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28. Februar 2012 | 27. Jahrgang | G 30793 E

1–2 | 2012

Massenentlassungen bei IBM?

Vorschau auf die Cebit Die weltgröße IT-Messe findet vom 6. bis 10. März statt | Seite 10

Die Gerüchteküche brodelt, die Geschäftsleitung schweigt | Seite 8

Aus dem Inhalt Optimistische Bitkom-Prognose IT-Markt soll um 4,5 Prozent auf 73 Mrd. Euro wachsen | Seite 2

Mehr Sicherheit für IBM i Niek Jan van Damme, Sprecher der Geschäftsführung der Telekom Deutschland GmbH

Appetit auf Geschwindigkeit Deutschland ist hungrig nach Bandbreite. Vor allem gefüttert durch Videoanwendun­ gen wächst der Datenstrom im Internet rasant. Ähnlich wie beim Kaffee wollen die Kunden zudem auch unterwegs nicht mehr auf ihre Konsumgewohnheiten verzichten: Facebook, Youtube & Co. sollen auch mobil verfügbar sein. Dabei spielt es letztlich keine Rolle, mit welcher Technik die Kunden hohe Über­ tragungsgeschwindigkeiten erhalten. Ent­ scheidend ist, dass sie schnelle Internetver­ bindungen bekommen – und das möglichst günstig. Die Telekom setzt deshalb beim Breitbandausbau auf eine intelligente Mischung: Wir treiben den Ausbau sowohl über Mobilfunklösungen wie LTE und UMTS als auch über das Festnetz voran. Der Mobilfunkausbau ist besonders effi­ zient, weil damit relativ viele Menschen erreicht werden können. Der teure Tiefbau entfällt weitgehend, von der Glasfaseran­ bindung der Mobilfunkstandorte einmal abgesehen. Beim Ausbau des Festnetzes haben wir aus unserer Erfahrung gelernt: Wir werden nicht einfach ein Glasfasernetz bauen und hin­ terher schauen, ob Kunden die Anschlüsse wirklich kaufen. Bevor wir mit den Tiefbau­ arbeiten starten, wollen wir in den geplan­ ten Ausbaugebieten zwei Voraussetzungen erfüllt sehen: Mindestens 80 Prozent der Eigentümer haben ihr Einverständnis für den Anschluss ihres Hauses gegeben und wenigstens zehn Prozent der Kunden ha­ ben Vorbestellungen abgegeben. Sonst investieren wir an anderen Orten oder in andere Technologien. Wo der Breitbandausbau nicht wirtschaft­ lich ist, kann es sinnvoll sein, dass die öf­ fentliche Hand unterstützt. So können die Gemeinden z.B. vorhandene Leerrohre zur Verfügung stellen, die Tiefbaumaßnahmen übernehmen oder sich finanziell beteiligen. Allein 2011 haben wir mehr als 1.000 sol­ cher Kooperationen vereinbart und so mehr als 180.000 Haushalte mit schnellem Inter­ net versorgt. Das zeigt: Der Breitbandaus­ bau kommt gut voran. Es gibt aber nicht nur einen Weg zum flächendeckenden Hoch­­ geschwindigkeitsnetz. Der Hunger kann auf viele Arten gestillt werden.

Raz-Lee startet mit neuen Partnern ins neue Jahr | Seite 2

„Hardware bleibt das Fundament!“ Im Gespräch mit

Andreas Wodtke, Vice President der Systems & Technology Group bei IBM Deutschland

Holding gegründet Computer Komplett mehr auf PLM und ERP/IT ausgerichtet | Seite 3 Foto: Fetzi Baur

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ür das Jahr des „Centennials“ hat IBM eine glanzvolle Bilanz vorgelegt: Bei einem Umsatzplus um sieben Prozent auf 106,9 Mrd. Dollar stand unterm Strich ein Rein­ gewinn von 15,9 Mrd. Dollar, ebenfalls sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Auch wenn der Umsatz im 4. Quartal „nur“ um 1,6 Prozent auf umgerechnet 23 Mrd. Euro wuchs (was im Wesent­ lichen einem schwachen Euro zuge­ schrieben wurde), kletterte der Gewinn in diesem Zeitraum um satte elf Prozent auf 5,5 Mrd. Dollar. Auch in der Region EMEA wuchs der IBM-Umsatz, allerdings nur leicht um ein Prozent auf 9,6 Mrd. Dollar. Speziell in Europa konnte IBM die Wachstums­ rate gegenüber dem Vorquartal jedoch wieder beschleunigen – auch, weil er­

freulicherweise IBM Deutschland unter Leitung von Martina Koederitz wieder auf Wachstum umgeschaltet hat (+4 Pro­ zent). Dennoch kamen Anfang Februar Gerüchte über Massenentlassungen bei IBM Deutschland auf (siehe Seite 8). Andere Schlagzeilen gehörten vor allem Software & Services, weil die in der Sy­s­­­­­ tems and Technology Group (STG) zusammengefasste Hardware nach eine­m superstarken Mainframe-Jahres­ endgeschäft 2010 im 4. Quartal um acht ­­Prozent auf 5,8 Mrd. Dollar schrumpfte; es warf im 4. Quartal einen Vorsteuer­ gewinn von 790 Dollar ab, 33 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Allerdings machten die Power Systems erneut eine gute Figur und schafften mit einem Umsatzplus von sechs Prozent zum 15. Mal in Folge ein Quartal mit Zu­ gewinn von Marktanteilen. Dazu trugen rund 350 „Competitive Takeouts“ im

Wert von über 350 Mio. Dollar bei. Rund 60 Prozent dieses Geschäftes kam von HP, der Rest überwiegend von Oracle/ Sun. Im gesamten Jahr 2011 erzielte IBM durch „Competitive Displace­ ments“ zum zweiten Mal in Folge mehr als 1 Mrd. Dollar Umsatz. Im gesamten Jahr 2011 lieferte die STG eine gute Performance ab, mit einem Um­ satzplus um sechs Prozent auf 19,0 Mrd. Dollar, einer um 1,6 Prozentpunkte ver­ besserten Bruttomarge und einem Vor­ steuergewinn von 1,6 Mrd. Dollar (+12 Prozent). Damit bildet die Hardware ein grundsolides Fundament für Wachstum mit Software & Services, die IBM über­ wiegend an Anwender ihrer Hardware verkauft. Das verdeutlichte im Interview mit DV-Dialog Andreas Wodtke, Vice President der Systems & Technology Group bei IBM Deutschland. Interview Seite 4

Comarch kauft Semiramis-Partner A-Mea Neue Vorstände bei der deutschen Tochter | Seite 3

SAP schließt SteebVerkauf ab Rasche Integration zur All for One Steeb AG angestrebt | Seite 6

Konstruktive Gespräche über DCW Common vertritt aktiv die Anwenderinteressen | Seite 6

Vertriebspakt Veda kooperiert mit PKS | Seite 7

Neue IBM-Chefin Rometty legt los | Seite 8 DVD IM INTERNET

SCHLAGZEILEN

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KEOS ilovekeos.de

Facebook meldet Börsengang an: 5 Mrd. Dollar Volu­ men? facebook.de +++ Nokia Siemens streicht 17.000 Jobs nsn.com +++ Gescheiterte Übernahme von T-Mobile USA durch AT&T att.com +++ Katastrophenübung für ITBlackout in Deutschland – 33 Unternehmen und 48 Behörden nahmen teil denis.bund.de/ luekex +++ Google Chrome überholt Firefox google.de +++ HP will wieder Standards setzen – CEO Meg Whitman für mehr Forschungsgelder hp.de +++ Twitter räumt um: Neues Layout und neue Unternehmens­ seiten twitter.de +++ Beidou („Großer Wagen“): Chinas Satellitennavigationssystem im Betrieb beidou.gov.cn +++ Nach Hackerangriff auf USSicherheitsberatung bleiben viele Fragen stratfor.com +++ Datenklau bei Zappos: Ama­ zons Schuhshop warnt 24 Mio. Kunden zappos.com +++


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midrange-markt

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unternehmen

Bildquelle: Gerd Altmann/Pixelio.de

midrange-markt

DV-Dialog 1–2/2012 | 28. Februar 2012

4 „Server bleiben eine Paradedisziplin für IBM!“

Interview mit Andreas Wodtke, Vice President der Systems & Technology Group bei IBM Deutschland

6 SAP schließt Steeb-Verkauf ab

Konstruktive Gespräche über DCW

7 Vertriebspakt

Veda und PKS beraten gemeinsam bei der Anwendungsmodernisierung

7 Softline verstärkt sich im IBM-Umfeld

Mit der Übernahme des belgischen IBM-Partners Asist die Kompetenzen auf die Applikationsebene erweitert

8 Erste Amtshandlungen der neuen IBM-Chefin

Ginni Rometty beruft neuen Vertriebschef und kauft Green Hat

8 Massiver Stellenabbau bei IBM?

Gerüchte um den Verlust Tausender Jobs alarmieren Verdi

produkte

Mehr Sicherheit für Power i

9 Browsergestützte Reisekostenabrechnung Accept IT hat Travel Xpense auf XPages umgestellt

Raz-Lee startet mit neuen Partnern ins neue Jahr

10 Vertrauen als zentrales Cebit-Thema

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Bitkom sieht in diesem Jahr hervorragende Startbedingungen für die IT-Messe

10 Rundruf: Was sind die wichtigsten Cebit-Trends?

Eine Kurzumfrage unter den Midrange-Experten in Deutschland

Seite

Produkte

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Social Business à la IBM

Eröffnete die Lotusphere 2012: Alistair Rennie, General Manager der Lotus-Sparte von IBM

12 Mobile Endgeräte allerorten

ie Raz-Lee Security GmbH, Rö­ dental, verstärkt mit zwei neuen Partnerschaften ihre Aktivitäten im Bereich Sicherheit, Transparenz und Compliance für iSeries- und Poweri-Systeme in Deutschland: die Lupp­ rich EDV-Beratung und Michael Weiß IT-Consulting aus Oberaurach. Die beiden neuen Partner, zwei er­ fahrene Power-i-Spezialisten, ergän­ zen das Netz der Vertriebspartner in Deutschland. Michael Weiß, geprüf­ ter Datenschutz- und IT-SecurityAuditor, ist ein Spezialist mit vielen Jahren Erfahrung, auch im Bereich der Power i Security. Die Lupprich EDV-Beratung aus dem sächsischen

Kendox AG wieder selbst präsent

H

atte die Schweizer Kendox AG erst im Mai ihre zehn Mitarbeiter starke Münchener Tochter an Wil­ ken verkauft, startet sie jetzt unter der Leitung von Edgar Kehm hierzu­ lande wieder eigene Aktivitäten. Die neue Niederlassung ist in dem Ge­ bäude der ebenfalls zur InfoniqaGruppe gehörigen ERP-Schwester Cimdata in Gunzenhausen zu Hause. Kehm, seit 2010 als Key Account Manager bei der früheren KendoxTochter tätig, übernahm zu Jahres­ beginn 2012 die Verantwortung für den Direkt- und Partnervertrieb in Deutschland und Österreich. Wilken bleibt Master-Reseller von Kendox in Deutschland und darf auch die bis­ herigen Partner weiterhin betreuen. www.kendox.com

Großenhain hat mit Peter Lupprich einen Profi mit vielen Jahren Erfah­ rung in Vertrieb und Beratung von Power i an der Spitze. Die Stärke: ganzheitliche Beratung über Her­ stellergrenzen hinweg. Ein Hilfsmittel in ihrer Arbeit ist das kostenlose Assessment-Tool von Raz-Lee. Es erstellt in wenigen Minu­ ten einen aussagekräftigen HTMLBericht über den Sicherheitszustand der Power-i-Systeme und kann so als Grundlage für weitere Sicherheits­ überlegungen dienen.

Edgar Kehm hat seit Jahresbeginn die Verantwortung für den Direkt- und Partnervertrieb in Deutschland und Österreich

www.razlee.de www.lupprich.com  www.mwe-consulting.de 

Die ERP-Hersteller nutzen Tablet-PC und Smartphone, um Anwendungen und Daten überall bereitzustellen

13 Cebit-Motto der IBM: „A smarter planet at work“

Umsatz mit Tablet-PCs soll um knapp 19 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro zulegen, der mit Smartphones um 23 Prozent auf 5 Mrd. Euro. Besonders stark entwickelt sich seit Jahren der Umsatz mit Software; sowohl 2011 als auch 2012 soll er laut Bitkom um über fünf Prozent auf dann 17 Mrd. Euro wachsen. Im TK-Sektor legen mobile Datendienste (+10 Prozent) zu; Sprachdienste schrumpfen hin­ gegen, sowohl im Festnetz als auch in der Mobilkommunikation.

Gezeigt werden soll, wie sich unser Planet intelligent weiterentwickelt

13 Das Potential von Collaboration Solutions

Das Motto bei Anwendern und Partnern: „Transforming Lotus“

14 Semiramis macht mobil

Release 5.1 von Comarch ERP Enterprise fertiggestellt

14 Marktübersicht: ERP-Systeme

Eine tabellarische Übersicht über das aktuelle Produktangebot

15 Wieder ein Gesetzesflop: Murks bei Elstam

Softwarehersteller wollen die verlängerte Testphase nutzen – das Provisorium Lohnsteuerkarte bleibt vorerst bestehen

15 Partner beim „GS1-Onboarding“

Lansa hilft SA2 Worldsync beim Management von Produktstammdaten

16 Rocket Software kauft IBM iCluster

Im Jahr 2012 werden auch wieder gute Hardwaregeschäfte erwartet

Hochverfügbarkeit für IBM i als neuer Geschäftsbereich

16 Mobiles IT-Notfallpaket

Die etwas andere „Disaster Recovery“

Seite

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Anwendungen

Optimistische Bitkom-Prognose

Kosmetik für die FiBu

IT-Markt soll 2012 um 4,5 Prozent auf 73 Mrd. Euro wachsen

Portolan EVM für La Biosthétique

D anwendungen 17 Rechnungsformulare in drei Tagen

Fachverlag Erich Schmidt modernisiert den Druck-Output

18 Entsorgung per Mausklick bei Landbell

Großkundenportal vereinfacht Datenpflege und Administration

18 Brücke zwischen ERP & PDM

Sanetta integriert auch Kollektionsentwicklungsprozesse

19 Paisy-Sorgen adé

Deutscher Akademischer Austauschdienst nutzt Outsourcing

19 Häfele setzt auf „Retail on Demand“

Neue Vertriebsstrategie mit Warenwirtschaft und Kasse „aus der Cloud“

20 Jumo optimiert den Versandablauf

Neues Versandlogistiksystem von Rhenania Computer eingeführt

karriere 23 Veranstaltungen 24 Personalien und Impressum

er deutsche Markt für IT und Telekommunikation (ITK) soll im nächsten Jahr erstmals die 150-Mrd.Euro-Marke überschreiten. Dabei sieht der Branchenverband Bitkom im IT-Markt einen Wachstums­ motor.

Mehr Nachfrage dank vieler innovativer Produkte Für 2012 erwartet Bitkom-Präsident Dieter Kempf im ITK-Markt ein Plus um 2,2 Prozent auf 151,3 Mrd. Euro. „Die Nachfrage wird durch die vielen Innovationen der Hightechanbieter getrieben“, hofft Kempf, der dabei den IT-Sektor mit einem Plus von 4,5 Prozent auf 73 Mrd. Euro vorne sieht. Aber auch der Telekommunika­ tionsmarkt soll nach einem schwie­ rigen Jahr 2011 wieder wachsen – um 0,4 Prozent auf 66 Mrd. Euro.

Neue Geräte für den mobilen Inter­ netzugang haben laut Kempf das stärkste Wachstumspotential. Der

Cloud, Sicherheit, Mobilität und soziale Medien im Trend Der Bitkom-Index, der seit Jahren quartalsweise die Umsatzerwartun­ gen der Unternehmen erfasst, liegt derzeit bei + 60 Punkten. Er bewegt sich damit deutlich über dem IfoIndex für die Gesamtwirtschaft (ak­ tuell bei - 9 Punkten). „Cloud Com­ puting und Sicherheit, Mobility und soziale Medien werden die be­ stimmenden Themen im nächsten Jahr sein“, verweist Kempf auf eine aktuelle Umfrage unter mehr als 1.000 Unternehmen der Branche. www.bitkom.com

Im vergangenen Jahr wuchs der ITK-Markt nur leicht – um 0,7 Prozent auf 148 Mrd. Euro


unternehmen

DV-Dialog 1–2/2012 | 28. Februar 2012 

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Midrange-markt

kurz notiert

Position im Schweizer ERP-Markt gestärkt Comarch kauft Semiramis-Partner A-Mea

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er polnische Softwarekon­ zern Comarch hat einen Ver­ trag zur Übernahme des langjähri­ gen Schweizer Semiramis-Partners A-Mea unterzeichnet. Die 20 Mitarbeiter starke A-Mea In­ formatik AG mit Sitz in Arbon (Kan­ ton Thurgau) verfügt über Erfah­ rungen mit ERP-Software sowie mit Finanz- und Rechnungssystemen für kleine und mittelständische Unter­ nehmen; sie bearbeitet ca. 50 Kun­ denprojekte. Der Umsatz wird mit ca. 4 Mio. Euro jährlich beziffert; der Kaufpreis soll die Summe von zwei Mio. Franken und das Eigenkapital der A-Mea nicht überschreiten.

Comarch mit neuem Finanzvorstand Zu Jahresbeginn hat Łukasz Wasek im Vorstand der Münchener Comarch Software und Beratung AG Ludwig Ametsbichler abgelöst, der seit 1991 – noch zu SoftM-Zeiten – das Ressort Finanzen geleitet hatte und jetzt in den Ruhestand geht. Weil bereits Anfang Dezember Piotr Piatosa aus dem Vorstand der Münchener Softwareschmiede ausgeschieden war, ist das Führungsgremium seit Amtsantritt des Vorstandsvorsitzenden Christoph Kurpinski im September komplett neu besetzt. Es besteht nun aus Comarch-Gründer Janusz Filipiak, Kurpinski und Wasek. Management­ erfahrung aus SoftM-Zeiten gibt es also nur noch in der zweiten Reihe. Ametsbichlers Nachfolger Wasek, der Finance and Banking an der Wirtschaftsuniversität Krakau (Polen) studiert hat, arbeitet bereits seit 2008 für die polnische Comarch Group, mit dem Schwerpunkt Kapitalmärkte und Anlageberatung. Zuletzt verantwortete er den Bereich Strategie und Analyse. www.comarch.de

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Comarch-Manager Konrad Taranski sieht in der Übernahme einen großen Schritt zur Verbesserung der Position auf dem Schweizer IT-Markt. „Der deutschsprachige Markt ist von stra­ tegischer Bedeutung für uns“, ergänzt Professor Janusz Filipiak, Gründer und Präsident von Comarch SA. Beinahe

Harald Scheuls ist in der neu formierten Computer Komplett Holding GmbH als CEO für die ganze Unternehmensgruppe verantwortlich

Athanasios Margaritis ist zum neuen Geschäftsführer der Computer Komplett Steinhilber Schwehr GmbH ernannt worden

Neue Unternehmensstruktur

Comarch-Referenzen sollen A-Mea neue Kunden bringen 30 Prozent des Umsatzes stammten aus den deutschsprachigen Ländern. „Namhafte Referenzen ermöglichen es uns, neue Verträge an Land zu zie­ hen“, hoffen Anton Stäheli und Jürg

Jürg Feuz, Vorstandsmitglied der A-Mea Informatik AG, will die namhaften Referenzen nutzen, um neue Verträge an Land zu ziehen

Feuz, Vorstandsmitglieder bei A-Mea. „Wir sind überzeugt, dass wir das sehr gute Vertrauen unserer Kunden weiter stärken sowie viele Interessenten von unserer erweiterten Leistungsfähigkeit überzeugen können. Zusammen mit Comarch wird es möglich, dass die A-Mea auch vermehrt global gesetzte Projekte von Schweizer Kunden noch besser bedienen kann.“ Immerhin be­treue Comarch in mehr als 30 Län­ dern auf vier Kontinenten Kunden, habe über 3.000 Projekte erfolgreich abgeschlossen und beschäftige 3.500 Mitarbeiter weltweit. A-Mea ist seit 2003 Semiramis-Partner. Größter Kunde ist der Messerhersteller Victorinox einschließlich der Toch­ ter Wenger SA, die von A-Mea auch nach der Inbetriebnahme der heute Comarch ERP Enterprise genannten Software im Jahr 2005 betreut wird. we

Computer Komplett stärker auf die strategischen Schwerpunkte PLM und ERP/IT ausgerichtet

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ie Unternehmensgruppe Com­ puter Komplett, einer der großen deutschen IT-Partner für den Mittel­ stand mit 59 Mio. Euro Umsatz im Jahr 2011, hat sich zu Beginn des Jahres neu ausgerichtet. Mit über 400 Mitarbeitern an 14 Stand­orten realisiert die Gruppe, bestehend aus den Unternehmen Steinhilber Schwehr, Ascad, Ifax, MTC und Steinhilber Schwehr Con­ sulting, Lösungen zur Prozessopti­ mierung. Das Unternehmen richtet sich nun in seiner Struktur stärker auf die strategischen Schwerpunkte PLM und ERP/IT aus. Ziel der Reorga­ nisation ist es, die Voraussetzungen für weiteres Wachstum – auch durch Akquisitionen – zu schaffen, die Kundenbeziehungen zu stärken und das Leistungsportfolio zu erweitern. Hierzu wurde im Januar 2012 die Computer Komplett Holding ge­ gründet, die als Beteiligungsgesell­ schaft die Gesellschaftsanteile der Unternehmen hält und Aufgaben in den Bereichen Marketing, Finanzen,

Der langjährige Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Eberle wechselt in den Aufsichtsrat

Administration und Personal für die operativen Einheiten übernimmt. Außerdem werden Unternehmens­ entwicklung und M&A in der Hol­ ding verantwortet.

Holding für die operativen Einheiten gegründet Geschäftsführer der neuen Holding und CEO der Unternehmensgruppe ist Harald Scheuls, bisher Vorstand der Steinhilber Schwehr AG. Ihm zur Seite steht als CFO für Finanzen verantwortlich Dieter Stuch, bisher kaufmännischer Leiter. Der langjäh­ rige Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Eberle wechselt in den Aufsichtsrat und will die Unternehmensentwick­ lung von dort aus mitgestalten. Im Zuge dieser Veränderungen werden die bisherigen Steinhil­ ber- Schwehr-Firmen (AG in Rott­ weil und GmbH in Mettmann) zu einer Gesellschaft verschmolzen. Geschäftsführer dieser neuen Com­ puter Komplett Steinhilber Schwehr GmbH wird neben Scheuls der lang­ jährige Bereichsleiter Athanasios Margaritis. Der Informationstechni­ ker, der neben der Berufstätigkeit ein Studium zum Businessmanager mit dem Schwerpunkt Unternehmens­ führung absolviert hat, ist seit 2003 im Unternehmen tätig. Sabine Schröder ADVERTORIAL

Apple nun größer als HP und IBM: Erstmals in der Geschichte der IT hat ein Unternehmen in einem einzigen Quartal 46,3 Mrd. Dollar Umsatz erzielt. Damit schaffte Apple 73 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Das iPhone füllte die Kasse; der Nettogewinn verdoppelte sich auf 13 Mrd. Dollar. 37 Mio. iPhones wurden verkauft, 82 Prozent mehr als beim bisherige Rekord von 20,3 Mio. Geräten. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal stieg der iPhone-Absatz sogar um 128 Prozent. www.apple.de

Kodak pleite: Der knapp 19.000 Mitarbeiter starke Fotopionier beantragte nach langem Überlebenskampf Mitte Januar Insolvenz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts. Nun wird nach Geldgebern gesucht, um das Unternehmen als Druckspezialist zu etablieren und so aus der Krise zu kommen. Wenn alles gut geht, soll das Insolvenzverfahren, von dem alle Töchter außerhalb der USA nicht direkt betroffen sind, 2013 beendet werden. www.kodak.de

Das Know-how für die Medienbranche will Reply Deutschland mit der Gründung des Start-ups Twice Reply bündeln. Dessen Geschäftsführung übernimmt Georgios Kontargyris, der zuvor unterschiedliche Positionen im Medien- und Telekommunikationsgeschäft des IT-Dienstleisters Cirquent innehatte. Als Scharnier zwischen Fach- und IT-Abteilungen soll Twice Reply vor allem Veränderungs- und Innovationsprojekte unterstützen. www.reply.de

IT-Novum, der Open-Source- und SAPSpezialist aus Fulda, implementiert jetzt als qualifizierter Partner für das CMDBund IT-Dokumentationssystem von i-doit IT-Management ohne den Umweg über proprietäre Frameworks. www.it-novum.com

Vom anbieter- zum anwenderorientierten Verband: Nach der geplatzten Fusion mit dem Branchenverband Bitkom und der Abwanderung prominenter Mitglieder dahin positioniert sich der VOI – Verband Organisations- und Informationssysteme e.V. neu. Waren die Anwender bislang unterrepräsentiert, sollen künftig die von ihnen erwarteten Lösungsanforderungen den neuen Mittelpunkt im Geschehen des VOI bilden. Dies spiegelt sich auch in einer überarbeiteten Verbandsstruktur wider. www.voi.de

Mit Gründung der Tochter Docuware Europe GmbH zu Jahresbeginn will der Archivsoftwareanbieter aus Germering bei München Strategie, Vertrieb, Support & Training einheitlich in eigenen Organisationen bündeln. Auch die Schlagkraft des Vertriebs wird erhöht; die Anzahl der regionalen Vertriebsdirektoren hat sich in den vergangenen Monaten weltweit fast verdoppelt – z.B. auf dem amerikanischen Kontinent von acht auf 14. www.docuware.com

Als klares Bekenntnis zum Standort Jena gewertet wissen will Intershop Communications den Erwerb einer Option, sich in der Nähe des geplanten Universitäts­ campus am Inselplatz einen neuen Firmensitz errichten zu lassen. Damit könnte das Unternehmen die angestrebte Vergröße­ rung seines Stammsitzes in Jena realisieren. www.intershop.de

Der Rat der Stadt Leipzig hat für eine Veräußerung von 100 Prozent der Anteile der Perdata Gesellschaft für Informationsverarbeitung an Arvato Systems ­gestimmt. Kaufpreis: 18,05 Mio. Euro. Die Bertelsmann-Tochter Arvato garantiert auch den Erhalt des Firmensitzes Leipzig für mindestens acht Jahre und eine Arbeitsplatz­ sicherheit für die über 180 Mitarbeiter. www.arvato-systems.de


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DV-Dialog 1–2/2012 | 28. Februar 2012

Herr Wodtke, IBM positioniert sich zunehmend als Software- und Serviceanbieter. Hardwaresparten wie Plattenspeicher, PCs oder Drucker wurden bereits aufgegeben. Warum bleiben Server für IBM wichtig? Andreas Wodtke: Natürlich bleiben Server – und übrigens auch Speichersysteme und Netze – eine Paradedisziplin für IBM, auch wenn Software und Services immer wich­ tiger werden. Würde ich das nicht glauben, hätte ich im Sommer wohl kaum ja gesagt, als mir der neue Job angeboten worden ist. Ich glaube, dass das eine ohne das andere keinen Sinn macht. Wir haben uns als Provider umfassender ITInfrastrukturen positioniert; dazu gehören selbstverständlich auch Systeme. Damit sind nicht nur die Server gemeint, sondern auch die Speicher, die immer wichtiger werden. IBM hat über 50 Jahre Erfahrung mit solchen Systemen, die wir in die Entwicklung unserer Plattformen einbringen. Diese Erfahrung be­ deutet einen wesentlichen Differenzierungs­ faktor im Geschäft mit IT-Systemen, nicht zuletzt auch im Commodity-Segment mit x86-Servern. Neue Anwendungen, die unter Überschriften wie Business Analytics, Smarter Planet oder Cloud Computing derzeit heiß diskutiert werden, brauchen immer mehr Server; teil­ weise brauchen sie sogar für eine bestimm­ te Anwendung optimierte Systeme. Solche „Appliances“, wie sie zum Beispiel SAP der­ zeit mit der In-Memory-Datenbank Hana lanciert, bestehen aus Hardware-/Software­ kombinationen, die sich durch einfache In­ betriebnahme, automatisierten Betrieb und geringen Administrationsaufwand auszeich­ nen. Wir sehen eine sehr große Nachfrage im Markt und mischen daher auch sehr gerne im Hardwaregeschäft mit.

„Server bleiben eine Paradedisziplin für IBM!“ Interview mit Andreas Wodtke, Vice President der Systems & Technology Group der IBM Deutschland

Text: Berthold Wesseler | Fotos: fetzi baur

Während andere Hersteller sich auf eine Plattform fokussieren, leistet sich IBM den Luxus mehrerer Modellreihen.Warum? Wodtke: Lassen Sie mich eines voranstellen: Einerseits gibt es eine wachsende Nachfrage nach zentraler Rechenleistung, andererseits haben viele unserer Kunden ihre IT-Budgets eingefroren. Denken Sie nur an den boomen­ den Einsatz mobiler Endgeräte wie Smart­ phones oder Tablet-PCs in den Unternehmen, der jährlich um 40 Prozent wächst und ganz neue Zielgruppen anspricht. Das erfordert umgekehrt ganz neue IT-Ser­ vices, die auf Datenbanken und Anwendun­ gen basieren, die entweder noch klassisch im Rechenzentrum oder aber schon im Web oder in der Cloud bereitgestellt werden. Damit einher geht also ein Wachstum der Serverkapazitäten, sowohl der virtuellen als auch der physischen. Mehr Server bedeuten auch mehr Aufwand, etwa für Operating und Systemmanagement, aber z.B. auch für Verwaltung, Wartung, Kühlung oder Energiemanagement. Um den höchst unterschiedlichen Anforderungen der Kunden gerecht zu werden, sind unter­ schiedliche Servertypen nötig – auch mit Blick auf Eigenschaften wie Performance, Zuver­lässigkeit oder Sicherheit. Dafür baut IBM heute so unterschiedliche Geräte wie Mainframes, Power Systems, x86Server, Blade Center, Cluster-Systeme und Analytics-Appliances wie Netezza. Auch für die Softwarefamilien entwickelt IBM mehr und mehr Appliances, wie z.B Lotus Foun­ dations oder die Websphere Datapower SOA Appliance. Es werden eher mehr als weniger. Unterschiedliche Servertypen haben ihre Daseinsberechtigung – sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus technologischen Gründen. Dem trägt IBM durch die verschie­ denen Server- und Speicherproduktlinien Rechnung, z.B. mit Blick auf die WorkloadAnforderungen. Auf der einen Seite stehen Transaktions­ systeme mit zentralen Datenbanken und zigtausend Benutzern, die mehrere Hundert Millionen Transaktionen am Tag abwick­ eln und z.B. bei Banken rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche laufen müssen. Auf der anderen Seite stehen Business Intel­ ligence oder Data Warehousing. In diesem Umfeld sind die Datenmengen viel größer und die Berechnungen komplexer, aber die Systeme müssen nicht unterbrechungsfrei laufen und es gibt auch weniger Nutzer.

Wie wird sich der Servermarkt weiter­­entwickeln? Rechnen Sie wieder mit Wachstum über das Volumen des Jahres 2008 hinaus? Wodtke: Da müssen Sie die Marktforscher fragen. Nur eines ist klar: Ob Public, Pri­ vate oder Hybrid Cloud – die Workloads da­ rin laufen nicht auf Kaffeemaschinen. Die Infrastrukturen dafür werden in den kom­ menden Jahren aufgebaut. Das ist eine MegaOpportunity für IBM. Laut IDC oder Gartner dominieren doch HP und IBM Kopf an Kopf bereits den Servermarkt, mit insgesamt rund 60 Pro­zent Marktanteil ... Wodtke: Fragt sich, was man als Markt be­ trachtet. In meinen Augen taucht der größte Serverhersteller in diesen Statistiken gar nicht einmal auf...

„Unterschiedliche Servertypen haben ihre Daseinsberechtigung – sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus technischen Gründen.“ Andreas Wodtke Wer ist das? Wodtke: Google. Google kauft keine Server für seine Mega-Rechenzentren, sondern baut sie allesamt selbst. Bleibt die Segmentierung in kleine Commodity-Server und Blades, kompakte MidrangeSysteme und komplxe Highend-Server, Mainframes und Supercomputer bestehen? Wodtke: Ja, wobei die Betriebssysteme auch auf anderer Hardware als ursprünglich ge­ dacht laufen können. Hiermit meine ich die zu nehmenden Möglichkeiten zum Aufbau von Hybridsystemen, um das System­ management zu vereinfachen und die Kosten zu senken. Auf dem z-Mainframe Plattform können neben dem Mainframe-Betriebssystem heute Applikationen ebenso unter Linux, AIX ­oder gar Windows betrieben und gesteuert werden. Auch die früheren AS/400- und RS/6000-Server sind zu den heutigen ­Power Systems zusammengewachsen, unter den drei Betriebssystemen IBM i, AIX und Linux. Wie gesagt glaube ich, dass der Trend in Richtung Workload-optimierte Systeme­ geht – und dass das Thema Appliances uns nicht loslassen wird. Wobei die AS/400 ver­ mutlich die erste Appliance war, die es auf diesem Erdball jemals gegeben hat. Wie meinen Sie das? Wodtke: Die AS/400 war 1988 der erste voll integrierte Applikationsserver. Mit voll in­ tegriert meine ich: Datenbank, Middleware,

Andreas Wodtke, seit Juli 2011 Hardwarechef der IBM Deutschland, hat im Verlauf seiner Karriere selbst schon eini­ ge AS/400-Systeme verkauft. Er kam mit Mainframe, Power und PC-Server in Berührung, ebenso aber auch mit Software und Services, hat er doch schon das 25-jährige Dienstjubiläum gefeiert. Nach seinem Einstieg bei „Big Blue“ in Dortmund war er in der Geschäftsstelle Düsseldorf als Führungskraft im Vertrieb tätig, u.a. als Gesamtverantwortlicher für die Betreuung der Genossenschaftsbanken. Dann über­ nahm er in europäischen und amerikanischen Haupt­ geschäftsstellen der IBM diverse Managementpositio­ nen bei der Software Group – auch als Assistent des damaligen General Managers für die Marke Lotus, Al Zollar. Im Jahr 2005 kehrte Wodtke nach Deutschland zurück, zunächst als Vice President an die Spitze des „Industrial Sektors“, mit den Industrien Automo­ tive, High Tech/Electronics, Petrol & Process sowie IP. Von 2007 bis 2011 trug er dann die Gesamtverantwor­ tung für die hiesigen IBM-Aktivitäten in den Branchen Telekommunikation, Medien & Entertainment sowie Energy & Utilities. Im Juli vergangenen Jahres folgte er als Vice Presi­ dent der Systems & Technology Group (STG) der IBM Deutschland auf Marc Fischer, der in die Europa-Orga­ nisation des Konzerns gewechselt ist.


Andreas Wodtke

DV-Dialog 1–2/2012 | 28. Februar 2012 

Security und Systemmanagement sind inte­ grale Bestandteile des Systemkonzeptes. Das macht die Maschine gerade für Mittel­ständler so attraktiv: Sie läuft quasi von allein und benötigt kaum IT-Experten. Dazu kommen ihre vielen Applikationsprogramme.

„Die AS/400 war vermutlich die erste Appliance, die es auf diesem Erdball jemals gegeben hat!“

Wo liegen die spezifischen Vorteile der Power-Architektur? Wodtke: Power Systems kombinieren die Vorteile der Mainframes bei Hochverfügbar­keit und Skalierbarkeit mit denen der preis­ günstigen und standardisierten x86-Welt. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal der Power Systems; angesichts des Trends zur Konsoli­ dierung werden sie noch lange ihre Daseins­ berechtigung haben. Es gibt Großkunden, die mehrere Tausend Server durch zwei Power Systems abbilden. Dazu kommen Themen wie Virtualisierung oder Security, denn Cyber-Angriffe kom­ men praktisch nicht vor. Außerdem bräuchte man viele x86-Server für die Leistung eines Power Systems, so dass nicht nur die Lizenz­kosten explodieren, weil viele Soft­ warehersteller ihre Lizenzen je Prozessor berechnen, sondern auch das Systemmanagement sehr viel aufwendiger wird. Last but not least sind die Einsparungen beim Energieverbrauch nicht zu unterschätzen, gerade vor dem Hintergrund des geplanten Atomausstiegs. Dagegen spielt der Platzbe­ darf für die Server nur eine untergeordnete Rolle.

Andreas Wodtke Welche neuen Anwendungen treiben denn den Absatz von Power Systems? Wodtke: Neue Anwendungen gibt es quer­ beet, zum Beispiel auf Basis der Program­ miersprachen Java oder PHP in Bereichen wie E-Commerce, Workflow und Dokumen­ tenmanagement oder CRM.

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titelinterview

Neben Virtualisierung und Cloud: Welche Trends und Innovationen prägen die Weiterentwicklung der Servertechnologie? Wodtke: Primär beschäftigen sich IT-Chefs mit dem permanenten Kostendruck; sie müssen einerseits sparen, andererseits aber neue ITServices bereitstellen. Dazu zählt vor allem der Zugriff auf Informationen, um bessere Entscheidungen zu treffen. Hier gibt es noch De­ fizite, obwohl die Basisdaten vorhanden sind. Woran liegt das? Wodtke: An einem Phänomen, das wir „Big Data“ nennen. Gemeint ist die explosionsartige Zunahme unstrukturierter Daten, die sich bisher nur schwer automatisiert verarbeiten lassen.

Warum halten Sie Energieeffizienz für dermaßen wichtig? Wodtke: Es gibt Telekommunikationsunternehmen in Deutschland, die zahlen für ihre Rechenzentren jährlich eine Stromrech�� nung von 20 Mio. Euro, in denen sie 20.000 bis 30.000 Systeme betreiben. Das Haupt­ problem ist nicht deren Energieverbrauch, sondern die Kühlung. Es kommt sogar die Wasserkühlung wieder in Mode, die bis in die 90er-Jahre gängige Praxis in den Rechen­ zentren war. Verfolgen diese Unternehmen weiterhin eine Scale-out-Strategie, wird auch die Zuleitung zum Problem. Denn für die Rechenzentren gibt es zumeist zwei oder drei Einspeisungspunkte, die dann vom deutschen Stromnetz nicht mehr ausreichend versorgt werden. Überzeugt IBM mit diesen Vorteilen auch Neukunden vom Power System? Wodtke: Ja. Allerdings kommt in der Mehrzahl der Konsoliderungsprojekte AIX zum Einsatz, in bestimmten auch Linux. IBM i ist mehr getrieben durch die Applikationen. Insgesamt ist das Energieeinsparpotential der Power Systems auch ein starkes Argument für Neueinsteiger. Wir sehen Neuverkäufe von IBM i auch in Deutschland, vor allem aber in den „Emer­ ging Countries“, etwa in den sogenannten „BRIC“-Staaten oder in Afrika. Hier überzeu­ gen wohl das „Plug&Play“-Konzept und der bedienerarme Betrieb des hochintegrierten Systems, vielleicht auch, weil die IT-Experten für den Aufbau und die Administration von IT-Infrastrukturen knapp sind.

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Anderes Beispiel: Wie viel Information liegt in den Diktiergeräten unserer Ärzte brach? Watson könnte diese Informationen sam­ meln, verdichten und auswerten. Dabei ist er beileibe kein Arzt. Doch als Arzthelfer kann er einen Beitrag zur Diagnose seltener Krankheiten leisten, da er die Symptome mit dem gesammelten Wissensfundus abglei­ chen kann. Es geht in den Entwicklungslabors also nicht nur um klassische Servertechnologie? Wodtke: Genau, es geht auch um Grundlagen­ forschung. Ein Beispiel: IBM-Wissenschaftler suchen Möglichkeiten, ob und wie sich eine unmittelbarere Verbindung zwischen Gehirn und Geräten herstellen lässt, um mittels der

Gedanken Abläufe zu steuern. Schon heute gibt es auf dem Gebiet der Bioinformatik die ersten rudimentären Geräte, mit deren Hilfe Hirnströme gemessen werden und Gesichts­ ausdrücke maschinell interpretiert werden können. Schon innerhalb der nächsten fünf Jahre werden wir die ersten einfachen An­ wendungen in der Medizin, bei Videospielen und der Unterhaltungsindustrie sehen. Für Schlaganfallpatienten könnte dieses „Gedan­ kenlesen“ ein Meilenstein sein.

Ein Beispiel sind Bankinganwendungen. Früher bekamen wir mit den Power Systems bei Banken kein Bein auf die Erde, weil diese – als Domäne von Sun – ihre Anwendungen auf das Sun-Betriebssystem zugeschnitten hatten. Da können Sie die beste Technik anbieten und den besten Preis machen: Wenn die Anwendungen nicht auf ihrem Server laufen, werden Sie ihn nicht verkaufen. Das ändert sich momentan grund­ legend, denn Banken und Versicherungen wollen unabhängiger von einzelnen Herstel­ lern werden. Deshalb werden derzeit viele Anwendungen auf unseren TechnologieStack portiert oder dafür neu entwickelt.

Dazu entwickeln wir nun innovative Ansätze wie Watson. Der kann nicht nur Jeopardy spielen, weil er erstens unstruktu­ rierte Daten auswerten kann und zweitens auch noch Stimmungen feststellt. Würde Watson im Second Level Support arbeiten, könnte er merken, ob ein Anrufer sich gut gelaunt vor Weihnachten meldet oder ob er total genervt ist, weil er ohne irgend­eine Hilfestellung bereits 20 Mal weiterver­ bunden worden ist. Callcenter etwa könnten wieder nach Deutschland zurückverlagert werden, weil viel weniger Personal benötigt würde. Das ist für uns eine riesige Markt­ chance.

Was wird auf der Cebit zu sehen sein? Wodtke: Klar ist, dass wir gemeinsam mit Kunden und Partnern unter der Überschrift „A Smarter Planet at Work“ im Bereich intel­ ligenter Infrastrukturen innovative Systeme zeigen werden. Das Motto der Cebit insge­samt lautet: „Managing Trust“, denn das Thema Sicherheit gewinnt immer mehr an Brisanz. Wir gehen beispielsweise davon aus, dass biometrische Daten bis 2015 Passwörter oder PINs überflüssig machen werden. Sprachidentifikation, Retina-Scans oder Gesichtsmustererkennung könnten dafür sorgen, dass wir nicht mehr ständig grübeln müssen, nur um Geld abzuheben, unseren Compu­ter hochzufahren oder Weihnachtsgeschenke online zu bestellen. Unter dem Stichwort „Multifactor Biometrics” wird es in Zukunft intelligente IT-Systeme geben, die in Echtzeit unsere biometrischen Daten abgleichen kön­ nen. Sie machen unser Leben damit nicht nur einfacher, sondern schützen auch zuverlässig vor Missbrauch, Betrug und Diebstahl.

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midrange-markt

kurz notiert

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Unternehmen

DV-Dialog 1–2/2012 | 28. Februar 2012

SAP schließt Steeb-Verkauf ab Rasche Integration zur All for One Steeb AG angestrebt

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Im Rahmen eines Asset-Deals hat die Bremer Allgeier IT Solutions GmbH den operativen Geschäftsbetrieb des ERPAnbieters Intrapend erworben, um mit dessen Software Cierp3 eine plattformund standortungebundene Cloud-Lösung anbieten zu können. Cierp3 wird über einen Browser abgerufen; der Anwender benötigt lediglich eine Internetverbindung. SaaS-Kunden können Funktionen und Module nach tatsächlichem Bedarf zu- und abschalten. Intrapend war im Januar 2000 von Barbara und Ditmar Tybussek in Wiesbaden gegründet worden. www.allgeier-it.de

Effizienz für IT-Infrastrukturen: Das Paderborner Systemhaus Accept IT ist ab sofort Premiumpartner der Panagenda GmbH, Wien, und bietet deren Lotus Notes/ Domino-Applikationen an. Dazu gehört vor allem das Client-Management-Tool „Marvel Client“ für automatisierte NotesClient-up-grades sowie für Client-Fixpackund Hotfix-Installationen. www.accept-it.de

Der Lotus-Experte Thetakom will als neuer Partner der Stolberger Caseris GmbH deren Unified-CommunicationsLösung Caesar anbieten, die sich sowohl in gängige Groupwareumgebungen wie Microsofts Exchange-Server oder Lotus Notes als auch in Hostsysteme wie die AS/400 oder SAP R/3 integrieren lässt. Thetakom will mit Caesar Fax, Voice, E-Mail und SMS unter einer Oberfläche zusammenfassen.

ll for One hat den am 10. No­ vember 2011 mit SAP unter­ zeichneten Anteilskaufvertrag plan­ mäßig vollzogen (siehe DV-Dialog 12/2011, S. 6) und Anfang Dezem­ ber alle Anteile an der SAP-Tochter Steeb Anwendungssysteme GmbH, Abstatt, übernommen. „So starten beide Unternehmen be­ reits heute unter der neuen gemein­ samen Marke All for One Steeb“, er­ klärte Vorstandssprecher Lars Land­ wehrkamp Anfang Dezember im Rahmen einer Live-Schaltung den etwa 700 Mitarbeitern in Deutsch­ land, Österreich und der Schweiz. So will er einen integrierten Marktauf­ tritt der All for One Midmarket AG und ihrer Tochter Steeb  schaffen. „All for One Steeb führt zwei im Mittelstand bereits langjährig und hervorragend eingeführte Marken zusammen“, so Landwehrkamp. Ziel sei es, „unter verstärktem Einbezug der vielen SAP-Zukunftsthemen einen echten Mehrwert zu schaffen und mittelständische Kunden auf ihrem Wachstumskurs zu begleiten“. Bereits auf der ordentlichen Hauptversam­ mlung im März soll die Umfirmierung der Gesellschaft in All for One Steeb AG vorgeschlagen werden. Der SAP-Generalunternehmer für den Mittelstand betreut heute nach eigenen Angaben über 2.000 Kunden aus dem Maschinen- und Anlagen­ bau, der Automobilzulieferindust­ rie, der Konsumgüterindustrie, dem Technischen Großhandel und dem projektorientierten Dienstleistungs umfeld. Im Geschäftsjahr 2010/11 erzielte die All for One Midmarket AG – ohne Einbezug von Steeb – einen Umsatz von 90 Mio. Euro. Die neue Tochter Steeb beschäftigt rund

www.iet-solutions.de

Die Logsol GmbH bietet ein neu entwickeltes Behältermanagementsystem auf Basis der eigens dafür entwickelten webbasierten Anwendung Binman an, mit dem ein optimales Management von wieder­verwendbaren Behältern möglich ist. Neben der manuellen Erfassung der Daten über die Weboberfläche ist es nun auch möglich, die Behälterdaten automa­ tisch per EDI in den Binman zu importie­ ren. Der Partner Edigrid übernimmt dabei den Austausch der EDI-Daten zwischen den angeschlossenen Partnern und Binman. www.edigrid.de

„All for One Steeb wird im Markt sehr gut aufgenommen und sorgt zu­ dem für einen enormen Integrations schub“, erklärte Landwehrkamp kurz vor Weihnachten bei der Vorlage

Konstruktive Gespräche über DCW Kurz nach dem Vollzug des Kaufs der SAP-Tochter Steeb durch die All for One Midmarket AG traf sich der CommonArbeitskreis DCW am 7. Dezember mit dem Topmanagement des neuen SteebEigentümers, um die Situation der DCWKunden und mögliche Auswirkungen der Übernahme zu sondieren. „Das Gespräch wurde von beiden Seiten sehr offen, konstruktiv und deutlich geführt und verlief in einem sehr guten Gesprächsklima“, informierte Ingo Junker, der Leiter des DCW-Arbeitskreises, die Common-Mitglieder. Das klingt beruhigend, können doch die neuen SteebEigentümer durchaus Einfluss auf die Wartung und Entwicklung der DCWSoftware nehmen. An dem Gespräch waren neben Junker drei weitere Common-Vertreter beteiligt – sowie von dem jetzt All for One Steeb genannten Unternehmen die vier Topmanager Lars Landwehrkamp (CEO), Gerd Scheuerer, Andreas Naunin und DCWBereichsleiter Dr. Oswald Walter. Junker

Die beiden SAP-Vorstände Bill McDermott (links) und Jim Hagemann Snabe

SAP blüht auf

W

ährend der Erzrivale Oracle schwächelt, konnte SAP das Jahr 2011 als bisher bestes in der Unter­ nehmensgeschichte verbuchen. Der Gesamtumsatz des ERP-Herstel­ lers, dessen Software bei einigen der größten AS/400-Anwender der Welt läuft und über 3.600 Mal auf der Plattform IBM i installiert ist, wuchs um 14 Prozent auf 14,23 Mrd. Euro, die Softwareerlöse sogar um 22 Pro­ zent auf 3,97 Mrd. Euro. Das Be­ triebsergebnis stieg um 18 Prozent auf 4,71 Mrd. Euro. Beim Vergleich ist aber zu bedenken, dass die Toch­ ter Sybase 2010 erst ab dem Som­ mer konsolidiert wurde und das der Schaden durch die Tochter Tomor­ row Now neu bewertet wurde. Die Umsätze mit der In-Memory-

Investition in Lernsoftware

des neuen Geschäftsberichtes. „Damit wollen wir den leistungsstärksten SAP-Komplettdienst­leister im Mittelstand mit der größten SAP-Kundenbasis im deutschsprachi­ gen Raum formieren.“ Im neuen Geschäftsjahr 2011/12 will Landwehrkamp für All for One „stand alone“ ein mittleres einstelliges Umsatzwachstum sowie ein EBIT von mindestens 5 Mio. Euro (vor einmaligen Integrationsaufwänden) erzielen. Die Belegschaft soll leicht

Das in Kalifornien beheimatete Softwarehaus Unicom hat jetzt gleich zwei Unternehmen erworben: iET Solutions, einen auch in Deutschland aktiven Hersteller von Software für das IT-Servicemanagement (ITSM), und den Mainframe-Experten Illustro Systems International. Der iETKauf könnte für die AS/400-Anwender interessant werden, die das SoftwareChange-Management der Unicom-Tochter Softlanding Systems nutzen.

www.d-velop.de

Stärkster SAP-Komplettdienstleister im Mittelstand geplant

verstärkt werden. Die Planung für Steeb läuft noch auf Hochtouren; sie soll aber nicht mehr kommuniziert werden, da die beiden Unterneh­men nach der Hauptversammlung am schnellstmöglich fusioniert werden. In der nächsten Bilanz werden folglich Umsatz und Gewinn der „alten Steeb“ nicht mehr separat ausge­ wiesen, sondern die zehn Monate des Rumpfgeschäftsjahres vom 1. Dezember 2011 bis zum 30. September 2012 werden in die Gesamtbilanz des

Der Vorstand der neu formierten All for One Steeb AG bleibt unverändert: Stefan Land (rechts) und CEO Lars Landwehrkamp

www.thetakom.de

Der ECM-Spezialist D.velop AG will die internationalen Vertriebsstrukturen für seine Sharepoint-basierte Produktlinie Ecspand harmonisieren sowie ein zentrales Management dafür einrichten. Seit dem 1. Januar trägt Martin Hülscher die Gesamtverantwortung für die Marke. Vertrieb und Marketing sowohl für die D-A-CH-Region als auch die internationalen Aktivitäten werden gebündelt und durch Josef Gemeri verantwortet. Die Produktentwicklung verbleibt am Stammsitz der D.velop-Gruppe in Gescher und wird von Alexander Zirl geleitet.

190 Mitarbeiter und erzielte 2010 mit etwa 1.000 Kunden insgesamt rund 61 Mio. Euro Umsatz.

stellt fest, „dass von der Seite der All for One Steeb großes Interesse und Bemühungen bestehen, den Status quo für die DCWAnwender zumindest beizubehalten“. Es wurden laut Junker sogar Ideen besprochen, die zu Verbesserungen führen könnten. Aber es seien auch vertragliche Rahmenbedingungen identifiziert worden, die dazu führen könnten, dass die durchaus positiven Absichten nur in einem für die DCW-Anwender inakzeptablen Zeitraum umgesetzt werden. Hier sieht Junker nun wieder die SAP AG als ehemalige Steeb-Eigentümerin im Boot, „mit der wir gemeinsam diese Punkte diskutieren müssen und darauf drängen werden, für uns akzeptable Lösungen verbindlich zu vereinbaren“. Und zwar so schnell wie möglich. Junker hofft, dass auch vonseiten der SAP die Bereitschaft besteht, „unseren berechtigten Interessen entgegenz kommen, damit wir nicht wieder durch den Verkauf Nachteile erleiden und über andere Alternativen nachdenken www.common-d.de müssen“. 

Unternehmens eingerechnet. Nach Abschluss der Integrationsphase am Ende des aktuellen Geschäftsjahres, also am 30. September 2012, erwartet Landwehrkamp für die neu formierte All for One Steeb mit dem erstmals ganzjährigen Einbezug von Steeb im Geschäftsjahr 2012/13 einen Gesamtumsatz von mehr als 160 Mio. Euro. Dieses Ziel ist auch aufgrund der kon­ junkturellen Unwägbarkeiten nied­ rig gesteckt; die angestrebte EBITMarge soll dann aber bereits wieder bei über fünf Prozent liegen. Der Steeb-Kauf birgt aber naturge­-

Chancen und Risiken der Steeb-Übernahme

SAP will ihr Softwareportfolio im Schulungsbereich erweitern und deshalb „bestimmte Software sowie dazugehörige Vermögenswerte“ von der Berliner Datango AG erwerben. Zum Preis wurde nichts bekannt. Die Software unterstützt Unternehmen dabei, die Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter („Workforce Performance“) zu verbessern – durch Softwarewerkzeuge für den Einsatz bei Anwendertrainings sowie im Wissens- und Leistungsmanagement. Für den Einsatz bei elektronischen Trainings, Dokumentation und Anwendersupport liefert Datango Funktionen für Content-Entwicklung, Übersetzung und Bereitstellung. Durch die Übernahme soll „eine Integration mit anderen SAPWerkzeugen möglich und dadurch ein klarer Mehrwert für SAP-Kunden geschaffen“ werden, heißt es. Datango, 1999 gegründet und lang­­jähriger SAP-Partner, beschäftigt 175 Mitarbeiter und erzielte im Ge­ schäftsjahr 2010/11 einen Überschuss von 182.000 Euro – nach gut 1 Mio. Euro zuvor. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei 10,6 Mio. Euro.  www.datango.de

mäß auch Integrationsrisiken. „Trotz sorgfältiger Vorbereitungen und der Unterstützung durch externe Berater“ verbleiben laut Geschäftsbericht zu­ dem „Risiken, die die Ertrags- und Finanzlage erheblich beeinflussen können“ – auch wenn man „mit ho­ her Intensität und Sorgfalt an ein­ er schnellen und sicheren Integration“ arbeite und zudem „über weit­ reichende Erfahrungen aus erfolg­ reich abgeschlossenen Integrationsprojekten“ verfüge. Die größten Risiken sieht Landwehrkamp bei konjunkturellen Rückschlägen, die auch zu Insolvenzen im Kunden­ stamm führen könnten. Umgekehrt eröffnet eine erfolg­ reiche Steeb-Integration auch Chan­ cen, z.B. in Form von „Cross Selling“ und Skalierungsmöglichkeiten, mit denen sich die Ertragsentwicklung künftig weiter verbessern lässt.

Datenbank Hana (160 Mio. Euro) und mit mobilen Lösungen (100 Mio. Euro) wurden in einer Presse­ information explizit gelobt, da sie über Plan gelegen hätten. Dagegen fand das Problemprodukt Business By Design – die verspätete On-De­ mand-Lösung für ERP-Anwendun­ gen – mit keinem Wort Erwähnung; erst anlässlich der Bilanzpressekon­ ferenz wurden einige wichtige Neu­ kunden genannt. „In einem unsicheren wirtschaft­ lichen Umfeld haben wir 2011 die besten Ergebnisse in der 40-jährigen Geschichte der SAP erzielt“, sagten Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe, die beiden Vorstandssprecher der SAP. „Wir haben deutlich Markt­ anteile gewonnen und sind in allen Regionen zweistellig gewachsen.“ Für 2012 ist der SAP-Vorstand sehr optimistisch und rechnet mit einem Plus beim Softwareumsatz von mehr als zehn Prozent und einem Betriebs­ ergebnis von über 5 Mrd. Euro.

we

www.sap.de


trends

DV-Dialog 1–2/2012 | 28. Februar 2012 

Vertriebspakt Veda und PKS beraten gemeinsam bei der Anwendungsmodernisierung

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ie beiden Softwarehäuser PKS und Veda informieren Interessenten künftig auch über den Modernisie­ rungsansatz des jeweils anderen, um die aus Kundensicht bestmögliche Lösung zu finden.

Alternative zu Vedas Migrationswerkzeug Jump Als Softwarehersteller mit langer AS/400-Tradition kennen Veda und PKS die Herausforderung, Anwendungen auf dem Stand der Technik zu halten. Beide besitzen eigene Lösun­ gen, mit denen sich RPG- und/oder Cobol-Anwendungen auf der Platt­ form IBM i modernisieren lassen.

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midrange-markt

„Beide Philosophien haben ihre Berechtigung“, erklärt Klaus Pohl­ mann, geschäftsführender Ge­ sellschafter der Veda GmbH. „Es kommt darauf an, was der Kunde

Veda bietet hierzu die Modernisie­ rung mit dem Migrationswerkzeug Jump, das den Transfer von IBM i­Anwendungen in Java-basierte Rich Internet-Applikationen erlaubt. Un­ ternehmen, denen die Umstellung auf Java zu weitreichend ist, erhalten mit dem Modernisierungsansatz von PKS eine Alternative. Hierbei wird auf Basis der Rational-Werkzeuge von IBM eine schrittweise Modernisierung der Entwicklungsumgebung auf der einen Seite und eine Mo­ dernisierung des User-Frontends (mit WebAPI) auf der anderen Seite ermöglicht. Beide Häuser prüfen jetzt im Einzelfall, welcher Moder­ nisierungsansatz beim Kunden ziel­ führend ist.

mit der Migration erreichen will und auf welche Ressourcen er zurückgreifen kann.“ Denn gerade im Mittelstand und bei den IBM-iAnwendern seien gewachsene Indi­ vidualentwicklungen immer noch weit verbreitet. Obwohl ihr Business­ nutzen unverändert hoch sein mag, reichen laut PKS-Geschäftsführerin Heidi Schmidt Benutzerakzeptanz und Flexibilität oft nicht mehr aus. Schaffe die Eigenentwicklung Vor­ teile im Markt, sei eine Modernisie­ rung sinnvoll, zumal Technik und Globalisierung heute einen ganz neuen Rahmen bilden, in den sich Software einpassen muss. Andrea Goffart

Verspricht neutrale Beratung: Klaus Pohlmann, geschäftsführender Gesellschafter der Veda GmbH advertorial

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Softline verstärkt sich im IBM-Umfeld

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ie Leipziger IT-Gruppe Softline AG, rund 160 Mitarbeiter und 30 Mio. Euro Jahresumsatz stark, beendete das Jahr 2011 mit dem Kauf des auf Anwendungs­ entwicklung und Applikations­ transformation spezialisierten belgi­ schen IBM-Partners Asist. Rückwirkend zum 1. Januar 2011 übernahm Softline jetzt die AsistAnteile,nachdem erst im Mai mit der Gründung der Sofline Systems & Services GmbH eine Gesellschaft entstanden war, die in Ergänzung zu den IT-Consulting- und Lizenz­management-Kompetenzen der anderen Töchter in Deutschland, Norwe­ gen, den Niederlanden, Frankreich und Belgien, auch Dienstleis­tungen und Komplettlö­sun­gen im Storageund Server­umfeld anbietet. Bernd Wagner, CEO der Softline AG: „Mit der Übernahme von Asist erweitern wir unsere Kompetenzen auf die Applikationsebene!“

„FirstSpirit ist integrationsstark, flexibel erweiterbar und im höchsten Maße nutzerfreundlich. So decken Sie alle Content Management-Anforderungen ab, egal, welche Trends die Zukunft bringt.“

End-2-End User Experience als Erfolgsfaktor im Web e-Spirit setzt neue Maßstäbe im Content Management User Experience und Content sind die zentralen Erfolgsfaktoren für

eine Webseite: Hochaktuelle, relevante Inhalte optimal präsentiert sorgen für ein positives Nutzungserlebnis und damit dafür, dass WebseitenBesucher zu zufriedenen, regelmäßig wiederkehrenden Nutzern werden. Aber die User Experience beschränkt sich nicht auf die Ausgabeseite – auch für die internen Anwender, sprich: die Mitarbeiter in Redaktion, PR, Marketing und Fachabteilungen, ist eine positive Nutzererfahrung der Dreh- und Angelpunkt für effiziente Content Management Prozesse. Darum steht bei e-Spirit, dem Hersteller des Content Management Systems FirstSpirit, die End-2-End User Experience – von der Erstellung der Inhalte bis zur Nutzung durch den Webseitenbesucher – im Mittelpunkt der Produktentwicklung. Das CMS der Zukunft: Höchste Usability im Front- und Backend

Egal ob Internetauftritt, Portal, Onlineshop, Community oder Extranet – mit dem FirstSpirit CMS realisieren Unternehmen attraktive Webangebote für ihre jeweiligen Zielgruppen und bieten gleichzeitig ihren internen Anwendern eine Redaktionsumgebung, die alle Redaktionstools und Anwendungen zentral zur Verfügung stellt. Dabei erleichtern nicht nur besonders einfache und intuitiv anwendbare Eingabekomponenten sowie zwei verschiedene Clients für Gelegenheits- und Power-User die redaktionelle Arbeit. Vielmehr optimiert FirstSpirit als Content-Integration-Plattform die Effizienz von Redaktionsprozessen und vereinfacht die Datenhaltung im Unternehmen. Das CMS ermöglicht die nahtlose Integration beispielsweise von Enterprise Portalen wie SharePoint 2010 und SAP NetWeaver, E-Commerce-, Community- und Social-Media-Lösungen sowie der im Redaktionsprozess genutzten Cloud- und Desktop-Applikationen. Content Manager können so direkt in der zentralen CMS-Oberfläche auf alle integrierten Inhalte und Anwendungen zugreifen, diese übernehmen und in die gewünschten Kanäle publizieren – ohne zwischen den verschiedenen Systemen springen und Inhalte manuell übertragen zu müssen. So macht ein CMS Spaß, erhöht die Content-Qualität und spart Zeit und Kosten.

Halle 6

Highlights auf der CeBIT:

Stand

G 26

■ FirstSpirit 5: Sneak-Preview auf das kommende Major-Release mit neuen Usability-Features für noch einfacheres Arbeiten ■ Portalintegration: Zertifizierte Module für Microsoft SharePoint 2010, SAP NetWeaver, IBM WebSphere und Liferay erweitern die mächtige Portalinfrastruktur im Unternehmen um leistungsstarkes Content Management ■ E-Commerce- und PIM-Einbindung: Integrierte Online-Shops für erfolgreiche Kundenansprache ■ Webanwendungen effizient nutzen: FirstSpirit AppCenter holt Cloud- und SaaS-Lösungen direkt ins CMS ■ Investitionssicherheit: Best-of-Breed-Strategie ermöglicht einfache modulare Erweiterbarkeit des CMS um bereits im Unternehmen vorhandene oder zukünftige Systeme z. B. DMS, MAM, Analytics, Office, Videomanager, Communities, Social Media

Im Zuge der Akquisition von Asist mit Standorten auch in Luxemburg und der Schweiz baut die Softline nicht nur die Marktstellung in Europa aus, sondern will künftig auch erweiterte Komplettlösungen anbieten, die über Infrastrukturen hinaus nun auch den Applikationsbereich einschließen. Dieses 1995 gegründete Unter­neh­ men ist spezialisiert auf Softwareentwicklung mit den IBM-Werkzeu­ gen Rational Business Developer und Enterprise Generation Language (EGL) sowie mit der Open-Source-Work­ bench Eclipse. Angeboten werden Ser­ vices von „Body-Leasing“ (Bereitstel­ lung von Anwendungsentwicklern) über Beratung, Migration, Anpassung, Modernisierung bis hin zu Schulung und Projektmanagement. „Mit der Übernahme runden wir un­ ser Portfolio im Dienstleistungsum­ feld ab und bieten unseren Kunden nicht nur Know-how im Bereich der IT-Infrastrukturen, sondern erweitern es auch um Kompetenzen auf der Ap­ plikationsebene“, sagt Bernd Wagner, CEO der Softline AG. „Damit werden wir insbesondere der Anforderung unserer international agierenden Kunden gerecht, die im Zuge der Mo­ dernisierung ihrer Enterprise-Systeme auf umfassende Beratung setzen.“

Bessere Beratung für inter­ national agierende Kunden „In ersten gemeinsamen Gesprächen haben wir bereits umfassende Ansatz­ punkte zum Ausbau unseres bisheri­ gen Dienstleistungsangebots identi­ fiziert”, ergänzt Asist-CEO Maurice Brouwers. „Wir sind davon überzeugt, dass wir gemeinsam mit unseren Mit­ arbeitern Synergieeffekte heben und dadurch unseren Kunden einen noch größeren Mehrwert bieten können.“ www.asist.be

Barcelonaweg 14 44269 Dortmund Tel. 0231/4 77 77 0

Rekordverdächtig Informieren Sie sich auf der CeBIT über die Optimierungsmöglichkeiten, die das FirstSpirit CMS Ihrem Unternehmen eröffnet: Details und Termine unter http://cebit.e-Spirit.com

Erst im Mai 2011 gegründet, hat die auf Dienstleistungen im Speicher- und Server­ umfeld spezialisierte Softline Systems & Services GmbH aus Weiterstadt bereits jetzt den Status als IBM Premier Business Part­ ner erreicht, die höchste Stufe in der IBMPartnerwelt. Die 100-prozentige Tochterge­ sellschaft der Softline AG erhält nun eine umfangreichere Unterstützung durch den Hersteller. www.softline-systems-services.de


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DV-Dialog 1–2/2012 | 28. Februar 2012

kurz notiert Kommentar

Nachholbedarf bei der Transparenz von ITKosten diagnostiziert Prof. Dr. Can Adam Albayrak von der Hochschule Harz in Wernigerode nach einer Befragung von 1.500 Firmen. Einerseits zähle die KostenNutzen-Bewertung solcher Vorhaben zu den aktuellen IT-Themen der Unternehmen, andererseits seien nur 50 Prozent der Firmen die tatsächliche Höhe dieser Kosten bekannt.

Massenentlassungen bei IBM – ein Unfug Hohe Wellen schlägt das Gerücht, das IBM in Deutschland 40 Prozent der Beleg­ schaft entlassen könnte. „Glatter Unfug!“, sagt IBM-Kenner Andreas Zilch, Vorstands­ mitglied des Beratungsunternehmens Experton. Als unabhängiger Analyst kom­ mentiert er diese Nachricht, die doch für viel Verwirrung bei IBM-Mitarbeitern, -Partnern und -Kunden gesorgt hat. 

www.hs-harz.de

Etwa 80 Prozent aller SAP-Transaktionen weltweit bedient der OutsourcingDienstleister T-Systems bereits heute nach eigenen Angaben „aus der Wolke“. Das entspreche mehr als 28 Mio. SAPS (SAP Application Performance Standard) und rund 3,5 Mio. Nutzern weltweit, hieß es Anfang Dezember.

Mittwoch Abend, heute Journal: „… IBM plant, in Deutschland 8.000 von 20.000 Mitarbeitern zu entlassen … und diese durch freie Mitarbeiter zu ersetzen.“ Die­ se Nachricht zur besten Sendezeit basiert auf einem Bericht des Handelsblattes vom gleichen Tag, der sich auf das „IBM Liquid Challenge Program“ bezieht und als Ziele dieser Maßnahmen Einsparung von Personal­kosten und damit Steigerung des Aktiengewinns und des daraus resultie­ rend Aktienwertes nennt.

www.t-systems.de

Mit der Verbreitung Cloud-basierender Anwendungen entstehen zunehmend Sicherheitsbedenken. Wie eine SecurityUmfrage von Retarus ergeben hat, beklagen rund 80 Prozent der Unternehmen die mangelnde Transparenz bei CloudAngeboten. Nur jeder fünfte IT-Chef wird von seinem Cloud-Anbieter automatisch umfassend darüber aufgeklärt, wo seine Unternehmensdaten physikalisch gespeichert und verarbeitet werden – und welchen nationalen Gesetzen sie damit unterliegen.

Massiver Stellenabbau bei IBM? Gerüchte um den Verlust tausender Jobs alarmieren Verdi

www.retarus.com

N

Fusionsverhandlungen erfolgreich: Der eng­lische Bankensofwarehersteller Misys, der schon länger im Zentrum von Übernahmespekulationen steht, hat den kleineren Schweizer Rivalen Temenos geschluckt. Im Zuge eines Aktientausches halten die Misys-Aktionäre künftig 54 Prozent am neuen Unternehmen. Noch 2011 hatte Misys erfolglos mit Fidelity National Information Services über eine Fusion verhandelt. Alle drei Firmen sind auch in Deutschland aktiv und IBM-Partner.

achdem das Handelsblatt am 1. Februar über den Abbau von bis zu 8.000 der insgesamt 20.000 Stellen bei IBM in Deutschland be­ richtet hatte, zeigt sich die Gewerk­ schaft Verdi alarmiert. Auf Anfrage von DV-Dialog wollte IBM wie üb­ lich Spekulationen und Gerüchte nicht kommentieren. „Es gibt keinerlei Anträge über Sozi­ alplanverhandlungen oder ent­ spre­c hende Sozialtarifverträge“, beruhigte Bert Stach, Verdis Ver­ handlungs­leiter bei den Tarifver­ handlungen mit IBM Deutschland, in einer persönlichen Nachricht die von der brodelnden Gerüchteküche verunsicherte Belegschaft. Und: Er habe die „deutsche Geschäftsfüh­ rung direkt aufgefordert, mit einem Statement dafür zu sorgen, dass Klarheit herrscht und wieder Ruhe einkehrt“. Dieses Statement gibt es bisher nicht. „Auch Schweigen ist eine Botschaft“, kommentierte das Handelsblatt.

www.misys.com

Gemäß vorläufigen Zahlen weist die Atoss Software AG, ein Experte im WorkforceManagement aus München, für 2011 ein Umsatzplus um rund acht Prozent von 31,6 Mio. Euro aus. Das operative Ergebnis (EBIT) wuchs weiter auf 7,3 Mio. (Vj. 6,8 Mio.) Euro; die EBIT-Marge blieb trotz gestiegener Investitionen in den Vertrieb mit 23 Prozent auf dem Spitzenniveau des Vorjahres. Für 2012 hat Atoss ein moderates Umsatzwachstum bei EBIT-Margen über 20 Prozent avisiert. www.atoss.de

Der IT-Dienstleister Dimension Data hat als erster deutscher Cisco-Partner den Status „Cloud Builder“ verliehen bekommen. So darf sich nur nennen, wer eine entsprechende Expertise bei Konzeption, Integration und Betrieb von UCSServern, MDS-Fibre-Channel-Systemen, Nexus Datacenter Switches sowie WAASAppliances vorweisen kann. Zudem ist eine vergleichbare Erfahrung für die Integration von Vmware-Systemen sowie für die Speicher von Netapp nachzuweisen. Der erst vor zweieinhalb Jahren eingeführte Server Unified Computing System (UCS) wird laut Cisco schon von mehr als 10.000 Kunden weltweit eingesetzt. www.dimensiondata.com/de

IBM als Gesamtunternehmen weltweit ist sehr gut aufgestellt, was sich auch in den Finanzkennzahlen zeigt. Diese sind grund­ solide. Der Preis der IBM-Aktie stieg im Jahr 2011 um etwa 27 Prozent und in den letzten drei Jahren insgesamt um etwa 90 Prozent. Im Jahr 2010 hat IBM 15 Firmen aufgekauft, im Jahr 2011 waren es weitere acht und in diesem Jahr haben auch bereits wieder zwei Aufkäufe stattgefunden.

Gerüchtekoch am Werk - oder ein großangelegter Bluff Gerüchte über Umstrukturierun­ gen bei IBM sind ebenso wenig neu wie konkrete Maßnahmen, die für die IBM-Belegschaft in Deutschland spürbar sind. Stach nennt hier die Einführung diverser Tools im Zusammenhang mit dem in der KonzernZentrale geplanten Projekt „Liquid“ zur intensiveren Einbindung von Frei­ beruflern oder das Crowd-Sour­cing in der „Generation Open“. Liquid soll, zitiert das Handelsblatt einen un­ g enannten IBM-Manager, „die Pro­duktionskosten senken, um den Gewinn pro Aktie weiter zu stei­ gern“. Einerseits kommen diese Gerüchte angesichts der gerade erst vorgeleg­ ten blendenden IBM-Bilanz überra­ schend, zumal auch die Entwicklung in Deutschland – Um satz­plus vier Prozent – explizit lobend erwähnt wurde. Andererseits will IBM erklärter­ maßen das Ergebnis je Aktie bis zum Jahr 2015 von aktuell gut 13 auf 20 Dollar steigern. Ein bewährtes Mittel zum Zweck der IBM ist Sparen bei den Personalkosten – z.B. durch den Verkauf unrentabler Konzernbe­-

reic­he, Outsourcing und die Ver­ lagerung von Arbeit in Niedriglohn­ länder. Die Frage ist aber: Woher stammt das Gerücht? Falls es überhaupt ein Gerücht ist. Dagegen spricht einiges, denn die deutsche IBM bringt schon seit Jahren nicht die gewünschten Umsätze und Gewinne – auch wenn

Selbst Kenner der IBM unsicher bei Bewertungen des Gerüchtes für 2011 ein Umsatzplus von vier Pro-zent gemeldet wurde. Dass da die Konzernzentrale Konsequenzen zieht, wäre einleuchtend. Selbst profunde Kenner der IBM sind unsicher bei der Bewertung des jüngsten Gerüchtes. Für Andreas Zilch, Vorstansmitglied der Experton Group AG, ist die Meldung schlicht Unfug (siehe Kommentar im Kasten). Der Journalist Raimund Vollmer, Ver­ fasser von Büchern wie „Das blaue Wunder“ und seit langen Jahren aufmerksamer IBM-Beobachter, ver­ mutet dagegen einen Bluff. Fragt sich nur: Wer blufft? In Frage kommen die Gewerkschaft Verdi oder IBM selbst. Beide könnten im Vorfeld eines geplanten Stellenab­ baus ein Interesse an dem Gerücht haben. Beide würden davon prof­ itieren, wenn sich die fürchter­ liche Nachricht als halb so schlimm erweist, wenn es „nur“ 4.000 oder 2.000 Entlassungen gäbe. Das wäre dann – je nach Sichtweise – der Er­ folg knallharter Verhandlungen im Interesse der Belegschaft oder aber die soziale Ader des Arbeitgebers. Es gibt aber auch eine dritte mög­liche Erklärung: Einen hochrangigen und gut informierten Maulwurf. Dass es den geben muss, wurde im Frühjahr bei der Berufung von Martina Ko­ ederitz an die IBM-Spitze deutlich. Auch damals war die Information im Vorfeld der entscheidenden Auf­ sichtsratssitzung an die Öffentlich­ keit gelangt. Dieser Maulwurf könnte auch in die Überlegun­gen zur „Personalanpassung“ involviert sein – und jetzt Unruhe stiften. Denn dass die IBMer unter solchen Bedingungen „as usual“ weiterar­ beiten, ist unwahrscheinlich. we

IBM veröffentlicht keine länderspezifi­ schen Kennzahlen, so dass keine direkte Aussage für Deutschland möglich ist. Die Marktstellung von IBM in Deutschland wird von der Experton Group als „solide“ beur­ teilt, könnte von den Voraussetzungen und dem Marktumfeld her aber noch wesent­ lich besser sein. Ist das ein Grund, in Deutschland 8.000 Mitarbeiter und damit 40% der Beleg­ schaft zu entlassen? Mit Sicherheit nicht. Es gibt sicher bei IBM und bei anderen (IT-) Unternehmen Überlegungen, wie künftige Modelle der Zusammenarbeit aussehen könnten. Bei dem Liquid Challenge Pro­ gram geht es in erster Linie um das Thema Softwareentwicklung, und dabei um die Einbindung von „Nicht-IBM-Mitarbeitern“ in die Software-Development-Prozesse. Ein außerordentlich interessantes Konzept, welches aus unserer Sicht nichts mit einem möglichen Stellenabbau in Deutschland zu tun hat. Wenn man grundsätzlich neue Modelle der Zusammenarbeit mit entsprechend drasti­ schem Personalabbau „testen“ möchte, ist Deutschland – neben Frankreich – auch eines der global ungeeignetsten Länder. Das Arbeits- und Kündigungsrecht, entspre­ chende hohe Abfindungen und das Thema „Scheinselbstständigkeit“ erschweren ein solches Verhalten enorm. Die gesamte Meldung hat also kaum Sub­ stanz. Umso erstaunlicher ist, dass sich dazu bereits sehr viele Stimmen gemel­ det haben und die Nachricht teilweise unkritisch weiterverbreitet wird. IBM hat, wie auch andere IT-Unternehmen die Herausforderung, die Mitarbeiterressourcen ständig an das sehr dynamische Marktumfeld und die Nachfrage der Kunden anzupassen. Dies ist in Deutschland u.a. wegen der gesetzlichen Regelungen eher schwierig, trotzdem für alle Anbieter eher „Business as usual“. Unter dem Strich halten wir eine solche Entwicklung bei der IBM für sehr unwahr­ scheinlich.

IBM-Kenner Andreas Zilch, Vorstandsmitglied des Beratungsunternehmens Experton

Nach vier Tagen im Amt hat Virginia „Ginni“ Rometty mit Green Hat bereits ihre erste Übernahme unter Dach und Fach gebracht

Erste Amtshandlungen der neuen IBM-Chefin

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m 1. Januar hat Virginia „Ginni“ Rometty als CEO und Präsiden­ tin der IBM Sam Palmisano abgelöst, der Vorsitzender des Aufsichtsrates bleibt. Zu ihren ersten Amtshand­ lungen gehörten vergangene Monat einige Beförderungen und mit Green Hat ihr erster Firmenkauf. Die wichtigsten Personalien: Als ihren Nachfolger an der Spitze des Vertriebs hat Rometty den Peruaner Bruno Di Leo benannt. Außer­ dem übernahm die Südafrikanerin Bridget Van Kralingen die Leitung der Servicesparte von Frank Kern, der nach 35 Jahren IBM in den Ru­ hestand wechselt. Di Leo, der seit 1975 für IBM arbei­ tet, war zuvor sehr erfolgreich als General Manager des Geschäftes in Wachstumsmärkten. Die Leitung der Einheit „Growth Markets“, die ihren Sitz in Shanghai hat, übernahm von ihm der neue „Senior Vice President“ Jim Bramante, bisher Chef der IBMBeratung in Nordamerika und frü­ her auch schon verantwortlich für das IBM-Geschäft in Südwesteuropa. Green Hat wird zu einem nicht ge­ nannten Preis übernommen und in die IBM-Sparte Rational integriert. Der Green Hat Tester hat bereits mehrere „Ready for IBM Rational Software“-Zertifikate erhalten, u.a.

Topmanager befördert, Green Hat gekauft für das Zusammenspiel mit Ratio­ nals Quality Manager und der Ent­ wicklungsumgebung Team Concert. Da IBM plant, bis 2015 rund 20 Mrd. Dollar in Akquisitionen zu investie­ ren, dürfte Green Hat mit großer Wahrscheinlichkeit nicht Romettys letzte Akquisition in diesem Jahr ge­ wesen sein. Wirtschaftlich steht der Konzern für die Umsetzung der Ak­ quisitionsstrategie blendend da. „Wir haben im 4. Quartal eine star­ ke Performance abgeliefert, zum Ab­ schluss eines Jahres mit Rekorden bei Gewinn pro Aktie, Umsatz, Gewinn und freiem Cashflow“, kommentierte Rometty Mitte Ja­ nuar die guten Zahlen anlässlich der Präsentation ihrer ersten IBM-­ Bilanz (siehe Seite 1). „Wir haben phantastische Ergebnisse in allen vier strategischen Initiativen erzielt und ernten jetzt die Früchte un­ sere langfristigen Investitionen in Wachstumsmärkte, Business Ana­ lytics, Smarter-Planet-Lösungen und die Cloud. Wir sind voll im Plan unserer Roadmap, die einen Gewinn pro Aktie von mindestens 20 Dollar im Jahr 2015 vorsieht.“ we


DV-Dialog 1-2012