimulanzien exkl. Herzglykoside, ATC-Code: C01CA24. Inhaber der Zulassung: Meda Pharma GmbH, Wien. Rezept-und apothekenpflichtig. Angaben über Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkung mit anderen Mitteln, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. www.meda.at. Exforge HCT 5 mg/160 mg/12,5 mg Filmtabletten, Exforge HCT 5 mg/160 mg/25 mg Filmtabletten, Exforge HCT 10 mg/160 mg/12,5 mg Filmtabletten, Exforge HCT 10 mg/160 mg/25 mg Filmtabletten, Exforge HCT 10 mg/320 mg/25 mg Filmtabletten. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Exforge HCT 5 mg/160 mg/12,5 mg Filmtabletten: Jede Filmtablette enthält 5 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat), 160 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Exforge HCT 5 mg/160 mg/25 mg Filmtabletten Jede Filmtablette enthält 5 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat), 160 mg Valsartan und 25 mg Hydrochlorothiazid. Exforge HCT 10 mg/160 mg/12,5 mg Filmtabletten: Jede Filmtablette enthält 10 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat), 160 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Exforge HCT 10 mg/160 mg/25 mg Filmtabletten: Jede Filmtablette enthält 10 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat), 160 mg Valsartan und 25 mg Hydrochlorothiazid. Exforge HCT 10 mg/320 mg/25 mg Filmtabletten: Jede Filmtablette enthält 10 mg Amlodipin (als Amlodipinbesilat), 320 mg Valsartan und 25 mg Hydrochlorothiazid. Liste der sonstigen Bestandteile: Exforge HCT 5 mg/160 mg/12,5 mg Filmtabletten: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Hochdisperses Siliziumdioxid, Magnesiumstearat. Überzug: Hypromellose, Titandioxid (E171), Macrogol 4000, Talkum. Exforge HCT 5 mg/160 mg/25 mg Filmtabletten: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Hochdisperses Siliziumdioxid, Magnesiumstearat. Überzug: Hypromellose, Macrogol 4000, Talkum, Titandioxid (E171), Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172, gelb). Exforge HCT 10 mg/160 mg/12,5 mg Filmtabletten: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Hochdisperses Siliziumdioxid, Magnesiumstearat. Überzug: Hypromellose, Macrogol 4000, Talkum, Titandioxid (E171), Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172, gelb), Eisen(III)-oxid (E172, rot). Exforge HCT 10 mg/160 mg/25 mg Filmtabletten: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Hochdisperses Siliziumdioxid, Magnesiumstearat. Überzug: Hypromellose, Macrogol 4000, Talkum, Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172, gelb). Exforge HCT 10 mg/320 mg/25 mg Filmtabletten: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Hochdisperses Siliziumdioxid, Magnesiumstearat. Überzug: Hypromellose, Macrogol 4000, Talkum, Eisen(III)-hydroxidoxid x H2O (E172, gelb). Anwendungsgebiete: Behandlung der essenziellen Hypertonie als Ersatztherapie bei erwachsenen Patienten, deren Blutdruck durch die Kombination aus Amlodipin, Valsartan und Hydrochlorothiazid (HCT), die entweder in Form der drei einzelnen Komponenten oder als Zweierkombination und einer Einzelkomponente gegeben wurde, ausreichend kontrolliert ist. Gegenanzeigen: • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, andere Sulfonamide, Dihydropyridinderivate oder einen der sonstigen Bestandteile • Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6) • Leberfunktionsstörung, biliäre Zirrhose oder Cholestase • Schwere Nierenfunktionsstörung (GFR <30 ml/min/1,73 m2), Anurie und Dialysepatienten. • Therapieresistente Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hypercalcämie und symptomatische Hyperurikämie. Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin II Antagonist, rein (Valsartan), in Kombination mit Dihydropyridin-Derivaten (Amlodipin) und Thiazid-Diuretika (Hydrochlorothiazid), ATC-Code: C09DX01 Valsartan, Amlodipin und Hydrochlorothiazid. INHABER DER ZULASSUNG: Novartis Europharm Limited; Wimblehurst Road; Horsham; West Sussex, RH12 5AB; Vereinigtes Königreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Informationen betreffend Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkung mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekte sind den veröffentlichten Fachinformationen zu entnehmen. Novartis Pharma GmbH; Stella-Klein-Loew-Weg 17; 1020 Wien; AUSTRIA; Tel.: +43 1 86657-0; Fax: +43 1 86657 6426; www.novartis.com. Datum der Erstellung: März 2012. AT1203029988. Datum der Erstellung: April 2012. AT1204034005. Ibandronsäure ratiopharm 150 mg Filmtabletten. Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 150 mg Ibandronsäure (als Natriumibandronat-Monohydrat). Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 163 mg Lactose-Monohydrat. Anwendungsgebiete: Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Frakturrisiko. Eine Reduktion des Risikos vertebraler Frakturen wurde gezeigt, eine Wirksamkeit hinsichtlich Oberschenkelhalsfrakturen ist nicht ermittelt worden. Gegenanzeigen: Missbildungen der Speiseröhre, wie eine Stenose oder Achalasie, die die ösophageale Leerung verzögern. Das Unvermögen für mindestens 60 Minuten zu stehen oder aufrecht zu sitzen. Hypokalzämie. Überempfindlichkeit gegen Ibandronsäure oder einen der sonstigen Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: Bisphosphonate, ATC-Code: M05B A06. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Crospovidon (E1202), Mikrokristalline Cellulose (E460), Hochdisperses Siliciumdioxid, wasserfrei (E551), Natriumstearylfumarat. Filmüberzug: Poly(vinylalkohol), Macrogol/PEG 3350, Talkum (E553b), Titandioxid (E 171). Art und Inhalt des Behältnisses: PVC-/PVDC-/Alu-Blisterpackungen in Faltkartonschachteln mit 1, 3, 7, 10 oder 14 Tabletten. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht. Verfügbare Packungsgrößen in Österreich: 1 Stück. Inhaber der Zulassung: ratiopharm Arzneimittel Vertriebs-GmbH, Albert Schweitzer-Gasse 3, A-1140 Wien, Tel.Nr.: +43/1/97007-0, Fax-Nr.: +43/1/97007-66, e-mail: info@ratiopharm.at. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Stand der Information: 01/2012. Weitere Hinweise zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und zutreffendenfalls Angaben über die Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Ibandronsäure Sandoz 3 mg/3 ml – Injektionslösung. Qualitative und quanititative Zusammensetzung: Eine Fertigspritze mit 3 ml Lösung enthält 3 mg Ibandronsäure (entsprechend 3,375 mg Ibandronsäure, Mononatriumsalz, Monohydrat). Die Konzentration an Ibandronsäure in der Injektionslösung beträgt 1 mg pro ml. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Bisphosphonate. ATC-Code: M05BA06. Anwendungsgebiete: Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Frakturrisiko. Eine Reduktion des Risikos vertebraler Frakturen wurde gezeigt, eine Wirksamkeit hinsichtlich Oberschenkelhalsfrakturen ist nicht ermittelt worden. Gegenanzeigen: Hypocalcämie. Überempfindlichkeit gegen Ibandronsäure oder einen der sonstigen Bestandteile. Liste der sonstigen Bestandteile: Citronensäure-Monohydrat, Natriumchlorid, Natriumhydroxid zur pH-Wert-Einstellung, Salzsäure zur pH-Wert-Einstellung, Wasser für Injektionszwecke. Inhaber der Zulassung: Sandoz GmbH, 6250 Kundl, Österreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Stand der Information: November 2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. IVOR 2500 IE Anti-Xa/0,2 ml Injektionslösung in Fertigspritzen, IVOR 3500 IE Anti-Xa/0,2 ml Injektionslösung in Fertigspritzen. Zusammensetzung: Bemiparin Natrium: 2500 IE (Anti-Faktor Xa*) pro 0,2 ml Fertigspritze. Bemiparin Natrium: 3500 IE (Anti-Faktor Xa*) pro 0,2 ml. Fertigspritze. Sonstige Bestandteile: Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Ivor 2500IE: Vorbeugung von Thromboembolien bei Patienten, die sich allgemeinen chirurgischen Eingriffen unterziehen. Ivor 3500IE: Vorbeugung von Thromboembolien bei Patienten, die sich orthopädischen chirurgischen Eingriffen unterziehen. Vorbeugung von Gerinnung im extrakorporalen Kreislauf während der Dialyse. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegenüber Bemiparin Natrium, Heparin oder von Schweinen gewonnenen Substanzen. Vorgeschichte mit bestätigter oder vermuteter immunologisch vermittelter heparininduzierter Thrombozytopenie (HIT). Aktive Hämorrhagie oder erhöhtes Blutungsrisiko aufgrund von gestörter Hämostase. Schwere Funktionsstörungen von Leber und Bauchspeicheldrüse. Verletzungen und Operationen des zentralen Nervensystems, der Augen oder Ohren. Disseminierte intravaskuläre Gerinnung (DIC), die einer durch Heparin verursachten Thrombozytopenie zugeschrieben werden kann. Akute bakterielle Endokarditis und subakute Endokarditis. Organläsion mit hohem Blutungsrisiko (z.B. aktives Magengeschwür, Blutsturz, Hirnaneurysma oder zerebrale Tumore). Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antithrombotischer Wirkstoff, Heparin-Gruppe. ATC-Code: B01AB12. Inhaber der Zulassung: ROVI Imaging S.L.; Rufino González, 50; 28037 MADRID - SPANIEN. Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: Ivor 2500 IE Anti Xa: 2, 6, 10 Stück; Ivor 3500 IE Anti Xa: 2, 6, 10 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation! IVORAT 25.000 IE Anti-Xa/ml Injektionslösung in Fertigspritzen. Zusammensetzung: Bemiparin Natrium: 25.000 IE (Anti-Faktor Xa*) pro Milliliter Injektionslösung. Entsprechend: 5.000 IE (Anti-Faktor Xa) pro 0,2 ml Fertigspritze. 7.500 IE (Anti-Faktor Xa) pro 0,3 ml Fertigspritze. 10.000 IE (Anti-Faktor Xa) pro 0,4 ml Fertigspritze. Sonstige Bestandteile: Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: Therapie manifester tiefer Venenthrombosen während der Akutphase. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegenüber Bemiparin Natrium, Heparin oder von Schweinen gewonnenen Substanzen. Bestätigte oder Verdacht auf eine immunologisch vermittelte, Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT) in der Anamnese. Aktive Hämorrhagie oder erhöhtes Blutungsrisiko aufgrund von gestörter Hämostase. Schwere Funktionsstörung der Leber oder Bauchspeicheldrüse. Verletzungen oder Operationen des zentralen Nervensystems, der Augen oder Ohren innerhalb der letzten 2 Monate. Disseminierte intravaskuläre Gerinnung (DIC), die einer durch Heparin verursachten Thrombozytopenie zugeschrieben werden kann. Akute bakterielle Endokarditis und subakute Endokarditis. Jede Organläsion mit hohem Blutungsrisiko (z.B. aktives Magengeschwür, hämorrhagischer Insult, Hirnaneurysma oder zerebrale Neoplasmen). Bei Patienten, bei welchen Heparin therapeutisch (nicht prophylaktisch) angewendet wird, ist bei geplanten operativen Eingriffen eine locoregionale Anästhesie kontraindiziert. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antithrombotischer Wirkstoff, Heparin-Gruppe. ATC-Code: B01AB12. Inhaber der Zulassung: GINELADIUS S.L.; Rufino González, 50; 28037 MADRID - SPANIEN. Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 6, 10 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation! Olanzapin Genericon 2,5 mg – Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält Olanzapinbenzoat äquivalent zu 2,5 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Calciumhydrogenphosphat (E341), Mikrokristalline Cellulose (E460), Magnesiumstearat (E470), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A). Olanzapin Genericon 5 mg – Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält Olanzapinbenzoat äquivalent zu 5 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Calciumhydrogenphosphat (E341), Mikrokristalline Cellulose (E460), Magnesiumstearat (E470), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A). Olanzapin Genericon 10 mg – Tabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält Olanzapinbenzoat äquivalent zu 10 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Calciumhydrogenphosphat (E341), Mikrokristalline Cellulose (E460), Magnesiumstearat (E470), Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A). Anwendungsgebiete: Erwachsene: Olanzapin ist für die Behandlung der Schizophrenie angezeigt. Bei Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben, ist Olanzapin bei fortgesetzter Behandlung zur Aufrechterhaltung der klinischen Besserung wirksam. Olanzapin ist zur Behandlung von mäßig schweren bis schweren manischen Episoden angezeigt. Bei Patienten, deren manische Episode auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen hat, ist Olanzapin zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolarer Störung angezeigt (siehe Abschnitt 5.1). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Olanzapin oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit bekanntem Risiko eines Engwinkelglaukoms. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsychotika, Diazepine, Oxazepine Thiazepine. ATC-Code: N05A H03. Olanzapin Genericon 2,5 mg – Tabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Olanzapin Genericon 5 mg – Tabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Olanzapin Genericon 10 mg – Tabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Olanzapin Genericon 5 mg Schmelztabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Schmelztablette enthält 5 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Jede Tablette enthält Aspartam (E 951) 2,8 mg. Magnesiumstearat, L-Methionin, Hochdisperses Siliciumdioxid, Hydroxypropylzellulose (gering substituiert), Crospovidon, Aspartam (E 951), Mikrokristalline Cellulose, Guar-Gummi, Magnesiumcarbonat, schwer basisch, Orangenaroma Silesia. Olanzapin Genericon 10 mg Schmelztabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Schmelztablette enthält 10 mg Olanzapin. Sonstige Bestandteile: Jede Tablette enthält Aspartam (E 951) 5,6 mg. Magnesiumstearat, L-Methionin, Hochdisperses Siliciumdioxid, Hydroxypropylzellulose (gering substituiert), Crospovidon, Aspartam (E 951), Mikrokristalline Cellulose, Guar-Gummi, Magnesiumcarbonat, schwer basisch, Orangenaroma Silesia. Anwendungsgebiete: Erwachsene: Olanzapin ist angezeigt zur Behandlung von Schizophrenie. Bei Patienten, die initial auf die Behandlung angesprochen haben, ist Olanzapin bei fortgesetzter Behandlung zur Aufrechterhaltung der klinischen Besserung wirksam. Olanzapin ist angezeigt zur Behandlung einer mäßigen bis schweren manischen Episode. Bei Patienten, deren manische Episode auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen hat, ist Olanzapin zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolarer Störung angezeigt (siehe Abschnitt 5.1). Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit bekanntem Risiko für Engwinkelglaukom. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsychotikum. ATC-Code: N05A H03. Olanzapin Genericon 5 mg Schmelztabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Olanzapin Genericon 10 mg Schmelztabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Rezept-und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Pantip 20 mg-magensaftresistente Tabletten. Pantip 40 mg-magensaftresistente Tabletten. Zusammensetzung: Eine magensaftresistente Tablette enthält Pantoprazol-Natrium Sesquihydrat entsprechend 20 mg Pantoprazol. Eine magensaftresistente Tablette enthält Pantoprazol-Natrium Sesquihydrat entsprechend 40 mg Pantoprazol. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Maltitol (E 965), Crospovidon, Carmellose Natrium, Calciumstearat, Natriumcarbonat. Tablettenüberzug: Polyvinylalkohol, Talkum, Titandioxid (E 171), Macrogol, Lecithin, Eisenoxid-gelb (E 172), Natriumcarbonat, Methacrylsäure-ethylacrylat-Copolymer (1:1), Natriumdodecylsulfat, Polysorbat 80, Triethylcitrat. Anwendungsgebiete: 20 mg: Zur Behandlung der milden Refluxkrankheit und damit verbundener Symptome (z.B. Sodbrennen, Säureregurgitation, Schluckschmerz). Langzeittherapie und Prävention der Refluxösophagitis. Prävention von gastrointestinalen Ulcera, die durch nichtselektive, nichtsteroidale antientzündliche Substanzen (NSAID) induziert werden, bei Risikopatienten, die eine andauernde NSAID-Therapie benötigen. 40 mg: Zur Kombinationstherapie für die Eradikation von Helicobacter pylori mit zwei geeigneten Antibiotika bei Patienten mit peptischem Ulkus. Ulcus duodeni. Ulcus ventriculi. Moderate und schwere Refluxösophagitis. Zollinger-Ellison-Syndrom und andere pathologisch hypersekretorische Zustände. Gegenanzeigen: Pantip 20 mg- und 40 mg-magensaftresistente Tabletten dürfen nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe von Pantip 20 mg- und 40 mg-magensaftresistente Tabletten. Pantoprazol sollte, wie andere Protonenpumpenhemmer, nicht zusammen mit Atazanavir verabreicht werden. Pantip 40 mg-magensaftresistente Tabletten dürfen nicht zur Kombinationstherapie zur Eradikation von Helicobacter pylori bei Patienten mit mittelgradiger bis schwerer Leberinsuffizienz oder renaler Dysfunktion angewendet werden, da zur Zeit noch keine Daten zur Wirksamkeit und Sicherheit dafür vorliegen. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Protonenpumpeninhibitor. ATC-Code: A02BC02. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 20 mg: 14 und 30 Stück. 40 mg: 7, 14 und 30 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Quetialan® 25 mg Filmtabletten, Quetialan® 100 mg Filmtabletten, Quetialan® 200 mg Filmtabletten, Quetialan® 300 mg Filmtabletten. Zusammensetzung: Eine Quetialan® Filmtablette enthält Quetiapinfumarat entsprechend 25/100/200/300mg Quetiapin. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: 25/100/200/300mg: Calciumhydrogenphosphat wasserfrei, Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Povidon, Magnesiumstearat. Tablettenüberzug: 25mg: Hypromellose, Titandioxid (E171), Macrogol 400, Eisenoxid gelb (E172), Eisenoxid rot (E172). 100mg: Hypromellose, Titandioxid (E171), Macrogol 400, Eisenoxid gelb (E172). 200mg/300mg: Hypromellose, Titandioxid (E171), Macrogol 400. Anwendungsgebiete: Quetialan® ist angezeigt für die Behandlung von Schizophrenie und für die Behandlung der bipolaren Erkrankung, einschließlich mittelgradiger bis schwerer manischer Episoden in der bipolaren Erkrankung, einschließlich Episoden der Major Depression innerhalb der bipolaren Erkrankung und einschließlich der Rückfallprävention bei bipolaren Patienten, die in der manischen, gemischten oder depressiven Episode auf die Quetiapin-Behandlung angesprochen haben. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels. Die gleichzeitige Anwendung von Cytochrom P450 3A4-Inhibitoren wie HIV-Proteaseinhibitoren, Azol-Antimykotika, Erythromycin, Clarithromycin und Nefazodon ist kontraindiziert. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsychotika, Diazepine, Oxazepine und Thiazepine. ATC-Code: N05A H04. Inhaber der Zulassung: Gerot Pharmazeutika Ges.m.b.H., 1160 Wien. Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Packungsgrößen: 25mg: 10, 60 Stück, 100mg: 30, 60, 90 Stück, 200 und 300mg: 30, 60 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! 1 Windhager E., Laaha U., Nirnberger G. Wirksamkeit und Verträglichkeit von Quetiapin im klinischen Alltag. Ergebnisse und Analyse einer Anwendungsbeobachtung bei Patienten mit schizophrenen und verwandten psychotischen Störungen. J Neurol Neurochir Psychiatr 2006; 7 (Suppl 1): 2–6. 2 Austria Codex Fachinformation Sirdalud 2 mg – Tabletten, (Sirdalud 4 mg – Tabletten), {Sirdalud MR 6 mg – Kapseln}. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Kapsel enthält: 2 mg Tizanidin als Hydrochlorid, 80 mg Lactose, (4 mg Tizanidin als Hydrochlorid, 110 mg Lactose), {6 mg Tizanidin als Hydrochlorid, 116,6 mg Saccharose}. Liste der sonstigen Bestandteile: Siliciumdioxid, Stearinsäure, Cellulose, Lactose, {Saccharose, Ethylcellulose, Schellack, Talkum, Maisstärke, Titandioxid (E171), Gelatine, Eisenoxid schwarz (E172)}. Anwendungsgebiete: Spastizität infolge neurogener Störungen wie Multiple Sklerose, chronische Myelopathie, degenerative Rückenmarkserkrankungen, apoplektischer Insult und infantile Zerebralparese. Schmerzhafte Muskelspasmen bei statischen und funktionellen Störungen im Bereich der Wirbelsäule (z.B. Zervikal- und Lumbalsyndrome wie Tortikollis oder Lumbago), postoperativ, z.B. nach Eingriffen wegen Diskushernie oder Osteoarthritis der Hüfte. Gegenanzeigen: bekannte Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff und/oder einen der sonstigen Bestandteile (s. Abs. 6.1), schwere Nieren- und/oder Leberinsuffizienz (s. Abs. 5.2). Die gleichzeitige Anwendung von Tizanidin mit starken CYP1A2-Hemmern wie Fluvoxamin oder Ciprofloxacin ist kontraindiziert (s. Abs. 4.5 und Abs. 4.4). Da ausreichende Erfahrungen bei Säuglingen und Kindern bisher nicht vorliegen, sollte Sirdalud diesen Patienten nicht gegeben werden. Pharmakokinetische Gruppe: Muskelrelaxantien, andere zentral wirksame Substanzen. ATC-Code: M03BX02. Inhaber der Zulassung: Novartis Pharma GmbH, Wien. Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezept-, apothekenpflichtig. Informationen betreffend Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkung mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Datum der Erstellung: 12/2011, AT1112021775. Valsartan 1A Pharma 80; 160 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 80; 160 mg Valsartan. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten, rein. ATC-Code: C09C A03. Anwendungsgebiete: Valsartan 1A Pharma 80 mg und 160 mg – Filmtabletten: Hypertonie: Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen und Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren. Nach einem vor kurzem aufgetretenen Myokardinfarkt: Behandlung von klinisch stabilen erwachsenen Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz oder einer asymptomatischen, links-ventrikulären systolischen Dysfunktion nach einem vor kurzem (12 Stunden bis 10 Tage) aufgetretenen Myokardinfarkt. Herzinsuffizienz: Behandlung der symptomatischen Herzinsuffizienz bei erwachsenen Patienten, wenn ACE-Hemmer nicht gegeben werden können oder zusätzlich zu einem ACE-Hemmer, wenn Beta-Blocker nicht angewendet werden können. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; Schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose und Cholestase, zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid, Magnesiumstearat. Filmüberzug: Valsartan 1A Pharma 80 mg: Hypromellose, Titandioxid (E171), Macrogol 8000, Rotes Eisenoxid (E172), Gelbes Eisenoxid (E172). Valsartan 1A Pharma 160 mg: Hypromellose, Titandioxid (E 171), Macrogol 8000, Rotes Eisenoxid (E 172), Gelbes Eisenoxid (E 172), Schwarzes Eisenoxid (E 172). Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH,1020 Wien, Österreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: Jänner 2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Valsartan/HCT 1A Pharma 80mg/12,5mg; 160mg/12,5mg; 160mg/25mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Valsartan/HCT 1A Pharma 80 mg/12,5 mg: jede Tablette enthält 80 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/12,5 mg: jede Tablette enthält 160 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/25 mg: jede Tablette enthält 160 mg Valsartan und 25 mg Hydrochlorothiazid. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten und Diuretika, Valsartan und Diuretika. ATC-Code: C09D A03. Anwendungsgebiete: Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen. Die fixe Kombination Valsartan/HCT 1A Pharma ist bei Patienten angezeigt, deren Blutdruck mit Valsartan oder Hydrochlorothiazid alleine nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Valsartan, Hydrochlorothiazid, andere von Sulfonamiden abgeleitete Substanzen oder einen der sonstigen Bestandteile; zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose und Cholestase. Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min), Anurie. Therapieresistente Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hypercalcämie und symptomatische Hyperurikämie. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Magnesiumstearat, hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid. Filmüberzug: Valsartan/HCT 1A Pharma 80 mg/12,5 mg: Hypromellose, Macrogol 8000, Talkum, Titandioxid, Rotes Eisenoxid, Gelbes Eisenoxid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/12,5 mg: Hypromellose, Macrogol 8000, Talkum, Titandioxid, Rotes Eisenoxid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/25 mg: Hypromellose, Macrogol 4000, Talkum, Titandioxid, Rotes Eisenoxid, Gelbes Eisenoxid, Schwarzes Eisenoxid. Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH,1020 Wien, Österreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezeptund apothekenpflichtig. Stand der Information: Oktober 2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Zanipril 10 mg/10 mg Filmtabletten, Zanipril 20 mg/10 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Zanipril 10 mg/10 mg Filmtabletten: 1 Filmtablette enthält 10 mg Enalaprilmaleat (entspricht 7,64 mg Enalapril) und 10 mg Lercanidipinhydrochlorid (entspricht 9,44 mg Lercanidipin). Sonstiger Bestandteil: eine Filmtablette enthält 102,0 mg Lactose-Monohydrat. Zanipril 20 mg/10 mg Filmtabletten: 1 Filmtablette enthält 20 mg Enalaprilmaleat (entspricht 15,29 mg Enalapril) und 10 mg Lercanidipinhydrochlorid (entspricht 9,44 mg Lercanidipin). Sonstiger Bestandteil: eine Filmtablette enthält 92,0 mg Lactose-Monohydrat. Anwendungsgebiete: Zanipril 10 mg/10 mg Filmtabletten: Behandlung der essentiellen Hypertonie bei Patienten, bei denen unter Lercanidipin-Monotherapie (10 mg) keine angemessene Blutdruckkontrolle erzielt werden kann. Die Fixkombination Zanipril 10 mg/10 mg sollte nicht für die initiale Therapie von Bluthochdruck verwendet werden. Zanipril 20 mg/10 mg Filmtabletten: Behandlung der essentiellen Hypertonie bei Patienten, bei denen unter Enalapril-Monotherapie (20 mg) keine angemessene Blutdruckkontrolle erzielt werden kann. Die Fixkombination Zanipril 20 mg/10 mg sollte nicht für die initiale Therapie von Bluthochdruck verwendet werden. Gegenanzeigen: Zanipril 10 mg/10 mg Filmtabletten: • Überempfindlichkeit gegen einen arzneilich wirksamen Bestandteil (Enalapril oder Lercanidipin), irgend einen Dihydropyridin-Calcium-Kanal-Blocker oder ACE-Hemmer oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels • Schwangerschaft im zweiten und dritten Trimenon • Linksventrikuläre Ausflussbehinderung (inklusive Aortenstenose) • Nicht behandelte Stauungsinsuffizienz • Instabile Angina pectoris • Innerhalb von 1 Monat nach Auftreten eines Myokardinfarktes • Schwere Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) inklusive Patienten unter Dialyse • Schwere Leberfunktionsstörung • Gleichzeitige Anwendung von: starken CYP3A4-Inhibitoren, Cyclosporin, Grapefruitsaft • Bei anamnestisch bekanntem, durch vorhergehende Therapie mit einem ACE-Hemmer ausgelöstem Angioödem • Hereditäres oder idiopathisches Angioödem. Liste der sonstigen Bestandteile: Kern: Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Carboxymethylstärke-Natrium, Povidon, Natriumhydrogencarbonat, Magnesiumstearat. Filmüberzug: Hypromellose, Titandioxid (E 171), Talk, Macrogol 6000, Chinolingelb, Lack (E 104; Zanipril 20 mg/10 mg Filmtabletten), Eisenoxid gelb (E 172; (Zanipril 20 mg/10 mg Filmtabletten). Inhaber der Zulassung: Recordati Ireland Limited, Raheens East, Ringaskiddy Co. Cork, Irland. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Wirkstoffgruppe: ACE-Hemmer und Calciumkanalblocker: Enalapril und Lercanidipin, ATC-Code: C09BB02. Die Informationen zu den Abschnitten Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Stand: 03/2008. 1) Omboni S. et al.; Antihypertensive efficacy of lercanidipine at 2.5, 5 and 10 mg. in mild to moderate essential hypertensives assessed by clinic and ambulatory blood pressure measurements; Journal of Hypertension; Vol. 16: 1831-1938; 1998; 2) The European Agency for the Evaluation of Medicinal Products. Committee for Proprietary Medicinal Products (CPMP): summary information on referral opinion pursuant to Article 30 of Council Directive 2001/83/EC for Renitec and associated names (see Annex I) [online]. Available from URL: http://www.emea.eu.int [Accessed 2005 Oct 5]; 3) Bang LM Lercanidipine. A review of its efficacy in the management of hypertension. Drug 2003; 63: 2449-2472; 4) Todd PA, Goa KL. Enalapril: a reappraisal of its pharmacology and therapeutic use in hypertension. Drugs 1992; 43: 346-381; 5) Barrios V. et al.; Lercanidipine: experience in the daily clinical practice. Elypse study; Journal of Hypertension; Vol. 18 (Suppl. 2): 22; 2000; 6) Sica DA. Rationale for fixed-dose combinations in the treatment of hypertension: the cycle repeats. Drugs 2002; 62 (3): 443-62 Zinnat 250 mg-Filmtabletten und Zinnat 500 mg-Filmtabletten. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Eine Filmtablette Zinnat 250 mg-Filmtabletten enthält 250 mg Cefuroxim (als Cefuroximaxetil) und Zinnat 500 mg-Filmtabletten enthält 500 mg (als Cefuroximaxetil). Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Natriumdodecylsulfat, hydriertes Pflanzenöl, kolloidales Siliciumdioxid. Filmüberzug: Hypromellose, Propylenglykol, Opaspray weiß M-1-7120 (Hypromellose, Titandioxid E171, Natriumbenzoat (E 211), “Industrial Methylated Spirits 74 OP”).250mg Filmtabletten: 0,07 mg Methyl-4-hydroxbenzoat (E 218), 0,06 mg Propyl-4-hydroxybenzoat (E 216); 500mg Filmtabletten: 0,18 mg Methyl-4-hydroxbenzoat (E 218), 0,15 mg Propyl4-hydroxybenzoat (E 216). KLINISCHE ANGABEN: Pharmakotherapeutische Gruppe: Cephalosporine der 2. Generation, ATC-Code: J01DC02. Anwendungsgebiete: Zinnat eignet sich zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Infektionen durch Cefuroxim-empfindliche Erreger: - Infektionen der oberen Atemwege, einschließlich Hals-, Nasen- und Ohrenbereich: Otitis media, Sinusitis, Tonsillitis und Pharyngitis - Infektionen der unteren Atemwege: akute Bronchitis, akute Exazerbation einer chronischen Bronchitis, Pneumonie, - Infektionen des Urogenitaltrakts: Zystitis, Pyelonephritis, Urethritis - Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes: Furunkulose, Pyodermie und Impetigo - Therapie der Lyme-Borreliose im Frühstadium (Stadium I) und anschließende Prävention von Spätschäden bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren. Die allgemein anerkannten Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antibakteriellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung von Zinnat zu berücksichtigen. Gegenanzeigen: - Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Cephalosporine oder einen der sonstigen Bestandteile. - Sofortreaktion und/oder schwere Überempfindlichkeitsreaktionen auf ein Penicillin oder ein anderes Betalaktam-Antibiotikum in der Vorgeschichte. INHABER DER ZULASSUNG: GlaxoSmithKline Pharma GmbH, Wien. ZULASSUNGSNUMMER: 250mg Filmtabletten: 1-19106; 500mg Filmtabletten: 1-19105. Abgabe: NR, apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Cetirizin Genericon 10 mg-Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 10 mg Cetirizindihydrochlorid. Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 101,8 mg Lactose-Monohydrat. Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, kolloidales Siliciumdioxid, Magnesiumstearat, Talk, Maisstärke. Tablettenüberzug: Opadry weiß bestehend aus Hypromellose, Lactose-Monohydrat, Titandioxid (E171), Macrogol 4000 und Natriumcitrat. Anwendungsgebiete: Bei Kindern ab 6 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen: zur Linderung nasaler und okulärer Symptome einer saisonalen und chronisch allergischen Rhinitis; zur Linderung von Symptomen bei chronischer idiopathischer Urtikaria; Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; Überempfindlichkeit gegen andere Piperazinpräparate; schwere Nierenerkrankungen (Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min) und schwere Lebererkrankungen; Säuglinge und Kinder unter 2 Jahren, da noch keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen; Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihistaminika zur systemischen Anwendung. Piperazin-Derivate. ATC-Code: R06AE07. Cetirizin Genericon 10 mg-Filmtabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Levocetirizin Genericon 5 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Levocetirizindihydrochlorid. Jede Filmtablette enthält 5 mg Levocetirizindihydrochlorid (entsprechend 4,2 mg Levocetirizin). Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 64,0 mg Lactose-Monohydrat. Tablettenkern: 64,0 mg Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat (E572). Filmüberzug: Hypromellose (E464), Titandioxid (E171), Macrogol 400. Anwendungsgebiete: Zur symptomatischen Behandlung der chronischen idiopathischen Urtikaria. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Levocetirizin, andere Piperazinderivate oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz mit einer Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antihistaminika zur systemischen Anwendung, Piperazinderivate. ATC-Code: R06A E09. Levocetirizin Genericon 5 mg – Filmtabletten, OP zu 10 und 30 Stück, Rezept- und apothekenpflichtig. Pharmazeutischer Unternehmer: Genericon Pharma Gesellschaft m.b.H., A-8054 Graz, genericon@genericon.at. Weitere Angaben zu Nebenwirkungen, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Gewöhnungseffekten und zu den Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.


Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 28  •  11. Juli 2012

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Gendermedizin in der Urologie

Blasenkrebs trifft Frauen härter WIEN – Während Männer ein höheres Risiko für die Entwicklung eines Harnblasenkarzinoms haben, werden Frauen nicht nur in einem höheren Lebensalter, sondern auch in einem höheren Tumorstadium diagnostiziert und haben eine schlechtere Prognose. Warum das so ist, bleibt trotz beträchtlicher Forschungsanstrengungen rätselhaft. Die Zukunft wird weisen, ob als auslösende Ursache zellbiologische Faktoren oder Umwelteinflüsse überwiegen.

Foto: privat

Ass. Dr. Harun Fajkovic

„Bislang ist ungeklärt, ob der Harnblasenkrebs bei Frauen per se aggressiver verläuft als bei Männern. Solange diesbezügliche genetische Unterschiede nicht analysiert sind, ist der Kliniker angehalten, systembedingte Ursachen geschlechtsspezifischer Diagnose- und Therapieunterschiede bei der Behandlung des Blasenkarzinoms auszuschalten“, erklärte Ass. Dr. Harun Fajkovic von der Urologischen Abteilung des LK St. Pölten im Rahmen der jährlichen Tagung der Gesellschaft für Gendermedizin. Er hat zum Thema Gender und Blasenkrebs eine Überblicksarbeit verfasst (H. Fajkovic et al., World Journal of Urology 2011; 29(4): 457–463).

Widersprüchliche Daten beim Outcome Das Outcome betreffend liegen zum Teil widersprüchliche Daten vor: So war das Risiko, am Harnblasenkarzinom zu versterben, in einer australischen Studie aus dem Jahr 2009 mit über 17.000 Teilnehmern für Frauen um 13 Prozent erhöht. Im Jahre 2010 wurde der Verlauf unterschiedlicher Tumorstadien (CIS, pT0, pT4) in drei separierten Untersuchungen dokumentiert. Es zeigte sich eine erhöhte Rezidivrate bei Patientinnen, die höhere tumorspezifische Mortalität wurde bestätigt. Dr. Fajkovic: „Zwar gibt es auch entgegengesetzte Ergebnisse, welche keine signifikanten

Unterschiede sowohl beim Gesamt­ überleben als auch beim tumorspezifischen Überleben zwischen Männern und Frauen finden – insgesamt unterstützen die verfügbaren Daten jedoch die Theorie, dass Frauen ein schlechteres onkologisches Outcome haben.“

Mögliche Erklärungen Bislang gibt es keine einheitliche Theorie, welche die geschlechtsspezifischen Unterschiede beim Krankheitsverlauf des Harnblasenkarzinoms erklärt. Breit akzeptiert als mögliche Ursache für das gehäufte Auftreten beim Mann sind die exzessive Karzinogenexposition durch Tabakrauch und Industriechemikalien. Diese Annahme ist sowohl durch Primärliteratur (P. Hartge et al., J Natl Cancer Inst 1990; 82: 1636–40) als auch durch Metaanalysen (M. Hemelt et al., Int J Cancer 2009; 124: 412–9) erschüttert worden: Der geschlechtsspezifische Unterschied ist demzufolge nicht durch den Tabakkonsum erklärbar. Eine andere Hypothese zur Entstehung von Blasenkrebs stützt sich auf Beobachtungen am Tiermodell: Bei männlichen Ratten, welche unter Einwirkung chemischer Kanzerogene eine höhere Krebsinzidenz aufweisen, wirkt der Androgenentzug risikovermindernd. Dieser Effekt ist schon lange bekannt – 1975 konnten Forscher nachweisen, dass

Medizinische Versorgung Eine ganz andere, exogene Ursache für die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Patienten könnte die medizinische Versorgung sein. Hier fallen als erstes große Unterschiede in der Dauer des Krankenhausaufenthaltes auf: So erfasste das US-amerikanische Nationwide Inpatient Sample zwischen 1988 und 2000 15.000 Patienten mit radikaler Zystektomie. Frauen waren signifikant länger im Krankenhaus. Vor Kurzem wurden diese Ergebnisse untermauert (M. Cardenas-Turanzas et al., Int Urol Nephrol 2008; 40: 893–9) und weiters ein höherer Verbrauch von Blutkonserven bei Frauen festgestellt. Siegrist et al. fanden zusätzlich eine längere Operationsdauer, erhöhten Blutverlust sowie vermehrt perioperative Komplikationen bei weiblichen Patienten (Urol Oncol 2010; 28: 112–7). Vielleicht ist das mit dem fortgeschrittenen Tumorstadium erklärbar – welches mit der ärztlicher Versorgung zusammenhängen könnte, wie Dr. Fajkovic erläutert: „Bei einer Patientin mit Hämaturie denkt der All-

gemeinmediziner primär an einen Harnwegsinfekt und zieht die Differenzialdiagnose Harnblasenkarzinom erst spät in Betracht. Diese Verzögerung in der Zuweisung zum Facharzt kann fatale Folgen haben und zu einem fortgeschrittenen und in weiterer Folge lebensgefährlichen Harnblasenkarzinom führen.“

Organerhalt & Resektion Die Therapie von oberflächlichen Harnblasentumoren kann unter Organerhalt erfolgen, die radikale Zystektomie mit anschließender Harnableitung ist bei oberflächlichen Harnblasenkarzinomen mit hohem Risiko und lokal fortgeschrittenen Karzinomen indiziert. Die Eingriffe können bei geübten Operateuren bzw. in spezialisierten Zentren durchgeführt werden: Hier sind funktionell und onkologisch ähnliche Ergebnisse für beide Geschlechter möglich, die Kontinenzraten annähernd gleich. Ist keine optimale Versorgung möglich, kommen dafür mehrere Ursachen

in Frage: Manche Patienten lehnen die Blasenresektion als bestmögliche Behandlungsoption ab, da sie eine Ableitung mittels Stoma verweigern oder eine sexuelle Dysfunktion fürchten. Gleichzeitig erhalten von Therapeutenseite trotz vergleichbarer klinischer und onkologischer Parameter Frauen häufiger eine inkontinente Harnableitung als Männer. Aber auch Systemfehler und verbesserungswürdiges Qualitätsmanagement tragen ihr Scherflein in Form von längeren Spitalsaufenthalten, verzögerter Zuweisung zum Facharzt und entsprechenden Operationsergebnissen bei. „Eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Praxis, Klinik und Forschung ist von großer Wichtigkeit“, so Dr. Faj­ kovic abschließend, „denn nur so kann den Folgen geschlechtsspezifischer Unterschiede in der Therapie des Harnblasenkarzinoms entgegengewirkt werden!“ RaS 5. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für geschlechtsspezifische Medizin (ÖGGSM); Wien, April 2012

Thoraxschmerz auch bei jungen Leuten ernst nehmen

Keine 30 – und schon Herzinfarkt! BAD TÖLZ – Der akute Thoraxschmerz ist mit der häufigste Grund für eine Notaufnahme. Bei einem 28-Jährigen denkt man dabei nicht unbedingt zuerst an einen Herzinfarkt. Die starken Thoraxschmerzen mit Dyspnoe waren bei dem jungen Mann zum ersten Mal aufgetreten. Bei der klinischen Untersuchung wies zuerst nichts auf das Herz als Ursache hin: Puls und Blutdruck waren normal, Herztöne und Lungenauskultation unauffällig und es bestanden keine Beinödeme.

Thrombus steckt im Koronaraneurysma Allerdings waren die Herzenzyme deutlich erhöht, und im EKG zeigten sich T-Negativierungen, sodass Dr. Michael Kulzer von der Asklepios Stadtklinik Bad Tölz und seine Kollegen einen

Nicht-ST-Hebungsinfarkt (NSTEMI) diagnostizierten. Bei der Koronarangiographie fand man eine dilatierte rechte Koronararterie mit einem großen distalen Thrombus. Der Versuch einer intrakoronaren Thrombolyse musste abgebrochen werden, weil der Patient zunehmende Thoraxschmerzen und ST-Streckenhebungen entwickelte. Unter oraler Antikoagulation bildeten sich die Symptome schließlich zurück, und der Mann war wieder beschwerdefrei. Bei der weiteren Abklärung in der Universitätsklinik München fand sich keine fassbare Ursache für das Aneurysma. Entzündliche

und infektiöse Erkrankungen wie Syphilis oder Borreliose waren nicht nachweisbar. Auch ein angeborenes Bindegewebsleiden wie das Ehlers-Danlos-Syndrom konnte ausgeschlossen werden. Bei Kindern ist die Kawasaki-Erkrankung die häufigste Ursache für ein Koronaraneurysma. Aber dieses Leiden kam in der Familie des 28-jährigen Patienten nicht vor. Auch andere mögliche Grunderkrankungen wie Takayasu-Arteriitis und Mor- Unter oraler Antikoagulation blieb der bus Behçet konnten ausgeschlos- Patient schließlich beschwerdefrei. sen werden. Unter fortlaufender oraler Antikoagulation bildete sich werden, so Dr. Kulzer. Neben einem in den nächsten Jahren kein wei- Koronaraneurysma mit Thrombusterer Thrombus, und der Patient bildung kommen auch verschiedene andere Koronaranomalien als Ursablieb beschwerdefrei. MW Auch bei unter 30-Jährigen mit che infrage. akutem Thoraxschmerz muss im- Michael Kulzer et al., Dtsch Med Wochenschr mer an einen Herzinfarkt gedacht 2012; 137: 717–719

Foto: BilderBox.com

Unterschiedliche Studien und Reviews bestätigen die bekannte Tatsache: Männer erkranken dreibis viermal häufiger an Blasenkrebs. Frauen wiederum sind zum Zeitpunkt der Diagnosestellung im Schnitt um fünf Jahre älter, werden erst in einem höheren Tumorstadium diagnostiziert und haben eine schlechtere Prognose. In einer Studie mit über 20.000 Patienten (N.A. Mungan et al., Urology 2000; 55: 876–80) wiesen zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Männer hauptsächlich oberflächliche Harnblasenkarzinome auf (zu 71 Prozent), Frauen deutlich seltener. In den höheren Tumorstadien nahm der geschlechtsspezifische Unterschied ab.

männliche Wildtyp-Mäuse unter Einwirkung von Nitrosaminen zu 92 Prozent Blasenkrebs entwickeln (41 Prozent bei Weibchen). Knockout-Mäuse ohne Androgenrezeptor reagierten ganz anders: Weder männliche noch weibliche Tiere erkrankten an Blasenkrebs (E. Okajima et al., Urol Res 1975; 3(2): 73–9). Ein rätselhafter Effekt, denn rezente histopathologische Untersuchungen konnten zeigen, dass in den Harnblasenzellen von Ratten und Menschen gar keine Androgenrezeptoren exprimiert werden!


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Leben & Kunst

Medizin

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Ausstellungs-Highlights

Foto: Brion Gysin/The Barry MilesArchive

Theatersommer in Niederösterreich

Shakespeare & more

Foto: Lukas Beck

Märchenhafte Dramen, erotische Geschichten, Komödien, Tragödien – all das bietet der opulente Theatersommer in Niederösterreich. 29 Produktionen an 23 Spielorten garantieren auch heuer wieder Kultur auf hohem Niveau. Zum Beispiel in Reichenau, wo das Theater an der Rax mit einem intensiven Programm und hochkarätigen Schauspielern aufwartet. „Frühere Verhältnisse“ von Nestroy stehen ebenso auf dem Spielplan wie Tolstois „Anna Karenina“, Schnitzlers „Reigen“ und die

Macbeth in Perchtoldsdorf

Roman­adaption von Stefan Zweigs „Ungeduld des Herzens“. Hochemotionale Stücke, die mit Miguel HerzKestranek, Petra Morzé, Katharina Straßer und Julia Stemberger prominent besetzt sind. Wer eine entfesselte Erni Mangold nicht versäumen will, der muss zur Rosenburg zu den Shakespeare-Festspielen. Dort gibt sie den Narren Probstein, eine jener köstlich bizarren Figuren, die „Wie es euch gefällt“ zu einem der beliebtesten Stücke Shakespeares machen. Schwerere Kost vom Meister gibt es bei den Sommerspielen Perchtoldsdorf, wo der mittelalterliche Burghof den würdigen Rahmen für „Macbeth“ gibt, jenes Drama über den Aufstieg und Fall des Than von Glamis, in dem überirdisches Wirken und menschliche Gier im Mittelpunkt stehen. Tipp der Redaktion: das bildgewaltige Stationentheater in Mödling, welches die düstere Welt des E.A. Poe erweckt. „Gothic Horror“ in zwanzig Geschichten, die das

seum für Angewandte Kunst MAK und das österreichische Theatermuseum zeigen. Mit einer Werkschau von Manfred Wakolbinger eröffnet die Dominikanerkirche in Krems den ersten Standort der neuen Landesgalerie NÖ für zeitgenössische Kunst. Der Bildhauer Wakolbinger bekennt sich zum Handwerk Auch zu sehen im Kino unter Sternen: Josef Hader in „Der Knochenmann“. und zur Sinnlichkeit der Materialien. Zugleich lotet er die Grenzen des skulpturalen Ausdrucks bis hin Kino unter Sternen zum Immateriellen aus, und bezieht spirituell-mystische Aspekte in seine Arbeit ein. Die Schau „Up from the Skies“ – inspiriert von einem Hendrix-Song – zeigt sein eindrucksvolles Schaffen der letzten Das österreichische Kino ist nicht nah erfriert und wieder zum Leben drei Jahrzehnte bis 14. Oktober. bekannt für seine Wohlfühlqua- aufersteht – epochal! Köstliche UnSchnell noch einen Seitensprung litäten. Von der heilen Welt wird terhaltung mit einem unverschämten zur Schallaburg, die bis 4. November schon lange nichts mehr erzählt. Loblied auf den Wiener Strizzi garanin die sagenhafte Vergangenheit je- Vielmehr geht es um Abgründe, Ex- tiert der Kultfilm „Exit – Nur keine ner Welt führt, die Orient und Ok- zesse und Reisen zu den dunklen Sei- Panik“, in dem Hanno Pöschl den zident miteinander verbunden hat: ten des Lebens. Und wenn schon Hu- großkotzigen Kleinstganoven spielt. „Das Goldene Byzanz & der Orient“. mor, dann schwarz und deftig. Das Keinesfalls versäumen sollte man Open-Air-Kino am Wiener Karls- auch „Wiener Brut“, eine Hommage platz wartet unter dem Motto „Böse, an den „Underground“ der Bundesböse“ bis 22. Juli mit einer ganzen hauptstadt. Es ist die Geschichte der Reihe an herausragenden Filmen wilden Hilde, einer Bewährungshelauf, die das Böse in seinen mannig- ferin, die Bekanntschaft mit lustigen faltigen Gestalten und dunklen Zwi- Hausbesetzern, ausgeflippten Junschentönen zeigen. Zum Beispiel kies und anderen sozial gefährdeten „Slumming“ von Michael Glawog- Jugendlichen macht, die als Prinzesger: Ein besoffener Zettelpoet wird in sinnen „in Drag“ die Macht im Staaunglückselige Lieben und Leiden des Wien von zwei Yuppies, denen gera- te an sich reißen wollen. Groß ist amerikanischen Dichters beleuch- de fad ist, gekidnappt und in Znaim die Besetzung mit Hansi Lang, Peter ten. Der Großmeister des subtilen ausgesetzt. Sein von Gartenzwergen Turrini, Marie-Thérèse Escribano, Grauens starb armselig auf der Stra- und Marienstatuen gesäumter Heim- nostalgisch die Tracklist der 1980er. ße, betrunken, in fremden Kleidern weg führt mitten durch eine Eishölle, Und auch „Casablanca“ läuft wieder und ohne Papiere. und seine Läuterung bleibt nicht lan- – unter den Sternen. ge aus. Eine schwarze Komödie als Ein-Mann-Show, in der Paulus Manwww.theaterfest-noe.at www.kinountersternen.at ker brilliert. Wie er tobt, säuft, bei-

Alles, was böse ist

Jazzfestival „Outreach“ in Schwaz

Special Guest: Raimund Margreiter Vom 2. bis 4. August lädt der Musiker Franz Hackl zum 20. Mal internationale Größen des Jazz ins idyllische Schwaz in Tirol. Unter dem Titel „Outreach – No Fear“ bespielen bekannte Künstler die eigens geschaffene überdachte Open-AirBühne im Paulinum in der Stadt-

Tipp für einen Trip

Beim Sziget-Festival abshaken Foto: Sziget/The Subways

Das lässige Musikfestival unseres ungarischen Nachbarn auf der Budapester Obudai-Insel bietet von Rock & Pop über Indie bis zu Hip-Hop, Metal, Punk & Jazz von 6. bis 13. August, was das Herz begehrt. Als Hauptacts sind unter anderem Mando Diao, Placebo, Beatsteaks, The Stone Roses, Friendly Fires und The Subways angekündigt. Auf über 50 Bühnen werden aber nicht nur gefühlte 1000 Konzerte stattfinden, sondern rundherum gibt es auch Tanz, Straßentheater, Drag-Kunst und reichlich Kulinarik. Entspannen und baden kann man übrigens auch. The Subways spielen in Budapest auf.

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Sziget Festival, 6. bis 13. August 2012, Budapest, Ungarn; www.szigetfestival.at

gemeinde am Inn. Erwartet werden unter anderem John Clark (USA), Paul Zauner Quintet feat. Kirk Lightley & Carlos Garnet (A/ USA/PA), Susanna Ridler (A), Adam Holzman & Big Bang Theory (USA/I), Sebastian Gille Quartet (D), Christian Mühlbacher’s USW (A), Third Movement (A), die Big Band & der Chor der Universität Inns­bruck unter der Leitung von Georg Weiß, das Trio Sooäär, Vaigla, Ruben (EST) oder das Outreach Or- Prof. Raimund Margreiter chestra feat. Chanda Rule (A/USA). Mit insgesamt sieben Auftrags- steiner. Als Komponisten und Diwerken und einer Premiere blickt rigenten konnte das Festival den „Outreach“ stolz auf die bisherigen US-amerikanischen Jazzmusiker Festivalgeschehen zurück, die den John Clark gewinnen. Musikaffinen malerischen Ort jedes Jahr zu einer Kollegen – egal, ob Anfänger oder internationalen Metropole des Jazz Geübter – bietet die Outreach Mugemacht haben. Als Gaststar erzählt sic Academy eine breite Palette an Univ.-Prof. Dr. Raimund Margrei- Workshops, von Rock über Blechter, Pionier der Transplantations- bläserei, Gospel, Keyboards, DJ & chirurgie, von seinen Erlebnissen Remix, Drums, Percussion bis hin und Einsichten – begleitet von Jazz- zu Studioaufnahme. klängen des hochkarätig besetzten Outreach Music Chamber Ensemwww.outreach.at ble sowie Visuals von Richard Bern-

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Foto: Archiv

lung „Cut-ins, Cut-ups, Cut-outs“. Abstrakte Malerei, Fotomontagen und „Shotgun Paintings“ zeigen den Künstler als Crossover-Talent. Brilliante Fotokunst bietet das Kunsthaus Wien, wo bis 30. September eine Retrospektive über Elliot Erwitt zu sehen ist. Der ehemalige Präsident der Fotoagentur Magnum und „Woody Allen der Fotografie“ ist nicht zuletzt wegen seiner humorvollen Hundebilder berühmt. Nicht vorbei kommt man heuer an Gustav Klimt, dessen Geburtstag sich am 14. Juli zum 150. Mal jährt. Ein Jubiläum, das die Wiener Museen in einen regelrechten Wettstreit versetzt hat, wie das Wien Museum, das MuWilliam S. Borroughs wird in der Kunsthalle Wien gezeigt. Berühmt wurde William S. Burroughs mit seinem Roman „Naked Lunch“, mit dem er die amerikanische Literatur auf den Kopf stellte. Weniger bekannt ist sein vielschichtiges bildnerisches Schaffen und die Tatsache, dass er seine Frau im Rausch erschoss, weil er sich für Wilhelm Tell hielt. Die Kunsthalle Wien würdigt nun Ersteres bis 21. Oktober mit der spannenden Ausstel-

Foto: Petro Domenigg/Filmstills.at

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Medizin

Medical Tribune  •  44. Jahrgang  •  Nr. 28  •  11. Juli 2012

Medizin und ich von A bis Z

Mit der Gießkanne

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Kolumne

enn ich mir so die Aufstellungen über meine Verschreibungen des letzten Quartals ansehe – hilfreicherweise bereitgestellt von meiner hochgeschätzten Gebietskrankenkasse und natürlich nicht ohne einen kleinen Tadel in der Fußnote –, so springt mir Folgendes ins Auge: Offensichtlich verursache ich irrsinnige Kosten durch Lipidsenker.

von Dr. Ulrike Stelzl, Kassenärztin für Allgemeinmedizin in Graz

Autoindustrie oder die Nahrungsmittelindustrie. Wir verstehen ja auch nicht mehr, wie unser BMW wirklich funktioniert, aber trotzdem vertrauen wir darauf, wie all die kleinen dreibuchstabigen Abkürzungen am Display uns in der eisigen Kurve vorm Schleudern bewahren. Was Medikamente anbelangt, so bleibt uns auch nicht viel andere Wahl. (Bei Fertiggerichten übrigens auch nicht.) Der Großteil von uns versteht die Studien, Analysen oder Metaanalysen gar nicht mehr. Der Rest kapiert zwar wie es zu den Daten gekommen ist, aber wirklich nachvollziehen kann er’s auch meist nicht. Deshalb frage ich mich manchmal: Ist es wirklich heilbringend, Lipidsenker mit der Gießkanne übers Land auszuschütten, sodass noch jedes Mastschwein zum Diätessen wird?

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die Frage: Wo setzen wir diesen Wert sinnvollerweise an? War er sinnvoll zu meinen Studienzeiten, wo alles noch ein wenig lockerer war, oder sollten wir am besten gar kein Fett mehr im Blut schwimmen sehen? Und wer doch aufs Statin verzichtet, weil er nicht daran glaubt oder unter einer der vielen Nebenwirkungen leidet, ist halt selbst schuld an seinen primären

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Irgendwie waren wir vor ein paar Jahren noch nicht alle krank. Wir hatten nur alle ein enormes Potenzial. Das Potenzial, krank zu werden, und – noch wichtiger – das, zum Wirtschaftsfaktor zu werden. Und wenn man die Normwerte im Labor immer weiter senkt, wächst

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Und das wundert mich insofern, als der Großteil meiner Patienten unter 60 Jahre und damit relativ jung und vor allem gesund ist. Trotzdem verursachen nicht einmal meine beiden Transplantierten zusammen oder meine immer wieder um tausende Euro Granulozytengedopte Lymphom-Patientin solche Kosten. Ganz zu schweigen von Heerscharen banal-normal grippiger oder Angina-geplagter Patienten. Und das erstaunt mich jetzt ziemlich. Ich habe von mir selber nämlich den Eindruck, ganz viel mit Beratung und Lifestyle-Intervention zu machen und wenig Tabletten zu rezeptieren. Und ich weiß, dass ich Statinen gegenüber immer unsicherer werde. Zumal Statine ja mittlerweile nicht nur durch unsere Koronarien geistern, sondern auch hemmend auf die Entwicklung völlig anderer Erkrankungen wirken sollen. Statine gegen Herzinfarkt, Parkinson und Krebs oder so. Man glaubt manchmal, dass die Suche nach dem Stein der Weisen von Erfolg gekrönt wurde. (Eigentlich nicht der Stein, sondern das Statin der Weisen …) Und wieder sind wir dem ewigen Überleben ein Stückchen näher gekommen! Keine Frage, ab einer gewissen Höhe der Blutfette tickt die Zeitbombe. Aber da ist nun wirklich

Foto: Furgler

M wie Medikamente

und sekundä­r en Endpunkten. Jetzt will ich um Gottes Willen nicht den Benefit einer sinnvollen Lipidsenkung verneinen, aber wohin wollen wir damit? Und wem nützt sie? Möglicherweise kann man Lipidsenkung ja auch übertreiben, so wie die HBA1c-Senkung beim alten Menschen. Besser, weniger, niedriger war die Devise, doch dann stellte sich heraus: Besonders niedrig ist besonders tot. Ups, blöd gelaufen. Also: Cui bono? Jedenfalls nützt die Suche nach dem niedrigsten möglichen Serumcholesterin sicher ganzen Industriezweigen. Zuerst werden wir alle und überall gut gefüttert. (Ich finde das auch immer so lustig, wenn man nach einer Fortbildung über Schlaganfälle Vortragende wie Zuhörer ans Buffet stürmen sieht. Eigentlich sollten ja nach dem Dessert die Kellnerinnen nicht mit Schnapserl oder Kaffee umgehen, sondern konsequenterweise mit Lipidsenkern.) Ich hab überhaupt nix dagegen, wenn es der Wirtschaft gut geht, und ich halte die Pharmaindustrie nicht für anders oder böser als die

die Wirtschaft immer weiter. Und wenn’s der Wirtschaft gut geht, geht’s uns allen gut oder wie? Vieles dabei ist nicht objektiv und auch nicht die Wahrheit. Ein bisschen so, wie wenn man Ratings vergibt. Manchmal bekommt auch ein bankrotter Staat sein Triple A zurück. Umgekehrt ist es blöder: Wer sein hohes Rating verliert, stürzt automatisch ab. Genauso wird der, der nicht dem Normwert entspricht, automatisch zum Patienten, damit zum Kranken und zum Behandlungsbedürftigen. Und dann darf der einzelne kleine Doktor eigentlich nicht mehr selbst entscheiden. Sich auflehnen gegen Studien und Metaanalysen? Irgendwie will man ja doch für seine Patienten das Bes­te. Was das Beste ist, wird in klaren Richtlinien vorgegeben. Einerseits wichtig, da vielen von uns der Überblick fehlt. Wir tun und behandeln Dinge, von denen wir eigentlich nichts mehr verstehen. Der Durchblick fehlt. Irgendwie macht das auf der einen Seite große Unsicherheit. Also müssen wir uns festhalten an Guidelines und gestützt werden durch fixe Vorgaben. Andererseits krieg ich dabei schon ein bisschen Beklemmungen und so ein Korsettgefühl.

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