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Januar 2014 | Die Arealzeitung der Viscosistadt AG

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I n f o r m at i o n z u m P r oj e k t

Aufbruchstimmung in der Viscosistadt

Die Themen Interview mit

Von: Marc Lustenberger

Geschäftsführer Alain Homberger Die ehemalige Kantine wird neu eröffnet Öffentliche Ausstellung zum Projekt im «Bau 745»

Visualisierung des geplanten «Bau 745» in der Viscosistadt durch die EM2N-Architekten.

Ein Teil des Departements Design & Kunst der Hochschule Luzern zügelt 2016 in die Viscosistadt. Es ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Areals.

Mit der «Kunsti» zieht neues Leben

in die Viscosistadt. Rund die Hälfte der 620 Studierenden sowie der 180 Mitarbeitenden des Departements Design & Kunst ist ab 2016 im «Bau 745» tätig. Im Mehrzweckgebäude, in dem früher unter anderem die textile Weiterverarbeitung der produzierten Garne geprüft und entwickelt wurde, wird in Zukunft studiert, gelehrt und geforscht. In einem ersten Schritt werden die Studiengänge Kunst & Vermittlung sowie Film mit Animation und Video nach Emmen ziehen. Dazu wird das fünfstöckige

Bauwerk mit einer Nutzungsfläche von 10‘500 Quadratmetern von den EM2NArchitekten aus Zürich umgebaut. Die Investitionskosten von rund 24 Millionen Franken trägt die neu gegründete Viscosistadt AG. Hohe Räume mit viel Tageslicht Die Hochschule Luzern bezieht das Gebäude mit einem Mietvertrag über 20 Jahre. Die grossen Flächen und die hohen Räume mit viel Tageslicht bieten beste Voraussetzungen für die Einrich-

tung von Werkstätten, Ateliers sowie Unterrichts- und Ausstellungsräumen. Im Erdgeschoss ist zudem der Betrieb einer Cafeteria geplant. In einem zweiten Schritt könnte das gesamte Departement Design & Kunst in die Viscosistadt ziehen. Zu diesem Zweck werden weitere Gespräche geführt und ein Vorprojekt erarbeitet. Frühestens im Jahr 2019 könnte die gesamte «Kunsti» in Emmen ihren neuen Standort haben. Vom InDustrieareal zum WErk- und Denkplatz Das rund 80‘000 Quadratmeter grosse Gelände entwickelt sich von einem klassischen Industrieareal zu einem Werk- und Denkplatz. Bereits heute sind mehr als 50 Firmen oder Freischaffende aus Industrie, Gewerbe und Bildung aus über 15 Branchen auf dem Areal tätig. Sie bilden zusammen das «Netzwerk Viscosistadt». Mit dem Zuzug der Kunsthochschule wird dieses Netz kraftvoll weitergesponnen.

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VISCOSISTADTPOST | 01 | Januar 2014

«Die Hochschule bringt neues Leben, Menschen und Kreativität» Interview: Marc Lustenberger

Es war immer von einer gemischten Nutzung die Rede. Wann werden die ersten Wohnungen realisiert? Erst nach Inkrafttreten des Bebauungsplanes können weitere Umsetzungen ins Auge gefasst werden. Unser Ziel ist es, nachhaltige und bedarfsgerechte Projekte anzupacken. Wir sind ein Teil der Entwicklung von Luzern Nord. Die Viscosistadt ist sehr attraktiv, früher oder später werden hier moderne Wohnungen entstehen.

Geschäftsführer Alain Homberger: «Das ist der Startschuss für die Neuausrichtung der Viscosistadt.»

Der Zuzug der Hochschule im Jahr 2016 wird das Gesicht der Viscosistadt verändern. Geschäftsführer Alain Homberger freut sich über diesen Schritt.

Die Kunsthochschule zieht in die

Viscosistadt. Wird nun schrittweise die Textilindustrie verschwinden? Alain Homberger: Wir stehen zum Werkplatz Schweiz. Die Firma Monosuisse ist eine führende Firma ihrer Branche – sie wird ihren Standort auch in Zukunft in der Viscosistadt haben und hier hochwertige Garne produzieren. Der Zuzug der Kreativen der «Kunsti» ergänzt die Firmen, die bereits heute auf dem Gelände tätig sind. Was bedeutet dieser Umzug für die Entwicklung der Viscosistadt in den nächsten Jahren? Es ist der Startschuss für die Neuausrichtung der Viscosistadt gemäss dem Bebauungsplan. Die «Kunsti» bringt neues Leben, Menschen, Kontakte, Kreativität, Netzwerke und Veränderung auf das

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Gelände. Dies ist Teil einer nachhaltigen Entwicklung der Viscosistadt, indem sie die industrielle Tradition aufnimmt, transformiert und weiterführt. Ich freue mich auch persönlich, dass die Entwicklung nach mehrjähriger Vorbereitung in Fahrt kommt. Was wird konkret in der Viscosistadt geschehen? Wann fahren die ersten Bagger auf? Wir haben den Bebauungsplan der Gemeinde unterbreitet. Ziel ist es, dass dieser auf Ende Jahr genehmigt wird. Parallel dazu wird das konkrete Bauprojekt für den «Bau 745» erarbeitet. Bereits im Sommer sollen erste Abbrucharbeiten rund um das Gebäude vorgenommen werden, auch als Vorbereitung für die Realisierung eines ersten Teils des öffentlichen Emmenparks.

Bis anhin konnte das Areal nur über den Haupteingang betreten werden. Wann wird es ganz geöffnet? Das Gelände war aus Sicherheitsgründen geschlossen, weil etwa der Zugang der Flachdächer nicht gesichert war. Mit dem Einbezug der «Kunsti» werden diese Gefahrenpunkte eliminiert. Einer Öffnung des Geländes steht dann nichts mehr im Weg.

Viscosistadt AG gegründet Der Verwaltungsrat der Eigentümerin Sefar Holding AG hat Ende 2013 beschlossen, den Teil des Monosuisse-Areals in Emmenbrücke, der von der Monosuisse AG betrieblich nicht benötigt wird, in die neue Firma Viscosistadt AG zu übertragen. Dieser Schritt ermöglicht es, das Immobiliengeschäft getrennt vom industriellen Geschäft mit Garnen und Geweben zu führen. Geschäftsführer ist Alain Homberger, Mitglied des Verwaltungsrates der Sefar Holding AG. Als stellvertretender Geschäftsführer ist Elmar Ernst, ehemals Monosuisse AG, tätig.


VISCOSISTADTPOST | 01 | Januar 2014

Die ehemalige Kantine wird wieder eröffnet Von: Ueli Bischof

ihre Studierenden gesucht. Darum wird das Personalrestaurant aufgerüstet, damit rund 150 Mahlzeiten pro Tag über die Theke gereicht werden können.

Wegen der Schichtarbeit war die Kantine zu ihren besten Zeiten fast rund um die Uhr geöffnet. Mit dem Umzug in die Viscosistadt hat die Hochschule Luzern – Design & Kunst auch eine Verpflegungsmöglichkeit für

Der Charme der alten Kantine wird beibehalten Zurzeit finden in der ehemaligen Kantine Gastro-Lehrgänge statt, die Menschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt integrieren. Der Lehrgang, welcher letztes Jahr von Simonetta Sommaruga gewürdigt wurde, kann bleiben. «Beide Betriebe können, dank dem Entgegenkommen des heutigen Mieters, parallel geführt werden», erklärt Elmar Ernst von der Viscosistadt AG. Die Räume, in welchen die Bundesrätin zu Gast war, sollen ihr Aussehen behalten, denn ihr Vintage-Stil hat die Verantwortlichen der Hochschule begeistert. «Verändert ja nichts!», lautete entsprechend der Wunsch an die Viscosistadt AG.

der Bebauung. «Der Einzug der Hochschule ist ein wichtiger erster Baustein des Gesamtprojekts Emmenpark», sagt der Projektverantwortliche Dominik Bückers.

aus, die Planung jedoch läuft. Bückers: «Der Park dient als Erholungsraum, als eine Art grüne Oase. Es ergeben sich aktive Räume genauso wie Nischen für den Rückzug und die Natur.»

Grosszügige Ufertreppen Der fertige Park gliedert sich in drei Bereiche: Die «Parkterrassen» bieten Spiel-/Sport- und Aufenthaltsräume. Die dem Flussraum zugewandten «Flussterrassen» sind wilde Naturräume, die der Kleinen Emme als zusätzlicher Überschwemmungsbereich dienen. Schliesslich finden sich die urban für den Aufenthalt am Fluss gestalteten «Stadtterrassen». Grosszügige Ufertreppen ermöglichen den ungehinderten Zugang zum Wasser. Details zum Gestaltungsplan rund um das Gebäude der «Kunsti» stehen noch

Im Emmenpark wird flaniert und spaziert.

Bis zu 150 Mahlzeiten pro Tag sollen in der neuen Kantine über die Theke gehen.

Für die Studierenden der «Kunsti» und Mieter auf dem Areal wird die ehemalige Kantine der Viscosuisse wiederbelebt. Der Gastrobereich wird aufgerüstet, der Vintage-Stil soll erhalten bleiben.

Luzerner Kügeli-Pastetli, Gehacktes

mit Hörnli oder lieber ein vegetarisches Gericht? Das langgezogene 8-stöckige Gebäude an der Gerliswilstrasse 17 war seit den 1960er-Jahren bis 2002 Treffpunkt der Viscosuisse-Mitarbeitenden.

Naturpark an der Kleinen EmmE Von: Eliane Kunz

Das industriell geprägte Areal trifft auf einen grünen Flusspark. Zusammen mit dem Gebäude der Hochschule Luzern – Design & Kunst wird 2016 ein erster Teil des Emmenparks eröffnet.

Nahe

der Viscosistadt weitet sich das Ufer der Kleinen Emme aus – und schafft Raum für einen grosszügigen Park. Geplant wird er vom renommierten Zürcher Landschaftsarchitekturbüro «Schweingruber Zulauf Landschaftsarchitekten», abgestimmt auf die Planungsabschnitte

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VISCOSISTADTPOST | 01 | Januar 2014

öffentliche Ausstellung: «Kunsti zieht nach Emmen» Am 21. und 23. Januar zeigt eine öffentliche Ausstellung in der Viscosistadt, wo und wie die Studierenden und Mitarbeitenden der Hochschule Luzern – Design & Kunst in Zukunft in Emmen studieren, forschen und lehren.

D

er «Bau 745» wird neuer Standort der Hochschule Luzern – Design & Kunst. Er trägt mit seinem kräftigen und expressiven Aussehen massgeblich zum Erscheinungsbild der zukünftigen Viscosistadt bei. Beim Umbau soll sowohl der äussere Ausdruck als auch die innere Atmosphäre möglichst erhalten bleiben.

Im fünfstöckigen Industriebau wurden Garne produziert und ihre Weiterverarbeitung geprüft. In einer öffentlichen Ausstellung mit Führung wird die industrielle Geschichte des Gebäudes erzählt und auf die Zukunft als Standort des Departements Design & Kunst und Nährboden der Kreativwirtschaft eingegangen.

Tatort: Der Kommissar muss zügeln

Das

Im «Bau 745» diskutierten Kommissar Reto Flückiger und seine Kollegin Liz Ritschard die neuesten Mordfälle. Nun ziehen die Studierenden der «Kunsti» in ihre Räume. Zum Glück bietet die Viscosistadt Platz für alle.

Gebäude mit der Nummer 745, wo die Hochschule Luzern – Design & Kunst einziehen wird, haben andere Kreative schon vor längerer Zeit für sich entdeckt: Dreimal jährlich wird der «Bau 745» als Drehort für den Tatort genutzt. Gleichzeitig sind die Produktionsbüros und die Ausstattungsateliers in diesem Gebäude eingerichtet. Nun ziehen in die Gefilde der Kriminalbeamten die «Kunsti»-Studierenden ein. Doch zum Glück strahlen viele Gebäude der Viscosistadt den gewünschten In-

Die Anlässe finden am 21. und 23. Januar zwischen 17 und 19 Uhr im «Bau 745» in der Viscosistadt in Emmenbrücke statt. Die Führungen durch das Gebäude mit anschliessendem Apéro beginnen jeweils um 17.15 Uhr und 18.15 Uhr. Der Zugang ist ab Gerliswilstrasse 19 signalisiert.

Im «Bau 745» wird in Zukunft studiert und geforscht.

dustriecharme aus. Die Viscosistadt AG bietet dem Tatort eine Alternative auf dem Gelände an: ein anderes leer stehendes Produktionsgebäude. Unlängst haben die drei Tatort-Produktionsfirmen den beeindruckenden Stahlbetonbau besichtigt. Der Entscheid steht noch aus, doch Elmar Ernst von der Viscosistadt AG ist guter Dinge: «Das Tatort-Team ist gerne bei uns, es fühlt sich wohl hier.» Klappt alles, sind für das Jahr 2014 zwei weitere Tatort-Produktionen auf dem Areal vorgesehen.

Impressum

Die Viscosistadt

Herausgeberin: Viscosistadt AG Gerliswilstrasse 19 6020 Emmenbrücke 041 267 80 80 info@viscosistadt.ch

Ein Teil des früheren Viscose-Areals in Emmenbrücke heisst heute Viscosistadt. Auf der Fläche so gross wie die Luzerner Altstadt entsteht in den nächsten Jahren am Ufer der Kleinen Emme ein Stadtteil mit Industriecharme, in dem Wohnen, Arbeit, Bildung und Kultur Platz finden. Das neue Quartier wird ergänzt mit einem 16‘000 Quadratmeter grossen Park direkt am Fluss. Das Industriegelände hat eine bewegte Geschichte und durch die charakteristischen Industriebauten eine eigene Identität. Noch vor 20 Jahren gingen täglich bis zu 3000 Mitarbeitende in der Viscosuisse ein und aus. Die industriellen Bauten aus dieser Zeit sind grösstenteils erhalten. Heute benötigt die Nachfolgerin Monosuisse AG nur noch einen Gebäudekomplex für die Produktion von Chemiefasern. Die Viscosistadt AG hat auf Anfang 2014 das restliche Areal übernommen. Es soll sich von einem Industriegebiet in ein vielfältiges Stadtquartier entwickeln. www.viscosistadt.ch

Konzept und Realisation: media-work gmbh Sempacherstrasse 3, 6003 Luzern Redaktion: Ueli Bischof, Eliane Kunz und Marc Lustenberger Grafik: David Bächtold

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