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g ärztemagazin Das Magazin für Ärztinnen und Ärzte in der Praxis

Kugel

Homöopathie bei Krebs: Additiv wirksam?

Hyperurikämie es droht nicht allein die gicht Im Interview ÖÄK-Präsident wechselberger

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AKTUELLE ERNÄHRUNGSMEDIZIN

Wenn alimentäre Defizite

klimakterische Beschwerden (mit)verursachen ... Das vierte und fünfte Lebensjahrzehnt der Frau ist geprägt durch deutliche Veränderungen des Hormonprofils. Durch das Nachlassen der Hormonproduktion können körperliche, wie auch seelische Beschwerden eintreten. Ernährungsmedizinische Untersuchungen haben gezeigt, dass Phytoöstrogene einen positiven Effekt auf hormonelle Dysbalancen ausüben können. Der Mangel an Sexualsteroiden führt auch zu einem beschleunigten Knochenumsatz und einem Nettoverlust an Knochenmasse. Das Risiko für osteoporotische Frakturen steigt. Die Ernährung stellt einen wichtigen Pfeiler in der Prophylaxe und – als adjuvante Maßnahme – der Therapie der Osteoporose dar.

... dann gibt es eine ernährungsmedizinische Lösung: 258 Patientinnen mit klimakterischen Beschwerden wurden bei insgesamt 17 GynäkologInnen über 3 Monate mit WomanVital Menox® behandelt. Die Studie wurde als offene, multizentrische Anwendungsbeobachtung geführt. Die Beurteilung der klimakterischen Beschwerden erfolgte anhand der MRS II (=Menopause Rating Scale II). Die Skala setzt sich aus 11 Symptomen zusammen: Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Herzbeschwerden, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Reizbarkeit, Ängstlichkeit, Erschöpfung, sexuelle Probleme, Harnwegsbeschwerden, Trockenheit der Scheide sowie Gelenk- und Muskelschmerzen. Nach 3-monatiger Einnahme von WomanVital Menox® Kapseln zeigte sich eine statistisch signifikante Verbesserung (p<0,001) der klimakterischen Beschwerden im Summenscore der MRS II. Die Entwicklung der Einzelsymptome zeigte folgenden Verlauf: - Wallungen und starkes Schwitzen reduzierte sich um 43,4 % - Schlafstörungen konnten um 47,3 % verbessert werden - Das Symptom Trockenheit der Scheide reduzierte sich um 43,0 %

- Depressive Verstimmungen nahmen um 45,7 % ab - Reizbarkeit reduzierte sich um 49,2 %

Ernährungsmedizinisches Kurzprofil: Reduziert Hitzewallungen und Schweißausbrüche Ein spezieller Salbeiextrakt vermindert das Auftreten von spontanem Hitzegefühl und lästigem Schwitzen während des Klimakteriums. Das allgemeine Wohlbefinden und das Körpergefühl werden somit verbessert. Sorgt für erholsamen Schlaf Ein ausgewogen dosierter Vitamin-B-Komplex verbessert Ein- und Durchschlafstörungen. Auf diese Weise wird die Stressresistenz verbessert und die Nerven gestärkt. Fördert die körperliche und seelische Ausgeglichenheit Phytoöstrogene (Isoflavone) aus der Sojabohne stabilisieren den Hormonhaushalt auf natürliche Weise. Diese Pflanzenstoffe beruhigen, in Kombination mit einem hochdosierten Vitamin-B-Komplex, das Nervensystem. Dadurch werden Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit reduziert. Stärkt die Knochen Hochdosiertes Vitamin D3 sorgt in Kombination mit der weltweit patentierten PANMOL®-CALCIUM-Formel für starke Knochen. Diese patentierte Nährstoffkombination wird besser in die Knochen aufgenommen als herkömmliches Calcium.

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editorial

ausgabe 16/5. Juli 2012

Gut durchgeschüttelt

G

ut geschüttelt ist bei James Bond bereits die halbe Miete, ähnlich ruht in der Homöopathie die Kraft im richtigen Verschütteln und Verreiben, im so genannten Potenzieren. An diesem Punkt reiben sich auch schon die Homöopathie-Gläubigen mit den Skeptikern, die eherne naturwissenschaftliche Gesetze mit Füßen getreten sehen. Zudem scheint vielen eine Arznei so ganz ohne Nebenwirkungen einfach zu schön, um wahr zu sein. Die Homöopathie ist in den Köpfen vieler strenger Universitätsmediziner nie angekommen und hat bis heute ein hartnäckiges Glaubwürdigkeitsproblem. Allerdings – und viele mögen dies als den wichtigeren Punkt erachten – hat die alternativmedizinische Behandlungsmethode bei den Patienten einen wichtigen Platz eingenommen, fast könnte sie als Therapie der Herzen bezeichnet werden. Trotz der vielen Unkenrufe hat die Homöopathie eine Nische für sich gefunden, in der sie sich nicht um schwere Krankheiten kümmert, sondern um die kleinen Wehwehchen des Alltags, etwa um Verkühlung, minderschwerer Allergie oder trockene Schleimhäute.

Viele homöopathischen Ärzte denken jedoch nicht daran, in einem esoterischen, elitären Eck zu verharren, sondern suchen immer vehementer den Dialog mit der Universität, um ihre Lehre wissenschaftlich zu legitimieren. Hierfür wurden nicht nur Studien nach modernem Muster initiiert, sondern sich auch in Fächern vorgewagt, die als Sinnbild der ernsthaften Medizin stehen. Am Wiener AKH ermöglicht man etwa onkologischen Patienten, zur Standardtherapie eine additive homöopathische Behandlung hinzuzuziehen. Eine retrospektive Studie ebendort versuchte den Erfolg dieser Zusatztherapie zu evaluieren (Seite 20). Ähnliche Glaubensfragen ficht man in der Orthomolekularmedizin aus. Auch diesen Vertretern der sanften Heilkunde weht zuweilen ein rauer Wind aus der Schulmedizin entgegen. Das gilt ebenso für den Pharmazeuten Norbert Fuchs, der für seine Idee zum Großunternehmer mutierte. Im Interview konnte der Produzent orthomolekularer Nahrungsergänzungsmittel zumindest unseren Chef vom Dienst – aus beruflichen Gründen zur Skepsis neigenden – Hans Wenzl davon überzeugen, dass es ihm vor allem um die Sache geht und das Geldver-

dienen ein netter Nebeneffekt ist. Was außerdem Missing Links im Spinat zu suchen haben und warum Studien mit einzelnen Vitaminen sinnlos sind, lesen Sie ab Seite 12. Aber egal ob puritanischer Schulmediziner, alternativer Wald- und Wiesenarzt oder schneidefreudiger Chirurg, sie alle segeln letztlich unter einer Flagge. Und neuerdings mit dem neuen Kapitän Dr. Artur Wechselberger, der auch alle Kollegen im Boot haben will. Im Interview ab Seite 8 erzählt uns der neue Präsident der Österreichischen Ärztekammer, in welche Gewässer die Reise führen soll, freilich ohne den Erfahrungsschatz der älteren Funktionäre über Bord zu werfen. Irgendwo wartet gewiss ein sicherer Hafen, und falls man doch in raue See gerät, so kann man auf die Gesetze der Homöopathie hoffen: Was einen durchschüttelt, macht einen nur stärker!

Ihr Raoul Mazhar Chefredakteur

Um einen Hürdenlauf beim Lesen zu vermeiden, verzichten wir auf das Binnen-I und auf die gesonderte weibliche und männliche Form bei Begriffen wie „Arzt“ und „Patient“. Wir hoffen auf Ihr Verständnis!

Im Web: www.aerztemagazin.at ....... E-Mail: redaktion@aerztemagazin.at

WENN EIN LEBEN IN GEFAHR IST

Tel.: 01/54 600-0, Fax: DW 50 512, E-Mail: medizin@aerztemagazin.at; Chefredaktion: Raoul Mazhar DW 630, E-Mail: mazhar@aerztemagazin.at; Chef vom Dienst: Dr. Hans Wenzl DW 631; Redaktion: Mag. Nicole Martinek DW 613, Ständige Mitarbeiter: Dr. Norbert Hasenöhrl, Dr. Uli Kiesswetter, Mag. Michael Kraßnitzer, Mag. Karin Martin, Univ.-Prof. Dr. Helmut Ofner, Mag. Josef Ruhaltinger, Dr. Christina Schenk, Dr. Shureen Shab-Par, DDr. Isabella Wessig; Artdirektion: Carolyn Stuckey; Produktion & Grafik: Siegfried Duft; Geschäftsführung: Thomas Zembacher; Leitung Medizin Medien/Print: Bettina Kammerer DW 610 Leitung Medizin Medien/ Verkauf: Reinhard Rosenberger DW 510; Verkaufsleitung: Mag. Birgit Frassl DW 520; Anzeigen­ sekretariat: Sylvia Saurer DW 512; Druck: Friedrich VDV, 4020 Linz; Erscheinungsweise: vierzehntägig; Auflage: verbreitete Auflage Inland: 15.449 Stk., ÖAK geprüft – 2. Halbjahr 2011; Einzelpreis: € 2,90; Inlandsabo: € 71,21; Auslandsabo: € 98,10; Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt, verwertet oder verbreitet werden.

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inhalt

ausgabe 16/5. Juli 2012

„Ernährung ist bei asymptomatischer Hyperurikämie ein Hauptpfeiler der Behandlung“

8 Dr. Artur Wechselberger im Gespräch

24 DFP Hyperurikämie

fortbildung

24 Hyperurikämie Die Stoffwechselstörung ruft nicht nur Gicht hervor, sondern könnte auch Gefahr für Herz und Nieren bedeuten

30 Handinfektionen Vor allem Bissverletzungen führen häufig in die Notaufnahme 32 Schizophrenie Die Erkrankung erhöht die Chance, zum Gewalttäter und zum Gewaltopfer zu werden 34 Interview III WONCA Europe Kongresspräsident Dr. Gustav Kamenski zu EBM und ärztlicher Kunst 39 Produkte & Aktionen Pharmanews

aktuell 6 8

Gesundheitspolitik kurz gefasst Interview I Der neue ÖÄK-Präsident Dr. Artur Wechselberger über Standespolitik und E-Health

praxis

medizin

35 Aktuelles für die ärztliche Praxis 35 Die praktische Frage „Können Hausbesuche zum Praxismarketing beitragen?“ 36 Klimageräte Der kühle Kopf in der Ordination will gut geplant sein 37 Recht Wie weit gehen die Befugnisse von Lehrpraktikanten?

Neues aus Medizin und Forschung Interview II Mag. Norbert Fuchs sieht in Mikronährstoffen einen Schlüssel zur Gesundheit 16 Fall der Woche Schulterschmerz, Müdigkeit und Visusverlust – was ist los mit Frau Karin? 20 Homöopathie In einer Studie am Wiener AKH zeigen Homöopathika additiv Wirkung bei Krebs

01/04.2012

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16 Fall der Woche ärztemagazin 16/2012

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1 Christoph Baumgartner: Diagnose und Therapie der Epilepsie. Neurologie 1/10, Seite 5-16. C.P. Panayiotopoulos: Antiepileptic Drugs, Pharmacopoeia. Springer-Verlag London Limited 2011, Chapter 12, page 43-48. 3 WVZ Levebon® Filmtabletten 05/2012. * ab Juni 2012 in der Grünen Box. **ab Juli 2012 im WVZ.


aktuell

Neue Kammerspitze: Dr. Karl Forstner, Dr. Harald Mayer, Präs. Dr. Artur Wechselberger, Dr. Johannes Steinhart, Dr. Herwig Lindner (v.l.n.r.)

Standespolitik

Wechselberger gewählt D

rei neue und zwei bekannte Gesichter im neuen Präsidium der Österreichischen Ärztekammer. Bei der Wahl am 22. Juni in Bregenz setzte sich der bisherige Kammervize und Präsident der Tiroler Standesvertreter Dr. Artur Wechselberger gegen seinen Konkurrenten aus Niederösterreich, Dr. Christoph Reisner, durch. Der NÖKammerchef, der neben den Stimmen aus seinem Bundesland vor allem in Wien und Kärnten Unterstützung fand, konnte 83 Delegiertenstimmen

auf sich vereinen, Wechselberger 103. Als Kurienobmann der Angestellten Ärzte und ÖÄK-Vize bestätigt wurde außerdem der Oberösterreicher Dr. Harald Mayer. Neu ins Präsidium der ÖÄK gewählt wurden Dr. Johannes Steinhart, Wien, als Kurienobmann der Niedergelassenen Ärzte, der Salzburger Kammerpräsident Dr. Karl Forstner als 1. Stellvertreter von Wechselberger und der neue steirische ÄrztekammerChef Dr. Herwig Lindner, der

das Amt des Finanzreferenten bekleidet. Neben Gratulationen an den neuen ÖÄK-Präsidenten auch seitens seines Konkurrenten Reisner kamen aus Niederösterreich auch kritisch Stimmen zur neuen Führungsstruktur. Zu viele Referate wären durch altgediente Ex-Präsidenten besetzt worden, die Wiener und niederösterreichischen Spitzenfunktionäre wären von allen wichtigen Funktionen ausgebootet. Als ihre wichtigsten Ziele sieht die neue Kammerführung (siehe dazu auch das Interview mit dem neuen Präsidenten auf Seite 8 dieser Ausgabe) die Attraktivierung des Arztberufes, praxisgerechte Arbeitsbedingungen in Ordination und Spital und die Entrümpelung der Bürokratie im ärztlichen Arbeitsablauf. Gefordert werden eine „überfällige“ Reform der ärztlichen Ausbildung, eine Gesundheitspolitik mit Fokus auf guter Versorgung, die Einführung des ÖÄK-Hausarztmodells sowie die tatsächliche Ermöglichung patientenorientierter ärztlicher Kooperationsformen. Wichtig sei darüber hinaus ein sinnvoller digitaler Datenaustausch, der die Ärzte unterstützt und nicht behindert. Die aktuelle Gesundheitsreform und ELGA in der geplanten Form werden vehement abgelehnt.

E LGA

Nur Ärzte in Opposition

B

ei einem Expertenhearing des Gesundheitsministeriums zum Thema Elektronische Gesundheitsakte am 18. Juni sprachen sich nur noch die Ärztevertreter gegen das Projekt in der geplanten Form aus. Für die ÖÄK formulierte Dr. Artur Wechselberger die grundsätzlichen Forderungen für eine Zustimmung: Datenschutz, freiwillige Teilnahme für Patienten und Ärzte und eine unkomplizierte Anwendung, die keine Haftungsprobleme aufwirft. Kritik an ELGA äußerten zuletzt auch Wiens junge Spitalsärzte. Der Obmann der Sektion Turnusärzte der Wiener Ärztekammer, Stephan Ubl, fürchtet, dass damit noch mehr Bürokratie auf die Turnusärzte in den Spitälern zukommt und somit noch weniger Zeit übrig bleibt, sich ausreichend um die Patienten zu kümmern. Außerdem warnt er vor einem „Super-GAU des Datenschutzes“.

Deutsche Ärzte können künftig mit dem Segen der Höchstgerichte Geschenke und Reisen von Pharaunternehmen annehmen, ohne sich wegen Korruption strafbar zu machen. In einem Entscheid des Bundesgerichtshofs wurde festgestellt, Ärzte seien weder Angestellte noch Funktionsträger der gesetzlichen Krankenkassen und deshalb nach geltendem Recht nicht wegen Bestechlichkeit belangbar. Kassenärzte hätten in ihrer Arbeit einen Gestaltungsspielraum. Wolle die Politik das ändern, müsse sie die dafür nötige Gesetzesgrundlage schaffen. (apa)

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Wellan neuer Apotheker-Chef

Reformen noch skeptisch gesehen

Wien braucht mehr Kassenstellen

Erstmals in der Geschichte der Österreichischen Apothekerkammer wurde am 20. Juni mit dem Wiener Mag. Max Wellan ein angestellter Pharmazeut zum Präsidenten gewählt. Er folgt auf Mag. Heinrich Burggasser, der Wellan in einer Kampfabstimmung unterlag. Wellans Stellvertreter sind Dr. Christian Müller und Dr. Martin Hochstöger.

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Laut einer Umfrage von OEKONSULT sind mit 43 Prozent die Befürworter der Einigung zur Gesundheitsreform zwar in der Mehrheit, an ein Zustandkommen glauben aber zwei Drittel nur, wenn die Gemeinsamkeit von Bund, Ländern und Kassen aufrecht bleibt. Die Kritik der Ärzte an der Reform sehen nur 27 Prozent als uneigennützig an. (apa)

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Wiens Ärztekammerpräsident Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres fordert zusätzliche Kassenverträge für die Bundeshauptstadt. Die geplante Schließung von Spitalsambulanzen – etwa für Dermatologie – erfordere aber ein Aufstocken der Kassenstellen, damit der niedergelassene Bereich die zusätzlichen Aufgaben auch erfüllen kann.

ärztemagazin 16/2012

Fotos: ÖÄK_Dietmar Mathis, Österreichische Apothekerkammer, BilderBox.com, Pfluegl, own code – Wikipedia.org

Geschenkannahme keine Korruption


Wien

Streit um Kassen-Psychotherapie

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ie Wiener GKK plant auf Basis einer von der Trägerkonferenz des Hauptverbands beschlossenen „Strategie Psychische Gesundheit“ massive Änderungen in der Zuteilung von psychotherapeutischen Sachleistungen. Was aus Sicht der WGKK einen Zuwachs von 5.000 Psychotherapiestunden durch „gezielte Steuerung“ mit sich bringen soll, bezeichnet der Berufsverband der PsychotherpeutInnen allerdings als den Aufbau neuer Hürden. Ab Oktober solle ein Bewilligungsverfahren zum Einsatz kommen, bei dem sensible persönliche Daten der Versicherten abgefragt bis hin zu „intimsten und beschämenden Cutterguide: Details“. Außerdem würden N/A Printing Process: Offset GD: RM 30506 (apa) psychoanalytische Therapien massiv beschränkt.

Preis

Ausgezeichnete Kommunikation

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en ersten Platz ihrer jeweiligen Kategorien beim Kommunikationspreis der Österreichischen Akademie für Präventionsmedizin belegten heuer die Projekte „Vollfan statt Vollfett – Alkoholsuchtprävention in Wiener Fußballstadien“ des Instituts für Suchtprävention der

Drogenkoordination Wien, „SchauspielpateintInnen im Kommunikationstraining für Medizinstudierende“ des Department für Aus- und Weiterbildung der MedUni Wien und „Servus Sozialzentrum Würnitz“, des Sozialzentrums Würnitz. Infos: ÖAPAG, www.oeapg.at Size: 148 x 210 mm Bleed: 3mm Pages: 1 Colors: C M Y K (4 Colors),

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Pharma

Vorstoß wegen Schuldenkrise

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uropas Pharmaunternehmen nehmen die Schuldenkrise in Südeuropa zum Anlass, Zugeständnisse auf dem Pharmamarkt zu verlangen. Angesichts hoher Zahlungsrückstände für Medikamentenlieferungen – nach Industrieangaben hat der griechische Staat im ersten Quartal lediglich ein Prozent der erhaltenen Medikamente bezahlt – drängt die Branchenvereinigung Efpia die EUKommission, ein Verbot für

ärztemagazin 16/2012

Fachkurzinformation siehe Seite 38

FSME-Impfstoffe schützen nicht vor Borrelieninfektionen!2 25% der heimischen Zecken sind mit Borrelien infiziert!3

Zuletzt jährlich 70.000 Neuerkrankungen alleine in Österreich!4 Bezeichnung

Menge

Kassenstatus

ZINNAT® 500 mg Filmtabletten

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ZINNAT® 250 mg Filmtabletten

14 Stk

Grüne Box

Quellen: 1. Veröffentlichte Fachinformation Zinnat®. 2. Veröffentlichte Fachinformation FSME-Immun®. 3. Stanek, Gerold 2005. In: Ärzte Krone 08/2005. 4. Oblitschnig, Albin In: Kleine Zeitung vom 05.05.2012, Seite 52 – Ressort: Gesundheit Steiermark. 5. Warenverzeichnis Mai 2012, KVP Preisvergleich Cefuroximaxetil 250 mg und 500 mg (kein anderes Cefuroximaxetil günstiger)

Das O nied riginal zu rigst en P m reis! 5

AT/CFA/0004/2012 06/2012

Rück-Exporte aus Ländern umzusetzen, in die Medikamente mit hohen Rabatten ausgeliefert werden. Durch den Rück-Export in Hochpreisländer wie Deutschland würden den Parmaunternehmen Milliarden entgehen. Außerdem hätten die Nachlässe noch weitere Folgen. Regierungen in ganz Europa würden sich mittlerweile an den Preisen in Südosteuropa orientieren, wenn sie die Medikamentenpreise in ihren Ländern festsetzen. Immerhin habe man aber die Staatshaushalte der Krisenländer durch Rabatte in den letzten beiden Jahren um mehr als sieben Milliarden Euro entlastet. Die Preise in Südeuropa dürften deshalb nicht länger als Referenz für die Preisbildung herangezogen werden, fordert die Efpa. (apa)

Bei Lyme-Borreliose im Frühstadium und zur Prävention von Spätschäden1


aktu e l l I nte r v i ew

„Wir sind keine Verhinderer“

ärztemagazin: Die Wahl zum Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) haben Sie mit knappem Vorsprung gewonnen. Wie wollen Sie jene, die gegen Sie gestimmt haben, wieder ins Boot holen? Wechselberger: Ich werde ihnen zeigen, dass die Sorge unbegründet ist, mit mir werde eine Altherrenkammer installiert. Ich will, dass wir nach vorwärts schauen. Unser Ziel ist die Veränderung und sicher nicht das Bewahren des Status quo. Im Bereich der Kammeradministration möchte ich ein elektronisches Dokumentenmanagement, Videokonferenzen und ein e-Gouvernement-System einführen. Auch möchte ich eine dynamischere Zusammenarbeit zwischen den Länderärztekammern und der ÖÄK erreichen. Im politischen Bereich müssen wir aus diesem fürchterlichen Verhinderer-Eck herauskommen, in das man uns stellt. Wir sind keine Verhinderer. Ich hoffe, dass die Aufbruchsstimmung auch jene erfasst, die mir bisher reserviert gegenüber standen. ärztemagazin: Noch sieht es nicht danach aus. Ihr Konkurrent, der niederösterreichische Ärztekammerpräsident Dr. Christoph Reisner, hat die neue Kammerführung als „Pensionistentrupp“ bezeichnet, weil fünf ehemalige Präsidenten in wichtige Funktionen gehievt wurden. Wechselberger: Die ehemaligen Präsidenten haben einen Wissens- und Erfahrungsschatz, den zu verlieren nicht der richtige Weg ist. Richtig ist, dass dieses Wissen und Können nun an Jüngere weitergegeben wird. ärztemagazin: Reisner hat auch behauptet, dass die Ärztekammer aufgrund langjäh8

riger Nein-Sager-Politik von Politik und Hauptverband nicht mehr als gleichberechtigter Partner akzeptiert wird. Hätte die Standesvertretung nicht öfters eigene Projekte auf die Beine stellen sollen? Wechselberger: Wir können sehr wohl auf eigene Projekte verweisen: Das Fehlerberichts- und Lernsystem CIRS medical oder das freie Qualitätsmanagementsystem ÖQM. Allen Innovationen, die Zeit, Kosten und Ressourcen sparen, stehen wir positiv gegenüber. ärztemagazin: Womit wir bei den Themen Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) und e-Medikation angelangt sind. Wie wollen Sie verhindern, dass diese Systeme in der jüngst erprobten und laut Evaluierungsbericht nicht praxistauglichen Form umgesetzt werden?

„Innovationen, die Zeit, Kosten und Ressourcen sparen, stehen wir positiv gegenüber“ Wechselberger: Wir brauchen natürlich ein ungerichtetes elektronisches Befundaustauschsystem. Aber bitte eines, das den Work-Flow des Arztes im Krankenhaus und der Praxis berücksichtigt. Wenn man mir ein System bringt, mit dem ich eine Stunde Arbeitszeit pro Tag einspare, wäre ich ein Narr, wenn ich dagegen wäre. Wir müssen eben versuchen, unser Wissen und unsere Erfahrung laut und deutlich zu artikulieren, sodass aus ELGA ein vernünftiges Arbeitstool wird. ärztemagazin: Wie sollte dieses Arbeitstool konkret aussehen? Wechselberger: Man müsste die Standards vorgeben und es dann den Bedürfnissen der Anwender überlassen. Jeder Arzt soll sich

das aussuchen können, was ihm am meisten bringt. Das Ministerium glaubt zu wissen, was jeder Arzt in seiner Praxis braucht. Das ist ja absurd. Ich weiß, was ich in meiner Praxis in der Landeshauptstadt eines kleineren Bundeslandes brauche. Aber ich weiß nicht, was ein Allgemeinmediziner in der Großstadt Wien oder ein Facharzt für Pulmologie oder physikalische Medizin irgendwo anders braucht. ärztemagazin: Sollte ELGA für Ärzte freiwillig sein? Wechselberger: Ja. Wenn es wirklich gut ist, wird es auch Akzeptanz finden. Wenn es einen Benefit bringt, ist die Finanzierungsfrage gleich eine ganz andere. Auch um die Haftung wäre es ganz anders bestellt, wenn man sich gezielt aus dem System herausholen kann, was man im Moment des Behandelns braucht. ärztemagazin: Warum eigentlich ist das Pilotprojekt e-Medikation so ein Flop geworden? Wechselberger: Dieses System ist durch verschiedenste Einzelinteressen vollkommen verwässert worden. Es war der dringendste Wunsch der Apothekerkammer und der Pharmazeutischen Gehaltskasse, ein von ihnen entwickeltes Softwarepaket wiederzuverwenden, für das sie eineinhalb Millionen Euro ausgegeben haben. Auch wurde der mechanistische Gedanke der Interaktionsprüfung in den Vordergrund gedrängt, als ob die e-Medikation ein Laieninstrument wäre. Dass man drei Medikamente eingibt und der Computer spuckt dann die Wahrheit aus – so funktioniert Medizin nicht. Durch das Unwissen der Mit-Player ist das System überlastet mit Dingen, die man nicht braucht. ärztemagazin: Eines verstehe ich einfach nicht: Wieso sind die Länder so vehement für ELGA? Letztlich fällt es ja ihnen als Spitalsbetreiber auf den Kopf, wenn sie ein ärztemagazin 16/2012

Fotos: Barbara Krobath

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m 2. Juli wurde Tirols Ärztekammerpräsident Dr. Artur Wechselberger als ÖÄK-Chef angelobt. Das ärztemagazin sprach mit ihm über seine Pläne für die Standesvertretung und in der Gesundheitspolitik.


Der neue ÖÄK-Präsident Dr. Artur Wechselberger will mit positiven Projekten in der Gesundheitspolitik punkten und Aufbruchsstimmung generieren.

ärztemagazin: Mit der Gesundheitsreform wird die Finanzierung von Länderfonds gesteuert. Haben Sie Sorge, dass dann Spitalsinteressen im Vordergrund stehen? Wechselberger: Dieses Problem besteht jetzt schon bei den Gesundheitsplattformen. Die Länder als Träger der Krankenhäuser machen jede Bewegung im Gesundheitssystem unmöglich. Es müsste irgendwo einen Einkäufer für Gesundheitsleistungen geben, und er müsste die dort einkaufen, wo es am günstigsten und sinnvollsten ist. Dann würden sich plötzlich die Betten in den Häusern reduzieren, die Ambulanzzahlen würden zurückgehen und der niedergelassene Bereich würde sich entwickeln können.

ärztemagazin: Warum funktionieren die Gruppenpraxen nicht so, wie man sich das erhofft hat? Wechselberger: Des Gruppenpraxengesetz wurde gemacht, um die privaten Krankenhäuser zu schützen und den Ländern die Bedarfsprüfung zu erhalten. Entsprechend sieht das Gesetz aus.

ärztemagazin: Wie sehen Sie die Zukunft des Hausarztes? Bleibt dessen Aufwertung nur ein frommer Wunsch der Ärzte? Wechselberger: Den Hausarzt am Land wird es immer geben. Einen Zusammenbruch der Versorgung am Land hält die Lokalpolitik nicht durch. Die größten Sorgen mache ich mir um die Fachärzte. Wie ist es zu schaffen, dass die modernen medizinische Leistungen der Sonderfächer im niedergelassen Bereich in großer Breite und großer zeitlicher Verfügbarkeit angeboten werden? Das kostet nämlich Geld. Das Hausarztsystem ist nur ein kleines Glied in der Kette. Ich befürchte aber, dass sich die Gesundheitspolitik auf dieses Thema draufsetzt und dann meint, sie habe da-

ärztemagazin: Im „Standard“ wurden Sie wegen Ihres Consultingund Fortbildungsunternehmens kritisiert. Können Sie eine Unvereinbarkeit mit Ihrer Funktion ausschließen? Wechselberger: Hundertprozentig. Ich habe vor zwölf Jahren mit zwei Kollegen eine Einrichtung ge-

schaffen, um Arztassistentinnen fortzubilden. Dafür bekommt man ein Zertifikat der Ärztekammer für Tirol, aber das bekäme man für die Ausbildung eines anderen Anbieters genauso. In einem kleinen Land wie Tirol ist die Fortbildung von Arztassistentinnen kein Geschäft. Ich werde trotzdem versuchen, das irgendwie anders zu organisieren. Ich will nicht angreifbar sein. n Interview: Mag. Michael Krassnitzer, MAS; Dr. Hans Wenzl Fachkurzinformation siehe Seite 38

mit ihre Aufgabe erfüllt. Die strukturellen Probleme im niedergelassenen Bereich jedoch ergeben sich aus der zu geringen Vertragsanzahl und der fixen Ein-PersonenBindung an einen Kassenvertrag ohne Möglichkeit des Teilens oder Zusammenarbeitens. Die räumliche, zeitliche und fachliche Verfügbarkeit neuer medizinischer Leistungen kann nur durch großzügige Zusammenarbeitsmöglichkeiten erreicht werden.

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Auch unser Nervensystem braucht die richtige Nahrung und Aufmerksamkeit.

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System implementieren, das die Arbeit der Ärzte behindert. Wechselberger: Die Länder meinen, es würde sich für die Krankenhäuser eigentlich nichts ändern. Sie realisieren nicht, was für eine Menge an Befunden dazukommt, wenn der gesamte niedergelassene Bereich mit einbezogen ist. Dann scheinen in den Krankenhäusern plötzlich zehnmal so viele Befunde auf und sie werden sehen, was es bedeutet, wenn es keine klaren Suchmöglichkeiten gibt. Und dann wird das System kollabieren.

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medizin Renale Dener vierung

Langzeiteffekt belegt ittels Renaler Denervierung (RDN) kann bei Patienten mit therapieresistentem Bluthochdruck auch langfristig der Blutdruck gesenkt werden. Das zeigen aktuelle Daten aus zwei Studien. Zwölf Monate nach dem Eingriff hatten die Studienteilnehmer eine mittlere Blutdrucksenkung von -28/-10 mm Hg. Außerdem erwies sich RDN als sichere Therapieform: Es traten keine ernsten produktbedingten Ereignisse, keine signifikante Veränderung der Nierenfunktion und keine Gefäßkomplikationen auf. Auch drei Jahre nach dem Eingriff zeigte sich keine Abnahme des blutdrucksenkenden Effektes, die Probanden behielten eine mittlere Blutdrucksenkung von -33/-19 mm Hg bei. Ziel der Renalen Denervierungs-Therapie ist es, die Nervenenden, die sich in der äußeren Gefäßwand der Niere befinden, durch Hitzeeinwirkung zu zerstören. Dies führt zu einer Senkung der sympathischen Nierenaktivität und dadurch zu einer Senkung des Blutdruckes. Der Eingriff wird minimal invasiv über einen in die Leistenarterie eingeführten Katheter durchgeführt, über den eine Sonde in den Nieren-

arterien platziert wird. Die Behandlung, die zirka 40 bis 60 Minuten dauert, findet unter Sedoanalgesie statt. Von therapieresistenter Hypertonie sind etwa 15 Prozent der Hochdruck-Patienten betroffen, in Österreich rund 450.000 Menschen. Diese Patienten haben ein dreifach höheres Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse als kontrollierte Hypertonie-Patienten. „Mit der RDN wurde und wird das

Elektrosignale: Sensoren am Körper ermöglichen objektive Messungen über Schmerz

Schmerztherapie

Vagusnerv stimulieren E

Spektrum blutdrucksenkender Therapien um eine wirksame, sichere und sehr vielversprechende Behandlungsoption erweitert“, resümiert Prim. Univ.-Prof. Dr. Uta Hoppe, Vorständin der Universitätsklinik für Innere Medizin II, Kardiologie und Internistische Intensivmedizin der Paracelsus Medizinischen Universität Salzburg. (B&K)

ine Methode, durch elektrische Stimulation über mehrere Tage hindurch Schmerzen zu lindern und die Durchblutung zu fördern, wurde an der Technischen Universität Wien entwickelt. Ein Gerät stimuliert parasymphatische und symphatische freie Nervenendigungen am Ohr, wo die Fasern des Nervus Vagus verlaufen. Die Vorrichtung gibt über kleine Titannadeln elektrische Impulse an die Verzweigungen des Hirnnervs ab und kann ganz einfach von außen drahtlos gesteuert werden – et-

wa über ein Smartphone. Die erforderlichen Signale hängen auch von der Art des Schmerzes ab, wie Univ.-Prof. DI Dr. Eugenijus Kaniusas, Leiter der Gruppe für Biosensorik, herausgefunden hat: „Chronische Schmerzen sprechen auf andere Elektrosignale an als akuter Schmerz.“ Große Erfolge zeigen sich auch bei Patienten mit peripherer Verschlusskrankheit. Eine Steigerung der Durchblutung im Fuß durch die elektrischen Impulse war bei Versuchen deutlich zu erkennen. (TU Wien)

Aderlass gegen Bluthochdruck?

Trauer macht tatsächlich krank

Heimat bist Du großer Trinker

Forscher der Berliner Charité haben nachgewiesen, dass ein Aderlass (zweimal je 300 Milliliter Blut) den Blutdruck um durchschnittlich 16 mmHg senken kann. Eine Nachfolgestudie soll nun untersuchen, ob regelmäßiges Blutspenden ein wirksames Therapieverfahren bei Bluthochdruck sein könnte. (idw)

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Trauer macht krank. Das wurde nun an der Medizinischen Hochschule Hannover wissenschaftlich bestätigt. Bei älteren Menschen, die vor kurzem ihren Partner verloren haben, wurde vermehrt der Entzündungsmarker IL-6 im Blut nachgewiesen. Eine Genvariante allerdings schützt manche. (MHH)

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RDN: Das sympathische Nervengeflecht (Pfeile) wird durch Wärme zerstört

Biomarker analysieren

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eutschen und schwedischen Forschern ist es gelungen, mit neuartigen netzwerkanalytischen Methoden die Auswertung von molekularen Biomarkern zu optimieren. Die neuen statistischen Verfahren erlauben eine klare Interpretation großer und komplexer Datenmengen sowie eine verständliche Visualisierung der Krankheitsverläufe von einzelnen Probanden über einen längeren Zeitraum. hinweg. (UMG)

10

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350.000 Österreicher sind Alkoholiker. Das konstatiert der jüngste Welt-Drogenbericht des UNO-Büros für Drogen und Verbrechensbekämpfung (UNODC) mit Sitz in Wien. Ein Viertel der Österreicher – somit an die zwei Millionen Menschen – haben zumindest problematischen Alkoholkonsum. (apamed) ärztemagazin 16/2012

Fotos: TU Wien, Universitätsklinikum Bonn, British Library, London – Wikipedia org, Peter_Smola_pixelio.de, BilderBox.com

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m ed i z i n CO P D

Weniger Atemnot, mehr Aktivität

Inaktivität

Eine anticholinerge Basistherapie kann Dyspnoe rasch verbessern, was zu einer deutlichen Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit führt. vorgesehen (Block et al., 2004). Und auch die GOLD-Guidelines berücksichtigen in ihrer aktualisierten Fassung von 2011 die Atemnot mehr als bisher. Diese fließt nun neben der Lungenfunktion und der Zahl der Exazerbationen in die neue Klassifizierung (Kategorien A, B, C und D) ein. Air-Trapping. Um die Belastungstoleranz zu erhöhen, muss das „Air-Trapping“ verringert werden. Denn die „gefangene Luft“ überbläht einzelne Lungenabschnitte und führt zu einer Atemstrombehinderung auch in prinzipiell noch intakten Regionen des Lungenparenchyms. Hier setzt das lang wirksame Anticholinergikum Tiotropium*) an, das gegen die cholinerge Hyperaktivität wirkt und in den COPD-Gruppen B bis D als Bronchodilatator der ersten Wahl für die Dauertherapie empfohlen wird. Tiotropium. Einer Untersuchung zufolge (O’Donnell et al., 2004) verringert sich die

Dekonditionierung

Exazerbationen

iele COPD-Patienten verringern ihre körperlichen Aktivitäten auf ein Minimum, um das beklemmende Gefühl der Atemnot zu vermeiden. Damit wird Atemnot zum Ausgangspunkt einer Abwärtsspirale mit sich zunehmend verschlechternder Belastungstoleranz (siehe Abb.). Dieses Vermeidungsverhalten kann im Verlauf der Erkrankung so weit automatisiert werden, dass Betroffene dem Arzt über Dyspnoe etwa beim Einkaufen oder Treppensteigen nur nach gezieltem Nachfragen berichten. Dyspnoe. Dabei ist Atemnot ein wesentliches diagnostisches und prognostisches Kriterium bei COPD. Laut der derzeitigen Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie OA Dr. Sylvia Hartl, I. Interne Lungenabteilung, Otto-WagnerSpital, Wien, ist in den ÖGP-Leitlinien zum Management der COPD schon seit 2004 die quantitative Evaluierung der Dyspnoe

Verschlechterung der Lebensqualität

V

Eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit

Illustration: Adapted from Decramer, Eur Respir Rev 2006

Dyspnoe

Dyspnoe bereits nach der ersten Inhalation von Tiotropium. In dieser Studie verlängerte Tiotropium auch die Ausdauerzeit am Fahrradergometer bereits nach drei Wochen um 14 Prozent gegenüber dem Ausgangswert, nach weiteren drei Wochen um 21 Prozent. Dies ist nur durch den Trainingseffekt zu erklären und weist darauf hin, dass die Patienten auch zwischen den Ergometertests (also im Alltag) körperlich aktiver waren. n Dr. Uli Kiesswetter *) Tiotropium ist in Österreich unter dem Handelsnamen Spiriva® (Boehringer Ingelheim und Pfizer) erhältlich.

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me d i z i n I nte r v i ew

„Gesundheit fängt am Feld an“ Ernährung ist für den Pharmazeuten Mag. Norbert Fuchs ein Schlüssel zur Gesundheit. In der orthomolekularen Medizin ortet er großes Potenzial.

ärztemagazin: Herr Mag. Fuchs, Ihr Unternehmen gibt es seit 1989. Was war Ihre Motivation, sich eine Betriebsgründung anzutun und selbst pharmazeutische Produkte herzustellen? Fuchs: Weil ich damals 15 Jahre Apothekenpraxis hinter mir hatte, und die pharmazeutische Ausbildung ist ja sehr biochemielastig. Bei immer mehr Menschen hatte ich das Gefühl, ihre Erkrankung hat etwas mit ihrer Ernährung zu tun, während die Behandlung primär pharmakologisch ausgerichtet ist. Das ist an und für sich aus pharmazeutischer und medizinischer Sicht gut, aber nicht immer kausal. Das war für mich der Anstoß, mich mit biochemischen Hintergründen mehr auseinanderzusetzen. ärztemagazin: Vermutlich hat es die entsprechenden Produkte auch gar nicht auf dem Markt gegeben? 12

Fuchs: Es hat gar nichts gegeben, außer ein paar undifferenzierten Multivitaminpräparaten. Ich hab damals selbst als junger Pharmazeut zu diesen Präparaten gegriffen, wenn mir nichts anderes eingefallen ist, nach der Devise „nützt es nichts, schadet es nichts“. Die Affinität war schon da, aber diese Präparate hatten für mich keine Gesichter. ärztemagazin: Hinter Ihrer Überlegung steht die pharmakologische Herausforderung, Vitamine und Spurenelemente sinnvoll zu kombinieren. Fuchs: Keine pharmakologische Herausforderung, sondern eine physiologische Herausforderung. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Pharmakologie setzt sich mit der Wechselwirkung eines pharmakologischen Wirkstoffs mit dem Körper auseinander. Wenn ich aber von Nährstoffen spreche, dann sind sie Teil des komplexen physiologischen Stoffwechselgeschehens. Da liegt ein zentrales Missverständnis sogar bei orthomolekularen Medizinern vor. Man glaubt, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente wie Medikamente einsetzen zu müssen. Ein einzelnes Vitamin oder ein einzelner Mineralstoff kann in der Regel aber gar nichts. Es geht darum, Schritt für Schritt der Stoffwechselkaskade zu folgen, denn jeder enzymatische Schritt braucht andere Vitamine als Co-Faktoren.

ärztemagazin: Ist das der Grund, warum Sie auf einander abgestimmte Mischungen für bestimmte Beschwerdebilder entwickeln? Fuchs: Eines meiner Schlüsselerlebnisse war, dass wir vor etwas mehr als zehn Jahren eine Studie gemeinsam mit Univ.-Prof Widhalm gemacht haben. Dabei ist es um die Mikronährstoffversorgung einer bestimmten Personengruppe gegangen. Es war eine Doppelblindstudie, die ergab, dass die Verumgruppe verbesserte Eisenwerte zeigte, obwohl im Nährstoff-Präparat kein Eisen enthalten war. Warum? Weil man heute weiß, dass die Eisenversorgung nicht nur voraussetzt, dass ich Eisen zuführe, sondern auch, dass meine Enzymsysteme mit Vitamin B1, Riboflavin, Niacin, Folsäure, Vitamin B12, Kupfer und Zink ausgestattet sind. Die Mikronährstoffkombination, die wir den Personen verabreichten, hatte dazu geführt, dass das alimentär zugeführte Eisen besser in den Stoffwechsel integriert wurde. Zu glauben, einen Eisenmangel nur mit Eisen oder einen Calciummangel nur mit Calcium supplementieren zu müssen, ist ein Nicht-Verstehen der physiologischen Bedürfnisse des Körpers. ärztemagazin: Glauben Sie, dass Ärzte auf diesem Gebiet über genug Wissen verfügen? Fuchs: Ich glaube, da gibt es nicht nur bei den Ärzten einen Nachholbedarf, sondern auch bei den Pharmazeuten. Bei den Medi-  ärztemagazin 16/2012

Foto: Barbara Krobath

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ag. Norbert Fuchs – Pharmazeut und Orthomolekularexperte, bricht im Gespräch mit dem ärztemagazin eine Lanze für die physiologische Sichtweise von Erkrankungen. In einer gezielten, auf allen Ebenen der Stoffwechselkaskade ansetzenden Ernährungsmedizin sieht der Gründer und Geschäftsführer des Salzburger Pharmaunternehmens Ökopharm eine Chance, an kausalen Krankheitsursachen anzusetzen.


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ärztemagazin: Liegt das daran, dass der Ansatz zu neu ist oder vielleicht auch zu wenig pharmakologisch?

laren Medizin geben sollte, um die Akzeptanz bei den Ärzten zu erhöhen? Fuchs: Generell tut es der orthomolekularen Medizin gut, dass sie kritisch und distanziert gesehen wird. Konstruktive Diskussion tut der Forschung generell gut. Viele der häufig zitierten Negativ-Studien zu Vitaminen setzen allerdings Vitamine nur als isolierte Substanzen ein. Das ist wissenschaftlicher Unfug und verzerrt die wahren therapeutischen Potenziale von Mikronährstoffen. Wenn ich eine Vitaminsupplementierung durchführe, kann ich mit Einzelvitaminen oder auch Zweier-, Drei-

„Ein einzelnes Vitamin oder ein einzelner Mineralstoff kann in der Regel gar nichts“

Fuchs: Das hat mehrere Hintergründe. Einer ist sicherlich, dass sich unser Nahrungsmittelangebot während der letzten Jahrzehnte massiv verändert hat. Wir haben früher noch mehr Grundnahrungsmittel gegessen. Die Gesundheit fängt ja nicht in der Arztpraxis an, sondern am Feld, wo der Bauer die Saatkartoffel setzt. Zwischen die Bauern und den Konsumenten hat sich eine mächtige Lebensmittelindustrie geschoben. Heute lautet das Stichwort Convenience, alles soll möglichst schnell gehen, und schnell gehen heißt immer biologischer Werteverlust. Und dann landen z.B. bei der Herstellung von Erdäpfelflocken Magnesium und Kalium, die die Kartoffel so wertvoll machen, im Gully. ärztemagazin: Glauben Sie, dass es mehr Studien auf dem Gebiet der orthomoleku-

erkombinationen im Stoffwechsel nichts bewirken. Es gibt keine Stoffwechselreaktion im Körper, die nur über ein, zwei oder drei isolierte Vitamine abläuft Zum Teil sind Studien auch eine Frage gewisser biochemischer Basiskenntnisse und des Hausverstandes. Ich brauche keine Studie, um längst bekannte biochemische Zusammenhänge der Stoffwechselfunktionen wiederholt zu beweisen. ärztemagazin: Welche Indikationen sehen Sie als besonders geeignet für den Einsatz von Mikronährstoffen ? Fuchs: Wir dürfen nicht vergessen, dass Blutparameter, die wir erheben – zu hoher Blutzucker, zu hohes Cholesterin, zu hohes Homocystein, zu hohe Harnsäure – generell nichts anderes aufzeigen, als die eingeschränkte Fähigkeit unseres Körpers, diese Metaboliten abzubauen. Der Arzt müsste eigentlich in diesem Fall sagen: „Ihr SäureBasen-Haushalt ist nicht in Ordnung.“

Statt dessen verschreibt er ein Medikament, das z.B. die Harnsäure reduziert. Kurzfristig ist das sicher in Ordnung, weil es die Schmerzen nimmt. Langfristig und begleitend aber wäre die regelmäßige, konsequente Zufuhr von Nährstoff-Komplexen angezeigt. Mit zwei Pillen einmal im Jahr oder einmal in der Woche verhindere ich keine ernährungsbedingte Erkrankung. Ernährungsmedizinische Behandlung erfordert Verständnis und Konsequenz. ärztemagazin: Ihre Produkte sind für den OTC-Bereich konzipiert. Haben Sie Sorge, dass Anwender sie falsch einsetzen, überdosieren und sich nicht mit dem Arzt beraten? Fuchs: Wir gehen davon aus, dass die Apotheker die nötige Beratungskompetenz haben und investieren viel Zeit in die postgraduelle Ausbildung von pharmazeutischen Mitarbeitern. In den nächsten Jahren wollen wir aber auch vermehrt versuchen, die Ärzte zu erreichen. Dazu wird es spannende Dialoge und Diskussionen geben, speziell mit Internisten. ärztemagazin: Zehn von 70 Mitarbeitern Ihres Unternehmens arbeiten in Forschung und Entwicklung. Wohin führt aus Ihrer Sicht der Weg in der orthomolekularen Medizin? Fuchs: Die Welt der Mikronährstoffe umfasst ein Vielfaches dessen, was wir heute verstehen. Das sind hunderte Substanzen, und diese Missing Links befinden sich in den Grundnahrungsmitteln wie Spinat, Kohl, Freilandparadeisern und auch im Fleisch von Tieren, die ihre Nahrung in der freien Natur finden. Die Zukunft liegt in einer sehr komplexen ernährungsphysiologischen Medizin, die in Matrices denkt und nicht in Einzelsubstanzen. Wir müssen nicht einzelnen Parametern nachlaufen, sondern den ganzen Menschen sehen. Einzelne Faktoren herauszuarbeiten hat in der Grundlagenforschung Platz, man sollte daraus aber keine Dogmen für die Praxis ableiten. n Interview: Dr. Hans Wenzl

Foto: Barbara Krobath

zinern ist meines Wissens Biochemie Ausbildungsteil des ersten Studienabschnittes, und damit für neun von zehn Studenten auch schon der letzte Kontakt, den sie mit der Biochemie hatten. Die biochemischen Basics sind im Berufsalltag der Medizin nicht wirklich präsent.

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Hochwirksam bei PAVK ridax®, das 20-Mikrogramm-Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, ist zur Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit der Stadien III bis IV nach Fontaine zugelassen, wenn eine lumenerweiternde Therapie nicht möglich oder erfolglos ist. Der Wirkstoff Alprostadil (Prostaglandin E1, PGE1) befindet sich bereits in gelöster Form in der Ampulle, was die Infusions-Vorbereitung vereinfacht. PGE1 ist wirksam bei PAVK: Amputationen können verhindert1), Ulzera-Abheilung gefördert2), 3), Gehstrecken zurückerobert4), Ruheschmerz ruhiggestellt3), 4) und der Patient ins Stadium IIb zurückgeführt werden4), 5). Prostaglandine werden empfohlen: „Falls eine Revaskularisation nicht durchgeführt werden kann, sollte eine Therapie mit Prostanoiden angedacht werden“ (ESC 2011)6).

1) Creutzig A. et al.; Vasa 2004; 33:137–144; 2) Stiegler H. et al.; Vasa 1992;21, Suppl. 35,164–166; 3) Trübestein G. et al.; Vasa 1989; Suppl. 28;44–49; 4) Diehm C. et al.; Prostaglandin E1, Springer Verlag 1988 (S.133–143); 5) Balzer K. et al.; Vasa 1989; Suppl. 28;31–38; 6) Tendera M. et al; Eur Heart J. 2011 Nov; 32(22):2851–2906. 14

ärztemagazin 16/2012

Fachkurzinformation siehe Seite 38

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me d i z i n Fa l l d e r Woche

„Seit heute früh habe ich diese unerträglichen Schmerzen in der Schulter, und auch das Becken tut mir höllisch weh. Ich bin nicht mal mehr allein aus dem Bett gekommen, dabei ging es mir gestern noch ganz gut“, erklärt Ihnen Ihre nächste Patientin, Frau Karin M., 75 Jahre. „Außerdem bin ich seit einigen Wochen so schlapp und müde. Ich habe auch einige Kilos verloren, dabei bin ich gar nicht auf Diät.“ Frau M. hat große Angst, an einem Tumor erkrankt zu sein. Überdies erzählt sie Ihnen von einem plötzlichen unerklärlichen Visusverlust am linken Auge vor einigen Monaten. Die klinische Untersuchung zeigt eine druckdolente Muskulatur im Bereich beider Oberarme, der Gelenkstatus ist aufgrund der Schmerzen nicht erhebbar, ansonst finden sich keine Auffälligkeiten. „Die Polymialgia rheumatica ist hier BSG: 90/140mm, CRP 14mg/ kombiniert mit einer Riesenzellarteriitis“ dl. Liegt den Symptomen ein TuDr. Wolfgang Ebner mor zugrunde? Wie können Sie FA f. Innere Medizin, der Patientin helfen und wie ihre Zusatzfach RheumatoloSchmerzen lindern? gie, Wien Anamnese und Klinik verbunden mit den stark erhöhten Entzündungsparametern sprechen für das Vorliegen einer Polymyalgia rheumatica (PMR), bei der Patientin mit großer Wahrscheinlichkeit kombiniert mit einer Riesenzellarteriitis (GCA = Giant cell arteriitis) der A. temporalis (Arteriitis temporalis). Die Patientin beschreibt die zur PMR passenden Symptome mit plötzlichem Beginn von Muskelschmerzen speziell am Schulter- und Beckengürtel, Gewichtsverlust und Müdigkeit. Die Druckschmerzhaftigkeit der Oberarmmuskulatur und die stark erhöhten Entzündungsparameter BSG und CRP wie auch das Alter der Patientin über 60 Jahre unterstützen diese Verdachtsdiagnose. Nicht selten tritt die 16

PMR gemeinsam mit einer Riesenzellarteriitis auf, speziell – aber nicht ausschließlich – als Arteriitis temporalis. Der Visusverlust am linken Auge kann also durchaus damit in Verbindung stehen. Da es für die PMR per se keine diagnosespezifischen Befunde gibt, ist sie nur durch Ausschluss anderer differenzialdiagnostisch möglicher Erkrankungen – wie entzündliche Arthro- und Myopathien, Hypothyreose, Morbus Parkinson, Infektionen und paraneoplastisches Syndrom bei Malignomen – zu stellen! Eine diesbezügliche Abklärung werde ich daher unbedingt durchführen: Labor (BB, Rheumaserologie, ANA, bestimmte Subsets wie z.B. Jo1, ANCA, LFP, NFP, EW, E-Phorese, TSH, Harnbefund), Röntgen der schmerzhaften Regionen und des Thorax, Sonografie Abdomen und – falls in den letzten Jahren nicht durchgeführt – Gastro- und Koloskopie. Weiter ist ein gynäkologisches und neurologisches Konsil durchzuführen sowie im vorliegenden Fall unbedingt auch eine ophthalmologische Abklärung mit PE der A. temporalis bzw. zum Ausschluss einer anderen Ursache des Visusverlustes. ärztemagazin 16/2012

Fotos: Privat, Illustration: Kim Novak

Visusverlust und Sc


hulterschmerzen

„Hier läuten die Alarmglocken wegen der angegebenen Amaurosis fugax“ Univ.-Prof. Dr. Winfried Graninger Klin. Abt. f. Rheumatologie u. Immunologie, Univ.-Klinik f. Innere Medizin, MedUni Graz

Alarmglocken läuten in diesem Fall aber wegen der angegebenen Amaurosis fugax, die eine Manifestation einer Gefäßwandentzündung (Arteriitis temporalis) sein kann und nicht selten der Vorbote der Erblindung des betroffenen Auges ist. Hier ist die – im buchstäblichen Sinne – sofortige hochdosierte Glukokortikoidtherapie angezeigt: Mindestens 1mg/kg KG per die, von zur Dramaturgie neigenden Experten wird sogar die Gabe von 1.000mg i.v. befürwortet (Cave: Psychose und Sepsis!). So bald wie möglich sollte dann die Diagnosesicherung angestrebt werden: eine Dopplersonografie der Schläfenarterien kann einen Hof (Halo) rund um das entzündete Gefäß zeigen, das Gefäß kann eingeengt sein, in der Positronenemissionstomografie kann ein gesteigerter Glucosestoffwechsel eine Gefäßwandentzündung auch an anderen Blutgefäßen zeigen. Ein definitiver Beweis ist dann durch die Gefäßbiopsie möglich, die an der Schläfenarterie nur einen Minimaleingriff darstellt und die eingewanderten Riesenzellen und die verdickte Intima zeigt. Selbstverständlich ist eine sofortige ophtalmologische Untersuchung der Netzhautdurchblutung obligat. In Ruhe kann man dann später die beruhigende Durchuntersuchung zum Ausschluss einer Neoplasie machen, diese ist in

„Polymyalgia rheumatica tritt nur bei Personen über 50 Jahren auf“ Priv.-Doz. Dr. Klaus Bobacz FA f. Innere Medizin u. Rheumatologie, Wien

Die bei der Patientin aufgetretenen Symptome sowie die laborchemischen Ergebnisse lassen zum einen an eine Polymyalgia rheumatica (PMR, Polymyalgie), zum anderen an eine Riesenzellarteriitis (auch Arteriitis temporalis, engl.  „giant cell arteritis“, GCA) denken.

Ibandronsäure rtp 1x pro Monat

Sofort denkt hier der gut ausgebildete Allgemeinmediziner – erst recht aber der Rheumatologe – an die Polymyalgia rheumatica (PMR) und die damit oft verbundene Arteriitis temporalis: Plötzlicher Beginn, symmetrische Muskelschmerzen, Krankheitsgefühl passen zur PMR. Die hohe Blutsenkung gilt auch weithin als nahezu für die Diagnose notwendig. Oft kommt eine – im Sonogramm oder MR sichtbare – Bursitis subdeltoidea an beiden Schultern dazu. Mit technischen Befunden ist die alleinige PMR nicht beweisbar. Der Erfolg einer niedrigdosierten Kortikosteroidtherapie (z.B. 15 bis 25mg Prednisolon täglich) stellt sich nach wenigen Tagen ein und überzeugt sowohl die Patienten als auch die Verschreiber. ärztemagazin 16/2012

den allermeisten Fällen negativ, es wurde aber bei solch erweiterter Vorsorgestrategie schon so manche Colonpolypenknospe entfernt, und das ist ja auch gut so. Den einfachen Geist beruhigt es, dass mit der Steroidmedikation die Blutsenkung verlässlich normalisiert wird. Es folgt eine monatelange Glukokortikoidtherapie, bei zu rascher oder zu früher Reduktion droht ein Rückfall, bei zu hoher oder zu langer Therapie ein Cushing und die Osteoporose. Die Therapieführung ist hier hohe ärztliche Kunst, die sollte man den Rheumatologen überlassen.

160 5

/12,

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320

Die Innovation in der Osteoporose120 therapie 80/

12,5

80 Fachkurzinformation siehe Seite 36

12165MAIRA

Therapeutisch beginne ich umgehend mit einer relativ hoch dosierten Glukokortikoidmedikation, bei Vorliegen einer akuten Arteriitis temporalis wegen des drohenden Visusverlusts mit 100mg Prednisolonäquivalent (PÄ) täglich, sonst je nach Symptomatik und Entzündungsparameter mit 25 bis 50mg PÄ über mehrere Tage, gefolgt von einer langsamen (behutsamen!) Dosisreduktion auf eine Erhaltungsdosis von 5 bis 7,5mg PÄ pro Tag. Da die erforderliche Therapiedauer nicht abgeschätzt werden kann, in den meisten Fällen aber eine Langzeittherapie über Monate, fallweise auch Jahre erforderlich ist, verordne ich neben einer Gastroprotektion mit einem PPI auch eine Kalzium-VitaminD-Kombination zur Vermeidung einer glukokortikoidinduzierten Osteoporose (GIOP). Die PMR spricht auf die Kortisontherapie üblicherweise sehr gut an, was ex juvantibus auch bei der Diagnosefindung hilfreich sein kann. Die Kombination mit NSAR vermeide ich, da diese keinen weiteren therapeutischen Benefit bringen und damit nur das Risikopotenzial vor allem für gastrointestinale Komplikationen erhöht wird. Selten wird der zusätzlichen Einsatz eines DMARDs erforderlich sein, ist aber bei Therapieresistenz und/oder einer polyarthritischen Symptomatik ein Option.


me d i z i n Fa l l d e r Woche

18

In diesem Fall ist eine weiterführende Diagnostik sicherlich sinnvoll. Wünschenswert wäre eine Biopsie der Temporalarterie mit konsekutiver feingeweblicher Aufarbeitung. Bei unauffälligem klinischem Befund der Temporalarterien mag die Biopsie jedoch von relativ wenig Erfolg gekrönt sein. Eine Positronenemissionstomografie (PET-Scan) kann die Entzündungsaktivität im Bereich der großen Gefäße widerspiegeln, die klinische Relevanz solcher Befunde ist aber nicht ganz klar. Hingegen kann eine sonografische Untersuchung der Temporalarterie und ihrer Seitenäste hier prädiktiv höchst wertvoll sein. Als weitere Maßnahme sollte die Patientin beim FA für Augenheilkunde vorstellig werden, um in der Ophthalmoskopie GCA-bedingte Pathologien im Bereich des Sehnerven und/oder der Netzhautgefäße dingfest zu machen. Bezüglich der therapeutischen Überlegungen wäre in diesem Fall bei Verdacht auf GCA, wobei die Fallbeschreibung auf einen persistenten partiellen Visusverlust schließen lässt, der rasche Therapiebeginn mit hohen Dosen Methylprednisolon angezeigt, um potenzielle Komplikationen der Gefäßentzündung, die von Erblindung über Skalpnekrosen bis hin zum Insult führen können, zu verhindern. Hinsichtlich der Sorge der Patientin, sie könne an einer Tumorerkrankung leiden, soll abschließend gesagt werden, dass prinzipiell keine Assoziation zwischen der reinen PMR und Malignomen existiert. Polytope Myalgien und Arthralgien im Rahmen von paraneoplastischen Syndromen können aber häufig der PMR ähnlich sein. Typischerweise unterscheiden sich solche paraneoplastischen Schmerzen von der PMR durch das fehlende Ansprechen auf Therapie mit Steroiden. Des Weiteren sind auch Patienten mit einem Multiplen Myelom, die sich mit Knochenschmerzen und hoher BSG präsentieren können, nicht immer leicht von der PMR zu unterscheiden.

„Initial würde ich eine Cortisonstoßtherapie mit Magenschutz verabreichen“ Prim. Dr. Adolf Kriegisch Leiter d. Internen Abt., KH Tamsweg/Salzburg

Bei der Vorgeschichte – Patientin über 75 Jahre, Anamnese, Labor – denke ich primär an eine Polymyalgia rheumatica. Diesbezüglich sind sämtliche Diagnosekriterien (nach Bird et al. 1979) erfüllt: n beidseitige Schulterschmerzen und/oder Steifigkeit (alternativ Schmerzen im Bereich von Nacken, Oberarmen, Gesäß, Oberschenkel)

akuter Erkrankungsbeginn (innerhalb von zwei Wochen) n Alter über 65 Jahre n initiale Blutsenkung von über 40mm/h n morgendliche Steifigkeit von mehr als eine Stunde n Depression und/oder Gewichtsverlust sowie n beidseitiger Oberarmdruckschmerz. Auch der plötzliche einseitige Visusverlust ist erklärbar durch die Polymyalgia rheumatica, denn im Zusammenhang mit dieser Krankheit kommt es in mehr als 50 Prozent der Fälle zu einer Arteriitis (cranialis/temporalis), die den Visusverlust erklärt. Differenzialdiagnostisch wäre aber auch an eine Kollagenose – Wegener-artige Granulomatose –, ebenso wie einen systemisierten Lupus erythematodes, an eine TakayasuArteriitis und Polymyositis zu denken. Paraneoplastische Ursachen sind ebenfalls möglich, in Kombination dieser Beschwerden aber extrem unwahrscheinlich. Diagnostisch würde ich unbedingt eine Funduskopie (Fragestellung: Arteria und Vena centralis retinae) anordnen, ein Schädel-CT (occipitaler Insult?) sowie antinukleäre Antikörper (Lupus?), p- und c-ANCA (Wegener-artige Granulomatose?) bestimmen, aber auch Nieren- und Leberbefunde (Mischkollagenose?) kurzfristig durchführen lassen. Diagnostisch und therapeutisch würde ich der Patientin initial eine Cortisonstoßtherapie (z.B. Prednisolon® 25mg: 3/0/1) unter entsprechendem Magenschutz verabreichen. Sollte es daraufhin zu einer kurzfristigen Besserung/Remission kommen, wäre erstgenannte Diagnose sehr wahrscheinlich. Ansonsten müsste die oben genannte Diagnostik durchlaufen und abgewartet werden und je nach Diagnoseergebnis eventuell eine komplexere immunsuppressive oder andere Therapie eingeleitet werden. Lupus erythematodes bzw. eine Mischkollagenose wäre meiner Ansicht nach die zweitwahrscheinlichste Diagnose. Auch ein Vorhofflimmern mit zerebralen und peripheren Embolien ist in Differenzialdiagnose zu ziehen (EKG?). Eine Takayasu-Arteriitis beginnt üblicherweise vor dem 40. Lebensjahr und ist somit unwahrscheinlich. Ein Tumor mit zerebraler Metastasierung und obgenannter Symptomatik ist prinzipiell möglich, der abrupte Beginn spricht allerdings dagegen. Die zusätzliche nötige analgetische Therapie wäre bis zum Eintreffen der Befundergebnisse rein symptomatisch/antiphlogistisch. n n

ärztemagazin 16/2012

Foto: Privat, Illustration: Kim Novak

Die Polymyalgia rheumatica ist eine gutartige entzündlich rheumatische Systemerkrankung. Sie tritt praktisch nur bei Personen jenseits des 50. Lebensjahres auf und hat in dieser Altersgruppe eine relativ hohe Prävalenz von zirka einem Prozent. Die typische Präsentation, die an eine PMR denken lässt, wäre ein Patient im fortgeschrittenen Alter (zumindest >50 Jahre), mit subakut bis chronisch aufgetretenen Schmerzen und Steifigkeit im Schultergürtel, Beckengürtel, Hals und Stamm, die typischerweise symmetrisch auftreten. Patienten berichten nicht selten über Schwierigkeiten bei alltäglichen Tätigkeiten. An Allgemeinsymptomen findet sich häufig ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit subfebrilen Temperaturen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Zudem ist die PMR relativ häufig mit der Riesenzellarteriitis assoziiert. Zirka 15 Prozent der Patienten mit PMR entwickeln über die Zeit auch eine Riesenzellarteriitis. Umgekehrt findet sich bei 50 Prozent der Patienten mit der Diagnose GCA auch eine Polymyalgia rheumatica. Die GCA ihrerseits ist definiert als chronische Vaskulitis der großen und mittelgroßen Gefäße. Die Präsentation der GCA ist typischerweise systemisch und mit potenziell ausgedehntem Gefäßbefall. Die Beteiligung der kranialen Gefäßäste, die dem Aortenbogen entspringen, stellt jedoch die häufigste Präsentationsform dar. Im Allgemeinen ist die GCA charakterisiert durch Kopfschmerz, welcher oft lokalisiert auftritt, sowie druckschmerzhafte und abgeschwächt pulsierende bis pulslose, bisweilen verhärtete Temporalarterien, eine hohe Blutsenkungsgeschwindigkeit (>50mm/h) bei älteren Patienten (die Erkrankung tritt vor dem 50. Lebensjahr praktisch nicht auf; Durchschnittsalter bei Diagnose: 72 Jahre!). Bei unserer Patientin fanden sich nun Allgemeinsymptome (Müdigkeit und Gewichtsverlust), die Patientin gibt zudem Schmerzen im Schulter- und Beckenbereich mit deutlicher Funktionseinschränkung an. Dazu kommen erhöhte Akutphaseparameter, insbesondere der BSG. In Hinblick auf die rezenten ACR-Klassifikationskriterien der PMR – beidseitiger Schulterschmerz, Morgensteifigkeit über mindestens 45 Minuten, hohe Entzündungsparameter, neu aufgetretener Hüftschmerz, Fehlen von Gelenkschwellung der kleinen Gelenke an Händen und Füßen, negativer Rheumafaktor – wäre das Vorliegen einer PMR durchaus möglich. Nachdem die Patientin jedoch über einen plötzlich aufgetretenen Visusverlust am linken Auge klagte, kann das Vorliegen einer GCA nicht ausgeschlossen werden, wenn auch der typische Kopfschmerz oder Veränderungen im Bereich der Temporalarterie nicht vorlagen.


EI EF R LA KT OS

Rascher Schutz für den gestressten Magen Der starke k H2 H2-Blocker Bl k zur BBehandlung h dl von übermäßiger b ß SSäureproduktion d

Der H2-Blocker Fachkurzinformation siehe Seite 38


me d i z i n H o m öopa t hie

David gegen Goliath Was bringt die Homöopathie in der Onkologie? Am Wiener AKH untersuchte man die Frage, welchen Einfluss die additive homöopathische Therapie auf eine onkologische Erkrankung hat. Eine retrospektive Studie berichtet über gute Erfolge.

Homöopathie in der Onkologie heftig umstritten Die Debatte um die Wirksamkeit der Homöopathie wird kontrovers und eher emotional denn wissenschaftlich geführt. Scharfe Kritiker lehnen jeglichen klinischen Einsatz rundweg ab, offenere Kollegen sind bereit, sich auf die Erforschung dieser, im muralen Umfeld noch weitgehend unbekannten Methode, einzulassen. So auch der Leiter der Klinik für Innere Medizin I des AKH, Univ.-Prof. Dr. Zielinski. Von ihm initiiert, gibt es seit März 2004 in Wien für onkologische Patienten die Möglichkeit, sich neben der Standardtherapie auch ho20

Einflussfaktoren auf die Überlebenszeit von Krebspatienten Intrinsische Faktoren des Tumors: Art, Tumorstadium etc.

Patientenüberleben Variable Faktoren des Patienten: Motivation, Hoffnung, Lebensqualität

möopathisch behandeln zu lassen. Knapp 550 Menschen nahmen dieses Angebot in vier Jahren in Anspruch. Die interessierten Patienten führt der erste Weg zu Univ.-Prof. Dr. Michael Frass an der Spezialambulanz „Homöopathie bei malignen Erkrankungen“. Im Verlauf des Erstgespräches, das etwa 30 bis 60 Minuten dauert, werden zunächst alle belastenden Symptome aufgenommen und abschließend in der Regel eine Q-Potenz eines individuellen homöopathischen Einzelmittels verschrieben. Bei akuter Symptomatik werden zusätzlich C-Potenzen verwendet. Kontrolluntersuchungen finden alle sechs bis acht Wochen statt.

Intrinsische Faktoren des Patienten: Alter, Geschlecht, Genetik

Standard- und Zusatztherapien

Verbesserte Lebensqualität Das Team rund um Frass realisierte bisher zwei klinische Studien, betreffend zusätzlich homöopathischer Therapie von Krebspatienten. Bereits im Jahr 2005 wurde eine Umfrage bezüglich ihrer Lebensqualität initiiert und nach Auswertung mit den Aussagen nicht homöopathisch behandelter Patienten verglichen. Die Untersuchung zeigt, wie auch schon eine 2005 fertiggestellte britische Studie, eine hohe Patientenzufriedenheit und eine verbesserte Lebensqualität durch Verminderung der Nebenwirkungen der Chemo- oder Strahlentherapie. Als außerdem auffiel, dass die an der Ambulanz betreuten Patienten mit Glioblastoärztemagazin 16/2012

Fotos: Sean Gladwell – Fotolia.com, BilderBox.com; Artwork: sidu

K

önnen wir uns vorstellen, dass homöopathische Arzneien erfolgreich an Kliniken eingesetzt werden? Und falls ja, in welchen Fachgebieten ist das sinnvoll und möglich? Welchen Vorteil erlangen Patienten tatsächlich durch eine homöopathische Behandlung, und was zeichnet eine wissenschaftliche homöopathische Therapie aus? Können wir allfälligen positiven Studienergebnissen trauen? Endgültige allumfassende Antworten gibt es derzeit nicht, aber eine kürzlich am AKH Wien entstandene Arbeit zur Überlebenszeit (ÜLZ) von Krebspatienten liefert interessante Ergebnisse: Die mittlere ÜLZ der Patienten mit zusätzlicher homöopathischer Therapie (+HPT) ist bis zu doppelt so lang wie aufgrund von Studiendaten erwartet.


men (GBM) eine erstaunlich lange ÜLZ aufwiesen, wurden die aus vier Jahren klinischer Arbeit vorhandenen Dokumente hervorgeholt, geordnet und die Überlebenszeit der Patienten bis zum Studienendpunkt (66 Monate nach dem Auftakt der homöopathischen Spezialambulanz) berechnet. Um eine Einschätzung darüber zu erlangen, in welchem Ausmaß die zusätzliche homöopathische Behandlung einen Einfluss auf die ÜLZ der Patienten haben könnte, wurde die ÜLZ in Relation zu den aus Studien bekannten Daten gesetzt und in Graphiken anschaulich dargestellt. In weiterer Folge entstanden erstmalig handfeste Zahlen bezüglich der komplementären homöopathischen Therapie bei Krebs. Signifikant gute Ergebnisse Die Darstellung beschränkt sich auf diejenigen Krebserkrankungen, die trotz intensiver medizinischer Forschung und verbesserten konventionellen Behandlungsmöglichkeiten noch immer eine schlechte Prognose haben. Zu diesen zählen: GBM, metastasierte Sarkome und Nierenzellkarzinome (mRCC), Lungenkarzinome sowie Tumore des Pankreas und der Gallengänge. Die mediane ÜLZ beträgt für diese Entitäten sechs bis 26 Monate. So wurden sechs Gruppen zu etwa acht bis 16 Patienten analysiert, vier von ihnen sind bisher ausgewertet.

Die Ergebnisse sind beeindruckend. Bei allen ergibt sich aus der Analyse eine längere mediane ÜLZ als aus Literaturdaten für Standardtherapeutika bekannt ist. In zwei Krebsarten ist das Ergebnis signifikant. Bei den GBM-Patienten kann zum Beispiel verzeichnet werden, dass nach 18 Monaten ohne zusätzlich homöopathische Therapie nur 40 Prozent der Patienten noch leben, in der Gruppe +HPT dagegen 80 Prozent. Ähnliche Resultate weisen auch die anderen betrachteten Krebsarten auf. Ursachenforschung Was hält die zusätzlich homöopathisch behandelten Patienten länger am Leben als den Durchschnitt? Die Abbildung auf Seite 20 unten verdeutlicht mögliche Einflussfaktoren auf die ÜLZ. Hinsichtlich intrinsischer Faktoren des Tumors sind die Gruppen +HPT standardisiert worden. Bezüglich Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen gibt es keine signifikanten Unterschiede zwischen dem Kollektiv der jeweiligen Krebserkrankung und der Gruppe +HPT. Sollten also tatsächlich die homöopathischen Arzneien, zusammen mit der Art und Weise ihrer Verschreibung, zu dem Überlebensvorteil führen? In der wissenschaftlichen Literatur diskutierte Gründe für die

lange ÜLZ der Patienten +HPT sind ein a priori besserer Gesundheitszustand, stärkere Motivation zur Auseinandersetzung mit der Krankheit und vermehrte Hoffnung auf Heilung. Ob auch die bereits erwähnte höhere Lebensqualität der Patienten +HPT Einfluss auf die ÜLZ hat, wird eine randomisierte kontrollierte Studie (startete im Herbst 2011), die beide Parameter einschließt, analysieren. Damit könnten sich präklinische Experimente bestätigen, die Genexpression und hormonelle Veränderung nach der Zugabe von Homöopathika beobachten. In der Literatur wird außerdem ein immunmodulierender Körper-GeistZusammenhang angenommen. Die erhaltenen Ergebnisse lassen sich keinesfalls generalisieren. Die geringe Fallzahl, die Retrospektivität und der Mangel an valider Vergleichsmöglichkeit (matching) schwächen ihre Aussagekraft. Allerdings sind diese Zahlen auffällig, konstant und entitätsübergreifend. Die Arbeit weist damit prädiktiven Charakter für zukünftige Forschung auf. Stellenwert der Homöopathie Knapp die Hälfte aller Österreicher greift für die Behandlung ihrer Erkrankungen zu homöopathischen Arzneien. Sie verwenden diese hauptsächlich für grippale Infekte und rheumatische Erkrankungen. In der 

Die Gesundheitswerkstatt – Zentrum für ganzheitliche Gesundheitsberatung Basismaßnahme unter anderem als Krebsvorsorge: Ernährungsumstellung und ausreichend trinken von Wasser (am besten Quellwasser oder basisches Wasser) Vermeidung von Zucker, Kuhmilch und Schweinefleisch, Reduzierung von tierischem Eiweiß, ausreichende Zuführung von Obst und Gemüse Milieuveränderung (Säure-Basenhaushalt) mehr basische Ernährung

Ausreichende Sauerstoffzufuhr und leichte Bewegung Einnahme von „Salvestrole“ für zwei bis vier Monate von durchschnittlich zwei bis 6.000 Punkte täglich zzgl. Basisvitamine Beratung und Infos bei Die Gesundheitswerkstatt – Zentrum für ganzheitliche Gesundheitsberatung, 5020 Salzburg oder 1180 Wien, Medpoint, Antonigasse 1, 2 Stock, Top 17

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Entgiftung – von Magen- Darmtrakt, Leber und Nieren durch Zeolith (Klinoptilolith) – Bindung und Ausleitung – ohne Verstoffwechselung im Körper - von Ammonium, Ammoniak, Histamin, Blei und Quecksilber uvm


me d i z i n H o m öopa t hie

Die Resultate homöopathischer Studien hängen stark vom ausführenden Therapeuten ab

Dr. Katharina Gaertner, „Zusätzliche homöopathische Therapie bei malignen Erkrankungen – Pilotstudie an 80 PatientInnen.“ Univ.-Prof. Dr. Michael Frass, Spezialambulanz für maligne Erkrankungen, Universitätsklinik für Innere Medizin I, MedUni Wien 22

Wie kann Information heilen? Seit 200 Jahren gibt es die Homöopathie, und immer mehr Menschen stehen dieser komplementären Heilmethode positiv gegenüber. So verwendeten im Jahr 2011 rund die Hälfte der Österreicherinnen und Österreicher ein homöopathisches Arzneimittel.1) Allerdings ist der Wirkmechanismus noch nicht ausreichend erforscht, wobei unterschiedliche Mechanismen diskutiert werden. Eine Diplomarbeit am Institut für Medizingeschichte an der MedUni Wien bringt nun Licht in die unterschiedlichen Erklärungsmodelle und zeigt, wo die Wissenschaft weiter forschen sollte2). Bis zum Jahr 2008 wurden 60 klinische Studien veröffentlicht, welche die Wirksamkeit der Homöopathie belegen. Auch zahlreiche experimentelle Arbeiten bestätigen die Wirkung der Homöopathie im Reagenzglas. Dies wurde durch mehrere Meta-Analysen und einen „HealthTechnology-Assesment“-Bericht – der die wissenschaftliche Literatur der Homöopathie analysierte – dokumentiert: „Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es ausreichende Belege für die präklinische (experimentelle) Wirkung und klinische Wirksamkeit der Homöopathie gibt und dass sie absolut und insbesondere im Vergleich zu konventionellen Therapien eine sichere und kostengünstige Intervention darstellt.“3) Erklärungsmodelle Das Fehlen molekularer Arzneistoffe in homöopathischen Arzneimitteln legt den Schluss nahe, dass es einen noch unbekannten nicht molekularen Wirkmechanismus gibt. Dieser Wirkmechanismus wurde bisher noch nicht systematisch untersucht. In der Literatur finden sich jedoch mehrere Erklärungsmodelle: Neben den modernen Konzepten der Kybernetik, Systemtheorie, Chaostheorie, Komplexitätstheorie, Quantentheorie und Informationstheorie sowie physikalischen, energetischen und informativen Modellen findet sich auch Samuel Hahnemanns „Denkmodell der Lebenskraft“. Dieses historische Modell wird durch das wissenschaftliche Konzept der „Autoregulativen Medizin“ bestätigt! Die Wirkungen der Homöopathie im Organismus können aus dieser Sicht als neurophysiologische Funktionen der Autoregulation verstanden werden. Expertenkonsens Ein breiter Konsens besteht unter den befragten Experten darüber, dass weitere Forschungen zur Klärung des Wirkmechanismus der Homöopathie erforderlich sind. Dabei erscheinen die Modelle der Informationsmedizin und Kybernetik am besten geeignet, die Wirkungen der Homöopathie durch nicht molekulare Informationsübertragung zu erklären. Das Konzept der „Arzneiinformation“, das physikalische Modelle zugrunde legt, ist ebenfalls eine Richtung, in der wichtige Forschungsergebnisse zu erwarten sind. Kein positiver Befund konnte jedoch hinsichtlich der Frage gefunden werden, ob die Homöopathie als „Energiemedizin“ verstanden werden kann. Die Energiekonzepte bieten keine befriedigende Erklärung für den Wirkmechanismus der Homöopathie und daher auch keinen Ansatzpunkt für weitere Forschungen in diese Richtung. 1) GfK Austria, Homöopathie in Österreich, Nutzerbefragung. Repräsentativ für die Österr. Bevölkerung ab 15 Jahren. (Auftraggeber Dr. Peithner KG), 2012. 2) Zorzi, A., Das Energiekonzept in der Homöopathie, Dipl.-Arb. Universität Wien, Inst. f. Medizingeschichte. 2011. 3) Bornhöft, G., Matthiessen, P.F. (Hrsg.): Homöopathie in der Krankenversorgung. Wirksamkeit, Nutzen, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit, Frankfurt 2006. Dr. Anna-Teresa Zorzi hat im Jahr 2011 sowohl ihr Studium an der Medizinischen Universität Wien als auch ihre Homöopathie-Ausbildung bei der Österreichischen Gesellschaft für Homöopathische Medizin (ÖGHM) abgeschlossen. Sie erhielt für ihre Diplomarbeit 2011 den Dr.-Peithner-Preis für Forschung in der Homöopathie.

ärztemagazin 16/2012

Foto: BilderBox.com, Privat (3)

Schweiz wurde die Homöopathie für sechs weitere Jahre in die Grundversorgung aufgenommen, nachdem eine umfassende medizinische und wissenschaftliche Prüfung gezeigt hat, dass es „... ausreichende Belege für die präklinische (experimentelle) Wirkung und klinische Wirksamkeit der Homöopathie gibt ...“ und sie „... absolut und insbesondere im Vergleich zu konventionellen Therapien eine sichere und kostengünstige Intervention ...“ ist. Die beschriebene Analyse der ÜLZ von Krebspatienten +HPT zeigt mit weiteren Studien aus anderen Fachgebieten, wie beispielsweise der Primärversorgung, der Intensivmedizin, der Pädiatrie und der Gynäkologie, dass klinisch-homöopathische Forschung existiert und viel versprechend ist. Patienten könnten von Interesse an diesen Forschungsergebnissen und weiteren Untersuchungen profitieren. Vorab bedarf es allerdings guter Kenntnisse der Methode. Der Erfolg der Behandlung und die Resultate homöopathischer Studien hängen stark vom ausführenden Therapeuten ab (externe Validität). Die homöopathische Anamnese und die individuellen Verschreibungen der Arzneien erfordern eine hohe Expertise, die durch eine umfangreiche Ausbildung und ständige Fortbildungen garantiert wird. Eine rezente Umfrage bestätigt auch, dass der Wunsch nach einer besseren komplementärmedizinischen Ausbildung von Ärzten, Medizinstudenten und Patienten gleichermaßen gewünscht wird. Dadurch könnte die Betreuung maßgeblich verbessert werden. Denn gerade schwer und chronisch kranke Krebspatienten suchen nach Linderung ihrer Beschwerden: Bis zu 70 Prozent wenden eine komplementärmedizinische Methode an. Und wie die hier dargestellten Ergebnisse unterstreichen, scheint die Homöopathie für sie eine durchaus empfehlenswerte Alternative sein. n


Er n äh r u n g me d i zi n

Gesunde Zellen erhalten Die ergänzende Zufuhr von Salvestrolen kann auch bei bereits bestehender Tumorerkrankung den Heilungsprozess durch Induktion von Apoptose fördern.

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Entgeltliche Einschaltung

Foto: Die Gesundheitswerkstatt

ie Diagnose Krebs trifft immer mehr Österreicher – immerhin entwickelt jeder Dritte im Laufe seines Lebens ein Karzinom, jeder Vierter verstirbt daran. In aller Regel sind Karzinome auf eine Veränderung der DNA zurückzuführen, sodass die Zelle die Möglichkeit bekommt, sich unkontrolliert zu vermehren. Als wichtige Ursachen für (oxidative) DNA-Veränderungen gelten chemische Stoffe, UVStrahlen und Mikroben. Antioxidantien. Durch einfache Verhaltensmaßnahmen kann jeder Einzelne dazu beitragen, die Schädigung an der DNA zu begrenzen – Stichwort Nichtrauchen oder Sonnenschutz. Darüber hinaus helfen Radikalfänger und Antioxidantien, einer DNA-Beschädigung vorzubeugen. Neben Antioxidantien, die der Körper selbst produziert, wie Glutathion, Coenzym Q10 (Ubichinon) und Harnsäure, gibt es Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E und Carotinoide, die über die Nahrung aufgenommen werden. In einigen Fällen gelingt es freien Radikalen jedoch, sich der Reaktion mit einem Enzym oder einem Antioxidans zu entziehen. Salvestrol. Eine Forschergruppe um Univ.-Prof. Dr. Dan Burke, Professor emeritus für Arzneimittelmetabolismus an der Universität Leicester, Großbritannien, hat nachgewiesen, dass die gesunden Zellen, die mit freien Radikalen reagieren und mutieren, unter gewissen Umständen das CYP1B1-Enzym produzieren und dieses Enzym daraufhin mit einem Salvestrol reagiert. Der entstehende Metabolit sorgt dafür, dass der normale Prozess der Apoptose in der mutierten Zelle nachträglich induziert wird. Auf diese Weise unterstützen Salvestrole in Fällen, in denen Antioxidantien ihre Funktion nicht erfüllt haben, den-

Bei bereits bestehender Tumorerkrankung ist die Zufuhr von Salvestrol neben der schulmedizinischen Behandlung eine sinnvolle begleitende Maßnahme

noch den Erhalt der gesunden Zellen und des Gewebes. Prävention. „Nahrung enthält heute 80 bis 90% weniger Salvestrole als dies vor 50 oder 100 Jahren noch der Fall war“, so Burke (Burke D, OM & Ernährung 2009; 129). „Aufgrund der vielfältigen Neuerungen in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelindustrie ist es daher ratsam, dem Organismus Salvestrole über ein Nahrungsergänzungsmittel zuzuführen“, zeigt Burke Strategien für die Prävention von Tumorerkrankungen auf. Begleitend. Bei bereits bestehender Tumorerkrankung ist die Zufuhr von Salvestrol 2000 neben der schulmedizinischen

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Gesetzlich sind wir zu folgenden Angaben verpflichtet: Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge soll nicht überschritten werden. Für Kinder unzugänglich aufbewahren. Eine Nahrungsergänzung ist kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung, aber als Ergänzung sinnvoll. Eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensführung sind wichtig. Trocken, gut verschlossen und bei Zimmertemperatur aufbewahren.

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ärztemagazin 16/2012

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Behandlung eine sinnvolle begleitende Maßnahme. Burke erläutert: „Aus In-vitroUntersuchungen wissen wir, dass Salvestrole in Tumorzellen, die aus Gehirn-, Brust-, Prostata-, Mastdarm-, Eierstock-, Hodenund Lungenkrebsgeschwüren stammen, eine Apoptose induzieren. Die Ergebnisse der ergänzenden Behandlung von Krebspatienten mit konzentrierten, salvestrolhaltigen Extrakten sind ermutigend.“ Die Nahrungsergänzung mit Salvestrolen, kombiniert mit einem Multivitaminpräparat und den Synergisten Biotin, Niacin, Vitamin C, Magnesium und Selen und vermehrte Sauerstoffaufnahme durch körperliche Bewegung könne jedenfalls einen bedeutsamen Beitrag zur Genesung von Krebserkrankungen leisten, so Burke. Vortrag 13.10.2012. Die Stiftung Orthokennis veranstaltet mit „Die Gesundheitswerkstatt – Zentrum für ganzheitliche Gesundheitsberatung“ einen Vortrag zum Thema Salvestrole für Onkologen, Ärzte, Heilpraktiker, Apotheker und andere medizinische Fachberufe. Termin: Samstag 13.10.2012 (genaue Adresse und Uhrzeit werden im September bekanntgegeben, siehe nachstehende Homepage/E-Mail). Information. Die Gesundheitswerkstatt, A. Bäuchl Consulting KG, Zentrum für ganzheitliche Gesundheitsberatung, Salzburg und Wien, Telefon 0662/827633, Fax: 0662/827633, Handy: 0650 7737770, E-Mail: steinmayr@diegesundheitswerk statt.at, Internet: www.diegesundheits werk statt.at und www.gesund-shop.at n

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23


me d i z i n D F P H ype rurikä m ie

Vor dem Zipperlein das große Gelage

Hyperurikämie wird heute als behandelbare Stoffwechselstörung angesehen, die nicht nur die Gicht hervorruft, sondern auch mit kardiovaskulären Erkrankungen und chronischen Nierenerkrankungen in Zusammenhang stehen könnte.

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ärztemagazin 16/2012


1. Definition

Illustration: Wilhelm Busch, Gesamtausgabe, Bde. I – IV, Band 1, Der neidische Handwerksbursch

Eine Hyperurikämie liegt definitionsgemäß vor, wenn die Harnsäurewerte im Serum 6,7mg/dl (400µmol/L) bei Frauen und 7,4mg/dl (440µmol/L) bei Männern übersteigen. 1.1 Metabolismus Harnsäure stellt das Endprodukt des endogenen und diätetischen Purinstoffwechsels dar. Bei einem physiologischen pH von 7,4 im extrazellulären Raum liegen 98 Prozent der Harnsäure als ionisiertes Salz (Urat) vor. Dieses hat eine niedrige Löslichkeitsgrenze von etwa 380µmol/L. Übersteigt die Uratkonzentration diese Grenze, erhöht sich das Risiko für die Bildung von Kristallen und Präzipitaten sowie das Risiko für Nierensteine. Harnsäure entsteht hauptsächlich in der Leber und zu einem kleineren Anteil im Dünndarm. Menschen und höhere Primaten verfügen nicht über das Enzym Uricase (Uratoxidase), welches die Harnsäure in das sehr gut lösliche Allantoin abbaut. Aufgrund des zusätzlich bestehenden Rückresorptionsmechanismus von Harnsäure in der Niere haben die Menschen viel höhere Harnsäurekonzentrationen im Blut als Nicht-Säugetieren, Fische oder Amphibien, die über Uricase verfügen. Die täglich produzierte Harnsäure wird zu zwei Drittel über die Niere und zu einem Drittel über den Gastrointestinaltrakt ausgeschieden. Im Gastrointestinaltrakt wird Harnsäure von Darmbakterien zu Allantoin abgebaut. Verminderte Ausscheidung über die Niere stellt den Hauptmechanismus dar, der zu einer Steigerung der Harnsäurekonzentration führt. Bei 90 Prozent der Patienten ist dieser Mechanismus für die Hyperurikämie verantwortlich. Manche Erkrankungen wie zum Beispiel myeloproliferative und lymphoproliferative Erkrankungen, Psoriasis und hämolytische Anämie gehen mit einem vermehrten Umsatz von Nukleinsäure einher, der wiederum zu Hyperurikämie führen kann. Eine andere Ursache für eine Überproduktion von Harnsäure hängt mit einer Beärztemagazin 16/2012

schleunigung des Abbaus von Adenosintriphosphat zu Adenosinmonophosphat zusammen, wobei Letzteres einen Vorgänger der Harnsäure darstellt. Diese Überproduktion kann durch exzessive Konsumation von Alkohol oder Fruktose entstehen. Weniger als zehn Prozent der Patienten mit Gicht weisen eine Überproduktion von Harnsäure auf. 1.2 Genetische Faktoren Harnsäurekonzentrationen variieren stark zwischen den Individuen, und obwohl Umweltfaktoren eine große Rolle spielen, muss auch die Vererbung berücksichtigt werden. Die Vererbung der Harnsäurekonzentration ist für etwa 60 Prozent der Variabilität verantwortlich.

2. Epidemiologie Hyperurikämie kommt relativ häufig vor. Die Prävalenz beträgt in unterschiedlichen Populationen zwischen 2,6 und 47,2 Prozent. Die Serumharnsäure-Konzentrationen verändern sich mit Alter und Geschlecht. Bei Kindern liegt die Konzentration normalerweise in einem Bereich zwischen 3 und 4mg/dl, was auf eine höhere renale Clearance der Harnsäure zurückzuführen ist. In der Pubertät steigt bei männlichen Individuen die Serumharnsäure-Konzentration um 1–2mg/dl und bleibt normalerweise lebenslang auf diesem Niveau bestehen. Bei Frauen kommt es zu wenig Veränderung der Serumharnsäure-Konzentration bis zur Menopause. In der Menopause erhöht sich die Konzentration und nähert sich jener der Männer an. Die niedrigeren Harnsäurespiegel der Frauen hängen mit den Sexualhormonen zusammen und beruhen auf einer höheren Uratausscheidung aufgrund einer geringeren tubulären UratResorption.

3. Harnsäure und Gichtrisiko Der natürliche Verlauf einer Gicht gliedert sich normalerweise in drei Abschnitte: die

asymptomatische Hyperurikämie, Episoden mit akuten Gichtattacken, die mit asymptomatische Intervallen abwechseln, und die chronische Gichtarthritis. Das Risiko einer akuten Gicht steigt mit der Uratkonzentration. Bei einer Uratkonzentration im Serum zwischen 429µmol/L und 529µmol/L (7,0–8,9mg/dL) liegt die jährliche Inzidenz von Gicht bei 0,5 Prozent. Bei einer Uratkonzentration von 532µmol/L (>9,0mg/dL) oder mehr liegt sie bei 4,5 Prozent. Bei dieser Konzentration liegt die kumulative Inzidenz einer Gichtarthritis nach fünf Jahren bei 22 Prozent. Dennoch darf nicht außer Acht gelassen werden, dass viele Menschen mit erhöhter Harnsäure niemals eine Gicht entwickeln.

4. Risikofaktoren 4.1 Alkohol Die Assoziation zwischen Alkoholkonsum und Hyperurikämie bzw. Gichtrisiko ist seit langem bekannt. Dabei spielt die Art des aufgenommenen Alkohols eine Rolle. Bier, das reich an Purinen ist, beinhaltet das größte Risiko. Dieses Risiko ist deutlich größer im Vergleich zum Risiko durch Schnapskonsum. Mäßiger Weinkonsum erhöht das Gichtrisiko nicht. Die Quantität der Alkoholaufnahme spielt ebenfalls eine große Rolle. Verglichen mit Männern, die keinen Alkohol konsumieren, ist das relative Risiko von Gicht 1,32 bei einer Alkoholmenge von 10,0– 14,9g pro Tag, 1,49 bei 15,0–29,9g pro Tag, 1,96 bei 30,0–49,9g pro Tag, und 2,53 bei 50g pro Tag oder mehr. 4.2 Ernährung Natürlich beeinflusst auch die Ernährung das Risiko für Hyperurikämie und Gicht. Serumuratspiegel steigen mit dem Konsum von Fleisch (Innereien, Fleischextrakte, Haut) oder Meeresfrüchten (Sardinen, Sardellen, Hering, Hummer, Miesmuscheln) und sinken mit dem Konsum von Milchprodukten. In der Health Professionals Follow-up Study hatten Männer in der höchsten Quintile bei Konsumation von 

Tab. 1: Medikamente, welche die Harnsäurekonzentration im Serum verändern Erhöhung der Harnsäurekonzentration n Diuretika n Tacrolimus n Cyclosporin n Ethambutol n Pyrazinamid n Zytotoxische Chemotherapie n Ethanol n Salizylate (niedrig dosiert) n Levodopa n Ribavirin und Interferon n Teriparatid

Erniedrigung der Harnsäurekonzentration Ascorbinsäure Benzbromaron Calcitonin Zitrat Östrogene Fenofibrate Losartan Probenecid Salizylate (hoch dosiert) Sulfinpyrazon

Quelle: P. Richette und T. Bardin. Gout. The Lancet 2010;(375):318–328

C

hronische Hyperurikämie stellt den stärksten Risikofaktor für Gicht dar. Der epidemiologische Zusammenhang zwischen Hyperurikämie und Gicht wurde bereits vor mehr als 150 Jahren etabliert. Die Prävalenz der Gicht ist bei Männern wesentlich höher und steigt mit zunehmendem Alter. So wie die Arthritis urica ist auch die Hyperurikämie weltweit im Anstieg begriffen. Mögliche Ursachen dafür liegen im Lebensstil, in der Änderung von Ernährungsgewohnheiten mit zunehmendem Wohlstand sowie in einer höheren Lebenserwartung.

n n n n n n n n n n

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me d i z i n D F P H ype rurikä m ie

Das Hähnerl hier ist für den Dicken. Der Handwerksbursch’ fühlt Magenzwicken Meeresfrüchten ein 51 Prozent höheres Risiko, Gicht zu entwickeln. Das entsprechende Risiko lag bei Konsumation von Fleisch bei 41 Prozent. Jedoch besteht keine Assoziation zwischen der Konsumation von Weizenmehl und purinreichem Gemüse (z.B. Erbsen, Linsen, Bohnen, Pilze, Spinat, Spargel, Schwarzwurzel, Kohl, Karfiol) und einem erhöhten Gichtrisiko. Der Konsum von Milch einmal oder mehrmals täglich oder von Joghurt zumindest einmal täglich senkt die Harnsäurespiegel im Serum. Extrem fettreiche Kost führt ebenso wie Hunger über die Ketoazidose zu einer Ver-

drom dar. Bei Patienten mit Gicht besteht in bis zu 62 Prozent der Fälle ein metabolisches Syndrom. Eine inverse Korrelation konnte zwischen Insulinresistenz und verminderter renaler Ausscheidung von Harnsäure, welche zu Hyperurikämie führt, festgestellt werden. Hyperurikämie geht häufig der Entwicklung von Diabetes mellitus, Adipositas und Hyperinsulinämie voran. Nach Ergebnissen von Tierstudien könnte Hyperurikämie eine Rolle bei der Entstehung des metabolischen Syndroms spielen. Hyperurikämie findet sich häufig bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen. In den letzten 20 Jahren haben

Der Dicke schmaust, es perlt der Wein; Der Handwerksbursch’ schaut neidisch drein minderung der renalen Harnsäureausscheidung und damit zur Erhöhung der Harnsäurespiegel im Serum. Laut Studiendaten scheint die Konsumation von sechs oder mehr Tassen Kaffee pro Tag einen schützenden Effekt auf die Entwicklung von Gicht zu haben. Ebenso protektiv scheint die Einnahme von Vitamin C zu sein. 4.3 Metabolisches Syndrom Hyperurikämie stellt einen häufigen Befund bei Patienten mit metabolischem Syn-

über zehn Studien zu der Erkenntnis geführt, dass Hyperurikämie einen unabhängigen Risikofaktor für die Entwicklung von Hypertonie darstellt. Diese Assoziation der Hyperurikämie mit Hypertonie und kardiovaskulärer Erkrankung führt zur Annahme, dass Hyperurikämie tatsächlich einen direkten vaskulären Effekt aufweisen könnte und damit einen unabhängigen Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen darstellen könnte. Daten, die den Beweis anführen könnten, sind allerdings noch ausständig.

Auch das noch! – Es ist unerträglich! – Er flötet so leger als möglich

4.4 Chronische Nierenerkrankung Chronische Nierenerkrankungen stellen einen wichtigen Risikofaktor für Hyperurikämie und Gicht dar, da die Exkretion von Harnsäure vermindert ist. Auf der anderen Seite kann eine Hyperurikämie zur vermehrten Harnsäureausscheidung und damit zu einem erhöhten Risiko für Harnsäure- und Kalziumoxalatsteine führen.

5. Einteilung Die Hyperurikämie wird in eine primäre und sekundäre Form eingeteilt. 5.1 Primäre Hyperurikämien Primäre Hyperurikämien sind häufig durch eine verminderte renale Harnsäuresekretion (ca. 99 Prozent der Fälle) bei ansonst normaler Nierenfunktion verursacht. Nur in wenigen Fällen findet sich eine erhöhte Harnsäuresynthese als Ursache der Störung. Im letzteren Fall besteht ein Mangel des Enzyms Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyltransferase (HG-PRT). Dieser Enzymmangel wird x-chromosomal-rezessiv vererbt und tritt beim Lesch-NyhanSyndrom auf. Klinisch besteht dieses Syndrom in der Trias Hyperurikämie, progressive Niereninsuffizienz und neurologische Symptome. 5.2 Sekundäre Hyperurikämien Sekundäre Hyperurikämien entstehen durch Nierenerkrankungen, Ketoazidose, Diabetes mellitus, übermäßigen Alkoholkonsum, Fasten, bei exzessiver Purinaufnahme, bei gesteigertem Nukleotidabbau (proliferative Erkrankungen, Psoriasis), Zytostatikatherapie, extremer Muskelarbeit sowie bei Einnahme diverser Arzneien (in Tabelle 1, S. 25 sind Medikamente aufgelistet, die die Harnsäurekonzentration im Serum verändern). Hyperurikämie tritt häufig in der Folge von Transplantationen auf. Etwa die Hälfte der Empfänger von soliden Organtransplantaten entwickelt eine Hyperurikämie.

6. Diagnostik Die Bestimmung der Harnsäurekonzentration im Serum gehört zur Routine-Blutuntersuchung. Zur Differenzierung zwischen vermehrter Harnsäureproduktion und verminderter Harnsäureausscheidung wird die Harnsäureclearance herangezogen. Diese berechnet sich aus der Harnsäurekonzentration im Serum und der Harnsäurekonzentration im 24-Stunden-Harn. Eine weniger aussagekräftige Methode stellt die Berechnung des Harnsäure/KreatininQuotienten dar.

7. Therapie und Prophylaxe Die Hyperurikämie findet sich oft als Schlüsselsymptom für eine bis dahin unbe-

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ärztemagazin 16/2012


Illustrationen: Wilhelm Busch, Gesamtausgabe, Bde. I – IV, Band 1, Der neidische Handwerksbursch

7.1 Therapeutische Überlegungen Folgende Fakten beeinflussen Überlegungen zu einer medikamentösen Behandlung einer Hyperurikämie: n Es besteht derzeit keine gute Evidenz dafür, dass die Nierenfunktion durch erhöhte Harnsäurespiegel beeinträchtigt wird. n Eine Nierenerkrankung, die im Gefolge eine Hyperurikämie auftritt, ist oft auf eine inadäquat behandelte Hypertonie zurückzuführen. n Es besteht derzeit keine Evidenz dafür, dass die Korrektur einer Hyperurikämie einen Effekt auf die Entwicklung einer Herzerkrankung hat. Aufgrund dieser Argumente erscheint es sinnvoll, harnsäuresenkende Medikamente erst dann einzusetzen, wenn Symptome auftreten. Umso wichtiger ist es, Faktoren wie Übergewicht, Hyperlipidämie, Alkoholkonsum und Bluthochdruck ausreichend zu behandeln. 7.2 Diätetische Maßnahmen Die Ernährung stellt einen Hauptpfeiler bei der Behandlung der asymptomatischen Hyperurikämie dar. Zum einen sollte das Erreichen des Normalgewichts angestrebt werden. Die Gewichtsreduktion sollte langsam erfolgen und dabei auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Eine langsame Gewichtsreduktion ist wichtig, da bei radikalen Fastenkuren vermehrt Körperfett mobilisiert wird. Dadurch entsteht ein erhöhtes Angebot von Fettsäuren im Blut, die letztendlich die Harnsäureausscheidung hemmen und zu einem Anstieg des Harnsäurespiegels im Serum führt. Die Ernährung sollte purinreduziert sein. In Tabelle 2 sind Nahrungsmittel mit unterschiedlichem Puringehalt aufgelistet. Daneben sollte eine Reduktion des Alkoholkonsums erfolgen. Anzumerken ist, dass die Diät sowohl auf die Hyperurikämie als auch auf die Faktoren, die für die Entstehung eines metabolischen Syndroms von Bedeutung sind, einen positiven Einfluss hat. 7.3 Komorbiditäten Bei Patienten mit Hyperurikämie sind zur Hypertoniebehandlung Losartan und zur Senkung erhöhter Triglyzeridwerte Fenofibrate wegen ihrer harnsäuresenkenden Wirkung geeignete Medikamente. Diuretika sollten bei Hypertonikern mit Hyperurikämie wenn möglich nicht verwendet werden. n ärztemagazin 16/2012

Tab. 2: Puringehalt verschiedener Lebensmittel Portion (g)

gebildete Harnsäure in mg

Lebensmittel (verzehrbarer Anteil)

in 100 g

pro Portion

Purinfreie bzw. purinarme Lebensmittel 200

Kartoffeln, geschält u. gegart

15

30

180

Reis, gegart

33

59

125

Vollkornteigwaren, gegart

36

45

150

Gurke

7

11

150

Paprika

10

15

80

Tomate

11

9

150

Zucchini

24

36

150

Spargel, gegart

25

38

50

Feldsalat

34

17

150

Bohnen (grün), gegart

38

57

125

Apfel

14

18

125

Erdbeere

21

26

150

Joghurt

0

0

60

Eier

5

3

30

Gouda/Edamer/Emmentaler

10

3

Lebensmittel mit einem mittleren Puringehalt 60

Vollkornbrötchen

75

45

30

Cornflakes

80

24

50

Haferflocken

100

50

150

Spinat, frisch

57

86

100

Champignons, frisch

60

60

150

Rosenkohl, gegart

60

90

150

Brokkoli, gegart

78

117

150

Erbsen (grün), gegart

86

129

125

Rinderfilet, frisch

110

138

150

Brathähnchenfleisch ohne Haut, frisch

120

180

30

Schinken, gekocht

131

39

150

Schweinefleisch, frisch

150

225

150

Kabeljau (Dorsch), frisch

109

164

Lebensmittel mit einem hohen Puringehalt 125

Entenleber, frisch

250

313

125

Schweineniere, frisch

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418

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Kalbsbries, frisch

1260

1575

150

Lachs (Salm), frisch

170

255

50

Anchovis, Sardellen

239

120

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Jakobsmuscheln, frisch

330

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Dieser Text wurde wissenschaftlich geprüft von Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Brezinschek, 1. Stv. Leiter der Klinischen Abteilung für Rheumatologie und Immunologie, MedUni Graz Redaktion: Dr. Michaela Steiner

Quelle: DGE: Essen und Trinken bei Gicht, Artikel-Nr. 123005

kannte Erkrankung. Bei 70 Prozent der Patienten mit Hyperurikämie kann durch Anamnese und physikalische Untersuchung eine durchaus schlüssige Ursache gefunden werden. Generell bedarf eine asymptomatische Hyperurikämie keiner Behandlung.

Ärztlicher Fortbildungsanbieter: Universitätsklinik für Rheumatologie und Immunologie, Medizinische Universität Graz Review-Board: n n

Dr. Erwin Kepplinger Dr. Peter Kufner

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OK

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„Vor dem Zipperlein das große Gelage – Hyperurikämie und Gichtrisiko“ – ärztemagazin 16/2012 (Die Anzahl der richtigen Antworten ist in Klammern angegeben.)

1) Zu Definition und Pathophysiologie der Hyperurikämie ist zu sagen (2 Richtige): a) Eine Hyperurikämie liegt definitionsgemäß dann vor, wenn die Harnsäurewerte im Serum 6,7mg/dl (400µmol/L) bei Frauen und 7,4mg/dl (440µmol/L) bei Männern übersteigen. b) Harnsäure entsteht hauptsächlich im Pankreas und zu einem kleineren Anteil im Dünndarm. c) Die täglich produzierte Harnsäure wird zu drei Viertel über den Gastrointestinaltrakt und zu einem Viertel über die Niere ausge­ schieden. d) Manche Erkrankungen wie zum Beispiel myeloproliferative und lymphoproliferative Erkrankungen, Psoriasis und hämolytische Anämie führen zu Hyperurikämie. e) Die meisten Patienten mit Gicht weisen eine Überproduktion von Harnsäure auf. 2) Für Epidemiologie und Gichtrisiko gilt (3 Richtige): a) Bei Männern und Frauen steigt die Harnsäure über die Jahre kontinuierlich an. b) Das Risiko einer akuten Gicht steigt mit der Uratkonzentration. c) Die meisten Menschen mit erhöhter Harnsäure entwickeln eine Gicht. d) Diuretika erhöhen die Harnsäurekonzentration. e) Fenofibrate erniedrigen die Harnsäurekonzentration.

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3) Folgendes trifft auf Alkohol und Ernährung zu (3 Richtige): a) Schnapskonsum beinhaltet ein größeres Risiko für Hyperurikämie und Gicht als Bierkonsum.  b) Die Quantität der Alkoholaufnahme spielt keine Rolle.  c) Serum­Uratspiegel steigen mit dem Konsum von Fleisch oder Meeresfrüchten.  d) Es besteht keine Assoziation zwischen der Konsumation von Weizenmehl und purinreichem Gemüse und einem erhöhten Gichtrisiko.  e) Der Konsum von Milch einmal oder mehrmals täglich oder von Joghurt zumindest einmal täglich senkt die Harnsäurespiegel im Serum. 

Bitte gut leserlich ausfüllen und E-Mail-Adresse angeben: Name

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5) Für Einteilung und Diagnostik der Hyperurikämie gilt (3 Richtige): a) Primäre Hyperurikämien sind häufig durch eine verminderte renale Harnsäuresekretion verursacht.  b) Das Lesch­Nyhan­Syndrom besteht in der Trias Hyperurikämie, kardiale Insuffizienz und neurologische Symptome.  c) Eine Zytostatikatherapie kann zu einer sekundären Hyperurikämie führen.  d) Etwa jeder zehnte Empfänger von soliden Organtransplantaten entwickelt eine Hyperurikämie.  e) Die Harnsäureclearance berechnet sich aus der Harnsäure­ konzentration im Serum und der Harnsäurekonzentration im 24­Stunden­Harn.  6) Zur Therapie der Hyperurikämie ist zu sagen (3 Richtige): a) Eine Hyperurikämie muss immer medikamentös behandelt werden.  b) Eine Nierenerkrankung, die im Gefolge eine Hyperurikämie auftritt, ist oft auf eine inadäquat behandelte Hypertonie zurückzuführen.  c) Die Ernährung stellt einen Hauptpfeiler bei der Behandlung der asymptomatischen Hyperurikämie dar.  d) Eine Gewichtsreduktion sollte langsam erfolgen und dabei auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.  e) Bei Patienten mit Hyperurikämie sind zur Hypertoniebehandlung Diuretika und zur Senkung erhöhter Triglyzeridwerte Fenofibrate geeignet. 

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Anschrift

PLZ/Ort

4) Zu metabolischem Syndrom und chronischer Nierenerkrankung ist zu sagen (3 Richtige): a) Hyperurikämie stellt einen häufigen Befund bei Patienten mit metabolischem Syndrom dar. b) Eine inverse Korrelation konnte zwischen Insulinresistenz und verminderter renaler Ausscheidung von Harnsäure, welche zu Hyperurikämie führt, festgestellt werden. c) Hyperurikämie findet sich bei Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen nur selten. d) Hyperurikämie stellt einen unabhängigen Risikofaktor für die Entwicklung von Hypertonie dar. e) Chronische Nierenerkrankungen stellen keinen Risikofaktor für Hyperurikämie und Gicht dar.

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ärztemagazin 16/2012


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Fachkurzinformation siehe Seite 38

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Entzündun Handinfektionen sind häufige Krankheitsbilder in Notaufnahmen. Entscheidend für ein gutes Ergebnis ist eine schnelle Diagnose.

Sonderfall Bissverletzungen Eine Sonderstellung nehmen Bissverletzungen ein, weil hier ein anderes Keimsprektum vorliegt:

Die meisten Infektionen nach Hunde- und Katzenbissverletzungen werden durch Pasteurella canis bzw. Pasteurella multcida verursacht. Nach Menschenbissverletzungen sind vor allem Staphylokokken, Streptokokken und Hämophilusspezies die Verursacher. Bei Menschenbissen ist auch an eine Übertragung von Hepatitis-B-, HepatitisC- und HIV-Viren zu denken. Am häufigsten sind Hundebissverletzungen (50–80%), gefolgt von Katzen- (bis zu 30%) und Menschenbissverletzungen (10%) zu finden. Das größte Infektionsrisiko von 30 bis 50 Prozent bergen Katzenbissverletzungen aufgrund der punktförmigen und tiefen Wunde. Hundebissverletzungen haben im Vergleich dazu ein geringeres Risiko, da es sich meist um größere longitudinale Lazerationen handelt. Bissverletzungen an der Hand stellen im Gegensatz zu Bissverletzungen am Körperstamm „High-risk“-Verletzungen dar, und die Behandlung sollte immer ein ausführliches Débridement mit Wundrevision beinhalten. Die Bisswunde muss anschließend ausgiebig gespült und offen gelassen werden. Punktionswunden sollten ausgeschnitten, der Stichkanal revidiert werden, um eine tiefere Perforation mit Gelenkseröffnung auszuschließen. Primär sollte eine kurzfristige Ruhigstellung angestrebt werden und nach gesicherter Weichteilkonsolidierung eine frühfunktionelle Nachbehandlung angeschlossen werden. Als antibiotische Begleittherapie werden primär Cephalosporine der ersten Generation oder Amoxicillin plus Calvulansäure empfohlen. Im Falle einer Penicillinallergie kann die Alternativtherapie mittels Clindamycin durchgeführt werden.

Akute Paronychie Eine akute Paronychie stellt eine Infektion des Nagelwalles und eponychialen Raumes dar. Als Hauptursache sind vor allem kleine perforierende Verletzungen sowie Verletzungen bei der Nagelpflege 30

zu nennen. Haupterreger sind Staphylokokken. Der Patient präsentiert sich mit einem geröteten, geschwollenen und druckempfindlichen Nagelwall. Wegweisend ist zumeist der Nachtschmerz, der von den Patienten als pochend beschrieben wird. Im Anfangsstadium können Paronychien konservativ mit einem lokalem Antiseptikum, Antibiotika und Ruhigstellung behandelt werden. Sollte es ich um eine weiter fortgeschrittene Infektion handeln, ist eine chirurgische Inzision und Drainage indiziert: Hier sollte eine Längsinzision über dem Punctum maximum der Infektion durchgeführt werden mit Penetration bis auf die germinative Matrix des Nagels. Falls sich ebenfalls Pus unter dem Nagel befindet, sollte selbiger komplett entfernt werden. Postoperativ wird der Finger mittels Finger-Spatel-Stülper ruhiggestellt. Wird die Infektion nicht rechtzeitig behandelt, kann sich diese fortleiten und zu einem Panaritium führen.

Abszess der Fingerbeere Das Panaritium wird als Abszess der Fingerbeere definiert und ist in den meisten Fällen subkutan lokalisiert (Panaritium cutaneum). Bei stärkerer Ausprägung kann es auch zu einer Osteitis der Endphalanx (Panaritium ossale) bzw. septische Arthritis (Panaritium articulare) kommen. Wird das Panaritium nicht korrekt behandelt, kommt es zu einer Ausbreitung der Infektion entlang anatomischer Leitstrukturen und in der Folge zu einer Osteomyelitis, Tenosynovitis oder septischen Arthritis. Klinisch präsentiert sich der Patient mit einer geschwollenen, geröteten und stark druckempfindlichen Fingerbeere. Im fortgeschrittenen Stadium kann es auch zu einer spontanen Entleerung von Pus über Weichteilnekrosen kommen. Die Therapie erfolgt immer chirurgisch mit einem Débridement der nekrotischen Weichteile, Drainage des Abszesses sowie Spülung der Wunde. Der ärztemagazin 16/2012

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I

m Jahr 1930 verstarben nicht weniger als sieben Prozent der Patienten mit Handinfektionen. Bei den Überlebenden führte die Infektion meist zu einer erheblichen Funktionseinschränkung, auch Amputationen waren nicht selten. Die Einführung von Antibiotika, die rasante Verbesserung handchirurgischer Techniken und die heutige, intensive Nachbehandlung ermöglichen ein sehr gutes funktionelles Ergebnis nach Handinfektionen. Etwa 60 Prozent der Handinfektionen sind posttraumatisch bedingt und hier in erster Linie durch kleine, unversorgt gebliebene Verletzungen. Schwere Handverletzungen mit ausgedehntem Gewebeschaden werden meist in großen handchirurgischen Zentren unter aseptischen Bedingungen mit Débridement der Weichteile und adäquater Behandlung verletzter Strukturen versorgt. Handinfektionen werden zu 65 Prozent von aeroben, grampositiven Keimen verursacht, mit absteigender Häufigkeit auch von Staphylokokkus aureus und b-hämolysierenden Streptokokken. Vor allem Personengruppen mit erhöhtem Risiko wie Diabetiker, immunsupprimierte und drogenabhängige Patienten haben ein höheres Infektionsrisiko.


gen mit Biss Hautschnitt sollte längsverlaufend vorgenommen werden, um die Gefäßnervenbündel zu schonen. Die Wunde muss bis auf den Knochen revidiert und debridiert und dann offen gelassen werden, um eine sekundäre Wundheilung zu ermöglichen. Postoperativ ist eine Ruhigstellung und antibiotische Therapie unerlässlich.

Sehnenscheideninfektionen Bei Verletzungen mit Pflanzendornen oder Holzsplittern muss frühzeitig auf Beugesehnenscheideninfektionen (Sehnenscheidenempyem bzw. Tendo-Synovialitis) geachtet werden. Diese können freilich auch als fortgeleitete Infektion in Folge eines Panaritiums oder einer Osteitis auftreten oder eine Verschleppung auf dem Blutweg im Sinne von metastatischen Sehnenscheideninfekten als Ursache haben. Bei den direkten Verletzungen der Sehnenscheide ist zu 65 Prozent die Endgelenksbeugefurche Ausgangspunkt der Infektion, da hier die Beugesehnenscheide fast ohne Fettgewebsschutz unter der Haut liegt. Hier sind es besonders kleine Verletzungen mit Nägeln, Kanülen, Zahnstochern, Pflanzendornen und Holzsplittern, die zu einer Kontamination führen. Gelangen Bakterien auf diesem Weg in die Beugesehnenscheide, stellt die Gelenksflüssig-

keit (Synovia) einen idealen Nährboden dar, und der geschlossene Raum begünstigt die Vermehrung der Erreger. Die Infektion breitet sich dadurch schnell aus, gefördert wird dies zusätzlich durch die Bewegungen der Beugesehnen.

Schwierige Diagnose Eine frühzeitige Diagnose und rechtzeitig eingeleitete operative Therapie sind entscheidend für das funktionelle Outcome nach Ausheilen der Infektion. Die Diagnose ist aber zumeist nicht leicht zu stellen und benötigt einiges an Erfahrung, vor allem wenn die Symptomatik durch frühzeitige Antibiotikagabe verschleiert wird. Zumeist kommt es sechs Stunden nach Infektion zu den ersten Symptomen, wobei der Höhepunkt nach 48 bis 72 Stunden erreicht wird. Die charakteristischen Kardinalsymptome lauten: Druckschmerz über dem Verlauf der Beugesehne, Schwellung des gesamten Fingers, Schmerzverstärkung bei passiver Streckung und Beugeschonhaltung des Fingers. Als sicherstes Zeichen wird die Schmerzverstärkung durch Streckung des Fingers angesehen. Beim Beugesehnenscheidenempyem handelt sich um einen handchirurgischen Notfall, und die Therapie muss unverzüglich operativ mit einer exakten Exzision und

Revision der Wunde eingeleitet werden. Des Weiteren müssen schräg verlaufende Schnitte zwischen den Beugefalten durchgeführt und die Sehnenscheide revidiert werden. Wichtig ist vor allem die Eröffnung des Beugesehnenscheidenblindsackes über dem MCP-Gelenk, da ansonst keine komplette Drainage erfolgen kann. Die Beugesehnenscheide wird im Anschluss mittels Kanüle und Kochsalz- oder Ringerlösung von proximal nach distal mehrmals intraoperativ gespült. Postoperative Spülungen der Beugesehnenscheide zeigten in Studien kein besseres Ergebnis im Vergleich zu reinen intraoperativen Spülungen. n OA Dr. Martin Leixnering, Präsident der Österr. Ges. f. Handchirurgie (ÖGH), Unfallkrankenhaus der AUVA Lorenz Böhler – European Handtrauma Center

Gicht...

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Täter

Opfer

in einer Person

A

n Schizophrenie Erkrankte können zu Tätern werden. Ein Mangel an Compliance sowie hohe Raten an Komorbidität (Persönlichkeitsstörungen, Substanzmissbrauch) führen dazu, dass eine Subgruppe unbehandelter Kranker gegenüber der Allgemeinbevölkerung ein erhöhtes Risiko für Gewaltdelinquenz aufweist. In nahezu allen modernen Staaten hat dies zu einem deutlichen Anstieg der Einweisungen schizophrener Straftäter in forensisch-psychiatrische Einrichtungen geführt. Doch aus dem öffentlichen und professionellen Bewusstsein wird eine andere Tatsache häufig verdrängt: dass Schizophreniekranke überdurchschnittlich oft Opfer personeller und

struktureller Gewalt werden. Dieses Phänomen repräsentiert die Kehrseite des von vielen Seiten geäußerten therapeutischen Optimismus. Die Reaktion auf Gewalt seitens schizophrener Patienten und die Ignoranz von Gewalt gegen Schizophrene können zusammengenommen als Spiegelbild des Umgangs unserer Gesellschaft mit komplexen, nicht immer leicht versteh- und bewältigbaren Phänomenen gelten. Dieses Problemfeld wurde bei der 6. Wiener Frühjahrstagung für Forensische Psychiatrie, die am 19. Mai 2012 im Wiener AKH abgehalten wurde, von namhaften nationalen und internationalen Fachleuten aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.

Opfer und Täter Einfache Antworten auf die Frage nach den Schuldigen würden zu kurz greifen, betont Univ.-Prof. Dr. Hans Schanda vom Institut für Strafrecht und Kriminologie der Universität Wien und bezeichnet dies als „Verschränkung zwischen Opfer- und Täterstatus“. Beklagenswerte legistische, strukturelle und Prozessdefizite – allzu oft simple Ignoranz – bereiteten den Boden, auf dem sich Schizophreniekranke entweder in der Rolle des Opfers oder des Täters, manchmal auch in beiden Rollen, wiederfinden. Wo sind die Kranken? Prof. Dr. Wulf Rössler, Direktor der Klinik für Soziale Psychiatrie und Allgemeinpsy-

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ärztemagazin 16/2012

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Schizophreniekranke können Täter und Opfer zugleich sein: Sie weisen eine höhere Gewaltdelinquenz auf, werden aber auch öfter zum Ziel von Gewalt.


Sch i zo p h ren ie me d i zi n

chiatrie der Universität Zürich, untermauert die offenbar zunehmenden Einweisungen schizophrener Straftäter in forensisch-psychiatrische Einrichtungen durch empirische Studien. Demnach sind schizophrene Patienten in den letzten Jahrzehnten zunehmend aus stationären und ambulanten Betreuungseinrichtungen verschwunden, während im Gegenzug die Zahl der dort betreuten Patienten mit vergleichsweise weniger schwerwiegenden Störungsbildern (Depressionen, Angststörungen) deutlich angestiegen ist. „Ich weiß nicht, wohin die Schizophreniekranken hingekommen sind, ich hoffe allerdings, dass es ihnen gut geht“, meint der in der Schweiz tätige deutsche Psychiater.

enangehörige tragen ihren Teil zur negativen sozialen Entwicklung bei, die die Kranken letztlich ins gesellschaftliche Abseits und in die Dissozialität führen. Anhand einer eigenen, an der Klinischen Abteilung für Biologische Psychiatrie der Medizinischen Universität Wien durchgeführten umfangreichen Studie lässt sich gut nachweisen, welchen Einfluss psychotische Symptome, Persönlichkeitsfaktoren und Substanzmissbrauch auf die Verhaltensweisen Schizophreniekranker ausüben. Dabei gilt es, auf der einen Seite Faktoren zu finden, durch die sich delinquente von nichtdelinquenten Patienten unterscheiden, auf der anderen Seite solche, die zu schweren Gewalttaten führen.

Ursachen der Gewalttätigkeit Rein biologisch betrachtet, lassen sich die Ursachen der Gewalttätigkeit Schizophrener an in bildgebenden Verfahren nachweisbaren strukturellen und funktionellen Defiziten festmachen. Prof. Dr. Jürgen Leo Müller von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Göttingen weist darauf hin, dass Neurotransmitterdysbalancen und genetische Faktoren einen nicht zu vernachlässigenden Stellenwert für die Gewalttätigkeit von Schizophreniekranken haben dürften. Doch die Bedeutung sozialer und familiärer Faktoren in der Gewaltgenese Schizophreniekranker dürfe auf keinen Fall vernachlässigt werden, bekräftigt DDr. Kristina M. Ritter, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin in Wien: „Gewalttätige Patienten kommen vermehrt aus sozial benachteiligten Schichten und wachsen häufig in Einelternfamilien oder in Scheidungs- bzw. Stieffamilien auf.“ Heimaufenthalte und delinquente Famili-

Tätertypologie und Prävention Aus forensischer Sicht lässt sich aus den Tötungsdelikten Schizophreniekranker eine Tätertypologie entwickeln. Dr. Gerhard Ortwein-Swoboda, Oberarzt an der Klinische Abteilung für Sozialpsychiatrie der Medizinischen Universität Wien, hat dazu das Datenmaterial der Justizanstalt Göllersdorf (Niederösterreich) durchforstet und unterscheidet dabei Patienten, die aus „wahnhafter Notwehr“ heraus handeln, von Kranken, die aus einem katatonen Bewegungssturm („Katatoner Overkill“) heraus agieren. Zwischen der relativ hohen Delinqenzrate schizophrener Patienten und der gleichzeitig guten Legalprognose, also der Risikobeurteilung bezüglich strafrechtsrelevanter Rückfälligkeit, besteht eine Diskrepanz. Prof. Dr. Norbert Nedopil, Leiter der Abteilung für Forensische Psychiatrie der Universität München, deutet dies als Hinweis auf Betreuungsdefizite. Ein Befund, den Univ.-Prof. Dr. Wolfgang

Fleischhacker, Direktor der Abteilung für Biologische Psychiatrie der Medizinischen Universität Innsbruck, teilt. Die medikamentöse Adhärenz sei für die Kriminalprävention von großer Bedeutung, betont er: „Diese ist häufig nur durch den Einsatz von Depotneuroleptika zu erreichen, da allein diese Applikationsform die Patientencompliance sicherstellt.“ Schizophrene als Ziel von Gewalt Es sind die gesellschaftlichen und persönlichen Schieflagen, die Schizophrene als Opfer fremdaggressiven (und auch selbstaggressiven) Verhaltens prädestinieren. Eine wichtige Rolle spielen dabei die vielen Facetten gesellschaftlicher Ausgrenzung, denen Patienten mit Schizophrenie ausgesetzt sind. Die Palette reicht vom blockierten Zugang zum Arbeitsmarkt über Vereinsamung und Obdachlosigkeit bis zum bekanntermaßen erschwerten Weg in das Gesundheitssystem. Dass schizophrene Menschen im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung sehr häufig Opfer von Gewalttaten werden, lässt sich anhand von Zahlen belegen. Dennoch seien die Patienten oft mit der Ungläubigkeit der Polizei und der Gerichte konfrontiert, bedauert Prim. Dr. Adelheid Kastner, Leiterin der Abteilung für Psychiatrie mit forensischem Schwerpunkt der LandesNervenklinik Linz: „Das führt wiederum zu einer resignativen Haltung, die einer der Gründe für die hohe Rate an unaufgeklärten Straftaten gegen diese Personengruppe sein dürfte.“ n Univ.-Prof. Dr. Thomas Stompe, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, MedUni Wien

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* durch eine Senkung des Serum-Harnsäurespiegels auf <6 mg/dl, ausgenommen bereits eingetretene Schädigungen der Gelenke und Gewebe Perez-Ruiz F., Rheumatology 2009;48:ii9-ii14

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me d i z i n I nte r v i ew

„Wir hoffen, dass der WONCA-Kongress Signalwirkung hat“ Dr. Gustav Kamenski, Kongresspräsident des WONCA Europe Kongresses 2012, über die Kunst der Allgemeinmedizin, EBM und zukünftige Entwicklungen.

ärztemagazin: Das Motto der WONCAKonferenz lautet heuer „Art & Science of General Practice“. Was ist damit gemeint? Kamenski: Es ist die Kunst gemeint, das enorme Wissen der evidenzbasierten Medizin (EBM) mit der eigenen Erfahrung zu kombinieren und im Rahmen vorgegebener Bedingungen in kürzester Zeit das Optimum für die Patienten herauszuholen. Das sehen wir als Leitmotiv des Kongresses. Zum Beispiel muss ich einem Patienten in der vorgegebenen kurzen Zeit erklären, warum er antikoaguliert werden muss und nicht Acetylsalicylsäure nehmen kann. Dazu gibt es natürlich enorme Datenmengen aus Studien – man muss aus diesen den Sukkus ziehen und dem Patienten eine seinem Intellekt angepasste Erklärung geben. Das ist mit Kunst gemeint. Aber auch den Patienten aus der Reserve zu locken und ihn dazu zu bringen, nach entsprechender Information selbstständig Entscheidungen zu treffen. Denn nicht immer sind Entscheidungen in der Medizin eindeutig. ärztemagazin: Warum betonen die Allgemeinmediziner das so? An sich ist das ja ein selbstverständliches Tun für Ärzte.

Kamenski: Die Allgemeinmediziner betonen das, weil sie eine sehr komplexe Betreuungssituation vorfinden, wenn sie etwa einen Patienten und dessen Familie über viele Jahre betreuen. Diese Situation heute ist nicht zu vergleichen mit der Situation Anfang der 1980er-Jahre. Nehmen wir einen Patienten an, der eine Herzerkrankung hat und bereits drei Medikamente nimmt, der antikoaguliert ist und zuletzt einen Tumor entwickelte, der mit Chemotherapie behandelt wird. Wo sollen denn die Fäden zusammenlaufen, wenn nicht beim Allgemeinmediziner? Das ist die Kernkompetenz des Allgemeinmediziners. ärztemagazin: Kann diese Einstellung quasi als Gegenbewegung zur EBM verstanden werden? Kamenski: Als Gegenbewegung fasse ich das sicher nicht auf. Ich bin nicht gegen EBM. Ein Problem der EBM ist jedoch, dass viele Studiendaten in einem Setting gewonnen werden, das nicht der Realität entspricht. Das betrifft etwa Patienten in fortgeschrittenem Alter oder auch Patienten, die mehrere Medikamente einnehmen müssen. Ich würde sagen, je statistischer das Problem ist, desto mehr wird EBM gebraucht. Wenn etwa jemand mit einem akuten Abdomen oder einem Zeckenstich kommt, dann brauche ich vor allem Erfahrung. Wenn es aber beispielsweise um Verhinderung von Schlaganfällen bei Vorhofflimmern geht oder um Spätfolgen der Hypertonie, da brauche ich EBM. EBM ist hilfreich, ich muss sie jedoch individualisieren und an meinen Patienten anpassen.

„Ein Problem der EBM ist, dass viele Daten in einem Setting gewonnen werden, das nicht der Realität entspricht“ 34

ärztemagazin: Was wünschen Sie sich für die Allgemeinmedizin?

Kamenski: Wir wollen wahrgenommen werden, nicht nur von der Bevölkerung, sondern vor allem auch von den Gesundheitspolitikern. Da würde ich gerne einmal ein Dankeschön hören. Es führt kein Weg an der Allgemeinmedizin vorbei, die Allgemeinmedizin wird nie sterben. Mein Lehrer Robert Braun hat schon gesagt: Eine gute medizinische Versorgung eines Landes zeigt sich darin, wie täglich in der Durchschnittspraxis am durchschnittlichen Patienten verfahren wird, und nicht daran, was an einer hochspezialisierten Klinik operiert wird. Ich möchte, dass die Allgemeinmediziner in Entscheidungen wie etwa ELGA eingebunden werden. Wir wollen in allen Belangen Partner sein. ärztemagazin: Wie sehen Sie die Rolle des Allgemeinmediziners in der Zukunft? Kamenski: In Österreich steuern wir auf einen Allgemeinmedizinermangel zu, weil der Beruf nicht attraktiv genug ist. Es ist uninteressant, sich als eigener Unternehmer einem Risiko auszusetzen. Die Menschen zahlen allerdings in das Gesundheitssystem ein, es steht ihnen daher eine gute kassenärztliche Versorgung zu. Daher sind neue Modelle wie Time-Sharing, Gemeinschaftspraxen etc. zu befürworten. ärztemagazin: Welche Rolle spielt die Österreichische Gesellschaft für Allgemeinund Familienmedizin im Rahmen des WONCA Kongresses? Kamenski: Die ÖGAM ist als nationale Fachgesellschaft Mitglied der WONCA. Sie ist Partner von WONCA Europe und damit für Organisation und Gelingen des Kongresses verantwortlich. Wir hoffen doch, dass der Kongress auf die medizinische Öffentlichkeit und die Gesundheitspolitiker in Österreich Signalwirkung hat. n Interview: Dr. Michaela Steiner ärztemagazin 16/2012

Foto: Privat

A

nlässlich der 18. WONCA Europe Konferenz, die vom 4.–7. Juli 2012 in Wien stattfindet, sprach das ärztemagazin mit Dr. Gustav Kamenski, Arzt für Allgemeinmedizin, Präsident der NÖGAM und Leiter des Karl Landsteiner Institutes für Systematik in der Allgemeinmedizin in seiner Funktion als WONCAKongresspräsident.


p praxis Praxistipp

Neue Fachgesellschaft G

eriatrie gewinnt aus demografischen Gründen immer mehr an Bedeutung. Dem trägt seit Kurzem auch eine neue Fachgesellschaft Rechnung, die sich speziell der Psychiatrie und Psychotherapie älterer Menschen widmen. Die Österreichische Gesellschaft für Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie (ÖGAPP) will durch fachinterne Vernetzung und Zusammenarbeit mit allen Berufsgruppen der Altersmedizin sowie verstärkte Fortbildung die Versorgungssituation verbessern, sich für die Gleichstellung von psychisch Kranken und somatisch Kranken engagieren, präventive, diagnostische, therapeutische und rehabilitative Maßnahmen umsetzen und regionale alterspsychiatrische Versorgungskonzepte erstellen. Zur Mitgliedschaft eingeladen sind Neurologen, Psychiater und psychotherapeutisch arbeitende Mediziner, aber auch Ärzte anderer Fächer mit einschlägigem Interesse. Information: www.alterspsychiatrie.at

Alterspsychiatrie: Eigene Fachgesellschaft will Versorgungssituation verbessern

Fachbuch

Die praktische Frage

„Können Hausbesuche mein Praxis-Marketing unterstützen?“ Arztrecht. Praxisorientiert, komprimiert und leicht verständlich fasst dieser aktuelle Ratgeber alle wichtigen Rechtsvorschriften für die Führung einer Allgemeinpraxis vom Behandlungsvertrag bis zur Verschwiegenheitspflicht zusammen.

Schlafforschung. Dass die Schlafgewohnheiten äußerst individuell sind, zeigt eindrucksvoll dieses Buch der Schlafforscherin Prof. Inge Strauch. Die Basis bildet eine Langzeitstudie die 33 Jahre von der späten Kindheit bis ins Erwachsenenalter reicht.

T. Holzgruber, J. Frohner, M. Mangi. „Rechtsgrundlagen der Allgemeinmedizin“. 2012, 160 Seiten, Verlagshaus der Ärzte, 19,90 €

I. Strauch. „Schlafgewohnheiten und Schlafqualität. Von der späten Kindheit bis ins Erwachsenenalter“. 2010, 176 Seiten, Schattauer, 30,80 €

Steuer tipp

Immobilien im Betriebseigentum – Teil 1

Fotos: Gerd_Altmann_pixelio.de, steuerberater.at, MedPlan

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isher konnte Grund und Boden (ohne Gebäude!) nach Ablauf der 10-jährigen Spekulationsfrist steuerfrei verkauft werden. Zukünftig wird Grund und Boden unabhängig von der Gewinnermittlungsart bei Veräußerung mit 25% Immobiliensteuer belastet. Veräußerungsbedingte Betriebsausgaben (Maklerkosten etc ...) sind nicht mehr abzugsfähig. Bei der Ermittlung des Veräußerungsgewinns von Altvermögen gilt bei nicht buchführungspflichtigen Betrieben Folgendes: Wurde Grund und Boden, vor 31.3.2002 erworben, kann der Veräußerungsgewinn pauschal mit 14% des Verkaufspreises festgesetzt werden. Die effektive Steuerbelastung des Verkaufspreises beträgt somit 3,5% (14% mal 25% Immobiliensteuer). Wurde „Altvermögen“ hingegen nach dem 31.12.1987 und nach dem letzten entgeltlichen Erwerb in Bauland umgewidmet, erhöht sich der pauschale Veräußerungsgewinn auf 60% des Verkaufspreises. Die effektive Steuerbelastung des Verkaufspreises beträgt somit 15% (60%mal 25% Immobiliensteuer). Dr. Rainer M. Kratochwill, StB und GF von steuerexperten.at, Wien 1, Tel. 01/512 50 09-10, E-Mail: rainer.kratochwill@steuerexperten.at ärztemagazin 16/2012

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ie Idee hat was: In Deutschland plant das Land Niedersachsen, unterversorgte Landstriche mit einer rollenden Hausarztpraxis zu betreuen. Ein VWTransporter soll als Arztpraxis mit der Grundausstattung von EKG, Defibrillator und Sono-Gerät plus einschlägiger IT-Ausrüstung zur Übertragung von Daten durch den Landkreis fahren und quasi Hausbesuche machen, auch auf Anforderung der Kollegen aus den Praxen. Und das während der normalen Praxiszeiten und auch außerhalb der Notdienstzeiten. Die „vazierenden“ Ärzte sollen vor allem alte Patienten versorgen, denen es aus eigener Kraft unmöglich ist, zu ihrem Hausarzt zu gehen. Es geht um die Entlastung der Kollegen bei den Hausbesuchen, nicht um das Wildern in fremden Revieren. Auch wenn die ärztliche Unterversorgung in Österreich in den wenigsten Regionen so drückend ist wie bei den deutschen Nachbarn, ist das Thema Hausbesuche für viele niedergelassene Ärzte problematisch. Im Vergleich zum Aufwand bringen Hausbesuche finanziell nicht unbedingt viel. Allerdings sind Visiten eine unübertroffene Art, sich eine treue Stammklientel zu schaffen. Ich stelle bei den Umsatzanalysen unserer Klienten immer wieder fest, dass die erfolgreichsten Allgemeinmediziner mit den stabilsten Umsätzen auch jene sind, die viele Hausbesuche machen. Sie repräsentieren dadurch für viele Patienten das Idealbild des Arztes, der für seine Patienten da ist. Besonders für OrdinationsÜbernehmer und -Gründer ist die Visite ein probates Mittel, sich eine eigene Stammklientel heranzuziehen. Ich kenne Beispiele, wo frisch eröffnete Ordinationen durch viele Hausbesuche in Kürze zu florierenden Praxen mutierten, obwohl sie sich in stark besetzten Wiener Bezirken niedergelassen hatten. Daher geht mein erster Rat bei Ordinationsgründern immer in Richtung Hausbesuche. Sie sind ein sicherer Schlüssel zum Patienten. Mag. Iris Kraft-Kinz, MEDplan, 1120 Wien, Tel. 01/817 53 50-260, www.medplan.at, Fragen & Anregungen: praxis@aerztemagazin.at

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p praxis Ordination

Kühle Köpfe in der Praxis

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ommer mit Sonne ist eine tolle Zeit – wenn man die Muße hat, die heißen Tage auch zu genießen. Aber nicht immer reicht die Zeit für Pool und Garten. Richtig prekär wird die Situation, wenn sich die Hitze über Stadt und Land stülpt und jeden Lufthauch erstickt. Dann füllen sich nicht nur die Wartezimmer mit kreislaufbelasteten Patienten, sondern heizen sich auch Gemäuer und Ordination auf. Da liegt der Gedanke an eine Klimaanlage für die Ordination nahe. Thomas Kittinger, Marketingleiter des Wiener Klimaspezialisten TVG, sieht sich auch als Saisonarbeiter: „Bei

uns ist es wie mit den Eisverkäufern. Klettern die Temperaturen, kommen die Kunden.“ Prinzipiell gilt: Klimageräte brauchen bei aller gestiegenen Effizienz viel Strom – in Zeiten der Energiewende ein gehöriger Nachteil. Die primäre Vorsorge gegen den Hitzeschock liegt beim baulichen Hitzeschutz. Wo übermäßige Sonneneinstrahlung gar nicht erst in Haus kommt, droht auch keine extreme Überhitzung. Häufig kann schon ein Außenrollladen Wunder wirken. Letzter Ausweg. Schlechte Dämmung, südseitige Gebäudelage ohne Beschattung oder falsch geplante Glasfassaden

setzen aber den nachträglichen Abwehrmaßnahmen Grenzen. „Gerade in Ordinationen und Kanzleien sehen wir, dass in punkto Verschattung meist schon alle Register gezogen wurden, ehe wir auf den Plan treten“, weiß Kittinger. Klimaanlagen haben ein ähnliches Funktionsprinzip wie Kühlschränke: Es gibt Kühlflächen und wärmeableitende Flächen. Damit sich die Temperatur um Zimmer senkt, muss die Wärme ins Freie abtransportiert werden. Und dies passiert technisch auf zwei Arten. Geteilter Job. Zweiteilige Splitgeräte arbeiten nach dem Prinzip der Arbeitsteilung. Im

Warteraum oder Arztzimmer hängt das kühlende Innengerät. Das wärmeabgebende Außengerät steht am Balkon, auf der Terrasse oder hängt an der Außenfassade. Innen- und Außengerät sind durch flexible Rohrleitungen miteinander verbunden, in denen ein Kältemittel die Wärme ableitet. Es gibt keinen Abtransport der Luft. Für die fachgerechte Verlegung dieser Leitungen braucht es eine circa sieben Zentimeter große Wandbohrung. Gute Splitgeräte temperieren nicht nur, sondern sorgen gleichzeitig auch für Luftreinigung und physiologisch angenehme Luftfeuchtigkeit.

fac hku rz i nfor ma t i on Adenuric 80 mg Filmtabletten, Adenuric 120 mg Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält 80 bzw. 120 mg Febuxostat. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat (Ph. Eur.), Hyprolose, Croscarmellose-Natrium, Siliciumdioxid-Hydrat. Filmüberzug: Opadry II gelb, 85F42129 enthält: Poly(vinylalkohol), Titandioxid (E171), Macrogol 3350, Talkum, Eisen(III)-hydroxid-oxid x H2O (E172). Anwendungsgebiete: Behandlung der chronischen Hyperurikämie bei Erkrankungen, die bereits zu Uratablagerungen geführt haben (einschließlich eines aus der Krankengeschichte bekannten oder aktuell vorliegenden Gichtknotens und/oder einer Gichtarthritis). Adenuric ist zur Anwendung bei Erwachsenen bestimmt. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: Urikostatika, ATC-Code: M04AA03. Inhaber der Zulassung: Menarini International Operations Luxembourg S.A., 1, Avenue de la Gare, L-1611 Luxembourg, Luxemburg. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu den Abschnitten Dosierung, Art und Dauer der Anwendung, Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit sowie Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Stand der Information: Jänner 2012. Bestimmte Verwendung (Regeltext, gelber Bereich RE1) laut Erstattungskodex. Bei chronischer Hyperurikämie mit Uratablagerungen (einschließlich eines aus der Krankengeschichte bekannten oder aktuell vorliegenden Gichtknotens und/oder einer Gichtarthritis), wenn eine Intoleranz/Kontraindikation gegen die Therapiealternativen aus dem Grünen Bereich (M04AA) besteht oder trotz ausreichender Dosierung die Harnsäurewerte nicht unter 6 mg/dl gesenkt werden können. Kontrolle der Harnsäurewerte alle 3 Monate. Therapiefortsetzung nur bei gesichertem Ansprechen (Senkung des Harnsäurespiegels unter 6 mg/dl). Nach dauerhafter Senkung des Harnsäurespiegels unter 6 mg/dl über einen Zeitraum von zumindest einem Jahr kann die Therapie unter der Voraussetzung von halbjährlichen Kontrollen der Harnsäurewerte abgesetzt werden. EpiPen 0,3 mg Injektionslösung, EpiPen Junior 0,15 mg Injektionslösung. Qualtiative und quantitative Zusammensetzung: 1 ml enthält 1 mg Epinephrin (Adrenalin). Eine Einzeldosis (0,3 ml) enthält 0,3 mg (300 Mikrogramm) Epinephrin. Epipen Junior: 1 ml enthält 0,5 mg Epinephrin (Adrenalin). Eine Einzeldosis (0,3 ml) enthält 0,15 mg (1500 Mikrogramm) Epinephrin. Sonstige Bestandteile: Natriumchlorid, Natriummetabisulfit, Salzsäure (zur pH-Wert Einstellung), Wasser für Injektionszwecke. Anwendungsgebiete: EpiPen ist für die Notfallbehandlung eines schweren anaphylaktischen Schocks oder einer allergischen Reaktion z.B. auf Insektenstiche oder Insektenbisse, Nahrungs- oder Arzneimittel indiziert. Gegenanzeigen: Es sind keine absoluten Kontraindikationen für die Anwendung von EpiPen bei einem allergischen Notfall bekannt. Pharmakotherapeutische Gruppe: Kardiostimulanzien exkl. Herzglykoside, ATC-Code: C01CA24. Inhaber der Zulassung: Meda Pharma GmbH, Wien. Rezept-und apothekenpflichtig. Angaben über Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkung mit anderen Mitteln, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. www.meda.at. Ibandronsäure ratiopharm 150 mg Filmtabletten. Zusammensetzung: Jede Filmtablette enthält 150 mg Ibandronsäure (als Natriumibandronat-Monohydrat). Sonstige Bestandteile: Jede Filmtablette enthält 163 mg Lactose-Monohydrat. Anwendungsgebiete: Therapie der Osteoporose bei postmenopausalen Frauen mit erhöhtem Frakturrisiko. Eine Reduktion des Risikos vertebraler Frakturen wurde gezeigt, eine Wirksamkeit hinsichtlich Oberschenkelhalsfrakturen ist nicht ermittelt worden. Gegenanzeigen: Missbildungen der Speiseröhre, wie eine Stenose oder Achalasie, die die ösophageale Leerung verzögern. Das Unvermögen für mindestens 60 Minuten zu stehen oder aufrecht zu sitzen. Hypokalzämie. Überempfindlichkeit gegen Ibandronsäure oder einen der sonstigen Bestandteile. Pharmakotherapeutische Gruppe: Bisphosphonate, ATC-Code: M05B A06. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Crospovidon (E1202), Mikrokristalline Cellulose (E460), Hochdisperses Siliciumdioxid, wasserfrei (E551), Natriumstearylfumarat. Filmüberzug: Poly(vinylalkohol), Macrogol/PEG 3350, Talkum (E553b), Titandioxid (E 171). Art und Inhalt des Behältnisses: PVC-/PVDC-/Alu-Blisterpackungen in Faltkartonschachteln mit 1, 3, 7, 10 oder 14 Tabletten. Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht. Verfügbare Packungsgrößen in Österreich: 1 Stück. Inhaber der Zulassung: ratiopharm Arzneimittel Vertriebs-GmbH, Albert Schweitzer-Gasse 3, A-1140 Wien, Tel.Nr.: +43/1/97007-0, Fax-Nr.: +43/1/97007-66, e-mail: info@ ratiopharm.at. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Stand der Information: 01/2012. Weitere Hinweise zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln, Nebenwirkungen und zutreffendenfalls Angaben über die Gewöhnungseffekte sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Levebon 500 mg-Filmtabletten, Levebon 1000 mg-Filmtabletten. Zusammensetzung: 1 Filmtablette enthält 500 mg Levetiracetam. 1 Filmtablette enthält 1000 mg Levetiracetam. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: Maisstärke, Povidon, Magnesiumstearat, hochdisperses Siliciumdioxid. Filmüberzug: 500mg: Poly(vinylalkohol) – teilweise hydrolysiert, Titandioxid (E 171), Macrogol 3350, Talkum (E 553b), Eisenoxid gelb (E 172). 1000mg: Poly(vinylalkohol) – teilweise hydrolysiert, Titandioxid (E 171), Macrogol 3350, Talkum (E 553b). Anwendungsgebiete: Levebon ist zur Monotherapie partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Patienten ab 16 Jahren mit neu diagnostizierter Epilepsie indiziert. Levebon ist indiziert zur Zusatzbehandlung • partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Erwachsenen, Kindern und Säuglingen ab 1 Monat mit Epilepsie. • myoklonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit juveniler myoklonischer Epilepsie. • primär generalisierter tonisch-klonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit idiopathischer generalisierter Epilepsie. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff bzw. andere Pyrrolidon-Derivate oder einen der sonstigen Bestandteile. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, andere Antiepileptika, Levetiracetam. ATC-Code: N03AX14. Inhaber der Zulassung: Lannacher Heilmittel Ges.m.b.H., 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Packungsgrößen: 30 und 60 Stück. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen! Levebon 100 mg/ml-Lösung zum Einnehmen. Zusammensetzung: 1 ml enthält 100 mg Levetiracetam. Sonstige Bestandteile: Maltitol-Lösung. 300,0 mg. Sonstige Bestandteile: Glycerol 85%, Maltitol-Lösung, Kaliumsorbat, Citronensäure-Monohydrat, Natriumhydroxid, Sucralose (E 955), Pfefferminzaroma, Kirscharoma, gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete: Levebon ist zur Monotherapie partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Patienten ab 16 Jahren mit neu diagnostizierter Epilepsie indiziert. Levebon ist indiziert zur Zusatzbehandlung • partieller Anfälle mit oder ohne sekundärer Generalisierung bei Erwachsenen, Kindern und Säuglingen ab 1 Monat mit Epilepsie. • myoklonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit juveniler myoklonischer Epilepsie. • primär generalisierter tonisch-klonischer Anfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit idiopathischer generalisierter Epilepsie. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff bzw. andere Pyrrolidon-Derivate oder einen der sonstigen Bestandteile. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, andere Antiepileptika, Levetiracetam. ATC-Code: N03AX14. Inhaber der Zulassung: G.L. Pharma GmbH, 8502 Lannach. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Packungsgrößen: 300 ml. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie Angaben über Gewöhnungseffekte entnehmen Sie bitte den veröffentlichten Fachinformationen!

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ärztemagazin 16/2012

Fotos: KonArt – Fotolia.com, Hans Ringhofer, MedPlan

Klimageräte kühlen in Ordinationen die Gemüter, wenn überall sonst der Schweiß tropft. Geräteauswahl, der richtige Standort und Energiekosten wollen aber gut überlegt sein.


Sommerhitze lässt sich am Strand auch ohne Klimatisierung aushalten

Mobile Monococks. Die Sparversion der Klimageräte besteht aus einteiligen, mobilen Monoblockgeräten. Kühlende und wärmende Teile stecken in demselben Gehäuse, sind aber so gut wie möglich voneinander isoliert Der Wärmetransport wird durch einen Schlauch durchgeführt, der meist aus dem geöffneten Fenster gehängt wird. Der Nachteil: Durch den Abtransport der warmen Luft entsteht im gekühlten Raum Unterdruck, der durch das geöffnete Fenster, durch Ritzen oder Türspalten mit warmer Luft wieder aufgefüllt wird. Effizienz sieht anders aus. Wer mit mehr als zwei oder drei Hitzetagen rechnet, ist daher mit den günstigen Monoblockgeräten schlecht beraten. Dazu kommt, dass die mobilen Geräte nur in einem Raum eingesetzt werden können. Splitanlagen können – je nach Typ – mit einem Außengerät bis zu fünf Innengeräte versorgen. Energie-Frage. Auch bei Klimageräten gilt die Energieeffizienzklassen-Einteilung wie bei Kühlgeräten. Die Stufe A beschreibt dabei den besten Level, der noch bis zur Referenzklasse A+++ gesteigert wird. Wichtig bei Klimageräten ist noch die sogenannte COPZahl: der „Coefficient of Performance“. Er beschreibt das Verhältnis von erzeugter Kältebzw. Wärmeleistung zur eingesetzten Leistung. Bei einem COP-Wert von 6,13 verbraucht die Anlage für 2.300 Watt Heiz/ Kälteleistung etwa 375 Watt, ärztemagazin 16/2012

also knapp ein Sechstel. Dies ist ein sehr guter Wert. Alles unter vier gilt als wenig effizient. Die deutsche Stiftung Warentest hat im Jahr 2008 Klimaanlagen 3000 Betriebsstunden bei hoher Kühlleistung laufen lassen: Die (damaligen) Energiekosten lagen bei den getesteten Splitgeräten zwischen 421 und 785 Euro. Vor Einbau einer Kühlanlage sollten auf jeden Fall Kühlbedarf und Energiekosten berechnet werden. Still und leise. Gute Klimaanlagen müssen leise sein, auch wenn sie Luft ausblasen. Hier hilft nur der eigene Hörtest. Wichtig ist auch die Beachtung der Lärmentwicklung des Außengerätes: Starke Kompressoren interessieren sicher auch den Nachbarn. Die Positionierung der Innengeräte ist gut zu planen: Sie müssen weit genug von Arbeitsplätzen und Wartezonen angebracht werden, um direkte Zugluft zu vermeiden. Klimaanlagen sollten auch nie mit voller Intensität gefahren werden. Im Ordinationsteam ist sonst akute Verkühlungsgefahr angesagt. Filteranlagen sorgen für die notwendige Hygiene, wenn sie regelmäßig gereinigt werden. Dies kann leicht in Eigenregie durchgeführt werden. Und einmal im Jahr sollte ein technisches Service der Anlage veranlasst werden. Klimaanlagen sammeln Staub in ihren Lamellen, der die Leistung bremst. n Josef Ruhaltinger

Erratum In die Darstellung der Versicherungsleistungen auf Reisen, die durch Kreditkarten abgedeckt werden (ärztemagazin 15/2012), hat sich ein Fehler eingeschlichen. Besitzer ab der American Express Gold Card aufwärts (zu Ihrer Erklärung: das betrifft auch die Platinum bzw. Centurion Cards) und deren Angehörige sind für Medizinische Assistance (z.B. Transport zum Krankenhaus und Rücktransport nach der Behandlung), Suche und Rettung sowie Krankenbehandlungen (stationär und ambulant) auch dann versichert, wenn die Reise nicht mit der Karte bezahlt wurde. Wir bedauern den Irrtum.

MEDplan TV

Steuerlich komplett im Bild MEDplan TV präsentiert Steuerbeiträge – speziell für Ärzte, aktuell und anschaulich. Mag. Iris Kraft-Kinz bringt Steuerrecht auf den Punkt. Aktuell im MEDplan TV: „Erbschaft“. www.aerztemagazin.at MEDplan – SteuerspezialistInnen für medizinische Berufe, 1120 Wien, Tel. 01/817 53 50; info@medplan.at; www.medplan.at

Recht

Lehrpraxis – Befugnis des Praktikanten D

as rechtliche Konstrukt der Lehrpraxis ist sowohl aus dem Blickwinkel einer praxisorientierten Ausbildung als auch zur Sicherung der medizinischen Versorgung in der niedergelassenen Praxis wertvoll. Leider sind die rechtlichen Rahmenbedingungen hinsichtlich des Tätigkeitsspektrums des Praktikanten und die Vergütung durch die Kostenträger umstritten. Nach § 3 Abs 3 ÄrzteG sind die in Ausbildung befindlichen Ärzte (Turnusärzte) lediglich zur unselbstständigen Ausübung berechtigt und dürfen nur unter Anleitung und Aufsicht der ausbildenden Ärzte tätig werden. Im krankenanstaltenrechtlichen Bereich können Turnusärzte vorübergehend auch ohne Aufsicht eines für die Ausbildung verantwortlichen Facharztes tätig werden, sofern sie bereits in dem betreffenden Sonderfach hinreichend ausgebildet worden sind und über die für ein vorübergehendes Tätigwerden ohne Aufsicht entsprechenden Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen und keine sondergesetzlichen Vorschriften entgegenstehen. In § 12 Abs 3 ÄrzteG ist weiters normiert, dass der Turnusarzt vom Lehrpraxeninhaber zur persönlichen Mitarbeit heranzuziehen ist und entsprechend seinem Ausbildungsstand auch Mitverantwortung zu übernehmen hat. Hinsichtlich der Kostenübernahme durch die Kassen sieht Art 10 des Gesamtvertrages vor, dass ein Vertragsarzt grundsätzlich verpflichtet ist, die Behandlung persönlich vorzunehmen, soweit er nicht verhindert ist und es sich nicht um die Tätigkeit von Hilfspersonen handelt. Hinsichtlich der Kostenerstattung liegt auch bereits ein Erkenntnis des VfGH vor, indem ausgesprochen wurde, dass eine zulässige Ausnahme von der persönlichen Behandlungspflicht lediglich dann gegeben ist, wenn die Tätigkeit des Lehrpraktikanten „unter Anleitung und Aufsicht des Vertragsarztes“ erfolgt.

Univ.-Prof. Dr. Helmut Ofner, Jur. Fakultät d. Universität Wien, Fragen & Anregungen: recht@aerztemagazin.at

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Pridax 20 Mikrogramm/ml - Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Zusammensetzung: 1 Ampulle zu 1 ml enthält 20 Mikrogramm Alprostadil. Hilfsstoffe: 788 mg/ml wasserfreies Ethanol. Anwendungsgebiete: Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit Stadien III und IV nach Fontaine, wenn eine lumenerweiternde Therapie nicht möglich oder erfolglos ist. Gegenanzeigen: Pridax ist kontraindiziert bei -Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Alprostadil oder einen der sonstigen Bestandteile, -Patienten mit hämodynamisch wirksamen Herzrhythmusstörungen, -Patienten mit nicht hinreichend behandelter Herzinsuffizienz, -Patienten mit nicht hinreichend behandelter koronarer Herzkrankheit, -Myocardinfarkt bzw. Schlaganfall innerhalb von 6 Monaten vor Therapiebeginn, -schweren hypotonen Zuständen, -Patienten, bei denen klinisch bzw. radiologisch der Verdacht auf ein akutes Lungenödem besteht und bei Patienten mit Herzinsuffizienz bei denen anamnestisch ein Lungenödem aufgetreten ist, -schwerer chronisch obstruktiver (COPD) oder venookklusiver Lungenerkrankung (PVOD), -disseminierten Lungeninfiltrationen, -Patienten mit Zeichen einer akuten Leberschädigung (erhöhte Transaminasen oder gamma GT) oder mit bekannter schwerer Leberschädigung, -wenn Blutungskomplikationen zu erwarten sind (frische Magen-Darm-Geschwüre, Polytrauma), -Mitral- oder Aortenklappenstenose und/oder -insuffizienz, -der postpartalen Phase, -Schwangerschaft und Stillzeit, -Patienten mit verpflichtender Alkoholkarenz, -Kindern und Jugendlichen. Weiters gelten die allgemeinen Gegenanzeigen der Infusionstherapie, wie dekompensierte Herzinsuffizienz, Lungen- und Hirnödem, Nierenfunktionsstörungen (Oligo-Anurie) und Hyperhydratation. Pharmakotherapeutische Gruppe: Prostaglandine, ATC-Code: C01EA01. Packungsgrößen: 1, 5 und 10 Ampullen zu 1 ml. Abgabe: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. Kassenstatus: Yellow Box, RE1. Zulassungsinhaber: Gebro Pharma GmbH, 6391 Fieberbrunn, Österreich. Stand der Fachkurzinformation: 30.01.2012. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen sowie Gewöhnungseffekten entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Seractil forte 400 mg -Filmtabletten. Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 400 mg Dexibuprofen. Hilfsstoffe: Tablettenkern: Hypromellose, mikrokristalline Cellulose, Carmellose-Calcium, hochdisperses Siliciumdioxid, Talk. Filmüberzug: Hypromellose, Titandioxid (E171), Glyceroltriacetat, Talk, Macrogol 6000. Anwendungsgebiete: Akute und chronische Arthritis, wie chronische Polyarthritis (rheumatoide Arthritis) und andere Arthrosen; entzündliche rheumatische Erkrankungen, wie Morbus Bechterew, Weichteilrheumatismus; zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen, schmerzhaften Schwellungen oder Entzündungen, wie nach Verletzungen oder Operationen. Gegenanzeigen: Dexibuprofen darf nicht angewendet werden bei Patienten: -mit einer bekannten Überempfindlichkeit gegen Dexibuprofen, gegen andere NSAR oder gegen einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels. -bei denen Stoffe mit ähnlicher Wirkung (z.B. Acetylsalicylsäure oder andere NSAR) Asthmaanfälle, Bronchospasmen, akute Rhinitis, Nasenpolypen, Urtikaria oder angioneurotische Ödeme auslösen. -mit einer Vorgeschichte von gastrointestinalen Blutungen oder Perforationen, die im Zusammenhang mit einer vorhergehenden NSAR Therapie steht. -mit bestehenden oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen peptischen Ulzera oder Blutungen (mindestens zwei voneinander unabhängige Episoden von nachgewiesener Ulzeration oder Blutung). -mit zerebrovaskulären oder anderen aktiven Blutungen. -mit aktivem Morbus Crohn oder aktiver Colitis ulcerosa. -mit schwerer Herzinsuffizienz. -mit schwerer Nierenfunktionsstörung (GFR < 30 ml/min). -mit schwerer Leberfunktionsstörung. -ab dem sechsten Monat der Schwangerschaft. Pharmakotherapeutische Gruppe: Nichtsteroidale antiinflammatorische und antirheumatische Stoffe, Propionsäurederivate, ATC-Code: M01AE14. Abgabe: Rezept-und apothekenpflichtig. Packungsgrößen: 10, 30, 50 Stück. Kassenstatus: 10, 50 Stück: Green Box 30 Stück: No Box. Zulassungsinhaber: Gebro Pharma GmbH, 6391 Fieberbrunn. Stand der Fachkurzinformation: Dezember 2010. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen sowie Gewöhnungseffekten entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Symbicort Turbohaler 160 Mikrogramm / 4,5 Mikrogramm pro Dosis Pulver zu Inhalation; Symbicort forte Turbohaler 320 Mikrogramm/9 Mikrogramm pro Dosis Pulver zur Inhalation; Pharmakotherapeutische Gruppe: Sympathomimetika und andere Mittel bei obstruktiven Atemwegserkrankungen; ATC-Code: R03AK07; QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Symbicort Turbohaler 160 Mikrogramm / 4,5 Mikrogramm pro Dosis Pulver zu Inhalation: Jede freigesetzte Dosis (die Dosis, die durch das Mundstück austritt) enthält 160 Mikrogramm Budesonid/Inhalation und 4,5 Mikrogramm Formoterolfumarat-Dihydrat/Inhalation. Jede bemessene Dosis enthält: Budesonid 200 Mikrogramm/Inhalation und Formoterolfumarat-Dihydrat 6 Mikrogramm/Inhalation. Sonstige Bestandteile: Lactose-Monohydrat 730 Mikrogramm pro Dosis. Symbicort forte Turbohaler 320 Mikrogramm/9 Mikrogramm pro Dosis Pulver zur Inhalation: Jede freigesetzte Dosis (die Dosis, die durch das Mundstück austritt) enthält 320 Mikrogramm Budesonid/ Inhalation und 9 Mikrogramm Formoterolfumarat-Dihydrat/ Inhalation. Jede bemessene Dosis enthält: Budesonid 400 Mikrogramm/Inhalation und Formoterolfumarat-Dihydrat 12 Mikrogramm/Inhalation. Sonstige Bestandteile: Lactose-Monohydrat 491 Mikrogramm pro Dosis. Sonstige Bestandteile: Lactose-Monohydrat (welches Milchproteine enthält). ANWENDUNGSGEBIETE: Asthma: Symbicort ist zur regelmäßigen Behandlung bei Asthma angezeigt, wenn die Anwendung einer Kombination (inhalatives Corticosteroid und langwirksamer 2-Adrenozeptor-Agonist) zweckmäßig ist: • Bei Patienten, die mit inhalativen Corticosteroiden und „bei Bedarf“ zu inhalierenden kurzwirksamen 2-Adrenozeptor-Agonisten nicht ausreichend eingestellt sind, oder • Bei Patienten, die sowohl mit inhalativen Corticosteroiden als auch langwirksamen 2-Adrenozeptor-Agonisten adäquat eingestellt sind. COPD: Symptomatische Behandlung von Patienten mit schwerer COPD (FEV1 <50% vom Normwert) mit wiederholten Exazerbationen in der Anamnese, die trotz regelmäßiger Therapie mit langwirksamen Bronchodilatatoren unter signifikanten Symptomen leiden. GEGENANZEIGEN: Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Budesonid, Formoterol oder Lactose, die geringe Mengen von Milchprotein enthält. INHABER DER ZULASSUNG: AstraZeneca Österreich GmbH, Schwarzenbergplatz 7, A-1037 Wien; VERSCHREIBUNGSPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT: Rezept- und apothekenpflichtig; wiederholte Abgabe verboten. Stand: 03/2011; Informationen zu den Abschnitten besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie den Gewöhnungseffekten sind der veröffentlichten Fachinformation (z.B. Austria Codex) zu entnehmen. Symbicort mite Turbohaler 80 Mikrogramm/4,5 Mikrogramm pro Dosis Pulver zur Inhalation; Pharmakotherapeutische Gruppe: Sympathomimetika und andere Mittel bei obstruktiven Atemwegserkrankungen; ATC-Code: R03AK07; QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Jede freigesetzte Dosis (die Dosis, die durch das Mundstück austritt) enthält 80 Mikrogramm Budesonid/Inhalation und 4,5 Mikrogramm Formoterolfumarat-Dihydrat/Inhalation. Jede bemessene Dosis enthält: Budesonid 100 Mikrogramm/Inhalation und Formoterolfumarat-Dihydrat 6 Mikrogramm/Inhalation. Sonstige Bestandteile: Lactose-Monohydrat 810 Mikrogramm pro Dosis. Sonstige Bestandteile: Lactose-Monohydrat (welches Milchproteine enthält). ANWENDUNGSGEBIETE: Symbicort ist zur regelmäßigen Behandlung bei Asthma angezeigt, wenn die Anwendung einer Kombination (inhalatives Corticosteroid und langwirksamer 2-Adrenozeptor-Agonist) zweckmäßig ist: • Bei Patienten, die mit inhalativen Corticosteroiden und „bei Bedarf“ zu inhalierenden kurzwirksamen 2-Adrenozeptor-Agonisten nicht ausreichend eingestellt sind, oder • Bei Patienten, die sowohl mit inhalativen Corticosteroiden als auch langwirksamen 2-Adrenozeptor-Agonistenadäquat eingestellt sind. • Bemerkung: Symbicort mite (80 Mikrogramm/4,5 Mikrogramm/Inhalation) ist nicht für Patienten mit schwerem Asthma geeignet. GEGENANZEIGEN: Überempfindlichkeit (Allergie) gegen Budesonid, Formoterol oder Lactose, die geringe Mengen von Milchprotein enthält. INHABER DER ZULASSUNG: AstraZeneca Österreich GmbH, Schwarzenbergplatz 7, A-1037 Wien; VERSCHREIBUNGSPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT: Rezept- und apothekenpflichtig; wiederholte Abgabe verboten. Stand: 03/2011; Informationen zu den Abschnitten besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen sowie den Gewöhnungseffekten sind der veröffentlichten Fachinformation (z.B. Austria Codex) zu entnehmen. 1. Kuna P et al., Int J Clin Pract 2007; 61 (5): 725–736 2. Barnes PJ, BMJ 2007; 335; 513 3. Balanag VM et al., Pulm Pharm Ther 19 (2006) 139–147 4. Lötvall J, Respir Res. 2006 Aug 18; 7: 110 5. Rabe KF et al., Lancet 2006; 368: 744–753 Ulcusan® 20 mg - Filmtabletten, Ulcusan® 40 mg – Filmtabletten. Zusammensetzung (arzneilich wirksame Bestandteile nach Art und Menge): 1 Filmtablette enthält 20mg/40 mg Famotidin. Anwendungsgebiete: Erkrankungen, bei welchen eine Verringerung der Magensäureproduktion angezeigt ist: • Ulcus duodeni • benignes Ulcus ventriculi • Rezidivprophylaxe von Ulcera duodeni • Zustände von Hypersekretion, wie Zollinger-Ellison-Syndrom • Stressulcusprophylaxe und -therapie, unterstützende Maßnahme bei Blutungen aus Schleimhautläsionen des oberen Gastrointestinaltraktes • Symptomatische Therapie der Refluxösophagitis. zusätzlich für Ulcusan 40 mg_Ftbl.: • in Kombination mit Antibiotika bzw. Chemotherapeutika zur Eradikationstherapie von Helicobacter pylori • Ulcus ventriculi oder Ulcus duodeni im Zusammenhang mit einer Behandlung mit nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSAR). Gegenanzeigen: Bekannte Überempfindlichkeit gegen Bestandteile des Präparates. Die Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern ist nicht erwiesen. Hilfsstoffe: Maisstärke, mikrokristalline Cellulose, Magnesiumstearat, Hypromellose, Macrogol 6000, Propylenglykol, Talkum, Titandioxid (E171), Orangelack (E110) (für Ulcusan 40 mg). Name oder Firma und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers: Kwizda Pharma GmbH, 1160 Wien. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rp, apothekenpflichtig. Wirkstoffgruppe: Histamin-H2-Antagonist. Die Informationen zu den Abschnitten Warnhinweise, Wechselwirkungen und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Stand: 1/2006. Valsartan 1A Pharma 80; 160 mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Eine Filmtablette enthält 80; 160 mg Valsartan. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten, rein. ATC-Code: C09C A03. Anwendungsgebiete: Valsartan 1A Pharma 80 mg und 160 mg – Filmtabletten: Hypertonie: Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen und Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6 bis 18 Jahren. Nach einem vor kurzem aufgetretenen Myokardinfarkt: Behandlung von klinisch stabilen erwachsenen Patienten mit symptomatischer Herzinsuffizienz oder einer asymptomatischen, links-ventrikulären systolischen Dysfunktion nach einem vor kurzem (12 Stunden bis 10 Tage) aufgetretenen Myokardinfarkt. Herzinsuffizienz: Behandlung der symptomatischen Herzinsuffizienz bei erwachsenen Patienten, wenn ACE-Hemmer nicht gegeben werden können oder zusätzlich zu einem ACE-Hemmer, wenn Beta-Blocker nicht angewendet werden können. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile; Schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose und Cholestase, zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid, Magnesiumstearat. Filmüberzug: Valsartan 1A Pharma 80 mg: Hypromellose, Titandioxid (E171), Macrogol 8000, Rotes Eisenoxid (E172), Gelbes Eisenoxid (E172). Valsartan 1A Pharma 160 mg: Hypromellose, Titandioxid (E 171), Macrogol 8000, Rotes Eisenoxid (E 172), Gelbes Eisenoxid (E 172), Schwarzes Eisenoxid (E 172). Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH,1020 Wien, Österreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: Jänner 2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Valsartan/HCT 1A Pharma 80mg/12,5mg; 160mg/12,5mg; 160mg/25mg – Filmtabletten. Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Valsartan/HCT 1A Pharma 80 mg/12,5 mg: jede Tablette enthält 80 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Valsartan/ HCT 1A Pharma 160 mg/12,5 mg: jede Tablette enthält 160 mg Valsartan und 12,5 mg Hydrochlorothiazid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/25 mg: jede Tablette enthält 160 mg Valsartan und 25 mg Hydrochlorothiazid. Wirkstoffgruppe: Pharmakotherapeutische Gruppe: Angiotensin-II-Antagonisten und Diuretika, Valsartan und Diuretika. ATC-Code: C09D A03. Anwendungsgebiete: Behandlung der essenziellen Hypertonie bei Erwachsenen. Die fixe Kombination Valsartan/HCT 1A Pharma ist bei Patienten angezeigt, deren Blutdruck mit Valsartan oder Hydrochlorothiazid alleine nicht ausreichend kontrolliert werden kann. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Valsartan, Hydrochlorothiazid, andere von Sulfonamiden abgeleitete Substanzen oder einen der sonstigen Bestandteile; zweites und drittes Schwangerschaftstrimester. Schwere Leberinsuffizienz, biliäre Zirrhose und Cholestase. Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min), Anurie. Therapieresistente Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hypercalcämie und symptomatische Hyperurikämie. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Magnesiumstearat, hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid. Filmüberzug: Valsartan/HCT 1A Pharma 80 mg/12,5 mg: Hypromellose, Macrogol 8000, Talkum, Titandioxid, Rotes Eisenoxid, Gelbes Eisenoxid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/12,5 mg: Hypromellose, Macrogol 8000, Talkum, Titandioxid, Rotes Eisenoxid. Valsartan/HCT 1A Pharma 160 mg/25 mg: Hypromellose, Macrogol 4000, Talkum, Titandioxid, Rotes Eisenoxid, Gelbes Eisenoxid, Schwarzes Eisenoxid. Inhaber der Zulassung: 1A Pharma GmbH,1020 Wien, Österreich. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Stand der Information: Oktober 2011. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten, sowie Angaben zu Schwangerschaft und Stillzeit sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Xarelto 15 mg / 20 mg Filmtabletten. Wirkstoff: Rivaroxaban. Vor Verschreibung Fachinformation beachten. Zusammensetzung: Wirkstoff: 15 mg / 20 mg Rivaroxaban. Sonstige Bestandteile: Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Lactose-Monohydrat, Hypromellose, Natriumdodecylsulfat, Magnesiumstearat, Macrogol (3350), Titanoxid (E171), Eisen(III)oxid (E172). Anwendungsgebiete: Prophylaxe von Schlaganfällen und systemischen Embolien bei erwachsenen Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern und einem oder mehreren Risikofaktoren, wie kongestiver Herzinsuffizienz, Hypertonie, Alter ab 75 Jahren, Diabetes mellitus, Schlaganfall oder transitorischer ischämischer Attacke in der Anamnese. Behandlung von tiefen Venenthrombosen (TVT) sowie Prophylaxe von rezidivierenden TVT und Lungenembolien (LE) nach akuten TVT bei Erwachsenen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Rivaroxaban oder einen d. sonst. Bestandteile, klinisch relevante akute Blutungen, Lebererkrankungen, die mit einer Koagulopathie u. einem klinisch relevanten Blutungsrisiko, einschließlich zirrhotischer Patienten mit Child Pugh B und C, verbunden sind, Schwangerschaft u. Stillzeit. Vorsichtsmaßnahmen und Warnhinweise: Die Anwendung von Rivaroxaban wird nicht empfohlen bei Patienten: - die zeitgleich eine systemische Behandlung mit Wirkstoffen, die gleichzeitig stark CYP3A4 und Pgp inhibieren, z. B. Azol-Antimykotika oder HIV Proteaseinhibitoren, erhalten, - mit einer schweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 15 ml/min), - zur Behandlung der akuten Lungenembolie, und, da keine Daten vorliegen, bei Patienten: - unter 18 Jahren, - mit künstlichen Herzklappen, - die zeitgleich mit Dronedaron behandelt werden. Die Anwendung sollte mit Vorsicht erfolgen bei Patienten: - mit einer schweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 15 - 29 ml/min), - mit einer Nierenfunktionsstörung, wenn gleichzeitig andere Arzneimittel eingenommen werden, die zu erhöhten Rivaroxaban Plasmaspiegeln führen, - die gleichzeitig auf die Gerinnung wirkende Arzneimittel erhalten, - die gleichzeitig starke CYP3A4 Induktoren erhalten, - mit erhöhtem Blutungsrisiko. Bei Patienten mit dem Risiko einer ulzerativen gastrointestinalen Erkrankung kann eine prophylaktische Behandlung erwogen werden. Eine klinische Überwachung in Übereinstimmung mit der antikoagulatorischen Praxis wird während der gesamten Behandlungsdauer empfohlen. Während der Behandlung mit Rivaroxaban ist ein Monitoring der Gerinnungsparameter in der klinischen Routine nicht erforderlich. Wenn jedoch klinisch angezeigt, können die Rivaroxaban-Spiegel mit kalibrierten quantitativen Anti-Faktor Xa-Tests bestimmt werden. Für Patienten mit einer mittelschweren oder schweren Nierenfunktionsstörung gelten spezielle Dosisempfehlungen. Xarelto enthält Lactose. Nebenwirkungen: Häufig: Anämie, Schwindel, Kopfschmerzen, Synkope, Augeneinblutungen, Tachykardie, Hypotonie, Hämatome, Epistaxis, gastrointestinale Blutungen, abdominale u. gastrointestinale Schmerzen, Dyspepsie, Übelkeit, Verstopfung, Durchfall, Erbrechen, Pruritus, Hautrötung, Ekchymose, Schmerzen in den Extremitäten, Blutungen im Urogenitaltrakt, Fieber, periphere Ödeme, verminderte Leistungsfähigkeit, Transaminasenanstieg, postoperative Blutungen, Bluterguss, Wundsekretion. Gelegentlich: Thrombozythämie, allergische Reaktion, allergische Dermatitis, zerebrale und intrakranielle Blutungen, Hämoptoe, trockener Mund, Leberfunktionsstörung, Urtikaria, kutane und subkutane Blutung, Hämarthrose, Einschränkung der Nierenfunktion, Unwohlsein, lokale Ödeme, Anstieg von: Bilirubin, alkalischer Phosphatase im Blut, LDH, Lipase, Amylase, GGT. Selten: Gelbsucht, Blutung in einen Muskel, Anstieg von konjugiertem Bilirubin. Häufigkeit nicht bekannt: Bildung eines Aneurysma spuriums nach perkutaner Intervention, Kompartmentsyndrom oder (akutes) Nierenversagen als Folge einer Blutung. Inhaber der Zulassung: Bayer Pharma AG, 13342 Berlin, Deutschland. Verschreibungs-/Apothekenpflicht: NR, apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Stand der Information: Mai 2012. Zinnat 250 mg-Filmtabletten und Zinnat 500 mg-Filmtabletten. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Eine Filmtablette Zinnat 250 mg-Filmtabletten enthält 250 mg Cefuroxim (als Cefuroximaxetil) und Zinnat 500 mg-Filmtabletten enthält 500 mg (als Cefuroximaxetil). Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Natriumdodecylsulfat, hydriertes Pflanzenöl, kolloidales Siliciumdioxid. Filmüberzug: Hypromellose, Propylenglykol, Opaspray weiß M-1-7120 (Hypromellose, Titandioxid E171, Natriumbenzoat (E 211), “Industrial Methylated Spirits 74 OP”).250mg Filmtabletten: 0,07 mg Methyl-4-hydroxbenzoat (E 218), 0,06 mg Propyl-4-hydroxybenzoat (E 216); 500mg Filmtabletten: 0,18 mg Methyl-4-hydroxbenzoat (E 218), 0,15 mg Propyl-4-hydroxybenzoat (E 216). KLINISCHE ANGABEN: Pharmakotherapeutische Gruppe: Cephalosporine der 2. Generation, ATC-Code: J01DC02. Anwendungsgebiete: Zinnat eignet sich zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Infektionen durch Cefuroxim-empfindliche Erreger: - Infektionen der oberen Atemwege, einschließlich Hals-, Nasen- und Ohrenbereich: Otitis media, Sinusitis, Tonsillitis und Pharyngitis - Infektionen der unteren Atemwege: akute Bronchitis, akute Exazerbation einer chronischen Bronchitis, Pneumonie, - Infektionen des Urogenitaltrakts: Zystitis, Pyelonephritis, Urethritis - Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes: Furunkulose, Pyodermie und Impetigo - Therapie der Lyme-Borreliose im Frühstadium (Stadium I) und anschließende Prävention von Spätschäden bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren. Die allgemein anerkannten Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antibakteriellen Wirkstoffen sind bei der Anwendung von Zinnat zu berücksichtigen. Gegenanzeigen: - Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Cephalosporine oder einen der sonstigen Bestandteile. - Sofortreaktion und/oder schwere Überempfindlichkeitsreaktionen auf ein Penicillin oder ein anderes Betalaktam-Antibiotikum in der Vorgeschichte. INHABER DER ZULASSUNG: GlaxoSmithKline Pharma GmbH, Wien. ZULASSUNGSNUMMER: 250mg Filmtabletten: 1-19106; 500mg Filmtabletten: 1-19105. Abgabe: NR, apothekenpflichtig. Weitere Angaben zu Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit und Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der veröffentlichten Fachinformation. Alendronstad 70 mg einmal wöchentlich Tabletten. Zusammensetzung (arzneilich wirksamer Bestandteil): Jede Tablette enthält 70 mg Alendronsäure (als Natrium-Alendronat-Trihydrat). Qualitative und quantitative Zusammensetzung: Jede Tablette enthält 70 mg Alendronsäure (als Natrium-Alendronat-Trihydrat). Sonstige Bestandteile: Jede Tablette enthält 142,64 mg Lactose Monohydrat. Anwendungsgebiete: Behandlung der postmenopausalen Osteoporose. Alendronat reduziert das Risiko von Wirbel- und Hüftfrakturen. Gegenanzeigen: Anomalien des Ösophagus und andere Faktoren, die die Ösophagusentleerung verzögern, wie Strikturen oder Achalasie; Unfähigkeit, für mindestens 30 Minuten zu stehen oder aufrecht zu sitzen; Überempfindlichkeit gegenüber Alendronat, anderen Bisphosphonaten oder einem der sonstigen Bestandteile; Hypokalzämie. Pharmakotherapeutische Gruppe: Arzneimittel zur Behandlung von Knochenerkrankungen, Bisphosphonate, ATC-Code: M05BA04. Sonstige Bestandteile: Mikrokristalline Cellulose, Lactose-Monohydrat, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat. Pharmazeutischer Unternehmer: STADA Arzneimittel GmbH, A-1190 Wien. Rezeptpflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Informationen zu Besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Stand: August 2011. Risedronat STADA einmal wöchentlich 35 mg Filmtabletten. Zusammensetzung (arzneilich wirksamer Bestandteil): Eine Filmtablette enthält 35 mg Risedronat-Natrium, entsprechend 32,5 mg Risedronsäure. Sonstiger Bestandteil: 1,9 mg Lactose pro Tablette. Anwendungsgebiete: Behandlung der postmenopausalen Osteoporose zur Verminderung des Risikos für Wirbelfrakturen. Behandlung der manifesten postmenopausalen Osteoporose zur Verminderung des Risikos für Hüftfrakturen. Behandlung der Osteoporose bei Männern mit hohem Frakturrisiko. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Risedronat-Natrium oder einen der sonstigen Bestandteile, Hypokalzämie, Schwangerschaft und Stillzeit, Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min). Pharmakotherapeutische Gruppe: Bisphosphonate. ATC-Code: M05BA07. Sonstige Bestandteile: Tablettenkern: vorverkleisterte Stärke (Mais), mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Magnesiumstearat; Filmüberzug: Hypromellose, Lactose-Monohydrat, Titandioxid (E171), Macrogol 4000. Pharmazeutischer Unternehmer: STADA Arzneimittel GmbH, 1190 Wien. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig. Informationen zu Besonderen Warnhinweisen und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstigen Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen und Gewöhnungseffekten sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen. Stand der Information: Oktober 2011. Donepezil Krka 5 mg Filmtabletten*, Donepezil Krka 10 mg Filmtabletten*. QUALITATIVE & QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: Donepezil Krka 5 mg: Jede Filmtablette enthält 5 mg Donepezilhydrochlorid entsprechend 4,56 mg Donepezil. Donepezil Krka 10 mg: Jede Filmtablette enthält 10 mg Donepezilhydrochlorid entsprechend 9,12 mg Donepezil. Liste der sonstigen Bestandteile: Tablettenkern: Lactose-Monohydrat (5 mg: 79,18 mg; 10 mg: 158,35 mg), mikrokristalline Cellulose, Maisstärke, Hydroxypropylcellulose, Magnesiumstearat. Tablettenüberzug: Titandioxid (E171), Hypromellose, Macrogol 400, Eisenoxid, gelb (E172) – nur in 10 mg Tabletten. ANWENDUNGSGEBIET: Donepezil Krka ist indiziert zur symptomatischen Behandlung von leichter bis mittelschwerer Demenz vom Alzheimer-Typ. GEGENANZEIGEN: Donepezil Krka ist kontraindiziert bei Patienten mit einer Überempfindlichkeit gegen Donepezilhydrochlorid, Piperidinderivate oder gegen einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels. INHABER DER ZULASSUNG: KRKA, d.d., Novo mesto; Šmarješka cesta 6; 8501 Novo mesto; Slowenien. REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT: Rezept- und apothekenpflichtig. PHARMAKODYNAMISCHE EIGENSCHAFTEN: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidementiva, Cholinesterasehemmer. ATC-Code: N06DA02. Detaillierte Informationen zu Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen, Dosierung, Art und Dauer der Anwendung entnehmen Sie bitte dem Austria Codex und/oder der publizierten Fachinformation. *detaillierte Informationen entnehmen Sie bitte dem Austria Codex und/oder der publizierten Fachinformation. Galantamin Krka 8 mg Retardkapseln*, Galantamin Krka 16 mg Retardkapseln*, Galantamin Krka 24 mg Retardkapseln*. QUALITATIVE & QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG: 8 mg: Jede Retardkapsel enthält 8 mg Galantamin (als Hydrobromid). 16 mg: Jede Retardkapsel enthält 16 mg Galantamin (als Hydrobromid). 24 mg: Jede Retardkapsel enthält 24 mg Galantamin (als Hydrobromid). Liste der sonstigen Bestandteile: Retardierter Tablettenkern: Natriumdodecylsulfat, Ammoniummethacrylat-Copolymer (Typ B), Hypromellose, Carbomer, Hydroxypropylcellulose, Magnesiumstearat, Talkum. 8 mg Kapselhülle, Gelatine, Titandioxid (E171) Drucktinte: Schellack, Propylenglycol, konzentrierte Ammoniaklösung, Schwarzes Eisenoxid (E172), Kaliumhydroxid. 16 mg und 24 mg Kapselhülle: Gelatine, Titandioxid (E171), isenoxid, rot (E172), Eisenoxid, gelb (E172), Drucktinte: Schellack, Propylenglycol, konzentrierte Ammoniaklösung, Schwarzes Eisenoxid (E172), Kaliumhydroxid. ANWENDUNGSGEBIET: Galantamin Krka ist indiziert zur symptomatischen Behandlung der leichten bis mittelschweren Demenz vom Alzheimer Typ. GEGENANZEIGEN: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einem der sonstigen Bestandteile. Nachdem keine Daten über die Anwendung von Galantamin bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh-Score > 9) und schweren Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance < 9 ml/min) vorliegen, ist Galantamin bei diesen Personen kontraindiziert. Bei Patienten, bei denen sowohl signifikante Nieren- als auch Leberfunktionsstörungen vorliegen, ist Galantamin kontraindiziert. INHABER DER ZULASSUNG: KRKA, d.d., Novo mesto; Šmarješka cesta 6; 8501 Novo mesto; Slowenien. REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT: Rezept- und apothekenpflichtig. PHARMAKODYNAMISCHE EIGENSCHAFTEN: Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidementiva. ATC-Code: N06DA04. Detaillierte Informationen zu Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Stillzeit, Nebenwirkungen, Dosierung, Art und Dauer der Anwendung entnehmen Sie bitte dem Austria Codex und/oder der publizierten Fachinformation *detaillierte Informationen entnehmen Sie bitte dem Austria Codex und/oder der publizierten Fachinformation.

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ärztemagazin 16/2012


Produkte & Aktionen me d i zi n

Zanipril ® (Enalapril/Lercanidipin)

Die antihypertensive Fixkombination mit verringerter Nebenwirkungsrate1)

M

it Zanipril® schließt Kwizda Pharma eine Lücke in der antihypertensiven Therapie. Zanipril® enthält den bewährten ACE-Hemmer Enalapril und den modernen Kalziumantagonisten Lercanidipin – eine ausgereifte Fixkombination mit optimaler Wirkung2) und Verträglichkeit2). Zanipril® wirkt aufgrund der komplementären Wirkmechanismen effektiv3),4) und ist laut ESH/ESC-Richtlinien5) erste Wahl bei Hypertonikern mit hohem kardiovaskulärem Risiko und Patienten mit Typ-2-Diabetes mellitus. Neben der guten Blutdrucksenkung bietet das geringere Auftreten von Beinödemen6),7) (häufig Anlass zur Beendigung einer Kalziumantagonisten-Therapie) einen klinisch relevanten Vorteil für die Kombination Zanipril®. Lercanidipin bewirkt eine lang anhaltende Vasodilatation mit wenigen Fluktuationen und eine Drucksenkung im Kapillarbett. Das Ödemrisiko verringert sich dadurch um das Zehnfache8) im Vergleich zu Amlodipin/Sartan-Kombinationen. Zanipril® bewirkt einen vasodilatierenden Effekt ohne Beeinträchtigung der Kontraktilität des Herzmuskels (keine relevante negativ inotrope Wirkung9)). Grund dafür ist die hohe Gefäßselektivität von Lercanidipin. Die globale LV-Funktion nimmt unter der Therapie mit Zanipril® eher zu als ab, da die Nachlast deutlich verringert wird. Weitere klinisch relevante „verträgliche“ Vorteile sind: n Geringere Inzidenz von ACE-Hemmer-induziertem Husten1),10). n Vermindertes Auftreten von neu diagnostiziertem Diabetes mellitus im Vergleich zu Betablockern und HCT11). n Keine kardiodepressiven Eigenschaften12): keine sympathische Aktivierung und keine signifikante Steigerung der Herzfrequenz. Zanipril® ist in zwei Wirkstärken erhältlich (10mg Enalapril/10mg Lercanidipin sowie 20mg Enalapril und 10mg Lercanidipin), in der Grünen Box ohne IND-Einschränkung verschreibbar und bietet einen 27- bis 51-prozentigen Kostenvorteil13) im Vergleich zu Amlodipin/Sartan-Kombinationen. 1) Im Vergleich zu den Monosubstanzen; Doménech M., Coca A.: Clinical use of fixed combination of lercanidipine and enalapril in patients with hypertension. Hot Topics in Hypertension Vol. 3, Issue 9, 2010; 2) Borghi C. et al.: Rationale for the use of a fixed-dose combination in the management of hypertension. Efficacy & tolerability of lercanidipine/enalapril. Clin Drug Invest 2010; 0(12):1–12; 3) Calhoun DA, Zhu S. Pretreatment with enalaprilat blunts nicardipine-induced sympathetic activation in spontaneously hypertensive and Wistar-Kyoto rats. J Hypertens 1999 Apr; 18(4):5ß07–12; 4) Bellet M, Sassano P, Guyenne T, et al. Convertin-enzyme inhibition buffers the counter-regulatory response to acute administration of niardipidine. Br J Clin Pharmacol 1987 Oct; 24(4):465–72; 5) Macia G, De Backer G, Domiciczak A, et al. 2007 Guidelines for the management of Arterial Hypertension of the ESH and ESH. J Hypertens 2007 Jun; 25(6):1105–87; 6) Sabbatini et al.: Effects of Calciumantagonists on Glomerular Arterioles in Spontaneously Hypertensive Rats. Hypertension 2000;35:775–779; 7) im Vergleich zu Amlodipin Monotherapie; 8) Inzidenz für periphere Ödeme lt. zugelassener Fachinformation: Zanipril® 10/10mg: gelegentlich (>1/1000 <1/100) vs. Amelior® 20mg/5mg, Exforge® 5mg/80mg, Sevikar® 20mg/5mg, Twynsta® 40mg/5mg: häufig (≥1/100, <1/10) – Nennung in alphabetischer Reihenfolge; 9) Guarneri L. et al.; In vitro and in vivo vascular selectivity of lercanidipine and its enantiomers. J Cardiovasc Pharmacol 1997;29(Suppl. 1):25–32; 10) Fogari R. et al.: Effect of lercanidipine and picotamide on cough induced by enalapril: a double blind, randomized, cross-over study; Abstract Book ISH 2000; P19.14; 11) Elliott. W.J., Incident diabetes in clinical trials of antihypertensive drugs: a network meta-analysis. Lancet, 2007 Jan 20;369(9557):201–7; 12) P.A. Van Zwieten: The pharmacological properties of lipophilic calcium antagonists: The example of Lercanidipine. 3rd European meeting on Calcium Antagonists. Amsterdam, Oct. 29-31 1997; 13) Vergleich basierend auf KKP, Stand Mai 2012; Zanipril® 10/10mg vs. Amelior® 20/5mg bzw. Sevikar® 20/5mg (39,95%); Exforge® 5/80mg (45,24%); Twynsta® 40mg/5mg (33,42%). Zanipril® 20/10mg vs. Amelior® 40/5mg bzw. Sevikar® 40/5mg (27,46%); Exforge® 5/160mg (51,17%); Twynsta® 80mg/5mg (30,52%).

Aedon ® (Olanzapin)

Neue Option bei Schizophrenie und bipolarer Störung

O

lanzapin ist ein atypisches Neuroleptikum, das sich sowohl in der Behandlung der Schizophrenie als auch von bipolaren Störungen als wirksam und sicher erwiesen hat. Mit Aedon ®-Film- bzw. Schmelztabletten in den Wirkstärken 2,5/5/10/15mg bzw. 5/10/15mg steht eine neue Option mit dem Wirkstoff Olanzapin zur Behandlung der Schizophrenie und von mäßig schweren bis schweren manischen Episoden (sowie bei Patienten, deren manische Phase auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen hat, zur Phasenprophylaxe bei Patienten mit bipolarer Störung) zur Verfügung. Beide Applikationsformen sind in allen Wirkstärken in zwei Packungsgrößen (zu 10 bzw. 30

ärztemagazin 16/2012

Stück) erhältlich und seit 1. Februar 2012 in der Grünen Box mit einem Preisvorteil von bis zu minus 50 Prozent verschreibbar.1) Film- und Schmelztabletten sind – bei einer bezüglich Geschwindigkeit und Menge vergleichbaren Resorption – bioäquivalent, die Dosierung und Häufigkeit der Einnahme sind demnach gleich.2) Das Indikationsspektrum von Neuroleptika ist breit und reicht von der Therapie und Rezidivprophylaxe schizophrener Psychosen über die Behandlung von Manien und schweren, insbesondere wahnhaften Depressionen bis hin zu organischen Psychosen und Zwangsstörungen.3) Olanzapin ist ein Neuroleptikum der zweiten Generation (neueres/atypisches Neuroleptikum) und hat sich sowohl bei Schizophrenie als auch bei bipolaren Störungen als wirksam und sicher erwiesen. So hat sich in einer Vergleichsstudie mehrerer Neuroleptika Olanzapin als die ef-

fektivste Substanz mit den geringsten Gesamt-Therapieabbruch-Raten sowie Therapieabbrüchen aufgrund mangelnder Wirksamkeit erwiesen.4 1) Vergleich Olanzapin-Erstanbieter 15mg FT 28 Stk. vs. Aedon 15mg FT 30 Stk., Preisbasis KP WVZ 07/2012 2) Austria Codex Fachinformation 3) Konsensus-Statement: Schizophrenie – Medikamentöse Therapie. Clinicum 2003 4) Liebermann et al.: N Engl J Med 2005; 353:1209–1223

Nähere Informationen bei: Mag. Thomas Tommasi G. L. Pharma GmbH, 1160 Wien Tel.: 01/485 35 05-179 E-Mail: thomas.tommasi@gl-pharma.at

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Ne Op ue tio n

se it Xar 01 e . J lto ® un i in 15 m de g u r g nd elb 20 en m Bo g x( RE 1)

1× täglich eine in der Schlaganfallprophylaxe bei nicht-valvulärem Vorhofflimmern*

1204.0063.L.GM.Xarelto * Details siehe FKI Fachkurzinformation siehe Seite 38

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