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Aktuelles

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seit 1880

Das informative und überparteiliche Magazin für den Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer

In diesem Heft: Stadt Bochum vergibt Klimaschutz-Awards 2015

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Neues Konzept zur Bürgerbeteiligung Neues KfW-Programm: Altersgerecht umbauen

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Inhalt

Vorwort

Nachrichten aus Bochum .OLPDVFKXW]$ZDUG MHW]W]XP0DOYHUOLHKHQ %RJHVWUD%DXVWHOOH/DQJHQGUHHU *HZHKUHLP%RGHQJHIXQGHQ .OLPDIUHXQGOLFKHXQGEH]DKOEDUH +ÇXVHUHQWVWHKHQLQ:HLWPDU

     

Aktuelle Informationen .I:HUZHLWHUWVHLQ3URJUDPP  $OWHUVJHUHFKWXPEDXHQ  1RWDUNDPPHUZDUQWYRU%HWUßJHUQ  im Gebrauchtwagenbereich 20 9HUNHKUVVLFKHUXQJVSIOLFKW  während der Wintermonate 22 1HXUHJHOXQJHQLP6WHXHUUHFKW  (QWVFKHLGXQJHQ]X  +DXVKDOWVQDKHQ'LHQVWOHLVWXQJHQ 

Impressum Herausgeber: Haus+Grundeigentümer Bochum GmbH 9LNWRULDVWUx%RFKXP 5XI  x)D[   www.hausundbochum.dexH0DLOLQIR#hausundbochum.de Chefredakteur:5HFKWVDQZDOW(UZLQ.ÙKOHU Verlag:0HGLHQEßUR)UDQNHQx+DXSWVWUx%RFKXP 5XI  x)D[xH0DLOHI#PHGLHQPGH CvD, Gestaltung & Anzeigen:(EHUKDUG)UDQNHQ EHLP9HUODJ

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Bochum

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Kostenfreie Stadtpläne über Open-Data-Portal verfügbar Ein neues Open-Data-Portal stellt Stadtplandaten für die Regionen Metropole Ruhr, Rheinland und Bergisches Land jedem Nutzer kostenfrei zur Verfügung. Der Regionalverband Ruhr (RVR) ist Kooperationspartner und stellt ab sofort regelmäßig aktualisierte Daten vom Ruhrgebiet zum Download zur Verfügung. Unter dem Titel "Offenes Stadtplanwerk" stehen die Stadtpläne von insgesamt 71 Städten und Kreisen online bereit. Das Portal deckt ein Gebiet rund 8.300 Quadratkilometer Fläche mit rund neun Millionen Einwohnern ab. Es reicht von Köln im Südwesten bis Hamm im Nordosten, vom Kreis Wesel im Nordwesten bis zum Oberbergischen Kreis im Südosten. Die Stadtplandaten können für private und gewerbliche Zwecke, für klassische Druckerzeugnisse und Internetanwendungen verwendet werden.

Einschränkungen technischer oder rechtlicher Art gibt es nicht, nur die Datenquelle muss bei Nutzung angegeben werden. Die Stadtplandaten können in unterschiedlichen grafischen Ausprägungen und Maßstäben heruntergeladen werden. Die Daten liegen als Raster- und Vektordaten in unterschiedlichen Formaten vor. Mit einer komfortablen Eingabe des gewünschten Einzugsbereiches sind die Daten per Mausklick rund um die Uhr verfügbar. Die aktive Bereitstellung des Stadtplanwerks über das neue Portal gehört zur Open-DataStrategie der Städte und des Landes. Es ist einer der ersten Geodatenbestände in NRW, die sich für jedermann öffnen. Für Fragen zu Anwendung und Lizenz steht das RVR-Team Kartographie unter auf-karte@ rvr-online.de bereit. Infos: www.auf-karte.de und www.geoshop.metropoleruhr. de

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Preisträger und Laudator auf einem Bild: Christel Jünger, HeinzJürgen Hensing, Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, Nicole de Corte und Frank Neuhaus (hinten von links), Bernd Hoose, Hannes, Christiane mit Henry und Thiemo Ebbert (vorn von links). Foto: Eberhard Franken

Klimaschutz-Awards jetzt zum siebten Mal vergeben Möbel Hardeck - „das ist ein kleines Kraftwerk, in dem man Möbel kaufen kann.“ So formulierte es Oberbürgermeister Thomas Eiskirch bei der Preisübergabe zum „KlimaschutzAward 2015“. Zur siebten Auflage des Bochumer Preises traf man sich nämlich im Haus 3 des Bochumer Möbelhauses, wo Inhaber Karl-Ernst Hardeck noch einmal darauf hinwies, dass eben dieses Haus 3 in 2013 den Preis gewonnen hatte, weil die Immobilie mehr Energie erzeugt als sie verbraucht. Gleiches gelte im Übrigen, so Hardeck in seiner kurzen Begrüßungsansprache, auch für das Küchenlager im Industriegebiet Mansfeld, das den Klimaschutz-Award im Jahr 2014 gewann. „Dort haben wir in etwa die gleichen Werte wie hier an der Wittener Straße.“ Eiskirch bilanzierte die Werte, die zu den Preisen geführt hatten, verwies allerdings schmunzelnd darauf, dass er das alles natürlich nicht selbst kontrolliert habe, sondern sich darauf verlasse, dass man ihm die korrekten Werte aufgeschrieben habe. Bochum habe sich ehrgeizige Ziele gesetzt. „Wir hatten uns vorgenommen, den Ausstoß von Treibhausgasen in der Stadt bis 2020, spätestens aber 2030 zu halbieren.“ Dies sei nun schon viel früher gelungen.

Die Gewinner des Awards in Silber haben bereits eine Menge Energie eingespart und damit einen erheblichen Beitrag zur Schonung bzw. Entlastung der Umwelt geleistet. Die Goldpreisträger allerdings haben besonders Lobenswertes geleistet: Architekt Thiemo Ebbert hat in anderthalbjähriger Arbeit ein energiesparendes Wunderwerk geschaffen, bei dem er Steinwolle an der Fassade und Cellulose an den unteren und oberen Geschossdecken verarbeitetete. Photovoltaik, Luftwärmepumpe und Mehrfachverglasung verstärken den Effekt. Bernd Hoose, der zweite Goldpreisträger, bezeichnet Energiesparmaßnahmen gewissermaßen als sein Hobby: Seit über zehn Jahren investiert er in diesem Bereich. Und: Mit dem eingesparten Strom betreibt er ein Elektroauto. ef Die Awards in Silber: Nicole de Corte und Frank Neuhaus, Somborner Str. 6, 44894 Bochum, Heinz-Jürgen Hensing, Gräfin-ImmaStr. 166 a, 44797 Bochum Christel Jünger, Vormholzstr. 14 d, 44801 Bochum Die Awards in Gold: Bernd Hoose, Ahornweg 16, 44801 Bochum, Thiemo Ebbert, Heintzmannstr. 170, 44801 Bochum 1/2016


Bochum

Überraschungen auf der Bogestra-Baustelle in Langendreer:

Gewehre aus dem 2. Weltkrieg lagen im Hohlraum Über „Pleiten, Pech und Pannen“ hat jeder schon einmal gelacht. Aber diese Worte nimmt Volker Böhm nicht in den Mund. Der Leiter des Fachbereichs Infrastrukturprojekte bei der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (BoGeStra) holt tief Luft, bevor er über die Problemzonen „seiner“ Straßenbahnbaustelle im Herzen von Langendreer spricht. Manche Überraschungsfunde sind im Laufe der Monate einfach nur lächelnd zur Kenntnis genommen worden, während andere für massive Verzögerungen und kreative Lösungen sorgten. „Wir buddeln halt in 150 Jahren Industriegeschichte herum“, stellt Böhm lächelnd fest. Man sei, so erinnert er sich, bei der Planung zwar immer nur vom schlechtestmöglichen Fall ausgegangen. „Der ist aber – vor allem zwischen S-Bahn und Markt immer wieder deutlich übertroffen worden.“ Die Bürger haben oft von durch unbekannte Leitungen verursachten Behinderungen der Baumaßnahme gehört und gelesen.

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Wobei die Zufallsfunde im Fundament der Straßen eben unterschiedliche Qualität haben. Dass sie im Bereich SBahn-Haltepunkt Langendreer in der Straße das Fundament sowie Reste eines alten Gittermastes gefunden haben, mag als Erinnerung an die eigene, fast 120jährige Geschichte der BoGeStra dienen. „Kann sein“, so Pressesprecherin Sandra Bruns, „dass das mal ein alter Oberleitungsmast war.“ Schließlich fuhr hier vor Jahrzehnten bereits eine Straßenbahn. Dagegen hatte die an gleicher Stelle gefundene 10.000-VoltStarkstromleitung echtes Schock-Potenzial. „Das war eine Opel-Leitung“, so Böhm, „die woanders und auch viel tiefer liegen sollte.“ „Opel“ stand nicht auf der Leitung. „Bei einem solchen Fund“, erklärt Böhm, „steht alles still. Erst muss geklärt werden: Was ist das für eine Leitung? Geht Gefahr davon aus? Wem gehört sie?“ Oft sind dann völlig neue Lösungen gefragt. Leuchtmunition und eine glücklicherweise ausgebrannte Bombe im Bereich der Rudolf-Steiner-Schule, zwei Wasserleitungen, die bei Gelsenwasser selbst unbekannt waren sowie alte Kokereigasleitungen mit möglichem Verpuffungspotenzial ließen manchem Bauarbeiter zuweilen den Atem stocken. „Das haben wir aber alles prima in den Griff bekommen“, sagt Volker Böhm lächelnd. „Die alten Gasleitungen sind ohne Hitzeentwicklung auseinandergefräst, die Einzelteile schließlich versiegelt worden, damit eventuell giftige Rückstände nicht entweichen konnten.“

Eines aber hatte der erfahrene BoGeStra-Baumeister Böhm in seinen über 15 Jahren auf Großbaustellen noch nicht erlebt: Arbeiter fanden – ganz in der Nähe des S-Bahnhofs - in einem Hohlraum eine ganze Sammlung von alten, rostigen Gewehren. „Da kam Hektik auf“, erinnert er sich. „Ordnungsamt, Bezirksregierung und Kampfmittel-Räumdienst wuden verständigt, die Gewehre unmittelbar mit viel Sand zugeschüttet. – Und es gab eine Informationssperre.“ Die Herkunft blieb ungeklärt. „Wir vermuten, dass nach dem Ende des Krieges die Waffen in einen Bombentrichter geworfen und dann zugeschüttet wurden“, erklärt Astrid Metz vom BoGeStra-Infopoint. Geschichte zum Anfassen. Unter der Rubrik Pech verbuchte Volker Böhm z.B. das Abreißen eines Zugkopfes beim Einziehen sogenannter „Inliner“. „Mit dieser Methode werden Altleitungen saniert, die Inliner gleichzeitig geschoben und gezogen.“ Die „Unfallstelle“ musste aufwändig aufgegraben werden. Der Maßnahme fiel letztlich auch noch ein Baum zum Opfer, „den wir eigentlich retten wollten.“ Zehn Leitungen rein, zehn Leitungen raus. So stellte sich ein Schacht direkt vor dem polnischen Geschäft am Markt dar. „Ein Klacks, dachten wir“, lacht Böhm. „Als wir reinschauten, waren wir geschockt. Da hätte mein Auto reingepasst.“ Diesen Schacht gibt es jetzt nicht mehr. Riesenaufwand hatten die Kanalbauer im Kreuzungsbereich mit einem Schacht, der – wie andere auch - als Fertigteil an-

geliefert wurde. „Dadurch sollte zusätzlicher Aufwand vor Ort vermieden werden.“ Das Teil passte jedoch nicht, weil Altleitungen im Weg waren. Die Konsequenz: „Wir haben das Fertigteil auseinandergesägt und an die Gegebenheiten angepasst.“ Für intakte Altleitungen haben sie sogar Stützfundamente gebaut. Man könnte das glatt als eine Form von Dankbarkeit werten, denn jede nicht nutzbare Leitung verursachte zeitaufwändige und teure Provisorien. „Dieser Bereich“, zieht Sprecherin Sandra Bruns letztlich ein positives Zwischenfazit, „ist aber nun für unsere Enkel sehr gut bereinigt.“ ef


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Ein glĂźcklicher Zufall: Hans Scharoun und das Kleinod Johannes-Kirche Selbst wenn man kein Architekturkenner ist, fällt auf, dass die Johannes-Kirche in Altenbochum etwas Besonderes ist. Klein und kompakt bĂźckt sie sich am Glockengarten 70 inmitten der Wohnbebauung, ohne sich je klein zu machen. Tatsächlich ist die denkmalgeschĂźtzte Kirche der Bochumer Christengemeinschaft ein exquisites Zeugnis zeitloser Architektur: Es ist der einzige realisierte Kirchenentwurf des Architekten Hans Scharoun (1893-1972), der vor allem als Erbauer der Berliner Philharmonie weltbekannt ist. Scharouns gestalterische Idee galt dem "organischen Bauen". Seine Gebäude, obwohl technisch stets auf dem modernsten Stand, sollten Organismen nachempfunden sein. Das heiĂ&#x;t: die Form der Gebäudeteile folgt keinem "quadra-

tisch, praktisch, gut", vielmehr ist in der baulichen Anordnung eine ausgeprägte Verwendung unregelmäĂ&#x;iger und asymmetrischer Formen erkennbar. Zumal gilt das fĂźr die Innenräume von Scharouns Gebäuden, auch in der Johannes-Kirche erĂśffnet deren Inneres immer wieder Ăźberraschende Perspektiven. Das "Wohlbefinden der Gebäudenutzer" hatte der Architekt stets im Sinn, aber 45 Jahre nach ErĂśffnung der Bochumer Kirche wurde auch deutlich, dass dieses "Wohlbefinden" noch eine andere Komponente umfasst: nämlich die der Instandhaltung. Vor allem das Kirchendach hatte eine Renovierung nĂśtig, aber auch die groĂ&#x;e Glasfensterfront, die die Kirche nach SĂźden hin, von der Gartenseite aus, erhellt. 2016 scheint die Scharoun-Kirche wieder fĂźr die Zukunft gerĂźstet:

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Nach sieben Jahren konnte die umfängliche Renovierung beendet werden. Eine informative BroschĂźre gibt Ăźber die aufwändigen baulichen MaĂ&#x;nahmen Aufschluss. Und verrät, was den Bau so besonders macht. Dessen Anfänge reichen bis 1962 zurĂźck, als die hiesige Christengemeinschaft, eine christliche Kirche, die der Anthroposophie nahesteht, den Entschluss zur Errichtung einer eigenen Andachtsstätte in Bochum fasste. Zwei Jahre später wurden Teile des alten Hofes Schulte-Vels erworben; dass ausgerechnet Scharoun als damals wichtigster deutscher Vertreter der Moderne als Architekt gewonnen werden konnte, war Zufall. Die Familie eines Gemeindemitglieds war ihm freundschaftlich verbunden. Einzigarbeit ist die Gestaltung der Johannes-Kirche mit ihrem Zeltdach, der Wandgestaltung aus abwechslungsreich gegliederten Ziegelsteinen, der dreieckigen Fensterform und vor allem dem Konzept der „Raumplastik“, das dem erwähnten Prinzip des Organischen folgt: Sie integriert die verschiedenen Funktionen des Gotteshauses, das sowohl als Altar- und Predigtraum, aber auch als Musik- und Versammlungsstätte genutzt werden kann. Konzerte, Theatervorstellungen, Kurse, Lesungen und Ausstellungen finden ebenso statt wie Vorstellungen der MarionettenbĂźhne Hurleburlebutz. Auch ist die Kirche selbst ein Kultur- und Kunst-Träger: ein Triptychon (1975) von Otto Ritschl, ein Altarbild von Fritz Winter sowie mannshohe Kerzenleuchter (1968) von Wilhelm Wagenfeld, mit denen der 70-Jährige an den Entwurf seiner weltberĂźhmten "Bauhauslampe" von 1924 anknĂźpfte, zieren das

Innere der Kirche. Aus KostengrĂźnden war im ErĂśffnungsjahr 1966 auf das vom Architekten angedachte Kupferdach verzichtet und ein Pappschindeldach aufgesetzt worden, das mit den Jahren undicht wurde. Nun hat die Johannes-Kirche ihr Kupferdach bekommen, ganz im Sinne Scharouns also. Ebenfalls problematisch war das nach SĂźden weisende mehrteilige Glasfenster. Hier nagt der Zahn der Zeit an den stählernen Halte-Elementen. „Deren Kleinteiligkeit schloss eine Grundsanierung der einzelnen Elemente aus“, so der Architekt Detlef Bruckhoff vom ausfĂźhrenden BĂźro Bruckhoff/Gehrke (Bochum/ Berlin), „deshalb wurde ein Anbau als ,Schutzhaut’ vor die Fensterwand gesetzt“. Da dieses sich auf der RĂźckseite befindet, wird der optische Eindruck der Kirche von der StraĂ&#x;enseite aus nicht gestĂśrt. Der Denkmalschutzaspekt wird durch den Vorbau also nicht berĂźhrt. Rund 450.000 Euro hat die Grundsanierung gekostet, 134.000 Euro Eigenmittel der Christengemeinschaft sowie zusätzliche Spenden flossen ebenso ein wie Mittel aus dem Topf der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. So ist die Scharoun-Kirche baulich erst einmal ertĂźchtig. Die dringend notwendige Modernisierung der Heizungsanlage wartet bereits als neue Herausforderung auf die Gemeinde. Die Info-BroschĂźre zur Johannes-Kirche kostet 10 Euro, sie ist in der Kirche erhältlich und kann auch im Internet bestellt werden: www.scharounkirche.de Wir danken JĂźrgen BoebersSĂźĂ&#x;mann, Kulturredakteur der WAZ Bochum, fĂźr diesen lesenswerten Gastbeitrag. 1/2016


Bochum

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Neues Konzept zu Bürgerbeteiligung – Erste BürgerSTUNDE ist bereits ausgebucht Über Bochum gemeinsam ins Gespräch zu kommen, ist ein Angebot, das die Bürgerinnen und Bürger sehr gut auf- und gerne annehmen. Dies zeigt das Interesse an der neuen Sprechstunde, die Oberbürgermeister Thomas Eiskirch erstmals am Freitag (29. Januar) anbietet. Er möchte mit Bürgerinnen und Bürgern persönlich über die Dinge sprechen, die sie bewegen. Da die vorgesehenen neun Termine blitzschnell vergeben waren, hat Thomas Eiskirch die vorgesehene Zeit für die erste „BürgerSTUNDE“ spontan verdoppelt. Doch auch diese sind bereits restlos vergeben. Künftig möchte der Oberbürgermeister die „BürgerSTUNDE“ zirka alle sechs Wochen einrichten. Wer daran teilnehmen möchte, kann sich mit seinem Themenwunsch unter buergerstunde@bochum.de

oder unter der Telefonnummer 08 00 / 4 47 77 00 – kostenlos aus dem Bochumer und Wattenscheider Festnetz – anmelden. Über diesen Weg ist auch das Büro für Bürgerbeteiligung zu erreichen. Zu dem neuen Konzept für mehr Bürgerbeteiligung zählt ebenso das „BürgerRATHAUS“, in dem es erstmals in diesem Jahr vier Führungen für Gruppen mit einem anschließenden Gespräch mit dem Oberbürgermeister geben wird. Zwei der Termine sind vorgesehen für Schulen; sie erweitern das Angebot an Rathausführungen, die es nach wie vor gibt. „BürgerDIALOG“ und „BürgerKONFERENZ“ laden Bürgerinnen und Bürger ein, zu wichtigen Themen Stellung zu nehmen und persönlich mitzugestalten. Der „BürgerDIALOG“ soll dreimal im Jahr, die „Bürger-

Oberbürgermeister lässt Worten Taten folgen KONFERENZ“ alle zwei Jahre stattfinden. Noch nutzerfreundlicher soll das Internetportal bochum.de werden; weitere Online-Angebote ersparen Bürgern Behördengänge. Oberbürgermeister Thomas Eiskirch ruft außer-

dem dazu auf, ehrenamtlich wirkende Menschen vorzuschlagen, die die Stadt ehren soll: „Ehrenamtliches Engagement findet häufig im Verborgenen statt. Ich möchte dem Ehrenamt in Bochum ein Gesicht geben.“ sb

Am „Mark´schen Bogen“ in Weitmar entstehen auf bezahlbaren Grundstücken klimafreundliche Häuser Auf der Brache des ehemaligen Güterbahnhofs in Weitmar begannen bereits im November die Rodungsarbeiten. Eine Fachfirma ist im Auftrag des privaten Bauträgers, der Eckehard Adams Wohnungsbau GmbH aus Essen, planmäßig drei Wochen im Einsatz, um das Areal östlich der Straße „An der Holtbrügge“ für den Baubeginn vorzubereiten. Dort sollen circa hundert familienfreundliche Wohneinheiten entstehen: freistehende Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser sowie barrierefreie Mehrfamilienhäuser. Der Bebauungsplan Nr. 946 dafür ist seit Ende Oktober rechtskräftig. Die Eckehard Adams Wohnungsbau GmbH will eine abwechslungsreiche Architektur errichten, die sich sensibel in die umgebende Natur einfügen soll. Die Häuser sollen zudem über eine ökologisch wie ökonomisch zukunftsweisende Technik mit Erdwärme ver1/2016

sorgt werden und verzichten klimafreundlich auf den Ausstoß von CO2. ie zwei bogenartigen Straßen, die die Grundstücke anbinden, formen ein Oval und stehen Pate für den Namen der neuen Siedlung: der „Mark’sche Bogen“. „Das neue Wohngebiet – der Mark‘sche Bogen – ist ein wichtiger Baustein unserer verstärkten Wohnungsbauinitiative in Bochum“, sagt Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke.

Vergünstigt für Familien „Wir wollen erreichen, dass jeder, der in Bochum ein Grundstück sucht, auch ein passendes Angebot findet.“ Besonders freue ihn, dass Familien mit unteren und mittleren Einkommen am künftigen Mark’schen Bogen vergünstigte Grundstücke erwerben können. „So sprechen wir unterschiedliche Zielgruppen an“, erklärt

der Stadtbaurat. Interessierte Familien können sich direkt an die Eckehard Adams Wohnungsbau GmbH wenden; die Stadt Bochum prüft vor dem Kauf, ob die Familien die Förderbedingungen für den vergünstigten Erwerb erfüllen. Nach den anstehenden Rodungsarbeiten kann der Esse-

ner Bauträger mit der Sanierung auf dem ehemaligen Güterbahnhof beginnen. Für die Bäume, die sich auf der Brache angesiedelt haben, setzt er Ersatz in dem neuen Wohngebiet. Weitere Bäume pflanzt die Stadt auf Kosten des Investors zudem im Stadtteil Linden. sb

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Aktuelles

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Der 10-Punkte-Plan zum „perfekten“ Bauvertrag Wer heute baut, braucht einen Bauvertrag. Doch das derzeit geltende Vertragsrecht wimmelt nur so vor Stolperfallen. Daher hat das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) im September einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der besondere Regelungen für Bauprofis und einen besseren Schutz privater Bauherren vorsieht. Allerdings gilt das neue Gesetz voraussichtlich erst ab 2017. Bis dahin müssen alle am Bau Beteiligten weiterhin nach derzeitiger Rechtslage bauen. Damit dies möglichst störungsfrei gelingt, hat die Arbeitsgemeinschaft für Bau- und Immobilienrecht (ARGE Baurecht) nun einen 10-Punkte-Plan zum Bauvertrag vorgelegt. Baubeteiligte finden in dem Leitfaden Informationen und konkrete Handreichungen, um dem eigenen Bauvorhaben ein gutes rechtliches Fundament zu geben. Denn ein Bauvertrag sollte alle Punkte regeln, die für die planungsgemäße Abwicklung des Bauvorhabens relevant sein könnten – unabhängig davon, ob ein privater Bauherr einen Wintergarten anbauen oder ein

Planungen, ungenaue Leistungsbeschreibungen oder fehlende Regelungen, wie mit unvorhergesehenen Ereignissen umzugehen ist. „Der Baugrund entpuppt sich als nicht tragfähig, ein Vertragspartner gerät in Verzug, das Wetter spielt nicht mit… Auf einer Baustelle passieren fast immer Dinge, die nicht geplant waren. Ein Bauvertrag sollte den Umgang damit regeln“, so Franz.

Foto: ARGE Baurecht/DAV gewerblicher Bauunternehmer ein Wohn- und Geschäftshaus im Wert von mehreren Millionen Euro errichten möchte.

ist mit vielen Risiken und Unwägbarkeiten verbunden“, erläutert Dr. Birgit Franz, Vorstandsmitglied der ARGE

Kosten für eine Expertenprüfung von Verträgen oder Leistungsverzeichnissen sind gut investiert „Einen Gebrauchtwagen können Sie anschauen und ausprobieren, bevor Sie den Kaufvertrag unterzeichnen. Im Gegensatz dazu existiert das Objekt eines Bauvertrags noch nicht und Sie geben sehr viel Geld für etwas aus, das nur auf dem Papier existiert. Das

Baurecht. „Daher sollten Bauherren Verträge vor Abschluss sorgfältig prüfen lassen.“ Nach den Erfahrungen der Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht führen die immer gleichen Punkte zu Problemen. Dazu gehören unrealistische

Der Leitfaden der ARGE Baurecht enthält weitere Punkte, die bei Vorbereitung und Abschluss von Bauverträgen auf jeden Fall berücksichtigt werden sollten. „Wer diese 10 kritischen Punkte so präzise wie möglich abarbeitet, hat gute Chancen auf einen störungsarmen Bauverlauf – jedoch keine Garantie“, konstatiert Baurechtsanwältin Franz. „Daher raten wir allen Baubeteiligten, Verträge und Leistungsverzeichnisse von einem Baurechtsexperten prüfen zu lassen. Die im Vergleich zu den Gesamtkosten geringen Gebühren sind gut investiert.“ www.arge-baurecht.de

Folgen können hohe Kosten auslösen:

Kamin auf dem Dach sollte nicht vernachlässigt werden Der Kamin auf dem Dach sollte auf keinen Fall vernachlässigt werden. Er stellt aus Sicht des Dachdeckerhandwerks zunächst einmal eine Dachdurchdringung dar. „Jede Öffnung im Dach muss so angelegt sein, dass sie die Eigenschaften und Aufgaben des Daches selbst nicht negativ beeinflusst“, erklärt Thomas Schmitz vom Dachdecker Verband Nordrhein. Zu diesen Eigenschaften und Aufgaben eines Daches gehört es, alle Umwelteinflüsse von anderen Bauteilen fern zu halten – von Regen bis Schnee, von Hitze bis Kälte. Zunächst einmal muss die Dachöffnung rund um den Kamin also so beschaffen sein, dass keine Feuchtigkeit ins Dach eindringen kann. Um den Kamin fachgerecht

einzufassen, wie es in der Fachsprache heißt, ist für das Dachdeckerhandwerk einmal mehr reine Handarbeit gefordert. Denn je nach Dacheindeckung, Dachneigung und Größe des Kamins muss die Einfassung nach Maß gefertigt werden.

ausführenden Dachdeckerbetrieb individuell gefertigt und angepasst. Mittels einer Abkantbank können die erforderlichen Winkel gradgenau ausgeführt werden. Danach erfolgt das Verfalzen oder Verlöten der einzelnen Elemente der Einfassung.

Handarbeit ist gefragt: Standardisierte Lösungen sind beim Kamineinbau kaum möglich Standardisierte Lösungen sind daher kaum möglich. Ein Grund, weshalb bereits in der Ausbildung für angehende Dachdecker ein Schwerpunkt auf die Metallbe- und Verarbeitung gelegt wird. Die Metalleinfassung wurde in der Vergangenheit oft aus Blei angelegt. Heute werden die Einfassungen meist aus Zink, Kupfer oder Edelstahl vom

Durchaus nicht nur optische Gründe hat übrigens die Bekleidung des Kaminbereichs, der über die Dachoberfläche hinaus ragt. Besonders bei älteren Heizungsanlagen, die weiterhin in Betrieb sind, und bei Kaminöfen wird durch die Verbrennung eine relativ hohe Abgastemperatur erzeugt. Gerade in der Heizperiode mit

niedrigen Außentemperaturen trifft dann der warme Abgasstrom oberhalb der Dachfläche auf einen kühleren Bereich des Kamins. Dies könnte zu einer unerwünschten Kondenswasserbildung führen. Um diesem Effekt vorzubeugen, werden Kamine vielfach von außen bekleidet und mit einer darunterliegenden Dämmung optimiert. „Das Beispiel des Kamins macht deutlich, wie wichtig es ist, alle Arbeiten am Dach und seinen Komponenten ausschließlich jenen zu übertragen, die dafür ausgebildet und entsprechend qualifiziert sind, um teure Folgeschäden von vornherein auszuschließen“, so der Dach-Experte aus Düsseldorf. 1/2016


Aktuelles

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Internet-BetrĂźger fischen mit Immobilien-Anzeigen nach persĂśnlichen Daten - und vor allem nach Geld Potenzielle Hauskäufer sollten sich mit besonders viel Vorsicht wappnen. Auch in Bochum. „Wenn offenkundige Super-Schnäppchen angeboten werden“, so GeschäftsfĂźhrer Kay Mengelbier vom Bochumer Makler Wappen-Immobilien GmbH, „ist es ratsam, bei den VorsichtsmaĂ&#x;nahmen noch einen Gang hochzuschalten.“ Ganz offensichtlich ist es nicht das erste Mal, dass InternetBetrĂźger sich frech in Bochum bedienen: Man fälscht dreist Vermietungsangebote und macht Verkaufsangebote daraus. Erst vor Kurzem passierte dies einer EigentĂźmerin, die einen Mieter fĂźr ihr Einfamilienhaus in Querenburg suchte. Die Gangster boten Ăźber einen gefälschten Account auf der Plattform Immobilienscout24 dieses Haus fĂźr lächerliche 175.000 Euro an. „Da haben sie natĂźrlich ein Rieseninteresse geweckt“, sagt Mengelbier. Und dann greift die Masche: „Die Gauner behaupten, sie befänden sich im Ausland“, erzählt Birgit Armbruster von Wappen-Immobilien. „Sie bieten an, den SchlĂźssel fĂźr das betrĂźgerisch inserierte Haus gegen eine Kaution zur VerfĂźgung zu stellen. Oder sie verlangen, dass man ihnen eine Ausweiskopie per Email zuschickt.“ Erst dann werde der Makler den SchlĂźssel fĂźr die Hausbesichtigung zur VerfĂźgung stellen. Wer sich darauf einlässt, seine persĂśnlichen Daten aus der

Hand zu geben, so Armbruster, „der kann sich vor massivem Missbrauch sicher kaum retten.“ Und wer die gewĂźnschte Kaution Ăźberweist, um das kriminell beworbene Objekt zu besichtigen, so Mengelbier, „sieht sein Geld nie wieder.“ Es seien, so die ImmobilenExperten, jede Menge gefälschte Anzeigen im Umlauf. „In 2015 wurde unser Account komplett gehackt“, erzählt Kay Mengelbier. „PlĂśtzlich hatten wir - zum Spottpreis u.a. ein Luxus-Penthouse in Hamburg im Angebot.“ 3.000 Anrufe seien die Folge gewesen und man habe enorm viel erklären mĂźssen. Die in der Anzeige angegebene (Prepaid-) Rufnummer war absichtlich dauernd besetzt. „Die wollen einfach, dass man per Email antwortet und dann in die Falle tappt.“ Die jeweils betroffenen Immobilienunternehmen haben einen massiven Imageschaden, der nicht zu bemessen ist. „Wir haben Anzeige erstattet und einen Strafantrag gestellt“, so Mengelbier, „und hoffen, dass wir damit etwas erreichen.“ In der Nachbarschaft des Querenburger Hauses, dessen komplette Adresse im Internet zu lesen war, haben inzwischen schon einige Interessenten angeklingelt und sich erkundigt. „Dabei hätten die Leute doch schon beim Preis stutzig werden mĂźssen“, sagt eine Nachbarin. „FĂźr diese Summe kann man hier ganz sicher nichts kaufen.“

Und Birgit Armbruster ergänzt: „SeriĂśse Makler geben ihre Handelsregisternummer an und haben eine Festnetznummer. Das war hier natĂźrlich nicht der Fall.“ Dennoch haben wohl einige besonders

heiĂ&#x;e Interessenten ihren Personalausweis gescannt und weitergegeben. „Wer eine solche Mail bekommt“, so ihre eindringliche Warnung, „sollte auf keinen Fall reagieren.“ ef

BuĂ&#x;geld droht: Vermieterin schikaniert Asylbewerberin Von einem schier unglaublichen Fall berichtet die Presse. Eine Gelsenkirchener Vermieterin hat eine Wohnung an eine Albanerin vermietet, deren Asylverfahren noch läuft. Die Stadt zahlt Miete und Nebenkosten. Das scheint der Vermieterin nicht zu reichen und so berechnet sie ihr fĂźr die Herausgabe der Post ebenfalls etwas, fĂźr das Empfangen von Besuchern auch. Die MĂźlltonne soll die Mieterin gar nicht erreichen kĂśnnen und drei Tage nach dem Einzug wurden sowohl Was-

ser als auch die Heizung seitens der Vermieterin abgedreht. Dass so ein Verhalten nicht hinnehmbar ist, scheint die Vermieteirn nicht zu verstehen und so soll die Stadt Gelsenkirchen ihr nun ein BuĂ&#x;geld angedroht haben in HĂśhe von 5.000 Euro. Ein Zwangsgeld von 3.100 Euro stehe ebenfalls im Raum. Bis zur Klärung muss die Mieterin nun bei Bekannten duschen, zur Toilette geht sie in ein Cafe oder in Restaurants. pr

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Aktuelles

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Preissteigerungen nur in wenigen Einzellagen überzogen

Wirtschaftsforscher: Keine Immobilienblase in NRW Immobilien sind begehrt – und werden gefühlt immer teurer. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat in einer aktuellen Untersuchung jedoch festgestellt, dass es in Deutschland keine flächendeckende Preisblase bei Wohnimmobilien gebe. Allerdings werden in dem Bericht 12 Städte in NRW benannt, in denen zumindest die Gefahr lokaler Blasen bestehe. Für den Neubau sind das die Städte Köln, Moers/Ratingen/ Mönchengladbach, Wuppertal/Solingen, Dortmund, Siegen und Detmold. Im Gebrauchtbereich seien Neuss, Bergisch Gladbach und Paderborn betroffen. So pauschal können das die Immobilienexperten der Sparkassen und der LBS dagegen

nicht bestätigen. Im Gegenteil: Lediglich im engen Segment von Luxus-Eigentumswohnungen bestehe die Gefahr, dass die aktuellen Preise in einigen Jahren nicht mehr zu erzielen sind. Für begehrte Wohnungen im normalen Preissegment gelte die Aussage aber für keinen einzigen der

kenkrise ab 2008 – seitdem ist „Betongold“ wieder sehr begehrt, so dass auch die Preise wieder stiegen. Wenn die Nachfrage mit diesen Preisen nicht Schritt halten würde, gäbe es ein erstes Indiz für eine Blasenbildung. Gerade in den Mittel- und Oberzentren kann jedoch der Bedarf an

Errichtung von Neubauten immer noch zu gering genannten Orte. Dafür spreche insbesondere auch der immer noch viel zu geringe Neubau in NRW. Anfang des Jahrtausends wurden Immobilien eher billiger, weil Investoren mit anderen Anlageformen kurzfristig wesentlich höhere Renditen erzielen konnten. Das änderte sich mit der Finanz- und Ban-

bezahlbaren Wohnungen oftmals nicht ansatzweise befriedigt werden. Ein Grund: Der Neubau in NRW hinkt der Entwicklung der Haushalte seit langem hinterher. Für das laufende Jahr rechnet die LBS mit 44.000 Neubauwohnungen – 26.000 weniger als das politische Ziel der Landesregierung und gera-

de einmal die Hälfte dessen, was Wohnungsmarktexperten für notwendig erachten. Zumal in die Berechnungen die Auswirkungen der derzeitigen Zuwanderung erst noch einfließen müssen. Wichtig sei für den Einzelnen deshalb eine möglichst objektive Einschätzung von Lage, Zustand und Preisniveau der anvisierten Immobilie. Bei Wohnungen, die vermietet werden sollen, gehöre dazu auch die genaue Analyse der in Frage kommenden Zielgruppen. „Hier funktioniert der Markt inzwischen hervorragend – Immobilienangebote mit unangemessenen Preisen sind praktisch unverkäuflich“, so die Immobilienexperten. LBS

"Private Bauherren" empfehlen: Besser nicht auf Polystyrol sondern auf ökologische Produkte setzen "Wer heute schlüsselfertig baut und eine Putzfassade möchte, der bekommt fast ausschließlich Fassaden mit einem Wärmedämmverbundsystem aus Polystyrol. Wird Polystyrol, das mit HBCD als Brandschutzmittel versehen ist, demnächst tatsächlich nach den Regelungen für gefährliche Abfälle behandelt, dann haben Bauherren ein Problem", konstatiert Dipl.-Ing. Thomas Penningh, Präsident des Verbands Privater Bauherren (VPB). "Hunderttausende Bauherren hätten dann mit einem Federstrich Sondermüll auf der Fassade." Seit Jahren werden Wohnhäuser, speziell schlüsselfertige Objekte, mit Polystyrol gedämmt. Der Fassadenaufbau aus dünner Außenwand und gleichdicker Dämmschicht gilt im Schlüsselfertigbau als alternativlos. Die Baufirmen schätzen das Material, es ist leicht zu handhaben und kann auch mal im Regen liegen. Die meisten Bauherren schauen natürlich auf den Preis. Alternativen bekommen sie meist nicht ge-

nannt. Sie erkaufen sich Energieeffizienz und damit ja auch den Umweltschutz durch den Einsatz oft umweltbedenklicher Produkte. Kritik am Material wurde vor einiger Zeit laut, weil Polystyrol schnell Feuer fängt. Inzwischen sind weitere Bedenken hinzugekommen, nämlich Biozide, die dem Material zugesetzt werden, um Algen- und Schimmelpilzbildung auf den

Holzfaserplatten oder gedämmte Steine infrage. Die Materialien sind auf dem Markt, haben aber, neben höheren Kosten, auch Nachteile: Mineral- oder Holzfaserplatten erreichen nicht die gleichen Dämmwerte bei gleicher Stärke wie der Kunststoff. Sie müssen entsprechend dicker ausfallen, was wiederum andere Zuschnitte und Befestigungen erfordert.

Zumindest für die Dämmung des Daches sind ökologische Baustoffe eine Alternative gedämmten Hausfassaden zu verhindern. "Um Wärmedämmung kommt aber niemand herum", gibt der VPB-Präsident zu bedenken. "Die ab Januar geltende nächste Stufe der Energieeinsparverordnung (EnEV) wird das Problem zusätzlich verschärfen. Wer schon im Haus wohnt, der kann nichts mehr machen, wer aber noch im Planungsstadium ist, der kann sich noch nach Alternativen umsehen." Bei Fassaden kommen im Massivbau als Alternative Dämmstoffe Mineral- und

Die gedämmten Steine lassen sich ebenfalls nicht nach Belieben zuschneiden. Deshalb gibt es für Ecken und Aussparungen Sondersteine, deren Einsatz muss aber genau geplant werden. Das alles treibt die Kosten. Viele Firmen bieten es gar nicht erst an. Und solange die Bauherren nicht nach Alternativen fragen, wird sich das auch nicht ändern. "Wir als Verbraucherschutzverband sehen hier auch die Baustoffindustrie in der Pflicht", konstatiert Bausachverständiger Penningh. "Wir

brauchen keine weiteren Neuentwicklungen auf Erdölbasis, keine Kleber oder Schäume, die Mörtel ersetzen. Wir brauchen vielmehr nachhaltige Produkte, die die Umwelt schonen und sich nach Jahrzehnten wieder recyceln lassen. Die bereits vorhandenen ökologischen Materialien können dazu noch erheblich verbessert werden. Das ist ein großer Markt!" Wer jetzt sein Haus plant, der sollte sich vom unabhängigen Experten über Alternativen beraten lassen. Zumindest für die Dämmung des Daches sind die ökologischen Baustoffe gut geeignet. Dazu zählen Flachs, Hanf, Jute, Zellulose, Holzfaser oder sogar Schafwolle. Allerdings sollten die Bauherren auch hier genau hinschauen, denn oft sind Dämmstoffe wie die Wolle dann wieder mit Flammschutzmitteln ausgerüstet, und die schränken den ökologischen Wert des Produkts wieder ein. Es lohnt sich deshalb, auf Qualitätssiegel zu achten, wie etwa natureplus oder mindestens den Blauen Engel. VPB 1/2016


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Frank-Dagobert MĂźller und Team am neuen, grĂśĂ&#x;eren Firmengelände am Wallbaumweg in Langendreer.

Bekannte Firma, bekannter Name, bewährte Qualität Diesem Mann ist sein Beruf quasi in die Wiege gelegt worden. UrgroĂ&#x;vater, GroĂ&#x;vater, Vater ‌ – Frank-Dagobert MĂźller lebt und liebt das Dachdeckerhandwerk in vierter Generation und war als ältester Sohn Ăźber 30 Jahre im väterlichen Betrieb in Langendreer tätig.

Tradition startet neu durch Jetzt, da sich die Altfirma nur noch verwaltungstechnischen Aufgaben widmet, fĂźhrt der Dachdeckermeister die Familientradition im eigenen Unternehmen erfolgreich fort. Dabei kann Frank-Dagobert MĂźller nicht nur auf die eigenen Stärken, sondern auch auf die Erfahrung des ›alten‚ Personalstamms bauen, das gemeinsam mit ihm im neuen Betrieb noch einmal begeistert durchstartet: geballte Kompetenz rund um das Thema Bedachung – vom Kleinstauftrag bis zum GroĂ&#x;projekt. 1/2016

Flach-, Spitz- oder Walmdach, Solaranlagen und Photovoltaik, Dämmung und EnergiesparmaĂ&#x;nahmen, aber auch Fassaden, DachbegrĂźnung sowie Klempnerarbeiten.

Spezialist fßr Naturschiefer Wir fßhren alle Arbeiten oberhalb der letzten Geschossdecke durch, erzählt der geprßfte Sachverständige fßr das Bauhandwerk. Dabei liegt ihm neben der fachlichen Kompetenz vor allem eines am Herzen: Wir halten ein, was dem Kunden versprochen wurde! Ein besonderes Spezialgebiet ist die Ausfßhrung von Arbeiten mit Naturschiefer: Aus der Erde geschlagen bis aufs Dach! Schiefer ist eine dekorative und langlebige Art der Dachund Wandeindeckung mit jahrhundertelanger Tradition, erläutert der Fachdozent fßr Schieferarbeiten an der Handwerkskammer Dortmund.

ÂťManche Unternehmen bieten das gar nicht mehr an!ÂŤ

Schwerpunkt Schimmelbekämpfung Eine weitere Kernkompetenz bildet die Bekämpfung von Schimmel. ÂťEin brisantes Thema, fĂźr Mieter und Vermieter gleichermaĂ&#x;enÂŤ, weiĂ&#x; FrankDagobert MĂźller. ÂťAllzu schnell heiĂ&#x;t es da ›falsch gelĂźftet‚ oder ›unsach-

gemäĂ&#x; gedämmt‚. Wir gehen den Ursachen fĂźr Schimmelbildung präzise auf den Grund, beispielsweise mit Langzeitmessgeräten, die den Temperaturverlauf in der Wohnung minutiĂśs aufzeichnen und Aufschluss Ăźber Verursachung und Behebung geben. SchlieĂ&#x;lich mĂśchten wir, dass Sie sich unter Ihrem Dach geborgen, zu Hause und wohl fĂźhlen.ÂŤ

Frank-Dagobert MĂźller Dach-Wand-Abdichtungs GmbH & Co KG 7HO0RELO ZZZGDJREHUWPXHOOHUGH


Buch-Tipps

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Endlich mein Diogenes Verlag, 24,-- € Flavia Petrelli ist zurück in Venedig! In der Titelrolle von ›Tosca‹ tritt die Sopranistin im venezianischen Opernhaus La Fenice auf. Sehr erfolgreich. Und gelbe Rosen, die es aus den Rängen regnet, spielen eine besondere Rolle. Als eine junge Sängerin aus dem Kollegenkreis die Treppe einer Brücke hinuntergestoßen wird, beginnt Flavia um ihr eigenes Leben zu fürchten. Brunetti ermittelt in den Kulissen der Oper. Tod in Venedig, und das auf der Bühne: ein Buch, das Sehnsucht nach Venedig macht.

Wohnimmobilien Finanzbuchverlag - 19,99 € Sind es nur die extrem niedrigen Zinsen und die Sorge vor der Entwertung des Euros, die immer mehr Menschen dazu bringen, in Betongold zu investieren? Werden die Mieten in vielen Großstädten für Normalverdiener bald unbezahlbar? Droht Deutschland eine geplatzte Immobilienblase? Dieses Buch erklärt, warum und wo die Preise steigen werden. Es stellt die besten Anlagechancen vor und erläutert die verschiedenen Möglichkeiten, um vom Immobilienboom in Deutschland zu profitieren.

Im Reich der Pubertiere Rowohlt-Verlag, 12 € Die lang ersehnte Fortsetzung des Nr.-1-Bestsellers "Das Pubertier" erzählt, wie der Wahnsinn in der Familie weitergeht. Inzwischen hat es der Pubertier-Forscher auch noch mit einem männlichen Exemplar der Gattung zu tun, das seine Lebenszeit im Wesentlichen mit drei lautlosen Tätigkeiten ausfüllt: Schweigen, Müffeln – und Zocken. Das klingt alles schlimm, schlimm, schlimm. Doch ohne Pubertiere wäre das Leben arm und öde. Und das Haus zu still und zu leer.

Das Joshua-Profil Lübbe.Verlag, 19,99 € Der erfolglose Schriftsteller Max ist ein gesetzestreuer Bürger. Anders als sein Bruder Cosmo, der in der Sicherheitsverwahrung einer psychiatrischen Anstalt sitzt, hat Max sich noch niemals im Leben etwas zuschulden kommen lassen. Doch in wenigen Tagen wird er eines der entsetzlichsten Verbrechen begehen, zu denen ein Mensch überhaupt fähig ist. Nur, dass er heute noch nichts davon weiß ... im Gegensatz zu denen, die ihn töten wollen, bevor es zu spät ist.

Aktuelles

Verlosung / Gewinnspiel Klartext Verlag, 19,95 Euro, Mehr als ein Spiel Unser schon fast traditionelles Gewinnspiel können wir in der ersten Ausgabe 2016 von "Zuhause" fortsetzen. Bitte schicken Sie eine Postkarte an die Adresse des Verlages (siehe Impressum) mit dem Stichwort "Mehr als ein Spiel" und gewinnen eins der drei zur Verfügung stehenden Exemplare. Alle bis zum 10. Februar 2016 bei uns eingegangenen Postkarten (Poststempel) nehmen an der Verlosung teil. Der Rechtsweg ausgeschlossen. Viel Glück!

Das in Dortmund (Königswall 20) eröffnete Deutsche Fußballmuseum hat begleitend zu seiner Dauerausstellung das Buch „Mehr als ein Spiel“ aufgelegt. "Eine perfekte Ergänzung. Hier konnten wir verschiedene Themen vertiefen, die im Museum nur angedeutet werden können“, sagt Herausgeber und Museumsdirektor Manuel Neukirchner. Mit Texten namhafter Autoren und eindrucksvollem Bildmaterial erzählt das Buch die Geschichte des deutschen Fußballs von den Anfängen bis heute. Dargestellt werden die großen und kleinen Fußball-

mythen, die sich mit ihren Schlüsselbildern ins kollektive Sport-Gedächtnis eingeprägt haben und fester Bestandteil deutscher Erinnerungsgeschichte geworden sind. Das Buch befasst sich mit triumphalen Erfolgen und großen Persönlichkeiten, aber auch mit schmerzlichen Niederlagen und wechselvollen Entwicklungen. Im Fokus stehen die Nationalmannschaft, die Bundesliga, die großen Spielerpersönlichkeiten sowie prägende Trainer und ihre Systeme, Fans und Fankulturen, die Medien, die Kommerzialisierung und der Fußball als Breitensport. 1/2016


Aktuelles

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Jetzt schon für den Sommer planen: Kleines Tröpfchen - großer Schaden:

Gartenhaus und Pavillon Laue Sommernächte, gemütliche Grillabende, Sonnenbaden auf der Liege: Der schöne Sommer im letzten Jahr machte für viele den eigenen Garten zum heimischen Paradies. Doch gerade dann merkt man, was fehlt, was man für das nächste Jahr unbedingt verändern, haben oder neu machen möchte. Die richtige Zeit, mit der Planung zu beginnen, ist jetzt. Das gilt insbesondere, wenn es um Baumaßnahmen im Garten geht, wie beispielsweise ein Gartenhäuschen, Geräteschuppen oder Gewächshaus. Sie sind grundsätzlich erlaubt. Doch braucht man in vielen Fällen die Genehmigung des zuständigen Bauamtes. Sie ist vor allem dann notwendig, wenn der umbaute Raum ein bestimmtes Volumen überschreitet. Das ist von Bundesland zu Bundesland ganz unterschiedlich definiert. Wer für sein Gartenhaus betonierte Bodenplatten oder Fundamente vorsieht, sollte ebenfalls besser vor Baubeginn beim zuständigen Bauamt nachfragen. Denn sonst könnte er Gefahr laufen, dass aus städtebaulichen Gründen sein kleines Bauwerk wieder abgerissen werden muss. Heikel kann es auch werden, wenn man an die Grenze zum Nachbargrundstück bauen möchte. Laut den Bauordnungen der Länder ist dies nur mit Bauten von maximal drei Metern Höhe und einer Gesamtlänge je Grundstücksgrenze von bis zu neun

Metern möglich – allerdings nur, wenn es sich um ein Gebäude ohne Aufenthaltsräume und Feuerstätte handelt. Ein beheizbares Wohnhäuschen darf also nicht auf der Grenze stehen, sondern hier müssen mindestens drei Meter Grenzabstand eingehalten werden. Geräteschuppen und Lauben zum Schutz vor der Witterung sind also möglich. Wer ein Gartenhaus im Baumarkt kauft und dies – je nach Bundesland – die Größe von 10 Quadratmetern bzw. 30, 40 oder 75 Raummetern übersteigt, sollte sich am besten gleich die Bauantragsunterlagen geben lassen und mit diesen direkt zur Baubehörde gehen. Und wer keinen Ärger mit den Nachbarn möchte, informiert diese auf jeden Fall vor dem Bau von Schuppen, Gartenoder Gewächshäuschen – und sind sie noch so klein. Hat er keine Einwände, ist schon ganz viel erreicht. Mieter haben zwar grundsätzlich – solange im Mietvertrag nichts anderes steht – das Recht, bauliche Veränderungen im Garten vorzunehmen, solange sie rückgängig zu machen sind. Denn der Vermieter kann verlangen, dass bei Auszug der Ursprungszustand wieder hergestellt wird. Will ein Mieter allerdings ein Gartenhäuschen mit einem Fundament aus Beton errichten, sollte dies in jedem Fall vorab mit dem Vermieter abgestimmt werden. ins

Allmählichkeitsschäden Es sind nicht immer nur die plötzlichen, unmittelbar auftretenden Schäden, deren Folgen viel Geld kosten. Oftmals entstehen sie schleichend, über einen längeren Zeitraum und können einem dennoch teuer zu stehen kommen. Die Rede ist von so genannten Allmählichkeitsschäden. Finanzielle Absicherung bieten hier vor allem die Haftpflichtversicherungen. Doch nicht in allen Policen sind Allmählichkeitsschäden eingeschlossen. Bis vor einigen Jahren bestand sogar ein kompletter Ausschluss hierfür. Sowohl für Mieter als auch für Bauherren und Vermieter ist eine Absicherung gegen Allmählichkeitsschäden jedoch wichtig – sei es, dass durch vom Vermieter fehlerhaft ausgeführte Reparaturarbeiten allmählich Wasser austritt oder beispielsweise der an der Wand stehende Schrank des Mieters infolge des austretenden Wasser beschädigt wird. Worauf Sie achten sollten, haben wir im Folgenden für Sie zusammengestellt. Allmählichkeitsschäden entstehen an Sachen durch allmähliche Einwirkung, vor allem durch Feuchtigkeit, Niederschlag, Gase, Dämpfe, Rauch oder Ruß sowie durch extreme Temperaturen. Das Gefährliche an ihnen ist: Sie werden meist über einen längeren Zeitraum gar nicht bemerkt. Häufige Schäden

sind zum Beispiel Schimmelbildung oder Veränderungen an Parkettböden aufgrund einer nur minimal beschädigten Wasserleitung. Temperaturbedingte Schäden ergeben sich im Winter durch eingefrorene Heizungsrohre. Auch heute sind Allmählichkeitsschäden noch nicht automatisch in allen Haftpflichtversicherungen mitversichert. Begründet wird dies damit, dass diese Schadenfälle kompliziert in der Aufklärung sind und andererseits das schadenauslösende Ereignis nicht immer zweifelsfrei nachvollzogen werden kann. Prüfen Sie deshalb Ihre Haftpflichtversicherungen auf diese Leistungsposition. Bei der GrundeigentümerVersicherung sind sowohl in der Privathaftpflichtversicherung als auch in der Bauherren- und Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung Allmählichkeitsschäden bis zur Höhe der jeweiligen Versicherungssumme automatisch mitversichert. Und was für alle Haftpflichtversicherungen gilt: Es werden nicht nur die Kosten für Schäden erstattet, sondern auch geprüft, ob und in welcher Höhe eine Verpflichtung zum Schadenersatz besteht sowie unbegründete Schadenersatzansprüche abgewehrt. Haftpflichtversicherungen bieten damit auch Rechtsschutz bei unberechtigten Haftungsansprüchen. ins

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Aktuelles

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Preisindex fĂźr die Lebenshaltung im Dezember 2015 *HVDPWLQGH[ GHU $EWHLOXQJHQ -DKU0RQDW

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+DXVEHVLW]HUZHUGHQ0LWJOLHGEHLP +DXV*UXQGHLJHQW PHU %RFKXPH91DW UOLFK Liebe Mitglieder und Abonnenten, bitte beachten Sie, dass die Post Zeitungen grundsätzlich vom Service der Nachsendung ausnimmt. Haben Sie bitte auch Verständnis dafĂźr, dass wir Ihnen nachträglich kein Exemplar zuschicken kĂśnnen. DarĂźber hinaus entstehen uns fĂźr nicht zustellbare Sendungen zusätzliche Kosten, die sich ohne groĂ&#x;en Aufwand vermeiden lassen. Teilen Sie uns daher eine Adressenänderung mĂśglichst frĂźhzeitig mit – z.B. auf untenstehendem Vordruck.

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Rauchmelder im Test: Der teuerste ist „mangelhaft“ Wenn Menschen bei Bränden ums Leben kommen, dann oft, weil sie im Schlaf ersticken. Schon fĂźr wenige Euro schĂźtzt ein Rauchmelder, der frĂźhzeitig Alarm auslĂśst. Ăœber die Pflicht zum Einbau haben wir mehrfach berichtet. Doch welche sind auch wirklich gut? Steht man in den Geschäften vor den entsprechenden Regalen, weiĂ&#x; man häufig nicht, welches Gerät man nun tatsächlich wählen mĂśchte. Ist es unbedingt erforderlich, viel Geld auszugeben, oder tun es die gĂźnstigeren Geräte auch. Der teuerste Rauchmelder im Test, ein Gerät fĂźr 103 Euro, ist „mangelhaft“. Als einziger blieb er trotz des dicken Rauchs im Brandtest still. Sieben von 14 Rauchmeldern sind hingegen „gut“, der Testsieger kostet nur 26,50. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in der Januar-Ausgabe ihrer Zeitschrift test, fĂźr die sie geprĂźft hat, wie zĂźgig die Geräte vor Rauch warnen und wie anfällig sie fĂźr Fehlalarm sind. „Gute“ Rauchmelder fĂźr einzelne Räume gibt es ab 20 Euro. Rauchmelder, die Ăźber

Funk miteinander kommunizieren, kĂśnnen grĂśĂ&#x;ere Häuser und Wohnungen optimal Ăźberwachen. Im Test bewährten sich dafĂźr zwei Funkmelder zu Preisen von 65 und 94 Euro. Unterschiede zwischen den Rauchmeldern entdeckten die Tester bei der Lautstärke des Alarms, der Bedienungsfreundlichkeit und im Falltest. Fast alle Rauchmelder signalisieren einen Brand schnell und zuverlässig. Doch ausgerechnet der teuerste Rauchmelder im Test blieb still. Die Lithiumbatterien in den Rauchmeldern versprechen eine Nutzungsdauer von mindestens 10 Jahren, was laut der Stiftung Warentest plausibel ist. Sie rät von billigen Rauchmeldern mit Alkalizellen ab, weil bei diesen die Batterien regelmäĂ&#x;ig gewechselt werden mĂźssen und die Ersparnis allenfalls wenige Euro beträgt. Sie stehe in keinem Verhältnis zum Aufwand fĂźr das Wechseln der 9-Volt-Batterien und den häufigeren PieptĂśnen bei schwacher Batterie. Der ausfĂźhrliche Test Rauchmelder befindet sich in der Januar-Ausgabe der Zeitschrift test und ist unter www.test.de/ rauchmelderabrufbar.

Mitgliedsantrag JA

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Aktuelles

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KfW erweitert Programm Selbst im verbrauchsstarken „Altersgerecht Umbauen“ Norden sinkt Energiebedarf Ab sofort können private Eigentümer und Mieter Zuschüsse zur Sicherung gegen Wohnungs- und Hauseinbrüche bei der KfW in Anspruch nehmen. Darüber hinaus werden die Zuschüsse für Investitionen in die Barrierereduzierung sowie das Erreichen des anspruchsvollen Standards „Altersgerechtes Haus“ erhöht. Maßnahmen für den altersgerechten Umbau und den Einbruchschutz sind dabei frei kombinierbar. Bundesbauministerin Barbara Hendricks: „Fast die Hälfte aller Einbrecher geben nach wenigen Minuten ihr Vorhaben auf, wenn sie durch technischen Einbruchschutz am Eindringen gehindert werden. Investitionen in den Einbruchschutz machen sich also bezahlt! Deshalb fördern wir ab

standsmitglied der KfW Bankengruppe: „Mit dem verbesserten Angebot ist die KfWFörderung für den Kunden noch flexibler geworden. Nun können Mieter und Eigentümer leichter in eine verbesserte Wohnqualität, den Abbau von Barrieren und in die Sicherheit ihrer Wohnungen und Häuser investieren.“ Die Änderungen im Einzelnen: Wer seine Wohnung oder sein Haus gegen Einbruch sichern möchte, erhält je nach Höhe der Investitionskosten Zuschüsse von mindestens 200 Euro bis max. 1.500 Euro. Gefördert werden z. B. der Einbau von Alarmanlagen, Gegensprechanlagen, der Einbau und die Nachrüstung von einbruchhemmenden Türen so-

Zuschüsse für Maßnahmen zum Einbruchschutz sofort den Einbau kriminalpräventiver Maßnahmen mit 30 Millionen Euro. Damit tragen wir dem Interesse von Mietern und Hauseigentümern nach mehr Einbruchschutz Rechnung und ermöglichen mehr Sicherheit in den eigenen vier Wänden.“ Folgende Einbruchschutzmaßnahmen werden ab sofort im Rahmen des KfW-Programms „Altersgerecht Umbauen“ eigenständig gefördert: der Einbau oder die Nachrüstung einbruchhemmender Haus- oder Wohnungstüren, die Nachrüstung von Fenstern und einbruchhemmende Rollläden. Das Bundesbauministerium stellt dafür von 2015 bis 2017 jährlich 10 Mio. Euro zur Verfügung. Die Höhe der Zuschüsse richtet sich nach der Höhe der förderfähigen Investitionskosten aus. Die Zuschüsse betragen für Einzelmaßnahmen des Einbruchschutzes und des Barriereabbaus einheitlich 10 Prozent (bisher 8 Prozent) und für den Förderstandard „Altersgerechtes Haus“ 12,5 Prozent (bisher 10 Prozent) der förderfähigen Investitionskosten. Die Mindestinvestitionskosten werden künftig von 3.750 Euro auf 2.000 Euro gesenkt. Dr. Ingrid Hengster, Vor1/2016

wie die Nachrüstung von Fenstern. Wer Maßnahmen gegen Wohnungseinbruch mit dem altersgerechten Umbau verbindet und in beides investiert, kann einen Zuschuss je nach Höhe der Investitionskosten von insgesamt mindestens 200 Euro bis max. 5.000 Euro beantragen. Gefördert wird der Abbau von Barrieren, z. B. Einbau einer bodengleichen Dusche, Verbreiterung von Türen, Grundrissänderungen oder schwellenlose Hauseingangsund Wohnungstüren. Für den Förderstandard „Altersgerechtes Haus“ steigt der Zuschuss sogar auf 12,5 Prozent der förderfähigen Investitionskosten; maximal 6.250 Euro können beantragt werden. Bei allen Maßnahmen sind sowohl Materialkosten als auch Handwerkerleistungen förderfähig. Voraussetzung für die Förderung ist die Durchführung durch ein Fachunternehmen des Handwerks. Die Zuschüsse können wie gewohnt mit den Programmen zur energetischen Gebäudesanierung kombiniert werden, z. B. bei einem ohnehin geplanten Austausch der Fenster. Weitere Information unter: www.kfw.de/einbruchschutz.

Eine Auswertung des Energiemanagers Techem über das Heizverhalten in deutschen Mehrfamilienhäusern zeigt: Der durchschnittliche Energieverbrauch für Heizung und auch Warmwasser ist im warmen Jahr 2014 deutlich gesunken. Das gilt auch für die traditionell verbrauchsstärkeren Küstenregionen Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Insgesamt konnten alle von Techem betrachteten Städte einen Verbrauchsrückgang verzeichnen. Wie schon im Jahr 2013 wurde in Rostock mit 90,78 Kilowattstunden (kWh) pro Quadratmeter (m2) Wohnfläche am wenigsten Energie verbraucht, gefolgt von Schweinfurt (94,77 kWh/m2) und Bottrop (99,56 kWh/m2). Auf den Plätzen vier, fünf und sechs liegen Pforzheim (99,72 kWh/m2), Gladbeck (100,63 kWh/m2) und Hattingen (101,09 kWh/m2). Die Liste mit den höchsten Energieverbräuchen führen

wie im vergangenen Jahr erneut Städte von der Waterkant an. Auf dem ersten Platz liegt Flensburg mit einem durchschnittlichen Energieverbrauch von 157,36 kWh/m2. Husum nimmt mit 155,16 kWh/m2 den zweiten Platz ein, Itzehoe (154,28 kWh/m2) und Lübeck (153,88 kWh/m2) belegen die Plätze drei und vier. Die Münchener verbrauchten durchschnittlich 149,86 kWh/ m2 und belegen damit als einzige süddeutsche Stadt einen Platz unter den Top 5 der Städte mit dem höchsten Energieverbrauch. Dennoch ist auch bei diesen Städten der durchschnittliche Energieverbrauch in 2014 im Vergleich zu 2013 rückläufig. Der Energieverbrauch wird hauptsächlich von den klimatischen Verhältnissen, der Bausubstanz und energetischen Qualität der Gebäude, der Heizungsanlagentechnik sowie dem Verbrauchsverhalten der Bewohner beeinflusst. Techem

KfW leistet bedeutenden Beitrag zur Energiewende Die Kreditanstalt für Wiederaufbau leistet einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende: 44 % der 2013 und 2014 in Deutschland neu installierten elektrischen Leistung aus erneuerbaren Energieträgern wurde durch die KfW gefördert (ohne Windenergie auf See). Das zeigt die Evaluierung der inländischen Förderprogramme der KfW Bankengruppe für Erneuerbare Energien für die Jahre 2013/14. Angestoßene Investitionen in die Strom- und Wärmeerzeugung von insgesamt 14,4 Mrd. EUR. Auf Anlagen zur Stromerzeugung aus Windenergie an Land entfiel mit rund 70 % der Großteil der mitfinanzierten Investitionen, gefolgt von Photovoltaik mit 15 %. Durch Produktion und Bau der Anlagen konnten insgesamt rund 100.000 Arbeitsplätze in Deutschland für ein Jahr gesi-

chert bzw. neu geschaffen werden. In Betrieb und Wartung dieser Anlagen finden 20 Jahre lang weitere rund 3.500 Personen jährlich Beschäftigung. Rund 74 % der Arbeitsplätze sind in kleinen und mittleren Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern entstanden. Durch die von der KfW geförderten Anlagen werden jährlich deutsche Energieimporte von rund 520 Mio. EUR vermieden. Über die angenommene Anlagennutzungsdauer von 20 Jahren summieren sich die eingesparten Energieimporte auf rund 10,4 Mrd. EUR. Die von der KfW 2013/14 geförderten Erneuerbare Energien-Anlagen reduzierten die jährlichen Treibhausgasemissionen in Deutschland um insgesamt rund 9,5 Mio. Tonnen sogenannter CO2-Äquivalente auf Jahre.


Aktuelles

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EnEV erhöht Anforderungen an Energiestandard für Neubauten

Neue Häuser müssen ab 2016 noch sparsamer sein Wer nach dem Jahreswechsel baut, muss sein neues Haus wärmer „anziehen“. Ab 1. Januar 2016 gelten in Deutschland neue Mindestanforderungen für die Dämmung und den Energieverbrauch bei Neubauten. Das regelt eine Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV). Künftigen Bauherren wird geraten, die neuen Anforderungen bei der Planung zu berücksichtigen, da sie sich auch auf die Förderprogramme und damit auf die Finanzierung auswirken. Wer sein Haus nicht ausreichend dämmt, belastet nicht nur die eigene Geldbörse, sondern vor allem auch die Umwelt. Um die selbstgesteckten Klimaziele zu erreichen, hat die Bundesregierung in der EnEV Energiestandards festgelegt. Diese Anforderungen an Wärmedämmung und Anlagentechnik sind für alle beheizten oder klimatisierten Gebäude verbindlich.

Mit dem Jahreswechsel gelten für Neubauten verschärfte Bedingungen. Ein Haus muss dann 25 Prozent weniger Primärenergie pro Jahr verbrauchen als ein Haus, das nach der Verordnung von 2015 gebaut worden ist. Der Primärenergiebedarf bezieht sich dabei auf Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung. Zudem steigen die Anforderungen an die Dämmung. Der Wärmeverlust eines Gebäudes an die Umgebung soll über eine dickere Dämmung noch

einmal um 20 Prozent gesenkt werden. Die neue EnEV gilt für alle Neubauten, für die der Bauantrag oder die Bauanzeige ab dem 1. Januar 2016 eingereicht wird. Falls keine Baugenehmigung oder -anzeige erforderlich ist, ist der Baubeginn ab dem 1. Januar 2016 maßgeblich. Durch die EnEV werden Bauherren bereits seit 2009 dazu verpflichtet, erneuerbare Energien zu nutzen. Dabei sollten sie sich aber nicht mit den Mindeststandards begnügen.

Laut LBS droht sonst die Gefahr, dass die neue Immobilie bereits kurz nach der Fertigstellung bautechnisch überholt ist. Wer jetzt schon nach zukünftigen Effizienzstandards baut, ist auf der sicheren Seite. Außerdem sollten Bauherren den Zeitpunkt ihrer Antragstellung bzw. Bauanzeige genau im Blick haben, da sich die neue EnEV auch auf staatliche Förderprogramme auswirkt. So gilt zum Beispiel für KfWProgramme: Je geringer der Energieverbrauch des Neubaus, desto höher fällt die Förderung durch die KfW aus – sowohl in Form eines Tilgungszuschusses, als auch durch einen besonders niedrigen Zins. Da künftig höhere Standards gelten, ändert die KfW ihr Förderangebot: Voraussichtlich schon ab April 2016 wird die Förderung für den Standard Effizienzhaus 70 eingestellt. LBS

Heizöltankreinigung sorgt für effizientes Heizen Muss mein Heizöltank überhaupt gereinigt werden? Was genau wird dabei gemacht? Wann ist der beste Zeitpunkt dafür und muss meine Wohnung oder das Haus währenddessen kalt bleiben? Das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema Tankreinigung. Da denkt man, die Heizsaison kann kommen: Der Öltank ist gut gefüllt, die Heizung frisch gewartet – und plötzlich geht die Ölheizung dann doch auf Störung. Ein möglicher Grund ist, dass Ablagerungen aus dem Heizöltank den Filter verstopft haben. Das kann durchaus vorkommen, denn Heizöl ist ein Naturprodukt, das im Laufe der Zeit altert. Die dabei entstehenden Ablagerungen sinken auf den Boden der Tankanlage. „Ob solche Alterungsprodukte

entstehen, ist stark von den individuellen Gegebenheiten vor Ort abhängig. UV-Strahlung, Sauerstoffeintrag und vor allem auch die Lagertemperatur beschleunigen den Prozess“, erklärt Jörg Franke, Sachverständiger für Heizölverbraucheranlagen. Ein Filter in der Ölleitung zwischen Tank und Heizgerät verhindert, dass Teile dieser sogenannten Bodenphase in den Brenner gelangen. Wenn der Filter mehrmals hintereinander verstopft, kann eine Tankreinigung für Abhilfe sorgen. Auch der jährliche Heizölverbrauch und das Tankverhalten haben Einfluss auf die Notwendigkeit einer Tankreinigung. Wann kann der Tank gereinigt werden? Ein Tankschutz-Fachbetrieb erledigt eine professionelle Tankreinigung innerhalb we-

niger Stunden. Sie ist zu jeder Jahreszeit möglich, da die Ölheizung nicht ausgeschaltet werden muss, sondern über ein Provisorium auch weiterhin mit Heizöl versorgt werden kann. Grundsätzlich kann der Tank gereinigt werden, wenn noch Heizöl im Tank vorhanden ist. Die Tankreinigungs-Profis können größere Mengen aus dem Tank abpumpen und in ihrem Wagen oder einem Spezialbehälter zwischenlagern. Experte Franke rät aber dazu, die Tankreinigung dann durchführen zu lassen, wenn der Vorrat möglichst weit aufgebraucht ist und die Restmenge entsorgt werden kann. Nur dann sei wirklich sichergestellt, dass keine Alterungsprodukte in den Tank zurückgefüllt werden. Was passiert bei einer Tankreinigung? Wenn der Tank leer gepumpt

ist, wird er belüftet. Dann entfernen und entsorgen die Tankreiniger die Bodenphase. Bei standortgefertigten Tanks steigt der Monteur hierzu in den Tank. Batterietankanlagen werden demontiert und die einzelnen Tanks ausgespült. Eine Tankreinigung ist eine gute Gelegenheit, einzelne Bauteile des Tanks auf den neuesten Stand zu bringen – etwa den alten Grenzwertgeber gegen ein Modell neuer Bauart auszutauschen oder auf das heute bei Neuanlagen vorgeschriebene Einstrangsystem umzustellen. Sollten während der Tankreinigung kleinere Schäden festgestellt werden, lassen sich diese häufig sofort beheben. Abschließend wird gegebenenfalls zwischengelagertes Öl gefiltert, zurückgefüllt und die Heizung wieder an den Tank angeschlossen. IWO 1/2016


Recht

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OLG Hamm kann bei "Zettel-Testamenten" einen ernsthaften Testierwillen nicht feststellen Ein ernsthafter Testierwillen kann nicht feststellbar sein, wenn das vermeintliche Testament nicht auf einer üblichen Schreibunterlage, sondern auf einem Stück Papier oder einem zusammengefalteten Pergamentpapier errichtet worden ist. Unter Hinweis auf diese Rechtslage hat das OLG Hamm die Entscheidung des Amtsgerichts Lübbecke bestätigt, die die Erteilung eines auf der Grundlage zweier vermeintlicher Testamente beantragten Erbscheins abgelehnt hat. Die im Juli 2013 im Alter von 102 Jahren verstorbene, verwitwete Erblasserin war Eigentümerin eines Hausgrundstücks in Lübbecke. Sie hinterließ eine lebende Tochter und vier Enkel. Die Enkelkinder stammten von dem im Jahr 2009 vorverstorbenen Sohn H. der Erblasserin ab. In der Annahme gültige Testamente der Erblasserin in Händen zu haben, aus denen sich eine Erbeinsetzung ihres Vaters H. ergebe, legten die Enkel im April 2014 zwei Schriftstücke aus dem Jahre 1986 vor. Bei einem dieser Schriftstücke handelte es sich um einen ca. 8x10 cm großen, per Hand ausgeschnittenen Zettel mit nebenstehender handschriftlicher Aufschrift. Unter dieser folgten die Angabe 1986 und ein Schriftzug mit dem Nachnamen der Erblasserin. Bei dem zweiten Schriftstück, einem mehrfach gefalteten Stück Pergamentpapier, fin-

den sich die gleichen Worte in leicht abgewandelter Anordnung. Auf der Grundlage der vorstehenden Schriftstücke beantragten die Enkel einen die vier Enkelkinder als Miterben ausweisenden Erbschein. Sie vertraten die Auffassung, die Schriftstücke seien Testamente der Erblasserin mit einer Erbeinsetzung zugunsten ihres vorverstorbenen Vaters, an

Bogen Pergamentpapier geschrieben worden seien. Nach der äußeren und der inhaltlichen Gestaltung sei ein Testament ebenfalls fraglich. Die Überschrift enthalte gravierende Schreibfehler, im Text fehle ein vollständiger Satz. Dabei sei die Erblasserin der deutschen Sprache in Schrift und Grammatik hinreichend mächtig gewesen. Gegen das Vorliegen von Tes-

Bewertung als Entwurf oder Vorüberlegung dessen Stelle sie als Miterben zu gleichen Teilen getreten seien. Der Erbscheinantrag ist erfolglos geblieben. Das AG Lübbecke habe, so das OLG Hamm, den Erbscheinantrag zu Recht zurückgewiesen. Es könne bereits nicht mit hinreichender Sicherheit festgestellt werden, dass es sich bei den beiden Schriftstücken um letztwillige Verfügungen der Erblasserin handele. Die Errichtung eines Testaments setze einen ernstlichen Testierwillen des Erblassers voraus. Er müsse eine rechtsverbindliche Anordnung für seinen Todesfall treffen wollen, bloße Entwürfe eines Testaments reichten nicht aus. Im vorliegenden Fall bestünden Zweifel am ernstlichen Testierwillen der Erblasserin schon aus dem Umstand, dass die vermeintlichen Testamente nicht auf einer üblichen Schreibunterlage, sondern auf einem ausgeschnittenen Stück Papier und einem gefalteten

tamenten spreche zudem, dass beide Schriftstücke auf 1986 datiert sein. Ein Grund für die Errichtung von zwei nahezu inhaltlich identischen Testamenten innerhalb eines Jahres sei nicht ersichtlich. Das Vorliegen zweier inhaltlich ähnlicher Schriftstücke auf ungewöhnlichen Schreibunterlagen spreche dafür, dass es sich lediglich um schriftlich dokumentierte Vorüberlegungen oder Entwürfe handele.

Und die Schriftstücke seien mit diversen unwichtigen und wichtigen Unterlagen ungeordnet in einer Schatulle aufgefunden worden. Auch dies lasse nicht notwendig auf einen ernsthaften Testierwillen beim Verfassen der Schriftstücke schließen. Die Erblasserin müsse die Schriftstücke nicht bewusst aufbewahrt, sondern könne diese lediglich vergessen haben. Der Umstand, dass die Erblasserin in der Folgezeit kein weiteres abweichendes bzw. klarstellendes Testament errichtet habe, sei ebenfalls nicht aussagekräftig. Hierzu hätte aus Sicht der Erblasserin nur dann Veranlassung bestanden, wenn es sich bei den beiden Schriftstücken bereits um Testamente gehandelt hätte. Gerade dies sei aber nicht sicher festzustellen. Rechtskräftiger Beschluss des OLG Hamm vom 27.11.2015 (10 W 153/15) justiznrw

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Recht

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BGH: Eigentümergemeinschaften schulden der GEMA keine Vergütung für Durchleitung von TV-Programmen Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass eine Wohnungseigentümergemeinschaft keine Vergütung für die Weiterübertragung der über die Gemeinschaftsantenne der Wohnanlage per Satellit empfangenen Fernseh- und Hörfunksignale durch ein Kabelnetz an die Empfangsgeräte der einzelnen Wohnungseigentümer schuldet. Die Klägerin ist die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA). Sie nimmt die ihr von Komponisten, Textdichtern und Musikverlegern eingeräumten urheberrechtlichen Nutzungsrechte wahr. Außerdem führt die Klägerin das Inkasso für auf vergütungspflichtigen Kabelweitersendungen beruhende Ansprüche anderer Verwertungsgesellschaften durch. Diese Verwertungsgesellschaften nehmen die ihnen von Urhebern, ausübenden Künstlern, Sendeunternehmen und Filmherstellern eingeräumten urheberrechtlichen Nutzungsrechte wahr. Die Beklagte ist die Wohnungseigentümergemeinschaft eines Wohngebäudes mit 343 Wohneinheiten. Sie betreibt in dem Gebäude ein Kabelnetz, mit dem das von einer Gemeinschaftsantenne abgeleitete Sendesignal in die einzelnen Wohnungen weitergeleitet wird. Die Klägerin ist der Ansicht, die Beklagte verletze mit der Weiterleitung der Sendesignale das Kabelweitersenderecht der von ihr vertretenen Urheber und Leistungsschutzberechtigten. Sie hat die Beklagte daher auf Zahlung von Schadensersatz in Anspruch genommen. Das Landgericht hat die Klage abgewiesen. Das Oberlandesgericht hat die Berufung zuBeilagenhinweis: Dieser Ausgabe beigelegt ist eine Werbung der Firma Hydro Chemie INT GmbH aus Oer-Erkenschwick

rückgewiesen. Mit ihrer vom Oberlandesgericht zugelassenen Revision hat die Klägerin ihren Klageantrag weiterverfolgt. Der Bundesgerichtshof hat die Revision zurückgewiesen. Das Oberlandesgericht hat, so der BGH, mit Recht angenommen, dass die beklagte Wohnungseigentümergemeinschaft durch den Betrieb der Kabelanlage nicht das von der Klägerin wahrgenommene ausschließliche Recht von Urhebern, ausübenden Künstlern, Sendeunternehmen und Filmherstellern zur Kabelweitersendung verletzt hat. Eine Kabelweitersendung setzt eine öffentliche Wiedergabe im Sinne von § 15 Abs. 3 UrhG* voraus. Die Rechte der Urheber und Leistungsschutz-

Eine Wiedergabe beschränkt sich nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union auf "besondere Personen", wenn sie für einen begrenzten Personenkreis vorgenommen wird. So verhält es sich hier. Die Empfänger der von der Beklagten über eine Gemeinschaftsantenne per Satellit und durch ein Kabelnetz in die Wohnungen der Wohnanlage weitergeleiteten Sendesignale sind in ihrer Eigenschaft als Bewohner der Wohnanlage von anderen Personenkreisen abgegrenzt. Der für den unionsrechtlichen Begriff der Öffentlichkeit maßgebliche Begriff der "privaten Gruppe" kann nicht ohne Weiteres mit dem für den nationalen Begriff der Öffentlichkeit im Sinne von § 15 Abs. 3

Es handelt sich um keine öffentliche Wiedergabe im Sinne des Urhebergesetzes berechtigten wegen einer öffentlichen Wiedergabe ihrer Werke und Leistungen durch Kabelweitersendung beruhen auf Richtlinien der Europäischen Union (Art. 3 Abs. 1 der Richtlinie 2001/29/EG und Art. 8 der Richtlinie 2006/115/ EG). Der Begriff der öffentlichen Wiedergabe im Sinne von § 15 Abs. 3 UrhG ist deshalb in Übereinstimmung mit den entsprechenden Bestimmungen dieser Richtlinien und der dazu ergangenen Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union auszulegen. Danach setzt die Öffentlichkeit einer Wiedergabe voraus, dass einer "unbestimmten Zahl potentieller Adressaten" der Zugang zu denselben Werken und Leistungen eröffnet wird. Diese Voraussetzung ist nicht erfüllt, wenn die Wiedergabe auf "besondere Personen" beschränkt ist, die einer "privaten Gruppe" angehören.

UrhG maßgeblichen Begriff der "persönlichen Verbundenheit" gleichgesetzt werden. Es handelt sich dabei um einen autonomen Begriff des Unionsrechts, der im gesamten Gebiet der Union einheitlich auszulegen ist. Aus der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union ergibt sich nicht, dass eine "private Gruppe" aus wenigen Personen bestehen muss. Bei der Beurteilung der Frage, ob im Streitfall die über eine Gemeinschaftsantenne empfangenen und durch ein Kabelnetz weitergeleiteten Sendesignale einer "privaten Gruppe" übermittelt werden, ist zu berücksichtigen, dass diese Sendesignale von einer Wohnungseigentümergemeinschaft ausschließlich in die Wohnungen der dieser Gemeinschaft angehörenden Wohnungseigentümer übermittelt werden. Bei einer wertenden Betrach-

tung unterscheiden sich der Empfang mittels einer gemeinsamen Satellitenschüssel und die Weiterleitung über ein Kabelnetz in die einzelnen Wohnungen nicht von der Fallgestaltung, dass jeder einzelne Eigentümer für seine eigene Wohnung eine gesonderte Antenne installiert und die empfangenen Sendesignale über Kabel an die Empfangsgeräte in seiner Wohnung weiterleitet. Im zuletzt genannten Fall liegt keine Wiedergabe für eine Öffentlichkeit vor, weil die Wiedergabe auf "besondere Personen" beschränkt ist, die einer "privaten Gruppe" angehören. Wenn die Gesamtheit der Wohnungseigentümer anstelle zahlreicher Einzelantennen eine Gemeinschaftsantenne installiert und die empfangenen Sendesignale über Kabel an die Empfangsgeräte der einzelnen Wohnungen weiterleitet, ist das daher gleichfalls als eine Wiedergabe anzusehen, die auf "besondere Personen" beschränkt ist, die einer "privaten Gruppe" angehören. Im Ergebnis leiten die einzelnen Eigentümer die Sendungen nur an sich selbst weiter. LG München I - Urteil vom 20.2.2013 - 21 O 16054/12 OLG München - Urteil vom 11.9. 2014 - 6 U 2619/13 BGH, Urteil vom 17.9.2015 - I ZR 228/14 *§ 15 Abs. 3 UrhG Die Wiedergabe ist öffentlich, wenn sie für eine Mehrzahl von Mitgliedern der Öffentlichkeit bestimmt ist. Zur Öffentlichkeit gehört jeder, der nicht mit demjenigen, der das Werk verwertet, oder mit den anderen Personen, denen das Werk in unkörperlicher Form wahrnehmbar oder zugänglich gemacht wird, durch persönliche Beziehungen verbunden ist.

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Tiefbauunternehmen haftet, wenn bei Arbeiten im öffentlichen Raum private Gebäude beschädigt werden Eigentlich hätten die Hauseigentümer kaum etwas davon spüren dürfen, dass in der unmittelbaren Nähe ihres Grundstücks auf öffentlichem Gelände Tiefbauarbeiten vorgenommen wurden (Verlegen von Versorgungsleitungen). Die Vorgänge betrafen sie nämlich nicht unmittelbar. Doch es kam anders: Aus Versehen bohrte das Bauunternehmen ihren Hausanschlusskanal an, was einen Rückstau des fäkalienhaltigen Abwassers im Keller des Hauses zur Folge hatte. Anschließend kam es zu ei-

nem Rechtsstreit über die Beseitigung der Schäden. Die zuständige Zivilkammer wies im Urteil auf die große Verantwortung von Tiefbauunternehmen hin, wenn sie auf öffentlichen Straßen und Wegen Bohrungen bzw. Grabungen vornähmen. Sie müssten sich „besonders sorgfältig und gewissenhaft über die Lage von Versorgungsleitungen (...) vergewissern“. Hier sei das offenkundig nicht geschehen, weswegen die Firma haften müsse. (Landgericht Hanau, AktenLBS zeichen 9 O 751/14)

Auf Verpackungen von Haushaltselektrogeräten müssen keine Energieverbrauchsetiketten geklebt sein Im Handel mit Haushaltselektrogeräten müssen nur die zu Verkaufszwecken ausgestellten Geräte mit Energieverbrauchsetiketten versehen werden. Auf undurchsichtig verpackten Geräten müssen derartige Etiketten nicht angebracht werden, ebenso nicht auf ihrer Verpackung. Der klagende Verbraucherschutzverein aus Düsseldorf beanstandete den Vertrieb von Haushaltselektrogeräten in Baumärkten, die die beklagte Firma aus Dortmund bundesweit unterhält. Die Beklagte hatte die Geräte zum Teil unverpackt und zum Teil - in undurchsichtigen Kartonagen - verpackt in ihren Märkten zum Verkauf angebo-

ten. Sowohl bei unverpackten als auch bei verpackten Geräten beanstandete der Kläger das Fehlen von Energieverbrauchsetiketten. Die Klage war zum Teil erfolgreich. Der 4. Zivilsenat des OLG Hamm hat es der Beklagten untersagt, Verbrauchern unverpackte Haushaltselektrogeräte in ihren Märkten zum Verkauf anzubieten, ohne die Geräte außen an der Vorder- oder Oberseite mit sichtbaren, durch EU-Verordnungen vorgeschriebene Energieverbrauchsetiketten zu versehen. Abgelehnt hat es der Senat, eine Pflicht zum Etikettieren auch für undurchsichtig verpackte Geräte anzunehmen.

Nach der gesetzlichen Regelung seien nur ausgestellte Produkte mit den vorgeschriebenen Etiketten zu versehen. Werde ein Gerät in einer Kartonverpackung präsentiert, bei der der Kunde das Gerät nicht sehen könne, werde das Produkt selbst nicht ausgestellt. In diesem Fall seien weder die Verpackung noch das Gerät zu etikettieren. Eine Etikettierung von Verpackungen sei nicht vorgeschrieben, der EU-Gesetzgeber habe diese bei den in Frage stehenden Haushaltselektrogeräten - anders als beispielsweise bei der Energieverbrauchskennzeichnung von Lampen und Leuchten - nicht angeordnet. Die Etikettierung eines Gerä-

tes, das durch die Verpackung nicht sichtbar sei, sei nicht zu verlangen. Sie sei sinnlos, weil der Kunde das Etikett nicht sehen könne. Der Senat habe nicht zu entscheiden gehabt, ob ein Händler den Verbraucher bei der Präsentation eines kartonverpackten Gerätes in seinen Verkaufsräumen auf andere Weise als durch die streitgegenständlichen Etiketten über den Energieverbauch zu informieren habe. Diese Frage sei nicht Gegenstand des von den Parteien geführten Rechtsstreits gewesen. Urteil OLG Hamm vom 25.08.2015 (4 U 165/14), nicht rechtskräftig (BGH I ZR justiz-nrw. 213/15).

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Enteignung zu Gunsten des Der Notar als Treuhänder Notarielle Verwahrung Radweges kommt nur als äußerste Lösung in Betracht und das Notaranderkonto

Grundstücke sind häufig über viele Jahrzehnte im Eigentum, werden über Generationen auch vererbt. Über das Thema Enteignung von Grundstücken macht man sich in der Regel sehr wenig Gedanken. Aber es kommt immer wieder vor, dass eine Gemeinde einem Bürger einen Teil seines Grundstücks oder im schlimmsten Falle sogar das ganze Grundstück wegnehmen muss, weil übergeordnete kommunale Interessen dies erfordern – etwa das Anlegen eines Verkehrsweges. Doch die Gerichte fordern in solchen Fällen gründlichste Überprüfungen und Abwägungen. Ist das nicht so gewesen, kann die Enteignung nicht vollzogen werden. So entschieden vom Verwaltungsgerichtshof BadenWürttemberg, im Verfahren mit dem Aktenzeichen 3 S 156/14):

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Der Fall: Eine Gemeinde hatte versucht, durch einen Bebauungsplan Fakten zu schaffen. Damit sollten langfristig die Voraussetzungen für ein Verkehrswegekonzept gegeben sein. Zu dem Zweck musste allerdings das Grundstück eines Bürgers zum Teil in Anspruch genommen werden. Es ging um einen immerhin 2,5 Meter breiten Ausläufer dieses Anwesens, der nach Ansicht der Kommune dringend für einen Fuß- und Radweg gebraucht wurde. Der Eigentümer wollte sich das nicht bieten lassen und zog vor das Verwaltungsgericht. Das Urteil: Nach gründlicher Prüfung des gesamten Planungsvorganges kamen die Juristen des VGH BadenWürttemberg zu dem Ergebnis, dass die schutzwürdigen privaten Interessen des Bürgers in diesem Verfahren zu wenig berücksichtigt worden seien. Genau das müsse aber unbedingt geschehen, bevor man sich zu einem solch schwerwiegenden Schritt entscheide. Stattdessen seien hier die öffentlichen Interessen im Mittelpunkt gestanden. Wegen dieses Ungleichgewichts sei der Bebauungsplan unwirksam – nicht komplett, aber im Hinblick auf dieses Grundstü VGH ck.

Zu den gesetzlichen Aufgaben des Notars gehört die treuhänderische Verwahrung fremden Vermögens und sonstiger Gegenstände, wenn hierfür ein berechtigtes Sicherungsinteresse der beteiligten Personen besteht. So können dem Notar Beweisstücke, wie etwa elektronische Datenträger, zur Aufbewahrung übergeben werden. Derartige Verwahrungen erfolgen oft im Zusammenhang mit einer sog. Prioritätsfeststellung. Im Urheberrecht spielt es oft eine wichtige Rolle, wer eine bestimmte geistige Leistung zuerst erbracht hat. Zu den Anwendungsfällen der notariellen Verwahrung zählt auch die Abwicklung der Kaufpreiszahlung bei Immobilienkaufverträgen in bestimmten Fällen, beispielsweise um Vorleistungsrisiken der Beteiligten zu verringern. Das Verwahrungsverfahren ist gesetzlich genau geregelt, eingeleitet wird es durch einen Verwahrungsantrag der Beteiligten an den Notar. Nimmt er diesen Treuhandauftrag an, werden in der Verwahrungsanweisung die zeitlichen und sachlichen Bedingungen der Verwahrung und die Auszahlungsvoraussetzungen präzise festgelegt. Wurde dem Notar Geld zur treuhänderischen Verwaltung anvertraut, muss dieses unverzüglich auf einem Sonderkonto für Fremdgelder (Notaranderkonto) verbucht werden. Verfügungsbefugt über das Anderkonto ist nur der Notar persönlich, dessen amtlich bestellter Vertreter oder der Notariatsverwalter. Bei der Auszahlung hat sich der Notar streng an die vereinbarten Auszahlungsvoraussetzungen zu halten; ein Ermessensspielraum steht ihm nicht zu. Das notarielle Verwahrungsverfahren schützt in seinem Anwendungsbereich alle Beteiligten vor Risiken, führt zur erleichterten Abwicklung von Transaktionen, stellt sicher, dass die hinterlegten Gelder bestimmungsgemäß verwahrt und ausgezahlt werden.

Das Vertrauen der Bürger in die Sicherheit dieses notariellen Verfahrens wird derzeit vermehrt von Betrügern missbraucht, die vorgeben, Treuhandtätigkeiten im Zusammenhang mit Gebrauchtwagenverkäufen anzubieten. Hierbei werden Kaufinteressenten, welche sich auf Internetinserate für gebrauchte Pkws melden, angeschrieben und aufgefordert, den Kaufpreis – ohne vorherige Besichtigung des Pkw – zur treuhänderischen Abwicklung auf ein angebliches Notaranderkonto zu überweisen. Tatsächlich existieren weder der vermeintliche Verkäufer noch das Auto. Anrufe auf die vermeintlich ortsnahe Rufnummer werden unerkannt ins Ausland weitergeleitet. Die Täter täuschen hierbei gezielt Seriosität vor, indem sie sich als Notare aus-

Notarkammer warnt vor Betrügern im Bereich Gebrauchtwagenverkauf geben, welche den Verkauf vorgeblich überwachen. Die Notarkammern warnen vor derartigen Zahlungsaufforderungen im Zusammenhang mit Gebrauchtwagenkäufen. Sie stammen nicht von Notaren, sondern sind von Straftätern initiiert. Die Betrüger gehen mit hoher krimineller Energie vor. Sie gestalten aufwendige Homepages, die nicht auf Anhieb als unseriös zu erkennen sind, geben sich als Notare aus und spiegeln unter Missbrauch des Amtscharakters des Notarberufs Seriosität vor. Hierbei schrecken sie auch nicht davor zurück, die Namen echter Notare mit falschen Kontaktdaten anzugeben. Die Notarkammer rät betroffenen Bürgern, sich bei derartigen Vorgängen über eine Einsicht in die Notarauskunft der Bundesnotarkammer unter www.notar.de über die Richtigkeit der angegebenen Personen-/Kontaktdaten zu informieren. Auch ein Anruf bei der örtlichen Notarkammer BNotK schafft Sicherheit. 1/2016


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Bei unklarer Bestimmung im gemeinschaftlichen Testament darf der Überlebende abweichende Bestimmungen treffen Enthält ein gemeinschaftliches Ehegattentestament die Formulierung "Nach dem Tod des Letztversterbenden soll die gesetzliche Erbfolge eintreten." kann unklar bleiben, ob hiermit die gesetzlichen Erben verbindlich als Schlusserben eingesetzt werden sollen, so dass der überlebende Ehegatte eine abweichende testamentarische Bestimmung treffen darf. Das hat der 15. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm am 11.09.2015 in der Nachlasssache AZ: 15 W 142/15 entschieden. Die Entscheidung ist rechtskräftig. Die im August 2014 im Alter von 93 Jahren verstorbene Erblasserin aus Essen hatte 1987 mit ihrem vorverstorbenen Ehemann ein gemeinschaftliches Ehegattentestament errichtet. In diesem hatten sich die Ehegatten wechselseitig zu Erben des Erstversterbenden

eingesetzt und in Bezug auf den Tod des Letztversterbenden die vorgenannte Formulierung aufgenommen. Aus ihrer Ehe gingen zwei Töchter hervor, die heute in Essen und in Spanien leben. Nach dem Tode ihres Mannes errichtete die Erblasserin 2013 ein weiteres Testament, in dem sie unter anderem eine Testamentsvollstreckung nach Maßgabe einer vom Amtsgericht - Nachlassgericht - Essen zu ernennenden Person anordnete. Nach dem Tode der Erblasserin ernannte das Nachlassgericht einen Rechtsanwalt aus Essen zum Testamentsvollstrecker. Gegen diese Bestimmung wandte sich eine der Töchter mit der Begründung, die Testamentsvollstreckung beeinträchtige ihre Rechtsstellung als Schlusserbin, die in dem gemeinschaftlichen

Testament mit bindender Wirkung verfügt worden sei und deshalb durch ein weiteres Testament des überlebenden Ehegatten nicht mehr wirksam habe eingeschränkt werden können. Die Beschwerde ist erfolglos geblieben. Der 15. Zivilsenat des OLG Hamm konnte dem gemeinschaftlichen Ehegattentestament bereits nicht entnehmen, dass die Töchter zu Schlusserben eingesetzt werden sollten. In dem Testament fehle eine ausdrückliche Bestimmung der Töchter zu Schlusserben. Eine solche Bestimmung lasse sich auch nicht im Wege der Auslegung der Formulierung "Nach dem Tod des Letztversterbenden soll die gesetzliche Erbfolge eintreten." entnehmen. Diese sei nach ihrem Wortsinn unklar, weil sie unterschiedlich verstanden

werden könne. So könne eine Einsetzung der gesetzlichen Erben als Schlusserben gemeint sein, aber auch nur eine Anerkennung des gesetzlichen Erbrechts oder eine Abstandnahme von der Einsetzung eines testamentarischen Erben. In den zuletzt genannten Fällen enthalte das Ehegattentestament keine verbindliche Erbeneinsetzung nach dem Tode des letztversterbenden Ehegatten, so dass der Überlebende eine anderweitige testamentarische Bestimmung treffen könne. Die bestehende Unklarheit lasse sich im vorliegenden Fall auch nicht durch weitere, bei der Auslegung der Testamentsurkunde zu berücksichtigende Umstände beseitigen, so dass der Senat eine testamentarische Schlusserbeneinsetzung nicht feststellen könne. justiz.nrw

Ungenutztes Werbematerial muss zurückgeholt werden Viele Eigentümer und Mieter ärgern sich, wenn sich im Hausflur Werbezettel, Wurfsendungen, Broschüren und auch Branchen- und Telefonbücher sammeln. Häufig fühlt sich niemand dafür zuständig, die Berge zu entsorgen. Vieles bleibt einfach liegen, weil es die Bewohner nicht interessiert. Und schon sieht der Hausflur ungepflegt aus und hinterlässt keinen guten Eindruck. Der Unmut von Mietern und Vermietern wächst und führt ggf. auch zu Spannungen. Der Bundesgerichtshof hat dazu entschieden, dass überschüssiges Werbematerial, das in Hauseingängen oder in Treppenhäusern abgelegt wurde, vom Austräger wieder eingesammelt werden muss. Dulden sollte der Vermieter im Interesse der Mieter die Werbung, aber nur so lange, wie keine Vermüllung entsteht. Ein Hauseigentümer hatte gegen einen Münchener Ver1/2016

lag geklagt, der jährlich ein Branchenbuch herausgibt. Das Buch enthält Einträge Gewerbetreibender, aber auch Telefonnummern von Behörden, Straßenverzeichnisse und auch einen Stadtplan. Mit einer Größe im DIN A4Format und einer Dicke von gut 3,5 cm passt es häufig nicht in den Briefkasten. Aus diesem Grunde werden die Branchenbücher im Hausflur abgelegt und die Bewohner können sich bedienen. Der Verlag ließ die nicht aufgenommenen Bücher auch wieder abholen. Das war dem Eigentümer des Hauses aber zu wenig. Er wollte dem Verlag verbieten lassen, die Branchenbücher vor dem Hauseingang oder im Flur abzulegen. Der Bundesgerichtshof folgte diesem Antrag allerdings nicht, da eine Gefahr von den Büchern nicht ausgehe. Urteil vom 10. November 2006 - V ZR 46/06 ARAG

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Nicht beachtete Verkehrssicherungspflicht während der Wintermonate beschäftigt unsere Gerichte Weit mehr als im Sommer sind Haus- und Grundbesitzer normalerweise im Winter gefordert, denn dann müssen sie ihre öffentlich zugänglichen Wege von Schnee und Eis frei halten. Das fällt unter die Verkehrssicherungspflicht und kann manchmal erheblichen Aufwand bedeuten – besonders, wenn über Wochen hinweg Temperaturen unter dem Nullpunkt herrschen. Bei den nachfolgenden Urteilen geht es um grundsätzliche Fragen: Eine Eigentümergemeinschaft beauftragte einen 82-jährigen Mann damit, das Schneeräumen zu übernehmen. Er konnte das offensichtlich nicht in erforderlichem Umfang leisten, jedenfalls ereignete sich ein Unfall mit Personenschaden. Das Oberlandesgericht Oldenburg (AZ: 1 U 77/13) kam im Zivilprozess zu der Entscheidung, dass die Eigentümergemeinschaft haften müsse. Sie hätte sich angesichts des hohen Alters des Betroffenen ausdrücklich vergewissern müssen, ob der Mann auch wirklich in der Lage sei, seine Pflichten zu erfüllen. Manche Gehwege sind sehr breit. Ein Verkehrssicherungspflichtiger muss allerdings in solchen Fällen nicht den kompletten Bürgersteig räumen. Das wäre zu viel verlangt und außerdem für ein sicheres Benutzen des Weges durch Passanten gar nicht erforderlich. Das Landgericht Coburg (AZ: 41 O 675/13) kam in einem Streitfall zu dem Ergebnis, dass nur so viel geräumt werden müsse, dass zwei Personen ohne Schwierigkeiten aneinander vorbei gehen können. Damit seien die Anforderungen im Winterdienst erfüllt. Nicht nur Schnee und Eis können für Rutschgefahr sorgen, manchmal tut das auch eine dichte Decke herabgefallener Blätter. Wenn diese nass werden, dann entsteht ein schmieriger Belag. Immobilienbesitzer müssen darauf ein Auge haben. Das Oberlandesgericht Schleswig (AZ: 11 U 16/13)

wies allerdings darauf hin, dass – ähnlich wie bei Eisregen oder Schneefall – von einem Verkehrssicherungspflichtigen nicht verlangt werden kann, ständig darauf zu achten. Es müsse auch eine Reaktionszeit gewährt werden, ehe der Betroffene einschreite. Auch könne Laub nicht komplett entfernt werden. Im Herbst und Winter sorgen gelegentlich Stürme für große Gefahr. Sie decken ganze Dä-

cher ab, wenn sie stark genug sind. In einem zivilrechtlichen Streitfall hatte ein Sturm für einen Astbruch an einem ansonsten gesunden Baum gesorgt. Doch für einen daraus entstehenden Schaden, so der Bundesgerichtshof (AZ: III ZR 352/13), könne der Grundstückseigentümer nicht verantwortlich gemacht werden. Das liege nicht im Bereich seiner Einflussmöglichkeiten. Wenn sich der Winter allmählich verabschiedet, dann liegt oft noch Streugut auf den Wegen. Auf dem Splitt kann dann wiederum ein Passant oder ein Radfahrer ausrutschen. Wenn allerdings Anfang April noch Streugut auf dem Weg liegt, dann kann der Grundstückseigentümer nach Überzeugung des Landgerichts Dessau-Roßlau (AZ: 1 S 32/12) nicht automatisch für einen Unfallschaden haftbar gemacht werden. Denn bis Ende März kann es noch gelegentlich zu Überfrierungen kommen, die dann das

Streugut wiederum erforderlich machen. Der Winterdienst darf für Immobilienbesitzer nicht zum „Winterterror“ ausarten. So ist es Passanten durchaus zuzumuten, angesichts kritischer Wetterverhältnisse selbst auf die Wege zu achten, die sie begehen. Streulücken seien nämlich auch bei genauer Vorsorge nicht immer zu vermeiden, stellte der Bundesgerichtshof (AZ: III ZR 326/12) fest. Es

komme darauf an, dass der Verkehrssicherungspflichtige seine Aufgabe im Wesentlichen erfülle. Auch beim Schneeräumen muss ein wenig auf Gleichbehandlung geachtet werden. Es ist nicht vertretbar, wenn per Hausordnung nur einige Bewohner eines Mehrfamilienhauses dafür herangezogen werden sollen. Das Amtsgericht Köln (AZ: 221 C 170/11) erteilte deswegen dem Plan eine Absage, dass nur drei im Erdgeschoss wohnende Parteien und nicht die 21 übrigen Parteien zu Schneeschippe und Besen greifen sollten. Besonders gefährlich sind Schneeflächen, die erkennbar (noch) nicht „behandelt“ wurden. In manchen Witterungssituationen können Wege von einem Moment auf den anderen sehr rutschig sein, ohne dass der Verkehrssicherungspflichtige eine Chance hätte, sofort dagegen vorzugehen.

Deswegen legte das Oberlandesgericht Naumburg (AZ: 5 U 44/11) in einem Urteil ausdrücklich Wert auf die Aufmerksamkeit der Passanten. Bei unklaren Verhältnissen müssten sie sich ganz sorgfältig voran tasten oder notfalls Umwege gehen, sonst liege ein Mitverschulden von ihrer Seite vor. Ein Laie mag denken, dass es beim Streuen egal sei, welches Material zum Einsatz kommt – Hauptsache, es macht den Eindruck, dass dadurch die Rutschgefahr verhindert wird. Doch Gerichte sehen das nicht so. Wer zum Beispiel Hobelspäne statt des eigentlich dafür vorgesehenen Streuguts verwendet, der muss bei einem Unfall mindestens mithaften, wenn nicht die ganze Haftung übernehmen. Im konkreten Fall war eine Passantin gestürzt und hatte sich den Oberarm gebrochen. Das Oberlandesgericht Hamm (AZ: 6 U 92/12) bewertete das Streugut als ungeeignet. Im Urteil hieß es: „Hobelspäne entfalten keine nennenswerte abstumpfende Wirkung.“ Wegen eines zusätzlichen Mitverschuldens der Passantin, die besser hätte aufpassen müssen, hafteten der Verkehrssicherungspflichtige und die Verunglückte jeweils zur Hälfte. Mehrere Mieter einer Wohnanlage hatten den Winterdienst nach entsprechender Beauftragung durch den Eigentümer untereinander aufgeteilt. Allerdings waren die Regeln nicht so klar, dass jeder genau gewusst hätte, wann er an der Reihe war. Einer der Mieter stürzte daraufhin auf ungeräumtem Grund und forderte Schadenersatz von seinen Mitmietern. Das Oberlandesgericht Naumburg (AZ: 2 U 77/13) entschied, in solch einer Konstellation sei untereinander keine Haftung zu ermitteln. Dazu waren die Vereinbarungen zu ungenau gewesen. Der Verunglückte musste sich also an seine eigene Krankenversicherung halLBS ten. 1/2016


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Wer bei nachbarschaftlicher Gefälligkeit fahrlässig Schäden verursacht, kann in Regress genommen werden Wenn der Nachbar verreist, gibt es immer wieder Gefälligkeiten, die man im Rahmen der Nachbarschaftshilfe leistet. Ohne, dass man sich ernsthaft darüber Gedanken macht, wer in der Haftung ist, sollte einmal etwas schiefgehen. Das Oberlandesgericht Hamm hatte sich mit einem solchen Fall zu befassen: Wer einem Nachbarn im Rahmen einer Gefälligkeit leicht fahrlässig einen Schaden zufügt, für den die Gebäudeund Hausratsversicherung des Nachbarn eintritt, kann von der Versicherung in Regress genommen werden. Aus dem Nachbarschaftsverhältnis ergibt sich in diesen Fällen keine Haftungsbeschränkung auf grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz. Das hat der 9. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm am 17.11.2015 entschieden und damit das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Münster abgeändert. Die Klägerin, eine Versicherungsgesellschaft aus Köln, nimmt den haftpflichtversicherten Beklagten, Hauseigentümer in Saerbeck, aus Anlass erbrachter Versicherungsleistungen in Regress. Dem bei ihr versicherten Nachbarn des Beklagten erstattete die Klägerin aus einer Gebäude- und Hausratversicherung ca. 7.300 Euro für einen im August 2013 eingetretenen Wasserschaden. In langjähriger Übung übernahmen der Beklagte und sein Nachbar wechselseitig die Bewässerung der Hausgärten in der urlaubsbedingten Abwesenheit des jeweils anderen. So auch im August 2013. Während dieses Urlaubs des Nachbarn lief der in seinem Garten gelegene Teich über. Das überlaufende Wasser drang in die Kellerräume des Hauses des Nachbarn ein und verursachte dort den Wasserschaden. Zuvor hatte der Beklagte absprachegemäß den nachbarschaftlichen Garten mit Wasser aus dem Teich bewässert 1/2016

und den Teich sodann über einen an der Außenwasserstelle angeschlossenen Schlauch aufgefüllt. Nach dem Vortrag der Klägerin hatte der Beklagte dabei vergessen, den Wasserhahn nach dem Auffüllen des Teiches wieder abzusperren, so dass der Teich überlaufen konnte. Das Landgericht wies die Regressklage der Klägerin ab. Zur Begründung führte es aus, das der einem Nachbarn aus leichter Fahrlässigkeit zugefügte Schaden, den eine Gebäude- und Hausratversicherung des Nachbarn ausgleiche, keinen Regressanspruch der

chen Gemeinschaft. Allerdings hafte der Beklagte deliktsrechtlich für den verursachten Schaden. Er habe es versäumt, den Wasserhahn nach dem Wiederauffüllen des Teiches zu schließen. Sein Versehen sei die einzige ernst zu nehmende Erklärung für den Schaden und begründe den Vorwurf leicht fahrlässigen Verhaltens. Für einen zwischen dem Beklagten und seinem Nachbarn für den Fall einer leicht fahrlässigen Schädigung vereinbarten Haftungsausschluss gebe es keine Anhaltspunkte. Nach den übereinstimmenden Angaben des Beklagten und

Ein zwischen den Nachbarn vereinbarter Haftungsausschluss ließ sich nicht erkennen Versicherung gegen den Schädiger begründe. Ebenso wie im Verhältnis des Gebäudeversicherers eines Vermieters zum haftpflichtversicherten Mieter, bei dem die Rechtsprechung mit Rücksicht auf das langfristig angelegte Mietverhältnis eine Haftungsbeschränkung annehme, müsse eine solche auch für das gute nachbarschaftliche Verhältnis gelten, das ebenso wie ein langfristiges Mietverhältnis von Spannungen freigehalten werden sollte, die durch die Verpflichtung der Parteien zur Unterstützung von Regressansprüchen ihrer jeweiligen Versicherer entstehen könnten. Die Berufung der klagenden Versicherung war erfolgreich. Der 9. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm hat der Klägerin den geltend gemachten Regressanspruch zuerkannt. Das Rechtsverhältnis des Beklagten zu seinen Nachbarn sei, so der Senat, zwar nicht Gegenstand einer vertraglichen Beziehung gewesen. Die Übernahme der Bewässerung des Gartens eines Nachbarn während dessen Urlaubsabwesenheit gehöre zu den alltäglichen, unentgeltlich erbrachten Gefälligkeiten im Rahmen einer intakten nachbarschaftli-

seines Nachbarn habe man sich hierüber keine Gedanken gemacht. Entgegen der Auffassung des Landgerichts lasse sich allein aus dem guten Nachbarschaftsverhältnis keine Haftungsbeschränkung auf grobe Fahrlässigkeit und Vorsatz ableiten. Eine solche Haftungsbeschränkung erkenne die Rechtsprechung nur bei Gebäudeversicherungsverträgen zwischen dem vermietenden Hauseigentümer als Versicherungsnehmer und seiner Gebäudeversicherung an. Sie sei nicht auf andere Fallgestaltungen zu übertragen. Der hinter der Annahme eines Regressverzichts stehende

Gedanke - die Vermeidung der Belastung eines Mietverhältnisses - könne nicht ohne weiteres auf andere Konstellationen wie zum Beispiel die Beschädigung des Hausrats des Vermieters durch den Mieter angewandt werden. Das Gebrauchsrecht des Mieters beziehe sich auf das Gebäude und nicht auch auf den Hausrat des Vermieters, für deren Versicherungsprämien der Mieter zudem in keiner Weise aufkomme. Anders bei der Gebäudeversicherung, bei der der Mieter über den kalkulierten Kaltmietzins oder durch die gesondert erhobenen Nebenkosten an der Prämie beteiligt sei. Wenn man das Mietverhältnis von Belastungen aus einem Regress freihalten wolle, müsse man beispielsweise auch dem Kraftfahrzeug-Kaskoversicherer und dem Krankenversicherer des Vermieters einen Regressverzicht zumuten, wenn der Mieter versehentlich das Kraftfahrzeug des Vermieters beschädige oder den Vermieter körperlich verletze. Einen derartig weit gefassten Regressverzicht lehne die Rechtsprechung zu Recht ab. Deswegen sei auch kein Regressverzicht bei Schadensfällen im Rahmen eines Nachbarschaftsverhältnisses anzuerkennen. Rechtskräftiges Urteil des 9. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm vom 17.11.2015 (9 U 26/15)

Henning Schwarze - Rechtsanwalt und Notar „Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht „Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht „Schlichter und Schiedsrichter für Baustreitigkeiten (SO-Bau) Kanzlei Schwarze, Dr. Oskamp & Partner Rechtsanwaltssozietät und Notariat Huestraße 25 - 44787 Bochum Tel.: 0234 – 91223-0 oder 0234 – 60777 - Fax: 0234 – 91223-11 info@schwarze-oskamp.de - www.schwarze-oskamp.de


Recht

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Unerwünschter Katzenbesuch:

Vermieterangelegenheit Zum vertragsgemäßen Gebrauch einer Mietwohnung gehört, dass Fenster und Terrassentüren geöffnet werden können, ohne dass es dabei zu Belästigungen durch Fremde kommt. In diesem Fall hatte der Eindringling vier Beine – es handelte sich um die Katze des Nachbarn. Der kontaktfreudige Stubentiger sah die geöffnete Terrassentür in der Erdgeschosswohnung als Einladung an und besuchte den dort wohnenden Mieter regelmäßig. Doch dieser störte sich

daran und verlangte vom Vermieter, sich der Sache anzunehmen. Der Vermieter lehnte mit dem Hinweis ab, dass diese Vorfälle unter den Nachbarn geklärt werden müssen. Der Fall landete vor Gericht und die Richter erklärten es zur Vermieter-Angelegenheit, mit dem Katzenbesitzer ein ernstes Wort zu wechseln. Er müsse dafür Sorge tragen, dass seine Mieter ihr Mietobjekt vertragsgemäß nutzen können (AG Potsdam, Az.: 26 ARAG C 492/13).

Nicht erlaubt: Vogelzucht in einer Mietwohnung Die außerordentliche fristlose Kündigung gemäß § 543 Abs. 1 BGB ist gerechtfertigt, wenn der Mieter die Wohnung teilweise Wohnzwecken entzogen und zum Zwecke einer Vogelzucht mit ca. 80 Kanarienvögeln und Zebrafinken zweckentfremdet hat. So das Urteil des Amtsgerichts Menden (4 C 286/13) Eine Mieterin hatte in ihrer 51 m² großen Wohnung einen Raum, dessen Eingangstür durch einen Holzrahmen mit Maschendraht ersetzt wurde, als Vogelvoliere eingerichtet und dort ca. 80 Kanarienvögel und Zebrafinken gehalten. Die Vögel bauten Nester und kontnen sich unkontrolliert vermehren. Über den Vogellärm beschwerten sich die Nachbarn und führten aus, dass der Lärm selbst im Treppenhaus zu hören sei und dass die Vögel ständig versuchten, andere Geräusche zu übertönen. Es

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folgte eine Abmahnung durch den Vermieter, den die Mieterin aber ignorierte. So folgte die fristlose Kündigung. Das Gericht führte in seiner Entscheidung an, dass die Haltung von Kleintieren wie Vögeln durch den Mieter nicht erlaubnispflichtig sei. Die Grenze des zulässigen Mietgebrauchs sei aber zu beachten. Das Gericht sah im vorliegenden Fall den zulässigen Mietgebrauch durch die Einrichtung des "Vogelzimmers" und die darin betriebene Vogelzucht als deutlich überschritten an. Das Zimmer wurde dem Wohngebrauch vollständig entzogen. So wurden nicht nur einige Vögel in Volieren gehalten, sondern das gesamte Zimmer stand den 60-80 Vögeln uneingeschränkt zur Verfügung. Auch die berechtigten Interessen der Mitbewohner, die sich nachweislich massiv gestört fühlten, mussten berücksichtigt werden. pr

Tierhaltung und Parkettschädigung:

Mieter haftet nicht immer Katzen ARAG Experten weisen darauf hin, dass unter Umständen kein Versicherungsschutz der Haftpflichtversicherung besteht, wenn zu viele Haustiere in einer Mietwohnung gehalten werden und dadurch Schäden entstehen. In diesem Fall kann die Leistungsübernahme aufgrund übermäßiger Benutzung der Mietsache ausgeschlossen sein. In einem Fall hielt eine Katzenliebhaberin in ihrer DreiZimmer-Wohnung – für mehrere Stunden unbeaufsichtigt – gleich drei der Stubentiger, die regelmäßig den Parkettfußboden der Wohnung als Katzenklo missbrauchten. Dies hatte zur Folge, dass nach Auszug der Mieterin nicht nur der Parkettboden ausgetauscht, sondern die darunter liegende Betondecke abgefräst werden musste. Die Haftpflichtversicherung weigerte sich, den Schaden zu übernehmen. Ihre Begründung, der auch die angerufenen Richter im konkreten Fall folgten: Die Wohnung sei durch die große Anzahl der Tiere übermäßig genutzt und

beansprucht worden (Oberlandesgericht Saarbrücken, Az.: 5 W 72/13).

Hunde Nicht immer, wenn der Parkettboden durch ein Haustier Schaden nimmt, muss der Mieter die Kosten für die Instandsetzung übernehmen. Zumindest dann nicht, wenn das Tier artgerecht in der Wohnung gehalten wurde. In einem konkreten Fall hatte ein Labrador einige Kratzer im Parkett einer Mietwohnung verursacht, die er mit seinem Herrchen teilte. Die Hundehaltung war ausdrücklich durch den Vermieter genehmigt. Doch dieser war bei Auszug von Hund und Herrchen gar nicht angetan von den Kratzern auf dem Holzboden und verlangte Schadensersatz. Zu Unrecht, wie die Richter urteilten. Denn von unsachgemäßem oder vertragswidrigem Gebrauch der Mietsache könne nicht ausgegangen werden. Immerhin hatte der Vermieter die Hundehaltung erlaubt und damit eventuell auftretende Schäden hingenommen. ARAG

Keine Gänsehaltung in reinem Wohngebiet Tiere gehören oft zu unserem Leben, bereichern es auch. Aber immer wieder fühlen sich Nachbarn vom Lärm gestört und bitten das Gericht um Hilfe. Wie in dem hier geschilderten Fall, in dem Eheleute auf ihrem rund 1.000 qm großen Grundstück seit vielen Jahren immer wieder unterschiedliche Kleintiere hielten. Aufgrund von Nachbarbeschwerden gab die Stadt ihnen auf, ihre zwei Gänse von dem Grundstück zu entfernen, da es nicht zulässig sei, Gänse in einem reinen Wohngebiet zu halten. Die Eheleute machten demgegenüber geltend, die Tiere würden nachts in einem Stall gehalten, so dass zur Nachtzeit

von ihnen kein Lärm ausgehen würde und außerdem passten Gänse zum ländlichen Charakter der Umgebung. Dieser Argumentation folgte die Richter nicht und führten aus, dass nur solche Tiere gehalten werden dürfen, die regelmäßig in Wohngebieten anzutreffen seien. Da dies bei Gänsen – anders als etwa bei Hunden, Katzen oder Kaninchen – nicht der Fall ist, mussten die Gänse entfernt werden. Zudem sei davon auszugehen, dass Gänse als besonders schreckhafte Tiere die Wohnruhe stören können und daher im reinen Wohngebiet generell nicht zulässig sind, (VG Köln, Az.: 23 K 42/14). ARAG

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EinstĂźndige Fahrt zum Arbeitsplatz ist zumutbar

Mähautomat im Garten kann nicht verboten werden

Heutzutage mĂźssen häufig viele Kilometer Wegstrecke zum Arbeitsplatz in Kauf genommen werden. Wenn die Entfernung zwischen Wohn- und Beschäftigungsort zu weit ist, um sie als Tagespendler regelmäĂ&#x;ig bewältigen zu kĂśnnen, dann besteht die MĂśglichkeit der doppelten HaushaltsfĂźhrung. Der Betroffene kann sei-

Auch in Privatgärten hat die moderne Technik längst ihren Einzug gehalten. Die Bewässerung wird automatisch gesteuert, die Markise fährt bei einem drohenden Sturm dank des Windmessers ein und ein Roboter ist fĂźr das Rasenmähen zuständig. Deutsche Gerichte zeigen sich durchaus aufgeschlossen fĂźr die neuen Zeiten. Ein Nachbar kann nicht grundsätzlich den Einsatz von solchen „Gartenautomaten“ verbieten. (Amtsgericht Siegburg, Az: 118 C 97/13) Ein GrundstĂźckseigentĂźmer schaffte sich einen RasenRoboter an, der ohne Aufsicht auf der Wiese von 7 bis 20 Uhr seine Kreise ziehen durfte. Ihm war vorgegeben, sich an die täglichen Ruhezeiten zwischen 13 und 15 Uhr zu halten. Nach gut einer Stunde musste er ohnehin jeweils fĂźr 45 Minuten die Ladestation aufsuchen. Trotz dieser vergleichsweise häufigen Pausen hielt das ein Anwohner fĂźr eine Lärmbelästigung. Seiner

Gilt zumindest in Ballungsräumen ne zusätzlichen Kosten durch Zweitwohnung steuerlich als Werbungskosten absetzen. In Ballungsräumen mßssen Bßrger allerdings durchaus in Kauf nehmen, längere Strecken zurßckzulegen. (Finanzgericht Hamburg, Aktenzeichen 2 K 113/14) Der Fall: Eine Steuerzahlerin wohnte in Hamburg – nahe an ihrem Arbeitsplatz. Dann allerdings richtete sie nach eigener Auskunft gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten einen Haushalt im Speckgßrtel der

Stadt ein und betrachtete diese Wohnung fortan als ihren Lebensmittelpunkt. Die innerstädtische Immobilie sollte nur noch Zweitwohnsitz sein, denn wegen der ungßnstigen Verkehrsverbindung sei ein tägliches Pendeln an den Arbeitsplatz nicht zumutbar. Die Steuerzahlerin machte dementsprechend doppelte Haushaltsfßhrung geltend. Das Urteil: Die hier vorliegenden 36 Kilometer Entfernung zwischen beiden Wohnungen und die damit verbundene etwa einstßndige Wegezeit sei einem Arbeitnehmer in einem Ballungsraum noch zuzumuten, beschlossen die Richter. Die Folge davon war, dass die Betroffene zwar die tatsächlich absolvierten Fahrtkosten zwischen dem Umland und der Stadtmitte steuerlich geltend machen konnte, nicht aber alle ßbrigen damit verbundenen Ausgaben wie zum Beispiel ihren Mietanteil fßr die Wohnung im Speckgßrtel. LBS

Meinung nach hätte das Gerät nicht mehr als fĂźnf Stunden am Tag in Betrieb sein dĂźrfen. FĂźr das AG Siegburg stellte der grasende Roboter keine ĂźbermäĂ&#x;ige Beeinträchtigung fĂźr den Nachbarn dar. Er halte die Grenzwerte der TA Lärm ein, ja unterschreite diese sogar. Selbst bei offenen Fenstern sei kaum etwas zu hĂśren. Auch andere Gesetze oder Verwaltungsvorschriften wĂźrden durch den Betrieb des Geräts nicht verletzt. LBS

Es gibt Häuser und Grundstßcke, die kann man nicht verkaufen und nicht verwalten... ...aber fßr den Rest gibt es uns: x6DFKNXQGLJHXQG]XYHUOÇVVLJH9HUZDOWXQJ von Häusern und Grundstßcken x 8PIDVVHQGH9HUZDOWXQJYRQ:RKQXQJV eigentum nach den Grundsätzen des Wohnungseigentumsrechts x$QXQG9HUNDXIYRQ+ÇXVHUQ Wohnungen und Grundstßcken x 9HUWUDXHQVYROOH%HUDWXQJXQG Abwicklung von Haus-, Wohnungs- und Grundstßcksverkäufen

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Finanzen

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Steuerzahlerbund informiert über Neuerungen, auf die sich Steuerzahler zum Jahreswechsel einstellen müssen Jedes Jahr müssen wir Steuerzahler uns auf Änderungen einstellen. Meist müssen wir mit mehr Abgaben rechnen. Hier die wichtigsten Änderungen: Vor allem Familien können sich im kommenden Jahr über ein höheres Kindergeld bzw. Kinderfreibetrag und die höheren Abzugsbeträge von Unterhaltsleistungen freuen. Wichtig: Ohne die SteuerIdentifikationsnummer geht 2016 fast nichts mehr.

Familien

Das Kindergeld wird um zwei Euro pro Monat erhöht. Es beträgt für das erste und zweite Kind monatlich jeweils 190 Euro, für das dritte Kind 196 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 221 Euro. Ab dem Jahr 2016 wird das Kindergeld grundsätzlich nur ausgezahlt, wenn die SteuerIdentifikationsnummer (ID) des Kindes und des entsprechenden Elternteils vorliegt. Auch der Kinderfreibetrag – mit dem das Existenzminimum der Kinder steuerfrei ge-

IBAN – jetzt wird’s ernst Ab 1. Februar müssen alle die IBAN benutzen. Unternehmen und Behörden mussten schon im August 2014 umstellen, Privatpersonen durften noch mit Kontonummer und Bankleitzahlen arbeiten. Damit ist jetzt Schluss. Bei Online-Banking darf nur noch die 22-stellige IBAN eingetragen werden. Das gilt auch für die Terminals in den Filialen. Auch die Überweisung in Papierform geht nur noch mit IBAN. Kein Grund zum Verzweifeln: Liegt kein ausgefüllter Zahlschein bei, einfach die IBAN des Begünstigten von der Rechnung übertragen. Die IBAN setzt sich aus der Länderkennung DE, der zweistelligen Prüfzahl, aus Bankleitzahl und Kontonummer zusammen. Sie ist auch auf den neuen Bankkarten (girocard) aufgedruckt.

stellt werden soll – steigt um 48 Euro auf dann 2.304 Euro.

Steuererklärung werden.

Grundfreibetrag

Sparer

Der Grundfreibetrag im Einkommensteuerrecht steigt um 180 Euro. Damit wird bei einem Ledigen künftig erst bei einem zu einem versteuernden Einkommen von über 8.652 Euro Einkommensteuer fällig. Bei verheirateten Paaren verdoppelt sich der Betrag.

Unterhalt

Auch Unterhaltszahlungen an Familienangehörige können künftig bis zu einem Betrag von 8.652 Euro als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden, wenn der Unterhaltsempfänger über kein nennenswertes eigenes Vermögen verfügt. Unterhaltszahlungen an den geschiedenen Ehepartner sind weiterhin in Höhe von 13.805 Euro als Sonderausgabe absetzbar, vorausgesetzt, es liegt ein gemeinsamer Antrag der (Ex-)Partner vor. Auch hier gilt jeweils: Die Steuer-ID des Unterhaltsempfängers muss unbedingt in der

angegeben

Freistellungaufträge bei Banken und Sparkassen verlieren ab dem Jahr 2016 ihre Gültigkeit, wenn die Steuer-ID des Sparers nicht vorliegt.

Unternehmer:

Unternehmer, deren Gewinn im Jahr nicht mehr als 60.000 Euro beträgt und die einen Umsatz von maximal 600.000 Euro erzielen, sind künftig von der Buchführung befreit. Die Gewinngrenze zur Führung von Büchern lag bisher bei 50.000 Euro Gewinn und 500.000 Euro Umsatz. Für die Praxis bedeutet dies, dass kleinere Gewerbetreibende aus der Buchführungspflicht herausfallen und auf eine Einnahmen-Überschussrechnung umstellen können. Ausnahme: Es besteht bereits aus anderen Gründen eine Buchführungspflicht beispielsweise bei GmbHs.

Sozialversicherung:

Die Beitragsbemessungsgren-

zen in der Renten- und Arbeitslosenversicherung steigen auf 74.400 Euro (West) bzw. 64.800 (Ost). In der Kranken- und Pflegeversicherung steigt die bundeseinheitliche Bemessungsgrenze auf 50.850 Euro. Die Versicherungspflichtgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung wird auf 56.250 Euro angehoben. Die Beiträge zur Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung bleiben stabil. Allerdings werden einige Krankenkassen wahrscheinlich höhere Zusatzbeiträge verlangen.

Reform der Erbschaftsteuer:

Zwischen Bundestag und Bundesrat gibt es derzeit noch erhebliche Differenzen über die Ausgestaltung der neuen Regelungen. Die bereits für Januar 2016 geplante Reform des Erbschaftund Schenkungsteuerrechts wird womöglich erst später kommen. Betroffen sind die Vorschriften zur steuerbegünstigten Übertragung von Betriebsvermögen.

Einzugsermächtigung Hiermit ermächtige ich Haus+Grundeigentümer Bochum e.V. widerruflich ab dem die Beiträge von nachstehendem Konto abzubuchen:

IBAN: DE BIC: Name des Kreditinstituts PLZ

Ort des Kreditinstituts

Wenn das Konto die erforderliche Deckung nicht ausweist, besteht seitens des kontoführenden Kreditinstituts keine Verpflichtung zur Einlösung. Einen eventuell bestehenden Dauerauftrag zur Überweisung der Beiträge habe ich löschen lassen. __________________________________________ __________________________ Name des Mitglieds Mitglieds-Nr. ______________________________________________________________________ Anschrift __________________________________________ _________________________ Ort/Datum Unterschrift

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Finanzen

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Verwaltungsgericht in Arnsberg urteilt bei Regenwasser ganz im Sinne der Gebührenzahler Mit Urteil vom 9. Februar 2015 hat das VG Arnsberg entschieden, dass Niederschlagswasser, das auf einer Schotterfläche anfällt, unter Berücksichtigung der Umstände im konkreten Einzelfall kein Abwasser sein kann. Dem für den Grundstückseigentümer sehr positiven Urteil liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Auf einer Schotterfläche bildeten sich nach heftigem Regen großflächige Pfützen, ohne dass das Regenwasser von dieser Schotterfläche in die kommunale Kanalisation floss. Es handelte sich um ein stehendes Gewässer auf dieser Fläche, also um eine Wasserlache, und deshalb aus Sicht des

Verwaltungsgerichts nicht um Niederschlagswasser. Was zur Folge hat, dass die Kommune solche Schotterflächen bei der Berechnung der Niederschlagswassergebühren nicht ansetzen darf. Hintergrund ist, dass in aller Regel die bezogene Menge von Frischwasser das Grundstück als Schmutzwasser über die Kanalisation wieder verlässt. Bei Niederschlagswasser wird die überbaute bzw. befestigte Fläche berücksichtigt. Im Einzelfall stellt sich aber nun die Frage, was denn eine "befestigte Fläche" darstellt. Jedenfalls zählt die Schotterfläche, von der der Regen nicht in den Kanal läuft, nach Ansicht des VG

nicht dazu. Die Kommune darf bei der Berechnung der Regenwassergebühren nur solche Flächen im Bescheid festsetzen, von denen auch tatsächlich Regenwasser in die Kanalisation ablaufen kann. Dies wird in aller Regel bei Flächen, die sich hinter dem Haus befinden und von denen kein Zugang zur öffentlichen Kanalisation, die in den meisten Fällen vor dem Haus in der Straße verlegt ist, besteht, nicht der Fall sein. Hier wäre an Terrassen oder Gartenhäuschen zu denken, die keine direkte Zuleitung zum Kanal haben und die auch nicht über ein natürliches Gefälle entwässert werden. Zu denken wäre

auch an Schotterflächen, bei denen das auftreffende Regenwasser langsam im Erdboden versickert, ohne in die Kanalisation zu gelangen. Fazit: Die Kommune darf nur abflusswirksame oder kanalwirksame befestigte oder überbaute Flächen bei der Berechnung der Niederschlagswassergebühren berücksichtigen. Im Einzelfall sollte der Grundstückseigentümer darauf bestehen, das kommunale Bedienstete sich bei einer Ortsbegehung ein Bild vom Sachverhalt machen, damit es nicht zu einer fehlerhaften Berechnung der Niederschlagsgebühren kommen kann. BStZ

Krankheitskosten als Außergewöhnliche Belastung:

Kürzung um zumutbare Belastung verfassungsgemäß Der VI. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) hat mit Urteilen vom 2. September 2015 (VI R 32/13, VI R 33/13) entschieden, dass es von Verfassungs wegen nicht geboten ist, bei der einkommensteuerrechtlichen Berücksichtigung von Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 des Einkommensteuergesetzes (EStG) auf den Ansatz einer zumutbaren Belastung zu verzichten. In den Urteilsfällen hatten die Kläger Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung geltend gemacht. Es handelte sich dabei insbesondere um Aufwendungen für Zahnreinigung, Laboratoriumsmedizin, Zweibettzimmerzuschläge sowie für Arztbesuche und Zuzahlungen für Medikamente („Praxis- und Rezeptgebühren“), die von den Krankenver-

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sicherungen nicht übernommen worden waren. Diese Aufwendungen seien, so die Kläger, zwangsläufig entstanden und von Verfassung wegen ohne Berücksichtigung einer zumutbaren Belastung abzuziehen. Denn das Bundesverfassungsgericht habe entschieden, dass Krankenversicherungsbeiträge Teil des einkommensteuerrechtlich zu verschonenden Existenzminimums seien; dies müsse jedenfalls auch für Praxis- und Rezeptgebühren gelten. Die Finanzämter ließen einen Abzug der Aufwendungen nicht zu und gingen damit von einem Ansatz der zumutbaren Belastung aus. Der BFH bestätigte diese Rechtsauffassung. Krankheitskosten gehören zwar grundsätzlich zu den außergewöhnlichen Belastungen, aber auch sie sind einkommensteuerrechtlich nur zu berücksichtigen, soweit sie die zumutbare Belastung nach

§ 33 Abs. 3 EStG überschreiten. Auch verfassungsrechtlich ist es nicht geboten, bei Krankheitskosten einschließlich der Praxis- und Rezeptgebühren auf den Ansatz der zumutbaren Belastung zu verzichten. Denn zum verfassungsrechtlich zu achtenden Existenzminimum, das sich grundsätzlich nach dem im Sozialhilferecht niedergelegten Leistungsniveau richtet, gehören solche Zuzahlungen nicht, weil auch Sozialhilfeempfänger solche zu leisten haben. Nach den einschlägigen sozialrechtlichen Bestimmungen hatten in den Streitjahren 2008 und 2009 alle Versicherten, also auch Versicherte, die Hilfe zum Lebensunterhalt oder zur Grundsicherung nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch oder Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch erhalten, Zuzahlungen, nämlich Praxisgebühren

sowie die auch noch gegenwärtig erhobenen Zuzahlungen für Heilmittel, Hilfsmittel und Krankenhausbehandlungen, bis zur Belastungsgrenze in Höhe von 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen zu leisten. Verfassungsrechtliche Bedenken bestehen dagegen nicht. Denn dem Gesetzgeber ist es – so der BFH mit Hinweis auf das Bundesverfassungsgericht - grundsätzlich erlaubt, Versicherte zur Entlastung der Krankenkassen und zur Stärkung des Kostenbewusstseins in Form von Zuzahlungen zu beteiligen, soweit dies dem Einzelnen finanziell zugemutet werden kann. Das war in den Urteilsfällen angesichts der Einkünfte der Kläger und deren Aufwendungen in Höhe von 143 € und 170 € nicht der Fall. Daher konnte hier auch offenbleiben, ob bei Unterschreitung des Grundfreibetrags durch Zuzahlungen von Verfassungs wegen anderes gilt.


Steuern/Finanzen

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Erst wenn Sachverhalt mit Steuerpflichtigem nicht geklärt werden kann, dürfen Auskünfte Dritter eingeholt werden Mit Urteil vom 29. Juli 2015 X R 4/14 hat der X. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) darüber entschieden, wann sich eine Finanzbehörde unmittelbar an andere Personen als den Steuerpflichtigen (sog. Dritte) wenden darf. Im Streitfall richtete das Finanzamt (FA) --ohne den Kläger hierzu vorab um Auskunft zu ersuchen-- ein Auskunftsersuchen betreffend Provisi-

onszahlungen an einen Dritten, nachdem ein anderer Lieferant des Klägers „Ausgleichszahlungen“ an diesen mitgeteilt hatte. Das Auskunftsersuchen diente aus Sicht des FA der „Vervollständigung der Prüfung“. Das Finanzgericht (FG) hatte einen Ermessensfehler des FA darin gesehen, dass das FA nicht zuvor den Kläger um Auskunft gebeten hatte, und der Klage stattgegeben.

Der X. Senat des BFH folgte dem FG und hat die Revision zurückgewiesen. Zwar genüge es, wenn aufgrund konkreter Umstände oder aufgrund allgemeiner Erfahrung ein Auskunftsersuchen an einen Dritten angezeigt sei. Nach § 93 Abs. 1 Satz 3 der Abgabenordnung sollten Dritte aber erst dann zur Auskunft angehalten werden, wenn die Sachverhaltsaufklärung durch

den Steuerpflichtigen nicht zum Ziel führe oder keinen Erfolg verspreche. Hiervon dürfe die Finanzbehörde nur in atypischen Fällen abweichen. Ein solcher läge vor, wenn aufgrund des bisherigen Verhaltens des Steuerpflichtigen feststehe, dass er nicht mitwirken werde und damit die Erfolglosigkeit seiner Mitwirkung offenkundig sei. Hieran fehlte es im Streitfall. BFH

Stiftung Warentest über Sofortrente: Zwei Angebote sind „gut“ Wie wichtig es ist, für eine ausreichende Rente vorzusorgen, wird immer wieder deutlich gemacht. Ein zusätzliches Angebot ist die sogenannte Sofortrente. Die Stiftung Warentest dazu: Reichen im Alter die lebenslangen Einkommensquellen nicht aus, zahlen Kunden oft zu Beginn des Ruhestands eine größere Summe an einen Versicherer und bekommen dafür

im Gegenzug eine lebenslange Rente. Kunden müssen etwa 90 Jahre alt werden, wenn sie sicher sein wollen, dass der Versicherer ihnen insgesamt mehr an monatlicher Rente auszahlen wird als sie eingezahlt haben. Die Stiftung Warentest hat 32 Renten gegen Einmalbetrag getestet. Nur zwei Angebote sind „gut“. Die Ergebnisse sind in der Dezember-Ausgabe der

ICH ERMITTLE IM FALL DACHCHECK

Zeitschrift Finanztest veröffentlicht. Eine Sofortrente ist für die Ruheständler sinnvoll, die keine anderen ausreichenden lebenslangen Einkommensquellen etwa durch die gesetzliche Rente, Betriebsrente oder Mieteinnahmen haben. Auch Wichtig: Kunden sollten ihre Lebenserwartung positiv einschätzen. Denn selbst beim Testsieger übersteigt die Rente erst nach etwa 24 Jahren den Einsatz. Hier ein Beispiel zur Verdeutlichung: Zahlt ein Kunde mit 65 Jahren 100.000 Euro ein, wird ihm eine monatliche Mindestrente von 338 Euro garantiert, egal wie alt er wird. Die drei Versicherer mit der niedrigsten ga-

rantierten Rente zahlen nur 314 Euro im Monat, also 288 Euro weniger im Jahr. Neben der garantierten Mindestrente erhalten Kunden Überschusszahlungen, die der Versicherer mit dem eingezahlten Kapital erwirtschaftet. Die Finanztest-Experten raten zu einer volldynamischen Überschussvariante. Hier kann die Rente nur steigen, aber nie sinken. Ebenso empfiehlt Finanztest vor Abschluss einer Sofortrente die Alternativen RürupRente – für besser verdienende Selbstständige – und Einmalzahlung in die gesetzliche Rente – zum Beispiel für Beamte – in Betracht zu ziehen. Siehe auch: www.test.de/sofortrenteabrufbar.

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Altersvorsorge: Garantien sind Renditebremsen

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Der Garantiewunsch kostet richtig Geld in der Altersvorsorge. Das illustriert ein neues Online-Tool des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), womit der Zusammenhang von Beitragsgarantien und Anlageergebnis dargestellt wird. Mittels Schiebereglers können Garantiehöhen eingestellt werden. Das Tool errechnet anschließend, welche Auswirkung die gewählte Garantie auf das Anlageergebnis hat und vergleicht dieses mit einer reinen Aktienanlage. Da die Vorgaben für die Beitragsgarantie in Zehner-Schrit-

ten eingestellt werden können, lassen sich verschiedene Szenarien durchspielen und vergleichen. Jeder kann damit selbst eine Untergrenze definieren, unter die das angesammelte Kapital nie fallen soll. Das neue Tool ist zu finden unter www.wiesorge-ich-mit-investment-vor. de Bei langfristiger Altersvorsorge spielen zwischenzeitliche Schwankungen des Vermögenswertes, (typisch für Aktienanlagen) aber nur eine untergeordnete Rolle, wenn der Ausstieg entsprechend geplant wird, so der DIA. 1/2016


Steuern/Finanzen

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Entscheidungen zu haushaltsnahen Dienstleistungen Versorgung und Betreuung Haustür-Austausch ist jetzt von Haustieren begünstigt auch steuerlich absetzbar Mit Urteil vom 3.9.2015 VI R 13/15 hat der VI. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) entschieden, dass die Versorgung und Betreuung eines im Haushalt des Steuerpflichtigen aufgenommenen Haustieres als haushaltsnahe Dienstleistung nach § 35a Abs. 2 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) begünstigt sein kann. Die Kläger ließen während des Urlaubs ihre Hauskatze von der "Tier- und Wohnungsbetreuung A" in ihrer Wohnung betreuen. Hierfür wurden ihnen 302,90 € in Rechnung gestellt. Die Rechnungen wurden per Überweisungen beglichen. In ihrer Einkommensteuererklärung beantragten sie für diese Aufwendungen eine Steuerermäßigung nach § 35a EStG. Danach ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer um 20 %, höchstens 4.000 €, der Aufwendungen des Steuerpflichtigen für die Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen. Das Finanzamt versagte den Klägerin den beantragten Steuervorteil. Es berief sich auf eine Verwaltungsanweisung des Bundesministeriums für Finanzen (Schreiben vom 10. Januar 2014, BStBl I 2014, 75). Danach sei u.a. für Tierbe-

treuungskosten keine Steuerermäßigung nach § 35a EStG zu gewähren. Dem ist nun der BFH entgegen getreten. Die Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen nach § 35a EStG sei zu gewähren, wenn die in Anspruch genommene Leistung eine hinreichende Nähe zur Haushaltsführung aufweise oder damit im Zusammenhang stehe. Davon sei insbesondere bei hauswirtschaftlichen Verrichtungen, die gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts oder entsprechend Beschäftigte erledigt würden und in regelmäßigen Abständen anfielen, auszugehen. Deshalb sei auch die Versorgung und Betreuung eines im Haushalt des Steuerpflichtigen aufgenommenen Haustieres eine haushaltsnahe Dienstleistung. Denn Tätigkeiten wie das Füttern, die Fellpflege, das Ausführen und die sonstige Beschäftigung des Tieres oder im Zusammenhang mit dem Tier erforderliche Reinigungsarbeiten fielen regelmäßig an und werden typischerweise durch den Steuerpflichtigen selbst oder andere Haushaltsangehörige erledigt. BFH

Schornsteinfegerleistungen wieder voll abzugsfähig Rechnungen des Schornsteinfegers gehören zu den Leistungen, die als Handwerkerleistung steuermindernd in Anspruch genommen werden können. Die Rechtsauffassung des Steuerzahlerbundes wird jetzt durch den Erlass des Bundesfinanzministeriums (BFM) vom 10.11.2015 bestätigt. Das BFM hatte ursprünglich die Kosten für die Mess- und Überprüfungsarbeiten einschließlich der Feuerstättenschau als Gutachtertätigkeiten eingestuft, die in der Steuererklärung nicht steuermindernd berücksichtigt werden kann. 1/2016

Der Bundesfinanzhof hat aber entschieden, dass die Kosten einer Dichtheitsprüfung den Handwerkerleistungen zuzurechnen sind und nicht als Gutachtertätigkeit gelten. Die Finanzverwaltung setzt dieses Urteil nun um und berücksichtigt jetzt auch die Schornsteinfegerleistungen wieder in vollem Umfang bei der Steuererklärung. Der Steuerzahlerbund empfiehlt bei Steuerbescheiden, die noch nicht bestandskräftig sind, die Kosten für den Schornsteinfeger nachträglich geltend zu machen.

Aufwendungen für Handwerkerleistungen in privaten Haushalten können jährlich bis zu 6.000 Euro der Arbeitskosten bei der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Um 20 % der Aufwendungen, maximal 1.200 Euro, kann damit die Steuerschuld reduziert werden. Ganz wichtig zu beachten war, dass eine der zu erfüllenden Voraussetzungen aus Sicht der Finanzverwaltung ist, dass die Leistung auf dem Grundstück des Steuerzahlers erbracht wird. Das Finanzgericht München gewährte die Steueranrechnung für Handwerkerleistungen jetzt aber auch für die Arbeiten an einer Haustür, obwohl diese nicht auf dem Grundstück, sondern in der Schreinerei durchgeführt wurden. Nach Ansicht des Finanzgerichts genügt es, dass die Leistungen in einem unmittelbaren Zusammenhang zum Haushalt durchgeführt werden, um auch von einer Handwerkerleistung "im" Haushalt sprechen zu können.

Hinweis: Da das Urteil des Finanzgerichts München rechtskräftig wurde, konnte sich der BFH nicht mit diesem Sachverhalt befassen, um eine höchstrichterliche Entscheidung zu fällen. Es ist daher davon auszugehen, dass die Finanzverwaltung so lange an ihrer bisherigen Rechtsprechung festhalten wird, bis der Bundesfinanzhof dieser Auffassung widerspricht. Urteil des Finanzgerichts München vom 23.2.15 - AZ: 7 K 1242/13 BStZ

Fiskus an den Kosten für den Winterdienst beteiligen Während sich viele Kinder über den ersten Schnee freuen, macht der Schnee den Erwachsenen oft mächtig Arbeit. Denn viele Mieter und Hauseigentümer trifft die Räumpflicht auf Wegen und Straßen. Manchen Steuerzahlern sind das frühe Aufstehen und der Griff zur Schneeschaufel jedoch zu mühsam: Beauftragen sie einen Dritten mit den Arbeiten, lassen sich diese Kosten steuerlich absetzen. Im Einzelnen: Eigentümer, aber auch Mieter, die für die Schneebeseitigung auf privaten oder öffentlichen Wegen zahlen, können die Kosten in der Einkommensteuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistungen ansetzen. Insgesamt können für

solche Dienstleistungen 20 % der Aufwendungen steuerlich berücksichtigt werden – maximal 4.000 Euro pro Jahr. Zahlt der Bürger z. B. 600 Euro für das Kehren des Gehwegs vor dem Haus, lassen sich mit dem Steuerbonus bis zu 120 Euro Steuern sparen. Voraussetzung für den Steuerabzug ist, dass der Räumdienst eine Rechnung ausstellt und der Rechnungsbetrag auf das Konto des Dienstleisters überwiesen wird. Doch Achtung: Nur die Arbeits- und Anfahrtskosten des Räumdienstes können steuerlich geltend gemacht werden. Materialkosten, die zum Beispiel für Streusalz anfallen, können nicht bei der Steuer abgezogen werden. BStZ


Steuern/Finanzen

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Werbungskosten: Zahlungen zum Versorgungsausgleich Mit Urteil vom 11.11.2015 (Az. 7 K 453/15 E) hat der 7. Senat des Finanzgerichts Münster entschieden, dass Ausgleichszahlungen an den geschiedenen Ehegatten im Rahmen des Versorgungsausgleichs als Werbungskosten abzugsfähig sein können. Der Kläger hatte mit seiner geschiedenen Ehefrau eine Scheidungsfolgenvereinbarung getroffen, die u.a. vorsah, dass der Kläger an diese eine Zahlung leisten sollte, um seine betriebliche Altersversorgung aus dem Versorgungsausgleich auszuschließen. Der Kläger beantragte beim Finanzamt die Berücksichtigung des gezahlten Betrages als Werbungskosten bei seinen Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit. Das Finanzamt lehnte dies mit der Begründung ab, dass es sich um einen Vorgang auf der privaten Vermögensebene handele. Der 7. Senat des Finanzgerichts Münster gab der hiergegen erhobenen Klage statt. Versor-

gungsausgleichszahlungen bei Ehescheidung gehören, so der Senat, zu abziehbaren Werbungskosten, wenn dem Inhaber des Anspruchs auf betriebliche Altersversorgung ohne die Ausgleichsvereinbarung bei Renteneintritt geringere Versorgungsbezüge zufließen würden. Die Ausgleichszahlung diene dann der Erhaltung der eigenen Versorgungsansprüche. Im Streitfall sei diese Voraussetzung gegeben. Nach den zum 01.01.2009 geänderten gesetzlichen Regelungen zum Versorgungsausgleich wäre ohne die Ausgleichszahlung das Versorgungsanwartschaftsrecht des Klägers zwischen ihm und seiner geschiedenen Ehefrau aufzuteilen gewesen. Diese Aufteilung hätte zur Folge gehabt, dass dem Kläger bei Renteneintritt von vornherein geringere Versorgungsbezüge zugeflossen wären. Der Senat hat wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtsfrage die Revision zum BFH zugelassen. justiz.nrw

Gesetzliche Krankenkassen:

Mit Kassenwechsel sparen Mit dem Jahreswechsel haben 59 aller wählbaren Krankenkassen ihre Beiträge erhöht. Den Aufschlag tragen allein die Arbeitnehmer. Deshalb lohnt sich für viele Versicherte ein Kassenwechsel jetzt besonders: Die maximal mögliche Ersparnis dadurch beträgt im besten Fall mehr als 400 Euro pro Jahr. Doch nicht nur der Beitrag der Kassen ist entscheidend, sie unterscheiden sich auch durch Leistungen und Service. Ein Kassenwechsel ist durch die Beitragserhöhung zum Jahreswechsel jetzt noch interessanter. Nimmt eine Kasse erstmals einen Zusatzbeitrag oder erhöht diesen, dürfen Versicherte umgehend kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende. Keine Kasse darf gesetzlich Versicherte ablehnen, wenn sie hinein wollen. Auch eine laufende Behandlung ist kein Wechselhindernis. Kunden müssen auch nicht befürch-

ten, in einer günstigen Kasse schlechter versorgt zu sein. Im Produktfinder Krankenkassen der Stiftung Warentest finden sich die Beitragssätze 2016 für 75 Krankenkassen und damit für 96 Prozent der gesetzlich Versicherten. Für diese Kassen zeigt der Produktfinder auch die von ihnen gebotenen Services und alle Extraleistungen. Um besonders viel Geld geht es etwa bei der Kinderwunschbehandlung (künstliche Befruchtung) oder Osteopathie. Aber auch besondere Leistungen rund um Impfung, Schwangerschaft, spezielle Heilmethoden oder Zahnvorsorge können die Wahl beeinflussen. Alle Wünsche können gefiltert werden und wenn die Wunschkasse feststeht, kann man schnell ermitteln, wie viel Geld ein Kassenwechsel bringt. Der Produktfinder ist unter www.test.de/krankenkassen abrufbar und kostet 3 Euro.

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Zuhause 1/2016  

Das überparteiliche Magazin für Haus- und Grundeigentümer

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