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KLAGENFURT 2012

BERUF STUDIUM WEITERBILDUNG 29.11. – 01.12.2012

MESSE KLAGENFURT

E-BOOK | 1. DEZEMBER

2012 BeSt³ DIE MESSE FÜR BERUF, STUDIUM UND WEITERBILDUNG

Mädchen auf dem Vormarsch Frauenpower – Frauenlandesrätin Beate Prettner steht auf der BeSt³ in Klagenfurt für die Berufsorientierungsmesse für Mädchen und deren BesucherInnen ein. Im Interview erzählt sie mehr darüber.

Wieso ist es Ihnen besonders wichtig, dass die Berufsorientierungsmesse für Mädchen, kurz BOMM, auf der BeSt³ vertreten ist? Prettner: Das BOMM-Experiment ist heuer erstmalig auf der BeSt³, um Mädchen und jungen Frauen die männliche Arbeitswelt näher zu bringen. Klassische Frauenberufe, wie Friseurin oder Bürokauffrau, sind in der Frauenwelt viel zu stark vertreten. Mehr als 50 % der Frauen üben traditionelle Frauenberufe aus.

„Der Spruch, das Lernen hört nicht mit der Schule auf, ist für mich äußerst zutreffend.“ Beate Prettner

Die BOMM will auch in anderen Berufen Bewusstsein schaffen. Insgesamt gibt es mehr als 1600 Berufe. Wir wollen besonders jungen Frauen, Eltern und auch LehrerInnen männertypische Berufe näher vorstellen. Wie sehen Sie bei uns die Entwicklung der Frauen in Punkto Arbeit? Prettner: Im Gegensatz zu früher gibt es eine eindeutige Bes-

serung. Früher hatten Mädchen keinen Mut, HTL zu besuchen oder einen männertypischen Beruf auszuüben. Hier fällt mir ein gutes Beispiel ein. In den 80er-Jahren gab es ein einziges Mädchen im Umkreis Villach, das eine HTL besuchte. Sie war innerhalb kurzer Zeit stadtbekannt, denn damals war dies sehr außergewöhnlich.

„Mit einem guten Netzwerk schafft man fast alles.“ Beate Prettner

Ist es für Frauen immer noch schwierig, in klassischen Männerberufen erfolgreich zu werden? Prettner: Das Bewusstsein der Arbeitgeber steigt. Es gibt so gut wie keine oder wenige Branchen, in denen keine Frauen tätig sind. Dies hat sich im Vergleich zu früher stark verändert. Wir haben hier in Kärnten eine ständig steigende Abwanderung, da es einfach zu wenig Angebote für Frauen gibt. Es muss sich noch mehr ändern, aber wir sind auf einem guten Weg. Was empfehlen Sie, wenn man als Frau in einem männlichen Beruf das Standbein sucht? Prettner: Wie überall sonst, ist die gute Grundausbildung wichtige Voraussetzung. Man sollte neugierig sein und Interesse zeigen. Steve Jobs sagte „Stay hungry and foolish“ – „Bleib wissbegierig und behalte deinen Leichtsinn.“ Auch eine offene Art ist immer von Vorteil. Für mich ist die Eigenständigkeit besonders wichtig. Auch die drei

Foto: Julia Saxl

Warum ist die BeSt³ für junge Erwachsene besonders wichtig? Beate Prettner: Die Messe in Klagenfurt bietet im wahrsten Sinne des Wortes BeSt³e Chancen, um sich weitläufig über Zukunftsmöglichkeiten im Berufsleben zu informieren. So viel Kompetenz und Fachwissen an einem Ort versammelt, das findet man selten. Dies ist eine gute Orientierungshilfe für alle.

Die engagierte Landesrätin setzt sich für Gleichberechtigung der Frauen in Männerberufen ein.

berühmten „L - Lebens-LangesLernen“, lege ich allen jungen Mädchen und Frauen ans Herz. Wie sind Sie zum Berufswechsevon der Gynäkologin zur Landtagsabgeordneten gekommen? Prettner: Gynäkologin zu werden, war schon immer mein Wunsch. Viele politische Themen haben mich sehr aufgeregt. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, die Politik zu verändern. Man muss teilnehmen, um etwas zu bewirken.

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Abschließend haben wir noch eine persönliche Frage. Wie schaffen Sie es, Ihre Kinder und die Arbeit unter einen Hut zu bringen? Prettner: Mein Ehemann und mein soziales Umfeld spielen dabei eine riesige Rolle. Die Bestärkung von zuhause gibt mir Kraft. Ich würde all jenen, die trotz Kinder das Berufsleben nicht aufgeben wollen, raten, die Unterstützung von Familie, Freunden, Bekannten und Verwandten anzunehmen. Mit einem guten Netzwerk schafft man fast alles.


Foto: Eva Waldner

ECHTE MÄNNER

Pascal und Maxi (v.l.) wurden von dem Bundesheerstand in ihren Bann gezogen. Die Ausrüstung und die „coolen Waffen“ waren ein Hingucker für die beiden. Zudem hinterlässt die HTL Lastenstraße mit ihren technischen Ausstellungsstücken einen großen Eindruck.

Wie ist die Idee der BOMM entstanden? Barbara Fuchs: In den letzten Jahren ist uns auf der BeSt³aufgefallen, dass Burschen sich selbstbewusst an Messestände herantrauen, hingegen Mädchen schüchterner sind und im Hintergrund das Geschehen beobachten. Die BOMM gibt Mädchen die Chance, sich an andere Berufsfelder heranzuwagen und selbst Initiative zu ergreifen, um Neues auszuprobieren. Wie sind die AustellerInnen ausgesucht worden? Fuchs: Die AustellerInnen wurden gezielt angefragt. Somit wurde versucht, eine Vielfalt an Betrieben aus verschiedensten Bereichen zu gewinnen. Es wurde darauf geachtet, ein bunt gemischtes Sortiment an Karrieremöglichkeiten aus verschiedenen Bundesländern anzubieten.

Foto: Eva Waldner

ÜBERSICHTLICH

Bereits nach kurzem Aufenthalt auf der BeSt³ konnte man die Begeisterung der Familie Berger deutlich spüren. Die übersichtliche Struktur und Beschriftung der Messestände vereinfacht ihnen die Suche nach der geeigneten Ausbildung. – Doris, Corinna und Christian Berger

Foto: Eva Waldner

Welche Messestände sind besonders gut bei den weiblichen Gästen angekommen? Fuchs: Das Interesse kam auf der BOMM nirgends zu kurz, aber besonders die Messestände, an denen man handwerklich sein Geschick unter Beweis stellen konnte, waren heiß begehrt. Die Workshops kamen sogar so gut an, dass sie jeden Tag fast ausgebucht waren.

Interesse an den verschiedensten Berufen zeigten. Es freut mich, dass die BOMM so gut angekommen ist.

Wird die BOMM die nächsten Jahre auf der BeSt³ vertreten sein? Fuchs: Es hängt von den Zusagen der AustellerInnen ab. Wir sind jedoch zuversichtlich, einen Tag auf der nächsten BeSt³ dabei sein zu können. Welches Gesamtresümee ziehen Sie aus den letzten drei Tagen? Fuchs: Es war eine sehr produktive Kooperation mit der BeSt³, da sehr viele Mädchen großes

Fuchs freut sich über den Erfolg der BOMM.

Rundherum Chemie Zukunft – Der Messestand der Bildungsplattform „Chemie & Bildung“ ermöglicht auf der BeSt³ Einblicke in eine oft fremde Welt.

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KLEIN ABER FEIN

Ein bisschen enttäuscht hingegen schlenderten Patrick und Marie durch die Messe. Auch wenn ihr Besuch sehr informativ war, wurden ihre Ansprüche und Erwartungen nicht ganz erfüllt. Ihrer Meinung nach war die Messehalle für die vielen Informationsstände einfach zu klein.

Erfolg – Zum Abschluss der Berufsorientierungsmesse für Mädchen (BOMM) gab Barbara Fuchs vom Kärntner Frauen Referat ein Interview.

Foto: Heißenberger

Zu den zahlreichen Besuchern der Best³ zählen Johanna und Lena (v.l.). Einen Stand, der sie besonders begeisterte, konnten die beiden noch nicht entdecken, jedoch bleibt ihnen die BOMM aufgrund ihrer pinken Farbe stark im Gedächtnis.

BOMM – ein Projekt für die Zukunft

eagenzgläser, gefüllt mit verschiedenfärbigen Flüssigkeiten, jede Menge unbekannter Gerüche in der Luft, ab und zu explodiert etwas. Ist das das Leben der Chemiker? Falsch gedacht, denn in Wirklichkeit beeinflusst die Chemie viele unserer Lebensbereiche. Sie forschen in der Lebens- und Genussmittelindustrie, in der Medizin, in der Stahlindustrie und in praktisch allen anderen Lebensbereichen. Die Ausbildungseinrichtung „Chemie & Bildung“ ist gefragt wie nie zuvor. Die Schule bietet ein viersemstrieges ChemieKolleg für MaturantInnen. Das Aufnahmeverfahren ist anders als in den meisten Instituten. Alle BewerberInnen haben die Möglichkeit, vier Wochen lang den Unterricht zu erleben und erste Erfahrungen zu sammeln. Nach dieser Zeit muss man eine Prüfung absolvieren, wobei der Teststoff alles beinhaltet, was in

der bisherigen Zeit gelernt wurde. Aufgrund dieses Verfahrens haben alle dieselbe Chance, aufgenommen zu werden. Da jährlich lediglich 24 Studierende aufgenommen werden, ist das Jobangebot groß, weil man diese Ausbildung mit einem Diplom abschließt. Der Unterricht besteht nicht nur aus Theoriestunden, sondern 50 Prozent der Lehreinheiten werden im Labor verbracht. Wichtig für die Bildungsplattform sind aber auch mehrere Praktika in verschiedenen Unternehmen. „Einzigartig ist die Berufspraxis, die wir vermitteln. Dadurch wird der Einstieg ins Berufsleben um vieles vereinfacht“, erklärt Barbara Steyrer, Professorin am Ausbildungszentrum. Aber es gibt auch für Lehrlinge passende Angebote. Die Werkmeisterschule mit Bezug zur technischen Chemie und Umwelttechnik ermöglicht eine berufsbegleitende Weiterbildung.

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Dieses Modul dauert ebenso vier Semester, man schließt es mit dem WerkmeisterInnenbrief ab.

Foto: Martina Kirchmair

Foto: Eva Waldner

PINKE BOMM

Sie arbeiten mit chemischen Analysen und beeinflussen unser Leben dabei öfter, als wir denken.


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Anna 19, Schülerin der HBLA Pitz elstätten, gewann auf der BeSt³ einen guten Übe rblick über verschie dene Studien. Die gesamm elten Informationen sind sehr ausführlich, sod ass die angehende Maturantin sich gut in ihr Wu nschfachgebiet einfühlen konnte. – Foto: Heißen berger

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Katharina (l inks) und Je ssica vom O St.Hemma, RG beide 18 Jah re alt, waren m den Antwort it en, die sie au f all b ek am en , se h r zu fr ie d en ihre Fragen . Sie k on nte wichtige Info n rmationen ü ber verschie Studien sam dene meln.

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Mutter und T ochter, Veron ika ronika (60), machten sich (18) und Veauf den weite Weg aus der n Steiermark n ach Klagenfu um das vielfä rt, ltige Angebo t der BeSt³ au nutzen. Noch szukonnte sich T ochter Veron nicht entsch ika eiden.


Auch Lehrer brauchen Lehrer Schule – Bei der Podiumsdiskussion auf der Best³ unter dem Motto „LehrerInnen - attraktiver denn je“ nahmen drei Expertinnen Stellung zum Thema. Sie informierten über die verschiedenen Optionen und Voraussetzungen. STUDIUM MIT BEHINDERUNG Für körperlich oder psychisch beeinträchtigte Studierende gibt es dementsprechend besondere Unterstützung und Beihilfen. Für Blinde, Rollstuhlfahrer und Gehörlose, bei denen die Behinderung mindestens 50% beträgt, erhöht sich die Beihilfe. Ebenso steigt die Altersgrenze des Studiums von 30 auf 35 Jahre.

Die drei Expertinnen vertreten auf der BeSt³ ihre Meinungen.

D

en Zugang zu Kindern zu finden und die Freude mit ihnen zu arbeiten ist eine der Hauptvoraussetzungen für den Lehrerberuf “, betont Sabine Reissner von der Pädagogischen Hochschule Steiermark. Junge Studierende sollten für die Ausbildung als Lehrperson Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Selbstständigkeit und Flexibilität mitbringen. Besonders Spontaneität sollten angehende Lehrpersonen mitbringen, denn schließlich ist jeder Schüler ein Individuum und somit unterscheidet sich der Schulalltag von Tag zu Tag deutlich. Maria Wobak, Pädagogische Hochschule Kärnten, fügt noch hinzu: „Professionalität sollte im Vordergrund stehen, damit weiterhin die Anforderungen des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur erfüllt

werden können. Für einen Ausbildungsplatz an einer Pädagogischen Hochschule sind verschiedene Aufnahmeverfahren zu absolvieren. Die Hauptvoraussetzung, um überhaupt genommen zu werden, ist die Reife- und Diplomprüfung. Die Aufnahmeverfahren dauern meist einen Tag lang und decken die Bereiche eines psychologischen Gespräches bis hin zur Beobachtung der BewerberInnen im Schulalltag ab. Ingeborg Holzmann von der kirchlichen Pädagogischen Hochschule Graz berichtet: „Jährlich werden 500 Aufnahmeverfahren veranstaltet, von denen jedoch insgesamt nur 90 BewerberInnen zugelassen werden.“ Als angehende Lehrperson sollte man sich im Klaren sein, dass diese Arbeit keine reine Vormittagstätigkeit ist, sondern

dass man auch nachmittags gewisse Pflichten und Aufgaben zu erfüllen hat. Dazu gehören auch die Betreuung und Beratung für Schüler sowie deren Eltern. „Das veraltete Klischee, Personen wählen den Lehrerberuf aufgrund der vielen Ferien, trifft nicht mehr zu“, erklärt Wobak. Als Lehrperson sollte man eine gefestigte Persönlichkeit sein, um auch kritisch auf die eigene Arbeit zu schauen. Verantwortungsbewusstsein für sich selbst und ebenso für seine SchülerInnen gehören zu den Hauptaufgaben einer LehrerIn. Gerade in Zeiten der neuen Mittelschule steht die Teamfähigkeit häufiger im Vordergrund. Reissner betont: „Einzelkämpfer sind schon lange nicht mehr gefragt, vielmehr sollten Lehrpersonen eine Gemeinschaft bilden!“

Viele Mütter und Väter haben trotz Familie den Wunsch zu studieren. Eine Studienbeihilfe sowie eine Verlängerung der Anspruchsdauer auf Studienbeihilfe werden insbesondere bei Schwangeren gewährleistet. Die Beihilfe erhöht sich monatlich für Studierende mit Kind. Nähere Infos hierzu unter www.stipendium.at

STUDIEREN IM AUSLAND

Foto: iStock

Foto: Eva Waldner

STUDIEREN MIT KINDERN

Auslandsstudierende erhalten zusätzlich zur monatlichen Studienbeihilfe einen Anspruch auf eine weitere Beihilfe, damit auch das Studium im Ausland finanzierbar ist. Die maximale Förderungsdauer liegt bei 20 Monaten. Nähere Infos hierzu unter www.stipendium.at

IMPRESSUM – Herausgeber und Medieninhaber: SoWi-Holding der Universität Innsbruck, Mag. Maximilian Egger M.A., Universitätsstraße 15, 6020 Innsbruck | Produktion: Ferrarischule/ Medienkolleg Innsbruck, Weinhartstraße 4, 6020 Innsbruck | Redaktion: Ferrarischule Innsbruck; S. Gruber, S. Heidegger, J. Heißenberger, K. Kindl, M.Kindler, M. Paizoni, C. Salchner, J. Saxl, E. Waldner, T. Würtenberger, Birgitt Drewes | Layout & Satz: Medienkolleg für Kommunikations- und Mediendesign Innsbruck; Willi Hofer | Grafik: M. Unterrainer | Druck: Repa Copy Klagenfurt

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