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05/2019

ten die einzelnen bäuerlichen Dorfgenossenschaften neue politische Aufgaben. Es entstanden die sechs Gemeinden des Oberlandes. Gemäss «GerichtsInstruction für die Gemeinde Vadutz» vom 1. Januar 1810 besorgten nun der vom fürstlichen Oberamt bestimmte «Gemeindevorsteher» zusammen mit dem «Säckelmeister» und «Geschworenen» die Verwaltung der Gemeinde. Die Gemeindeordnung von 1842 ersetzte den Begriff «Gemeindevorsteher» durch «Ortsrichter». 1861 verlieh dann Fürst Johann II. dem Ortsvorstand von Vaduz für alle Zeiten den Titel «Bürgermeister». Der erste Vorsteher mit dem Titel «Bürgermeister» war übrigens Johann Georg Marxer, welcher das Amt von 1857 bis 1864 innehatte.

Der Bürgermeister von Vaduz ist auch zugleich der Vorsitzende der Vorsteherkonferenz. Ist die Vorsteherkonferenz eine zweite Kammer in der politischen Kaskade in Liechtenstein? Seit 1958 besteht das informelle Gremium ohne Satzung oder Gesetzesauftrag. Der Vorsitz führt traditionell der Bürgermeister von Vaduz. Die Vorsteherkonferenz trifft sich rund zehnmal jährlich und es werden gemeindeübergreifende Angelegenheiten diskutiert, Erfahrungen ausgetauscht und Empfehlungen ausgesprochen. Ich habe diesen kollegialen Austausch und aktiven Dialog immer sehr geschätzt, obwohl die Diskussionen für die einzelnen Gemeinden keinen bindenden Charakter haben. Es gibt jedoch viele gemeindespezifische Themen, die eine Koordination benötigen, so zum Beispiel die Abfallund Abwasserentsorgung, die Altersbetreuung, die Raumplanung, Verkehrsfragen, das Subventionswesen, Bestellung von Mitgliedern für Regierungskommissionen und Arbeitsgruppen oder Stellungnahmen bei Vernehmlassungen. Auf Ihre Frage bezogen sind wir also keine zweite Kammer. Wir sind aber durchaus Entscheidungsträger, die gerne zu verschiedenen The-

Ich möchte mich bei dieser Gelegenheit nochmals bei allen Mitarbeitenden der Gemeindeverwaltung Vaduz bedanken, welche täglich tolle und kundenfreundliche Arbeit für unsere Einwohnerinnen und Einwohner leisten. Danke sage ich auch für alle schönen Momente, für die interessante Zeit und das mir entgegengebrachte Vertrauen, den vielen verständnisvollen sowie lieben Menschen, welche mich persönlich, aber auch meine Familie geprägt haben. Aus diesem Zusammenwirken entstanden etliche Freundschaften, die nun die kommende Lebensphase mit Sicherheit bereichern werden. Ewald Ospelt, Altbürgermeister Gemeinde Vaduz

men und von unterschiedlichen Interessengruppen angehört bzw. kontaktiert werden.

Auf welche Projekte, welche sie in ihren drei Mandatsperioden zusammen mit den jeweiligen Gemeinderäten initiiert und umgesetzt haben, blicken Sie mit Genugtuung und Stolz zurück?

Bei unserem Handeln stand stets der Mensch im Vordergrund mit seinen sozialen, gesundheitlichen, kulturellen und sportlichen Bedürfnissen. Für unseren Bildungsstandort und das Angebot der ausserhäuslichen Kinderbetreuung waren beispielsweise die Sanierung der Primarschule und der Neubau der Tagesschule Eben-

holz, das Kinderhaus Haberfeld sowie der Umbau der «Villa Wirbelwind» in eine Kindertagesstätte wichtige Meilensteine. Die umfangreichen Sanierungsarbeiten innen und aussen bei der Kathedrale und unserem «Josefskirchlein», der gelungene Umbau vom «Marktl-Haus» und viele Massnahmen zum Erhalt von wichtigen Infrastrukturbauten im Hoch- und Tief baubereich beschäftigten uns über all diese Jahre. Es wurden auch einige Gemeinschaftsprojekte umgesetzt, so zum Beispiel die schöne Minigolfanlage mit Schaan, die Wertstoffsammelstelle mit Triesen und der Neubau für unseren Werkbetrieb, die Bauverwaltung sowie den Rettungsdienst gemeinsam mit dem Liechtensteinischen Roten Kreuz. Diese kurze Auflistung vermag niemals der effektiv geleisteten Arbeit aller Beteiligten über all die Jahre gerecht zu werden. Es waren zahlreiche kleine Meilensteine dabei, die hier ebenso eine Erwähnung verdient hätten.

Das Städtle hat sich in den letzten Jahren unter Ihrer Ägide zu einem besonderen Zentrum «Liechtensteins» entwickelt. Die Meile von der Kirche, dem Regierungs- und Landtagsgebäude bis hin zum Rathaus und weiters zur fürstlichen Hofkellerei hat ein völlig neues Gesicht erhalten. Unser Städtle hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm entwickelt. Viele Emotionen wurden bei dieser Entwicklung ausgelöst. Das Städtle ist ein Beispiel, wie ein Prozess in der Raumplanung abläuft. Die Umwandlung in eine Fussgängerzone noch unter meinem Vorgänger Karlheinz Ospelt brachte grosse Herausforderungen mit sich. Nach gut 20 Jahren können wir sagen, dass sich vieles eingependelt hat, andere Entwicklungen stehen in den Startlöchern. Durch die einzigartige Museumsdichte, die gastronomische Vielfalt mit neuen Gastgärten, die vielen Geschäfte und die gezielten Bemühungen zur Attraktivitätssteigerung im öffentlichen Raum hat sich das

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bau:zeit Ausgabe 75  

Zeitschrift für Bauen, Immobilien und Lifestyle – aus Liechtenstein für die Region

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