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Oktober 2010 • 2. Jahrgang

stadtausgabe www.mainzmachtmit.de

Nachtaktiver Bieradel Wenn es dunkel wird, bringen sie fast alles

Wo das Leben tobt Das Travolta und seine Soulmates

Evolution in der StraĂ&#x;enbahn Prof. Daniel Dreesmann macht Biologen zu Lehrern


lokale zeitung stadtausgabe oktober 2010



• Editorial •

Wir machen mit J

edes Kind will mitmachen bei dem, was andere tun. Mit dieser Einstellung wird der Sozialisierungsprozess gefördert. Denn beim Mitmachen erlangen wir neue Erfahrungen, können uns probieren in unbekannten Gebieten. Aber das Mitmachen hat auch noch eine andere Komponente. Jede Gemeinschaft ist auf ein Mitmachen angewiesen. In der Familie klappt es nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Jeder Verein braucht seine engagierten Mitglieder. Und unsere Gesellschaftsordnung ist eine demokratische, der auch der Gedanke des Mitmachens, Mitdenkens, Mitentscheidens zu Grunde liegt.

Das heißt also, auch wenn wir gerne mal alleine sind, alleine entscheiden, alleine uns erproben, so brauchen wir doch das soziale Miteinander, die Verzahnung mit den Menschen in unserem näheren und weiteren Umfeld. Das hilft nicht nur dem Gemeinwesen, sondern ist auch immer eine Bereicherung für uns. Denn wo sollen wir denn die vielen Erfahrungen sammeln, wenn nicht in den Begegnungen mit Menschen, auf die wir treffen. Also bleibt das Mitmachen uns als wertvolle Eigenschaft unser ganzes Leben lang erhalten, nutzen wir das.

Barbara Reiser • Herausgeberin

Das lesen Sie in dieser Ausgabe:

Kunst

Nachtschwärmer

Lieblingsstück

Aus dem Nichts heraus etwas schaffen Dieter Grünewald malt mit Öl-, Acryl- und Alkydfarbe, er zeichnet am Computer abstrakte Formen in klaren, starken Farben und kombiniert sie mit veränderten Fotos von Fremden, die er in der Menge entdeckt. Im Stadium des Fotografierens spielen Intuition und Zufall noch eine Rolle. Doch das Resultat des Gesamtwerkes ist alles andere als Zufall.

Einfach nur gut Julian und Dennis Smith haben sich den Traum vom eigenen Club erfüllt. Die Mission lautet: Spaß haben. „Do what you love and love what you do.“ Im TRAVOLTA sind die Gäste so willkommen, wie sie sind. Die beiden haben’s kapiert. Egal wo auf der Welt, „es gibt keine „richtigen“ Klamotten oder den „richtigen“ Style, sondern den individuellen Stil eines Menschen der sich wohl fühlt, der Teil des Clubs, Teil der Community wird.“

Kleiner Vogel ganz groß Professor Volker Mosbrugger ist der Chef des Senckenberg Museums. Aber sein Lieblingsstück ist nicht etwa eines der großen Dinosaurierskelette, für die das Museum so berühmt ist, sondern ein zierlicher kleiner Fasan.

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Daniela Diehl-Eider, Uschi Pahle und Elke Hertinger –

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lokale zeitung stadtausgabe oktober 2010



• Nachrichten • Mainz macht 2011 das Dutzend voll – schnell anmelden

„Novo Nordisk Gutenberg Marathon Mainz“ Jetzt ist es wieder soweit: Die Anmeldefrist zum 12. Mainzer Marathon (So., 8. Mai 2011) hat mit der VerĂśffentlichung der Ausschreibungsunterlagen im Internet begonnen. Wie in jedem Jahr gilt es, sich mĂśglichst bald einen Platz im Feld zu sichern, da die Startplätze in Mainz bekanntlich stark nachgefragt sind und abermals ein Limit von 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gesetzt wurde. (Hinweis: Die Meldelisten waren 2010 binnen 17 Tagen gefĂźllt.) Auch 2011 bietet Mainz erneut die Gelegenheit, den kompletten Marathon wieder als „Doppel-Staffel“ zu bestreiten. Erstmalig wird die „Mainzer Stadt-Meisterschaft“ ausgerichtet. Diese Wertung erfolgt automatisch fĂźr alle startenden Läufer/ Innen auf der Marathon-Strecke, die im Mainzer Stadtgebiet oder aber in den drei rechtsrheinischen AKK-Vororten beheimatet und gemeldet sind. Honoriert wird die Meisterehre mit hochwertigen Sachpreisen. Infos und Anmeldung unter: www.marathon.mainz.de

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Aktueller BĂźchertisch

Argentinien – Gastland der Buchmesse

Sicherheits-Wochen!

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20.9. bis 31.10.2010

uf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse ist Argentinien als Ehrengast zu entdecken – und damit die weite Landschaft der argentinischen Literatur in vielfältigen Facetten. Aus diesem Anlass präsentiert die Wissenschaftliche Stadtbibliothek Mainz, Rheinallee 3 B, vom 4. bis 30. Oktober 2010 auf ihrem „Aktuellen BĂźchertisch“ Literatur aus und Ăźber Argentinien. Alle BĂźcher sind ausleihbar. Die Ă–ffnungszeiten der Ausleihe sind : Mo-Sa: 9.00 bis 12.30 Uhr, Mo-Do: 14.00 bis 18.00 Uhr

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Museums-Kinderfest im Gutenberg-Museum

„Eltern verkraften das mit ihren Kindern“

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o das mobilkomische Trash-Figurentheater „Poppets“ auftaucht, da gibt es Theater. Die aberwitzige Puppentruppe um die beiden Hauptfiguren Ulf und Bogart haben fĂźr das groĂ&#x;e Museums-Kinderfest alle Zutaten einer grandiosen Show, denn unter Hochdruck arbeiten sie natĂźrlich am Besten. Ulfs spezielle Druckmaschinen und Bogarts technisches Wissen garantieren einen reibungslosen Ablauf, doch manchmal ist eben der Wurm drin und dann ist der Fortsatz ungewiss. Hoher Druck erzeugt auch Wärme, gerade in einem Waffeleisen. Lecker! Zum Mitklatschen und Sofortessen. Lautes Lachen, lautes Krachen, lauter solche Sachen. Eltern verkraften das mit ihren Kindern. Herzlich willkommen zum Museums-Kinderfest im GutenbergMuseum am Samstag, 23. Oktober 2010, 14-18 Uhr Eintritt: Erwachsene: 3,00 Euro Kinder- und Jugendliche: bis 18 Jahre frei

Bitburger Musikfestival – 9. Oktober 2010

Live Music in Mainzer Kneipen

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eit ßber fßnf Jahren begeistert mittlerweile das Bitburger Musikfestival alle Freunde authentischer und handgemachter Live-Musik. In Mainz startet die Städtetour in die Herbstrunde. Mit einmal zahlen, kann man in allen Kneipen mitfeiern. Groovie!

Zur Andau, 20 Uhr: Joe Casel – Sixties, 20 Uhr: Smoking Strings Domsgickel, 20 Uhr: Trinkgeld – Eisgrub, 20 Uhr: Cruise Control Alexander The Great, 20 Uhr: UNCLE GULU’S BLUES BAND Quartier Mayence, 21 Uhr: White Strings Heringsbrunnen, 21 Uhr: 2-Plugged – Irish Pub, 21 Uhr: Rockhouse

AugustinerstraĂ&#x;e 61, Ecke Kirschgarten, in der Altstadt von Mainz


Mainz macht mit www.mainzmachtmit.de

Mainz ist in jeder Hinsicht obenauf: Befragungen nach Wohnwert, Kaufkraft und vor allem Wohlfühlfaktor platzieren unsere schöne Stadt immer wieder ganz oben – und spätestens seit Mainz 05 mit den „Bruchweg Boys“ die Bundesliga so herrlich durcheinander wirbelt, freuen sich die Mainzer des Lebens wie schon lange nicht mehr. Höchste Zeit, den Menschen aus Mainz und Umgebung ein ­Medium zu geben, mit dem sie ihrem Lebensgefühl auch Ausdruck geben ­können. Stolz präsentieren wir: Die Mainzer Mitmachzeitung!


Liebe Leser,

das ist neu in unserer Stadt: die Mitmachzeitung für Mainz und Rheinhessen.  Im Verbund mit der Lokalen Zeitung, die seit zwölf Jahren mitten in Mainz ist, unternehmen wir den nächsten Schritt. Die Mainzer machen jetzt ihre eigene Zeitung. Schnell, innovativ, vielfältig. So befördern wir die Zeitung in die Welt des Web 2.0.   Verknüpft mit sozialen Anwendungen schaffen wir Verbindungen zwischen den Menschen. Jetzt kommt die Herausforderung: Sie veröffentlichen selbst Nachrichten, Artikel, Bilder, Videos oder kommentieren. Nehmen Sie das Angebot an – Autor zu   werden in der großen Community der Mitmachzeitung Mainz! Bringen Sie   frischen Wind in diese Stadt! Sie haben die Themen: kulturelle News, Vereinsmeldungen, Initiativen im   eigenen Viertel, lokale Politik, Lifestyle oder Hobby. Die Mainzer ziehen gerne los, nicht nur an Rosenmontag. Dafür haben wir einen Eventkalender entwickelt, den Sie selbst mitgestalten können.  Dieses Projekt wäre ohne unsere Sponsoren, die uns als Partner zur Seite stehen, nicht denkbar   gewesen. Wir danken der Johanniter Unfall Hilfe, der Mainzer Volksbank, der VR-Bank Mainz, der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Mainz sowie eat für ihre Unterstützung. Noch stehen wir am Anfang und möchten gemeinsam mit Ihnen die Mitmachzeitung mit vielen Features ausbauen. Haben Sie Ideen oder Anregungen für uns? Schicken Sie Ihr Feedback an   info@mitmachzeitungmainz.de Also: schreiben, kommentieren, mitmachen!    Viel Vergnügen dabei wünscht

David Weiss, Herausgeber

Die Mainzer Mitmachzeitung ist online – mach(t) mit!

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ie waren auf einer tollen Party, haben einen neuen Laden entdeckt, sich über eine Behörde geärgert oder ausgelassen einen Sieg gefeiert? Schreiben Sie darüber! Ihnen gelang ein toller Schnappschuss beim Chillen am Rheinufer, Sie stehen zu oft im Stau, haben einfach eine tolle Idee für Mainz oder eine lobenswerte Initiative? Schreiben Sie darüber und zeigen Sie uns Ihre schönsten Fotos! Bei der Mitmachzeitung kann jeder schreiben und Bilder veröffentlichen – vor allem schnell, einfach und kostenlos! Mit dem Slogan „Mainz macht mit!“ wird sie online,

auf Plakaten und Anzeigen beworben – die Mainzer Mitmachzeitung. Und genau das ist der Sinn der Sache: Mainz kann, soll und darf mitmachen, denn den Inhalt der Mitmachzeitung bestimmt nicht eine Redaktion nach unbekannten Kriterien, sondern die Menschen der Region. Jeder kann mitmachen Bei der Mainzer Mitmachzeitung kann jeder selbst Autor werden, seine Texte und Bilder veröffentlichen, andere Beiträge kommentieren, mögen oder weiterempfehlen. Die Mainzer Mitmachzeitung ist

komplett kostenlos für Autoren und Leser. Finanziert wird das Angebot über Sponsoren, die Partnerschaften für einzelne Rubriken übernommen haben. Viele Wege führen zu uns Die Mainzer Mitmachzeitung entstand in der Verlagsgruppe Reiser/Weiss, die auch dieses Magazin herausbringt. Die Redaktion hat einen kon­ trollierenden Blick auf die Mitmachzeitung und lässt von Zeit zu Zeit eigene Artikel einfließen – ohne jedoch die Mitmacher zu zensieren. Die Mitmachzeitung ist ab sofort online unter

www.MitmachzeitungMainz.de zu finden; aber auch über den Slogan www.MainzMachtMit.de kommt jeder zum Ziel. Außerdem gibt es eine FacebookSeite unter www.facebook.com/ mainzmachtmit sowie einen Twitter-Account unter   www.twitter.com/mainzmachtmit. Und so geht‘s: Auf der Startseite oben auf „Registrierung“ klicken. Dort braucht es einige wenige Angaben zur Person, die selbstverständlich nicht weitergegeben werden (Datenschutz). Das ist schnell gemacht, nach dem Klick auf „Jetzt registrieren!“ kommt eine E-Mail geflogen – das

dient der Sicherheit, damit Spaßvögel niemand anderen, als sich selbst, anmelden können. Sobald der BestätigungsLink in dieser E-Mail geklickt ist, kann es auch schon losgehen: Mit selbstgewähltem Benutzernamen und Passwort anmelden und den ersten Artikel für die Mitmachzeitung schreiben! Bei Fragen, Anregungen, Kritik oder Lob einfach in unserer Homepage oben rechts auf „Kontakt“ klicken und dem Team der Mainzer Mitmachzeitung eine Nachricht schicken – oder gleich einen Artikel schreiben!


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• Kunst •

Ein Einblick in die Arbeit von Dieter Grünewald

Aus dem Nichts heraus etwas schaffen Dieter Grünewald malt mit Öl-, Acryl- und Alkydfarbe, er zeichnet am Computer abstrakte Formen in klaren, starken Farben und kombiniert sie mit veränderten Fotos von Fremden, die er in der Menge entdeckt. Im Stadium des Fotografierens spielen Intuition und Zufall noch eine Rolle. Doch das Resultat des Gesamtwerkes ist alles andere als Zufall. Der Computer ist Grünewalds Handwerkszeug.

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ch habe Hunderte von Fotos und experimentiere, spiele mit dem Material und erkenne Beziehungen, die es in der Realität gar nicht gibt“, erklärt der sympathische Künstler, der sich selbst gar nicht als solcher bezeichnen will. Dafür tun es andere. Erfolge verzeichnete er schon in etlichen Ausstellungen. Die Bilder erzählen Geschichten, die je nach Betrachter sehr unterschiedlich ausfallen können. Zeit für Kunst Begonnen hat Dieter Grünewald seine künstlerische Laufbahn mit Plastiken und Skulpturen, er verband Holz mit Eisen und erwies sich als „äußerst produktiv“. Als der frühere Stadtplaner vor zehn Jahren in Altersteilzeit ging, fand er endlich mehr Zeit, sich seiner Kunst zu widmen, doch dann machte ihm das Schicksal einen dicken Strich durch die Rechnung. Seine Frau erkrankte schwer. Erst da kam er auf die Bilder, die er weitgehend zu Hause schaffen konnte.

immer wieder neu zusammen, verändert Bildschnitt und Farben, bis sie für ihn die optimale Form haben.“ Manche bezeichnen ihn als Perfektionisten, und in gewissem Sinne stimmt Grünewald da zu. „In den Feinheiten ist das so“, sagt der 70-Jährige. „Erst wenn ich selbst zufrieden bin, ist das Bild fertig.“

Ausdrucksstarke gemalte Frühwerke weisen im Stil schon auf die spätere Entwicklung hin.

Ästhetik ist ein Begriff, der oft im Gespräch fällt. „Die berühmte Aussage strebe ich nicht an, aber es muss ästhetisch sein, zumindest für mich.“ Trotzdem geht es nicht nur um Formen und Farben. Ein Geheimnis, das zum Nachdenken anregt, muss ein gutes Bild

für ihn immer enthalten. Doch steht hier im Schaffensprozess nicht die Idee am Anfang. „Bei mir läuft das umgekehrt. Ich mache erst etwas aus den Bestandteilen, die ich habe, den Fotos und den von mir am Rechner erzeugten Formen.“ Diese Bestandteile setzt er

Eiskaltes Vergnügen! Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Neueste Bilderserie in Arbeit „So lieb mir die gedruckten Bilder sind, die gemalten liegen mir wesentlich mehr am Herzen“, bekennt Grünewald in seinem verwunschenen Märchenhaus in Mombach. Porträts von Fremden, gemalt nach Fotos, hängen dort im Wohnzimmer und sind ihm zu Freunden geworden, nicht nur, weil sie auch seiner, im letzten Jahr verstorbenen, Frau, während ihrer schweren Krankheit, Trost spendeten. „Die würde ich niemals verkaufen“, beteuert Grünewald. Die neueste Bilderserie hat noch keiner gesehen, denn sie befindet sich noch im Experimentierstadium. Eine Vielzahl

von ungewöhnlichen Blickwinkeln einer Ballettaufführung in der Kunsthalle am Zollhafen wartet im Computer darauf, durch Auswahl und die Kombination mit Grüne­walds Grafiken zu Kunstwerken zu werden. Den Computer betrachtet der 70-Jährige dabei nur als Werkzeug, die Programme schreibt er selbst. „Kreativ sein, das ist für mich das Thema, aus dem Nichts heraus etwas schaffen.“ Das Schöpferische verleiht den Werken des gebürtigen Kasselers, Wahlmainzer seit 1952, die Einzigartigkeit. Etwas Vergleichbares hat man noch nicht gesehen. Und so hält Grünewald es auch mit seinen Geschichten, einer weiteren Schaffensfacette. Nun hat er auch einen Roman verfasst. „Flucht nach Venedig“ ist eine „Collage“ aus Werken von Hermann Hesse und Thomas Mann. Hier hält er es wie mit den Bildern: „Ich verstehe mich als einer, der experimentiert. Unvoreingenommen ausprobieren, das ist mein Thema.“  •hb• Fotos: Helene Braun

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• Gemeinsames und Trennendes • Wenn wenige Zentimeter trennen

Barrierefreies Mainz? B

ei öffentlichen Planungen ist die Berücksichtigung der Barrierefreiheit als wichtiges Kriterium in den Köpfen angekommen. Dennoch machten sich Marita Boos-Waidosch und Bauund Kulturdezernentin Marianne Grosse (SPD) auf gemeinsame Erkundung, um die Sichtweisen abzugleichen. Bei ihrer Tour durch die Innenstadt ging es dabei um Aspekte in baulicher, als auch kultureller Hinsicht, denn beide Bereiche obliegen dem Dezernat von Marianne Grosse. Ausgangspunkt war das Staatstheater, das sich vorbildlich präsentiert: Über eine gut zu befahrende Rampe und von selbst automatisch öffnende Außentüren können Rollstuhlfahrer problemlos ins Innere gelangen, wo sich die Barrierefreiheit mustergültig fortsetzt. Zugangswege, Theaterkassen und Behindertentoiletten sind auf die Bedürfnisse Behinderter abgestimmt. Im Theatersaal stehen behindertengerechte Plätze in allen Preiskategorien

Wenn wenige Zentimeter Welten trennen, ist zumeist Barrierefreiheit nicht gegeben. Oftmals sind es Kleinigkeiten mit großer Wirkung, scheitert Teilhabe an vermeidbaren oder leicht zu behebenden Fehlern. Um diese zu beseitigen, erfordert es oft einen langen Atem. Aspekte der Barrierefreiheit in Mainz, eine Annäherung. zur Verfügung. „Kultur ist für behinderte Menschen eine große Brücke zur Normalität“, betont die auf den Rollstuhl angewiesene Marita Boos-Waidosch. Im kommenden Sommer, im Juni 2011, bietet das Staatstheater sogar eine besonders barrierefreie Vorstellung der Oper „Tannhäuser“ an, nicht nur für gehbehinderte, sondern auch andere Barrieren sollen hier überwunden werden. „Das ist ein Mainzer Leuchtturmprojekt, das hoffentlich in vielen Städten nach-

Vorbildlich: Der stufenlose Zugang zum Theater ist sogar elegant ins Gesamtbild der Treppe eingearbeitet, wie Behindertenbeauftragte Marita Boos-Waidosch (r.) und Baudezernentin Marianne Grosse übereinstimmend feststellen. geahmt wird“, hofft Grosse. Aber nicht überall ist Mainz so weit vorne: Das Kopfsteinpflaster in Richtung Leichhof schüttelt die anwesenden Rollstuhlfahrerinnen kräftig durch, für Verbesserung außer der Reihe fehlen die Mittel. Wo Barrierefreiheit an Grenzen stößt, fehlen zumeist die finanziellen Mittel oder wird das Verständnis für ein gleichberechtigtes und

normales Miteinander verachtend übergangen. Der Brand ist leider ein anschauliches Beispiel: So sind die Geschäfte „Am Brand“ vom Marktplatz aus für Rollstuhlfahrer nur über einen großen Umweg oder einen nicht gleich zu erkennenden Aufzug in der Mailandsgasse 7 zu erreichen, denn die „Auffahrt“ vom Marktplatz aus ist zu steil und damit gefährlich.

Der Aufzug ist daher eigentlich prima. Aber auch hier sind es entscheidende Zentimeter in der Höhe, die die Rollifahrer nicht an das Bedienfeld des Aufzugs gelangen lassen. Dass sich der Eigentümer standhaft weigert, daran etwas zu ändern, ist für Boos-Waidosch nicht hinnehmbar und „menschenverachtend“, zumal eine Veränderung kein großer Kostenaufwand bedeutet. Hier ist auch die Stadt machtlos. Dennoch versprach Grosse, den Kontakt zu suchen. Über das Rathausplateau hinweg geht der Weg weiter zur Rheingoldhalle. Auch hier alles barrierefrei bis – ja bis ein Betonsockel als Stufe die entscheidenden Zentimeter enthüllt, die tatsächliche Freiheit ausmachen. Dass man um eine Rampe als Normalität und zur Teilhabe jahrelang kämpfen muss, hat Marita Boos-Waidosch schon oft erlebt. Eine sichtlich betroffene Marianne Grosse ist froh, mit Marita Boos-Waidosch eine nicht aufgebende Behindertenbeauftragte in Mainz zu haben. Vieles ist auf den Weg gebracht, aber es gilt den Blick immer wieder zu schärfen – wie bei dieser Tour.  •th• Foto: Tom Höpfner

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Media Markt bringt IFA Trends zum Kunden Die IFA in Berlin für viele Z Verbraucher ein guter Grund, um 50. Mal fand in diesem Jahr die Internationale Funkausstellung statt. Die Schau zeigte die neuesten Errungenschaften aus den Entwicklungslabors der internationalen Elektronikindustrie. Dazu gehören neben der Unterhaltungselektronik inzwischen auch Kommunikationstechnologien und Elektro-Hausgeräte. „Praktisch repräsentiert die IFA weite Teile des Sortiments, das man auch bei Media Markt findet“, erklärt der Geschäftsführer des Media Markts in Wiesbaden, David Strack. „Deshalb sind wie in jedem Jahr viele unserer Mitarbeiter auf der IFA unterwegs, um frühzeitig neue Trends zu erforschen und unser künftiges Angebot darauf einzustellen.“ Schwerpunkte sind HDTV und 3D. Die Fernsehzukunft wird dreidimensional: 3D-taugliche Fernseher, 3D-Brillen, 3D-Blu-ray-Player oder auch 3D-fähige Camcorder werden

an die Spree zu fahren, um sich über die neuesten Trends der Unterhaltungselektronik zu informieren. Den Daheimgebliebenen sei zum Trost gesagt, Media Markt sorgt dafür, das die Neuheiten schnellstmöglich in erreichbare Nähe kommen. binnen kurzer Zeit zu den Highlights sämtlicher Markenhersteller gehören. Ein weiterer Trend, ist die Vielfalt an modernen HDTV-Empfangsboxen, die bei höherwertigen Geräten bereits eingebaut sind. Ein anderer Trend ist die Verschmelzung von Internet und Fernsehen, die mit der kabellosen Vernetzung von verschiedenen Geräten einhergeht. Noch weiter reichende Perspektiven eröffnen neueste TV-Geräte, die mit eingebauten Mikrofonen und Mini-Kameras

ausgerüstet sind. Dadurch wird das Fernsehen zukünftig nicht nur als Unterhaltungsmedium, sondern auch als Medium sozialer Interaktion eine bedeutende Rolle spielen. Weitere wichtige Impulse gab die IFA bei der mobilen Unterhaltung, Navigation und Kommunikation in Form von MP3-Playern, Navigationsgeräten und Smartphones bis hin zu mobilen Jukeboxen, die auch Digitalfotos zeigen und Sprache aufnehmen können. „Die Fortschritte der Digitalisierung führen auf allen Gebieten zu phänomenalen Leistungsverbesserungen“, meint David Strack vom Media Markt Wiesbaden. Die positive Nachricht laute außerdem, dass diese fantastische Technik immer erschwinglicher werde. Media Markt TV-HiFi-Elektro GmbH Wiesbaden-Hasengarten D 65189 Wiesbaden Tel. 0611 5658-0 · Fax 06115658-129 E-Mail: wiesbaden@mediamarkt.de


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RNN

Mit Bus und Bahn zum Mainzer Oktoberfest

M

ainz feiert vom 7. bis 17. Oktober auf dem Messegelände in Hechtsheim das Mainzer Oktoberfest mit zünftiger Livemusik. Jeden Abend spielen im Festzelt bekannte Gruppen von den Isartaler Hexen bis zur Münchner Zwietracht. Da die Platzreservierung für das Oktoberfest erstmals auch ein RNN-KombiTicket ist, sind An- und Abfahrt mit Bus und Bahn aus ganz Rheinhessen und Mainz/Wiesbaden zum Fest im Preis enthalten. Für gute Verbindungen zum Messegelände sorgt die Messebuslinie der MVG, die Besucher von der Straßenbahn zum Festgelände bringt. Damit Besucher aus dem südlichen Umland nach dem feucht-fröhlichen Mainzer Oktoberfest wieder gut nach Hause kommen, werden ab Messegelände Zusatzfahrten auf der im Rheinland-PfalzTakt verkehrenden regionalen Buslinie 660 Richtung Mommenheim bis Undenheim angeboten. Vom 7. bis 17. Oktober fährt täglich außer sonntags eine Spätfahrt um

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0.30 Uhr direkt ab Messe. Freitag- und Samstagnacht sogar um 0.30 und 1.30 Uhr. Der Bus um 1.30 Uhr fährt Samstagnacht sogar weiter bis Alzey. Ab 21 Uhr bedienen alle Fahrten der 660 Richtung Undenheim und Alzey das Messegelände, sonntags die Fahrten von 17 bis 20 Uhr und die Zusatzfahrt um 19.35 Uhr. Gegen Mitternacht starten vom Mainzer Hauptbahnhof täglich noch Regionalzüge bis Alzey, Bingen, Oppenheim, Worms und Frankfurt. Am Wochenende auch bis Bad Kreuznach und per Bus bis Sprendlingen sowie nach 1.00 Uhr auch noch bis Bingen. Und der Mainzer Nachtstern mit Straßenbahn und Bus bringt Gäste täglich um 1.15 Uhr in alle Stadtteile und bis Wiesbaden und am Wochenende auch noch um 2.30 Uhr. Den Fahrplan erhält man unter www.rnn.info und www.mvg-mainz.de und beim RNN-Servicetelefon unter 01801 - 766 766* sowie im Verkehrs Center Mainz unter 06131–12 7777.

Roberto Schneiders Filmphantasien

Murks im Wald R

oberto Schneider ist Kinderund Jugendarzt, Geschichtenerzähler und Musiker. Der 53jährige Mediziner aus Gonsenheim tingelte bereits als Student mit seiner Gitarre und einem alten VW-Bus durch Deutschland, um sich das Medizinstudium zu finanzieren. Er ist als Gitarrist unter dem Namen Robi Schneider seit über 30 Jahren in der akustischen Gitarrenszene bekannt. Auch mit der Behandlung von Krankheiten kennt sich Roberto Schneider, der seit 1999 eine Kinderarztpraxis in Gonsenheim führt, bestens aus. Dass seine kleinen Patienten und inzwischen auch die eigenen drei Kinder dem Kinderarzt eine Menge Anregungen für fantasievolle Geschichten geben, ist ein Umstand, den Roberto Schneider schon vor über 20 Jahren zu nutzen wusste. Für seine Tochter Anna nämlich erdichtete er die Gute-Nacht-Geschichten rund

Immer wenn im Wald etwas Ungewöhnliches passiert, wird der kleine Waldarzt von der Eule gerufen. Dann kuriert er seine Patienten auf ganz eigene Weise. Die Geschichten vom Waldarzt Doktor Murks sind eine Erfindung von Dr. Roberto Schneider. um den kleinen Waldarzt Doktor Murks, der mit seinem Pferd Snoop tief im Wald lebt. Die Idee, daraus kleine Filmgeschichten zu machen, entstand vor einigen Jahren, als Roberto Schneider mit seiner Ehefrau Nicole Jenal-Schneider einen eigenen Kulturverlag gründete. Im JenalSchneider-Verlag vertreibt das schöpferische Ehepaar Papierkunst, die Musikproduktionen von Robi Schneider und eben die Erzählwerkstatt vom Doktor Murks. Als junger Mensch wollte er entweder Kinderarzt

Golfanlage Domtal Mommenheim lässt Golferherzen höher schlagen

Faszination Golf E in Sport, den man in der Natur ausübt, der kommunikativ ist und den man von Kindesbeinen bis ins hohe Alter machen kann, das alles bietet der Golfsport. „Golf ist ein toller Sport, der Jung und Alt zusammenbringt, die Koordination fördert, viel Kondition und vor allem Konzentration verlangt“, meint Elke Diehm, die für das Marketing und die Eventorganisation der Golfanlage Domtal Mommenheim verantwortlich ist. Immer mehr mausert sich die einstige Randsportart für die Elite zu einer Breitensportbewegung. Der Golfsport wird immer beliebter. Dazu trägt auch die Vielzahl von Golfplätzen in der Rhein-Main-Region bei, wie

auch die wunderschöne idyllisch, mitten in Rheinhessen gelegene, 18-Loch-Golfanlage Domtal Mommenheim. Die Anlage entspricht internationalem Standard mit Par 73. Der Golfkurs ist in das „Niersteiner Domtal“ eingebettet. „Wir sind einer der besten Golfadressen im Rhein-Main-Gebiet“, erklärt Elke Diehm. Die Golfanlage Domtal Mommenheim ist nahezu an 365 Tagen im Jahr aufgrund des milden Klimas bespielbar. Um die Faszination des Golfsports selber einmal zu erleben, bietet die Golfanlage Domtal Mommenheim verschiedene Schnupperkurse an. Zudem gibt es die Möglich-

keit Jahresnutzungsverträge – ohne Aufnahmegebühr – zu erschwinglichen Preisen abzuschließen. „Wir sind ein Golfclub zum Anfassen. Wir sehen uns wie eine große Familie, in der es untereinander keine Unterschiede gibt“, erklärt Elke Diehm das Clubcredo. Nach einem Einsteigerkurs, kann das neu erworbene Wissen gleich auf dem Kurzspielplatz mit sechs liebevoll gestalteten Golfbahnen ausprobiert werden. Natürlich stehen die Kurzbahnen auch den Könnern zur Verfügung, die ihr golferisches Geschick vertiefen und üben möchten. Hier ist keine Platzreife erforderlich. Die Bahnen sind zwischen 50 bis 80 m lang und schlängeln sich durch einen Baum- und Buschbestand, der gleichzeitig auch als Hindernisse dient. Um den Golfsport noch bekannter zu machen, veranstaltet die Golfanlage Domtal Mommenheim über das Jahr viele Turniere, bei denen man nicht nur als Spieler, sondern auch als Zuschauer auf seine Kosten kommt. Des Weiteren legt der Club viel Wert auf die Nachwuchsarbeit. „Wir veranstalten separate Jugendturniere, Feriencamps, Jugend-

Abschalten in der Mittagspause: Roberto Schneider ist ein Meister auf der Gitarre. oder Zeichentrickfilmer werden. Inzwischen ist er seinem Traum ganz schön nahe gekommen, denn die Filmgeschichten sind seine Antwort auf die hektisch überladenen Zeichentrickfilme von heute. „Das Wort soll bei meinen Geschichten im Vordergrund stehen und nicht von Bildern abgelenkt werden“, so Roberto Schneider. Die liebevoll in zarten Pastelltönen gemalten Bilder stammen aus der Feder seines inzwischen verstorbenen Vaters Richard Schneider. Auch die Titelmusik stammt natürlich von Roberto Schneider, gesprochen werden die Erzählungen von Harry Borgner.  •ust• Foto: Ute Strunk

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training und ähnliches zu stark reduzierten Konditionen, die die Liebe zum Golfsport fördern soll“, erklärt Elke Diehm. Denn je früher man mit dem Golf beginne, umso besser. Kinder ab sechs Jahren lernen auf der Golfanlage spielerisch den Golfsport kennen. Ein junger Altersdurchschnitt spricht für die offene und herzliche Art, die im Golfclub herrscht. Auch außergewöhnlich und somit einzigartig, das Angebot der Physiotherapie auf der Golfanlage. Die examinierte Physiotherapeutin Yvonne Stange denkt an die Gesundheit und das Wohlbefinden der Golfsportler. Kulinarische Genüsse in angenehmer Atmosphäre verspricht

das öffentliche, also auch für Nicht-Golfer zugängliche, Restaurant. Bei einem herrlichen Blick über das Fairway klingt ein Golftag oder ein Besuch auf der wunderschönen Anlage gut aus. Golfanlage Domtal Mommenheim Am Golfplatz 1 55278 Mommenheim www.golfanlage-domtal-mommenheim.de


lokale zeitung stadtausgabe oktober 2010



• Society • Bier, Zigarren, Mayonnaise: Wenns dunkel wird, bringen sie fast alles.

Nachtaktiver Bier-Adel Pierre Scherner und Sebastian Dany werden mit ihrem grünen VW-Bus in der Regel aktiv, wenn die Sonne über Mainz untergegangen ist. Von Dienstag bis Samstag, zwischen 20 und 4 Uhr rücken ihre bürgerlichen Namen in den Hintergrund und der „Bierbaron“ in den Vordergrund.

D

ahinter verbirgt sich laut Internetauftritt ein Nachtlieferservice für alkoholische sowie nicht-alkoholische Getränke, Snacks und „Kondome, Papers, Feuer, Zigaretten auf Anfrage“. Bis auf Ebersheim umfasst ihr Baronat sämtliche Mainzer Stadtteile. Auch die andere Rheinseite – Kastel, Kostheim, Amöneburg – wird „im Dienste einer caritativen Sache beliefert“, so Scherner. Ihr Kundenstamm reicht von Punks, denen ihr Sinn nach Bier, Zigarren und Mayonnaise steht, bis zu Verbindungsstudenten, denen vor lauter „Gaudeamus igitur“ das Bier ausgegangen ist. Überzeugungstäter Seit Herbst 2004 haben die beiden Barone so manche Party gerettet, der es an Getränken mangelte, nicht jedoch an feierlustigen Gästen. Dass derlei Konstellationen in einer Studentenstadt wie Mainz

Stadtbekannt und viel geschätzt: Wenn der Bierbaron kommt, kann die Party weitergehen. regelmäßig vorkommen, darf als ausgemacht gelten. „Bis zu 15 Einsätze können es an einem Freitag oder Samstag Abend schon mal sein“, beziffert Sebastian Dany die Lieferungen an guten Tagen. Bei normalem Geschäftsgang seien es wochenends zwischen acht und zehn. Scherner und Dany, deren kleines Unternehmen seinen Namen in Anlehnung an eine Simpsons-Folge

„Der mysteriöse Bierbaron“ erhalten hat, sind Überzeugungstäter. Ihr Konzept mache sie nicht zu reichen Männern, sondern sei vielmehr der autobiographischen Erfahrung entsprungen, dass der nächtliche Weg bis zur nächsten Tankstelle lang sein kann. Die Getränke dort sind teuer, ihre sind es nicht. So bezahlt man zum Beispiel zwischen 1,00 Euro und 1,90 Euro für eine

Dr. med Britta Bockelmann

Foto: Andreas Groth

www.bierbaron-mainz.de.

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Praxis wieder geöffnet I ch bin wieder für meine Patienten da!“, freut sich Dr. Britta Bockelmann. Aus gesundheitlichen Gründen musste die Mainzer Spezialistin für Venenund Lympherkrankungen, ihre Praxis am Bonifaziusplatz 7/ Ecke Boppstraße für anderthalb Jahre schließen. Nun praktiziert sie wieder ab dem 4. Oktober 2010. Seit 2002 arbeitet Dr. Britta Bockelmann als selbständige niedergelassene Ärztin in Mainz. Neben der Spezialisierung auf das behandlungsbedürftige Lipödem (Reiterhose), von dem sehr viele Frauen betroffen sind, widmet sich Frau Dr. Bockelmann ausgiebig der Besenreiser-Verö-

Flasche Bier. Der Bierbaron ist ein Vertreter des reinen Biergenusses. „Wir haben die Trendgeschichten nicht mitgemacht. Insbesondere Pierre ist da Ästhet.“ Pink Grapefruit und Green Lemon ist mit dem Duo nicht zu machen.

Weg zu neuen Ufern In den sechs Jahren des baronesquen Geschäfts konnte von Langeweile kaum die Rede sein. Der Mainzer Dokumentarfilmer Justin Peach hat einen Kurzfilm über den Bierbaron vorgelegt. Auch die Print- und Hörfunk-Medien haben die Arbeit begleitet. Und als 2009 dem Bierbaron der Bus, sein Markenzeichen, gestohlen wurde, planten einige Bands schon ein Benefiz-Konzert für einen neuen Bus, bis tags darauf Entwarnung kam: „Der Bus ist wieder da, zwar komplett entleert, aber noch fast ganz,“ so Dany. Die Nachricht vom geklauten Bus verbreitete sich im Sauseschritt. Angesichts der Popularität, den ihr Lieferservice mittlerweile hat, dürften Pierre Scherner und Sebastian Dany mit ihrem neuen Projekt beste Erfolgsaussichten haben: Mitte Oktober eröffnen die beiden auf dem Universitätsgelände in den Räumen der ehemaligen Taberna Academica den „Baron“, der auf der Semestereröffnungsparty mit den Disco Rockern Deluxe auch partymäßig Premiere feiern wird. •gro•

dung. Einen kostenlosen Vortrag über das Lipödem hält Dr. B. am 29.11.2010 um 19 Uhr im Erbacher Hof. Weitere Schwerpunkte setzt Dr. Britta Bockelmann in ihrer Praxis auf ÄsthetischeMedizin und Anti-Aging Medizin sowie Ernährungsmedizin.

„Zur ästhetischen Therapie gehört unter anderem Faltenbehandlung mit Botox und Hyaloronsäure. Beson-

ders für meine weiblichen Patientinnen interessant ist die Lipolyse, die sogenannte Fett-weg-Spritze“, meint Dr. Britta Bockelmann. In ihrer Praxis wird die Medizinerin von zwei medizinischen Fachangestellten, Frau Tovari und Frau Krauß, unterstützt. Für Terminvergabe ist die Praxis täglich von 8 Uhr bis 16 Uhr telefonisch erreichbar. Dr. med. Britta Bockelmann Bonifaziusplatz 7 55118 Mainz www.venen-mainz.de Telefon 06131-221311 *alle Kassen

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• Schambes, der Bär •

Super Idee!

G

ude, ihr Leit! Als ich letztens zufällig mal wieder am Fastnachtsbrunnen vorbeikam, bin ich erst mal total erschrocken, weil ich dachte, ich hätte mich verlaufen. Ich hab das Ding nämlich fast nicht wiedererkannt. Die ganzen letzten Jahre hindurch war es allmählich immer mehr verkalkt und vergammelt und hat sich so der Mainzer Bevölkerung langsam aber sicher aus dem Blick und dem Bewusstsein laviert. Und plötzlich erstrahlt das Teil wieder in funkelnagelschniegelniegelneuem Glanz! Kein Siff und kein

Schmodder mehr dran! Alle Figuren wieder bis ins kleinste Detail zu erkennen! Während ich mir noch die staunenden Augen reibe, spricht mich jemand an. „Schee worrn, gell? War awwer ’n Haufe Awweit. Hätt mer eigentlich schon viel frieher mol ebbes mache misse...“ Dann fügt er in leicht resigniertem Ton hinzu „Awwer die Stadt hot jo nix druff!“ Aha. Offensichtlich ein Insider. Obwohl – dass die Stadt so gut wie pleite ist, hat sich mittlerweile sogar bis zu mir rumgesprochen. Ich denke nur ans marode Rathaus. Auch so’n Prestigeobjekt, mit dem die Stadt den Molly macht, obwohl sie’s eigentlich längst nicht mehr unterhalten kann... Ich frage nach: „Unn wer hat des jetz bezahlt, wenn die Stadt die Beutelschwindsucht hat?“ „Des war e Stiftung,“ erklärt mir mein Gegenüber mit gewichtiger Miene. „Die Firma, die den Brunne seinerzeit de Meenzer

spendiert hat, hat sich ach jetz widder drum gekümmert unn Geld gesammelt unn’s dann fer die Renovierung von dem Brunne gestift. Die Stadt hätt des zu Lebkuchedaach nit hiekriet!“ Das glaub ich auch. Ich bin zutiefst – und nachhaltig – beeindruckt, kriege die Sache tagelang nicht mehr aus dem Kopf. Kurz darauf treffe ich zufällig ein paar ranghohe Mitglieder des Stadtrates in meiner Stammkneipe. Da beschließe ich, die Gelegenheit beim Schopf zu packen und ihnen das Ergebnis meiner Grübeleien, nämlich mein genialitätsdurchflutetes Konzept zur Rettung des Rathauses, zu offenbaren. Streng vertraulich, versteht sich. „Männer, die Sach is ganz ääfach,“ trumpfe ich auf. „Probiert’s doch emol mit ’ner Stiftung!“ Ich ernte eine volle Runde aufrichtiger Verständnislosigkeit. Jetzt nur nicht aufgeben, sage ich mir, und rede beherzt drauf los. Dass man an

namhafte ortsansässige Firmen herantreten und sie für eine Stiftung gewinnen müsse; dass man ihnen als kleines „Dankeschön“ anbieten könne, sich dezent am Rathaus zu verewigen; beispielsweise könnten die Fensterscheiben, je nachdem, durch Ceranfelder ausgetauscht werden, das würde bei der subtilen, künstlerisch wertvollen Fassadenvergitterung kaum auffallen; oder man könnte eine überlebensgroße, neonbeleuchtete Froschskulptur aufs Dach setzen; oder... oder? – Ich habe mich so in Rage geredet, dass mir gar nicht aufgefallen ist, wie sich meine (zugegebenermaßen unfreiwilligen) Zuhörer einer nach dem andern verdünnisiert haben. Erst, als auch der Letzte sich dezent aus dem Staub machen will, bemerke ich es irritiert. „Also Schambes,“ sagt der todernst zu mir, „des mit der Stiftung is ja echt e subber Idee!“ „Unn wo sinn die Kollege uff

Peter Beckhaus, Jahrgang 1956, ist selbstständiger Grafik-Designer in Mainz. Seine berufliche Ausbildung erwarb er an der Fachhochschule Mainz, wo er sein Studium als Diplom-Grafik-Designer abschloss. Peter Beckhaus war Schüler und langjähriger Mitarbeiter von Hans Peter Willberg, einem der bedeutendsten Typografen Deutschlands. Er arbeitet für Verlage in ganz Deutschland sowie für Institutionen, Firmen & mittelständische Betriebe, hauptsächlich im Rhein-Main-Gebiet. aamol all hie?“ „Ei die sinn sofort stifte gange!“ Und nimmt seine Jacke und geht. In diesem Sinne: macht’s gut – unn immer schee beizeite stifte gehe! Euern Schambes

Seit kurzem für den korrekten Biss im Einsatz – Kieferorthopädie Grüne Brücke

Hightech in der Kieferorthopädie O ffen hell und freundlich ist die kieferorthopädische Praxis Grüne Brücke gestaltet. Dr. Miklos Szabo, Facharzt für Kieferorthopädie kümmert sich hier um seine Patienten. Erst seit kurzem bietet der Mediziner seine Dienstleistungen in Mainz an. „Ich liebe Mainz und habe auch an der Johannes Gutenberg-Universität studiert, daher war es für mich logisch, hier meine Praxis zu eröffnen“, erklärt der 42-Jährige. Zwei Zahnmedizinische Fachangestellte unterstützen den Kieferorthopäden bei sei-

ner Arbeit. In der räumlich großzügig gehaltenden Praxis verfügt Szabo über fünf Behandlungsstühle. Von denen einer separat in einem eigenen Behandlungszimmer. „Ich habe diesen Stuhl allein gestellt, weil ich denke, das manche Patienten gerne lieber gesondert behandelt werden möchten“, meint Miklos Szabo. Dieser Extraraum ist auch für die Erwachsenen gedacht, denn in der Hauptsache ist die „Zahnspangengeneration“ die größte Patientenklientel von Dr. Miklos Szabo

Neueste Technik Die medizinischen Geräte, die bei Dr. Szabo zum Einsatz kommen, entsprechen alle der neuesten Technik, die auf dem Gebiet der Kieferorthopädie zu bekommen sind. Unter anderem verfügt die Praxis über ein strahlungsarmes digitales Röntgengerät. Überhaupt wird Digitalität in der Kieferorthopädie Grüne Brücke großgeschrieben. „Die Praxis verfügt über ein digitales Netzwerk“, weist der Facharzt für Kieferorthopädie hin. Auch wenn zu Anfang noch mit Karteikarten gear-

Die medizinischen Geräte, die zum Einsatz kommen, entsprechen alle der neuesten Technik, die auf dem Gebiet der Kieferorthopädie zu bekommen sind.

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beitet wird, so ist es doch der Wunsch des Facharztes, dass irgendwann auch das alles digitalisiert wird. Internationale Ausbildung Die Praxis von Dr. Miklos Szabo liegt verkehrsgünstig vis á vis der Feldberg-Schule und im Schatten der grünen Brücke, die der Kieferorthopädischen Praxis ihren Namen gibt. Zudem stehen zahlreiche kostenfreie Parkplätze direkt vor der Praxis zur Verfügung. Neben seiner Ausbildung an der Johannes Gutenberg Universität kann der Facharzt noch einige internationale Weiterbildungen im Bereich der Kieferorthopädie vorweisen. „Ich habe in Amerika wie auch in Ost- und Westeuropa Schulungen in der Kieferorthopädie besucht“, beschreibt Miklos Szabo seine Ausbildung. Der 42-jährige Facharzt legt viel Wert darauf, dass sich seine Patienten wohl in seiner Praxis fühlen. Dafür sorgt er nicht nur selber mit seiner Empathie den Patienten gegenüber, sondern auch damit, dass er zusam-

Dr. Miklos Szabo men mit seinen Zahnmedizinischen Fachangestellten, für eine angenehme Atmosphäre in der Praxis sorgt. Leise Musik hilft da ebenso wie ein freundlicher Umgangston. „Hier muss niemand Angst haben vor möglichen Schmerzen, ich setze alles daran, dass meine Patienten mit einem guten Gefühl die Praxis wieder verlassen“, erklärt Miklos Szabo. Kieferorthopädie Grüne Brücke Feldbergplatz 1 55118 Mainz www.drszabo-kogb.de


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• Universität • Prof. Daniel Dreesmann macht Biologen zu Lehrern

Die Evolution in der Straßenbahn Seit April gibt es an der Mainzer Uni am Institut für Zoologie eine neue Arbeitsgruppe. Diese vermittelt angehenden Lehrern im Rahmen ihrer Ausbildung fachdidaktische Kompetenzen und praxisnahes Handlungswissen für den späteren Schulalltag.

M

oderner Schulunterricht unterscheidet sich heute ganz entschieden vom klassischen Frontalunterricht, weiß Daniel Dreesmann. Der 43-jährige Professor leitet seit April die Arbeitsgruppe Didaktik der Biologie. Ein Lehrer sollte sich eher als ein Moderator verstehen und die Schüler dazu anleiten, selbst Lösungswege für Problemstellungen zu finden. Und weil der Lehrer heute nicht mehr dozierend vor der Klasse steht, um Faktenwissen einzutrichtern, ist es notwendig, dass auch in der Lehrerausbildung neue Wege gegangen werden. „Wir vermitteln den Studenten unter anderem Grundsätzliches zur Unterrichtsplanung, fachgemäße Arbeitsweisen und wir geben Anregungen für einfache Experimente, die schultauglich sind.“ Auch der Einsatz von Medien in der Schule und die Entwicklung von neuen Unterrichtsmaterialien gehört zu den Aufgaben, denn nicht immer lässt sich der Schritt vom Labor ins Klassenzimmer so leicht vollziehen. Mehr Versuche in Eigenregie Damit dieser dann auch wirklich gelingt, ist die Arbeitsgruppe stark an Kooperationen mit allen Schulformen interessiert. Häufig fehlt es in den Schulen nämlich an der notwendigen Ausstattung, doch Daniel Dreesmann hat auch hier eine Lösung parat: „Viele Experimente können mit ganz einfachen Mitteln durchgeführt werden und das muss nicht immer teuer sein.“ Doch nicht nur die mangelnde Ausstattung verhindert, dass der Biologieunterricht viel zu häufig viel zu wenig experimentell ist. „Manchmal ist es für Lehrer im hektischen Schulalltag einfach schwierig, Versuche und Experimente in Eigenregie zu entwickeln“, erklärt Dreesmann. Umso wichtiger sind hier Handlungsempfehlungen,

Verbindung von Kunst und Wissenschaft: Die Darwin-Bahn fährt seit letztem Jahr durch Köln.

Professor Dr. Daniel Dreesmann mit seinem neuen Team: Meike Teuffer-Lehndorff, Heike Stypa und Dr. Cornelia Lechner-Walz (v.l.)

die schon während des Studiums auf Tauglichkeit für den Schulalltag geprüft werden. Neben der Vernetzung mit Schulen ist auch eine Abstimmung mit den Studienseminaren wichtig, denn hier absolvieren die angehenden Lehrer den zweiten Teil ihrer Ausbildung, das Referendariat. Für Daniel Dreesmann ist der Aufbau der Arbeitsgruppe eine wunderbare Chance, seine zahlreichen Erfahrungen einzubringen und Schwerpunkte neu zu setzen. Acht Jahre hat der Biologe am Ins-

titut für Biologie und Didaktik der Universität Köln gearbeitet. Eine Brücke zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit hat der Professor hier gebaut. „Dass es einen Bedarf für Didaktik auch außerhalb von Schulen gibt, zeigen schon die vielen Wissenschaftsmagazine und Fernsehsendungen zum Thema.“ Dazu ist es notwendig, Wissen allgemeinverständlich aufzubereiten. Herausragendstes Projekt, bei dem dies auf ungewöhnliche Weise realisiert wurde, ist die künstlerische Gestaltung einer

Kölner Straßenbahn, um Evolution erlebbar zu machen. Die Entstehung der Arten wird dem Fahrgast und Betrachter anlässlich des Darwin-Jahres 2009 ganz anschaulich auf Wänden, Decke und Boden der Straßenbahn näher gebracht. Auch in Mainz möchte Dreesmann gerne ähnliche Projekte in Kombination mit Kunst, Musik oder Darstellender Kunst realisieren, doch zunächst steht erst einmal der Aufbau der Arbeitsgruppe im Vordergrund.  •ust• Fotos: Ute Strunk/privat


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• Gastlichkeit •

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roß, meist orangefarben, so würden viele einen Kürbis beschreiben. Doch Kürbis ist nicht gleich Kürbis. Die Pflanze gibt es in der essbaren und in der Dekorationsvariante. Die zum Verzehr geeigneten Kürbissorten sind unteranderem Hokkaido, Muscat und Buttercup. Das Lieblingsgemüse unserer Großmütter gab es meist nur in zwei Standartzubereitungen zum Essen, nämlich als Kürbissuppe oder als „Kürbis süß-sauer“, doch die Zubereitungsmöglichkeiten sind sehr variationsreich. „Man kann den Kürbis in der Pfanne braten, als Auflauf zubereiten, aber auch füllen und überbacken“, erklärt Eventkoch Hans-Peter Berger von der Herdatmosphäre. Kürbis

passt zu vielen Speisen sowie zu Fleisch, zu Nudeln und Kartoffeln wie auch zum Fisch. Bei allen Gerichten ist es notwendig, dass man den Kürbis nicht nur

als einzelne Beilage serviert. „Kürbis ist ein Geschmacksträger, der nur innerhalb einer Komposition schmeckt und farblich einiges hergibt“, meint HansPeter Berger. Bei der Zubereitung sollte auch immer die Schale

mitkochen. „In der Haut sitzten beim Kürbis die Vitamine und auch der Farbstoff, der dem Gericht dann diesen unverwechselbaren kräftigen orangenen Farbton verleiht“, weiß der Eventkoch. Ausgrabungsfunde von Kernen und Schalenresten in Mexiko und Südamerika beweisen, dass der Kürbis schon vor über 12.000 Jahren vom Menschen genutzt wurde. Aber auch die Ägypter, Griechen und Römer dieser Zeit, sowie viele asiatische Völker kannten Kürbisse. Lange Zeit galt der Kürbis als Randerscheinung in unserer Küche, doch seit einigen Jahren rückt die Pflanze vermehrt in den Fokus und hält Einzug auf dem Speiseplan.

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Kürbis hält langsam aber sicher wieder Einzug in die heimische Küche

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag ab 17.00 Uhr Sonntag ab 11.30 Uhr Mittagstisch Montag Ruhetag

Gruß aus der Küche Vorspeise Linsensalat mit Mozzarella-Perlen, Rucola und Serranoschinken Feine Waldpilzcremesuppe Hauptspeise Gebratene Rotbarbe in Kürbissoße und Gemüsereis oder Kalbsbäckchen in Meerrettichsoße, dazu Kartoffelstampf Dessert Poffertjes mit Gewürztraminer-Zabaione Weinempfehlung Weinhof Thörle – 09er Gutsriesling feinherb Kalifornischer 06er Copperridge wieder eingetroffen: Frische Trüffel

aus Italien!

Schloß Sörgenloch

Apfel-Birne-Kürbis-Süppchen

Für etwa 4 Personen: von Eventkoch Hans-Peter Berger

Einen mittelgroßen Topf auf den Herd stellen • Auf mittlerer Stufe erhitzen • Halbe frische Chilischote (rot) entkernen und in kleine halbe Ringe schneiden • 2 Knoblauchzehen oder einen kleinen chinesischen Knoblauch schälen und in kleine Würfelchen schneiden • 1 Zwiebel (mittelgroß) in Würfel schneiden • Von einem Zweig Rosmarin die Blätter vom Stiel ziehen • 2 Esslöffel bestes Olivenöl in den Topf geben • Chili, Knoblauch, Zwiebel, Rosmarin dazugeben • Etwa ein Teelöffel grobes Salinensalz (Saline Bad Luisenhall, bei Göttingen) • Zwei bis drei Drehungen weißer Pfeffer hineingeben • 3 bis 4 Minuten schmurgeln lassen • Etwa 200 ml guten Weißwein hineingießen • Hitze reduzieren. Einen mittelgroßen Hokkaido (Kürbis) halbieren, die Kerne und die Fasern entfernen • Am besten mit einem Esslöffel vorsichtig raus kratzen • Auf keinen Fall den Kürbis schälen. Die Schale wird beim kochen weich • So bleiben die wunderbare Farbe und die Vitamine erhalten • Den Kürbis in etwa 2 cm große Würfel schneiden • Ein Viertel von einem Sellerie säubern und in kleine (0,5 cm) Würfel schneiden • 2 Äpfel schälen, entkernen und in Stücke schneiden, 2 Birnen schälen, entkernen und in Stücke schneiden, ½ Stange Lauch, das Helle, in kleine Ringe schneiden • 2 Möhren, putzen, schälen- Ringe schneiden • Von 5 Stielen glatter Petersilie die Blätter abzupfen • 4 mittelgroße festkochende Kartoffeln schälen, klein würfeln und in den Topf geben. 1 Esslöffel Salz, 1 Esslöffel Curry dazugeben • 2 L kaltes Wasser dazugeben und die Hitze steigern bis die Suppe kocht • Kurz aufkochen lassen und dann runter drehen • 30 bis 35 Minuten köcheln lassen. Wenn die Selleriewürfel schön weich sind dann mit dem Zauberstab pürieren. Jetzt etwa 150g Sahne hinzugeben. Wieder pürieren. Sollte die Suppe zu dick sein, dann mit Wein oder Wasser etwas verdünnen • Dann die Suppe mal probieren• Eventuell noch Salz und Pfeffer dazugeben • Einen Esslöffel Honig einrühren • Mit Petersilie dekorieren und ein wenig frischgeriebenen Parmesan darüberstreuen • Lecker dazu sind frische Riesengarnelen • Größe etwa 20 bis 30 Stück per Kilo. Roh, geschält, glasiert • Einfach mit Olivenöl in einer Pfanne von jeder Seite ca. 2 bis 3 Minuten braten • In das Öl gebe ich ein wenig frischen Chili, Rosmarinzweig und Knoblauch • Mit Salz und Pfeffer würzen und dann auf einem extra Teller zur Suppe servieren oder vor dem anbraten auf einen Spieß stecken und dann den Spieß auf den Tellerrand legen Die Weinempfehlung zum Gericht von Thomas Heinicke, Gastgeber im Schloß Sörgenloch: 2009 Weißer Burgunder trocken „Kalkstein“, Niersteiner Hölle, Weingut Gröhl, Weinolsheim

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Im Schloß speisen Der Herbst im Schloß Sörgenloch: Es wird gemütlich! Ob Romantisches Dinner zu zweit, private oder Firmenweihnachtsfeiern, die Betreiber von Schloss Sörgenloch sind herzliche Gastgeber. Zudem stehen spannende Veranstaltungen

an: 16. Oktober Kulinarisches Whisky-Tasting „Whisky Secrets“, 17. Oktober: Musikalische Komödie „Don Quichote reitet wieder“, 28. November DinnerTheater: „Ich hab’ noch einen Kocher in Berlin. Ein Eintopf à la Marlene Dietrich“, 3. Dezember

Theater & Kulinarisches „Loriot Teil 2“ und 12. Dezember die musikalische Weihnachtskomödie „Glühend stand der Weihnachtsmann weinerlich am Glühweinstand“. Mehr unter www.Schloss-Soergenloch.de


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• Nachtschwärmer •

Das Travolta und seine Soulmates

Einfach nur gut! Julian und Dennis Smith haben sich den Traum vom eigenen Club erfüllt. Die Mission lautet: Spaß haben. „Do what you love and love what you do.“. Im TRAVOLTA sind die Gäste so willkommen, wie sie sind. Die beiden haben’s kapiert. Egal wo auf der Welt, „es gibt keine „richtigen“ Klamotten oder den „richtigen“ Style, sondern den individuellen Stil eines Menschen der sich wohl fühlt, der Teil des Clubs, Teil der Community wird.“

»Wir suchen im Prinzip nach Seelenverwandten, nach Menschen mit Ausstrahlung, die sich ins Nacht­leben stürzen.«

„Frankfurter GotSouls“ und Travoltamacher. Julian und Dennis Smith leben Trends oder machen sie gleich selbst.

D

as Travolta in der Brönnerstraße 17, mitten in der Frankfurter City, hat eine gute Basis, nämlich zwei Menschen, – Dennis und Julian Smith – stadtbekannt und sehr viel unterwegs. Sie kommen dabei mit den neusten Trends in den Bereichen Lifestyle, Design, Musik & Fashion in Berührung, wenn sie sie nicht gerade selbst setzen. Das spiegelt sich in ihrem Club wider, ein hervorragender (Dance-)Floor um sich auszutoben, Spielplatz für Konzerte und Jam-Sessions in Kombination mit DJ-Sets. Dienstag „Alive“. Für die Electronic-Jünger ist der Donnerstag mit „Booom“ da. „YEAH“ jeden Freitag mit Julian und Mash-up-Sound und SaturdayNightFever: Einfach nur gut, Dennis Smith verwöhnt mit einer bunten Mischung aus Soul, R‘n‘B, Dance und Hip-Hop. Das Interiordesign stammt aus deutschlandweit bekannten Händen der Frankfurter Firma Lebensraum, der Klang kommt von der Edelmusikmarke Tannoy.

Wer sind die Menschen hinter dem Travolta? Das sind wir, Dennis und Julian Smith. Wir sind unterwegs und möchten unsere Erfahrungen auch im Club widerspiegeln, mit dem Publikum teilen, was uns bewegt. Unsere Plattform ist Spielplatz und neue Herausforderung. Bei Travolta denke ich zuerst an John, dann Revolta und dann an Polyester, was bedeutet für Euch der Name? Der Name steht wie kein anderer für das unbeschwerte Lebensgefühl der 1970er Jahre. Mit Nightfever und dem Einzug von Discomusik wurde die urbane Unterhaltungswelt musikalisch und stilistisch revolutioniert. Im Vordergrund soll Unbeschwertheit stehen. Wir möchten unsere Positivität in die Stadt reflektieren und Frankfurt hat viel künstlerisches und kreatives Potential. Wen wünscht ihr Euch zum Mitfeiern? Wir verfolgen im Gegensatz zu anderen Frankfurter Etab-

lissements keine starre Alterszielgruppen oder auf finanzieller Ausstattung basierende Strategie. Das Publikum charakterisiert sich durch seine Affinität zu guter Musik und guter Unterhaltung. Sie suchen nach inhaltlichem Austausch sowie Tanz und Bewegung. Wir suchen im Prinzip nach Seelenverwandten, nach Menschen mit Ausstrahlung, die sich ins Nachtleben stürzen. Sie wollen Tanzen, die Musik erleben und gehen respektvoll mit Mitmenschen um. Man kommt als Gast und geht als Freund. Guter und warmer Sound, faire Preise.

Fairness, schönes Wort. Der Grundgedanke der Fairness setzt sich einfach im Clubkonzept um. Das Preisniveau ist bewusst niedriger als der Frankfurter Durchschnitt. Abendunterhaltung ist so auch mit einem überschaubaren Budget möglich. Damit unterscheiden wir uns deutlich vom bestehenden gastronomischen Angebot in der Stadt. Tacheles: Ein Becks

0.33 wird sich um die 3 Euro, ein Wodk-Redbull wird sich um die 7-7,50 Euro bewegen. Für uns ist dies ein Signal. Die Frankfurter Preise müssen wieder zurück in eine normale Relation.

Tell us about the Music, please. Von Mashup über House bis HipHop und Soul sowie Livemusik – Mix und für Musikliebhaber mit Geschmack wird schon etwas dabei sein. Das heißt jedoch nicht, dass das Musikprogramm willkürlich ist. Wir fahren eine sehr klare Linie mit der Musik und wollen das Programm über die verschiedenen Öffnungstage differenzieren. Mindestens zwei Tage in der Woche hosten wir übrigens selbst. Und wie bekommt ihr das alles unter einen Hut, ihr seid doch laufend unterwegs? Sehr gut. Wir arbeiten auch über den Club hinaus mit den auftretenden Künstlern zusammen. Im Hintergrund steht unser eigenes Musiklabel. Der Club ist damit auch

gleichzeitig Proberaum und Studio. Des Weiteren haben wir nicht nur unsere Radiosendung DIRTY DISKO bei youfm, sondern auch ein eigenes Radio innerhalb der Online-Community des Travolta. Insgesamt steht der Austausch im Vordergrund. Der Club als ein weiteres Instrument dafür. Auf der Internetplattform bieten wir auch noch einen Shop mit neuen und alten Motiven unseres Modelabels wegotsoul.

Whats the mission? Wann können wir kommen und vom Gast zum Freund werden, oder zum Travolta Seelenverwandten? Das TRAVOLTA ist Dienstag, Donnerstag, Freitag und jeweils an Samstagen geöffnet. Natürlich haben wir auch an Vorfeiertagen geöffnet und können auch für Firmenund Sonderveranstaltungen zur Verfügung stehen. Die Mission lautet, einfach Spaß zu haben. Mit „Soulmates“ eben.  •Katja Siberg• Fotos: Travolta/Stratmann

TRAVOLTA Brönnerstraße 17, 60313 Frankfurt am Main Fon: 069-216 579 00 Fax: 069-216 579 49 Mobil: 0178 23 12 198 E-Mail: info@club-travolta.de www.club-travolta.de


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• Sport •

Leben zwischen den Pfosten: Torwarttrainer Steffen Vogler, SV Wehen Wiesbaden

Nur die Tochter kickt nicht „Fußball ist unser Leben…“, das Lied ist wohl vielen bekannt als der WM-Song von 1974. Die damaligen Fußballhelden hatten das Lied gesungen. Dieser Song passt auch gut zu Steffen Vogler, dem Assistenztrainer des Drittligisten SV Wehen Wiesbaden. Schon von Kindesbeinen an spielt das schwarz-weiße Leder im Leben des 44-Jährigen eine zentrale Rolle.

A

ngefangen hat alles in der Fußballkarriere von Steffen Vogler noch zu DDR-Zeiten in Dresden, in der Jugendmannschaft von Dynamo. Steffen Voglers Platz auf dem Spielfeld war immer zwischen den beiden weißen Pfosten – er hielt als Torwart den Kasten sauber. Nicht verwunderlich, dass Vogler auch jetzt hauptsächlich als Torwarttrainer bei Wehen Wiesbaden im Einsatz ist. Auch wenn er jetzt nur noch nun als Trainer seinen „Schützlingen“

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im Training das Rüstzeug an die Hand gibt, um während des Spiels alle Torschüsse gut zu parieren, so denkt er doch gerne an seine aktive Zeit in Dresden zurück. „Ich habe beispielsweise mit Matthias Sammer, dem heutigen DFB Sportdirektor meine Jugend im Fußballverein verbracht“, erinnert sich der 44-Jährige. Vogler spielte in verschiedenen Vereinen in der DDR. „Ich konnte allerdings keine große Karriere machen, weil ich nicht in das vorgegebene politische Raster passte“, meint Vogler rückblickend. Nicht dem System entsprechend Ihn hielt nichts in der Deutschen Demokratischen Republik und er machte sich auf abenteuerliche Weise auf den Weg in den Westen. „Morgens war ich noch beim Training, bin danach nach Berlin und von dort aus mit dem Flieger nach Budapest – natürlich mit Rückflugticket im Gepäck – man wollte sich ja nicht verdächtig machen“, erinnert sich der Assistenztrainer. Nach einem kurzen Aufenthalt in der deutschen Botschaft ging es dann über Wien in den Westen. Da sein Freund, der ihn auf der Flucht begleitet hatte, eine Schwester in Wiesbaden hatte, war es auch der erste Anlaufpunkt für Steffen Vogler. Er hatte viele Träume und Wünsche als er westlichen Boden unter den Füssen hatte, doch eine Nachricht, die vom DDR Fußballverband veröffentlich wurde, machte diese alle zunichte. „Ich weiß noch, als Abends in den RTL Nachrichten Ulrike von der Gröben, im Sportblock sagte, dass alle geflohenen DDR-Sportler lebenslang gesperrt seien, da konnte ich meine ganzen Pläne komplett begraben. Ausbildung und Fußball spielen Doch das Glück sollte Steffen Vogler hold sein, er bekam die Chance eine Ausbildung bei Brita, einem der Sponsoren von Wehen Wiesbaden, zu machen und trotzdem noch Fußball spielen zu können. „Ob man einmal Trainer wird, das weiß man als Spieler noch nicht“, meint Steffen Vogler. Mit Anfang 30 wechselte er dennoch vom Tor auf die Trainerbank. Dort ist er jetzt mit Leib und Seele dabei. „Ich versuche meinen Jungs immer ruhig und sachlich, die Trainingsinhalte

Er legt ihn selten aus der Hand: Auch im Urlaub hat Vogler den Ball im Gepäck. nahzubringen“, beschreibt Steffen Vogler seine Arbeitsweise. Es bringe nichts, den Spielern oder auch den Torwart einfach nur zu kritisieren. „Man muss dem Spieler genau sagen, warum dieses oder jenes misslungen ist und warum er trotz einer glänzenden Parade den Ball nicht halten konnte“, erklärt der Torwarttrainer. Vor drei Jahren ließ sich Vogler noch zum Fußballlehrer in Köln ausbilden. „Es ist die höchste Trainerausbildung, die man machen kann, sie ist international anerkannt“, erklärt er. Das Wissen des DFB-Trainerlehrgangs nutzt er nun, um Wehen Wiesbaden weiter voran zu bringen. „Der Klassenerhalt ist natürlich unser Ziel, wenn es sogar in die zweite Liga gehen würde, wäre es super. Wir sind nach den ersten Spielen auf jeden Fall auf dem richtigen Weg“, meint der Torwarttrainer. Nicht nur im Leben von Steffen Vogler dreht sich alles um den Fußball, auch bei seiner Familie spielt der Sport eine große Rolle. „Ich kann schlecht abschalten, auch nach einem Spiel denke ich noch viel darü-

ber nach, was manchmal nicht einfach fürs Familienleben ist“, sagt Vogler.“ Seine drei Kinder, zwei Jungen und ein Mädchen, sind sehr sportlich. Während die Jungs auch auf dem Fußballplatz stehen, im Gegensatz zum Vater allerdings als Feldspieler, ist Voglers Tochter begeisterte Leichtathletin. Fußball schauen in Japan Selbst im Urlaub regiert bei Vogler König Fußball. Vor kurzem unternahm er mit einem Freund eine Reise nach Japan, um dort einen alten Weggefährten, nämlich Volker Finke, langjähriger Trainer des SC Freiburg, zu besuchen. Volker Finke trainiert die Urava Red Diamonds in Tokio. „Dort mal das Training mitzuerleben und auch Spiele zu sehen, das war schon ein echtes Erlebnis“, berichtet Vogler. Wenn er allerdings mit seiner Familie Urlaub machen will, dann fährt er gerne nach Skandinavien, aber natürlich immer mit einem Ball im Gepäck, denn Fußball ist sein Leben.  •ck• Foto: Claudia Krämer


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• Unternehmen •

Cube Optics AG: Innovative Technologie

Mit gläserner Mikrooptik nach oben Als Ende der 90er Jahre die IT-Branche boomte, träumten viele junge Unternehmen vom schnellen Geld und Start upFirmen schossen wie Pilze aus dem Boden. Der Ingenieur Ingo Smaglinski und der Physiker Dr. Thomas Paatzsch arbeiteten zu dieser Zeit in der Abteilung integrierte Optik im Institut für Mikrotechnik in Mainz-Hechtsheim. Und auch sie wagten den Schritt in die Selbstständigkeit.

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ielleicht war es jugendlicher Leichtsinn, der gleich die ganze Abteilung dazu brachte, den sicheren Arbeitsplatz aufzugeben und ein eigenes Unternehmen, die Cube Optics AG, zu gründen. Doch der unternehmerische Mut hat sich gelohnt, denn in den vergangenen zehn Jahren hat sich Cube Optics zu einem erfolgreichen Unternehmen entwickelt, das stetig wächst und den Weltmarkt erobert. Um die zunehmende Flut des Internet- und Datenverkehrs via Glasfaserkabel übertragen zu können, benötigen Systemhersteller und Netzbetreiber wie Telekom & Co. die Komponenten von Cube Optics. Die sogenannten Multiplexer und Demultiplexer erlauben das gleichzeitige Ein- und Auskoppeln von mehreren Lasern, also mehreren Übertragungssignalen, in eine Glasfaser. Somit können bereits verlegte Glasfasern mehrfach genutzt werden und das aufwendige Verlegen zusätzlicher Kabel vermieden werden.

Produktionsleiter Matthias Graf und Mitarbeiterin Sandra Bech: Präzise Feinmotorik ist an den Mikroskopen besonders gefragt. Doch kaum hatte das mutige sechsköpfige Gründerteam begonnen, da platzte die IT-Blase und der Markt brach zusammen. „Unser Glück war es, dass wir damals noch in der Entwicklungsphase waren und weit von einer Produktion entfernt“, erinnert sich Gründungsmitglied Sven Krüger zurück. Und dennoch war die Anfangszeit nicht leicht, denn der Kapitalbedarf zur Anschubfinanzierung war enorm. Spezialgeräte für das mikrooptische Herstellungsverfahren wurden benötigt und passende Räumlichkeiten mit einem Reinraum mussten gefunden werden. Da Cube Optics für die herkömmliche Bankenkreditfinanzierung keine Sicherheiten bot, wurde die Finanzierung mittels Venture-Kapitalgebern realisiert. 2001 war der erste Schritt

geschafft und die jungen Unternehmer nahmen ihre Tätigkeit im Hechtsheimer Gewerbegebiet auf, heute arbeiten dort 65 Mitarbeiter auf insgesamt vier Etagen und die Firma platzt aus allen Nähten. Mit seinem innovativen Herstellungsverfahren hat sich Cube Optics seinen Platz auf dem Weltmarkt erobert. Mittels einer patentierten Mikro-Spritzgusstechnik können die Bauteile mit extremer Präzision im Nanometerbereich hergestellt werden. Die würfelförmigen Multiplexer sind dadurch um ein Vielfaches kleiner als die Produkte konkurrierender Firmen. Entgegen der ursprünglichen Idee, an Systemhersteller zu verkaufen, wurde bereits 2004 das Geschäftsmodell geändert, als sich ein französischer Netz-

betreiber an die Firma wandte. Heute bietet das Unternehmen Komplettlösungen mit Multiplexer-Bauteilen, Consulting, Installationen und Problemlösung für alle großen Netzbetreiber an. Allein im vergangenen Jahr konnte damit 80 Prozent des Jahresumsatzes erzielt werden. Hinzu kommt ein weiteres Geschäftsfeld im Bereich Sicherheitstechnik und Ölförderung, wo Temperaturmessungen über Glasfaser gemacht werden. Auch im Studioequipment von Fernsehanstalten werden die Komponenten von Cube Optics eingebaut. „Von der Wirtschaftskrise war bei uns nichts zu spüren“, freut sich Sven Krüger. Der Physiker ist heute zuständig für den Vertrieb und ProduktManagement. Fünf der sechs Gründer sind nach wie vor

Marktvorsprung: Die würfelförmigen Multiplexer von Cube Optics sind um ein Vielfaches kleiner, als die der Konkurrenz. dabei und heute hat jeder von ihnen eine andere Aufgabe. Die Zusammenarbeit klappt nach wie vor ausgezeichnet. Seit 2008 haben die 15 Wissenschaftler und Ingenieure von Cube Optics die Technologie weit vorangetrieben. Anfang 2011 kommen die ersten „Cubo“ Multiplexer mit integrierten Laser-Detektoren für eine neue Generation von Transceivern auf den Markt. Der Prototyp eines noch kleineren Modells wird zur Zeit entwickelt, denn der Transceiver-Markt ist riesig. So riesig, dass bei Cube Optics inzwischen der Schichtbetrieb in der Produktion eingeführt werden musste. Produktionsleiter Matthias Graf erklärt, dass er gerne weitere Mitarbeiter hätte. Menschen mit einer sehr guten Feinmotorik, etwa aus den Berufen Optiker, Zahntechniker oder Elektroniker seien für die Tätigkeit an den Spezialmikroskopen gut geeignet. Und um mit der Nachfrage Schritt zu halten, baut das Unternehmen gerade in China einen zusätzlichen Standort auf. Doch die Angst vor der Produktpiraterie der Chinesen ist ebenfalls vorhanden und so werden nur einzelne Arbeitsschritte nach China verlagert. „Unser KernKnow-how, wie zum Beispiel der Spritzgussprozess, bleibt auf jeden Fall in Mainz“, versichert Sven Krüger.  •Ute Strunk• Fotos: Ute Strunk

Erfolgs-Quintett der Cube Optics AG: Ingo Smaglinski, Francis Nedvidek, Thomas Paatzsch, Bernhard Heine und Sven Krüger (v.l.)


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• Stadion •

Die Coface Arena zum Anfassen

Baustellenführungen sind begehrt

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as die Webcams auf der Internetseite www.cofacearena.de vom zügigen Baufortschritt nicht vermitteln, können die Fans live auf der Baustelle durch Führungen erleben: die Coface Arena zum Anfassen. Dort können sich die Besucher selbst ein Bild von der künftigen sportlichen Heimat der 05er machen. Die Teilnahme an der Stadionführung kostet pro Person 5 Euro. Kinder, Jugendliche und Rentner zahlen ermäßigt 3 Euro. Teilnahmeberechtigt sind

aus Sicherheitsgründen Kinder ab 7 Jahre. Kinder bis 14 Jahre dürfen die Baustelle nur in Begleitung von jeweils einem Erwachsenen betreten. Bauhelme, Sicherheitswesten und Sicherheits-Gummistiefel (ab Schuhgröße 38) werden den Besuchern vor Ort zur Verfügung gestellt. Für die roten Bauhelme wird eine Leihgebühr von 10 Euro erhoben, gegen diese Gebühr können die Fans die Helme als Souvenir behalten. Jeder Besucher erhält zudem

einen Pin der Coface Arena. Anmeldungen sind unter www. coface-arena.de oder telefonisch unter 06131-375500 möglich. Die Stadionführungen werden von Mitarbeitern des 1. FSV Mainz 05 durchgeführt und beinhalten eine Begrüßung mit einer Fotoshow sowie den gut 90-minütigen Rundgang. Ausgangspunkt für alle Stadionführungen ist die rote Info-Box auf der östlichen Seite der Coface Arena zur Koblenzer Straße hin. Buchbare Termine: Do., 07.10., 14 Uhr und 17 Uhr Mo., 11.10., 17 Uhr Mi., 13.10. 14 Uhr und 17 Uhr Do., 14.10., 14 Uhr – Fr., 15.10., 14 Uhr und 17 Uhr

lokale zeitung stadtausgabe oktober 2010

Stadion-Guide Fabian Herrmann erklärt den Besuchern, wo es langgeht. Auch Stadionsprecher Klaus Hafner interessiert sich für die Details.

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Qualität und Service im Autocenter Das AutoCenter Heinz zählt zu den großen und erfolgreichen Unternehmen in Mainz und kann auf eine inzwischen fast 60-jährige Historie des Familienunternehmens verweisen, das im Jahr 1951 als „Mainzer Kraftfahrzeug-Börse“ von Manfred Heinz gegründet wurde. Im Jahr 2001 wurde ein modernes, repräsentatives Autohaus errichtet, in dem hoch motivierte Mitarbeiter die aktuellen Modelle von Ford, Volvo, Mazda, Hyundai und Toyota offerieren. Das Mitarbeiterteam des AutoCenters Heinz in Mainz am Mombacher Kreisel, direkt an der A 643, hat sich in seinem Handeln den Werten Sicherheit, Zuverlässigkeit, Zufriedenheit und Vertrauen verschrieben. „Unser Unternehmen steht für kundenorientierte Beratung und erstklassigen Service“ erkläret Joachim Skuda, Mitglied der Geschäftsleitung. Rund um das Thema „Auto“ bietet das Autocenter , das vielen unter dem Namen „Ford Heinz“ bekannt sein dürfte, alles – hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zum „Allrounder rund ums Auto“ entwickelt. Ein breit gefächertes Fahrzeugangebot über alle Marken, werkstattgeprüfte Gebrauchtwagen, Jahreswagen, Vorführwagen und Neuwagen gehören zu der großen Auswahl, die viele Interessenten ins AutoCenter Heinz lockt und sie begeistert. Zuverlässiger Service ist die Maxime des Familienunternehmens mit knapp einhundert Mitarbeitern am Mombacher Kreisel.

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• Kultur •

Impressum

Word Wide Web auf allen Plätzen

Heiße Quellen in Mainz Dem Verein Peng e.V. ist es in der Vergangenheit immer wieder gelungen, mit interessanten Aktionen in Mainz auf sich aufmerksam zu machen. Jetzt gibt es von den bilderstürmerischen Kreativen erneut eine Idee: Hot Spots in der ganzen Stadt.

E

s geht uns nicht um individualistische, private Interessen, die wirtschaftlich ausgeschöpft werden können“, erläutert Ago Rurek von der Gesellschaft zur Förderung von Design, Kunst und Kommunikation, kurz und lautmalend „Peng“ genannt. Ago, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, und seine Mitstreiter planen das Internet frei verfügbar zu machen, um so die soziale Vernetzung in Mainz voranzutreiben. Das Ganze läuft unter dem Motto

„Internetbrunnen“ in freier Kooperation mit dem Projekt „Stadt der Wissenschaft 2011“. Künstler und Kreative werden sich zusammentun und schon bald mitten in der Stadt, vielleicht sogar direkt am Hauptbahnhof, oder auf dem Theatervorplatz eine offene WLAN-Skulptur errichten, aus der, ganz so wie bei einem Brunnen, die Datenströme sprudeln. Es soll ein Münzzählwerk geben, das nach und nach von Passanten mit Geld gefüttert wird und lediglich die Kosten der Aktion trägt. Wenn zu wenig gespendet wird, drosselt der Internet-Router die Geschwindigkeit und der Datenstrom wird so langsam, dass man keine Videos anschauen oder Fotos laden kann. „Schon ein Euro pro Tag wäre genug Geld, um die Aktion am laufen zu halten“, so Ago, der voller Enthusiasmus vom Peng-Projekt Internetbrunnen spricht.

Mainzer Tanztage vom 30. Oktober bis zum 7. November 2010

„Das wird in der erfolgreichen Fortsetzung, ganz so wie die Idee der sozialen und interaktiven Skulptur, unsere Gesellschaft revolutionieren, weil es das Internet, dass im Moment noch der Gegenstand von Kapitalinteressen ist, endgültig zu einer frei und überall verfügbaren Ressource macht“, gibt sich der Soziologie-Student visionär und zukunftsfroh. „Es geht uns um die Idee und um die Gemeinschaft, die sich um diese Idee herum bilden wird. Wir werden die Kosten von Anfang an transparent halten, so dass sich das Projekt Internetbrunnen nach seiner Realisierung von selbst weiter fortpflanzt.“ Gelänge dies, würden nach Mainz irgendwann in allen deutschen Städten die Datenströme frei sprudeln. Eine traumhafte Perspektive, oder? Herzlich eingeladen, sich am Projekt Internetbrunnen des „Peng“ zu beteiligen, sind

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Eine Stadt im Tanzrausch Die Mainzer Tanztage werfen ihre Schatten voraus. Schon jetzt sollte man an der Kondition arbeiten denn ab dem 30. Oktober jagt ein Tanzevent das

4 Monaten herziehung ab Musikalische Frü enkurse ab 4 Jahren ich Kunst- und Ze llett Breakdance, Ba HipHop-Tanz, glage jon ter ea Th e Clownesk richt und Bandunter Instrumental-

Mainz: Zur Oberlache 2, Mz-Gonzenheim Wiesbaden: Finkenweg 2, Wi-Dotzheim Frankfurt: Schmidtstraße 10a, Ffm-Gallus

nächste. Den Startschuss der neuntägigen Veranstaltungsreihe gibt eine gemeinsame Auftaktveranstaltung der Tanzschaffenden von Mainz und Umgebung im Haus der Jugend. Zahlreiche Mainzer Tanzinitiativen präsentieren zum Start der Mainzer-Tanztage ein bunt gemixtes Tanzfest. Die Aktionen am Nachmittag sind für Kinder und Jugendliche gedacht, der Abend gehört ganz den Erwachsenen. Die Veranstalter hoffen, dass es ein rauschendes Tanzfest geben wird, das um Mitternacht noch lange nicht zu Ende sein muss. Man muss nicht zwangläufig ein guter Tänzer sein,

Tanzgutschein

um bei den Mainzer Tanztagen Spaß zu haben. Wer ein Faibel für Tanzfilme hat, der kommt ebenso auf seine Kosten. Zudem werden zahlreiche Schnupperkurse angeboten. Dort kann man gleich austesten, ob Tanzen ein neues Hobby werden könnte. Unter anderem gibt es Workshops in Orientalischem Tanz, in lateinamerikanischer Samba, im lasiven „tango argentino“ oder auch im Breakdance. Für jeden wird etwas dabei sein. Die Mainzer Tanztage enden am 7. November mit einem Einsteigerkurs im Aquadanza, auch im Wasser lässt sich gut das Tanzbein schwingen.

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ausdrücklich die umliegenden Geschäfte, andere Vereine und alle Künstler und solche die es werden wollen. Die umliegenden Geschäfte profitieren aber automatisch von einem kostenlosen Internetzugang, den ihre Kunden nutzen können. „Das Internet ist ein Medium, das verbindet und als solches soll es in Zukunft in Mainz und überall in Deutschland von allen Menschen und zu jeder Zeit fast kostenlos genutzt werden können, ohne ein Diktat des Preises!“, so die Botschaft von „Peng“. Zuletzt hatte „Peng“ auf dem Jockel-Fuchs-Platz eine Demonstration organisiert, auf der mit einem bunten Veranstaltungsprogramm für mehr Entfaltungsmöglichkeiten für junge Kulturschaffende geworben wurde. Mittlerweile hat der Verein in der Rheinallee neue Räumlichkeiten für sich gefunden. •hen• www.pengland.de

IKST.de

Verlag und Herausgeber: Medien Verlag Reiser GmbH Kurt-Schumacher-Straße 56, 55124 Mainz HR Mainz B 40331 Telefon: 06131/57 63 70 Fax: 06131/57 63 719 E-Mail: info@die-lokale-zeitung.de ViSdP: Barbara Reiser M.A. Bezug: über Promoter + je 500 Auslagestellen in den Innenstädten Redaktionsleitung: Tom Höpfner redaktion@die-lokale-zeitung.de Redaktion und Fotos: Claudia Krämer, Henning Berg, Helene Braun, Armin Gemmer, Andreas Groth, Hubert Neumann, Anja Otto, Annette Pospesch, Katja Siberg, Ute Strunk Anzeigenleitung Mainz: Dennis Maier, Tel. 06131/57 63 712 Mobil: 0160/90 55 05 80 dennis.maier@dielokalezeitung.de Anzeigenpreisliste 01/2010 Anzeigendisposition und Verwaltung: Diana Becker, Tel. 06131/57 63 720 Art Direction: Stephan Weiß Herstellung: Christian Müller Druck: Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH Rathenaustraße 29–31 63263 Neu-Isenburg Gesamtauflage Mainz/Frankfurt/Wiesbaden: 92.000 Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen!

        


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• Promifahrtest •

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Gastronom Oliver Henrich testet den Jaguar XF R

Die elegante und rasante Katze Ein 510 PS Boliden zu steuern, ist ein echter Männertraum. Gastronom Oliver Henrich macht mit dem Jaguar XF R eine temporeiche Ausfahrt. Die britische Edelmarke erschuf mit diesem Modell eine Symbiose aus Eleganz und sportlichem Fahrvergnügen.

Gastronom Oliver Henrich freut sich auf eine rasante Ausfahrt mit dem formschönen Jaguar-Modell.

W

eiss und blank geputzt steht der Jaguar FX R im Sonnenlicht. Startbereit für die Testfahrt vom Inhaber des Wiesbadener IPunkt Oliver Henrich. Nach einer kurzen Einweisung durch Thorsten Renkel, Assistent der Geschäftsleitung im Autohaus Fuhrmeister, übernimmt Henrich das Lederbezogene Steuer. Per Knopfdruck erwachen die 510 Pferdestärken unter der Haube. Vier Auspuffrohre sorgen für einen satten Klang. Die Chemie zwischen Fahrer und Wagen stimmt, Henrich fühlt sich sichtlich wohl am Steuer des XF R. Er liebt den rasanten Fahrstil, das ist schnell zu merken. Ein kurzer Tipp auf das Gaspedal und die Katze setzt zum Sprung an. Das Aufheulen des Motors erinnert an das Fauchen einer Katze- eben Jaguar. „Tolles Handling, die Lenkung reagiert prompt“, bewertet Henrich sein Gefährt. Ein kurzes Straßenstück ist frei, endlich Gelegenheit mal zu testen, was der XF R im Stande ist zu leisten. Es geht ein Ruck durch den Jaguar, man wird mit Druck in die feinen, weichen Ledersitze gepresst. Sekundenschnell wan-

Das Design und die Fahreigenschaften des XF R haben Oliver Henrich eindeutig überzeugt und ins Schwärmen gebracht. dert die Tachonadel in Richtung 200 km/h, die Landschaft fliegt am Autofenster vorbei. Man bemerkt aber die hohe Geschwindigkeit im eleganten Innenraum nur wenig. Der Himmel ist mit dunkelgrauem Alkantara ausgeschlagen. Die Sitze sind mit hellem und dunkelbrauen Leder überzogen, die Amaturen sind aus gebürstetem Chrom. Souverän lenkt Oliver

Henrich den spritzigen Wagen, er genießt den besonderen Fahrspaß.

aus der britischen Edelwagenschmiede hat mit Gastronom Oliver Henrich einen neuen Fan. •ck•

Fazit „Ich bin absolut positiv überrascht über das Design, die Fahreigenschaften des Jaguars, er spricht die junge Kaufklientel an“, bewertet Henrich. Nach der Fahrt streicht er zärtlich über den Lack. Der XF R

Fotos: Claudia Krämer

Technische Daten: Jaguar XF R Leistung: 375kW/510 PS Hubraum: 5.000 cm3


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• Lieblingsstück •

Klimawandel im Senckenbergmuseum

Schöner kleiner Diamant Professor Volker Mosbrugger ist der Chef des Senckenberg Museums. Aber sein Lieblingsstück ist nicht etwa eines der großen Dinosaurierskelette, für die das Museum so berühmt ist, sondern ein zierlicher kleiner Fasan.

D

er Diamantfasan stammt aus den Bergwäldern Ostasiens und wurde im 19. Jahrhundert nach Großbritannien eingebürgert. Für Mosbrugger ist der Fasan das spannendste Objekt im Senckenberg Museum, weil man an ihm so viel erklären kann. Zudem hat der Vogel viel mit seiner Kindheit und seinen ersten Naturerlebnissen zu tun. Er erinnert ihn an seine Jugend am Bodensee, als er mit seinen Freunden das Wollmatinger Ried durchstreifte. Die Evolution der Verführbarkeit Aber für ihn hat der Fasan noch eine ganz andere Bedeutung. Er ist ein Symbol für die Schönheit und die Verführbarkeit. „Fasane zeigen uns, wie wichtig die Verpackung ist, wenn ich mich fortpflanzen will“, erklärt der Museumsleiter und zieht Vergleiche zum Menschen. So wie das Weibchen auf den schönen Schein des Kavaliers hereinfällt, so reagiert auch der Mensch bei der Partnerwahl. Aber auch wenn wir einkaufen, fallen wir auf das ästhetische Design eines Produktes herein. „Ansehen, berühren und besitzen - wenn uns Dinge gefallen, bekommen wir vor Augen geführt, dass auch wir nur Teil der Evolution sind.“ Mehr erdgeschichtliche Umweltforschung Bevor Mosbrugger Chef des Senckenbergmuseums wurde, hat er in Freiburg Biologie und Chemie und an der Universität Montpellier Meeresbiologie studiert. Anschließend habilitierte er am Institut für Paläontologie der Universität Bonn und wurde Professor in Tübingen. Ein Tausendsassa also, der nie vergisst über den Tellerrand zu schauen. An Hand des wasserabweisenden Federkleides von Diamantfasanen könnte er genauso gut eine Stunde über Bionik und Ingenieurskunst referieren. Die

Volker Mosbrugger und sein Lieblingsstück: „Fasane zeigen uns, wie wichtig die Verpackung ist, wenn ich mich fortpflanzen will.“

Fragestellungen der Evolution sind für den Paläontologen jedoch am wichtigsten, weil sie all diese Aspekte beinhalten. Insbesondere dem Zusammenhang von Evolution und Klimawandel will der Museumschef auf den Grund gehen. Als Mosbrugger vor fünf Jahren zum Direktor des Sencken-

bergmuseums ernannt wurde, hat er sofort den Aspekt der erdgeschichtlichen Umweltforschung auf die Forschungsagenda gesetzt. Das Museum als Nebenprodukt der Forschung Die meisten Frankfurter kennen das Senckenbergmuseum

als Ausstellungshalle für ausgestorbene Tiere. Bei Kindern genießen die Dinos geradezu Kultstatus. Aber viele wissen gar nicht, dass das von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung verwaltete Museum nur ein Beiwerk ist. Etliche Wissenschaftler des Forschungsinstituts sind

„Was nützt dem Diamantfasan seine Schönheit, wenn er ausstirbt, weil die Wälder in denen er lebt verschwinden.“

zugleich Professoren der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität. Auch Mosbrugger ist nicht nur Direktor des Museums sondern auch Generaldirektor der Gesellschaft. Und spätestens hier schließt sich der Kreis, denn Evolution, das ist nicht nur die Lehre von ausgestorbenen Tieren, sondern ein Teilgebiet der Biologie. Und sie ist ein permanenter Prozess, der in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft stattfindet. Mosbrugger beschäftigte sich sowohl mit der historischen Umweltforschung als auch mit aktuellen ökologischen und klimatischen Veränderungen. Nach seiner Auffassung verändert der Klimawandel fast alles: „Viele denken bei dem Wort aussterben an Dinosaurier, aber heute verschwinden mehr Arten als jemals zuvor.“ Oder anders ausgedrückt: „Was nützt dem Diamantfasan seine ganze Schönheit, wenn er ausstirbt, weil die Wälder in denen er lebt verschwinden.“ •ag• Fotos: Armin Gemmer


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• Lieblingsstück •

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In keinem Palais durften sie fehlen

Möbel „Made in Mainz“ Ein Schulbuch liegt auf dem Schreibtisch, so als ob gerade noch jemand darin geschrieben hätte. Gegenüber ist ein Schlafzimmer aufgebaut. Kaum vorstellbar, dass dort einmal zwölf Menschen geschlafen haben sollen. Für die Begegnung mit historischen Alltagssituationen öffnet Hedwig Brüchert, Leiterin des Mainzer Stadthistorischen Museums, den Besuchern die Augen.

D

ie Biedermeier-Möbel gleich nebenan sprechen eine ganz andere Sprache. Feinste Jugendstilornamentik-Einlegearbeiten zeugen von Reichtum und erlesener Handwerkskunst. „Wie haben die Menschen zur Zeit der Industrialisierung gelebt, diese Frage hat mich schon immer interessiert“, erklärt Hedwig Brüchert. Das Museum das sie leitet, wird von einem Verein betreut und beschäftigt ausschließlich ehrenamtliche Mitarbeiter. Im Hauptberuf ist Hedwig Brüchert Historikerin am Institut für geschichtliche Landeskunde. Ihr Forschungsschwerpunkt ist Städtische Sozialpolitik des späten 19. Jahrhunderts. Schon als Studentin hat sie sich für die Lebensbedingungen der Menschen zur Zeit der Industrialisierung interessiert. Vieles von dem, was sie im Laufe ihres akademischen Lebens gelernt hat, kann sie als Wissen im Museum mit einbringen. Der BiedermeierSekretär ist ihr Lieblingsstück, weil dieses Schreibpult für eine ganz besondere Mainzer Epoche steht. Ein Stück Mainzer Geschichte Im Mainzer Stadthistorischen Museum werden mit den Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen sowie die Erzeugnisse aus wichtigen Zweigen der Mainzer Wirtschaft ausgestellt. Fast ist es so, als sei ein Stück Geschichte verloren gegangen, denn heute weiß es kaum noch jemand, dass es eine Zeit gab, in der Möbel aus Mainz die besten waren, die man bekommen konnte. „Der Sekretär gehört zu einem originalgetreuen Wohnzimmer aus der Produktion der Firma Bembé“, erläu-

Hedwig Brüchert erzäht von der Möbelfabrik auf der Großen Bleiche.

Feinste Jugendstilornamentik-Einlegearbeiten

Ein Schulbuch aus vergangenen Zeiten

tert Brüchert und berichtet aus einer Epoche, in der Mainzer Möbel begehrte Kunst- und Repräsentationsobjekte an europäischen Höfen waren. Anton Bembé, Wilhelm Kimbel und Wolfgang Knussmann galten damals als innovative Vorreiter der Möbelindustrie. Bereits 1840 gab es in der Fabrik auf der Großen Bleiche eine Furniermaschine, die alle drei Möbelhersteller gemeinsam genutzt haben. Die dort gefertigten Objekte standen auf den Weltausstellungen in Paris und London, die Firma Bembé hat die Villa Hügel und den Reichstag ausgestattet. In keinem Palais durften die Möbel „Made in Mainz“ fehlen.

Der lange Weg zum Mainzer Museum Lange hat es gedauert, bis die Mainzer ihr Stadthistorisches Museum wieder hatten. Genau genommen gibt es erst seit Dezember 2000 eine Ausstellung, die sich ganz auf die Mainzer Geschichte konzentriert. Wobei erwähnt werden muss, dass die heutige Sammlung in den 1920er Jahren mit dem Museum für städtische Altertümer schon einen Vorläufer hatte. Dieses musste jedoch während der Weltwirtschaftskriese in den 1930 Jahren geschlossen werden und auch in der Folgezeit war die Stadt nie mehr bereit, Geld in ein historisches Museum zu investieren. Nach der Schlies-

sung wurden die Exponate eingelagert. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude in denen sie aufbewahrt waren, sogar zerstört. Auch mit dem Bau des Landesmuseums erhielten die Mainzer Ausstellungsgegenstände kein neues zu Hause, denn ein „Landesmuseum ist ja kein Stadtmuseum“, hieß es damals. In den 1970er und 1980er Jahren gab es eine deutschlandweite Bewegung, das Interesse an Stadtgeschichte stieg und auch die Mainzer Bürger wollten wieder ein Stadtmuseum. Das Proviantamt sollte umgebaut werden, aber wieder einmal fehlte das Geld. Entschlossene Bürger gründeten daraufhin einen

1996 Förderverein und nahmen die Mainzer Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes selbst in die Hand. Zwanzig Gründungsmitglieder riefen einen Förderverein ins Leben. Heute hat der Verein 160 Mitglieder und das Museum 30 ehrenamtliche Mitarbeiter. Nachdem die Sammlung in einem Privathaus untergebracht war, ist sie seit Juli 2003 auf der Zitadelle. Und auch das Wohnzimmer aus der BembéProduktion hat endlich wieder ein zu Hause.  •ag• Fotos: Armin Gemmer

Stadthistorisches Museum Mainz Zitadelle, Bau D Geöffnet: Fr., 14-17; Sa.,/So., 11-17 Uhr


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• Mitbringsel •

„Souvenirs de Mayence“ entwirft originelle meenzerische Geschenkartikel

Die Stadt auf dem Frühstücksbrett

der Stadt wünscht er sich für die Zukunft, dass seine Arbeit mehr gewürdigt wird, als bisher. Schließlich ist er bis heute der Einzige, der sich um die Souvenirs aus Mainz kümmert. Stolz präsentiert er sein großes Sortiment an Postkarten, die fast ausschließlich neu angefertigt wurden: “Wir mussten das selbst in Angriff nehmen, denn alles was es auf dem Markt gab, waren völlig veraltete Motive der Stadt. Wir werden das Mainz von heute in aller Welt bekannt machen!” Ein Highlight bei “Souvenirs de Mayence” sind die kleinen ZDF-Mainzelmännchen und ein Kristallwürfel mit dem eingelaserten Mainzelmännchen “Det” vom Lerchenberg, eine limitierte Sonderanfertigung, die Richard Mimoun höchst persönlich selbst entworfen hat. •hen•

In Mainz boomt das Geschäft mit „kleinen Mitbringseln“. „Souvenirs de Mayence“ bietet in zwei Filialen, im Malakoffpark und in der Augustinergasse, eine breite Produktpalette an. Mit ihren einfallsreichen Eigen-Kreationen machen der Geschäftsführer Richard Mimoun und seine Kinder Myriam und Lucman Mainz in aller Welt bekannt.

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Souvenir-Designer Richard Mimoun liefert kuriose Sammelbestellungen auch bis nach Mallorca.

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ie unterschiedlichsten Souvenirs zieren die Regale der Hauptfiliale auf der linken Seite am Ende der Malakoffpassage. Angefangen bei kleinen Zinnfiguren von Johannes Gutenberg, über Miniaturdarstellungen vom Mainzer Dom aus Messing oder aus Plastik in der Schneekugel, bis hin zu einem bunten Porzellan-Sortiment mit Abbildungen der wichtigsten Mainzer Sehenswürdigkeiten. Das Besondere: Die Produkte sind fast alle echte Innovationen auf dem Markt mit den kleinen Andenken. „Es gab nur wenige passende Souvenirs im Großhandel, wir mussten fast alles selbst entwerfen”, erklärt Richard Mimoun. “Man muss mit Herzblut bei der Sache sein und ständig neue Ideen entwickeln, um am Ball zu bleiben”. So gibt es mittlerweile z.B. auch ein Frühstücksbrett mit dem Plan der Mainzer Innenstadt und viele andere Kuriositäten. „Lokalpatriotismus wird bei uns großgeschrieben“, kommentiert Lucman Mimoun (23).

Die Kunden von „Souvenirs de Mayence“ stammen aus der ganzen Welt, es sind Japaner, Chinesen, Araber, Israelis, Amerikaner, Spanier und viele mehr. Die Touristen ergattern entweder ein Souvenir oder den Stadtführer, der in allen Sprachen der Welt vorliegt. “Wir halten das hier ganz international, man kann ja nicht erwarten, dass die Leute alle deutsch sprechen”, so Myriam Mimoun (28). Die Mimouns stammen ursprünglich aus dem fernen Algerien. Sie siedelten vom französischen Nizza nach Mainz um, weil der Vater eine Stelle als Barkeeper im Hilton annahm. Das Geschäft ist ein reiner Familienbetrieb, den Vater Mimoun 1997 eröffnete. Sohn Lucman ist jetzt schon 5 Jahre aktiv mit dabei. Er studiert Physik. Tochter Myriam arbeitet schon seit den Anfangstagen mit im Geschäft. Hauptberuflich ist sie als Dispatcherin für internationale Konzerne unterwegs. Dort, wie auch bei „Souvenirs de Mayence“ kommen ihr die

ausgeprägten Fremdsprachenkenntnisse zu gute. Zweisprachig mit arabisch und französisch aufgewachsen, beherrscht sie mittlerweile neben deutsch auch die Sprachen Italienisch und Spanisch. Der Geschäftsalltag der Mimouns kann mitunter hektisch werden, kein Wunder bei mehr als fünfzig Lieferanten und einem großen Kundenstamm. Manchmal kommt sogar ein Anruf aus Mallorca für eine Sammelbestellung, denn auch dort sind mittlerweile Andenken aus Mainz sehr gefragt. Besonders beliebt sind die “Ich bin `en Meenzer” - Aufkleber fürs Auto. Die Preise für die meisten Artikel bei “Souvenirs de Mayence” liegen unter 10 Euro. Trotz der wirtschaftlichen Lage läuft seit dem ersten Tag alles gut. Eine Verkaufstrategie habe man aber nicht: Es lässt sich nach Auskunft von Richard Mimoun nie voraussagen, welche Produkte in einem Jahr gut laufen, das sei immer Zufall. Von

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• Das Allerletzte •

Kolumne

lokale zeitung stadtausgabe oktober 2010

Lanzenreiter und Schwertträger D

ie persönlich Wahrnehmung ist trügerisch. Leider wird sie allzu häufig für wahr gehalten und dazu benutzt, die Welt zu beurteilen. Was wiederum der persönlichen Bestätigung dient. Man kennt das von Wahlabenden, wo politische Niederlagen zu beachtlichen Erfolgen umgedeutet werden. Beinahe umgekehrt ist es in der Wirtschaft: Hier werden Erfolge oftmals kleingeredet oder gar als Niederlagen umgemünzt, um mögliche Gewinne bloß nicht mit anderen teilen zu müssen. Aber davon soll hier nicht die Rede sein. Sprechen wir aus gege-

benem Anlass über die Wahrnehmung des Herbstwetters. Das wird nämlich meist als besonders regnerisch wahrgenommen, obwohl es im Vergleich mit dem Sommerwetter als regenarm einzustufen ist. Warum ist das so? Sicher liegt das in der Natur des Herbstes selbst, den abnehmenden Tagen und den sinkenden Temperaturen. Im Herbst ist der Regen einfach unangenehmer und kälter als im Sommer. Außerdem verdunkelt er die Tage noch zusätzlich. Ein Regen um fünf und der Tag vorbei. Das schlägt aufs Gemüt. Ein anderer aber nicht min-

Krimi

derwertigerer Grund ist das plötzlich gehäufte Auftauchen von Regenschirmen. Das klingt jetzt komisch, aber wie bei so vielem, was komisch klingt, verbergen sich dahinter oft bittere Tragödien, die bleibende Eindrücke hinterlassen. Wie alle Dinge, die dem technischen Menschengeist entstammen, hat auch der Regenschirm zwei Seiten. Sein Vorteil liegt auf der Hand. Und sein Nachteil? Die meisten Regenschirmträger sind sich nicht bewusst, dass sich mit dem Regenschirm auch ihr Aktionsradius erheblich erweitert. Ihr Körpergefühl kommt dem

Teil 17

Auch ein blindes Huhn … Hubert Neumann

I

n ihren Ohren spürte Lucia ein immer heftigeres Sausen, ein schriller Ton, der sich konzentrisch auszubreiten schien. Wie benommen schwankte sie hin und her und drohte zu fallen. Doch sie konnte sich gerade noch rechtzeitig am Sarg festhalten. Konnte es sein, dass hier wirklich eine andere lag, die Frau Pfeiffer

bis aufs Haar glich? Lucia beugte sich über die Tote. Kein Zweifel, es war eine andere. Um sicher zu gehen, kramte sie die Fotografie, die das Porträt von Frau Peiffer zeigte aus ihrer Tasche, zitternd vor Ungeduld und Aufregung, um es der Toten auf die Brust zu legen. Die Mund- und Augenpartie der Toten stimmten mit dem Porträt

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überein, auch das Kinn. Die Haut aber war anders, sonnengegerbt wie bei einem Stadtstreicher. Die Wolken verdunkelten den Raum. Sie ging noch näher heran, in dem Moment ging die Tür auf und der Friedhofswärter kam herein und drehte am Schalter. Das plötzlich aufspritzende Licht blendet sie. »Sie wissen, dass die 10-UhrBeerdigung gleich beginnt«, sagte er ohne Vorwurf, als wollte er sich nur erkundigen. Er hatte sich beeilt und rang ein bisschen nach Luft. Lucia nickte, unfähig, etwas zu sagen. Sie fühlte, dass sie rot war und schwitzte. Ihre Augen tasteten die Tote langsam ab, von unten nach oben, von oben nach unten, und verweilten auf ihren kleinen, halb von Strähnen dunklen Haares bedeckten Ohren, auf ihren zusammengefalteten Händen, die ungewöhnlich ungepflegt waren und auf ihrer Nase, die schmaler als auf dem Foto zu sein schien. Sie merkte, dass der Friedhofswärter näher kam, so nahe, dass sie seinen Atem spürte, der nach Zigaretten roch. »Was haben Sie denn?«, fragte er. »Sie sind ja ganz bleich.« Lucia wusste nicht, was für eine Bewegung sie machte, jedenfalls blieb er hinter ihr stehen. Der

Hubert Neumann nicht nach. So wird das transportable Regendach alsbald zur gefährlichen Waffe. Wer hat denn noch keine Regenschirmspeichen im Gesicht gehabt? Solange es regnet, beschränkt sich die Gefahr auf mögliche Kratz- oder Risswunden im Kopf- und Brustbereich. Gemeingefährlich aber wird es erst in einer Regenpause. Dann werden die Schirmträger nicht selten zu Lanzenreitern und Schwertträgern. Es zerreißt einem manchmal das Herz, wenn man sieht, wie viele Hieb- und Stichverletzungen sie mit ihren Regenschirmen verursachen. Besonders gefährlich wird es beim telesko-

pierbaren Taschenschirm und seiner Duomatik, mit der man per Knopfdruck schwalbenschnell den Schirm öffnet und auch wieder schließt. Das kann beim Nebenmann ins Auge gehen. Angesichts dieser Gefährdungen ist man leicht geneigt, einen Regenführerschein zu fordern. Der hätte darüber hinaus noch den Vorteil, dass der Herbst nicht mehr mit Regen, sondern mit seinen goldenen Tagen und der Farbenvielfalt gleichgesetzt wird. Übrigens sollte das mit dem Führerschein auch für Rucksäcke gelten, aber das ist ein anderes Thema.

Zeuge in ihrem Rücken war ihr peinlich. »Geht es Ihnen nicht gut?« Lucia antwortete nicht, sondern strich sich fahrig durch das Haar und begann mit sich selbst zu reden und das Gesicht der Toten zu beschreiben, um ihr Bild zu verwahren. »Was haben Sie denn?«, fragte er jetzt besorgt. »Nichts«, antwortete sie und drehte sich zu ihm um. »Haben Sie was zu schreiben und ein Stück Papier?« »Warum?«, fragte er zurück. »Weil das nicht Frau Pfeiffer ist.« »Nicht Frau Peiffer?« Er schaute sie mit nachsichtiger Neugier an. »Das ist Frau Pfeiffer«, sagte er. »Ich kannte sie, als sie noch in Gonsenheim wohnte. Hier in der Nähe in einer kleinen Villa. Bis ihr Mann alles verspielte?« »Alles verspielte?« Die Bedeutung dieser Worte schlug über ihr zusammen wie eine Welle. »Haben Sie ein Handy«, fragt sie. »Ein Handy?« Der Friedhofswärter kam ihr jetzt wie ein Trottel vor. »Ja, damit ich die Leiche fotografieren kann.« »Sie wissen, dass das verboten ist«, sagte er »Papperlapp«, wollte Lucia ihm gerade entgegen, als sie Helgas Stimme hörte. Sie ging zum Fenster, durch das ein schwerer Geruch nach Erde und Bäumen zu ihr drang, und öffnete es. Es roch nach Regen. Ihre Freundin stand ein paar Meter weiter vor einem zwischen Kiefernbäumen

eingebetteten Grabfeld. »Helga,« rief sie und winkte, »hier bin ich.« »Du bist ja schon in der Leichenhalle«, sagte Helga echauffiert. »Warum hast du nicht auf mich gewartet. Warst du heute morgen nicht beim Arzt? Du weißt, mit einer gebrochenen Rippe ist in deinem Alter nicht zu spaßen.« »Nicht jetzt, Helga. Komm doch bitte herein.« Es begann zu regnen. »Sie wissen, dass die 10-UhrBeerdigung gleich beginnt«, sagte der Friedhofswärter abermals, als Lucia zur Tür ging, um Helga zu öffnen. Er blickte um die Ecke, als Helga nach einigen Sekunden den Nebenraum betrat, unschlüssig, was er nun tun sollte. Helga wirkte sehr solide, ein bisschen steif und wie immer fast ein wenig streng; in ihrem Gesicht erkannte Lucia eine verborgene Zaghaftigkeit, und in ihren kurzsichtigen Augen lag ein unbefriedigter, halb ängstlicher Ausdruck. Dennoch stürzte sie sofort zum Sarg, nahm das Foto von der Brust der Toten und verglich es mit deren Gesicht. Es war still. Nur der Regen schlug gegen die Scheiben und ließ auf ihnen dicke Tropfen zurück, die bald unter ihrem eigenen Gewicht zerfielen. Helga blickte Lucia an, ohne ein Wort zu sagen, blickte wieder zu der Toten, blickte wieder zu Lucia und sagte schließlich: »Das ist sie nicht! »Ich weiß«, entgegnete Lucia trocken. »Deswegen werde ich jetzt die Beerdigung verhindern.«

Fragen: Ist die Tote wirklich nicht Frau Pfeiffer? Kann Lucia die Beerdigung verhindern? Wird sie die Polizei einschalten? Infos und Fahrpläne: www.rnn.info 01801 – 766 766*

Hubert Neumann ist Historiker, Dozent für wissenschaftliches Schreiben und Autor. Für sein literarisches Schaffen hat er mittlerweile mehrere Preise erhalten. Sein grotesk-trashiger Kriminalroman „Lusthängen“ wurde von den Lesern der Wochenzeitung DIE ZEIT auf Platz 9 der Leser-Besten­liste des Jahres 2008 gewählt.


lokale zeitung stadtausgabe oktober 2010

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• Clubbing •

Wenn die legendäre „Wildcat Night“ mit Special Guests Einzug hält

Einzigartiges Konzept Nachts schwärmen muss auch heißen, sich auf bislang nicht betretenes Terrain zu wagen, Neues auszuprobieren und sich immer wieder in neuer Umgebung neu zu erfinden, oder? Das „Orange Peel“ bietet dafür die besten Voraussetzungen.

D

er Club „Orange Peel“ feiert Mitte Oktober erst sein einjähriges Jubiläum, aber er ist im Laufe des zurückliegenden Jahres bereits aus den Kinderschuhen herausgewachsen und konnte sich einen Ruf als Geheimtipp in der Frankfurter Ausgehkultur erwerben. Die Atmosphäre im Orange Peel, das zugleich Bar und Lounge ist, ist in erster Linie familiär, das Interieur und Ambiente im 70er-JahreRetro-Style sind betont spartanisch gehalten, zugleich aber auch anheimelnd und gemütlich. Das Motto des Orange Peel könnte heißen: klein aber fein! Zwischen den hoch aufragenden Jugendstilgebäuden der Kaiserstraße und unter der erhabenen Silhouette der Bank-Türme, gut versteckt zwischen einem Lokal für Pferdewetten und einem Asia-Imbiss öffnet es seine Pforten. Der Geschäftsführer und Inhaber beschreibt

das Konzept als „einzigartig“. Jesse Kaya (42) betreibt unter anderem seit vielen Jahren den beliebten Dreikönigskeller in Sachsenhausen. Im Orange Peel, seinem neuen Club, setzt er auf Erfahrung und auf die Fähigkeit, sich von der Konkurrenz abzusetzen. Stolz kann Jesse auf einen gut sortierten Veranstaltungskalender verweisen: Im Orange Peel wird an jedem Dienstag unter der Woche eine Bluessession mit

dem Altstar Tommie Harris geboten, die sich zu Recht großer Beliebtheit unter Kennern erfreut. Ferner stehen regelmäßig 50ties und 60ties Rock’n’Roll, Rockabilly und Rockin’ Blues auf dem Plan, z.B. dann, wenn die mittlerweile legendäre „Wildcat Night“ mit ihren DJs und Special Guests Einzug hält. Außerdem geben sich im Orange Peel wechselnde Bands und Solokünstler unterschiedlichster Prove-

nienz mit Live-Auftritten ein Stelldichein, ferner wird „Russendisko“ großgeschrieben, aber auch Electro, Rap, B-More und Funk geben im Orange Peel den Takt zum Abtanzen vor, wie z.B. bei den beliebten Sessions mit DJ EB-Clectic. Insgesamt besticht das Orange Peel mit musikalischkünstlerischem Anspruch auf Großstadtniveau, mit vollends partytauglichen Veranstaltungen auf unge-

Impressionen aus dem Orange Peel, das zugleich Bar und Lounge ist: Die Atmosphäre ist in erster Linie familiär, das Interieur und Ambiente im 70er-Jahre-Retro-Style sind betont spartanisch gehalten.

wöhnlichen Pfaden und jenseits des Mainstreams sowie mit einem unverkrampften, bunt-gemischten Publikum. „Vom Banker bis zum Punker kommt hier wohl jeder mal vorbei“, so Geschäftsführer Jesse, „Seit geraumer Zeit treffen sich hier die unterschiedlichsten Leute, die gerne die Nacht zum Tag machen. Das der Laden so gut läuft, habe ich einer wohlwollenden Mundpropaganda zu verdanken.“ Bis 23 Uhr ist der Eintritt im Orange Peel frei, dann werden vier Euro fällig. Die Preise für die Getränke sind moderat.  •hen• Fotos: Henning Berg

www.orange-peel.de


Erst hat Gutenberg den Buchdruck erfunden. Jetzt schreiben die Mainzer Klimaschutz-Geschichte. Über 85.000 Mainzer Haushalte haben Ökostrom von ENTEGA. Klimaschutz-Hochburg Mainz. (Stand 01.09.2010)

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Lokale Stadtausgabe 9 2010  

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