Page 15

15

05/2019

ben sowohl zeitliche als auch räumliche Orientierung. Als Klinikstandort ist Gaflei also wie ein Sechser im Lotto.

Hier konnten wir zusammen mit unseren Architekten und Ingenieuren unsere jahrelange Erfahrung konsequent umsetzen.

Wie gelingt es diese heilende Umgebung im Innern der Klinik miteinzubeziehen? Die baulichen Attribute schaffen analog zur umliegenden Natur, Geborgenheit und lassen Räume der Ruhe und der Begegnung entstehen. Der Patio – unser Innenhof – bietet einen besonderen Rückzugs- und Begegnungsort. Er ist ein erholsamer Ruhepol in der überwältigenden, rauen Berglandschaft. Dieser Innenhof beherbergt einen Alpengarten (lat. Alpinum), der die heimische Flora und Fauna miteinbezieht. Rund um unsere Klinik gibt es naturbelassene Gehwege durch Wälder und über offene Wiesen. Viele der Therapien finden bewusst draussen in dieser heilsamen Umgebung statt. Auch die Patientenzimmer integrieren die Landschaft und umliegende Natur. Alle Zimmer und Suiten verfügen über eine Loggia. Das Bad wurde bewusst räumlich von der Toilette getrennt und liegt direkt an der Fassade, vor einem Panoramafenster. Jedes Gästebad wird somit zur privaten Ruhe- und Entspannungszone, zu einem Ort, an dem die Patienten auch animiert werden, aktiv etwas für die eigene Genesung, für Körper und Geist zu tun.

Wurden beim Bau spezielle Richtlinien eingehalten, z. B. Barrierefreies Bauen? Die Klinik ist vollumfänglich und ohne zusätzliches Hilfspersonal für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer ausgestattet. Die Zimmer und auch die Therapieräumlichkeiten, inklusive der Nassbereich sind grosszügig gestaltet und über schiefe Ebenen sind alle Bereiche ohne bauliche Hürden zu erreichen. Die Räume, das Lichtkonzept und die Signaletik ist so gestaltet, dass sie auch für sehbehinderte Menschen eine gute Orientierung in und um die Klinik ermöglicht. Die Mitarbeitenden sind auf die besonderen Bedürfnisse für geh, seh- und/ oder hörbehinderte Menschen geschult. Derzeit sind wir auch im Anerkennungsverfahren unseres Betriebes bei der Stiftung für Natur und Wirtschaft. Man darf also gespannt sein.

Was ist Ihr persönlicher Lieblingsplatz im Gebäude? (lacht) Abgesehen von der Suite im zweiten Stock sicherlich unsere Gaflei Stuba – das öffentlich zugängliche Restaurant unserer Klinik. Hier haben Wanderer, Spaziergänger und natürlich auch unserer Patientinnen und Patienten die Möglichkeit das Panorama und die Umgebung bei einem gemütlichen Kaffee und selbstgemachten Kuchen zu geniessen, was will man mehr. Wir hoffen hier, dass sich alle wohlfühlen, wie einem Wohnzimmer, einer Stuba eben. Wie gewinnen Sie die Energie für dieses grosse Gebäude? Ohne auf einen hohen Komfort in der Hotellerie verzichten zu

Mag. Michaela Risch und Dr. med. Marc Risch

müssen, wird unsere Klinik mit nachhaltigen Energiesystemen betrieben. Eine hocheffiziente Pelletheizung, in Kombination mit einer modernen Photovoltaikanlage und der Energiegewinnung aus Abwasser, versorgen das Clinicum mit Wärme und Energie. Auch hier sind wir eine Art Vorreiter: Die Klinik ist derzeit der einzige Betrieb in Liechtenstein, welcher Energie aus Abwasser mittels einer sogenannten FEKA Anlage gewinnt. Im Gegensatz zu vielen anderen Kliniken bieten Sie nur Einzelzimmer an. Warum? Die heilende Architektur im Clinicum Alpinum erfüllt das Grundbedürfnis des Menschen nach Individualität. Um den Klienten das höchste Mass an Privatsphäre und einen wirksamen Rückzugsort zu ermöglichen, bieten wir ausschliesslich Einzelzimmer an. Obwohl die Klinik von aussen sehr gross wirkt, fühlt man sich geborgen und «heimelig». Was ist die Intention dahinter? Unser Ziel ist es, für Patienten und Gäste, ein bergender Ort zu sein. Wir sehen uns als eine Art moderne Alphütte, die Geborgenheit bietet – nicht luxuriös und prunkvoll, aber mit hohem Komfort. Zudem legen wir den Fokus auf ein gesundes Raumklima. Vor diesem Hintergrund ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, dass

wir abgeschirmte Elektroinstallationen verbaut haben, die Boden-, Decken und Wandkonstruktionen aus Holz bestehen und in jedem Zimmer ein Teil der Wände aus Lehm gestaltet wurde. Die lehmverputzten Wände nehmen überschüssige Feuchtigkeit aus der Luft auf und geben sie bei Bedarf an die Umgebung ab. Ausserdem neutralisieren Lehmputze unangenehme Gerüche und absorbieren Schadstoffe, Rauch sowie Ausdünstungen nachhaltig. Was aber gerade so wichtig ist, ist dass das Gebäude und deren Materialisierung für erkrankte Menschen eine intuitive Orientierung im Raum ermöglichen und ein Höchstmass an Sicherheit gewährleisten muss. Clinicum

Alpinum AG

Das Clinicum Alpinum ist spezialisiert auf die Behandlung von Menschen mit schweren Depressionen und Erschöpfungszuständen. In der eigentümergeführten Privatklinik werden Betroffene während 8 bis 12 Wochen aktiv begleitet und behandelt. Durch diese Fokussierung auf einen Diagnosebereich (ergänzt durch eine Schlafklinik), ist die Klinik in der Lage, die Behandlung für jeden Klienten individuell auszurichten, so beispielsweise auch auf Leistungssportlerinnen und Leistungssportler (Das Clinicum Alpinum ist ein von der DGPPN anerkanntes, ausseruniversitäres Kompetenzzentrum für seelische Gesundheit im Sport.) »Damit vollziehen wir innerhalb der Psychiatrie eine aus unserer Sicht notwendige Spezialisierung, die in der Körpermedizin längst üblich ist”, erklärt Dr. med. Marc Risch, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Chefarzt der Klinik. Die Privatklinik verfügt über 50 Betten, in 48 Einzelzimmern und 2 Suiten. www.clinicum-alpinum.com

Profile for Medienbüro Oehri & Kaiser AG

bau:zeit Ausgabe 75  

Zeitschrift für Bauen, Immobilien und Lifestyle – aus Liechtenstein für die Region

bau:zeit Ausgabe 75  

Zeitschrift für Bauen, Immobilien und Lifestyle – aus Liechtenstein für die Region