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Im Einsatz für den Frieden

e n i r a M t e f t n u u e L Zuk e g n u j r ü f n e v i t k e p s r Pe n i r e g i reinste

Die Que

Mama und Soldatin – das ist Obermaat Stephanie Meier: „Beruf und Familie lassen sich hier wirklich gut vereinbaren. Ich finde, dass die Bundeswehr ein familienfreundlicher Arbeitgeber ist“, sagt sie, die einen dreijährigen Sohn hat. „Morgens bringe ich den Kleinen in den Kindergarten und fahre zum Stützpunkt. Um 16 Uhr habe ich Feierabend und hole ihn ab. Das ist ideal“, erzählt sie. So viel Spaß ihr der Beruf als Rettungssanitäterin, spezialisiert in Tauchmedizin, auch macht: Dass es ihrer Familie gut geht, sei für sie immer das Wichtigste, betont sie. Seit 2007 ist die 31-Jährige bei der Marine. Da sie vor ihrem Eintritt in die Bundeswehr bereits eine Ausbildung zur Arzthelferin abgeschlossen hatte, wurde sie sofort mit dem Dienstgrad eines Obermaats eingestellt. Dass Stephanie nach ihrer Ausbildung von der Arztpraxis zum Marinestützpunkt wechselte, verdankt sie ihrem damaligen Chef. „Er hat mir von seiner Zeit bei der Marine erzählt und mich damit sehr, sehr neugierig gemacht“, erzählt sie.

Die Entscheidung, zur Bundeswehr zu gehen, habe sie nie bereut. „Mein Beruf ist so abwechslungsreich, das begeistert mich immer wieder“, sagt sie. Neben Familie und Beruf bleibt Stephanie auch noch Zeit für ihr Hobby: Freitags geht sie zum Volleyballtraining. Sport ist ein wichtiger Bestandteil ihres Jobs – es sei Voraussetzung fit zu sein, betont die Rettungssanitäterin. Ihr gefällt es, dass die Bewegung zu ihrem Beruf gehört.

r e g ä j n e n i M r De Seine erste scharfe Mine fand Obermaat Marcel Kreutzer 2010 vor Litauen. Zusammen mit rund 40 Kameraden war er dort auf einem Minenjagdboot unterwegs. Anderthalb Wochen hatte er nach Restbeständen aus Kriegszeiten Ausschau gehalten. Dann war es soweit – auf dem Sonar entdeckte er das Objekt: „Wir haben die Mine mit einer Drohne in die Luft gejagt. Die durch den Druck der Explosion ausgelöste Fontäne spritzte an die 40 Meter hoch“, erzählt er.

Nicht immer findet der Obermaat explosive Gegenstände: „Ölfässer, einen Kühlschrank, Getränkekisten – ich habe schon alles Mögliche auf dem Meeresgrund entdeckt“, sagt er. Etwa 100 Tage im Jahr verbringt der 25-Jährige auf See. Seine Einsätze führten ihn unter anderem nach Italien, Spanien, Frankreich, Schweden und Litauen. „Der Kontakt zu verschiedenen Kulturen reizt mich “, sagt der Obermaat. Vor sieben Jahren begann er seine Marinelaufbahn. Als er

t o l i P Der Ein Pilot bei der Marine, gibt es so etwas? Kapitänleutnant Steffen Hofmann ist der Beweis dafür, dass die Seestreitkräfte nicht nur auf dem Wasser, sondern auch in der Luft zu Hause sind. Als Hubschrauber-Pilot arbeitet er im Marinefliegergeschwader 5 in Nordholz als Luftfahrzeugeinsatzoffizier. Schon bevor Steffen Hofmann die Schule mit dem Abitur verließ, war er fasziniert von der Fliegerei und ganz besonders von Helikoptern. Da er bei der Bundeswehr gute Chancen sah, in seinem Traumberuf arbeiten zu können, begann er im Juli 2000 die Laufbahn des Offiziers. Dabei absolvierte er den üblichen Weg von der Grundausbildung bis hin zur Offizierausbildung. Parallel studierte er Luft- und Raumfahrttechnik, immer getrieben vom seinem Berufsziel: Hubschrauber-Pilot. Für Steffen Hofmann wurde der Traum vom Fliegen wahr. Als prägendstes Ereignis beschreibt der leidenschaftliche Pilot einen Flugeinsatz über Helgoland. „Der starke Nebel hat unseren Einsatz zu einer extremen Herausforderung

gemacht“, erzählt er. Die Sicht sei so schlecht gewesen, dass er und sein Team Nachtsichtbrillen einsetzen und sich weitgehend auf ihre Instrumente verlassen mussten. „So eine Erfahrung schweißt zusammen“, sagt er. Überhaupt ist Kameradschaft für den Kapitänleutnant eines der herausragenden Merkmale der Bundeswehr. Er schätzt sie sehr. „Die tiefe Verbundenheit unter den Kameraden und Kameradinnen basiert auf Vertrauen, Verlässlichkeit und auch auf Abhängigkeit im Einsatz und bei der Arbeit. Dadurch entsteht ein starker Zusammenhalt“, betont er.

damals zum Grundwehrdienst einberufen wurde, dachte er nicht daran, Karriere in der Truppe zu machen. Doch die Monate bei den Seestreitkräften begeisterten ihn so sehr, dass er sich verpflichtete. „Die Ausbildung hat mir großen Spaß gemacht“, betont er. Besonders die Teamarbeit und der Zusammenhalt der Kameraden gefielen ihm sehr. Wenn er mal nicht auf See ist, bereitet sich der Obermaat auf dem Marinestützpunkt in Kiel auf die nächsten Einsätze vor. Dann kann er auch für seine Lebensgefährtin da sein, die ihm den nötigen Rückhalt gibt und stolz auf ihn und seinen Beruf ist.


Wächter der Meere Mehr als 90 Prozent der Welthandelsgüter werden über den Seeweg transportiert. Doch wer garantiert dabei eigentlich die Sicherheit der beladenen Schiffe? Wer ist dafür zuständig, den Meeresraum so abzusichern, dass die Konsumenten wie gewohnt ihre Produkte in der nächsten Filiale erwerben können? Oder dass europäische Unternehmen ihre Waren sicher in andere Länder liefern können? Ein wichtiger Beschützer für die Sicherung der Handelswege ist die Deutsche Marine. Zu den Seestreitkräften der Bundeswehr gehören etwa 14.000 Soldatinnen und Soldaten. Doch ihr Auftrag umfasst noch viel mehr Aufgaben als nur die Handelssicherung. Marinesoldaten und -soldatinnen übernehmen unter anderem auch die Rettung von Menschen, die in Seenot geraten sind, sie leisten humanitäre Hilfe, sie sind permanent im Einsatz gegen den internationalen Terrorismus und im Kampf gegen Piraterie. So zum Beispiel vor Somalia, bei der „Operation Atalanta“ am Horn von Afrika, die im Dezember 2008 von der Europäischen Union ins Leben gerufen wurde. Mit 67 Kriegsschiffen, dem Ausbildungsschiff Gorch Fock und 53 Luftfahrzeugen trägt die Marine zur wirksamen Bekämpfung krimineller und terroristischer Organisationen, zum Beispiel auch in Afghanistan, im Sudan oder im Balkangebiet bei. Aufgrund ihrer umfangreicheren und spezialisierteren Ausrüstung unterstützt die Marine dabei auch die Tätigkeit der Polizei. Doch die vorhandenen Mittel wären ohne die intensive Zusammenarbeit der Soldaten und Soldatinnen nur wenig wert. Der Zusammenhalt innerhalb der Truppe lässt die Ausrüstung erst richtig wirksam werden. Denn ihre Teamfähigkeit ist eine der wichtigsten Eigenschaften, um die Effektivität der Seestreitkräfte der Bundeswehr Tag für Tag zu gewährleisten.

„Wir schreiBen solidarität GRoss“ In Kiel trainieren Marinesoldaten für den Ernstfall Ein ohrenbetäubendes Dröhnen durchdringt die Luft, dann geht alles ganz schnell: Der Bundeswehrhelikopter vom Typ MK41 Seaking rauscht über die Dächer des Marinestützpunkts hinweg und wirbelt das Wasser im Hafen auf. Über einem Tender scheint er in der Luft stehen zu bleiben. Durch eine Seitenluke fällt ein Seil auf das Schiff. Fünf Männer in Kampfanzügen seilen sich daran ab und gehen an Deck in Stellung. So schnell wie der Helikopter kam, verschwindet er auch wieder. Nur in der Ferne hört man noch das immer leiser werdende Dröhnen. Was sich an diesem Samstagnachmittag auf dem Marinestützpunkt in Kiel abspielt, ist nur eine Übung. Im Einsatz ist die professionelle Durchführung solcher Manöver entscheidend für die Sicherheit der Marinesoldatinnen und -soldaten. An Bord des Helikopters ist auch Boarding-Siche-

rungssoldat Erik Schmidt. Er ist einer von rund 14.000 Marinesoldaten und -soldatinnen. „Bei uns wird Solidarität groß geschrieben“, sagt der 25-Jährige. Anders funktioniere der Einsatz unter extremen Bedingungen nicht. Aus der Ferne kehrt der Helikopter zurück. Er dreht eine Runde über dem Stützpunkt, dann fliegt er ganz tief über dem Wasser entlang. Aus der Luke springen zwei Taucher. Die schwarze See scheint sie zu verschlucken. Nach wenigen Sekunden tauchen sie wieder auf. Sie schwimmen einige Meter, dann senkt sich aus dem Hubschrauber ein Korb auf die Wasserfläche. Nacheinander werden die beiden wieder an Bord gezogen – etwa elf Meter nach oben. Währenddessen nähern sich aus dem Hintergrund Schnellboote. Die Wasserspur, die sie hinter sich herziehen, ist dreimal so breit wie die Boote selbst, verursacht von

einem gewaltigen Antrieb. Sie fahren eine Runde im Hafen, dann drehen sie ab. Der Ort, an dem die Soldatinnen uind Soldaten für den Einsatz üben, ist der Marinestützpunkt Kiel. Er wurde bereits 1865 gegründet und zählt mit seinen rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bis heute zu den wichtigsten Standorten in ganz Deutschland. Flottillenadmiral Thomas Jugel bezeichnet ihn sogar als „logistische Drehscheibe der Marine“, da hier jährlich 4.000 Tonnen Güter umgeladen werden. Mit der Übung zeigt die Marine ihre Fähigkeiten, die sie täglich in der ganzen Welt unter Beweis stellt. Ihre Soldaten und Soldatinnen sind am Horn von Afrika, vor der Küste Libanons, in Nord- und Ostsee und an vielen weiteren Orten unterwegs und leisten ihren Beitrag für die Friedenssicherung, Terrorbekämpfung und die Eingrenzung der Piraterie.

r eh w es nd Bu r zu t ne er Int r Pe : ipp kt ic Kl r De Für jugendliche Internetnutzer führt der nächste Weg zur Bundeswehr über treff.bundeswehr.de. Diese Seite bietet vor allem für junge Menschen spannende Informationen rund um den Aufbau und die Ausrüstung eines der größten deutschen Arbeitgeber. Darüber hinaus liefert die Seite aber auch einen Einblick in die vielen militärischen und zivilen Chancen, die die Bundeswehr bietet. Die Seite ist bunt und übersichtlich, so dass man sich leicht zurechtfinden kann. Das Angebot reicht von Hintergrundinformationen

zur Geschichte der Bundeswehr über Berichte zu verschiedenen Inlands- und Auslandseinsätzen bis hin zu einem Veranstaltungskalender. Dort wird zum persönlichen Dialog eingeladen, zum Beispiel zu Events. Neben Erfahrungsberichten über Einsatz und Alltag von Soldatinnen und Soldaten bietet die Seite eine Plattform für Diskussion und Austausch mit vielen jungen Leuten. Dort kann man ganz einfach das Jugendmagazin „infopost“ und Poster kostenlos bestellen!

Wer sich für eine konkrete Karriere bei der Bundeswehr interessiert, der bekommt auf bundeswehr-karriere.de hilfreiche Tipps. Dort zeigt die virtuelle Wehrdienstberaterin Stefanie Fischer berufliche Perspektiven bei der Bundeswehr auf. Egal ob Nachwuchskräfte einen zivilen oder militärischen Beruf suchen – Stefanie hat für jeden das passende Angebot. Außerdem stellt die Internetseite die verschiedenen Berufsprofile bei der Bundeswehr ausführlich vor.


Im Einsatz für den Frieden Marine : Was erwartet mich ? Einsatzfelder Die Marine bietet eine Fülle an Arbeits- und Ausbildungsangeboten. Eine praxisnahe Ausbildung und Einsatzorte auf der ganzen Welt machen die Arbeit bei den Seestreitkräften äußerst abwechslungsreich. Die Marine ist ein attraktiver Arbeitgeber. Derzeit befinden sich in Deutschland etwa 14.000 Soldatinnen und Soldaten im Dienst der Marine. Davon sind 1.000 aktiv im Einsatz. Die Marine überwacht Seegebiete, evakuiert und rettet deutsche Staatsbürger in Notlagen und bekämpft den internationalen Terrorismus. Die Männer und Frauen der Marine sind dabei nicht nur in Deutschland tätig, sondern weltweit im Einsatz. Am Horn von Afrika bekämpfen sie beispielsweise die Piraterie und sichern Handelswege. Im Libanon unterstützen sie die Regierung im Kampf gegen Waffenschmuggel. Außerdem helfen Marinesoldatinnen und -soldaten dort auch bei der Ausbildung libanesischer Einheiten. Selbst in Afghanistan werden Marinesoldatinnen und -soldaten eingesetzt – unter anderem bei Flugeinsätzen.

„Die richtige Entscheidung“ im Interview: FlotTillenadmiral Thomas Jugel Thomas Jugel kam vor 35 Jahren zur Marine der deutschen Bundeswehr. Heute ist er Flottillenadmiral, verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern. Im Interview spricht er über seinen Einsatz am Horn von Afrika, Herausforderungen für die Seestreitkräfte und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Voraussetzungen Doch was muss man eigentlich mitbringen, um Marinesoldat/in werden zu können? Wichtige Voraussetzungen sind, neben dem Mindestalter von 17 Jahren und dem Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft, Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, technisches Grundwissen, körperliche Fitness und die Beendigung der gesetzlichen Vollzeitschulpflicht.

Ausbildung Wer erst einmal bei der Marine ist, kann je nach Schulabschluss und Verpflichtungszeit aus einer Vielzahl an Ausbildungsgängen wählen – ob als Mannschaftsdienstgrad, als Unteroffizier oder als Offizier. Insgesamt gibt es, je nach Qualifikationsgrad des Soldaten, zwischen 50 und 60 Ausbildungsangebote sowie die Möglichkeit zum Studium. Obwohl die Hauptaufgabe der Marine der Einsatz auf dem Meer ist, gibt es bei den Seestreitkräften auch die Möglichkeit, im Flugbetrieb oder als Infanterist Karriere zu machen. Wie bei den anderen Organisationsbereichen der Bundeswehr greifen auch bei der Marine verschiedene Kompetenzbereiche eng ineinander.

Herr Jugel, als Flottillenadmiral müssen Sie den großen Überblick behalten, kommen Sie da eigentlich überhaupt noch selbst in Einsatzgebiete? Und ob! Ich beteilige mich nach wie vor an Einsätzen. Erst im vergangenen Jahr habe ich als erster Befehlshaber für vier Monate die Mission „Atalanta“ am Horn von Afrika kommandiert. Der Hauptauftrag der Europäischen Union ist es dabei, Handelswege zu sichern und die Piraterie wirksam zu bekämpfen. Wie muss man sich denn die Piraten des 21. Jahrhunderts vorstellen? Sicher nicht mit Totenkopffahne und Augenklappen. Diese Männer kommen aus der untersten Schicht. Sie sind bitterarm. In der Regel verdienen sie im Jahr höchstens 200 Dollar. Wenn sie ein Handelsschiff überfallen, springen da schnell mal 10.000 Dollar pro Person heraus. Damit hat man in Somalia lange Zeit ausgesorgt. Die Piraterie ist dort professionalisiert, ein richtiges Geschäftsmodell. Reichere rüsten Ärmere mit

Kalaschnikows, kleinen, wendigen Booten, Leitern und Enterhaken aus, um die Raubüberfälle durchzuführen. Kamen Sie während Ihres Einsatzes im vergangenen Jahr auch selbst mit Piraten in Kontakt? Im September musste ich als Seebefehlshaber des europäischen Seeverbandes eine Geiselbefreiung vor Somalia kommandieren. Ein französischer Segelkatamaran war dort von Piraten entführt worden. Bei der Befreiungsaktion kam es auch zu Schusswechseln. Dieses Aufeinandertreffen hat mich schwer beeindruckt. Für mich ist es schlimm, dass der französische Skipper die Entführung nicht überlebt hat. Wir konnten aber seine Frau retten. Wie gehen Sie damit um, dass Sie unter bestimmten Umständen selbst einen anderen Menschen töten müssen? Es würde mir definitiv nicht leichtfallen. Dennoch glaube ich, dass unsere Freiheit entscheidend davon abhängt, dass Soldaten sie verteidigen. Ich halte es für unrealistisch zu glauben, dass die Welt von allein zu einem friedlichen Ort wird. Das sieht man schon an der Piraterie vor Somalia. Eine Herausforderung für Offiziere ist ja auch die Vereinbarung von Beruf und Familie. Wie machen Sie das? In der Regel stehen für Offiziere alle zwei Jahre Versetzungen an. Als meine Kinder noch jünger waren, sind wir aber sieben Jahre lang an einem Ort geblieben, und ich bin gependelt, damit die Familie ein wenig Ruhe hatte. Als ich nach Lissabon ging, waren meine Kinder älter und kamen begeistert mit. Es war für alle eine wichtige und positive Erfahrung. Leider wird es dann schwer, soziale Strukturen wie Freundschaften und Vereinsaktivitäten zu verfestigen. Haben Sie jemals an Ihrer Entscheidung zur Marine zu gehen gezweifelt? Nein, niemals! Man kommt zwar nicht jeden Tag mit der gleichen Begeisterung zur Arbeit, aber meistens habe ich hier wirklich gerne gearbeitet. Und bereut habe ich die Entscheidung für die Bundeswehr definitiv nie.


n e d ie r F n e d r ü f z t a s in E Im is ax Pr r de s au en g un hr fa Er d un n ce Chan „Ich habe bei der ‚Telekom‘ der Bundeswehr angefangen – als Fernmelder“, erzählt Stabsfeldwebel Arne Schadebrodt jungen Männern und Frauen, die sich für die Bundeswehr interessieren. Er tut es mit einem Augenzwinkern. Fernmelder sind im Einsatz für die Einrichtung des Kommunikationsnetzes zuständig. Kommunikation spielt auch in seiner neuen Position eine entscheidende, wenn auch völlig andere Rolle. Seit drei Jahren ist Arne Schadebrodt Wehrdienstberater. „Es macht mir unheimlich Spaß, mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten und ihnen die Karrieremöglichkeiten zu zeigen, die die Bundeswehr bietet“, so Schadebrodt. Dabei analysiere er immer sehr genau ihre Erwartungen. „Manchmal muss ich Menschen, die zu mir kommen, auch sagen: Der Beruf, den du hier machen willst, ist vielleicht nicht das, was du dir darunter vorstellst“. Der Stabsfeldwebel ist keiner, der blind rekrutieren möchte. Er nimmt die Träume und Wünsche der jungen Menschen ernst und sucht gemeinsam mit ihnen nach der passenden Laufbahn in der Bundeswehr.

Karriereberatung: Hauptbootsmann Thomas Ziegler im Gespräch.

Arne Schadebrodt kam selbst als junger Mann zur Bundeswehr. Durch die Wehrpflicht hatte er keine andere Wahl. Aus der bloßen Pflicht wurde für den Stabsfeldwebel allerdings bald eine Tätigkeit, die ihm viel Freude bereitete. „Mir gefiel es bei der Bundeswehr, die Karri-

erechancen waren gut, und so habe ich mich zunächst auf vier Jahre verpflichtet“, erzählt er. Dass junge Menschen heute nicht über die Wehrpflicht den Weg in die Truppe finden, sieht Schadebrodt als eine große Herausforderung für die Streitkräfte. „Im Bereich der

Offizier- und Unteroffizierlaufbahnen spielt es zwar keine Rolle, da dort häufig auch Männer und Frauen mit abgeschlossener Berufsausbildung einsteigen. Bei den Mannschaftsdienstgraden haben wir allerdings einen erhöhten Personalbedarf“. In über 200 Büros in der ganzen Bundesrepublik gibt es Wehrdienst- bzw. Karriereberater, die jungen Menschen die Bundeswehr näher bringen. Sie klären mit Interessierten die Voraussetzungen, die sie mitbringen müssen, und suchen dann nach passenden Möglichkeiten innerhalb der Streitkräfte. „Wer bei uns Karriere machen will, muss mindestens 17 Jahre alt sein, darf keine hohen Schulden oder Vorstrafen haben und muss außerdem deutscher Staatsbürger sein“, erklärt Stabsfeldwebel Schadebrodt. Hinzu kommt eine Prüfung der charakterlichen und physischen Voraussetzungen der Rekruten. In zwei Jahren wird Arne Schadebrodt wieder zu den Fernmeldern zurückkehren. Wehrdienstberater ist man bei der Bundewehr in der Regel nie länger als fünf Jahre. „Wir sollen den Kontakt zur Truppe nicht verlieren. Ein Wehrdienstberater muss genau über das Bescheid wissen, was er jungen Menschen erzählt“, sagt er. Bis es soweit ist, will er jungen Erwachsenen aber mit vollem Einsatz die Karrieremöglichkeiten der Bundeswehr näher bringen.

Freiwilliger Wehrdienst

n ce an ch gs tie fs Au it m tt re gb un pr es ier Karr Wenn er gefragt wird, was ihn während seiner Ausbildung bisher am meisten beeindruckte, erzählt Henry Wittke, Obergefreiter der Marine, begeistert von dem Einsatz, in dem ein Kampfjet in nur 30 Metern Höhe über seinen Kopf hinweg zischte. Nur eine Übung, aber der echte Einsatz kann ganz ähnlich verlaufen. Der 19-jährige Abiturient, der seit 12 Monaten freiwillig Wehrdienst leistet, plante ursprünglich, ein Jahr im Ausland zu arbeiten und die Welt zu sehen. Diesen Plan verwarf er aber bald – er hatte einen neuen Traum: Er wollte zur Marine. Die Lebenserfahrung sei es, die ihn gelockt

habe – der Traum vom Abenteuer, von Mobilität und der Wunsch, sich selbst mit allen Stärken und Schwächen besser kennenzulernen. Besonders bereichernd an seinem Beruf findet Henry Wittke die Teamarbeit. Momentan verbringt er seine Zeit nach der dreimonatigen Grundausbildung meist auf den Booten, ist für das Hissen der Schiffsflagge zuständig und gibt Befehle und Anweisungen weiter. Wenn er nicht von Montag bis Freitag auf dem Schiff bleibt, dauert sein Arbeitstag in der Regel von 7.30 Uhr bis 15.30 Uhr. Am Wochenende hat er die Möglichkeit, seine Familie in Hamburg zu

besuchen. Die Zugfahrkarten für die Heimreise bekommt er bezahlt, Verpflegung und Unterkunft stellt der Marinestützpunkt Kiel. Für diese Unterstützungen ist der Soldat sehr dankbar. Dadurch bleibe mehr von seinem momentanen Verdienst von 1.000 Euro übrig. Henry ist von seinen Erfahrungen bei der Marine so überzeugt, dass er plant, sich für 13 Jahre zu verpflichten und eine der zahlreichen Aufstiegsmöglichkeiten zu nutzen. Er würde gerne bei der Bundeswehr studieren. Am liebsten Politik oder Wirtschaft.

IMPRESSUM Herausgeber: Bundesministerium der Verteidigung (BMVg), P I 4 (Jugendmarketing), Postfach 13 28, 53003 Bonn Alle Texte wurden verfasst von Teilnehmer­innen und Teilnehmern auf dem 124. jugend presse kongress vom 21. bis 23. September 2012 auf dem Marinestützpunkt Kiel.

„Ein Tag bei der Marine – und ich habe mich ein wenig in die Seefahrt verliebt.“

„Ich hätte nicht gedacht, wie viele verschiedene Möglichkeiten es bei der Marine gibt, Karriere zu machen.“

„Das war eine einmalige Chance, Soldatinnen und Soldaten bei der Arbeit zu sehen.“

Alisa, 18 Jahre

Aaron, 18 Jahre

Elena, 18 Jahre

Veranstalter des Kongresses: young leaders GmbH, Berlin; im Auftrag des BMVg Konzept und Gestaltung: medienlabor – Agentur für Kommunikation und Medienentwicklung KG Fotos: Sebastian Prill, Alexander Bressel und Bundeswehrarchiv

1323 1212 100 S1112, Best.-Nr.: 1323


Zukunft Marine - Perspektiven für junge Leute