Page 1

Ausgabe 2 | 2012

Screenshot Neuigkeiten und Bemerkenswertes aus den Studiengängen MultiMediaArt & MultiMediaTechnology

1 | Story

Game Thinking oder wie die Wirtschaft von Computerspielen profitiert

Know-how aus der Computerspielbranche hält Einzug in Wirtschaft, Tourismus und Medizin.

Wenn Unternehmen neue Produkte oder Services entwickeln, wünschen sie sich vor allem eins: Kunden, die ihre Angebote begeistert nutzen. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der User. Produkte sollen nicht nur einfach zu bedienen sein, sie soll auch unterhalten. Doch wie erreicht man Motivation, Spaß und hohe Bindung bei seiner Zielgruppe? Computerspiele machen es vor.

Seit der Entwicklung der ersten Computergames in den 1970er-Jahren erforscht die Spielebranche, was Nutzern Spaß macht und sie motiviert. Diese Erkenntnisse nutzen nun auch andere Wirtschaftsbereiche. Die Fachleute sprechen von Game Thinking und verstehen darunter, Elemente und Designstrategien aus Computerspielen in nichtspielerischen Produkten und Services anzuwenden. Die Einsatzgebiete sind vielfältig: Wo früher beispielsweise Schulungsvideos verwendet wurden, vermitteln heute Computerspiele Wissen. Eintönige Trainingseinheiten zur medizinischen Rehabilitierung werden mit Bewegungsspielen vor der Game-Konsole aufgepeppt. Für Josef Schinwald, Fachbereichsleiter für Animation und Computerspiele, ist dies eine logische Entwicklung. „Spiele basieren auf klaren Regeln, bieten Herausforderungen und Ziele. Sie unterhalten, motivie-

ren, bieten Feedback und Erfolgserlebnisse. Know-how aus dem Game Design lässt sich in vielen Bereichen einsetzen. “ Benzinsparen als Spiel Das neue Elektroauto Focus EV von Ford etwa vermittelt die Freude am Benzinsparen mit einem Punktesystem und vergibt Auszeichnungen fürs Sparen von Kohlenstoffdioxid. Und SAP, weltweit führender Anbieter von Unternehmenssoftware, nutzt Spiel-Elemente, beispielsweise um Verkaufserlöse zu vergleichen. Am Games Day am 11. Oktober an der Fachhochschule Salzburg diskutieren internationale Experten die Bedeutung des Game Thinking und stellen Einsatzmöglichkeiten von Computerspielen speziell in Wirtschaft, Tourismus und im Gesundheitsbereich vor.  multimediatechnology.at/gamesday 


2 | Feature

Dokumentarfilm Die Welt beobachten und darstellen. Dabei Stellung beziehen und die Zuschauer anregen, ihre Position zu überdenken. Das kann der Dokumentarfilm. Hier zeigen wir Ihnen eine Auswahl an aktuellen Produktionen unseres Filmdepartments.

Aids und Aberglaube

Geschlechtsverkehr mit Kindern als Heilmittel gegen HIV – das ist einer der Ratschläge gegen die Krankheit, die in Kenia häufig zu hören sind. Wie Infizierte ihren Alltag erleben und was Vertreter von Hilfsorganisationen zur Situation sagen, damit beschäftigt sich der Dokumentarfilm „Whisper Down the Lane“ von Sebastian Frisch. Der 25-jährige engagiert sich in einem Hilfsprojekt in Mombasa: „Aids ist in Kenia stark tabuisiert. Es wird nicht offen über die Krankheit gesprochen. Entsprechend schnell verbreitet sich das Virus.“  www.whisperdownthelane.com 

Die Bestie Mensch Wie wird eine biedere Postangestellte aus dem Innviertel zur Oberaufseherin im KZ Auschwitz-Birkenau? Diese Frage untersucht der Dokumentarfilm „Pechmarie“, der die Lebensgeschichte von Maria Mandl beschreibt. Die 1948 gehängte Kriegsverbrecherin war für die Tötung tausender weiblicher KZ-Häftlinge verantwortlich. In Birkenau war sie allgemein als „die Bestie“ bekannt. Regisseur David Neumayr hat für seinen Film KZ-Überlebende und Zeitzeu-

gen interviewt und zeichnet ein komplexes ration Facebook sollte so zum NachdenBild ihrer Entwicklung zur Massenmörde- ken über den oft sehr sorglosen Umgang rin. Premiere feiert der Film im Herbst. mit privaten Daten angeregt werden. Ein Studententeam hat sich fast zwei Jahre  http://vimeo.com/43991254  mit dem Thema auseinandergesetzt. Dabei entstand auch der Dokumentarfilm „My Identity Is Open“. Er beschreibt eine Welt, in der persönliche Daten frei zuAuch Bytes machen Müll gänglich und Datenschutz und Privatsphäre nur noch Relikte längst vergangener Tage sind. Geschickt mischen die Filmemacher Spielszenen und Interviews mit internationalen Experten.  http://bit.ly/openidentity 

Wer einen Computer kauft, dem ist meist nicht bewusst, unter welchen Bedingungen sie hergestellt und entsorgt werden. Die Doku „Behind the Screen“ erhellt diese Thematik und zeigt die wesentlichen Stationen im Leben eines PC – vom Rohstoffabbau, über Fertigung und Gebrauch, bis zur Entsorgung. „Unser Ziel war es die Produktionsgeschichte hinter einem Alltagsgegenstand sichtbar zu machen“, sagt Regisseur Stefan Baumgartner. Was er und sein Team herausgefunden haben, wirft dunkle Schatten auf das saubere Image der Computerbranche.  http://behindthescreen.at 

Privatsphäre war gestern Auf der Webseite „i-am-open.com“ fordern junge Menschen mit überspitzten Slogans eine offenere Welt jenseits von Datenschutz und Privatsphäre. Die Gene-

Leben im Wassertropfen Winzig klein und dennoch ganz groß. „Micro Empire“ von Clemens Wirth entführt in die faszinierende Welt des mikroskopisch Kleinen. Wer hätte gedacht welch bizarre Wesen in einem Tropfen Wasser hausen? Um das Leben der Mikroben sichtbar zu machen verband Wirth seine Kamera über einen speziellen Adapter mit einem Mikroskop. Mit dieser „dark field microscopy“ genannten Technik werden auch die kleinsten Lebewesen sichtbar.  www.clemenswirth.com/micro-empire 


Gastprofessur | 3

Computerspiel hilft heilen Wer eine Knieoperation hinter sich hat, weiß, wie mühsam es ist, wieder richtig fit zu werden. Die Übungen in der Physiotherapie sind meist eintönig und müssen oft wiederholt werden. Keine Langeweile sondern Spaß bei der Therapie verspricht das Computerspiel „Kneenect“, das derzeit an der FH entwickelt wird.

Mit Computerspielen heilen helfen: Das ist die Mission von Dr. Pam Kato, derzeit Gastprofessorin an der Fachhochschule.

Gemeinsam mit Dr. Pam Kato, einer international renommierten Expertin für Serious Games, bastelt ein Team aus Gestaltern und Entwicklern an einem innovativen Spiel zur Unterstützung der Physiotherapie. Die in den USA ausgebildete Psychologin ist seit März Gastprofessorin an der FH und befasst sich mit dem Thema „Games for Health“. Als Schöpferin des Spiels „Re-Mission“ zur Unterstützung der Krebstherapie ist ihr der Nachweis der medizinischen Wirk-

samkeit von Computerspielen im Gesundheitsbereich gelungen. „Kneenect“ verspricht eine Reihe von Minispielen, die rein durch Körperbewegungen mithilfe einer 3D-Kamera gesteuert werden. In mehreren Leveln und Schwierigkeitstufen können Patienten die Beweglichkeit ihres Knies trainieren. Beim GamesDay, am 11. Oktober an der Fachhochschule Salzburg wird das Spiel vorgestellt.

Short Notes | 4

Touch me

Tanzende Fassade

Dieses schicke Gerät ist die aktuelle Neuerwerbung am Studiengang MultiMediaTechnology. Maus und Tastatur haben beim PixelSense ausgedient. Gesteuert wird der Touchtable ausschließlich mit den Händen. Genutzt wird der Surface vor allem in der Ausbildung im Schwerpunkt „interact“. Dort werden neue Interaktionsformen zwischen Mensch und Maschine erforscht.  www.pixelsense.com 

Kreativ im Studio Mit der Eröffnung des Erweiterungsbaus Ende Mai ist der weitere Ausbau der Lehre an der FH Salzburg gesichert. Teil der zusätzlichen Fläche ist ein 170 m² großer Showroom, der für Installationen und Aufführungen genutzt wird. Ebenfalls neu sind drei Studios für die Studierenden. Dort kann entworfen, gestaltet, programmiert und – wie im Bild zu sehen – auch genagelt werden.

Die Besucher der „Langen Nacht der Forschung“ Ende April staunten nicht schlecht als plötzlich die Fassade der Fachhochschule im Dunkel zu tanzen begann. Studierende haben eine 3D-Projektion entworfen, die passgenau auf die Gebäudearchitektur abgestimmt ist. Mittels 3D-Kamera, die Körperbewegungen aufnahm, konnten die staunenden Gäste auf die Projektion Einfluss nehmen und ihre Tanzbewegungen auf der Fassade verfolgen. Sehen Sie hier eine Videodoku der tanzenden Fassade  http://bit.ly/gebäudeprojektion


5 | Webtipps

Teilen macht reich

Reisen mit dem Luftballon

Wollten Sie schon immer wissen, wie man einen Fahrradschlauch repariert oder Erdbeeren ansetzt? Wenn ja, dann sind Sie auf „Wissen teilen können“ richtig. Hier begegnen sich Menschen und tauschen Wissen und Talente aus. Veranstalten Sie selbst Begegnungen – etwa einen Kochkurs oder einen Vortrag – oder nehmen sie an Veranstaltungen teil. Die Community hilft in allen Lebenslagen.

Die kleine Schwester ist schwer krank und nur der Zauberer in den fernen Bergen kann sie heilen. Also, auf geht‘s! Laufen, springen und fliegen Sie durch die bunte Jump‘n‘Run Spielwelt von „Balloon Quest“ und finden Sie sich den Weg dorthin!  balloonquest.at 

 wissenteilen.com 

Durstlöscher Sommer, Sonne, Durst. Doch weit und breit kein Gasthaus zu sehen. Hier hilft die Trinkwasser-App von Student Lukas Wanko. Sie zeigt den Weg zum nächsten öffentlichen Trinkbrunnen und ist im Auftrag des Land Salzburg entstanden.  trinkwasser.mediacube.at 

6 | Dates

 13. – 23. Speptember  / Game

Jam / Schmiede Hallein

10 Tage zur Entwicklung eines Games. Jeder kann mitmachen!

 14. September  / Salzburger Medientag / Messezentrum Salzburg Second Screen: Wie das Fernsehen interaktiv wird und doch Fernsehen bleibt.

11. Oktober  / GamesDay:

Game Thinking / Fachhochschule Salzburg

Game Thinking oder wie die Wirtschaft von Computerspielen profitiert

 19. – 21. Oktober  / Barcamp:

The Next Web / Fachhochschule Salzburg

Konferenz mit starker Publikumsbeteiligung zum Thema Webentwicklung und Design. Eintritt frei!

Subscribe Möchten Sie regelmäßig über Vorträge und Veranstaltungen der Studiengänge MultiMediaArt und MultiMediaTechnology informiert werden? Abonnieren Sie unseren Veranstaltungs-Newsletter unter: http://multimediaart.at/newsletter

Digital Sound analog Wie sich Synthysizer anhören, weiß man. Doch wie klingt es, wenn diese Klangästhetik mit eigens gebauten analogen Instrumenten nachgeahmt wird? Diese Frage haben sich Andreas Gröstlinger und Sebastian Kargl in ihrer Arbeit „Dia:Log“ gestellt. Herausgekommen ist eine multimediale Performance in der digitale und analoge Techniken der Sound- und Bildgenese aufeinandertreffen. Dafür wurden die beiden mit dem Medienkunstpreis des Land Salzburg augezeichnet. Die Premiere des Werks findet am 21. September beim Medienkunstfestival Schmiede in Hallein statt. Impressum: Medieninhaberin und Herausgeberin Fachhochschule Salzburg GmbH Urstein Süd 1, 5412 Puch / Hallein Studiengänge MultiMediaArt & MultiMediaTechnology www.fh-salzburg.ac.at, office.mma@fh-salzburg.ac.at UID ATU 44 55 45 03, Firmenbuchnummer FN 166054y, Firmenbuchgericht Landesgericht Salzburg Druck- und Satzfehler vorbehalten. © 2012 Fachhochschule Salzburg GmbH

Screenshot #2  

Neuigkeiten und Bemerkenswertes aus den Studiengängen MultiMediaArt & MultiMediaTechnology Fachhochschule Salzburg

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you