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WANN & WO

Mittwoch, 19. Juni 2013

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LESERBRIEFE

Die Auseinandersetzung ums neue Dienst- und Besoldungsrecht hat gezeigt, dass wir bei den Lehrergruppen ein Zweiklassensystem haben. So wurden in letzter Zeit die Pflichtschullehrer kontinuierlich mit zahlreichen zusätzlichen Arbeiten überhäuft. Trotzdem verdienen sie weiterhin weniger und müssen zudem mehr Stunden unterrichten als die AHS-Lehrer an den Unterstufen. Das ist ungerecht. In Zukunft werden aber alle Lehrer die Masterausbildung haben. Die Konsequenz muss sein, dass gleiche Ausbildung auch gleichen Lohn bedeutet.

Karikatur: bergercartoons.com

Leider sieht das kürzlich vorgestellte ÖVP Dienstrechtspapier weiterhin eine unterschiedliche Bezahlung vor. Auch wenn Teile der ÖVP vom ursprünglichen Vorschlag schon wieder abgerückt sind, bleibt der Unmut vieler Pflichtschullehrer bestehen. Als Lehrergewerkschafter habe ich eine klare Ansage: Die zukünftigen Pflichtschullehrer dürfen gegenüber den übrigen Lehrern nicht benachteiligt werden, deshalb muss es ein gleiches Dienst- und Besoldungsrecht für alle neuen Pädagogen geben. Außerdem ist es jetzt an der Zeit, klare Signale für die Zukunft zu setzen. Aus diesem Grund wurde eine Internetplattform (www. zweiklassenpaedagogik.at)

Nein zur Zweiklassenpädagogik

KOPFSTÜCKE

Schatzi oder Schnucki?

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in Grazer Sprachwissenschaftler will es genau wissen. Er untersucht die Unterschiede der Kosenamen der Österreicher und Österreicherinnen. Für Deutschland gibt es einen solchen „WortSchatz“ im wahrsten Sinne des Wortes schon. Und, Sie haben richtig geraten „Schatz“ ist der unangefochtene Favorit. Gefolgt von Begriffen aus der Tierwelt „Maus“, „Hase“, „Bär“, „Spatz“. Österreich wird nicht viel anders sein. Vielleicht mit einem „i“ hinter den phantasievollen Namen: „Schatzi“, „Mausi“, „Hasi“. Ob es in Österreich auch den Kosenamen „Schweinchen“ (wie bei unseren Nachbarn) gibt, wird also auch noch zu untersuchen sein. Untersucht werden soll auch, warum man zwei unterschiedlichen Menschen ein und denselben Kosenamen gibt. Aber dafür habe ich eine ganz einfache Erklärung. Ein Bekannter hat mir nämlich einmal erzählt, dass solche Kosenamen unendliche Vorteile mit sich bringen würden. Seit er „Schatz“ als Favorit auserkoren hat, käme es bei einer neuen Freundin nie mehr zu Problemen. Früher war das anders, als er einmal eine – neue – Brigitte

mit einer – verflossenen – Gudrun angeredet hat. Da war dann für längere Zeit Feuer am Dach. Das kann er heute geschickt vermeiden.

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nteressant wird auch sein, ob die Untersuchung ergeben wird, dass Kosenamen wichtig für eine Beziehung sind, ob Paare diese halt ab und zu verwenden oder ob Schatzi, Hasi, Mausi und Co. doch nur etwas für die Lugners dieser Welt sind. Man darf gespannt sein.

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nd im Übrigen haben Sie Recht: Beim Schreiben dieser Zeilen habe ich mir ein kleines Glas Sekt gegönnt. Immerhin ist es das 500. Kopfstück, das Sie heute lesen. Die Kopfstücke begleiten mich mittlerweile seit ungefähr zehn Jahren. Und jedes Mal, wenn ich etwas entdecke, das mich länger beschäftigt, könnte eines daraus werden. Ihnen danke ich fürs Lesen und die Rückmeldungen, die ich immer wieder von Ihnen bekomme. Bleiben Sie mir gewogen. In „Kopfstücke“ hat der Gastkommentator Peter Kopf Raum für seine persönliche Meinung. Diese muss nicht mit der der Redaktion übereinstimmen.

PETER KOPF peter.kopf@ifs.at

gegründet, auf der jeder die Möglichkeit hat, sich gegen die Fortführung des ungerechten österreichischen Systems zu wehren. Nutzen wir die Gelegenheit und setzen wir ein Zeichen gegen die Zweiklassengesellschaft im österreichischen Bildungssystem. Gerhard Unterkofler, Hohenems

Spione aus den USA Wie der jüngste Fall wieder einmal zeigt, ist die USA bei der Überwachung von allen Menschen auf der Welt federführend. So viel Observation ist wohl heute gesellschaftsfähig geworden – natürlich alles im Namen der Terrorbekämpfung! Dass sich die Menschen derart von ihrer Regierung belügen lassen, ist lachhaft. Hilary Clinton, Außenministerin der USA, sagt: „Wir haben al-Qaida geschaffen.“ Die Befürworter und Akteure des „weltweiten Krieges gegen den Terror“ sind die Terroristen. Welch Schande für ein Land, das für sich den Titel „Land der Freiheit“ beansprucht! Und alle anderen Regierungen glauben es einfach und spielen mit. Wenn man das Geld, welches für diese Lügen und Täuschungsmanöver (Kriege, Geheimdienste) ver-

wendet wird, für den Frieden einsetzen würde – dann hätten wir auf dieser Welt wirklich Frieden.

schen, die diese Art leben, anerkannt und nicht mehr ausgegrenzt werden. Hans Gamliel, Rorschach (CH)

Christian Palka, Hörbranz

Schwule sind nicht krank Was seit Jahrhunderten bekannt ist und worüber bisher eisern geschwiegen und wenn überhaupt, so nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wurde, ist, dass viele, sogar sehr viele kirchliche Würdenträger Schwule waren. Und auch heute sind viele noch so „gepolt“. Aber Papst Franziskus schweigt im Gegensatz zu seinen Vorgängern nicht. Er spricht öffentlich darüber und das ist gut so. Dieser Pontifex könnte endlich mit der total schwachsinnigen Annahme, dass Schwulsein eine heil- oder/und therapierbare Krankheit sei, aufräumen und die Einsicht herbei führen, dass mündige Men-

SCHREIBEN SIE ... ... uns! Bitte 20-ZeilenBeschränkung einhalten. Kürzungen behält sich die Redaktion vor. Volle Namensund Adressangabe und Telefonnummer (diese wird nicht veröffentlicht). Leserbriefe zu WANN & WO-Themen werden bevorzugt. leserbriefe@wannundwo.at

Sechs Feinde der Demokratie Es gibt sechs Feinde der Demokratie: 1) Egoismus. 2) Sexismus. 3) Nationalismus. 4) Imperialismus. 5) Rassismus. 6) Faschismus und zusätzlich drei Übel: Gier, Hass und Unwissenheit. Darüber sollten wir nachdenken. Name der Redaktion bekannt

Zum Leserbrief: Papa-Sein ohne Kind Ich kann diesen Leserbrief, der aus purer Verzweiflung geschrieben wurde, nicht unbeantwortet lassen. Es ist unvorstellbar, was man diesem Vater, seinem Kind und den Angehörigen antut. Wie kann eine Mutter so grausam sein? Oder ist sie nur sehr naiv? Was diesem Kind zugemutet wird, wird Spätfolgen haben. Das müssten auch die Behörden wissen, aber wegschauen ist einfacher. Wenn ein türkischer Vater sein eigenes Kind mit in die Türkei

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