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GESUNDHEIT

TIPPS

AKTUELLE INFORMATIONEN FÜR KUNDEN DER MEDICOM . 13. Ausgabe

FITNESS

ERNÄHRUNG

Dezember 2000

Warum Menschen abhängig werden. Was man dagegen tun kann.

Körper und Seele

Ehrenamtliche Tätigkeiten

FOTO: DPNY

Geben ist seliger denn Nehmen

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Ihre Gesundheit ist unsere Aufgabe


ir alle kennen Menschen, die zu viel trinken, die „Kette rauchen“, die wieder und wieder Dinge machen, die ihnen nicht gut tun. Vielleicht gilt etwas in dieser Art sogar für uns selbst. Wo hört die Gewohnheit auf? Wo fängt die Sucht an? Warum passiert uns oder anderen so etwas? Was können wir dagegen tun? Für Sie sind wir diesen Fragen auf den Grund gegangen. Ab Seite 18 lesen Sie unser Titelthema „Die Flucht in die Sucht“. Es geht um die Suchtkrankheiten – wie man sie erkennt, wie man ihnen vorbeugt und wie sie zu heilen sind.

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Ab Seite 25 versuchen wir zu beleuchten, warum ein ehrenamtliches Engagement für so viele Menschen zu einer erfüllenden Aufgabe geworden ist. Was ein solches Ehrenamt Ihnen geben kann, das erfahren Sie in unserem Beitrag: „Geben ist seliger denn Nehmen.“ I

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Jetzt ist die Zeit der behaglichen Stunden zu Hause. Draußen ist es kalt und ungemütlich. Wer sitzt da nicht gern bei einer heißen Tasse Tee im Warmen und knuspert etwas Feines. Wissen Sie genau, was Sie da essen? Einige überraschende Erkenntnisse können Sie in unserer Rubrik „Essen und Trinken“ ab Seite 28 nachlesen; sie ist diesmal ganz dem Thema Zucker gewidmet. Eine schöne Alternative dazu, zu Hause zu bleiben, möchten wir Ihnen besonders ans Herz legen. Mit unserem Beitrag „Sport und Spaß im Walzertakt“ ab Seite 8 fordern wir Sie zum Tanzen auf. Diese und noch weitere interessante Themen warten auf Sie. Ich bin gespannt, wie Ihnen diese Ausgabe unserer MEDICOM gefällt, und wünsche Ihnen wieder eine anregende und informative Lektüre.

Mit freundlichen Grüßen Ihre

Petra Wons Vorstand der Medicom Pharma AG

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Kurzmeldungen Neue Diagnosemöglichkeiten bei Hautkrebsverdacht Kluge Menschen leben länger Neue Heilmethoden für offene Wunden

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Bewegung & Fitness Tanzen: Sport und Spaß – im Walzertakt

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Neues aus der Forschung Die Entschlüsselung des Erbguts und die Folgen

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MEDICOM informiert Nicht alles ist Gold, was glänzt

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Titelthema Flucht in die Sucht Interview mit dem Suchttherapeuten Peter Vent

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Körper & Seele Geben ist seliger denn Nehmen – die positiven Auswirkungen einer freiwilligen Tätigkeit

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Essen & Trinken Zucker: das süße Leben Vitalstoff-Rezept: Hirschragout mit Pfifferlingen

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Rubriken Editorial Impressum Leserbriefe Rätselseite

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Wer regelmäßig joggt, kann sein Leben um bis zu sieben Jahre verlängern. Das berichtet die Fachzeitschrift „Ärztliche Praxis“. Sie beruft sich auf eine Studie der Universitätsklinik Kopenhagen. An der Studie, die 1976 von der Copenhagen City Heart Study begonnen wurde, nahmen 4.658 Männer und Frauen teil. Die Dänen haben gezeigt, dass über viele Jahre hin aktive Jogger ein um 63 % niedrigeres Sterberisiko als Nicht-Jogger aufweisen. Rechnet man diese Prozentzahlen in Lebensjahre um, erlaufen sich die DauerJogger sieben Lebensjahre mehr. Die größte Lebenserwartung haben Jogger, die ihr gesundes Hobby mehr als fünf Jahre ausüben. Selbst wenn man Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, Bluthochdruck, einen zu hohen Cholesterinspiegel oder Übergewicht einbezieht, bleibt das Sterberisiko der Jogger deutlich unter demjenigen der Nicht-Läufer, betont Dr. Peter Schnohr, der Leiter der Studie. Noch nicht erwiesen ist, wie häufig und wie lange man regelmäßig joggen muss, um in den Genuss eines längeren Lebens zu kommen. Wer zusätzlich zur Bewegung auch auf eine gute Vitalstoffzufuhr achtet, der tut sehr viel für ein gesundes und langes Leben.

FOTO: FOTOCLIP

Jogger leben länger

Fast Food kann ein Mitauslöser von Asthma sein. Eine gute Vitalstoffzufuhr ist hingegen gut für die Lungen.

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Freier atmen mit mehr Obst Rund 5 Millionen Deutsche leiden an „Asthma bronchiale“, einer chronischen Entzündung und Überempfindlichkeit der Atemwege. Atemnot, Husten und Kurzatmigkeit sind die fälschlicherweise oft als ungefährlich eingestuften Auswirkungen dieser Volkskrankheit. Auf dem ersten „Weltkongress für Lungengesundheit und Atemwegserkrankungen“ in Florenz wurde eine britische Studie zitiert, die den Verzehr von Vitalstoffen aus Obst und Gemüse als Prävention für eine Asthma-

Erkrankung ansieht. In der Studie wurden Personen, die sich durch den Verzehr von Obst regelmäßig wichtige Vitalstoffe zuführen, mit denjenigen verglichen, die nicht auf ihre Vitalstoffzufuhr achteten und auch kein frisches Obst konsumierten. Das Ergebnis war bei den „Vitalstoffessern“ ein um durchschnittlich 140 ml größeres Lungenvolumen und eine daraus folgende bessere Lungenfunktion. Ergänzend dazu ermittelte eine schottische Studie, dass besonders bei jungen Menschen der übermäßige Verzehr von Fast Food offensichtlich ein mitauslösender Faktor der Asthma-Krankheit ist. Von 300 untersuchten Kindern hatte die Gruppe mit der ungesündesten Ernährung ein dreimal höheres Risiko für Atemwegserkrankungen. Eine regelmäßige Vitalstoffzufuhr mit einer ausgewogenen Ernährung, am besten schon von Kindesbeinen an, dazu noch sportliche Aktivität, das verringert das Risiko einer Asthma- oder anderen Atemwegserkrankung erheblich. Um bei der Vitalstoffversorgung auf Nummer Sicher zu gehen, ist die Nahrungsergänzung mit einem hochwertigen Multivitalstoffpräparat sehr sinnvoll. Ein Aufwand, der es uns wert sein sollte. Denn jährlich erliegen ca. 6.000 Patienten ihrem Asthmaleiden.

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Neue Diagnosemöglichkeit bei Hautkrebsverdacht D

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Mit „Weltraumtechnik“ kann man Hautkrebs jetzt schneller erkennen

FOTO: RODENSTOCK

ie Anzahl der Hautkrebs-Neuerkrankungen hat sich in den letzten 7 Jahren verdoppelt. Das heißt: Etwa 12.000 Personen erkranken allein in Deutschland jährlich an der oft noch unterschätzten Krebsart. Einem Forscherteam aus Dermatologen der Unikinik Regensburg, Physikern des MaxPlanck-Instituts, Münchner Informatikern und Statistikern sowie Präzisionsoptikern der Firma Rodenstock ist es jetzt gelungen, eine Software zu entwickeln, die bei der Erkennung und der Überwachung von pigmentierten Hautveränderungen hilfreiche Dienste leistet. Das Gerät besteht aus einer Handkamera, die über die zu untersuchende Hautpartie geführt wird. Das aufgenommene Melanom wird mit ungefähr 15.000 Muttermal- und Haut-

krebsbildern verglichen, die in einer Datenbank gespeichert sind. Dadurch kann die Neuentwicklung mit dem Namen „DermoGenius“ die Gut- oder Bösartigkeit einer Hautveränderung erkennen. Im Verlauf mehrerer Untersuchungstermine werden die Bilder der vorangegangenen Sitzungen mit der jeweils aktuellen Aufnahme verglichen und auf eine negative Entwicklung — wie z. B. eine Größen- oder Farbänderung — hin untersucht. Die ursprünglich aus der Weltraumtechnik stammende Software erzielt dabei eine Trefferquote von 90 %. Mit dieser Möglichkeit einer gezielten Beobachtung könnte sich die Zahl unnötiger Operationen auf ein Minimum reduzieren, weil eine frühzeitige Behandlung möglich wird.


AUS DER NATUR

MEDICOM-TIPP

Aesculus hippocastanum – die gemeine Rosskastanie

Nicht nur das typische Zittern gibt Anlass zum Verdacht auf Parkinson. Beeinträchtigungen des Geruchssinns können nach Ansicht von Wissenschaftlern ebenfalls zur Diagnose von Parkinson dienen.

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Morbus Parkinson – Gewissheit durch Riechtests W as sich bei der Parkinson-Krankheit im Körper abspielt, das ist – im Gegensatz zu den Entstehungsursachen – bereits eindeutiger geklärt. Gehirnzellen, die den für nervliche Impulsübertragungen wichtigen Stoff Dopamin produzieren, beginnen abzusterben. Somit steht immer weniger Dopamin zur Verfügung. Es kommt zu einem Ungleichgewicht zwischen den verschiedenen Überträgerstoffen; dies führt schließlich zu einem verlangsamten Bewegungsablauf, einer erlahmenden Mimik und dem auffälligen Körperzittern. Da der Körper in der Lage ist, den Dopaminmangel über Jahre hin zu kompensieren, werden diese äußeren Anzeichen der Krankheit erst bemerkt, wenn ungefähr 80 % der Dopamin produzierenden Zellen bereits abgestorben sind. Aber es gibt nicht nur äußerlich sichtbare Symptome; auch der Geruchssinn ist bei bis zu 90 % der Patienten stark beeinträchtigt. Experten gehen sogar davon aus, dass diese Störung das Hauptmerkmal der Parkinson-Krankheit darstellt, auch wenn die Patienten an

dem Körperzittern (dem Tremor) im Allgemeinen stärker leiden. Diese Tatsache nahm eine Forschungsgruppe um Prof. Dr. Gerd Kobal an der Universität Erlangen zum Anlass, einen neuen Diagnosetest für die frühzeitige Erkennung des Morbus Parkinson zu entwickeln. 40 Patienten, die im Durchschnitt seit 6 Jahren unter dieser Krankheit leiden, und ebenso viele Personen ohne Erkrankung standen für die Erprobung dieses Riechtests zur Verfügung. Die Testpersonen mussten mit Hilfe von GeruchsStäbchen, so genannten „sniffin´ sticks“, verschiedene Duftstoffe identifizieren. Darunter Gerüche wie Orangen, Leder oder Terpentin. Die Wissenschaftler konnten anschließend mit einer Genauigkeit von 90 % sagen, ob die Versuchsperson an Parkinson leidet oder nicht. Der Test, der in der Kurzform ca. 15 Minuten dauert, ist für behandelnde Ärzte und potenzielle Patienten eine einfache Untersuchungsmethode, sich nach den ersten Anzeichen einer Parkinson-Krankheit Gewissheit zu verschaffen.

ie Rosskastanie stammt aus den Ländern des Balkan bzw. aus Kleinasien. Ende des 16., Anfang des 17. Jhs. wurde sie als Zierbaum in Frankreich eingeführt. Heute sind die bis zu 20 m hohen Bäume nicht mehr aus unseren Parkanlagen wegzudenken. Der Baum trägt eine Vielzahl von Früchten: Ein großer Samen, bisweilen 2 oder 3, steckt in einer mit Stacheln bewehrten, zunächst fleischigen, später ledrigen Umhüllung. Der Name Rosskastanie leitet sich von der Tatsache ab, dass die Kastanienfrucht als Mastfutter für Vieh verwendet wurde bzw. heute noch verwendet wird. Sie stand – außer in Notzeiten, wo sie fein gemahlen als Kaffee-Ersatz oder als Beigabe zum Brotmehl verwendet wurde – im Schatten der Esskastanie. Nach und nach hielt die Rosskastanie Einzug in die unterschiedlichsten Bereiche der Naturmedizin. Ein französischer Arzt hatte 1896 mit einer aus dem Samen gewonnenen Tinktur gute Behandlungserfolge bei Hämorrhoiden erzielt. Aus Frankreich stammen auch mehrere um die Wende vom 19. zum 20. Jh. erschienene medizinische Arbeiten, die sich mit der Rosskastanie und ihren Heilwirkungen bei Venenleiden befassen. Bis heute liefern die Samen eines der wirksamsten Mittel gegen venöse Stauungen oder nächtliche Wadenkrämpfe. Die Inhaltsstoffe des Rosskastanienextrakts – im Besonderen das Aescin – stärken die Gefäßhüllen und ermöglichen so eine bessere Blutumlaufgeschwindigkeit, im Speziellen einen besseren venösen Rückfluss. Auch bei Sportverletzungen wie Verstauchungen und Prellungen hilft der Stoff Aescin, entstehende Flüssigkeitsstauungen aufzulösen und somit die Schmerzen zu lindern.

FOTO: DPNY

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Was beeinflußt die Langlebigkeit Neue wissenschaftliche Erkenntnisse in der Altersforschung

Geistige Leistungsfähigkeit

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Körperliche Gesundheit

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Quelle: Max-Planck-Institut

GRAFIK: PHOTODISC / DPNY

Langlebigkeit

Wie alt ein Mensch wird, das hängt von vielen Faktoren ab. Eine neue wissenschaftliche Studie zeigt, dass geistig leistungsfähigere Menschen länger leben. Der Grund dafür, warum die geistige Leistungsfähigkeit die Lebensdauer beeinflusst, konnte bisher noch nicht wissenschaftlich geklärt werden.

Psychologen sagen:

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Kluge Menschen leben länger I

m Rahmen des 42. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Psychologie hat in Jena eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Heiner Mayer (Rostock) und

Christoph Rott (Heidelberg) ihre Forschungsergebnisse zu den „psychosozialen Determinanten der Langlebigkeit“ veröffentlicht. Erstaunliches Fazit:

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bedingen einander“, sagt Gertraud Stelzig, Hals-Nasen-Ohren-Ärztin und Fachärztin für Phoniatrie und Pädoaudiologie in Bensheim. Mit Sprache könne man lügen, aber der Stimmklang verrate die wahre seelische Verfassung. Doch auch die Stimmlage lässt sich beeinflussen. Das wissen nicht nur Sänger, Schauspieler und Politiker.

Stimme kommt von Stimmung issenschaftler der Technischen Universität Berlin haben herausgefunden, dass die Stimme eines Menschen verrät, wie es in ihm aussieht. Die Kehlkopfmuskeln lassen nämlich je nach Anspannung die Stimmbänder anders schwingen. Bei Ärger zum Beispiel sind sie stramm gespannt. Bei Trauer hingegen schwingen die Bänder weicher und geben eine eher tiefe und hauchige Stimme. Zudem ändern wir je nach Gefühlslage unsere Sprechweise. Bei Freude und Ärger sprechen wir schneller und ohne uns zu verhaspeln. Trauer und Angst führen dagegen zu einer langsamen und nuscheligen Sprechweise, weil der Körper sich zusammenzieht. „Stimme und Stimmung sind verwandte Wörter. Und beide

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Produktive und körperlich anstrengende Aktivitäten wirken lebensverlängernd, während pure Selbstpflege und ausgedehnte Ruheaktivitäten das Gegenteil bewirken. Außerdem fanden die Psychologen heraus, dass Frauen, die sich für Politik und gesellschaftliche Belange interessieren, länger leben als solche, die sich ausschließlich um ihre Familien kümmern. Interessant: Bei Männern wirkt sich eine Konzentration auf die Familie lebensverlängernd aus. Für beide Geschlechter gilt, dass eine geringe geistige Leistungsfähigkeit und ein geringes Wohlbefinden die Lebenserwartung senken. Auch die soziale Stellung hat großen Einfluss auf unser Lebensalter. Sozial benachteiligte Frauen unterliegen den Untersuchungen zufolge einem höheren Sterberisiko, d. h. sie sterben statistisch gesehen früher. Diese Unterschiede ließen sich, so die Forscher, auf unterschiedliches gesundheitsrelevantes Verhalten und auf unterschiedliche soziale Unterstützung zurückführen. Auf die eigene Gesundheit zu achten, das scheint sich generell auszuzahlen: Die statistische Lebenserwartung hat sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts enorm erhöht. Sie verlängerte sich bei Frauen um 32 und bei Männern um 29 Jahre.

FOTO: PHOTODISC

Eine Untersuchung der Sprachwissenschaftlerin Edith Slembeck von der Universität Lausannne hat die Stimmen von amerikanischen Managerinnen erforscht.

Alles eine Frage der „Stimmband-Spannung“: Eine tiefe Stimme macht Frauen karrieregeeigneter.

Ergebnis: Frauen in leitender beruflicher Position sprechen mit tieferer Stimme. Die Managerinnen senken im Laufe ihrer Karriere ihre Tonlage deutlich ab. Die Wissenschaftlerin vermutet, dass Chefs Frauen mit tieferer Stimmlage für karrieregeeigneter halten.


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Haut kann heute im Labor gezüchtet werden. Ob aus eigenen Hautstücken, aus Haaren oder aus der Vorhaut von beschnittenen Säuglingen – die neuen Methoden können Patienten viel Leid ersparen.

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Neue Heilmethoden für offene Wunden wei Millionen Menschen in Deutschland leiden chronisch an offenen Wunden — meist durch Gefäßleiden oder durch Diabetes verursacht. Darüber hinaus erleiden rund 2.000 Menschen pro Jahr Brandverletzungen, die eine Hauttransplantation erfordern. 3 neue Entwicklungen versprechen bessere Heilerfolge.

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Die Mediziner können den Patienten jetzt mit einem Verfahren helfen, das von deutschen und Schweizer Wissenschaftlern entwickelt wurde. Aus den Wurzelzellen von etwa 100 Haaren der Patienten werden vier Wochen vor der Behandlung spezielle Kulturen angelegt. Diese Haarwurzelzellen enthalten so genannte Stammzellen, die in den Kulturen künstliche Eigenhaut bilden, welche dann auf die Wunde aufgebracht werden kann. Wegen der höheren Vitalität der gezüchteten Haut liegen die Erfolge beim Anwachsen bei etwa 80 % gegenüber der herkömmlichen Eigenhautmethode, bei der unversehrte Hautpartien von Bauch oder Rücken entnommen werden. Eine weitere Neuentwicklung, Apligraf genannt, kommt aus den USA. Aus teilungswilligen Säuglingszellen wird eine

Ersatzhaut gezüchtet. Als Ausgangsmaterial dient die Vorhaut Neugeborener, die bei der Beschneidung quasi als „Abfallprodukt“ anfällt. Der Vorteil besteht darin, dass die Säuglingszellen keine Immuninformation enthalten und es somit nicht zu einer Abstoßungsreaktion kommen kann. Die Zellen dieser „Kunsthaut“ kooperieren mit dem Gewebe der Wunde und geben beständig die fehlenden Wachstumsfaktoren ab. Das führt besonders bei so genannten offenen Beinen (Ulcus cruris) zur schnellen Wundheilung. Aus Freiburg kommt Bioseed – die Haut aus der Tube. Aus einer kleinen Gewebeprobe des Patienten wird im Labor eine Zellkultur gezüchtet, die nach 18 Tagen zusammen mit dem körpereigenen Eiweißstoff Fibrin auf die Wunde gespritzt wird. Fibrin ist für die Stützstruktur des Hautgebwebes zuständig. Da sich die aufgespritzten Zellen noch teilen und somit wachsen, erfolgt in den meisten Fällen ein kompletter Wundverschluss.

Forscher der Universität von Hawaii haben im Rahmen des „Honolulu Heart Programs“ bewiesen, dass ein VitaminCocktail aus den Vitaminen C und E eine signifikante Schutzwirkung gegen bestimmte Demenzerkrankungen erzielt. Bei einer Demenz lassen die geistigen Fähigkeiten des Betroffenen stark nach. Bei einer groß angelegten Studie in den Jahren 1982 bis 1993 wurden 3.385 Männer im Alter von 70 Jahren an aufwärts mindestens einmal wöchentlich mit den Vitaminen C und E als Nahrungsergänzung versorgt. Immer wieder wurden die mentalen Fähigkeiten der Versuchspersonen in Leistungstests überprüft. Das ermittelte positive Ergebnis macht deutlich, dass diese Probanden im Vergleich zu der Gruppe ohne zusätzliche Vitaminzufuhr ein um 88 % geringeres Risiko hatten, an einer vaskulären (gefäßbedingten) Altersdemenz zu erkranken. Zudem konnte auch ein Schutzeffekt gegen andere Demenztypen festgestellt werden. Besonders gut schnitten jene Männer ab, die ihre Nahrung bereits vor der Studie mit diesen Vitaminen ergänzt hatten. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine langjährige Zufuhr von Vitamin C und Vitamin E die geistigen Fähigkeiten im Alter verbessern kann. Eine Schutzwirkung dieser Vitamine im Hinblick auf die Alzheimer-Krankheit konnte allerdings nicht festgestellt werden. Eine Studie aus Ohio, die sich speziell mit der Alzheimer-Demenz beschäftigte, kam zu der Erkenntnis, dass ein aktives und reges Leben im mittleren Altersabschnitt die Gefahr verringern kann, an Morbus Alzheimer zu erkranken.

FOTO: DPNY

FOTO: F.MALZIEU/CNRI/OKAPIA

Vitamine für bessere geistige Fähigkeiten

Vitamine helfen gegen die Vergesslichkeit im Alter.

Alle drei Methoden haben einen großen Vorteil gemeinsam: Es werden keine weiteren Wunden geschaffen, um die offenen Wunden zu schließen.

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Ausgangsposition

Wiener Walzer – die beschwingte Drehung dieses Tanzes darf auf keiner Tanzveranstaltung fehlen und gehört zum Grundrepertoire eines jeden Tanzfreundes.

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Tanzen:

Sport und Spaß – im Walzertakt

Tanzen? Woran denken Sie dabei? An das selige Schweben übers Parkett beim Wiener Walzer? An die betörenden Figuren der Tango-Profis? An die Ausgelassenheit bei einer zünftigen Volkstanz-Veranstaltung? Oder an das gesellige, belebende Erlebnis eines Tanzabends? Dass Tanzen all das und noch mehr zu bieten hat, möchten wir Ihnen mit diesem Artikel näherbringen.

Tanze Samba mit mir, Samba, Samba die ganze Nacht... Tony Holyday

Dieser anstrengenden und sicher auch sehr schweißtreibenden Aufforderung will bestimmt nicht jeder nachkommen. Man kann auch Spaß am Tanz haben, ohne der perfekte Turniertänzer zu sein. Man muss auch nicht gleich das gesamte WTP beherrschen, um ein tolles Erlebnis genießen zu können. Natürlich, einige Grundkenntnisse sind immer eine gute Voraussetzung.

ie saubere Einteilung nach Volksund Gesellschaftstanz, wie sie dem Adel vom 15. Jahrhundert an unverzichtbar erschien, ist Ihnen wahrscheinlich egal. „Bei Hofe“ dagegen legte man damals großen Wert auf die Abgrenzung vom „niederen Volke“. Auch beim Tanz war man bestrebt, die soziale Hierarchie zum Ausdruck zu bringen. Doch trotz aller Etikette ist nicht zu leugnen, dass viele der schon damals praktizierten Gesellschaftstänze aus Volkstänzen hervorgingen. Heute haben sich die Formen und Funktionen des Tanzens so unendlich aufgefächert, dass der Ursprung vieler Tänze nicht mehr zu ergründen ist. Damit aber die Tanzbegeisterten auf der

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ganzen Welt trotz der großen Vielfalt nicht die Übersicht verlieren, entwickelten Gerd Hädrich aus Deutschland und Alex Moore aus England in den 60er Jahren das Welttanzprogramm (WTP) mit einheitlichen Regeln und Schritten. So wollten sie sicherstellen, dass der Versuch eines Norwegers, mit einer Südamerikanerin einen schwungvollen Foxtrott aufs Parkett zu legen, nicht in einer für beide unangenehmen Situation endet. Heute gehören zum WTP der Langsame und der Wiener Walzer, der Foxtrott, der Tango und der Blues, Rumba, Cha-ChaCha, Samba, Paso Doble, Jive/Boogie sowie Disco-Fox, Rock’n’Roll, Merengue, Mambo/Salsa und Marschfox.

My love is a tango ... Guillermo Marchena

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Nachdem in den 70er Jahren im Zuge diverser Discobewegungen immer mehr Menschen begannen, sich vom Paartanz und damit von der Tanzschule abzuwenden, geht der Trend jetzt wieder hin zu einer romantischen Tanzkultur. Über 56 % der Befragten nennen in einer aktuellen Studie des Allgemeinen Deutschen Tanzlehrer-Verbands (ADTV) die klassischen Gesellschaftstänze als beliebteste Tanzart. Heute gibt es ca. 1.000 Tanzschulen in Deutschland, und diese bieten mit unterschiedlichsten Kursangeboten etwas für jeden Geschmack. Da gibt es Anfängerkurse mit anschließenden Tanznächten für die Jugend, Lern- und Auffrischungskurse für die älteren Generationen, Kurse für


I remember when rock was young ... Elton John

Aber Tanzen ist nicht nur ein abendlicher Zeitvertreib, sondern auch eine der gesündesten Sportarten, die man betreiben kann. Auch wenn „Tanzen als Sport“ noch immer nicht so recht akzeptiert ist, Sportexperten sind sich darüber einig: Das Tanzen fordert den gesamten Organismus. Es kräftigt durch die intensive Bewegung insbesondere das Herz und den Kreislauf. Das ist gerade in unserer „sitzenden Gesellschaft“ besonders wichtig, wie die hohe Zahl von Herz- und Kreislauferkrankungen verdeutlicht. Rund 50 % der Sterblichkeit in den Industrieländern werden auf Herz- und Kreislauferkrankungen zurückgeführt. Insofern ist Tanzen eines der geeignetsten „Medikamente“, um die Gesundheit schonend zu fördern. Das HerzKreislauf-System wird beim Tanzen ebenso gestärkt, wie sich die Koordination verbessert. Sie werden es spüren: Man bekommt ein ungeahntes Körpergefühl. Außerdem wirkt sich die Tanzhaltung auch sehr positiv auf die gesamte Körperhaltung aus. All diese Aspekte machen das Tanzen zu einer Sportart für alle Generationen. Es kommt hinzu, dass beinahe jeder Muskel beansprucht wird. Untrainierte Menschen sollten sich also von anfänglichen Muskelkatern nicht abschrecken lassen. Was das Tanzen als Sportart aber ganz besonders interessant macht, das ist die Verbindung von Sport und Kunst. Denn hier wird nicht nur der Körper stimuliert, sondern auch die Seele. So tut man nicht nur etwas für die Gesundheit, sondern gleichzeitig etwas für das emotionale Wohlbefinden. Wer bereits die beglückende Harmonie von taktgleichen Tanzbewegungen und den rhythmischen Gleichschritt mit einem guten Tanzpartner erleben durfte, der weiß, wovon wir sprechen. Obendrein vereinigt Tanz Bewegung und Geselligkeit in einer einzigartigen Weise.

You are the Dancing Queen, young and sweet ... ABBA

In Sportvereinen, örtlichen Gemeindeoder Sportzentren und an Volkshochschulen gibt es bereits seit einigen Jahren Tanzabteilungen, die verschiedenste Möglichkeiten anbieten, vom Jazz-Tanz über Aerobic bis zum Bauchtanz. Die Kurse sind meist nach Leistungs- oder Altersstufen eingeteilt. Erkundigen Sie sich doch einfach mal nach einem geeigneten Angebot. Nebenbei bemerkt: Bei einer Stunde Tanzen verbraucht man ungefähr 360 Kalorien. Zum Vergleich: Bei den Sportarten Golf und Reiten verbrennt der Körper nur ca. 250 Kalorien pro Stunde. Bleibt eigentlich nur noch die Frage nach der Ausrüstung. Sie ist schnell geklärt. Für Ihren ersten Gesellschaftstanz benötigen Sie zunächst nur bequeme Schuhe mit Ledersohle, die Ihrem Fuß genügend Halt bieten, damit es auch aus orthopädischer Sicht keine Bedenken gibt. Bei speziellen, eher sportlich ausgerichteten Tanzkursen, wie z. B. Aerobic-Kursen, sind Turnschuhe mit guten Dämpfungseigenschaften und übliche Trainingsanzüge natürlich eindeutig im Vorteil. Falls Sie sich dazu entschließen, das Tanzen wettkampfmäßig zu betreiben, sollten Sie vorher Ihren Arzt aufsuchen. Da der Wettkampfsport hohe körperliche Belastungen mit sich bringt, ist gerade bei Durchblutungsstörungen oder bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen Vorsicht geboten. Wie anstrengend das Tanzen ist, auch wenn es gerade nicht um einen Turniersieg geht, wird meist unterschätzt – oder es bleibt vor lauter Vergnügen unbemerkt. Sportlich Ungeübte sollten also versuchen, es ruhiger angehen zu lassen, und ihr Tanzpensum erst nach und nach steigern.

Tanz-Häufigkeit

Das Tanzen vereint auf eine sehr schöne Weise eine sportliche Aktivität mit einer geselligen Betätigung. In diesem Sinne bezeichnet man das Tanzen nicht zu Unrecht als Weltsprache. Denn schließlich ist es ein weltweit gut funktionierendes Hilfsmittel bei der Kontaktaufnahme und in der körperlichen Kommunikation. Eine Befragung von 3.000 Personen ergab, Tanzveranstaltungen können auch ein dass 2/3 der Frau- schöner Anlass sein, um mal wieder so en Tanzen neben richtig schick auszugehen. Reisen als beste Möglichkeit sehen, einen Partner kennen zu lernen. Möglichkeiten, Freundschaften auf Dauer zu schließen, bieten auch die örtlichen Tanzschulen oder -gruppen. Wenn also lediglich der fehlende Tanzpartner Sie davon abhält, aktiv zu werden, halten die Vereine eine Fülle von Lösungsmöglichkeiten für dieses kleine Problem bereit. Besser, Sie machen schon bald den ersten Schritt in eine aktive Zukunft. Denn: Ein „Tanzmuffel“ gilt meist auch als „Freizeitmuffel“. So zumindest sieht es eine Studie zum Freizeitverhalten. Unbestritten blieb bisher jedenfalls eines: FOTO: PHOTODISC

... denn wenn einer Bossa nova tanzen kann, fängt für mich die große Liebe an ... Manuela

B U C H - T I P P

Krombholz/ Leis-Haase: „Richtig Tanzen 1“, BLY Sportpraxis Top, BLV Verlag, 1999, 160 Seiten, 24,90 DM.

Empfehlung eines Tanzschulbesuchs

Nie

35,7%

67,7%

Ja, ganz bestimmt

Selten

36,1%

25,1%

Eher weiterempfehlen

Manchmal 17,3 % Häufig

10,9 %

4,8%

Eher nicht weiterempfehlen

2,4% Bestimmt nicht weiterempfehlen Quelle: ADTV 1998

Fast jede/r Dritte geht in seiner Freizeit häufig bzw. manchmal tanzen. Der Besuch einer Tanzschule scheint den Tänzern ganz besonders viel Spaß zu machen. 67,7 Prozent der Tanzschulabsolventen würden den Besuch einer Tanzschule ganz bestimmt weiterempfehlen.

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Singles und Hochzeitspaare sowie Unterricht in speziellen Tanzrichtungen, meist Modetänze aus Filmen oder Musikvideos. Paartanzen ist wieder „in“. Nach dem Kinohit „Dirty Dancing“ und nach der Jugendserie „Anna“ waren die Tanzschulen wieder voll. Plötzlich wollte jeder so tanzen können, wie die Helden es im Film vormachten. Tanzveranstaltungen mit den klassischen Tänzen wie Rumba, Jive und Walzer sind heute wieder äußerst gefragt. Auch Merengue- und Salsanächte feiert man in ganz Deutschland.


Das Erbe des Menschen Die Entschlüsselung des Erbguts und die möglichen Folgen

Was nur eine sinnlose Reihe von Buchstaben zu sein scheint, was beim Versuch, es auszusprechen, klingt wie die ersten Sprachversuche eines Kleinkindes, das ist der Bauplan des menschlichen Lebens. Der FAZ erschien das vor kurzem entschlüsselte Genom – die Gesamtheit aller Gene im menschlichen Körper – immerhin so bedeutungsvoll, dass sie 6 komplette Zeitungsseiten mit der exakten Abfolge dieser Buchstaben füllte. Was macht diese Kette aus Lettern so sensationell?

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m Grunde handelt es sich nur um vier Buchstaben. Diese Buchstaben stehen für vier Moleküle namens Thymin, Adenin, Cytosin und Guanin. Jedes einzelne dieser Moleküle kann nur mit immer demselben Partner ein Paar bilden. T mit A und C mit G. Man bezeichnet die Abfolge dieser „Basenpaare“ als den genetischen Code. Auch wenn es eine wissenschaftliche Sensation ist, die Buchstabenreihe zu kennen, die den Menschen als biologisches Wesen codiert – im Moment ist es eben noch nicht viel mehr als eine lange Reihe von Buchstaben. Ob es den kommenden Wissenschaftlergenerationen wirklich gelingen wird, Gottes Bauplan und sein Funktionieren vollständig zu enträtseln, sei dahingestellt. Doch selbst wenn er uns auch nur kleine Einblicke gewährt, gibt er uns damit schon ein Werkzeug an die Hand, mit dem wir unser Leben grundlegend verändern können.

Im Bewusstsein dieser Tatsache würdigten der US-Präsident Bill Clinton und der britische Premier Tony Blair die Vorstellung der Rohfassung des kompletten Genoms als Meilenstein der Menschheitsgeschichte. Der Forschungsdirektor des Genom-Zentrums am Massachusetts Institut of Technology (MIT), Eric Lander, sagt es anders: „Früher, als wir noch einzelne Gene betrachtet haben, waren wir wie blind, wie Männer, die einen Elefanten untersuchen wollen, aber nur einen Zehennagel oder nur seinen Schwanz betrachten. Das ganze Erbgut zu verstehen, das ist, als träten wir einen Schritt zurück und sähen plötzlich den ganzen Elefanten.“ Seit 1990 wird an der Entschlüsselung der menschlichen Erbinformationen gearbeitet. Zunächst ausschließlich im Human Genom Project, seit 1994 auch durch das privat finanzierte Forschungsinstitut Celera Genomics. Auch dieser Wettbewerbssituation ist es schließlich zu verdanken, dass die Sequenz von neunzig Prozent der 3,2 Milliarden Bausteine der DNS, die unsere Erbinformationen umfassen,

schon heute identifiziert ist. Man hatte erst viel später mit dem Ergebnis gerechnet. Den Forschern ist es schneller als erwartet gelungen, das Genom zu entschlüsseln. Das bedeutet: Mit Hilfe von hoch leistungsfähigen Rechnern sind 3,2 Milliarden chemischer „Buchstaben“ des menschlichen Erbguts entziffert. Die Entschlüsselung des genetischen Bauplans ist ein wissenschaftliches Meisterstück. Doch damit ist erst die Grundlage für die nächste Herausforderung geschaffen: für das Zuordnen der Gene zu bestimmten Funktionen. Diese Zuordnungen sind nämlich noch weitgehend unbekannt. Was bis jetzt vorliegt, ist noch nicht der wirkliche „Bauplan“ eines Menschen, sondern eine Sammlung von Daten einer ganzen Reihe von Individuen. Dabei hat sich gezeigt, dass das Erbgut unabhängig von Rasse und Hautfarbe ist. Zudem stellte sich heraus, dass sich der menschliche „Bausatz“ nur zu 2 % von dem eines Schimpansen unterscheidet. Das Wissen, das aus diesen Daten erwächst, ist allerdings enorm. Neue Therapieformen werden die Medizin revolutionieren. Wissenschaftler hoffen, schon bald so weit zu sein, dass sie vor Beginn einer Therapie einfach ein wenig Blut des Patienten auf einen Genchip mit dem Erbmaterial des Patienten tropfen und feststellen können, welches Medikament der Patient verträgt und welches ihm helfen wird. Bei vielen Krankheiten endet das Leid der Patienten nämlich nicht mit der Therapie. Zwar helfen die Medikamente gegen die Krankheit — die Nebenwirkungen machen die Behandlung

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Die Chromosomen des menschlichen Körpers. Einen solchen Chromosomensatz – wie hier abgebildet – enthält jede Zelle des menschlichen Körpers. Die in den Chromosomen enthaltene DNA spielt jedoch nicht nur bei der Vermehrung eine Rolle. Die DNA des Zellkerns ist die Chefetage der Zelle, hier wird entschieden, was hergestellt werden muß und welche Zellvorgänge eingeleitet oder verändert werden müssen. FOTO: PHOTODISC

jedoch oft zu einer Tortur. Genetiker prophezeien, dass das 20. Jahrhundert als „raue und barbarische Periode der Medizin“ in die Geschichte eingehen wird. Bei zwei Gruppen von Erkrankungen wird man die genetischen Ursachen in Zukunft mit Hilfe des Wissens über das Erbgut aufklären. Das sind zum einen Krankheiten infolge von defektem Erbgut, also angeborene Krankheiten. Die Entwicklung dieser so genannten Erbkrankheiten wird man mit Hilfe von Tests zukünftig vorhersagen können. Die zweite Gruppe von Krankheiten, zu denen auch Krebs gehört, wird im Laufe des Lebens durch die Beschädigung mehrerer Gene hervorgerufen. Diese Gene können nun entdeckt und schließlich inaktiviert werden.

Viele Wissenschaftler begegnen den neuen Möglichkeiten, die sich durch das entschlüsselte Genom eröffnen, mit Skepsis.

Pro und contra

Genforschung und Gentechnik Es gibt euphorische und kritische Stimmen zu den jüngsten Entwicklungen in Genforschung und Gentechnik. Wir haben für Sie die Argumente beider Gruppen zusammengestellt. PRO Länger leben Man wird wissen können, für welche Krankheiten jeder Einzelne anfällig ist, und gezielt vorbeugen können. Damit steigt die Lebenserwartung. Neue Organe „Ersatzteile“ für den menschlichen Körper werden zunächst aus Zellmaterial von Tieren, später vermutlich aus dem eigenen Gewebe produziert werden können.

CONTRA

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Gestörtes Gleichgewicht Was passiert, wenn der Mensch noch radikaler in das Gleichgewicht der Natur eingreift? Neue Tiere und Pflanzen mit noch unbekannten Eigenschaften werden entstehen. Droht uns ein „realer Jurassic Park“?

Keine Erbkrankheiten Etwa 4.000 monogenetische (von nur einem Gen mit Fehlfunktion ausgelöste) Erbkrankheiten können praktisch ausgerottet werden.

Der gläserne Mensch Krankenkassen, staatliche Institutionen und Arbeitgeber könnten über Informationen verfügen, die genetisch benachteiligte Menschen diskriminieren könnten. Wenn die Genanalyse zur Norm wird, wer wird dann noch einem „genetisch minderwertigen“ Menschen einen Arbeitsplatz geben? Und wer wird mit ihm eine Familie gründen wollen?

Therapien nach Mass Medikamente können zielgerichteter eingesetzt und abgestimmt werden. Viele neue Präparate werden entstehen.

Luxus Gesundheit Gentherapien werden in der Anfangsphase sehr teuer sein. Wer Geld hat, wird sie sich leisten können. Was aber geschieht mit armen Menschen?

Und die Seele? Wie verarbeitet ein Mensch die Information, dass er bald erkranken wird, sei es an Krebs, an Parkinson oder an Multipler Sklerose? Eine Frage der Ethik Wie wertvoll wird das Leben eines am Reißbrett entworfenen Menschen sein? Designkinder Das Wunschkind kann nach Geschlecht, Größe, Haar- und Augenfarbe „selbst kreiert“ werden. Der Wert des Lebens eines Kindes läge damit nicht weit über dem eines Konsumproduktes, und die Kriterien, es abzutreiben, unterlägen modischen Maßstäben. Behinderung als Makel Bereits heute ist Behinderung ein Abtreibungsgrund, denn Behinderte Menschen passen nicht in diese Gesellschaft. Was passiert, wenn der der perfekte Mensch mit Hilfe von Genmanipulation zur Norm wird? Wird dann ein niedriger IQ, geringe Körpergröße oder fehlende Attraktivität schon zur Behinderung? Wo hört die Spirale des Perfektionismus auf?

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Das genetische Alphabet Genom Genom nennt man die Gesamtheit der genetischen Informationen eines Organismus.

Gen Ein funktionaler Abschnitt der DNS, der die Bauanleitung für ein Protein liefert, heißt Gen. Gene können aus weniger als 1.000, aber auch aus einer halben Million Basenpaaren bestehen. Noch ist nicht sicher, wie viele Gene der Code des Menschen enthält. Schätzungen reichen von 40.000 bis zu 70.000.

Molekül Ein Molekül besteht aus zwei oder aus mehreren Atomen; es können bis zu eine Million Atome sein.

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DNS DNS ist die Abkürzung für Desoxyribonukleinsäure; sie bildet einen Moleküldoppelstrang, der alle Erbinformationen enthält. Die DNS besteht aus 40.000 bis 70.000 verschiedenen Abschnitten, den Genen. Es gibt auch die internationale Bezeichnung DNA. Hier steht das A für das englische „acid“ (Säure).

Gene sind Abschnitte der hier abgebildeten DNS, die das menschliche Erbgut trägt. Wie viele Gene der Mensch hat, ist noch nicht sicher.

Die Geschichte der Genforschung 1865: Im Klostergarten Brünn beginnt ein Augustinermönch mit Kreuzungsversuchen bei unterschiedlichen Pflanzen. Seine Experimente, die die Gesetze der Vererbung aufdecken, werden jedoch kaum beachtet. Heute allerdings gilt der Mönch Gregor Mendel als Vater der Vererbungslehre. 1869: Der Schweizer Pathologe Friedrich Mieschner entdeckt in Fischspermien und anderen biologischen Materialien die DNS als Träger der Erbinformationen. 1973: Die

Human Genom Project (HGP) Internationales Forschungsprojekt der „Human Genom Organization“ (Hugo); entschlüsselte in 14 Jahren die 3,2 Milliarden chemischen Buchstaben des menschlichen Erbguts (Genom).

Proteine Egal, ob Bakterium oder Mensch: Eiweißstoffe sind für alle Lebensvorgänge entscheidend. Sie bestehen aus einer Kombination von 20 verschiedenen Aminosäuren. Im menschlichen Körper gibt es fast 30.000 verschiedene Proteinmoleküle. Sequenzierung Sequenzierung ist die Bezeichnung für das Verfahren, die Reihenfolge der Bausteine im Erbgut herauszufinden und in Sequenzen zu ordnen; sie wird für jedes einzelne Gen durchgeführt.

Gentechnik wird geboren: US-Forscher beweisen, dass eine zerschnittene und neu kombinierte DNS in einer lebenden Zelle aktiv wird. 1982: Als erster gentechnisch produzierter Wirkstoff kommt Insulin auf den Markt. 1990: offizieller Start des Human Genom Projects 1997: Das Klonschaf Dolly wird präsentiert. Es ist aus der Zelle eines anderen Schafs im Labor entstanden und stellt eine identische Kopie des Spenderschafes dar. Auch das Duplikat eines Menschen ist jetzt theoretisch machbar. 2000: Das private Unternehmen Celebra teilt die Identifizierung des menschlichen Genoms mit.

Was ist Genetik? Jeder redet im Moment davon, viele legen ihr Geld in Gentechnologie-Aktien oder in Bereichen an, die damit zusammenhängen. Die Branche erlebt im Moment einen Boom. Was ist die Genetik eigentlich genau? Die Genetik ist die Wissenschaft von der Vererbung. Ihr Name leitet sich ab von „Gen“, dem Namen für die Träger des Erbguts. Sie bezieht sowohl Pflanzen als auch Tiere in ihre Forschung mit ein. Es gibt bereits ein „Mouse-Genom-Project“ und ein „Dog-Genom-Project“. Vor dem menschlichen Genom hatte man bereits das Genom der Hefe, der Fruchtfliege und des Regenwurms komplett entziffert.

W I S S E N S W E R T

Die im Zellkern einer jeden Zelle angesiedelten Chromosomen beherbergen die DNS eines Menschen. Diese hat die Form einer um die eigene Achse gewundenen Strickleiter. Die „Sprossen“ dieser „Leiter“ bestehen aus den Molekülen Adenin (A) und Thymin (T) sowie Cytosin (C) und Guanin (G). Ein Gen bezeichnet einen bestimmten Abschnitte auf der DNS-Leiter, dessen Code für eine bestimmte Funktion codiert. Nur ein kleiner Teil der insgesamt 3,2 Milliarden „Buchstaben“ einer DNS ist genetisch aktiv und ist an der Steuerung und der Entwicklung eines Organismus beteiligt. Aktive Gene bestimmen die äußeren Eigenschaften eines Menschen und vererben Merkmale – manchmal leider auch Krankheiten. Die Funktionen der meisten Gene sind noch nicht zugeordnet; ziemlich klar ist jedoch, dass mehrere Gene zusammen bestimmte Funktionen ausüben. Es gibt also nicht ein Intelligenz-, ein Alkoholiker- oder ein Aggressivitätsgen. Bei der Entstehung solcher Eigenschaften sind wahrscheinlich sehr viele Gene mehr oder weniger stark an deren Ausprägung beteiligt. Anders kann man sich auch nicht erklären, dass sich unsere Gene kaum von denen einer Fruchtfliege oder eines Wurms unterscheiden. Gene sind nur in ihrer Gesamtheit maßgebend – und selbst diese Gesamtheit bestimmt nur selten unser Schicksal.

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INFORMATIONEN FÜR KUNDEN DER MEDICOM PHARMA AG

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r t e m i r o f in

Nicht alles ist Gold, was glänzt Mit schöner Regelmäßigkeit tauchen pro Jahr auf den Werbeseiten von Zeitungen und Zeitschriften 2 bis 3 neue Substanzen auf, denen von den Anbietern fantastische Eigenschaften zugeschrieben werden. Wir beobachten diese Entwicklung natürlich seit geraumer Zeit und halten es für angebracht, Sie – unsere Kunden – über den wissenschaftlichen Hintergrund dieser Substanzen und Präparate zu unterrichten. Unsere Mitbewerber mögen uns verzeihen, doch wir möchten, dass unsere Kunden mit diesem wissenschaftlich überprüfbaren Wissen in der Hand selbst entscheiden können, ob sie den Aussagen zu besagten Präparaten Glauben schenken wollen oder nicht.

8. AUSGABE, DEZEMBER 2000

Damit Sie immer schnell und kompetent informiert sind, wollen wir Ihnen mit diesem Merkblatt mitteilen, welche Produkte aus ernährungswissenschaftlicher Sicht unsinnig sind. Wir möchten Ihnen die wissenschaftlichen Hintergründe für die Entscheidung von MEDICOM mitteilen, bestimmte Produkte nicht zu verkaufen. Denn eines ist sicher: Qualität und Kundenzufriedenheit sind unser oberstes Ziel.

Glutathion

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lutathion ist eine Eiweißverbindung, die der Körper aus drei Aminosäuren herstellt. Es ist Bestandteil der Glutathion-Peroxidase, eines Enzyms, das zur EDICOM bietet Ihnen nur Entgiftung des Körpers von Freien wirklich sinnvolle, wissenRadikalen notwendig ist. Allerdings schaftlich geprüfte Produkte. Denn gibt es keine ernst zu nehmenden wir scheuen weder Kosten noch wissenschaftlichen Untersuchungen, Mühen, um unserem Motto „Ihre die belegen, dass die zusätzliche Gesundheit ist unsere Aufgabe“ Gabe von Glutathion zu einer erhöhgerecht zu werden. Nobilin Q10 ist ten Aktivität des Enzyms führt. Das beispielsweise die erste und bislang heißt, durch die Einnahme von einzige Nahrungsergänzung, die das Glutathion wird der Schutz vor Prüfsiegel des Instituts Fresenius Freien Radikalen nicht verbessert. Die tragen darf. In einem nicht nur langGlutathion-Peroxidase ist allerdings wierigen, sondern auch sehr kostein selenabhängiges Enzym, sodass spieligen Verfahren wird jede Liefees besser ist, dem Körper für eine ausrung von Nobilin Q10 vom Institut reichend hohe Enzymaktivität genüFresenius überprüft und analysiert. gend Selen zur Verfügung zu stellen. Bei MEDICOM erhalten Sie eben nur In neuester Zeit versuchen jedoch Arzneimittel und Nahrungsergänbestimmte Hersteller, Glutathion als zungen, die einen wesentlichen Beiwissenschaftliche Neuentdeckung antrag zu Ihrer Gesundheit leisten könzupreisen — was es nicht ist. Denn die Sinnvoll oder nutzlos? Viele Präparate halten nicht, was sie versprechen. nen. Und das in bester Qualität zu körpereigene Eiweißverbindung ist teuren „Wundermittel“, die in Wirklichkeit einem vernünftigen Preis. der Ernährungswissenschaft schon sehr gar keinen Nutzen bringen. Genau zu Denn wir wollen, dass Gesundheit keine lange bekannt. Auch die Versprechungen diesen gehören leider auch die viel geprieFrage des Geldes ist. Vielleicht haben Sie zu den Eigenschaften von Glutathion sind senen Apfelessig-Kapseln. sich aber auch schon einmal gefragt, waraus wissenschaftlicher Sicht nicht haltbar. Doch nicht alles, was von anderen um es bei MEDICOM bestimmte Produkte Kombuchá Herstellern angeboten wird, ist unsinnig nicht gibt. Warum bietet MEDICOM zum ombuchá wird auch als Teepilz, japaund nutzlos. Aber oftmals gibt es einBeispiel keine Apfelessig-Kapseln an? nischer Teepilz, China-Pilz oder Komfach bessere Alternativen, die qualitativ Wo man doch immer wieder las, dass buchá-Pilz bezeichnet. Es handelt sich um hochwertiger sind. So finden Sie bei damit angeblich wahre Wunder erreicht eine Symbiose von Bakterien mit säureMEDICOM statt Nachtkerzen- oder werden sollen. Die Antwort ist ganz einbeständigen Hefen. Stäbchenbakterien Schwarzkümmelöl das wesentlich wertfach und liegt in unserer Firmenphilosobilden die Gallerte, in die Hefezellen einvollere Borretsch-Öl, das einen weitaus phie begründet: Bei MEDICOM erhalten gelagert sind. Dem Tee werden gesundhöheren Anteil an Gamma-Linolensäuren Sie nur Produkte mit nachgewiesener heitsfördernde Eigenschaften nachgesagt, aufweist als die beiden anderen Öle. und plausibler Wirkung. Und keine FOTO: WDV

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die auf Stoffwechselprodukte durch die leichte Gärung des Teeaufgusses zurückgeführt werden. Es handelt sich dabei vor allem um organische Säuren wie Glucuronsäure, Milchsäure, Essigsäure sowie verschiedene Vitamine, außerdem auch Ethanol und Kohlendioxid. Die enthaltenen Säuren entstehen auch im menschlichen Stoffwechsel und werden außerdem mit Lebensmitteln wie Joghurt und anderen fermentierten Produkten aufgenommen. Vitamine enthält der Tee nur in geringer und nicht definierter Menge. Die gesundheitsfördernde Wirkung des Tees soll schon im Jahre 414 n. Chr. durch den koreanischen Arzt Kombu bei der Behandlung des japanischen Kaisers Inkyo genutzt worden sein. Allerdings sind solche Wirkungen wissenschaftlich nie belegt worden. Ähnlich wie andere energiehaltige Getränke mit Kohlenhydraten und etwas Kohlensäure hat Kombuchá sicher eine erfrischende Wirkung. Als gezielte Nahrungsergänzung zur Verbesserung der Gesundheit scheint er jedoch wenig geeignet.

Protein- und Aminosäure-Kapseln n jüngster Zeit werden zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel angeboten, die Proteine (Eiweiße) oder Aminosäuren enthalten. Aminosäuren sind die Bausteine

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von Proteinen und werden von den Anbietern mit allerlei wundervollen Eigenschaften bedacht. In den angebotenen Kapseln oder Tabletten sind aber – verglichen mit den Mengen, die wir schon mit unserer Nahrung aufnehmen – nur so minimale Mengen enthalten, dass sie erstens kaum geeignet sind, die Zufuhr an Aminosäuren nennenswert zu erhöhen und zweitens erst recht keine der wunderbaren Wirkungen ausüben können, die man ihnen zuschreibt. Darüber hinaus ist die Protein- und damit auch die Aminosäurezufuhr in Deutschland ohnehin eher zu hoch als zu niedrig. So zeigte eine groß angelegte wissenschaftliche Studie, dass die empfohlenen Zufuhrmengen an Proteinen und Aminosäuren bei weitem überschritten werden. Dies liegt nicht zuletzt an der relativ großen Menge an Lebensmitteln tierischen Ursprungs, die wir üblicherweise verzehren. Empfohlen wird täglich eine durchschnittliche Menge von etwa 48 Gramm Protein für eine 60 kg schwere Frau beziehungsweise 60 Gramm für einen 75 kg schweren Mann. Der Nutzen einer ergänzenden Aminosäurezufuhr ist daher sehr fragwürdig. Nur in ganz seltenen Ausnahmefällen, bei schwer erkrankten älteren Menschen, kann es zu Proteinmangelerscheinungen kommen.

Aminosäuregehalt im Vergleich Schweinefleisch

FOTO UND GRAFIK: DPNY

je 100 g Alanin Arginin Aspartat Cystin* Glutamat Glycin Histidin

Isoleucin Leucin Lysin Methionin Phenylalanin Prolin Serin

Threonin Tryptophan Tyrosin

Valin

Joghurt (3,5 % Fett) je 100 g

Vollmilch

Goudakäse

(3,5 % Fett) (3,5 % Fett i. Tr.) je 100 g je 100 g

1.250 1.230 1.970 240 3.160 1.150 800

mg mg mg mg mg mg mg

170 140 310 30 760 94 100

mg mg mg mg mg mg mg

130 130 290 28 790 76 95

mg mg mg mg mg mg mg

780 mg 980 mg 1.780 mg k. A. 6.280 mg 500 mg 1.050 mg

1.020 1.560 1.780 580 790

mg mg mg mg mg

240 410 310 100 210

mg mg mg mg mg

220 mg 360 mg 280 mg 90 mg 180 mg

1.340 mg 2.620 mg 2.790 mg 740 mg 1.460 mg

980 mg 910 mg

460 mg 240 mg

340 mg 210 mg

340 mg 1.570 mg

1.010 mg 240 mg

170 mg 45 mg

160 mg 49 mg

950 mg k. A.

730 mg

200 mg

180 mg

1.480 mg

1.550 mg

300 mg

240 mg

1.850 mg

k. A. = keine Angaben Quelle: Souci, Fachmann, Kraut 1994

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In solchen Fällen ist allerdings eine Proteingabe über Nahrungsergänzungsmittel auch nicht mehr ausreichend. Die dann nötigen hohen Mengen sind nur über eine ergänzende spezielle Trinknahrung zu erreichen. Daher machen Aminosäuren und Proteine in Nahrungsergänzungsmitteln keinen Sinn, auch wenn die Anbieter für diese Produkte gern mit hochgegriffenen Versprechungen werben.

Obst- und Gemüsekonzentrate

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n den Werbeaussagen zu solchen Konzentraten versuchen einige Hersteller den Anschein zu erwecken, als könnten diese Produkte es ersetzen, viel Obst und Gemüse zu verzehren. Die Wahrheit ist allerdings, dass man seinem Körper pro Kapsel nur eine verschwindend geringe Menge an Obst beziehungsweise Gemüse zuführt. Darüber hinaus verlieren die Konzentrate bei ihrer Herstellung große Mengen der wertgebenden Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Nicht umsonst führt kein Hersteller die tatsächliche Menge an Vitaminen, sekundären Pflanzenstoffen oder Mineralien auf den Packungen an. Auch die Anmerkung, diese Kapseln enthielten Ballaststoffe, ist fast eine Frechheit, denn der Ballaststoffanteil der Kapseln ist so gering, dass eine einzige Weintraube bereits ballaststoffreicher ist.

Carnitin ei Carnitin handelt es sich um eine Aminosäure. Sie wird vom Körper in ausreichender Menge hergestellt. Ausgangsstoffe für die Bildung von Carnitin sind zwei andere Aminosäuren. Aufgabe des Carnitins im menschlichen Körper ist, die Nahrungsfette in die Mitochondrien, die „Kraftwerke der Zellen“, zu schleusen, wo die Fette dann verbraucht werden. Carnitin wird hierbei jedoch nicht zerstört, sondern es kann immer wieder genutzt werden. Der menschliche Körper nimmt Carnitin über die Nahrung auf, denn es ist in großen Mengen in tierischen Lebensmitteln wie Rindfleisch enthalten. Die durchschnittliche Zufuhr von Carnitin mit der Nahrung liegt bei 32 mg pro Tag, die Eigenherstellung macht etwa 16 mg pro Tag aus. Die Anbieter von Carnitin-Kapseln erwecken in ihrer Werbung häufig den Eindruck, eine zusätzliche Carnitingabe könne den Fettsäuretransport und damit den Verbrauch der Nahrungsfette steigern. Auf diese Weise soll Carnitin als Schlank-

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heitsmittel wirken beziehungsweise soll seine Einnahme beim Sport leistungsfördernd sein.

Dehydroepiandrosteron (DHEA) ei DHEA handelt es sich um ein Hormon. Eine Vorstufe dieses Hormons ist Cholesterin. DHEA entsteht als Zwischenprodukt bei der Bildung der männlichen und der weiblichen Sexualhormone Testosteron und Östradiol. DHEA ist weder als Nahrungsergänzungsmittel noch als Arzneimittel in Deutschland zugelassen. Dennoch wird es aus dem Ausland angeboten — und meist als Wunderhormon angepriesen. Die Einnahme soll die Entstehung fast aller typischen Erkrankungen, die im höheren Lebensalter auftreten, unterbinden. Besonders herausgehoben werden die angeblichen Wirkungen gegen Alzheimer, Osteoporose, Diabetes oder auch Multiple Sklerose. Damit aber nicht genug: DHEA soll auch das Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit sowie das Konzentrationsvermögen steigern und zu guter Letzt wird auch noch ein Lustgewinn in der Liebe versprochen. Tatsächlich sind die Aussagen der Anbieter nicht ausreichend erforscht. Die vorliegenden Studien konnten die angepriesenen Wirkungen nicht beweisen. Zudem sind auch die Risiken bei längerer Einnahme von DHEA noch völlig unbekannt. In jedem Fall sind die möglichen Gefahren einer Einnahme höher einzuschätzen als der Nutzen. Denkbar ist jedoch, dass hormonabhängige Tumorarten, wie Brust- oder Prostatakrebs, durch die Gabe von DHEA zum Wachstum angeregt werden.

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Schlankheitsmittel

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ls Schlankheitsmittel werden die verschiedensten Produkte angeboten. In den meisten Fällen handelt es sich leider auch hier nur um leere Versprechungen. So zum Beispiel bei einem Arzneimittel, das in Anzeigen als die Tablette, die Fett auflöst, angepriesen wird. Das Medikament enthält tatsächlich ein fettspaltendes Enzym, doch bedeutet das nicht, dass man bei Einnahme der Tabletten automatisch abnimmt. Denn aus wissenschaftlicher Sicht kann ein solches Enzym allenfalls die Fettaufnahme erhöhen, da es die Aufspaltung des Fettes im Verdauungstrakt fördert; es kann aber auf keinen Fall zur Gewichtsabnahme führen. Die Steuerung des Stoffwechselvorgangs „Fett abbauen“ oder „Fett anlegen“ liegt nicht in der Hand dieses Enzyms.

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Denn ein Enzym ist lediglich ein Werkzeug. Das ist so, als würde man Ihnen versprechen: Je mehr Schraubenzieher Sie kaufen, desto leichter werden sich Ihre Schrauben lösen lassen. Auch die in vielen Illustrierten beworbenen Zitronenkapseln, Apfelessigkapseln und andere den Verbraucher täuschende Mittelchen entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage und schmälern nur den Geldbeutel des Verbrauchers, aber leider nicht seine Problemzonen. Obwohl viele Verbraucherverbände und andere Institutionen gegen solche Produkte vorgehen, um die haarsträubenden Werbeaussagen zu unterbinden, sprießen täglich neue Anzeigen für ähnliche Produkte wie Pilze aus dem Boden. Die Vertreiber solcher Mittel kalkulieren ein Verbot des Produktes bereits bei dessen Erstellung ein, wissend, dass die Mühlen des Gesetzes langsam mahlen und sie in der Zwischenzeit mit ihren überteuerten Produkten hohe Gewinne machen können. Es schert diese Anbieter natürlich nicht, dass die gesamte Branche, unter solchen Praktiken leidet und Nahrungsergänzungs-Präparate insgesamt in Verruf gebracht werden. Die Anbieter von zweifelhaften Präparaten sind nicht am Wohle des Kunden, sondern ausschließlich an der schnellen Mark interessiert. Letztlich sind Abführmittel, Enzyme oder Appetitzügler auch keine Lösung zur Gewichtsabnahme. Hierzu ist eine Verminderung der Energiezufuhr unerlässlich – Aussicht auf einen anhaltenden Erfolg bietet eben nur eine dauerhafte Ernährungsumstellung. Schlankheitsmittel können bei längerer Anwendung sogar gefährlich werden. Dies gilt insbesondere für Appetitzügler; aber auch Abführmittel können bei langfristiger Anwendung die Darmfunktion beeinträchtigen und Nährstoffdefizite hervorrufen. Besonders ärgerlich sind auch die Versprechungen eines Anbieters von so genannten Schlankpflastern: „Schlank werden, ohne etwas dafür zu tun – einfach ein Pflaster aufkleben, und die Pfunde schwinden wie im Schlaf.“ Sie können es sich sicher bereits denken: nichts als ein besonders dreistes Werbeversprechen. Und wissenschaftlich natürlich völlig unhaltbarer Unsinn. Es ist leider nicht ganz so einfach, überflüssige Pfunde zu verlieren, sonst gäbe es sicher längst keine übergewichtigen Menschen mehr. Wenn Ihnen Anzeigen auffallen, in denen Produkte beworben werden, mit denen Sie angeblich einen unglaublich schnellen Gewichtsverlust

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erzielen können, dann ist Vorsicht geboten. Auch wenn Erfolgsberichte oder die üblichen „Vorher-nachher-Bilder“ einge-

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Nur durch dauerhafte Ernährungsumstellung nimmt man wirklich ab.

setzt werden, sollten Sie einem solchen Produkt sehr kritisch gegenüberstehen. Eine weitere Tatsache, die Sie stutzig machen sollte, ist die Angabe einer ausländischen Telefonnummer. Und auch wenn ein Herr mit weißem Kittel offensichtlich den Eindruck erwecken soll, ein Arzt stehe dahinter, ist Vorsicht geboten. Denn es ist laut Wettbewerbsrecht verboten, für Nahrungsergänzungs-Präparate und Arzneimittel mit Medizinern zu werben. Meist sind die Abgebildeten auch keine Ärzte, denn oft tritt derselbe „Arzt“ in verschiedenen Anzeigen mit unterschiedlichen Namen auf. Wer abnehmen will, sollte seine Ernährung umstellen. Da Fett der Hauptenergieträger unserer Nahrung ist, sollte in erster Linie Fett eingespart werden. Sie sollten nicht nur auf das Fett bei der Zubereitung der Mahlzeiten, sondern auch auf den natürlichen Fettgehalt der Lebensmittel achten. Wir raten zum Austausch von fettreichen Milchprodukten und Wurstwaren gegen fettarme Varianten. Wir empfehlen eine kohlenhydratreiche Kost mit viel Gemüse und Obst sowie Vollkorngetreideprodukten. Kalorienreiche Lebensmittel wie Alkohol und Süßigkeiten sollten möglichst gemieden werden.

Melatonin

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as Hormon Melatonin darf in Deutschland wegen seiner unkalkulierbaren Wirkungen nicht als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden. Dennoch bieten dubiose Firmen dieses Hormon

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über ausländische Telefonnummern an. Es handelt sich bei Melatonin um einen Abkömmling der Aminosäure Tryptophan, der im Gehirn gebildet wird. Melatonin wird häufig als Wunderhormon gegen Alterserscheinungen und zur Vorbeugung bzw. Behandlung diverser Erkrankungen angepriesen. Außerdem soll es auch antioxidative Eigenschaften besitzen, also auch zur Abwehr freier Radikale beitragen. Selbst Schlankheitskuren sollen unterstützt werden können, selbst Depressionen und AIDS sollen mit Melatonin zu behandeln sein. Hierbei handelt es sich jedoch um wildeste Spekulationen. Es sind keinerlei wissenschaftliche Belege für diese Behauptungen vorhanden. Bekannt wurde Melatonin vor allem dadurch, dass es den Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen beeinflusst und daher die negativen Erscheinungen eines Jetlags mildern könnte. Beim Jetlag liegt eine Störung der biologischen Uhr vor, die häufig nach Fernreisen über unterschiedliche Zeitzonen hinweg auftritt. Melatoningaben sollen darüber hinweghelfen und zur Förderung des Schlafes beitragen. Tatsache ist, dass Melatonin bereits in sehr geringen Mengen zu gravierenden Stoffwechseländerungen führen kann und in jedem Fall als Arzneimittel einzustufen ist. Schädigungen können nicht ausgeschlossen werden. Außerdem können die Wirkungen auf die biologische Uhr des Menschen zu Beeinträchtigungen der Reaktionsfähigkeit und damit beispielsweise auch der Fahrtüchtigkeit führen. Da Melatonin bei Einnahme durch Schwangere auch auf den Fötus übertragen wird, sollten während der Schwangerschaft keinesfalls Melatoninpräparate eingenommen werden. Über die Auswirkungen auf die Kindesentwicklung liegen bisher keine Daten vor. Der Einsatz von Melatonin zu medizinischen Zwecken kann gerechtfertigt sein, darf jedoch grundsätzlich allein auf ärztliche Verordnung erfolgen.

Algenprodukte

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eeresalgen haben als Lebensmittel und wichtige Eiweißquelle im asiatischen Raum eine große Bedeutung. Komplett verzehrt, können Algen auch zur Ballaststoffzufuhr beitragen. Algen sind in der Lage, über ihre Oberfläche Mineralien aus dem Meerwasser aufzunehmen, daher weist die ganze Pflanze zum Teil hohe Gehalte an Spurenelementen auf. Daher werden Algenprodukte wie Spirulina mit dem Verweis auf den Gehalt der Pflanze an Vitaminen und

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Mineralstoffen als besonders hochwertig beworben. Bei getrockneten Algenprodukten wie Spirulina-Tabletten ist der Ballaststoffgehalt jedoch nur noch sehr gering, und es kommt zu großen Schwankungen bei den Inhaltsstoffen. Es sind meist nur geringe Mengen an Jod vorhanden. Darüber hinaus wird gern angegeben, dass sich Algen aufgrund hoher Gehalte an Vitamin B12 als Nahrungsergänzung für Veganer besonders eignen. Da die vegane Kostform ausschließlich pflanzlich orientiert ist und Vitamin B12 nur in Lebensmitteln tierischer Herkunft sowie in sehr geringer Konzentration in fermentierten Produkten enthalten ist, kann es bei jahrelanger veganer Ernährung zu einer Unterversorgung kommen. Allerdings enthalten Algenprodukte, anders als von den Anbietern vielfach behauptet, praktisch ausschließlich unwirksame Formen des Vitamins, die zudem die Aufnahme und den Stoffwechsel von aktivem Vitamin B12 blockieren können. Der Grund sind analytische Probleme, die dazu führen, dass aktive und inaktive Formen nur unzureichend differenziert werden können. Untersuchungen zeigen, dass verschiedene Produkte im Versuch mit Menschen keine Verbesserung der Vitamin-B12-Versorgung bewirkten, obwohl sie angeblich aktive Formen des Vitamins enthielten. Als überflüssig und in der Menge völlig zu vernachlässigen sind die Aminosäuren in Algenprodukten einzustufen, die zum Teil ebenfalls ausgelobt werden. Im Vergleich mit Fleisch, Käse oder anderen tierischen Produkten wird schnell klar, dass die Aminosäuremengen in Algenprodukten viel zu gering sind, um in irgendeiner Form Einfluss auf den Stoffwechsel zu nehmen. Der Eiweißgehalt der Algen spielt in Deutschland bei unserer ohnehin zu hohen Eiweißaufnahme auch keine Rolle. Außerdem sollte man von hochwertigen Multi-Vitaminoder Multi-Mineral-Präparaten auch erwarten können, dass sie zumindest die einfache Tagesempfehlung der Vitalstoffe enthalten. Besonders deutlich wird dieses Defizit einiger Algenprodukte am Beispiel der Folsäure, die häufig nur zu einem Bruchteil der empfohlenen Dosis vorhanden ist. So liefert eine ChlorellaAlgenart pro Portion unter 40 µg, während die empfohlene Tagesdosierung bei 400 µg liegt. Dies ist insofern bedenklich, da die Folsäureversorgung über die Nahrung ohnehin als kritisch gilt.

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Und es wirkt doch … Der wundersame Placebo-Effekt

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atürlich kann es sein, dass die versprochenen Wirkungen einiger Produkte hin und wieder tatsächlich auftreten, auch wenn das aus wissenschaftlicher Sicht nicht möglich ist. Wie kommt das? In diesem Fall handelt es sich um den so genannten „Placebo-Effekt“. Das heißt, der Glaube an die helfenden Eigenschaften eines Präparates ist so groß, dass allein dieser Glaube ungeahnte Kräfte im Körper des Betreffenden mobilisiert – auch wenn das angebliche Wundermittel völlig unbrauchbar ist. Viele werden jetzt vielleicht denken, dass es keine Rolle spielt, auf welche Art und Weise eine Wirkung erzielt wird; Hauptsache ist doch, dass sie erzielt wird. Das ist so nicht ganz richtig, denn wenn einem Menschen ein Präparat aufgrund des Placebo-Effektes hilft, dann liegt das nicht an der Substanz des betreffenden Mittels. Sondern: Dieser Mensch hat sich durch seinen Glauben an dieses Produkt quasi selbst geheilt. Weitere Personen, die von diesem Erfolg beeindruckt sind, werden sich das Wundermittel sicher ebenfalls kaufen. Doch ob auch sie Erfolg haben, hängt nicht vom Präparat ab, sondern von der Fähigkeit der betreffenden Menschen, an die Wirkung glauben zu können. Dieser Vorgang ist jedoch sehr individuell, und weder ist er wissenschaftlich zu überprüfen, noch ist damit ein Behandlungserfolg zu garantieren. Die Wirkung eines solchen Präparates liegt an der Person selbst und nicht an der Wirksamkeit der Inhaltsstoffe. Die Wirkung könnte also ebenso gut mit schön verpackten SüßstoffDragees erzielt werden. Bei MEDICOM erhalten Sie nur Produkte mit nachgewiesener und plausibler Wirkung. Und keine teuren „Wundermittel“, die keinen Nutzen bringen. Die Medicom Pharma AG bietet in ihren Produkten Vitamine, Mineralstoffe und andere hochwertige Inhaltsstoffe nur in definierter Menge an. Wir sind der Auffassung, der Verbraucher sollte an Hand der Mengenangaben nachvollziehen können, welche gesundheitsfördernden Substanzen und wie viel davon er mit einem Vitalstoff-Präparat aufnimmt.


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Ihre Gesundheit ist unsere Aufgabe


Fluchtin die „ “ Sucht S Der Mensch hat träumen wollen, der Traum wird über den Menschen Herr sein, doch dieser Traum wird deutlich der Sohn seines Vaters sein. Charles Baudelaire

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o komplex wie die Zeilen Baudelaires, die Sucht bildhaft beschreiben wollen, so komplex ist auch die Sucht selbst. Suchtformen sind so unterschiedlich wie die Menschen, und selten ist eine Sucht auf den ersten Blick zu verstehen. Sie hat immer ganz persönlich mit dem einzelnen Menschen zu tun, sie ist der individuelle Alptraum eines jeden Süchtigen.


er Umgang mit Rauschmitteln ist so alt wie die Menschheit. In früheren Gesellschaften wurde der Drogenrausch oft als Kontakt mit den Göttern gedeutet. Die Droge diente nicht einem persönlichen Anliegen, sondern war Teil eines spirituellen Erlebnisses. Erst als der Mensch begann, sich als Einzelwesen zu definieren, wurde der Rausch zum privaten Abenteuer, zum individuellpsychologischen Phänomen. Zu einem gefährlichen Abenteuer.

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Was ist Sucht? Sucht wird als das Ende einer Entwicklung beschrieben, die über den Gebrauch, den Genuss und den Missbrauch von Substanzen oder Verhaltensweisen zu Abhängigkeit führt. Sucht ist das nicht mehr kontrollierbare Verlangen nach einem bestimmten Gefühls-, Erlebnis- und Bewusstseinszustand. Unterschieden wird zwischen stoffgebundenen Suchtformen

(z. B. Alkohol, Drogen, Tabletten) und stoffungebundenen Formen (z. B. Mageroder Ess-Sucht oder Spielsucht). Wesentliche Merkmale der Sucht sind die folgenden Aspekte. Der so genannte Kontrollverlust: Der Süchtige kann sein Verhalten und seinen Konsum nicht mehr frei bestimmen. Das Verlangen nach der Droge oder dem süchtigen Verhalten bestimmt das Leben. Die Dosis muss ständig gesteigert werden, um den gleichen Effekt zu erzielen. Körperliche und/oder psychische Entzugserscheinungen treten nach dem Absetzen der Substanz oder nach Beendigung des süchtigen Verhaltens auf. Die Unfähigkeit des Betroffenen, den Substanzmissbrauch/das süchtige Verhalten trotz starker körperlicher, psychischer und sozialer Beeinträchtigung zu unterlassen

„König Alkohol“ ist der deutsche Titel des Buches „John Barleycorm“ von Jack London. Das Buch galt als das Leitwerk der amerikanischen Prohibitionsbewegung — geschrieben von einem notorischen Trinker. Die erschreckend brutale autobiografische Auseinandersetzung mit dem Alkoholismus erschien 1913 in den USA. Die folgenden Zahlen verdeutlichen den gesellschaftlichen Einfluss des Alkohols im Jahr 2000. Rund 1,6 Millionen Bundesbürger sind akut von Alkohol abhängig. Das sind 2,4 Prozent der Bevölkerung ab 18 Jahren. Alkoholmissbrauch bestimmt derzeit das Leben von etwa 2,65 Millionen Menschen (vier Prozent der Bevölkerung). In Deutschland sterben jährlich rund 42.000 Menschen an den direkten oder indirekten Folgen des Alkoholmissbrauchs. Rund zwei Millionen Kinder im Alter von bis zu 18 Jahren müssen in der Bundesrepublik mit der Alkoholabhängigkeit eines der beiden Elternteile leben. Sieben Prozent aller Straftaten in Deutschland werden unter Alkoholeinfluss begangen.

Bei 60 Prozent der Verurteilungen wegen Straftaten im Straßenverkehr spielt Trunkenheit eine Rolle. Arbeitsunfähigkeit und Invalidität wegen einer Alkoholabhängigkeit oder einer Alkoholpsychose wird in 92.000 Fällen pro Jahr festgestellt, zur Frührente kommt es in etwa 6.500 Fällen. In beiden Zahlen sind die Krankheiten, die erst in der Folge des Alkoholkonsums entstehen, nicht enthalten. Zehn bis zwölf Prozent der Bevölkerung konsumieren Alkohol in einer Größenordnung, die langfristig gesundheitlich riskant ist. (Ergebnisse einer Untersuchung, die vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegeben wurde. Stand Mai 2000.)

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Zweifelhafter König Alkohol

Heute haben die Begriffe Sucht und Abhängigkeit im Alltagsgebrauch fast die gleiche Bedeutung; Abhängigkeit beschreibt mehr die medizinische Seite, Sucht auch die seelischen und sozialen Folgen. Die Weltgesundheitsorganisation verwendet offiziell nur den Begriff Abhängigkeit. Schaut man sich die Definition von Sucht an, so tauchen dort oft Begriffe wie „zwanghafter Drang“ oder „unbezwingbares Verlangen“ auf. Wer süchtig ist, ist nicht mehr frei.

Warum werden Menschen süchtig? Es gibt nicht eine alleinige Ursache von Sucht, es ist immer eine Fülle von Faktoren, die zum Ausbruch einer Suchtkrankheit führen. Erklärungsansätze, die einzelne Faktoren in den Vordergrund stellen, widersprechen sich zum Teil. Nach Auffassung der Biologen unter den Suchtforschern ist die Sucht zum Beispiel ein Versuch, einen Mangel an körpereigenen Botenstoffen, die Lust auslösen, durch chemische Mittel zu ersetzen, um ein „normales Empfinden“ wieder herzustellen. Dieser Mangel kann angeboren oder erworben sein. Psychologen und Soziologen sehen in der „Sozialisation“ des einzelnen Menschen, also seiner frühkindlichen Entwicklung, der Struktur seiner Familie, seiner sexuellen Entwicklung und besonders der Erziehung die Grundlagen für die Entwicklung eines süchtigen Verhaltens. Ausschlaggebend hier: Gibt es in der Familie bereits Suchtverhalten? Kann der Mensch mit Konflikten konstruktiv umgehen? Hat er die Kapazität, Frustrationen zu ertragen, ohne vor ihnen zu fliehen? Schließlich spielen auch die gesellschaftliche und die soziale Komponente eine große Rolle. Lebt der Mensch in befriedigenden sozialen Verhältnissen? Geben ihm Beruf, Familie, Freunde Halt im Leben? Außerdem zu beachten: Wie nah wird dem Menschen die Droge oder das Suchtverhalten gelegt? Am besten bewährt haben sich die so genannten multifaktoriellen Theorien, die von einem Bündel von Ursachen ausgehen. Einer der bekanntesten und akzeptiertesten Erklärungsansätze ist die „Trias der Entstehungsursachen der Drogenabhängigkeit“. In diesem Modell werden die Faktoren Mensch, Mittel und Milieu/Gesellschaft miteinander Fortsetzung auf Seite 20 verbunden.

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Flucht in die Sucht

4 Beispiele verdeutlichen, wie Menschen in eine Sucht geraten können. Harald P.

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Erika S.

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Harald P. ist Manager eines großen Unternehmens und beruflich entsprechend eingespannt. Der Stress beginnt H. langsam zu viel zu werden; er merkt, dass er an seine Grenzen stößt. Er glaubt, dass er im Moment keinen Urlaub nehmen kann, denn wichtige Entscheidungen müssen getroffen werden, beanspruchen sein ganzes Können und fordern seinen vollen Einsatz. Er bekommt Angst, dem Druck nicht gewachsen zu sein. Die Angst wird zum weiteren Stressfaktor. Er kann nicht mehr ruhig schlafen. Schließlich geht er wegen einer Grippe, die ihn jetzt zusätzlich belastet, zu einem Arzt und bittet ihn, ihm etwas zu verschreiben, damit er keine Leistungseinbußen hat. Zum ersten Mal erzählt er von seinen Sorgen, es bricht förmlich aus ihm heraus. Der Arzt macht sich ein Bild vom Zustand seines Patienten und bietet ihm an, ihm vorübergehend ein Beruhigungsmittel (Valium) in geringer Dosis zu verschreiben. H. nimmt dieses Angebot dankbar an. Schon nach kurzer Zeit geht es ihm besser, weil er den Stress nicht mehr als belastend wahrnimmt. Auch seine Mitarbeiter und Vorgesetzten erleben H. als ruhiger, gelassener und ausgeglichener. Er wirkt einfach wieder gesünder und belastbarer, sodass ihm auch wieder mehr zugetraut wird. H.s Entscheidungskompetenz im Unternehmen wird erweitert. Inzwischen musste H. aber schon einige Male den Arzt wechseln, um seine Tabletten weiter ohne lästige Fragen zu bekommen. Er ist als Privatpatient jedoch gern gesehen und hat keine Schwierigkeiten, die Verordnungen zu erhalten. Niemandem fällt auf, dass H. inzwischen abhängig geworden ist, denn Benzodiazepine (Beruhigungsmittel) zeigen, regelmäßig eingenom-

men, keine auffälligen Anzeichen – wie Lallen, Sprachstörungen und Gangunsicherheit beim Alkoholkonsum. Dennoch machen sie abhängig. So kann H. seinen Beruhigungsmittelkonsum relativ leicht verborgen halten – bis sein Körper den Tribut für den langfristigen Missbrauch fordern wird.



Erikas S. ist eine sehr gute Schülerin. Ihr Vater war Akademiker und schwer alkoholkrank. Er ist früh am Alkohol gestorben. E. möchte auch mal studieren. Mit 13 Jahren ist sie zum ersten Mal richtig betrunken. Sie weiß nicht mehr, was passiert ist und wie sie ins Bett kam. E. schämt sich sehr dafür. Als sie das zweite Mal betrunken ist, wird sie vergewaltigt. Nun trinkt sie hemmungslos, ihre Würde hat sie ohnehin verloren. Aber nicht ihren Ehrgeiz. E. studiert Medizin, und aus Angst, den Anforderungen dieser gehobenen Kreise nicht gewachsen zu sein, trinkt sie bereits vor den Festen und Veranstaltungen, um locker, selbstbewusst und schlagfertig zu sein. Das klappt auch – anfangs. Schließlich wacht sie am Ende dieser Abende immer öfter im Krankenhaus auf. Später wird E. schwanger und heiratet den Vater des Kindes. Die Ehe geht jedoch nach kurzer Zeit in die Brüche. E. arbeitet jetzt als Ärztin im Krankenhaus und trinkt immer noch regelmäßig große Mengen Alkohol. E. kann jedoch auf Knopfdruck funktionieren, und den Alkohol merkt ihr keiner an. Sie achtet auf ihr Aussehen, benutzt viel Parfüm und Pfefferminzbonbons; sie raucht 2 Packungen Zigaretten am Tag. Im Kofferraum ihres Mercedes steht immer eine Kiste Rotwein, und die geöffnete Flasche liegt im Handschuhfach.

Robert T.



Rückblickend kann Robert von sich sagen, dass er sich niemals anerkannt gefühlt hat. Da er in der Schule nicht besonders gut ist, muss R. gegen seinen Willen eine Baulehre absolvieren. Da er sich mit „Erwachsenen“ gut versteht und sich für nichts zu schade ist, kommt er zum ersten Mal in seinem Leben bei seiner Umgebung gut an. Auf dem Bau fängt man bereits Morgens zu trinken an. Anfangs ist es R. eine große Ehre, immer mithalten zu dürfen und zu können. Nach und nach verbindet sich für ihn das Alkoholtrinken mit dem Gefühl, anerkannt zu sein. Da R. gut verdient, fällt es ihm nicht schwer, abends durch die Kneipen zu ziehen. Bald ist er jeden Abend dort und auch fast immer betrunken. Wer viel trinkt und viel verträgt, ist gern gesehen und wird respektiert. R. beginnt jetzt immer mehr zu trinken, ohne dass es ihm selbst auffällt. Später heiratet R. seine Frau A., die sich zwar über seinen Alkoholkonsum beschwert, aber nicht bedenkt, ihr Mann könnte Alkoholiker sein. R. selbst bekommt sein Trinkverhalten nicht mehr in den Griff. Alkohol ist jetzt wie Medizin für ihn; Er braucht am Morgen erst einmal zwei große Magenbitter, bevor er zur Arbeit fährt. Nach und nach pendelt sich sein täglicher Alkoholkonsum auf drei bis vier große Magenbitter und 8 bis 10 Liter Bier ein.

Peter F.



Peter F. ist ein Mann mit einfacher Schulbildung, der es dennoch geschafft hat, in seinem Job zu einem anerkannten Experten zu werden. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist ein glücklicher Mann. Alkohol trinkt er sehr selten, meist nur zu geselligen Anlässen. Sein Chef bietet ihm an, für einen wichtigen Kunden Druckmaschinen in ganz Europa zu installieren. Er muss dabei ganz eigenverantwortlich vorgehen und wird von den dortigen Arbeitern unterstützt

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Wie kommt es zur Abhängigkeit?


Milieu Die Gesellschaft und

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Droge Einfluß des Suchtmittels

Dem Suchtmittel innewohnendes Suchtpotenzial, die Beschaffbarkeit einer „Droge“, Häufigkeit und Dauer des Konsums, Dosis des Suchtmittels

Mensch

persönliche Eigenschaften

Grafische Darstellung der Entstehungsursachen der Drogenabhängigkeit.

Frustrationstoleranz: Wieviel seelischen Druck hält ein Mensch aus? Soziale Kompetenz: Die Fähigkeit, Beziehungen und Freundschaften aufzubauen. Sozialisation: Kindheitsentwicklung, sexuelle Entwicklung Familiengeschichte: Wie geht der Mensch mit Konflikten um?

n nebenstehendem Modell ist der biochemische Erklärungsversuch für Suchtverhalten nicht mit einbezogen. Er ortet den Suchtmechanismus als biochemischen Vorgang im Gehirn. Die Suchtveranlagung ist demnach eine Dysfunktion, also eine Fehlfunktion im körpereigenen Belohnungssystem. Messungen haben ergeben, dass Alkoholkranke und Heroinabhängige dreimal niedrigere Werte des „Belohnungsstoffes“ Endorphin, jedoch viermal mehr Stresshormone als gesunde Menschen aufweisen. Vom Verhältnis dieser beiden Stoffe zueinander hängt die individuelle Stresstoleranz ab. Zu viel Stresshormone bewirken eine ausgeprägte Miss-Stimmung. Dieser Zustand kann angeboren sein, muss aber nicht zwingend in die Sucht führen; er wird jedoch unglücklicherweise durch regelmäßigen Drogenkonsum noch verstärkt. Es besteht auch die Möglichkeit, dass dieses Ungleichgewicht von Glücks- und Stresshormonen erst durch regelmäßigen Drogenkonsum erworben wird und chronisch bleibt. Dafür, in welchen Fällen dies geschieht, konnte kein diagnostisches Instrumentarium entwickelt werden; es ist nicht vorauszusehen.

Suchtstoffe und Suchtverhalten Bei dem, was süchtig macht, muss man grundsätzlich unterscheiden zwischen Suchtmitteln, die berauschen und in eine bestimmte Stimmung bringen, und bestimmten Verhaltensweisen, die zumindest eine suchtartige Entwicklung nehmen, zum Zwang werden und fatale Auswirkungen haben können.

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Stoffgebundene Süchte Manche Stoffe, so genannte psychotrope Substanzen, wirken auf das Gehirn und erzeugen so einen Rausch bzw. bestimmte Stimmungen. Manche dieser Drogen sind legal, andere illegal. Dabei ist die Zahl der von legalen Drogen Abhängigen erheblich größer als die derer, die von illegalen Drogen abhängig sind. Legale Drogen Alkohol Nikotin Medikamente Pflanzen und Gewächse, die nicht allgemein als Drogen bekannt sind, wie Nachtschattengewächse, psychoaktive Pilze, Kakteen etc. Illegale Drogen Cannabis Ecstasy, Designerdrogen Halluzinogene (LSD) Heroin Kokain/Crack

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werden. P. ist stolz über diesen großen Vertrauensbeweis seines Chefs. Er bespricht sich noch mit seiner Frau, die ihn unterstützt, und schließlich sagt er zu. Zwei Jahre wohnt er allein in Paris, Marseille, Belgrad, Zagreb und anderswo. Ohne Kenntnis der jeweiligen Landessprache verpflegt er sich selbst und führt schwierige Installationen durch. Er steht von Beginn an unter enormer Anspannung, da ihm die Verständigungsprobleme seine Arbeit mehr erschweren, als er zunächst dachte. Abends telefoniert er natürlich mit seiner Frau und seinen Kindern. Den Großteil der Zeit ist er jedoch allein. Er beginnt, mehr aus Langeweile, nach der Arbeit in Gaststätten etwas zu trinken. Ihm gefällt die scheinbar entspannende Wirkung des Alkohols, die es ihm leichter macht, den großen Druck und den Stress zu ertragen. Im Laufe der Zeit steigert sich unmerklich die Menge des Alkohols, und auch, dass er immer öfter, „einen über den Durst trinkt“, hält P. für normal. Er trinkt jetzt bereits jeden Morgen einen großen Magenbitter und in der Mittagspause drei Bier und zwei Schnäpse – so fällt ihm die Arbeit leichter. Beim Urlaub mit seiner Familie merkt seine Frau zwar, dass P. sich verändert hat, doch sie sagt nichts, da sie der Meinung ist, sie müsse Verständnis für die schwierige Lage von P. haben. Als ihn aber die Kollegen scherzhaft darauf ansprechen, dass er wohl an einem Tag mehr Alkohol trinkt, als sie alle zusammen in einer Woche, wird P. schlagartig klar, das mit ihm etwas nicht stimmt. Er erschrickt und erkennt, dass er ein Alkoholproblem haben könnte. Er versucht von einem auf den anderen Tag aufzuhören. Doch es ist zu spät, die Sucht hat bereits Kontrolle von seinem Körper ergriffen, er kann an diesem Tag keinen klaren Gedanken fassen, und auch sein Körper gehorcht ihm nicht mehr wie gewohnt. Erst als er in der Mittagspause rasch mehrere Schnäpse trinkt, kann er normal weiterarbeiten.

das Umfeld Alle diese Aspekte entfalten unterberuflich zufrieden? schiedliche Eingute Wohnverhältnisse? flüsse auf eine Person. Im ungünintakte Partnerschaft? stigen Fall kann echte Freunde? eine Zunahme der nette Nachbarn? individuellen Suchtviele Interessen? gefährdung auftreten. Doch der Mensch trifft Hobbys? dennoch selbst die Entscheidung, ob er sich dem realen Leben entzieht und die wenn auch verlockenende Scheinwelt des Suchtmittels betritt oder ob er sich seinen Problemen stellt.

Die Hälfte aller Raucher ist suchtkrank. Nikotin ist eine der am schnellsten süchtig machenden Substanzen.

Nichtstoffgebundene Süchte Essen/Hungern Glücks-Spiel Internetsurfen, Konsum etc. Fortsetzung auf Seite 22 Arbeit MEDICOM 13. Ausgabe, Dezember 2000

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Flucht in die Sucht

Alkohol und andere Süchte provozieren meist auch zwischenmenschliche Probleme.

Die falsche Dosis „ “

halb, im Folgenden die Alkoholsucht stellvertretend für alle Süchte zu beschreiben. Viele Charakteristika der Alkoholsucht treffen auf andere Süchte ebenso zu.

Leider kann man weder genau bestimmen, welche Umstände einen gesunden zu einen süchtigen Menschen machen, noch kann man genau sagen, welche Stoffe jeden Menschen über kurz oder lang abhängig machen würden. Man kann nur das Suchtpotenzial angeben, das Stoffe wie z. B. harte Drogen, Alkohol oder Nikotin haben. Es gibt Menschen, die enorm viel Alkohol konsumieren und dennoch nicht süchtig werden. Wieder andere entwickeln in Bezug auf so „normale“ und lebenswichtige Dinge wie Nahrung ein Suchtverhalten. Sucht ist eine psychische Störung, die im Grunde alle Menschen zu jeder Zeit entwickeln können. Allein schon das Aufzählen von Stoffen und Faktoren, die Menschen süchtig machen können, ist schwierig, denn zum einen kommen ständig neue Stoffe, wie z. B. Designerdrogen dazu, zum anderen stellt sich immer wieder die Frage: Wo fängt die Sucht an? Ist jemand, der täglich Stunden vor dem Fernseher verbringt, fernsehsüchtig oder nur antriebslos? Ab welcher Menge Alkohol ist man Alkoholiker? Die Grenzen sind fließend und entsprechend schwer zu ziehen. Es gibt zu viele Süchte, um sie alle im Rahmen dieses Artikels ausführlich behandeln zu können. Wir versuchen des-

Alkoholismus ist das Leiden an der Verleugnung, es ist die einzige Krankheit, die dir einredet, dass du sie gar nicht hast

Paracelsus

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Viele Süchte – ein Beispiel Deutschlands Droge Nummer eins: der Alkohol

(Unbekannt)

Doch verursacht Alkohol noch eine Menge mehr als nur Abhängigkeit. Es gibt praktisch nichts, was chronischer AlkoPsychische Erkrankungen holkonsum in höherer Dosierung nicht bei Männern kaputtmacht. Das fängt bei Organen und Obdachlose Durchschnitts- Organsystemen an und hört bei der Ehe und den sozialen Kontakten noch lange bevölkerung nicht auf. Die Zufuhr großer Mengen Alkoholmissbrauch 91 % 21 % Alkohol fordert die Reparatursysteme des Manie, Depression 42 % 6% Körpers bis aufs Äußerste. Alkoholiker haben darum einen sehr hohen VitalAngsterkrankungen 23 % 9% stoffbedarf, der unbedingt durch ein Drogenmissbrauch 18 % 1,4 % Multivitalstoff-Präparat ausgeglichen Psychosen 12 % 0,7 % werden sollte. Das kann den körperlichen Zerfall zwar nicht verhindern, ihn aber zumindest etwas bremsen. Die seelischen Folgen hören nicht einmal mit dem Tod des Betroffenen auf. Seine Kinder haben immer etwas mitbekommen und ein sehr schweres Erbe erhalten, das sie in der Regel für ihr Leben prägen wird. Eine Anlage für den Alkoholismus kann durch 21% der männlichen Durchschnittsbefölkerung hat eine die Familie mitgegeben werden. Ein alkopsychische Störung durch Alkoholmissbrauch, das ist holabhängiger Elternteil „vererbt“ quasi jeder 5. Mann! die Abhängigkeit, d. h. den Alkoholismus Quelle: Der Spiegel, Ausgabe 11/99 FOTO: PHOTODISC

Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift. Die Menge allein macht, dass ein Ding kein Gift ist.

Wir leben in der Bundesrepublik Deutschland in einer Gesellschaft, in der Alkoholkonsum gesellschaftlich anerkannt, bisweilen sogar gewollt und gefordert ist. Bei vielen geselligen Anlässen, im Familienkreis oder bei größeren Veranstaltungen ist der Konsum alkoholischer Getränke normal. Auf emotionaler Ebene baut Alkohol Spannungs- und Angstzustände ab. Bereits bei einer für die meisten nicht wahrnehmbaren Menge von 0,2 Promille verringern sich Angst- und Spannungszustände. Die Person wird lockerer, und Situationen, die vorher noch Angst verursachten und daher gemieden wurden, können nun angegangen und bewältigt werden. Ihr Maximum erreicht diese Wirkung bei einer Menge von 0,3 Promille. Ab 0,6 Promille kehrt sich diese Wirkung ins Gegenteil. Es kommt leichter zu Angst und Beklemmungsgefühlen, die schon von belanglosen Dingen ausgelöst werden können. Man verliert zuviele Hemmungen, was für die Mitmenschen äußerst unangenehme Folgen haben kann (Prügeleien, sexuelle Belästigungen, auch Gewaltverbrechen). So vielschichtig die Motivation auch sein kann, das Glücklich-Sein ist die Hoffnung vieler Alkoholiker. Doch nach kurzen Episoden hochtrabender Gefühle folgt meist der Absturz in Selbsthass und Depression. Gefangen im Teufelskreis der Sucht greifen sie wieder zur Flasche, um die dunklen Gedanken und schlechten Gefühle loszuwerden. Damit lösen sie im Gehirn genau die Prozesse aus, die sie immer weiter in die Abhängigkeit drängen.


der Vorfahren, und erhöht die Suchtgefährdung für die Kinder dramatisch. Auch Menschen, die keine oder eine gekränkte Selbstachtung haben und Menschen, die im Verlauf ihres Lebens keine Strategien zur Bewältigung von Konflikten erlernt haben, sind besonders gefährdet, an Süchten zu erkranken. Letztlich kann jeder zu einem Suchtkranken werden.

Süchtig — was nun? Spätestens dann, wenn man sich fragt: „Trinke ich zu viel?“, sollte man professionelle Hilfe aufsuchen. Am besten wendet man sich dann an eine Suchtberatungsstelle. In nahezu jeder deutschen Stadt gibt es eine entsprechende Beratungsstelle, teils in kirchlicher, teils in freier Trägerschaft. Sie ist in der Regel im Telefonbuch unter Beratungsstellen oder unter

Suchtberatung etc. zu finden. Falls es zu einem krankhaften Umgang mit Alkohol gekommen ist, gibt es in Deutschland verschiedene Behandlungsangebote, die ambulant, aber auch stationär in den entsprechenden Fachkliniken durchgeführt werden können. Alkoholismus ist eine Krankheit. Es ist kein dem freien Willen des Kranken unterliegendes Fehlverhalten mehr, das durch gute Vorsätze allein oder vielleicht nach Strafen beziehungweise unter Androhung von Konsequenzen eingestellt werden kann. Seit 1968 ist Alkoholismus auch in Deutschland als Krankheit anerkannt. Es gibt entsprechende Behandlungsangebote zur Bekämpfung der Alkoholsucht, die durch die zuständigen Rentenversicherungsträger, eventuell auch durch Krankenkassen finanziert werden. Fortsetzung auf Seite 24

Bin ich süchtig? nhand der folgenden 31 Fragen, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO entwickelt wurden, läßt sich feststellen, ob jemand alkoholabhängig ist. Wer bei einer ehrlichen Selbstprüfung mehr als sechs Fragen mit ja beantwortet, hat wahrscheinlich ein Alkoholproblem, wer mehr als 10 Ja-Antworten gibt, hat nahezu sicher ein Suchtverhalten gegenüber Alkohol entwickelt. Haben Sie Gedächtnislücken nach starkem Trinken? Verbergen Sie Ihren Alkoholgenuss? Hat sich Ihre Alkoholverträglichkeit verändert? Denken Sie häufig an Alkohol? Trinken Sie die ersten Gläser hastig? Haben Sie wegen Ihres Trinkens Schuldgefühle? Vermeiden Sie in Gesprächen Anspielungen auf Alkohol? Haben Sie nach den ersten Gläsern ein Verlangen weiterzutrinken? Gebrauchen Sie besondere Begründungen, warum Sie trinken? Finden Sie sich irgendwie bemitleidenswert? Sind äußere Umstände oder andere Personen schuld an Ihrem Alkoholgenuss? Zeigen Sie ein besonders agressives Benehmen gegen die Umwelt? Haben Sie einen Verlust Ihres Interesses an anderen Dingen (als an Alkohol) bemerkt? Versuchen Sie, periodenweise völlig abstinent zu leben? Neigen Sie zu innerer Zerknirschung, innerem Druck- oder Schuldgefühl wegen des Trinkens? Haben Sie ein Trinksystem (etwa: nicht vor einer bestimmten Uhrzeit zu trinken) versucht?

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A

Haben Sie häufig den Arbeitsplatz gewechselt? Haben sich Veränderungen im Familienleben, in den Beziehungen zu Freunden/Bekannten ergeben? Richten Sie Ihre Arbeit und Ihren Lebensstil auf den Alkohol ein? Neigen Sie dazu, sich einen Vorrat an Alkohol zu sichern? Vernachlässigen Sie Ihre Ernährung? Trinken Sie manchmal/regelmäßig schon am Morgen? Haben Sie mitunter tagelang ununterbrochen hintereinander Alhohol konsumiert? Beobachten Sie an sich selbst einen Abbau von Werten und Idealen oder eine Veränderung im Sexualleben? Ist Ihr Denkvermögen beeinträchtigt? Trinken Sie öfter mit Personen, die weit unter Ihrem Niveau stehen? Wurde Ihre Alkoholverträglichkeit geringer? Zittern Sie am Morgen, oder schwitzen Sie vermehrt? Haben Sie Durchschlafstörungen? Haben Verwandte, Freunde, Kollegen, Vorgesetzte Sie auf Ihren Alkoholkonsum angesprochen? Können Sie mit Alkohol in bestimmten Mengen besser denken?

Der Weg zu einer Beratungsstelle fällt den meisten schwer. Wer gibt schon gern zu, dass er Probleme hat. Aber man kann es auch so sehen: Wenn ich ein neues Dach brauche, gehe ich zum Dachdecker. Wenn ich ein rechtliches Problem habe, frage ich den Rechtsanwalt. Und wenn ich ein persönliches Problem habe, suche ich mir eben den Fachmann oder die Fachfrau, die mir helfen können.

I N F O / B E R A T U N G

Deutsche Hauptstelle gegen Suchtgefahren (DHS) Westring 2 59065 Hamm Im Internet: www.dhs.de. Hier können auch Adressen von Beratungs- und Behandlungsstellen eingesehen werden. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Postfach 91 01 52 51071 Köln Internet: www.bzga.de Infotelefon zur Suchtvorbeugung Tel.: 02 21/89 20 31 Beantwortung von Fragen zur Suchtvorbeugung; persönliche Beratung von Menschen mit Suchtproblemen mit dem Ziel, sie an geeignete lokale Hilfs- und Beratungsangebote zu vermitteln; Vermittlung von Anschriften und Telefonnummern der Suchtberatungsstellen sowie anderer geeigneter Beratungsdienste Selbsthilfegruppen in Deutschland NAKOS: Allgemeine Informationen, Aufklärung, Kontakte Tel.: 0 30 / 8 91 4019 (Di,Mi,Fr 9-13, Do 13-17.00 Uhr)

Fax: 0 30 / 8 91 4014; E-Mail: nakos@ gmx.de Die Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) in Berlin arbeitet zentral für Deutschland zum Thema Selbsthilfe: Dort können Sie sich ganz allgemein über Selbsthilfegruppen informieren und Aufklärungsmaterial anfordern. Die Materialien sind kostenlos. Anfragen und Anforderungen richten Sie bitte schriftlich mit einem adressierten und frankierten Rückumschlag (DIN A4, 3,— DM) an die NAKOS Albrecht-Achilles-Str. 65 10709 Berlin MEDICOM 13. Ausgabe, Dezember 2000

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Flucht in die Sucht

Interview mit dem Suchttherapeuten Peter Vent er Diplompsychologe Peter Vent (39) beschäftigt sich seit 10 Jahren Dglücksspielabhängigen mit der Entwöhnungsbehandlung von alkohol-, medikamenten- und Menschen. Er ist als Suchttherapeut am Zentralkrankenhaus Bremen-Ost tätig. Vor kurzem erschien seine Arbeit „Spielsucht als Affektregulation“. MEDICOM: Herr Vent, in letzter Zeit ist davon die Rede, dass aus verwöhnten Kindern süchtige Erwachsene werden. Ist da Ihrer Meinung nach etwas dran?

schlichtweg ein höheres Suchtpotenzial haben als andere, sodass bereits nach kurzfristigem Konsum eine Abhängigkeit entstehen kann.

P.V.: Der Grundstock für die Fähigkeit, sich vor einer Suchterkrankung schützen zu können, wird zu einem nicht unerheblichen Teil in der Kindheit gelegt. Hier entwickelt nämlich der heranreifende Mensch die nötige seelische Stärke, um mit Konflikten und Belastungen ohne die „Unterstützung“ von Suchtmitteln umgehen zu können. Ihre Vermutung, dass verwöhnte Kinder suchtgefährdeter sind als andere, trifft insofern schon etwas zu. Wichtig ist, dass Kinder durch die Bewältigung altersangemessener Frustrationen lernen können, mit Widerständen im Leben umzugehen, statt ihnen auszuweichen. Ein Zuwenig an Fürsorge oder gar massive Vernachlässigung haben jedoch ebenfalls fatale Auswirkungen für die seelische Stabilität der Kinder. Wenn die Unterstützung der Eltern mangelhaft ist oder fehlt, wird die kindliche Psyche oft überfordert sein und folglich nur ein schwaches Selbstbewusstsein ausbilden können. Es scheint, dass auch hier der „goldene Mittelweg“ – weder Überbehütung noch Vernachlässigung – der richtige ist.

MEDICOM: Wie kann man sich vor einer Suchterkrankung schützen?

MEDICOM: Ist es aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll, so zu formulieren: Die erbliche Veranlagung plus die Erziehung ergeben in der Summe die Suchtgefährdung? P.V.: Jein! Denn selbst wenn eine erbliche Belastung mit einer unglücklichen Kindheit zusammenfallen sollte, so können im Einzelfall immer noch andere Faktoren den Ausschlag dafür geben, ob die Abhängigkeitserkrankung ausbricht oder nicht. Arbeitslose haben zum Beispiel ein sehr viel höheres Risiko, abhängig zu werden, als Erwerbstätige. Auch die „Griffnähe“, d. h. die Verfügbarkeit des Suchtmittels, kann der entscheidende letzte Anstoß für eine Suchtentwicklung sein. Und: Es gibt Suchtstoffe, die

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P.V: Zuallererst dadurch, dass man gut für sich sorgt. Das bedeutet, dass man in seinem Lebensalltag eine gesunde Balance zwischen „Sollen“ und „Wollen“ bzw. zwischen Verpflichtungen und Erholung herstellt. Durch regelmäßigen Stressabbau stärkt man die eigenen Ressourcen für Situationen besonderer Belastungen und ist, unter anderem, nicht darauf angewiesen, sich mit Alkohol zu entspannen. Regelmäßiger Sport, erholsame Hobbys und gemeinsame Aktivitäten mit dem Partner oder Freunden können dazu beitragen, sich ein „Stresspolster“ zu schaffen. MEDICOM: Man hört von Spielsucht, Magersucht, Kaufsucht, Arbeitssucht (Workaholism), Fernsehsucht etc. Jetzt soll es auch eine Internetsucht geben. Kann man solche Verhaltensweisen, die vor nicht langer Zeit noch als „Charakterschwäche“ bezeichnet worden wären, mit Alkohol- oder Drogensucht gleichsetzen? P.V.: Natürlich wäre es falsch, jede exzessiv betriebene Verhaltensweise mit „Sucht“ zu bezeichnen. Suchtmittelabhängigkeiten wie z. B. Alkoholismus sind schwere chronische Erkrankungen mit oftmals gravierenden körperlichen Folgen. Sie führen – bleiben sie unbehandelt – nicht selten zum Tode. Ein Vergleich von z. B. „Fernsehsucht“ mit hochgradiger Heroinabhängigkeit wäre vor diesem Hintergrund schon recht zynisch. Es ist allerdings nicht von der Hand zu weisen, dass es Menschen gibt, die Verhaltensweisen wie das Glücksspiel um Geld, das Internet-Chatten oder auch die Börsenspekulation derart exzessiv und selbstzerstörerisch betreiben, dass man von einer Sucht bzw. Abhängigkeit sprechen kann.

MEDICOM: Was bedeutet der Begriff CoAbhängigkeit? P.V.: Die nahen Freunde und Angehörigen von Süchtigen sind oftmals eng in die Abhängigkeitserkrankungen verstrickt. Und zwar in dem Sinne, dass versucht wird, das Suchtverhalten der Betroffenen in irgendeiner Art und Weise zu beeinflussen. Die sozialen und menschlichen Folgen der Abhängigkeit sollen kontrollierbar gemacht werden, nach dem Motto: „Wenn ich mich so und so gegenüber XY verhalte, ihm dies oder das abnehme oder es von ihm fernhalte, wird er/sie schon nicht mehr so viel trinken.“ Oft kommen auch Schuldgefühle hinzu, dass man die Abhängigkeit des nahe stehenden Menschen mit verursacht haben könnte und sozusagen die Verantwortung für dessen Sucht trägt. Bei Eltern von drogenabhängigen Jugendlichen z. B. sind diese eigenen Schuldzuweisungen die Regel. Es entsteht dann die so genannte „Co-Abhängigkeit“, die durch die Überzeugung gespeist wird, verantwortlich für das Wohlergehen, das Verhalten und für die Gefühle des Süchtigen zu sein. MEDICOM: Was also sollten Freunde, Angehörige, Kollegen von Süchtigen tun? P.V.: So hart es klingt, der Betroffene muss die negativen Konsequenzen seiner Sucht erst spüren können, um in einen Lernprozess einsteigen zu können. Das heißt nicht, dass man den nahe stehenden Menschen einfach fallen lassen sollte. Man sollte ihm aber unmissverständlich zu verstehen geben, dass man die Auswirkungen seiner Sucht nicht mehr mittragen und seine Verhaltensweisen nicht mehr decken möchte. Darüber hinaus sollten Hilfsangebote daran gekoppelt werden, dass der Süchtige etwas für sich selbst tut, z. B. eine Selbsthilfegruppe aufsucht oder eine Therapie antritt. MEDICOM: Herr Vent, wir danken für dieses Gespräch.


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Gerade junge Menschen engagieren sich unerwartet häufig in ehrenamtlichen Tätigkeiten. Insgesamt sind 34 Prozent der Bevölkerung bis zu 5 Stunden pro Woche aktiv. Prozentual mehr Männer als Frauen.

Geben ist seliger denn Nehmen Die positiven Auswirkungen einer freiwilligen Tätigkeit Gabriele Hoffmann, 64, Rentnerin und Leiterin eines Gemeindecafés; Sven Assfalg, 14, Schüler und Messdiener; Holger Biermann, 42, Tierarzt und Mitarbeiter beim DRK; Corinna Krause, 28, Informatikerin und aktiv tätig in der Betreuung von HIV-Infizierten. iese 4 Menschen von ganz unterschiedlicher Herkunft und Generationszugehörigkeit unter einen Hut zu bringen, das erscheint auf den ersten Blick schwierig. Dabei verbindet diese vier eine Gemeinsamkeit, die jeder von uns kennt und manch einer vielleicht sogar teilt: Sie sind ehrenamtlich aktiv. Die Tätigkeiten, die sie dabei unentgeltlich ausüben, schenken auch den „Ehrenamtlern“ einen unbezahlbaren Nutzen für das eigene Seelenleben. So „rentiert“ sich das intensive Engagement auch für die Aktiven.

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Rund 21 Millionen Bundesbürger ab 14 Jahren sind in irgendeiner Form ehrenamtlich engagiert. Und dabei handelt es sich nicht nur um eine passive Mitgliedschaft in einem Verein. Es geht um die unbezahlte und freiwillige Bewältigung von Aufgaben innerhalb eines Vereins oder einer anderen Organisation. Besonders hoch ist das Engagement im sportlichen und im Freizeitbereich. Doch auch in kirchlichen, kulturellen und sozialen Organisationen gibt es eine gewaltige Anzahl freiwillig Tätiger. Woher kommt dieses große Interesse an Aufgaben, die meist nicht mit dem Berufs- oder Famili-

enleben in Verbindung stehen? Findet man die Erklärung in Goethes Worten: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut“? Ist das die Devise? Natürlich übernehmen fast alle Helfer ein Ehrenamt aus ideellen Motiven. Doch die konkrete Frage nach den individuellen Beweggründen kennt mehr als eine Antwort. Viele haben bereits früh festgestellt, wie positiv sich ein Ehrenamt auf das eigene Leben auswirkt. Und sind dann auch mit dieser kleinen Portion Eigennutz dabeigeblieben: Denn jeder zweite Ehrenamtliche war beim Beginn seines Engagements jünger als 20 Jahre.

Ein wichtiger Teil des Lebens Mehr als 2/3 der Aktiven bezeichnen ihr Ehrenamt als sehr wichtigen Teil ihres Lebens. Vielleicht haben Sie selbst bereits ehrenamtliche Erfahrungen gesammelt und wissen genau, warum das so ist und was man für sich persönlich erwarten darf. Vielleicht tragen Sie sich auch nur mit dem Gedanken, eine Tätigkeit zu übernehmen, und fragen sich, was denn genau die oft genannten positiven Aspekte eines Ehrenamtes sind? Gabriele Hoffmann ist die Leiterin eines Gemeindecafés, eines Treffpunktes für Seniorinnen und Senioren.

Nach ihrem persönlichen Motiv gefragt stellt sie einen Punkt besonders in den Vordergrund: „Schon in meinem Beruf hatte ich viel mit Menschen zu tun. Aber Sie glauben nicht, welche interessanten und sympathischen Leute man hier kennen lernt.“ Da unter anderem ihr Organisationstalent in erheblichem Maß gefordert ist, liegen ihre im Berufsleben über Jahrzehnte bewährten Fähigkeiten nun nicht einfach brach, sondern kommen ihr und dem Café zugute. „An manchen Tagen bin ich im Café länger in Bewegung, als ich es jemals in meiner beruflichen Laufbahn war. Aber die Arbeit macht mir unwahrscheinlich viel Freude, und der Kontakt mit den vielen Menschen hält mich einfach vital und jung.“ Als Ehrenamt würde sie ihre Arbeit — trotz des bürokratischen Beiklangs — schon bezeichnen. Man könnte auch Freiwilligenarbeit sagen. Ihr ist das egal: „... Hauptsache, es macht Spaß.“ Sven Assfalg sieht neben den religiösen und gemeinnützigen Aspekten des Ministrierens ganz klar die Gemeinschaft als sein Hauptanliegen. „Wir treffen uns alle 2 Wochen und einmal im Jahr gibt’s als absoluten Höhepunkt einen Berghüttenaufenthalt. Wir gehen hier in der Gruppe ganz anders miteinander um, als ich es aus meiner Schule gewohnt bin. In dieser Gemeinschaft hat jeder die gleichen Rechte und Aufgaben, und es gibt eigentlich kaum Rivalitäten, sondern viel Respekt und gegenseitige Rücksichtnahme.“ Die Bereitschaft vieler Jugendlicher, ein freiwilliges Amt zu übernehmen ist überraschend. Herrscht doch eigentlich die Meinung, die junge Generation sei vorwiegend passiv und unengagiert, so ergibt sich das Bild einer sehr aktiven und verantwortungsbewussten Jugend, wenn man nur genauer hinschaut. Jugendliche übernehmen Aufgaben im Tier- und im Umweltschutz, in der kirchlichen Jugendarbeit und natürlich in Sportvereinen. Allerdings stellen sie größere Ansprüche an die Rahmenbedingungen; dazu gehören nicht zuletzt geeignete Räume und Arbeitsmaterialien.

Ein Ehrenamt auf Dauer? Eher traditionell begründet Holger Biermann, Sanitäter beim DRK, sein ehrenamtliches Engagement. Für ihn steht im Vordergrund, dass er hier sein Fachwissen einbringen und seine Kenntnisse erweitern kann. „Aus meinem Medizinstudium hatte ich schon gewisse Vorkenntnisse; aber als Fortsetzung auf Seite 26

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4.5 Tätigkeit macht Spaß 4.2 Sympathische Menschen kennen lernen 4.1 Etwas für das Gemeinwohl tun 4.1 Anderen Menschen helfen 3.9 Eigene Kenntnisse/Erfahrungen erweitern 3.5 Eigene Verantwortung haben 3.3 Für Tätigkeit auch Anerkennung finden 2.8 Berechtigte eigene Interessen vertreten 2.6 Eigene Probleme selbst lösen 2.2 Nutzt auch beruflich

Anforderungen, die eine ehrenamtliche Tätigkeit stellt 69 % Gut mit Menschen umgehen können 54 % Hohe Einsatzbereitschaft 40 % Organisationstalent 36 % Belastbarkeit 30 % Fachwissen 24 % Führungsqualitäten 23 % Mit Behörden gut umgehen können 21 % Selbstlosigkeit

25 % „Manchmal überfordert“ fühlen sich

Quelle: Projektverbund Ehrenamt/Infratest Burke, München 1999 Ehrenamtliche Tätigkeit gibt den Menschen viel. Sowohl denjenigen, die sie ausüben, als auch denjenigen, denen sie zugute kommt. Doch sie stellt auch hohe Anforderung an die Helfer. Gut mit Menschen auszukommen und hohe Einsatzbereitschaft sind in erster Linie gefordert. Spaß an der Arbeit und bereichernde soziale Kontakte sind unter anderem der schöne Lohn für das freiwillige Engagement. In der Grafik links bewerten die Befragten auf einer Skala von 1 (Unwichtig) bis 5 (Außerordentlich wichtig) ihre Erwartungen an eine ehrenamtliche Tätigkeit.

Rettungssanitäter bin ich auf regelmäßige Weiterbildungen angewiesen, um den Einsatz-Alltag besser in den Griff zu bekommen. Von daher ist mein Ehrenamt ganz sicher auf längere Sicht angelegt. Dafür ist auch das Feedback ganz besonders intensiv, denn wenn man einem Menschen helfen kann, dann gibt einem das selbst sehr viel. Da ist der Zeitaufwand schnell aufgewogen.“

tionen, um Personen mit einem zunächst befristeten Engagement für weitere Tätigkeiten zu begeistern. Eventuell entwickelt sich aus dem einmaligen „Job“ ja eine langfristige Bindung. Gerade hoch qualifizierte „Ämter“ – wie der Rettungsdienst, der Katastrophenschutz oder der Feuerwehreinsatz – erfordern ein spezifisches Fachwissen und spezielle Kompetenzen, die nur auf lange Sicht erworben werden können.

Diesen Zeitaufwand schätzen nicht ehrenamtlich Tätige meist höher ein als er tatsächlich ist. Und zugleich wird der positive Effekt der investierten Zeit auf das seelische und körperliche Wohlbefinden oft unterschätzt. Ein Ehrenamt auf längere Sicht, wie das beim DRK oder der freiwilligen Feuerwehr auch heute noch üblich ist, war früher allgemein die Regel. Der Trend geht jedoch immer mehr zur projektbezogenen Freiwilligenarbeit, die automatisch nach einem gewissen Zeitraum endet. Diese Wende geht mit den Änderungen im typischen Freizeitverhalten einher, gemäß dem Motto „Öfter mal was Neues“. Viele Aktive machen die Möglichkeit zu punktuellem bzw. befristetem Mitwirken bereits zur Voraussetzung für ein Engagement. So spricht man heute auch eher von der flexibleren „Freiwilligenarbeit“ als von dem eher bürokratisch geregelten „Ehrenamt“. Gerade die neue Projekt-Beliebtheit nutzen viele Organisa-

USA als Spitzenreiter?

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Das Modell eines anfänglich lediglich projektbezogenen Ehrenamts führt wohl mit dazu, dass die Zahl der ehrenamtlich Aktiven in den USA um 20 % höher ist als in Deutschland. Auch Großbritannien und die Niederlande belegen in der Statistik vordere Ränge. Aber sicher ist nicht einfach eine höhere Bereitschaft zum Engagement der Grund für diese Unterschiede. Unterschiedliche Traditionen spielen eine wichtige Rolle. So ist es in den USA durchaus üblich, dass große Unternehmen einzelne Mitarbeiter für ein Ehrenamt auf Zeit freistellen. Diese stehen dann für eine gewisse Zeit mit all ihren beruflichen Kompetenzen einer Organisation, einem Projekt zur Verfügung. Ganz uneigennützig ist dieses großzügige Verhalten der Firmen allerdings nicht. Studien haben ergeben, dass Mitarbeiter, die sich in dieser Weise engagieren, weniger häufig am

GRAFIK: DPNY, PHOTODISC

Erwartungen an die ehrenamtliche Tätigkeit

Arbeitsplatz fehlen und motivierter an ihre Arbeit gehen. Auch von außen kommt Zustimmung: Jeder dritte Amerikaner bewundert Firmen, die nicht nur mit Geld, sondern auch mit Taten helfen. Also ein guter Ansatzpunkt für die Imagepflege. Aus welchen Gründen auch immer dieses Engagement zustande kommt, Gewinner sind eindeutig die Organisationen, die durch neue ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützt werden. Denn viele dieser „am Anfang nicht ganz freiwillig“ Aktiven entscheiden sich dafür, längere Zeit in ihrem Ehrenamt weiterzuarbeiten. Die deutschen Niederlassungen amerikanischer Firmen arbeiten daran, dieses System auch hierzulande zu etablieren. Und auch viele deutsche Unternehmen sind bereits zu dieser Form der Unterstützung des Gemeinwohls übergegangen, sowohl auf kommunaler als auch auf nationaler Ebene.

Professionelle Unterstützung bei schwierigen Tätigkeiten Insbesondere an die emotionale Belastbarkeit der Aktiven werden bisweilen hohe Anforderungen gestellt. Das hat auch Corinna Krause erfahren. Sie arbeitet in der Betreuung HIV-Infizierter bei der Aids-Hilfe mit. „Ich kam über meinen Job als Informatikerin zur Aids-Hilfe. Zuerst erledigte ich nur die PC-Arbeit, dann begann ich mich für die Arbeit zu interessieren, nahm die Angebote zur Weiterbildung wahr und engagierte mich schließlich immer mehr in der Patientenbetreuung. Anfangs konnte ich mit den vielen Einzelschicksalen überhaupt nicht umgehen. Bei der Bewältigung geholfen hat mir der Austausch mit den anderen Aids-Hilfe-Aktiven und der Besuch weiterer Kurse. Mittlerweile kann ich sagen, dass das Ehrenamt zu meiner ‚Nebenberufung‘ geworden ist.“ Corinna Krause betreut zur Zeit zweimal pro Woche für 3 Stunden 2 an Aids erkrankte Menschen. „Meine Termine sind absolut flexibel. Es kommt auch darauf an, wie sich ‚meine‘ Patienten fühlen und ob sie mich lieber an diesem oder an jenem Tag sehen wollen. Wenn es ihnen gut geht, ist manchmal auch ein Kinobesuch drin. Oft bin ich auch nur zum Zuhören da und übernehme hauptsächlich Aufgaben, die die Menschen aufgrund ihrer Erkrankung nicht mehr selbst erledigen können.“ Dazu gehört auch die Koordination zwischen verschiedenen Institutionen, so z. B. zwischen Sozialstationen, Ärzten und Beratungsstellen. Eine ihrer Hauptaufgaben ist es, einfach „da zu sein“ und Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. „Was ich durch mein Engagement gewinne?


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Meine Patienten erleben das „Heute“ derart bewusst, dass ich oftmals geradezu erschrecke, wenn ich merke, wie sehr mir diese Fähigkeit durch meinen Beruf bereits abhanden gekommen ist. Manchmal habe ich sogar den Eindruck, dass meine Patienten mir viel mehr an Lebenserfahrung mitgeben, als ich ihnen an Hilfe geben kann. Auch die neu gewonnenen Freunde unter den Kollegen und Kolleginnen möchte ich nicht mehr missen.“ Ehrenamtlich Aktive — besonders im Gesundheitsbereich — brauchen professionelle Begleitung, die sie auch erhalten. Die hohen Anforderungen könnten die Helfer überfordern und die Freude an der Arbeit nehmen. Weiterbildungen machen die vorhandenen Stärken besser bewusst, sie bieten Gelegenheit, neue Kompetenzen zu entwickeln — und so die Probleme in den Griff zu bekommen.

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So bewerte ich den Inhalt der MEDICOM Die Artikel in der MEDICOM finde ich Die Behandlung der Themen ist

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Ein Punkt, der vielen ehrenamtlich Aktiven äußerst wichtig ist: der Gestaltungsspielraum für eine Sache. Eigenverantwortung zu übernehmen, sich Anforderungen zu stellen und eigene Fähigkeiten einbringen zu können, die sonst ungenutzt bleiben – könnte das nicht genau der richtige Ausgleich zum Alltag oder zum Berufsleben sein? Hinzu kommt noch ein wichtiger Aspekt, den viele Freiwillige verschweigen: die Anerkennung der ehrenamtlichen Arbeit durch Außenstehende. Auch wenn man dieses Lob oft nicht bewusst wahrnimmt oder es sogar bescheiden überhört, so wirkt es sich doch sehr positiv auf das Selbstwertgefühl aus. Eine Stärkung des Selbstbewusstseins ist also ein weiterer nicht zu unterschätzender Aspekt der freiwilligen Tätigkeit. Persönliche Erfolgserwartungen sollten allerdings nicht der Beweggrund zum Antreten eines Ehrenamtes sein. Die Überzeugung, im Rahmen eines Ehrenamtes helfen zu wollen, sollte im Vordergrund stehen – sonst ist es unwahrscheinlich, dass überhaupt jemand profitiert.

ist normal geht so

gebe ich weiter

Nein

länger

3 Personen werfe ich weg

Ja, und zwar

Über folgende Themen würde ich gerne (mehr) lesen Ich interessiere mich besonders für Neues aus der Forschung

medizinische Themen

Operationsmethoden

Sport und Fitness

Ernährung & Gesundheit

gesundheitsrechtliche Themen

So beurteile ich die MEDICOM insgesamt Alles in allem bekommt die MEDICOM von mir die „Schulnote“ 1

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Familienstand

Auch Trainer oder Betreuer sind in den verschiedensten Sportarten ehrenamtlich aktiv.

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verheiratet

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Wie viele Personen leben in Ihrem Haushalt?

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Beruf/derzeitige Tätigkeit?

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Selbstständig Im Ruhestand

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Zucker, Zuckeraustauschstoff, Süßstoff: Natur contra Chemie? So einfach ist es leider nicht. Industriezucker ist kein Produkt, das in der Form, wie wir es zu uns nehmen, natürlich vorkommt. Zucker ist das Ergebnis einer Raffinade, einer — wörtlich übersetzt — Verfeinerung oder Veredelung. Zuckeraustauschstoffe sind ebenfalls Stoffe, die aus natürlichen Substanzen gewonnen werden, aber in ihrer verwendeten Form nicht eigentlich „natürlich“ sind. So gesehen sind Zucker und Zuckeraustauschstoffe keine Naturstoffe, im Gegensatz etwa zu Süßstoffen. Natürlichen Zucker finden wir in der ursprünglichen Form nur in Obst und Gemüse, in Milch usw. Weniger ist mehr, denn weniger Zuckerstoffe sind auch ein „Mehr“ an Geschmack. Ein zu hoher „Süß-Konsum“ überdeckt andere Geschmacksstoffe und macht die Nahrung auch kulinarisch einseitig.

FOTO: AID e.V., MEIER

Das süße Leben

Zucker

Viele Menschen versuchen heutzutage, fit zu bleiben, sie treiben Sport und achten auf ihre Ernährung. Besonders fette und süße Speisen sind als Dickmacher bekannt. Zucker gilt als Zahnkiller und Dickmacher Nummer eins. Kuchen, Torten, Eis und Schokolade werden nur noch mit schlechtem Gewissen konsumiert. Zu Recht? Die Alternative ist Süßstoff. Eine verwirrende Vielfalt in den Supermarktregalen macht die Entscheidung nicht einfacher. Was ist da drin? Werde ich davon krank? Zucker und Co. — was ist was? Und vor allem: Wie gesund ist es? Wir versüßen uns das Leben

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ir nehmen heute kaum mehr Salz zu uns als im Mittelalter, aber wir essen an einem Tag so viel Zucker wie

Wo er herkommt, wie er gemacht wird, wo er drin ist Das süße Gemüse: Lange Zeit wurde Zucker ausschließlich aus Zuckerrohr gewonnen und von Afrika nach Europa verschifft. Erst als im Jahre 1747 der deutsche Chemiker Andreas Sigismund Marggraf den Zuckergehalt der Runkelrübe entdeckte, wurde der Zucker in Europa erschwinglich. Weltweit wird heute Zucker zu 60 Prozent aus Zuckerrohr und zu 40 Prozent aus Zuckerrüben gewonnen.

unsere Vorfahren in 5 Jahren. 36 bis 40 Kilo Zucker nimmt der Durchschnittsdeutsche im Jahr zu sich, obwohl der Körper Zucker – im Gegensatz zu Salz – gar nicht braucht.

Zuckerverbrauch pro Person und Tag in g Zucker ist ein Vitalstoffräuber. Wer viel Zucker ißt sollte unbedingt auf eine gute Vitalstoffzufuhr achten. Im Zweifel kann ein Multivitalstoff-Präparat die Vitalstoffversorgung sinnvoll verbessern.

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Quelle: Statistische Jahrbücher

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Aus der Rübe in die Tüte: Wie Zucker hergestellt wird Rüben werden gewaschen und geschnetzelt. Im Extraktionsturm der Zuckerfabrik löst heißes Wasser den Zucker aus den Rübenschnitzeln – es entsteht der Rohsaft. Mit Hilfe von Kalk und Kohlensäure werden die meisten Nichtzuckerstoffe entfernt, so dass der Zuckersaft eine hellgelbe Farbe annimmt. Durch Zusatz von schwefeliger Säure wird verhindert, dass sich die Farbe weiter verändert. Der dünne Saft wird nun so lange konzentriert, bis sich erste Kristalle bilden. Nach dem Entfernen der Sirupreste bleibt der gelblich braune Rohzucker zurück. Durch das Zentrifugieren und das Spülen mit Wasser und Dampf wird der anhanftende Sirup


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entfernt. Soll dieser Zucker zu einer feinkristallinen Raffinade weiterverarbeitet werden, wird er noch einmal aufgelöst, geklärt, eingedickt und zu schneeweißer Raffinade auskristalliert.

Wie gesund ist Zucker? Karies contra Kaffeekränzchen. Dass Zucker gut für die Zähne ist, mag wohl keiner glauben — und dass er dünner macht, sicher auch nicht. Andererseits ist der völlige Verzicht auf Zucker zum einen schwer und zum anderen wenig verlockend. Den Zuckerkonsum einzuschränken, das ist sicher die beste Lösung. Hier und da kann auch Süßstoff mal Zucker ersetzen. Grundsätzlich sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden, und die darf auch mal Zucker enthalten – in Maßen eben. Überlegen Sie einmal, wie viel offenen und versteckten Zucker Sie zu sich nehmen. Auf das eine oder andere Würfelchen können Sie Ihrer Gesundheit zuliebe bestimmt verzichten. Wenn Sie gern süß essen und trinken, dann fällt Ihnen jetzt bestimmt der Süßstoff ein. Kann das eiFortsetzung auf Seite 30 ne Lösung sein?

Fruchtzucker/Fruktose: Vorkommen in süßen Früchten. Galaktose: Baustein verschiedener Zuckerarten, z. B. des Milchzuckers. Er schmeckt nicht so süß wie Saccharose. Glukose: Traubenzucker Glukosesirup: Stärkezucker Glykogen: Es ist die Speicherform von Kohlehydraten im menschlichen Organismus. In Muskel- und Leberzellen kann der Körper 400 mg Glykogen speichern. Diese dienen als schnell verfügbare Energiereserven. Hexosen: Sammelbegriff für die gebräuchlichsten Zuckerarten Isoglukose: Wird in Getränken und in Obstkonserven verwendet und ist dem Invertzucker verwandt. Isoglukose wird vorwiegend aus Maisstärke hergestellt. Deshalb findet man auch die Bezeichnungen „Corn Sirup“, „Maissirup“/„Maiszucker“ und „Stärkezucker“. Lävulose: Fruchtzucker Laktose: Milchzuker – Form des Zukkers, die in der Muttermilch und in der Milch von Säugetieren vorkommt

Offener und versteckter Zucker Jeder weiß, was im Zuckertöpfchen auf dem Kaffeetisch ist, und auch, dass Schokolade viel Zucker enthält. Aber dass Tomatenketchup fast so stark gezuckert wird wie Fruchteis, das überrascht dann doch. Brot und Fertiggerichte, Frikadellen, Fischkonserven, Senf, Mayonnaise und Gewürzgurken enthalten Zucker. Viele Kindertees sind extrem stark gesüßt. Natürlich findet sich Zucker auch in Limonaden, Marmeladen, Nussnougatcremes, Kakaogetränken usw. Wieviel Zucker worin enthalten ist, lesen Sie hier. Zuckergehalt in % Bonbons 97 % Instant-Kindertee mit Granulat 96 % Instant-Kakaopulver 70 - 80 % Kaugummi 78,5 % Lakritze 62 - 79 % Gummibärchen 77 % Vanille-Eispulver 75 % Puddingpulver 63 -75 % zur Kaltzubereitung Schokoküsse ca. 65 %

Maltodextrin: Stärkezucker Maltose/Malzzucker: aus Stärke gewonnener Zucker, der bei der Produktion von Alkohol zum Einsatz kommt Mannit: Zuckeralkohol Melasse: Dunkelbrauner Sirup, der als „Produktionsrest“ bei der Zuckerherstellung entsteht. Wird zur Rumherstellung verwendet. Milchzucker: Laktose Raffinade: Haushaltszucker Raffinose: ebenfalls ein Zucker, der aber nicht süß schmeckt Rübenzucker: Saccharose Saccharose: chemische Bezeichnung für weißen Haushaltszucker oder Raffinade Sorbit: Zuckeralkohol Stärkezucker: Sammelbegriff für alle Zuckerarten, die aus Stärke hergestellt werden Xylit: Zuckeralkohol Zuckeralkohol: entsteht bei industrieller Herstellung aus Zucker Zuckeraustauschstoffe: Zuckeralkohole

Schokoriegel bis 65 % Schoko-Fertigdessertsoße 65 % Konfitüren, Marmeladen 60 - 62 % Nussnougatcremes 50 - 60 % Mürbeteig aus Backmischung 59 % Vollmilchschokolade ca. 54 - 60 % Obstkonserven 14 - 55 % Sahnestandmittel (z. B. Sahnesteif) 53 % Müsliriegel bis 44 % Fruchteis bis 32 % Likör (im Durchschnitt) 30 % Tomatenketchup 28 - 30 % Fertig-Müslis 20 - 30 % Rührkuchen aus Backmischung 28 % Fruchtnektare bis 20 % Kunstspeiseeis bis 20 % Götterspeise bis 15 % Milchspeiseeis ca. 14 % Fruchtjoghurt 10 - 13 % Vanillepudding (Fertigprodukt) 13 % Limonade, Fruchtsaftgetränke 7 - 12 % Cola-Getränke 8 - 11 % Kindercola 9 - 11 % Kakaotrunk ca. 10 % Salatsoßen 9 - 10 % Wein, süß ca. 6 % MEDICOM 13. Ausgabe, Dezember 2000

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enn Sie darauf achten möchten, wie viel Zucker Sie zu sich nehmen, sollten Sie seine Namen kennen. Denn oft versteckt sich hinter fremd klingenden Begriffen nichts anderes als Zucker. Noch ein Tipp. Laut Lebensmittelgesetz müssen die Zutaten auf den Zutatenlisten der Menge nach von oben nach unten aufgelistet werden, damit man schnell sieht, aus was das Lebensmittel hauptsächlich besteht. Viele Hersteller sind deswegen dazu übergegangen, den Zucker nach seinen verschiedenen Bestandteilen zu benennen. Was erstens dazu führt, dass manche Stoffe nicht als Zucker erkannt werden, und zweitens zur Folge hat, dass diese Stoffe auf den Zutatenlisten nach unten rutschen, weil die Mengen der einzelnen Zucker kleiner werden. Die Namen des Zuckers in alphabetischer Reihenfolge Dextrose: Traubenzucker Farin: feiner, mehlartiger Zucker, der durch Zufügen von Sirup braun gefärbt wird.

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Zucker und seine Namen


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Die süßeste Versuchung, seit es die Chemie gibt:

Saccharin Saccharin hat als ältester Süßstoff eine mehr als hundertjährige Geschichte. 1879 stieß der Chemiker C. Fahlberg auf diese Substanz. In Notzeiten war Saccharin für viele Menschen Zuckerersatz. Heute ist es der weltweit am meisten gebrauchte Süßstoff. Die Süßkraft von einem Gramm Saccharin entspricht der Süße von 300 bis 500 Gramm Haushaltszucker. Es ist ein kristallines, weißes, geruchloses, süßschmeckendes Pulver, leicht in heißem, jedoch schwer in kaltem Wasser löslich. In Kanada ist Saccharin verboten; und in den USA muss auf Waren, die damit gesüßt sind, auf die mögliche Entstehung von Krebs bei Tieren hingewiesen werden. Bei Fütterungsversuchen mit hohen Dosen von Saccharin traten bei Ratten immer wieder Blasentumore auf. Allerdings wurde in vielen Vergleichsstudien bei Menschen mit hohem Saccharinkonsum keine höhere Blasenkrebsrate festgestellt. Umgekehrt verzehrten an Blasenkrebs erkrankte Menschen nicht auffällig mehr Saccharin. Zu beachten ist, dass die hohen Dosen, die bei diesen Versuchen gegeben werden, von Menschen unter normalen Umständen nicht aufgenommen werden. Erst bei einer Menge von mehr als 20 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht traten Veränderungen bei den Ratten auf. Eine 60 Kilo schwere Frau müsste demnach 1.200 Milligramm, also mehr als ein Kilo bzw. einen Liter reinen Saccharins pro Tag zu sich nehmen.

Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe er Aufdruck „ohne Zucker“ muss nicht unbedingt auf weniger Kalorien hindeuten. Eine mit Zuckeraustauschstoffen gesüßte Diät-Marmelade ist zwar für Diabetiker geeignet, nicht aber dazu, Fettpolster schmelzen zu lassen. Wichtig ist es, den Unterschied zwischen Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen zu beachten. Zuckeraustauschstoffe sind dem Zucker verwandte Stoffe, die nicht kalorienfrei sind und eine geringe zahnschädigende Wirkung besitzen. Nur Süßstoffe sind geeignet, Kalorien zu sparen und Zähne zu schonen. Die meisten Tafelsüßen, d. h. Süßstofftabletten, Tropfen und Pulver, sind Gemische aus verschiedenen Süßstoffen.

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Auf dem europäischen Markt sind folgende Süßstoffe zugelassen Saccharin Cyclamat Aspartam Acesulfam-K Thaumatin Neohesperidin DC

Cyclamat Cyclamat wurde 1937 von Michael Sveda zufällig auf der Suche nach einem fiebersenkenden Medikament entdeckt. Es ist ein weißes, geruchloses, rein süß schmeckendes Kristall, das mit einer etwa 30fach höheren Süßkraft als Zucker die geringste Süßkraft unter den Süßstoffen aufweist. Cyclamat findet aufgrund seiner guten Stabilität, Koch- und Backfähigkeit eine breite Anwendung in Lebensmitteln und Getränken, besonders in Verbindung mit Saccharin. Auch für Cyclamat gilt die synergistische Wirkung (siehe Saccharin). Cyclamat ist in den USA verboten, weil Versuche mit Ratten zu Hodenkrebs führten. Auch hier konnte diese Wirkung beim Menschen nicht nachgewiesen werden.

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Aspartam Aspartam ist das dritte Zufallsprodukt. Es wurde 1965 in Amerika von James Slatter bei der Suche nach einem Mittel gegen Magengeschwüre entdeckt. Aspartam wirkt geschmacksverstärkend und hat die reinste Süße unter den Süßstoffen. Es ist unter den Namen „Nutra Sweet“ und „Canderel“ im Handel. Aspartam dient u. a. zusammen mit Saccharin seit 1986 als Süßmittel in den „Cola Light“-Getränken. Aspartam ist nicht koch– bzw. backfest. Personen, die an der seltenen Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie leiden, dürfen Aspartam nicht verwenden, da es das für sie schädliche Phenylalanin — ein Eiweißbaustein — enthält. Aspartam hat wegen seiner Eiweißbestandteile auch einen geringen Energiewert. Wegen seiner intensiven Süßkraft sind die benötigten Mengen aber so gering, dass Aspartam als praktisch kalorienfreies Süßungsmittel betrachtet werden kann. Aspartam ist seit den 80er Jahren in den USA zugelassen, seit 1990 in der EU. Der Zulassung gingen umfangreiche Untersuchungen voraus. Aspartam gilt als insgesamt gut verträglich – außer für Menschen mit Phenylketonurie. Acesulfam-K Acesulfam wurde von den beiden Hoechst-Wissenschaftlern Karl Clauß und Harold Jensen in den 60er Jahren entdeckt. Systematische Untersuchungen führten 1967 zu Acesulfam-K. Es ist etwa 130- bis 200-mal süßer als Zucker. Es wird nur in Kombination mit Aspartam, Saccharin und Cyclamat als Mischpräparat in Lebensmitteln eingesetzt. Acesulfam–K ist hitzebeständig und kann daher zum Kochen und zum Backen verwendet werden. Bisher wurden keine Hinweise darauf entdeckt, dass dieser neue Süßstoff gesundheitliche Schäden verursacht. AcesulfamK trägt den Markennamen „Sunett“. Thaumatin Thaumatin wurde 1994 europaweit zugelassen. Es handelt sich um einen kalorienarmen Protein-Süßstoff und Geschmacksverstärker, der aus der westafrikanischen Katemefrucht gewonnen wird. Von den Einheimischen wird die Katemefrucht seit jeher zum Süßen von Tee, Brot und Palmwein verwendet. Thaumatin wirkt ca. 2.000- bis 3.000-mal süßer als Zucker. Die Wahrnehmung der Süße tritt verzögert auf, bleibt aber länger erhalten als bei anderen Süßstoffen – nämlich bis zu einer Stunde. Dies sowie der Beigeschmack (Thaumatin hinterlässt


enn Sie der „Süßhunger“ zur Schokolade treibt, darf dem – bedingt – nachgegeben werden. Insgesamt sollten Sie den Zuckerkonsum reduzieren und auf eine ausgewogene Ernährung achten.

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Lesen Sie hier die sieben goldenen Regeln zur Ausnahme: Zähneputzen nicht vergessen, vor allem beim Zwischendurch-Naschen. Mit regelmäßigem Zähneputzen kann Karies als Folge von hohem Zuckerkonsum zumindest eingeschränkt werden.

Klebriges, wie Kaubonbons, Geleefrüchte, Honig oder Sirup, ist besonders kariesfördernd. Bonbons, Gummibärchen und Lakritz sind fast fettfrei. Lakritz enthält außerdem wertvolle ätherische Öle und Gewürze. Wenn der Heißhunger kommt, geben Sie ihm sofort nach – aber in Maßen. Lieber gleich ein Stückchen Schokolade als irgendwann eine ganze Tafel. Süßmittel sind Genussmittel, nicht Nahrungsmittel. Naschen Sie mit Genuss, also ohne Schuldgefühle. Sonst tritt die gewünschte Befriedigung nicht ein, und Sie naschen immer weiter. Entscheiden Sie sich: Was ist Ihnen das Liebste? Kuchen, Schokolade, Eis oder Chips. Dann naschen Sie davon und vom anderen nicht!

Machen Süßstoffe dick? Fast so viele Meinungen wie zum Zucker gibt es auch zum Süßstoff. Süßstoff ist noch ungesünder als Zucker, führt zu Krebs, macht dick, macht Hunger. Süßstoff macht schlank, hält schlank und ist auf gesundheitsschädliche Wirkungen untersucht und für gut befunden worden. Untersuchungen, die das eine wie das andere beweisen, gibt es viele. Zur Verwirrung trägt zusätzlich bei, dass in manchen Ländern manche Süßstoffe zugelassen sind, in anderen Ländern wiederum nicht. Die Kriterien dafür, was Gesundheitsschädigung bedeutet und wie sie nachgewiesen werden kann, sind unterschiedlich. So ist Cyclamat in den USA verboten, in Deutschland z. B. nicht. Faktum ist, dass Süßstoffe oft ein Nebenprodukt der Medikamentenentwicklung waren. Mehr durch Zufall wurde der Süßgeschmack entdeckt und dann vermarktet. Fest steht auch, dass Saccharin als Hilfsmittel in der Schweinemast angewendet wird, was in einem merkwürdigen Kontrast zur Verwendung als „Diätsüße“ steht. Der

appetitfördernde Effekt von Süßstoffen erklärt sich so: Wenn von der Zunge süßer Geschmack registriert wird, reagiert der Körper automatisch mit der Ausschüttung von Insulin, da er Zucker erwartet und den erwarteten Blutzuckeranstieg abmildern will. Folgt auf den Auslöser „Süß“ hin jedoch kein Zucker, sinkt durch das vorsorglich ausgeschüttete Insulin der Blutzuckerspiegel. Darauf wiederum reagiert der Körper automatisch mit einem Hungergefühl. Gibt man ihm nach, kann Süßstoff das Gegenteil dessen bewirken, was man mit seiner Verwendung erreichen wollte. Ein ganz großer Vorteil von Süßstoffen ist jedoch, dass sie die Zähne nicht angreifen.

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Zuckeraustauschstoffe Zuckeraustauschstoffe können, wie der Name sagt, anstelle von Zucker verwendet werden und sind für Diabetiker geeignet. Im Unterschied zu Süßstoffen sind sie nicht kalorienfrei (oder fast kalorienfrei), und sie wirken häufig abführend. Sie werden, anders als Trauben-

zucker, vom Körper langsam aufgenommen und belasten den Blutzuckerspiegel weniger. Außerdem können sie ohne das dem Zuckerkranken fehlende Hormon Insulin im Körper verwertet werden. Zuckeraustauschstoffe lassen sich weitgehend wie Haushaltszucker verwenden und schmecken fast genauso. Zum Zweck der Kalorienreduzierung sind sie nicht geeignet – und auch nur bedingt zahnschonend. I N F O / B E R A T U N G

„Zucker, Sirupe, Honig, Zuckeraustauschstoffe, Süßstoffe“, eine Broschüre vom Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten aid e. V. Zu bekommen bei: aid-Vertrieb DVG Birkenmaarstr. 8 53340 Meckenheim Tel.: 0 22 25/92 61-46 Fax: 0 22 25/92 61-18 Kosten: 3 Mark plus Versandkosten

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Neohesperidin DC Neohesperidin DC kam 1994, im gleichen Jahr wie Thaumatin, auf den Markt. Bereits in den 60er Jahren wurde dieser Süßstoff ebenfalls zufällig von Robert Horowitz und Bruno Gentili entdeckt. Bei der Erforschung des bitteren Geschmacks von Zitrusfrüchten kam heraus, dass das Flavonoid-Glycosid Naringin-Dihydrochalon (DC) nicht nur bitter, sondern auch intensiv süß schmeckt. Weitere Nachforschungen führten zu Neohesperidin DC, dessen Vorstufe Neohesperidin von Natur aus in Zitrusfrüchten enthalten ist. Auch dieser Süßstoff hat einen lakritzähnlichen Nachgeschmack.

Naschen: wenn, dann richtig

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einen lakritzartigen Nachgeschmack) sowie vor allem die teure Extraktion des Thaumatins begrenzen bis jetzt noch den Einsatz von Thaumatin. Da es bisher nicht gelungen ist, den Kateme-Strauch in Europa zu kultivieren, untersuchte man die gentechnische Herstellung. Es gibt Planungen, das Thaumatin-Gen direkt in die Erbanlage von Pflanzen einzuschleusen, z. B. in die Kakaobohne. Die Bohne würde dann „natürlich“ süß. Fazit: Thaumatin „hat das Zeug“, zum Süßstoff der Zukunft zu avancieren.


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Gesundheitsurlaub am Möhnesee. Jetzt Programme für jedes Alter. Gesundheitsurlaub am Möhnesee. Das ist jetzt schon seit fast zwei Jahren ein richtiger Renner. Anders als in Hotels, in denen der Gast ein zusätzliches Fitnessprogramm absolviert, steht im GesundheitsCentrum ausschließlich die therapeutische Anwendung unter ärztlicher Aufsicht im Vordergrund. Gesundheitsvorsorge und Gesundheitstraining in einer Fachklinik bietet daher mehr als Erholung und Entspannung: die fachmännische medizinische Betreuung. Ziel ist es, für jeden Gast den optimalen Weg zur individuellen Leistungssteigerung und Fitnessverbesserung zu finden. Ausgewogene Ernährung oder Heilfasten unter ärztlicher Aufsicht, eine Vielzahl von Sport- und Bewegungsprogrammen sorgen für neue Energie, ein besseres Aussehen und eine schlankere Figur. Tests klären Ihr persönliches Leistungsniveau und garantieren gute Ergebnisse. In den verschiedenen Programmen arbeiten Sie intensiv an ihrer Fitness und lernen, wie Sie die Übungen auch zu Hause anwenden können.

Neu: Ein Programm für alle Junggebliebenen ab 70 Jahren Sport mit 70 ist heute ganz normal. Es gibt zum Beispiel Marathonläufer, Triathleten und ausgezeichnete Skifahrer in dieser und auch in höheren Altersklassen. Oft fehlt nur die richtige Anleitung oder die Gruppe mit Gleichgesinnten, um sich aktiv zu betätigen. Genau dafür haben wir ein neues Programm geschaffen. Mit täglicher ärztlicher Kontrolle und einem Ansprechpartner, der 24 Stunden rund um die Uhr für Sie da ist. Mit wahlweise 5 oder 12 Übernachtungen, Sportprogramm, Gymnastik, Entspannungstraining, Sauna, Massage, Fango und mehr. Und das zu einem äußerst attraktiven Preis. Fordern Sie einfach weitere Unterlagen an, wenn Sie sich hierfür, oder für eins der anderen Programme interessieren. Wir freuen uns auf Ihren Anruf.

Vier Programme für jeden Geschmack. Fordern Sie jetzt die Buchungsunterlagen an: Schnuppertage

NEU: Fit im Alter

Fastenwochen

Fit durch Bewegung

Das Programm für Junggebliebene ab 70 Jahren

Das Fett verbrennt, die Laune steigt, die Vitalität erblüht

Neue Energie, mehr Leistung, Der Grundkurs für den Einstieg in ein gesünderes Leben eine schlanke Figur

Unterbringung im Einzelzimmer – oder mit Partner im Doppelzimmer. Täglicher Check, 24-Stunden Ansprechpartner im Haus

Medizinisch betreutes Heilfasten. Unterbringung im Einzelzimmer – oder mit Partner im Doppelzimmer.

Das attraktive Sport- und Wohlfühlprogramm. Unterbringung im Einzelzimmer – oder mit Partner im Doppelzimmer.

5 Übernachtungen invl. VP Preis pro Person: ab 1.150,– DM* 12 Übernachtungen incl. VP Preis pro Person: ab 2.150,– DM*

12 Übernachtungen, Fasten nach Buchinger/Lützner, Fitnessprogramm, ärztlicher Check und Abschlussgespräch Preis pro Person: ab 2.098,– DM*

Unterbringung im Einzelzimmer oder mit Partner im Doppelzimmer.

5 Übernachtungen incl. VP, ärztlicher Check, Fitnessprogramm und 12 Übernachtungen incl. VP, ärztlich Abschlussgespräch optimiertes Fitnessprogramm, ärztli- Preis pro Person: ab 999,– DM* cher Check und Abschlussgespräch Preis pro Person: ab 2.150,– DM*

Informationen unter

(0 800) 73 77 730 Unsere Medicom-Berater freuen sich auf Ihren Anruf! * Für alle Angebote gilt: Anreise jeweils Sonntag ab 15 Uhr, Verlängerungswochen sind möglich. Individuelle Arrangements können mit dem Kundenservice und dem Ärzteteam vereinbart werden. Aufnahmegespräch, EKG, Laborkontrolle und Abschlussgespräch sind in den o.g. Programmen enthalten.


Vitalstoff-Rezept aben Sie jetzt auch wieder Lust auf etwas „Besonderes“, das nicht nur außerordentlich köstlich ist, sondern auch noch richtig satt macht? Wenn dieses Gericht auch noch ausgewogen und sehr gesund ist – wer kann dazu schon Nein sagen? Sie werden sehen, es ist ganz einfach zuzubereiten und dennoch ein „SonntagsSchmaus“, den Sie bestimmt in Ihr „FesttagsmenüRepertoire“ aufnehmen werden.

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Hirschragout mit Pfifferlingen (Für 2 Personen) Zubereitung Fleisch und Speck in Würfel schneiden, die Zwiebel fein hacken, und alles in dem Öl anbraten. Nachdem es gut angebraten ist, alles mit etwas Mehl bestreuen. Nun können Sie mit Salz und Pfeffer würzen und etwas Zitronensaft darüber träufeln. Jetzt den Fleischfond dazugießen; alles zugedeckt 1 Stunde schmoren lassen. In der Zwischenzeit die Pfifferlinge putzen, die Petersilie hacken, und beides in etwas Butter 10 Minuten schmoren. Danach alles zum Ragout geben. Jetzt die Vollkornspätzle in kochendes Salzwasser geben und die auf der Packung angegebene Zeit kochen lassen. Zum Schluss das Ragout noch einmal abschmecken und mit den Spätzle zusammen servieren.

N Ä H R W E R T A N G A B E N Z U T A T E N

Hirschragout mit Pfifferlingen 300 g

Hirschfleisch aus der Schulter (ohne Knochen)

200 g

Vollkornspätzle (Trockengewicht)

100 g

Pfifferlinge

Guten Appetit! 20 g

magerer Speck

200 ml Gemüsebrühe 1 kl.

Zwiebel

1 kl.

Bund Petersilie etwas Butter, Mehl, Salz, Pfeffer, Zitronensaft

1 EL

Öl

1 EL

Preiselbeeren, nach Wunsch

(Pro Portion) Energie Proteine Fett Kohlenhydrate Ballaststoffe Vitamin B1 Vitamin B2 Vitamin B6 Vitamin B12 Vitamin C Niacin Folsäure Eisen Magnesium Zink Cholesterin

664 kcal 48 g 18 g 77 g 10 g 0,7 0,6 0,6 1,7 28 15 54 10 123 7 187

mg mg mg µg mg mg µg mg mg mg mg

FOTOS: PERE COLOM

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Leserbriefe Liebe MEDICOM-Leser, möchten Sie kritisch oder zustimmend zu einzelnen Themen im Heft Stellung nehmen? Oder interessante Tipps zum Thema „gesund werden – gesund bleiben“ an andere Leser weitergeben? Dann schreiben Sie uns! Unsere Anschrift lautet: MEDICOM-Redaktion, Sedemünder 2, Altenhagen I, 31832 Springe.

Laserbehandlung (MEDICOM, November 2000) Seit sehr langer Zeit stört mich schon eine große Narbe an meinem linken Oberschenkel. Besonders im Sommer würde ich gern mal einen kürzeren Rock tragen, finde das aber mit der Narbe nicht schön. Bislang konnte ich mich jedoch noch nicht zu einer Schönheitsbehandlung durchringen, denn die erschreckenden Berichte in Zeitung und Zeitschriften über verpfuschte Schönheitsoperationen haben mich bisher davon abgehalten. Ich wäre durchaus bereit, die Laserbehandlung aus eigener Tasche zu bezahlen, wenn ich nur davon ausgehen könnte, dass alles ordentlich gemacht wird und ich nicht hinterher schlimmer aussehe als vorher. Kann denn bei einem Lasereingriff auch etwas schief gehen? A. Weiss, Düsseldorf Sehr geehrte Frau Weiss, Sie haben völlig Recht, wenn Sie eine Behandlung gut abwägen, denn abgesehen von den Kosten, kann so eine Therapie, wenn sie nicht fachgerecht ausgeführt wird, auch negative Folgen haben. Am besten bitten Sie zunächst Ihren Hausarzt um eine Einschätzung, denn nicht in jedem Fall kann eine Laserbehandlung den gewünschten Erfolg erzielen. Wenn Sie weitere Informationen benötigen, wenden Sie sich gern an das Laser Medizin Zentrum Rhein Ruhr, dessen Adresse und Telefonnummer am Ende des MEDICOM-Textes abgedruckt ist.

Meditation (MEDICOM, November 2000) Ihren kleinen Gedanken und Gedichten zur Meditation hätte ich ein weiteres hinzuzufügen. Ich las die Zeilen erst kürzlich und möchte die Leser der 34

MEDICOM 13. Ausgabe, Dezember 2000

MEDICOM gern daran teilhaben lassen. „Die Geburt ist nicht ein augenblickliches Ereignis, sondern ein dauernder Vorgang. Das Ziel des Lebens ist es, ganz geboren zu werden, und seine Tragödie, dass die meisten von uns sterben, bevor sie ganz geboren sind.“ K. Friedrich, Berlin Sehr geehrter Herr Friedrich, vielen Dank für die schönen Zeilen, die in gewisser Weise auch das widerspiegeln, was wir mit dem Artikel weitergeben möchten.

Schlafen (MEDICOM, November 2000) Ich schlafe nur 4 bis 5 Stunden in der Nacht. Muss ich mir darüber Sorgen machen? Ich fühle mich danach sehr ausgeruht und kann einfach nicht mehr weiterschlafen. Nach Ihrem Artikel habe ich darüber nachgedacht, dass das vielleicht ungesund ist und ich etwas dagegen unternehmen sollte. Mein Arzt sagte mir, dass das in Ordnung ist, solange ich mich wohl fühle, und das tue ich ja. E. Hartmann, Bremen

Sehr geehrter Herr Hartmann, Ihr Arzt hat völlig Recht. Solange Sie sich gut fühlen und am Tag nicht müde oder abgeschlagen sind, können Sie ganz beruhigt sein. Jeder Mensch hat einen persönlichen Schlafrhythmus, der auch altersabhängig ist. Wichtig ist, dass Sie den Rhythmus nicht zu oft und zu stark stören und so Ihr Schlafbedürfnis nicht künstlich beschneiden. Es gibt durchaus Menschen, die mit weniger Schlaf auskommen als andere. Wenn nicht Angstzustände, Herzrhythmusstörungen oder andere Beschwerden Sie von der verdienten Nachtruhe abhalten, müssen Sie sich nicht beunruhigen.

Skilanglauf (MEDICOM, November 2000) Sehr geehrte MEDICOM-Redaktion, ich betreibe seit Jahren Skilanglauf. Ich meine in mich auch ziemlich gut damit auszukennen. Ihr Artikel hat mir gut gefallen, ich vermisse jedoch den Hinweis darauf, dass man auch im Sommer Skilanglauf auf Rollen betreiben kann. Für den einen oder anderen Leser, wäre diese Information sicher interessant gewesen; sie könnte auch einen zusätzlichen Anreiz darstellen, diesen schönen Sport auszuüben. Vielleicht kann ja mein Leserbrief diese Informationslücke schließen. C. Hackl, Augsburg Sehr geehrter Herr Hackl, danke für Ihren Hinweis. Wir haben auf diese Information bewusst verzichtet, da es sich bei dieser Form des Skilanglaufs um eine betont sportliche Variante handelt, die einige Praxis voraussetzt. Unser Anliegen ist es immer, Sportarten vorzustellen, die wenig Vorkenntnisse voraussetzen und von vielen ausgeübt werden können. Trotzdem vielen Dank für Ihren Hinweis.

Impressum Herausgeber:

Verlag, Redaktion, Gestaltung: Druck:

Medicom Pharma AG Sedemünder 2, Altenhagen I 31832 Springe Tel. (0 50 41) 78-0 Fax (0 50 41) 78-11 69

Lösungen aus dem November-Heft

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„MEDICOM“ ist eine Kundenzeitschrift der Medicom Pharma AG; sie erscheint fünfmal jährlich. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers.

Wir behalten uns vor, Leserbriefe zu kürzen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und Illustrationen kann keine Haftung übernommen werden.


1. Preis:

GRAFIK:

© CROSSWORD

eine Schnupperwoche im GesundheitsCentrum Möhnesee

Lösung:

Liebe Rätselfreunde, diesmal gilt es etwas auszuknobeln, das so genannte „Freie Radikale“ in Schach halten kann. Tragen Sie einfach die Buchstaben in den nummerierten Feldern ein, und nehmen Sie an unserer Verlosung teil. Viel Glück! Auch diesmal gibt es wieder tolle Gewinne. 1. Preis: eine Schnupperwoche im GesundheitsCentrum Möhnesee 2. — 4. Preis: je ein Ratgeber „Richtig Tanzen 1“ aus dem BLV Verlag

Und so können Sie gewinnen Haben Sie das richtige Lösungswort? Dann schreiben Sie es auf eine Postkarte, und schicken Sie diese an: MEDICOM Redaktion, Stichwort: „Preisrätsel“, Sedemünder 2, Altenhagen I, 31832 Springe. Einsendeschluss ist der 15. Januar 2000 (Datum des Poststempels). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter der Medicom Pharma AG und deren Angehörige dürfen nicht teilnehmen. S C H O N

G E W U S S T ?

Mich laust der Affe Afrikanische Affen medikamentieren sich selbst. Wenn Schimpansen Bauchschmerzen haben, greifen sie zu Pflanzenmedizin. Der Primat frisst ein paar gallebittere Blätter und ist am nächsten Tag wieder auf dem Posten. Das haben französische Forscher beobachtet. Bei Magenschmerzen nehmen Affen Blätter der Vernonia amygdalia zu sich, einer im Geschmack äußerst bitteren Pflanze, die Tiere normalerweise nicht anrühren. Die Bitterstoffe dieser Pflanze

besänftigen Magenprobleme bei Menschen und bei Tieren. Die Schimpansen wissen offenbar intuitiv, dass es ihnen danach besser gehen wird. Tierisch schlau.

FOTO: MEV

Kreuzworträtsel


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MEDICOM Magazin – Flucht in die Sucht  
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