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Schluckauf Nähert man sich der Problematik von Seiten des Schluckaufs, so kommen differenzialdiagnostisch ZNS-Störungen, kardiovaskuläre Ursachen (die sollten mit der kardialen Abklärung ausgeschlossen oder bekannt sein), Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (Gastroskopie bereits erfolgt) oder Erkrankungen im Thoraxbereich in Frage. Eine ZNS-Störung könnte vorliegen, da diese auch die Störung des Wasser- und Elektrolythaushaltes verursachen kann (hierfür Labor- und Harndiagnostik sowie MR des Schädels). Ursachen hierfür könnten Raumforderungen oder toxische Substanzen (inklusive Medikamente) sein. Erkrankungen im Bereich des Thorax, die sowohl den Schluckauf als auch die Beinödeme (z.B. untere Einflussstauung) erklären können, sind u.a. Tumore, Sarkoidose oder Infektionskrankheiten. Zur Abklärung wäre hierfür eine CT des Thorax geeignet. Zusammengefasst sollte primär die Herzinsuffizienz ausgeschlossen oder bestätigt und natürlich im letzteren Fall behandelt werden. In diesem Fall ist dann davon auszugehen, dass mit Besserung sich auch der Schluckauf bessert. Sollten sich kardial keine Auffälligkeiten finden, ist das Feld der Differenzialdiagnosen sehr weit, sodass eine breite Abklärung erfolgen muss, wobei auch hier davon auszugehen ist, dass sich zumindest für die Überwässerung rasch eine Ursache finden lässt. Zuletzt muss aber auch noch erwähnt werden, dass natürlich der unwahrscheinliche Fall vorliegen kann, dass beide Symptome nichts miteinander zu tun haben, wobei auch hier vorrangig das diagnostische und therapeutische Augenmerk auf die hydropische Dekompensation gelegt werden sollte.

nen typische Zeichen für eine abdominelle Reizung des Zwerchfells (Palpation des Bauches) oder für eine Ursache im Zentralnervensystem (klinischer Ausschluss von Meningismus) oder im Verlauf des Nervus phrenicus aus der Anamnese nicht wahrscheinlich. Etwas unklar scheinen der Konditionsverlust bei Gewichtszunahme und die vermutete, anscheinend eher neue Herzschwäche. Eine Atemnot wurde nicht genannt. Beim Händedruck bei der Begrüßung ließe sich eine erhöhte Temperatur spüren. Im Hals-Nasen-Ohren-Status würde ich keine sichtbare Auffälligkeit in Bezug auf die Beschwerden vermuten. Aufgrund von Konditionsverlust und Gewichtszunahme würde ich Blutdruck und Puls messen. Außerdem würde ich zur Orientierung noch die Lunge stethoskopisch auf Rasselgeräusche abhören und das Vorhandensein von Ödemen an den Füßen durch eine kurz verbleibende Hauteindellung an der Stelle des vorherigen Druckes mit dem Finger prüfen. Bei auffälligen Befunden aus den genannten Untersuchungen würde ich nochmals eine eingehendere internistische Abklärung empfehlen – eventuell mit Blutgasanalyse, Hormonstatus von Schilddrüse und Nebennieren und radiologischer Bildgebung des Thorax usw. Zurück zur möglichen Aerophagie: Der

stressige Alltag und der Schluckauf bei unauffälliger Magenspiegelung würden hier passen. Dann wäre das erschwerte Sprechen durch einen luftvollen Magen zu erklären. Solches „Luftverschlucken“ passiert ebenso unwillkürlich wie das normale Atmen durch das vegetative Nervensystem – das aber empfindlich auf Stress reagieren kann. Verschluckte Luft wird normal aufgestoßen – wenn Betroffene das „Rülpsen“ verhindern möchten, dann verschlucken sie bei jedem Aufstoßen neue Luft und sind geplagt. Der Schluckauf kann sich bei anhaltend durch Luft geblähten Magen einstellen. Das kann auch einen Druck auf den Thorax verursachen und klinisch eine Konditionseinbuße erklären, jedoch weniger eine Gewichtszunahme oder Wassereinlagerung im Gewebe (eher durch „Frustessen“, auch als Stressantwort des Körpers möglich). Diagnostisch und therapeutisch könnte eine Magensonde gelegt werden. Bei Bestätigung (Linderung bei liegender Sonde) und neuen Beschwerden nach deren Entfernung wäre eine Behandlung mit Tranquilizern zur vegetativen Beruhigung (Verkehrshinweis) naheliegend. Natürlich sollte dies möglichst mit einer Alltagsoptimierung und Stressreduktion einhergehen. Dafür könnte in manchen Fällen eine psychosomatische oder psychotherapeutische Intervention indiziert und hilfreich sein. 

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„Der stressige Alltag und Schluckauf könnten zu einer Aerophagie passen“ Dr. Johannes Gächter

Die Schilderung könnte zum Bild einer so genannten Aerophagie passen. Dazu komme ich später noch. Zuerst müssten aber andere organische Erkrankungen ausgeschlossen werden. Ein Hinweis für eine entzündliche oder infektiöse Genese scheint nicht vorzuliegen – kein Fieber oder Schmerz. Ebenso scheiärztemagazin 19/2012

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Die Innovation in der Osteoporose120 therapie 80/

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FA f. Hals-Nasen-OhrenKrankheiten, Zusatzfach Phoniatrie, Bregenz

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aem 19, dfp-Artikel, fall der woche

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