Page 1

stadtausgabe

November 2010 • 2. Jahrgang

lokale zeitung stadtausgabe oktober 2010

Zieht Euch

warm an \Shopping in Mainz\

Abenteurer unter sich

Erlebnispädagoge lässt Kinderherzen höher schlagen

Erfolgreich: Team Wein

Mountainbike-Marathons sind die große Leidenschaft

Kunst aus Koffern

Wenn Nicht-Alltägliches zu sichtbarer Kreativität führt


lokale zeitung stadtausgabe november 2010

2

• Editorial •

Liebe Leser, S

ind unsere Leser wirklich lieb, sind sie eher geneigt, auf jeden Fall sind sie es uns wert. Genau das ist es, was mir heute durch den Sinn ging. Wir sprechen Sie immer als liebe Leser an. Wie in unserem Bild das kleine sĂźĂ&#x;e Mädchen mag das ja wohl auch stimmen, wenn der Wissensdurst schon in jungen Jahren so ausgeprägt gelebt wird. Aber sind all unsere Leser auf lieb zu reduzieren. Lieb wären sie, wenn die StraĂ&#x;en sauber blieben, keiner ungeduldig hupen und jeder mit einem Lächeln seiner Wege gehen wĂźrde. Da solche AuswĂźchse von Freundlichkeit sich in Regel nicht anhäufen, bleibt doch

wirklich die Frage zu stellen, wie wir Sie ansprechen sollten. Auf jeden Fall sind Sie es uns wert, uns eine ganz spannende Redaktion einfallen zu lassen. Aber wir haben auch Achtung vor Ihrer Meinung und wollen diese mĂśglichst treffen. Also geneigter Leser mit hochachtungsvollem GruĂ&#x;‌? Immer aber schätzen wir unsere Leser im doppelten Sinn. Wir schätzen ein, was Sie interessieren kĂśnnte und wir schätzen Ihr Interesse, das Sie uns immer wieder bekunden.

Barbara Reiser • Herausgeberin

Das lesen Sie in dieser Ausgabe:

Leben am Wasser

Gesundheit

Entfaltung

Abenteuerurlaub am Rhein Die Spaziergänger am Schiersteiner Hafen bleiben erstaunt stehen. Eine Gruppe Kinder ist mit einem selbstgebauten FloĂ&#x; im Hafenbecken unterwegs. Im Nu hat sich eine besorgte Menschentraube gebildet. „Alles kein Problem“, beruhigt Harald RĂśder die Passanten. Er hat alles im Griff.

Rheuma ist leider keine Alterskrankheit Rheuma ist keine Krankheit, die nur alte Leute betrifft. In Deutschland leiden etwa 50.000 Kinder an einer entzßndlichen oder akuten rheumatischen Erkrankung und jährlich erkranken etwa 1.000 Kinder neu. Dr. med. Christoph Rietschel ist Kinder- und Jugendrheumatologe am Clementine Kinderhospital in Frankfurt und einer der wenigen Experten in der Region.

Kunst aus Koern Wenn Titus Grab mit seinem vollbeladenen Handwagen zur Blßcherschule im Wiesbadener Westend kommt, erwarten ihn die Kinder dort schon sehnsßchtig. Immer dienstags bietet der Kßnstler mit seinem prall gefßllten Kunst-Koffer hier die MÜglichkeit zum Malen, Basteln und Gestalten.

 ''$#%&  ('&* *%$%&,""$"' '(!.% " &)*# (& $"$)$)$&$  '( %$ && &" ! ($ $ -$  $)$'&$ )$)#&* 

     & $'(&- 

 )"' # %$    

$%  ''$#%&%# +++ ''$#%&%#


lokale zeitung stadtausgabe november 2010

3

• Keine Chance für November-Tristesse • Weinforum Rheinhessen 2010, 29. bis 31. Oktober 2010

Spitzenwein im Kurfürstlichen Schloss

Z

Freitag, 29.10.: 15-21 Uhr Samstag, 30.10.: 14-21 Uhr Sonntag, 31.10.: 11-18 Uhr

u einer Weinprobe der Superlative erwarten die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz und Rheinhessenwein e.V. mehr als 3.000 Weinfreunde aus dem gesamten Rhein-MainGebiet. Über 150 verschiedene Weine, die auf den Degustationstischen im Mainzer Schloss stehen, versprechen spannende Entdeckungen. Auch kreative Delikatessen wie Dornfelder-Senf, Silvaner-Kräuter-Nudeln und Eisweinpralinen werden wieder vorgestellt. Der Eintritt zu diesem rheinhessischen Wein- und Sekterlebnis der Extraklasse beträgt 22,50 Euro, der ermäßigte Gruppenpreis 20 Euro (ab 10 Personen). Neben Glas und Katalog ist im Kartenpreis die Fahrt mit Bahn und Bus über die Verkehrs-Verbünde von RMV und RNN inklusive Übergangsbereich Alzey/Worms enthalten. Tickets und weitere Infos: www.weinforum-rheinhessen.de DX`eq$>fej\e_\`d

Rheinhessen liest - Literatur in Rheinhessens Weingütern

Literatur im Weingut – auch in Mainz

E

ine „Weinlese“ der besonderen Art präsentiert die Region Rheinhessen im November. Die Reihe „Rheinhessen liest – Literatur in Rheinhessens Weingütern“ findet zum vierten Mal in der gemütlichen Atmosphäre hiesiger Weingüter statt. Natürlich sind auch die Mainzer Weingüter dabei als Gastgeber vertreten, so „Die Karthäuserie“ (Mainz-Hechtsheim) am 3. November, 19 Uhr, wenn Jürgen Heimbach aus seinem Kriminalroman „Daisy und der Zaunkönig“ liest. Am 6. November, 19 Uhr, präsentiert Brigitta Dewald-Koch „Die Reise nach Mainz“ im Weingut Schneider (Mainz-Hechtsheim). Einen Tag später debütiert Henriette Clara Herborn (7. November, 20 Uhr) mit ihrem ersten Roman im Weingut Eva Vollmer (Mainz-Ebersheim). Das Weinhaus Bluhm in der Mainzer Altstadt bildet dann am 16. November, 18 Uhr, die Kulisse für die Lesung aus „Komplizen“ von und mit Dietmar Gaumann. Das gesamte Programm ist im Internet unter www.rheinhessen. de/rheinhessen_liest.html zu finden.

Kartenvorverkauf für die Lesungen im Stadtgebiet: LiteraturBüro Mainz e.V., Neutorstraße 1, 55116 Mainz

Lust auf Theater: Mainzer Kammerspiele

Venedig im Schnee

Vorstellungen: 26. und 27. November, Beginn: 20 Uhr - Einlass: 19.30 Uhr

horizon – Bildungsmesse 2010, 20. / 21. November

Messe für Studenten in spe Studium im Ausland, die neuen Studienstrukturen und die Möglichkeiten der Studienfinanzierung, das sind die thematischen Schwerpunkte der Bildungsmesse horizon im November. In der Rheingoldhalle präsentieren sich Hochschulen, Unternehmen und Institutionen. Das Rahmenprogramm und die Ausstellerliste sind unter www.horizon-messe.de. zu finden

Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr, Rheingoldhalle

Die Komödie des französischen Autors Gilles Dyrek gehört zu den derzeit meistgespielten Stücken Europas: eine besonders gelungene Mischung aus intelligenter Komödie à la Yasmina Reza und bissiger Gesellschaftssatire – voller geschliffener Pointen, charmant und umwerfend komisch. Ein kleines Missverständnis setzt ein stetig absurder werdendes Spiel in Gang ... www.mainzer-kammerspiele.de

Augustinerstraße 61, Ecke Kirschgarten, in der Altstadt von Mainz

dr. med. dent. miKlos szabo

Kieferorthopädie Facharzt

Für

kieFerorthopädie

Feldbergplatz 1 55118 Mainz

Grüne Brücke

Tel. 06131 - 21 16 84 8 Fax 06131 - 21 16 84 9

praxis@drszabo-kogb.de www.drszabo-kogb.de


• Politik • Politik in den Mainzer Ortsbezirken

„Aus zwei Kilogramm Äpfeln wurden 2,5 Stunden“ W

er kennt nicht das Gerede von denen „da oben“, die sowieso nur in die eigene Tasche wirt-schaften und den Volkswillen allenfalls im Umfeld einer Wahl in ihr strategisches Kalkül einbeziehen. Das Vertrauen in die Funktionslogik der repräsentativen parlamentarischen Demokratie ist brüchig geworden. Ein Gespür für die Probleme vor Ort Alle fünf Jahre wählen die Mainzer Bürgerinnen und Bürger ihren Stadtrat, alle acht Jahre ihren Oberbürgermeister. Parallel zur Stadtratswahl befinden sie mit ihren Kreuzen zudem über die Zusammensetzung ihrer Ortsbeiräte und ihre Ortsvorsteher. Jeder der 15 Mainzer Ortsbezirke kennt diese Institutionen, deren formelle Kompetenzen gering sind. „In den Ortsbezirken muss es vielmehr darum gehen, auf kleinem Wege etwas zu bewegen, ohne auf den städtischen Haushalt zuzugreifen.“ Womöglich hat Sabine Flegel (CDU), die Orts-

Der Ruf nach mehr direkter Demokratie wird lauter. Die Politik müsse bürgernäher werden. In den Ortsbezirken der Landeshauptstadt wird von Bürgernähe nicht nur gesprochen, sie wird auch praktiziert. Die lokale stadtausgabe hat mit drei Ortsvorsteherinnen gesprochen. vorsteherin von Mainz-Gonsenheim, damit den Wesenskern von Ortsbezirk-Politik getroffen. Denn ohne Haushaltskompetenz sind die Ortsbeiräte eben darauf beschränkt, „die Gemeindeorgane durch Beratung, Anregung und Mitgestaltung zu unterstützen“, wie es in § 75 der rheinland-pfälzischen Gemeindeordnung heißt. „Wir kämpfen mit der Stadtverwaltung um jede Parkbank“, bekennt Ursula Beyer (SPD), die seit 2009 der Oberstadt vorsteht. Die Mühlen der Verwaltung mahlen eben auch in Mainz langsam. Eine de facto

abschließende Entscheidungsbefugnis findet sich dann doch noch. „Straßenbenennungen – ja, das können wir machen, aber mal im Ernst…“, gibt Beyers Genossin Ulla Brede-Hoffmann (SPD) zu verstehen. Doch selbst diese Frage könne der Kulturausschuss der Stadt de jure selbst entscheiden. Die Akteure in den Ortsbezirken machen aus dieser Kompetenznot eine Tugend. Gerade der Zwang, vornehmlich informelle Kanäle zu nutzen, bietet auch Chancen. Das persönliche Gespräch mit den Bürgern vermag unter Umständen vertrauensfördernd wirken. Bedarf scheint es zu geben. „Aus zwei Kilogramm Äpfeln wurden zweieinhalb Stunden“, berichtet Sabine Flegel über einen Einkauf in Gonsenheim, bei dem viele Menschen mit Fragen auf sie zugekommen seien. Das mag so gar nicht mit der Beteiligung an den Ortsvorsteherwahlen harmonieren: „Wenn ich in einer Stichwahl, an der keine fünfzig Prozent der Wahlberechtigten

teilnehmen, mit 51,2 Prozent gewählt werde, dann kann sich jeder ausrechnen, auf welcher legitimatorischen Grundlage das Ganze steht“, so Brede-Hoffmann. Trotzdem müsse man als „OV“ für alle da sein. Die Stadtverwaltung, so alle drei Ortsvorsteherinnen übereinstimmend, wisse sehr wohl um deren Gespür für die Probleme vor Ort. Sie sind eben auch regulative Sonden des städtischen Verwaltungshandelns. Mehr Kompetenzen Doch Ortsteil-Politik ist nicht gleich Ortsteil-Politik. Eine Ortsvorsteherin von Gonsenheim muss in über 50 Vereinen vor Ort gelegentlich den Grußaugust mimen. In der Oberstadt wiederum ist die Vereinslandschaft überschaubar, während dort die Problematik des Anwohnerparkens eine größere Rolle spielt. Stärker als auf Gemeindeebene stehe in den Ortsbezirken „die Sache“ im Vordergrund. Die OV’s führen laut § 75 IV GemO den

Vorsitz im Ortsbeirat und zumindest die befragten Ortsvorsteherinnen haben den Anspruch, dies überparteilich zu tun. „Für mich gibt es hier keine Parteien“, spitzt Flegel die Situation zu. Natürlich kämen einstimmige Beschlüsse des Ortsbeirates auch mit ganz anderem Gewicht bei der Stadt an. Zweimal im Jahr findet ein Ortsvorstehertreffen mit dem Oberbürgermeister statt. Man wolle sich für mehr Befugnisse der Ortsbeiräte und des Ortsvorstehers stark machen, so Genossin Beyer. Freilich gilt es, mit einer Kompetenzverlagerung nach unten behutsam umzugehen. Gesamtstädtische Interessen müssen berücksichtigt werden. Doch kleine Fragen der Verkehrs- und Infrastrukturpolitik oder des Wohnungsbaus kann man durchaus auf Ebene der Ortsbezirke lösen. „Die Ortsbezirke dürfen nicht das fünfte Rad am Wagen sein.“ Beschlüsse nur „zur Kenntnisnahme“ vorzulegen, reiche eben nicht, so Flegel. •gro•

• Schambes, der Bär •

Parleeh-wuh Denglisch?

G

ude, ihr Leit! Neulich war ich, nur so zum Pläsir, in einer Kneipe in der Mainzer Neustadt. Weil die sehr gut besucht war und weil ich mich auch ein bisschen amüsieren wollte, setzte ich mich ganz ungeniert zu einer Clique junger Leute, die eifrig am Debattieren war. Eine Weile hörte ich interessiert zu, musste aber ziemlich schnell feststellen, dass ich so gut wie „gare“ nix verstand, also quasi nur „Bahnhof“, wie der Franzose sagt. So meinte der eine zum Beispiel: „So e All-äitsch-after-

wörk-partie in ener richtich kuhl Lokäischen find ich zum Riläxe obermegagigageil! Unn hinnerher machst de mit ääner vun dene scheene scharfe Tschickse en Won-nait-ständ, unn gut is.“ Prompt kam von seinem Visà-vis: „Ei is dann des die Possibillidie! Also da is mir e abgefahrn Autdoor-Äktiffidie dausendmol lieber. Ich geh zum Beispiel gern emol uff die Haafpaip zum Skeete, odder ich geh Mauntenbaike odder Friehklaimbe im Taunus. Hauptsach, immer voll die Äktschen. Da biste hinnerher so richtich schee ausgepauert unn kannst zum Tschille voll ein’ uff Kautschpoteedo mache!“ Und der Dritte, ganz léger: „Da deet ich doch lieber zu ’me gegaidete Wörkaut in e FittnessSenter gehe, die habbe do jede Menge Fietschers, wo de sogar was fer dein Baddi-Maass-Indeks mache kannst. Unn natürlich mit Wellness-Äärier. Des is fer mich rein fielingmäßig viel eher die Tschellendsch!“ „Och komm, heer doch uff,“

meldet sich Nummer Zwei wieder zu Wort. „Um den ganze WellnessFack wird heit en viel zu große Haip gemacht! Des Beckoffis-Tiem in so Senter sinn meistens voll die Luhser, lauter ungelernte Lusche, es Händling unn die Juusebillidie vun dene Haiteck-Maschine is voll de Flopp, unn so viel ich weiß, sinn die Ergebnisse eh all gefeekt. Die Läde mache vorne mords Pablissidie unn hinne e Scheiß Performens. Der Buhm is vorbei, glaab mer’s!“ „Okee, okee,“ lenkt der Vorredner ein, „ich mach’s jo ach eher nur so Tschast for Fann. Abber mit eme kuhle Baddie unn em richtige Autfitt, kannst de ach schon emol e KaastingAngebot kriehe. Des is doch werklich nit zu toppe, odder?“. . . Je länger ich zuhörte, desto konfuser bin ich geworden. In einer kurzen Gesprächspause sah ich meine Chance und ergriff couragiert das Wort: „Pardong, die Herrn, wenn ich mich da so eimisch. Aber wenn ich jetzt aus de Lamäng sage sollt,

übber was ihr gebabbelt habt, käm ich ganz schee in die Bredullje! Unn des, obwohl ich mich normalerweis so ganz passabel verständige kann, nit nur solala. Aber, sapperlot, wie ihr Kumbeern unser schee Muttersprach malträtiern duht, des is schon e Blamaasch! Macht doch emol e bissje dussmoosche, ihr misst doch nit in jeden Satz partout mit Gewalt en Haufe Fremdwörter neibossele, nur weil des vielleicht momentan aawoog is! Mit so moderne Fissemadende macht ihr doch à la longue die ganz Sprach kaputt! Des sinn schon kää Bagadelle mehr, des is schon e veritabel Malör!“ So hatte ich mich richtig schön in Rage geredet, bis mich einer der Herrn unterbrach: „Kuhle Spietsch, Alder, voll krasses Wörding! Aber sag mal, Mann, sprichst du eigentlich kein Deutsch?“ In diesem Sinne, alla, macht’s gut – unn babbelt, wie euch de Schnabel gewachse is! Euern Schambes

Peter Beckhaus, Jahrgang 1956, ist selbstständiger Grafik-Designer in Mainz. Seine berufliche Ausbildung erwarb er an der Fachhochschule Mainz, wo er sein Studium als Diplom-Grafik-Designer abschloss. Peter Beckhaus war Schüler und langjähriger Mitarbeiter von Hans Peter Willberg, einem der bedeutendsten Typografen Deutschlands. Er arbeitet für Verlage in ganz Deutschland sowie für Institutionen, Firmen & mittelständische Betriebe, hauptsächlich im Rhein-Main-Gebiet. PS: Falls Ihr irgendwas nicht verstanden habt, findet Ihr in der Online-Ausgabe (www. die-lokale.de) oder in der Mitmachzeitung (www.mitmachzeitungmainz.de) alle Fremdwörter übersetzt!


Mainz macht mit www.mainzmachtmit.de

Christiane Mertins (Chris), Autorin der ersten Stunde Wolfgang Klein (Wolfito), Mainzer Original und Urgestein

Eveline Lemke, Landesvorstandsprecherin und Spitzenkandidatin von für die Landtagswahl 2011 von Bündnis0/DieGRÜNEN „Herzlichen Glückwunsch zu der tollen Idee. Mit der Online-Zeitung erhalten die Bürger eine Stimme! Ich freue mich, weil so der Austausch zwischen Politik und Bürgern noch besser werden kann. Ich wünsche den Initiatoren viel Mitmach-Erfolg und laute Stimmen nicht nur in Mainz, auch in Rheinhessen und ganz Rheinland-Pfalz!“

Mit einem sehr interessanten, weil neuen redaktionellem Konzept, ist die erste Mainzer Mitmachzeitung gestartet. Da kann, wie es schon der Titel vermittelt, jeder seinen literarischen Ideen freien Lauf lassen. Da steht dann ein Artikel über den Wochenendausflug durch den Hunsrück neben

einem kritischen Kommentar eines angesehen Journalisten aus der Tageszeitung oder ein Spielbericht der 05er, geschrieben von einem Zuschauer aus dem S-Block. Ein Forum für alle Schreibtalente, die in dieser Zeitung eine Ausdrucksmöglichkeit erhalten, in einer Form die bisher eher selten war. Ich bin gespannt, welche Entwicklung diese Zeitung nimmt. Nach der erfolgreichen Tesphase prophezeie ich, dass immer mehr Bürgerreporter zu Wort kommen werden und die Anzahl der Leser sich stetig steigern wird.

Ich habe im Bekanntenkreis auch schon ganz viel Werbung für „meine“ Mitmachzeitung gemacht. Ich finde das so toll, dass hier jeder mitmachen kann. Da ich sehr gerne schreibe, mache ich in der Mitmachzeitung Mainz auch deswegen mit, weil man dort gut verfolgen kann, wie der Artikel bei den Lesern ankommt. Außerdem gibt es ja täglich mehrmals Neuigkeiten dort zu lesen. Alles ist einfach und übersichtlich gegliedert und wirklich „kinderleicht“ einen Artikel einzustellen, sogar mit Fotos. Meine nächsten Berichte sind schon geplant und ich mache auf jeden Fall weiter in der Mitmachzeitung Mainz mit!


lokale zeitung stadtausgabe november 2010

6

Mantelsonntag

Mantelsonntag 10 % auf Backformen und Ausstecher

Ab einem Einkauf von € 10,00 in unserem Haus beteiligen wir uns an Ihren Parkgebühren. Ihr Fachgeschäft

55166 Mainz · Klarastr. 5 Fon 06131-231825 Fax 06131-231824 www.moritz-mainz.de info@moritz-mainz.de

SoftshellJacken



immer gute Angebote bei

Schusterstraße 13 55116 Mainz Tel. 0 6131/22 74 01


lokale zeitung stadtausgabe november 2010

7

• Mantelsonntag • Mainzer Einzelhändler rüsten sich für den verkaufsoffenen Sonntag

Für den Mantel nach Mainz Am 31. Oktober ist es wieder so weit, dann öffnen die Mainzer Geschäfte auch am Sonntag ihre Pforten. Bevor es so richtig kalt und ungemütlich wird, feiert Mainz den Mantelsonntag. Das etwas andere Shopping-Event hat historische Wurzeln.

S

chon in vergangenen Jahrhunderten war es Brauch, dass die Bewohner des Umlandes die Landeshauptstadt besuchten, um sich mit warmer Winterkleidung einzudecken. Die Mainzer Einzelhändler nehmen den Mantelsonntag immer gerne zum Anlass, ihren Kunden mit einer Modenschau oder kleinen Geschenken für ihre Treue etwas Gutes zu tun. Eine zentrale Veranstaltung wird es auf dem Mainzer Marktplatz im Schatten des Doms geben. Die „drei Großen“ SinnLeffers, Kaufhof und Karstadt zeigen die kommenden Modetrends auf einer Modenschau.

Ines Richter freut sich auf den Mantelsonntag. Mode auf dem Laufsteg Um 14 und um 16 Uhr flanieren Profimodels für jeweils 45 Minuten mit aktueller Herbst-und Wintermode an den Zuschauern vorbei, ergänzt um Hüte, Taschen, Brillen, Schmuck und Accessoires. Auch „Laufsteg 11“ rückt am Mantelsonntag die Mode in den Blick der Kunden. „Wir präsentieren Young

Fashion“, erklärt Ines Richter von SinnLeffers. Zudem wird es im Modehaus am Marktplatz etwas auf die Ohren geben. Im Untergeschoß, im Bereich der jungen Mode, wird ein DJ für den richtigen Beat beim Shoppen sorgen. Aus dem Hause Karstadt werden die acht Models Mode aus dem Bereich Business Lady vorführen. „Zurzeit wird bei uns im Haus das Erdgeschoss noch umgebaut, wo sich am Mantelsonntag zudem eine Nageldesignerin vorstellen wird, die sobald der Umbau abgeschlossen ist ihren festen Platz im Karstadt Mainz haben wird“, erklärt Jörg Walluschek, Geschäftsführer des Mainzer Karstadt. Nach besagtem Umbau wird sich das Kaufhaus auf der Ludwigstraße im neuen und trendigen Ambiente präsentieren. Natürlich haben auch viele Einzelhändler für den verkaufsoffenen Sonntag besondere Events geplant. Einfach mal am 31. Oktober von 13 bis 18 Uhr in der Mainzer City vorbeischauen und sich überraschen lassen!

Seit 1835

5 nser

Beauty-Kurzprogramm

 Kurzbehandlung (Dauer ca. 1 Std.)

` 45,00

 Klassische Gesichtsbehandlung (Dauer ca. 1,5 Std.)

` 59,00

Reinigung | Peeling | Entfernung von Hautunreinheiten | Gesichts- und Decolletémassage | Maske – Make-up

Reinigung – Peeling – Vapozon/Peeling – Entfernung von Hautunreinheiten – Augenbrauenkorrektur – Gesichts- und Decolletémassage – Maske – Make-up

 Enthaarung mit Warmwachs/Faden Gesicht Oberlippe Achseln Arme Beine komplett Bikini Intim Rücken komplett Schultergürtel und Nacken Brust (Herren) Bauch (Herren) Pobacken

`14,00 `11,00 ` 18,00 ` 22,00 ` 32,00 ` 15,00 ` 25,00 ` 45,00 ` 25,00 ` 18,00 ` 16,00 ` 20,00

Telefonische Termin-Vereinbarung unter 06131 - 91 22 11 Ludwigsstr. 1  55116 Mainz  www.parfuemerie-hussong.de

Sisley am Dom

- Anzeige-

Immer gut gekleidet Sisley am Dom, das ist die Adresse für die Frauen, die sich vom täglichen Modeeinerlei abheben möchte. Neben der italienischen Marke Sisley führt das Geschäft auch Marken wie Liebeskind im Bereich Taschen und Accessoires Abro, Manas, Vagabond, Softclox, Gadea oder Bullboxer im Bereich Schuh- und Stiefelmode. Gedeckte Farben bestimmen den Style Ganz dem Herbsttrend entsprechend dominieren bei der Kleidung die Farben Petrol, Grau, Blau in vielen Schattierungen und natürlich das immer modische Schwarz. Aber auch Schattierungen in Lila sind immer noch vorhanden.„Richtige Eyecatcher sind Mäntel und Tops im Oversizedlook“, meint Yvonne Hoffmann. Sie selbst trägt ein tolles modisches Novum der Firma ABRO: „Diese stellt schmale, dünne Gürtel her, die man auch schön als Armband tragen kann“, erklärt die Toch-

ter des Besitzers des Geschäfts im Herzen der Mainzer Altstadt. Großes Thema im Herbst sind Rüschen, die an vielen Blusen zu finden sind. Puffärmel bestimmen ebenso die Herbst- und Wintermode. Sie geben nicht nur Blusen, sondern auch Blazern das gewisse Extra. „Wolliges, wie beispielsweise Strickkleider mit Mohair oder Ponchos sind ebenso ein Thema im Herbst und Winter 2010/2011“; beschreibt Yvonne Hoffmann. Bei den Schnitten ist sowohl lässig als auch eng weiterhin angesagt. Eine enge Hose, die beispielsweise mit Stiefeln getragen wird, sollte Frau auf jeden Fall mit einem weiten lässigen beziehungsweise langem Oberteil kombinieren. Zu Chinos kann im Herbst als Alternative zu Ballerinas und Highheels auch gut ein Schnürschuh im Herrenstil getragen werden. Bikerboots & Overknees Stiefel und Stiefeletten in jeder Machart, von Overknees bis hin zu derben Bikerboots, findet Frau bei Sisley am

Christiane Dimitriadis. Immer wieder Erklärungsbedarf gibt es bei den angegebenen Größen in den Kleidungsstücken. „Da unsere Mode aus Italien kommt, informieren wir unsere Kundinnen immer darüber, dass sie zu ihrer Konfektionsgröße immer vier bis sechs Nummern hinzurechnen müssen, um dann die passende Größe bei uns zu finden“, sagt Yvonne Hoffmann. Sowohl sie als auch ihre Kolleginen sorgen dafür, dass sich die Kunden nicht nur wohlfühlen bei Sisley am Dom, sondern das sie auch immer typgerecht beraten werden, sei es im Bereich Bekleidung oder bei den zahlreichen schicken Accessoires wie Modeschmuck oder Tüchern.

Öffnungszeiten: Mo.-Fr. 10 Uhr bis 19 Uhr Sa. 10 Uhr bis 18 Uhr Dom. Hier ist für jeden Typ etwas dabei. Seit 2002 besteht das Bekleidungsgeschäft im Schatten des Mainzer Wahrzeichens. „Wir haben von den

einzelnen Kleidungsstücken immer nur eine begrenzte Anzahl, um unseren Kundinnen auch ein stückweit Individualität zu bieten“, sagt

Sisley am Dom Leichhofstraße 11-13 55116 Mainz Tel. 01631 97 27 910


lokale zeitung stadtausgabe november 2010



Daniela Diehl präsentierte Alexandra Schiess

- Anzeige-

Modedesignerin aus Düsseldorf zeigte ihre ausgefallene Kollektion

K

lare Linien, puristische Entwürfe und edle Stoffe sind das Markenzeichen von Alexandra Schiess. Ganz exklusiv führt Daniela Diehl Mode und Accessoires die ausgefallene Kollektion in Mainz. Ihre aktuelle Winterkollektion präsentierte die sympathische Modedesignerin aus Düsseldorf jetzt

persönlich einem ausgewählten Publikum und erklärte dabei am eigenen Körper das Besondere ihrer zeitlosen Mode. Eine schmale Röhrenhose, ein enger Rolli und ein schlichtes hautenges Kleid in Schwarz bilden die Basis der avantgardistischen Kollektion. Dazu kombiniert die Designerin ein wollweißes Tunikakleid oder einen edlen weiten Rock, der mit wenigen Handgriffen ganz raffiniert um die Taille gewickelt wird. Ganz festlich wird dieses Ensemble mit der passenden Wickeljacke. Schlicht und dennoch ausgefallen sind auch der Hosenrock und die lange zweiteilige Weste. Das Kleid im Diagonalschnitt zeichnet sich durch seinen raffinierten Rückenverschluss und den schön fallenden Stoff aus. Großen Wert legt Alexandra Schiess auf hochwertige Stoffe, die in der hauseigenen Manufaktur in Krefeld eigens für die jeweilige Kollektion gewebt werden. Die bevorzugten Farben sind Schwarz und Wollweiß. Die kleine, aber feine Kollek-

tion ist hervorragend mit der vorangegangenen kombinierbar. Für ihren einzigartigen Scarf, der als festliche Stola, als Bluse oder auch als Wickelrock

getragen werden kann, wurde Alexandra Schiess mit dem red dot design award 2008 ausgezeichnet.

Pelz-und Lederatelier Bechtold

Daniela Diehl mode + accessoires leichhof 15 55116 mainz Tel. 06131-6006 888 Fax 06131-6006 887

- Anzeige-

Kuschlige Kleidungsstücke aus Pelz

P

elze in alle Variationen und Farben mal verarbeitet zu einer Jacke, zu einem Mantel, zur Mütze oder zu kuschelig weichen Handschuhen, dass alles findet man im Pelz-und Lederatelier Bechtold. Seit 2007 ist Elke Hofbauer Inhaberin des alteingesessen Mainzer Pelzgeschäfts in der Gaustraße. Bevor sie die Leitung vom Pelz- und Lederatelier Bechtold übernahm, war sie schon 19 Jahre als Pelzwerkerin für das Unternehmen tätig. Biologisches Kleidungsstück Pelz ist das Leben von Elke Hofbauer, sie liebt nicht nur ihre Arbeit, sondern auch das Material, mit dem sie arbeitet. „Pelz ist das älteste Material aus dem Kleidung hergestellt wird“, weiß die gelernte Pelzwerkerin. Zudem sei Pelz zu 100 Prozent biologisch abbaubar. „Das kann man von vielen Fasern, die heute ebenso auf dem Markt sind, nicht sagen“, meint Elke Hofbauer. Von vielen unterschiedlichen Tieren hält Hofbauer Pelze und Leder für ihre Arbeiten vorrätig. Nerz, Persianer, Nerzklaue, Bisam, Feh (sibi-

risches Eichhörnchen), Fuchs, Wiesel oder Kanin- alle Pelze werden von der Pelzwerkerin zu schönen Kleidungstücken verarbeitet. Natürlich übernimmt Elke Hofbauer auch Reparaturarbeiten beispielsweise an Lederjacken oder Hosen. „In den Sommermonaten habe ich immer meine kreative Phase“, erklärt die Inhaberin des Mainzer Traditionsgeschäftes. Dann entwirft sie Pelzmützen oder arbeitet an Accessoires aus Pelz wie Broschen, Kuscheltiere oder Handtaschen.

Pelz wieder im Trend In den letzten Jahren kam Pelz oder wenigstens Pelzbesatz wieder mehr in Mode. „Pelz wird jetzt wieder auf den Laufstegen gezeigt“, freut sich Elke Hofbauer. Doch viel Extravaganz sucht man im Angebot vom Pelz-und Lederatelier Bechtold vergeblich. Auch wenn die Pelzjacken in vielen verschiedenen Farben, wie blau, rot grün oder auch lila angeboten werden, richtet die Geschäftsfrau ihr Pelzbekleidungssortiment doch eher auf ihre bodenständige Kundschaft aus. „Pelz ja – aber bitte ohne überflüssigen

Schnörkel, das möchte meine Kundschaft und das findest sie auch bei mir“, meint Elke Hofbauer. Besonders beliebt sind auch die Lammfelljacken aus dem Hause Christ, einem der führenden Hersteller dieser Art von Jacken, die Elke Hofbauer

in ihrem Geschäft Pelz-und Lederatelier Bechtold in Mainz führt. Pelz-und Lederatelier Bechtold Gaustraße 71 55116 Mainz Tel. 06131-223022


lokale zeitung stadtausgabe november 2010



Mainzer Cinestar stellt sich vor

- Anzeige-

Wie wär es mit Kino?

B

ei Regen und kalten Temperaturen, was soll man da machen? Ganz einfach, mal wieder ins Kino gehen. Schon bevor die ersten Gäste kommen, herrscht im Cinestar in der Mainzer Südstadt emsige Betriebsamkeit. Es wird noch letzte Hand bei der Bestückung der Bars angelegt, von denen es vier im Cinestar gibt. Softgetränke sind nachzufüllen und Nachos mit ihren Dips vor zubereitet. Zudem wird das Popcorn für den bevorstehenden Gästeansturm ansprechend präsentiert. Insgesamt 138 Mitarbeiter kümmern sich im Cinestar darum, dass der Kinobesuch entspannt und schön verlaufen kann. Für die Koordination des Personals ist Daniel Barchasch verantwortlich. Der 29-jährige Filmtheaterkaufmann sorgt dafür, dass in den einzelnen Schichten immer genügend Servicekräfte vor Ort sind. „Den Dienstplan zu erstellen, das kostet schon manchmal zwei Tage“, erklärt Daniel Barchasch. Es ist nicht einfach, das Heer der vielen Aushilfen zu koordinieren. „Wir haben sehr viel Studenten beschäftigt, weil sich unsere Arbeitszeiten sehr gut mit den Vorlesungszeiten kombinieren lassen“, erklärt er. Zur Seite steht ihm bei der Personalkoordination Kay Hertel. Der Filmtheaterkaufmann, ist der Ansprechpartner für alle Mitarbeiter des Cinestar sowie der Mitarbeiter des Prinzess & Residenz Kino. Das Traditionskino auf der großen Langgasse gehört ebenfalls zur Cinestar-Gruppe. „Unser Mitarbeiterstab ist aber weitaus kleiner als der des Cinestar“, erklärt der stellvertretende Theaterleiter des bekannten Mainzer Kinos Thorsten Schlosser. Im Prinzess & Residenz Kino sind insge-

Snowboard-/Skibasar Lagerverkauf Sa./So. 30. und 31. Oktober samt 15 Mitarbeitern um einen reibungslosen Ablauf bemüht. Spielplan erstellen Viel Raum bei der Arbeit von Thorsten Schlosser, Kay Hertel und Daniel Barchasch nimmt auch der Spielplan in Anspruch. „Unser Firmenzentrale gibt uns die Informationen, welche Kinofilme demnächst anlaufen und welche Besuchererwartungen es für die einzelnen Filme gibt“, erklärt Daniel Barchasch. Seine Aufgabe ist es, einen Plan aufzustellen, in welchen Kinosälen die Filme laufen. Zudem wird festgelegt, zu welchen Uhrzeiten die Vorführung beginnt.„Unser Vorteil hier im Mainzer Cinestar ist, das bei uns die Filme länger laufen als in vielen anderen Städten und dadurch unsere Gäste auch nicht den Druck haben, direkt in der ersten Woche, wenn der Film in die Kinos gekommen ist, auch gleich kommen zu müssen“, weiß Kay Hertel. Mainzer lieben Literaturfilme Bei den Mainzern besonders beliebt sind Literaturverfil-

mungen wie jetzt ganz aktuell „Goethe“. Aber auch Frauenfilme wie „eat, pray, love“ mit Oscarpreisträgerin Julia Roberts locken viele Mainzer ins Kino. „Unsere weiblichen Gäste nehmen auch gern unserer besonders Angebot „CineLady“ in Anspruch“, weiß Daniel Barchasch. Jeden Mittwoch um 19.45 Uhr gilt die Einladung für das weibliche Publikum.Natürlich gibt es zum gemütlichen Filmabend auch ein Glas Sekt. Der nächsten große Filmtag für alle Cineasten und Harry Potter Fans wird der 17. November sein, dann startet der erste Teil der Verfilmung des siebten Buch über den Zauberschüler in den Kinos. Im Prinzess & Residenz Kino wird zudem Ende des Jahres die überarbeitet und digitalisierte Version der Rocky Horror PictureShow zu sehen geben.

CineStar - Der Filmpalast. Holzhofstraße 1 55116 Mainz Tel. 06131 2068-401

Samstag, 30.10.2010 von 10–15 Uhr am Shop Mit Glühwein und Käseraclette am Samstag

Sonntag, 31.10.2010 (verkaufsoffen) von 13–18 Uhr Abgabe Kommissionsware (Ski, Snowboard, Bindungen, Schuhe) Freitag 29.10. bis 19 Uhr möglich. Abholung nicht verkaufter Artikel bzw. Erlös Dienstag ab 10 Uhr Wildwechsel | Bauhofstraße 11 | 55116 Mainz Telefon 06131- 570 76 62 www.wildwechsel-mainz.de | info@ wildwechsel-mainz.de

Wir schließen... Alle Marken

30%

50%

70% reduziert!

®

Markenhemden Strickwaren Hosen Blazer Lederjacken ClassiC international Johannisstraße 8 55116 Mainz Tel. 06131 66 96 16 7


lokale zeitung stadtausgabe november 2010

10

• Mantelsonntag • -&1-% +VXFMJFS Seit 25 Jahren die Adresse für besondere Edelsteine in Mainz Augustinerstraße 75 • 55116 Mainz Telefon 0 61 31.23 40 67 • www.martinlepold.de

Das Schmucksystem zum Selbstgestalten und Variieren!

RING DING Ring Ding Store Inh. Nina Brüsseler Heiliggrabgasse 10 55116 Mainz Tel. (0 61 31) 554 28 55 Öffnungszeiten: Mo - Fr 10 - 18.30 Uhr Sa 10 - 16 Uhr

(„Für den Mantel nach Mainz“ Fortsetzung von Seite 7) Einfach mal mit dem Bus Auch für den Transfer in die Stadt ist gesorgt. Die Mainzer Verkehrsgesellschaft bietet gemeinsam mit Mainz City Management und der Werbegemeinschaft des Mainzer Einzelhandels zum Mantelsonntag

wieder das „Mainz-trifft-sich!Ticket“ an. Bis zu fünf Personen können für gerade mal fünf Euro mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt zum Shoppen kommen. Auch an die, die mit dem eigenen Auto in die Stadt kommen, wurde gedacht. Am Mantelsonntag gilt das Konzept „clever sparen“ mit „Parken aufs Haus“ Bei vie-

len Einzelhändlern bekommen die Kunden zu ihrem Einkauf etwas geschenkt: Parkzeit! Je nach Einkauf gibt es Gutscheine, mit denen am Kassenautomat in den Parkhäusern der PMG bares Geld gespart werden kann. Was steht jetzt noch einem entspannten Einkaufsbummel am 31. Oktober, dem Mantelsonntag, entgegen.

ReuteR’s Casual sportswear

Räumungsverkauf Wir ziehen um!

Ab 13. November 2010 finden Sie uns neu in der Schöfferstraße 6 in 55116 Mainz.

10 % auf Neuware (jedes Teil) 30 % bei grünem Punkt 50 % bei rotem Punkt

Sie sind bei uns täglich

willkommen !

Manhattan Boutique individueller Lagenlook

Große Langgasse/ Ecke Emmeransstraße 3a 55116 Mainz Telefon (0 61 31) 23 59 16

Astrid Jungblut

MZ-BRETZENHEIM, HAIFA-ALLEE 42 - DAS BESTE IN DER GEGEND -


lokale zeitung stadtausgabe november 2010

11

• Mantelsonntag • Vitamine zur Stärkung Für die kommenden kalten Tage die passende warme Kleidung kaufen, dafür ist der Mantelsonntag genau der richtige Termin. Aber nicht nur warme Kleidung hilft, um gesund durch die kalte und ungemütliche Jahreszeit zu kommen. Viele Vitamine wie beispielsweise Äpfel sind ein guter Energielieferant. Daher verteilen viele fleißige Helfer am 31. Oktober, dem Mantelsonntag, in der gesamten

Innenstadt zwischen 13 und 18 Uhr knackig und gesunde Äpfel an die Besucher. Die Früchte sollen Power geben für die nächste Shoppingrunde. Dies ist eine Gemeinschaftsaktion mit „Appel Happel“, der seine Äpfel auch an einem Stand auf dem Gutenbergplatz zum Verkauf anbietet. Urban Music Festival Zudem gibt es für die Besucher der Mainzer City etwas auf die Ohren. Denn zeitgleich zum

- Anzeige -

SinnLeffers am Marktplatz

Mantelsonntag steigt das erste Urban Music Festival. Motto des Musikspektakels „De Blues steht naggisch vor de Tür“. Mit „Rheinhesse-Rap“ und „Bluesworscht“ tingeln unter anderem Billy Crash und seine Kumpels beim ersten Urban Music Festival durch die Innenstadt. Dabei geben 15 Bands auf 15 Plätzen ein Minikonzert. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Zeit, um die Einkaufstüten abzustellen und sich eine Verschnaufpause zu gönnen.

Dessous & more S innLeffers lädt für den 27. Oktober zur Lady’s Night ein. Motto des Abends – was Frau drunter trägt. „Models werden die aktuellen Dessoustrends unserer Marken Passionata, Chantelle, Mey und Triumph präsentieren“, erklärte Geschäftsleiterin Ines Richter. Besonderes Highlight des Abends ist eine Live-Performance von Ex-DSDS Teilnehmerin Lisa Bund. Los geht es ab 19.30 Uhr, für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt sein.

Telefax 06 71/8 40 11-40 Flachsmarktstr. 13 -17 55116 Mainz 1 Telefon 0 6131/2 88 55-0 Telefax 0 6131/2 88 55-55 Einrichtungshäuser

Wilhelmstraße 13-15 55543 Bad Kreuznach Telefon 06 71/8 40 11-0 Telefax 06 71/8 40 11-40

KULTUR LEBEN. WK WOHNEN.

DESIGN SIEGFRIED BENSINGER. WK 409 ARTENA.

www.einrichtungshaus-holz.de

www.wkwohnen.de

Ausbau Reich – der kompetente Partner bei Türen und Fenster

- Anzeige -

Hier sind Profis am Handwerk B ei dem Einbau von Fenster und Türen sparen? „Ja, kann man vor allen Dingen beim Energieverlust und bei der Lautstärke“, meint Frank Reich. Der Geschäftsführer von Ausbau Reich weiß wovon er spricht, schließlich stehen hinter dieser Aussage 34 Jahre Erfahrung in Sachen Fenster und Türen. Viele Hausbesitzer wissen gar nicht, wie viel Energie, also Wärme, und somit auch Geld sie durch schlechte oder veraltete Fenster und Türen verlieren. „Viele heizen ungewollt die Straße“, meint der Geschäftsführer. Wer also über neue Fenster und Haustüren nachdenkt, der sollte sich an den Fachmann wenden.

Traditionsunternehmen Seit 1974 ist Firma Reich erfolgreich am Markt vertreten. Das Unternehmen ist sowohl im rheinhessischen Pfaffen-Schwabenheim als auch in Mainz vertreten. Das Kerngeschäft von Ausbau Reich sind Fenster, Türen, Rollläden und natürlich auch Dachflächenfenster. Hierbei steht dem Handwerksbetrieb seit 20 Jahren der Marktführer WERU AG als starker Partner

zur Seite. Bei Ausbau Reich bekommt der Kunde nicht nur fachkundige Beratung, sondern auch die Garantie, dass es zu einer termintreuen Lieferung kommt sowie eine fachgerechte Montage stattfindet. Direkt vor Ort In den Mainzer Verkaufsräumen in der Holzhofstraße zeigt der Handwerksbetrieb in seiner Ausstellung die ganze Bandbreite an Funktions- und Designmöglichkeiten, wenn es um Türen, Fenster und Rollläden geht. Zudem steht fachkundiges Personal für Fragen zur Verfügung „Wir kommen für ein Beratungsgespräch auch gerne beim Kunden zu Hause vorbei“, zeigt Inhaber Frank Reich auf. Das Unternehmen ist sowohl bei Neubauten also auch bei Renovierungsarbeiten ein starker und kompetenter Partner. „Auch die fachgerechte Arbeit an denkmalgeschützten Häusern liegt uns sehr am Herzen“, erklärt Frank Reich. Sein Team setzt beispielsweise neue Fenster und Türen, die dem heutigen Standard entsprechend, aber dem historischen Design nach-

Das Team von Ausbau Reich steht für Fachkompetenz in Sachen Wärmedämmung und Sicherheit. empfunden sind, fachgerecht im Gebäude ein. Lärm macht krank Zu dem Energie-und Wärmeeinsparungsgedanken kommen bei der Installation von neuen Türen und Fenstern noch zwei weitere Aspekte zum Tragen. Beim Einbau neuer Fenster wird bei Ausbau Reich sowie dem Schallschutz als auch Sicherheitsgedanken Rechnung getragen. Lärm kann nicht nur stören, er kann sogar krankmachen, daher zeigt der Lärmschutzberater von Ausbau Reich, wie durch

gezielte Lärmschutzmaßnahmen Ruhe in die eigenen vier Wände gebracht werden kann. Mehr Ruhe heißt auch gleichzeitig mehr Lebensqualität. Per Schwachstellenanalyse zeigen die Profis von Ausbau Reich, dass Einbrecher gerade bei alten Fenstern leichtes Spiel haben um ins Haus einzudringen. Der Handwerksbetrieb ist, wenn es um eine zeitgemäße Sicherheitstechnik und deren Einbau geht, ein kompetenter Partner. Hier bietet Ausbau Reich beispielsweise in beiden Ausstellungsräumen von Mainz und Pfaffen-Schwaben-

heim ein großes Sortiment an diversen Sicherheitsfenstern und Haustürmodellen, an deren integrierten Sicherheitsschlössern die ungebetene Gäste schlichtweg verzweifeln werden. Ausbau Reich GmbH Holzhofstraße 10 55116 Mainz Tel. 06131 61 86 16 studiomainz@ausbau-reich.de Vordere Gewerbestraße 1 55546 Pfaffen-Schwabenheim Tel. 06701 9315-0 E-Mail: mail@ausbau-reich.de


12

lokale zeitung stadtausgabe november 2010

• Gastlichkeit •

Speisegaststätte

„Zum Baum“ „Zumgrünen grünen Baum“ Hauptstr. 79 · 55270 Jugenheim · Tel. (06130) 6161

– gut bürgerliche Küche – eine große Auswahl Jugenheimer Weine 1 x im Monat traditionelles Schlachtfest von

Schlachtfest vom 19.–21.11.2010

1 x im Monat traditionelles Schlachtfest von

Mainz-Gonsenheim Grabenstraße 55 Telefon: 0 61 31- 4 37 30 Fax: 9 71 93 26 www.meijers-haeusje.de

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag ab 17.00 Uhr Sonntag ab 11.30 Uhr Mittagstisch Montag Ruhetag

Gruß aus der Küche Parmesan - Mousse mit Honigpflaumen an Wintersalaten  Fischermann‘s Fang feine gebundene Fischsuppe  Ofenlachs auf Blattspinat mit geschmolzenen Tomaten, dazu Pasta oder: Knusprige Gänsekeule mit Apfelrotkohl, Kartoffelklöße, Preiselbeermaronen und Jus  Karamelisierte Orangencreme

- Anzeigen -

Der Gast Hof Grün ist beliebt bei Alt und Jung

Grüne Oase bietet Chancen S

eit Mai 2006 gibt es den Gast Hof Grün in der Leibnizstraße. Das Angebot reicht vom täglichen Frühstück über den Mittagstisch bis hin zum Café mit wechselndem Kuchenbüfett. Vom ersten Tag an war der Gast Hof Grün ein beliebtes Ziel und er entwickelte sich zum Renner in der Mainzer Neustadt. Und: Er bietet Arbeitsplätze für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Das moderne Ambiente mit einer klaren und doch sehr gemütlichen Innenarchitektur spricht alle Generationen an. „Die Omi sitzt bei uns gleich neben dem Studenten“, berichtet Maria Rickert, Leiterin des Gasthofs. Doch der Gast Hof Grün ist nicht bloß irgendein modernes Café oder Restaurant. Betrieben wird er von der Gesellschaft für psychosoziale Einrichtungen (gpe) und er bietet Arbeitsplätze für Menschen mit psychischen

Beeinträchtigungen. Für die 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist die Arbeit im Service und in der Küche eine besondere Herausforderung, die sie hoch motiviert angehen. Betreut werden sie von vier Fachanleiterinnen und einer pädagogischen Bereichsleitung. „Unsere Hauptaufgaben sind es, den Gast glücklich zu machen und gleichzeitig den Mitarbeiter voranzubringen“, erklärt Rickert. Besonders schön, aber auch besonders nervenaufreibend sei es da schon gewesen, dass vom ersten Tag an ein so großer Publikumsandrang herrschte. „Bei uns lernen die Mitarbeiter, sich in der täglichen Praxis des Lebens zurecht zu finden“, erzählt Fachanleiterin Jutta Hopfauf. Gerade der Gast Hof Grün bietet da besonders gute Möglichkeiten der Integration, denn die Mitarbeiter müssen

Restaurant Ekbatan-Gonsenheim

Gast Hof Grün, Leibnizstr. 27-29 täglich 9 bis 18 Uhr, an Sonnund Feiertagen 9:30 bis 18 Uhr Mittagstisch 12 Uhr bis 14.30 Uhr. lernen, sich zu öffnen und auf andere Menschen zuzugehen. Die Altersspanne reicht von Anfang 20 bis hin zum Rentenalter. Außerdem gibt es Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Berufen, die hier eine berufliche Rehabilitationsmöglichkeit gefunden haben. Die Belegschaft ist zudem sehr gemischt und es gibt neben den festen Mitarbeitern auch zahlreiche Aushilfen, Studenten, Praktikanten oder Auszubildende die hier arbeiten. Da fällt es dem Gast oft gar nicht auf, von wem er bedient wird. Es sind halt nur sehr viele Mitarbeiter im Café und es geht eben alles einen Gang langsamer. •ust•

- Anzeige -

Außergewöhnlich genießen und feiern Seit einiger Zeit bereichert ein neues Restaurant die kulinarische Szene Gonsenheims. Das ehemalige Sängerheim wurde komplett liebevoll renoviert und lädt mit seinem ansprechenden Ambiente zum Feiern und Schlemmen ein. Die kreative Speisekarte kitzelt mit einer großen Auswahl an persischen und internationalen Speisen den Gaumen der Gäste. Besonderen Wert legt der Küchenchef auf frische Zutaten, die zu einem breiten Angebot an originellen Speisen verarbeitet werden: Aus der großen Anzahl an vegetarischen Gerichten, an marinierten gegrillten Fleischsorten, an Fischgerichten , verschiedenen köstlichen Saucen-Gerichten oder pikanten gefüllten Teigtaschen, findet jeder etwas für seinen Geschmack. Der neu gestaltete große Saal – warme Farben, große Spiegel, deckenhoher Kamin – bietet den perfekten Rahmen für Tagungen, Firmen- und Familienfeiern bis zu 80 Personen (mit Balkon bis zu 100 Personen). Die Räume sind auch ohne Mahlzeiten zu mieten. Auf Wunsch werden hier inländische und internationale Speisen angeboten. Im überdachten Bereich fühlen sich auch Raucher wohl. Für Weihnachtsfeiern sind noch einige Termine frei. Reservierungen werden empfohlen.

Restaurant EKBATAN Internationale Persische Spezialitäten GmbH Engelstraße 3 • 55124 Mainz- Gonsenheim Tel.: 06131 6695850 • E- Mail: ekbatan@web.de • www.ekbatan.de

Gänsthaler’s Kuchlmasterei

- Anzeige-

Rezepte von Hildegard von Bingen modern interpretiert Österreichisches Restaurant

GänsthaleR‘s KuchlmasteRei Köstlichkeiten des Herbstes: Wild-Kürbis...

NEU: November und Dezember Sonntag Mittag von 12 bis 15 Uhr geöffnet! Der Tradition verpflichtet: am 11.11.2010 ab 18.30 Uhr unser GäNSl-MENUE-AbEND. www.gaensthalers-kuchlmasterei.de Mz-Finthen · Kurmainzstraße 35 · Reservierungen (0 61 31)47 42 75

Liebhaber, der deutschen und österreichischen Küche kommen in Gänsthalers Kuchlmasterei in Finthen voll auf ihre Kosten. Vor allen Dingen weil Küchenchef Karl Gänstahler die Speisen modern und international interpretiert. Die Speisekarte wird oft durch saisonale Gerichte erweitert. „Alle Produkte kommen aus der Region“, erklärt Gänsthaler.

Qualität steht für den Gastronom an oberster Stelle. Kommende Events sind Speisen rund um die Martinsgans oder ein Abend, an dem Essensgenüssen nach Rezepten von Hildegard von Bingen vorgestellt werden. Zu den einzelnen Kräutern, die in den Gerichten verwendet werden, wird Apothekerin Birgit. M. Ritter einiges Wissenswertes erzählen.


lokale zeitung stadtausgabe november 2010

13

• Sport •

Team Wein gehört zu den Besten

Mountainbike Marathons sind die große Leidenschaft Mountainbike fahren ist die große Leidenschaft von Heiko Wein. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Manuela hat er das Team Wein aufgebaut, das inzwischen deutschlandweit ein Aushängeschild für Mainz geworden ist.

A

uf Amateurniveau sind wir ganz weit oben und zählen zu den bekanntesten Teams in Deutschland“, erzählt Heiko Wein bei unserem Treffen im Bike und Triathlonshop Wein. Vor fast zehn Jahren hat der Gonsenheimer seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und gemeinsam mit seiner Ehefrau das Geschäft Am Leichborn eröffnet. Fast zeitgleich hat sich das Team Wein entwickelt. Dieses sei so etwas wie eine zweite Firma, erzählt Manuela Wein, die sich um die gesamte Organisation kümmert. Semiprofessionelles Team Fünf semiprofessionelle Fahrer gehören zum harten Kern des Teams, fünf weitere Fahrer sind außerdem dabei. Die Teamfahrer müssen sich bei Heiko und Manuela Wein bewerben und einen sehr guten Leistungsstandard nachweisen. Gleich zwei Landesmeister werden im nächsten Jahr dabei sein. Die Preise, die das Team geholt hat sind zahlreich und die Pokale reihen sich auf den Regalen im Triathlonshop aneinander. „In der besten Saison haben wir über 40 Siege eingefahren“, beantwortet er die Frage. Die größten Herausforderungen kann er dagegen sofort benennen. „Das sind die mehrtägigen Etappenrennen.“ An zwei solchen Rundfahrten hat Heiko Wein in diesem Jahr teilgenommen. Die Trans Germany und die Trans Schwarzwald seien aufgrund des schlechten Wetters eine einzige Schlammschlacht gewesen. Bei den einzelnen Etappen muss jeweils ein Marathon von 80 bis 120 Kilometern zurückgelegt werden. „Das Ganze geht dann außerdem nur bergauf“, erzählt Heiko Wein. Dennoch habe es sehr viel Spaß gemacht. Im Unterschied zum Straßenrennen können beim Mountainbike Marathon auch Amateur- und Hobbyfahrer ohne Lizenz teilnehmen. Bis zu 4000 Fahrer starten daher bei solch einem Rennen. Heiko Wein ist in die-

Heiko Wein muss auch schon mal jede Menge Schlamm abkönnen.

Manuela Wein versorgt am Streckenrand die Team-Fahrer. sem Jahr zum ersten Mal ohne Lizenz gestartet und hat an 30 Rennen teilgenommen. So eine sportliche Leidenschaft sei allerdings nicht ohne den Rückhalt der Familie möglich, betont er. Leistungssport bedeutet Entbehrung Im Grunde sei das Mountainbike fahren eine richtige Sucht,

gibt er unumwunden zu. Drei bis fünf Stunden trainiert Heiko Wein täglich. Zweimal im Jahr fährt er ins Trainingslager nach Spanien. Viel Disziplin ist nötig, denn ständig muss er auf seine Ernährung und das Gewicht achten. „Leistungssport hat ziemlich viel mit Entbehrung zu tun“, erklärt er. Ans Aufhören

denkt er aber trotzdem nicht. Das ginge auch gar nicht von jetzt auf gleich, weil das sein Körper nicht mitmachen würde. Drei Kinder haben Manuela und Heiko Wein. „Ohne die Unterstützung von meiner Mutter, die sich sehr viel um die beiden Kids kümmert, könnten wir das gar nicht in diesem Umfang betreiben“, bekräftigt Manuela Wein. Ohne Sponsoring sei da allerdings nichts zu machen. Die Wettkampfräder kosten zwischen 4000 und 10 000 Euro. Für das Equipment der Fahrer sei jährlich ein Etat von etwa 50 000 Euro notwendig. „Das Feedback der Fahrer können wir aber dann wieder für unser Geschäft nutzen, indem wir das gewonnene Know-how an die Kunden weiter geben“, erklärt Manuela Wein. Das Team Wein habe sich aus dem Geschäft heraus entwickelt. Bei den ersten Trikots haben sie noch selber das Logo hinten aufgebügelt. Heute reißen sich die Fans auf der ganzen Welt um die Trikots, die inzwischen professionell produziert und europaweit verkauft werden. „Das Design ist beliebt, aber auch unser Name ist heute bekannt“, so das Ehepaar. Und es ist stolz darauf, dass

das Team Wein zu einem Aushängeschild für Mainz geworden ist. „Im Gegensatz zum Erfolg der 05er ist unser Erfolg zwar nicht so bekannt, aber dennoch transportieren wir die Landeshauptstadt bei internationalen und nationalen Rennen nach außen.“ •ust• Fotos: Privat

Mountainbike-Marathon Der Mountainbike-Marathon ist eine noch junge Sportdisziplin, in der sich weltweit viele Mountainbike-Fahrer fantastische Rennen liefern. Sie ist eine Unterform der Cross-CountryRennen. Sowohl die Streckenlänge als auch die Fahrzeit sind bei Marathons deutlich länger als bei normalen Cross-CountryWettbewerben. Die MinimumDistanz liegt beim Marathon bei 60 Kilometern, in der „World Series Marathon“ und den Weltmeisterschaften bei mindestens 80 Kilometern. Seit 2004 findet auch eine Mountainbike-Marathon-Weltmeisterschaft statt.


14

• Leben am Wasser •

lokale zeitung stadtausgabe november 2010

Erlebnispädagoge Harald Röder baut mit Kindern Flöße

Abenteuerurlaub am Rhein Die Spaziergänger am Schiersteiner Hafen bleiben erstaunt stehen. Eine Gruppe Kinder ist mit einem selbstgebauten Floß im Hafenbecken unterwegs. Im Nu hat sich eine besorgte Menschentraube gebildet. „Alles kein Problem“, beruhigt Harald Röder die Passanten. Er hat alles im Griff.

H

arald Röder ist Erlebnispädagoge und hat die Floßbauaktion hier schon unzählige Male durchgeführt. Mit seiner Firma NAS (Natur Abenteuer Spaß) bietet er regelmäßig Abenteuertrips für Kinder an. Seine Angebote richten sich überwiegend an Schulen und Kindertagesstätten, aber man kann ihn auch für Kindergeburtstage buchen. Der Erlebnispädagoge hat aber auch schon Veranstaltungen für Erwachsene organisiert oder mit Behinderten gearbeitet. Aber das ist jedoch eher die Ausnahme, meistens bietet er seine Dienste den Schulen in Form einer Abenteuer-AG an. Vom Felsen- und Baumklettern über Kajak fahren bis hin zur GPS-Wanderung und Fahrten mit einer zuvor gebauten Seilbahn: „Alles, was mit Natur zu tun hat, ist mein Ding, ich möchte nichts mehr anderes machen, als täglich draußen zu sein und mit Kindern zu arbeiten“, so Röder Dabei ist er eher durch Zufall darauf gekommen, dass er sich als Erlebnispädagoge selbstständig machen könnte. Gelernt hat er irgendwann einmal Schlosser und war dann Systemadministrator. Als er einen Schulausflug der Tochter mitorganisiert hat, hat ihn eine Lehrerin darauf gebracht, dass er so etwas ja auch beruflich machen könne. Fünf Jahre ist das jetzt her. Frankfurt, Mainz, Wiesbaden, die mehr als 1000 Kinder, die jedes Jahr mit ihm unterwegs sind, kommen aus dem ganzen Rhein-Main Gebiet. Erlernen von Kernkompetenzen Zuerst bekommen die Schiffsbauer eine Zeichnung und eine Einweisung, das Material liegt bereit und schon kann es losgehen. Zunächst müssen sie ein Team bilden und einen bestimmen, der die Leitung hat. „Das passiert automatisch“,

Aller Anfang ist schwer, die ersten Ruderversuche. dern auch Liegenschaftsamt, Wasserschutzpolizei und Schiffartsamt müssen seine Aktionen genehmigen. „Bei Aktionen im Wald ist das noch wichtiger“, erklärt Röder. Fünf Mal geht er die Strecken ab, und prüft das Gelände auf Stolperfallen und herabfallende Äste. Das Floß, mit dem die Kinder im Schiersteiner Hafen unterwegs sind, ist mit einem Seil gesichert. •ag• Fotos: Armin Gemmer

Erlebnispädagogik Der Erlebnispädagoge erklärt. schwärmt Röder, „hier werden Kernkompetenzen gelernt, die die Kinder für das ganze Leben brauchen können, Teamarbeit und Kommunikation.“ Und siehe da, es klappt wunderbar, schon nach wenigen Minuten gibt es einen „Anführer“, der die Zeichnung in der Hand hat und die Arbeit organisiert. „Das spielt sich bei jeder Gruppe ein“, weiß Röder aus Erfahrung zu berichten, „man braucht nur ein wenig Geduld, bis sich die Automatismen einstellen.“ Sein Job ist es zu korrigieren wenn, etwas schief läuft. Aber dabei ist höchste Wachsamkeit angesagt.

Der Erlebnispädagoge ist immer unterwegs und beäugt mit den Augen eines Greifvogels, die Arbeit der Kinder. Zunächst werden die Planken auf zwei Balken genagelt. Röder gibt nur Hinweise: „Schaut euch mal an, ob der Abstand stimmt.“ Und schon fängt die Gruppe an sich zu beraten. Schließlich kommen sie zu dem Ergebnis: Das Brett muss wieder ab. „Ich achte schon genau darauf, dass das Floß hinterher genau so zusammengebaut wird, wie es sein muss, aber ich gebe nur ab und zu einen Tipp, herausfinden müssen die Kinder das

alleine“, erläutert der Erlebnispädagoge sein Selbstverständnis. Aber das ist nur der pädagogische Ansatz. Ansonsten wird bei ihm Sicherheit ganz groß geschrieben. Das war Bestandteil seiner Ausbildung und das ist auch das wichtigste an seinem Job. In den fünf Jahren ist nie etwas Unerwartetes passiert, weil in seinem Job die akribische Planung das A und O ist. Für einen Erlebnistag im Schiersteiner Hafenbecken bedarf es mindestens einen Tag Vorbereitungszeit. Röder muss nicht nur jedes Mal das Material kontrollieren, son-

Die Erlebnispädagogik berücksichtigt in besonderer Form, dass Kinder Abenteuer brauchen, weil die natürliche Umwelt ihnen diese nur noch in eingeschränkter Form bietet. Sie wollen nicht nur eigene Ideen entwickeln, sie wollen sie auch umsetzen. Die Erlebnispädagogik macht es den Kindern durch gezielte Aktivitäten möglich , aus Selbsterfahrung etwas für ihr weiteres Leben zu lernen. So unter anderem: – Zusammenleben in einer Gruppe – eigene und fremde Bedürfnisse wahrzunehmen – Übernahme von Verantwortung


lokale zeitung stadtausgabe november 2010

15

• Kneipenbummel •

Das Quartier Mayence als Ort studentischer Kneipenkultur

Leben wie Bacchus und Gambrinus Nicht überall, wo Studentenkneipe drauf steht, ist auch Studentenkneipe drin. Ist das Quartier „die Studentenkneipe in Mainz“, wie sein Chef Christof Schleyer vorgibt, oder steckt dahinter bloß Wunschdenken? Die lokale stadtausgabe macht die Probe aufs Exempel.

Z

u den notwendigen Bedingungen zählen niedrige Preise. Insofern ist eine Kneipe keine Studentenkneipe, wenn sie horrende Preise verlangt, zum Beispiel fast vier Euro für ein großes Bier. Sie ist es genauso wenig, wenn nur oberflächliche Yuppies oder aber abgehalfterte Sozialromantiker zu den Gästen zählen. Noch viel wichtiger ist aber ein „gewisses Etwas“. Man könnte vom „Urigen“ sprechen. Es kann in hölzernen Tischen, fahlem Kerzenschein, einer dezenten Hopfennote in der Luft oder der kleinräumigen Gesprächsatmosphäre stecken. Gäste mit Kopfweh Ohne Zweifel ist das Quartier eine Mainzer Kneipe mit Tradition. Im Weihergarten 12 in der Altstadt gelegen, reicht seine Geschichte bis 1976 zurück. Kleinkünstler und Jazzmusiker gaben sich dort ebenso die Klinke in die Hand wie der deutsche Kabarettist Hanns Dieter Hüsch. Das Quartier galt als „Treffpunkt der Wilden und Linken“, erklärt Christof Schleyer. Das ist heute sicher nicht mehr so, aber politischer Wind weht gelegentlich den-

noch durch seine Hallen, wenn – wie 2009 – die Grünen darin ihre Bundestagswahlparty feiern, oder die Piratenpartei den Laden zum Stammtisch entert. Die reguläre Gästeschaft besteht augenscheinlich aus jungen Leuten: Auf der Wirtshausbank sitzt die Oberstufenschülerin. Am Nachbartisch trinken sich die feierwütigen Erasmus-Leute in Laune, während Ida Holler, die im Quartier arbeitet, einem Gast „Kopfweh“ verpasst. So nennt man einen Gin Tonic im Weißbierglas, der mit einem Alkohol-Los für 2,50 Euro zu

Trinken sind für jedermann erschwinglich. Bislang können wir also von einer Studentenkneipe ausgehen. Der Funk und das Urige Neuerdings versucht sich die Quartier-Belegschaft an einem neuen Partykonzept. Von Mittwoch bis Samstag erklingt in der Kellerbar, die zugleich Raucherbereich ist, täglich eine andere Musikrichtung. Mittwochs läuft Funk („Funk Fiction“), donnerstags Electro („Bandsalat“), freitags Hip Hop („Kopfnicker“) und samstags (Indie-)Rock („Gitar-

Studenten mögen die Atmosphäre im Quartier Mayence.

Ein erfolgreiches Team, das in dem Haus mit langer Tradition weiter Gastronomiegeschichte schreibt. gewinnen ist. Wer verliert, muss sich mit einer Apfelsaftschorle begnügen. Im Übrigen sind Bacchus und Gambrinus den Gästen preislich wohlgesonnen. Niemand mit kleinem Geldbeutel muss ein Besuch im Weihergarten 12 fürchten. Essen und

Die Jahreszeit wechselt Tschüss Sommerreifen! Wechseln Sie jetzt auf Winterreifen mit den besten Testergebnissen.

ren zerschlagen“). Gerade der Keller hat auch dieses „gewisse Etwas“: das Urige. Dort ist der Schein um Kerzen in Jägermeister- oder Jack Daniel‘s-Flaschen. Dort sind die mit Sprüchen bekritzelten Holztische, die die örtliche Kneipkultur festhalten

und die kleinen Sitzecken fürs Gespräch. Das Quartier taugt als Studentenkneipe. Ob bei den kellerräumlichen Gegebenheiten – Tische, mittiger Stützpfeiler, Bar – allerdings Tanzstimmung aufkommt, ist unsicher.

Ein gutes Team Der ganze Betrieb, so auch das musische Novum, wird mehr oder weniger in Eigenregie von Schleyers Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern initiiert und aufrecht erhalten. Der Chef muss sich nicht groß kümmern – laisser-faire, laisser-aller, lautet die Maxime, die eigentlich gar keine ist. Der Gemeinsinn hält das Quartier auf Kurs: Mal wird der WC-Bereich zusammen renoviert, mal entwirft Michele Blanchard aus der Küche eine neue Speisekarte. Christof Schleyer kann relativ entspannt am Tresen sitzen und sein Bier trinken – an Fastnacht ein Ding der Unmöglichkeit. Dann ist die Studentenkneipe fünf Tage lang Partyhölle mit „Confessions on a Dance Floor“ und Damen, die als schwedische Volleyball-Mannschaft auftreten. •gro• Fotos: Andreas Groth

Wir sind die Fachleute. Wir beraten Sie gerne. Auch mit Stahl oder Alu-Felgen. Wir machen Ihnen einen Super-Preis.

R E I F E N H A U S WALTHER & CO. GMBH Rheinstraße 28–34 · 55116 Mainz Telefon 06131 22 50 50 · Fax 06131 22 50 65 info@reifenhaus-walther.de · www.reifenhaus-walther.de


16

lokale zeitung stadtausgabe november 2010

• Kunst •

Denkmal für den Widerstand im Nationalsozialismus

Dagmar Bludau arbeitet an besonderer Bilderserie Seit Dagmar Bludau sich erinnern kann, hat sie gemalt. Anfangs bedeutete das „eine nette Beschäftigung“, dann studierte sie Kunst, wurde Lehrerin und unterrichtete bis letztes Jahr. „Das Malen war meine auffallendste Begabung, auch in der Schule.“ Heute ist die Mainzerin in Pension und widmet sich zurzeit intensiv den Widerstandskämpfern im Nationalsozialismus.

Dagmar Bludau mit einem Bild zu Theodor Haubach, der unter der nationalsozialistischen Herrschaft für seinen Widerstand mit dem Leben bezahlen musste.

K

ommt Dagmar Bludau ins Erzählen über den Widerstand im Dritten Reich, strahlt sie deutlich die Bewunderung ab, die sie für diese Menschen empfindet. Mit ihrer Bilderserie will sie ein Denkmal für die errichten, die ihre Kraft dem Naziterror entgegen setzten. Mit ungeheurem Mut seien sie bewusst in den Tod gegangen „für ein besseres Deutschland.“ In früheren Zeiten widmete sich Dagmar Bludau „eher persönlichen Themen“, zeigte Nacktheit in sehr offener Weise. Die Abbildung verstümmelter Genitalien brachte ihr den Ruf ein, zu aggressiv zu malen. Da zeigte sie die Bilder nur noch wenigen. In ihrer Wohnung in der Altstadt, die die 65-Jährige selbst als studentisch bezeichnet, setzt sie mit Deckfarben auf einem Tisch, der kleiner als die quadratmetergroßen Zeichenblätter ist, jetzt ihre Serie der Widerstandskämpfer fort. Immer wieder stößt sie in der Literatur auf Menschen, die das Mutigste gewagt haben, was man sich denken kann, nämlich das eigene Leben für eine gerechtere Welt aufs Spiel zu setzen oder auch zu opfern. Darunter befindet sich auch

Ludwig Schwamb, von dem sie vorher gar nicht wusste, wer er war. Und da ist sie nicht die einzige. „Ich behaupte, in der Schule, die nach ihm benannt ist, weiß das ebenso kaum jemand.“ Je mehr sie sich mit den Widerstandskämpfern beschäftigt habe, um so stärker habe sie die Thematik interessiert, erzählt die sympathische Frau in ihrem kuscheligen Heim voller Bücher und Bilder. Und heute fragt Bludau: „Wie kann es sein, dass wir Deutschen uns nur als Täter hinstellen und der Widerstandskämpfer so wenig gedacht wird?“ Voller Bilder sind auch die Treppenaufgänge, sie zeigen die frühen Themen, die aktuelle Serie ist in einer Mappe untergebracht. Zirka 20 Gemälde sind es geworden, und Bludau befindet: „Sie müssen jetzt auch in einem gewissem Rahmen gezeigt werden, damit das Thema ernst genommen wird.“ Denn zur Dekoration seien sie nicht geeignet. Daher hat sich die Künstlerin mit ihren gegenständlichen symbolreichen Bildern für die Ausstellung im nächsten Jahr beworben, die immer anlässlich des Gedenktages der Opfer des Nationalso-

Mit einem Café latte macht es sich die Künstlerin gerne gemütlich. zialismus im Januar im Landtag stattfindet. Was Bludau am meisten bewegt hat: „Sie waren auf dem Weg zum Galgen und haben trotzdem weitergemacht.“ Aus Abschiedsbriefen hat sie erfahren, diese Menschen wussten, sie seien den

richtigen Weg gegangen. Einer von ihnen ist der hessische Politiker Theodor Haubach, der sehr spät erst seine große Liebe fand. Leben konnte er sie nicht, denn kurz darauf wurde er hingerichtet. Seine Freundin nannte er Hasi und daher fin-

det man auf dem Bild auch Hasen rund um den Kopf des Mannes, der sein Leben für andere gab. Überlebt hat dagegen Hanna Solf. Sie führte in Berlin die Juden durch die Kanalisation in konspirative Wohnungen, versorgte sie mit Papieren und Nahrung. Eigentlich kam Bludau als gläubige Katholikin über die Beschäftigung mit Papst Johannes Paul II., der „unzählige Leute selig und heilig gesprochen hat“ auf die Widerstandskämpfer, denn von ihnen waren hier auch welche zu finden. Dann begann sie, sie zu malen. In ihrer sehr persönlichen und intensiven Ausdrucksweise. „Ich hatte nie den Ehrgeiz, künstlerisch Karriere zu machen“, sagt sie. Eher konzentrierte sie sich auf den Mann und die drei Kinder – und die Lehrtätigkeit. Dennoch malte sie immer und errang sogar Anfang der 70er Jahre den Förderpreis des Landes Rheinland-Pfalz. Den Umgang mit jungen Menschen vermisst die Künstlerin jetzt und suchte ein neues Betätigungsfeld. Im Rahmen der Kunst AG der Schillerschule will sie mit Kindern Kulissen malen. •hb• Fotos: Helene Braun


lokale zeitung stadtausgabe november 2010

17

• Gesundheit •

Einziger Kinder- und Jugendrheumatologe im Rhein-Main-Gebiet

Rheuma ist leider keine Alterskrankheit bei der sich das Immunsystem gegen körpereigenes Gewebe wendet. „Die Langzeitwirkung der TNF-Blocker ist zwar noch nicht gänzlich erforscht, doch hat sich jetzt schon gezeigt, dass sie die Rheumatherapie revolutioniert haben.“ •ust•

Rheuma ist keine Krankheit, die nur alte Leute betrifft. In Deutschland leiden etwa 50 000 Kinder an einer entzündlichen oder akuten rheumatischen Erkrankung und jährlich erkranken etwa 1 000 Kinder neu. Dr. med. Christoph Rietschel ist Kinderund Jugendrheumatologe am Clementine Kinderhospital in Frankfurt und einer der wenigen Experten in der Region.

Fotos: Ute Strunk

IMPRESSUM Verlag und Herausgeber: Medien Verlag Reiser GmbH Kurt-Schumacher-Straße 56, 55124 Mainz HR Mainz B 40331 Telefon: 06131/57 63 70 Fax: 06131/57 63 719 E-Mail: info@die-lokale-zeitung.de

W

ährend entzündliches Gelenkrheuma bei Erwachsenen nicht ausheilt, haben Kinder eine bessere Prognose und werden überwiegend wieder gesund. Allerdings müssen die Betroffenen oft weite Wege in Kauf nehmen, um sich ambulant oder stationär behandeln zu lassen, denn Kinder- und Jugendrheumatologen sind in Deutschland rar gesät. „Die Erkrankung ist doch so selten, dass man als Arzt alleine davon nicht leben kann“, erklärt Dr. Christoph Rietschel. Die kleinen Patienten kommen aus dem gesamten Rhein-MainGebiet, aus Heidelberg, Mannheim und aus Aschaffenburg. In Richtung Norden gibt es erst in Gießen den nächsten Kinderrheumatologen. Dabei ist eine frühzeitige Diagnose und eine möglichst schnell einsetzende Therapie äußerst wichtig, denn je später Rheuma entdeckt wird, umso größer ist die Wahrscheinlich-

Dr. med. Christoph Rietschel ist einer der wenigen Experten in der Region für Rheuma bei Kindern. keit, dass das entzündete Gelenk zerstört wird. Und obwohl entzündliches Gelenkrheuma keine tödliche Erkrankung ist, ist sie doch eine chronische Krankheit, die viele Jahre andauert. „Im günstigsten Fall sind das drei bis vier Jahre, meist dauert die Erkrankung aber viel länger“, so der Oberarzt des Clementine Kinderhospitals. Dabei betont er, dass die Diagnostik schwierig und die Behandlung mühsam sei. Anders als bei Erwachsenen, gibt es bei Kindern keinen spezifischen Laborwert für den Befund. Und meist sind nicht einmal Schmerzen das erste Symptom. Geschwollene Gelenke, Morgensteifigkeit, wenn kleine Kinder sich wieder vermehrt tragen lassen oder bestimmte Bewegungen durch eine Schonhaltung vermeiden,

deuten schon eher auf Rheuma hin. Oft sind die Gelenkschwellungen aber nur für den spezialisierten Facharzt zu ertasten. Von den jährlich etwa 800 Patienten des Clementine Kinderhospitals sind 250 bis 300 in dauerhafter Behandlung. Die größte Gruppe der Erkrankten ist die der Ein- bis Sechsjährigen. Nicht immer lässt sich die stationäre Behandlung vermeiden, denn sie hängt von der Schwere der Erkrankung ab. „Um eine wohnortnahe Betreuung zu ermöglichen, sind wir aber sehr bemüht, die Kooperation mit niedergelassenen Kinderärzten auszubauen“, betont Rietschel. Die Therapie ist umfangreich und neben begleitenden Maßnahmen wie Physio- und Ergotherapie ist eine dauerhafte Einnahme von

ViSdP: Barbara Reiser M.A. sehr starken Medikamenten notwendig. Auch die psychologische Betreuung ist wichtig, weil sich gezeigt hat, dass Stress die Patienten negativ beeinflusst. Manchmal suchen verunsicherte Eltern dann auch Wege jenseits der Schulmedizin. „Von einer homöopathischen Begleitbehandlung rate ich nicht ab“, sagt Dr. Rietschel. Allerdings gibt er zu bedenken, dass Rheuma allein mit Homöopathie nicht nachweislich geheilt werden kann. Viele Alternativen jenseits der Schulmedizin hält er dagegen für Scharlatanerie. „Damit wird den besorgten und manchmal auch verzweifelten Eltern nur ein Haufen Geld aus der Tasche gezogen.“ Spektakulär wirken dagegen laut Rietschel die sogenannten TNF-Blocker. Sie hemmen den Tumornekrosefaktor (TNF), einen Botenstoff, der die Zellaktivität des Immunsystems anregt. Und Rheuma ist letztlich eine Autoimmunerkrankung,

Bundeswehr

Bezug: über Promoter + je 500 Auslagestellen in den Innenstädten Redaktionsleitung: Tom Höpfner redaktion@die-lokale-zeitung.de Redaktion und Fotos: Claudia Krämer, Henning Berg, Helene Braun, Armin Gemmer, Andreas Groth, Hubert Neumann, Anja Otto, Annette Pospesch, Katja Siberg, Ute Strunk Anzeigenleitung Mainz: Dennis Maier, Tel. 06131/57 63 712 Mobil: 0160/90 55 05 80 dennis.maier@dielokalezeitung.de Anzeigenpreisliste 01/2010 Anzeigendisposition und Verwaltung: Diana Becker, Tel. 06131/57 63 720 Art Direction: Stephan Weiß Herstellung: Christian Müller Druck: Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH Rathenaustraße 29–31 63263 Neu-Isenburg Gesamtauflage Mainz/Frankfurt/Wiesbaden: 92.000 Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen!

- Anzeige -

Schule – und was dann?

Das Clementine-Kinderhospital in Frankfurt ist spezialisiert auf Rheumatologie.

Mit einer Personalstärke von 250.000 Soldatinnen und Soldaten zählt die Bundeswehr zu den größten deutschen Arbeitgebern. Die Streitkräfte bieten eine große Zahl abwechslungsreicher und interessanter ziviler Ausbildungsberufe im Rahmen der soldatischen Tätigkeit. Rund 25 Studiengänge im Ausbildungs-

gang zum Offizier der Bundeswehr ergänzen das vielseitige Ausbildungsangebot mit aussichtsreichen Karrieremöglichkeiten. Weitere Auskünfte erteilt Ihnen die Wehrdienstberatung Mainz gerne unter folgenden Kontaktdaten: Tel. 06131 / 6696210 E-Mail: wdbera.mz@bundeswehr.org


18

lokale zeitung stadtausgabe november 2010

• Universität •

Professor Franz Hamburger setzt sich für Minderheiten ein

Demokrat aus Überzeugung D

ie aktuelle Integrationsdebatte, ausgelöst durch das umstrittene Buch von Thilo Sarrazin, bringt den Pädagogen auf die Palme. „An dieser Debatte beteilige ich mich nicht, denn Sarrazins Äußerungen sind eindeutig verfassungsfeindlich“, erklärt Franz Hamburger ganz rigoros. Noch schlimmer als Sarrazins Haltung findet er allerdings, dass der ehemalige Bundesbankvorstand eine breite Plattform bekam, um diese Meinung zu präsentieren. Professor Hamburger ist ein Verfechter der Demokratie. Er setzt sich auf vielfältige Weise für diejenigen ein, die in unserer Gesellschaft kein Sprachrohr haben. Das sind Migranten genauso wie Sinti und Roma. „Die demokratische Ordnung zeigt sich in einem respektvollen Umgang mit Minderheiten“, betont er. Damit er für seine Arbeit die Anerkennung der „Anständigen“

Seit 32 Jahren ist Professor Dr. Franz Hamburger Leiter der Arbeitsgruppe Sozialpädagogik am Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Mainz. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Migration und Minderheiten.

bekommt, nimmt er auch Konflikte in Kauf, denn die Integrationspolitik ist nun mal mit Konflikten behaftet. In den Fünfzigerjahren wurden Gastarbeiter nach Deutschland geholt und das waren eben Arbeiter und keine Akademiker, erklärt er. Daher könne man die Söhne von ausländischen Gastarbeitern auch nicht mit den Söhnen von deutschen Professoren vergleichen. Genau das werde aber getan, wenn es beispielsweise um die Interpretation von Statistiken zur Jugendkriminalität

Klangstudio

oder zum Bildungserfolg gehe. Hier braucht es einen anderen Blickwinkel, erklärt Franz Hamburger. Als Vorstandsmitglied des Landespräventionsrates Rheinland-Pfalz hat er sich dafür eingesetzt, dass ausländische Jugendliche nicht stigmatisiert werden. In zahlreichen Kommissionen und Gremien setzt sich der Mainzer Professor ehrenamtlich ein. Für die Rechte der Muslime unterstützt er beispielsweise den muslimischen Arab-Nil-Rhein-Verein. „Das ist praktizierte Integration und Gleichberechtigung.“ Als Sohn eines Försters ist Franz Hamburger in relativer Freiheit aufgewachsen. Ob diese besondere Erfahrung dazu geführt hat, dass ihm die demokratische Ordnung heute so wichtig ist, vermag er aber nicht zu bestätigen. Er sei durchaus von der Studentenbewegung beeinflusst worden und er findet, dass er als Wissenschaftler eine gesell-

Prof. Dr. Franz Hamburger: Die Pfälzer Dampfnudeln im Gemälde seiner Schwester erinnern an seine Heimat. schaftliche Verantwortung hat. Migration und Integration ist ein Feld, auf dem er sich auskennt, denn schon seit den 70er Jahren beschäftigt er sich als Sozialpädagoge mit „exotischen“ Themen und mit den Randgruppen der Gesellschaft. Als wissenschaftlicher Berater begleitet Franz Hamburger Projekte wie „Starke Mütter – Starke Kinder“ vom Kinderschutzbund Mainz. Hier geht es darum, gezielt Schwangere und Eltern von Kleinkindern anzusprechen und in ihrer Elternkompetenz zu stärken und zu unterstützen. Das Projekt mündete im vergangenen Jahr in der

Gründung des Eltern-KindKompetenzzentrums (El KiKo) in der Mainzer Neustadt. Der Treffpunkt bietet Beratung und Kurse, die zum Schutz des Kindes ganz auf die Bedürfnisse von Frauen abzielen. Ein ähnliches Projekt („Willkommen in Mainz“), das Franz Hamburger derzeit begleitet, habe gezeigt, dass auch Eltern der Mittelschicht Bedarf in Sachen Umgang mit Neugeborenen haben, denn heute ist es eben nicht mehr selbstverständlich, dass alle Eltern wissen, wie man mit Babys umgeht. •ust• Foto: Ute Strunk

 ‹ ’ w ê • y„Œ‘ˆ

Musik in lupenreinem Klang erleben, ohne dafür ins Konzert gehen zu müssen – für Musikfans ein absolutes Muss. Wir bieten Ihnen das passende Equipment, das diesen Wunsch erfüllt. Wir, das Klangstudio Pohl in Bodenheim, sind die Top-Adresse für alle, die nicht nur fachkundige Beratung suchen, sondern auch im Vergleichstest herausfinden möchten, welche HighEnd-HiFi-Anlage den Wünschen entspricht. Hochwertiges Home Cinema sowie die Multiroom- Vernetzung für Musik im ganzen Haus gehören ebenfalls zu unserem Angebot. In unserem Portfolio finden sich ausschließlich Premium-Markenprodukte, dukte, die nicht nur durch ihre LeistungsmöglichLeistungsmöglich keiten, sondern auch durch ihr modernes Design unsere Kunden überzeugen. berzeugen. Bei uns finden Sie Produkte aus dem Hause Linn, Bowers & Wilkins (B&W), Accuphase, Naim, Rotel, AudioPhysic ic und viele mehr. Kunden, die in einer Um- oder Neubauphase sind, empfehlen wir, uns frühzeitig anzusprechen. Wir übernehmen die individuelle Projektplanung für ein Mulitroom-System und arbeiten dabei auch eng mit Architekten und d Handwerkern zusammen. Welche Möglichkeiten es gibt, sich einerseits modern und trendy einzurichten und dabei auch h anderseits nicht auf zeitgemäße Technik mit anspreanspre chendem Design im HighEnd-HiFi-Segment zu verzichten, kann im Showroom von Geiger Raumkonzepte in Wiesbaden erlebt werden. Wir arbeiten mit dem Inneneinrichtungshaus zusammen und sorgen für den richtigen Klang in den eigenen vier Wänden. Uns liegt am Herzen, dass Musikliebhaber ihr Hobby mit unseren Anlagen nlagen auch richtig genießen können. Wir sind seit 40 Jahren in der Branche und selbst Musikfans. Natürlich besuchen wir Sie gerne auch zu Hause, um uns ein genaues Bild für die individuelle Beratung zu machen. Wir, das Klangstudio Pohl, stehen für fachkundige Beratung – wir lieben Musik und den erstklassigen Klang so wie Sie. Besuchen Sie uns, wir freuen uns auf Sie. Herzlichst Ihre Margret und Rainer Pohl

Klangstudio Pohl Mainzer Straße 73 · 55294 Bodenheim Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-12, 14-19 Uhr Mittwoch geschlossen Sa 9-14 Uhr

Im Showroom von Raumkonzept Geiger in der Taunusstraße 40 in Wiesbaden zeigt Klangstudio Pohl, wie man edle HiFi-Produkte im Wohnraum integrieren kann.


lokale zeitung stadtausgabe november 2010

19

• Entfaltung •

Kunst aus Koffern

Wenn Mitgebrachtes zu sichtbarer Kreativität führt Wenn Titus Grab mit seinem vollbeladenen Handwagen zur Blücherschule im Wiesbadener Westend kommt, erwarten ihn die Kinder dort schon sehnsüchtig. Immer dienstags bietet der Künstler mit seinem prall gefüllten Kunst-Koffer hier die Möglichkeit zum Malen, Basteln und Gestalten.

S

echs sogenannte Kunst-Koffer-Haltestellen gibt es in Wiesbaden und die Kunst-Koffer kommen ganz zuverlässig zu den im „Fahrplan“ angegebenen Zeiten. Zusammen mit Titus Grab, dem Gründer des Projektes, sind acht Kunst-Koffer-Träger in der Stadt unterwegs. Während Titus Grab die Koffer mit Farben und Ton auf dem Schulhof der Blücherschule öffnet, bietet Anja Kraft immer donnerstags am Platz der Deutschen Einheit die Möglichkeit zur Gestaltung mit Drähten und allerlei Dingen aus Metall. Die elfjährige Lale fertigt hier gerade eine Kette aus Draht für ihre allerbeste Freundin, daneben bearbeiten zwei Jungs ganz hingebungsvoll verschiedene Metallteile mit dem Hammer. Eigenverantwortung erleben „Sobald die Koffer geöffnet sind, entsteht ein kleiner Raum für sich“, erzählt Titus Grab. Kinder sollen bei uns die Möglichkeit bekommen, nach Herzenslust zu gestalten. „Dabei tragen wir die Freiheit der Kunst auf die Straße“, beschreibt der Bildhauer die Idee und er erklärt weiter: „Die Kinder werden liebevoll dabei begleitet, eigenverantwortlich zu handeln, ohne dass ihnen jemand sagt, was sie tun sollen.“ Das ist der große Unterschied zum Kunstunterricht in der Schule. Bei den KunstKoffern steht nicht das Produkt, sondern der Prozess des Schaffens im Mittelpunkt und das wissen die Kinder sehr zu schätzen. Auch die große Vielfalt an Materialien finden sie großartig. „So viel Material hat man zuhause einfach nicht“, bestätigt Ulla Goldmann. Die Mutter der fünfjährigen Gloria hilft ihrer Tochter gerade dabei, ein Zelt aus Holz, Perlen und Stoffresten fertig zu stellen. „Wir

kommen regelmäßig zu den Kunst-Koffern, denn das Angebot ist einfach toll.“ Anlässlich des sechsten Geburtstages der Projektes in Wiesbaden öffneten sich alle Kunst-Koffer an der Haltestelle Blücherplatz gleichzeitig und die vielen großen und kleinen Besucher genossen das einzigartige „Gestaltungs-Fest“. Da wurde gemalt, geknetet, gehämmert, gesägt und Holz gehackt. Denn sogar „zündeln“ dürfen die Kinder unter der Aufsicht von Rita Loitsch ab November wieder im sogenannten Feuerraum in der Goebenstraße. Basisarbeit mit einfachsten Mitteln Auch in Mainz halten die Kunst-Koffer seit über einem Jahr an der festen Haltestelle am Goetheplatz (Ende Hindenburgstraße). Immer montags von 15 bis 17 Uhr können hier Kinder und Jugendliche mit Ton und Farbe frei gestalten. „Ton und Farbe ist das sogenannte Gründungsangebot“, erzählt Titus Grab. Begonnen hat der Wiesbadener Künstler und Sozialtherapeut mit seiner Pionierarbeit in einer Wellblechgarage. Eine Grundschullehrerin kam damals mit einigen Schülern in sein Atelier, denn sie hatte die therapeutische Qualität von Kunst erkannt. Den vier Kindern hat Titus Grab dann an einem Nachmittag in der Woche die Chance geboten, mit Sperr-

Titus Grab ist der Begründer der Kunst-Koffer.

müll und anderen Materialien ganz frei zu hantieren. Das kam bei den Kindern gut an und zog schnell Kreise. Als die Wellblechgarage abgerissen wurde, kaufte Titus Grab als

Nach Herzenslust mit Draht und Metall hantieren. Ulla und Gloria Goldmann finden die KunstKoffer toll.

Notlösung einen Handwagen, um zu den Kindern zu kommen. Mit diesem Handwagen ist er noch heute unterwegs. Und er betont: „Wir arbeiten mit einfachsten Mitteln direkt

an der Basis und das sehr effektiv.“ Weitere Informationen und den Fahrplan der Kunst-Koffer finden Sie unter www.kunst-koffer.org. •ust• Fotos: Ute Strunk


20

lokale zeitung stadtausgabe november 2010

Krimi

Auch ein blindes Huhn …

Teil 18

Hubert Neumann Apathisch stieg Lucia mit Helga aus der Straßenbahn auf den Schillerplatz. Sie spuckte ungeschickt auf den Boden, so dass die Spucke auf ihrem linken Schuhe landete. Das Entsetzen, das sie noch immer beherrschte, machte es ihr unmöglich, mit angemessener Wut zu reagieren, vor allem darüber, dass sie die Beerdigung der falschen Frau Pfeiffer nicht verhindert und den Mord damit nicht aufgedeckt hatte. Aber was hätte sie tun können? Sit-ins, Blockaden, Demonstrationen – wie bei Stuttgart 21? Vor der Gonsenheimer Leichenhalle! Nur sie und Helga! Das waren aussichtslose Unterfangen. Steif und langsam setzte sie ihre Füße voreinander. Es kam ihr alles unwirklich vor: der Fastnachtsbrunnen mit seinen grotesken Gestalten, die sich im Sprühnebel versteckten und der gewaltige Dom, eingetaucht in ein seltsames Gebläse, das von vier Musikern in schwarzen bodenlangen

Gewänder stammten, die über den Leichhof glitten. »Wie können all diese Leute«, sie zeigte auf einen der Musiker, dessen Sousaphon sich wie eine Riesenschlange um seinen Körper gewickelt hatte, »ihr Leben einfach fortsetzen, während ein Verbrechen geschehen ist. Wenn wir nichts unternehmen, wird Pfeiffer niemals seine gerechte Strafe erhalten.« »Gerechte Strafe«, wiederholte Helga abfällig, als sie in die Augustinerstraße einbogen. »Das ist doch nur eine Redensart. Die Auffassung, dass das Leben die gerechte Strafe oder den gerechten Lohn bereithält, dass allem eine tiefere Bedeutung zukommt als die, die wir ihm bemessen, ist doch nur tröstlicher Aberglaube.« »Aber Helga«, Lucia blieb stehen, »glaubst du denn nicht an Gerechtigkeit?« »Komm«, sagte Helga milde und hakte sich bei ihr unter; ihre dünnen, knochigen Fingern nahmen sich aus wie die eines kleinen Mädchens. »Ich

bin müde. Die ganze Sache hat mich viel Energie gekostet, und ich wünsche mir jetzt nur eine warme Suppe in der gemütlichen Weinstube, von der du mir erzählt hast.« Vor der Kapuzinerkirche blieb Lucia stehen und wartete darauf, dass sich ihre Gereiztheit legte. »Hier ist es«, sagte sie und zeigte auf das Wirtshausschild gegenüber, auf dem ein Ritter abgebildet war. Die Täfelung aus Eichenenholz bedrängte Lucia zunächst von allen Seiten, als sie in den »Templer« eintrat, doch als Pierre, Mainz’ prominentester Korse, mit »Efin, ma Chéri« auf den Lippen ihr aus der Küche entgegenstürmte und sie mit Küsschen bedachte, fühlte sie sich frei und geborgen. »Isch«, begann er mit einem französischen Akzent, der die Melodie der Mainzer Mundart nachzu-

ahmen schien, »abe gewusst, dass du eute kommst. Es gibt Cassoulet!« Er hielt sie fest und blickte ihr in die Augen. »Aber was hast du?« Lucia presste den Mund zu einem dünnen Strich zusammen und wich zurück. Erst jetzt schien er Helga zu bemerken. »Du hast mir deine Freundin noch nicht vorgestellt.« Er beugte sich zu ihr, um auch sie zu küssen. »Nun, meine Schönen«, sagte er und verschwand hinter dem Tresen, »ist es Zeit für einen Aperitif.« Er ließ keine Widerrede zu und drückte jeder der beiden alten Damen ein Glas Champagner in die Hand. Während er Lucia den Stuhl an ihren Lieblingstisch heranrückte, gestattete sie sich das Lächeln, das sie so lange unterdrückt hatte. Erst als auch Helga Platz genommen hatte, setzte er sich dazu. »Du weißt«, sagte er eindringlich, »du kannst mir alles sagen, was dich bedrückt.« Lucia zögerte, doch dann erzählte sie ihm die ganze Geschichte. Er hatte seinen Champagner ausgetrunken und beäugte

Lucias unberührtes Glas. »Um dein Ziel zu erreichen«, sagte er, »lauf in die entgegengesetzte Richtung.« Sie konnte nicht mehr fragen, wie er das meinte, denn in diesem Augenblick kam die Kellnerin mit einer großen irdenen Kasserrolle, und eine Viertelstunde lang wandte sich alle Aufmerksamkeit, mit anerkennenden Worten von allen Anwesenden, dem Cassoulet zu, und Pierre, hocherfreut, revanchierte sich mit der Geschichte, wie er die unerlässliche Zutat, die eingemachte Gans, in Straßburg erstanden hatte. Als die Mahlzeit beendet war, nahm er den Faden wieder auf. »Pfeiffer ist ein Spieler«, sagte er. »Du musst ihn dort packen, wo er es nicht erwartet, dort, wo seine Leidenschaft tobt.« »In der Spielbank?«, fragte Lucia unsicher. »Nein, er spielt Poker, und das mindestens zwei Mal die Woche.« Er machte eine bedeutungsvolle Pause. »Mit Didier«, sagte er schließlich und zwinkerte ihr zu. »Er nimmt dich sicher mit.«

War der Vorschlag von Pierre ernst gemeint? Und falls der Vorschlag ernst gemeint war, lässt Lucia sich darauf ein? Was wird Didier dazu sagen? Wird sie bei der Pokerrunde auf Pfeiffer, den Mörder treffen?

• Biografie • Lebensläufe aus der Biografiewerkstatt Otto

Klein Vita Die 78-jährige Maria Scheuermann brachte kürzlich den zweiten Teil ihrer Lebenserinnerungen unter dem Titel „Ein Leben auf zwei Kontinenten“ heraus.

E

ines Tages kam eine Kundin zu mir ins Geschäft, in dem ich halbtags arbeitete. Sie hatte ein kleines Mädchen bei sich, das mir durch seine Blässe auffiel. Die Mutter erzählte mir, dass sie Klein-Vita tagsüber bei einer Pflegestelle untergebracht hatte, wo das Töchterchen nicht gut behandelt wurde. Die Tagesmutter, die mehrere Kinder im Kleinkindalter betreute, ließ diese oft über Gebühr lange in den Bettchen liegen. Klein Vita hatte daraufhin ständig Asthmaanfälle, ausgelöst durch Angst, wie der Arzt bestätigte. Verzweifelt suchte die Mutter nun eine neue Unterbringung

für sie. Mir ging das Mädchen nicht aus dem Sinn und ich überlegte, ob ich der Mutter irgendwie helfen konnte. Ich erzählte meinem Mann davon. Nach ein paar Tagen fragte Willi mich, ob nicht ich das Kind betreuen möchte. Das wäre aber eine große Verantwortung, die man für ein Menschenkind mit solch schweren Erfahrungen übernehmen würde. Wie würde das Kind reagieren, konnte ich die Geduld aufbringen, den ganzen Tag für ein fremdes Kind da zu sein? Alles Fragen, die einem das Gewissen stellte. Außerdem musste eine Pflegestelle genehmigt werden. Wir überlegten noch, als die Mutter erneut weinend ins Geschäft kam, und luden sie zu einem Gespräch bei uns zuhause ein. Mein Mann versprach mir, mich zu unterstützen, denn auch ihm tat die Kleine leid. Schließlich kam Klein Vita für viele Jahre zu uns. Ich gab meine Beschäfti-

Maria Scheuermann heute und das kleine blasse Mädchen Vita. gung auf und blieb zu Hause. Vita gedieh und bekam keinen einzigen Asthmaanfall mehr. Mein Mann bastelte für sie Spielzeug und kaufte alles, was so ein kleines Mädchen erfreute. Die beiden wurden unzertrennlich. Wann immer das Wetter es erlaubte, waren sie draußen im Garten. Ich hoffe, Vita hat uns in guter Erinnerung, denn es kam

der Tag, an dem ihre Eltern aus politischen Gründen wieder in ihr Heimatland Serbien zurückgehen mussten. Dies geschah plötzlich, über Nacht, wie man so sagt. Wir haben nie mehr etwas von ihnen gehört. Alle Nachforschungen brachten kein Ergebnis. Dieser Krieg 1990 und 1991, der so viele Menschenleben in Kroatien und Serbien gekos-

tet hat, war vielleicht einer der Gründe für ihre übereilte Heimkehr. Möge Gott sie in seinen Händen halten, wo immer sie jetzt sind. Das war die Geschichte der kleinen Vita, in deren Schicksal ich ein wenig Freude bringen durfte. •Anja Otto• Fotos: privat


lokale zeitung stadtausgabe november 2010

21

• Ehrenamt •

Willi Schwägerl leistet ehrenamtliche Sterbebegleitung

Menschen gilt mein Interesse

...transportiert Ideen. ...transportiert Ideen. ...transportiert Ideen. Damit’s ankommt. Damit’s ankommt.

Peter Beckhaus

Peter Beckhaus

Die Stadtausgabe der „Lokalen Zeitung“ stellt Menschen in Mainz vor, die sich ehrenamtlich engagieren und Außerordentliches leisten, ohne dabei im Rampenlicht zu stehen.

Dipl. Grafik-Designer, Illustrator

Finther Landstraße 26 c 55124 Mainz Telefon: 0 61 31 · 6 23 74 02 Fax: 0 61 31 · 6 23 74 03 Mobil: 01 79 · 4 57 39 88 mail@beckhaus-design.de www.beckhaus-design.de

Willi Schwägerl hat großes Interesse an Menschen.

E

iner dieser beachtenswerten Menschen ist Willi Schwägerl, seit 1992 ausgebildeter, ehrenamtlicher Hospizhelfer bei der Mainzer Hospizgesellschaft. Diese wurde vor fast 20 Jahren von Dr. Martin Weber, Palliativmediziner an der Universitätsklinik Mainz, gegründet und setzt sich seither für eine bessere Begleitung von Sterbenden und die Wahrung ihrer Würde auf diesem letzten Lebensabschnitt ein. Hier kann menschenwürdiges Sterben ermöglicht werden, wenn medizinische Therapien ausgeschöpft sind. Ein Zeitungsartikel mit dem Titel „Sterben ist ein Teil des Lebens“, in dem über die Arbeit der damals noch jungen Mainzer Hopizgesellschaft berichtet wurde, weckte vor 17 Jahren das Interesse des heute 72-jährigen Willi Schwägerl. „Da wurde von einem kleinen ehrenamtlichen Team von Ärzten, Pflegern, Seelsorgern und ganz normalen Bürgern berichtet, das Sterbende begleitet, auf Wunsch auch deren Angehörige unterstützt - und es wurden noch Mitstreiter gesucht. Das hat mir so imponiert, dass ich mich für einen Hospizhelfer-Kurs angemeldet habe“, erzählt Willi Schwägerl von den Anfängen seines Engagements. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich der gebürtige Franke aus Weiden in der Oberpfalz, der 1966 aus beruflichen Gründen mit

Mainzer Hospizgesellschaft Christopherus e.V. Gaustraße 28 · 55116 Mainz www.mainzer-hospiz.de Frau und Sohn nach Mainz kam, eher weniger gemeinnützig engagiert. „Das ließen Familie und Beruf aus zeitlichen Gründen einfach nicht zu“, erklärt Schwägerl. Erst als der Systemanalytiker bei IBM im Alter von 55 Jahren in Vorruhestand ging, fand er dafür die Zeit. „Zehn Hospizhelfer wurden damals in einem Kurs ausgebildet und auf ihre schwierige Aufgabe vorbereitet“, erinnert er sich. Heute sind über 50 Helfer in der Mainzer Hospizgesellschaft tätig. Schwägerl gehörte 1992 außerdem zu den wenigen männlichen Helfern, die sich dieser Aufgabe stellten. Sein großes Interesse an Menschen sei es gewesen, dass ihn motivierte und antrieb sich zu engagieren. Seine wichtigste Aufgabe: Zuhören. „Mit mir können die Menschen über Dinge reden, über die sie mit der Familie oft nicht reden können. Da gehört eben auch Tod und Sterben dazu. Das wollen die Angehörigen oft nicht hören.“ Aus seiner langjährigen Erfahrung heraus, weiß der Hospizhelfer, dass jede Begleitung anders

ist, immer neue Herausforderungen stellt und ihre eigene Geschichte hat. Er berichtet von einem 93-jährigen Mann, der bis zu seinem Tod geistig hellwach war und einen Menschen brauchte, dem er aus seinem Leben, von seiner Jugend, der Militärzeit und seinem Berufsleben, erzählen konnte. Er nahm im Einverständnis mit dem Patienten die Gespräche auf ein Tonband auf und gab ihm so die Möglichkeit, auch seinen Angehörigen eine bleibende Erinnerung zu hinterlassen. Aber Willi Schwägerls Engagement bei der Mainzer Hospizgesellschaft beschränkt sich nicht nur auf den Dienst am schwerstkranken Menschen. Der wortgewandte Wahlmainzer berichtet auch regelmäßig an der Universität vor Medizinstudenten oder in Schulen von seinen Erfahrungen mit der Sterbebegleitung. „Wie werden Sie mit der Trauer fertig, wenn ‚ihre Patienten gestorben sind‘, würde er häufig von Schülern gefragt. Es helfe ihm, so Schwägerl, dass er als ehrenamtlich Tätiger über die Länge der sogenannten Auszeiten selbst entscheiden könne. Aber ganz unerlässlich im Umgang mit dem Tod, sei für ihn als gläubiger Christ, dass er den Tod als Teil des Lebens annehmen und akzeptieren könne. •ap• Foto: Annette Pospesch

So macht Kino Spaß. Erleben Sie unvergessliche Kino-Momente und entdecken Sie Ihre neuen Lieblingsfilme in unserem vielfältigen Programm – wir freuen uns auf Sie! Weitere Informationen und Karten unter www.cinestar.de


22

• Das Allerletzte •

lokale zeitung stadtausgabe november 2010

Kolumne

An den Haaren herbeigezogen E

s ist wirklich kein Geheimnis mehr, dass Kreativität für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit unerlässlich ist. Doch was ist Kreativität anderes als eine Worthülse, in die jeder das hineinpackt, was ihm genehm ist? Die Psychologie tut sich mit der Erforschung der Kreativität jedenfalls schwer, zumal sie nicht leicht messbar ist. Wie aber will man sie dann fördern? Und wie ist es um die Kreativität in einer Stadt wie Mainz bestellt? Darauf geben Städterankings keine Antwort. Man könnte alle Ausstellungen, Konzerte, kurz alle kulturellen Veranstaltungen und die in Mainz agierenden Künstler zusammenfassen auf die Einwohnerzahl umrechnen und das Ergebnis mit anderen Städten vergleichen. Dann hätte man zwar ein mathematisches Abbild des kulturellen Lebens, nicht aber der städtischen Kreativität.

Wie aber wäre es, die Kreativität dort zu packen, wo sie heutzutage die meisten Menschen am Werk zu sehen glauben, dort, wo Originalität mehr gefragt ist als anderswo: bei der Namensgebung? Schon Kindernamen sind zu einem Element elterlicher Selbstverwirklichung geworden, die nur noch an den Türen der deutschen Standesämter gestoppt werden kann, um zu vermeiden, dass Kinder Muffin, Riesling oder Ikea genannt werden. Eine Möglichkeit bieten die Namen von Gewerbeneugründungen. In Mainz überwiegen, bis auf einige Ausnahmen wie »Was Ihr WOLLt« für ein Wollegeschäft oder »ergo sum« für ein Computerladen, Kombinationen aus Branchen- und Familienname wie »Knußmann-Öl« oder »Schweikert Bürosysteme«. Alles nicht besonders kreativ.

Größten Ehrgeiz bei der Namensgebung entfalten die Friseure. Und so lässt sich in Mainz sogleich ein Friseursalon namens »Creative« finden. Nomen est Omen, möchte man da sagen. Auch einen mit Namen »Modern Art«. Ein klarer Bezug! Manche geben sich bodenständig wie der »Friseursalon Wuschelkopf«, andere verweisen auf gesellschaftliche Trends wie »Ankes Haarmobil«. Viele aber lechzen nach Internationalität. So spiegeln Namen wie »Arens intercoiffeur« oder »La Paillote« den französischen Chic der Haute Coiffure wider. Dominierend sind anglofone Namen wie »Hair Control«, »In Cut« oder »Elegance Style«. Raum für Wortspielereien bieten Komposita wie »Haarscharf«, »Haarspalterei«, »Haarkiller«, aber auch »Fön-X« und »Haarmonie«. Alles in allem sind die

Hubert Neumann

Hubert Neumann ist Historiker, Dozent für wissenschaftliches Schreiben und Autor. Für sein literarisches Schaffen hat er mittlerweile mehrere Preise erhalten, u. a. den Martha-Saalfeld-Förderpreis des Landes Rheinland Pfalz. Sein grotesk-trashiger Kriminalroman „Lusthängen“ wurde von den Lesern der Wochenzeitung DIE ZEIT auf Platz 9 der Leser-Bestenliste des Jahres 2008 gewählt. Mainzer Friseure hier recht kreativ. Im Vergleich mit anderen Städten belegen sie aber eher das Mittelfeld. Bei Namen wie »Hin & Hair«, »Scher-Holder« oder »Kaiserschnitt - Wir holen das Beste aus Ihnen heraus« können sie einfach noch

nicht mithalten. Gilt das auch für die Kreativität in Mainz? Falls ja, dann müssen sich die Damen und Herren Stylisten noch etwas anstrengen, damit Mainz auch hier bald an der Spitze steht.


lokale zeitung stadtausgabe november 2010

23

• Shopping •

Gastronomie einmal anders

Jeder braucht ein bisschen Mamas Liebe Liebe bestimmt unser Leben, sei es in der Partnerschaft oder wie wir mit Dingen umgehen. Wer Liebe investiert, wird Liebe und Glück zurück erhalten.

D

as ist es, was es Tag für Tag bei Mamas Liebe gibt. Frischen Ideen, beste Zutaten, Wohlfühlambiente und einfach mal ausatmen. Und das immer von Herzen gemacht. Die Macherin Nicole Jamm im Interview.

Mrs Mamas Liebe, was ist am wichtigsten, Liebe, Glück oder Essen? Ich bin ein absoluter Gefühlsmensch, für mich steht Liebe an oberster Stelle. Liebe bestimmt unser Leben, sei es in der Partnerschaft oder wie wir mit Dingen umgehen. Wer Liebe investiert, wird Liebe und Glück zurück erhalten. Daher unser Motto: „Wo Liebe den Tisch deckt, da schmeckt das Essen am besten.“ Wie entstand die Idee zu Mamas Liebe? Mein Ziel war es, meine Liebe in ein Produkt zu stecken, mit Leuten in Kontakt zu sein und für diese eine etwas zufriedenere Welt zu schaffen. Ausgangspunkt war unser zufällige Besuch eines sehr coolen Restaurants während eines Urlaubaufenthaltes in Modena in Italien. Wir waren völlig begeistert vom Ambiente, der Leidenschaft der Betreiber, von der ausgezeichneten Küche, die jedoch einfach und regional war. Parallel konnte man tolle Lebensmittel, Einrichtungsgegenstände und witzige Unikate kaufen. Geprägt vom eigenen Leid als Gast in der typischen Gastroszene haben wir uns überlegt, es einfach anders zu machen. Die klassische Gastronomie leidet leider an einer gehörigen Portion Betriebsblindheit, so dass es Quereinsteigern vielleicht leichter fällt, die Gastronomieangebote zu bewerten. Wichtig für uns war es aber auch, ein Konzept zu entwickeln, dass neben Gastronomie weitere Bereiche abdeckt. Wohnaccessoires etc. sollten das ganze ergänzen und interessant machen. Es sollte

Mit Liebe gemacht bis ins Detail: Andreas und Nicole Jamm haben ihre ureigene geastronomische Idee verwirklicht.

etwas entstehen, was man sich gerne selbst als Gast wünschen würde. Aber nicht nur das Wohlfühlen ist wichtig, auch die Qualität entscheidet. Das Thema Bio hat sicher viel in Bewegung gesetzt, aber alleine damit ist es heute nicht mehr getan. Bei Mamas Liebe kann der Gast sich richtig wohlfühlen und vom Stress des Alltags entfliehen. Eine Rückbesinnung auf Regionales ist der neue Trend. Die Werte der guten alten Zeit, die Glücksmomente unserer Kindheit und die Liebe unserer Mama stehen für unser Konzept.

Wer sind die Menschen hinter Mamas Liebe? Hinter Mamas Liebe steckt ein perfektes Duo mit sich ergänzenden Stärken. Nicole Jamm war viele Jahre im Personalbereich eines Konzerns tätig. Von Kindheit an, war es jedoch ihr Traum, sich mit etwas Ausgefallenem selbstständig zu machen. Bereits früh hat sie in der Gastronomie gejobbt. Besonders wichtig ist Kreativität und direkter Kundenkontakt. Die betriebswirtschaftliche Kompetenz steuert Andreas Jamm bei. Als erfolgreicher Unternehmensberater steht er seiner Frau rund um die

Themen Finanzen, Recht und Marketing zur Seite.

Was wollen Sie weitergeben? Wir wecken Kindheitserinnerungen, bieten Sehnsuchtsküche und eine große Portion Gefühl. Welche Farbe hat Mamas Liebe? Ein leuchtendes Rot steht für die Liebe und das Gefühl. Das warme Braun in unserem Logo repräsentiert die Geborgenheit und die Bodenständigkeit. Was hat es mit dem knallroten Feuerwehrauto auf sich? Andreas hat ein Faible für ausgefallene Fahrzeuge. Auf der Suche nach einer kleinen Gulaschkanone haben wir das historische Feuerwehrauto gefunden und waren sofort in es verliebt. Knallrot, eben wie Mamas Liebe. Die Überfahrt nach Mainz war ein richtiges Abenteuer und würde sicher einen abendfüllenden Vortrag ergeben. Jetzt nutzen wir es für tolle Events und zur PR. In klein haben wir übrigens auch eines im Laden stehen, so ist dieser Geist immer präsent. Sie engagieren sich auch sozial und bei Kunst- und Kulturevents.

Richtig, wir bemühen uns, auch hier unseren Beitrag zu leisten. Mit unserem Feuerwehrauto waren wir beispielsweise auf der Luminale und haben die FH-Studenten bei ihrem Lichtprojekt unterstützt. Wir sponsern auch gerne mal Glühwein und Kuchen für einen Stand zur Unterstützung eines Aidswaisenheims in Afrika.

Gibt es Sie auch bald in Frankfurt oder in anderen Städten? Schön wäre es. Einen Kurzauftritt bei der Luminale hatten wir ja bereits und haben das tolle Publikum in Frankfurt kennengelernt. Wir könnten uns daher sehr gut ein weiteres Geschäft in Frankfurt vorstellen. Leider fehlt uns hier eine geeignete Location. Für Ideen sind wir jederzeit offen. Mit Liebe gemacht – Bald hat Mama ihren eigenen Onlineshop? Ja, wir arbeiten daran und möchten bald online sein. Wir haben auf unseren Reisen so viele schöne Produkte, mit Liebe gemacht, entdeckt, die wir uns im Shop sehr gut vorstellen könnten. Bitte habt noch etwas Geduld. •Katja Siberg• Fotos: Privat


Mainzer haben nicht nur Fernsehen, sondern auch Weitsicht. Über Über 85.000 85.000 Mainzer Mainzer Haushalte Haushalte haben haben Ökostrom Ökostrom von von ENTEGA. ENTEGA. Klimaschutz-Hochburg Klimaschutz-Hochburg Mainz. Mainz. (Stand 01.09.2010) (Stand 01.09.2010)

Lokale Stadtausgabe 11 2010  

Lokale Stadtausgabe 11 2010

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you