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EDITORIAL

Ohne STANDARDS läuft nichts In schöner Regelmäßigkeit ist immer wieder einmal zu hören, Mobile Payment stehe kurz vor seinem ganz großen Durchbruch. Es gibt jedoch auch immer wieder Gründe, warum dann doch zurückgerudert und die flächendeckende Einführung für irgendwann in den nächsten zwei oder drei Jahren angekündigt wird. Dies liegt schlicht und ergreifend an fehlenden Standards. ENN SELBST WENN JEMAND WILLENS SEIN SOLLTE, mit dem Smartphone zu bezahlen, muss er sich in dem jeweiligen Geschäft oder der Supermarktkette zunächst auf das dort geltende Verfahren einlassen. Near Field Communication (NFC), von der im Zusammenhang mit eventuellen Standards öfter die Rede ist, scheidet für alle Apple-Nutzer per se aus. Das iPhone unterstützt diese Technik nicht. Dies lässt einige Marktbeobachter vermuten, Apple werde erst dann mit NFC herauskommen, wenn ein eigenes Geschäftsmodell dahinter den eigenen Umsatz steigern könne. So wie man es mit iTunes und dem iPod damals schon einmal praktizierte.

D

Wie hilfreich Standards sein können, zeigt das Beispiel der drahtlosen Netzwerke. Dort beteiligen sich die Hersteller an der Verbreitung und der Umsetzung des neuen Standards, der die Nutzung von WLAN noch komfortabler macht. Dies ist im Sinne der Anwender und zahlt sich letztlich für die Betreiber aus.

Guido Piech, verantwortlicher Redakteur von MOBILE BUSINESS

Mehr zu den beiden Themen Mobile Payment und WLAN-Infrastrukturen finden Sie in dieser Ausgabe. Viele Spaß beim Lesen,

IHR FEEDBACK

Guido Piech

E-Mail: redaktion@mobilebusiness.de Telefon: 02204/9214 0 @MOBredaktion

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TOPSTORIES

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ERFOLGLOSES MOBILES BEZAHLEN ❱❱❱ Die Idee hinter „Mobile Payment“ ist denkbar einfach – doch warum erfreut sich die angebliche Erleichterung dann bislang kaum an Beliebtheit?

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WER ROCKT DEN BAU? ❱❱❱ Mit einer Portion Robustheit ausgestattet, können mobile Endgeräte die Arbeitsprozesse in der Baubranche beschleunigen.

078

WLAN – BEKANNTE, ABER HEISSE DATENQUELLE ❱❱❱ Das drahtlose, lokale Internet gilt für Unternehmen als kritischer Teil der Netzwerkstrategie – zur Effizienzsteigerung der Mitarbeiter sowie für Marketingzwecke und Kundengewinnung.

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MOBILE MARKET

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008

MOBILE IM FOKUS ❱❱❱ Im Interview spricht Jennifer Davies, Yahoo, über den mobilen Bereich des Bilderdienstes Flickr.

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STRATEGY

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MOBILITY-INITIATIVEN STARTEN OFT BEI DEN ANWENDERN ❱❱❱ Interview mit Peter Goldbrunner, Director Partner Sales Central Europe bei Citrix

010

TROJANER ALS EXPORTSCHLAGER ❱❱❱ Mobile Android-Schädlinge breiten sich, mit Tendenz zur Internationalisierung, aus.

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016

DAS SMARTPHONE WIRD ZUR BANKFILIALE ❱❱❱ Was sind die Herausforderungen der Bankenbranche in Sachen Mobile Payment?

BEACONS REVOLUTIONIEREN DEN STATIONÄREN HANDEL ❱❱❱ Der Einzelhandel steckt große Erwartungen in die Beacon-Technologie, lassen sich so Kunden über ihr Smartphone direkt ansprechen.

MOBILE PAYMENT

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032

036

MOBILE PAYMENT IST PER SE NICHT NOTWENDIG ❱❱❱ Interview mit Markus Herrmann, Mm1, über die Akzeptanz von mobilen Bezahlmöglichkeiten

038

HAT MOBILE PAYMENT SEINE ZUKUNFT SCHON HINTER SICH? ❱❱❱ Ein Kommentar von Dr. Key Pousttchi, Wi-Mobile Dr. Pousttchi GmbH, darüber, warum niemand Mobile Payment braucht, sich aber trotzdem ein Markt dafür entwickelt [ STANDARDS

012

00 4

Editorial Mobiles Deutschland Mobile Trends Business-Smartphone-Übersicht Ruggedized-Tablet-Übersicht Bau-Apps Automotive-Apps Mobile Events Impressum

003 030 039 042 050 066 072 088 090

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Berlin hat gewählt.

moon-agentur.de

INHALT

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NO PROCESSING

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START-UP

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BARGELDLOS SHOPPEN ❱❱❱ MOBILE BUSINESS präsentiert innovative Start-ups, die mit ihren Ideen die mobile Branche aufmischen möchten. Diesmal: Paij

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AUTOMOTIVE

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070

BESCHLEUNIGTES ANDROID ❱❱❱ Google hat im Frühjahr die Gründung der Open Automotive Alliance bekannt gegeben – dadurch soll Android im Automobil durchstarten.

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[ MACHINE2MACHINE ] 044

WEITBLICK IST WICHTIGER ALS SIM-KARTEN ❱❱❱ Die Einsatzmöglichkeiten von M2M sind scheinbar unbegrenzt, doch mit dem einfachen Einlegen einer M2M-SIM-Karte ist es oft nicht getan.

048

NIE MEHR SERVICEWÜSTE ❱❱❱ Im Interview erklärt Frank von Eitzen, NTT Data, welche Akzeptanz Service-Apps im Automotive-Umfeld besitzen.

[ PRAXIS ] 084

MIT M2M ALLE TASSEN ZÄHLEN ❱❱❱ Beim Kaffeesystemvertrieb Cap&Cino werden für die Rechnungserstellung die Zählerstände der Kunden automatisiert erfasst.

STAPLER TRIFFT TABLET ❱❱❱ Geobra Brandstätter, Hersteller der bekannten Playmobil-Figuren, ersetzt im Werk Dietenhofen die auf Gabelstapler installierten Panel-PCs durch mobile Tablet-PCs.

[ UNDER CONSTRUCTION ]

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INTEGRIERTE KOMMUNIKATION AM BAU ❱❱❱ Um Bauprojekte möglichst zeitsparend abzuschließen, bedarf es eines durchgängigen Informationstransfers zwischen Büro und Baustelle – mobile Geräte können diesen realisieren.

Gemeinsam mit BlackBerry® schützen wir nicht nur die Geheimnisse der Bundesregierung, sondern auch die von immer mehr Unternehmen. Dazu haben wir Telefonie, SMS und E-Mail-Kommunikation abhörsicher im nagelneuen BlackBerry® 10 vereint. Komfortabler kann man vertrauliche Informationen kaum bewahren. Mehr Informationen erhalten Sie unter www.secusmart.com

„OHNE MOBILE KEIN DESKTOPBUSINESS“ ❱❱❱ Philip Rooke, Spreadshirt, spricht im Interview darüber, warum die Zahlen mobil getätigter Bestellungen im E-Commerce noch hinter denen mit stationären Geräten liegen.

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GLASKLARER SERVICE ❱❱❱ Volker Tings, Eternit Flachdach, berichtet im Interview über die Idee, die hinter einer eigenen App zur Sanierung von Dachelementen steckt.

034

Die Bildschirmabbildungen sind simuliert. BlackBerry® sowie zugehörige Warenzeichen, Namen und Logos sind Eigentum von Research In Motion Limited und sind in den USA und anderen Ländern registriert und /oder werden dort verwendet. Verwendet unter Lizenz von Research In Motion Limited.


MOBILE MARKET

SIGNALISIERUNG

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]

Facebook Messenger

Google Search

Whatsapp

Hotmail

Facebook

Mail Yahoo Mail

Twitter

Gmail Youtube

Yahoo Search DATENVOLUMEN

LASTVERKEHR

POPULĂ„RE APPS

belasten die Netze EINE STUDIE VON ALCATEL-LUCENT ZEIGT, welche Mobilfunkapplikationen das 3G-Netz stark auslasten.

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MOBILE MARKET

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weitere Artikel 008

Flickr setzt auf Mobile

Im Interview spricht Jennifer Davies über die mobile Ausrichtung des Fotodienstes. 010

Trojanische Exporte

Android-Schädlinge breiten sich immer internationaler aus.

AUSWERTUNGEN DES NETZANALYSETOOLS „WIRELESS NETWORK GUARDIAN“ BELEGEN DER STUDIE ZUFOLGE: GOOGLE SEARCH, FACEBOOK, WHATSAPP, FACEBOOK MESSENGER UND YOUTUBE BENÖTIGEN AM MEISTEN BANDBREITE UND ERZEUGEN VIEL SIGNALISIERUNGSVERKEHR.

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Beacons im Handel

Revolutioniert die neue Mobile-Technologie den Handel oder sind die Kunden jetzt schon genervt?

Die Netzanalyse lieferte Informationen über die Bandbreite, d.h. das benötigte Datenvolumen zur Nutzung von Apps, und die Signalisierung, d.h. die Kommunikation zwischen Netz (insbesondere den Basisstationen) und Endgerät. Aufgrund dieser Informationen wurde eine Rangliste erstellt. In den „Mobile Applications Rankings Report“ sind Metadaten von mehr als 15 Millionen Nutzern von 3G-Netzen weltweit eingeflossen. WWW.ALCATEL-LUCENT.DE

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007


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MOBILE MARKET

]

◗ Frau Davies, es hat sich viel getan bei Flickr und Yahoo – wie haben Sie den neuen Schwung erlebt?

Jennifer Davies ... ... Director Mobile Business Operations, ist dafür zuständig, Yahoos mobile Produkte für Europa und den Nahen Osten auszurollen. Zuvor war Jennifer Davies für das Thema Social zuständig, u.a. für die Weiterentwicklung und regionale Ausrichtung von Yahoos Fotocommunity Flickr, die Yahoo-Integration mit Facebook sowie für die Community Yahoo Clever. Bevor die 39jährige zu Yahoo kam, war sie von 2005 bis 2009 bei Expedia beschäftigt, zuvor arbeitete sie für T-Mobile International in London und Bonn sowie für Vodafone in Düsseldorf.

JENNIFER DAVIES: Ja, es hat sich viel getan bei uns, gerade im Laufe des letzten Jahres. Deutliche Zeichen dafür sind die Neuerungen, die wir im letzten Jahr veröffentlicht haben. Wir konnten Limitierungen, die vorher bestanden, beseitigen: Jedem Nutzer bieten wir jetzt ein Terabyte Speicherplatz für Bilder an, unsere Webseite konnten wir neu gestalten und intensiv in Mobility investieren. Außerdem konnten wir einige Firmen kaufen und eingliedern – und das als Unternehmen, welches selbst von Yahoo gekauft wurde.

◗ Veränderte sich mit den Neuerungen die Ausrichtung von Flickr? Hin zu privaten Accounts, weg von der ambitionierten Amateurfotografen-Plattform? Das würde ich so nicht sagen. Flickr, die Gemeinschaft ambitionierter Amateurfotografen oder sogar Profifotografen, hat sich nicht geändert. Was hinzugekommen ist, sind viele private Nutzer. Wir erleben viel mehr private Uploads von Einzelnutzern – die meisten über Mobilgeräte -, aber wie gesagt, ich würde es nicht so werten, dass hier zwei verschiedene Nutzergruppen agieren. Es sind einfach unterschiedliche Anwendungsfälle: Das eine ist öffentlich, das andere privat.

DAVIES:

◗ Im mobilen Bereich gibt es viel Konkurrenz, z.B. Instagram oder Pinterest. Wie bewerten Sie dieses Marktgefüge? Der ganze Markt hat sich wahnsinnig verändert und ist riesengroß geworden. Rückblickend kann man sagen: Wir waren die erste Fotocommunity, die diesen Service in großem Maßstab anbot. Aber: Flickr ist Flickr und nicht X, Y oder Z.

DAVIES:

Mobile im Fokus DIE FOTOCOMMUNITY FLICKR – mittlerweile über Zehn Jahre aktiv – gehört zum Internetgiganten Yahoo. Über die Bedeutung des mobilen Bereiches für den Bilderdienst und seine 92 Millionen Nutzer sprach MOBILE BUSINESS mit Jennifer Davies, Director Mobile Business Operations, Yahoo EMEA.

Februar 2004 Flickr wird auf der O’Reilly-EmergingTech-Konferenz vorgestellt.

00 8

März 2004 Upload-Limit: 1 MB pro Foto

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März 2005 Yahoo kauft Flickr

◗ Wird sich diese Menge an Diensten zum Teilen und Speichern von Fotos konsolidieren? DAVIES: Das lässt sich schwer sagen. Konsolidierung ist

möglich, aber der Markt wächst immer noch enorm. Wir stehen erst am Anfang, gerade der mobile Bereich wächst unglaublich stark. Mobile ist keine Wette mehr! Wenn ich mir anschaue, welche Browser auf unsere Webseite zugreifen: Der Anteil mobiler Browser steigt unglaublich stark.

◗ Welche mobilen Systeme genießen für Sie Priorität? DAVIES: Unsere Fokussierung liegt auf Android und iOS. Wir möchten auf diesen beiden Plattformen alle Formfaktoren abdecken.

November 2007 2 Milliarden Fotos

September 2010 5 Milliarden Fotos

September 2009 erste iPhone-App

September 2011 erste Android-App

August 2011 6 Milliarden Fotos


[

◗ Wie steht es um Windows oder alternative OS? DAVIES: Mal schauen. Wir wollen vor allem dort präsent sein, wo die Nutzer sind. Aus Businessperspektive heraus legen wir großen Wert auf das Developer Network. Auch auf Windows-Phones finden sich gute Flickr-Apps von der Developer Community.

◗ Mit diesem Ansatz haben Sie gute Erfahrungen gemacht? DAVIES: Absolut, ja. Unsere Phi-

losophie ist: Wir bauen immer erst unsere APIs und benutzen sie selbst. Es ist nicht so, dass ein Produkt gebaut wird und dann noch ein paar APIs für die Developer gebastelt werden. Wir geben die APIs direkt an die Community frei.

◗ Dass der amerikanische Markt den Takt vorgibt, wird Ihrer Meinung nach so bleiben? DAVIES: Es ist erstaunlich, wie viele der technologisch erfolgreichen Innovationen aus dem Silicon Valley kommen. Dort kommen bestimmte Faktoren zusammen: die Investitionsfreunde der Kapitalgeber, die Dynamik sowie die Vernetzung. Es ist zwar ein riesengroßes Valley, aber es gibt viele Kontakte zwischen den Firmen.

◗ Inwiefern können Unternehmen Flickr nutzen? Wenn Unternehmen eine Plattform suchen, um sich fotografisch zu präsentieren, dann ist Flickr genau richtig. Im September 2013 haben wir dafür eine wichtige Voraussetzung geändert: Wir hatten kein Follow-Modell,

DAVIES:

Februar 2014 Flickr wird

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sondern Nutzer mussten ein Unternehmen als Kontakt hinzufügen. Dies haben wir geändert und jetzt können die Nutzer jeder Marke oder jedem Benutzer einfach folgen. Darüber hinaus ist „Crowdfunding für Bilder“ eine der besten Funktionen, die wir Unternehmen anbieten können. Wenn ein Unternehmen eine Marketingkampagne plant und darüber nachdenkt, sein eigenes Produkt mit Bildern aus der Community anzureichern, kann man diesbezüglich sehr gut mit uns zusammenarbeiten.

◗ Haben Sie konkrete Beispiele für eine solche Kampagne? DAVIES: Zum Beispiel unsere eigene Kampagne Flickr

12 Days oder generell die Yahoo-Wetter-App.

◗ Welche strategische Ausrichtung verfolgt Flickr? Welche Schritte sind als Nächstes geplant? Wir haben sicher sehr US-lastig angefangen, aber wir schauen nun auch viel mehr nach Europa. Internationale Märkte stehen 2014 im Fokus. Im letzten Jahr haben wir uns auf das Redesign und die mobilen Anwendungen konzentriert, 2014 wird es weiterhin stark um Mobile gehen, aber auch um die Intelligenz um Bilder herum. Fotos, die Nutzer aufnehmen, laden viele heute automatisch in die Cloud. Die ganzen Prozesse davor – Caption vergeben usw. – werden verschwinden. Wir denken intensiv darüber nach, wie dies zu lösen ist.

DAVIES:

◗ An der Stelle sollten wir über Datenschutz und Privatsphäre reden. Interessant ist, dass Ihr Unternehmen und andere an automatischen Bilderkennungsalgorythmen arbeiten: Was kann man damit später einmal alles aus Bildern herauslesen, was dem Nutzern heute noch gar nicht bewusst ist? Wo liegen die Möglichkeiten, wo die Gefahren? DAVIES: Immer, wenn es um Privatsphäre und Bildrechte geht, sind wir sehr konservativ. Wir haben immer gesagt, dass Bilder nicht Flickr, sondern dem Nutzer gehören. Es gibt bei der Bilderkennung zwei Wege: Der eine ist, dass man transparent ist und dem Nutzer sagt: Wir glauben, hier handelt es sich um dies oder jenes. Oder man macht es eben still im Hintergrund. Und so, wie wir momentan darüber nachdenken, werden wir es wie bei den Bildrechten und wie bei der Privatsphäre machen: transparent.

Was bereits möglich ist: Frontal aufgenommene Gesichter sind leicht erkennbar. Schwerer ist es, Dinge im Foto zu identifizieren. Ob innerhalb oder außerhalb eines Raumes fotografiert wurde, ist durch die Belichtungsverhältnisse herauszubekommen. Je mehr man ins Detail geht, desto schwieriger wird es. Möglich ist aber definitiv vieles. ROBERT SCHINDLER

MOBILE MARKET

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Flickr 3.0: Neue Flickr-App für iOSund Android-Geräte ◗ Die im April veröffentlichte Flickr-App für iPhone, iPod Touch und Android bietet Nutzern die Möglichkeit, Videos mit einer Länge von bis zu 30 Sekunden in HD-Qualität über die App aufzunehmen und zu bearbeiten. Um die Verwaltung und das Finden bestimmter Fotos zu erleichtern, hat Flickr in der neuen Version die Tagging- und Suchfunktionen verbessert. Metadaten und Tags werden nun automatisch hinzugefügt. Das neue Design der App stellt die Fotos der Flickr-Nutzer gezielter in den Vordergrund. Nutzer können im endlosen Fotostream Bilder aus der ganzen Welt entdecken und mit den Fotografen interagieren, Bilder als Favoriten markieren, kommentieren oder sie auf sozialen Netzwerken teilen. Erweiterte Bilddetails, wie z.B. Kameratyp und Linse, sollen dabei helfen, mit anderen Fotografen ins Gespräch zu kommen sowie Fähigkeiten und Kenntnisse zu erweitern.

Project Weather ◗ Die Yahoo-Wetter-App verknüpft Wetterinformationen und -vorhersagen mit passenden lokalen Bildern aus Flickr. Crowdsourcing-Fotos zeigen, wie der gesuchte Ort bei der aktuellen Wetterlage aussieht. Wer die App durch eigene Bilder bereichern möchte, kann seine Fotos mit Ortsangabe der entsprechenden Flickr-Gruppe „Project Weather“ hinzufügen und so einem Millionenpublikum zeigen. Wird ein Foto in der App verwendet, zeigt eine CopyrightAngabe am unteren Bildrand den Namen des Flickr-Nutzers, der es aufgenommen und eingestellt hat.

Ex-Flickr-Produktchef Markus Spiering wechselt zur Berliner Fotocommunity Eyeem ◗ Der 36jährige Spiering soll die Produktenwicklung bei Eyeem voranbringen und sich um den US-Markt kümmern. Der gebürtige Dresdner war seit 2011 vom Silicon Valley aus maßgeblich für die Neuausrichtung von Yahoos Fotodienst Flickr verantwortlich. www.eyeem.com

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MOBILE MARKET

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MOBILE ANDROID-SCHÄDLINGE BREITEN SICH AUS

Trojaner als Exportschlager AKTUELL BEOBACHTET EIN BEKANNTER IT-SICHERHEITSSPEZIALIST bei vermeintlich aus Russland stammenden mobilen Schädlingen einen Trend hin zur Internationalisierung.

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Weltweite Bedrohung mobiler Android-Trojaner im ersten Quartal 2014 Quelle: Kaspersky Lab

ZAHLEN UND FAKTEN

>5 3-5 2-3 1-2 0-1

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81

Die durchschnittliche Nutzungsdauer von Smartphones beträgt aktuell 81 Minuten pro Tag. # QUELLE: GOLDMEDIA CUSTOM RESEARCH

Top 10 angegriffener Länder Prozentualer Anteil an Attacken 1. Russland 2. Indien 3. Kasachstan 4. Ukraine 5. Großbritannien 6. Deutschland 7. Vietnam 8. Malaysia 9. Spanien 10. Polen

48,90 5,23 4,55 3,27 2,79 2,70 2,44 1,79 1,58 1,54

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IN BEISPIEL IST DER

E SMS-TROJANER „Trojan-

SMS.AndroidOS.Stealer.a“, der im ersten Quartal 2014 fast ein Viertel (22,8 Prozent) aller mobilen Attacken weltweit ausmachte, die von Sicherheitslösungen des ITAnbieters Kaspersky Lab blockiert wurden. Der Trojaner integriert eine Konfigurationsdatei, die es dem mobilen Schädling ermöglicht, Nutzer in verschiedenen Ländern der Welt zu attackieren. Er wird über legitime Apps verbreitet und bietet die klassischen Funktionen eines SMS-Trojaners: Er ist in der Lage, Webseiten zu öffnen, SMS-Nachrichten zu blockieren und zu versenden, Standortdaten

einzusehen, Apps zu installieren, den „Debugging“-Modus zu deaktivieren bzw. zu aktivieren oder System- und Nutzerdaten einzusehen und umzustellen. Bisher war der Trojaner in insgesamt 14 Ländern aktiv, darunter auch in Deutschland.

Verdoppelung mobiler Banking-Trojaner Ein weiterer Trend – vor allem in Russland – ist der rasante Anstieg der Verbreitung mobiler BankingTrojaner. Ende des vergangenen Jahres kannte der IT-Sicherheitsanbieter noch 1.321 einzelne mobile Banking-Trojaner. Ende des ersten Quartals 2014 waren es bereits 2.503 solcher Schädlinge. Einer von ihnen nennt sich „Faketoken“ und taucht in bisher 55 Ländern auf – darunter auch in Deutschland. Dieser Schädling ermöglicht Cyberkriminellen Zugriff auf das Bankkonto des infizierten Nutzers. Anschließend werden mTAN-Nummern abgefangen und Geld von den Konten der Opfer auf die der Cyberkriminellen überwiesen. WWW.KASPERSKY.COM/DE

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Die Anzahl an App-Malware hat sich verdreifacht, ein Drittel aller Apps enthält mittlerweile gefährlichen Schadcode. # QUELLE: MCAFEE

Vierunddreißig 34 Prozent der deutschen CIOs lehnen Fachjargon und Branchenschlagwörter ab. # QUELLE: TECH HEADS 2013 REPORT/ION

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Fast ein Fünftel der jährlich 58 Millionen Passagiere des Frankfurter Flughafens benutzt regelmäßig mobile Bordkarten. # QUELLE: SITA

6 bis 7

Ein Fünftel der 6- bis 7jährigen nutzt Smartphones und mit zehn Jahren sind Kinder im Schnitt 22 Minuten pro Tag online. # QUELLE: BITKOM

115.000.000 Die aktuell rund 115 Millonen deutschen Mobilfunkteilnehmer besitzen durchschnittlich 1,4 SIM-Karten. # QUELLE: BUNDESNETZAGENTUR


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MOBILE MARKET

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LOHNT SICH MOBILFUNKMANAGEMENT?

Tarife: Heute aktuell, morgen veraltet MOBILFUNK IN UNTERNEHMEN IST SEHR KOMPLEX: Es geht nicht nur darum, die Endgeräte zu verwalten und sicher in das Netzwerk einzubinden. Vielmehr gilt es, verschiedene Tarife und Optionen zu verwalten, auf- und abzubuchen, Hardware zu bestellen und Rechnungen zu prüfen. Der naheliegende Schritt, das Mobilfunkmanagement auszulagern, sollte allerdings gut überlegt werden, denn er lohnt sich nicht für jedes Unternehmen. Einsparungen zwischen 10 und 25 Prozent sind aber möglich.

Faktor Komplexität Je höher die Komplexität beim Einsatz mobiler Geräte, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass sich das Outsourcing rentiert. Die reine Nutzerzahl ist dabei kein Kriterium. Ein Szenario mit 300 Nutzern, die lediglich erreichbar sein sollen, etwa bei Transport- und Logistikunternehmen, ist weniger komplex als ein Unternehmen mit 100 weltweit tätigen Außendienstmitarbeitern, die für ihre Kommunikation ausschließlich Mobiltelefone nutzen. Erst wenn die Komplexität durch Vertrags- und Optionsvielfalt oder die Prozesse so zunimmt, dass der Überblick verlorengeht oder das Management zu zeitaufwendig wird, sollte ein Outsourcing in Betracht gezogen werden.

Faktor Kosten Der zweite Aspekt ist die Kostenrechnung. Die meisten Anbieter rechnen das Mobilfunkmanagement über einen monatlichen Preis pro Karte ab. Der kann zwischen 3 und 7 Euro liegen. Stellen Unternehmen diesen Kosten die eigenen Personalkosten gegenüber, sollte sich durch das Outsourcing eine Einsparung ergeben. Sprechen Komplexität und Kostenrechnung für eine Auslagerung, gilt es, einen geeigneten Dienstleister zu finden. Auch dafür

Aus der Praxis Ein Anbieter von Lösungen für Post- und Dokumentenverarbeitung entschied sich nach dem Ausscheiden des zuständigen Mitarbeiters für das Outsourcing des Mobilfunkmanagements. Der Dienstleister modernisierte das bislang manuell durchgeführte Mobilfunkmanagement in mehrfacher Weise, indem Mitarbeiterprofile für Vertrieb, Technik und Innendienst definiert wurden, die ausgerichtet am Bedarf feste Tarife,

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Optionen und Standardgeräte erhalten. Tarife und Optionen werden regelmäßig analysiert und angepasst. Aus einem zentralen Lager für alle Niederlassungen in Deutschland liefert der Dienstleister die Geräte nach benötigtem Profil konfiguriert an die Mitarbeiter aus. Störungen, Hardwareprobleme und andere Nutzeranfragen nimmt der externe Partner über eine eigene Hotline entgegen.


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Nutzungsverhalten Um die Mobilfunknutzung zu optimieren, wird das Nutzungsverhalten der Mitarbeiter analysiert. Optimierungspotential steckt vor allem in Verträgen, Hardware und Tarifen. Mit dem Kunden werden Anforderungen, Richtlinien und Berechtigungen festgelegt und daraufhin ein erster Tarifcheck durchgeführt. Im schnelllebigen Mobilfunkmarkt sind Tarife und Optionen heutzutage häufig nach drei Monaten schon veraltet. Eine Anpassung wie früher – alle zwei Jahre – ist nicht mehr zu empfehlen. FRIEDERIKE HOMBURG-ZIEBIG

Welche Leistungen

umfasst das Mobilfunkmanagement?

VERTRAGSVERWALTUNG Persönlicher Ansprechpartner Kostenfreie Servicerufnummer Direkte Schnittstelle zum Carrier Individuelle Verwaltung, Dokumentation und Pflege der Karten ✓ Proaktive Rückmeldung bei Auffälligkeiten ✓ Hinterlegung von Richtlinien und Berechtigungen für Aufträge ✓ ✓ ✓ ✓

HARDWAREVERWALTUNG ✓ Beratung und Unterstützung bei der Auswahl ✓ Verwaltung der Gerätedaten ✓ Organisation der Bestellungen ✓ Durchführung von Reklamationen

TARIFOPTIMIERUNG ✓ ✓ ✓ ✓

Quartalsweise Analyse Identifizierung von Einsparpotentialen Proaktive Optimierungsvorschläge Durchführung von Vertragsverlängerungen

RECHNUNGSPRÜFUNG ✓ Monatliche Prüfung und proaktive Rückmeldung ✓ Durchführung von Reklamationen ✓ Zuordnung von Kostenstellen/ Mitarbeitern auf der Rechnung Quelle: Consense GmbH

gibt es klare Kriterien. Der Partner sollte providerund endgeräteunabhängig arbeiten und einen zentralen Ansprechpartner für den Kunden benennen. Er muss vertrauenswürdig sein, denn er soll vertrauliche Daten verwalten. Daher sollten Datenschutzrichtlinien vertraglich festgehalten werden. Schließlich sollte der Dienstleister eine transparente Kostenstruktur haben und über einen Prozess für die Rückspielung von Daten in die Systeme des Unternehmens verfügen, wenn das Serviceverhältnis beendet wird.

MOBILE MARKET

REPORTING ✓ Monatlicher Bericht ✓ Aufteilung von Grundgebühr und variablen Kosten ✓ Monatliche E-Mail an Mitarbeiter mit Kostenübersicht

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MOBILE MARKET

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REVOLUTIONIEREN DEN STATIONÄREN HANDEL BEI BEACONS, ZU DEUTSCH „LEUCHTFEUER“, handelt es sich um kleine Platinen mit Bluetooth-Sender und Knopfzelle. Beide Komponenten stecken in einem Kunststoffgehäuse, das in der Größe zwischen einem dicken 2-Euro-Stück und einer PC-Maus rangiert.

ie ein Leuchtfeuer erlauben die kleinen Sender vorüberziehenden Smartphones und anderen Empfängern die Bestimmung ihrer Position und den Austausch von Daten via Bluetooth Low Energy (BLE). Kein Wunder, dass der Einzelhandel große Erwartungen in die kleine Boxen steckt, kann er doch mit ihnen den Nutzer in lokalen Situationen über dessen Smartphone direkt ansprechen.

W

Direkte Ansprache Aber allein in der verbesserten Ansprachemöglichkeit von Interessenten am Ort der tatsächlichen, physischen Kaufprozesse steckt nicht das entscheidende Potential der Beacons. Vielmehr geht es darum, die lokale Präsenz eines Nutzers mit seinen entweder bereits erfolgten oder kommenden digitalen Aktivtäten verbinden zu können. Ziel ist die nahtlose Einbindung digitaler Angebote in alle Kanäle, Geräte, Ereignisse, Situationen und Orte. Für eine „Seamless Shopping Experience“ und um konkrete Service- und Kaufanreize anbieten zu können, nutzt man bereits bekannte Interessen oder die Kaufhistorie des Kunden. Voraussetzung ist die Bereitschaft des Käufers, in einen solchen hoch personalisierten Dialog mit dem Händler einzusteigen. Wichtig dazu ist ein einfacher Onboarding-Prozess: Für diesen bedarf es einer Beacon-App, die bereits auf dem Smartphone des Konsumenten installiert ist oder auf die er durch einen deutlichen Hinweis am POS aufmerksam gemacht wird. Sofern diese App vorhanden ist, startet sie ihre Aktivitäten, sobald sie einen relevanten Beacon identifiziert hat. MARIE-LOUISE SADAKANE / JAN GESSENHARDT

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Kundenseitig akzeptierte Kommunikation via Beacons kann erfolgreich werden durch: ◗ kontextsensitive Inhalte und idealerweise einen konkreten Nutzungsanlass (sofort) ◗ kontextbezogene, personalisierte Mehrwerte (z.B. Coupons, Treuepunkte) ◗ eigenständige „Komfortservices“ (Terminvereinbarung, Direktbuchung, vereinfachte Zahlung durch Mobile Payment)


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MOBILE MARKET

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EINSATZSZENARIEN VON BEACONS IM HANDEL

Quelle: Aperto Move GmbH

„Click and Collect“

„Mobile Payment“ Beim Betreten der Filiale wird die Beacon-App gestartet und der Kunde direkt mit einer Nachricht begrüßt, die seinen Abholcode für die Lieferung enthält. Die zugestellte Ware gefällt und er bestätigt dem Verkäufer, dass er das Produkt gerne mit seinem Handy zahlen möchte. Der Verkäufer gibt den zu entrichtenden Betrag in der Kasse ein und auf dem Handy des Nutzers erscheint die Bitte um Bestätigung. Mit einem Klick ist über die Verifikation der Handynummer der Kaufprozess abgeschlossen.

Ein Kunde löst zuhause auf seinem Desktop eine Bestellung aus, spart die Versandgebühren und nutzt die Möglichkeit, die Ware direkt in der nächsten Filiale abzuholen. Innerhalb des Check-out-Prozesses wird nur seine Handynummer benötigt, die als zentrale persönliche Identität online, in der App und am POS als einfache und sichere Identifizierung genutzt wird.

„Digital Guestbook“ Verstärkte Interaktion und Empfehlungsbereitschaft der Nutzer am POS mit Verbindung zu Social-Media-Kanälen ist eine Möglichkeit, die sich anbietet.

„Interactive Shop Window“ Ein weiteres Beacon-Szenario ist die verbesserte Produktpräsentation durch zusätzliche digitale Informationen am POS.

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MOBILE MARKET

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Bluetooth-Beacons als Spamschleuder? MILLIARDENSCHWER SOLL DER MARKT FÜR ORTSBASIERTE ANWENDUNGEN IM HANDEL WERDEN. Doch er könnte frühzeitig scheitern: Der Kunde will seine Ruhe beim Einkauf. is zum Erscheinen von iOS 7 war die Beacon-Technologie noch weitgehend unbekannt. Die entsprechende iOS-Funktion heißt iBeacon und bringt alles mit, damit ortsbasierte Pushanwendungen auf dem iPhone laufen. Es gibt zahlreiche denkbare Einsatzmöglichkeiten, bei denen alle möglichen Objekte in einer Umgebung kontextualisiert und personalisiert werden. Das ist natürlich genau das, was Werber und Marketer sich als Idealbild vorstellen: Der Konsument bekommt nur die Produktinfos zu sehen, die seinen aktuellen Präferenzen und Bedürfnissen entsprechen.

B

Umsatzsteigerung durch Einsatz von Beacons? Mobiles Marketing hoch drei scheint also die Devise in Sachen Beacons zu sein. Beispielsweise sollen Passanten über die Kleidung informiert werden, die sich an der Schaufensterpuppe vor ihren Augen befindet. Ein weiteres Einsatzgebiet ist mobiles Stadtmarketing: Mit einer App sollen die Kunden eines Händlers für den Ladenbesuch Bonuspunkte sammeln können. Auch ein bekannter Systemgastronom ist bereits aktiv und testet in deutschen Filialen die Verteilung von Coupons per Beacon.

Beacon-Infos ◗ Ableger des Funkstandards Bluetooth mit dem Namen „Bluetooth Low Energy (BLE)” ◗ Reichweite von rund zehn Metern ◗ Übertragungsrate von maximal einem Megabit pro Sekunde ◗ Datendurchsatzrate von rund einem Viertel Megabit pro Sekunde

Die Aufzählung solcher Pilotprojekte könnte noch weitergehen. Ein großer Teil kommt aus dem Bereich Handel, meist geht es um Coupons, Sonderangebote oder Produktinfos, die wie Onlinewerbung über das Tracking der Einkäufe ohne Streuverluste an den Kunden gebracht werden sollen. Ist „Kauf mich, du willst es doch“ nun die Botschaft, die in Zukunft auf unsere Smartphones kommt? Die Euphorie könnte ganz schnell einen Dämpfer erhalten, wenn sich die Ergebnisse einer Studie der Kundenfeedback-Experten von Opinionlab auch in der Praxis bewahrheiten.

Die Kunden mögen Beacons nicht In Kürze: Drei Viertel der Kunden trauen dem Handel nicht einen Millimeter weit. Die meisten Nutzer werden sich wohl den Pushdiensten und dem Tracking ihres Aufenthaltsortes verweigern. Extrem viele Kunden (88 Prozent) glauben nicht, dass Beacons das Einkaufserlebnis verbessern, und in Sachen Datenschutz und Sicherheit gibt es auch eine Mehrheit (68,5 Prozent) der Skeptiker. Das nun häufig zu hörende Argument, es handele sich hier um ein Phänomen der nicht digitalen, älteren Generation, sticht in diesem Fall nicht: Auch junge Leute unter 30 lehnen das Tracking von Einkäufen ab (77 Prozent) und glauben nicht (76 Prozent) an die Sicherheitsversprechen der Anbieter. Die Studie ist ein Hinweis, dass sich die hochfliegenden Pläne zahlreicher Anbieter von Beacon-Services von selbst erledigen könnten. Etwa jeder zweite der Befragten würde ein Ladengeschäft mit Beacon-Tracking gar nicht erst besuchen. Das klingt nicht gut für den Handel, es klingt schon gar nicht nach der „Brave New World“ des Marketings, bei der ein kleiner Mann im Ohr permanent Werbung einflüstert. INGO STEINHAUS

Beispiele für den Einsatz im Alltag Die automatische Registrierung von Fahrgästen beim Betreten und Verlassen einer Straßenbahn, um die automatische Abbuchung von Fahrpreisen zu ermöglichen. Ein moderner Museumsführer für Smartphones, der Informationen nicht in einer festen Route, sondern je nach der Position des Besuchers liefert. Auch für Wearables ist BLE eine nützliche Technik, da sie auf diese Weise Daten ohne große Belastung eines Akkus senden können. 01 8

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Indoor-Navigation


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NUTZUNG VON MOBILEN EINKAUFSSERVICES

AUF SHOPPINGTOUR PER SMARTPHONE?

EINE AKTUELLE UMFRAGE beschäftigt sich mit der Nutzung des mobilen Einkaufens – vor allem Produktinformationen und Gutscheine werden mit dem mobilen Endgerät abgerufen bzw. eingelöst.

MOBILE MARKET

Mobiles Einkaufen Erhalt von Informationen zu einem Produkt durch das Einscannen von Produktcodes 22

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Laut Walter Freese, Head of Mobile Research bei TNS Infratest, zeigt sich, dass bei einigen Services zwischen der Nutzung einerseits und der vorstellbarer Nutzung andererseits eine große Lücke klafft. So haben das Einscannen von Produktcodes und das Empfangen weiterer Produktinformationen die höchste Ausschöpfung und auch die höchste Gesamtattraktivität aus aktueller und denkbarer Nutzung. Das größte (Nachhol-)Potential wie aber auch die höchste Ablehnung besitze hingegen die Nutzung zur Orientierung im Geschäft.

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Gutscheine oder Coupons per Smartphone erhalten und einlösen 32

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Per Mobiltelefon auf aktuelle Angebote von Geschäften in der Nähe hingewiesen werden 40

ür sieben verschiedene mobile Anwendungsszenarien zum Thema „Einkauf am Point of Sale“ wurden über 1.000 Umfrageteilnehmer befragt. Dabei zeigte sich, dass Produktcodes bereits von 27 Prozent der Smartphone-Besitzer genutzt werden – 50 Prozent können sich die Nutzung vorstellen und 22 Prozent möchten lieber darauf verzichten. Gutscheine oder Coupons auf dem mobilen Endgerät zu empfangen und einzulösen, nutzen bereits 20 Prozent der Befragten. Auf aktuelle Angebote von Geschäften in der Nähe per Smartphone hingewiesen zu werden, nutzen 15 Prozent – während dies für 45 Prozent vorstellbar ist, kommt dieser mobile Service für 40 Prozent jedoch nicht in Frage.

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Erstellung von Einkaufslisten auf dem Mobiltelefon 54

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Nutzung von Mobile Payment 57

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Per Smartphone auf aktuelle Angebote innerhalb eines Geschäftes hingewiesen werden 47

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47

%

Das Mobiltelefon nutzen, um sich innerhalb eines Geschäftes zu orientieren (Navigation in einem Geschäft) 66

%

3

%

32

%

kann mir Nutzung nicht vorstellen nutze ich bereits könnte mir Nutzung vorstellen

Quelle: TNS Infratest

www.tns-infratest.com

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