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vorwort april < 2014

Keine Herzenssache Kleine Fehler oder Unachtsamkeiten im Rahmen der Software-Entwicklung können hohe Wellen schlagen – wie die jüngst aufgetretene „Heartbleed“Schwachstelle beweist. > In der zweiten Aprilwoche wurde die sogenannte „Heartbleed“-Lücke der quelloffenen Software OpenSSL (Secure Sockets Layer) publik. Dabei soll mittels OpenSSL-Verschlüsselung eigentlich ein sicherer Datenverkehr im World Wide Web etwa beim Internethandel oder Online-Banking gewährleistet werden. Doch Pustekuchen – über die entdeckte Schwachstelle erhalten Dritte einen Zugriff auf sensible Informationen im Speicher der Webserver, wodurch sich sämtliche RAM-Inhalte der Maschinen auslesen lassen. Sicherheitsexperten zufolge können darüber nicht nur Cyberkriminelle problemlos Zertifikate, Nutzernamen und Passwörter abgreifen. Doch wie können sich Unternehmen vor solchem Missbrauch schützen? Das Einspielen aktualisierter ­Sicherheitspatches ist sicher ein erster sinnvoller Schritt. Im Anschluss daran sollte überdies der ­Austausch sämtlicher Zertifikate und Zugangsdaten erfolgen.

Software-Entwicklung, die zu einem ernsthaften Leck im Speicher geführt hat. Dies zeigt einmal mehr, wie wichtig eine saubere Programmierung ist – inklusive intensiver Tests der Codequalität sowie des tatsächlichen Verhaltens der Software im operativen Betrieb. Vor diesem Hintergrund widmen wir uns ab Seite 36 dem sogenannten DevOps-Konzept und damit auch einem Trend innerhalb der Software-Entwicklung. Denn mittels dieser Vorgehensweise sollen die Entwicklungs- und Betriebsorganisation eines Unternehmens im engen Schulterschluss an immer kürzeren und automatisierten Entwicklungszyklen der IT-Systeme arbeiten, was sowohl mögliche Fehlerquellen vermeiden als auch die Qualität der neuen Applikationen steigern soll. < Viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe,

Ein Grund für die ganze Aufregung und dem damit verbundenen Schaden war wohl eine kleine Unachtsamkeit in der

von Ina Schlücker,

Redakteurin IT-DIRECTOR

it-director · Ausgabe 4/2014

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Inhalt 2014 > april

Mehr Freiraum: Automatisierung gibt der IT-Abteilung Freiraum, sich

Sonne für alle: Ein auf erneuerbare Energien spezialisiertes

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mit strategischen Aufgaben zu befassen.

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Aktuelles > Unternehmen

6 Erweiterte Führungsriege Zum zweiten Quartal 2014 ­verstärkt Andreas Naunin die ­Geschäftsführung von Infomotion.

8 Allianz für ein neues Marketing Chief Information Manager und Chief Marketing Officer müssen ­enger zusammenarbeiten, um ein kollaboratives Unternehmen zu ­ermöglichen.

10 Fachkräfte suchen und finden Über klassische Stellenausschreibungen allein lassen sich offene Stellen in der ITK-Branche nicht ­besetzen. Unternehmen müssen hier neue Wege gehen.

Titelthema > IT-Services

14 Mehr Freiraum Automatisierung gibt der IT-Ab­ teilung Freiraum, sich mit strategischen Aufgaben zu befassen. Dabei können wissensbasierte, selbst­ lernende Systeme das Management des IT-Betriebs erleichtern.

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Kundenkommunikation auf ­Touren gebracht

Der Fahrradhersteller Derby Cycle nutzt eine gehostete Helpdesk-­ Lösung, damit die Kunden­ kommunikation rund läuft.

12 Wenn leuchtende Beispiele

20 Schneller als der Wind

­verblassen

Bei der RWE IT beschleunigt die Automatisierung des Rechenzentrums die Provisionierung und senkt gleichzeitig die Komplexität innerhalb der Infrastruktur.

Großunternehmen werden gerne als leuchtende Beispiele im Kampf um mehr Informationssicherheit dargestellt. Doch es handelt sich mehr um Schein als Sein.

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Unternehmen entschied sich für ein Collaboration-Portal.

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Interview mit Nikolaus Albrecht, Geschäftsführer von FNT

30 Sonne für alle Ein auf erneuerbare Energien ­spezialisiertes Großunternehmen entschied sich nach intensivem Benchmarking für die Einführung eines Collaboration-Portals für ­Mitarbeiter und Partner.

32 Auslagerung in kleinen Mengen Interview mit Mihai Morcan, Leiter Services Deutschland bei Dell

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Zu komplex für simple ­Rechnungen

Kommentar von Diethelm Siebuhr, CEO der Nexinto Holding


april < 2014

Im Schulterschluss: Mithilfe des DevOps-Konzepts arbeitet man mit

immer kürzeren und automatisierten Software-Entwicklungszyklen.

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Strategie > Software-Entwicklung

36 Im Schulterschluss Setzt man im Rahmen der Software-Entwicklung auf das DevOpsKonzept, dann sind die ­Zeiten vorbei, in denen Ent­wicklungs- und ­Betriebsorganisation jeweils ihr ­eigenes Ding durchzogen.

Einstieg ins Social-Media-Marketing: Strategischer Richtungswechsel oder zeitgemäße Notwendigkeit?

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47 Die Servicespätzünder

52 Bester Empfang

Egal ob Social Media, Cloud ­Computing oder Mobile Apps – fast jede „IT-Innovation“ findet in Deutschland mit Verzögerung statt.

Der Umstieg des Radiosenders ­Antenne Bayern auf ein neues IP-Kommunikationssystem hat sich ­bezahlt gemacht.

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Kommunizieren und ­kooperieren

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Cisco baut sein Collaboration-­ Portfolio aus und zeigt neue ­Lösungen.

42 Von Erfolg gekrönt Aufgrund komplexer werdender Aufgaben in IT-Softwareprojekten nutzen Unternehmen vermehrt das Wissen freier Mitarbeiter.

Software für Versorger und Industrie www.psi.de

IT Director Inselanzeige 55x40 mm.indd 1 26.01.2012 Organisation > Soziale Medien – Realität in Unified Communications

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44 Einstieg ins Social-Media-­ Marketing

Aktuelle Studien gehen davon aus, dass zwei von drei Unternehmen ­soziale Medien in ihre Kommunikation einbinden. Strategischer ­Richtungswechsel oder zeitgemäße Notwendigkeit?

Standards

13:34:06

3 Vorwort: Keine Herzenssache 40 Buchseite zum Thema Software-Entwicklung 56 Veranstaltungen: Termine 58 Letzte Seite: Vorschau und Impressum

­Unternehmen?

Interview mit Manuela Nikui, ­geschäftsführende Gesellschafterin von Communication Presse und PR

50 Kommunikation als Service Die Stadtverwaltung Mannheim hat sich vom Betrieb einer ­eigenen TKAnlage verabschiedet.

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aktuelles aktuelles > unternehmen

DACH-Präsenz ausgebaut > Anfang April hat der BusinessIntelligence-Anbieter (BI) Tableau Software Henrik Jorgensen zum neuen Country Manager DACH ernannt.

Henrik Jorgensen

war früher bei Bluecat Networks sowie Quest Software tätig.

Mit der Ernennung unterstreicht das Unternehmen seine Absicht, seine Präsenz in der DACH-Region auszubauen. Jorgensen hat den Auftrag, das Wachstum im deutschsprachigen Europa voranzutreiben und den Erfolg der Kunden sicherzustellen. Er soll sich darauf fokussieren, dass Unternehmen durch die Investition in die Datenanalyse bessere Ergebnisse erzielen. Henrik Jorgensen besitzt über 26 Jahre Berufserfahrung. Er war früher bei Bluecat Networks tätig, einem Anbieter von Mobilitäts- und Automatisierungslösungen, wo er als Vice President und Managing Director EMEA arbeitete. Eine weitere Karrierestation war seine Position bei Quest Software, wo er als Vice President und General Manager Zentral EMEA und Emerging Markets fungierte. <

Im Internet: www.tableausoftware.com

PwC übernimmt BI-Spezialisten > Das Consultinghaus PwC Deutschland baut den Bereich ITBeratung aus. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen eine Vereinbarung zur Übernahme des Business-Intelligence-Spezialisten (BI) Cundus unterzeichnet. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der zuständigen Behörden. Die Cundus AG wurde im Jahr 2000 gegründet und ist als unabhängiges Beratungshaus langjähriger Partner von SAP, Microsoft und IBM. Zu den Kunden zählen rund 20 Dax-Unternehmen, internationale inhabergeführte Unter-

nehmen sowie europäische Finanzaufsichtsbehörden. Das Dienstleistungsportfolio reicht eigenen Angaben zufolge von der Strategie und Konzeption bis zur Implementierung von IT-Systemen. Norbert Winkeljohann, Sprecher des Vorstands von PwC Deutschland: „Gemeinsam werden wir rund um die Themen ‚Digitalisierung‘ und ‚Big Data‘ von der Strategie bis zur Umsetzung und Implementierung von Systemen ein Partner für große und mittelständische Unternehmen sein.“ < Im Internet: www.pwc.de

Infomotion erweitert Führungsriege > Zum zweiten Quartal 2014 verstärkt Andreas Naunin die Geschäftsführung von Infomotion: Der Diplom-Kaufmann ist als Gesellschafter und Geschäftsführer beim Business-Intelligence-Spezialisten (BI) aus Frankfurt am Main eingestiegen. In dieser Position verantwortet er die Geschäftsbereiche Vertrieb und Marketing und führt

Bei dem BI-Spezialisten Infomotion verant-

wortet Andreas Naunin nun Marketing und Vertrieb.

mit Mark Zimmermann das operative Geschäft. Zuvor war Naunin Mitglied der Geschäftsleitung bei All for One Steeb und steuerte hier das Business Development. Von 2006 bis 2011 baute er das Mittelstandsgeschäft bei SAP Deutschland auf und war seit 2007 Mitglied der Geschäftsleitung. „Zur Unterstützung unserer Wachstumsstrategie haben wir mit Andreas Naunin einen Geschäftsführer gewonnen, der uns konsequent weiterentwickeln wird. Nicht zuletzt wird er uns auch mit seiner Vertriebserfahrung entscheidende Impulse für die Erschließung neuer Geschäftsfelder geben“, so der bisher alleinige Geschäftsführer und Gründer der Infomotion GmbH, Mark Zimmermann. < Im Internet: www.infomotion.de

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unternehmen O2 < ADVERTORIAL < aktuelles

Telefonieren und Surfen am „Mobilfunk-Buffet“

O2 Unite – Das einfache und faire Tarifmodell für Unternehmen Buffets erfreuen sich allseits großer Beliebtheit. Bei den Gästen, weil sie sich

nach Herzenslust aus vollen Schüsseln bedienen können und sich dabei nur das auf den Teller laden, was ihnen schmeckt. Beim Gastgeber, weil er – zusammen mit dem Caterer – nur einmal Auswahl und Mengen der Speisen bestimmen muss. Alles Übrige regelt sich quasi von selbst.

Was bei der Bewirtung funktioniert, funktioniert auch bei Mobilfunkleistungen für Unternehmen. Das neue Business-Tarifmodell O2 Unite zeigt, wie es geht: Anstatt die Mitarbeiter mit einer Vielzahl von Einzelverträgen auszustatten, bitten die Verantwortlichen im Unternehmen bei diesem Modell alle Nutzer von Geschäfts-Handys ans große MobilfunkBuffet. Dort nutzt jeder, was er braucht – und trotzdem bleibt alles übersichtlich. Was ist neu an O2 Unite?

O2 Unite ist ein neues, speziell für die Anforderungen von Unternehmen maßgeschneidertes Tarifmodell. Bei diesem neuartigen Unternehmenstarif ersetzen gemeinsam genutzte Minuten-, Daten- und SMS-Kontingente, die für das gesamte Unternehmen bedarfsgerecht ermittelt werden, die bisher üblichen separaten Verträge für einzelne Mitarbeiter. Diese telefonieren, surfen oder schreiben SMS wie bisher – nur bedienen sie sich dabei aus gemeinsamen Mobilfunk-Pools. Damit vereint O2 Unite gleich mehrere Vorteile.

Einfach verwalten. Flexibel anpassen.

O2 Unite macht Schluss mit unübersichtlichen Einzeltarifen, die sowohl bei der Buchung als auch bei der monatlichen Abrechnung einen hohen Verwaltungsaufwand verursachen. Es muss nur einmalig der Gesamtbedarf des Unternehmens ermittelt werden, um ein maßgeschneidertes Angebot zu erhalten. Gleichzeitig bleibt der Kunde mit Unite maximal flexibel, wenn Mitarbeiter eingestellt werden oder das Unternehmen verlassen. SIM-Karten können in diesem Fall ganz einfach zu- oder abgebucht werden.

Fair, transparent und einfach zu managen

Bei herkömmlichen Flatrate-Verträgen verfällt Monat für Monat jede Menge ungenutztes Tarifvolumen. Bezahlt werden muss es natürlich trotzdem. Bei O2 Unite zahlt der Kunde nur,

Jedes Unternehmen hat sein eigenes Kommunikationsprofil.

was er auch tatsächlich verbraucht. Nicht genutzte Leistungen – zum Beispiel in Urlaubszeiten – werden einfach in die Folgemonate übertragen. Der monatliche Fixpreis verhindert zudem böse Überraschungen bei der Abrechnung. Ein bedienungsfreundliches Monitoring-Tool gibt dem Kunden jederzeit einen schnellen Überblick über die verbrauchten Volumina während des Monats.

Kostenlose Try&Buy-Phase: 3 Monate testen und anpassen

Zur optimalen Einstellung der Gesprächs-, SMS- und Datenkontingente dient eine 3-monatige Try&Buy-Phase, in der für nationale Leistungen keinerlei Kosten entstehen. Diese Probe-Phase beginnt bei Vertragsabschluss und geht der eigentlichen Vertragslaufzeit voraus. Während der drei Monate können die Volumina der Kontingente jederzeit nach oben oder unten angepasst werden.

Weitere Informationen auf www.o2unite.de it-director IT-DIRECTOR · AusgAbe AUSGABE 4/2014

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aktuelles aktuelles > unternehmen

Allianz für ein neues Marketing Chief Information Manager (CIO) und Chief Marketing Officer, kurz CMO, werden ­künftig enger zusammenarbeiten müssen, um ein vernetztes, digitalisiertes und ­kollaboratives Unternehmen zu ermöglichen.

Zusammenarbeit 2.0 Termin: 20. und 21. Mai 2014 in Karlsruhe Preis: ab 550 Euro Veranstalter: DNUG – The Enterprise Collaboration Professionals Info: http://dnug.de/conference

> IT-Leiter und CMO sind in vielen Unternehmen nicht unbedingt in Harmonie vereint. Der CIO droht an Bedeutung gegenüber den Fachabteilungen zu verlieren, insbesondere gegenüber dem Marketing. Umgekehrt lernt auch der Marketingchef den CIO im Unternehmen zuweilen als „Gegner“ kennen, wenn dieser etwa ein Chaos vermeiden möchte und im Unternehmen als „Bremser“ gegen den Wildwuchs von Apps oder „Bring Your Own ­Device“ (BYOD) auftritt. Dabei müssten beide eigentlich zusammenarbeiten. Der CMO hat zwar die Budgets für die Transformation von Kundenschnittstelle und Marketingprozessen, ihm fehlt aber als „Kreativem“ oft die IT-Kompetenz zur Konzeption nachhalti-

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ger Lösungen. So drohen einzelne Insellösungen. Die Alternative: eine neue Allianz von CIO und CMO, in deren Rahmen beider Kom­ petenzen den Pfad in Richtung „New Marketing“ ermöglichen. Wo aber genau wandert das „neue“ Marketing in Zukunft eigentlich hin? Die Antwort ist einfach: Marketing wird markt- und technologiegetrieben immer vernetzter, digitalisierter und kollaborativer – außer- wie innerhalb von Unternehmen. Der heutige Marketingleiter muss nicht nur Kreativer und Manager, sondern zunehmend „Technologe“ sein, obwohl dies oft nicht seiner Ausbildung entspricht. Zugleich muss er auch Networker im doppelten Sinne sein. „Sachlich“ muss er die neuen Marketinginseln wie


unternehmen < aktuelles

Social Media Monitoring, Content Marketing, Social CRM oder Marketing Automation entlang des Kundenbzw. Managementzyklus zu einem Gesamtkonzept verbinden. „Sozial“ gilt es zum einen, mit den externen Netzwerken wie Kunden, Partnern oder Medien zu interagieren. Zum anderen aber auch das „interne“ Netzwerk der bisherigen Silos von PR, Marketing und Vertrieb u.a. durch Kollaborations- bzw. Enterprise-2.0-Technologie voranzutreiben. Und hier greift idealerweise die „neue Allianz“.

Collaboration als wichtige Säule Diesen Wandel und seine Einzelaspekte greift die IBM-Anwendervereinigung „DNUG – The Enterprise Collaboration Professionals“ am 20. Mai 2014 in Karlsruhe als einen Schwerpunkt ihrer nächsten Konferenz auf. Dabei will man zum einen die eigene Expertise für

Enterprise Collaboration als wichtige Säule moderner Unternehmensführung unter Beweis stellen und zugleich die Marketingverantwortlichen als Mitträger der Digitalisierung und Kollaboration adressieren. Für jedes der Themen des „neuen CMO“ ist jeweils ein Experte im Konferenzprogramm präsent. Dabei soll im Rahmen der Konferenz aber nicht einseitig beschallt werden. Roundtables sollen Gelegenheit geben, funktions- und unternehmensübergreifend über die Zukunft zu diskutieren und konkrete Ergebnisse abzuleiten. Den Schulterschluss zwischen den beiden Verantwortlichen für eine erfolgreiche digitale Transformation will die Anwenderorganisation gemeinsam mit IBM durch ein besonderes Teilnahmemodell fördern, bei der die IT-Verantwortlichen ihre Marketingchefs kostenlos als Mitteilnehmer nach Karlsruhe einladen können. < Dr. Winfried Felser

Sichere Bildübertragung > Ein Pilotprojekt für die Bildübermittlung per De-Mail hat Mentana-Claimsoft gestartet. Die Tochterfirma von Francotyp-Postalia hat die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Passbilder in Zukunft elektronisch an Ausweisbehörden gesendet werden können. Anfang März startete das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in den Städten Köln und Göttingen den Pilotbetrieb dafür. Dazu wird der De-Mail-Kanal von Mentana-Claimsoft über den De-MailWeb-Service-Connector genutzt. Künftig

können Fotografen das für den Pass benötigte Lichtbild direkt an die zuständige Behörde senden. Das Bild des Antragsstellers wird somit elektronisch verschlüsselt und signiert von einem Dritten in das ­digitale Antragsverfahren eingebracht. Die Vorteile liegen dabei auf der Hand: Nutzen Passbehörden und Bürger den Service der elektronischen Bildübermittlung, dann müssen die Fotos, die bereits digital vorliegen, nicht in zwei Arbeitsgängen ausgedruckt und wieder eingescannt werden. <

Corrigenda Auf Seite 20 der l­etzten Ausgabe (03/2014) ­wurden aus Versehen die Bilder von David Noguer Bau, Juniper Networks, und Ralf ­Sydekum, F5, ver­ tauscht. Hier erfolgt nun die richtige Zu­ ordnung:

Im Internet: www.mentana-claimsoft.de

Ralf Sydekum, F5 Per De-Mail können Passbilder in Zukunft elektronisch an die ­Ausweisbehörden ­geschickt werden.

David Noguer Bau, Juniper Networks

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aktuelles aktuelles > unternehmen

Fachkräfte suchen und finden In vielen Branchen fehlen Fachkräfte: Allein in der IT- und Telekommunikationsbranche sind rund 16.000 Stellen offen. Über klassische Stellenausschreibungen allein lassen sich diese nicht besetzen. Für Unternehmen bedeutet dies, neue Wege zu gehen. > „IT-Branche sucht Fachkräfte.“ „Informatiker hände- gen des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovatiringend gesucht.“ „Viele offene Stellen in der IT-Bran- onsforschung (ISI) gut 400.000 neue Arbeitsplätze che.“ Fast täglich sind diese Überschriften in Zeitschrif- schaffen, die angesichts des Rückgangs erwerbsfähiger ten oder im Internet zu lesen. Kein Wunder, ist die Personen erst einmal besetzt werden müssen. Dieser deutsche IT-Wirtschaft gemäß dem Monitoring-Report Entwicklung lässt sich nur mit einer Trendumkehr ent„Digitale Wirtschaft 2012“ doch die viertgrößte der gegenwirken. Denkgewohnheiten müssen aufgebroWelt. Anfang 2013 waren laut dem Hightechverband chen, Positionen hinterfragt werden, Politik, UnternehBitkom in Deutschlands IT-Unternehmen rund men, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände eng 680.000 Mitarbeiter beschäftigt, Tendenz steigend. zusammenarbeiten. Auch die Bundesagentur für Arbeit bestätigt den zuEin besonderes Merkmal der IT-Branche ist deren nehmenden Fachkräftemangel. Die Schnelllebigkeit. Neue TechnologiStudie „Perspektive 2025: Fachen und globale Konzepte wie Cloud kräfte für Deutschland“ zeigt, dass Computing, Social Collaboration aufgrund der demografischen Entoder Big Data sowie die rasche Verwicklung die Zahl der erwerbsfähibreitung mobiler Endgeräten zie1. Gelebte Unternehmenswerte gen Personen bis 2025 um ca. 6,5 hen einen drastischen Wandel in 2. A bwechslungsreiches Tätigkeitsfeld, Millionen sinken wird – und damit der Arbeitswelt nach sich. QualifiInternationalität das Angebot an qualifizierten Fachziertes Personal ist der Schlüssel 3. Verantwortung und Gestaltungs­ kräften. Bis zum Jahr 2030 wird die zum Erfolg: Wollen Unternehmen spielraum Software-Industrie nach Schätzunin der Spitzengruppe mitspielen, 4. Individuelle Weiterentwicklungs-

Was Arbeitgeber attraktiv macht

und Förderungsmaßnahmen

5. E ntwicklungs- und Karrieremöglich­ keiten

6. Ausgewogene Work-Life-Balance 7. Wettbewerbsfähige Gehälter, moder­ ne Anreizsysteme für Mitarbeiter 8. Flexible Arbeitsplätze 9. Moderne Infrastruktur im Unter­ nehmen

Quelle: Comparex AG

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unternehmen < aktuelles

brauchen sie Mitarbeiter mit entsprechendem Know-how. Doch wie können Unternehmen die benötigten Fachkräfte für sich gewinnen? Zunächst ist es wichtig, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Ganz oben stehen interessante Aufgaben und Projekte, die Möglichkeiten bieten, seine Potentiale einzubringen und sich zu entwickeln. Dann folgen die interne Aus- und Weiterbildung, flexible Arbeitszeitmodelle und Home-Office. Eine nachhaltige Personalpolitik setzt zudem auch auf Diversität. Dazu gehört beispielsweise, offen zu sein für die Vielfalt der generationsbedingten Denk- und Handlungsmuster oder in der Männerdomäne IT noch stärker weibliche Bewerber anzusprechen. <

Mögliche Maßnahmen gegen Fachkräftemangel: Branchenübergreifende Personalsuche: Um Fachkräfte zu finden, empfehlen

sich neben klassischen Jobportalen auch Social-Media-Plattformen wie Xing. Eine weitere Alternative bieten Recruiting-Veranstaltungen als Platt­ form, um den persönlichen Kontakt zu Kandidaten aufzubauen. Interessante Entwicklungsperspektiven: Attraktive Entwicklungsperspekti­ ven sind z.B. Mitgestaltungsmöglichkeiten in spannenden IT-Projekten oder die Arbeit mit und an neuen Technologien. Ausbildung und Weiterbildung: Um langjährige Mitarbeiter an das Unterneh­ men zu binden, sollten regelmäßige Weiterbildungsmaßnahmen zum Stan­ dardangebot gehören, beispielsweise IT-Trainings und -Zertifizierungen. Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Hilfreich für ein familienfreundliches Klima sind z.B. flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten, oder eine finanzielle Unterstützung für die Kinderbetreuung.

Sandra Held

Umweltfreundlichkeit gewinnt an Bedeutung Umweltfreundliches Handeln wird für deutsche Unternehmen wichtiger. Das besagt die „Green Office Studie 2014“ von ­Kyocera Document Solutions und Fraunhofer IAO. > Ein Ergebnis der Studie ist, dass der Bedarf für nachhaltige Themen in den vergangenen Jahren zugenommen hat und in den kommenden drei Jahren an Relevanz gewinnen wird. Imagesteigerung (88 Prozent), Kostensenkung (85 Prozent) und Umweltschonung (82 Prozent) sind die wichtigsten Motive für die Umsetzung nachhaltiger Maßnahmen in der deutschen Wirtschaft. Die Relevanz von energieeffizienten und umweltfreundlichen In­ formations- und Kommunikationstechnologien wird zukünftig noch weiter an Bedeutung gewinnen. Für etwa 20 Prozent nimmt die ­Relevanz an Zertifizierungen von umweltfreundlichen Technologien wie z.B. durch den Blauen Engel bis 2016 zu. Und für 90 Prozent der Befragten wird eine umweltfreund-

liche Gestaltung von Büroarbeit und -infrastruktur in den nächsten zwei bis drei Jahren wichtig sein. Allerdings sind Maßnahmen wie die Nutzung von energieeffizienten Informations- und Kommunikationstechnologien, DokumentenManagement-Systemen für papierarmes Arbeiten oder die Einführung und der Ausbau von Videound Telefonkonferenzsystemen erst bei ca. 40 Prozent teilweise umgesetzt, bei weiteren 15 Prozent in Planung. Laut der IDC-Studie „Print & Document Management in Deutschland 2014“ werden sich Print Management und Document Solutions weiter verbreiten. 31 Prozent der befragten Unternehmen planen in den kommenden ein bis zwei Jahren die Einführung von Print Management.

Aus diesem Grund stellte Kyocera seinen Cebit-Auftritt unter das ­Motto „Die Kunst der Kostensenkung“. Der Anbieter präsentierte neben Software- und Hardware­ lösungen sein Beratungsangebot, mit denen sich dokumentenbasierte Arbeitsabläufe kosteneffektiver gestalten lassen sollen. Zudem standen Managed Document Services im Fokus des Messeauftritts. < Im Internet: www.kyocera.de

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aktuelles aktuelles > unternehmen

Wenn leuchtende Beispiele verblassen Großunternehmen und Konzerne werden gern als leuchtende Beispiele im Kampf um mehr Informationssicherheit dargestellt. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt jedoch, dass es sich mehr um Schein als Sein handelt. > Die Wahrheit hat bekanntlich zwei Seiten – die ITWelt nicht ausgenommen. Mittelständische Unternehmen haben in Fragen der Informationssicherheit in vielen Fällen Nachholbedarf. Darauf verweisen Experten, Studienergebnisse und Verlautbarungen diverser Verbände seit Jahren. Ein genauer Blick auf das „Nachholen“ oder „Nacharbeiten“ wirft die Frage auf, wer oder was als Gradmesser für bessere IT-Sicherheitsstrukturen dient. Neben Standards und Regelwerken sind es immer wieder große Unternehmen, die als leuchtende Beispiele im Kampf um mehr Informationssicherheit bemüht werden und ihre eigenen Erfolgsgeschichten zu Papier bringen. Die Realität sieht indes oft anders aus, denn hier haben viele Konzerne Schwierigkeiten, die eigenen Maßstäbe zu erfüllen. Ein Blick in die Geschäfts- und Risikoberichte der Konzerne transportiert vor allem ein Bild in die Öffentlichkeit: Die Unternehmen kennen ihre Risiken. Nach deren Lesart gehen sie verantwortungsvoll mit den Informationssicherheitsrisiken in der eigenen Organisation um. Sie setzen auf klare Prozesse, eindeutige Richtlinien sowie eine starke Policy für mehr Informationssicherheit im Umgang mit kritischen Unternehmenswerten. Und das ist vordergründig zunächst gut. „Für Unternehmen ist es entscheidend, ihre kritischen Informationen zu kennen. Das sind die sensiblen Daten, die man braucht, um wirtschaftlich und innovativ zu sein. Nur so können sie diese in Sicherheit bringen und wirksam schützen“, weiß Uwe Rühl, Informationssicherheitsexperte und Uwe Rühl, Geschäftsführer von Rühlconsulting: „Unternehmen Geschäftsführer der Rühl- müssen ihre kritischen Informationen kennen.“ consulting GmbH.

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In der Praxis gestaltet sich das Erreichen der selbstgesteckten Ziele jedoch schwierig oder es kommt gar zum Informationssicherheits-GAU. Der Verfassungsschutz schätzt, dass deutschen Unternehmen durch Wirtschaftsspionage ein Schaden von rund 50 Mrd. Euro pro Jahr entsteht. Big Data, Cloud Computing, mobiles Arbeiten – die technologische Spirale dreht sich immer schneller und so müssen Informationssicherheitsstrukturen mithalten. Schon wurde das nächste Schlagwort mit „Datability“ auserkoren. Dabei ist es das Ziel, die beiden Trends der digitalen Welt – die wachsenden Datenmengen sowie den sensiblen, verantwortungsbewussten und nachhaltigen Umgang mit Informationen – zu vereinen. Hinzu kommt, dass vor allem die sogenannte Schatten-IT vielen Unternehmen zu schaffen macht. Aufgrund neuer Cloud-Anwendungen neigen Fachabteilungen dazu, sich verstärkt Anwendungen aus der Datenwolke zu besorgen und das ohne Absprache mit der hauseigenen IT. Durch diese Alleingänge fehlen vielfach nicht nur Standards, Updates oder der dringend notwendige Support, es können gravierende Sicherheitslücken in den Organisationen entstehen. Ganz zu


unternehmen < aktuelles

Verbinden. Teilen. Geben. Nehmen. Verstehen. Verbessern. Lächeln. Unify.

schweigen von den zahllosen Mobilgeräten, die Mitarbeiter in die Firmen bringen und deren ausufernder Gebrauch massive Gefahrenquellen darstellt. Genährt werden solche Entwicklungen durch einen mangelhaften Passwortschutz, fehlende PIN-Codes oder nicht vorhandene Firewalls.

Das Management in der Pflicht Gerade im Umgang mit den technischen Möglichkeiten unserer Zeit mangelt es an Bewusstsein. An dieser Stelle gehen viele Führungsköpfe nicht mit gutem Beispiel voran. Der Beweis: Man möge wochentags früh oder spät in der Bahn sitzen oder am Gate auf seinen Flug warten. Was einem dort über Geschäftstreffen, Konkurrenz, Zahlen, Daten und Fakten zu Ohren kommt, ist kaum zu glauben. Dementsprechend steigt das Gefahrenpotential für die Informationssicherheit. Uwe Rühl meint dazu: „Der Faktor Mensch beeinflusst die Sicherheit von Informationen mindestens so stark wie alle technischen Maßnahmen in einem Unternehmen zusammen.“ Nicht ohne Grund fordern Experten, dass die Informationssicherheit integraler Bestandteil des Risikomanagements werden muss. Mehr noch ist eine durchgängige Sensibilisierung aller im Unternehmen tätigen Mitarbeiter Pflicht, initiiert und vorgelebt von der Unternehmensleitung – auch aus Gründen zunehmender Haftungsrisiken von Vorständen und Geschäftsführern im Zusammenhang mit gesetzlichen Rahmenbedingungen. <

Geschäftskommunikation von morgen für eine neue Art miteinander zu arbeiten. unify.com

AndreAs eicHer

So gelingt ein organisationsweiter Informationsschutz: Standardisierte Lösungen organisationsweit einsetzen Durchgängige Mobilsystem­Management­Lösungen etablieren Organisationsweite Sensibilisierung bei allen Mitarbeitern steigern Regelmäßige Sensibilisierungsprogramme durchführen

Copyright © Unify GmbH & Co. KG, 2014 it-director · AusgAbe 4/2014

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ITD 04/14  

IT-DIRECTOR ist das Business-Magazin für IT-Manager und CIOs in Großunternehmen.