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vorwort januar–februar < 2014

Die Politik ist gefordert > Hehre Ziele hinsichtlich der Digital­ politik setzten sich CDU, CSU und SPD im Rahmen ihrer Koalitionsvereinbarun­ gen vergangenen Herbst. Jetzt geht es an die Umsetzung, wobei das bisher Erreichte eher bescheiden anmutet. So hatte sich die Große Koalition auf die Einrichtung eines Internet-Ausschusses geeinigt, um die Zuständigkeiten rund um Internet von Ina Schlücker, Redakteurin IT-DIRECTOR und Datensicherheit zu bündeln. Mitte Februar etablierte man im Bundestag nun tatsächlich einen „Ausschuss für die Digitale Agenda“. Maß­ geblichen Einfluss auf die Gesetzgebung wird dieser allerdings wohl kaum nehmen können. Denn er besitzt allein eine „mitberatende“ und keine „federführende“ Funktion bei der Umsetzung neuer ­Gesetzesvorhaben. Nach wie vor gibt es keine zentrale Verantwor­ tung für die Netzpolitik, vielmehr wird die Bürde gleich auf mehrere ­Ministerien verteilt – Alleingänge scheinen damit vorprogrammiert. An der Themenfindung dürfte es dem neuen Gremium sicherlich nicht mangeln. Datenschutz und NSA-Bespitzelungen sind ebenso aktuell wie die leidige Etablierung einer Vorratsdatenspeicherung. Eine weitere Baustelle stellt der hiesige Breitbandausbau dar. Dabei brüsten sich etliche Netzbetreiber mit superschnellen LTE-Verbin­ dungen vor allem in den Ballungszentren; in ländlichen ­Regionen hingegen kommt die Verbreitung eher schleppend voran (siehe Seite 11). Demnach bleibt für die Große Koalition in den nächsten dreieinhalb Jahren noch viel zu tun. Man darf gespannt sein, wie sich die netzpolitischen Dinge hierzulande entwickeln werden.

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Viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe,

blog.oraylis.de

Ina Schlücker P.S.: Auch in diesem Jahr ist IT-DIRECTOR auf der Cebit in Hannover vertreten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch in Halle 5, Stand E08!

it-director · Ausgabe 1-2/2014

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Inhalt 2014 > januar–Februar

Zeigen, was man weiß: Unified Communications – en vogue ist derzeit die Einbettung von Tools für Social Collaboration.

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Aktuelles > Unternehmen

6 Cloud-Offensive bei SAP

Verbindung zweier Welten: Das Jahr 2014 wird wolkig, wobei eine Lösung in den Fokus rückt: die Hybrid Cloud.

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Die Walldorfer wollen einen kundenorientierten Weg in die Cloud bieten.

Titelthema > Moderne Kommunikation

8 DevOps in aller Munde

16 Zeigen, was man weiß

Methoden wie DevOps sollen dabei unterstützen, „Time-to-Market“Zyklen für Software zu verkürzen.

Unified Communications: En vogue ist derzeit vor allem die Einbettung von Tools für das Social Business bzw. die Social Collaboration.

10 Vom Input bis zum Output Auf seiner Jahreskonferenz prä­sentierte das Unternehmen Iris ­Neuheiten rund um Cloud ­Com­puting, Scanhardware und Text­erkennung.

30 Immer im Bild Die Mitarbeiter des Kunststoff­ spezialisten Fränkische Rohrwerke werden von einer Videokommunikationslösung unterstützt.

12 „Unmoralische“ Lockangebote? 32 50 Prozent gespart Kommentar von Branimir Brodnik, Geschäftsführer der Microfin Unternehmensberatung

14 Auf die Steuerung kommt es an Die externe Software-Entwicklung stellt besondere Anforderungen an die Steuerung des Dienst­leisters.

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it-director · Ausgabe 1–2/2014

Der Dichtungshersteller Freudenberg Sealing Technologies spart ­Kosten dank der verstärkten ­Nutzung verschiedener UC-Funk­ tionen.

Interview mit Dr. Rolf Werner, Geschäftsführer der T-Systems Multimedia Solutions GmbH

33 Was bleibt, was kommt? Ein Kommentar von Snom-Vorstand Dr. Michael Knieling über Unified Communications, Interoperabilität und Sicherheit

34 Stets präsent und erreichbar Im laufenden Betrieb realisierte IKB Leasing die Modernisierung der eigenen Website und den damit ­verbundenen Umstieg auf ein ­Responsive Webdesign.


januar–Februar < 2014

Ohne Unterbrechung dank Fehlertoleranz: Dank der Technologie der Fehlertoleranz können Server hochverfügbar gemacht werden.

Berufswunsch „Big Data Champion“: Führt der zunehmende Bedarf an Big-Data-Spezialisten zu neuen Berufsbildern?

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Organisation > Cloud Computing

36 Verbindung zweier Welten Das Jahr 2014 wird wolkig, wobei eine Lösung immer mehr in den ­Fokus rückt: die Hybrid Cloud.

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54 Patientendaten stets gesichert 66 Big Data in der Logistikbranche Dank neuer IT-Infrastruktur hält die Unfallklinik Frankfurt am Main gesetzliche Anforderungen ein. Anzeige

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Management-Reporting ohne Papier

44

Nahtlose Vernetzung ohne ­Stolperfallen

Interview mit Christoph MüllerDott, Managing Director Germany & Austria bei OBS

Software für Versorger und Industrie www.psi.de

48 Außerhalb der Wolke

Cloud Computing hat viele Vorteile, doch es gibt Daten und AnwendunIT Director Inselanzeige 55x40 mm.indd gen, die nicht in die Wolke gehören.

1

50

Ohne Unterbrechung dank ­Fehlertoleranz

Mit der Technologie der Fehler­ toleranz können Server hoch­ verfügbar gemacht werden.

Im Bereich Accounting & Con­trolling optimierte Siemens Energy sein ManagementReporting.

74 Mit Big Data in neue Fahrwasser Interview mit Dr. Frank Navrade, BI-Stratege bei Cundus

26.01.2012 13:34:06

Software > Big Data Infrastruktur > Hochverfügbarkeit

Interview mit Dr. Markus Kückelhaus, Leiter Trend Research bei DHL Customer Solutions & Innovation

60

Berufswunsch „Big Data ­Champion“

Führt der zunehmende Bedarf an Big-Data-Spezialisten zu neuen ­Berufsbildern?

Standards 3 Vorwort: Die Politik ist gefordert 59 Buchseite zum Thema Hochverfügbarkeit 78 Veranstaltungen: Termine 82 Letzte Seite: Vorschau und Impressum

it-director · Ausgabe 1–2/2014

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aktuelles aktuelles > unternehmen

Badoux wird Deutschland-Chef > Equinix, ein Anbieter von Re­ chenzentrumsdienstleistungen, hat im vergangenen Januar ­Donald Badoux zum neuen Ge­ schäftsführer für die deutsche Niederlassung berufen. Der ­Anbieter betreibt in Deutsch­ land derzeit zehn Rechen­ zentren in Frankfurt, München und Düsseldorf und will unter Badouxs Leitung expandieren sowie das Wachstum in der ­Region vorantreiben. Mit Donald Badoux konnte Equi­ nix einen Spezialisten im RZSektor gewinnen, der mehr als 20 Jahre Berufserfahrung auf­ weist. Er wechselt aus seiner Stellung als Managing Director bei Savvis Germany, bei der er die letzten zwei Jahre tätig war. Zuvor war er für das Deutsch­ landgeschäft von Eunetworks und in leitenden Positionen für den Vertrieb unter anderem bei Verizon, Ericsson und BT ver­ antwortlich. < Im Internet: www.equinix.com

Donald Badoux, Equinix

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it-director · Ausgabe 1–2/2014

Wechsel bei Xerox > Seit Jahresbeginn ist Jacqueline Fechner neue „Country General Managerin“ der Neusser Xerox GmbH. Die gebürtige Essenerin hatte im November zunächst die Leitung der deutschen Large Enterprise Operations (LEO) von Jo Van Onsem übernommen, der nun als „Group President“ die Transportation und Government Group des Konzerns leitet. Van Onsem bleibt zudem Geschäftsführer von Xerox Deutschland. Die neue Chefin Jacqueline Fechner bringt von HP, Wincor Nixdorf sowie Wipro Erfahrungen aus dem Servicegeschäft mit. <

Jacqueline Fechner

Im Internet: www.xerox.de

Cloud-Offensive bei SAP > Die SAP AG konnte auch 2013 bei Umsatz und Gewinn weiter zulegen. Die geplanten Investitionen in einen „kundenorientierten Weg in die Cloud“ kosten allerdings zunächst einmal Marge, denn für 2017 strebt SAP satte 3,0 Mrd. bis 3,5 Mrd. Euro Cloud-Umsatz an. 2013 lag der Umsatz aus CloudSubskriptionen und -Support währungsbereinigt erst bei 787 Mio. Euro; 2014 will man bereits an der Milliardengrenze kratzen und 2015 diesen Umsatz glatt verdoppeln. „Wir sind stärker gewachsen als der Markt, haben unsere Marge gesteigert und gleichzeitig in Innovationen und die Cloud investiert“, sagten die Vorstandssprecher Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe. Sie wollen den Ausbau des Cloud-Geschäfts weiter beschleunigen, „indem wir unseren Kunden die Wahl lassen“ und ihnen den „Einsatz neuer Technologien wesentlich erleichtern“. Insgesamt schafften die Walldorfer 2013 ein Umsatzwachstum von vier Prozent auf 16,9 Mrd. Euro; währungsbereinigt lag das Wachstum sogar bei acht Prozent. Der

starke Euro und Probleme in Asien machten der SAP aber zu schaffen; sonst wäre man schneller gewachsen. Die abgegrenzten Umsätze auf Cloud-Subskriptionen und -Support lagen nach Firmenangaben zum 31. Dezember 2013 bei 447 Mio. Euro (+ 25 Prozent im Jahresvergleich), der Auftragsbestand sogar bei rund 1,2 Mrd. Euro (+ 50 Prozent im Jahresvergleich). Die auf das Jahr hochgerechneten Erlöse im Cloud-Bereich übertreffen demnach 1,06 Mrd. Euro (Annual Cloud Revenue Run Rate), die Anzahl der Abonnenten für das gesamte Cloud-Anwendungsportfolio schon 35 Millionen. Die nunmehr über 3.000 HanaKunden investierten 633 Mio. Euro in die Software. Die Zahl von 800 Kunden für die „Business ­Suite powered by Hana“ zum Jahresende 2013 hätten die eigenen Erwartungen übertroffen. Hana als einheitliche Plattform für das gesamte Portfolio, sowohl on premise als auch in der Cloud, soll den SAP-Kunden eine Vereinfachung ihrer IT-Systeme ermöglichen. < Im Internet: www.sap.de


unternehmen < aktuelles

Geschäftskommunikation von morgen für eine neue Art miteinander zu arbeiten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch in Halle 13. unify.com

Copyright © Unify GmbH & Co. KG, 2014 it-director · Ausgabe 1–2/2014

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aktuelles aktuelles > unternehmen

DevOps in aller Munde Kooperation statt Konfrontation: Methoden wie DevOps sollen Software­Entwickler dabei unterstützen, die „Time to Market“­Zyklen deutlich zu verkürzen. > Steigende Anforderungen an die Funktionalität und damit verbunden die stete Weiterentwicklung von Software-Anwendungen erfordern neue Tools und Implementierungskonzepte. Erleichterung versprechen Methoden wie DevOps, das die Zusammenarbeit zwischen Entwicklerteams (Dev = Development) und Anwendungsverantwortlichen in den Produktionsumgebungen (Ops = Operations) fördern und koordinieren soll. Die Qualität neuer Anwendungen sicherzustellen, gleichzeitig jedoch die Entwicklungskosten zu senken sowie die Markteinführungszeiten zu minimieren, lautet derzeit die Herausforderung. „Mobile Applikationen und Online-Verbraucher-Bewertungen werden immer gängiger und setzen Unternehmen unter Druck, hochwertige Justin Vaughan-Brown von CA Technologies: „Der BeAnwendungen schneller als kanntheitsgrad von DevOps jemals zuvor bereitzustellen“, ist in Deutschland höher als in jedem anderen europäierklärt Justin Vaughanschen Land.“ Brown, Senior Marketing Strategist für DevOps EMEA bei CA Technologies. Das Management der sich im immer schnelleren Rhythmus ändernden Anwendungen ist nach seinen Worten eine Schlüsselkomponente zum Erhalt der Geschäftsflexibilität. Eine Relevanz, die durch eine aktuelle Studie des Instituts Vanson Bourne „Techinsights Report: What Smart Businesses Know About DevOps“*, bestätigt wird. Demnach sind 71 Prozent der deutschen Unternehmen der Meinung, dass heute eine DevOps-Strategie dringlicher ist als je zuvor. Zu den Haupttreibern dieser Entwicklung zählen das gleichzeitige Ausrollen von Software über verschiedene Plattformen hinweg (53 Prozent) gefolgt von der Notwendigkeit einer enge-

ren Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Betrieb (43 Prozent). Diejenigen deutschen Unternehmen, die DevOps bereits nutzen, konnten laut Studie ihre „Time to Market“-Zyklen um mehr als 15 Prozent verkürzen sowie die Kosten für die Entwicklung und den Betrieb um acht Prozent senken.

Grundpfeiler der DevOps­Konzepte Mit einem modularen Lösungsangebot möchte CA Unternehmen den Einstieg in DevOps erleichtern: Das angebotene Lisa-Produktpaket besteht aus den Komponenten Service-Virtualisierung, Release-Automation und Data Mining. Dabei simuliert die Service-Virtualisierung eingeschränkt oder gar nicht verfügbare Systeme, die mit herkömmlicher Virtualisierung nicht simuliert werden können. Mit der Lösung können Kunden effektiver parallele Entwicklungen durchführen, benötigen weniger Infrastruktur und finden früher Fehler im Anwendungsentwicklungsprozess. Die Release-Automation bildet einen weiteren Grundpfeiler von DevOps-Konzepten. Sie reduziert bzw. eliminiert manuelle oder halbautomatisierte Scripts und ersetzt sie durch Prozesse, die über Anwendungsverantwortlichen und -umgebungen hinweg eingesetzt werden. Vorteile sind neben reduzierten Markteinführungszeiten und größerer Geschäftsflexibilität, die verbesserte Verwaltbarkeit, Audit-Verfolgung und Einhaltung von Vorschriften, sowie letztlich reduzierte Releasefehler und damit eine höhere Qualität bei geringeren Releasekosten. Überdies sammeln und nutzen die Data-Mining-Lösungen die aus der Anwendungsentwicklung, den Tests sowie der Produktion gewonnenen Erkenntnisse für aussagekräftige Auswertungen. Nach Ansicht von Vaughan-Brown zeichnet die Studie ein deutliches Bild davon, was Unternehmen erwarten können, wenn sie die neue Strategie annehmen und die Organisation ihrer IT transformieren. „DevOps entwickelt sich von einem theoretischen zu einem essentiell strategischen Ansatz für alle Unternehmen.“ < siegFried dAnnehl

*Im Rahmen der Studie wurden 1.300 Senior-IT-Entscheider in 21 Ländern, darunter Deutschland, zu Details hinsichtlich der Bekanntheit und der Einführung von DevOps-Konzepten befragt.

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die Kunst der KostensenKung: Hannover 10.–14. März 2014

unternehmen < aktuelles

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aktuelles aktuelles > unternehmen

Vom Input bis zum Output Anfang Februar fand die Jahreskonferenz „Irislink“ des belgischen Enterprise-ContentManagement-Spezialisten Iris in Brüssel statt. Den rund 800 Teilnehmern präsentierte der Anbieter dabei mehrere Neuheiten rund um Cloud Computing, Scanhardware und Texterkennung. Anfang Februar öffnete die Fachkonferenz Irislink in Brüssel (Foto: Marktplatz) ihre Tore.

Mobile Digitalisierung Auf der Jahreskonferenz stellte das Unternehmen mehrere Produktneuheiten für den

> Den Auftakt der Veranstaltung stellte der Eröffnungsvortrag von Präsident und CEO Pierre De Muelenaere dar. Neben Neuheiten im Hardwarebereich (siehe Infokasten) präsentierte er Aktuelles hinsichtlich der Softwarepalette. So wartet etwa Irisxtract, eine Lösung zur automatischen Erfassung und Verarbeitung von Eingangsrechnungen, mit verschiedenen neuen Funktionen auf. Neben der bisherigen Serverkomponente bietet man nun eine webbasierte Version an. Deren Nutzung ist als App möglich und damit auch für mobile Endgeräte wie Smartphone und Tablet verfügbar. In diesem

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Endkundenbereich vor, darunter die „Iriscan Mouse Executive 2“, die nun auch als MacVersion verfügbar ist. In neuem Design soll sich die Maus mit einer verbesserten Benutzeroberfläche sowie weiteren Funktionen präsentieren. Ab sofort werden QR-Codes sowie Visitenkarten erkannt und können gescannt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit Dokumente direkt über Dropbox oder Weibo zu exportieren. Dabei bleibt die Handhabung des Scanners unverändert: es soll ausreichen, die Scan-Maus über das Dokument zu ziehen – zeitgleich liegt dieses dann in digitaler Form vor. Desweiteren vermeldete man Neuheiten rund um Irispen 7: Die Software des Stiftscanners erkennt nun eine größere Anzahl von Sprachen und macht es möglich, ein Dokument in 55 Sprachen zu übersetzen. Ein Hilfsmittel ist zudem die „Text-to-Speech“-Funktion, die das Erlernen einer Fremdsprache unterstützt. Mit der neuen Version wurde die Erkennung von Tabellen (mit automatischem Sprung von Zelle zu Zelle) verbessert; überdies ist ab sofort auch die Erkennung von Barcodes möglich. Im Internet: www.iriscorporate.com

Zusammenhang berichtete De Muelenaere überdies von Erweiterungen der eigenen OCR-Engine (Optical Character Recognition) speziell für die Texterkennung asiatischer Sprachen. Hier hat man die bisherigen Möglichkeiten um das Erkennen zusätzlicher asiati-

scher Idiome erweitert, darunter etwa für die kantonesische Sprachvariante in Hongkong. Und auch die Features der Scansoftware „Powerscan“ wurden weiter ausgebaut und etwa um einen integrierten Invoice-Service ergänzt. Die Software kommt bereits in zahlreichen


unternehmen < aktuelles

Branchen zum Einsatz, darunter im Finanz- und Versicherungswesen, im Gesundheitsbereich sowie bei Behörden. Hier wurde sie beispielsweise 2013 bei Wahlen in Ecuador und Honduras dazu genutzt, sämtliche Wahlzettel zu digitalisieren, um damit die Auszählung zu beschleunigen sowie die Rechtssicherheit des Auswertungsverfahrens zu erhöhen. Ein wichtiges Thema der Veranstaltung war überdies die 2013 über die Bühne gegangene Übernahme des OCR-Spezialisten durch das japanische Unternehmen Canon. Ein Vorteil für die Kunden, wie Pierre De Muelenaere betont, denn im Verbund könnten nun sämtliche Stationen des Dokumentenlebenszyklus abgedeckt werden. „Vom Input bis hin zum Output“, wie er betont. Nicht zuletzt sollen Iris-Kunden nun von den weltweit angebotenen Managed Print Services des japanischen Herstellers profitieren können. Apropos Services: Ein weiteres Standbein des Anbieters sind ITOutsourcing-Dienstleistungen, die laut De Muelenaere mittlerweile rund 40 Prozent der Einnahmen ausmachen. Speziell hierfür betreibt man aktuell drei eigene Rechenzentren in Belgien und Luxemburg. Für die Zukunft ist der Ausbau neuer Data Center geplant, stets mit Blick auf die gesetzlichen sowie datenschutzrechtlichen Anforderungen der EU. Dabei umfasst das Angebot u.a. das Management von Infrastrukturen. Hierbei handelt es sich um eine „Private Cloud“, in der die Lösungen des Kunden jeweils auf eigenen Servern vorgehalten werden. Neben den Applikationen des Anbieters können dabei auch Drittanwendungen betrieben werden. <

Breitband für alle? > Es ist wieder eine dieser Ju­ belmeldungen, bei der unklar ist, aus welchem Paralleluniver­ sum sie stammt: „Deutschland ist beim Breitbandausbau in Eu­ ropa in der Spitzengruppe.“ Sa­ genhafte 85 Prozent aller Deut­ schen haben einen Breitbandanschluss, vermeldete der Bitkom kürzlich eine Zahl der europäischen Statistikbehörde Eurostat. Ein genauer Blick zeigt: Das Zählkriterium für Breitband ist die Art des An­ schlusses. Erfasst werden alle DSL-Nutzer sowie Leute mit UMTS-, LTE- und Satellitenver­ bindung. Das heißt, dass auch ein DSL-Basisanschluss mit mü­ den 384 Kilobit pro Sekunde Breitband ist. Das ist natürlich nichts weiter als einer der übli­ chen Tricks, mit denen ein mau­ es Ergebnis aufgepeppt wird. Zur Erinnerung: Da die Bundes­ regierung alles ab ein Megabit Nenngeschwindigkeit als Breit­ band zählt, kann sie eine Abde­ ckung von mehr als 99 Prozent verkünden. Das trifft kaum die Alltagserfahrung vieler Inter­ netnutzer. Vor allem Landbe­ wohner werden von der Schön­ färberhetorik gleich doppelt ge­ troffen: Einerseits haben sie oft keinen stabilen DSL-Anschluss mit ausreichender Geschwindig­ keit zur Verfügung. Anderer­ seits verkaufen ihnen die TKAnbieter gerne einen DSL16000- oder sogar VDSL25/50-Anschluss, der aber in der Praxis maximal die

Hälfte der Nennbandbreite bringt. „Wir liegen hinter den USA und den wichtigsten asiati­ schen Staaten weit zurück“, meinte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) auf der Konferenz „Digital Life De­ sign“. Immerhin: Eine PR-Offen­ sive in der Krise, die lehrbuch­ mäßig beginnt, nämlich mit dem Eingeständnis „die Lage ist schlecht“. Sollte dies Einsicht sein? Unternimmt die Politik jetzt etwas? Ja, Dobrindt will eine „Netzallianz Digitales Deutschland“ gründen. Darin sollen die großen TK-Konzerne und Netzbetreiber vertreten sein, um u.a. den Breitbandaus­ bau voranzutreiben. „Deutsch­ land braucht das schnellste und intelligenteste Netz der Welt“, erklärte Dobrindt. Nur so könne der Vorsprung in Technik und Wohlstand gehalten werden. Das Thema scheint also in der Politik angekommen zu sein, doch von der Weltspitze trennt uns viel – denn da sind GigabitNetze das Thema. Bei uns geht es (immer noch) um viel niedri­ gere Ziele: Eine flächendecken­ de 50-Mbit-Versorgung bis 2018. Laut Bitkom sind rund 20 Mrd. Euro für einen Ausbau die­ ser Art erforderlich. Wer das Geld wie aufbringen soll ist un­ klar. Klar ist jedoch: Der Staat wird wohl nicht so viel zuschie­ ßen, denn von der anfangs ge­ nannten einen Milliarde Euro war nicht mehr die Rede. < Ingo Steinhaus

IS

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kOMMeNtaR aktuelles > unternehmen

„Unmoralische“ Lockangebote? Kommentar von Branimir Brodnik, Geschäftsführer der Microfin Unternehmensberatung, darüber, wie IT­Verantwortliche beim Auslaufen ihrer Sourcing­Verträge am besten vorgehen sollten

> Vier Jahre lang ist ein Outsourcing-Prosowie dem Gesetz zur Unternehmensintejekt relativ gut gelaufen, die Haken und grität und Modernisierung des AnfechÖsen hielten sich in Grenzen oder ließen tungsrechts geregelt. Im Klartext: Wenn sich zeitig ausräumen – kurz: Das Modell beim Vertragsabschluss oder danach et„Outsourcing“ hat funktioniert und soll was schiefläuft, rutschen die Verantwortauch nach Vertragsablauf fortgeführt werlichen schnell in die persönliche Haftung. den. Wenn es nun um einen AnschlussDa ist ein Ausschreibungsprozess wohl vertrag geht, hat der Provider einen (nicht das kleinere Übel. ganz) unerwarteten Vorschlag: Man könSicher – das „Sonderangebot“ des Prone doch beiderseits den Aufwand für eine viders scheint günstig. Aber ohne AusAusschreibung sparen, heißt es. Dafür Branimir Brodnik, Microfin schreibung hat der Kunde eben auch keibietet er günstige Sonderkonditionen an, Unternehmensberatung nen Vergleich und kaum Chancen, den die Preisverhandlungen überflüssig machPreis zu verhandeln. Fakt ist: Die Kondititen. Eine Situation, mit der Provider immer öfter Be- onen, die bei einem „Schnäppchen“ angeboten werden, standskunden binden und per „Lockangebot“ gezielt sind fast immer auch auf dem Verhandlungsweg im das Topmanagement ansprechen wollen. Rahmen einer sauberen Vergabe zu erreichen. Und Natürlich scheint ein solches Geschäft attraktiv, dann hätte man auch die Sicherheit, dass der zu entdenn es kommt offenbar allen Seiten entgegen. Der richtende Preis dem Marktpreis entspricht. Und: Bei Auftraggeber erhält günstige Konditionen und spart einem Sourcing geht es in erster Linie um die richtige sich die Kosten für Evaluation und Ausschreibung. Der Lösung, nicht um die billigste. Wer Verträge abschließt, zuständige Manager schont seine Nerven und bewahrt ohne Angebote inhaltlich zu vergleichen, läuft Gefahr, sich einen bekannten sowie berechenbaren Dienstleis- den Überblick über die verschiedenen Lösungsansätze ter. Der Provider muss keine Akquisekosten auf den zu verlieren. Unterschiedliche Provider haben durchVertrag umlegen und kann so vermeintlich attraktive aus verschiedene Konzepte und Serviceprinzipien, die Preise machen. Nur leider ist diese Annahme für alle der Kunde auch kennen sollte. Auch bei einer Vertragsdrei beteiligten Parteien falsch. Denn es gibt drei Fak- verlängerung gilt: Nicht bedenkenlos weiterführen, toren, die die schöne Rechnung durchkreuzen: was sich bewährt hat – gut möglich, dass die technoloCompliance, Kosten und Innovation. gische Entwicklung inzwischen zielführendere LösunVorstände und IT-Verantwortliche unterliegen stren- gen hervorgebracht hat. gen Verhaltensregeln. Neben gesetzlichen BestimmunDaher gilt: Bei der Vergabe von Outsourcing-Verträgen, die es einzuhalten gilt, haben inzwischen viele gen, die in der Regel eine lange Laufzeit haben, ist eine Unternehmen interne Richtlinien eingeführt. Im Fokus Ausschreibung kein notwendiges Übel, sondern eine stehen die Vermeidung von Korsinnvolle Investition. Unterm ruption und Kartellabsprachen Strich mag ein professionell aufsowie das Einhalten von Datengesetzter Ausschreibungsproschutzvorgaben. Nicht zuletzt zess zwar Zeit kosten, hat aber müssen die Entscheidungsträger Vorteile: Der Kunde bleibt compersönlich geradestehen; die sopliant, die Lösung passt und die genannte Managerhaftung ist Kosten über den Lebenszyklus im GmbH- und im Aktiengesetz werden optimiert. <

„Bei einem Sourcing sollte es für die Verantwortlichen um die richtige Lösung gehen, nicht um die billigste.“

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HP

< ADVERTORIAL

Mit HP gemeinsam auf Innovationskurs!

unternehmen < aktuelles

Alles für die Zeit nach Windows XP. > In fast 13 Jahren kann viel passieren: Neue Technologien erleichtern das mobile Arbeiten und werden entscheidend für den Unternehmenserfolg. Für Unternehmen und Selbständige ist es deshalb umso wichtiger, dass sich Hardware und Betriebssystem diesen Veränderungen anpassen. Auch wenn das manchmal das Ende einer Ära bedeutet. Am 8. April 2014 stellt Microsoft den mehrmals verlängerten Support für das fast 13 Jahre alte Betriebssystem Windows XP ein. Damit Ihr Unternehmen auch in der Zeit danach auf eine moderne und sichere IT-Infrastruktur zählen kann, empfehlen HP und Microsoft

DER SUPERLATIV: das HP EliteBook Folio 1040 G1 Eines der derzeit flachsten, leichtesten und robustesten Ultrabooks™ auf dem Markt: Es ist 16,1 Prozent dünner und wiegt 7,3 Prozent weniger als die Vorgängergeneration.

¬ Intel® Core™ i5-4200U Prozessor ¬ Windows 8 Pro ¬ 35,56 cm (14“) ¬ DDR3L SDRAM mit 4 GB und 1600 MHz (integriert)

¬ 180 GB SATA SSD

den Wechsel zu Windows 8. Oliver Gürtler, Leiter des Geschäftsbereichs Windows bei Microsoft Deutschland, sieht HP als starken

gesteigert werden kann. Auch Sicherheit und

Partner an der Seite von Microsoft: „Die Vor-

Bedienkomfort werden erhöht.

HP EliteBook 840 – der stylische Begleiter für unterwegs Flach, leicht und chic – das macht die neue HP EliteBook 800 Serie aus. Das graphitschwarze Gehäuse ist aus Magnesium gefertigt und wird durch Aluminiumakzente zusätzlich verstärkt. Bis zu 40 % dünner und 28 % leichter als die Vorgängermodelle – damit sieht die 800er Serie nicht nur gut aus, sondern bietet darüber hinaus auch alle wichtigen Businessfunktionen: ¬ Intel® Core™ i7-4600U Prozessor ¬ Windows 8 Pro ¬ 35,56 cm (14“) ¬ 8 GB 1600 MHz DDR3L SDRAM (2 x 4 GB) ¬ 180 GB SATA SSD

teile liegen auf der Hand: „Erstens, können wir gemeinsam den Fokus auf eine einfache und reibungslose XP-Migration legen. Zweitens, gemeinsam den Markt für Unternehmensapplikationen mit Windows 8.1 weiterentwickeln. Fachhandelspartner und Softwarehäuser spielen hier parallel eine treibende Rolle. Mehr zur XP-Migration erfahren Sie unter: hp.com/de/xpmigration

Die Vorteile von Windows 8.1 Pro im Überblick: ¬ Benutzeroberfläche ideal für Maus, Tastatur und Touchbedienung ¬ Integrierte, konfigurierbare BitLockerLaufwerksverschlüsselung ¬ Biometrische Authentifizierung (koppelbar mit Services) ¬ Verbesserter Malware-Schutz mit Windows

HP – die Profis für ein innovatives und produktives Produktportfolio mit Windows 8 Pro Damit das IT-Equipment fit für die Zukunft ist, empfehlen HP und Microsoft die neue

Defender ¬ Internet Explorer 11 mit optimierter Browser-Sicherheit ¬ Verbesserte Mobilität durch optimierte VPN-Unterstützung

Rechnergeneration mit Windows 8 Pro. Ein

¬ Einsatz als WLAN-Hotspot

gutes Argument, weiter auf Microsoft zu bau-

¬ Optimiertes Client-Hyper-V

en, ist die hohe Investitionssicherheit. „Wir

¬ Integrierte 3G/4G-Module

gewährleisten den regulären Support für Win-

¬ Pro Open ODM zur Verwaltung von

dows 8 bis Januar 2018, den erweiterten Support sogar bis Januar 2023“, so Gürtler. Die neue HP Produktgeneration steht für Design, Innovation und Sicherheit – zum Beispiel die aktuellen, schlanken HP Notebooks.

Die Notebooks der HP ProBook 600 Serie bestechen vor allem durch ihre Flexibilität. Denn sie erlauben es dem IT-Administrator, speziell auf den Anwender zugeschnittene Konfigurationen vorzunehmen. Dabei können ganz gezielt nur die Funktionen ausgewählt werden, die tatsächlich gebraucht werden: ¬ Intel® Core™ i3-4000M Prozessor ¬ Windows 8 Pro ¬ 39,6 cm (15,6“) ¬ DDR3L SDRAM mit 4 GB und 1600 MHz (1 x 4 GB) ¬ 500 GB 7200 U/min SATA

mobilen Endgeräten ¬ Integrierte Cloud-Verbindung (Sky Drive) ¬ Mit dem Start-Button leicht zwischen Kacheloberfläche und Desktop wechseln ¬ Mit Boot-to-Desktop direkt in den

Ein Neuanfang, der voller Vorteile steckt

HP ProBook 650 G1 – elegant, schlank und so viel Talent

Desktopmodus hochfahren

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it-director · AusgAbe 1–2/2014

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aktuelles aktuelles > unternehmen

Auf die Steuerung kommt es an Die Entwicklung von Software durch ein externes Unternehmen stellt besondere Anforderungen an die Steuerung des Dienstleisters.

„Große Entwicklungsprojekte werden auf Basis eines Werkvertrags und durch einen internen Projektleiter gesteuert.“

> Konkret standen bei einem Anwender zwei Kernfragen im Vordergrund, als es um die Verbesserung der Steuerung der SoftwareEntwicklung durch einen externen Anbieter ging: Wie kann das beauftragte Unternehmen kontinuierlich gelenkt werden? Und wie lassen sich gezielt Verbesserungen in der Zusammenarbeit erreichen? Die meisten großen Entwicklungsprojekte werden auf Basis eines Werkvertrags und durch die Einsetzung eines internen Projektleiters gesteuert. Im Fokus stehen dabei bekannte Methoden des Projektmanagements zur Sicherung einer termingerechten Umsetzung der erwarteten Ergebnisse. Nach Projektabschluss entwickelt sich jedoch aufgrund immer wieder notwendiger Anpassungen einer Software erfahrungsgemäß eine dauerhafte Zusammenarbeit mit dem Dienstleister. Die Praxis zeigt, dass dann die konsequente Steuerung des Dienstleisters mit jedem Auftrag geringer wird. Wenn die Ergebnisse den Anforderungen der Fachabteilung nicht mehr entsprechen und weder der gesetzte Finanzrahmen noch die vereinbarten Termine eingehalten werden, besteht erhöhter Handlungsbedarf. In einer konkreten Kundensituation wurden monatlich mehrere kleine Entwicklungsaufträge an einen

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Dienstleister vergeben. Im Fokus standen Anpassungen und Erweiterungen einer bereits entwickelten Software, die für das Kerngeschäft des Kunden kritisch ist. Das Anwenderunternehmen war zunehmend unzufrieden mit den Ergebnissen und suchte auch aufgrund erhöhter Kosten sowie erheblicher Verzögerungen in der Abwicklung ein Steuerungssystem, das die entstandene Situation transparent und lenkbar machte. Im Rahmen eines Beratungsprojektes wurde Inditango damit beauftragt, ein Key-Performance-Indicator-System (KPI) zu entwickeln, das sowohl von der betroffenen Fachabteilung, der IT-Abteilung als auch vom Dienstleister akzeptiert und genutzt werden sollte. Auf Basis einer Application-Development-Scorecard hat das Beratungshaus ein KPI-System entwickelt, das die Perspektive der Anwender, die Sicht auf die Ergebniserreichung und die Bewertung der Methodenkompetenz des Dienstleisters verbindet. Dabei werden hauptsächlich bereits vorhandene Daten genutzt. Die zu einem KPI-System verdichteten Daten dienen der systematischen Identifikation von Verbesserungsmöglichkeiten in der Zusammenarbeit mit dem beauftragten Unternehmen. Die Scorecard wurde innerhalb von


unternehmen < aktuelles

drei Monaten etabliert und lieferte bereits während der Einführung klare Hinweise auf Schwachstellen. Anwendungen tragen dann optimal zur Wertschöpfung bei, wenn sie die Anforderungen der Auftraggeber im Entwicklungsprozess frühzeitig berücksichtigen (Involvement) und bestmöglich – bezogen auf die Zweckmäßigkeit und die Benutzerfreundlichkeit – erfüllen. Die kontinuierliche Befragung des betroffenen Fachbereichs nach jedem Auftrag hatte zwei positive Effekte: Der Fachbereich stimmte seine Anforderungen mit der IT und dem Dienstleister besser ab und der Dienstleister orientierte sein Vorgehen nicht nur an technischen Fragen, sondern auch an den Anforderungen der Nutzer.

Fixierung von Kosten und Dauer Aufgrund der vielen kleinen Anforderungsprojekte konnten die üblichen Methoden zur Steuerung großer Projekte nicht eingesetzt werden. Der im Rahmen der Einführung der Scorecard definierte KPI-Wert prüft nun die Projekte hinsichtlich Zielerreichung, Einhaltung von Kosten und Treue von Lieferterminen anhand der Ziele, zu denen sich der Dienstleister durch

sein Angebot verpflichtet hat. Die Kriterien zur Erreichung der Anforderungen werden bereits vor Auftragsbeginn messbar festgelegt. Durch Fixierung der Kosten und der geplanten Dauer im Auftrag erfolgt ein einfacher Abgleich der Einhaltung von Kosten und Dauer nach Auftragsabschluss. Anforderungserweiterungen werden durch das Projektmanagement des Dienstleisters gesteuert. Die Daten zur Ergebniserreichung werden für jeden Auftrag einzeln erfasst. Durch die Darstellung aller Aufträge eines Quartals in einem KPI werden sowohl negative als auch positive Projekte aufgenommen und zeigen ein objektives Bild des Dienstleisters. Die beschriebenen KPIs und der dazugehörige Datenerfassungsprozess sind für alle weiteren Aufträge mit dem Dienstleister vertraglich geregelt. Auf Basis der Kennzahlen werden in Quartalsbesprechungen mit dem Dienstleister Schwachstellen identifiziert und Maßnahmen vereinbart. Gleichzeitig werden die KPIs zur Kommunikation mit der Fachabteilung genutzt. Die Scorecard ermöglicht es, mit geringem Implementierungs- und Review-Aufwand die Software-Entwicklung bei vielen einzelnen Anpassungen und Erweiterungen kontinuierlich zu verbessern. < Dr. Holger Lüngen

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it-director · Ausgabe 1–2/2014 IT SERVICE

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