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250 Jahre bayerische Traditionsgeschichte in Hohenbrunn

Feuerwehr und Burschenverein feiern gemeinsam 250 Jahre Tradition Hohenbrunn

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250 Jahre Tradition Hohenbrunn


250 Jahre Hohenbrunner Traditionsgeschichte

Inhalt GruĂ&#x;worte an Festgemeinschaft . . . . . . . . . . . . . . Seite 2 100 Jahre Burschenverein Hohenbrunn . . . . . . . . . Seite 7 150 Jahre Feuerwehr Hohenbrunn . . . . . . . . . . . . Seite 61

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Grußwort des bayerischen Ministerpräsidenten Meinen herzlichen Gruß nach Hohenbrunn! 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr und 100 Jahre Burschenverein - das sind zwei schöne Jubiläen, die in ein gemeinsames Jahr fallen . Ich gratuliere! Beide Initiativen stehen auf vorbildliche Weise für ehrenamtliches Engagement. Gemeinschaftsgeist und Gemeinsinn, Traditionsbewusstsein und Einsatzbereitschaft sind Werte, die unser Land seit jeher prägen und auch künftig prägen sollen. Solange sie lebendig sind, brauchen wir uns nicht allzu viele Sorgen machen, denn aus diesen Werten wächst die Kraft, jede neue Herausforderung bestehen zu können. Besonders freue ich mich darüber, dass die Freiwillige Feuerwehr und der Burschenverein eine gemeinsame Feier auf die Beine stellen. Damit beweisen sie am praktischen Beispiel, wie wichtig und wie erfolgversprechend es ist, wenn wir gemeinsam an große Aufgaben herangehen! Für dieses Beispiel möchte ich den beiden Vereinigungen ebenso danken wie für den konkreten Dienst, den sie leisten. Die Freiwillige Feuerwehr ist oft Retterin in der Not - ob es um ein Brandunglück geht oder um einen Autounfall, um ein Naturereignis oder um den klassischen Fall des Kätzchens, das sich verklettert hat. Was diese Freiwilligen leisten, liegt auf der Hand - und ebenso liegt es auf der Hand, dass sie unseren Respekt verdienen. Aber auch der Burschenverein trägt wesentlich zu einem vernünftigen und überzeugenden Miteinander bei. Burschenvereine sind Bewahrer der guten

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bayerischen Tradition. Sie sorgen dafür, dass Bayern bayerisch bleibt - und dabei auch all die „Neu-Bayern“ einschließt und aufnimmt, die ein freundliches Schicksal zu uns in den Süden geführt hat. Ich wünsche den Hohenbrunnern ein fröhliches Jubiläumsjahr 2011 ! Horst Seehofer Bayerischen Ministerpräsidenten

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Grußwort der Landrätin des Landkreis München Sehr geehrte Mitglieder der Festgemeinschaft Feuerwehr & Burschenverein Hohenbrunn, verehrte Leserinnen und Leser, Hohenbrunn ist immer wieder für Überraschungen gut! Da setzen sich Feuerwehr und Burschenverein an einen Tisch, und ganz schnell wird aus einem 150- und einem 100-jährigen Jubiläum ein 250-jähriges. Die Plausibilität des Rechenergebnisses einmal außer Acht gelassen, was unterm Strich herauskommt, ist sicher richtig: Zusammen sind die beiden Vereine ein wichtiger Teil der Hohenbrunner Gemeindegeschichte, sie sind ein Garant für das Lebendighalten örtlicher Tradition. Beide Vereine leisten viel für ihre Gemeinde. Der jüngere Burschenverein beschert den Hohenbrunnern Jahr für Jahr gleich mehreren große Feste. Das Spektrum reicht dabei vom traditionellen Maibaumaufstellen bis hin zur „Wies’n WarmUp-Party. Mit der Feuerwehr verhält es sich nicht anders, auch sie ist ein wesentlicher Bestandteil des Hohenbrunner Gemeinwesens. Ihr Markenzeichen ist weniger das ausgelassene Feiern, sie ist aber stets zugegen, wenn Bürgerinnen und Bürger, aber auch Tiere und Sachwerte in Gefahr sind. Dafür sind die Kameradinnen und Kameraden rund um die Uhr ehrenamtlich im Einsatz.

weil es Ausdruck eines großen Gemeinschaftssinnes ist, der sicher nicht allein daraus resultiert, dass viele Burschen zugleich aktive Feuerwehrmänner sind. Gemeinsam wird es ihnen sicher gelingen, dieses Gemeinschaftsgefühl auch auf die ganze Hohenbrunner Bevölkerung zu übertragen. Dies ist, neben der Bewusstmachung der Geschichte, die vielleicht wichtigste Funktion eines solchen Festes. Und vor diesem Hintergrund darf auch der Rechenweg, der zu diesem 250-jährigen Jubiläum führt, etwas unorthodox sein. Den Organisatorinnen und Organisatoren der Festwoche wünsche ich gutes Gelingen, den Mitgliedern der beiden Vereine und allen Bürgerinnen und Bürgern unterhaltsame, beschwingte Tage und den beiden Vereinen alles Gute für die Zukunft. Johanna Rumschöttel Landrätin des Landkreises München

Wenn sich also zwei solch wichtige Vereine zusammentun und gemeinsam Jubiläum feiern, dann ist das nicht nur eine ideale Kombination im Hinblick auf die Veranstaltungsplanung und -organisation, sondern auch,

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Grußwort des Bürgermeisters Mit großer Freude darf ich unserer Freiwilligen Feuerwehr und dem Hohenbrunner Burschenverein zu ihren 150 bzw. 100-jährigen Jubiläen im Namen der Gemeinde Hohenbrunn die besten Glückwünsche aussprechen. Zwei Hohenbrunner Vereine feiern heuer gemeinsam, die auf den ersten Blick unterschiedlicher kaum sein könnten. Die Hauptaufgabe unserer Feuerwehr ist die Hilfeleistung im Notfall. In ihrem Fokus stehen einzelne Bürger, denen sie rasch zu Hilfe kommt wenn´s „brennt“. Im Augenmerk des Burschenvereins stehen die Gemeinschaft und das Brauchtum. Von kleineren Grillfesten, großen Feierlichkeiten oder dem im Fünfjahresturnus wiederkehrenden Maibaumaufstellen mit tausenden von Zuschauern. Der Feuerwehr gehört man oft sein Leben lang an – dem Burschenverein meist nur kurz, bis die Ehe die Mitgliedschaft beendet. Und trotz aller Unterschiede ein gemeinsames Jubiläum begehen? Auf jeden Fall! Was die beiden Vereine verbindet ist ihre Tradition. Die spiegelt sich nicht nur in der hohen Zahl ihrer Jahre wider, sondern in ihrer Verantwortung. Diese trägt unsere Feuerwehr zunächst für die Sicherheit der Menschen in unserer Gemeinde. Und dafür ist sie heute hervorragend aufgestellt. Dies gilt einmal für die Ausrüstung, für die die Gemeinde verantwortlich ist. Hier legen wir besonderen Wert auf eine moderne aber auch zweckmäßige Ausstattung, die sehr genau auf die Anforderungen unserer Gemeinde zugeschnitten ist. Diese ist jedoch immer nur so gut wie die Menschen, die sie nutzen. Und hier ist dem Feuerwehrverein höchste Anerkennung auszusprechen, für die Ausbildung und die Ein-

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satzbereitschaft der Feuerwehrkameraden. Und besonders für eine großartige Jugendarbeit. Damit wird sie ihrer Verantwortung gerecht, die Bereitschaft zur Hilfeleistung und das bürgerschaftliche Engagement in die Zukunft weiter zu reichen. Aber auch unser Burschenverein steht in der Verantwortung für das Brauchtum und die Dorfgemeinschaft. Und auch er ist sehr gut aufgestellt. Das hat er beim letzten Maibaumaufstellen in eindrucksvoller Weise bewiesen. Als eine Gemeinde, die im Schnittpunkt der Metropole München zum bayerischen Oberland gelegen bald selbst ihr 1200-jähriges Jubiläum feiert, bekennen wir uns zu unserem Burschenverein und unterstützen die Weitergabe unserer Bräuche und Traditionen. Beide Jubilare sind also Traditionsvereine, auf die unsere Gemeinde und ich als Bürgermeister mit guten Gründen sehr stolz sein können. So beglückwünsche ich die beiden Vereine für 250 Jahre bayerische Tradition und hoffe, dass sie noch viele hundert Jahre Bestand haben mögen. Dr. Stefan Straßmair Erster Bürgermeister

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hier kommt das Festprogramm hin

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Das schรถnste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen seiner Mitmenschen. Albert Schweitzer

In Dankbarkeit und Ehrfurcht gedenken wir der verstorbenen, gefallenen und vermissten Mitglieder und Kameraden des Burschenvereins Hohenbrunn und der Feuerwehr Hohenbrunn.

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100 Jahre Burschenverein Hohenbrunn

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Gibt es ein groĂ&#x;es Gruppenfoto vom letzten Maibaum, das ihr evtl. auf eine Doppelseite wollt?????

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Gibt es ein groĂ&#x;es Gruppenfoto vom letzten Maibaum, das ihr evtl. auf eine Doppelseite wollt?????

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Grußwort des Vorstands Liebe Hohenbrunnerinnen und Hohenbrunner, sehr geehrte Festgäste, der Burschenverein Hohenbrunn feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Mir ist es eine besondere Ehre als Vorstand im Jubiläumsjahr Sie hier begrüßen zu dürfen. 100 Jahre Burschenverein Hohenbrunn – eine sehr lange Zeit - in der unser Verein Höhen und Tiefen durchlebt hat. Seit dem am 8. Dezember 1911 Burschen zusammen mit Pfarrer Wenk und dem Gründungsvorstand Josef Berger den katholischen Burschenverein ins Leben riefen, engagierten sich die Mitglieder aktiv im Dorfleben. Zusammenhalt von Jung und Alt und die Aktivitäten der Vereine sind eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine gesunde Dorfgemeinschaft. Noch im Gründungsjahr beschaffte man eine Fahne mit abgebildeten Pflug, Handrechen, Drischel und der Aufschrift „Glaube und Sitte, Frohsinn und Scherz, Berufstüchtigkeit und Heimatliebe“. Auch wenn sich die Zeiten geändert haben, das Traditionsbewusstsein und die Heimatverbundenheit lebt jeder einzelner Bursche nach wie vor mit Leib und Seele. Dies wird u. a. jedes fünfte Jahr beim Aufstellen des Maibaums widergespiegelt. Nachdem der Baum im Wald von Hand geschnitten wird, wird er in wochenlanger liebevoller Weise bearbeitet und bemalt. Die Krönung ist dann das Aufstellen des Maibaums, wobei die Burschen, unter der Mithilfe aller männlichen Dorfbewohner, den Maibaum mit Leibeskraft von

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neues Foto von Firtzmaier (kommt -- von wem???)

Hand aufstellen und danach mit ihren Madln um den Maibaum tanzen. Von Tradition kann man mittlerweile auch sprechen, wenn man sich die Geschichte unseres „Weißbierfestes“ betrachtet. Angefangen hat alles im alten Stadl am Grasbrunner Weg. Schon schnell hatte es sich rumgesprochen, dass man bei und mit den Hohenbrunnern so richtig feiern kann. Mittlerweile strömen Scharen von jungen Leuten aus dem ganzen Landkreis zusammen und stehen Schlange um Einlass an einem der beliebtesten Events im Landkreis gewährt zu bekommen, die inzwischen im neuen Stadl in der ehemaligen Muna stattfinden. Ich wünsche dem Burschenverein Hohenbrunn weiterhin ein erfolgreiches und kameradschaftliches Bestehen und Ihnen liebe Festgäste ein friedliches und geselliges Fest! Stephan Fritzmaier 1. Vorstand Burschenverein Hohenbrunn

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Grußwort des Patenvereins der Ottobrunner Burschenverein gratuliert dem Burschenverein Hohenbrunn zum 100-jährigen Vereinsjubiläum ganz herzlich. Mit Stolz könnt Ihr auf so eine lange, über mehrere Generationen bestehende Vereinsgeschichte zurückblicken. Seit eurer Gründung am 8. Dezember 1911, beteiligt Ihr euch in eurer Gemeinde beispielhaft am Zusammenhalt von Alt und Jung. Eure legendären weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannten Stadlfeste sind bei Einheimischen genauso beliebt wie bei „Zuagroaßten“. Außerdem erhaltet ihr die Tradition des Maibaums in eurer Gemeinde. Ihr habt auch die „Herausforderung“ angenommen unser Patenverein zu werden und zu sein! Am 12. November 1983 wurden wir von Euch nach Hohenbrunn ins Bierdepot Gailer zur Taufe unseres neu gegründeten Vereins eingeladen. Seit nunmehr 28 Jahren besteht eine gute Freundschaft zwischen unseren beiden Vereinen, bei der wir gemeinsam das Brauchtum und die Tradition pflegen. Dies zeigt sich auch bei der gegenseitigen Unterstützung beim Maibaumaufstellen. Bleibt eurem Fahnenspruch treu „Glaube und Sitte, Frohsinn und Scherz, Berufstüchtigkeit und Heimatliebe“.

Zuwachs an neuen Mitgliedern. Ebenfalls gratulieren wir der Freiwilligen Feuerwehr Hohenbrunn zum 150-jährigen Bestehen. Die Ottobrunner Burschen wünschen Euch und Euren Gästen schöne Festtage. Thomas Hergott Erster Vorstand Burschenverein Ottobrunn

Dem Burschenverein Hohenbrunn wünschen wir für die nächsten100 Jahre weiterhin guten Zusammenhalt, viel Erfolg bei den Veranstaltungen, sowie stetigen

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Grußwort des Kreisheimatpflegers Mit der Idealisierung von Treue, Fleiß und Pflichtgefühl, aber auch von Freundschaft und Heimatverbundenheit gab das Biedermeier (1815-1848) der Geselligkeitspflege und dem Vereinswesen neue Inhalte. Kein Wunder, dass binnen kurzem nicht nur zahlreiche Traditionsgemeinschaften zur Förderung des Brauchtums und des Geschichtsbewusstseins, sondern auch eine Reihe von Burschenvereinen entstanden, die sich - wie die von Unterhaching (1892), Putzbrunn (1893) oder Ismaning (1894) - als Junggesellenvereine der Pflege der Geselligkeit, des Gemeinsinns, der Pflege des Theaters, des Gesangs und des örtlichen Brauchtums verschrieben. Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert erkannte auch die katholische Kirche die Wichtigkeit weiterer Anstrengungen, um vor allem die männliche Jugend nach der Schulentlassung im Geiste des Glaubens, der Freundschaft und der örtlichen Verwurzelung anzusprechen und zu begeistern. Schon 1903 wurde als regionaler Zusammenschluss der Dachverband der „Katholischen Burschenvereine des Königreichs Bayern“ gegründet. Ein Jahr nach der Gründung des Katholischen Burschenvereins Oberpframmern (1910) und vom Geist des dortigen Benefiziaten Zelzner sicherlich nicht unbeeinflusst, hoben am 8. Dezember 1911 engagierte Burschen zusammen mit Pfarrer Johann Wenk und dem Gründungsvorstand Josef Berger auch in Hohenbrunn einen Katholischen Burschenverein aus der Taufe. Wenig später erwarb man eine Fahne, die man mit dem Bild des Hl. Sebastian, den Symbolen verschiedener landwirtschaftlicher Geräte (Pflug, Handrechen, Dreschflegel) und mit der Vereinslosung „Glaube und Sitte, Frohsinn und Scherz, Berufstüchtigkeit und Hei-

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matliebe“ schmückte. Wie in den Jahren nach dem 1. Weltkrieg kam das Vereinsleben auch in den Jahren der NS-Gewaltherrschaft und des 2. Weltkrieges zum Erliegen. Doch schon in den Jahren des Wiederaufbaus erblühte der Verein aufs Neue und entwickelte sich rasch wieder zu einem festen Bestandteil des örtlichen Vereinslebens. Durch unterschiedliche Aktivitäten, nicht zuletzt durch das regelmäßige Aufstellen des Maibaums, trägt der Verein noch heute maßgeblich zur Erhaltung und Pflege des heimatlichen Brauchtums bei. Dass der Burschenverein bei allem Wandel der Verhältnisse jene Werte nicht aufgegeben hat, die zu seiner Gründung führten, und gleichzeitig mit einer Mischung von Tradition und Modernität die Erwartungen der heutigen Jugend anspricht, kennzeichnet seine ungebrochene Lebendigkeit. Nun, da sich das Planen, Organisieren und Vorbereiten dem Ende nähert, steht einer erfolgreichen Hundertjahrfeier wenig mehr im Wege: Mit 100 Jahren Burschenverein und 150 Jahren Freiwilliger Feuerwehr begehen zwei bodenständige Hohenbrunner Traditionsvereine ein gemeinsames festliches Jubiläum. Als Kreisheimatpfleger wünsche ich den bevorstehenden Feierlichkeiten einen harmonischen Verlauf und beiden Vereinen eine gute Zukunft! Dr. Alfred Tausendpfund, Kreisheimatpfleger

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Einig und treu! Bayerischer Burschenvereins-Marsch (Melodie: Wohl auf die Luft geht frisch und rein!)

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Auf, auf, ihr Burschen frisch und frei, Und laßt ein Lied erklingen; Das Lied von Einigkeit und Treu‘ Soll laut zum Himmel dringen. Zum Himmel, wo auf blauem Grund Die weißen Wölklein schweben. Weiß-blau ist unser heilg’er Bund, Mein Vaterland soll leben! Valeri, valera, valeri, valera, Mein Vaterland soll leben!

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In Leid und Not, in Freud und Luft Laßt uns die Hände reichen! Wir tragen all‘ auf uns’rer Brust Des Bundes frommes Zeichen: Im weißen Schild, im Tugendglanz Die Hoffnung und den Glauben; Das rote Kreuz im grünen Kranz Soll uns kein Teufel rauben! Valeri, valeram valeri, valera, Soll uns kein Teufel rauben!

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Uns sind’s der Feinde auch genug, Das soll uns wenig scheren; Es kann den Landmann hinter’m Pflug Der Raben Schrei nicht stören.

Wer sich sein Brot verdient im Schweiß, Den lohnet die reine Freude; Das Handwerk und des Bauern Fleiß Gott segne alle beide. Valeri, valera, valeri, valera, Gott segne alle beide!

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Du Fähnrich, laß uns stolz voran Das Banner lustig wehen! Wir alle wollen Mann für Mann Zu Gottes Fahne stehen, Zum Bayerland, zum deutschen Rhein, Für Freiheit, Recht und Ehre. Lieb Vaterland, magst ruhig sein, Dich schützt gar treue Wehre. Valeri, valera, valeri, valera, Dich schützt gar treue Wehre.

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Dir, Heimat, gilt mein Burschengruß Bis in die kleinste Hütte. Und wenn ich von dir scheiden muß, Ist meine letzte Bitte: O breite segnend deine Hand, Herr, über Tal und Höhen Und schütze mir mein Heimatland Bis wir uns wiedersehen. Valeri, valera, valeri, valera, Bis wir uns Wiedersehen.

(Hubert Freiherr von Auffseß; möglicherweise bayerischer Beamter, 17.01.1868-11.04.1940, um 1914 Bezirksamtmann in Neustadt a. N.)

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100 Jahre Burschenverein Hohenbrunn Landauf, landab finden sich in Bayern – und natürlich darüber hinaus ebenso – Burschenvereine. Sie haben unterschiedliche Bezeichnungen, wie etwa auch Burschenschaften (hier aber keine studentische Verbindung) oder Junggesellenvereine, aber letztendlich hat sich der Begriff Burschenverein meistens erhalten. Sie werden zu den Traditionsvereinen an den Orten gezählt, weil sie eben der Pflege von Brauchtum und Geselligkeit dienen. Intern sind es zum Beispiel Festivitäten, der Burscheneinstand und –abschied, das ganze Zeremoniell rund um die Hochzeit (Hochzeitsbaumaufstellen, Teilnahme an der Trauung, Burschengaudi vor der Pfarrkirche mit Sketschen und Szenen aus dem Leben des Ausscheidenden) und das Festhalten an eigenen Vereinszwecken. Nach außen hin veranstalten die Burschenvereine diverse Feste, sie sind vielerorts federführend für das Maibaumaufstellen oder das Johannifeuer zuständig, erscheinen bei gemeindlichen und kirchlichen Feiern und nehmen am Dorfleben teil. Die Geschichte der Burschenvereine lässt sich bis in das 19. Jahrhundert hinein verfolgen. Männliche Jugendliche, die aus der Schule bereits entlassen worden sind, haben sich zu „wilden“ oder „freien“ Burschenvereinen zusammengeschlossen, bis zum Ehebund. In anderen Bundesländern lassen sich solche Vereinigungen sogar schon für das 14. und 15. Jahrhundert belegen, so etwa im Rheinland. Aber dies waren anders strukturierte Gruppierungen. Der katholischen Kirche blieb nicht verborgen, welchen Einfluss die Vereinsidee auf junge Menschen, ehrlich

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gestanden vorerst einmal auf junge Männer, haben konnte. Einige geistliche Herren nutzten die Möglichkeit, die männliche Jugend nach der Schulentlassung positiv zu beeinflussen, natürlich auch mit dem Gedanken, die Ideale der katholischen Kirche in solchen Vereinen zu pflegen und weiterzutragen. Aus diesem Gru nd wurden die Gründungen von katholischen Burschenvereinen entsprechend forciert. 1903 wurde von Geistlichen Rat Simon Spannbrucker, Benefiziat Georg Braun und Prälat Johann Baptist Mehler in Regensburg ein Dachverband zur Organisation der bayerischen Burschenvereine gegründet. Dieser sollte die einzelnen Ortsvereine in der eigentlichen Vereinsarbeit unterstützen. In einer Mustersatzung wurde der allgemeine Vereinszweck durch den Verband Katholischer Burschenvereine für das Königreich Bayern festgeschrieben, nämlich der Erhalt und die Förderung von Glaube und Sitte, Berufstüchtigkeit und Heimatliebe, Frohsinn und Scherz. Nicht überall im Königreich Bayern stieß diese Idee auf fruchtbaren Boden, da ein zu starker

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kirchlicher Einfluss befürchtet worden ist. Die „Kirche“ hatte in manchen Augen sowieso schon viel zu viel die Finger im alltäglichen Leben. Aufgrund der überregionalen und einheitlichen Struktur setzten sich jedoch die katholischen Burschenvereine immer mehr durch. In der Gründungsversammlung des Verbandes wurde Geistlicher Rat Simon Spannbrucker, Stiftsdekan in Laufen, zum ersten Vorsitzenden gewählt. Nicht nur in Bayern, sondern auch im angrenzen Österreich vermehrten sich die Neugründungen von Burschenvereinen. Der Geistliche Spannbrucker tat sich hierbei besonders hervor und bekam deshalb bereits zu seinen Lebzeiten den Beinamen „Burschenvater“. Auf seinen Wunsch hin gab der Dachverband auch das „Burschenblatt“ heraus, um alle Vereine zu erreichen. Somit war eine Art ideelle Verbindung hergestellt, außerdem konnten auch Informationen ausgetauscht werden. Ganz bewusst wurde auf eine einfache Sprache im „Burschenblatt“ geachtet, um das breite Publikum damit zu erreichen, um Werbe- und Bildungsarbeit zu leisten. Auch hier waren die Vereinsziele durch die entsprechenden Rubriken wieder aufgelistet, nämlich Glaube und Sitte, Heimatliebe, Berufstüchtigkeit und Frohsinn und Scherz. Unter dem Titel „Allgemeine Burschensache“ wurde das Verbandsleben widergespiegelt. Erstmals erschien dieses Blatt im Juli 1904. Die letzte Ausgabe wurde im September 1939, also im ersten Kriegsmonat des Zweiten Weltkriegs, veröffentlicht. Die Strukturen der damaligen katholischen Burschenvereine waren denen von heute nicht ohne großen Unterschied. Unbescholtene katholische junge Männer konnten ordentliche Mitglieder werden. Aus den

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eigenen Reihen wurde eine Vorstandschaft gewählt, bestehend aus dem Vorsitzenden, dem Kassier und dem Schriftführer. Eine Eigenheit bei den katholischen Burschenvereinen war der Präses, der automatisch der Vorstandschaft angehörte. Dieser war der Vertreter der katholischen Kirche, in den meisten Vereinen der Ortspfarrer selbst, da dieser auch den direkten Draht zu den Burschen hatte. Einerseits war er Bindeglied, andererseits wohl auch eine Art Aufsichtsperson, um das katholische Gut zu transportieren und den Verein in die richtigen Bahnen zu lenken. Satzung und Grundprinzipien standen im Vordergrund der Vereinstätigkeit, die sich vor allem auf religiöse Veranstaltungen, Monatsversammlungen, Vereinsfeste, Tanzveranstaltungen und kulturelle Unternehmungen erstreckte. Unter letzterer fallen beispielsweise Theaterspiele und musikalische Aufführungen. Auch im Münchner Umland wurde die Idee aufgenommen, katholische Burschenvereine zu gründen. Isidor Sigl, Schattenhofer von Niederpframmern und Obmann des dortigen christlichen Bauernvereins, regte dort die Vereinsschaffung an. Unterstützt wurde Sigl von Benefiziat Bonifaz Zelz-

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ner aus Oberpframmern. Am 19. Juni 1910 wurde der „Katholische Burschenverein Oberpframmern“ von 22 Mitgliedern gegründet, der sich dem Diözesanverband München und Freising angeschlossen hatte. Zwei Jahre später wurde dem Landesverband beigetreten, ebenso erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister des Königlich Bayerischen Amtsgerichts. Dieser Verein soll, als Beispiel, dienen, da keine näheren Angaben zur Gründung des Hohenbrunner Vereins vorliegen: Nicht gerade sang- und klanglos scheint bei den „Pframmingern“ die Eingliederung in den Landesverband vonstatten gegangen zu sein. Aus Regensburg erfolgte ein Schreiben an den Geistlichen Zelzner. Wie sollte es auch anders sein, es ging ums Geld. Scheinbar wurde für das Burschenblatt zu wenig Geld überwiesen: „Wir möchten auch diese Gelegenheit wieder benützen, Ihnen den Anschluß an den Verband nochmals nahe zu legen. Soviel wir wissen, wären Ihre Burschen nicht abgeneigt, sich dem Verbande anzuschließen. Umso mehr möchten wir Sie bitten, auf den Anschluß hinzuarbeiten. Ihre Leute sind finanziell so gestellt, daß sie sich den Verbandsbeitrag spielend leisten können. Es kann also dies kein Hindernis bilden. Jedenfalls ist es sonderbar, wenn ein so kräftiger und leistungsfähiger Verein wie Oberpframmern sich nicht anschließen will, nachdem doch von den 104 Vereinen der Münchner Diözese nur 8 Vereine nicht als A-Verein angeschlossen sind. Wir legen Ihnen hiermit ein Beitrittsformular bei und hoffen, dasselbe recht bald ausgefüllt zurück zu erhalten. Sollte der Anschluß nicht erfolgen, so wären wir Ihnen dankbar, wenn Sie uns kurz die Gründe mitteilen wollten.“

„Zweck des Vereins ist die Einhaltung und Förderung von Glaube und Sitte, Berufstüchtigkeit und Heimatliebe, Frohsinn und Scherz unter der männlichen Jugend auf dem Lande. Parteipolitik ist als Zweck des Burschenvereins grundsätzlich ausgeschlossen. Der Zweck soll insbesondere erreicht werden durch: 1. Religiöse Veranstaltungen, 2. belehrende und unterhaltende Versammlungen, 3. Beratung in Rechts- und Standesangelegenheiten, 4. soziale Einrichtungen (Hilfskassen, Militärfürsorge etc.), 5. das Burschenblatt.“ Als ordentliche Mitglieder konnte jeder unbescholtene Bursche katholischer Konfession werden, der aus der Sonntags- oder Fortbildungsschule entlassen worden ist. Der Vorstand bestand aus dem Präses, dem Vorsteher und dem Kassier. Als Präses wurde ein vom Erzbischof bestimmter Seelsorger des Vereinssprengels, in der Regel der jeweilige Ortsgeistliche, eingesetzt, der auch die Leitung und die Verwaltung des Burschenvereins als Aufgabe innehatte.

In der Satzung des Oberpframmerner Burschenvereins wurde als Zweck festgelegt:

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Der Burschenverein Hohenbrunn entsteht Für Hohenbrunn ist die Gründung eines katholischen Burschenvereins am 8. Dezember 1911 überliefert, dem „Hochfest der unbefleckten (ohne Erbsünde) empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“. Es darf davon ausgegangen werden, dass dieser Termin ganz bewusst ausgewählt worden ist. Eine Stiftungsurkunde für Hohenbrunn ist nicht vorhanden, aber sehr wohl eine Bestätigung, die den Nachweis für die Gründung darstellt. Im „Burschenblatt. Zeitschrift für die katholische Burschenschaft Bayerns.“ ist in der Ausgabe Nr. 6, Juni 1912, der Hohenbrunner Burschenverein als neuer Zugang belegt: „Erzdiözese München-Freising: Höhenbrunn [sic!], gegr. 8. Dezember 1911, 23 o., 3 ao., 21 E.-M.“ Leider ist nicht näher bekannt, wer sich genau unter diesen 23 ordentlichen, drei außerordentlichen und 21 Ehren-Mitgliedern befanden hat. Aber es ist

eine stattliche Anzahl, 47 Mitglieder zu diesem Zeitpunkt auf einen Schlag zu haben. Als Vergleich mag das Jahr 1910 herangezogen werden, denn damals hatte Hohenbrunn gerade einmal 403 Einwohner.

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Unter Pfarrer Johann Wenk fanden sich folglich an besagtem 8. Dezember 1911 zahlreiche Burschen zusammen, um den örtlichen Verein ins Leben zu rufen. Als Gründungsvorsitzender wurde Josef Berger bestimmt. Dem jungen Mann waren nur wenige Lebensjahre vergönnt. Am 27. August 1914 ist er in Frankreich als Infanterist bei Nossoncourt im Department Vosges gefallen und liegt auf dem Militärfriedhof in Bertrimoutier. Auf dem Totenehrenband des Burschenvereins ist dem ersten Vorsitzenden die oberste Stelle zum Gedenken gewidmet. Am 13. Oktober 1914 und am 9. September 1915 wurde laut den Aufzeichnungen im Kassenbuch ein Amt für den Verstorbenen im Auftrag des Burschenvereins in Hohenbrunn gelesen.

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Bereits im Gründungsjahr soll die Vereinsfahne angeschafft worden sein. Der Aufschrift gemäß wurde die Fahne jedoch erst am 4. Mai 1913 kirchlich gesegnet, von niemand anderen als dem damaligen Erzbischof von München und Freising, Franziskus von Bettinger (17. September 1850-12. April 1917, seit 1914 Kardinal). Diese Feier kann damals aber nur, wie auch die Schrift verrät, in Freising erfolgt sein, denn damals hat der Erzbischof eine Pontifikalmesse im dortigen Mariendom anlässlich des ersten Diözesan-Burschenfestes zelebriert. Im „Schematismus der Geistlichkeit des Erzbistums München und Freising für das Jahr 1914. Mit einer Chronik des Jahres 1913, München [1914].“ Diözesanpräses Eugen Fäßler verfasste hierin einen Bericht von der damaligen Feier:

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… Den Höhepunkt der religiösen und geselligen Veranstaltungen bildete das 1. Diözesanfest in Freising am 3. und 4. Mai. Sein Zweck war nebst der Danksagung für Gottes Führung und Segen nach zehnjährigem Bestande eine Art Revue abzuhalten, den Burschen einen Einblick in die Größe des Verbandes zu geben, ihre Liebe und Begeisterung zu demselben zu stärken und durch Vorträge das Verständnis für die Ideale der gesamten Burschenbewegung zu vertiefen. Seine Exzellenz, der hochwürdigste Herr Erzbischof Franziskus hatte die hohe Gnade, vom Vorabende ab bis zum Schlusse des folgenden Tages am Feste teilzunehmen. Es waren ca. 2000 Burschen mit 100 Fahnen und 6 eigenen Vereinskapellen zusammengeströmt, und die Pontifikalmesse mit Predigt und Generalkommunion gewährte im hohen Dome einen unvergeßlichen Anblick.“ Archivdirektor Dr. Peter Pfister vom Archiv des Erzbistums München und Freising nimmt in seiner Stellungnahme zur Festgemeinschaft Hohenbrunn an, dass wohl davon auszugehen sei, dass die Hohenbrunner Burschenvereinsfahne bei dieser Gelegenheit durch den Erzbischof den kirchlichen Segen erhalten hat. Aufgrund der Auflistungen der bekannten Pontifikalhandlungen ist nachgewiesen, dass Erzbischof Franziskus von Bettinger 1913 nicht in Hohenbrunn war.

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Zu einem späteren Zeitpunkt wird wohl in Hohenbrunn ein Fest zu dieser erfolgten Fahnenweihe begangen worden sein. In Anwesenheit aller Ortsvereine und der Dorfbevölkerung fand zwischen dem Binder- und Springerhof am eigens aufgerichteten Freialtar ein Gestaltungsvorschlag - Unser Service Gottesdienst statt, bei dem der Segen auch über den Burschenverein und vielleicht nochmals auch über die Anzeigen-Nr.: 99997427 neue Fahne herabgerufen worden ist. Im Anschluss an Datum: 16/03/10 GMI (GC)Festzug durch diese kirchliche Feier wurde ein großer Tel.-Nr.: Hohenbrunn608730 abgehalten. Buch: Oftmals zitiert GSR 03 Beschreibung Baierbrunn ist die von2009 Heinrich GröHöhe:ber von diesem 70,0 mm „Voran die freiwillige FeuerEreignis: Uniformen, mit MessingBreite:wehr mit ihren 45,0schmucken mm knöpfen und Helmen, die vor jeder Benutzung erst richtig mit „Sidol“ aufpoliert werden mußten. Auswärtige Gäste pflegten damals noch mit Kutsche zu kommen, die dann entlang am Gasthof „Tristl“ [Alter Wirt] abgestellt wurde.“ Von den „Jungfrauen“ des Ortes erhielt der Burschenverein ein GmbH & Co. KG edles Fahnenband Ihr BMW und überreicht, ausMini Partner gestaltet wie eine Alte Landstraße 3 weiß-blaue Schlei85521 Ottobrunn fe, bestehend aus zwei bestickten Fahnenbändern. www.autohaus-hagl.de Noch heute wird @ kontakt@bmw-hagl.de dieses Fahnen-

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band, wie alle anderen, im Fahnenschrank des Vereins bei der Feuerwehr Hohenbrunn aufbewahrt und zu festlichen Anlässen an die Fahne befestigt. Die Vereinsfahne ist auch heute noch bei festlichen Aktivitäten in der Gemeinde und darüber hinaus zu sehen, wird bei Hochzeiten mitgeführt und zu Gottesdiensten in die Pfarrkirche getragen. Auf der einen Seite ist auf weißem / blauem Tuch mittig ein Sammelsurium diverser Handwerkzeuge aus der Landwirtschaft zu sehen, nämlich Pflug, Dreschflegel, Gabel, Schaufel, Rechen, Sichel und Sense. Dieses Gebilde ist mit einem Ährenkranz umgeben. Darunter ist das Wappen des Königreichs Bayern ohne Krone und ohne die beiden goldenen, widersehenden Löwen dargestellt; zum damaligen Zeitpunkt – im Frühjahr 1913 - regierte Ludwig III. noch als Prinzregent. Mit goldenem Faden steht auf der Fahne „Kath. Burschen-Verein Hohenbrunn

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1913“ geschrieben, unten ist vermerkt: „Geweiht 4. Mai 1913 v. H. H. Erzbischof i. Freising“. In den Ecken sind der Fleiß durch einen Bienenkorb mit umherfliegenden Immen, die Treue durch zwei sich schüttelnde Hände, von Eichenlaub umrankt, der Glaube durch ein Strahlenkreuz und die Geselligkeit durch eine Laier mit Laub dargestellt. Auf der Rückseite, auf weißem bzw. grünem Tuch, steht mittig der heilige Sebastian. Dargestellt ist der Märtyrer als römischer Soldat, in der rechten Hand einen Pfeil, in der linken eine Keule haltend. Letzteres Attribut weist auf die tatsächliche Todesursache hin [für den freundlichen Hinweis danken wir Frau Dr. Marianne Stößl vom Bayerischen Nationalmuseum]. Vielerorts ist der heilige Sebastian, wie auch in der Hohenbrunner Pfarrkirche, fast unbekleidet, an einem Baum festgebunden, zu sehen, in dessen Körper mehrere Pfeile stecken. Hinter dem Jüngling ist die Kontur einer Stadt mit Mauer und Wegen zu erkennen. In den Ecken sind die Vereinsziele nochmals zusammengefasst: „Religion“, „Arbeit“, „Heimatliebe“ und „Frohsinn“. Die katholische Kirche hat übrigens sehr stark Einfluss auch auf die Beschaffenheit und Ausgestaltung einer

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solchen Fahne, auf die Fahnenweihen selbst und auf die weitere Nutzung von kirchlichen Fahnen genommen. Dabei wurde bis ins letzte Detail Vorgabe gemacht, wie was zu tun und zu unterlassen sei. Im weiter oben erwähnten Burschenblatt ist beispielsweise ein entsprechender Hinweis gegeben (Juni 1912): „Fahnen-Weihen. Bei solcher Festlichkeit sollte 2/3 der religiösen Seite gewidmet sein, 1/3 der weltlichen. Vielfach ist es umgekehrt. Besonders der eigentliche Akt der Weihe sollte viel schärfer und klarer hervortreten und zum Bewußtsein kommen. Schon bei der Einladung sollte den Vereinen mitgeteilt werden, welche Lieder in der Kirche gesungen werden, die man alle entnimmt dem Burschenliederbuch, damit die Teilnehmer nicht auch das Diözesanbuch mittragen müssen. Die Einleitung bilde ein von allen Vereinen frisch gesungenes Predigtlied. Folgt auf den Vortrag die Fahnenweihe, dann sollen alle Burschen die lateinischen Antworten (Responsorien) singen auf des Priesters Anrufungen vor dem eigentlichen Weihegebete. Diese Weiheformel sollte lateinisch, dann aber auch deutsch gesprochen werden,

würdig und langsam; das dürfte gar nicht schaden und würde die Feier um so eindrucksvoller gestalten. Bei der anschließenden Andacht sollen die Gebete durchwogt und wurchwoben sein von den allgemein gesungenen Liedern.

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Wenn mächtiger, andächtiger Männergesang durch die heiligen Räume rauscht. Das hebt die Burschenherzen, das macht die Feier wahrhaft unvergeßlich. Nicht nur einige Kinder sollen ein paar Strophen quicksen, nicht ein kleiner Chor soll ein Lied singen, von dem vielleicht niemand eine Silbe versteht, sondern der Massengesang, das Volkslied muß klingen bei dieser religiösen Volksfeier. Freilich, wenn im Vereine das ganze Jahr hindurch das Volkslied das Stiefkind ist und nur das Quartett als daseinsberechtigt gilt, dann kann man das religiöse Volkslied nicht auf einmal aus der Erde stampfen. Dann rächt sich diese Vernachlässigung des einstimmigen Liedes auf bittere Weise gerade in solchen Stunden, wo es seine ganze Macht und Wucht entfalten möchte und sollte.“

Als Weihegebet wurde vorgeschlagen: „Laßt uns beten! O Herr Jesus Christus! Deine Kirche ist wie ein wohlgeordnetes Kriegsheer. Segne gnädig diese Fahne, auf daß alle, welche unter ihr dir dienen, dem Herrn und Gott der Heerscharen, durch die Verdienste des heiligen N. [im Hohenbrunner Falle dürfte es wohl der heilige Sebastian sein] ihre sichtbaren und unsichtbaren Feinde überwinden mögen in dieser Welt und nach dem Siege triumphieren mögen im Himmel durch dich, o Jesus Christus, der du lebst und regierst mit Gott dem Vater in Einigkeit des Heiligen Geistes von Ewigkeit zu Ewigkeit. Volk: Amen.“ Allein am Segensgebet wird deutlich, wie sehr der Burschenverein damit auch gleichwohl in die katholische Kirche eingebunden worden ist und welcher Auftrag in diesem Verein gesehen worden ist. Einen verstärkten Einblick gibt eine oberhirtliche Verordnung über Fahnenweihen, die zwar in diesem Falle für Regensburg ausgesprochen worden ist, aber sicherlich auch für das Diözesangebiet von München und Freising anzuwenden sein darf. Sie ist im „Burschenblatt“ abgedruckt worden (April 1912): „Das hochwürdigste bischöfl. Ordinariat Regensburg hat unterm 27. Febr. 1912 eine Verordnung über „Fahnenweihen weltlicher Vereine“ erlassen. Sind auch unsere kath. Burschenvereine nicht rein weltliche, sondern vorwiegend kirchliche Vereine, so dürften doch einige Bestimmungen dieses oberhirtlichen Erlasses auch auf unsere Burschenvereine Anwendung finden. Für unsere Burschenvereine sind diese Bestimmungen auch insofern erfreulich, als dadurch dem Treiben gewisser Sportsvereine welche sich, um die Fahnenweihe

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Verein darf aus Anlaß der Fahnenweihe keinen Tanz veranstalten.

3.

Die Abhaltung von Vereinsgottesdiensten im Freien kann nur dann gestattet werden, wenn dies wegen Engfängigkeit der Kirche nötig erscheint, da nicht die freie Natur, sondern das durch eine übernatürliche Weihe von der Natur abgegrenzte und geheiligte Gotteshaus der würdigste Ort zur Darbringung des hochheiligen Meßopfers ist.

4. zu erschleichen, ein gewisses religiöses Mäntelchen umhängen, ein Riegel vorgeschoben wird. Wir lassen nachfolgend einen Auszug jenes Erlasses abdrucken:

Bedeckten Hauptes dem heiligen Meßopfer beizuwohnen oder an einer Prozession mit dem Allerheiligsten teilzunehmen oder hierbei Spalier zu bilden, ist keinem Vereine erlaubt. Auch bei den Leichenbegängnissen, welche ebenfalls religiöse Handlungen sind, sollen die Vereine unbedeckten Hauptes einherschreiten.

1.

5.

Sports- oder Gesellschaftsvereine können unter Umständen die Weihe ihrer Fahne dann erreichen, wenn sie sich statutengemäß an kirchlichen Feierlichkeiten, z. B. Prozessionen beteiligen; andernfalls sind ihre Gesuche sofort abzuweisen.

Nichtgeweihte Fahnen dürfen niemals in eine Kirche getragen werden und sollten auch auf geweihten Gottesäckern nicht erscheinen.“

2.

Als nähere Bedingungen der Fahnenweihe gelten: die Fahne muß ein religiöses Abzeichen tragen; sie darf vor oder nach der Weihe nicht zum Gegenstande eines religiösen Aktes eines nichtkatholischen Religionsdieners gemacht werden; sie darf nach der Weihe nur zu katholischen kirchlichen Feierlichkeiten mitgenommen werden; während zu andern Gelegenheiten ungeweihte Gesellschaftsfahnen zu verwenden wären; der Verein muß mit der geweihten Fahne wirklich bei kirchlichen Feierlichkeiten erscheinen; der

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Gleich nach diesem Abdruck wurde zum Thema „Fahnenweihe“ ein Kommentar zu einer Zuschrift abgegeben, der nochmals auf die damalige Zeit eingeht: „Auf der letztjährigen Landeskonferenz in Regensburg wurde beschlossen, den Burschenvereinen zu empfehlen, die Feier der Fahnenweihen nachmittags anzusetzen. Dieser Beschluß kann nicht oft und nicht eindringlich genug in den Vereinsversammlungen betont und im Vereinsorgan besprochen werden. Als kath. Verein muß der B.-V. andern Vereinen mit dem guten Beispiel in betreff Sparsamkeit vorangehen. Mitglieder der B.-V. sind auch Knechte, welche sich nicht selbst verköstigen müssen, wie es fast ausnahmslos bei den Mitgliedern der Gesellen- und Arbeitervereine in den Städten der Fall ist, sondern diese Knechte haben beim Bauern die Verköstigung. Beginnt nun die Fahnenweihe vormittags, dann müssen diese Burschen auswärts sich

auf ihre Rechnung das Mittagessen verschaffen und mag dasselbe noch so einfach und billig sein, es kostet die Teilnahme an dieser Feier um das mehr, als wenn sie erst nachmittags beginnt. Die Burschenvereine werden immer mehr und damit wächst auch die Zahl der Fahnenweihen. Kaum besteht ein Verein 2 Jahre, so hat er schon seine Fahnenweihe. Ja, wenn das so fortgeht, dann ist das erst recht ein Grund, diese Feiern nachmittags zu halten. Denn, was werden unsere Bauern sagen, wenn ihre Knechte vielleicht 4-5 mal und noch öfters im Sommer schon am frühen Morgen fortradeln um an der vormittägigen Feier einer Fahnenweihe teilzunehmen und sie dann bei der herrschen starken Dienstbotennot selbst die Stallarbeit zu besorgen haben? Ueberhaupt warte man doch mit der Anschaffung einer Fahne bis der Verein lebenskräftig ist.

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Die Fahne ist ein totes Kapital und das Geld dafür könnte im B.-V. zu etwas verwendet werden, was einer besseren Sache würdig wäre. In der Nähe Pfaffenhofens besteht schon viele Jahre ein B.-V., in dem gewiß reges Leben herrscht, er hat aber keinen Fahne und bekommt auch keine, solange der jetzige Präses an der Spitze steht.“ Nicht unerwähnt bleibe der Passus darauf: „Eine andere Zuschrift lautet: Ich möchte Sie bitten, noch einige Male darauf hinzuweisen, daß zur Fahnenweihe größere Knaben in Pagentracht sich doch um vieles besser ausnehmen als Mädchen. Wozu dieser Weiberkultus? Vielleicht verschwinden endlich doch einmal auf den Vereinsbildern die weißen Flecken der Ehrenjungfrauen.“ Tatsächlich ist auf vielen Fotos im Jahrgang 1912 des Burschenblatts zu sehen, dass auf den Fotos teil-

weise die Mädchen und Frauen überwiegen. In der Dezemberausgabe 1912 wird zum Schluss extra von der Redaktion darauf verweisen: „Verschiedene Vereine müssen schon entschuldigen, wenn ihre Vereinsbilder nicht sofort mit dem Bericht kommen. Es liegen deren in Menge vor, zum Teil schon seit einem Jahre. Insbesondere möchten wir bitten, doch nicht eine Menge Festjungfrauen mitzuphotographieren, so daß man zuweilen im Zweifel sein könnte, ob es sich um einen Mädchen- oder Burschenverein handelt.“

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Vorhanden sind aus den ersten Hohenbrunner Vereinsjahren Kassenbuchaufzeichnungen, die detailliert Einblick geben in die akkurate Finanzverwaltung. Selbst Postversendungen sind einzeln aufgelistet, natürlich das Einnehmen von Mitgliedsbeiträgen wie auch die Bezahlung der Zeitung. Im Jahr 1912 kamen Gesamteinnahmen von 154,02 Mark zusammen, denen Ausgaben in Höhe von 113,75 Mark gegenüberstanden. Folglich war der Kassenbestand zum 31. Dezember

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1912 40,30 Mark. Georg Wagmüller zeichnete als Kassier, Johann Estendorfer als Vorstand. 1913 sind unter anderem Ausgaben für eine Christbaumfeier vermerkt. Am 26. Januar 1913 wurden 7,28 Mark für ein Faßbier ausbezahlt. Um einen kleinen Ausblick zu wagen: 1931 wurde zum Festtag des heiligen Sebastian ein Amt für vier Mark in Auftrag gegeben. Zum 60. Geburtstag des Hochwürdigen Herrn Präses wurde ein Geschenk angeschafft. An Genauigkeiten ließen es die Kassenverwalter nicht mangeln.

Unser lieber Vorstand Josef Berger, 27. August 1914 Franz Xaver Huber, 23. Oktober 1914 Philipp Gerstner, 12. März 1915 Andreas Wenk, 13. März 1915 Christian Hölzl, 23. Februar 1916 Jakob Dondl, 8. Juni 1916 Josef Estendorfer, 8. Juli 1916 Nicolaus Gerstner, 10. November 1916 Sebastian Weilacher Josef Estendorfer, 2. März 1917

Hohenbrunn und das Vereinsleben in den Kriegsjahren Kaum war der Hohenbrunner Burschenverein gegründet, schon kam der Erste Weltkrieg und brachte das Vereinsleben zum Erliegen. Aus Hohenbrunn waren es insgesamt 21 Männer, deren Tod die kleine Gemeinde im Ersten Weltkrieg zu betrauern hatte. Wie das Totenehrenband des Burschenvereins zeigt, sind aus den Reihen des Burschenvereins insgesamt 17 Mitglieder im Krieg gefallen oder nicht mehr aus dem Feld zurückgekehrt:

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Georg Andrä, 9. April 1917 Norbert Mayr, 22. April 1922 Jakob Gampenrieder, 12. Mai 1917 Thomas Estendorfer, 9. August 1917 Jakob Minsinger, 14. August 1917 Josef Eierstock, 27. September 1918 Kaspar Mittermüller [vermisst]

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Möglicherweise dürfte das Vereinsleben nach den Wirren des Ersten Weltkrieges, trotz Inflation und Weltwirtschaftskrise, erneut aufgeblüht sein. Doch bereits 1933 hatten die Nationalsozialisten viele Vereine und Gruppierungen fest in ihrer Hand. Wem sie nicht Herr werden konnten, über jene sprachen sie ein Verbot aus. Erneut lag das Vereinsleben darnieder, erneut wurden mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs auch Burschenvereinsmitglieder zu Waffen gerufen. Wiederum waren Verluste zu beklagen, wiederum gab es einen Einschnitt in der Vereinschronik, auch bei den Hohenbrunner Burschen.

Vor Jahrzehnten hätte es noch geheißen, Eulen nach Athen zu tragen, wenn die Geschehnisse im Krieg und in der Nachkriegszeit erzählt hätten werden sollen. So hat es 1963 noch Alois Beham in seiner Hohenbrunner Ortschronik geschrieben. Die erlebten Bilder waren viel zu präsent, haben fast jeden Menschen auf irgendeine Art und Weise be- oder getroffen. „Wie oft mögen die Hohenbrunner in den Nächten der schweren Bombenangriffe nach München geblickt haben,

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wenn die Bomber ihre „Christbäume“ an den Himmel hängten. Dazwischen die Geisterfinger der Flakscheinwerfer, die hin und her huschten und ab und zu einen Bomber einfingen. Wie oft hat sich der nächtliche Himmel vom Widerschein der Feuersbrünste in München rot verfärbt“, hinterfragte Beham. Leonhard Sigl sen., Jahrgang 1930, weiß noch, daß mindestens einmal eine gelb-graue Schwefelwolke auf Hohenbrunn zugezogen ist. Vermutlich handelte es sich um Brandrauch, der durch ein Wetterphänomen gen Süden kam. „Das war wie eine Gewitterwand. Sie kam immer näher und wir sahen nichts mehr von München. Sonst war München nach den Bombardierungen stets auch von Hohenbrunn aus zu erkennen“, berichtet Sigl. Die Erinnerungen in der Bevölkerungen werden immer weniger. Nicht umsonst haben es sich unter anderem die Tageszeitungen auf ihren Schild geschrieben, die

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Geschehnisse beim Kriegsende wieder ins Gedächtnis zu rufen, weil es jetzt noch Zeitzeugen gibt. Und auch wenn Hohenbrunn selbst von großem Unheil verschont geblieben ist, so war die Gemeinde doch auch Kriegsschauplatz. Erinnert sei an den Bombenangriff am 9. Juni 1944, der Riemerling-Ost ereilte. Vormittags um 10 Uhr warf eine von Putzbrunn einfliegende Jagdbombergruppe zuerst auf den Feldern am Waldrand, dann im Gebiet entlang der Ottostraße Hunderte von Splitterbomben ab. Allein auf dem heutigen Sportplatz der Carl-Steinmeier-Volksschule gingen vierzig Splitterbomben nieder. Dabei wurden nicht nur Gebäude beschädigt, sondern waren auch Opfer zu beklagen. Unter anderem starb die 22-jährige Landwirtstochter Maria Erl, die bei Feldarbeiten von den herannahenden Flugzeugen der Alliierten völlig überrascht und am Waldrand getötet worden ist.

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Und nicht vergessen werden darf, dass von 1938 an die Heeresmunitionsanstalt – daher auch der weitläufige Begriff „Muna“ – in Hohenbrunn (bis 2007) bestand. 1943 waren über 2.000 Personen mit der Anfertigung und Montage der Munition beschäftigt. Nicht selten waren auch über Hohenbrunn Flugzeugbewegungen festzustellen, da die Munition vor allem auf dem Schienenweg transportiert worden ist. Es handelte sich folglich um ein leichtes Ziel für Flugangriffe, denen wiederum die Flak in Hohenbrunn entgegensetzte. Angegriffen wurden jedoch nur die Loks. Das Kriegsende für Hohenbrunn und die umliegenden Gemeinden kann genau ermittelt werden. Am 30. April 1945 wurde München um 16.05 Uhr den amerikanischen Streitkräften übergeben, am gleichen Tag hat sich Adolf Hitler in Berlin das Leben genommen. Am Maifeiertag drangen US-Soldaten auch in den südlichen Landkreis

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München vor. In der Höhenkirchner Ortschronik von Rudolf Stingl ist dieses Geschehen detailliert nachskizziert. Von Ottobrunn aus wurden Kirchstockach und Hohenbrunn als erstes am frühen Morgen eingenommen, nämlich um 8.30 bzw. 9 Uhr. Bereits um 10 Uhr waren die Amerikaner in Wächterhof, alle weiteren Ortschaften bis nach Peiß wurden noch vor dem Mittagsläuten besetzt. Den Beschreibungen zu Folge muß der Winter damals noch Einzug gehalten haben. Sieben Zentimeter Neuschnee und Kälte waren an diesem Tag zu ermitteln. So manches Haus dürfte ebenfalls einen weißen Farbtupfer gehabt haben: weiße Fahnen als Zeichen der Kapitulation. Martha Hartl aus Siegertsbrunn erinnerte sich an diesen Tag, als die US-Panzer von Höhenkirchen nach Siegertsbrunn stießen: „Wir sahen sie an unserem Häuschen vorbeifahren. Auf den Panzern saßen schwarze Soldaten, die ersten Neger,

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die wir Kinder damals sahen. Ich weiß nicht mehr, was größer war, Angst oder Neugierde.“ In Hohenbrunn erfolgte die Übergabe des Dorfes an die Amerikaner ohne Kampfhandlungen. Größtenteils herrschte ein tiefes Aufatmen über das Ende des Krieges: „Sie fühlten sich durch das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft und des Krieges wie von einem zuletzt schier unerträglichen Druck befreit“, so Beham. Fast neun Jahre lang lag damals das Geschick der Gemeinde in den Händen von Bürgermeister Kaspar Berger. Ihm attestierte Pfarrer Johann Wenk ein äußerst besonnenes Wirken für das Gemeinwohl. Pfarrer Wenk hob die tatkräftige und verdienstvolle Gemeindeführung hervor, die himmelweit von den Methoden entfernt gewesen seien, die später insgesamt bekannt geworden sind. Erwähnung finden muss an dieser Stelle Pfarrer Johann Wenk, der am 17. März 1871 in Miesbach als Schuhmachermeistersohn geboren und am 29. Juni 1895 in Freising zum Priester geweiht worden ist. Fast vierzig Jahre lang bestimmte der Priester das seelsorgerische Leben in Hohenbrunn. Am 23. Juni 1908 erfolgte seine Berufung zum Pfarrer von Hohenbrunn. Unter seiner Anleitung wurde der Burschenverein gegründet. 1921 bemühte er sich, eine neue Orgel für die Pfarrkirche Sankt Stephanus zu beschaffen. In seine Amtszeit fallen zahlreiche Auspfarrungen. Hofolding wurde am 1. Juli 1910 entlassen, Brunnthal am 20. März 1920 und Grasbrunn am 1. September 1937. Wie so oft, so holt uns die Geschichte wieder ein. 2010 wurde Grasbrunn mit Putzbrunn dem Pfarrverband Ottobrunn-Hohenbrunn wieder zugeschlagen. Bis zur endgültigen Trennung wurden die Filialen von Pfarrer Wenk regelmäßig, oftmals zu Fuß, seelsorgerisch betreut. Kurz vor Kriegsende wäre ihm das beinahe noch zum Verhängnis geworden. Auf dem Heimweg von ei-

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nem Seelengottesdienst in Höhenkirchen wurde er am 21. April 1945 von feindlichen Fliegern unter Beschuss genommen. Mehrere Maschinengewehrkugeln prasselten rechts und links von Pfarrer Wenk zu Boden, ohne ihn jedoch zu treffen.

Pfarrer Wenk waren Glockenbeschaffungen für Höhenkirchen, Siegertsbrunn und Brunnthal zu verdanken. Für die Kirchenrestaurierung in Höhenkirchen stellte der Priester 1.000 Reichsmark aus der Erbmasse seines Bruders, des Pfarrers Josef Wenk von Flintsbach, zur Verfügung. Der Hohenbrunner Kunstmaler Anton Niedermaier konnte in Höhenkirchen für Übermalungen gewonnen werden. Auch Hohenbrunn wurde von Pfarrer Wenk bedacht, etwa mit der Anschaffung zweier neuer Glocken nach dem Ersten Weltkrieg.

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Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!

zu bringen. Was mag das für ein Aufwand gewesen sein, die unterschiedlichsten Handschriften lesen und auswerten zu können. Vor allem sind die Ergebnisse in den „Geschichtlichen Notizen aus Hohenbrunn“ zu nennen, die auch für die Zusammenstellung dieser Chronik herangezogen werden konnten. Pfarrer Wenk ist 1945 wieder zurück in seine angestammte Heimat Miesbach gezogen. Der Kreuzungsbereich im Dorf Hohenbrunn ist ihm zu Ehren kurz nach seinem Tod in Pfarrer-Wenk-Platz umbenannt worden.

Hierfür mussten Kanonennarben erworben werden, um sie dann bei der Firma Rudolf Oberascher in München einschmelzen und zu Glocken gießen zu lassen. Große Freude herrschte, nicht nur für den Ortsgeistlichen, über die Priesterweihe und Primiz von Michael Estendorfer. Der Mesnersohn war der erste Hohenbrunner, den Wenk getauft hat. Im gleichen Jahr wurde auch der Kapuzinermönch Alkuin Steinegger geweiht. Zwei Primizen in einem Jahr waren und sind eine Seltenheit. Pfarrer Wenk bemühte sich, zu diesen Feierlichkeiten die Pfarrkirche renovieren zu lassen. Neben seinem Engagement für die Raiffeisenzweigstelle in Hohenbrunn sei hier besonders Pfarrer Wenks Bemühen um die Ortsgeschichte Hohenbrunns erwähnt. Jahrelang ist Pfarrer Wenk fast täglich in die verschiedensten Archive in München gefahren, um die erforderlichen Daten und Fakten aus alten Kirchenbüchern in Erfahrungen

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Die Militärregierung setzte am 17. Juni 1945 Stefan Schulz als Bürgermeister ein, zu seinen Stellvertretern wurden Johann Estendorfer und Hans Gasteiger bestellt. Es waren keine einfachen Monate und Jahre, die der Gemeinde – aus der Sicht des Mikrokosmos gese-

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hen - ins Haus standen. Deutschland lag in Trümmern, viele Gemeinden mussten Flüchtlinge aus den Ostgebieten aufnehmen oder Evakuierten aus dem zerbombten München eine Unterkunft geben. Lebensmittel waren rar und mußten gerecht verteilt werden. Wer sich heute eine Lebensmittelkarte der Nachkriegszeit anschaut, sollte sich einmal wirklich die Mühe machen, die darauf vermerkten Mengen einmal abzuwiegen, um zu sehen, welche Rationen es gab. Fünf Gramm Fett sind wirklich nicht viel. Wie wohl ein Kaffeeersatz geschmeckt hat? Nicht wenige werden sich daran sogar heute noch erinnern! Am 5. März 1946 trat das Gesetz zur Entnazifizierung in Kraft. 131 Fragen waren zu beantworten, um beispielsweise ein politisches Amt zu übernehmen. Heute ist in diesem Zusammenhang immer noch weitläufig vom „Persilschein“ die Rede. Heute mag für viele Menschen der Volkstrauertag nicht mehr eine all zu große Bedeutung haben. Dabei wird vergessen, dass es kaum einen Ort in Bayern gibt, der nach den Kriegen keinen Toten zu beklagen hatte. 31 Gefallene der Gemeinde Hohenbrunn sind bekannt, außerdem zehn Vermisste und zwei Hohenbrunner, Maria Erl und Ludwig Schulz, die unter Kriegseinwirkung im Gemeindegebiet ihr Leben lassen mussten. Ihre Namen wurden am Kriegerdenkmal vis-à-vis vom Rathaus angebracht. Das Denkmal wurde bereits im Jahre 1921 für die 21 gefallenen Hohenbrunner errichtet, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben lassen mussten, unter ihnen auch die Burschenvereinsmitglieder, die auf dem Totenehrenfahnenband mit Namen aufgestickt worden sind. Entworfen wurde das Denkmal, das eine „Patrona Bavariae“ als Abschluss ziert, vom Münchner Bildhauer Angermaier. Weiterhin befindet sich im südlichen Vorbau der Pfarrkirche St. Stepha-

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nus eine Kriegergedächtnisstätte. Auch hier sind die Namen der Toten und Vermissten der beiden Weltkriege angebracht worden, um ihrer zu gedenken. Eindrucksvoll ist das mächtige Holzkreuz, das der Künstler Hannes Cobe 1955 aus einem einheimischen Fichtenstamm geschaffen hat. Im Kircheninnern ist an der rechten Seitenwand eine Tafel für die Kriegsopfer der Jahre 1914/1918 errichtet worden. Auf ihr wird die Bevölkerung dazu aufgerufen, der gefallenen Krieger des Pfarrdorfes Hohenbrunn im dankbaren Gebet zu gedenken. Doch es gibt auch kleine Hinweise, die auf die Kriegsgeschehnisse hinweisen. Wer mit einem offenen Auge über den Kirchenfriedhof geht, wird an so manchem

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Grabstein auch das Eiserne Kreuz erkennen, das den Tod auf dem Feld anzeigt. Die Kapelle an der Siegertsbrunner Straße, zwischen Hohenbrunn und dem Gewerbegebiet gelegen, gibt privates Zeugnis ab: Hier wird der Gefallenen der Familie Berger gedacht. Ganz davon abgesehen, dass in vielen Familien weiterhin das Gedächtnis an die verstorbenen Angehörigen auch heute noch aufrechterhalten wird. Dazu gehört auch der Volkstrauertag im November. Es geht nicht um eine Kriegsverherrlichung, sondern um die Erinnerung und an die Mahnung, Frieden zu halten. Albert Schweitzer (18751965) hat zwar einen Satz geprägt, der eigentlich auf die Kriegsgräber zugeschnitten worden ist.

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Aber er lässt sich auch ausweiten: „Kriegsgräber sind die großen Prediger des Friedens.“ Die kleinen und großen Kriegerdenkmäler auch in Hohenbrunn sind stumme Zeugen und Mahner. Und sie sind größtenteils stets zugänglich, um sich mit der Ortsgeschichte auseinanderzusetzen. „Um der Zukunft willen darf die Vergangenheit nicht verdrängt werden“, so der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber, am 8. Mai 2005 in Berlin. Bis zum heutigen Tage gehören beim Volkstrauertag zu den Fahnenabordnungen auch der Burschenverein Hohenbrunn und die Freiwillige Feuerwehr Hohenbrunn. Fester Bestandteil im dörflichen Leben und in der Burschenvereinsgeschichte war und ist das Maibaumaufstellen mitsamt den Vorbereitungen. Bis heute ist es üblich, alle fünf Jahre einen neuen Maibaum in der Mitte Hohenbrunns händisch zu errichten.

Aufgrund von diversen Auflagen durch Versicherung und Gemeinde kann die Zeit zwischen den Aufstellungen auch kürzer sein, wenn der so genannte „Maibaum-TÜV“ Beanstandungen erkennt, die ein frühzeitiges Umlegen notwendig machen. In Hohenbrunn musste auch schon durch Unwetter der Maibaum eher als geplant entfernt werden („Kyrill“, 1. März 2008).

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Aufnahmen aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts zeigen, dass das Maibaumaufstellen keineswegs nur Aufgabe des Burschenvereins war, wenngleich den Belegen nach diese Tätigkeit für den Burschenverein bis in den Beginn des vergangenen Jahrhunderts verbrieft ist. 1901 stellte sich eine stattliche Gruppe an gestandenen Männern vor den fertig errichteten Maibaum. Damals war der Baum ziemlich genau im heutigen Kreuzungsbereich des Pfarrer-Wenk-Platzes, wo damals die Dorflacke war. Das Windrad ist noch deutlich vor dem damaligen Pfarrhof zu erkennen. Bis heute ist dies übrigens ein Motiv, das von den Burschen gerne für Ankündigungen verwendet wird.

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Die Männer sind in ihrer Tätigkeitsbekleidung zu erkennen, manche sogar mit einem Schaberer, Hut war Ehrensache. 1906 durften auch einige Kinder, darunter auch Mädchen, und junge Burschen mit aufs Erinnerungsfoto, ebenso 1911. Erstaunlich ist der Wandel im Jahr 1932. Eine Gruppe von 29 Männern ist darauf im feinsten Nadelzwirn und Binder zu erkennen. Im unteren Drittel des Maibaums wurde vermutlich ein kunstvoll verziertes Vogelhäuschen angebracht. Beim Tanz um den Maibaum ist deutlich zu erkennen, dass damals Tracht keineswegs auf der Tagesordnung stand. Die Herren sind weiterhin im Anzug mit Hut zu erkennen. Die Tänzerinnen haben sich ein sich geziemendes Kleid ausgesucht. Aufgestellt wurde über die Jäger-von-Fall-Straße. Bereits fünf Jahre später, 1937, sind zumindest die Damen im Dirndl zu erkennen, als sie sich vom Gasthof „Tristl“ zum Maibaumplatz mit

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ihren Begleitern aufgemacht haben. Ehrensache war es für die Herren, eine fesche Blume am Revers zu tragen. Zweieinhalb Jahre später werden viele von ihnen den Straßenanzug mit der Uniform gewechselt haben müssen. Nach den Aufzeichnungen von Alois Beham wurde noch zu Nazizeiten in Hohenbrunn der Maibaum in den bayerischen Farben weiß-blau angestrichen. Diese Farbgebung schien „SA- und SS-Kameraden“ [SS=Schutzstaffel; SA=Sturmabteilung] aus der Umgebung nicht gefallen zu haben. Zuerst wurde gefordert, den Maibaum zu entfernen. Doch den Worten folgten keine Taten. Die Nazi-Leute gaben nicht klein bei, fühlten sich herausgefordert und sollen sich daran gemacht haben, den aufreizenden Maibaum mit einer Sprengladung in die Luft zu jagen. Nur kamen sie nicht dazu, da sich Bürgermeister Leonhard Wagner dagegenstellte.

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Es soll auch zu einer Schlägerei gekommen sein, bei der einer der Hohenbrunner Burschen seinen rechten Arm verloren hat. Zu dieser Zeit gab es bereits ein restriktives Sprengstoffgesetz, weswegen sich die Übeltäter vor Gericht zu verantworten hatten. Acht SA-Leute wurden pro forma verurteilt und bekamen umgehend Amnestie zugesprochen. Diese Geschehnisse hatten Nachwirkungen. SS und SA wollten die Sache nicht auf sich beruhen lassen. Von dieser Begebenheit ist auch ein Bericht im Völkischen Beobachter vom 3. Juli 1936 überliefert, dort heißt es: „Sonnwendfeuer in Hohenbrunn! Es ist schon einige Tage her, seit die Bewegung und mit ihr fast das gesamte deutsche Volk das Fest der Sonnwende feierte. Abschließend wollen wir aber doch noch über eine besondere Veranstaltung dieser Art berichten; der Ort der Handlung und einige Begleitumstände dürften unsere Münchener Leser interessieren. Der Führer des Sturmbanns III der 1. SS-Standarte „Julius Schreck“, Hauptsturmführer Helle, hatte es sich nicht nehmen lassen, mit seinen Kameraden die Sommersonnenwende im Sinne unserer Ahnen zu erleben. Er wollte mit ihnen den

Kampf zwischen Licht und Finsternis symbolhaft deuten und gestalten. So wählte er als Ort der Feier „ausgerechnet“ – Hohenbrunn, dessen aufreitzender weiß-blauer Maibaum kürzlich die Ursache bildete, daß eine Anzahl SA.-Kameraden sich vor den Schranken des Gerichts zu verantworten hatten. Die Männer von SA. wollten nicht zurückstehen, und als die Männer vom Sturmbann III/SS. I nach Hohenbrunn hinauskamen, setzte sich ein stattliches Häuflein SA.-Kameraden an die Spitze des Zuges; schweigend ging es hinein in die Nacht. Der Herr Bürgermeister selbst mußte am Abend wegen „dringender Geschäfte“ nach München und konnte so der Einladung zur Teilnahme an der Feier leier nicht Folge leisten. Die SA.- und SS.-Männer mußten schweren Herzens verzichten. Auf freiem Felde stand das Viereck aus SA. und SS. Während im Westen über München die letzte Glut des scheidenden Tages verdämmerte, gab das Treuelied der Schutzstaffel den Auftakt zu der Feier. Sturmbannführer Müller fand offene Worte über den Sinn der Sonnwendfeier und für den Grund, aus dem gerade Hohenbrunn als Stätte dieser Veranstaltung auserwählt worden war. SS.-Obersturmführer Koch sprach dann den

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Feuerspruch, und weiterhin kündete eine hochauflodernde Flammen symbolhaft von nationalsozialistischem deutschen Wollen. Weit hallte das Kampf- und Trutzlied Horst Wessels in die stille Sommernacht hinaus. Unhöflich wäre es, wenn zum Schluß nicht auch des Herrn Bezirksamtmannes gedacht würde, der den Männern in dieser gefährlichen Gegend seinen polizeilichen Schutz gewährte, und ihnen durch die Anwesenheit zweier Beamter und eines Polizeihundes das unbedingte Gefühl vollständiger „Sicherheit“ geben zu müssen glaubte.“ Nach eigenem Bekunden wollte Bürgermeister Wagner nicht zu der Sonnwendfeier der SA gehen. Kurz darauf trat er von seinem Amt als Bürgermeister aus gesundheitlichen Gründen zurück. Tatsächlich wurde sein Rücktritt erst am 1. Oktober 1936 genehmigt.

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Unverändert festgehalten wird in Hohenbrunn am 1. Mai als dem Burschenfeiertag schlechthin, der in Bayern kirchlicherseits auch als „Hochfest der Schutzpatronin Bayerns (Patrona Bavariae)“ begangen wird. Die Vorbereitungen beginnen bereits rund um Weihnachten zuvor. Im „Spenderwald“ wird ein entsprechender Fichtenstamm geschlagen, der die Mindesthöhe von dreißig Meter hat. Vor Ort wird der geschlagene Baum noch geschäppst, also entrindet. Im März erfolgt dann das Einholen des Baums, einerseits bereits schon ein kleines Fest, andererseits auch immer mit Gefahren verbunden. Denn sollte eine andere Gemeindegrenze überschritten werden und dort Burschen die Weiterfahrt verhindern, dann gilt es, eine Auslöse (Brotzeit und Bier) auszuhandeln. Im Ort, also hier in Hohenbrunn, wird dann der Fichtenstamm gelagert, um ihn entsprechend für seinen neuen Standort herzurichten. Hier gehen etwa sechs bis acht Wochen ins Land. In dieser Zeit heißt es, den Stamm nicht nur zu hobeln und zu schleifen, anzustreichen und vorzubereiten, sondern auch zu bewachen.

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Eine eigene Wachhütte gibt Platz, um auch nächtens dem Baum nah zu sein. Verschiedenste Möglichkeiten wurden und werden wahrgenommen, um den Stamm auch zu sichern. Mal waren es Fahrzeuge, mal Haufen mit Holzscheiteln, die platziert worden sind, um einen entsprechenden Schutz zu gewährleisten. Ungeschriebenes Gesetz ist es, dass ein „Diebstahl“ durch andere Burschenvereine nur während der Nachtzeit erfolgen darf. Und so lange ein Hiesiger innerhalb der Gemeindegrenze die Hand auf den Stamm gelegt hat, gilt der Diebstahl für abgebrochen. Erst mit dem Überschreiten des Stamms der Flurgrenzen, war der Diebstahl „rechtens“. Dann gab/gibt es entsprechende Verhandlungen für die Auslöse. Als Ehrensache versteht es sich (eigentlich), mit dem guten Stück pfleglich umzugehen. 2010 mussten die Großhelfendorfer Burschen erleben, dass sich manche Burschen bedauerlicherweise nicht an diese Praxis halten. Beim unsachlichen Abtransport ist ein großes Stück des fast fertigen Stamms abgebrochen. Nicht bekannt ist es, dass bisher die Hohenbrunner – erfolgreich – einen Maibaum gestohlen haben. 1965 war es in Hohenbrunn wieder soweit, einen Mai-

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baum in Hohenbrunn aufzustellen, den ersten wieder nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein Prachtstück von 32 Metern Länge und dreieinhalb Festmetern war bald ausgesucht und konnte im Januar im Wald gefällt werden. Nach reibungslosem Transport wurde der Baum in einem Anger eines Landwirts am Ortsrand von Hohenbrunn gelagert. Im März wurde dann mit den Vorarbeiten begonnen, also mit dem Entrinden und Feinschälen des Stamms.

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Da war für die Putzbrunner Burschen die Zeit gekommen, einen perfekten Maibaumdiebstahl zu organisieren. In einer stockdunklen Nacht, Ende März 1965, sollte der Plan ausgeführt werden. Die Vorarbeiten liefen generalstabsmäßig und ohne Geräusche auf dem weiten Anger ab, da kam zu später Stunde der Besitzer des Hofes von einem Wirtshausbesuch mit dem Auto nach Hause. Um von den Autoscheinwerfern nicht erfasst zu werden, flüchteten die Putzbrunner unter den aufgebockten Stamm und verhielten sich mucksmäuserlstill. Einem plötzlichen inneren Druck gehorchend, ging der Spätheimkehrer in Richtung Maibaum und verschaffte sich längere Zeit Erleichterung. Ein paar Schritte weiter und die Räubermannschaft hätte es mit einer lauwarmen Brause zu tun gehabt! Da sich alle Burschen trotzdem wacker ruhig hielten, wurden sie nicht bemerkt, und der Spätheimkehrer ging erleichtert zu Bett. Nach diesem Zwischenfall ging das Vorhaben, den Hohenbrunner Maibaum zu entwenden, weiter und die Maibaumdiebe erreichten die Hauptstraße nach Putzbrunn. Um den nächtlichen Gegenverkehr zu warnen, wurde ein Voraustrupp losgeschickt, der Elektroinstallation Neubau + Sanierung SAT-Anlagen

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auch dann sofort einen entgegenkommenden Autofahrer mit folgenden Worten anhielt: „Bitte vorsichtig weiterfahren – wir stehlen gerade den Hohenbrunner Maibaum.“ Dummerweise hatten sie es mit einem Hohenbrunner Lebensmittelhändler zu tun. Der Angesprochene wusste sofort, was er zu tun hatte. Über eine Abkürzung fuhr er langsam in Richtung Jäger-von-Fall-Straße und von dort schnell zum Pfarrer-Wenk-Platz. Dort angekommen, drückte er – ohne mit der Wimper zu zucken – den Auslöseknopf der Feuerschutzsirene. Nach kurzer Zeit waren die alarmierten Feuerwehrleute zu Fuß, einige mit dem Radl und einer mit dem Auto zur Stelle und erfuhren, wo es „brennt“. Der mit dem Auto Angekommene setzte sich mit einigen Kameraden in sein Fahrzeug und fuhr sogleich zur Ortsgrenze und stellte seinen VW-Bus auf der Straße quer. Dort wartete der Tross auf die Putzbrunner. Die weiteren Feuerwehrleute nahmen die Verfolgung der Maibaumdiebe zu Fuß oder auf dem Drahtesel auf. Folglich waren die Putzbrunner vor Erreichen der Gemeindegrenze von Hohenbrunner Floriansjüngern umzingelt. Nach kurzer und erregter

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Diskussion mussten die Putzbrunner Maibaumdiebe zugeben, dass ihr Vorhaben gescheitert war. So kehrte der Maibaum dank der mutig ausgelösten Feuerschutzsirene noch in der gleichen Nacht auf seinen angestammten Lagerplatz zurück. Anschließend wurde die erfolgreiche Maibaumrettung bis zum Morgengrauen in der Küche beim Alten Wirt ausgiebig gefeiert, was manchen Retter veranlasste, Freuden- bzw. Solotänze auf der Herdplatte auszuführen. Es hat sich schnell herumgesprochen, dass es gar nicht so einfach ist, in Hohenbrunn den Maibaum zu stehlen. Die eigentliche Wiedergründung des Hohenbrunner Burschenvereins datiert ins Jahr 1968. Am 23. April wurde dieses Ereignis beurkundet, als Gründungsmitglieder sind Erich Ortner, Benno Maier, Leonhard Gailer, Balthasar Schulz, Andreas Tristl, Georg Mittermüller, Josef, Franz, Hans und Alois Estendorfer sowie Hans Kronast aufgelistet. Ehrenmitglied war Dr. Schwarzmaier. Zum Vorsitzenden wurde Erich Ortner bestellt, Stellvertreter war Balthasar Schulz, Kassier Benno Maier und Schriftführer Andreas Tristl. Zum Vereinslokal wurde das Gasthaus Neuwirt erkoren.

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Wie es in vielen Teilen Bayerns Brauch ist, wird auch in Hohenbrunn der Maibaum weiß-blau angestrichen. Seit vielen Jahren zieren Tafeln mit den unterschiedlichsten Vereins- und Zunftzeichen und mit den Abbildern des Hohenbrunner Rathauses und der Pfarrkirche Sankt Stephanus den Maibaum, der heutige Bestand ist unter dem Burschenvorsitzenden Georg Maier 1980 angeschafft worden und wird seitdem alle Jahre wieder aufgefrischt bzw. ausgebessert. 1985 war Johann Thalmaier Vorsitzender, als der nächste Maibaum zum Aufstellen war. Damals geschah dies übrigens an einem 28. April, einem Sonntag. Neuschnee und Schneegestöber begleiteten am festgelegten Termin die Burschen von Hohenbrunn. Die größte Überraschung war jedoch unter der weißen Pracht versteckt: Unbekannte hatten in der Nacht zum Aufstellen das mit viel Mühe ausgehobene zwei Meter tiefe Loch mit Holz und Sand aufgefüllt, so dass erst einmal zur Schaufel gegriffen werden musste, um die Hinterlassenschaften zu entfernen. Zu diesem Zeitpunkt ist

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erstmals nach langer Zeit wieder per Hand der Maibaum aufgestellt worden, auf Anregung des Vorsitzenden Johann Thalmaier, „wie zu alten Zeiten“, so der Heimathistoriker Heinrich Gröber. Nach eigenem Bekunden musste zuerst einmal Überzeugungsarbeit geleistet werden, damit die Burschen ihre eigenen Muskeln wieder spielen ließen. Der damalige Burschenchef fand aber große Zustimmung unter seiner Mannschaft. Gestiftet wurde der 33 Meter lange Stamm vom Moar (Estendorfer), mit dem Ehepaar Fischer aus Putzbrunn wurden die Tänze einstudiert. Am eigentlichen Maifeiertag war vormittags ein muskalischer Frühschoppen beim Alten Wirt, um 13.30 Uhr fand ein Standkonzert am Maibaum statt, dann wurde in die Maifeier mit Ansprachen und Volkstänzen des Burschenvereins – mit vierzehn Pärchen - übergeleitet. Weiter ging es wieder zurück zum Alten Wirt zur weltlichen Feier. Um 19 Uhr wurde zum Maitanz mit der Blaskapelle Baiernrain eingeladen.

In früheren Jahren wurde der fertige Maibaum mit einem Pferdefuhrwerk zum angestammten Platz gefahren, um ihn dort mit Schwalben aufzustellen. Bis 2009 wurde der Maibaum beim Aufstellen in ein Loch fallen

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gelassen, wo er dann mit entsprechenden Maßnahmen gesichert worden ist. Aus Gründen der Sicherheit wurde dann ein Stahlgerüst neu eingebracht. Erstmalig wurde am 1. Mai 2009 der Maibaum in die Schienen gezwungen und dann mit Manneskraft aufgestellt. Unter großer Beteiligung der hiesigen Bevölkerung wurde in der Vergangenheit immer der Maibaum von zahlreichen Burschen, Altburschen und weiteren Männern in wenigen Stunden in die Höhe verbracht. Selbst Regen konnte ihnen dabei nichts anhaben, wenngleich dann der standesgemäße Tanz um den Maibaum auch schon mal verlegt werden musste. Kurz vor dem 1. Mai werden Unmengen an rohen Eiern von den Hohenbrunner Madeln ausgeblasen. Die geleerten Eier werden auf einer Schnurr aneinandergereiht und dann kunstvoll um den unteren Stammteil des Maibaums, nach dem Aufstellen, gebunden. Wie der Maibaum selbst, so ist auch hier der Hintergrund des Brauchtums in Fruchtbarkeitssymbolen zu suchen und zu finden. In den historischen Berichten ist nachzulesen, dass in früheren Jahren die Eier während der Aufstellzeit des Maibaums von einigen Burschen gesammelt worden sind. Dabei soll es nicht selten

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vorgekommen sein, dass einer die Bäuerin um die Eier gebeten hat, währenddessen zwei weitere Burschen frisch gelegte Eier aus dem Hühnerstall „unerlaubt geholt“ hatten. Dabei soll sich so mancher Sammler „vergriffen“ und fürs leibliche Wohl der Burschen die eine oder andere Henne gleich mit entwendet haben. Viel Geschick braucht es, einen Maibaum händisch aufzustellen. Dafür ist nicht nur ein geübtes Auge not-

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wendig. Einer hat das Sagen, denn sonst funktioniert das nicht. Scherstangen oder auch Schwalben müssen eingebracht und ergänzt werden, mit Stützbohlen wird gesichert, damit keine Gefahr für die umstehenden Personen besteht. Beim Kommando „ho ruck“ wird wieder ein Stück angehoben, werden die Scherstangen versetzt, geht der Baum wieder ein bisserl mehr in die Vertikale, bis dann endlich das Zeichen gegeben werden kann, abzulassen, weil der Baum steht.

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www.trachten-baeda.de Ottostraße 4 · 85521 Ottobrunn · Tel. 089/45 03 69 24 Der Brauch des „Pfingsthansl“ wird in Hohenbrunn nicht mehr in der früheren Form begangen. Früher war es üblich, in der Nacht vom Pfingstsamstag auf den Pfingstsonntag Sägemehl zwischen bekannten Liebschaften zu streuen. Zwischen der Wohnung des Mädels und des Liebhabers wurde auf einer Breite von etwa dreißig Zentimetern die Spur gelegt. Früher habe sich der Streuer mit dem Rücken zum Fahrer auf den Motorradsozius gesetzt, wobei er einen Sack Sägemehl in den Händen hielt, der an einem Eck aufgeschnitten worden war. Und dann ging es bei langsamer Fahrt los, vom einen Punkt zum anderen. Heutzutage wird, wenn überhaupt, die Spur mit Kalk aufgezeigt. Mancherorts meinen Burschen, sie sind aberwitzig und nehmen Dispersionsfarbe, was auch schon zu mancher Anzeige ge-

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führt hat. Nicht immer ist dieses Spurlegen unbedingt mit Freude verbunden gewesen. Manche Liebschaft ist bei den Eltern keineswegs bekannt (gewesen). Deutlicher geht es kaum. Da gab es für manchen heimischen Frieden durchaus Wind, der aufgrund des Pfingstfestes vielleicht anders gedacht war, als er dann tatsächlich verspürt worden ist. Es gab wohl auch eine Zeit, in der am Haus der Geliebten ein bekleideter Pfingsthansel aus Stroh auf dem Dachgiebel mit überlangen Nägeln befestigt wurde. Beim Burschen kam die Pfingstgretl auf das Dach des Hauses, in dem er beheimatet war. Überliefert ist, dass auf das Dach manches Bauernhofes ein kompletter Mistwagen montiert und mit Mist beladen worden ist. Den Grund hierfür weiß jedoch niemand mehr.

Bis heute durchaus noch gepflegt wird der Osterschnaps, aber vor allem der Stephani-Schnaps. Am Ostermontag bzw. am Zweiten Weihnachtsfest (Stephanus) gehen die ledigen Burschen zu den unverheirateten Mädels am Ort und lassen sich auf eine Runde Schnaps einladen. Da auch Hohenbrunn in den zurückliegenden Jahren gewaltig gewachsen ist, sind die Mengen, die dann intus sind, nicht unerheblich. Hierbei haben Pärchen nicht nur zusammengefunden. Es geht halt nicht nur bierernst bei den Burschen ab. Begonnen wird das Jahr meistens mit der üblichen Generalversammlung, alle zwei Jahre findet dabei die Neuwahl der Vorstandschaft statt.

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Ein wichtiger Termin im Kirchenjahr ist das Fronleichnamsfest am zweiten Sonntag nach Pfingsten. Bei der üblichen Fronleichnamsprozession ist es bis zum heutigen Tage die Aufgabe der Burschen, die schweren Fahnenstangen mit den prächtigen Fahnen zu tragen. Lediglich die Jungfrauenfahne ist Angelegenheit der Damenwelt. Nicht minder wichtig ist das Wochenende nach dem Gedenktag des heiligen Kilian (8. Juli), an dem seit vielen Jahrzehnten das Siegertsbrunner Leonhardifest, der Leahats, begangen wird. Samstagsabend ist der Leonharditanz im Festzelt, wo sich vor allem die Jugend und

Junggebliebene aus dem Südosten des Landkreises Münchens, aber auch weit darüber hinaus, trifft. Der Leonhardisonntag ist ganz dem Viehpatron gewidmet. Um 9 Uhr morgens wird, bei schöner Witterung vor der Siegertsbrunner Wallfahrtskirche, Gottesdienst gefeiert. Gegen 10 Uhr findet der dreimalige Umritt bzw. die dreimalige Umfahrt von Pferden, Gespannen und Fuhrwerken rund um das Gotteshaus statt. Seit vielen Jahrzehnten ist es mittlerweile Brauch, dass die umliegenden Burschenvereine mit eigenen Festwägen sich an diesem Fest beteiligen. Das gilt auch für den Hohenbrunner Burschenverein. Bereits ein, zwei Tage vorher sitzen die Burschen zusammen, um mit Hilfe der Madeln Daxen zu binden, damit grüne Zweiggirlanden den Festwagen zieren. In die Daxen werden Blumen hineingeflochten, außerdem wird der Festwagen noch weiter

geschmückt, so dass jedes Fuhrwerk ein kleines Schmuckstück ist. Für etwas Ruhe und auch die kirchliche Ordnung sorgen meist die Kutscher, die eigens für dieses Ereignis mitsamt dem Pferdegespann geordnet werden. Dass es nicht immer ganz ohne Alkohol auf

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den Wägen zugeht, ist weitläufig bekannt. Aber zumindest beim Segen, der dreimal erteilt wird, herrscht auch bei den Burschen wieder Einkehr. Danach gilt es, den Durst im Bierzelt oder auf dem Festplatz zu stillen. Feste Termine im Burschenjahr sind das Weißbierfest um Pfingsten und das Weinfest im September, das seit 2010 als „Wiesn-warm-up-Party“ begangen wird. Vor allem das Weißbierfest erfreut sich größter Beliebtheit, kann heuer zum 25. Mal begangen werden. Zusammen mit der Hopf-Brauerei ist dieses Fest wahrlich kultig, über Jahre hinweg wurden eigens Weißbiergläser mit Jahreszahlen geschaffen, die Einblick in eine jahrelange Tradition geben. Was sonst wohl eher selten vorkommt, gehört in Hohenbrunn einfach dazu: anstatt der Maibaumfahne ist schon häufig die Brauereifahne aufgezogen worden. Früher wurden die Feste im Stadel am Grasbrunner Weg gefeiert. Seit Jahren nunmehr ist der neue Bauernstadel an der Siegertsbrunner Straße das Ziel der Feierfreudigen. Mehrmals war die Band „Bitter Lemon“ zu Gast. Gesehen und gesehen werden, das gilt bis heute bei den Festen des Hohenbrunner Burschen-

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vereins. Da kommen Jung und Alt aus der Gemeinde zusammen, viele bekannte Gesichter aus dem Umland und auch wieder Hiesige, die sonst ein ganzes Jahr nicht in der Gegend sind.

Die Süddeutsche Zeitung schrieb einmal dazu 2002: „Auf einmal sind alle wieder da und alles ist wieder so, als wäre man nie getrennt worden. Außerdem trifft man Leute aus anderen Jahrgängen und von den umliegenden Schulen, den Ex-Freund der Schwester und die Jungs aus den örtlichen Fußball- und Kegelclubs. Im Gegensatz zu Schulfesten hat man nie das Gefühl, fehl am Platz zu sein. Man ist hier, weil man trinken und feiern will, weil man alte Bekannte wieder sehen will und weil alle das Gleiche wollen.“ Mittlerweile sind die Vorschriften etwas härter, ohne Sicherheitsdienst kommen auch die Hohenbrunner Burschen nicht mehr aus und die Altersgrenze musste auf 18 Jahre beim Einlass erhöht werden, weil es immer schwieriger wurde, dem Jugendschutzgesetz gerecht zu werden.

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Die Akzeptanz beim Weinfest hat erstaunlicherweise in den zurückliegenden Jahren nachgelassen, obgleich eine reiche Auswahl an edlen Tropfen zur Auswahl stand. Aus diesem Grund haben die Burschen 2010 den Schlussstrich gesetzt und mit einer Vor-OktoberfestParty einen neuen Meilenstein in der eigenen Vereinsgeschichte gesetzt. Bürgermeister Stefan Straßmair hatte die Aufgabe, das erste Fass anzustechen, damit genügend Hopfensaft über den Tresen ausgeschenkt werden konnte. Der Erfolg gab den Verantwortlichen Recht, diesen Weg zu gehen, so dass nunmehr das Weinfest in einer anderen Art neue Früchte trägt. Gern gesehen sind die Burschen am Ort und weit darüber hinaus. Hierfür seien einige Beispiele angegeben. Der Hohenbrunner Burschenverein rückte mit der Fahnenabordnung und Mitgliedern zur Primiz von Bernhard Bielasik am 5. Juli 1987 nach Ottobrunn aus und war natürlich bei der Heimatprimiz des Benediktinerpaters Lukas (Christoph) Wirth OSB am 16. Juli 2000 in Hohenbrunn dabei. Pater Lukas ist in der Hohenbrunner Luitpoldsiedlung zu Hause, wo noch heute seine Eltern wohnen. Er ist Konventmitglied der Abtei Scheyern im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm und dort unter anderem Archivar und Klosterverwalter. Weiterhin pflegt der Benediktiner enge Beziehungen zu seiner Heimat, wo er immer wieder auch Gottesdienste feiert und mittlerweile mehrere Burschenvereinsmitglieder getraut hat. Pater Lukas wird auch beim diesjährigen Jubiläum der Burschen den Festgottesdienst mitfeiern. Am 21. Januar 2000 war der Burschenverein ebenfalls dabei, als die Krieger- und Soldatenkameradschaft Hohenbrunn auf 75 Jahre zurückblickte.

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Im Umland war der Burschenverein Hohenbrunn mehrmals zu Festivitäten eingeladen, um auch mit Fahne, Vorstandschaft und Burschen mit von der Partie zu sein. Zahlreiche Fahnenbänder zeugen von den Aktivitäten des Vereins: 14. Juni 1990, Fahnenweihe des Burschenvereins „Die Gemütlichen“ Perlach, 23. Mai 1993 100-Jahrfeier des Burschenvereins Putzbrunn, 12. Juni 1994 100-Jahrfeier des Burschenvereins Ismaning, 9. Juni 1996 75-Jahrfeier des Burschenvereins „Die G’mütlichen“ Perlach, 22. Juni 2003 Standartenweihe des Patenvereins Ottobrunn. 2007 rückten die Burschen zur 35-Jahr-Feier des Burschenvereins Harthausen aus; 2008 feierten die Putzbrunner Burschen 115 Jahre Bestehen.

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Auch die eigenen Jubiläen wurden in Hohenbrunn begangen. So gab es ein einfaches Fahnenband der Hohenbrunner zum hiesigen 80-jährigen Gründungsfest am 1. Juni 1991. Der Ottobrunner Patenverein „König Otto I. von Griechenland“ überreichte am 9. Dezember 2001 ein grünes Fahnenband an die Hohenbrunner zur 90-Jahr-Feier.

Zeichen der gelebten Freund- und Patenschaft darstellt. In Eigenleistung haben die Hohenbrunner Burschen mit einem finanziellen Beitrag der Gemeinde, tatkräftigem Engagement des Bauhofs und materieller Unterstützung hiesiger Unternehmen den heutigen Jugendtreff am Pframmerner Weg (2003/2004) und die Wachhütte beim Sportplatz (2008/2009) errichtet.

Die Bande mit dem Ottobrunner Patenverein bestehen bereits seit vielen Jahren. Auch unterm Jahr helfen sich die beiden Nachbarvereine gegenseitig und gehen sich unter die Arme. Die Hohenbrunner stehen parat, wenn in Ottobrunn der Maibaum aufgestellt wird und gehen mit zur Hand, damit dort der Traditionsbaum errichtet werden kann. Auch sind gegenseitige Wachen zur Maibaumzeit geläufig. Ein besonderes Geschenk haben die Ottobrunner den Hohenbrunnern für deren Wachhütte gemacht: einen geschnitzten Lederhosen-Steh-Tisch, der dort gerne auch in Gebrauch ist und ein äußeres

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Vielfältig ist das Vereinsleben bei den Burschen. Seinerzeit (1996) hat Kassier Bernhard Boeck den Ausspruch geprägt: „Wir paaren Nonkonformismus mit Brauchtum.“ Am besten lässt sich diese Wortwahl mit dem Ausspruch „gegen den Strom schwimmen“ in Verbindung mit Althergebrachtem übersetzen. Die Nichtübereinstimmung der individuellen Haltung mit den allgemein anerkannten Ansichten in Verbindung mit Traditionen ist vielleicht gerade bei Burschenvereinen ein Merkmal, um auch heute Altes mit Neuem leben zu können. Ehemalige Burschenvereinsmitglieder, die den Bund der Ehe eingegangen sind, haben sich in Hohenbrunn zu den „Wasserbüffeln“ formiert. Vorreiter für die Vereinsgründung waren Martin Irlinger und Herbert Eichinger. Über die Fernsehserie mit Fred Feuerstein kam es zum Vereinsnamen. Vor allem das Johannifeuer ist ein wesentliches Ereignis, das die Wasserbüffeln verantworten. Auch beim Christkindlmarkt sind die ehemaligen Burschenvereinsmitglieder mit von der Partie.

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Vorsitzende 1911-1914 1967-1969 1970 1971-1975 1976-1978 1979-1980 1981-1983 1984 1985 1986-1989 1990-1991 1992-1998 1999-2001 2002 2003-2004 2005-2006 2007 2008-2009 Seit 2010

Josef Berger Erich Ordner Benno Maier Balthasar Schulz Franz Gailer Georg Maier Johann Thalmaier Seppi Glasl Johann Thalmaier Peter Schulz Anton Fritzmaier Benno Maier Norbert Diebald Florian Diebald Andreas Tristl Johann Fritzmaier Holger Weiss Markus Lindner Stephan Fritzmaier

Vorstandschaft (2011) Vorsitzender 2. Vorsitzender Kassier 2. Kassier Schriftf端hrer 2. Schriftf端hrer Beisitzer

Stephan Fritzmaier Christoph Schulz Florian Diebald Stefan Pata Wolfgang Katzameier Stefan Stitzelberger Fabian Fritzmaier Johann Fritzmaier Jakob Thalmaier Holger Weiss

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150 Jahre Feuerwehr Hohenbrunn Retten LĂśschen Bergen SchĂźtzen

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Grußwort von Vorstand und Kommandant Seit nunmehr 150 Jahren sind in Hohenbrunn Männer und Frauen bereit, in der Feuerwehr Dienst zu tun und in Not geratenen Mitbürgern zu helfen. Waren es früher nur Einsätze zur Brandbekämpfung, so kamen ab den 1950er Jahren immer neue Aufgaben auf die Feuerwehr zu. Die Zunahme der Bevölkerung, der rasant wachsende Verkehr, die Industrialisierung und Technisierung stellen immer wieder neue Anforderungen an die Feuerwehr. Von Menschenrettung, Tierrettung, Brandbekämpfung bis hin zur Hilfeleistung bei Unfällen, Sturm- und Wasserschäden, sowie im Umweltschutz ist die Feuerwehr heute immer an vorderster Front dabei. Diese Vielfalt verlangt ein großes Ausmaß an Ausbildung und technischem Gerät für die Feuerwehr. Unser Dank und unsere Anerkennung gilt allen Feuerwehrmännern und Feuerwehrfrauen, die in den vergangenen 150 Jahren bis in die Gegenwart mit viel Idealismus und Begeisterung unter Mühen und Entbehrungen die Feuerwehr Hohenbrunn aufgebaut und getragen haben, sowie auch deren Angehörigen, die sie dabei unterstützten. Der Gemeinde Hohenbrunn und ihren verantwortlichen Repräsentanten danken wir für die stets gute Zusammenarbeit. Unser Dank gilt auch allen Bürgerinnen und Bürgern, den Betrieben und Geschäften, die unsere Arbeit unterstützten.

Ausrüstung unsere Aufgaben „Retten, Löschen, Bergen, Schützen“ zum Wohle Aller zu erfüllen. Als Kommandant und Leiter der gemeindlichen Einrichtung Feuerwehr und als Vorstand des Feuerwehrvereins wollen wir gemeinsam Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen, sowie unsere Jugend durch einen kameradschaftlichen Umgang beim Einsatz- und Übungsdienst und ein vielseitiges Vereinsleben für den Feuerwehrdienst begeistern, gemäß unserem Wahlspruch „Gott zu Ehr, dem Nächsten zur Wehr!“

Benno Maier Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Hohenbrunn

Wilhelm Feldmeier Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Hohenbrunn

Eineinhalb Jahrhunderte Feuerwehrgeschichte ist uns Ansporn und Verpflichtung auch in Zukunft mit einer gut ausgebildeten Mannschaft und einer zeitgemäßen

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Grußwort der Patenvereine 150 Jahre ist ein stolzer Geburtstag, zu dem auch die beiden patenschaftlich mit Hohenbrunn verbundenen Feuerwehren aus Aying und Höhenkirchen recht herzlich gratulieren wollen. Diese Zahl bedeutet zum einen eine lange Tradition an ehrenamtlichem Engagement in der Gemeinde, bei dem sich die Bürger gegenseitig helfen und schützen. Dass dies nicht selbstverständlich ist, zeigen die Waldbrände in Südeuropa. Dort kann es vorkommen, dass Dörfer, die keine eigene Feuerwehr haben, komplett niederbrennen. Zum anderen steckt in diesen eineinhalb Jahrhunderten auch eine ausgezeichnete Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinweg. Vor 50 Jahren traf man sich meist nur zu gemeinsamen Feuerwehrfesten, zum Kreisfeuerwehrtag und bei großen Bränden. Heute ist das ganze wesentlich vielschichtiger. Über die genannten Anlässe hinaus ist zum Beispiel die Aus- und Fortbildung ein Gebiet, in dem sehr intensiv zusammengearbeitet wird. Seit mehr als 10 Jahren führen die Feuerwehren des Kreisbrandmeisterbereichs 2/4 die gesamte praktische Grundausbildung bis hin zum Truppführer gemeinsam durch. Aber auch die gegenseitige Einladung zu speziellen Ausbildungsmaßnahmen ist mittlerweile selbstverständlich, beispielsweise zur Heißbrandausbildung im holzbefeuerten Brandcontainer, zu Theorie und Praxis bei der Personenbefreiung aus verunfallten Autos und zu vielem mehr. Diese Kooperation ist geprägt von einer außergewöhnlichen Kameradschaft. Hier gibt es kein besser oder

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schlechter, sondern nur den gemeinsamen Wunsch, Erfahrungen auszutauschen, damit die Hilfe für den Bürger immer effektiver wird. Die Feuerwehren Höhenkirchen und Aying bedanken sich ganz herzlich bei den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Hohenbrunn für diese freundschaftliche Partnerschaft. Wir wünschen euch ein schönes Fest, das allen noch lange in freudiger Erinnerung bleibt. Möge der heilige Sankt Florian auch weiterhin seine schützende Hand über euch halten.

Martin Bachmaier Freiwillige Feuerwehr Aying

Rainer Spar Freiwillige Feuerwehr Höhenkirchen

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Grußwort des Kreisbrandmeisters 150 Jahre – in der heute extrem schnelllebigen Zeit eine nahezu unvorstellbar lange Zeit. Und genau so lange gibt es die Freiwillige Feuerwehr Hohenbrunn, die zu jeder Tages- und Nachtzeit bereit ist, in allen möglichen und unmöglichen Notsituationen zu helfen. Waren es anfangs nur Brände, so sind es heute auch die vielfältigsten technischen Einsätze, die das Ausrücken einer Feuerwehr erforderlich machen. Neben dem Wirken im Einsatz bildet eine Freiwillige Feuerwehr aber auch eine Stätte der Kamerad- und Freundschaft. Gerade heute, wo leider vielfach nur mehr das egoistische Denken im Vordergrund steht, stellen diese Faktoren eine zusätzliche, menschliche Bereicherung dar. Und Menschlichkeit ist auch heute noch ein wichtiger Bestandteil in der Feuerwehr. Schlussendlich müssen sich die Helfer in kritischen Situationen aufeinander verlassen können, um die gestellten Anforderungen auch meistern zu können!

Michael Deuter Kreisbrandmeister

In einer Zeit, die zunehmend von persönlichen Vorteilen und einer Fülle von Freizeitangeboten geprägt ist, ist die aktive Mitgliedschaft in einer Feuerwehr besonders anzuerkennen. Abschließend möchte ich mich für Euer Engagement bedanken und Euch eine allzeit gesunde und unfallfreie Rückkehr von allen Tätigkeiten wünschen.

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Heiliger Florian Sankt Florian! In Deine Hand soll unser Dorf gegeben sein – Du hütest es vor rotem Brand und vor des Feuers hellem Schein. Sankt Florian! Du Schutzpatron warst Du den Vätern schon vor der Zeit – und wie der Vater steht der Sohn zum Schutz der Heimat bereits bereit. Sankt Florian! Sieh unsere Schar – ob alt, ob jung, es bleibt sich gleich – wir trotzen mutig der Gefahr, und uns schreckt nicht des Feuers Reich. Sankt Florian! Vom Himmel her blick nieder! Segnend heb die Hand und segne Deine Feuerwehr und segne unser Bayernland! (abgewandelte Anrufung aus dem Burgenland)

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150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Hohenbrunn Der Umgang mit dem Feuer beschäftigt die Menschheit seit unsäglich langer Zeit. So sehr der Nutzen darin entdeckt worden ist, so sehr sind mit der Macht über dem Feuer durch das Handhaben auch Gefahren damit einhergegangen. Dem Feuer Herr zu werden war und ist von wesentlicher Bedeutung. Doch trotz sorgsamem Auge und entsprechenden Schutzeinrichtungen ließ es sich nie vermeiden, alle Gefahren durch das Feuer tatsächlich zu bannen. So ist jede Ortsgeschichte auch mit, zum Teil schicksalsträchtigen, Bränden in Verbindung zu bringen. Feuer konnte viel Unheil bringen, konnte den Verlust von Hab und Gut, ja sogar von Leben bedeuten. Um so mehr war es wichtig, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um gegen auftretende Brände gewappnet zu sein. Sollte tatsächlich einmal ein Feuer ausgebrochen sein, dann hieß es, schnellstmöglich dagegen anzukämpfen. Jede Minute zählte, da aufgrund von nahanliegenden Bauten eine Brandausbreitung vor allem in früheren Zeiten bis ins 20. Jahrhundert hinein sehr rasch sein konnte. In der Festschrift „Die Feuerwehren Bayerns. 18681996“ [Herausgegeben vom Landesfeuerwehrverband Bayern e. V. anläßlich des 1. Landesfeuerwehrtages vom 21. bis 23. Juni 1996 in Kempten (Allgäu). München, 1996. S. 19)] heißt es zur Entwicklung der Brandbekämpfungsorganisation: „Kenntnis und Gebrauch des Feuers waren für die kulturelle Entwicklung der Menschheit von größter Bedeutung. Feuer bedeutet Licht, Wärme, Leben – gleichzeitig jedoch ist es Symbol der Zerstörung, von Vernichtung und Tod. Schon die

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Pfahlbauer hatten Mühe, ihre Feuer unter Kontrolle zu halten. Oft genug gingen ihre Siedlungen in Flammen auf, wie ausgegrabene Dorfanlagen beweisen. Erst die kontrollierte Erzeugung und Verwendung des Feuers bedeutete einen der entscheidendsten Schritte in der kulturellen Entwicklung der Menschheit. Von der Jungsteinzeit bis zur Gegenwart zieht sich, was die Brandbekämpfung betrifft, eine ununterbrochene Folge von Ärger, Not und Plage, ein ständiger Wechsel von Anstrengung und Nachlässigkeit, Erfolg und Versagen im Kampf gegen lodernden Brand.“ Brände gehören nicht zum alltäglichen Leben. Aber natürlich es kam immer wieder vor, dass auch in Hohenbrunn der „Rote Hahn“ über einem Dach erschien. Am 22. Juli 1719 brach in der Pfarrkirche Sankt Stephanus zwischen 19 und 20 Uhr ein Feuer auf dem Liebfrauenaltar aus. Der Altar konnte nicht mehr gerettet werden. Mit ihm wurden auch die Zinnpfeifen an der Orgel ein Opfer, ebenso eine Altarfahne. Es war ein großes Glück, dass damals kein größerer Brand ausbrach. Die Restaurierung dauerte bis zum Jahr 1723. Dann sollte es tatsächlich ein großes Unheil für Hohenbrunn geben, nämlich ein Jahr später. In einer Nachricht von Pfarrer Lorenz Suttner ist von einem großen Brand in Hohenbrunn die Rede. Etwa die Hälfte des Dorfes ist dabei ein Opfer der Flammen geworden. Unter anderem zeichnete der Geistliche auf: „Am Mittwoch, den 18. Oktober 1724 zur Mittagszeit umb 11 Uhr in einem kleinen Häusel daselbst durch einen 7-jährigen Knaben ein Feur aufkhommen und 20 Fürst

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[Firste, also Häuser] ohne den Kirchturm in die Aschen gelegt, daß lediglich noch die Kirchen salvirt [gerettet] worden.“ Welche Auswirkungen dies hatte, ließ sich damals wie heute kaum beschreiben, für einen nicht unerheblichen Teil der damaligen Bevölkerung standen schwierige Zeiten bevor. Es sei so viel ein Opfer der Flammen geworden, dass weder für die Leute als für das Vieh genügend zu essen vorhanden gewesen sei. Von Löschversuchen lesen wir in dieser Notiz nichts. Freilich gab es auch keine Feuerwehr zu dieser Zeit, schon gar nicht nach heutigem Verständnis. Aus dem Protokollbuch des Freisinger St.-Andreas-Stifts wissen wir nähere Hintergründe zu diesem Ereignis. Ursprung des Feuers war ein Söldenhäusl. Unter den zwanzig An-

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wesen, die abgebrannt sind, waren unter anderem der Pfarrhof, der Wagnerhof, der Freingerhof (Freisinger), der Seidlhof und der Marklhof. Da die Bauern gerade bei der Rübenernte waren und sich damit auf den Feldern befanden, war es ihnen nicht möglich, auch nur einen Teil der eingebrachten Ernte oder Hausgeräte zu retten. Die Kirche selbst wurde gerettet. Nur der Kirchturm fing Feuer. Dabei zerschmolzen die drei Glocken, die in die Tiefe stürzten. Das Ausmaß dieses Schadens lässt sich anhand von Wiederaufbaumaßnahmen erklären, die uns überliefert sind: Der Wiederaufbau des Pfarrhofes samt Getreidestadel und Hühnerhaus kostete rund 4.300 Gulden. Für die Kirchturmreparatur und drei neue Glocken mussten weitere 1.250 Gulden aufgebracht werden. Das Geld wurde von den Pfarreien des Gerichtes [Markt] Schwaben, zu dessen Bereich Hohenbrunn gehörte, als Darlehen vorgestreckt. Es waren insgesamt 85 Kirchenstiftungen, die sich an dieser Aktion beteiligten. Den Rest steuerten verschiedene Klöster und Stifte bei. Durchaus interessant ist die Feststellung, dass die Rückzahlung der von den Pfarreien aufgenommenen Summe von 4.122 Gulden mit jährlich neunzig Gulden vereinbart wurde, bis zum Jahr 1818! Die Bauern, die zum so genannten „Brandleider“ geworden waren, erhielten von ihrem Grundherrn 100 Gulden

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und die Erlaubnis, im herrschaftlichen Wald Holz für den Wiederaufbau zu schlagen. Um einen Vergleich haben zu können. Das Jahresgehalt des Hohenbrunner Schulmeisters belief sich um 1750 auf 45 Gulden. Der Oberknecht beim Pfarrer erhielt 24 Gulden, die Unterdirn nur noch zehn Gulden, per anno, wohl gemerkt. Bis 1800 war auch in Hohenbrunn bei Brandfällen der so genannte „Brandbettel“ auf Grund eines von der Obrigkeit ausgestellten Zeugnisses üblich. Das „Sammlungspatent“ zum Brandbettel berechtigte, im Brandfalle alle möglichen Institutionen um Hilfe anschreiben zu dürfen. Einher gingen auch ein Steuererlass oder der Bezug von „Gnadenholz“ aus den Staatswaldungen. Im Jahr 1800 wurde diese Praxis durch eine staatliche Brandversicherung abgelöst. Die Abstufung der Beiträge nach der Feuergefährlichkeit der versicherten Objekte wurde erst 1834 eingeführt. Feuerlöschverordnungen gab es freilich landauf und landab zahlreich, wobei diese vor allem für Städte bereits bis ins Mittelalter hinein verbrieft sind. In München wurde bereits im 14. Jahrhundert geregelt, dass die Brandbekämpfung in den Händen der Handwerker

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liegt. Feuerwächter hatten auf den Türmen Ausschau nach möglichen Bränden zu halten. 1489 trat die erste Bauordnung für München in Kraft. Eigenständige Feuerwehren sind trotzdem erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stückweise entstanden. Früher musste schlichtweg alles ran, was Hände und Füße hatte, sollte tatsächlich Feuer ausgebrochen sein. Mit primitivsten Hilfsmitteln wurde versucht, einem Feuer Herr zu werden. Löschmaschinen, die teilweise eher mächtigen Apparaturen glichen und im wahrsten Sinne des Wortes schwer zu bedienen waren, kamen vor allem in Städten zum Einsatz. Dörfliche Gemeinschaften konnten sich schlichtweg solche Löschgeräte nicht leisten. 1841 wurden freiwillige Löschkorps für Meißen in Sachsen gegründet. 1851 wurde für Berlin eine Berufsfeuerwehr gegründet. 1866 erfolgte die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr für München (1879 wurde die Berufsfeuerwehr München gegründet). 1868 wurde der Bayerische Landes-Feuerwehr-Verband ins Leben gerufen. In der Festschrift zur Fünfzigjahrfeier, veröffentlicht 1918, heißt es im Vorspann: „In ganz Deutschland, mithin auch in Bayern, bestanden bis Mitte des vorigen Jahrhunderts nur wenige eigentliche

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Feuerwehren. Es fehlte also an einer allseitig geordneten Hilfe bei Feuersnot. Mit Löschmaschinen – von oft recht schwerfälliger Bauart – waren in der Regel nur die Städte ausgerüstet. Außerdem fand man solche noch in einzelnen größeren Landgemeinden und auch dort, wo früher Klöster und adelige Herrschaften (Patrimonalgerichte) bestanden. Dabei mangelte es meist an den nötigen Schläuchen und dem entsprechenden Leitermaterial. Allmählich entstanden da und dort (besonders in den Städten) eigene Wehren. Aber es fehlte auch da noch an praktischer Uniformierung, an ausreichenden Uebungen, an einheitlichen Kommandos usw. Die Uniformierung war sowohl in Stoff wie in Farbe und Schnitt sehr verschieden, nicht selten auch sehr unpraktisch – die persönliche Ausrüstung nicht viel besser. Besonders zeigten die Helme an Form, Metall, äußeren Merkmalen gar oft eine ungünstige Verschiedenheit.“ Die vorangehende Versammlung wurde für die damals 31 oberbayerischen Feuerwehren am 26. Dezember 1867 nach Freising einberufen. Bedauerlicherweise gibt es kein Dokument in Hohenbrunn, ob die Wehr auch dort zugegen war. Es ist aber eher unwahrscheinlich.

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In der vorgenannten Festschrift des Landesfeuerwehrverbandes wird weiter ausgeführt, dass darauf hingewiesen werden müsse, „daß es seit dem ausgehenden Mittelalter sehr wohl ein organisiertes Löschwesen gab, was jedoch als genossenschaftliches, den Bürger verpflichtendes Löschwesen nicht der Organisationsform Feuerwehr entsprach. Vielerorts bestand auch nach einer Feuerwehrgründung zunächst dieses genossenschaftliche Löschwesen gemäß alter Feuerlöschordnungen weiter. Die Entwicklungen zwischen 1820 und 1850 waren fließend. Der Entwicklungssprung zur Feuerwehr beruht ausschließlich auf der neuartigen Organisation bereits vorhandener Mittel und Personen. Kennzeichnend war dabei eine erhebliche Steigerung der Wirksamkeit bei der Brandbekämpfung. Erst diese Neuorganisation schuf die Feuerwehren als aufgabengerechtes System.“ (S. 20) Für Hohenbrunn ist eine gemeindliche Inventarbeschreibung vorhanden, die auch eine Feuerspritze aufgelistet hat. Sie war in einem Spritzenhaus platziert. Zudem gab es eine Handspritze „mit ledernem Schlauch“ aus dem Jahr 1824 mit einem Wert von dreißig Gulden. Sie war im Pfarrhof vorhanden.

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Die Feuerspritze wurde 1853 um 236 Gulden erworben. Als Vergleich für diese Anschaffung sei erwähnt, dass der Gemeindehaushalt für besagtes Jahr Einnahmen in Höhe von 413 Gulden und 16 Kreuzer hatte. Die Ausgaben beliefen sich auf 397 Gulden. Franz Fritzmaier, damals Ortsvorsteher von Hohenbrunn, hat 1856 ein Feuerwehrhaus auf der Plannummer 18 im Dorf erbauen lassen, gegenüber der Pfarrkirche Sank Stephanus. Dort hatte es 82 Jahre lang seinen Standort. 1938 wurde das zweite Spritzenhaus neben dem Gasthof „Alter Wirt“ errichtet, das noch heute dort steht und von der Gemeinde für Unterstellzwecke genützt wird. Inspektionen gab es damals wie heute. Die Hohenbrunner Feuerspritze wurde bei einer Kontrolle anlässlich einer Quartalsübung im Jahr 1883 von einem Inspizient näher beschrieben, wobei er auch Einblick in die Handhabe gab: „Die vorhandene alte Druckspritze

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vom Jahre 1853 – angeblich von Kirchmeier – ist ein schwerfälliges Requisit, das zur Bedienung 40 Mann erfordert und zwar die Ablösung nicht mitgerechnet. Diese Spritze ist auch auswärts schwer zu transportieren. Hinzu kommt noch, daß im Brandfalle das Wasser zur Spritze gefahren werden muß, weshalb hier im Fall der Not die Leute zur Bedienung der Spritze mangeln, und Abhilfe durch Beschaffung einer entsprechenden Löschmaschine sehr zu empfehlen ist. Das Feuerhaus wird von dieser Spritze vollständig ausgefüllt.“ Um dies nochmals zu verdeutlichen. Für die Nutzung dieser Druckspritze waren vierzig Personen notwendig, die dann auch noch abgelöst werden mussten. Eine stattliche Zahl! Die Anschaffung jener Feuerspritze im Jahr 1853 und die Errichtung eines Spritzenhauses drei Jahre später lassen die Annahme berechtigt sein, dass zu diesem Zeitpunkt bereits auch die notwendige Mannschaft vorhanden sein musste, um diese Maschinerie auch zu betreiben, sollte es tatsächlich zu einem Feuer gekommen sein. Die Aufzeichnungen für die Feuerwehr Hohenbrunn zeigen sehr wohl, dass Feuerwehrmitglieder vorhanden waren. Nicht klar ist, welche Struktur diese Feuerwehr hatte, ob nun freiwillig organisiert oder Pflichtfeuerwehr. Es mangelt aber bei den frühesten Verzeichnissen an einem noch viel wesentlicheren Punkt: am Datum. Das ist nämlich nicht vermerkt worden. In der ältesten Auflistung sind 34 Männer aufgeführt, die durch ihre persönliche Unterschrift kund getan haben, Mitglied

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der Feuerwehr Hohenbrunn zu sein. Sie sind auch mit ihren Geburtsdaten dort verewigt. Nimmt man für die Ausfertigung der Mannschaftsliste das Jahr 1861 an, dann ergibt sich ein Durchschnittsalter der damaligen Equipe von 33 Jahren. Vom Hohenbrunner Johann Werner, geboren 1800, ist uns überliefert worden, dass er Mitglied der örtlichen Feuerwehr war. Das aktive Dienstalter wurde mit sechzig Jahren beendet, folglich war 1860 das Jahr für sein Eintreten in den passiven Mitgliederstand. Hieran ließe sich, weil die Lebensdaten von Werner bekannt sind, ein früherer Termin als 1861 für ein Bestehen der Wehr errechnen. Nach der bisher ältesten Dienstliste („Verzeichnis der Feuerwehr-Mitglieder in Hohenbrunn“) gab es nach Ausführungen von Heinrich Gröber folgende Mannschaft: Vorsitzender: Jakob Minsinger Kommandant (Hauptmann): Martin Rathgeber Spritzenführer: Joseph Huber, Joseph Bauer und Joseph Eierstock Retter: Joseph Grundler, Simon Hauser, Joseph Straßmeier, Peter Meier, Balthasar Westermair, Joseph Fischhaber, Joseph Mair, Johann Estendorfer, Joseph Leis, Matthäus Weiß, Jakob Minsinger, Dionys Haberl, Martin Wagmüller, Michael Ebenbeck, Valentin Estendorfer, Sebastian Fritzmair, Andreas Mundschedl, Joseph Martin, Franz Liebhart, Vinzenz Huber und Michael Hafner Wächter: Joseph Dondl, Johann Estendorfer, Balthasar Orthofer, Johann Vogl, Johann Werner, Benno Kille, Franz Rupp und Vinzenz Blasy

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Damals war es übrigens ausreichend, „Hohenbrunn“, also das Dorf, und die Hausnummer zur jeweiligen Person zu schreiben. Folglich wird seit vielen Jahrzehnten als frühest möglicher Ursprung der Feuerwehr Hohenbrunn das Jahr 1861 angenommen. Die 150-jährige Feuerwehrgeschichte könnte sogar noch weiter zurückliegend sein, doch gibt es keine früheren Urkunden, die dies belegen können. Unter den damaligen Feuerwehrleuten waren Bauern, Knechte, Gütler und auch Handwerker. Bemerkenswert ist durchaus festzustellen, dass um 1861 Hohenbrunn gerade einmal 331 Bewohner hatte. Zehn Prozent, aus heutiger Sicht eine stattliche Zahl, waren Feuerwehrmitglieder. 2011 ist ein Prozent bei der Feuerwehr Hohenbrunn im aktiven Dienst. Das Referat 11 „Brandschutzgeschichte“ des technisch-wissenschaftlichen Beirats der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes hat 2005 ein

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Merkblatt zur Existenz- und Altersbestimmung einer Feuerwehr herausgegeben. Hierin heißt es unter anderem: „Neben der allgemein gültigen Definition gemäß DIN 14 011 Teil 9 werden die Feuerwehren der Gründungszeit wie folgt definiert: Feuerwehr ist ein System, das durch straffe Führung, bewegliche Ausrüstung und militärmethodische Ausbildung der Steiger und Bedienungsmannschaften zum sofortigen Einsatz befähigt. Eine Feuerwehr ist durch eine geordnete, überall am richtigen Ort angreifende, eingeübte Tätigkeit gekennzeichnet. Die Art der Mannschaftsgewinnung einer Feuerwehr ist von untergeordneter Bedeutung. Lediglich für den Status bei der Gründung spielt die Art der Mannschaftsgewinnung eine Rolle und führt zu den Unterscheidungen nach Freiwilliger, Berufs-, Werkoder Pflichtfeuerwehr.“ Aus diesem Grund wird ganz bewusst in Hohenbrunn der Ursprung einer Feuerwehr für die Zeit um 1860 angenommen. Welche Organisationsform dies war, kann auch aus heutiger Sicht nicht abschließend geklärt werden. Kurzzeitige unbeabsichtigte Unterbrechungen durch Kriege oder ähnliches sollten demnach genauso außer Betracht bleiben wie der Wechsel der Organisationsform zum Beispiel von einer Freiwilligen Feuerwehr zu einer Pflichtfeuerwehr.

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Eine Votivtafel zeigt Hohenbrunn im Jahr 1866. Damals haben sich Simon und Theresia Hauser, „Binder Eheleute von Hohenbrun“, zur Muttergottes ebenda verlobt. Sie drückten ihre große Dankbarkeit aus für die gnädige Errettung aus den großen Feuergefahren am 30. Juni und am 11. November 1866. Ein großer Brand in der Dorfmitte ist auf dem Bild zu sehen, Gebäude sind fast zur Gänze abgebrannt. Fast mittig ist der Maibaum zu sehen, davor die Dorflacke, die ziemlich genau dort war, wo heute der PfarrerWenk-Platz vorzufinden ist. In der „Lack“ steht die Feuerspritze. Mehrere Personen stehen umher und bedienen das Stück. Die Tore des Spritzenhauses sind geöffnet. Aus der heutigen Dorfstraße kommen Männer mit einem Einreißhaken und einer Leiter. Vor dem Gebäudebrand stehen zwei Männer und versuchen mit einem langen Einreißhaken Schlimmeres zu verhindern.

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Im Vordergrund ist ein Mann zu sehen, der einen Holzeimer voller Wasser trägt. Ein anderer entnimmt aus der Lacke gerade Löschwasser. Über dem ganzen Geschehen ist die Muttergottes dargestellt, das Christuskind im rechten Arm; Strahlen gehen in Richtung Feuersbrunst. Rechts vor der Pfarrkirche ist der Dachgiebel des Pfarrhofes zu erkennen, davor steht ein Holzstadel, vor dem gerade ein Mann einen Sack (voller Mehl?) zu einem Fuhrwerk trägt. Interessant sind vor allem freilich die Feuerspritze und das dazugehörige Spritzenhaus, weil sie die Aufzeichnungen aus dieser Zeit quasi bestätigen. An der Spritze selbst stehen hier sechs Mann; ein siebter ist dahinter zu erkennen, der möglicherweise mit einem Schöpfgerät arbeitet. Am Boden liegt der Schlauch, der zu einem einzelnen Mann führt, der die Löschversuche unternimmt. Der Wasserstrahl gilt nicht dem fast zur Gänze abgebrannten Bau,

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sondern dem Bauernhaus ganz im linken Bereich. Hier soll ein Übergreifen der Flammen verhindert werden. Eine Taktik, die mitunter heute auch noch bei den Feuerwehren genützt wird, wenn ein Gebäudebrand nicht mehr verhindert werden kann oder der Schaden schon so groß ist, dass es mehr Sinn macht, andere Gebäude zu retten. So stellt dieses Votivbild in vielerlei Hinsicht ein bedeutendes Dokument der damaligen Zeit dar, zeigt es schließlich die Dorfmitte Hohenbrunns mit den wesentlichen Bauten am Ort und auch den Sinn der Feuerwehr. Nämlich Schlimmeres zu verhindern. Mager fallen die Hinweise auf die Feuerwehr Hohenbrunn in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts aus. In einer Übersicht der Feuerlöschbezirke im Königlichen Bezirksamt München rechts der Isar vom 29. August 1873 ist unter der Nummer 10 der Feuerlöschbezirk Hohenbrunn als Hauptort angegeben.

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Die zugeteilten Gemeinden sind Höhenkirchen und Siegertsbrunn. Weiterhin war geregelt, dass die Feuerlöschbezirke Putzbrunn und Brunnthal zur Hilfeleistung verpflichtet waren, sollte es zu größeren Brände kommen. Hohenbrunn hingegen war aufgefordert, diese Aufgabe bei Grasbrunn (mit Perlach übrigens) zu gewährleisten. Eine weitere Mitgliederliste dürfte etwa in das Jahr 1874 zu datieren sein. Unser Augenmerk liegt hierbei vor allem auf der letzten Spalte, wo die Charge zu vermerken war, „welche derselbe bei der freiwilligen Feuerwehr bekleidet.“ Das jüngste Feuerwehrmitglied war damals 16 Jahre jung. Lange ließen die Hohenbrunner mit notwendigen Anmeldungen auf sich warten. So ist der Beitritt zum Bezirksverband München rechts der Isar in Wolfratshausen erst für den 22. November 1876 nachgewiesen. Laut Heinrich Gröber war Hohenbrunn 1877 eine Pflichtfeuerwehr. Beim Bayerischen Landesfeuerwehrverband ist die Anmeldung noch wesentlich später erfolgt, nämlich am 21. Mai 1893. Ein Dokument aus dem Jahr 1921 gibt einen kleinen Einblick als Rückblick auf das Jahr

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1893. Der „Verwaltungsrat der freiwilligen Feuerwehr Hohenbrunn“ reichte das „Verzeichnis der zur Verleihung des Feuerwehrehrenzeichens vorgeschlagenen Personen 1921“ ein. 21 Hohenbrunner wurden nachträglich für das Ehrenzeichen für 25-jährige Dienstzeit vorgeschlagen. Sie sind dieser Aufzeichnung nach alle am 11. Mai 1893 eingetreten. Hier gibt es eine Differenz von zehn Tagen zur offiziellen Anmeldung als Freiwillige Feuerwehr. Vom Trommler über Steiger, Ordner über Vorstandsmitglieder bis hin zu den Spritzenmänner war alles dabei. Als Hornisten sind Franz und Ludwig Schulz erwähnt. Franz Schulz wurde am 24. März 1861 geboren und war mit seinen 60 Jahren der älteste in dieser Auflistung. Mehrere Hohenbrunner in diesem Verzeichnis sind mit dem Vermerk „Militärzeit“ oder „Kriegsdienst“ versehen. Nicht alle sind in Hohenbrunn geboren, sondern auch in Vaterstetten, Neufahrn, Großhartpenning, Unterbiberg und Lohfeld. Bürgermeister Springer und der Verwaltungsrat bestätigten am 29. Dezember 1921 mit ihrer Unterschrift: „Es wird bestätigt, daß die vorstehend aufgeführten, zur Verleihung des Feuerwehrehrenzeichens

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vorgeschlagenen Feuerwehrmänner sich durch treuen und eifrigen aktiven Dienst während der vorgeschriebenen Zeit ausgezeichnet haben und daß gegen ihren Leumund Bedenken nicht bestehen.“ Sehr unterschiedlich war die Mannschaftsstärke in der Feuerwehr Hohenbrunn. 1893 sollen es 47 Burschen und Männer gewesen sein, die der Feuerwehr angehörten, 1902 64. Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs soll die Zahl von 70 erreicht worden sein. Zum damaligen Zeitpunkt gab es andere Aufgaben bzw. Dienstgrade. So ist bis weit ins 20. Jahrhundert hinein von Spritzenmännern, Steigern und Ordnungsmännern die Rede. Die „Kriegs-Chronik der Feuerwehr Hohenbrunn. KreisVerband Oberbayern, Bezirks-Verband München Land“ zeigt deutlich die Mitglieder-Bewegung. Von den siebzig Mannen wurden während des Ersten Weltkrieges ganze 58 eingezogen. Natürlich musste auch in Hohenbrunn darauf geachtet werden, möglichen Bränden entgegenzustehen und Ausschau nach Feuerwehrleuten zu halten. In der bereits erwähnten Festschrift des Landesfeuerwehrverbandes aus dem Jahr 1918 heißt es. „Brennen konnte es doch jeden Augenblick trotz der Mannschaftsabberufungen. – Aber dessen ungeachtet sollte kein Brandleider ohne ausgiebige Hilfe bleiben. Es wurde im ganzen bayerischen Feuerwehrverbande von der obersten Leitung bis zur untersten Dienstleistung recht lebendig, um für die Erfüllung des Zweckes bereit zu sein. Die Parole war: Stellvertreter vor! Und das geschah auch.“ Während der Kriegszeit kamen 6 Männer unter 18 Jahren zur Hohenbrunner Wehr (das war kriegsbedingt erlaubt), 12 über 45 Jahre. 38 „Sonstige“ konnten verzeichnet werden, diese bildeten altersmäßig quasi die Stammmannschaft.

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Im Eigentum der Feuerwehr sind noch einige Feuerwehrpässe aus dieser Zeit. Unter ihnen befindet sich beispielsweise der von Josef Straßmair, der genau an seinem 18. Geburtstag, am 26. Oktober 1915, der Hohenbrunner Wehr beigetreten und der Abteilung „Steigermannschaft“ zugeordnet worden ist. Als Ausrüstung erhielt er den darin bezeichneten Ausführungen nach einen Helm, einen Gurt und eine Joppe. In diesem Dokument (Ausweis) sind auch die damaligen „Feuerwehr-Gebote“ vermerkt:

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„Gehorche deinen Vorgesetzten. Halte Dienstkleidung und Ausrüstung rein. Bewahre deinem Korps die Treue. Sei ein guter Kamerad. Befolge genau die Satzungen und Dienstvorschriften. Erringe und erhalte dir die Achtung deiner Kameraden und Mitglieder. Sei in und außer dem Dienst ein zuverlässiger Mann. Sei pünktlich im Korps und im gewöhnlichen Leben. Strebe als ein ganzer Mann in Wort und Tat befunden zu werden. Verbanne die Weichlichkeit und gewöhne dich auch an die strengeren Anforderungen des Dienstes. Sei deinen Kameraden Muster und Vorbild. Gottvertrauen sei dein Leitstern in Stunden der Gefahr. Suche im Feuerwehrberufe deine Freude und Ehre. Sorge, daß alles, was dir aufgetragen wird, genügend und in Ordnung geschehe. Im Ernst und Kampf beflügle und lebe frischer Mut deine Gedanken und Taten.“

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Doch nun zurück zu der Kriegschronik der Hohenbrunner Wehr. Gefallen sind 14 Männer, sechs kamen schwer verwundet nach Hause. Folglich war der „Stand der Mitglieder nach dem Feldzug“ 46. Für den Bereich „Brände“ wurde „Fehlanzeige!“ vermeldet. Zwei ganze Seiten füllt das Papier mit den Namen der ins Feld gezogenen Kameraden. Die letzte Seite ist den Verletzten, den Ausgezeichneten und den Toten gewidmet. Bei letzteren wurde auch vermerkt, ob Angehörige hinterlassen wurden. Beispielsweise wurden einmal vier und einmal acht Kinder Halbwaisen. Eine eigene Feuerwehrordnung für Hohenbrunn ist handschriftlich für den 29. Dezember 1870 überliefert. Zusammen mit Pfarrer Martin Hintermair und Bürgermeister Martin Wagmüller wurden verschiedene Punkte schriftlich fixiert, an die sich alle zu halten hatten. Lapidar überschrieben wurde diese Ausfertigung mit

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„Feuerwehr in Hohenbrunn“. Neben dem Geistlichen und dem Gemeindeoberhaupt haben mehrere Hohenbrunner diesen Schriftsatz unterzeichnet. Das Gemeindesiegel macht daraus ein amtliches Dokument, das beratschlagt und beschlossen worden ist. Vorrangig wurden darin Anhaltspunkte für den Kommandanten und die Spritzenmänner behandelt und dann ging es weiter bei Punkt III: „… Die Wasserschläuche sollen nicht auseinandergerissen, sondern gut gezogen werden und haben die Knechte die Schläuche auch zu halten.“ Zum damaligen Zeitpunkt war klassisch noch eine Ständetrennung zu vernehmen. Frauen hatten zwar noch keinen Dienst in der Feuerwehr zu tun, aber sehr wohl für die Feuerwehr, wie der Punkt V zeigt. Darin ist das Wassertragen und –fahren im Dorfgebiet abgehandelt. „Weibspersonen“ hatten hierzu Schöpfer und Zuber mitzubringen. Wassertraufen standen beim Glasbauer, beim Kramer, beim Binder und beim Pfarrhof zur Verfügung. Mit der Feuerspritze durften nur die Spritzenführer fahren. Vor allem hatten alle darauf zu schauen, dass die Hohenbrunner Feuerspritze soweit fertig hergestellt werden konnte, um sie dann auch entsprechend zu nützen. Wenn ein Brand festgestellt worden ist, wurde entweder die Brandglocke geläutet oder durch Hornisten Alarm geblasen. Die Dorfbevölkerung wusste nun, was zu tun war, um größeren Schaden vom Dorf zu bewahren. Von der nächstliegenden Wassertraufe wurde eine Menschenkette gebildet, um dort mit den Eimern Wasser zu schöpfen, diese weiter zu reichen und dann eben an der Brandstelle über das Feuer zu schütten. Das war durchaus eine schweißtreibende und anstrengende Arbeit. Joseph Schwaiger soll, nachdem er sich beim Löschen des Alten Wirts so sehr verkühlt hat, als Nachwirkung daran sogar im Juli 1866 gestorben sein.

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Ebenso anstrengend war es auch, die Saug- und Druckspritze zu betätigen. Der Spritzenbehälter musste mit Wasser befĂźllt und die Spritze selbst durch das Betätigen der Hebel in Betrieb genommen werden. Ăœber die Schläuche, die auch zu verlegen waren, wurde das Wasser dann transportiert. Ein sonderlich guter Druck konnte dabei sicherlich nicht aufgebaut werden. Die LĂśscherfolge dĂźrften kaum den Erfolg haben, den man sich damals erwĂźnscht hätte. Ob das eigentliche Feuer niedergeschlagen werden konnte, sollte zumindest hinterfragt werden. Im Jahr 1893, also im Jahr der Meldung an den Bayerischen Landesfeuerwehrverband, verfĂźgte die Hohenbrunner Feuerwehr laut der Urkunde Ăźber eine Saugund Druckspritze, eine Druckspritze ohne Saugwerk, eine Aufstellleiter mit StĂźtzstangen, 45 Meter Druck-

schläuche und sechs Feuereimer aus Leder. Von diesen Feuereimern sind noch heute einige im Eigentum der Feuerwehr Hohenbrunn vorhanden. „Der Wasserbedarf wird aus 4 Dorflacken und ca. 15 Pumpbrunnen entnommen“, lautete die Nachricht nach MĂźnchen. Angaben mussten dazu gemacht werden, ob ein Feuerhaus vorhanden ist und wie die Wasserversorgung im Brandfall gesichert war. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass als Kommandant damals anfänglich Johann Fritzmaier eingetragen worden ist. In der Urkunde wurde dieser ausgestrichen und mit Georg Springer ersetzt. In der Mustersatzung und den Dienstvorschriften fĂźr die freiwilligen Feuerwehren des Bayerischen Landesverbandes ist als Zweck einer freiwilligen Feuerwehr die „geordnete Hilfeleistung bei Feuersgefahr und

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auf Aufforderung der zuständigen Behörden auch bei sonstigen Unglücksfällen, gemeiner Gefahr oder Not“ vorgeschlagen. Die ordentlichen, also aktiven, Mitglieder hatten bereit zu sein, „sich einer militärischen Einteilung, Einrichtung, Dienstkleidung und Einübung“ zu unterziehen. All zu zahlreich sind, Gott sei Dank, die Brände in Hohenbrunn nicht. Das Anwesen von Veronika Tristl konnte beim Brand am 17. September 1906 nicht gerettet werden, obwohl in kurzer Zeit die Feuerwehren von sechs Nachbarorten zur Hilfe kamen. Unter den „Provinznachrichten“ berichtete das „Neue Münchener Tagblatt“ in der Ausgabe 18./19. September 1906: „Hohenbrunn, 17. Sept. (Großfeuer.) Am Sonntag früh halb 5 Uhr schreckten die Bewohner unseres Ortes Feuerrufe aus dem Schlafe. Es stand die Scheune des Anwesens der Gastwirthswitwe Veronika Tristl in hellen Flammen. Die Feuerwehr Hohenbrunn arbeitete mit Aufbietung aller Kräfte, vermochte jedoch nicht zu verhindern, daß alsbald das ganze Anwesen vom Feuer ergriffen war. In kurzer Zeit waren auch die Feuerwehren von Putzbrunn, Grasbrunn, Höhenkirchen, Faistenhaar,

Brunnthal und Siegertsbrunn am Brandplatze eingetroffen, aber auch ihren vereinten Bemühungen gelang es nicht, dem verheerenden Elemente Einhalt zu thun, sie mußten sich darauf beschränken, die Nachbaranwesen zu schützen. Durch ein brennendes Stroh wurde ein Vordach des benachbarten Schmiedmeisters Eierstock in Brand gesteckt; konnte aber noch rechtzeitig gelöscht werden. Frau Tristl, die erst im vergangenen Jahre Witwe geworden ist und vier Kinder hat, erleidet einen Schaden von ca. 25,000 Mark. Es sind für zirka 8000 Mark Getreide und für 2000 Mark Baumannsgeräte niedergebrannt. Der Schaden ist nur zum geringsten Theil durch Versicherung gedeckt. Brandstiftung ist als sichere Ursache anzunehmen. Die kolossale Röthe, die sich vom Feuerherde ausbreitete, war weithin sichtbar. Von dem Brandstifter fehlt jede Spur. Das Feuer ist noch nicht ganz gelöscht. Die Bevölkerung ist umsomehr beunruhigt, als am 5. September erst ebenfalls in Folge Brandstiftung in dem Anwesen des benachbarten Oekonomen Münzinger Feuer ausgebrochen war, das glücklicherweise gelöscht werden könnte. Hoffentlich gelingt es den eifrigen Recherchen der Gendarmerie,

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Herzlichen Glückwunsch! Wir gratulieren der Freiwilligen Feuerwehr Hohenbrunn zum 150-jährigen und dem Burschenverein Hohenbrunn zum 100jährigen Bestehen. Wir wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute und viel Erfolg!

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den ruchlosen Thäter baldigst zu ermitteln.“ Kommandant Franz Grundler legte einen ausführlichen Bericht (hierzu gab es einen vierseitigen vorgedruckten Entwurf) über den Brand am 12. Oktober 1927 beim Postwirt Schmuck vor, der kurz vor Mitternacht , „1/2 12 Uhr nachts“ ausgebrochen ist: Mit Glockenalarm wurde die Wehr gerufen. Auf die Frage „Wann erschien die Feuerwehr auf der Brandstätte und welche Lösch- und Rettungsarbeiten wurden zuerst vorgenommen?“ antwortete Grundler: „sofort einzeln bis insgesamt“. 56 Männer arbeiteten mit zwei Spritzen und dreihundert Metern Schlauch. Höhenkirchen und Putzbrunn trafen als hinzugezogenen Wehren nach einer halben Stunde ein, meldeten sich beim Ober-Commando, aber blieben ohne Tätigkeit, weil der Brand bereits lokalisiert werden konnte. Ganz genau war jede Vorgehensweise abgefragt, etwa, ob nach Signalen gearbeitet worden ist, ob diese richtig gegeben und auch entsprechend befolgt worden sind. Damals wie heute gab es eine gekennzeichnete Einsatzleitung. 1927 musste eine rote Fahne oder Laterne den Standort anzeigen. Am Morgen gegen 6 Uhr war der Brand völlig gelöscht, die ganze Wehr wurde als Brandwache vor Ort belassen, um weitere Schäden auszuschließen. Pferdestall und Stadel waren mitsamt den Gerätschaften verbrannt, die Pferde konnten gerettet werden. Beanstandungen an der Einsatzkraft seiner Mannen hatte Grundler nicht zu vermerken. Auch das Zusammenwirken war ohne Tadel. Es herrschte Einigkeit unter den verschiedenen Corps. Nach damaligen Erkenntnissen war die Ursache Brandstiftung. Erst im Jahr 1956 soll sich der nächste größere Brand ereignet haben, nämlich beim Bruckmaier am damaligen Aschermittwoch. Eine Infrarotlampe hat im Hühnerstall einen Brand entfacht.

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Ein Jahr darauf hat sich das Heu beim „Moar“ entzündet. Das Anwesen konnte gerettet worden. Während 1868 bei 7.317 politischen Gemeinden in Bayern noch 97,18 Prozent ohne Feuerwehr waren, sah es zu Beginn des Jahres 1908 – 40 Jahre später nahezu umgekehrt aus. Nur noch 309 von 7.284 bestehenden politischen Gemeinden hatten keine Freiwillige Feuerwehr. Das waren folglich nur noch 4,13 Prozent. Als Uniform wurde seit 1910 eine schwarze, rot eingefasste (mit einem roten Passepoil von 2 mm Breite) Joppe mit Messingknöpfen getragen. Dazu gehörte ein rot-schwarz gestreifter Leinengürtel. Als Kopfschutz wurde ein Messinghelm getragen; dieser war beim Hauptmann in der Mitte mit einer zusätzlichen Kugel ausgestattet. Diese Bekleidung wurde vom Landesausschuss des Bayerischen Landesfeuerwehrverbandes vorgeschrieben. Die „Bestimmungen über die Uniformierung und Ausrüstung der Bayerischen Feuerwehren nach dem Beschlusse der Landesversammlung vom 8. September 1905 nebst den Ergänzungen vom 1. De-

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zember 1907“ mussten im gesamten Königsreich umgesetzt sein. Damit waren die Einzelheiten der Uniform und der persönlichen Schutzausrüstung bis ins Detail vorgeschrieben, also auch in der Farbe, in den Maßen, im Material und hinsichtlich der Qualitätsanforderungen. Selbst den Signalinstrumenten wurden zahlreiche Ordnungspunkte gewidmet, gleiches gilt für Beile, Leinen und Schlauchhalter sowie weitere Ausrüstungsgegenstände. Wen dies alles sehr militärisch anmutet, der täuscht sich nicht. Unter anderem heißt es in dieser Verordnung „Die Taillenlänge des Dienstrockes ist wie beim Militärwaffenrocke.“ Auch an anderen Stellen ist die Parallele zu den militärischen Einheiten eindeutig festzustellen. Eine Feuerwehr wurde auch als Kompagnie bezeichnet, wenn sie sich mindestens aus 24 Männern und zwei Zügen rekrutiert hat. Gewünscht war eine Mannschaftsstärke von durchschnittlich sechzig Mann, wobei die Züge in Sektionen aufzuteilen waren. Neben dem Kommandanten gab es als Chargen den Adjudanten, die Zug- und Sektionsführer. „Feuerwehren mit 2 oder 3 Kompagnien sind Abteilungs-

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Feuerwehren, der Führer einer solchen Feuerwehr wird Abteilungskommandant benannt, die Führer der einzelnen Kompagnien: Kompagnieführer. Feuerwehren mit 4 bis 7 Kompagnien bilden ein Bataillon. Der Führer einer solchen Feuerwehr heißt Bataillonskommandant. Feuerwehren mit 8 und mehr Kompagnien bilden ein Korps. Der Führer eines solchen wird Korpskommandant benannt.“ Damals war es noch nicht üblich, so wie heute, ein Ärmelabzeichen zu tragen, um seine Zugehörigkeit zur jeweiligen Einheit aufzuzeigen. Gültigkeit hatten diese Ausführungen bis zur Machtergreifung der NSDAP. Schon zu Beginn der 1930erJahre gingen die Nationalsozialisten auch daran, sich immer mehr in das Feuerlöschwesen einzumischen. Eine reichseinheitliche Uniform wurde bei den Wehren im Juli 1936 vorgeschrieben. Noch vorhandene Kleidungsstücke durften zwar noch aufgebraucht werden, aber es mussten bereits Abzeichen getragen werden. Am 23. November 1938 wurde das „Gesetz über das

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Feuerlöschwesen“ („Reichsfeuerlöschgesetz“) veröffentlicht. Damit einher ging das Verbot der durch die Freiwilligen Feuerwehren gegründeten Vereine und Verbände. An ihre Stelle trat eine nach taktischen Einheiten gegliederte Hilfspolizeitruppe, deren Organisation der Reichsminister des Innern bestimmte. In ihrem Aussehen wurden die Feuerwehruniformen denen der Polizei angeglichen. Massive Einschnitte kamen durch die „Dritte Durchführungsverordnung zum Gesetz über das Feuerlöschwesen: Organisation der Freiwilligen Feuerwehr“ vom 24. Oktober 1939, also bereits nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Runderlasse des Reichsführers SS und Chefs der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern organisierten weitere Schritte in den Wehren. Seit dem 27. Dezember 1939 gab es neue Dienstgradbezeichnungen. Die Feuerwehrleute hatten einen dunkelblauen Waffenrock, eine schwarze Hose und einen schwarzblauen Mantel zu tragen. Das Abzeichentuch war kamesinrot, die Knöpfe alu-farbig gekörnt und das Lederzeug war schwarz. Am linken Oberärmel wurde das Polizeiabzeichen auf Grundtuch in Maschinenstickerei getragen. Über diesem Abzeichen war der Name der Heimatgemeinde eingestickt. Zugführer bis einschließlich Abschnittsinspekteure trugen das Polizeiabzeichen

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auf Aluminiumstickerei ohne Standortbezeichnung. Ab Dezember 1943 wurde bei den Freiwilligen Feuerwehren anstatt des Waffenrocks die Feldbluse eingeführt. Neue Waffenröcke durften damals nicht mehr angefertigt werden. Fraglich ist jedoch, ob aufgrund der damaligen Kriegs- und Nachschubprobleme tatsächlich alle Punkte noch umgesetzt worden sind. Andere Verordnungen, bis hin zur Uniform, galten für die Einheiten der Feuerschutzpolizei, des Sicherheits- und Hilfsdienstes (SHD) I. Ordnung (ab 1942 Luftschutzpolizei) und der HJ-Feuerwehren. Von den siebzig Hohenbrunner Feuerwehrleuten wurden 58 im Zweiten Weltkrieg zu den Waffen gerufen. Vierzehn Kameraden sind in den Kriegsjahren gefallen. Nach Kriegsende stieg die Zahl der Feuerwehrleute wieder auf 46 Mann.

Am 14. April 1933 traten sowohl Bürgermeister Georg Springer als auch sein Stellvertreter Franz Grundler von allen kommunalen Ämtern zurück. Lehrer Leonhard Wagner hatte die Aufgabe des Gemeindevorstehers zu übernehmen und war gleichzeitig auch Kommandant der Feuerwehr Hohenbrunn. Sehr unterschiedlich sind aber die Ergebnisse der Nachforschungen zu den bisherigen Erkenntnissen innerhalb der Wehr. Denn die vorher getroffene Aussage steht im Widerspruch zu einem Zeitdokument vom 21. März 1934. Kommandant (Franz) Grundler meldete darin nämlich dem „Herrn Bezirksbrandinspektor“ die Ernennung der technischen Dienstgrade der Freiwilligen Feuerwehr Hohenbrunn.

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Demnach wurde Kaspar Berger zum Adjudant und stellvertretenden Kommandanten, Lorenz Erl zum Steiger-Zugführer, Balthasar Kotter zum 1. SpritzenzugZugführer und Leonhard Estendorfer zum 2. Spritzenzug-Zugführer ernannt. Bezirksbrandinspektor Scherzl hat dieses Schreiben gegengezeichnet. Kurz zuvor, am 20. Februar 1934, richtete Scherzl an die Wehren im Bezirksfeuerwehrverband München-Land ein Schreiben. Demnach waren von den Vorständen und Kommandanten die Wahlergebnisse und Abschlussberichte für das vorangegangene Jahr beizubringen. Scherzl wies auf seine Verpflichtung hin, „die säumigen Führungen zu melden, was unangenehme Folgen für Vorstand und Kommandant bringen wird.“ Üblich war damals bereits, mit „deutschem Gruß“ und „Heil Hitler“ zu zeichnen. Das 52. Rundschreiben des Bayerischen

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Landes-Feuerwehr-Verbandes aus dem Frühjahr 1934 hat explizit gefordert, dass „der deutsche Gruß einheitlich und allgemein in und außer Dienst eingeführt ist.“ Bereits ab 1937 soll kein Vorsitzender mehr für den Feuerwehrverein Hohenbrunn bekannt sein; Alois Beham widerspricht dieser Aussage. Auf Wagner soll Georg Grundler gefolgt sein. Und diese Aufgabe bis über den Weltkrieg hinaus inne gehabt haben. Weit nach Kriegsende hat dann Bürgermeister Carl Steinmeier den Vorsitz übernommen. Allerorten im Deutschen Reich hatte die NSDAP die Macht an sich genommen. Das ging soweit, dass das nationalsozialistische Regime auch nicht vor den Hilfsorganisationen und den Vereinen Halt gemacht hat. Zeugnis dafür gibt ein Beitrag in der Zeitung für Feuerlöschwesen (Jahrgang 70, Nr. 8, München, 15.

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April 1937), in dem zu lesen war, dass die Feuerwehren (als Gesamteinheit) dem Führer ihre Loyalität zum Ausdruck gebracht haben: „Zum 48. Geburtstag geloben die Freiwilligen Feuerwehren Adolf Hitler erneut unverbrüchliche Gefolgschaftstreue. Sie werden sich unermüdlich einsetzen bei dem Aufbau des Reiches und der Sicherung seines Bestandes, zum Schutze der Volksgenossen und zur Erhaltung des Volksvermögens.“ In der gleichen Ausgabe hat Landesbranddirektor Adolf Ecker nochmals betont, dass das Mitführen von Feuerwehrfahnen bei jedweden Anlässen, selbst bei Feuerwehren, verboten sei. Schon längst waren auch die Feuerwehren nicht mehr eigenständig. Keineswegs einverstanden zeigte sich die Gemeinde Hohenbrunn mit der durch das Deutsche Reich angeordneten Eingliederung. Ja, scheinbar kann wohl Hohenbrunn als eine Art Querulant bezeichnet werden. Hohenbrunn hat dafür gesorgt, dass auf Landkreisebene Beschlüsse bzw. Anordnungen nicht sofort durchgeführt werden konnten. Doch einen Ausweg gab es nicht, wie das Schreiben des Bezirksbrandinspektors für München-Land zeigt, das mit dem 16. Dezember 1937 datiert. Dabei wurde dem Hohenbrunner Bürgermeister folgender Wortlaut übermittelt: „Sie haben zur Eingliederung der Freiw. Feuerwehr Hohenbrunn Stellung genommen, worauf mich der Komandant Kapfer um Zurückstellung der Eingliederung ersucht hat. Ich muß Ihnen mitteilen, daß die Eingliederung nicht von mir, sondern vom Landesbranddirektor befohlen und nun durchzuführen ist. Die Eingliederung in Löschzüge muß wegen der Vereinheitlichung der Wehren in ganz Deutschland durchgeführt nur München-Land ist noch nicht dabei weil ich Ihren Eingliederungsantrag noch nicht in Händen habe und deßhalb auch die anderen Anträge noch bei mir liegen habe, bis auf 18 Wehren

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die zum Teil schon länger eingegliedert sind. Vor Ernennung der neuen Dienstgrade müssen Sie den Eingliederungsbescheid in Händen haben, weil aus diesem erst hervor geht wieviel Dienstgrade Ihre Wehr erhält und welche Bezeichnung diese zu führen haben. Von einer Verpflichtung zur Neuuniformierung ist nirgends etwas zu lesen und sind auch Wehren die bereits länger als ein Jahr eingegliedert sind bis heute noch nicht mit der neuen Uniform versehen, und wird dieses zu tun vorerst ganz den Gemeinden überlassen. Also zuerst wollen Sie sofort den Eingliederungsantrag stellen lassen, dann werde ich auf Grund des Eingliederungsbescheides nach Rücksprache mit Ihnen die sämmtlichen Dienstgrade Ihrer Wehr neu ernennen, und wenn die Zahl der Dienstgrade und deren Bezeichnung festgesetzt und neu ernannt sind dann kann an die Neuuniformierung gegangen werden, ein Zwang zur Uniformierung findet nach den Worten unseres Innenministers nicht statt, sondern es dürfen die alten Uniformen noch aufgetragen werden. Ich bitte Sie mir es zu ermöglichen, daß ich die Anträge geschlossen dem Landesfeuerwehrverband vorlegen kann. Ich sehe dem

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Eingang des Antrages bis 20.12.cr. entgegen. [Hans] Scherzl Bezirksbrandinspektor.“ [Grammatikfehler und Interpunktionsfehler wurden beibehalten] Nach den Ausführungen von Alois Beham ist die Freiwillige Feuerwehr Hohenbrunn am 5. Mai 1939 zwangsweise in „Einheitsfeuerwehr“ umbenannt worden. Aus dem Kommandanten wurde ein Obertruppführer, sein Stellvertreter hatte neuerdings den Titel eines Truppführers. Der Hohenbrunner Gemeinderat beschloss im Januar 1938, eine Motorspritze anzukaufen und das neue Gerätehaus zu errichten. Tatsächlich konnte die Motorspritze erst 1942 von Martin Kapfer und einigen Helfern in Klais (Gemeinde Krün) im Werdenfelser Land abgeholt werden. Das war ein schweres, eisenbereiftes, einachsiges Fahrzeug und wurde bei Einsätzen auch schon mal an einen Bulldog angehängt, um das Gefährt „leichter“ fortzubewegen. Das Pumpen mit acht Mann an der alten Saug- und Druckspritze hatte damit ein Ende. Als Vorzüge werden in der Festschrift des Landesfeuerwehrverbandes erwähnt: „Dieselbe weist gegen die Dampfspritze gar manche Vorzüge auf. Die

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Ankaufs- wie Betriebskosten sind entschieden billiger und spielen dieselben bei fast allen Gemeinden eine Hauptrolle. Einen ganz besonderen Vorzug hat die Benzin-Motorspritze in der schnelleren Aktionstätigkeit. Dazu die Bedienung einfacher, das Gewicht geringer und eine Betriebsstörung durch Revision ausgeschlossen. Bei der Automobilausgestaltung der Benzin-Motorspritze kann der Fahrmotor zugleich auch im Betrieb der Pumpe nutzbar gemacht werden.“ Zahlreiche Hohenbrunner hatten auch während des Zweiten Weltkriegs ins Feld zu ziehen. Die Löschtrupps am Ort wurden von den älteren Männern und von Jugendlichen gestellt, um den Schutz für die örtliche Bevölkerung zu gewährleisten. Doch nicht nur für Hohenbrunn war die Feuerwehr von Bedeutung. Wie vielerorts auch, musste sozusagen Überlandhilfe gewährt

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werden. Mit der neuen Spritze mussten die Hohenbrunner Feuerwehrleute rund zehn Mal nach Bombenangriffen nach München, um Brände zu löschen. Damit nach München zu kommen, war mit viel Zeit verbunden. Zwei Stunden sollen keine Seltenheit gewesen sein. Die Lager liefen bei Fahrten schon einmal heiß. Entweder musste dann eine Zwangspause eingelegt werden. Oder die Lager mussten gekühlt werden. Der Vater des heutigen Ehrenkreisbrandmeisters Leonhard Sigl, ebenfalls Leonhard (Jahrgang 1898), wurde mehrmals mit seinen Kameraden nach München entsandt. In Ramersdorf war die Befehlsstelle. Dort gab es auch Benzin- und Dieselmarken für die Bulldogs und Motorspritzen. Dann ging es weiter zu den Einsatzstätten. Da war es keine Seltenheit, wenn die Männer erst zwei Tage später wieder aus der Stadt nach Hause zurückkehrten.

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Neben Löschangriffen waren auch Transporte zu tätigen, damit ausgebombte oder vertriebene Familien mit ihren Habseligkeiten anderweitig untergebracht werden konnten. Bei einem dieser Einsätze kam am 7. November 1944 Ludwig Schulz ums Leben. Er verunglückte an der Münchner Straße im Waldstück vor Riemerling und zählt zu den Kriegsopfern wie die Gefallenen und Vermissten des Ortes ebenso. Während des Weltkrieges standen nicht mehr viele Männer in Hohenbrunn fürs Löschwesen zur Verfügung. Es sollen nur noch vier Löschgruppen mit je sieben Mann gewesen sein. Aus diesem Grund ging der damalige Kommandant Martin Kapfer ins Schulhaus, um dort junge Burschen zu rekrutieren. Ehrenkreisbrandmeister Leonhard Sigl sen. erinnert sich an seine „Einberufung“: „Eines Tages erschien der Kommandant, der Martin Kapfer, bei uns in der Schule. Und da deutet er auf ein paar von den kräftigeren von uns Dreizehnjährigen und bestellte uns zur nächsten Feuerwehrübung. Mit den Schläuchen umgehen haben wir bald gelernt, aber Gottseidank hat man uns für einen Ernstfall nie gebraucht.“ Hohenbrunn hat auch zwei „Partei-Spritzen“ bekommen, wann dies genau war, kann nicht mehr genau rekonstruiert werden. Eine Erinnerung geht auf das Jahr 1944 zurück. Die jungen Männer unter 18 Jahren mussten nicht nach München. Sie waren für die Sicherheit des Ortes da, mussten letztendlich auch Haus und Hof in Betrieb halten. So hatte beispielsweise Leonhard Sigl bei jedem Fliegeralarm den Betrieb der Motorspritze zu überprüfen. So einfach war der Gebrauch der Einrichtung nicht. Der Auspuff sei bei längerem Laufenlassen glühend rot geworden; der Motor hatte eine Umlaufwasserkühlung, die sehr leicht verstopfte. Eine Spritze war auf einem ganz einfach gehaltenen Anhänger auf-

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gesetzt, die zweite stand zur Reserve im Gerätehaus. Diese Spritzen wurden damals nicht in Grün ausgeliefert, der Farbe der Feuerlöschpolizei, sondern in einem sandfarbigen Ton. Die Ausstattung der Feuerwehrleute während der Kriegszeit war sehr mangelhaft. Ein paar Messinghelme waren vorhanden, die größtenteils in die Farbe Rot umgespritzt worden sind. Am 23. November 1905 wurde Martin Kapfer in Zandt (Kreis Eichstätt) geboren. Als er 85-jährig am Mittwoch, den 31. Juli 1991, gestorben ist, hatten zahlreiche Hohenbrunner von einem engagierten, angesehenen und beliebten Menschen Abschied zu nehmen, der sich sehr für das Allgemeinwohl am Ort, aber auch darüber hinaus, eingesetzt hat. Das Grab des Landwirts befindet sich auf dem Kirchenfriedhof.

Die Feuerwehranfänge Kapfers gehen zurück bis in das Jahr 1922. Damals trat er in die Freiwillige Feuerwehr Peiß-Aying (seit 1978 Feuerwehr Aying) ein, der er zwölf Jahre angehörte. Nach seinem Umzug nach Hohenbrunn trat Kapfer 1936 der dortigen Wehr bei. Im gleichen Jahr heiratete er am 7. Februar seine Maria.

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Bereits ein Jahr später wurde ihm die Aufgabe des Kommandanten zuteil. Dieses Amt hatte der Landwirt 25 Jahre inne, sowohl im Zweiten Weltkrieg, als auch in den Jahren des Wiederaufbaus, bis 1962. 1943 wurde Martin Kapfer gebeten, zusätzlich das Amt des Kreisbrandmeisters wahrzunehmen. 27 Jahre lang wirkte er für die Kreisbrandinspektion im Südosten, am 30. April 1970 war sein letzter Diensttag. Viele Aufzeichnungen von Seiten der Kreisbrandinspektion gibt es aus diesem Zeitraum nicht, wie Archivar Bruno Dachs wissen lässt. Für seine Verdienste um das Feuerwehrwesen hat Martin Kapfer die höchste Auszeichnung des Freistaates Bayern, das Steckkreuz

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des Bayerischen Feuerwehr-Ehrenzeichens, im Jahr 1963 in Empfang nehmen können. Für das Jahr sind lediglich 28 Empfänger bayernweit bekannt, Kapfers Urkunde wurde am 15. Mai 1963 ausgestellt. Die Hohenbrunner Feuerwehrleute ernannten ihn zum Ehrenkommandanten, am 31. Mai 1970 erfolgte vom Landrat Joachim Gillessen die Ernennung zum Ehrenkreisbrandmeister. Zu seinem achtzigsten Geburtstag fasste Benno Anderl im Südostkurier das Wirken Kapfers passend zusammen: „Ein Feuerwehrler von altem Schrot und Korn. Familie, Haus und Hof, Feuerwehr. Diese drei Komponenten waren und sind noch heute sein Lebensinhalt.“ Damals erhielt der rüstige „Marte“ das Feuerwehrzivilabzeichen in Gold ausgehändigt. Anläßlich des 125-jährigen Bestehens der Feuerwehr Hohenbrunn hat Ehrenkreisbrandmeister Martin Kapfer 1986 seiner Wehr ins Stammbuch geschrieben: „Zur Gründerzeit war es die einzige Aufgabe der Feuerwehr Brände zu löschen. Nach und nach wurde das Aufgabengebiet auch auf Technische Hilfeleistungen, insbesondere auf Hilfe bei Verkehrsunfällen, ausgeweitet. Dazu ist es nötig, daß der Feuerwehrmann gut ausgebildet ist und Tag und Nacht bereit ist, dem Nächsten in Not zu helfen, ja sogar seine Gesundheit für ihn aufs Spiel setzt.“

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Martin Kapfer wußte sehr wohl, von was er damals schrieb. Schließlich hat er über Jahrzehnte hinweg am Geschick der Hohenbrunner Wehr mitgewirkt und den Fortgang des Geschehens mit großem Interesse begleitet. Nach Kriegsende kehrten die Soldaten wieder in ihre Heimat zurück. Manche hatten noch in der Kriegsgefangenschaft zu verbleiben. Die Feuerwehr Hohenbrunn wurde mit neuen Kräften gestärkt. Uniformen waren nach dem Weltkrieg verpönt, wurden größtenteils sogar verboten. Die Feuerwehrleute durften ihre Uniform behalten, mussten aber deutlich an der Schulter die Bezeichnung „Fire Department“ führen, damit die amerikanischen Besatzungskräfte sofort wussten, mit wem sie es zu tun hatten. Die Heimkehrer schafften gleich einen Punkt kategorisch ab: das Exerzieren. Diesen Drill

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haben sie jahrelang genug mitmachen müssen. Nach dem Krieg machte das Exerzitium keinen Sinn mehr. Die Ausstattung veränderte sich für die Feuerwehr anfangs kaum. Um jedes paar Stiefel wurde gestritten. Die Jahre nach Kriegsende waren keineswegs ein Zuckerschlecken, die Armut war groß. Jeder musste schauen, wie er am Leben bleiben konnte. Die Hohenbrunner Gemeinde versuchte, so gut wie möglich, ihre Feuerwehr zu unterstützen. Die Parteispritzen verblieben am Ort, kamen aber auch in die Jahre und verweigerten immer häufiger ihren Dienst. Brände blieben, Gottlob, eher die Seltenheit. Nach der Währungsreform im Jahr 1948 ging es auch in Hohenbrunn langsam aufwärts. Bürgermeister Carl Steinmeier und der Gemeinderat kamen mit dem Kommando überein Ersatz für die Spritzen anzuschaffen.

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Eine neue Ära begann in Hohenbrunn mit dem Jahr 1953. In diesem Jahr erhielt die Wehr ihr erstes Fahrzeug, ein Löschfahrzeug LF 8, Opel-Blitz. Der Aufbau stammt von Metz. 19.800 Mark kostete das Fahrzeug. Pfarrer Otto Fuchs nahm die kirchliche Segnung vor. Als amtliches Kennzeichen wurde dem Fahrzeug „AB 44-6988“ zugeordnet. „AB“ steht für „Amerikanische Zone Bayern“. Nunmehr konnte in Hohenbrunn motorisiert zu den Einsätzen gefahren werden. Neun Mann hatten darin Platz. Markant war eine große, elektrische Glocke. Wenn diese aufgeschrillt hat, ging alles aus dem Weg. Über die Einsatzschlagkraft berichtete 1964 Alois Beham. Demnach bestand zu diesem Zeitpunkt die Hohenbrunner Wehr aus vier Löschgruppen zu je neun Mann. Damit sei gewährleistet gewesen, dass mindestens eine Löschgruppe (neun Mann) sofort einsatzbereit war. „Als vor einigen Jahren in Riemerling ein Brand ausbrach, war die Feuerwehr acht Minuten nach Alarmierung am Brandplatz – eine Rekordleistung, wenn man bedenkt, dass Riemerling circa vier Kilometer entfernt ist.“

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Weiterhin schrieb Beham: „Es ist ein beschwerlicher Dienst, den die Männer der Freiwilligen Feuerwehr leisten. Trotzdem sind sie begeistert bei der Sache. Ständig gilt es, durch Übungen die Einsatzbereitschaft zu erhöhen, um für den Ernstfall gerüstet zu sein, und das freiwillig und ohne Entschädigung. In der heutigen Zeit eine nicht hoch genug zu schätzende Eigenschaft wird hier im wahrsten Sinne des Wortes gepflegt: der uneigennützige Gemeinschaftssinn.“ All zu häufig gab es in Hohenbrunn keine öffentliche Veranstaltung auf der Ebene des heutigen Kreisfeuerwehrverbandes oder seiner Vorgänger. Für den 31. Mai 1942 ist ein Kreisfeuerwehrappell für Hohenbrunn belegt. In der Nachkriegszeit fand bisher nur ein einziger Kreisfeuerwehrtag, nämlich am 5. Juni 1955, in Hohenbrunn statt. Mittlerweilen gibt es nur noch wenige Gemeinden im Landkreis München, die die Menge an Feuerwehrdienstleistenden und Repräsentanten (etwa 800) in einem Festsaal fassen können.

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In der Gemeinde Hohenbrunn wurde stets die Notwendigkeit gesehen, die Feuerwehr entsprechend ihren Anforderungen mit Gerätschaften zu unterstützen. 1966 wurde zusätzlich eine Tragkraftspritze (TS 8/8) angeschafft; 1971 kam ein Pulverlöschanhänger (PA 250) dazu. 1974 konnte die Feuerwehr Hohenbrunn ein Tanklöschfahrzeug TLF 16 in den Dienst stellen, drei Jahre später ein weiteres Löschgruppenfahrzeug. Die Besonderheit bei diesem LF 8 war der hydraulische Rettungssatz, der mitunter wegen des kurz zuvor fertig gestellten Autobahnabschnittes angeschafft worden ist. Die kirchliche Segnung wurde am 8. Juli 1977 durch Pfarrer Wilhelm Laurich vor dem Rathaus vorgenommen. Ein Jahr später konnte der Fuhrpark der Feuerwehr Hohenbrunn mit einem Mannschaftstransportwagen ergänzt werden. Im Jubiläumsjahr 1986 wurde ein Rüstwagen „RW 1“ von Pfarrer Alexander Siebenhärl gesegnet, das ist das einzige Fahrzeug aus dieser Zeit, das noch im Dienst steht.

Der Rüstwagen wurde als ein Markstein in der Einsatzfähigkeit der Hohenbrunner Wehr bezeichnet. 256.354 Mark kostete die Anschaffung. Zur Indienststellung im April 1986 kam auch ein Sicherungsanhänger, der aber von der Autobahnmeisterei ausgemustert übernommen worden ist. Im Jahr 2011 verfügt die Feuerwehr Hohenbrunn über folgende Fahrzeuge, die auf eigenen Seiten einzeln nochmals vorgestellt werden: Kommandowagen, 2 Mehrzweckfahrzeuge, Tanklöschfahrzeug, Löschgruppenfahrzeug, Rüstwagen RW 1, Responder-Einsatzfahrzeug, Versorgungs-Lastkraftwagen, 6000-Liter-Wasserfass auf Zwillingsreifen, Sonderlöschmittelanhänger, 2 Verkehrssicherungsanhänger, Mehrzweckanhänger. Nicht unerhebliche Schwierigkeiten hatte die Wehr, ihre Fahrzeuge auch unterzustellen. 1971 wurden zwei Garagen mit Keller in einem Aussiedlerhof beim Sportplatz von Rosa Schulz angemietet. Ein gutes Jahrzehnt war diese Bleibe die Unterkunft für die Feuerwehr.

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Den gemeinsamen Anstrengungen von Feuerwehr und Gemeinde gelang es, 1982 endlich ein stattliches Gerätehaus zu bauen, das genug Raum bot. Das Grundstück selbst hat eine Fläche von 3.300 Quadratmetern;

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an Nutzfläche wurden 1.375 Quadratmeter errechnet. Den Auftrag für die Planung bekam das Grünwalder Ingenieurbüro Joseph Brüntrup / Thomas Frick / Jens Peter Oldenbourg. Insgesamt brachte die Gemeinde Hohenbrunn für dieses Vorhaben 3,7 Millionen Deutsche Mark auf. Die feierliche Einweihung des Gerätehauses wurde am 31. Oktober 1982 begangen. Es waren die Wehren des Kreisbrandmeisterabschnitts, sowie die Nachbarwehren aus Grasbrunn, Putzbrunn, Taufkirchen und Ottobrunn dabei, dazu die Ortsfahnenvereine, Vertreter des Gemeinderats, der Kreisbrandinspektion und der Bevölkerung. Nach dem sonntäglichen Gottesdienst in der Pfarrkirche und der Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal wurde zum neuen Gerätehaus an der Siegertsbrunner Straße marschiert. Bürgermeister Josef Schwaiger konnte unter anderem den stellvertretenden Landrat Engelbert Kupka, den Bundestagsabgeordneten Martin Mayer und Kreisbrandrat Egon Ettl begrüßen. Nach der Schlüsselübergabe fand die kirchliche Segnung des Gebäudes statt. Das gemeinsame Mittagessen konnte dann in der Fahrzeughalle eingenommen werden.

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Engelbert Kupka sah in dem Gerätehaus auch einen Beweis für die Leistungsfähigkeit, den Leistungswillen und den Bürgersinn der Gemeinde Hohenbrunn. Das Gerätehaus hat heute, wie 1982 auch, vier Ausfahrten und eine Waschhalle. Wann sich die Hohenbrunner Feuerwehr die Standarte zugelegt hat, konnte nicht ermittelt werden. Das älteste vorhandene Fahnenband der Hohenbrunner stammt von der Nachbarwehr Putzbrunn. Am 18. August 1901 fand dort die 25-Jahr-Feier des Stiftungsfestes statt. Es darf folglich angenommen werden, dass die Hohenbrunner zu diesem Zeitpunkt schon diese Standarte ihr Eigen nennen durften. Auf der einen Seite ist auf dem roten Tuch die goldene Bestickung „Freiwillige Feuerwehr Hohenbrunn“ zu lesen. Auf der anderen Seite der Wahlspruch der Feuerwehren „Gott zur Ehr, den Menschen zur Wehr“.

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Mittig ist ein Helm mit Beil, Axt und Seil zu sehen, ebenfalls edel bestickt. Die ganze Standarte ist mit einer goldenen Bordüre und Fransen umsäumt. Das zweitälteste Fahnenband wurde vom Veteranen- und Kriegerverein Hohenbrunn, der heutigen Krieger- und Soldatenkameradschaft Hohenbrunn, anlässlich der Fahnenweihe am 15. August 1925 überreicht. Zwei Patenvereine hat die Feuerwehr Hohenbrunn: die Feuerwehr Höhenkirchen und die Feuerwehr Aying. Allein schon an den Fahnenbändern ist es ersichtlich, dass es diese besonderen Beziehungen gibt, die vor allem im Jubiläumsjahr wieder belebt werden. Hohenbrunn übernahm am 22. Juli 1962 die Patenschaft, als die Höhenkirchner ihre Fahnenweihe begehen durften. Pate stand die Hohenbrunner Wehr auch für die Fahnenweihe der Kameraden in Aying im Jahr 1964. 1963 erhielt die Feuerwehr Hohenbrunn eine eigene Fahne, die neben der Standarte (heute ein Duplikat, da die erste Standarte aufgrund ihrer Verschleißspuren

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nicht mehr renoviert werden konnte) weiterhin bei besonderen Anlässen vorangetragen wird. Am 25. August 1963 beging die Freiwillige Feuerwehr Hohenbrunn ihr 70-jähriges Bestehen, beruhend auf dem Anmeldetermin beim Bayerischen Landesfeuerwehrverband. Um 7 Uhr wurde mit einem musikalischen Weckruf der Festtag eingespielt. Ab 8 Uhr morgens wurden die 36 Vereine empfangen, die sich für die Feier angekündigt haben. Unter den Festkapellen befand sich auch das Luftwaffenmusikkorps, das bis heute in Neubiberg stationiert ist. Natürlich durfte der Höhenkirchner Patenverein nicht fehlen. Dekan Fuchs feierte den Feldgottesdienst, wobei das Musikkorps die Schubert-Messe aufspielte. Abschließend erteilte der Geistliche den kirchlichen Segen über die Fahne. Den Festprolog sprach Fräulein

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Haberl. Dann wurden die Fahnenbänder verliehen. Der Fahnenbegrüßung folgten die Festreden des Vorstandes. Leonhard Sigl konnte bei dieser Gelegenheit das goldene Zivilabzeichen der Feuerwehr für siebzigjährige Mitgliedschaft an Ehrenbürger Estendorfer und Altkommandant Georg Grundler überreichen. Das silberne Zivilabzeichen bekam Kreisbrandmeister Martin Kapfer. Schirmherr war Bürgermeister Carl Steinmeier. Das letzte Wort hatte Kreisbrandinspektor Hans Scherzl. Am Kriegerdenkmal gedachten die Festteilnehmer den Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege. Ein stattlicher Festzug soll am Nachmittag durch Hohenbrunn geschritten sein, das Dorf war festlich geschmückt. Standkonzerte der Musikkapellen schlossen sich an. Und am Abend fand ein Festball beim „Alten Wirt“ statt, der den Jubiläumstag offiziell beendete. Der Feuerwehrnachwuchs gab sich den typischen Wimpel einer Jugendfeuerwehr, so dass bei größeren Festivitäten der Verein mit drei Abordnungen ausrücken kann. Das jüngste Fahnenband im Eigentum der Wehr stammt zugleich aus dem entferntesten Ort aus Hohenbrunner Sicht. Es handelt sich dabei um die Eh-

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renschleife des Brandenburger Landesbranddirektors. 1986 beging die Feuerwehr Hohenbrunn ihr 125-jähriges Bestehen. Es sollte ein großes Fest werden, das mit vielen befreundeten Vereinen und Gruppierungen am ersten Juliwochenende begangen worden ist. Vielen bleibt bis heute ein Gaudiwettbewerb in Erinnerung, der in historischer Kleidung von den sieben Feuerwehren des Kreisbrandmeisterabschnitts 1/4 ausgetragen worden ist: Aying, Helfendorf, Hohenbrunn, Höhenkirchen, Siegertsbrunn, Hofolding und Brunnthal. Da gab es ein Wettsägen auf Zeit und Rundholzlänge und den Wassertransport mit Hindernissen. Gewonnen hat diesen Wettbewerb die Feuerwehr Helfendorf, die einen alten Helm in Gold in Empfang für den ersten Platz nehmen durfte. Dicht gefolgt waren die Höhenkirchner, die den Helm in der silbernen Fassung erhielten. Zum Schluss der Wettbewerbe wurde mit den Feuerwehren und örtlichen Vereinen ans Kriegerdenkmal gezogen, wo, einem langen Brauch entsprechend, angetreten worden ist, um die Toten zu ehren. Mit dem Schirmherrn, Bürgermeister Josef Schwaiger, Landrat Joachim Gillessen und Kreisbrandrat Egon Ettl und

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der Blaskapelle Helfendorf fand dann der Auszug zum Festzelt am Grasbrunner Weg statt. Bei einem eigenen Seniorennachmittag konnte es sich die ältere Generation gut gehen lassen, auch an die Kinder war mit eigenen Programmpunkten („Spiele ohne Grenzen“) gedacht worden. Am eigentlichen Festsonntag waren um die tausend Feuerwehrleute aus über vierzig Gemeinden am Festzug beteiligt.

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Fünf Musikkapellen sorgten für das richtige Marschtempo, historische Gerätschaften waren gern gesehene Fotomotive. Zuvor hat Pfarrer Alexander Siebenhärl den Feldgottesdienst gefeiert. Mit viel Liebe zum Detail waren der Altar und die Ortschaft geschmückt und geziert. Bis zu sechzig Frauen und Männer bemühten sich im Vorfeld, den Schmuck für den Ort herzustellen. An den Ortseingängen wurden riesengroße Wappen aufgestellt, die es übrigens bis heute noch gibt. Hierzu wurde das Gemeindewappen zuerst einmal skizziert und dann vergrößert. Auf Styroporteilen wurden dann die Zeichnungen übertragen, um sie dann mit gefärbtem Islandmoos entsprechend zu bekleben. Heinrich Gröber schrieb in seinem Heimatbuch darüber: „Mit vielen lobenden Worten und Anerkennungen wurde die Gestaltung und geleistete Arbeit am Feldaltar bestaunt. Schon ein Jahr vorher begann man mit den Vorbereitungsarbeiten, als die notwendigen Pflanzen für den aus Blumen gefertigten heiligen Florian ausgesägt wurden. Aufgrund der Hitzewelle am Vortag der Feier selbst konnte nur das vorgefertigte Feuerwehrabzeichen mit dem Dorfwappen aus Islandmoos angebracht werden.

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knapp auf den Punkt: „Das Fest war ein voller Erfolg!“ Der Gaudiwettbewerb von damals fiel auf so fruchtbaren Boden, dass die Hohenbrunner Jugendfeuerwehr anschließend Jahr für Jahr einen Wettkampf für die Jugendfeuerwehren im Landkreis durchführte.

Es waren – wie schon so oft – die Gleichen, die frühmorgens nach 5 Uhr in mühevoller Arbeit auf einer Leiter den Florian aus bunten Bartnelken herstellten. Ihnen gebührt Dank und Anerkennung für ihre Arbeit. Denn sie trugen mit ihrer Zuverlässigkeit und gelungenen Arbeit entscheidend zum Erfolg dieses Festes bei.“ Über die Dorfstraßen waren knapp eintausend Wimpel mit den Gemeinde- und Feuerwehrfarben gehängt, die auch selbst genäht worden sind. „So waren alle Bewohner ohne Ausnahme sinnbildlich miteinander zum Fest verbunden“, resümierte Gröber. Im Südostkurier schloss Benno Anderl seinen Bericht über das Fest ab, nachdem er darauf verwiesen hat, dass beim Festzug auch alte Feuerspritzen mitgeführt worden sind: „Die Feuerwehren verstehen es, Tradition zu wahren und sie mit der Gegenwart zu einer nutzbringenden Symbiose zu verbinden…“. Leonhard Sigl brachte es kurz und

Seit 1990 gelten hierfür die offiziellen Richtlinien der Deutschen Jugendfeuerwehr. Stets war Hohenbrunn der Austragungsort. 1997 konnte der 25. Geburtstag der Jugendfeuerwehr Hohenbrunn mit dem ersten Kreisjugendfeuerwehrtag gefeiert werden. Seitdem ist der Kreisentscheid mit dem Kreisjugendfeuerwehrtag gekoppelt, der nunmehr stets in einer anderen Kommune abgehalten wird. Über viele Jahre hinweg war die Hohenbrunner Jugendfeuerwehr nicht zu schlagen.

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Dominik Busch gibt einen ganz persönlichen Einblick in die Jugendarbeit der Wehr: „Fuchs Hohenbrunn 72/11, bitte kommen! – Ein solcher Funkspruch würde im normalen Feuerwehrleben niemals erklingen. Und auch das Fahrzeug „72/11“ steht sicher in keinem Gerätehaus in Deutschland. Vielmehr steht der „Fuchs“ für unser Jugendmaskottchen, unseren wunderschönen roten Fuchs, und „72/11“ für die Zeit von der Gründungszeit 1972 bis heute in 2011. Damit es auch in Zukunft nicht zu solchen Ausrutschern kommt, bekommt man in der Jugendfeuerwehr gezeigt, wie man bei der Feuerwehr richtig funkt: Zunächst beginnt man mit der Bezeichnung für die Feuerwehren, „Florian“. Anschließend folgt der Name der Feuerwehr, die man ansprechen möchte, in unserem Fall „Hohenbrunn“. Abschließend folgt noch die Bezeichnung eines Fahrzeuges. Zum Beispiel bei einem Löschfahrzeug „40/1“. Zusammengesetzt lautet also ein möglicher Funkspruch richtig: „Florian Hohenbrunn 40/1, bitte kommen!“. Neben dem Funken lernt man aber in der Jugendfeuerwehr noch viel mehr: Welche Fahrzeuge gibt es bei

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der Feuerwehr? Welche Gerätschaften sind auf den Fahrzeugen und wie funktionieren Sie? Was mache ich bei einer verletzten oder bewusstlosen Person? Dieses Wissen und noch vieles mehr bekommt man in den Jugendübungen beigebracht, die jeden Monat extra für uns Jugendliche stattfinden. Jedes Mal steht dabei ein anderes Thema im Vordergrund, beispielsweise Fahrzeugkunde, Theorie der Technischen Hilfeleistung, Erste-Hilfe und noch viele mehr.

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Dabei achten Jugendbetreuer Lennart Karstensen und seine kleinen Helferlein (allen voran Matthias Fischer) immer darauf, dass zum einen die Jugendlichen ernsthaft bei der Sache sind, um die wichtigen Bestandteile richtig zu lernen und diese Dienste für die Hohenbrunner Bürger richtig anwenden zu können. Andererseits ist ihnen auch wichtig, dass die Jugendlichen Spaß bei der Sache haben und ihre Begeisterung für die Feuerwehr und die damit verbundene Kameradschaft immer weiter wächst. Bis man dann an richtigen Einsätzen der aktiven Wehr teilnehmen kann, muss man bis zur Absolvierung des 16. Lebensjahres warten. Von da an kann man an der zweieinhalbjährigen Truppmann-Ausbildung des Landkreises teilnehmen. Nach erfolgreichem Absolvieren des ersten Teils hat man es schließlich geschafft, man ist im Feuerwehrleben angekommen und bekommt den „Piepser“, mit dem man von 16-18 eingeschränkt und ab 18 vollständig an Einsätzen teilnehmen kann. Allerdings steht während der ganzen Zeit nicht nur die Ausbildung im Vordergrund. Zur Abwechslung werden auch mal Ausflüge unternommen, beispielsweise zur Therme Erding, zum Skifahren oder zur Werkfeuerwehr der Technischen Universität München in Garching.

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Auch gemeinsames Kickerspielen oder Grillabende bieten die Möglichkeit, sich besser kennen zu lernen und neue Freunde zu finden. Die Höhepunkte im Leben eines Hohenbrunner Jugendfeuerwehrlers sind Einsatzübungen oder der im Sommer stattfindende Berufsfeuerwehrtag, bei dem wir 24 Stunden lang den harten, anstrengenden und oftmals unterschätzten Alltag einer Berufsfeuerwehr nacherleben dürfen und dabei schon einmal an unsere körperlichen Grenzen geraten. Auch der im Herbst stattfindende Jugendwettkampf zwischen den Landkreisfeuerwehren ist für alle ein Highlight sowie das Jugendleistungsabzeichen, nach dessen erfolgreich abgelegter Prüfung man sein erstes Abzeichen an seine Uniform stecken kann. In dieser Uniform nehmen wir auch häufig an Veranstaltungen und Gottesdiensten des Feuerwehrvereins teil und sind dort immer zahlreich präsent, da wir dort herzlich aufgenommen werden und es für uns eine Ehrensache ist, daran teilzunehmen.“

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Für diese Festschrift haben sich einige Mitglieder der Jugendfeuerwehr Hohenbrunn Gedanken gemacht, was sie erlebt haben und was sie mit der Jugendfeuerwehr verbinden: „Bei der Feuerwehr sein gibt uns das Wissen und das Selbstvertrauen, anderen Menschen zu helfen.“ Stephanie Reim „Besonders gefallen hat mir die 24-Stunden-Übung im Sommer.“ Florian Reim „Der Jugendwettkampf ist der Höhepunkt des ganzen Jahres, bei dem man Teamgeist und Können beweisen kann. In der Jugendfeuerwehr kann man bei jeder Übung und allen Ausflügen seine Freunde treffen und Spaß haben.“ Sabrina Draheim „Es macht immer sehr viel Spaß, wenn man sich in der Jugendfeuerwehr trifft. Die Kameradschaft bestimmt das Miteinander, was meiner Meinung nach in fast keinem anderen Verein mehr so ist. Doch geht

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es nicht nur um Vergnügen. Selbstverständlich lernt man auch viel, wie zum Beispiel Erste Hilfe, alles über Geräte in der Feuerwehr.“ Niklaus Vogelsang „In der Jugendfeuerwehr hat man Spaß, mit anderen etwas zu unternehmen.“ Valentin Godrie

Seit dem 1. Juni 2008 hat die Feuerwehr Hohenbrunn zusätzlich zu ihrer Feuerwehrtätigkeit die Arbeit als First-Responder-Einheit aufgenommen. Anfangs wurde dieses Vorhaben in Zusammenarbeit mit dem Malteser Hilfsdienst in Taufkirchen bestritten, mittlerweile liegt es zur Gänze in den Händen der Hohenbrunner Feuerwehr. First Responder sollen das so genannte „therapiefreie Intervall“ zwischen einem medizinischen Notfall (zum Beispiel Atemstörung, Herzinfarkt oder

Unfall) und dem Eintreffen des Rettungsdienstes verringern. Dabei ist es vor allem wichtig, dass die Hilfskräfte den Patienten durch ihre erweiterte Erste-HilfeAusbildung etwa mit Sauerstoff versorgen und damit irreparable Schäden gerade für das Gehirn mindern oder sogar vermeiden können. Im Falle einer notwendigen Wiederbelebung kann die Chance auf Erfolg durch das frühzeitige Eingreifen der First Responder massiv verbessert werden. Dafür haben alle Helfer mindestens 80 Stunden Ausbildung absolviert, zum Teil nehmen aber auch Rettungssanitäter, Rettungsassistenten und (Not-)Ärzte an dem Projekt teil. Die schnelle Hilfe können die First Responder zum einen durch die Nähe und damit die kurzen Wege und zum anderen durch hervorragende Ortskenntnisse erreichen, die im Notfall aber auch noch durch ein Navigationsgerät unterstützt werden kann.

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Durch das Engagement dieser speziell ausgebildeten Feuerwehrleute ist es möglich, jeweils zwei Personen, die freiwillig First-Responder-Dienst haben, zu stellen, um eine Versorgung der Bürgerschaft von Hohenbrunn rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr zu gewährleisten. Als besondere Ausrüstung stehen den Einsatzkräften ein BMW X3 mit dem Funkrufnamen „Florian Hohenbrunn 79/1“ und bei Bedarf auch der Einsatzleitwagen der Feuerwehr zur Verfügung.

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Beide Fahrzeuge sind mit dem notwendigen medizinischen und feuerwehrtechnischen Equipment ausgerüstet. Dazu gehören jeweils eine Sauerstoffeinheit, ein Defibrillator, eine Absaugpumpe, Schienungsmaterial, Infusionszubehör und vieles mehr. In den ersten beiden Jahren brachte es der Hohenbrunner Responder auf rund 500 Einsätze. Im Jahr 2010 waren es insgesamt 253. Die Alarmierung erfolgt über die Feuerwehreinsatzzentrale des Landkreises München, die Anforderung über die Leitstelle München bei der dortigen Berufsfeuerwehr. Immer dann, wenn aufgrund des Meldebildes ein Notarzt notwendig wird, erhält der Disponent in der Leitstelle den Vorschlag vom Einsatzleitrechner, den Responder mit zu alarmieren. Bei einem Notarzteinsatz ist davon auszugehen, dass eine erkrankte Person schnellstmöglich Hilfe benötigt. Das Einsatzspektrum der Responder-Einheit lässt sich am besten anhand der vielen Einsätze wiederspiegeln, die sich in den vergangenen Monaten ereignet haben. Als Meldebilder kamen „bewusstlose Person“, Verkehrsunfall, Person eingeklemmt“, „Atemnot“ oder „Herzinfarkt“ sehr häufig vor. Auch zu Kindernotfällen, zum Transport der Crew des Rettungshubschraubers oder zu einem Reitunfall wurde der Responder bereits gerufen. Spektakulär war auch für die Responder-Kräfte der Hohenbrunner Wehr das Einsatzstichwort „Person verschüttet“, als im Riemerlinger Gewerbegebiet ein Schweißer aus einem etwa drei Meter tiefen Grubenloch zu retten war. Im November 2009 wurde „Florian Hohenbrunn 79/1“ zu einer Geburt nach Riemerling gerufen. Der neue Erdenbürger konnte die Ankunft des Teams gar nicht mehr abwarten und blinzelte bereits die heraneilenden Kräfte an, so dass primär die Versorgung von Mutter und Kind zu bewältigen war.

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Ärztliche Leitung ist Dr. med. Johanna Feldmeier. Monatlich finden eigene Übungen für die First Responder statt, außerdem gibt es ständige Schulungen in der HerzLungen-Wiederbelebung und Fortbildungsmaßnahmen, damit die Kräfte für den Ernstfall vorbereitet sind. Das Einsatzjahr 2010 mag beispielhaft für die Vielfältigkeit der Tätigkeitsfelder der ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte Hohenbrunns stehen. Bedingt durch 253 First-Responder-Alarmierungen ist das vergangene Jahr auch das einsatzstärkste überhaupt in der Geschichte der Hohenbrunner Wehr. Insgesamt waren 417 Einsätze zu verbuchen.

Nicht immer war es ein technischer Defekt. Die Landung des Rettungshubschraubers „Christoph 1“ war zu sichern, Mitglieder der Wehr gehören der landkreisweiten Unterstützungsgruppe Einsatzleitung an und kamen mehrmals überörtlich zum Einsatz, um die Kreisbrandinspektion bzw. die Kommandanten in ihrer Tätigkeit zu entlasten. Fehlalarme kamen im vergangenen Jahr nur wenige vor, manchmal stimmten Adressen nicht (andere Zuständigkeiten), manchmal stimmte schlicht und ergreifend das Meldebild nicht mit dem tatsächlichen Umstand überein.

Der erste Einsatz war tatsächlich bereits am Neujahrstag. Dabei musste eine Ölspur unweit des Riemerlinger Schulhauses abgestreut werden. Nur Beispiele aus dem Einsatztagebuch können an dieser Stelle erwähnt werden. Nach einem Einbruch musste ein Fenster der Sportgaststätte verschalt werden, Brandmeldeanlagen in verschiedenen Objekten lösten zu allen Tages- und Nachtzeiten aus und brachten die Feuerwehr auf den Plan, um nachzuschauen, woher die Ursache stammt.

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So ließ beispielsweise weißer Rauch auf einem Dach im Riemerlinger Gewerbegebiet am 21. Januar Schlimmes erahnen. Für die Feuerwehr Hohenbrunn wurde an jenem Nachmittag Vollalarm ausgelöst, um einen etwaigen Brand zu löschen. Vierzehn Einsatzkräfte rückten neben der Polizei und dem Rettungsdienst aus, um zur Stelle zu sein. Mehrere Örtlichkeiten wurden abgesucht, ob sich dort ein Brand entwickelt hatte. Doch es konnte Entwarnung gegeben werden. In nur wenigen Minuten stand fest, dass sich die Melderin getäuscht hat. Aber lieber rückt die Feuerwehr einmal zu oft aus, um eine mögliche Gefahr zu bannen, als dann plötzlich vor einem großen Einsatz zu stehen. Wohnungsöffnungen, meist zur Unterstützung des Rettungsdienstes, waren auch 2010 öfters zu verbuchen. Gleiches gilt auch für Tragehilfen. Das eine oder andere Mal musste die Ottobrunner oder die Siegertsbrunner Nachbarwehr mit der Drehleiter gerufen werden, um Patienten aus höher gelegenen Wohnungen zu Boden zu bringen. Dabei vertreten war stets auch Personal der Hohenbrunner Wehr aufgrund ihrer Zuständigkeit im eigenen Wirkungskreis.

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Tierrettungen kommen heutzutage insgesamt eher selten vor. Tatsächlich belegt aber der Jahresbericht für 2010 die Rettung einer noch recht jungen Katze, die etwas übereifrig an einem Feiertag vom heimatlichen Balkon in den darunterliegenden gefallen ist. Da dort niemand das Tier aus der misslichen Lage befreien konnte (der Balkon gehörte zu einer Praxis), war es die Aufgabe der Feuerwehr, hier zu helfen.

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Ein Bussard ist gegen eine große Scheibe geflogen und blieb benommen am Boden sitzen. Er hatte aber nach Einschätzung der Wehr keine Verletzungen; der Falkner wurde entsprechend informiert. Einmal wurde eine Krähe eingefangen, die in Not geraten ist. Sie konnte dankbar befreit und fliegen gelassen werden. Die Feuerwehr Hohenbrunn wurde im zurückliegenden Jahr auch häufig zur Abwendung von Umweltschäden und zur Sicherheit des Verkehrswesens gerufen. So gab es zahlreiche Ölspuren, zu denen die Ehrenamtlichen gerufen worden sind. Mit entsprechenden Bindemitteln konnte die Rutschgefahr gebannt werden, entsprechende Beschilderungen machten anschließend auf die Situation aufmerksam. Vor allem gilt es bei größeren Mengen Treibstoff, die Gefahr für die Umwelt (Trinkwasser- und Naturschutz) zu bannen. Da mussten schon auch in mehreren Fällen Kies- und Erdreichflächen abgetragen und extra entsorgt werden. Bei solchen Ereignissen werden dann auch entsprechende Behörden eingeschalten, wie beispielsweise die Polizei, das Landratsamt oder das Wasserwirtschaftsamt München. Eine Feuerwehr ist in vielen Fällen vor allem auch eine Umweltwehr. Defekte Tanks mussten abgedichtet werden, der gemeindliche Bauhof war bei diversen Tätigkeiten zu unterstützen, bei der Räumung des Verwaltungsteils des Munitionsdepots war die Feuerwehr ebenso fachlich wie technisch gefragt. Durch die Gemeinde Hohenbrunn wurden auch Wässerungen angeordnet, um Neuanpflanzungen die Chance zu geben, das frische Nass in ausreichendem Maße zu empfangen. Unter den Einsatzberichten befinden sich ebenso gemeindliche genehmigte Baumfällarbeiten. Im vergangenen Jahr haben sich die Unwetterschäden in Grenzen gehalten. Trotzdem waren Bäume zu entfernen, die umzufallen drohten, etwa auch im Gleisbe-

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reich. Einmal wehte der Wind stark in einen Bauzaun hinein, so dass sich dieser unliebsam verselbstständigt hatte. Mit vereinten Kräften wurde er wieder in seine eigentliche Position versetzt. Mehrmals lagen beim Eintreffen der Floriansjünger die Bäume schon im Fahrbahnbereich, so dass diese entfernt werden mussten. Einmal haben wohl Ameisen so lange im Rumpfbereich eines mächtigen Baumes gelebt und gewirkt, dass dem Baum irgendwann einmal die Kraft zum Stehen fehlte. Nach starken Regenereignissen rückte die Wehr ebenfalls aus, um bei übergelaufenen Straßenteilen tätig zu werden. Wasserschäden entstanden auch durch gebrochene Leitungen im Keller. Entsprechend war dann der Einsatz von Wassersaugern und – schiebern notwendig. Dabei wurde auch stets darauf geachtet, ob nicht ein etwaiger Öltank in Mitleidenschaft genommen worden ist. Gasgeruch führte vielmals dazu, dass die Feuerwehr zur Überprüfung des Ursprungs gerufen worden ist. Messungen haben aber 2010 jeweils ergeben, dass keinerlei Gefahren für Mensch, Tier- und Pflanzenwelt zu befürchten waren. Nicht nur einmal wurde hierzu auch die Gaswache der

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zuständigen Stadtwerke München hinzugerufen, die dann entsprechende Maßnahmen getroffen hat. Die Polizei bat mehrmals die Hohenbrunner Wehr in verschiedenen Situationen um die so genannte Amtshilfe. Auch hier ist die Feuerwehr kollegialer und zuverlässiger Partner. In der Gemeinde Hohenbrunn befindet sich sowohl die Polizeiinspektion 28 im Ortsteil Riemerling, wie auch die Autobahnpolizeistation Hohenbrunn an der Autobahnausfahrt Hohenbrunn.

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Nicht nur der Feuerwehrverein nimmt an kirchlichen und kommunalen Feiern im Ort teil, auch die Feuerwehr als technische Einheit. An Lichtmess, Fronleichnam oder Sankt Martin waren genauso Verkehrsabsicherungen notwendig wie am Volkstrauertag. Für den Evangelischen Kirchentag in München trug die Wehr auch ihr Scherflein bei, sowohl durch die Betreuung der Teilnehmer in der Riemerlinger Schulturnhalle als auch durch die Unterstützung der Johanniter. Nicht vergessen werden darf die Brandschutzerziehung, die Jahr für Jahr zu den Aufgaben der Feuerwehr zählt, im eigenen Interesse und zum Wohl der kleinen und großen Bewohner. Insgesamt hatte die Feuerwehr Hohenbrunn zwölf Brände zu löschen. Ein Radlader entzündete sich im Februar 2010, die Wehr musste aber lediglich noch zu Nachlöscharbeiten anrücken.

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Eine weiße Rauchentwicklung in der Riemerlinger Rudolf-Diesel-Straße am frühen Morgen des 5. April stellte sich als missverstandene Leckage an der dortigen Fernwärmeleitung dar. Deswegen gab es nichts zu löschen, aber immerhin abzudichten. Am 25. April war auf der Bundesautobahn BAB 99 zwischen Hohenbrunn und Haar ein Fahrzeugbrand abzulöschen. In einem Autohaus kam es zu einem Brand am 18. Juni in einer Zwischendecke. Dabei gestaltete sich dieser Einsatz sehr zeitaufwändig, weil mit verschiedensten Mitteln versucht wurde, der Brandstelle Herr zu werden. Unter anderem musste auch mit dem Bohr-/Vorschlaghammer gearbeitet werden, um den eigentlichen Ausgangspunkt der Rauchentwicklung zu entdecken. Ein Pkw brannte am 4. Juli in der Eduard-Buchner-Straße, konnte aber dank des Schnellangriffs rasch gelöscht werden.

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Am 21. Oktober musste mit vereinten Kräften ein ausgedehnter Zimmerbrand in Riemerling gelöscht werden. Hier kam aufgrund der Brandentwicklung auch die Ottobrunner Wehr zur Hilfe. Nach dreieinhalb Stunden konnte das Haus dem Eigentümer wieder übergeben werden. Einen Monat später kam es zu einem Brand in einer Kfz-Werkstatt im Hohenbrunner Gewerbegebiet. Ein Reifenbrand war am 25. November auf der BAB 99 zu löschen. Nicht unerwähnt seien die Veranstaltungs- und Brandwachen der Feuerwehr Hohenbrunn, um auch präventiv zu wirken und für entsprechende Sicherheit bei Festen (vor allem im Bauernstadl an der Siegertsbrunner Straße) oder dem beliebten Johannifeuer zu gewährleisten. Bedauerlicherweise war auch 2010 ein Todesfall zu beklagen. Insbesondere die Bahnstrecke birgt Gefahren, die an bestimmten Stellen auch die Feuerwehr tätig

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lassen werden muss. Ein gefährlicher, nicht erlaubter Bahnübergang wurde einer Person zum persönlichen Schicksal. Bei Unfällen im Bahnwesen sind zahlreiche Tätigkeiten notwendig, die vor allem auch dem Eigenschutz dienen. Insbesondere gilt es, die in der Bahn befindlichen Personen am unüberlegten Aussteigen (Stromspannung!) zu hindern bzw. ihnen den sicheren Weg zu einem Bahnhof zu ermöglichen. Für die Polizei sind dabei zusätzlich Ausleuchtungs- und Absicherungsarbeiten zu erbringen. Ein befürchteter Suizidversuch am 19. Mai entpuppte sich, Gott sei Dank, als eine missverstandene Meldung: Ein Epileptiker rief nach 23 Uhr von einem Brückenbauwerk über der BAB 99 in der Integrierten Leitstelle an und sagte „Ich kann nicht mehr.“ Dabei wollte er sich nicht das Leben nehmen, wie angenommen, sondern um Hilfe rufen. Die groß angelegte Suchaktion verlief erfolgreich, dem Patien-

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ten konnte noch rechtzeitig medizinische Hilfe zuteil werden. In mehreren Fällen wurde die Wehr aufgrund ihres medizinischen Personals zusätzlich oder vorab gerufen, um in Hohenbrunn und Umgebung schnellstmöglich entsprechend tätig zu werden. Bei einem Einsatz rutschte beispielsweise eine Jugendliche vom Dach und stürzte in den Garten. Dieser Fall verlief aber für die junge Dame ausgesprochen glimpflich. Ein Einsatz sei besonders hervorzuheben: Wahrlich einen Schutzengel hatte ein Fünfzigjähriger bei Schweißarbeiten, die er am Vormittag des 12. Mai 2010 in der Riemerlinger Rudolf-Diesel-Straße durchgeführt hat. Dabei begab er sich in eine ungesicherte Baugrube, auf Höhe der Baustelle für die neue Rettungswache der Johanniter. Kurz vor 11 Uhr ist er darin verschüttet worden. Kurze Zeit später wurden die Feuerwehren Hohenbrunn, Ottobrunn (mit Drehleiter), Kreisbrand-

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meister Stephan Kroiß, Polizei und Rettungsdienst auf das Einsatzstichwort „Person verschüttet“ alarmiert. Das Team des First Responder Hohenbrunn war zuerst an der Einsatzstelle und nahm die medizinische Erstversorgung vor. Die Tagschicht war unter anderem von der Hohenbrunner Feuerwehrärztin Dr. med. Johanna Feldmeier besetzt, so dass sie als erste Notärztin helfen konnte. Mehrere Feuerwehrleute mussten zuerst die Grube, in der unter anderem ein Rohr der Wärmeversorgung verläuft, durch einen provisorischen Längsund Querverbau sichern, damit nicht weiter Kies nachrutschen konnte. Der Oberkörper des Verunglückten war größtenteils unter der Wärmeleitung. Da kein schweres Gerät in die Nähe der Grube verbracht werden konnte, mussten die Einsatzkräfte mit Spaten und teilweise auch händisch den Kies wegschaufeln, um immer näher an den Verschütteten zu gelangen. Mittlerweile ist auch die Besatzung des Notarztwagens aus Neuperlach und des Rettungshubschraubers „Christoph 1“ an der Einsatzstelle angelangt. Während des Aushubs wurde der Verschüttete bestmöglich medizinisch versorgt. Für die Landung des Hubschraubers und zur Aufstellung der verschiedenen Einsatzfahrzeuge musste ein Teil des Gewerbegebiets Riemerling-West durch die Polizei weitflächig gesperrt werden. Nach rund hundert Minuten konnte der Verunglückte über einen Flaschenzug der Drehleiter der Feuerwehr Ottobrunn gerettet und dem Rettungsdienst zur weiteren Versorgung übergeben werden. Die Baugrube wurde gesichert und konnte zur weiteren Veranlassung der Kriminalpolizei übergeben werden. Mit Unterkühlungen und leichten Verletzungen kam der Verletzte mit dem Rettungshubschrauber ins Klinikum München-Harlaching. Wenige Tage später konnte sich der Verunfallte bei den Einsatzkräften selbst bedanken,

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da ein Fernsehteam dieses Ereignis mit ihm nochmals Revue passieren ließ. Im Schutzgebiet der Hohenbrunner Feuerwehr befinden sich neben Gemeinde- und Kreisstraßen auch Teile der Staatsstraße 2078, der Bundesstraße B 471 und der Bundesautobahn BAB 99. Im Jahr 2010 wurde die Wehr mehrmals zu Verkehrsunfällen, zur Verkehrsabsicherung (auch für den Rettungsdienst auf der Bundesautobahn) und zu weiteren Maßnahmen (etwa zum Streuen von Tausalz) gerufen. Je nach Zuständigkeit oder zur Unterstützung wurden dann weitere Feuerwehren hinzu alarmiert. Unter anderem ist ein Motorblock zerrissen gewesen, am Fronleichnamstag kam es zu einem schweren Verkehrsunfall an der Kreuzung Luitpoldstraße / Wächterhofstraße, Fahrzeuge fuhren auf der Autobahn aufeinander, wobei etwa der Kreuzungsbereich vor der Autobahnmeisterei Hohenbrunn (B 471 / BAB 99) als ausgesprochen unfallträchtig bezeichnet werden muss. Durch die neuen Alarmierungsbekanntmachung wurde die Hohenbrunner Wehr einmal zwischen Oberpframmern und Schlacht im Nachbarlandkreis Ebersberg gerufen, um mit den Gerätschaften des Rüstwagens bei einem ver-

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meidlich schlimmen Verkehrsunfall die dortigen Wehren zu unterstützen. Bei der Anfahrt wurden die Hohenbrunner Kräfte aber gestoppt, weil sich bei weitem nicht so viele Eingeklemmte zeigten, wie es gemeldet worden ist. Der letzte technische Einsatz des Jahres 2010 trägt das Datum des 1. Weihnachtsfeiertages. Noch während der Tagesschau wurde die Hohenbrunner Wehr nach Riemerling alarmiert, weil dort eine weihnachtliche Leuchtreklame schmoren sollte. Bei Ankunft der Wehr war bereits das Feuer von selbst erloschen. So musste lediglich mit der Wärmebildkamera eine Nachschau vorgenommen werden. Sicherheitshalber wurde der Netzstecker gezogen. Nach rund einer halben Stunde konnten die Einsatzkräfte wieder heimkehren. Die Feuerwehr ist rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, an 365 (in Schaltjahren auch einen Tag länger) für die Bevölkerung da. Und das ehrenamtlich. Auch in Hohenbrunn. Und das seit mindestens 150 Jahren. Wenn nicht noch länger! Weiterhin gilt hier der Grundsatz:

Gott zur Ehr, dem Menschen zur Wehr!

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Hohenbrunner Steckkreuzträger des Bayerischen Feuerwehrehrenzeichens Martin Kapfer, 15. Mai 1963

Kreisbrandmeister im Landkreis München aus Hohenbrunn Martin Kapfer, 1943-1970, + 31.07.1991 Leonhard Sigl sen., 1982-1990

Kommandanten der Hohenbrunner Feuerwehr ca. 1860 ab 1878 ab 1893 ab 1919 ab 1937 ab 1962 ab 1963 ab 1967 ab 1972 ab 1991 seit 2003

Martin Rathgeber, geboren 1819 Josef Wagmüller Georg Springer Franz Grundler Martin Kapfer Johann Sigl Georg Braun Hans Kotter Arno Schmidt Benno Maier Wilhelm Feldmeier

Vorsitzende der Hohenbrunner Feuerwehr ca. 1860 ab 1874 ab 1893 ab 1919 ab 1921 ab 1933 ab 1937 ca. 1950 ab 1962 seit 2008

Jakob Minsinger (geb. 1825) Xaver Liebhart Lorenz Schulz Franz Grundler Georg Springer Leonhard Wagner Georg Grundler Carl Steinmeier, Bürgermeister Leonhard Sigl sen. Benno Maier

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Ehrenvorsitzender der Feuerwehr Hohenbrunn (2011)

Ehrenkommandanten der Feuerwehr Hohenbrunn (2011)

Benno Maier sen. Josef Maier Josef Pawlik Martin Schmid, Atemschutzgerätewart Leonhard Sigl Hans Wende Josef Wimmer

Arno Schmidt Benno Maier

Jugendwart (2011)

Leonhard Sigl sen., Ehrenkreisbrandmeister, Vereinsvorsitzender von 1962-2008

Lennart Karstensen

Ehrenmitglieder der Feuerwehr Hohenbrunn (2011) Hans Kotter, ehemals (stellvertretender) Kommandant Josef Schwaiger, Altbürgermeister, Bürgermeister von 1972-1994 Franz Zannoth, Altbürgermeister, Bürgermeister von 1994-2006

Jugendsprecherin (2011) Sabrina Draheim

Vorstandschaft (2011) Benno Maier, Vorsitzender Franz Reim, stellvertretender Vorsitzender Lorenz Ballauf sen., Kassier Dr. med. Johanna Feldmeier, Schriftführerin Elisabeth Thalmaier, Jugendvertreterin Norbert Diebald, Beisitzer Andreas Tristl, Beisitzer Kommandant Wilhelm Feldmeier, geborenes Mitglied

Führungsdienstgrade (2011) Wilhelm Feldmeier, Kommandant Robert Paul, stellvertretender Kommandant Norbert Diebald Dr. med. Johanna Feldmeier, Feuerwehrärztin Anton Fritzmaier Martin Irlinger

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Kommandowagen Opel Sintra Aufbau: Fa. Geidobler Mannschaft: 4 Mann Funkrufname: Florian Hohenbrunn 10/1 Baujahr: 1999 Einsatzbereich: Schneller Transport der Einsatzleitung zur Erkundung der Einsatzstelle und F체hrungsfahrzeug

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Zusatzbeladung: Notfallrucksack Atmung/Kreislauf, Pulsoximetrie, K.E.D.-System, Defibrillator, Gefahrgutmesskoffer, Ex-Warnger채t, Ortsdosisleistungsmesser, Dosiswarner, Filmdosimeter, Spezialkamera (Endoskop), Fernthermometer, Kompass, Fernglas, Einwegschutzkleidung zum Erkunden, Diverse Einsatzpl채ne (ortsbezogen)

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Mehrzweckfahrzeug Mercedes Sprinter Aufbau: Furtner & Ammer, Landau a.d. Isar Mannschaft: 8 Mann Funkrufname: Florian Hohenbrunn 11/1 Baujahr: 2010 Einatzbereich: Mannschaftstransport, Versorgung, Abarbeiten kleinerer Einsätze, Unterstützung der Einsatzlei-

tung bei größeren Schadenslagen, Verkehrsabsicherung Zusatzbeladung: Spannungswandler mit Dauerlast 2200 W bei 230 V Wechselstrom, Medizinische Notfallausrüstung, EDV mit Bildschirm und Multifunktionsgerät

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Tanklöschfahrzeug 16/25 mit Zusatzbeladung MAN Aufbau: Fa. Metz Mannschaft: 8 Mann Funkrufname: Florian Hohenbrunn 21/1 Baujahr: 1993 Einsatzbereich: Brandbekämpfung / Gefahrguteinsatz Heckpumpe mit einer Förderleistung von 2400 l/min, Wassertank mit 2500 l Wasser, 126

Schaummittel 280 l, Schnellangriffseinrichtung, Hitzeschutzausrüstung, tragbarer Notstromgenerator 8 kV Zusatzbeladung: Sauerstoffschneidlanze, Be- und Entlüftungsgerät, Ex-geschützt mit Leichtschaumvorsatz, mehrere CO2-, Fettbrand- und Pulverlöscher, 4 schwere Chemieschutzanzüge, 8 leichte Chemieschutzanzüge, Schaum-Wasserwerfer 2000/3500 l/ min. (Wurfweite ca. 70 m), Lichtmast mit 2 x 1500 W, Druckzumischanlage (DZA 8, 3%)

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Löschgruppenfahrzeug LF 16/12 OS Daimler Chrysler Atego 1325, 180 kW, Allrad, Geländeuntersetzung und Differentialsperren Aufbau: Fa. Schmitz Feuerwehr- und Umwelttechnik Feuerlöschkreiselpumpe: FP 16/8 One Seven Druckluftschaumanlage der Fa. Schmitz (E90 SPS) Mannschaft: 9 Mann Funkrufname: Florian Hohenbrunn 40/1 Baujahr: 2002

Einsatzbereich: Brandbekämpfung / Technische Hilfeleistung Zusatzbeladung: 2 Ex-geschützte Handfunkgerät, 2 Atemschutzgeräte, Spinboard (Rettungsbrett), Ersatzkleidung, Rettungssäge Lukas LES 18, Hochdrucklüfter, 2 schwere Chemieschutzanzüge, Schaummittel Tank 100 Liter Class A, Schaummittel Tank 100 Liter Class B, Gullydichtkissen, Mehrzweckzug, Tragbarer Stromerzeuger 11 KVA Dauerlast, Motortrennschleifer

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Rüstwagen RW1 Mercedes Unimog Aufbau Fa. Metz Mannschaft: 3 Mann Funkrufname: Florian Hohenbrunn 62/1 Baujahr: 1986 Einsatzbereich: Technische Hilfeleistung Rettungsschere und –spreizer, Hydraulikzylinder, Stromgenerator 15 kV, Seilwinde 5 t, Lichtmast mit 2 x 1500 W 128

Zusatzbeladung: Hebekissen Satz 8 Hebekissen bis 67,7 Tonnen, Fasspumpe elektrisch und mechanisch für Heizöl/Diesel, Fasspumpe elektrisch für Säuren und Laugen (Ex-geschützt), Leckdichtkissen mit Spanngurten, Spinboard / Schaufeltrage, Gefahrguthandmembranpumpe, Gullydichtkissen, Diverse Materialien zum Abdichten (Densobinden, Bleiwolle, Teflonbänder, Dichtpasten), Nicht funkenreißendes Werkzeug

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First Responder BMW X3 Aufbau BMW Mannschaft: 5 Mann Funkrufname: Florian Hohenbrunn 79/1 Baujahr: 2005

Beladung: KleinlÜschgerät, Einmalschutzkleidung (Viren und Bakterien), Desinfektionsmittel, Notfallrucksack (Atmung, Kreislauf), Defibrillator, Absaugpumpe, K.E.D. System / Stifneck

Einsatzbereich: First Responder

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Versorgungs-Lkw Daimler 1629 AF Atego Aufbau Fa. Meinicke Mannschaft: 6 Mann Funkrufname: Florian Hohenbrunn 81/1 Baujahr: 2009 Einsatzbereich: Transport von Mannschaft und Gerät

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Beladung: Ladebühne (1500 kg), Travelpower Anlage 5500 W / 230 V, Lichtmast mit HQI Lampen, 8 Palettenstellplätze Rollcontainer: Dekontaminationsplatz Ölschaden Wasserschaden Atemschutz (weitere im Gerätehaus vorhanden)

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Mehrzweckfahrzeug Mercedes Sprinter 310 D-KA Aufbau Fa. Ziegler Mannschaft: 9 Mann Funkrufname. Florian Hohenbrunn 11/2 Baujahr: 1991

Zusatzbeladung: Wassersauger

Einsatzbereich: Mannschaftstransport, Versorgung, Abarbeiten kleinerer Eins채tze, Verkehrsabsicherung

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Verkehrssicherungsanhテ、nger 1 12 Leitkegel 750 mm 12 Leitkegel 450 mm 5 Blitzleuchten 6 テ僕binderkanister

Verkehrssicherungsanhテ、nger 2 8 Leitkegel 450mm 5 Sack Bindemittel 6 Besen 5 Schaufel

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6000 Liter Wasserfass Aus Spenden der Gemeindebürger wurde 2008 ein Wasserfass mit einem Fassungsvermögen von 6.000 Litern angeschafft. Mit viel Eigeninitiative konnten die notwendigen Umbauarbeiten an dem Wasserfass durchgeführt werden, um direkt mit den Löschfahrzeugen Wasser aus diesem Behälter entnehmen zu können bzw. ihn parallel von anderen Tankfahrzeugen speisen zu lassen.

Sonderlöschmittelanhänger P250 ABC- Pulver 10 CO2 Löscher 2 Metallbrandpulver 2 Fettbrandlöscher 5000-Liter-Auffangbehälter (selbstaufrichtend) Rettungsplattform

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Impressum 250 Jahre Traditionsgeschichte Hohenbrunn Herausgegeben von der Festgemeinschaft Feuerwehr & Burschenverein Hohenbrunn GbR (Ust-IdNr. DE273590333), Siegertsbrunner Straße 3, 85662 Hohenbrunn, im Auftrag des Burschenvereins Hohenbrunn und der Freiwilligen Feuerwehr Hohenbrunn Autor: Wolfgang J. Rotzsche M.A. Redaktion: Wolfgang J. Rotzsche und Thomas Breyer Korrekturen: Elisabeth Thalmaier © Festgemeinschaft Feuerwehr & Burschenverein Hohenbrunn, Mai 2011 Auflage: 7.000 Stück Layout, Satz, Druck und Weiterverarbeitung: Mediagentur – Agentur für Druck und Web Sebastian Walch, Rosenheimer Straße 6, 85635 Höhenkirchen-Siegertsbrunn Das Werk einschließlich aller Inhalte ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck oder Reproduktion (auch auszugsweise) in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie oder anderes Verfahren) sowie die Einspeicherung, Verarbeitung, Vervielfältigung und Verbreitung mit Hilfe elektronischer Systeme jeglicher Art, gesamt oder auszugsweise, ist ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung des Verlages oder der Herausgeberin untersagt. Alle Übersetzungsrechte vorbehalten. Das Werk inklusive aller Inhalte wurde unter größter Sorgfalt erarbeitet. Der Verlag und die Autoren übernehmen jedoch keine Gewähr für die Aktualität,

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Hier ist eine leere Seite. Vorschlag : kurze Danksagung an die Unternehmen, die Anzeigen geschalten haben um diese Festschrift zu ermÜglichen oder irgend sowas. Oder man lässt die einfach leer! Eventuell muss noch eine oder 2 Anzeigen her (Florian hast du die 2 noch bekommen???)

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250 Jahre Hohenbrunner Traditionsgeschichte

Festschrift Version 2  

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