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Jahrgang 4 / 2019

NR° 3

BODENSEE EDITION

Österreich € 4,90 | Deutschland € 4,90 | Schweiz CHF 5,90

RUND UM DEN BODENSEE

INTERNATIONALE WEINREGION Wein und Genuss am Bodensee

BAUPLAN AUS DEM MITTELALTER Klosterplan aus dem 19. Jhdt.

EXPEDITION DRACHENTAL Den Drachen auf der Spur


Eisengasse 4, Mo-Fr 9.00-18.30 Uhr, Sa 9.00-17.00 Uhr www.intersport-fischer.at

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© Udo Mittelberger

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EDITORIAL

HERBSTZEIT – BODENSEEZEIT Erleben Sie den Herbst von seiner schönsten Seite bei einem Urlaub am Bodensee.

D

as Magazin „Bodensee Edition“ gibt es bereits in der 15. Auflage. Seit 2016 schreiben wir hier vier Mal pro Jahr, also passend zu jeder Jahreszeit über die Themen Urlaub, Freizeit und Wohnen rund um den Bodensee. Ab Dezember erweitern wir mit demselben Inhalt wie Urlaubsdestinationen, Freitzeitangebote, kulinarische Tipps, sowie Land und Leute den redaktionellen Radius auf die Ländern Österreich, Deutschland, der Schweiz und Norditalien. Seite 66 Zurück zu dieser Ausgabe. Hier geht es um einen Bauplan aus dem Mittelalter. Der St.Galler Klosterplan – die älteste Architekturzeichnung des Mittelalters – und das älteste deutschsprachige Wörterbuch gehören zu den kostbarsten Schätzen. Zahlreiche Handschriften sind im Kloster entstanden und bis zum heutigen Tag dort verblieben. Touristenmagnet ist die 1758 errichtete Stiftsbibliothek, die zu den schönsten historischen Büchersälen der Welt zählt. Seite 12 In der Schweiz machen wir uns auf die Suche nach Drachen. Das Seetal wird auch Drachental genannt. Trotzdem weiß man nicht viel über sie. Die 2018 gegrün-

dete Hochschule für Drakologie will dies än-dern. Kleine Drachenforscher und ihre Familien sind eingeladen mit anzupacken und Hinweise zur Le-bensweise der Drachen zu sammeln. Die Drachental-Erlebniskarte von Seetal Tourismus schafft dabei Orientierung und führt zu den wichtigsten Drachenorten der Region. Seite 30 Einsatz Bodensee – wir stellen Ihnen die Abteilung Bregenz der Österreichischen Wasserrettung vor. Es sind vielfältige Aufgaben aus den unterschiedlichsten Bereichen welche es hier innerhalb eines Jahres bei der Österreichischen Wasserrettung / Abteilung Bregenz abzuarbeiten gibt. Von den klassischen Suchaktionen, über Hilfeleistungen bei Bootsunfällen bis hin zu Überwachungen bei diversen Veran-staltungen, tragen die Mitglieder rund um Einsatzleiter Mathias Andres ehrenamtlich und mit vollem Engagement dazu, bei dass Leben gerettet werden und so mancher Unfall am Wasser bereits im Vorfeld vermieden werden kann. Seite 62 In diesem Sinne – Viel Spass bei Lesen. Ihr Herausgeber Emmerich Kirschner BODENSEE EDITION 3


INHALT

INHALT 30

13

RUBRIKEN

SPORT UNTERWEGS & ERLEBEN

03

Editorial

12

Weltkulturerbestadt St.Gallen

30

Schweizer Drachental

04

Inhalt

16

Goldener Herbst

34

Es gruselt im Europa-Park

06

Augenblicke

18

Dem Gl체ck auf der Spur

35

Affenberg Salem

08

Kurz notiert

20

Landg채nge

36 Roh.Stoff.Papier

22

Sehenswert

21 St채dtehopping

38

Zeitreise durch die Epochen

42

Aktiv erleben

24 Titelstory

39

Alles f체r den Sport

56

Highlights

40

Aktiv am Bodensee

66

Vorschau

4 BODENSEE EDITION


INHALT

44

62

LIFESTYLE LAND & WELLNESS & LEUTE 44

Logenplatz an der Küste

58

Exklusives Apartement

48

Bereit zum Ablegen

62

Einsatz Bodensee

50

Vitalium Bregenz

52

Zu Gast in der Südsee

54

Bad Waldsee Therme

TITEL STORY

24

Weinregion Bodensee

BODENSEE EDITION 5


AUGENBLICKE

Eine atemberaubende Naturlandschaft mit herrlicher Panoramasicht über das Rheintal bis zum Bodensee

© Pizolbahnen AG

6 BODENSEE EDITION


AUGENBLICKE

AUF DEM PIZOL MIT BLICK AUFS RHEINTAL

BODENSEE EDITION 7


© Adventure Alpakas

KURZ NOTIERT

KURZ NOTIERT

Vorsicht – man ist schnell in diese Augen verliebt

VERLIEBT IN ALPAKAS Nach Absprache lassen sich in Eigeltingen, Engen und am Schienerberg Spaziergänge und Trekkingtouren mit Alpakas planen. Bei Adventure Alpakas in Eigeltingen werden gemütliche Spaziergänge für Gruppen bis 12 Personen arrangiert, Kinder sind ab 6 Jahren willkommen. www.adventure-alpakas.de. Auch am Fuße des Hegauberges Hohenhewen bei Engen tummeln sich Lamas und Alpakas. Sabrina Pahoki von Lapaka Hegau organisiert Wanderungen mit den Sanftmütern. www.lapaka-hegau.de Hoch über dem Untersee und der Halbinsel Höri ragt der Schienerberg auf. Dort befindet sich die CurlyRanch, die ebenfalls Spaziergänge und Trekkingtouren mit Alpakas anbietet. www.curlyranch.horse


Ein kulinarisches Highlight – Die Fischwochen

SINNLICHER HERSBT AM WESTLICHEN BODENSEE

© Landratsamt Lindau, Fredericks Sams

Im Spätsommer und Herbst breitet die Region aus, was Äcker, Wiesen, See und Weiden hergeben. Einheimische und Gäste feiern zusammen das Ende eines herrlichen Sommers. Kulinarische Feste und Schifffahrten, Fischwochen und abendliche Märkte sorgen dann in der Landschaft rund um Untersee und Hegau-Vulkane für genussreiche Sinnesimpulse Fangfrische Felchen, Kretzer, Saiblinge und Hechte kitzeln während der Bodensee-Fischwochen den Gaumen. In 20 Restaurants in der Region am westlichen Bodensee werden zwischen dem 9. September und dem 6. Oktober drei Gänge zum Einheitspreis von 29 Euro in Deutschland und 35 Franken in der Schweiz serviert. Die Halbinsel Höri widmet ihrem Gemüse-Star alljährlich im Oktober

Apfelernte am Bodensee

© REGIO KonstanzBodensee-Hegau e. V.

© Petra Reinmöller

KURZ NOTIERT

Lieblingszwiebel vom Bodensee

ein Fest. Rund 40 Stände und Besenwirtschaften präsentieren beim Bülle-Fest am 6. Oktober Köstlichkeiten rund um die berühmte Höri-Zwiebel. Bei den Bülle-Fahrten am 24. und 30. September etwa serviert der bekannte Höri-Koch Hubert Neidhart drei Gänge rund um die rote Zwiebel. Auf den Felchen-Fahrten am 31. August und am 14. September 2019 wird den Passagieren der flüsterleisen Solarfähre Helio Bodensee-Fischterrine und geräucherter Felchen aus dem See serviert. Täglich legt das Brunch-Schiff bei duftendem Kaffee und knusprigen Croissants in Kreuzlingen ab und nimmt Kurs auf Stein am Rhein. Italienische Momente erleben die Passagiere der MS Seestern donnerstagabends beim Italienischen Buffet. www.bodenseewest.eu

Genusswanderung rund um Wasserburg

BODENSEE GENUSSHERBST GEHT IN DIE SIEBTE RUNDE Zum Auftakt findet am 12. Oktober eine Genusswanderung durch Weinberge und Obstplantagen rund um Wasserburg statt. An verschiedenen Genuss-Stationen lassen sich die Wanderer regionale Köstlichkeiten schmecken. Die Street Food Market Austria Tour legt erstmals einen Halt in Lindau ein. Auf dem Therese-von-BayernPlatz vor der Inselhalle servieren über 30 Street Food Artists drei Tage lang mehr als 100 verschiedene Speisen. Treppauf, treppab spazieren die Teilnehmer der „Wein.Erlebnis.Tour“ am 19. Oktober auf Lindauer Türme und zu verborgenen Winkeln der Altstadt. An ausgesuchten Orten werden exzellente Seeweine und vorzügliche Spezialitäten gereicht. Wie all die köstlichen Nahrungs- und Genussmittel hergestellt werden, erfahren Genussherbst-Besucher

direkt vor Ort: Bauern, Winzer, Fischer und Obstbrenner lassen sich bei Führungen über die Schulter schauen. Beim Seaside Whisky Festival in Bregenz am 12. Oktober präsentieren Destillerien und Fachhändler auf zwei Motorschiffen hochwertige Whiskys, feinste Rums und edelste Gins. Mit einem unvergesslichem Fest für die Sinne endet der Genussherbst am 26. Oktober: In Nonnenhorn laden acht Gastronomiebetriebe zum „Essen und Tschässen“. Wer den Button für 13 Euro (Abendkasse 15 Euro) ersteht, hat Zugang zu allen Partys und spaziert gemütlich von Gasthaus zu Gasthaus. Spektakulär: 1.000 geschnitzte Kürbisse erhellen diese „Nacht der Nächte“ und weisen den Feiernden den Weg. www.lindauerbodensee.de/genussherbst BODENSEE EDITION 9


© Kuhnle & Knödler

KURZ NOTIERT

Unterwegs durch den Hangwald

Aussicht vom Homburg-Steig

AUF DEM HOMBURG-STEIG ZUM BODENSEE PANORAMA Der neue Homburg-Steig führt zu einem der schönsten Aussichtspunkte der westlichen Bodenseeregion und ergänzt die „Radolfzeller Runden“ zum Quintett. Kurz und knackig ist der Anstieg zum Rundblick bei der Ruine. 150 Höhenmeter liegen zwischen Aussichtsturm und dem Bahnhof Stahringen, dem Startpunkt der Wanderung. Die vier Kilometer lange Strecke führt über breite Feld- und Forstwege, schmale Pfade und durch einen urwüchsigen Hangwald. Der „Schlossbergweg“ wurde während einer Freiwilligenaktion von Bürgern instandgesetzt, ebenso der Rundweg um die Burgruine. Der neue Wanderweg ist mit dem Zeichen der Radolfzeller Runden beschildert. Die inzwischen fünf Touren wurden seit Herbst 2018

am westlichen Bodensee eröffnet. Neben dem Homburg-Steig gibt es die Mindelsee-Runde, die Mühlsberg-Runde, die Bodanrück-Runde und die Muckeseckele-Runde. In verschiedenen Höhenlagen erschließen sie die Naturlandschaft des Bodanrücks rund um Radolfzell. Die Streckenlängen bewegen sich zwischen neun und familienfreundlichen drei Kilometern. Ausführliche Beschreibungen aller Radolfzeller Runden sind in der gleichnamigen Wanderkarte der Tourismus- und Stadtmarketing Radolfzell GmbH enthalten. Diese ist ab sofort als Neuauflage in der Tourist-Information erhältlich. Tour- und GPX-Daten können zudem im Internet heruntergeladen werden. www.radolfzell-tourismus.de

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Mit der Fähre über den See

© Achim Mende

© Achim Mende

KURZ NOTIERT

Der Thurbo-Zug mit Bodenseeblick

DER GANZE SEE MIT EINEM TICKET einem Tag zu bewältigen. Da alle Ziele in einer Zone liegen, genügt eine Fahrkarte für 19 Euro oder 27 Franken. Kinder im Alter von sechs bis 15 Jahren müssen nur die Hälfte bezahlen, unter sechs Jahren fahren sie kostenlos. Ebenfalls günstiger wird es mit nationalen Rabattkarten des öffentlichen Verkehrs. Selbst für die Weiße Flotte auf dem Bodensee gibt es einen Nachlass von 25 Prozent. Für Radler jeder Kondition bietet die Bodenseeregion eine Vielzahl an Touren. Mit der „Fahrrad-Kombi“ des Bodensee Tickets gelangen die Radler bequem zu noch mehr Wegen: Per Zug oder Fähre reist das Mountain- oder E-Bike einfach mit zum nächsten Etappenort. www.bodensee-ticket.com

Landleben von anno dazumal

© Hotel Arthus Aulendorf

© Landratsamt Biberach, Fotografie Diete

Selbst über die Landesgrenzen von Deutschland, Österreich und der Schweiz hinweg lassen sich Ausflüge mit dem Bodensee Ticket unkompliziert und kostengünstig realisieren. Ein simples Tarifsystem mit attraktiven Preisen erleichtern das Reisen – mit Bahn, Bus und Fähre. Die Fahrkarte kann für einen oder drei aufeinander folgende Tage sowie für eine oder alle drei Zonen gelöst werden. Mit dem 3-Tages-Pass geht es beispielsweise für nur 42 Euro rund um den ganzen See und mit der Fähre sogar mittendurch. Auch für Fahrradfahrer und Kleingruppen gibt es lohnende Angebote. Schloss Laufen am Rheinfall, die Festung Munot in Schaffhausen und die Ruine Hohentwiel bei Singen – diese beeindruckende Burgentour ist mit dem Bodensee Ticket locker und für wenig Geld an

Rittermahl im historischen Gewölbekeller

FAMILIENREISE DURCH DIE ZEIT Vom frühen Mittelalter bis ins Zeitalter der Raumfahrt gibt es in der Familienregion Oberschwaben-Allgäu jede Menge zu entdecken. So etwa in den Freilichtmuseen der Region wie beispielsweise der Mittelalterbaustelle Campus Galli bei Meßkirch, im Museumsdorf Kürnbach bei Bad Schussenried und im Bauernhaus-Museum Wolfegg. In Ravensburg werden Kinder zu tapferen Knappen, die gern ohne Begleitung ihrer Eltern, einen Kontrollgang entlang der alten Stadtmauer unternehmen. Standesgemäße Unterbringung ist dann das Aulendorfer Hotel Arthus. In der Ritterherberge erleben Jünglinge und Maiden die Mystik einer längst vergangenen Zeit, so etwa, wenn im Schein der Fackeln der Mundschenk zur Händewaschung im Rosenwas-

ser bittet und die Tischregularien verkündet. Werden Prinzen mit einem goldenen Löffel im Mund geboren? Stört ein Krönchen die Prinzessin beim Spielen? Fragen wie diese werden bei der Kinderführung „Kindheit anno dazumal“ auf Schloss Sigmaringen geklärt. Auf eigene Faust begibt man sich in Schloss Aulendorf beim medialen Erlebnisparcours auf die Spur der gräflichen Bewohner. Im Friedrichshafener Dornier Museum wird der Traum vom Fliegen Wirklichkeit. Die Ausstellung führt durch hundert Jahre Luft- und Raumfahrtgeschichte. Rund 400 Exponate werden gezeigt, darunter riesige Flugboote und nostalgische Passagiermaschinen. www.oberschwaben-tourismus.de BODENSEE EDITION 11


UNTERWEGS


UNTERWEGS WELTKULTURERBESTADT ST.GALLEN

UNTERWEGS

BAUPLAN AUS DEM MITTELALTER

© St.Gallen-Bodensee Tourismus

St.Gallen ist die Heimat des originalen Klosterplans aus dem 9. Jahrhundert. Die Legende berichtet, dass im Jahr 612 der irische Mönch Gallus im Steinachtal über eine Wurzel stolperte. Er entschloss sich zu bleiben und baute sich eine Hütte. Anhänger gesellten sich zu ihm und eine erste Kirche sowie ein Kloster entstanden.

BODENSEE EDITION 13


UNTERWEGS

Der St.Galler Klosterplan

Die Stiftsbibliothek – das UNESCO Weltkulturerbe

I

m Jahr 719 – ein Jahrhundert später wurde die Gallussiedlung von Otmar neu belebt. Daraus entstand das Kloster St.Gallen, welches mit seiner imposanten, doppeltürmigen Kathedrale zu einem bedeutenden geistigen Zentrum Europas wurde. Es war ein Hort der Kultur und eine Stätte von grosser Strahlkraft. Aus dieser Blütezeit sind zahlreiche Handschriften und Urkunden erhalten. Sie sind für die Erforschung des Frühmittelalters von zentraler Bedeutung. Der St.Galler Klosterplan – die älteste Architekturzeichnung des Mittelalters – und das älteste deutschsprachige Wörterbuch gehören zu den kostbarsten Schätzen. Zahlreiche Handschriften sind im Kloster entstanden und bis zum heutigen Tag dort verblieben. Touristenmagnet ist die 1758 errichtete Stiftsbibliothek, die zu den schönsten historischen Büchersälen der Welt zählt. Der Bestand der heute noch aktiven

14 BODENSEE EDITION

BESONDERE SCHÄTZE AUS DEM STIFTSARCHIV Bibliothek beträgt rund 170.000 Bücher. Auch aus architektonischer Sicht ist die Bibliothek eine wahre Kunstschatulle: Der prachtvolle, geschwungene Saal mit seinen ornamentierten Intarsienböden, den holzvertäfelten, säulengeschmückten Bücherschränken und reich stukkierten Deckengemälden ist ein barockes Gesamtkunstwerk. Die UNESCO erklärte 1983 den Stiftsbezirk mit der Stiftsbibliothek zum Weltkulturerbe.

HISTORISCHE EXPONATE Seit diesem Jahr ist im Gewölbekeller der Stiftsbibliothek (früher Lapidarium) eine neue attraktive Dauerausstellung über Gallus, sein Kloster und die 1400-jährige Kulturgeschichte des Ortes zu sehen. Sie zeigt dauerhaft bedeutende Originale aus der Klostergeschichte, darunter das grossartige Evangelium longum mit den Elfenbeinschnitzereien Tuotilos (um 900), sowie die Kapitelle aus dem Gozbertmünster (um 830).

ORIGINAL-KLOSTERPLAN Der berühmte St.Galler Klosterplan aus dem 9. Jahrhundert ist jetzt erstmals für die Öffentlichkeit im Original zu sehen und zu bestaunen sein. Das Exponat wird im neuen Ausstellungssaal im St.Galler Stiftsbezirk, präsentiert. Nach einer einführenden Multivision kann er einige


UNTERWEGS WELTKULTURERBESTADT ST.GALLEN

Sekunden im Original betrachtet werden. Das wertvolle Dokument muss aus konservatorischen Gründen vor zu starker Lichtexposition geschützt werden. Das Pergament ist die weltweit älteste noch existierende Architekturzeichnung aus dem frühen Mittelalter und gilt als ältester noch vorhandener Bauplan Europas. Er entstand vermutlich zwischen 819 und 826 im Kloster Reichenau am Bodensee und ist im Besitz der Stiftsbibliothek St.Gallen. Daneben gibt es weitere Schätze aus dem Stiftsarchiv und der Stiftsbibliothek zu entdecken, wie das älteste Professbuch aus der karolingischen Zeit des Klosters. Es enthält die Gelübde, welche Mönche beim Eintritt ins Kloster ablegten. Der Titel der Ausstellung lautet: Das Wunder der Überlieferung – Der St.Galler Klosterplan und Europa im Frühmittelalter.

von 50 Jahren, während der wirtschaftlichen Blütezeit St.Gallens als Textilmetropole, entstanden die Neubauten des Alten und Neuen Museums. Bis heute sind im Alten Museum die Sammlungen vom Kunstmuseum und im Neuen Museum diejenigen des Historischen und Völkerkundemuseums untergebracht. Sie locken jedes Jahr zahlreiche Kunst- und Kulturliebhaber von nah und fern in die Gallusstadt. www.st.gallen-bodensee.ch

DIE STADT DER MUSEEN Die heute so reichhaltige Museumslandschaft in der Ostschweizer Metropole ist ohne die Aktivitäten der 1819 gegründeten Naturwissenschaftlichen Gesellschaft, des 1827 gegründeten Künstler-Vereins (jetzt Kunstverein St.Gallen) und des 1859 ins Leben gerufenen Historischen Vereins, kaum denkbar. Mitglieder des letzteren trugen historisch bedeutsame Gegenstände zu einer ersten einheitlichen, untrennbaren, unveräusserlichen öffentlichen Sammlung zusammen. Ab 1873 entstand für diese und andere Sammlungen das Museumsviertel am Stadtpark. Innerhalb

Im neuen Ausstellungssaal wird der originale Klosterplan aufbewahrt

UNSERE EMPFEHLUNG Unterwegs mit der Dienstmagd Eine szenische (Ent)Führung in den st.gallischen Alltag des 16. Jahrhunderts! Die „zugelaufene“ Dienstmagd ist so gar nicht auf den Mund gefallen, wenn es darum geht, aus ihrem Arbeitsalltag Mitte des 16. Jahrhunderts in der Gallusstadt zu erzählen.

BODENSEE EDITION 15


© Dagmar Schwelle

UNTERWEGS GOLDENER HERBST IN KONSTANZ

Der Gondelhafen mit Blick auf die „Imperia“

GOLDENER HERBST Highlights und Überraschendes in Konstanz am und auf dem Bodensee

K

onstanz zeigt sich im Herbst im goldenen Glanz und begeistert mit facettenreichen Erlebnissen. Die Kombination aus Spannendem und Verträumten legt in dieser farbintensiven Zeit ein besonderes, mystisches Flair über die größte Stadt am Bodensee. Herbstliche Schifffahrten laden ab Konstanz an den Oktober- und Novemberwochenenden zu einzigartigen Entdeckertouren auf dem Wasser ein. An Land nehmen themenspezifische Stadtführungen Groß und Klein mit auf eine lebendige Reise, u.a. in die Zeit des Konstanzer Konzils vor rund 600 Jahren.

HERBSTGENUSS

Shoppinggenuss in der Altstadt 16 BODENSEE EDITION

Das Gräfliche Schlossfest auf der Mainau, das grenzüberschreitende Deutsch-Schweizer Oktoberfest, die Genuss-Schiffe mit Gin- und Whisky-Tasting am 11. und 18. Oktober, der Jazzherbst oder der Verkaufsoffene Sonntag mit einem umfangreichen Eventmix – sie alle bieten Anlässe, um im Herbst auf besondere Entdeckertouren zu gehen. Mit über 400 Fachgeschäften sowie dem LAGO als größtem Shopping-Center am Bodensee lädt die malerische Altstadt zu einzigartigen Einkaufserlebnissen ein. Für den gemütlichen Ausklang am Abend sind zahlreiche Cafés, Gaststätten und urige Weinstuben mit regionalen Spezialitäten

die passenden Locations – im Hafen mit See- und Alpenblick und in der Altstadt mit romantischen Gässchen. Die kleinen, feinen Wochen- sowie Spezialitätenmärkte runden die inspirierenden SinnesImpulse geschmackvoll ab und zeigen, was die Region zu bieten hat.

NATÜRLICH KONSTANZ Insel- und Vulkanhopping, Wanderungen auf dem Premiumwanderweg „SeeGang“, entspannte Stunden in der BodenseeTherme sowie eindrucksvolle Naturerlebnisse auf der Blumeninsel Mainau oder der UNESCO-Welterbeinsel Reichenau ermöglichen einzigartige Genussmomente für Körper und Geist. www.konstanz-info.com Eindrucksvolle Naturerlebnisse


#lovestgallen

#textilland

Im «Textilland Ostschweiz» finden sich Kostbarkeiten und Schätze aus einer 800jährigen Geschichte: Die Museums- und Erlebniswelten im Textilland Ostschweiz lassen das textile Erbe der Region lebendig werden. Tauchen Sie ein in die vielfältige und traditionsreiche Textilgeschichte der Ostschweiz und entdecken Sie, wie gross der Einfluss der Geschichte auch heute noch ist.

Weitere Informationen unter www.textilland.ch


© Ralph Binder

UNTERWEGS

DEM GLÜCK AUF DER SPUR Willkommen im grünen Süden: Oberschwaben-Allgäu lockt Reisemobilisten mit perfekter Infrastruktur.

18 BODENSEE EDITION

Oberschwäbisches Museumsdorf Kürnbach

D

ie reizvolle Landschaft in der Ferienregion Oberschwaben-Allgäu ist ideal für das Reisen im eigenen Zuhause. Verschiedene Reisemobil-Routen führen zu beeindruckenden Naturphänomenen, historischen Kulturschätzen, erfrischenden Thermalbädern und unterhaltsamen Museen. Gut ausgestattete Stell- und Campingplätze ermöglichen den Reisemobilisten einen erholsamen Urlaub. Als optimale Planungshilfe und wertvoller Begleiter unterwegs dient die Themenbroschüre mit allen wichtigen Infos. Mitten in Oberschwabens Moorlandschaft feiert das Federsee-Museum in Bad Buchau 2019 sein 100-jähriges Bestehen. Gleich zwei Ausstellungen gewähren in der Jubiläumssaison besondere „(Ein-)Blicke in vergangene Zeiten“. Außerdem gelten Wohnmobil-Sommerpreise am Federsee: Wer im Sommermonat August auf einem Stellplatz in Bad Buchau übernachtet, bleibt sieben Nächte und zahlt nur für sechs. Gleichzeitig laufen in der Adelindis Therme die Aktionswochen „Sommer in

der Therme“. Besonders empfehlenswert ist das Erlebnis eines Sonnenauf- oder untergangs über dem Federsee. Einer der drei idyllisch gelegenen Stellplätze befindet sich direkt am Schilfgürtel des Gewässers. Auch rund um Bad Saulgau, Landeshauptstadt der Biodiversität, gibt es vieles zu entdecken. Im neuen NaturThemenPark lernen Besucher jeden Alters Naturphänomene aus nächster Nähe kennen. Er ist nahe des Reisemobilstellplatzes an der Sonnenhof-Therme Bad Saulgau GmbH gelegen. Ausgestattet mit einem Forscherrucksack, Becherlupen, Kescher und Bestimmungsliteratur geht es in den lebendigen Wald; zehn interaktive Erlebnisstationen inspirieren und informieren über Umweltthemen.

UNVERGESSLICHE ERLEBNISSE Direkt um Ufer der Donau liegt die out&back Erlebnis-Welt Sigmaringen. Für Vergnügen sorgen hier eine Kletter-Arena, ein Menschenkicker und ein Minigolfplatz. Außerdem wird Bogenschießen, Kanu-


© Ravensburger Spieleland

UNTERWEGS DEM GLÜCK AUF DER SPUR

Zuhause im Feriendorf

fahren und vieles mehr angeboten. Auf dem Gelände befinden sich ein moderner Campingplatz mit 52 Parzellen zwischen 80 und 140 Quadratmetern sowie ein Erlebnis-Camp mit Holzhütten und Schlaffässern. Vor den Toren der Stadt Leutkirch im württembergischen Allgäu wurde Ende letzten Jahres der Center Parcs Park Allgäu eröffnet. Er bietet mit einem riesigen tropischen Badeparadies, einer Indoor-Spielwelt und einem interaktiven

Kinderbauernhof auch Tagesgästen ein wetterunabhängiges Ganzjahres-Erlebnis. Reisemobilfreunde, die gerne in der Nähe des Parks übernachten möchten, steht der Leutkircher Reisemobilstellplatz zur Verfügung. Dieser wurde erst vor wenigen Wochen von der IRMA GmbH als „TopPlätzchen“ ausgezeichnet. Im Ravensburger Spieleland erleben kleine und große Abenteurer unvergessliche gemeinsame Momente. Familien entdecken die neue „Activity World“ mit ihren Lieblingen aus „Die Maulwurf Company“ oder toben auf dem ersten Inklusionsspielplatz in einem deutschen Freizeitpark! Ein Tag reicht kaum aus, um die über 70 Attraktionen in acht Themenwelten zu erkunden. Gäste können daher direkt bei Maus & Co. übernachten: Das Feriendorf direkt neben dem Spieleland bietet u. a. 40 Stellplätze für Wohnmobile und Caravans sowie 50 Ferienhäuser und 16 Forscher-Zelte.

Abenteuer im Tipi

© Tourismusbetriebsgesellschaft Bad Saulgau

ROUTENVIELFALT Oberschwaben Tourismus hat die 36 Stellplätze und elf Campingplätze der Region auf verschiedenen Routen miteinander verbunden: Reisemobilisten wählen unter anderem zwischen der Donautal-Route, der Route zum Federsee, der Allgäu-Route oder der Familienroute. Die Fahrstrecken sind zwischen 60 und 150 Kilometer lang und führen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. So etwa verläuft die Familienroute von Isny im Allgäu zum Erwin Hymer Museum in Bad Waldsee und gipfelt im Ravensburger Spieleland. www.oberschwaben-tourismus.de BODENSEE EDITION 19


UNTERWEGS GEHRENBERG-BODENSEE

Mit Wanderstiefeln oder Drahtesel mitten hinein in ursprüngliche Natur. In der Ferienlandschaft Gehrenberg-Bodensee ist der See – mit Abstand – am schönsten.

© Tourismusgemeinschaft Gehrenberg-Bodensee e. V.

LANDGÄNGE

Herbst am Gehrenberg

M

itten im Herzen der Bodenseeregion gelegen und idealer Ausgangspunkt für die bekannten Ausflugsziele, lädt die Ferienlandschaft Gehrenberg-Bodensee zur entspannender Erholung oder abwechslungsreichem Aktivurlaub für Groß und Klein. Die idyllische Urlaubsregion trumpft mit hervorragender touristischer Infrastruktur, 350 Kilometern Rad- und Wanderwegen und Naturgenuss pur. Von sonnigen Aussichtsplätzen sowie dem Gehrenberg (754 m) und dem Höchsten (833 m) genießt man den See am liebsten – mit Abstand – in aller Ruhe und weitem Blick bis hin zu der eindrucksvollen Alpenkette.

AKTIV DURCH DIE REGION

Hofladen in Oberteuringen

20 BODENSEE EDITION

Bei Wildnisabenteuern für junge Eroberer und schaurig schönen Geschichten am Rundgang mit dem Nachtwächter durch Markdorfs mittelalterliche Gassen, bei leckerer regionaler Küche zu familienfreundlichen Preisen und feinen Destillaten aus schmackhaftem Bodenseeobst lernt man Land und Leute kennen und schließt rasch Freundschaft mit diesem idyllischen Flecken Erde im Herzen der Seeregion. Aktivurlauber schätzen die Vielseitigkeit der Landschaft, die für jede Kondition das richtige Terrain hat und insbesondere Radsportler auf die einzige permanente

Bergzeitfahrstrecke Deutschlands hinauf zum „Höchsten“ lockt. Mit Wander- und Freizeitkarten oder kundiger Führung machen sich andere auf Schusters Rappen auf ins geschützte Ried, durch Streuobstwiesen, lichte Wälder und zu interessanten oder auch amüsanten Themenwegen. Bei der gemütlichen Einkehr und traditionellen Festen kommt man rasch ins Gespräch und in Ferienstimmung.

BODENSEE LANDGÄNGE Die zertifizierten Bodensee LandGänge sind als in sich geschlossene Rundwanderwege konzipiert. Das Spektrum reicht von der leichten Halbtagestour (Bermatinger Waldwiesen, ca. 9 km Länge, 243 Höhenmeter) über eine mittelschwere Ganz-tagestour (Gehrenberg GuckinsLand, ca. 15 km Länge, 468 Höhenmeter) bis hin zur teilweise schweren Ganztagestour (Bergtour Höchsten, ca. 16 km, 512 Höhenme-ter). Aber so unterschiedlich sie auch sein mögen, eines haben alle drei Bodensee LandGänge gemeinsam: Naturerlebnis und Erholung auf höchstem Niveau. Weitere gesundheitsbewusste Angebote, vielseitige Variationen zum Wohlfühlen, Entspannen und Kulturgenuss runden ihre Ferien ab. www.gehrenberg-bodensee.de


Ankunft am Pfänder dem Hausberg von Bregenz

STÄDTEHOPPING

© St.Gallen Bodensee Tourismus

3 Länder, 3 Städte und ein See – das Städtehopping am Bodensee bietet grenzüberschreitenden Städteurlaub.

Weltkulturerbestadt St.Gallen

B

regenz, Konstanz, oder St. Gallen – Jeden Tag eine andere Stadt am Bodensee entdecken – und das, ohne einmal den Koffer packen, das Auto bewegen oder gar das Hotel wechseln zu müssen. Oder bewusstes Hotelhopping – jeweils ein Hotel in Bregenz, Konstanz und St. Gallen buchen. Wer Städtehopping am Bodensee ausprobiert, hat die Wahl. Genussvolles Reisen mit dem Schiff in die kleinen, feinen Häfen sowie auf die charmanten Inseln und Halbinseln, mit dem Rad über den gut ausgebauten Bodensee-Radweg, bequem mit der Bahn – oder eine Kombination aus all diesen Möglichkeiten. Das Ergebnis ist aktives Entspannen mit neuen, grenzüberschreitenden Sinnesimpulsen in einer der schönsten Kulturlandschaften Europas: Dies alles bietet die neue Kooperation der drei Städte am Bodensee. Kultur, Natur, Genuss und ein besonderes Mobilitätsangebot mit Sicht auf die einzigartig-majestätische Silhouette der nahen, oft schneebedeckten Alpen und den glitzernden Bodensee. Von der Kultur- und Festspielstadt Bregenz über das UNESCO-Weltkulturerbe mit der Stiftsbibliothek in St. Gallen bis nach Konstanz mit seiner Konzilgeschichte und der Blumeninsel Mainau. Neu ist die enge Zusammenarbeit der drei Städte aus den drei Ländern mit

Tourenvorschlägen, Beratungen und vielen Möglichkeiten, die Bodensee-Region grenzüberschreitend neu zu erfahren und zu entdecken. Kurz-Trips in eine intakte, inspirierende Kultur- und Naturlandschaft direkt am Wasser zu jeder Jahreszeit: Quirliges, pulsierendes Leben in den Städten – und dazwischen Ruhezeiten und Räume zur Erholung mit allen Sinnen genießen. Eine Kombination aus SeeSehn, Städte- und Länderbummeln in einer der schönsten, naturnahen Kulturlandschaften Europas. Urbanes Leben kompakt am Bodensee entdecken – dies ist ab sofort in folgenden Kombipaketen des Städte-Triangels möglich. www.bodensee.eu Konstanz

© Dagmar Schwelle

© Christiane Setz

UNTERWEGS STÄDTEHOPPING AM BODENSEE

BODENSEE EDITION 21


AUS DER REDAKTION

© Montafon Tourismus GmbH, Patrick Säly

Almatrieb in Tschagguns

SEHENSWERT Erleben Sie Brauchtum in schönster Form bei einem der zahlreichen Almabtriebe rund um den Bodensee.

22 BODENSEE EDITION

WENN DIE DORFSTRASSE ZUM „LAUFSTEG“ WIRD Festlich geschmückt schreiten die Kühe beim traditionellen Alpabtrieb unter den bewundernden Blicken des Publikums durch die Straßen in Richtung Stall. In zahlreichen Dörfern im Montafon wird dieser Brauche seit gut 400 Jahren praktisch unverändert gepflegt. Dass die Alpabtriebe heute so populär sind, liegt auch am Rahmenprogramm. Mit Bauernmärkten, Live-Musik und traditioneller Bewirtung wird den Gästen einiges geboten. Bei den diversen Märkten sind der traditionelle „Sura Kaes“ (einer der fettarmsten Käse weltweit), „Käsknöpfli“ und viele weitere Käsearten und andere Köstlichkeiten vertreten. www.montafon.at


AUS DER REDAKTION

Die Alpabfahrt in Appenzell Innerhoden

© Allgäu GmbH

© Appenzellerland Tourismus AI

Viehscheid in Obermaiselstein

VIEHSCHEID IM ALLGÄU

EIN BUNTER ALPABFAHRTSZUG IM APPENZELLERLAND

In den Wochen vom 11. bis zum 28. September 2019 herrscht Hochsaison im Allgäu – es ist Viehscheid. In rund 30 Orten entlang der Alpenkette zwischen Bodensee und den Königsschlössern kehren rund 30.000 Rinder von den saftigen Bergweiden der Allgäuer Alpen ins Tal zurück und werden von mindestens doppelt so vielen Besuchern erwartet. Das sind zum einen die Landwirte, die ihr Jungvieh den Sommer über einer Alpgenossenschaft anvertraut haben und die Tiere nun wieder in den heimischen Stall bringen. Der überwiegende Teil aber sind die Gäste, die den traditionellen Almabtrieb – im Allgäu „Viehscheid“ genannt – mit den Bauern als großes Volksfest feiern. Bei den großen Viehscheiden treffen teils über 1.000 Tiere ein. www.allgaeu.de

Angeführt wird der Alpabfahrtszug von den weissen, hornlosen Appenzeller „Gäässe“ (Ziegen), die von Kindern in schmucken Kindertrachten im Zaum gehalten werden. Nach den Ziegen folgen die Kühe, Rinder und Kälber, ein Stier und das Pferd, das die Ledi (zweiachsiger Holzwagen) zieht, auf der sämtliche Gerätschaften Platz finden, die früher auf der Alp zur Käse- und Butterherstellung gebraucht wurden. Den Abschluss macht der Besitzer der Viehherde im braunen Gewand. An seiner Seite achtet der Appenzeller Sennenhund, „de Bläss“, darauf, dass kein Stück Vieh vom Weg abkommt. Lassen Sie sich dieses farbenprächtige Erlebnis nicht entgehen und informieren Sie sich über die nächsten Termine, www.appenzell.ch

Auf dem Weg in den heimischen Stall

© lan Ehm, friendship.is

Alpabtrieb in Schwarzenberg

MIT DER NATUR – FÜR DIE NATUR Die Bregenzerwälder Landwirtschaft ist das Rückgrat für die Erhaltung und die Pflege der Kulturlandschaft der Region im Nordosten Vorarlbergs. Die Grundlage dafür und eine Besonderheit ist die seit Jahrhunderten gepflegte 3-stufige Bewirtschaftung der Weiden. Nach der Schneeschmelze grast das Vieh die Talweiden ab. Dann geht es aufs „Vorsäß“, eine Art Mittelstation, im Hochsommer auf die Hochalpe und dann mancherorts etappenweise wieder zurück in den heimischen Stall. Vorteil dieses „Nomadentums“ ist neben der Erhaltung der Kulturlandschaft die optimale Nutzung der Weideflächen. Vor einigen Jahren wurde die Dreistufenlandwirtschaft im Bregenzerwald in die österreichische Liste des immateriellen Erbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen.

Mensch und Tier freuen sich jährlich über die Rückkehr ins Tal. Traditionell findet ein besonderer Alptag um den „Hoalekrüztag“ (14. September) in Schwarzenberg statt. Witterungsbedingt kann es erforderlich sein, dass Alpabtriebe und der Alptag vorgezogen werden müssen. Es empfiehlt sich, sich im Voraus zu erkundigen, auf welche Tage auserwählt wurden. Ein Fest im Jahr ist der Schwarzenberger Markt (14. September 2019). Im Mittelpunkt des seit 400 Jahren gewachsenen Marktes steht Althergebrachtes mit Neuem zu verschmelzen. Handwerkliches, Kreatives, Bäuerliches, Kunstvolles und nicht Alltägliches. Höhepunkt ist die Käseprämierung im Angelika-Kauffmann-Saal mit Verköstigung der besten Alpkäse des ganzen Bregenzerwaldes. www.bregenzerwald.at BODENSEE EDITION 23


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© Achim Mende

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TITELSTORY WEINREGION BODENSEE

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WEIN UND GENUSS AM BODENSEE Winzer und Touristiker haben hier zusammen eine der ersten internationalen Weinregionen gegründet. Die „Weinregion Bodensee“ erstreckt sich auf relativ kleinem Raum über vier Länder. Dabei verbindet der Bodensee mit dem Rhein ganze Nationen.

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© Überlingen Marketing und Tourismus GmbH

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DIE STARS VOM BODENSEE Das Spannende an den Weinen vom Bodensee: Sie alle sind gewachsen unter den gleichen klimatischen Einflüssen, und doch verschieden, aufgrund der Böden, auf denen die Trauben gewachsen sind und durch die Hand des Winzers. Der Bodensee ist ein genialer natürlicher Wärmespeicher, zusammen mit den Föhnwinden aus den Bergen unterstützt er die Reifung der Trauben in optimaler Weise. Der Bodenseewein wird immer häufiger von Weinkennern gelobt. Ein Grund dafür ist, daß die Qualität in den letzten Jahren enorm verbessert werden konnte. Was die Vielfalt angeht, so kann man sich hier

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m Bodensee treffen Weinbaugebiete und Weinkultur aus vier Ländern aufeinander. Alle Anbaugebiete haben eines gemeinsam: Der Weinbau hat bereits eine lange Tradition. Schon seit über zwei Jahrtausenden wird der Wein am See kultiviert: am deutschen Seeufer, im Rheintal des Kantons St. Gallen, im Thurgau und im Schaffhauser Blauburgunderland sowie in Vorarlberg und Liechtenstein. Die Vielseitigkeit und die Internationalität machen die Weinregion Bodensee aus. Nirgendwo sonst gibt es so viele unterschiedliche Anbaugebiete in solcher Nähe – noch dazu an einem der schönsten Seen Europas – zu erkunden. Rund 160 Winzer setzen auf Qualität und Bodenständigkeit, gepaart mit Innovationsfreude und Gastfreundschaft und freuen sich auf Besucher die ihre Weine genießen wollen.

Die Rebhänge sind voll mit reifen Weintrauben

© Achim Mende

160 WINZER SETZEN AUF QUALITÄT UND INNOVATION

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Weingenuss am Ufer des Bodensees


TITELSTORY WEINREGION BODENSEE

ebenfalls genüsslich austoben: Die Winzer bauen viele verschiedene Sorten an; als Beispiele dienen Sauvignon blanc, Chardonnay und Dornfelder. Einige wenden sich pilzwiderstandsfähigen Sorten zu, wie Solaris und Maréchal Foch. Doch die Stars vom Bodensee sind Müller-Thurgau und Spätburgunder. Beide Sorten sind eng mit der Weinregion Bodensee verbunden. Nirgendwo sonst kann man diese in so unvergleichlicher Feinheit und Finesse erleben wie am Bodensee.

Hermann Müller, ein Rebforscher aus dem Kanton Thurgau, züchtete vor rund 130 Jahren die Sorte Müller-Thurgau. Lange Zeit dachte die Fachwelt, auch er selbst, dass sie eine Kreuzung aus Riesling und Silvaner sei. Daher stammt auch die Vermarktungsbezeichnung „Rivaner“, eine Wortzusammensetzung der beiden Namen. Erst 1998 konnten mit Hilfe von Genuntersuchungen die wahren Eltern der

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„DIE“ REBSORTE VOM SEE

Weintrauben am Bodensee

Rebsorte bestimmt werden: Es sind Riesling und Madeleine Royal. (In der Schweiz hat sich die Bezeichnung Riesling-Silvaner etabliert. Der Grund hierfür dürfte sein, dass Herrmann Müller die neue Züchtung

in seinem Heimatland nicht nach sich selbst benennen wollte.) Die Rebsorte startete ihren Siegeszug im Jahr 1925 – unter nicht ganz legalen Bedingungen: Die ersten Reben wurden im Ruderboot von der Schweiz über den Bodensee nach Deutschland geschmuggelt. Eine aufregende Aktion war das in jener Zeit, die sich gelohnt hat: Mittlerweile ist Müller-Thurgau weltweit die erfolgsreichste Neuzüchtung. Am Bodensee gedeiht die Rebsorte besonders gut, da sich die Weinlagen zwischen 400 und 530 Meter über dem Meeresspiegel befinden. Die hiesige Weinregion ist wie für den Müller-Thurgau gemacht. Sie bringt frische, süffige, tendenziell blumige Weine hervor. Die Eleganz hat der Müller-Thurgau vom Riesling geerbt. Er erinnert im Aroma an frisch geschnittene Äpfel, wenn er reifer wird, an Winteräpfel und Mirabellen. Die Winzer produzieren angenehme, hochwertige und nuancenreiche Weine für jede Gelegenheit. Dass die Sorte und der Bodensee einfach zusammengehören, das zeigt auch der internationale Müller-Thurgau-Preis. Er wurde 2004 vom Verein BodenseeWein e.V. ins Leben gerufen und wird jedes Jahr neu vergeben.

EIN FREUND DES LEBENS Und dann gibt es noch den wunderbaren Blauburgunder. Wenige Rebsorten werden so verehrt wie sie, denn sie verwöhnt mit ihrer seidigen und präsenten Kraft. Sie ist jedoch auch eine anspruchsvolle Diva. Die Rebsorte benötigt ein ausgewogenes Klima, um zu ihrer ganzen Geschmacksfülle heranzureifen. Wird sie in einer zu kühlen Region angebaut, kann sie sich rächen für die Kälte, die man ihr zumutet: Falls die Beeren nicht durchreifen, schmeckt BODENSEE EDITION 27


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man es sofort, denn Säure und Süße sind spürbar außer Balance geraten. In einer zu warmen Gegend tendiert die Rebsorte dazu, breit und schwer zu schmecken. Doch als spät reifende Sorte passt sie sehr gut zu dem milden Klima, für das der Bodensee als Wärmespeicher sorgt. Spätburgunder hat viele Namen. In der Schweiz nennt man ihn Blauburgunder, Clevner oder Cortaillod. In Frankreich und den angelsächsischen Ländern heißt er Pinot Noir, in Italien Pinot Nero. Die alte und traditionsreiche Rebsorte wurde, so die Vermutung, bereits in der Römerzeit angebaut. Im französischen Burgund ist sie seit dem 4. Jahrhundert nachweisbar. Auch Spätburgunder ist, wie Müller-Thurgau, eng mit dem Bodensee verbunden. Kaiser Karl III (839-888) ließ die Reben aus dem Burgund auf die karolingische Kaiserpfalz Bodman am Bodensee kommen und im „Königsweingarten“ anpflanzen. Die Weinregion Bodensee kann zu Recht stolz sein auf ihre über 1100-jährige Spätburgunder-Tradition. Rund um den Bodensee lassen sich viele sehr schöne Spätburgunder finden. Die Winzer schätzen sie und bauen sie mit Begeisterung an. In der Schweiz, im Kanton Schaffhausen, trägt sogar ein Anbaugebiet ihren Namen: das Schaffhauser Blauburgunderland. Im Thurgau, im Vorarlberg und auf der deutschen Seite kann der Weinfan Spielarten der Rebsorte kennenlernen und sich freuen, dass diese Weine vom See immer noch als Geheimtipp gelten dürfen.

Weinreben mit Blick zum Säntis

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© Achim Mende

WEIN UND KULINARIK Tolle Weine und feine Küche im ganzjährigen Gourmetfest. Der Bodensee ist ein Paradies für Weinfreunde und Feinschmecker: Hier lassen sich Ausflüge mit gutem Essen und Wein kombinieren. Ob mehrgängige Menüs in einem eleganten Hotel oder ein deftiges Vesper beim Winzer – schmecken tut es überall gut. Vor allem legt man rund um den Bodensee Wert auf frische Produkte, regionale Vielfalt und Qualität. Innerhalb kurzer Zeit lassen sich hier vier Länder und ihre regionalen Spezialitäten und Weine erleben.


TITELSTORY WEINREGION BODENSEE

Winzer bei der Weinlese

UNSERE EMPFEHLUNG Weinerlebniss

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In der Lindauer Genusswerkstatt präsentiert Diplom Käsesommelier und Wein-Kulturführer Michael Bode Degustationen rund um die Themen Wein, Käse und Kulinarik. www.genusswerkstatt-lindau.de

WEIN UND WISSEN

WEIN UND KULTUR

Mehr erfahren über die Weinwelt Bodensee. Wein ist ein individuelles Getränk, das seit Jahrtausenden kultiviert wird. Umso schöner, wenn man mehr von diesem Getränk lernen kann! In Weinworkshops, Sensorikseminaren oder geführte Weinwanderungen hat man die Möglichkeit Aufschlussreiches aus der faszinierenden Welt der Weinaromen, informatives über Anbau und Rebsorten oder spannende Geschichten zu erfahren. Tipp: Internationale Weinkulturführer Lernen Sie mit ausgebildeten Guides die Weinregion Bodensee kennen! Zahlreiche Weinkulturführer bieten in der Vierländerregion individuelle und maßgeschneiderte Touren, Wanderungen, Weindegustationen und Workshops an. Unter anderem auch etwas ausgefallenere Events: z.B. Weinbergsfondue, Grenzspaziergang Konstanz-Kreuzlingen oder Farbenmalen mit Wein auf der Höri…

Musik, Kunst und Kultur – mit Seewein eine ideale Verbindung. Das ganze Jahr über gibt es hier jede Menge zu entdecken, was sich wunderbar mit einem Wein-Ausflug verbinden lässt. Dabei spielt es keine Rolle, ob man gerne ins Museum geht,

Musik liebt, Burgen oder interessante Architektur besichtigen möchte. Kulturelle Angebote findet man nahezu überall, denn Kultur und Genuss liegen am Bodensee nahe beisammen! www.weinregion-bodensee.com

Die Weinregion Bodensee ist eine ideale Destination für Weinfans, die gerne sportlich sind. Entlang traumhafter Aussichten auf den Bodensee, den Rhein und die Alpen lässt sich die Weinregion auf unzähligen Weinwanderwegen zu Fuß und auch per Rad erkunden. Es gibt Weinwanderwege sowie jede Menge Rad- und allgemeine Wanderwege. Und dann gibt es noch den See für alle Bootfans. Die schönste Weinsicht Badesns lässt sich auf einer Fahrradtour zum Ehrenmal Lerchenberg in Meersburg bestaunen.

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WEIN UND AKTIVITÄT

Urlaubsgäste bei der Weinprobe

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VORSCHAU

WINTER 2019 / 20 Mit neuem Titel ab dem 6. Dezember erhältlich. Spannende Themen rund um das Thema Freizeit.

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Winterzeit ist Wellnesszeit

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© Meersburg Therme

Wir produzieren seit 2016 das Magazin Bodensee Edition. Urlaub, Freizeit und Wohnen in der gesamten Bodenseeregion war hier immer die Redaktionelle Ausrichtung. Mit demselben Konzept – Urlaubsregionen, Freizeitgestaltung, kulinarische Tipps, sowie Land und Leute erweitern wir nun den Radius. Redaktionelle Berichterstattung zu diesen Themen gibt es ab der Winterausgabe in den Ländern Österreich, Deutschland, der Schweiz und Norditalien.

Skiurlaub mit Familie

Herausgeber: Medienverlag Bodensee Limited, Lindauer Straße 31, 6911 Lochau, Geschäftsführung Emmerich Kirschner, Tel. +43 5574 22594, office@medienverlag-bodensee.com Lektorat: Easy Success – Dr. Tanja Trummer, www.easy-success.at Druck: Hergestellt in der EU Haftungsausschluss: Der gesamte Inhalt wurde nach bestem Wissen und Gewissen sorgfältig recherchiert. Irrtum und Satzfehler vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion in irgendeiner Form, auch auszugsweise, sind nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages gestattet. www.medienverlag-bodensee.com 30 BODENSEE EDITION


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Bodensee Edition Ausgabe Herbst 2019  

Bodensee Edition Ausgabe Herbst 2019