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g ärztemagazin Das Magazin für Ärztinnen und Ärzte in der Praxis

Ausgabe 18/2012 €2,90

Pulmonale Hypertonie

ZOLI/1A/2012/08/02

Fibromyalgie Die verleugnete Krankheit

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inhalt

ausgabe 18/30. August 2012

„Ein Screening der Risikogruppen würde die Überlebensraten deutlich verbessern“

18 DFP Pulmonale Hypertonie

18

fortbildung

Pulmonale Hypertonie Frühe Diagnosestellung und Behandlung wären das Um und Auf, um zumindest das Fortschreiten der Erkrankung zu bremsen

aktuell 4 7

8

Gesundheitspolitik kurz gefasst Kinderschutz Kinderschutzgruppen kritisieren, dass überzogener Datenschutz ihre Arbeit behindert Pädiatrie Psychisch kranke Kinder brauchen multidisziplinäre Behandlungsansätze

medizin 11 12

7 Kinderschutz

17 Produkte & Informationen Pharma-News 24 Pathoblogger Geschichte der Wiener Pathologie

praxis

26 Aktuelles für die ärztliche Praxis 26 Die praktische Frage „Was tun, damit nicht bei Organisationsproblemen das Chaos ausbricht?“ 28 Ordinationshilfen Das neue MBA-Gesetz schafft neue Spielregeln und Vorgaben für die Ausbildung 29 Recht Arztgeheimnis bei Gerichtsverfahren 30 Aufgelesen Literatur für Beruf und Freizeit

magazin

Echt krank Die faszinierende Welt der Ärzte

31

Um einen Hürdenlauf beim Lesen zu vermeiden, verzichten wir auf das Binnen-I und auf die gesonderte weibliche und männliche Form bei Begriffen wie „Arzt“ und „Patient“. Wir hoffen auf Ihr Verständnis!

Im Web: www.aerztemagazin.at ....... E-Mail: redaktion@aerztemagazin.at

impressum Verleger, Eigentümer & Herausgeber: Medizin Medien Austria GmbH;

DVR-Nr.: 4007613; Verlagsanschrift: 1120 Wien, Forum Schönbrunn, Grünbergstraße 15/Stg. 1, Tel.: 01/54 600-0, Fax: DW 50 512, E-Mail: medizin@aerztemagazin.at; Alleinige Gesellschafterin der Medizin Medien Austria GmbH ist die Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH. Gesellschafter der Süddeutscher Verlag Hüthig GmbH sind die Süddeutscher Verlag GmbH mit 91,98 %, Herr Holger Hüthig mit 7,02 %, Frau Ruth Hüthig mit 0,45 %, Frau Beatrice Hüthig mit 0,28 % und Herr Sebastian Hüthig mit 0,28 %; Unternehmensgegenstand: Herausgabe, Verlag, Druck und Vertrieb von Zeitungen und Zeitschriften sowie sonstigen periodischen Druckschriften; Chefredaktion: Raoul Mazhar DW 630, E-Mail: mazhar@aerztemagazin.at; Chef vom Dienst: Dr. Hans Wenzl DW 631; Redaktion: Mag. Nicole Martinek DW 613, Ständige Mitarbeiter: Dr. Norbert Hasenöhrl, Dr. Uli Kiesswetter, Mag. Michael Kraßnitzer, Mag. Karin Martin, Univ.-Prof. Dr. Helmut Ofner, Mag. Josef Ruhaltinger, Dr. Christina Schenk, Dr. Shureen Shab-Par, DDr. Isabella Wessig; Artdirektion: Carolyn Stuckey; Produktion & Grafik: Siegfried Duft; Geschäftsführung: Thomas Zembacher; Leitung Medizin Medien/Print: Bettina Kammerer DW 610 Leitung Medizin Medien/ Verkauf: Reinhard Rosenberger DW 510; Verkaufsleitung: Mag. Birgit Frassl DW 520; Anzeigen­ sekretariat: Sylvia Saurer DW 512; Druck: Friedrich VDV, 4020 Linz; Erscheinungsweise: vierzehntägig; Auflage: verbreitete Auflage Inland: 15.449 Stk., ÖAK geprüft – 2. Halbjahr 2011; Einzelpreis: € 2,90; Inlandsabo: € 71,21; Auslandsabo: € 98,10; Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt, verwertet oder verbreitet werden.

ärztemagazin 18/2012

Valsax 02/07.2012

Fotos: Foto: Andrei Merkulov – Fotolia.com, Serg Zastavkin – Fotolia.com, bilderstoeckchen – Fotolia.com; llustration: Kim Novak

14

Neues aus Medizin und Forschung Fibromylagie Neue Klassifikationen erleichtern die Diagnose des belastenden Krankheitsgeschehens Fall der Woche Eine Entzündung ohne Blutmarker? Was ist los mit Frau Beate?

12 Fibromyalgie

Co-Valsax

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FKI siehe Seite 6


aktuell

Kinder: Gesundheit soll auf allen Ebenen gefördert werden

Initiative

Forschung für Pädiatrie D

ie Gesundheitsgespräche in Alpbach standen heuer ganz im Zeichen der Kinder- und Jugendgesundheit. Bei der Abschlussveranstaltung am 20. August präsentierten Experten einen Forderungskatalog zur medizinischen Versorgung im Kindes- und Jugendalter. Zentrale Punkte: die Förderung der Elternkompetenz, die Förderung der Gesundheits- und Lebenskompetenz für Kindergartenkinder und die Gestaltung der Schule als ganztägiger, gesunder Lebensraum.

Teil des Maßnahmenpakets sollten weiters der Abbau von Versorgungsbarrieren, psychosoziale Früherkennungs- und Frühförderungssysteme und eine abholende, umfassende kostenlose Therapie darstellen. Ein besonderer Schwerpunkt wurde in Alpbach mit dem Startschuss für ein österreichisches Forschungsnetzwerk für sichere Kinderarzneimittel gesetzt. „Bis zu 90 Prozent der Medikamente sind für Kinder nicht zugelassen“, beschreibt Univ.-Prof. Dr. Rein-

hold Kerbl, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, die Situation. Das berge zahlreiche Risiken, da der Organismus von Kindern nicht mit dem von Erwachsenen vergleichbar ist. Man wolle deshalb für pädiatrische Patienten nicht nur die besten, sondern auch die sichersten Arzneimittel verfügbar machen, erläutert Kerbl. Das Forschungsnetzwerk für Kinderarzneimittel soll künftig Medikamente gezielt auf ihre Kindertauglichkeit hin prüfen. Geplant ist der Aufbau des Forschungsnetzwerks in den nächsten fünf Jahren. Die Anschubfinanzierung wird in Form einer Private Public Partnership von Gesundheitsministerium und pharmazeutischer Industrie bereitgestellt, die sich mit je 150.000 Euro beteiligen. „Damit kann die Zahl der Medikamente, die explizit auch für Kinder zugelassen sind, erhöht werden“, freut sich Dr. Jan Oliver Huber, Generalsekretär des Verbands der Pharmazeutischen Industrie, Pharmig, der auch Vorteile für den Forschungsstandort Österreich erwartet. Dazu sei es aber auch nötig, das gesellschaftspolitische Grundverständnis zu entwickeln, denn noch bis vor kurzem hätten Studien an Kindern als unethisch gegolten, so Huber.

E LGA

Ärzte stellen Bedingungen

D

ie Ärztekammer hat in einer Vorstandssitzung am Freitag der vergangenen Woche fünf Forderungen formuliert, ohne deren Umsetzung ELGA zu einer „peinlichen und teuren Blamage“ werde, wie ÖÄK-Präsident Dr. Artur Wechselberger in einer Aussendung formulierte. Erforderlich wären eine freiwillige Teilnahme, die garantierte Benutzerfreundlichkeit im ärztlichen Alltag, Datenschutz und Datensicherheit, eine gesicherte Finanzierung sowie eine Probephase wie zuletzt bei der e-Medikation. Diese habe schließlich eklatante Mängel aufgezeigt. Die Gespräche mit Experten des Ministeriums bezeichnet Wechselberger als „sachlich und konstruktiv“. Die Informationskampagne in den Praxen werde man aber fortsetzen, damit Patienten für einen sicheren Datenaustausch und gegen Steuergeldverschwendung votieren können.

Kassen schreiben 73 Millionen Plus Einen Überschuss von 73 Millionen Euro für die Krankenkassen erwartet der Hauptverband der Sozialversicherungsträger für das heurige Jahr. Das Ergebnis sei umso beachtlicher, als die Senkung des Dienstgeberanteils bei den öffentlichen Bediensteten sowie der gesenkte Hebesatz für SVA-Pensionisten und Eisenbahner die Kassen zusätzlich belasten, meint man im Hauptverband. Angesichts des von den Kassen erwarteten Konsolidierungsbeitrags von 1,372 Milliarden Euro bis zum Jahr 2016 müsse der Sparkurs aber weiter aufrecht bleiben.

Stöger: Reform per Einzelvertrag

Pneumokokken Impfaktion ab 1.9.

Augenärzte wollen Modernisierung

Gesundheitsminister Alois Stöger will Ländern und Kassen weitgehend freie Hand dabei lassen, wie sie die Gesundheitsreform in den einzelnen Bundesländern vereinbaren. Nur wenn es zu keiner Einigung auf Landesebene kommt oder Vorgaben des Bundes nicht eingehalten werden, sollen nach seinem Willen Sanktionen vorgesehen werden. (apa)

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Am 1. September startet in Österreichs Apotheken eine Impfaktion gegen Pneumokokken. Konjugat-Impstoff ist bis 28. Februar 2013 um mehr als 30 Euro günstiger zu beziehen, der unkonjugierte Impfstoff kostet im Aktionszeitraum 25,90 Euro. Die vergünstigten Vakzine stehen für Säuglinge und für über 50-Jährige zur Verfügung. (apa)

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Niedergelassene Augenärzte treten für eine Neuordnung der Aufgaben in der Augenheilkunde ein. Neue Behandlungsoptionen kommen zu langsam in die niedegelassenen Praxen, beklagt Dr. Peter Gorka, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Augenheilkunde. Moderne Entwicklungen dürften kein „Privileg“ der teuren Spitalsbehandlung bleiben. (apa)

ärztemagazin 18/2012

Fotos: BilderBox.com (3), Archiv

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Umfrage

Ärzte in Sorge wegen der Länderfonds I

n der aktuellen ärztemagazin-Umfrage zeigen sich die befragten niedergelassenen Ärzte mit Kassenvertrag (n = 45) besorgt, was die gemeinsame Finanzierung durch Land und GKK betrifft. Sie erwarten Probleme und glauben, dass sich die Kassen nicht gegen die Politik durchsetzen können.

Kassen gegen Länder durchsetzungsfähig? Die Finanzierung des Gesundheitssektors wird künftig durch das Land und die jeweilige GKK erfolgen. Werden sich die Kassen gegen die Politik behaupten können? 2% 27%

27%

44%

n n n n n

Ja, sicher Eher schon Eher nicht Nein, keinesfalls k. A.

Länderfonds ein Grund zur Sorge? Sind die Länderfonds aus Ihrer Sicht für niedergelassene Ärzte ein Grund zur Sorge, was Honorare, Kassenplanstellen und neue Leistungen betrifft? 9%

44%

47%

n n n n

Ja, sicher Eher schon Eher nicht Nein, keinesfalls

Meinung

Investieren in die Zukunft - ja bitte!

K

inder sind unsere Zukunft. Aber wir sind ihre Gegenwart.“ So formulierte beim Gesundheitsforum in Alpbach der Präsident der Österreichischen Liga für Jugendgesundheit seine Sicht der Dinge auf eine medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Österreich, die nicht nur von ihm als unbefriedigend gesehen wird. Schon seit Jahren laufen engagierte Pädiater gegen die medizinische Unterversorgung unserer Kinder Sturm. Vor allem die Kinder- und Jugendpsychiatrie ist ein Stiefkind von Kassen und Gesundheitspolitik. Monatelange Wartelisten in den wenigen stationären und ambulanten Einrichtungen und so gut wie keine niedergelassenen Kinderpsychiater mit Kassenvertrag machen die Hilfe für junge Menschen mit psychischen Problemen zum Glücksspiel oder zu einer Frage des Geldbeutels ihrer Eltern. Alarmierend ist auch das Gesundheitsverhalten im Jugendalter. Internationale Spitzenwerte beim Rauchen, beim frühen Alkoholkonsum und bei jugendlicher Adipositas korrelieren in Erhebungen mit ungesunden Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmangel. Höchste Zeit also, dass sich die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft des Themas annehmen. Und dafür gab es in Alpbach doch einige klare Signale. Ein Forschungsnetzwerk Kinderarzneimittel soll für mehr speziell zugelassene Medikamente in der Pädiatrie sorgen. Und der Wille der Fachleute ist unverkennbar, Probleme wie Bewegungsmangel, mangelndes Gesundheitswissen und (finanzielle) Hürden beim Zugang zur medizinischen Versorgung endlich gezielt anzugehen. Dem müssen jetzt aber dringend auch Taten folgen. Mehr Sport und Bewegung in den Schulen; der Ausbau der kinderpsychiatrischen Versorgung und konkrete sozialmedizinische Projekte für Risikogruppen, um nur drei Beispiele zu nennen. Geld dafür muss einfach da sein, bei 73 Millionen Plus der Kassen. Dr. Hans Wenzl

ADA_Infoblatt

11.02.2005

11:14 Uhr

Seite 1

wenzl@aerztemagazin.at

ÖÄK Diplomlehrgang Geriatrie 2012/13 Seminar 1 2 3 4

ÖÄK Diplomlehrgang 2012/13 Seminar ÖÄK Diplomlehrgang 2012/13 30. November/01. Dezember 2012 – Wien 5 07./08. Juni 2013 – Wien 18./19. Jänner 2013 – Wien 6 13./14. September 2013 – Graz 15./16. März 2013 (Gerontopsychiatrie) – Linz 7 18./19. Oktober 2013 (Palliativ) – Linz 26./27. April 2013 (Neurogeriatrie) – Salzburg 8 22./23. November 2013 – Salzburg

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Nähere Informationen und Anmeldung unter www.arztakademie.at/ geriatrie-lehrgang

Voranmeldung via E-Mail möglich Kontakt: österreichische akademie der ärzte, c/o Medizin Akademie, Grünbergstraße 15, 1120 Wien, Seminarorganisation: Michaela Schwarz, Tel.: 01/54 600-552, geriatrie@arztakademie.at, www.arztakademie.at

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CRESTOR 5 mg - Filmtabletten, CRESTOR 10 mg - Filmtabletten, CRESTOR 20 mg - Filmtabletten, CRESTOR 40 mg - Filmtabletten. Pharmakotherapeutische Gruppe: HMG-CoA-Reduktase-Hemmer. ATC-Code: C10A A07. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Jede Tablette enthält: Crestor 5 mg: 5 mg Rosuvastatin (als Rosuvastatincalcium) und 94.88 mg Lactose-Monohydrat. Crestor 10 mg: 10 mg Rosuvastatin (als Rosuvastatincalcium) und 91.3 mg Lactose-Monohydrat. Crestor 20 mg: 20 mg Rosuvastatin (als Rosuvastatincalcium) und 182.6 mg Lactose-Monohydrat. Crestor 40 mg: 40 mg Rosuvastatin (als Rosuvastatincalcium) und 168.32 mg Lactose-Monohydrat. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Lactose-Monohydrat; mikrokristalline Cellulose; Tricalciumphosphat; Crospovidon; Magnesiumstearat. Tablettenhülle: Lactose-Monohydrat; Hypromellose; Triacetin; Titandioxid (E171); 10, 20 und 40 mg – Filmtabletten: Eisenoxid rot (E172); 5 mg - Filmtabletten: Eisenoxid gelb (E172); ANWENDUNGSGEBIETE: Behandlung von Hypercholesterinämie: Erwachsene, Jugendliche oder Kinder ab 10 Jahren mit primärer Hypercholesterinämie (Typ IIa einschließlich heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie) oder gemischter Dyslipidämie (Typ IIb), zusätzlich zu einer Diät, wenn das Ansprechen auf eine Diät und andere nicht pharmakologische Maßnahmen (z.B. Bewegung, Gewichtsreduktion) nicht ausreichend ist. Homozygote familiäre Hypercholesterinämie zusätzlich zu einer Diät und anderen lipidsenkenden Maßnahmen (z.B. LDL-Apherese) oder wenn solche Maßnahmen nicht geeignet sind. Vorbeugung von kardiovaskulären Ereignissen: Vorbeugung von kardiovaskulären Ereignissen bei Patienten mit einem hohen Risiko für ein erstmaliges kardiovaskuläres Ereignis, in Verbindung mit der Behandlung von anderen Risikofaktoren. GEGENANZEIGEN: Crestor ist kontraindiziert: - bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Rosuvastatin oder einen der sonstigen Bestandteile, - bei Patienten mit aktiver Lebererkrankung, einschließlich einer ungeklärten andauernden Erhöhung der Serum-Transaminasen sowie jeglicher Erhöhung der Serum-Transaminasekonzentration auf mehr als das Dreifache des oberen Normalwertes (ULN), - bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Creatinine Clearance <30 ml/min), - bei Patienten mit Myopathie, - bei Patienten, die gleichzeitig Ciclosporin erhalten, - während der Schwangerschaft und Stillzeit und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine geeigneten kontrazeptiven Maßnahmen anwenden. Die 40 mg Dosis ist bei Patienten mit prädisponierenden Faktoren für Myopathie/Rhabdomyolyse kontraindiziert. Solche Faktoren beinhalten: - mäßige Nierenfunktionsstörung (Creatinine Clearance < 60 ml/min) - Hypothyreose - erbliche Muskelerkrankungen in der Eigen- / Familienanamnese - bereits in der Anamnese mit einem anderen HMG-CoA-Reduktase-Hemmer oder einem Fibrat aufgetretene muskuläre Toxizität - Alkoholmissbrauch - Situationen, in denen erhöhte Plasmakonzentrationen auftreten können - asiatische Patienten - gleichzeitige Anwendung von Fibraten. INHABER DER ZULASSUNG: AstraZeneca Österreich GmbH, Schwarzenbergplatz 7, A-1037 Wien. E-Mail: info.at@astrazeneca.com. VERSCHREIBUNGSPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand: 07/2012. Informationen zu den Abschnitten besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie den Gewöhnungseffekten sind der veröffentlichten Fachinformation (z.B. Austria Codex) zu entnehmen.

Esomeprazol ratiopharm 20 mg magensaftresistente Hartkapseln, Esomeprazol ratiopharm 40 mg magensaftresistente Hartkapseln. Zusammensetzung: Eine magensaftresistente Hartkapsel enthält 20 mg Esomeprazol (als Esomeprazol-MagnesiumDihydrat). Eine magensaftresistente Hartkapsel enthält 40 mg Esomeprazol (als Esomeprazol-Magnesium-Dihydrat). Sonstiger Bestandteil: 20 mg magensaftresistente Hartkapseln: Saccharose 28,46-32,56 mg. 40 mg magensaft-resistente Hartkapseln: Saccharose 56,93-65,11 mg. Anwendungsgebiete: Esomeprazol ratiopharm ist indiziert: Bei gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD), Behandlung der erosiven Refluxösophagitis, Langfristige Rezidivprophylaxe bei Patienten mit abgeheilter Ösophagitis, Symptomatische Behandlung der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD); In Kombination mit einer geeigneten Antibiotika-Therapie zur Eradikation von Helicobacter pylori, Abheilung von Helicobacter-pylori assoziierten Duodenalulzera, Rezidivprophylaxe von peptischen Ulzera bei Patienten mit Helicobacter-pylori-assoziierten Ulzera; Bei Patienten, die eine NSAR-Langzeittherapie benötigen, Abheilung von NSAR-assoziierten Magenulzera, Prophylaxe von NSAR-assoziierten Magen- und Duodenalulzera bei Patienten mit erhöhtem Risiko; Zur weiterführenden Behandlung, nach erfolgter i.v. Behandlung zum Schutz vor dem Wiederauftreten von peptischen Ulcus-Blutungen; Zur Behandlung des Zollinger-Ellison-Syndroms. Gegenanzeigen: Bekannte Überempfindlichkeit gegen Esomeprazol, substituierte Benzimidazole oder einen der sonstigen Bestandteile. Esomeprazol darf nicht gemeinsam mit Nelfinavir angewendet werden. Pharmakotherapeutische Gruppe: Protonenpumpenhemmer; ATC-Code: A02B C05. Liste der sonstigen Bestandteile: Kapselinhalt (Pellets): Zuckerkügelchen (Saccharose und Maisstärke), Povidon, Natriumdodecylsulfat, Poly(vinylalkohol), Titandioxid (E 171), Macrogol, Talkum ( (E 553b), Schweres Magnesiumcarbonat, Polysorbat 80 (E 433), Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer (1:1), Dispersion 30%. Kapselhülle: Gelatine (E 441), Titandioxid (E171), Rotes Eisenoxid (E172). Art und Inhalt des Behältnisses: Blisterpackung (Al/Al-Folie + Trockenfilmüberzug): 7, 10, 14, 15, 28, 30, 50, 56, 60, 90, 98 und 100 magensaftresistente Hartkapseln in einer Faltschachtel. HPDE-Behältnis mit PP-Verschluss mit Trockenmittel: 98 magensaftresistente Hartkapseln und eine Trockenkapsel in einer Faltschachtel. Die im Behältnis enthaltene Trockenkapsel ist nicht zum Verzehr geeignet. Verfügbare Packungsgrößen in Österreich: Esomeprazol ratiopharm 20 mg magensaftresistente Hartkapseln: Blisterpackungen mit 7, 14 und 30 Stück. Esomeprazol ratiopharm 40 mg magensaftresistente Hartkapseln: Blisterpackungen mit 14 und 30 Stück. Inhaber der Zulassung: ratiopharm Arzneimittel Vertriebs-GmbH, Albert Schweitzer-Gasse 3, A-1140 Wien, Tel.-Nr.: +43/1/97007-0, Fax-Nr.: +43/1/97007-66, e-mail: info@ratiopharm.at. Rezeptpflicht/ Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: 11/2010. Weitere Hinweise zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und zutreffendenfalls Angaben über die Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

Ibandronsäure Sandoz 3 mg/3 ml – Injektionslösung. Qualitative und quanititative Zusammensetzung: Eine Fertigspritze mit 3 ml Lösung enthält 3 mg Ibandronsäure (entsprechend 3,375 mg Ibandronsäure, Mononatriumsalz, Monohydrat). Die Konzentration an Ibandronsäure in der Injektionslösung beträgt 1 mg pro ml. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Mittel zur Behandlung von Knochenerkrankungen, Bisphosphonate. ATC-Code: M05BA06. Anwendungsgebiete: Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Frakturrisiko. Eine Reduktion des Risikos vertebraler Frakturen wurde gezeigt, eine Wirksamkeit hinsichtlich Oberschenkelhalsfrakturen ist nicht ermittelt worden. Gegenanzeigen: Hypocalcämie, Überempfindlichkeit gegen Ibandronsäure oder einen der sonstigen Bestandteile. Liste der sonstigen Bestandteile: Citronensäure-Monohydrat, Natriumchlorid, Natriumhydroxid zur pH-Wert-Einstellung, Salzsäure zur pH-Wert-Einstellung, Wasser für Injektionszwecke. Inhaber der Zulassung: Sandoz GmbH, 6250 Kundl, Österreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Stand der Information: 03/2012. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. OPO/SAN/2012/8/4

Levetiracetam 1A Pharma 500 / 1000 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Levetiracetam 1A Pharma 500 / 1000 mg – Filmtabletten: Eine Filmtablette enthält 500 / 1000 mg Levetiracetam. Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, andere Antiepileptika, ATC-Code: N03AX14. Anwendungsgebiete: Levetiracetam 1A Pharma ist zur Monotherapie partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Patienten ab 16 Jahre mit neu diagnostizierter Epilepsie indiziert. Levetiracetam 1A Pharma ist indiziert zur Zusatzbehandlung partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Erwachsenen, Kindern und Säuglingen ab 1 Monat mit Epilepsie; myoklonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahre mit Juveniler Myoklonischer Epilepsie; primär generalisierter tonisch-klonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahre mit Idiopathischer Generalisierter Epilepsie. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Levetiracetam bzw. andere Pyrrolidon-Derivate oder einen der sonstigen Bestandteile. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Povidon K25, Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Crospovidon Typ A, Hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid, Talkum, Magnesiumstearat; Filmüberzug: Hypromellose, Hydroxypropylcellulose, Macrogol 6000, Titandioxid (E 171), Talkum; Zusätzlich für Levetiracetam 1A Pharma 500 mg: Gelbes Eisenoxid (E 172). Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH, 1020 Wien. Packungsgrößen: 30 und 60 Stück. Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Stand der Information: August 2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Zolmitriptan 1A Pharma 2,5 mg – Filmtabletten; Zolmitriptan 1A Pharma 2,5 mg – Schmelztabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Zolmitriptan 1A Pharma 2,5 mg – Filmtabletten: Jede Tablette enthält 2,5 mg Zolmitriptan. Sonstiger Bestandteil: Jede Tablette enthält 83 mg Lactose. Zolmitriptan 1A Pharma 2,5 mg – Schmelztabletten: Jede Tablette enthält 2,5 mg Zolmitriptan. Sonstiger Bestandteil: Jede Tablette enthält 2,5 mg Aspartam. Pharmakotherapeutische Gruppe: Selektive Serotonin-5HT1-Agonisten. ATC-Code: N02C C03. Anwendungsgebiete: Akutbehandlung von Migränekopfschmerzen mit oder ohne Aura. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Mittelschwere oder schwere Hypertonie sowie unzureichend eingestellte leichte Hypertonie. Schlaganfall (cerebrovascular accident/CVA) oder transitorische ischämische Attacken (TIA) in der Vorgeschichte. Nachgewiesene koronare Herzkrankheit, einschließlich ischämische Herzerkrankung (koronare Vasospasmen, Myokardinfarkt in der Vorgeschichte), mit einer ischämischen Herzerkrankung übereinstimmende Anzeichen oder Symptome oder Prinzmetal-Angina. Periphere Gefäßerkrankung. Symptomatisches Wolff-Parkinson-White-Syndrom oder mit anderen kardialen akzessorischen Leitungsbahnen in Zusammenhang stehende Arrhythmien. Gleichzeitige Anwendung von Zolmitriptan und Ergotamin, anderen Ergotaminderivaten (einschließlich Methysergid) oder anderen 5-HT1B/1D-Rezeptoragonisten (z. B. Sumatriptan, Rizatriptan, Naratriptan). Zolmitriptan ist kontraindiziert bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance kleiner als 15 ml/min. Liste der sonstigen Bestandteile: Zolmitriptan 1A Pharma 2,5 mg – Filmtabletten: Tablettenkern: Lactose, Hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid, Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Magnesiumstearat; Tablettenüberzug: Hypromellose, Hydroxypropylcellulose, Macrogol, Eisenoxid gelb E 172, Titandioxid E 171, Talkum. Zolmitriptan 1A Pharma 2,5 mg – Schmelztabletten: Mikrokristalline Cellulose (verkieselt), Crospovidon, Natriumhydrogencarbonat, Citronensäure, wasserfrei, Hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid, Mannitol (E 421), Süßes Orangenaroma, Aspartam (E 951), Magnesiumstearat. Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH, 1020 Wien. Packungsgrößen: Filmtabletten: 3 und 6 Stück; Schmelztabletten: 2 und 6 Stück. Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: Mai 2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

CO-Valsax 80 mg/12,5 mg-Filmtabletten, CO-Valsax 160 mg/12,5 mg-Filmtabletten, CO-Valsax 160 mg/25 mg-Filmtabletten. Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 80 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Jede Filmtablette enthält 160 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Jede Filmtablette enthält 160 mg Valsartan und 25 mg Hydrochlorothiazid. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Natriumstärkeglykolat, Magnesiumstearat, hochdisperses Siliciumdioxid. Tablettenfilm: Polyvinylalkohol - teilweise hydrolysiert, Titandioxid (E171), Talkum (E553b), Macrogol 3350, Sojalecithin (E322). 80mg/12,5mg: Eisenoxid rot (E172), Eisenoxid schwarz (E172), Eisenoxid gelb (E172). 160mg/12,5mg: Eisenoxid rot (E172), Eisenoxid schwarz (E172), Eisenoxid gelb (E172). 160mg/25mg: Eisenoxid rot (E172), Eisenoxid gelb (E172). Anwendungsgebiete: Behandlung der essentiellen Hypertonie bei Erwachsenen. Die fixe Kombination CO-Valsax ist bei Patienten angezeigt, deren Blutdruck mit Valsartan oder Hydrochlorothiazid alleine nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Valsartan, Hydrochlorothiazid, andere von Sulfonamiden abgeleitete Substanzen oder einen der sonstigen Bestandteile. Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose und Cholestase. Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min), Anurie. Therapieresistente Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hypercalcämie und symptomatische Hyperurikämie. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten und Diuretika, Valsartan und Diuretika; ATC-Code: C09DA03. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 30 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Valsax 80 mg-Filmtabletten, Valsax 160 mg-Filmtabletten. Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 80 mg Valsartan. 1 Filmtablette enthält 160 mg Valsartan. Sonstige Bestandteile: 80mg, 160 mg Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose (E460), Crospovidon (E1202), Magnesiumstearat (E572), hochdisperses Siliciumdioxid (E551), vorverkleisterte Stärke. 80 mg Tablettenfilm: Opadry® II pink – 85G64757 bestehend aus: Polyvinylalkohol - teilweise hydrolysiert, Titandioxid (E171), Talkum (E553b), Macrogol 3350, Sojalecithin (E322), Eisenoxid rot (E172), Eisenoxid schwarz (E172), Eisenoxid gelb (E172). 160 mg Tablettenfilm: Opadry® II yellow – 85G62511 bestehend aus: Polyvinylalkohol – teilweise hydrolysiert, Titandioxid (E171), Talcum (E553b), Macrogol 3350, Eisenoxid gelb (E172), Sojalecithin (E322), Eisenoxid rot (E172), Eisenoxid schwarz (E172). Anwendungsgebiete: Hypertonie: Behandlung der essentiellen Hypertonie. Nach einem vor kurzem aufgetretenen Myokardinfarkt: Behandlung von klinisch stabilen Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz oder einer asymptomatischen, linksventrikulären systolischen Dysfunktion nach einem vor kurzen (12 Stunden bis 10 Tage) aufgetretenen Myokardinfarkt. Herzinsuffizienz: Behandlung der symptomatischen Herzinsuffizienz, wenn ACE-Hemmer nicht gegeben werden können oder zusätzlich zu einem ACE-Hemmer, wenn Beta-Blocker nicht angewendet werden können. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose und Cholestase. Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist, rein. ATC-Code: C09CA03. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 30 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen!

Donepezil Krka 5 mg Filmtabletten*, Donepezil Krka 10 mg Filmtabletten*. QUALITATIVE & QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Donepezil Krka 5 mg: Jede Filmtablette enthält 5 mg Donepezilhydrochlorid entsprechend 4,56 mg Donepezil. Donepezil Krka 10 mg: Jede Filmtablette enthält 10 mg Donepezilhydrochlorid entsprechend 9,12 mg Donepezil. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Lactose-Monohydrat (5 mg: 79,18 mg; 10 mg: 158,35 mg), mikrokristalline Cellulose, Maisstärke, Hydroxypropylcellulose, Magnesiumstearat. Tablettenüberzug: Titandioxid (E171), Hypromellose, Macrogol 400, Eisenoxid, gelb (E172) – nur in 10 mg Tabletten. ANWENDUNGSGEBIET: Donepezil Krka ist indiziert zur symptomatischen Behandlung von leichter bis mittelschwerer Demenz vom Alzheimer-Typ. GEGENANZEIGEN: Donepezil Krka ist kontraindiziert bei Patienten mit einer Überempfindlichkeit gegen Donepezilhydrochlorid, Piperidinderivate oder gegen einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels. INHABER DER ZULASSUNG: KRKA, d.d., Novo mesto; Šmarješka cesta 6; 8501 Novo mesto; Slowenien. REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT: Rezept- und apothekenpflichtig. PHARMAKODYNAMISCHE EIGENSCHAFTEN: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidementiva, Cholinesterasehemmer. ATC-Code: N06DA02. Detaillierte Informationen zu Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen, Dosierung, Art und Dauer der Anwendung entnehmen Sie bitte dem Austria Codex und/oder der publizierten Fachinformation. *detaillierte Informationen entnehmen Sie bitte dem Austria Codex und/oder der publizierten Fachinformation. Galantamin Krka 8 mg Retardkapseln*, Galantamin Krka 16 mg Retardkapseln*, Galantamin Krka 24 mg Retardkapseln*. QUALITATIVE & QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: 8 mg: Jede Retardkapsel enthält 8 mg Galantamin (als Hydrobromid). 16 mg: Jede Retardkapsel enthält 16 mg Galantamin (als Hydrobromid). 24 mg: Jede Retardkapsel enthält 24 mg Galantamin (als Hydrobromid). Liste der sonstigen Bestandteile: Retardierter Tablettenkern: Natriumdodecylsulfat, AmmoniummethacrylatCopolymer (Typ B), Hypromellose, Carbomer, Hydroxypropylcellulose, Magnesiumstearat, Talkum. 8 mg Kapselhülle, Gelatine, Titandioxid (E171) Drucktinte: Schellack, Propylenglycol, konzentrierte Ammoniaklösung, Schwarzes Eisenoxid (E172), Kaliumhydroxid. 16 mg und 24 mg Kapselhülle: Gelatine, Titandioxid (E171), isenoxid, rot (E172), Eisenoxid, gelb (E172), Drucktinte: Schellack, Propylenglycol, konzentrierte Ammoniaklösung, Schwarzes Eisenoxid (E172), Kaliumhydroxid. ANWENDUNGSGEBIET: Galantamin Krka ist indiziert zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Demenz vom Alzheimer Typ. GEGENANZEIGEN: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile. Nachdem keine Daten über die Anwendung von Galantamin bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh-Score > 9) und schweren Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance < 9 ml/min) vorliegen, ist Galantamin bei diesen Personen kontraindiziert. Bei Patienten, bei denen sowohl signifikante Nieren- als auch Leberfunktionsstörungen vorliegen, ist Galantamin kontraindiziert. INHABER DER ZULASSUNG: KRKA, d.d., Novo mesto; Šmarješka cesta 6; 8501 Novo mesto; Slowenien. REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT: Rezept- und apothekenpflichtig. PHARMAKODYNAMISCHE EIGENSCHAFTEN: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidementiva. ATC-Code: N06DA04. Detaillierte Informationen zu Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen, Dosierung, Art und Dauer der Anwendung entnehmen Sie bitte dem Austria Codex und/oder der publizierten Fachinformation *detaillierte Informationen entnehmen Sie bitte dem Austria Codex und/oder der publizierten Fachinformation.

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ärztemagazin 18/2012


M ed i zin g eg en Gewalt a ktue l l

Datenschutz bremst Kinderschutz Patientendaten sind mit Vorsicht zu behandeln. Kinderschutzgruppen beklagen allerdings, dass der Datenschutz ihre Arbeit stark behindert.

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atenschutz kann – im Fall von Kindesmissbrauch – leicht zu Täterschutz werden. Denn: Nach der Spitalsentlassung verlieren Ös­ terreichs Kinderschutzgruppen an den Kliniken die bis dahin von ihnen versorgten und be­ treuten minderjährigen Opfer oftmals aus den Augen. „Viele Jugendämter, das Ge­ richt und die Polizei verweisen auf das Datenschutzgesetz, spe­ ziell Paragraf 5 und 6 (verbieten wissenschaftliche und statis­ tische Nutzung der Daten), und geben uns keine Auskünfte, in­ wieweit die Kinderschutzgrup­ pen den betroffenen Kindern helfen konn­ ten bzw. wie das Familienleben des betrof­ fenen Kindes weiter verläuft“, erklärt Univ.­ Prof. Dr. Peter Scheer, Leiter der Kinder­ schutzgruppe der Uniklinik für Kinder­ und Jugendheilkunde in Graz, das Dilemma. Für Opfer gefährlich. Die Situation ist nicht nur für die Mitarbeiter der Kinderschutz­ gruppen unbefriedigend, sie kann für die minderjährigen Opfer gefährlich werden. Denn: Der Gesetzgeber sieht z.B. vor, dass eine Anzeige an die Sicherheitsbehörde bei Verdacht gegen einen nahen Angehörigen so lange unterbleiben kann, als dies das Wohl des Minderjährigen erfordert und eine Zusammenarbeit mit dem Jugend­ wohlfahrtsträger erfolgt. „Es ist also unbedingt erforderlich zu wissen, ob das soziale Umfeld dem Wohl des Minderjährigen auch nach Monaten oder Jahren noch zuträglich ist, da im nega­ tiven Falle eine Anzeige zu erstatten wäre“, hebt Prim. Univ.­Doz. Dr. Günter Fa­ sching, Vorstand der Abteilung für Kinder­ chirurgie am LKH Klagenfurt, hervor. „Erst wenn das Kind erneut verletzt wird oder gar verstirbt, erfahren wir oftmals wie­ der von dem Fall“, fügt Scheer hinzu und ärztemagazin 18/2012

gibt zu bedenken: „Wir können unter den derzeitigen Bedingungen auch Kritikern nichts entgegensetzen, die uns Täterschutz vorwerfen, weil sie meinen, es sei falsch, keine Anzeige zu erstatten …“ Neuordnung Jugendwohlfahrt. Für den Da­ tenschutzbeauftragten Dr. Hans Zeger wird das Argument „Datenschutz“ von Behör­ den – wie in der gegenständlichen Debatte – gerne herangezogen, „wenn eigene In­ kompetenz und Untätigkeit kaschiert wer­ den sollen“. Es komme in der konkreten Sache natürlich nicht darauf an, Kindes­

Praxen sollen mitarbeiten Die Kinderschutzgruppen arbeiten intensiv mit niedergelassenen Ärzten zusammen. Die von der akademie der ärzte etablierte Informationsplattform „Medizin gegen Gewalt“ bietet der Kollegenschaft einen einfachen Zugang zu umfassenden Informationen zum Thema (Leitfäden, Untersuchungsbögen, Fachartikel). Das ärztemagazin ist Medienpartner. www.docwissen.at/medizin-vs-gewalt

missbrauch zu verwalten und in möglichst vielen Listen, die durchwegs unvollständig und unaktuell sind, abzulegen, son­ dern darauf, wirksame Maßnah­ men zur Verhinderung und/ oder zumindest frühzeitigen Aufdeckung von Missbrauch zu setzen. „Hier sehe ich – betrachtet man nur die in letzter Zeit in der Öffentlichkeit bekannt gewor­ denen Fälle – ein massives Ver­ sagen der Jugendwohlfahrt, das längst politische Konsequenzen, im Sinne einer Neuorganisation dieser haben sollte“, so Zeger. „Die Politik, die daraus keine Konsequenzen zieht, ist der eigentliche Tä­ terschützer!“ Im Zuge der Neuorganisation könnten und sollten auch die Rechte von privaten Schutzgruppen, von Ärzten, Om­ budsleuten, Verwandten usw. zeitgemäß de­ finiert werden – meint der Experte. Vorreiter Tirol. „Es mag schon stimmen, dass auch eine Neuorganisation der Ju­ gendanwaltschaft sinnvoll wäre, aber in Graz verlief diese – aus Spargründen – eher zum Schlechteren“, weiß Scheer um die Problematik in der Praxis. Die Ärztevertre­ ter sind sich daher einig, dass es einer ra­ schen gesetzlichen Änderung des Daten­ schutzgesetzes zum Wohle der Kinder be­ darf. „Die Chancen stehen nicht schlecht, wenn die Medien uns unterstützen!“ Eine Vorreiterrolle unter den Bundeslän­ dern nimmt übrigens Tirol ein: Es wurde hier vor kurzem die Verschwiegenheits­ pflicht gegenüber Gesundheitsberufen auf­ gelöst. „Das hilft uns beim Arbeiten im­ mens“, sagt OA Dr. Klaus Kapelari, Leiter der Kinderschutzgruppe an der Klinik Innsbruck, gegenüber der „Tiroler Tages­ zeitung“. „Ich kann daher die Forderung für ganz Österreich nur unterstützen!“ n Mag. Karin Martin 7


n e k b c auen 체 r B

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채rztemagazin 18/2012


P äd i atr ie me d i zi n

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Politisch höchst relevantes Thema Die Relevanz dieses Themas zeigt sich deutlich an der epidemiologischen Verteilung psychischer Erkrankungen in der Bevölkerung. Im Kindes- und Jugendalter ist von zehn bis zwölf Prozent behandlungsbedürftig erkrankten Personen auszugehen und von weiteren acht bis zwölf Prozent, die von einer psychischen Erkrankung bedroht sind. Zusammen sind dies in etwa 20 Prozent der Bevölkerung unter 18 Jahren, die von einer psychischen Erkrankung betroffen sind. Das alleine wäre vielleicht noch nicht ausreichend, um dieses Thema als höchst relevant anzusehen, man muss sich auch die Folgen dieser Erkrankung genauer ansehen. Psychische Erkrankung – vor allem unbehandelt oder zu spät behandelt – führt zu signifikanter Beeinträchtigung der persönlichen Fertigkeiten und Fähigkeiten, es führt zu sozialer Isolation, es führt teilweise zu Berufsunfähigkeit, Frühpension und in manchen Fällen zu Delinquenz und Gefängnis. Neben dem persönlichen Leid der einzelnen betroffenen Person und ihres Umfelds führt dies zu massiven Kosten in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft: in der medizinischen Versorgung, der Jugendwohlfahrt, im Sozial- und juridischen Bereich. Aus diesem Grund muss klar sein, dass die Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher menschlich und volkswirtschaftlich höchst politisch relevant ist. Brücke zwischen Psyche und Soma Die Forschung der letzten Jahrzehnte hat sehr deutlich gemacht, dass der Sitz der Verhaltenssteuerung, der Befindlichkeit und somit allen psychischen Erlebens das Gehirn ist. Die Forschung konnte auch deutlich aufzeigen, wie wichtig neben der genetischen Grundausstattung die Interaktion mit dem direkten Umfeld des Kindes ist. Die Entwicklung des Menschen basiert auf den Prozessen unseres Gehirns, die vor allem in der Interaktion mit seiner Umwelt und dem ununterbrochenen Entwicklungsprozess des Gehirns zusammenwirken. Die Interaktion von Genen und Erfahrungen formt im wahrsten Sinn des Wortes die Vernetzung des Gehirns, und diese Vernetzung bildet sich im Wesentlichen im Rahmen der Eltern-Kind-Beziehung, vor allem in den ersten Lebensjahren, aus.

In der Betreuung psychisch kranker Kinder müssen die somatischen und die psychiatrischpsychologischen Disziplinen zusammenwachsen. Der Erwerb von Fähigkeiten und Fertigkeiten führt durch die Anwendung dieser Fertigkeiten auch wieder zu weiteren Entwicklungsschritten, und so entwickelt sich eine hierarchische funktionale Struktur des Gehirns, die durch die neu hinzukommenden Erfahrungen immer komplexer wird.

Verhalten, Erlernen sozialer Beziehungen und erhöhter somatischer Krankheitsanfälligkeit führen kann. Das bedeutet: Die Descartes’sche Trennung von Seele und Körper ist aufgrund der modernen Wissenschaften nicht länger aufrechtzuerhalten, und es bedarf daher eines Zusammenwachsens der somatischen und psychiatrischpsychologischen Disziplinen. Abstimmung der Ausbildung Wenn einerseits die Dringlichkeit klar ist und andererseits die wissenschaftlichen Vor aussetzungen von allen Beteiligten grundlegend akzeptiert würden, dann gälte es, die Ausbildungs- und Versorgungsstrukturen für Kinderärzte, Kinderpsychiater, Psychologen, Psychotherapeuten auf eine gemeinsame Basis zu stellen. Grundvoraussetzung ist das oben beschriebene Verständnis des Menschen als ein sich in seiner sozialen Umwelt entwickelndes Wesen, dessen Interaktion sich strukturgebend auf sein Gehirn und damit auf sein Verhalten auswirkt. Verschiedene Studien zeigen, dass die Diagnose psychiatrischer Erkrankungen deutlich verzögert wird, zum einen durch die Nichtdiagnostik der betreuenden Ärzte und zum andern durch die befürchtete und tatsächliche Stigmatisierung psychischer Erkrankungen bei Ärzten und in der Bevöl- 

Zusammenspiel von Körper und Seele Es ist aufgrund der neueren Forschung auch klar, dass kognitive, emotionale und soziale Fähigkeiten untrennbar miteinander verbunden sind und die Umsetzung dieser verschiedenen intrapsychischen Fähigkeiten und Fertigkeiten nur über den Körper erfolgen kann und es hier zu einem ganz intensiven Zusammenspiel von Körper und Seele kommt. Im Rahmen der KrankheitsUnsere Kompetenz entstehung von im Alzheimer Berei ch Galantamin: Zucke psychischen Errfrei! Im Un ter sch ied zum Original 1 krankungen wissen wir, dass der Stress eine zentrale Rolle spielt und insbesondere der toxische Stress – vor allem in den frühen EntwickAuch unser Nervensystem lungsjahren – das braucht die richtige Nahrung und Aufmerksamkeit. Gehirn und andere Organe Donepezil Krka 5 mg – Filmtabletten zu 10/30/90 Stk. Donepezil Krka 10 mg – Filmtabletten zu 10/30/90 Stk. schädigen kann Galantamin Krka 8 mg – Retardtabletten zu 21/30 Stk. Galantamin Krka 16 mg – Retardtabletten zu 30 Stk. und zu lebensGalantamin Krka 24 mg – Retardtabletten zu 30 Stk. langen ProbleDetaillierte Informationen entnehmen Sie bitte dem Austria Codex und/oder der publizierten Fachinformation 1. Fachinformation Galantamin Krka Stand: März 2011, Fachinformation Reminy Retardkapseln Stand: August 2010 FKI siehe Seite 6 men in Bezug auf Krka, d. d., 04/2012, Österreich, 2012-010 (MV 2012-16556)

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rücken verbinden, Brücken führen Getrenntes zusammen, Brücken ermöglichen intensiven Personen- und Warenaustausch sowie Begegnungen und bereichern die verbundenen Welten. Dieses Leitthema der diesjährigen, 50. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde gilt im mehrfachen Sinn für das übergeordnete Thema „Mental Health – seelische Gesundheit“ und die damit verbundene Gesundheitsversorgung und Politik.

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me d i z i n Pä d i a trie

Nicht versäumen! 50. Jahrestagung der ÖGKJ, Salzburg Congress „Kleine Künstler – KunstwerkKörper – Kinder Heilkunst“ 27.–29.9.2012 www.paediatrie2012.at

Kinder nicht links liegen lassen Im aktuellen Heft „Gesundes Österreich“, einem Magazin für Gesundheitsförderung und Prävention der Gesundheit Österreich, wird ausführlich auf die Kinder- und Jugendgesundheit eingegangen. In diesem Heft ist aber kaum etwas über die psychisch kranken Kinder und Jugendlichen zu lesen und auch nur ganz wenig über eine Verbesserung der Versorgung dieser Kinder und Jugendlichen. Wenn diese Kinder und Jugendlichen weiter von der Politik ignoriert oder links liegen gelassen werden, wird unsere ganze Gesellschaft, aber insbesondere diese Kinder und Jugendlichen dafür bezahlen müssen. Um die Politik zu überzeugen, um hier tatkräftig etwas umzusetzen, ist es aber notwendig, dass alle, die psychisch kranke Kinder mit somatischen sowie psychiatrischen Grunderkrankungen betreuen (Psychologen, Psychotherapeuten, Kinderärzte und Kinder- und Jugendpsychiater) gemeinsame Politik betreiben und gemeinsam auftreten, um die Versorgung dieser Kinderund Jugendlichen zu verbessern. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass diese Brücke zwischen Psyche und Soma intensiv von allen Seiten gebaut und betreten wird und dass insbesondere die Politik sich diese Anliegen zu Herzen nimmt. Wenn dieser Brückenschlag gelingt, dann haben wir alle etwas wirklich Wesentliches für unsere Kinder- und Jugendlichen und ihre Zukunft geleistet. n Prim. Univ.-Prof. Dr. Leonhard Thun-Hohenstein, Leiter der Univ.-Klinik f. Kinderund Jugendpsychiatrie, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde

Fotos: misu – Fotolia.com, Privat

Brücke zwischen den Spezialisten Die Kinderpsychiatrie kann entsprechend viel beitragen, damit diese Vernetzung zwischen Kinderheilkunde und Kinder- und Jugendpsychiatrie sich deutlich verändert, damit hier eine ertragfähige Brücke entsteht, sie kann Beiträge leisten im Rahmen der pädiatrischen Grundversorgung, sie kann Konzepte und Betreuungsinputs beisteuern zur Versorgung von psychisch auffälligen Kindern und Jugendlichen in pädiatrischen Ambulanzen und Krankenhäusern, sie kann mit Hilfe von Konsiliar- und Liaisondiensten (im Übrigen vice versa) einiges beitragen und – last, but not least – gibt es in vielen Kinderkrankenhäusern psychosomatische Stationen, an denen von Gesetzes wegen Kinder- und Jugendpsychiater arbeiten sollen und damit auch einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Kinder leisten können. Diese stellen – auch von deren Konzeption her – ideale Brückeneinrichtungen zwischen somatischer Pädiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie dar.

Die Descartes’sche Trennung von Seele und Körper ist nicht aufrechtzuerhalten

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kerung. Hier ist es dringend notwendig, die Ausbildung der betreffenden Ärzte zu verbessern und die Kooperation der Fächer deutlich voranzutreiben. Für die Kinderärzte heißt dies eine Abstimmung der Ausund Weiterbildung auf diese Grundlagen, die Integration psychischer Entwicklung und psychischer Erkrankungen in den Wissensstand der Kinderärzte, die Erweiterung der Fertigkeiten um den diagnostischen Blick für psychiatrische Erkrankungen und die Reduktion der häufigen Scheu, Kinder und Jugendliche zu entsprechenden psychiatrischen Spezialisten zu schicken. Möglicherweise ist auch ein, wie es im Gegenzug für die Kinderpsychiater selbstverständlich ist, Gegenjahr an der Kinder- und Jugendpsychiatrie zu fordern.

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OP I I Fachkurzinformation siehe Seite 6 ®

1 VOYAGER, Nicholls S. et al., Am J Cardiol 2010;105:69-76 2 Austria Codex Fachinformation 3 lt. EKO


medizin Neurologie

Entladungen im Gehirn N

Radioaktive Belastung: Erste Mutationen in Japan nachgewiesen

Atomkatastrophe

Mutanten gesichtet D

ie radioaktive Belastung infolge der Zerstörung des japanischen Atomkraftwerks Fukushima durch einen Tsunami im März 2011 zeigt erste Auswirkungen auf die Tierwelt. Wissenschaftler der Ryukyu-Universität in Okinawa haben noch im Larvenstadium befindliche Individuen der Schmetterlingsart Zizeeria maha aus dem Katastrophengebiet gesammelt und zogen die nächste Generation im Labor heran. Dabei fanden sie bei rund 59 Prozent der Tiere gravierende Fehlbildungen wie

missgebildete Beine, verkümmerte Flügel und verformte Antennen. Die Ergebnisse ließen keinen Zweifel daran, dass die radioaktive Strahlung das Erbgut der Insekten nachhaltig geschädigt habe, folgern die Forscher. Auch vor Fukushima im Meer gefangene Fische weisen Rekordwerte radioaktiven Cäsiums auf. Bei zwei Grünlingen wurden 25.800 Becquerel Cäsium pro Kilogramm gemessen. Das entspricht dem 258-fachen dessen, was in Japan offiziell als unbedenklich gilt. (Scientific Reports/apamed)

ach Hirnblutungen, schwerem Schlaganfall oder Kopfverletzungen überziehen elektrische Entladungswellen das Gehirn und verursachen das weitere Absterben von Nervenzellen. Eine internationale Studie unter Beteiligung des Universitätsklinikums Heidelberg hat nun gezeigt, dass das herkömmliche Narkosemittel Ketamin das Auftreten dieser Wellen drastisch vermindert. Damit gibt es einen ersten Behandlungsansatz für das bisher unkontrollierbare Phänomen. Im Gehirn kommt es am Rand abgestorbenen Gewebes zu sogenannten „Spreading Depolarisations“, die sich über die benachbarten Regionen ausbreiten. Die Gehirnaktivität in diesen Bereichen kommt kurz zum Erliegen, denn die Nervenzellen sind vorübergehend nicht mehr in der Lage, Signale weiterzugeben. Je häufiger solche Wellen auftreten, desto länger brauchen die Zellen, um sich wieder zu erholen. Schließlich sterben sie ab. Die Folgen sind schwerere neurologische Schäden, die über die ursprüngliche Läsion hinausreichen. Bisher standen die Mediziner diesen Vorgängen im Gehirn

hilflos gegenüber – die im Fachjournal „Brain“ veröffentlichte Studie beschreibt nun erstmals einen möglichen Behandlungsansatz. Im Gehirn von Patienten, die das Narkosemittel S-Ketamin erhalten hatten, traten nämlich 60 Prozent weniger Entladungswellen auf als bei Patienten, die zum Zeitpunkt der Messung nicht narkotisiert waren. Bei den übrigen fünf Wirkstoffgruppen

Hirnströme im Visier: Ein Narkosemittel könnte Entladungswellen eindämmen

zeigte sich kein solcher Effekt. Eine weitere Auswertung der Patientendaten soll nun zeigen, ob die Eindämmung der Entladungswellen tatsächlich mit besseren Heilungschancen einhergeht. Darüber hinaus ist eine weitere Studie in Planung, in der Ketamin gezielt zur Vorbeugung der Entladungswellen eingesetzt werden soll. (Universitätsklinikum Heidelberg)

Zucker als Medikament

Fotos: BilderBox.com (3), Laitche – Wikipedia.org, Universitätsklinikum Heidelberg

Z Impfungen: besser Krafttraining senkt Wie Magersüchtige gut ausgeschlafen Diabetes-Risiko die anderen sehen Impfungen wirken bei Ausgeschlafenen besser. In einer USStudie erwies sich die Schlafdauer als entscheidender Faktor für die Antikörperantwort. Wer weniger als sechs Stunden täglich schläft, hat demnach ein 11,5-fach erhöhtes Risiko, nach einer Hepatitis-B-Impfung keinen adäquaten Titer zu erreichen. (Impfbrief.de)

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ärztemagazin 18/2012

Krafttraining senkt das Diabetes-Typ-2-Risiko, auch ohne zusätzlichen Ausdauersport. Wie eine US-amerikanische Kohortenstudie belegt, bringt freilich eine Kombination aus Krafttraining und Ausdauersport (schnelles Gehen, Laufen, Radfahren, Schwimmen, Tennis, Gymnastik, Rudern) den größten Vorteil. (Arch Intern Med)

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Magersüchtige können die Körper anderer Menschen realistisch wahrnehmen, obwohl ihnen das bei sich selbst nicht gelingt. Der Grund dafür ist, dass das zentrale Nervensystem den eigenen Körperumfang nicht sofort abspeichert, wie Forscher der Universitätsklinik Lille (Frankreich) berichten.

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uckermoleküle können als vorgeformte Cluster von Wassermolekülen verstanden werden, wie Forscher der Universität Basel herausgefunden haben. Damit eröffnen sich neue Perspektiven, zuckerähnliche Strukturen als Medikamente einzusetzen. So könnten insbesondere Selectine – mit Zuckern wechselwirkende Proteine, die als therapeutische Zielmoleküle zunehmend Beachtung finden – blockiert werden. (Universität Basel)

(apamed)

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me d i z i n F i b ro mya lgie

Fibromyalgie – Ja, die gibt es! Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) ist ein Ernst zu nehmendes, belastendes und chronisches Krankheitsbild. Neue Klassifikationen erleichtern die Diagnose.

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ie Leidenswege vieler Patientinnen mit Fibromyalgiesyndrom (FMS) gleichen einander auf erschreckende Weise: Über viele Jahre leidet die typische Patientin – mehrheitlich handelt es sich eben um Frauen – an praktisch den ganzen Körper betreffenden, Tag und Nacht vorhandenen, nicht genau lokalisierbaren Schmerzen von wechselnder Intensität und wechselndem Charakter. Sie kann Berührung kaum ertragen und ist so müde, dass sie den Alltag nicht bewältigen kann. Sie hat schon mehrere Ärzte unterschiedlichster Fachdisziplinen kontaktiert, bildgebende Verfahren, Labor- und verschiedene apparative Untersuchungen hinter sich – zumeist alle mit unauffälligen Ergebnissen. Sie hat Medikamente, physikalische Therapien und komplemetärmedizinische Behandlungen versucht (manchmal mit kurzzeitiger Besserung) und oft gehört, dass sie „eigentlich ganz gesund und alles nur psychisch“ sei. „Ja, das Krankheitsbild gibt es“ Irgendwann einmal stolpert sie bei der Suche im Internet über den Begriff „Fibromyalgie“ und findet sich in vielen der geschilderten Beschwerden und beschriebenen Leidensgeschichten wieder. Doch dann ist die Odyssee der leidgeprüften Patientin noch lange nicht zu Ende. Denn wenn sie sich mit der Selbstdiagnose FMS an ihren Hausarzt wendet, fallen die Reaktionen unterschiedlich aus: „Das gibt es gar nicht!“, „Diese Diagnose wird nur gestellt, wenn man die wahre Ursache der Beschwerden nicht findet“, „Ja, kann sein, dass Sie das haben, aber dagegen kann man nichts tun“, lauten mögliche Auskünfte. Von Glück können nur jene reden, denen der Arzt sagt: „Ja, das Krankheitsbild gibt es, ich kenne es und es gibt Möglichkeiten, Ihnen zu helfen.“ Dabei wurden die FMS-Klassifikationskriterien des American College of Rheumatology (ACR) bereits 1990 von Wolfe et al. als Ergebnis einer großangelegten Untersuchung publiziert. Über 400 Menschen mit unterschiedlichen Ursachen von chronischen Schmerzen des Bewegungs- und Stützapparates (z.B. chronischer Kreuz12

schmerz, rheumatoide Arthritis, Polyarthrose, FMS) wurden damals verglichen, um herauszufinden, was FMS-Patienten gemeinsam haben und was sie von den anderen untersuchten Schmerzpatienten unterscheidet. Ziel dieser Publikation war es eigentlich, Kriterien zu formulieren, die Patienten erfüllen müssen, um in eine wissenschaftliche Studie über Fibromyalgie eingeschlossen zu werden. Dennoch wurden und werden diese Kriterien im klinischen Alltag als Werkzeug zur Diagnose des FMS herangezogen, wodurch besonders die sogenannten Tenderpoints zu einer gewissen Berühmtheit gelangt sind. Alte Klassifikation Die Klassifikationskriterien aus dem Jahr 1990 lauten: 1) Anamnese von multilokulären muskuloskelettalen Schmerzen (weitverbreiteter Schmerz in mehreren Körperabschnitten) über mindestens drei Monate. Als Körperabschnitte gelten: rechte und linke Körperhälfte, Region oberhalb und unterhalb des Zwerchfells und Beteiligung des Achsenskeletts (HWS, BWS, LWS oder vorderer Brustkorb). 2) Schmerz an mindestens elf von 18 Tenderpoints: Ansätze der subokzipitalen Muskeln, Querfortsätze der Halswirbelkörper C5 bis C7, M. trapezius (Mittelpunkt auf der Achsel), M. supraspinatus oberhalb der Spina scapulae, KnochenKnorpel-Grenze der 2. Rippe, Epicondylus radialis (2 cm distal), Regio glutea (oberer äußerer Quadrant), Trochanter major, Pes anserinus).

Auch um diesen Schwierigkeiten zu entgehen und mit der Erfahrung, dass durch die Kriterien von 1990 bei zirka einem Viertel der Schmerzpatienten mit FMS die Erkrankung nicht als solche diagnostiziert werden kann, haben Wolfe et al. 2010 im Auftrag des ACR neue Klassifikationskriterien publiziert, die von den Tenderpoints abrücken und mehr die Großflächigkeit der Schmerzen und Allgemeinsymptome beachten.

Probleme im klinischen Alltag Im klinischen Alltag ergaben sich durch das Festhalten an den genannten Kriterien zwei Probleme: 1) Wie schmerzhaft muss der Druck auf die Tenderpoints empfunden werden, um als fibromyalgietypisch zu gelten? 2) Haben Menschen mit „nur“ zehn schmerzhaften Tenderpoints keine Fibromyalgie und solche mit 18 eine besonders schwere?

Aktuelle Klassifikation Die neue Klassifikation umfasst folgende drei Punkte: 1) Flächenhafte Schmerzen mit einem regionalen Schmerzindex von 7 oder höher (insgesamt werden 19 Regionen beschrieben – Schultergürtel li/re, Oberarm li/re, Unterarm li/re, Oberschenkel li/re, Unterschenkel li/re, Hüfte li/re, oberer Rücken, unterer Rücken, Wange li/re, Nacken, Bauch, Brust – und abgefragt, wie viele daärztemagazin 18/2012


Diagnose ist leichter geworden Durch die Orientierung an diesen Klassifikationskriterien ist es nun leichter geworden, ein primäres FMS (als einzige schmerzhafte Erkrankung des Bewegungs- und Stützapparates eines Menschen) zu diagnostizieren. Bei bestehenden rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Polyarthrose muss aber ein sogenanntes Sekundäres FMS – wie es nicht selten bei langjähriger Erkrankung zu beobachten ist – von Begleitsymptomen wie der Fatigue bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen oder Komorbiditäten wie dem Mild Cognitive Impairment bei älteren Menschen abgegrenzt werden. Persönlich besonders gut gefällt mir Punkt drei, der Ausschluss anderer schmerzverursachender Erkrankungen, da ich (entgegen anderer Empfehlungen) eine einmalige ausführliche differenzialdiagnostische Untersuchung und gegebenenfalls auch interdisziplinäre Abklärung bei Diagnosestellung eines FMS als vertrauensbildende Maßnahme zwischen Patient und Arzt und zur diagnostischen Sicherheit für mich als sehr wichtig erachte.

Das angebotene therapeutische Spektrum ist breit, die wissenschaftliche Evidenz der Wirksamkeit bedeutend schmäler und der erzielte Erfolg oft nur statistisch messbar, für die Betroffenen aber kaum alltagsrelevant. Therapie: wenig Evidenz Am Beginn einer Behandlung sollte eine ausführliche Aufklärung des Patienten über die derzeit bekannten bzw. vermuteten Ursachen des Krankheitsbildes (eine Störung der Schmerzverarbeitung und Schmerzwahrnehmung) sowie die Vielfalt möglicher Symptome der Erkrankung (Schmerzen, Müdigkeit, vegetative und organbezogene Symptome wie Reizdarm, Reizblase, kognitive Störungen, Schlafstörungen) stehen. Damit soll vermieden werden, dass Betroffene aufgrund der äußerst unterschiedlichen Symptome immer wieder Fachärzte konsultieren und großteils unnötige Untersuchungen immer wieder durchge führt werden. Auch das Miteinbeziehen von Angehörigen (vor allem der Partner) in das Aufklärungsgespräch ist für Fibromyalgiekranke oft wichtig

von schmerzhaft sind) und gleichzeitig eine Symptomstärke von mindestens 5. Bei der Symptomstärke wird abgefragt: Intensität und Häufigkeit von Erschöpfung (keine = 0 Punkte, leichte, wechselnd = 1 Punkt, mäßige, häufige = 2 Punkte, schwere, beeinträchtigende = 3 Punkte), nicht erholsamer Schlaf, kognitive Beeinträchtigung und körperliche Beschwerden (darunter fallen alle vegetativen und organbezogenen, funktionellen Symptome, die oft von FMS-Patienten beschrieben werden). Die maximal mögliche Punktezahl bei der Symptomstärke beträgt 12. Alternativ können die Schmerzen auch weniger ausgebreitet sein (Indexwert mindestens 5), dafür jedoch heftigere Symptome vorliegen (Symptomstärke mindestens 9) 2) Die Symptome müssen in ähnlicher Stärke mindestens drei Monate bestehen. 3) Die Beschwerden werden nicht durch eine andere Erkrankung hervorgerufen. ärztemagazin 18/2012

Erkennen des Frühstadiums Bei der Orientierung an den neuen Klassifikationskriterien (zur Erinnerung: Diese wurden ursprünglich formuliert, um Patienten zur Teilnahme an klinischen Studien zu klassifizieren und nicht um sie im klinischen Alltag zu diagnostizieren) zur Diagnosestellung eines FMS in der täglichen Praxis sollte man auch immer bedenken, dass damit zwar das Vollbild der Erkrankung, nicht aber ein beginnendes oder sich entwickelndes FMS erfasst wird. Dabei handelt es sich um einen Prozess, der oft über Monate und Jahre geht. Für das Erkennen eines frühen Krankheitsstadiums bedarf es klinischer Erfahrung mit Schmerzpatienten, eines offenen Ohrs und besonderer Aufmerksamkeit für Chronifizierungsprozesse. Dies erscheint umso wichtiger, da vielleicht eine frühzeitige therapeutische Intervention den Prozess der Entwicklung eines FMS verlangsamen, stoppen oder gar umkehren kann. Nicht unberücksichtigt bei der Diagnosestellung darf bleiben, dass chronische Schmerzsyndrome mit psychischen Belastungen (biografische Belastungsfaktoren) und psychiatrischen Erkrankungen (Depression, Angsterkrankung) in Zusammenhang stehen können und dass deshalb großzügig entsprechende fachärztliche Beurteilungen empfohlen und durchgeführt werden sollten.

und hilfreich, da gerade innerhalb der Familie zusätzliche Belastungen durch sachliche Information vermieden werden können. Medikamentös beschränken sich evidenzbasierte Empfehlungen vor allem auf den vorübergehenden Einsatz von Amitryptillin (10–50mg) oder einen kombinierten Serotonin- und Noradrenalinwiederaufnahmehemmer bei psychiatrisch relevanten Begleitsymptomen wie Angst oder Depression. Der Schwerpunkt der Empfehlungen liegt auf regelmäßig und langfristig durchgeführtem Ausdauertraining (z.B. Walken) und meditativen Bewegungstherapien (z.B. Qigong), kombiniert mit Entspannungsverfahren und kognitiver Verhaltenstherapie (multimodaler Therapieansatz). Das FMS ist ein ernstzunehmendes, belastendes und chronisches Krankheitsbild, das nicht leichtfertig, sondern nach aufmerksamer Abklärung diagnostiziert und langfristig, begleitend, motivierend und mit ausreichend Geduld angepasst an die Ausprägung der Krankheit und die Belastbarkeit der Betroffenen behandelt werden muss. n OA Dr. Wolfgang Halder, Abteilung für Innere Medizin und Akutgeriatrie, Landeskrankenhaus Hochzirl 13

Fotos: Serg Zastavkin – Fotolia.com, Privat

Das therapeutische Spektrum ist breit, die Evidenz der Wirksamkeit bedeutend schmäler


me d i z i n Fa l l d e r Woche

Frau Beate U., eine Ihnen wohlbekannte Mittfünfzigerin, kommt sichtlich besorgt zu Ihnen. „Seit einigen Tagen ist mein linker Arm so schwach und schmerzt ziemlich. Ich hatte gehofft, das gibt sich wieder, aber nachdem es immer schlimmer wird, wollte ich es nun doch anschauen lassen.“ Der linke Unterarm zeigt sämtliche Entzündungszeichen, er ist stark geschwollen, rötlich verfärbt und überwärmt. Fieber und andere Krankheitszeichen werden verneint, RR 124/75mmHg, Puls 60/min. Während des Gesprächs erfahren Sie, dass Frau U. vor einigen Wochen beim Joggen auf die linke Hand gestürzt ist. Da sie kaum Schmerzen hatte und eigentlich immer fit und gesund war, hat sie sich nichts weiter gedacht und deswegen auch keinen Arzt aufgesucht. Im Blutbild können keine Entzündungszeichen nachgewiesen werden. Sie wissen, dass sie keinerlei Medikamente „Morbus Sudeck kann eine Folge nimmt. Woran leidet Ihre Patientin von Bagatellverletzungen sein“ am wahrscheinlichsten und wie Dr. Hans G. Lauchart können Sie ihr helfen?

FA f. Neurologie, Arzt f. Allgemeinmedizin, Klagenfurt

Es stellt sich spontan der Verdacht auf einen Morbus Sudeck, genannt auch sympathische Reflexdystrophie oder komplexes regionales Schmerzsyndrom. Eine Folge mitunter auch von Bagatellverletzungen oder geringen Läsionen am Knochen- und Bindegewebsapparat des Menschen. Als Komplikation nach Brüchen bekannt, im Entstehungsmechanismus kryptisch. Meist Wochen nach einem Trauma oder einer Bagatellverletzung langsam auftretend und chronisch, im schlechtesten Fall therapieresistent verlaufend. 14

Die Ätiologie und Pathogenese ist weitgehend unklar, eine Häufigkeit wird bei Frauen postmenopausal beschrieben. Die Therapie richtet sich unscharf im Sinne von lokalen oder systemischen antiphlogistischen Maßnahmen sowie „durchblutungsfördernden“ Medikamenten. Meist entwickelt sich ein chronifizierender Prozess, der einiges an medikamentösen Versuchen vertragen kann, z.B. kommen auch Antikonvulsiva sowie Morphine zum Einsatz. Begleitende Physio- und Ergotherapie sollten ebenso nicht zu kurz kommen. In weiterer Folge bei Therapieresistenz sind auch Sympathikusblockaden oder lokale anästhetische Methoden angezeigt. Letztendlich kann auch ein Therapieversuch mittels Biofeedback angeboten werden. Der subjektive Leidensdruck kann enorm werden, eine vertrauensvolle und kontinuierliche verständnisvolle Arzt-Patienten-Beziehung ist gerade in solchen Fällen unerlässlich. Diagnostisch führt die Klinik, das Entzündungslabor bleibt meist unergiebig. ärztemagazin 18/2012

Fotos: Privat, Illustration: Kim Novak

Entzündung ohne E


ntzündungsmarker? „In diesem Fall würde ich die Blut- und Entzündungswerte erneut abnehmen“ Dr. Christof Pabinger FA f. Orthopädie u. orthopädische Chirurgie, Kaderarzt ÖSV u. ÖFB, Orthopädisch Physiotherapeutisches Zentrum, Graz

Vor Beginn einer Untersuchung steht eine ausführliche Anamnese: Besteht eine Osteoporose (Hinweis auf erhöhte Knochenbrüchigkeit)? Rauchen (begünstigt Thrombose)? Entzündliche oder systemische Erkrankungen wie Krebsleiden, Gefäßerkrankungen oder Gerinnungsstörungen? Der Unfallhergang wird evaluiert: War das Trauma adäquat? Das heißt, ist es zu einer entsprechenden Verletzung gekommen, oder lag eine dem Trauma inadäquate (größer als anzunehmende) Verletzung vor, wie dies nur bei vorgeschädigten Strukturen der Fall ist? Die klinische Untersuchung grenzt das vorhandene Problem auf die betroffenen Gelenke ein, dabei muss zwischen den Handwurzelknochen, dem Handgelenk, dem Ellbogengelenk und dem Schultergelenk sowie der Halswirbelsäule unterschieden werden, da die Schmerzen auch fortgeleitet werden können. Das heißt, der Ort der Schmerzempfindung ist nicht gleich dem Ort der Schmerzentstehung. Auch bei Bandscheibenschäden kann es zu einer Schwellung des entsprechenden Versorgungsgebietes kommen. Aufgrund der klinischen Untersuchung wird sich meistens eine Verdachtsdiagnose etablieren lassen, eine weitere Abklärung ist trotzdem unumgänglich. Röntgen ist die Diagnostik der ersten Wahl. Eine Ultraschalluntersuchung ist ergänzend durchzuführen. Bei Verdacht auf eine Knorpelverletzung, ein Knochenmarködem und zum Ausschluss seltener Ursachen (pathologische Fraktur, Tumor etc.) ist manchmal ein MRI notwendig. Bei Verdacht auf Herabsetzung des Knochenmineralsalzgehaltes – z.B. Osteoporose

oder andere Knochenstoffwechselstörungen – kann eine Knochendichtemessung hilfreich sein, manchmal eine Szintigrafie erfolgen. Ein Labor kann über Entzündungswerte, Knochenstoffwechsel-Parameter, Blutgerinnungswerte und eine Reihe weiterer Erkrankungen Auskunft geben. Im beschriebenen Fall würde ich die Blutgerinnung, Leber und Niere, den Vitamin-DWert sowie Blutbild und Entzündungswerte erneut abnehmen. Eine Entzündung, die nicht durch Entzündungswerte im Blut nachgewiesen werden kann, erscheint in erster Linie etwas paradox, da bei genauerer Untersuchung so gut wie immer eine entsprechende Laborveränderung gefunden werden kann. Ursachen für nicht systemische Entzündungen (die also im Blut eher schwer zu erkennen sind) sind lokale Entzündungen, wie sie zum Beispiel durch Trauma (Unfall) entstehen. Im vorliegenden Fall gibt es für mich folgende Diagnosen: erstens adäquates Trauma, unverschobene eingestauchte Radiusfraktur (Bruch der Speiche), zweitens inadäquates Trauma: Radiusfraktur aufgrund von Osteoporose oder anderer Knochenschädigung und drittens thromboembolisches Geschehen (Venenthrombose).

„Bei unauffälligem Röntgen wird doch wieder die Thrombose relevant“ Priv.-Doz. Dr. Ronald Dorotka FA f. Orthopädie u. Orthopädische Chirurgie (Sportorthopädie, Rheumatologie), Wien

Die deutlichen Entzündungszeichen am linken Unterarm mit starker Schwellung lassen klinisch vorerst an ein Erysipel, eine Phlegmone oder – unter Beachtung der Traumaanamnese – an ein infiziertes, posttraumatisches Hämatom denken. Die fehlenden Entzündungswerte im Labor sprechen allerdings dagegen. Trotzdem wird die Patientin auch noch nach etwaigen Biss- oder Insektenstichverletzungen und auch Auslandsaufenthalten befragt. Auch geht einem eine posttraumatische Thrombose durch den Kopf. Ebenso wird eine kurze rheumatologische Anamnese erhoben mit Frage nach Schwellungen von Gelenken, Augenentzündungen, Durchfällen und Harnwegsinfekten. Darüber hinaus wird die Patientin nach stärkeren körperlichen Belastungen vor Auftritt der Beschwerden  befragt.

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Als Differenzialdiagnose, wie in diesem Fall, eignen sich wenige Entitäten, zu denken ist an: Thrombose, Kompartmentsyndrom, Durchblutungs- oder Abflussstörungen, lokale Entzündungen, Erysipel etc. Noch weniger aufgrund der Traumaanamnese wahrscheinlich ist ein rheumatisches Geschehen.

ärztemagazin 18/2012 Fachkurzinformation siehe Seite 6


Es folgt die klinische Untersuchung der Patientin: Ich erwarte mir eine unauffällige HWS, eine freie Schulterbeweglichkeit, die Ellbogen- und Handgelenksbeweglichkeit sind stark eingeschränkt und auch schmerzhaft. Die Sensibilität der Finger ist aufgrund der Schwellung herabgesetzt, der Radialispuls ist schwer, aber doch tastbar. Druckdolenz besteht über dem gesamten Unterarm. Spezifische Funktionstests an Ellbogen oder Handgelenk sind wegen der Schmerzhaftigkeit nicht angebracht. Differenzialdiagnostisch kommt neben den oben erwähnten Ursachen aus orthopädischer Sicht Folgendes in Frage: Kahnbeinfraktur, Radiusköpfchenfraktur (wegen der schleichenden Symptome), Fraktur im gesamten angegebenen Bereich, Stressreaktion an Radius oder Ulna. Die Patientin wird deshalb sofort einer nativradiologischen Untersuchung zugeführt (Ellbogen, Unterarm, Handgelenk a.p./seitlich, je nach lokaler Druckdolenz auch eine Kahnbeinserie im Seitenvergleich). Sollte nun doch eine Fraktur vorliegen, erhält die Patientin eine abschwellende Therapie mit Eispackungen und Kompressionsverband und wird je nach Frakturlokalisation und -typ funktionell oder mit Ruhigstellung behandelt oder einer

operativen Versorgung zugeführt. Sollte im Röntgen keine Auffälligkeit bestehen, wird die Patientin mit Analgetika und Kompressionsverband versorgt sowie ruhiggestellt. Bei unauffälligem Röntgen, der entsprechenden Klinik mit fehlenden Entzündungswerten wird differenzialdiagnostisch doch wieder die Thrombose relevant. Die Patientin wird noch am selben Tag zum Internisten bzw. an eine interne Ambulanz überwiesen. Da von orthopädischer Seite noch eine Stressreaktion der entsprechenden Knochen bzw. ein Tumor in Frage kommen, erhält die Patientin eine Überweisung zum MRT. Sollte auch diese negativ bleiben, muss bei anhaltenden Beschwerden eine Szintigrafie zum Ausschluss einer Stressreaktion durchgeführt werden. Ist eine MRT-Untersuchung nicht in adäquater Zeit möglich, wird die Patientin parallel zu einer raschen sonografischen Untersuchung der Extremität überwiesen. Sie wird über eine eventuelle Thrombose aufgeklärt, auch über die Notwendigkeit einer raschen Abklärung dieser Schwellungsursache. Sollte die internistische (evtl. in weiterer Folge dermatologische) Begutachtung kein entsprechendes Ergebnis ergeben, wird die Patientin weiter engmaschig orthopädisch kontrolliert und die fehlenden Befunde abgewartet. n

REHABILITATIONSZENTRUM HALLEIN LEBEN IN BALANCE

Sonderkrankenanstalt für

Stoffwechsel

Ein Haus der Dr. Dr. Wagner Reha-Kliniken Seit Juli 2012 hat das Rehabilitationszentrum Hallein einen neuen ärztlichen Leiter: Dr. Goran Tomašec Dr. Tomašec wurde 1964 in Wien geboren, wo er auch 1995 an der Universität promovierte. Während des Studiums entdeckte er sein besonderes Interesse für das Fach Innere Medizin. 2002 schloss er seine Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin mit vertiefter Ausbildung im Bereich der Nephrologie (Dialyse, Betreuung von nierentransplantierten Patientinnen und Patienten), HämatoOnkologie und Endokrinologie ab. 2006 schloss er die Zusatzfachausbildung Endokrinologie und Stoffwechsel ab. Im Laufe seiner bisherigen ärztlichen Laufbahn leitete er mehrfach Diabetes- und Stoffwechselambulanzen. Daneben arbeitet Dr. Tomašec immer wieder an wissenschaftlichen Studien mit und ist Mitglied im Insulinpumpenausschuss der österreichischen Diabetesgesellschaft. „Ich freue mich auf die interessante Zusammenarbeit mit dem professionellen Expertinnen- und Expertenteam in Hallein. Die Mitarbeit der Patientinnen und Patienten ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Therapie. In einer guten Team-Atmosphäre lassen sie sich dazu leichter animieren“, sagt der erfahrene Arzt lächelnd. 5400 Hallein, Bürgermeisterstraße 38 Tel.: +43 (0)6245/70 700, info@reha-hallein.at

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me d i z i n Fa l l d e r Woche


Produkte & Aktionen me d i zi n

Ibandronsäure Sandoz ®

Seit 1. Juli 2012 in der Grünen Box

OPO/SAN/2012/8/5

FKI siehe Seite 6

B

isphosphonate sind seit Jahren Mittel der Wahl bei postmenopausaler Osteoporose. Doch die komplizierten Einnahmevorschriften müssen genau eingehalten werden, um das Medikament in ausreichender Dosierung tatsächlich in den Knochen gelangen zu lassen bzw. um den häufig auftretenden Reizungen des Magen-Darm-Traktes bis hin zu oropharyngealen Ulcera vorzubeugen. Viele Patientinnen brechen ihre orale Osteoporose-Therapie binnen kurzer Zeit ab. Die Folge ist ein Fortschreiten der Erkrankung mit fortgesetztem Verlust an Knochendichte oder Wirbel- und Knochenbrüchen. Durch die Markteinführung von parenteralen Bisphosphonaten konnte diesen Patientinnen eine zusätzliche Möglichkeit angeboten werden, sich vor dem Voranschreiten eines erhöhten Bruchrisikos weiterhin zu schützen. Ibandronsäure Sandoz® 3mg/3ml Injektionslösung mit nachgewiesener Wirksamkeit gegen Osteoporose ist die erste i.v. Spritze gegen Osteoporose, die seit 1. Juli 2012 aus der Grünen Box verschrieben werden kann. Neben dem Grüne-Box-Status weist Ibandronsäure Sandoz® noch einen weiteren wichtigen Vorteil auf: Die Drei-Monats-Spritze von Sandoz ist nun auch first-line, also ohne vorangegangene orale Bisphosphonat-Therapie gegen die Knochenbruchkrankheit verschreibbar und wird von den Kassen erstattet. Mit Ibandronsäure Sandoz® besteht nun die Möglichkeit, die erste i.v. Dreimonatsspritze aus der Grünen Box zu verschreiben, dabei auf eine ökonomische Verschreibweise zu achten, sowie die Compliance unter Kontrolle zu haben. Nähere Informationen bei: Sandoz GmbH – Commercial Operations, Stella-Klein-Löw-Weg 17, 1020 Wien; Tel.: 01/866 59-0, E-Mail: sandoz-wien.kommunikation@sandoz.com

Crestor ® (Rosuvastatin)

A

ußer einer Lebensstilmodifikation benötigen Patienten mit einem sehr hohen kardiovaskulären Risiko – wie Patienten mit KHK, Diabetes, pAVK und/oder ischämischem Schlaganfall – eine sofortige aktive Behandlung aller Risikofaktoren. Konkret bedeutet dies bei Dyslipidämie laut ESC/EASD-Richtlinie ein LDL-C-Ziel von <70mg/dl oder eine LDL-C-Reduktion von ≥50 Prozent.1) In der Voyager-Metaanalyse2) wurde bei 25.075 Patienten mit Diabetes, atherosklerotischen Erkrankungen und atherogenem Lipidprofil untersucht, bei wie viel Prozent der Patienten dies mit Rosuvastatin (Crestor®), Atorvastatin und Simvastatin gelingt. Beim Vergleich der jeweiligen Rosuvastatin-Dosis mit der gleichen oder höheren Dosis von Atorvastatin und Simvastatin konnten mit Rosuvastatin 10mg signifikant mehr Patienten das LDL-C-Ziel als mit Atorvastatin 10–20mg und Simvastatin 10–20mg erreichen. Mit Rosuvastatin 20mg gelang dies bei signifikant mehr Patienten als mit Atorvastatin 20–40mg und Simvastatin 20–80mg sowie mit Rosuvastatin 40mg bei signifikant mehr Patienten als mit Atorvastatin 40–80mg und Simvastatin 40–80mg (p<0,001)3). Rosuvastatin ermöglicht nicht nur eine signifikant bessere Zielwerterreichung als Atorvastatin und Simvastatin, sondern zeichnet sich, bedingt durch seine Hydrophilie4) und dem damit verbundenen klinisch nicht relevanten CYP3A4-Metabolismus5), durch Neben- und Wechselwirkungsarmut aus. 1) European Heart Journal 2011;32:1769–1818. 2) Karlson BW et al. ISA2012: Abstract 181. 3) Brewer HB. Am J Cardiol 2003;92(Suppl):23K–29K. 4 )White CM. J Clin Pharmacol 2002;42:963–970. 5) Fachinformation Crestor®

02/07.2012

Valsax re f Ih l AuWahmt m ! ko s an e

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FKI siehe Seite 6

Co-Valsax

ie beste Arzneimitteltherapie bleibt wirkungslos, wenn der Patient die verschriebenen Medikamente nicht bestimmungsgemäß einnimmt. Eine der Hauptursachen für schlechte Compliance ist eine wechselnde Verschreibung oder Abgabe von wirkstoffgleichen Präparaten, wie eine Studie1) belegt. Darin stuften mehr als 80 Prozent der befragten Ärzte das ständig wechselnde Aussehen des Präparats als „Compliance-Killer“ ein. Dies erweist sich besonders bei der Therapie von chronischen Erkrankungen, wie z.B. der Hypertonie, als problematisch. Nach Meinung von 85 Prozent der befragten Ärzte haben die Vermeidung von mehrmaligem Präparatwechsel und die

ärztemagazin 18/2012

Valsax ® /Co-Valsax ®

Entscheidend ist die Compliance Auswahl des Medikaments durch den Arzt (67 Prozent) den größten positiven Einfluss auf die Compliance²). Für die Therapietreue spielt auch die Verträglichkeit – besonders das Auftreten und das Ausmaß von Nebenwirkungen – der eingesetzten Antihypertensiva eine große Rolle. Für Angiotensin-Rezeptorblocker (ARB) wurde sowohl eine gute klinische Wirksamkeit als auch eine gute Verträglichkeit nachgewiesen3). Studien berichten von einer geringen Nebenwirkungsrate unter ARB-Therapie, was sich auch in einer Verbesserung der Lebensqualität zeigt4). Die Wahl des Markengenerikums Valsax®/Co-Valsax® schützt Herz-KreislaufPatienten weitestgehend vor häufigem Präparatwechsel und stärkt ihre Therapietreue. 1) Ärztebefragung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) und der Deutschen Ge-

sellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP), in: Medical Tribune Nr. 42, 2009 2) Ärztebefragung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) und der Deutschen Gesellschaft für Versicherte und Patienten (DGVP), in: Medical Tribune Nr. 43, 2009 3) zitiert in: Bas Halid. Antihypertensiva, Argumente, warum die neueren Substanzen besser sind. Ars Medici Dossier V, 2007 4) zitiert in: Tolerability and Quality of Life in ARB-treated Patients, The American Journal of Managed Care, November 2005;392–394

Nähere Informationen bei: Dr. Hugo Leodolter G.L. Pharma GmbH Arnethg. 3, 1160 Wien Tel.: 01/485 35 05-170 Fax: 01/485 35 05-393 E-Mail: hugo.leodolter@gl-pharma.at

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Entgeltliche Einschaltung von AstraZeneca Österreich GmbH

ID 3635, erstellt 08/12

FKI siehe Seite 6

Im Dyslipidämie-Management bestimmt das Risiko das Ziel


me d i z i n D F P The ra pie de r pulm ona le n H yp er to n ie

Lebensverlängernder Druckausgleich Ein besonderes Übel der pulmonalen Hypertonie ist die späte Diagnose. Dabei können moderne Arzneien die Weiterentwicklung der Krankheit zumindest verzögern.

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ie pulmonale Hypertonie wird heute in fünf Gruppen eingeteilt, die sich therapeutisch und prognostisch unterscheiden. Daten für die spezifische medikamentöse Therapie mit Substanzen wie

Endothelinrezeptorantagonisten, PDE5Hemmern und Prostanoiden liegen vor allem für Patienten mit PAH (Gruppe 1 der aktuellen Klassifikation) vor. Obwohl das Bewusstsein für die pulmonale Hypertonie (PH) in den letzten Jahren – nicht zuletzt durch gezielte Awareness-Kampagnen – zweifellos stark gestiegen ist, bleibt bei dieser seltenen Erkrankung die zu späte Diagnosestellung immer noch das größte Problem. Inzwischen ist zweifelsfrei nachgewiesen, dass eine frühe Diagnose durch Screening von Risikogruppen, wie z.B. Patienten mit systemischer Sklerose, die Überlebensraten steigert. Eine Reihe neuer Medikamente für die Behandlung der fortgeschrittenen PH ermöglicht es heute, Patienten über längere Zeiträume in früheren Erkrankungsstadien zu halten.

1. Definition & Klassifikation

Foto: Andrei Merkulov – Fotolia.com

Wenn man von PH spricht, so handelt es sich um den Überbegriff eines Krankheitsbildes, das durch die Erhöhung des pulmonalarteriellen Drucks gekennzeichnet ist. Heute wird eine PH definiert durch einen pulmonalarteriellen Mitteldruck (mPAP) ≥25mmHg in Ruhe. Der mPAP unter Belastung sowie der systolische pulmonalarterielle Druck werden heute nicht mehr zur

Definition der PH verwendet. Als normal gilt ein mPAP in Ruhe zwischen 8 und 20mmHg. Daraus ergibt sich ein Grenzbereich zwischen 21 und 24mmHg, dessen Zuordnung zu normal vs. PH nicht einfach ist und kontroversiell diskutiert wird („Borderline-PH“). Tabelle 1 zeigt die aktuelle Klassifikation der PH, die in fünf Gruppen eingeteilt wird. Gruppe 1 wird als „pulmonalarterielle Hypertonie“ (PAH) bezeichnet und umfasst sowohl die idiopathische PAH (iPAH) als auch eine Reihe anderer, zum Teil mit Grundkrankheiten assoziierter PAH-Formen, wie die PAH bei systemischer Sklerose, portaler Hypertonie, HIV-Infektion und andere. All diesen Formen ist gemeinsam, dass es sich um eine präkapilläre Form der PH mit einem pulmonalkapillären Verschlussdruck (PCWP) von ≤15mmHg handelt. Im Gegensatz dazu sind die PH-Formen der Gruppe 2 durch Linksherzerkrankungen bedingt, weisen einen PCWP >15mmHg auf und werden daher als postkapilläre PH bezeichnet. Gruppe 3 umfasst PH durch Lungenerkrankungen, Gruppe 4 aufgrund von chronisch-thromboembolischen Prozessen. Gruppe 5 wird als PH mit unklaren, multifaktoriellen Mechanismen (z.B. bei verschiedenen Systemerkrankungen wie Sarkoidose) definiert.

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ärztemagazin 18/2012


Verwendete Abkürzungen 6MWD

6-Minuten-Gehstrecke

COPD

Chronisch-obstruktive Lungenerkrankung

ERA

Endothelin-Rezeptorantagonist

iPAH

Idiopathische PAH

mPAP

Pulmonalarterieller Mitteldruck

PAH

Pulmonalarterielle Hypertonie1)

PCWP

Pulmonalkapillärer Verschlussdruck

PDE5

Phosphodiesterase 5

PH

Pulmonale Hypertonie2)

1) Gruppe 1 der aktuellen Klassifikation – siehe Tab. 1 2) Überbegriff der aktuellen Klassifikation – siehe Tab. 1

2. Ursächliche Therapie In der Behandlung der PH sind drei Ansätze zu unterscheiden: die Therapie der jeweiligen Grundkrankheit, allgemeine Maßnahmen für alle PH-Formen und die spezifische Therapie der PH/PAH, die in Punkt 4 behandelt wird. Die Therapie der Grundkrankheit variiert natürlich stark und kann daher hier nicht eingehend behandelt werden. Für viele Formen der PAH (Gruppe 1) gibt es auf dieser Ebene keine effektive Therapie bzw., wie bei iPAH, gar keine fassbare Grundkrankheit, sodass häufig spezifische PAH-Therapien erforderlich werden. Die in Gruppe 2 enthaltenen Linksherzerkrankungen können häufig wirksam behandelt werden; dennoch können auch hier in manchen Fällen (aber bei schlechterer Datenlage) spezifische PH-Therapien erforderlich werden. Letztere Aussage gilt mit gewissen Einschränkungen auch für die PH-Gruppen 3 bis 5. Für Patienten mit PH aufgrund von Lungenerkrankungen (Gruppe 3) ist die Verabreichung einer Langzeit-Sauerstofftherapie bei manchen Patienten (insbesondere mit COPD) die einzige Modalität mit nachgewiesener Lebensverlängerung. Für Patienten mit PH ärztemagazin 18/2012

der Gruppe 4, aufgrund chronischer thromboembolischer Prozesse, ist die medikamentöse Therapie der ersten Wahl die Antikoagulation, eine kausale Behandlung ist die Thrombendarteriektomie, sofern eine entsprechende Indikation besteht. Bei Patienten mit PH der Gruppe 5 steht die Behandlung der jeweiligen Grundkrankheit klar im Vordergrund.

3. Unspezifische Therapie Hier sind im Wesentlichen Diuretika, Sauerstoff, Antikoagulation, Digitalis sowie Bewegung zu nennen. Diuretika reduzieren Stauungsödeme, sollten aber vorsichtig eingesetzt werden, um eine Reduktion des kardialen Outputs (aufgrund einer Verminderung der rechtsund/oder linksventrikulären Vorlast) sowie Hypokaliämie und metabolische Alkalose zu vermeiden. Sauerstoff ist für PH-Patienten der Gruppe 3 von zentraler Bedeutung. Man geht davon aus, dass eine Sauerstofftherapie auch für andere PH-Patienten mit Hypoxämie in Ruhe, nach Belastung oder in der Nacht hilfreich ist, obwohl Langzeitdaten dazu fehlen. Patienten mit kongenitaler Herzerkrankung mit Rechts-links-Shunt (Eisenmenger-Syndrom) profitieren hingegen nicht. Orale Antikoagulation wird empfohlen für Patienten mit PAH (iPAH, hereditäre PAH, medikamenteninduzierte PAH) sowie PH der Kategorie 4. Die meisten Daten dazu stammen allerdings von iPAH-Pati-

enten. Dabei sollte eine INR von 2,0 angestrebt werden. Digoxin kann bei PH aufgrund von COPD mit biventrikulärer Herzinsuffizienz die rechtsventrikuläre Auswurffraktion steigern. Allerdings scheint diese Patientengruppe besonders empfindlich für Digitalistoxizität zu sein und muss daher engmaschig monitiert werden. Weiters lassen sich mit Digoxin supraventrikuläre Tachykardien aufgrund von rechtsventrikulärer Dysfunktion behandeln. Körperliches Training verbessert zwar nicht die hämodynamischen Parameter, sehr wohl aber die Leistungsfähigkeit, die maximale Sauerstoffaufnahme und die WHO-Funktionsklasse (siehe Tab. 2). Die Verbesserungen der 6-Minuten-Gehstrecke (6MWD), die durch Training erreichbar sind, übersteigen jene mit spezifischer PAH-Therapie.

4. Spezifische Therapie 4.1 Allgemeines Im Gegensatz zur Therapie von Grundkrankheiten richtet sich die spezifische Therapie gegen die PH/PAH selbst, wobei zwei Mechanismen prinzipiell möglich sind: Vasodilatation und Rückbildung des pulmonalarteriellen Remodelings. Anzumerken ist, dass die meisten Daten für spezifische Therapie aus Kohorten mit iPAH oder PAH bei systemischer Sklerose stammen und die Extrapolation dieser Ergebnisse auf Patienten mit anderen Formen  19


me d i z i n D F P The ra pie de r pulm ona le n H yp er to n ie

4.2 Kalziumantagonisten Kalziumantagonisten sind nur für Patienten indiziert, die einen positiven Vasoreagibilitätstest aufweisen. Zudem ist die Evidenz für ihren Einsatz deshalb schwach, weil es keine placebokontrollierten, prospektiven Studien dazu gibt, sondern lediglich Beobachtungsstudien. Eine observationelle Studie mit 557 iPAH-Patienten zeigte nur bei 13 Prozent einen positiven Reagibilitätstest1). 54 Prozent der vasoreaktiven Patienten, die einen Kalziumantagonisten erhielten, hatten ein Jahr später noch eine funktionelle Verbesserung. Verwendet können Amlodipin, Diltiazem oder lang wirksames Nifedipin werden. Kurz wirksames Nifedipin sollte außen vor gelassen werden. Nebenwirkungen von Kalziumantagonisten resultieren einerseits aus der vasodilatatorischen Wirkung; zudem können sie auch die rechtsventrikuläre Funktion verschlechtern. 4.3 Endothelinrezeptorantagonisten Endothelin-1 ist einer der stärksten Vasokonstriktoren und stimuliert desgleichen die Proliferation der glatten Muskulatur. Der Endothelin-Signalweg ist einer der drei Haupt-Pathomechanismen, auf denen die wichtigen PAH-Medikamentengruppen beruhen. Die anderen beiden sind der NOWeg, an dem die PDE5-Hemmer angreifen und der Prostazyklinweg (Prostanoide). Derzeit sind zwei Substanzen auf dem Markt: Ambrisentan, das den EndothelinA-Rezeptor hemmt, sowie Bosentan, das beide Endothelinrezeptoren, A und B, antagonisiert und – im Vergleich mit historischen Kontrollgruppen – auch das Überleben verlängert. Ein weiterer dualer Endothelinrezeptorantagonist (ERA), Macitentan, steht vor der Zulassung. Eine Metaanalyse von fünf randomisierten Studien zeigte, dass ERA bei PAH-Patienten die Belastbarkeit, die Dyspnoe und hämodynamische Parameter wie mPAP, 20

Tab. 1: WHO-Klassifikation der pulmonalen Hypertonie (PH) 1. 1.1 1.2 1.2.1 1.2.2 1.2.3 1.3 1.4 1.4.1 1.4.2 1.4.3 1.4.4 1.4.5 1.4.6 1’.

Pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH) Idiopathisch Hereditär BMPR2* ALK1** Unbekannt Durch Medikamente bzw. Drogen verursacht Assoziiert mit: Kollagenosen HIV-Infektion Portaler Hypertonie Kongenitalen Herzerkrankungen Schistosomiasis Chronischer hämolytischer Anämie Pulmonale venookklusive Erkrankung (PVOD) und/oder pulmonale kapilläre Hämangiomatose (PCH) 2. PH mit Linksherzerkrankung 2.1 Systolische Dysfunktion 2.2 Diastolische Dysfunktion 2.3 Klappenerkrankungen 3. PH aufgrund von Lungenerkrankungen und/oder Hypoxie 3.1 COPD 3.2 Interstitielle Lungenerkrankung 3.3 Andere Lungenerkrankungen mit gemischt restriktiv/obstruktivem Muster 3.4 Atemstörung während des Schlafs 3.5 Alveoläre Hypoventilationserkrankungen 3.6 Lang dauernder Aufenthalt in großen Höhen 3.7 Entwicklungsanomalien 4. PH aufgrund von chronischer thromboembolischer Erkrankung (CTEPH) 5. Pulmonale Hypertonie mit unklaren multifaktoriellen Mechanismen 5.1 Hämatologische Erkrankungen: myeloproliferative Erkrankungen, Splenektomie 5.2 Systemerkrankungen: Sarkoidose, Pulmonale Langerhans-Histiozytose, Lymphangioleiomyomatose, Neurofibromatose, Vaskulitis 5.3 Metabolische Erkrankungen: Glykogen-Speicherkrankheiten, M. Gaucher, Schilddrüsenerkrankungen 5.4 Andere: Tumorobstruktion, fibrosierende Mediastinitis, chronisches Nierenversagen mit Dialyse * BMPR2 = „Bone Morphogenetic Protein Receptor Type 2“ ** ALK1 = „Activin Receptor-Like Kinase Type 1“

pulmonalen Gefäßwiderstand und die Herzleistung (Herzindex) verbessern2). Daten aus einer gepoolten Analyse von sechs randomisierten, kontrollierten Studien weisen darauf hin, dass das Ansprechen auf ERA nach Geschlecht und ethnischer Herkunft variiert: Frauen und weiße Patienten scheinen besser anzusprechen als Männer und schwarze Patienten3). Nebenwirkungen von ERA betreffen u.a. die Leber. Der ERA Sitaxentan wurde wegen schwerer hepatischer Nebenwirkungen vom Markt genommen, bei Ambrisentan und Bosentan scheint dies ein geringeres Problem zu sein. Die monatliche Kontrolle der Leberfunktionsparameter wird dennoch bei beiden Substanzen empfohlen. Die häufigste ERA-Nebenwirkung sind periphere Ödeme, weiters darf unter ERA wegen des teratogenen Potenzials keine Schwangerschaft eintreten. Darüber hinaus ist eine Schwangerschaft bei PAH generell kontraindiziert, da es im dritten Trimenon zu einem starken Anstieg des pulmonalarteriellen Drucks kommt.

Quelle: Simonneau G et al., J Am Coll Cardiol 2009;54:S43–S54

der PAH oder PH mit Vorsicht erfolgen sollte (deshalb ist im Folgenden auch nur noch von spezifischen PAH-Therapien die Rede). Fortgeschrittene PAH-Therapien sollten nach Möglichkeit von spezialisierten Zentren initiiert und – in enger Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten – betreut werden. Nach wie vor gilt, dass der Rechtsherzkatheter als Goldstandard in der Diagnostik der PAH anzusehen ist. Ohne eine solche Untersuchung ist es nicht legitim, eine spezifische PAH-Therapie zu beginnen. Darüber hinaus wird von manchen Experten auch ein Linksherzkatheter vor Therapiebeginn gefordert. Im Rahmen des Rechtsherzkatheters sollte bei IPAH-Patienten (Gruppe 1) auch eine Vasoreagibilitätstestung durchgeführt werden, da dies Konsequenzen für die Wahl des Medikaments haben kann.

4.4 PDE5-Hemmer Von den auf dem Markt befindlichen Hemmern der Phosphodiesterase 5 (PDE5) sind Sildenafil und Tadalafil auch für die Therapie der PAH zugelassen, Vardenafil hingegen in Österreich noch nicht. Die meisten Daten in der Indikation PAH liegen für Sildenafil vor, das klinische und hämodynamische Parameter bei PAH-Patienten verbessert. Hingegen konnte der Effekt von Sildenafil auf die Mortalität nicht eindeutig nachgewiesen werden. Desgleichen verbessert Tadalafil klinische und hämodynamische Parameter. Auch für PDE5-Hemmer gilt, dass die Extrapolation der Ergebnisse auf die PHGruppen 2 bis 5 bei weitgehend fehlenden Daten mit Vorsicht zu betrachten ist. 4.5 Prostanoide Während die oralen Substanzen Ambrisentan, Bosentan, Sildenafil und Tadalafil bereits ab der WHO-Funktionsklasse II (siehe Tab. 2) gegeben werden können, ärztemagazin 18/2012


sind Prostanoide erst ab Funktionsklasse III indiziert. Zur Verfügung stehen in Österreich Epoprostenol (i.v. bzw. über Infusionspumpen), Treprostinil (s.c. als Dauerinfusion mit ambulanter Infusionspumpe) und Iloprost (i.v., auch über Infusionspumpen, sowie inhalativ). Die besten Daten liegen für i.v. verabreichtes Epoprostenol vor, das bei Patienten mit iPAH das Überleben verlängert und klinische sowie hämodynamische Parameter verbessert. Epoprostenol wird als erste Wahl bei PAH in der Funktionsklasse IV betrachtet. Treprostinil kann in Österreich derzeit nur als subkutane Dauerinfusion verabreicht werden. Eine inhalative Form von Treprostinil ist in den USA zugelassen,

nicht jedoch in der EU. Treprostinil verbessert die Belastbarkeit, hämodynamische Parameter und wahrscheinlich auch die Mortalität bei PAH-Patienten. Head-toHead-Studien mit Epoprostenol und Treprostinil liegen nicht vor. Iloprost bietet den Vorteil einer inhalativen Anwendung und verbessert klinische Parameter. Nebenwirkungen von Prostanoiden umfassen u.a. Arthralgien und Diarrhoen.

der Funktionsklasse II kommen hier daher nur Kombinationen eines ERA mit einem PDE5-Hemmer in Frage. Ab der Funktionsklasse III sind auch Zweierkombinationen mit Prostanoiden bzw. auch die Dreierkombination ERA/PDE5-Hemmer/Prostanoid möglich. Darüber hinaus wird jedoch auch zunehmend die Option der primären Kombinationstherapie diskutiert, wozu allerdings noch wenig Daten vorliegen. Derzeit läuft eine Studie mit drei Armen (AMBITION), in der eine Monotherapie mit Ambrisentan, eine Monotherapie mit Tadalafil und die primäre Kombination der beiden Substanzen verglichen werden4). Die Studie soll 2013 beendet werden.

4.6 Kombinationstherapien Der bisherige Ansatz in der PAH-Therapie bestand in der sequenziellen Kombinationstherapie, d.h. der Zugabe einer zweiten Substanz mit anderem Wirkmechanismus, wenn eine Monotherapie mit einer spezifischen PAH-Substanz nicht ausreichte. In

4.7 Kontrolluntersuchungen Kontrolluntersuchungen in einem spezialisierten Zentrum werden in Abständen von drei bis sechs Monaten empfohlen, wobei die Häufigkeit und Dringlichkeit vom klinischen Zustand des Patienten abhängt. Patienten mit parenteralen Therapien, Kombinationstherapien und allgemein Patienten in der Funktionsklasse III und IV müssen entsprechend öfter kontrolliert werden. Da die Betreuung von PH-Patienten ein multiprofessionelles Team erfordert, ist eine möglichst gute Kommunikation zwischen den Beteiligten (z.B. Zentrum – Hausarzt) von entscheidender Bedeutung. n

Trotz gezielter Awareness-Kampagnen wird die pulmonale Hypertonie in der Regel spät erkannt

Dieser Text wurde wissenschaftlich geprüft von Univ.-Prof. Dr. Christian Kähler, Schwerpunkt Pneumologie/USPH Innsbruck, Universitätsklinik für Innere Medizin I, MedUni Innsbruck Redaktion: Dr. Norbert Hasenöhrl 1) Sitbon O et al.: Long-term response to calcium channel blockers in idiopathic pulmonary arterial hypertension. Circulation 2005;111(23):3105-3111 2) Liu C und Chen J: Endothelin receptor antagonists for pulmonary arterial hypertension. Cochrane Database Syst Rev 2006(3):CD004434 3) Gabler NB et al.: Race and sex differences in response to endothelin receptor antagonists for pulmonary arterial hypertension. Chest 2012;141(1):20-26 4) Keine Autoren angegeben: A Study of First-Line Ambrisentan and Tadalafil Combination Therapy in Subjects With Pulmonary Arterial Hypertension (PAH) (AMBITION). NCT01178073

WHOKlassifikation

Klinik

Mittlere Überlebensdauer

Klasse I – asymptomatisch

Minimale Symptome; keine Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit; Beschwerdefreiheit bei normaler Anstrengung

5 Jahre

Klasse II – leicht

Dyspnoe oder Erschöpfungszustände bei normaler Aktivität; beschwerdefrei im Ruhezustand; leichte Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit

5 Jahre

Lecture Board:

Klasse III – mittelschwer

Dyspnoe, Erschöpfung, Brustschmerzen oder Synko- 2,6 Jahre pe bei minimaler Belastung; körperliche Leistungsfähigkeit eingeschränkt

Klasse IV – schwer

Keine körperliche Anstrengung möglich; Dyspnoe oder Erschöpfung im Ruhezustand; jegliche Aktivität wird als unangenehm empfunden; Anzeichen einer Rechtsherzinsuffizienz

ärztemagazin 18/2012

Ärztlicher Fortbildungsanbieter: Österreichische Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM)

n Dr. Barbara Hasiba n Dr. Ingrid Novotna

6 Monate

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Tab. 2: WHO-Funktionsklassen bei PAH

Bisher gebuchte Punkte: 4.750.668 Zahl der Fortbildungskonten: 19.948

21


DFP-Literaturstudium im ärztemagazin – alle 2 Wochen! n So machen Sie mit: Entsprechend den Richtlinien der ÖÄK finden Sie im Anschluss an den Fortbildungsartikel Multiple-Choice-Fragen. Eine Frage gilt dann als richtig beantwortet, wenn Sie von den vorgegebenen Antworten alle richtigen angekreuzt haben. Für eine positive Bewertung ist erforderlich, dass Sie 4 der insgesamt 6 Fragen richtig beantworten. n Zwei DFP-Punkte für freie Fortbildung bei positiver Bewertung. n Fax & Post: Schicken Sie diese Seite bitte per Fax (01/546 00-730) oder Post an: ärztemagazin-Redaktion, Forum Schönbrunn, Grünbergstraße 15, 1120 Wien n Internet: Fortbildungsartikel und Test stehen hier noch zwei Jahre zur Verfügung. Die Links dazu finden Sie unter www.aerztemagazin.at oder auf www.meindfp.at der „österreichischen akademie der ärzte“. n Einsendeschluss: 17. September 2012 (für Fax u. Post)

n Teilnahmebestätigung per E-Mail! Ihre Teilnahmebestätigung ist auf www.meindfp.at unter „Meine Statistik“ downloadbar, wenn Sie ein Fortbildungskonto haben und den Test online gemacht haben. So Sie per Post oder Fax mitgemacht haben, wird Ihnen die Bestätigung per E-Mail zugeschickt. Für den Bearbeitungszeitraum von zirka 8 Wochen ab Einsendeschluss bitten wir um Verständnis, da Ihre Antworten erst in den Computer eingegeben werden müssen. n Die richtigen Lösungen werden nach Einsendeschluss auf Wunsch an alle Teilnehmer per E-Mail zugesandt. Zusendungen per Post können Sie unter Angabe Ihres Namens, des DFP-Themas und der jeweiligen ärztemagazin-Ausgabe bei dfp@aerztemagazin.at anfordern.

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„Lebensverlängernder Druckausgleich: Therapie der pulmonalen Hypertonie“ – ärztemagazin 18/2012 (Die Anzahl der richtigen Antworten ist in Klammern angegeben.)

1) Zu Definition und Klassifikation der pulmonalen Hypertonie (PH) ist zu sagen (1 Richtige): a) Jeder pulmonalarterielle Mitteldruck (mPAP) über 20mmHg ist eindeutig PH.  b) Für die heute geltende Definition der PH ist lediglich der mPAP nach Belastung ausschlaggebend.  c) Ein mPAP zwischen 21 und 24mmHg gilt als grenzwertig, wobei die Zuordnung zu normal vs. PH strittig ist.  d) „PAH“ (pulmonalarterielle Hypertonie) ist der Überbegriff, der in fünf Kategorien zerfällt; davon ist eine die „PH“.  2) Für die PH-Therapie gilt allgemein (3 Richtige): a) Für viele PAH-Formen lässt sich keine Grundkrankheit finden. b) In der Behandlung der PH sind drei Ansätze zu unterscheiden: die Therapie der Grundkrankheit (soweit vorhanden), allgemeine Maßnahmen für alle PH-Formen und die spezifische Therapie. c) PH verursachende Linksherzerkrankungen können häufig wirksam behandelt werden. d) Eine idiopathische PAH gibt es nicht.

  

3) Folgende Aussagen zur unspezifischen Therapie sind korrekt (2 Richtige): a) Zu den unspezifischen Therapiemaßnahmen gehören EndothelinRezeptorantagonisten, PDE5-Hemmer und Prostanoide.  b) Zu den unspezifischen Therapiemaßnahmen gehören Diuretika, Sauerstoff, Antikoagulation, Digitalis und Bewegung.  c) Die meisten Daten für die Verwendung von Antikoagulanzien bei PH stammen von iPAH-Patienten.  d) Körperliches Training bei PH verbessert zwar nicht die Leistungsfähigkeit, sehr wohl aber die hämodynamischen Parameter.  4) Folgende Aussagen sind richtig (2 Richtige): a) Nach dem Beginn einer spezifischen Therapie sind Kontrolluntersuchungen in einem spezialisierten Zentrum nicht mehr erforderlich. b) Ohne Rechtsherzkatheter darf keine spezifische PAH-Therapie begonnen werden. c) Der Rechtsherzkatheter ist heute als invasive Untersuchung durch die verbesserten Methoden der Echokardiografie weitgehend obsolet geworden.

Bitte gut leserlich ausfüllen und E-Mail-Adresse angeben: Name

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6) Für spezifische Therapien gilt (3 Richtige): a) Laut einer Metaanalyse verbessern Endothelin-Rezeptorantagonisten (ERA) bei PAH-Patienten die Belastbarkeit, die Dyspnoe und hämodynamische Parameter.  b) Alle spezifischen Therapien dürfen frühestens in WHO-Funktionsklasse III gegeben werden.  c) Die PDE5-Hemmer Sildenafil und Tadalafil verbessern bei PAH sowohl klinische als auch hämodynamische Parameter.  d) Prostanoide sind ab der WHO-Funktionsklasse III indiziert. 

 

Sie haben ein DFP-Fortbildungskonto?  Ja – dann buchen wir Ihre DFP-Punkte automatisch! Dazu brauchen wir Ihre ÖÄK-Arztnummer und E-Mail-Adresse:

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ärztemagazin 18/2012

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 Arzt/Ärztin für Allgemeinmedizin  Facharzt/Fachärztin für  Ich besitze ein gültiges DFP-Diplom Altersgruppe  < 30  31–40  41–50

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5) Zu spezifischen Therapien ist zu sagen (1 Richtige): a) Kalziumantagonisten sind nur für Patienten indiziert, die einen positiven Vasoreagibilitätstest aufweisen. b) Kalziumantagonisten sind die Basistherapie für jeden Patienten mit pulmonaler Druckerhöhung. c) Therapie der Wahl bei PAH sind Endothelin-Rezeptoragonisten. d) Die meisten Daten für spezifische PH-Therapien stammen von Patienten mit PH aufgrund einer Linksherzerkrankung.

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Anschrift

PLZ/Ort

d) Im Rahmen eines Rechtsherzkatheters sollte auch eine Vasoreagibilitätstestung vorgenommen werden.


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AT/ABT/0012/12

Fachkurzinformation: BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS: Volibris® 5 mg Filmtabletten. Volibris® 10 mg Filmtabletten. ZUSAMMENSETZUNG: Volibris 5 mg Filmtabletten: Jede Tablette enthält 5 mg Ambrisentan. Sonstige Bestandteile von Volibris 5 mg Filmtabletten: Jede Tablette enthält Lactose-Monohydrat (ca. 95 mg), Sojalecithin (E322) (ca. 0,25 mg) und Allurarot AC Aluminiumlake (E129) (ca. 0,11 mg). Volibris 10 mg Filmtabletten: Jede Tablette enthält 10 mg Ambrisentan. Sonstige Bestandteile von Volibris 10 mg Filmtabletten: Jede Tablette enthält Lactose-Monohydrat (ca. 90 mg), Sojalecithin (E322) (ca. 0,25 mg) und Allurarot AC Aluminiumlake (E129) (ca. 0,45 mg). Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat (Ph. Eur.). Filmüberzug: Polyvinylalkohol (zum Teil hydrolysiert), Talkum (E553b), Titandioxid (E171), Macrogol/PEG 3350, Sojalecithin (E322), Allurarot AC Aluminiumlake (E129). KLINISCHE ANGABEN: Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Antihypertonika, ATC-Code: CO2KX02. Anwendungsgebiete: Volibris ist zur Behandlung von Patienten mit pulmonal arterieller Hypertonie (PAH) der WHO-Funktionsklassen II und III indiziert, zur Verbesserung der körperlichen Belastbarkeit. Die Wirksamkeit wurde bei idiopathischer PAH (IPAH) und PAH assoziiert mit einer Bindegewebserkrankung nachgewiesen. Gegenanzeigen: • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff, Soja oder einem der sonstigen Bestandteile (siehe Abschnitte 4.4 und 6.1 der Fachinformation). • Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6 der Fachinformation). • Frauen, die im gebärfähigen Alter sind und keine sichere Kontrazeptionsmethode anwenden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6 der Fachinformation). • Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6 der Fachinformation). • Stark eingeschränkte Leberfunktion (mit oder ohne Zirrhose) (siehe Abschnitt 4.2 der Fachinformation). • Ausgangswerte der Leber-Aminotransferasen (Aspartataminotransferasen [AST] und/oder Alaninaminotransferase [ALT]) > 3 x ULN (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4 der Fachinformation). Schwangerschaft und Stillperiode: Schwangerschaft: Volibris ist während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3 der Fachinformation). In Tierstudien wirkte Ambrisentan teratogen. Beim Menschen liegen keine Erfahrungen vor. Frauen im gebärfähigen Alter dürfen nur mit Volibris behandelt werden, wenn ein vor Behandlungsbeginn durchgeführter Schwangerschaftstest negativ ausgefallen ist und eine sichere Kontrazeptionsmethode verwendet wird. Während der Behandlung mit Volibris werden monatliche Schwangerschaftstests empfohlen. Frauen, die mit Volibris behandelt werden, müssen auf das Risiko einer Schädigung des Fetus hingewiesen und im Falle einer Schwangerschaft muss eine alternative Therapie begonnen werden (siehe Abschnitte 4.3, 4.4 und 5.3 der Fachinformation). Stillzeit: Es ist nicht bekannt, ob Ambrisentan in die Muttermilch ausgeschieden wird. Bei Tieren wurde die Ausscheidung von Ambrisentan in die Milch nicht untersucht. Frauen, die mit Volibris behandelt werden, dürfen daher nicht stillen (siehe Abschnitt 4.3 der Fachinformation). Männliche Fertilität: Die Entwicklung einer Atrophie der Hodentubuli bei männlichen Versuchstieren wurde mit der chronischen Gabe von ERAs, einschließlich Ambrisentan, in Verbindung gebracht (siehe Abschnitt 5.3 der Fachinformation). Obwohl keine Hinweise auf eine schädliche Wirkung von Ambrisentan bei Langzeitanwendung auf die Anzahl der Spermien in der ARIES-E Studie gefunden wurden, war die chronische Anwendung von Ambrisentan mit Änderungen von Markern der Spermiogenese verbunden. Ein Abfall der Plasma-Inhibin-B-Konzentration und ein Anstieg der Plasma-FSH-Konzentration wurden beobachtet. Die Auswirkung auf die männliche Fertilität beim Menschen ist nicht bekannt, aber eine Beeinträchtigung der Spermatogenese kann nicht ausgeschlossen werden. In klinischen Studien hatte die chronische Verabreichung von Ambrisentan keine Auswirkungen auf die Testosteron-Konzentration im Plasma. ZULASSUNGSINHABER: Glaxo Group Ltd, Greenford, Middlesex, UB6 0NN, Vereinigtes Königreich. ZULASSUNGSNUMMER: EU/1/08/451/001004. Abgabe Rezept- und apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Die Patientensicherheit steht für GSK stets an oberster Stelle. Jeder Verdacht auf eine unerwünschte Wirkung, die bei einem Patienten auftritt, ist dem Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen/ Medizinmarktaufsicht in Übereinstimmung mit dem nationalen Erfassungssystem für Spontanberichte zu melden. Gerne steht Ihnen auch unsere Pharmakovigilanzabteilung für die Erfassung dieser Informationen zur Verfügung. Sie erreichen uns telefonisch unter 01 / 970 75 – 0 oder schriftlich unter arzneimittelsicherheit@gsk.com.


me d i z i n Ko m m e nta r

Der PathoBlogger

Die bewegte Geschichte der Wiener Pathologie D

St. Elisabeth Krankenhaus seit 1709

n guten Hände Ihr Bauch in

Krankenhaus St. Elisabeth

Tel. 01/711 26-0 – um nur wie Rokitansky, Weichselbaum und Landsteiner www.elisabethinen-wien.at einige zu nennen – zur Blüte der Wiener Pathologie führte. Dieser Weg leitete unser Fach von der Makropathologie des Seziersaals zur heutigen molekularen Diagnostik als Grundlage der zielgerichteten onkologischen Therapie. Große Leistungen und faszinierende Menschen ebneten diese Entwicklung, die wir als Pathologen gebührend feiern wollen. Aus diesem Anlass, der 200. Wiederkehr der Restitution der Pathologie in Wien, wird ein wissenschaftlicher Abend am 12.12.2012 in der Gesellschaft der Ärzte im Billrothhaus (www.billroth haus.at) stattfinden. An diesem Abend soll das Gestern – Heute – Morgen reflektiert und dabei in die Zukunft unseres Faches geblickt werden. Auch Sie, werte Leserinnen und Leser, sind herzlich eingeladen! n Univ.-Prof. Dr. Roland Sedivy, pathoblogger@medizin-medien.at

Einladung zum ÄRZTETAG im Krankenhaus St. Elisabeth Wien 18. September 2012, Beginn um 18 Uhr

St. Elisabeth Krankenhaus seit 1709

n guten Hände Ihr Bauch in

Krankenhaus St. Elisabeth Landstraßer Hauptstraße Landstraßer Hauptstraße4a4a 1030 Wien 1030

Tel. 01/711 26-0 www.elisabethinen-wien.at Das Krankenhaus St. Elisabeth in Wien versorgt auf der multidisziplinären Station für Viszeralmedizin Patienten mit Erkrankungen des Bauchraumes. Weitere Schwerpunkte sind die interventionelle Endoskopie, Schmerztherapie und Palliativmedizin. An unserem ÄRZTETAG bieten wir Ihnen ab 18 Uhr die Möglichkeit, an Simulatoren zu üben. Versuchen Sie sich an einer laparoskopischen Operation oder Gastroskopie. Ab 20 Uhr informieren Sie unsere Experten über das medizinische Leistungsangebot im Haus und neue Entwicklungen in ihren Fachgebieten. Brötchenbuffet ab 19 Uhr l Die Veranstaltung ist mit einem DFP-Punkt approbiert

Fotos: Dr. Roland Sedivy

Die alte Pathologie (1862–1991) mit der Giebelinschrift „Indagandis sedibus et4a Landstraßer Hauptstraße causis morborum“ (Der Erforschung des Sitzes1030 und der Ursachen der Krankheiten) Wien

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung: eva-maria.hanappi@elisabethinen-wien.at oder 01/711 26 DW 837 www.elisabethinen-wien.at

Elisabeth

ie Professoren der Medizin beziehen karge Gehälter und sichern sich daher ihren Lebensunterhalt in der freien Praxis. Viele Stellen sind unbesetzt, hochkarätige Bewerber bleiben aus. Die notwendige Reform zur Verbesserung der Infrastruktur und der Gehälter scheitert am Geldmangel. Nein, werter Leser, dieses Szenenbild stammt nicht aus unserer Zeit – auch wenn so manchen ein Déjà-vu-Erlebnis ereilt! Es ist jene Zeit im 18. Jahrhundert, in welcher die Universität Wien vor einem Aufbruch stand. Das Medizinstudium sollte an Qualität gewinnen. Daher wurde die medizinische Fakultät aufgefordert, Bedside Teaching und Sezierkurse einzuführen sowie ausreichend Personal einzustellen und dieses anständig zu honorieren – das Geld dafür wurde flüssig gemacht! So wurde begonnen, jeden Toten zu obduzieren und ein genaues Protokoll samt Epikrise zu verfassen. Zunächst führten ältere Studenten, danach Kliniker die Leichenöffnungen durch. Die klinische Sektion wurde durch Van Swieten und De Haen institutionalisiert und als Anatomia practica unverzichtbar für die Interpretation des Krankheitsverlaufes. Letztlich wurde mit Aloys Vetter sogar ein eigener Prosektor eingesetzt. Dadurch lagen alle Autopsien in einer Hand, was ein systematisches Erfassen morphologischer Befunde ermöglichte. Vetter wurde jedoch bald mit Hochmut, bürokratischer Kleinkrämerei und magerer Entlohnung konfrontiert, sodass er eine lohnendere Stellung in Krakau annahm. So übernahm zunächst der Sekundarchirurg Franz Hürtl, auf den einzelne Wundärzte folgten. Ein deutlicher Rückschritt also. Erst 1812 erfuhr die Pathologie eine Aufwertung, indem zunächst die Prosekturstelle mit 400 Gulden, freier Wohnung, Holz und Kerzen bedacht wurde. Der neue Prosektor Lorenz Biermayer erhielt schließlich 1816 ein aufgebessertes Gehalt von 1.000 Gulden und wurde 1821 ad personam außerordentlicher Professor für pathologische Anatomie. Somit begann 1812 mit der Restitution der Prosektur im Wiener Allgemeinen Krankenhaus der Aufschwung, der über Persönlichkeiten


P ro moti o n me d i zi n

Ein „Franziskanischer Verbund“ Die beiden Wiener Ordensspitäler Hartmannspital und Krankenhaus St. Elisabeth kooperieren, um ihren Patienten in Zukunft ein breiteres Leistungsspektrum anbieten zu können. Unser Ziel ist es, die Betreuung dieser Patienten sicherzustellen und weiter zu optimieren.

Univ.-Doz. Dr. Martin Bischof

V

Fotos: Krankenhaus St. Elisabeth

or wenigen Wochen wurde bekannt, dass die beiden Ordenskrankenhäuser Hartmannspital (1050 Wien, Nikolsdorfergasse 26–36) und das Krankenhaus St. Elisabeth (1030 Wien, Landstraßer Hauptstraße 4a) eine verstärkte Abstimmung und Zusammenarbeit planen. Bis 2020 soll eine enge Kooperation der beiden Wiener Krankenanstalten geschaffen werden. Univ.-Doz. Dr. Martin Bischof, ärztlicher Leiter des Krankenhauses St. Elisabeth, beleuchtet im Gespräch mit dem ärztemagazin die Hintergründe. ärztemagazin: Welche Strukturveränderungen sind in beiden Häusern geplant? Bischof: Durch die Kooperation können beide Häuser die bestehenden Strukturen und Leistungsangebote an die Anforderungen der Wiener Gesundheitsversorgung anpassen und so gestärkt in die Zukunft gehen. Denn Tatsache ist, dass in Zukunft großer Bedarf an Versorgungsstrukturen für ältere und hochbetagte Menschen besteht. Natürlich gibt es den einen oder anderen 90-Jährigen, der gesund und fit um die Welt reist. Aber der Großteil der betagteren Bevölkerung hat andere Probleme: Viele sind polymorbid und stark von ärztlicher und pflegerischer Unterstützung abhängig. ärztemagazin 18/2012

ärztemagazin: Ist die Gemeinde Wien eingebunden? Bischof: Natürlich! All dies geschieht in Abstimmung mit der Gemeinde Wien. Von Seiten der Stadträtin für Gesundheit und Soziales, Maga. Sonja Wehsely, wird dieser neue Weg sogar gefördert. Im neuen Gesundheitsplan der Stadt Wien für 2020 (RSG 2020) ist die Kooperation beider Häuser bereits verankert. Beide Häuser bleiben als Teil der Wiener Gesundheitslandschaft bestehen – mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Wir wollen künftig alle Leistungen einer Krankenanstalt an zwei Standorten (3. und 5. Wiener Gemeindebezirk) gemeinsam anbieten. Dadurch soll ein größerer, aber vor allem effizienterer Verbund entstehen, zudem wird sich das Leistungsspektrum für die Patienten durch Spezialisierung weiter verbessern. ärztemagazin: Wie sollen die Kompetenzen verteilt werden? Bischof: In St. Elisabeth ist ein internistischer Schwerpunkt mit Angeboten in den Bereichen Palliativmedizin und Akutgeriatrie sowie medizinisch vidierter Pflege vor-

gesehen. An diesem Standort mitten in Wien wollen wir die integrierte Versorgung von akuter internistischer Versorgung über die Remobilisation bis hin zur aufwändigen Pflege anbieten. Selbstverständlich bleiben im neuen Verbund alle bestehenden medizinischen Kompetenzen erhalten. Gemeinsam werden wir ein umfassendes medizinisches Angebot von der Intensivmedizin über hochwertige Chirurgie und Innere Medizin bis zur altersgerechten Medizin und Pflege abdecken. Wie die Leistungsfelder auf die beiden Spitäler verteilt werden, muss aber erst in den nächsten Monaten verhandelt werden. ärztemagazin: Die neue Kooperation wird auch als „Franziskanischer Verbund“ bezeichnet. In welcher Beziehung stehen die Orden der beiden Spitäler zueinander? Bischof: Die Ordensgemeinschaft der „Franziskanerinnen von der christlichen Liebe“ betreibt das Hartmannspital. Unser Haus, St. Elisabeth, steht seit der Gründung vor mehr als 300 Jahren unter der Leitung des Ordens der Elisabethinen. Beide Orden leben nach der Ordensregel des heiligen Franziskus. Diese gemeinsame Spiritualität ist eine gute Basis, um dieses zukunftsträchtige Konzept als gleichberechtigte Partner zu tragen. n Interview: Dr. Uli Kiesswetter

Krankenhaus St. Elisabeth: Ärztetag am 18.9.2012 Das Krankenhaus St. Elisabeth in 1030 Wien lädt auch in diesem Jahr wieder zu seiner traditionellen ärztlichen Fortbildungsveranstaltung ein. Am Dienstag, dem 18. September 2012, haben Ärzte ab 18 Uhr die Möglichkeit, Trainingsstationen für Endoskopie und Laparoskopie zu absolvieren, begleitet von Vorträgen unter anderem zu den Themenschwerpunkten Viszeralmedizin, interventionelle Endoskopie und onkologisches Staging. Der Abend ist mit einem DFP-Punkt approbiert. Nähere Informationen und Anmeldung bei: Krankenhaus St. Elisabeth GmbH (www.elisabethinen-wien.at), Maga. Eva-Maria Hanappi, Tel.: 01/711 26-837, Fax: 01/711 26-796, E-Mail: eva-maria.hanappi@ elisabethinen-wien.at. 25


p praxis Praxishomepage

Achtung Offenlegung! S

eit Anfang Juli gelten neue Offenlegungspflichten sowohl für Zeitschriften oder gedruckte Newsletter als auch für Online­Me­ dien. Im Impressum sind dann in jeder Ausgabe neben dem Medi­ eninhaber, seiner Adresse und dem Unternehmensgegenstand auch Angaben zur grundlegenden Richtung des Mediums und zu sämt­ lichen Beteiligungen des Medieninhabers an anderen Medienunter­ nehmen verpflichtend. Bei Versäumnissen drohen saftige Strafen von bis zu 20.000 Euro. Wer nur eine kleine Website oder einen ein­ fachen Newsletter betreibt, ist von der erweiterten Offenlegungs­ pflicht allerdings nicht betroffen. Erweiterte Offenlegungspflichten sind aber vorgesehen, wenn das Medium redaktionelle Beiträge ent­ hält bzw. Inhalte veröffentlicht, die zur „öffentlichen Meinungsbil­ dung geeignet sind“, also auch bei jeder Art von persönlichem Kom­ mentar, der über eine reine Präsentation der Ordination hinausgeht. Info: Wirtschaftskammer Österreich bit.ly/Ponacc

Die praktische Frage

Praxishomepage: Offenlegung neu könnte zu beachten sein

Fachbuch

„Wie kann ich organisatorischen Krisen in der Praxis vorbeugen?“ olle Wartezimmer und medizinische Stresssituationen sind Teil des Be­ rufsbildes einer niedergelassenen Ärz­ tin oder Arztes. Ich verfolge immer mit großem Respekt, wie gut belastende und schwierige Patientenfälle bewältigt und verarbeitet werden. Weniger ein­ deutig gelöst werden die Herausforde­ rungen, wenn es sich um Managementfragen in Zusammen­ hang mit der Ordination handelt. In einer Praxis kann es kri­ senhaft zugehen, wenn die Arzthelferin überraschend kün­ digt, eine ungeahnte Steuernachzahlung droht oder ein Rechtsanwaltsbrief von einem „Kunstfehler“ spricht. Sind derartige Geschehnisse einmal eingetreten, gilt es in der Re­ gel, kühlen Kopf zu bewahren und nach Alliierten zu suchen. Gerade Mediziner wissen, was eine ausweglose Situation ist. Solche Vorfälle gehören nicht dazu. Natürlich ist organisatorische Prävention die beste Hilfe gegen Krisensituationen. Früherkennung hat viel mit Un­ ternehmenskultur und sozialer Kompetenz zu tun. Erfolg­ reiches Krisenmanagement bedeutet, aktiv Entscheidungen zu treffen und ständig nach außen zu tragen, was warum getan wird. Die Kommunikation in Stresssituationen beein­ flusst die Wahrnehmung durch Patienten, Mitarbeiter und Familienangehörige. Reden ist in diesem Falle Gold. Dabei geht es um ein positives Selbstverständnis und Fähigkeiten wie Entscheidungskraft und Ruhe in Turbulenzen. Krisenverschärfend ist die Selbstüberschätzung: Was mit dem Versagen des Frühwarnsystems begonnen hat, setzt sich nach Ausbruch der Krise fort. Ursachen werden nicht er­ kannt oder nicht angepackt, weil sie weggeschoben werden. Die Wirkung der eigenen Position ist dabei ständig zu hin­ terfragen, ohne dass Dritte den Eindruck von Unsicherheit erhalten. Das Verschließen der Augen verhindert, dass Kri­ sen, Misserfolge oder Fehler als wichtige Informationen ge­ nutzt werden. Nur wer Lehren zieht, entwickelt sich weiter. Mag. Iris Kraft-Kinz, MEDPlan, 1120 Wien, Tel. 01/817 53 50-260, www.medplan.at, Fragen & Anregungen: praxis@aerztemagazin.at

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Public Health. Von Epidemiolo­ gie und Versorgungsforschung über den Einfluss von Verhal­ ten und Genetik bis zur Finanzierung bietet dieses Buch alle Basics zum Thema Gesundheitssystem. F.-W. Schwartz, U. Walter, J. Siegrist, P. Kolip, R. Leidl, M.-L. Dierks, R. Busse, N. Schneider (Hrsg.). „Public Health – Gesundheit und Gesundheitswesen“. 3. Aufl. 2012, 864 Seiten, Urban & Fischer, 102,80 €

HNO. In diesem Buch erklärt eine erfahrene Fachärztin mit Blick auch auf interessierte Laien alles Wissenswerte rund um das Hören bis hin zu den verschiedensten Erkrankungen des Hörapparats. Ein eigener Abschnitt ist modernen Hör­ hilfen gewidmet. K. Kippenhahn. „Ich glaub', ich hör' nicht recht. Schwerhörigkeit, Tinnitus & Co“. 2011, 212 Seiten, 69 Abb., Schattauer 25,70 €

Steuer tipp

Vorsteuerabzug bei Photovoltaik

B

ei der Installation einer Solar­ und Photovoltaik­ anlage ist fraglich, ob eine unternehmerische Tätigkeit im Sinne des Umsatzsteuergesetzes vor­ liegt. Diese ist aber Voraussetzung für einen Vor­ steuerabzug bei den Anschaffungskosten der Pho­ tovoltaikanlage. Bei der Volleinspeisung wird der gesamte Stromertrag in das öffentliche Netz ein­ gespeist und der für den Eigenbedarf benötigte Strom zur Gänze wieder daraus bezogen. Bei der Überschusseinspeisung hingegen wird nur der nicht selbst verbrauchte Strom ins öffentliche Netz eingespeist. Fraglich ist, ob eine unternehmerische Tätigkeit im Sinne des Umsatzsteuergesetzes vorliegt. Diese ist die Vorausset­ zung für einen Vorsteuerabzug bei den Anschaffungskosten der Photovoltaikanlage. Die österreichische Finanzverwaltung ist der Ansicht, dass der private Betreiber einer Photovoltaikanlage die Möglichkeit des Vorsteuerabzuges nur dann hat, wenn die erzeugte Strommenge dauerhaft deutlich größer ist als die privat verbrauch­ te Strommenge. Darüber wird der EUGH nun entscheiden. Dr. Rainer M. Kratochwill, StB und GF von steuerexperten.at, Wien 1, Tel. 01/512 50 09-10, E-Mail: rainer.kratochwill@steuerexperten.at ärztemagazin 18/2012

Fotos: BilderBox.com, steuerberater.at, MedPlan

V


Pro mot io n p ra x i s

➥ Aktuelle Informationen halten die Homepage lebendig – und Patienten auf dem Laufenden

Bewertungsportale sollten genau beobachtet werden, um auf Kritik rasch reagieren zu können

Die Leistungen der Praxis auf der Homepage ermöglichen Patienten eine gezielte Suche

ärztemagazin 18/2012

Social Media – Chancen & Risiken Um eine eigene Webseite kommt heute eigentlich kein Arzt mehr herum. Doch wie sieht es aus mit Sozialen Medien? Ist das Web 2.0 für Praxen verzichtbar?

W

ir leben in einer Empfehlungsgesellschaft. Studien zeigen, dass derzeit rund 70 Prozent aller InternetNutzer nach einer objektiven Bewertung eines Angebots durch Gleichgesinnte suchen. Hat man früher seinem Ärger im Bekanntenkreis Luft gemacht, geschieht dies mittlerweile öffentlich im Netz. Je häufiger ein Beitrag dabei von anderen Nutzern gelesen und kommentiert wird, desto weiter vorne wird er auch in den Ergebnissen der Suchmaschinen angezeigt – und verweist womöglich die eigene Homepage einer Praxis auf die hinteren Plätze. Ob jung oder alt – Millionen Menschen informieren sich in Blogs, auf Bewertungsportalen sowie in einschlägigen Foren. Sie äußern sich online über Unternehmen, Marken oder Produkte und tauschen sich immer öfter auch über Ärzte aus. Mediziner sollten dies als Chance begreifen und sich aktiv an den Gesprächen beteiligen. Entscheidend ist, dass Ärzte immer informiert sind, was wo über sie berichtet wird. Dazu sollten zunächst die wichtigsten Webseiten identifiziert werden. Sehr aufschlussreich kann es beispielsweise sein, einen Blick in Bewertungsportale wie Docfinder.at oder Arztbewertung.at zu werfen. Um immer auf dem aktuellsten Stand zu bleiben, helfen „Such-Alarme“ der großen Suchmaschinen. Sobald ein Beitrag mit festgelegten Schlagwörtern auf einer Internetseite erscheint, werden Ärzte von Google & Co per E-Mail benachrichtigt. Schmähkritik kann Ruf schädigen Kritik wird online erfahrungsgemäß viel offener, teilweise auch aggressiver kommuniziert. Eine häufig angeklickte Schmähkritik oder gar Verleumdung kann den Ruf einer Praxis massiv schädigen. Um dem entgegenzutreten, sollten Sie selbst auf entsprechenden Plattformen aktiv werden. Gewahrt werden sollte dabei ein professioneller und ruhiger Umgangston. Auf keinen Fall sollten Sie auf persönliche Beleidigungen eingehen. Manch kritisches Wort enthält aber auch ein Fünkchen Wahrheit. Wenn Sie eine berechtigte Kritik finden, sollten Sie auf jeden

Fall reagieren. Erklären Sie, warum ein Sachverhalt so ist, wie er ist, oder greifen Sie die Anregung dankbar auf! Sollten Sie als Konsequenz etwas in Ihrer Praxis verändert haben, beispielsweise den Terminplan entzerrt oder das Wartezimmer verschönert, lohnt es sich, darüber zu berichten. Die Nutzer sehen dann, dass Sie ihre Vorschläge ernst nehmen. Berufsprestige als Vorteil Wer seine Internet-Präsenz mit Facheinträgen auf dem Laufenden hält, setzt einen Anreiz für regelmäßige Besuche. Ärzte bleiben so im Gedächtnis, werden weiterempfohlen und sind positives Gesprächsthema in sozialen Netzwerken. Außerdem wirken sich Aktualisierungen und gute Texte auch positiv auf die Suchmaschinenplatzierung aus. Behalten Sie aber immer im Hinterkopf, dass Sie Ihre Beiträge primär für die Nutzer schreiben. Diese wünschen sich meist Inhalte, die einen direkten Mehrwert bieten. Verschiedene Online-Kanäle zu bespielen bedeutet übrigens nicht zwingend zeitlichen Mehraufwand. Denn moderne Homepage-Baukästen wie die Do-It-Yourself-Lösungen von 1&1 lassen sich heutzutage ganz einfach mit sozialen Netzwerken verknüpfen, sodass Informationen nur einmal eingetippt werden müssen. Und ein Posting über Urlaubsvertretungen oder geänderte Öffnungszeiten ins Internet zu stellen dauert auch nicht viel länger, als eine Ansage für den Anrufbeantworter aufzunehmen. Fazit: Gut geplant ist halb gewonnen Wie kann also eine erfolgreiche SocialMedia-Strategie für Ärzte aussehen? Finden Sie über Suchmaschinen und Bewertungsportale, Foren und Blogs heraus, was im Netz über Sie geschrieben wird. Wenn Sie berechtigte Kritik finden, reagieren Sie angemessen. Veröffentlichen Sie interessante Fachartikel. Platzieren Sie diese auf der eigenen Homepage, auf Ihrer Facebook-Seite oder als Gastautor in externen Foren und Blogs. Halten Sie Homepage und Facebook-Seite immer auf dem neuesten Stand. n 27


p praxis MBA-Gesetz 2012

Ausbildung für Arzt-Assistenz Das neue Gesetz für medizinische Assistenzberufe regelt auch die Ausbildung von Ordinationsgehilfen neu. Für bereits in Praxen aktive Mitarbeiter ändert sich nichts.

D

er Anlauf war gehörig. Dreißig Jahre lang waren die betroffenen Interes­ sengruppen damit be­ schäftigt, das Bild von Assis­ tenzberufen im Gesundheits­ beruf auf eine moderne Basis zu stellen. Die Tätigkeit von Ordi­ nationsgehilfen und ­gehil­ finnen beruhte juristisch bis­ lang auf der Regelung der Sani­ tätshilfsdienste (MTF­SHD­ Gesetz) aus dem Jahr 1961. Seit den achtziger Jahren wurde nach einer moderneren gesetzlichen Grundlage für den Bereich der Assistenzberufe ge­ sucht. Am 6. Juli und nach vie­ len letzten Kompromissen pas­ sierte das neue Gesetz für medi­ zinische Assistenzberufe MAB erfolgreich den Nationalrat. Dr. Renate Wagner­Kreimer, Juris­ tin der Ärztekammer Wien, hat die Diskussionen der Gesetz­ werdung begleitet: „Die Norm hat wichtige Ansätze zur Struk­ turierung der Gesundheitsbe­ rufe. Sie regelt in wichtigen Bereichen, was erlaubt ist und was nicht.“

Wagner­Kreimer weist dar­ auf hin, dass die Ausbildungs­ inhalte noch nicht definiert sind. Die Inhalte der Ausbil­ dung würden noch vom Ge­ sundheitsministerium erarbei­ tet. Christine Wolf, Obfrau des Berufsverbandes der Arztassis­ tentinnen begrüßt das neue Ge­ setz: „Wir haben diese Rege­ lungen jahrzehntelang ange­ strebt.“ Auch wenn viele Fragen erst in der Umsetzung geklärt würden, seien „endlich erkenn­ bare Berufsbilder erkennbar, die den vielen Tätigkeiten ge­ recht werden“. Sieben MAB-Berufe. Das neue Gesetz nennt sieben medizi­ nische Assistenzberufe, die mit unterschiedlichen Ausbildungs­ dauer versehen sind. Allen ist aber gemeinsam, dass mindes­ tens die Hälfte der Lehrzeit auf die praktische Ausbildung und mindestens ein Drittel auf die theoretische Ausbildung zu ent­ fallen hat. n Desinfektionsassistenz mind. 650 Stunden Ausbildung) n Gipsassistenz (650 h)

Alte Schulen in neuen Kleidern Schulen für Assistenzberufe werden von den Landesregierungen genehmigt. Die Einrichtungen müssen mindestens drei der vom MABGesetz definierten sieben Ausbildungen in medizinischen Assistenzberufen anbieten. Denn in Zukunft sollen medizinische Assistentinnen zumindest in drei der definierten MAB-Berufe ausgebildet werden (Ausnahme Ordinationsassistentinnen). Dadurch sollen sich Qualifikation und Einsatzbereich erweitern. Sofern von einer Lehrstätte auch eine Ausbildung in der Pflegehilfe oder eine Ausbildung zum medizinischen Masseur/in angeboten wird, kann diese Schule auch mit zwei MAB-Ausbildungen das Auslangen finden. Allerdings muss davon zumindest eine der Richtungen in der Labor- oder Radiologieassistenz zu finden sein. Es ist davon auszugehen, dass die bisherigen Ausbildungsinstitutionen an Krankenhäusern und sozialen Ausbildungsschulen ihre Lehrpläne den neuen Inhalten anpassen werden.

n n n n n

Laborassistenz (1300 h) Obduktionsassistenz (650 h) Operationsassistenz (1100 h) Ordinationsassistenz (650 h) Röntgenassistenz (1300 h). Ordinationsassistenz. Für nie­ dergelassene Medizinerinnen und Mediziner ist die Regelung des Berufs der Ordinationsassis­ tenz von direkter Bedeutung. Sie umfasst die Assistenz bei medizinischen Maßnahmen in

ärztlichen Ordinationen, ärzt­ lichen Gruppenpraxen, selb­ ständigen Ambulatorien und Sanitätsbehörden nach ärztli­ cher Anordnung und Aufsicht. Der Tätigkeitsbereich der Ordinationsassistenz umfasst n einfache Assistenztätigkeiten bei ärztlichen Maßnahmen, n standardisierte diagnostische Programme und standardisierte Blut­, Harn­ und Stuhluntersu­

n 5.10.12 Tagung Kardiologie im Zentrum. AKH Linz, Krankenhausstr. 9 Organisation: Priv.­Doz. Dr. Clemens Steinwender, OA Dr. Simon Hönig Info: Ärztezentrale Med.Info, Tel. 01/531 16­48

n 19./20.10.12 6. Jahrestagung der Politischen Kinder-Medizin (PKM). Thema: Probleme der kinder­ und jugendmedizinischen Primärversorgung Hotel Sandwirt, Klagenfurt Info, Anmeldung: Tel. 0662/44 83­4511 (Astrid Meindl) www.polkm.org

n 18.9.12, 9 Uhr Ärztetag im KH St. Elisabeth. Festzelt im PatientInnengarten Wien 3, Landstraßer Hauptstr. 4a Info, Anmeldung: Tel. 01/711 26­837 (Mag. Eva­Maria Hanappi) www.elisabethinen-wien.at Pflegetag am 17.9., 9 Uhr

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n 21./22.9.12 5. Interdisziplinärer Vulvaworkshop. Inst. f. Pathologie, MedUni Graz, Auenbruggerpl. 25 Veranstalter, Info, Anmeldung: Verein interdisziplinäre Interessensgem. für Vulva­ erkrankungen VIVE.e.V. Tel. 0316/836 89 www.vulvaworkshop.at

ärztemagazin 18/2012

Fotos: BilderBox.com, Hans Ringhofer, MedPlan

DFP-For tbildungstermine


Ordinationsmitarbeiter: Ausbildung ist auch in der Praxis möglich

chungen mittels Schnelltestver­ fahren (Point­of­Care­Testing) einschließlich der Blutentnah­ me aus den Kapillaren im Rah­ men der patientennahen Labor­ diagnostik, n die Blutentnahme aus der Ve­ ne, ausgenommen bei Kindern, n die Betreuung der Patienten/ ­innen und n die Praxishygiene, Reinigung, Desinfektion, Sterilisation und Wartung der Medizinprodukte und sonstiger Geräte und Be­ helfe sowie die Abfallentsor­ gung. Dazu kommen – wie bisher – die für den Praxisbetrieb er­ forderlichen organisatorischen und administrativen Tätig­ keiten. Die medizinischen Maßnah­ men sind „nach ärztlicher An­ ordnung und Aufsicht“ zu set­ zen. Das bedeutet, dass die Che­ fin oder der Chef im Fall des Falles in unmittelbarer Nähe sein und unmittelbar zu Hilfe kommen müssen. Es ist aller­ dings nicht notwendig, dass die Mediziner persönlich und un­

n 19./20.10.12 24. EKG-Seminar Herzrhythmusstörungen. Schloss Wilhelminenberg, Wien 16, Savoyenstr. 2 Veranstalter: 3. Med. Abt. des Wilhelminenspitals Wien, Ludwig Boltzmann Cluster f. kardiovaskuläre Forschung Info: Ärztezentrale Med.Info, Tel. 01/531 16­48

ärztemagazin 18/2012

mittelbar bei der Blutentnahme anwesend sind. Ausbildung. Ordinationsas­ sistenten und ­assistentinnen müssen für ihre Ausbildung auch künftig nicht unbedingt eine Schule besuchen. Für sie wurde die Ausnahme der be­ rufsbegleitenden Ausbildung geschaffen. Die Ausbildung in der Ordinationsassistenz kann daher im Rahmen eines Dienst­ verhältnisses zu einem/einer niedergelassenen Arzt/Ärztin, einer ärztlichen Gruppenpraxis, einem selbständigen Ambulato­ rium oder einer Sanitätsbehör­ de erfolgen. Die Ausbildung muss binnen drei Jahren abgeschlossen und nachgewiesen werden – was ei­ ne der weiteren ungeklärten Fragen ergibt: Bislang war kei­ ne unmittelbare Nachweisprü­ fung oder Ähnliches notwen­ dig. Wolf vermutet, dass es bei diesem temporär gefassten Nachweisbegriff bleiben wird. Den in zwei Modulen geglie­ derten theoretischen Teil der Ausbildung werden die Ordi­ nationsassistentInnen wie bis­ her in Kursen extern absolvie­ ren. Die dreijährige Ausbil­ dungsfrist wird durch Mutter­ schaftskarenz, Pflegekarenz sowie Zivil­ und Militärdienst unterbrochen. Während der Ausbildungszeit dürfen Ordinationsassisten­ tInnen berufsmäßig unter Anlei­ tung und Aufsicht bereits vor Abschluss der Ausbildung ihre Tätigkeiten ausüben, sofern sie bereits „über die entsprechenden Kenntnisse und Fertigkeiten“ verfügen. Dafür haben Arzt und Ärztin geradezustehen: Sie müs­ sen selbst wissen und darüber entscheiden, ob ihre Mitarbeite­ rin für eine Blutabnahme bereits weit genug ist. n Josef Ruhaltinger

n 20.10.12 3. OÖ Diabetestag für die Praxis. Haus am Ring, Bad Leonfelden, Ringstr. 77 Leitung: Univ.­Prof. Dr. Martin Clodi Info: Ärztezentrale Med.Info, Tel. 01/531 16­48

MEDplan TV

Steuerlich komplett im Bild MEDplan TV präsentiert Steuerbeiträge – speziell für Ärzte, aktuell und anschaulich. Mag. Iris Kraft­Kinz bringt Steuerrecht auf den Punkt. Aktuell im MEDplan TV: „Dienstnehmerentlohnung“. www.aerztemagazin.at, QR-Code MEDplan – SteuerspezialistInnen für medizinische Berufe, 1120 Wien, Tel. 01/817 53 50; info@medplan.at; www.medplan.at

Recht

Verschwiegenheitspflicht in Gerichtsverfahren Ä

rzte sind hinsichtlich aller in Ausfüh­ rung ihres Berufs anvertrauten oder bekannt gewordenen Geheimnisse grundsätzlich zur Verschwiegenheit ver­ pflichtet. In einem erst jüngst entschie­ denen Fall legte ein niedergelassener Arzt, der an einem Haftungsprozess be­ teiligt war, die gesamte Krankenakte des klagenden Patienten vor. Dieser wendete ein, dass die Vorla­ ge der Krankenakte gegen die ärztliche Verschwiegenheits­ pflicht verstoße. Der OGH hielt in seiner Entscheidung zunächst fest, dass die Pflicht zur Verschwiegenheit durch­ brochen wird, soweit dies für den Arzt in „eigener Sache“ er­ forderlich ist. In solchen Fällen stehe dem Geheimhaltungs­ interesse des Patienten nicht nur ein „einfaches vermögens­ rechtliches Interesse“ des Arztes, sondern mitunter die In­ fragestellung seiner Existenz gegenüber. Es sei daher davon auszugehen, dass das Interesse des beklagten Arztes, sich ge­ gen „Kunstfehlervorwürfe“ zu verteidigen, das Geheimhal­ tungsinteresse des Patienten überwiege. Der Arzt habe sich aber bei einer Durchbrechung seiner Verschwiegenheits­ pflicht in einem Zivil­, Disziplinar­ oder Strafverfahren stets auf das Notwendigste zu beschränken. Was und wie viel der Arzt zur Wahrung seiner Interessen preisgeben darf, hänge daher von den Umständen des Einzelfalls ab. Im gegenständ­ lichen Fall ging es um eine bereits mehrere Jahre dauernde Erkrankung. Der OGH hielt es daher für gerechtfertigt, die gesamte Dokumentation vorzulegen, da alle diese Probleme betreffenden Eintragungen in der Krankenkartei zur Gewin­ nung eines rechtfertigenden Gesamtbilds geeignet sein konnten. Ein „Schwärzen“ der nicht verfahrensgegenständ­ lichen Eintragungen hielt der OGH für problematisch, da sich der Arzt dem Vorwurf ausgesetzt hätte, das Gesamtbild zu seinen Gunsten zu verändern. Univ.-Prof. Dr. Helmut Ofner, Jur. Fakultät d. Universität Wien, Fragen & Anregungen: recht@aerztemagazin.at

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p ra x i s B ü c he r

Rheumatologie

Aufgelesen Neuerscheinungen tienten mit aktiver RA im Frühstadium unter laufender Therapie mit Methotrexat (MTX) und für und Freizeit ZugabePraxis von entweder Infliximab (IFX) oder Sulfasalazin und Hydroxychloroquin (SSZ + HCQ) die Lebensqualität anhand des EuroQol5-Scores (EQ-5D) gemessen. Es konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede nachgewiesen werden (abb. 2).

Neue synthetische kleine Moleküle in der RA-Therapie CCX354-C ist ein spezifischer Antagonist des CC-Chemokin-Rezeptor-1, der die Migration von Monozyten und Makrophagen in das Synovialgewebe regelt. CCR1 ist auch an der Os-

Palliative Care. Wie gestaltet man die letzte Lebensphase erkrank­ ter älterer Menschen am bes­ ten? Der Band „Palliative Geri­ atrie“ erfasst dieses interdiszi­ plinäre Gebiet systematisch: die Möglichkeiten medizinisch­therapeutischer, pflegerischer und psychosozialer Interventi­ on ebenso wie ethisch­rechtliche Aspekte, teoklastenreifung, Mobilität und Aktivierung Fragen und der Beglei­ beteiligt.derInKommunikation einer Phase-II-Studie wurde die tung Angehöriger werden aus Sicherheit und Verträglichkeit vonpraktischer CCX354-C Perspektive Wobei sichalseine Er­ als primärerbeleuchtet. und die Wirksamkeit sekunkenntnis durchindas zieht: därer Endpunkt derBuch Therapie der Palliative RA evaluCare beschreibtscheint weniger eine und Technik als iert. CCX354-C sicher gut vereine Haltung, die gelernt werden kann. 12 träglich sowie klinisch wirksam zu sein. Fuchs, Raischl, Steil, Wohlleben Auch imGabriel, Bereich der Kinaseinhibitoren gibt es (Hrsg.). „Palliative Geriatrie. Ein Handbuch Neues: In einer Metaanalyse zeigte der JAKfür die interprofessionelle Praxis“, 388 Seiten, Hemmer Tofacitinib in 2 verschiedenen DosieMünchner Reihe Palliative Care, 55,60 € rungen vergleichbare Ergebnisse wie TNF-Blocker und andere Biologika, was den Josephinum. DieACR-20-, Wachs­ 13 -50- und -70-Respons angeht. modelle des Wiener Auch Jose­ GLPG0634, ein oraler JAK-1-Inhibitor konnte phinums, anhand derer in 14 vielversprechende in einer Phase-II-Studie der Zeit von Kaiser Joseph Ergebnisse vorweisen. II. angehende Mediziner die Anatomie studierten, beeindrucken noch heute. Ein Band mit vielen Fotos präsentiert die neuesten Forschungsergebnisse betref­ fend die Institution und ihre Modelle. Dabei

geht es nicht nur um die Geschichte, son­ dern auch um den gesellschaftlichen, weltan­ schaulichen und philosophischen Hinter­ grund: Das Josephinum ist unverkennbar ein Kind seiner Zeit, der Aufklärung. Horn, A. „Faszination Josephinum. Die anatomischen Wachspräparate und ihr Haus“, 184 Seiten, Verlagshaus der Ärzte, 24,90 € insgesamt gab es also eine Fülle von neuen Maskentanz. WerAlltag fragtin sich Daten, die unseren klinischen den nicht, welcher Mensch hinter nächsten Jahren beeinflussen werden, um die der Fassade seines Gegen­ Therapie der Patienten mit rheumatoider Arübers steckt? Das flott ge­ thritis zu verbessern. ¢ schriebene Buch stellt uns zu Beginn erfolgreiche Men­ 1 Breedveld FC, Arthritis schen& Rheumatism vor, die exemplarisch 2006 2 Abstract N° THU0093 für bestimmte Typen stehen und uns auf 3 Abstract N° LB0003 4 Abstract den ersten Blick faszinieren. Erst ein ge­ N° THU0100 5 Abstract N° OP0023 schulter psychologischer Blick hinter die 6 Abstract N° LB0004 7 Abstract N° Fassaden offenbart, wie der oberflächliche OP0024 8 Abstract N° FRI0182 Schein trügen kann. Letzten Endes will die 9 Abstract N° OP0021 10 Abstract N° Autorin, eine Psychologin und Psychothe­ OP0156 11 Abstract N° OP0155 rapeutin, nicht nur spannende Gefühls­ 12 Abstract N° OP0203 13 Abstract welten beschreiben, sondern auch ihre Le­ N° THU0151 14 Abstract N° OP0263 ser mit den eigenen Unzulänglichkeiten versöhnen. Drexler, H. „Maskentanz. Wie Menschen ihr wahres Ich verstecken“, 304 Seiten, Goldegg Verlag, 22,00 €

1. SLE Jahrestagung am Samstag, 29. September 2012 von 9.00 bis 14.30 Uhr Tagungszentrum Schloss Schönbrunn, Wien Vorsitz und wissenschaftliche Leitung: Univ.-Prof. Dr. Winfried Graninger Vorstand der Klinischen Abt. für Rheumatologie & Immunologie an der Universitätsklinik Graz

universum Innere Medizin 06|12

Interdisziplinäre Diskussion: Rheumatologie – Nephrologie – Dermatologie Nationale und internationale Speaker Anmeldung und weitere Informationen unter: GlaxoSmithKline Academy, Frau Regina Pekarek, Tel.: 01/97075-405, E-Mail: regina.b.pekarek@gsk.com

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„Stete r Topfe n heilt d as Bein “ (Aus d em Lex

m ag a zi n Ec ht k ra nk

Faszinierende Welt der Ärzte

der Na

i turheil kon kunde)

Von Mag. Norbert Peter & Dr. Ronny Tekal-Teutscher Das Kabarett-Duo „Peter und Tekal“ ist auch regelmäßig auf den heimischen Bühnen zu sehen. Termine, Kurzvideos und Informationen unter www.peter-teutscher.at

Teil 3: Der Allgemeinmediziner Der „Praktiker“ verfügt über einen gewaltigen Zuständigkeitsbereich. Zu ihm kann man mit jedem Wehwehchen zwischen Haarspitze und Zehennagel kommen, was ihm zum Allrounder unter den medizinischen Spartensportlern macht. Durch seine Volksnähe übernimmt er eine wichtige Position in der Gesellschaft. Neben dem Pfarrer, dem Lehrer und dem Mechaniker ist er der Meinungsbildner im Ort. Merkmale Wenn er nicht gerade an einem Burnout laboriert, ist er fast rund um die Uhr für seine Patienten erreichbar. Freundlichkeit kann er meist dann versprühen, wenn das Alter Ego, seine Sprechstundenhilfe, die Rolle des Zerberus übernimmt. Die erledigt dann auch die sogenannte „Drecksarbeit“: Rezepte ausstellen, E-Cards einfordern und sich die komplizierten Namen von Patienten, Krankheiten und Medikamenten merken.

Gefahr So praktisch sein Wissen für das Allgemeine auch sein mag, so unpraktisch sind seine Bedenken, zu wenig spezialisiert zu sein. Die Zweifel werden von seinen Fachkollegen auch täglich genährt, die ihn als „GateKeeper“ zur Aufstiegshilfe zu den medizinischen Königsdisziplinen erklären. Daher kann es passieren, dass man bei einem gemeinen Schnupfen mit einer Handvoll Überweisungen zu Spezialisten und damit zurück zum Start in ein Wartezimmer geschickt wird. Tipps für Patienten „Wer Aaah sagt, kann auch B sagen“, wenn er schnell genug ist. Auf Grund des speziellen Patientenaufkommens machen Sie sich am besten schon vorher eine Liste von Punkten, die Sie durchbringen wollen. Stellen Sie sich auf längere Wartezeiten ein, inklusive Zahnbürste und Reservewäsche.

BILD DER WOCHE

Unser heutiges Bild zeigt die ersten Anwendungen von Botulinum-Toxin zur Behandlung von Gesichtsfalten. Obwohl rund hundert Jahre später ein großer Erfolg, erkennt man, dass die damals etwas zu großzügige Dosierung (Kugeldosierer im Bild) zu schweren Nebenwirkungen führte. Bei der zuvor behandelten Patientin (hinten stehend) konnte das eingefrorene Lächeln nicht mehr gelöst werden. Da sie nicht mehr den Mund öffnen konnte, verhungerte sie zwei Wochen nach der Aufnahme.

Die medizinische Millionenfrage

Unter der „Schaufensterkrankheit“ versteht man:

 A: Eine Auslage mit Fieberschüben

 D: Typisches Männerleiden beim Shoppen

Richtige Antwort: D: Obwohl von vielen Frauen als faule Ausrede missinterpretiert, handelt es sich um ein ernstzunehmendes Krankheitsbild, das sich mit jedem weiteren Geschäft für Bekleidung verschlimmert.

Fotos: Thomas Kainrath, Wikipedia.org

 B: Symptom bei einer schmerzhaften Durchblutungsstörung

 C: Zwang, aus dem Fenster zu schauen (Hausmeister-Syndrom)

ärztemagazin 18/2012

Olympische Disziplin „Medizinische Unterschriften“ (mit Bestleistungen) Unterschrift auf Rezept für Kortison (0,01 Sek.) n Unterschrift auf Rezept für Kortison, unter Kortison-Doping (0,001 Sek.) n Unterschrift auf Trauschein (0,1 Sek. ohne Titel) n Unterschrift auf Trauschein (18 Sek. mit allen Titeln!) n Unterschrift auf Steuererklärung, inklusive verzweifelten Stoßseufzers (52 Sek.) n

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