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Biotechnologie in Bayern PROFILE PORTRÄTS PERSPEKTIVEN

PARTNER DER WELT


4 Strong Partners for Personalized Medicine Excellent Universities and Research Institutes 350 Life Science Companies World renowned Hospitals Professional Cluster Management

www.m4.de


Editorial Bayerns Biotechnologie genießt weltweites Ansehen Mit seinem umfassenden Forschungsnetzwerk und seinen „ausgezeichneten“ Spitzenprojekten spielt Bayern eine wichtige Rolle im Bereich der Biotechnologie. Das dokumentiert eine Reihe bedeutender Auszeichnungen wie „Young Investigator Award“, „Dr. Josef Steiner Krebsforschungspreis“ sowie eine Förderung von acht Millionen US-Dollar für die Entwicklung eines Impfstoffes gegen die Immunschwäche AIDS.

Warum ist ein Zentrum für Metastasierungsforschung so lebenswichtig? Welche Möglichkeiten bietet die EU-Forschungsförderung für Wissenschaftler und Unternehmer? Vielseitig und spannend sind die Themen zu neuen Erkenntnisstufen!

Daher leiten sich Synergien für Forschung und Entwicklung in Wissenschaft und Industrie ab. Welche konventionellen Therapien sind bei der Behandlung degenerativer Erkrankungen möglich? Wer entwickelt und vermarktet biopharmazeutische Therapeutika in der Onkologie und Transplantationsmedizin?

Walter Fürst Geschäftsführer

Diese Publikation finden Sie auch im Internet unter www.media-mind.info

Impressum: Herausgeber:

media mind GmbH & Co. KG Volkartstr. 77 80636 München Telefon: +49(0) 89 23 55 57-3 Telefax: +49(0) 8923 55 57-47 ISDN (MAC): +49(0) 8923 55 57-59 E-mail: mail@media-mind.info www.media-mind.info

Verantwortlich:

Walter Fürst, Jürgen Bauernschmitt

Gestaltung + DTP:

Jürgen Bauernschmitt

Druckvorstufe:

media mind GmbH & Co. KG

Was trägt der innovative RNA-seq Service zur Entwicklung und Erhaltung des Lebens bei? Welche Erfindungen, die auf humanen Embryonen beruhen, können nicht patentiert werden? Wo ist der Treffpunkt für Labortechnik, Analytik und Biotechnologie? Welche Chancen und Risiken birgt die Grüne Gentechnik?

Verantwortl. Redaktion: Ilse Schallwegg Druck:

Druckerei Frischmann, Amberg

Erscheinungsweise:

1 mal jährlich

© 2012/2013 by media mind GmbH & Co. KG, München Kein Teil dieses Heftes darf ohne schriftliche Genehmigung der Redaktion gespeichert, vervielfältigt oder nachgedruckt werden.


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munich biotech CLUSTER m4 Editorial Anzeige

Bayern Innovativ GmbH

Vorwort CAMPUS

Prof. Dr. Horst Domdey MARTINSRIED

2. US 3 6 7 8

Der Life Science Campus Martinsried – TOP Standort für Life Sciences Kontakt: Dr. Peter Hanns Zobel Inhaltsverzeichnis Kategorien S. 12

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IMGM LABORATORIES BioRegio Regensburg

33 34

Regensburg – Spitze an der Donau Autor: Dr. Thomas Diefenthal, Geschäftsführer BioPark Regensburg GmbH

IGZ

Würzburg

40

Inhaltsverzeichnis

IGZ Würzburg – Wo Wissen zu Wirtschaft wird Kontakt: Klaus Walther, Dr. Christian Andersen, Dr. Gerhard Frank

Bayerische

Forschungsverbünde

42

Bayerische Forschungsverbünde Kontakt: Anita Schneider Bayerische Forschungsallianz GmbH (BayFOR)

Biopharmazeutika

45

Effektive Antikörper Therapien Kontakt: Fresenius Biotech GmbH

EU-Forschungsförderung

46

EU-Forschungsförderung für biotechnologische Projekte Autorin: Dr. rer. nat. Iana Parvanova Bayerische Forschungsallianz GmbH (BayFOR)

Bayerisches

Genomforschungsnetzwerk

Das Bayerische Genomforschungsnetzwerk: Ein besonderes Förderprogramm trägt Früchte Autoren: Dr. Ulrike Kaltenhauser, BayGene M. Sc. Claudia Szeibert, Genzentrum der LMU

48


Innovationen

52

Wo Innovation entsteht Autor: Prof. Dr. Peter Buckel, Geschäftsführer SuppreMol GmbH

Ribonukleinsäure (RNA)

54

VERTIS innovativer RNA-seq Service Kontakt: Dr. Fritz Thümmler, Vorstand vertis Biotechnologie AG

Messe

56

München

analytica 2012 Treffpunkt der Innovationen Autorin: Susanne Grödl Messe München GmbH

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Bayerische Forschungsallianz GmbH

Patentrecht

59 60

Kein Patent auf Erfindungen, die auf humanen Embryonen beruhen. Autoren: Dr. Franz Josef Zimmer, Dr. Benjamin Quest Grünecker Kinkeldey Stockmair & Schwanhäusser

BioSysNet

64

Das Bayerische Zentrum für molekulare Biosysteme Autoren: Prof. Dr. Patrick Cramer, Dr. Ulrike Kaltenhauser Genzentrum der LMU München

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BioPark Regensburg GmbH

Forschungsverbund

FORPLANTA

67 68

FORPLANTA - Erntefest in Zeiten des Klimawandels Autoren: Prof. Dr. J. Soll, Biozentrum der LMU München Dr. Ulrike Kaltenhauser, Genzentrum der LMU München

Personalisierte

Tumortherapie

72

Aufbau eines Zentrums für Metastasierungsforschung in Bayern Autor: Prof. Dr. Christoph Klein, Lehrstuhl für Experimentelle Medizin und Therapieverfahren

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GRÜNECKER

4. US


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Starkes Netzwerk durch starke Partner Erfolg durch Synergie – dies ist der Leitgedanke der bayeri-

Bundes, des Freistaates Bayern und der Industrie zu einer

schen Clusterinitiative, in denen sich Unternehmen einer

Fördersumme von fast € 100 Mio. zusammen, die sowohl

Branche nicht als Konkurrenten begreifen, sondern von-

in einzelne Forschungskooperationsprojekte als auch in infra-

einander profitieren sollen – z.B. durch vertrauensvolle

strukturelle Maßnahmen etwa im Bereich der Münchner

Kooperationen (open innovation), durch einen gemein-

Gewebebanken fließen.

samen Markt oder durch einen Pool von qualifizierten Mitarbeitern. Da die meisten dieser Effekte durch räumliche

Ebenfalls erfolgreich im Spitzencluster Wettbewerb war die

Nähe begünstigt werden, ist ein „einzelner Cluster“ in der

Region Nürnberg-Erlangen, welche als Exzellenzzentrum für

Regel lokal begrenzt, beispielsweise auf eine Stadt. Dass die

Medizintechnik eine enge Vernetzung zwischen Wissenschaft,

Verknüpfung verschiedener Cluster zu einem Netzwerk

Wirtschaft, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie

besonders erfolgreich sein kann, belegt die Bayerische

die Innovationskraft der mittelständischen Unternehmen zu

Biotechnologie- Branche, welche in den Jahren 2006 bis 2011

nutzen weiß.

vom Bayerischen Wirtschaftsministerium im Rahmen des „Bayerischen Biotechnologie Cluster“ gefördert wurde.

In der Medizintechnik hervorzuheben ist wiederum die Region Regensburg, die insbesondere durch interdisziplinäre

Einer der ersten Erfolge des „Bayerischen Biotechnologie

Zusammenarbeit der Medizintechnik mit den Biotechno-

Cluster“ war seine Funktion als „Katalysator“ für die weiße,

logieunternehmen im Regensburger BioPark, aber auch

also industrielle Biotechnologie. Die im Freistaat Bayern strate-

mit innovativen Entwicklungen aus scheinbar entfernten

gisch gänzlich neue Initiative zur weißen Biotechnologie hat

Bereichen wie Textil- und Glasindustrie glänzt.

Fördergelder in Millionenhöhe von Bund und Land einwerben können und führte zur Gründung eines spezifischen

Würzburg hat sich als Exzellenzzentrum der biomedizini-

Netzwerks aus Firmen und Wissenschaft mit heute eigen-

schen Forschung etablieren können und Bayreuth ist stark in

ständiger Netzwerkkoordination. An verschiedenen Stand-

der Materialforschung, punktet aber auch mit interessanten

orten, insbesondere Straubing, werden vielfältige Projekte der

Erkenntnissen zur Biologie der Photosynthese und ihrer

industriellen Anwendung etwa im Bereich Nachwachsende

technischen Nutzung.

Rohstoffe gezielt vorangetrieben. Mit der Anschub-Finanzierung des Bayerischen WirtDie rote Biotechnologie vernetzt sich nach wie vor im

schaftministeriums wurde viel erreicht und viele Steine sind

„Bayerischen Biotechnologie Cluster“ unter der Leitung der

ins Rollen gekommen. Damit diese nicht zum Stillstand kom-

BioM Biotech Cluster Development GmbH. Hier werden die

men, wird der „Bayerische Biotechnologie Cluster“ in Zukunft

gut entwickelten bayerischen BioRegionen München-

als Netzwerk weitergefördert. Jeder Standort bringt in dieses

Martinsried und Regensburg mit den aufstrebenden

Netzwerk seine individuellen Stärken ein und kann von der

Standorten Nürnberg-Erlangen, Würzburg und Bayreuth

Gemeinschaft profitieren, dabei dient die BioM GmbH als zen-

betreut. Jeder dieser Standorte entwickelte in den letzten

trale Vermittlungs- und Kontaktstelle. Ich bin überzeugt, dass

Jahren mit spezifischen Kernkompetenzen vor Ort ein ganz

der Erfolg jedes einzelnen lokalen Players positiv auf das

eigenständiges Profil.

gesamte Netzwerk ausstrahlt und daher sind wir auf einem guten Weg, weiterhin gemeinsam erfolgreich zu sein.

München konzentriert sich schon seit Jahrzehnten auf die Medikamentenentwicklung und hat durch den Gewinn im „Spitzencluster-Wettbewerb“ des BMBF im Jahr 2010 sein Profil in Hinblick auf die „Personalisierte Medizin“ weiter geschärft. Unter dem Titel „m4 – Personalisierte Medizin“ kommen in diesem großen Fördervorhaben Gelder des

Prof. Dr. Horst Domdey Sprecher des Bayerischen Biotechnologie Clusters


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Der Life Science Campus Martinsried – TOP Standort für Life Sciences Die Verknüpfung von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft wird immer wichtiger, ganz besonders auch für die biologische Grundlagenforschung. Deshalb haben auf lange Sicht im Bereich der Biologie nur solche Standorte eine wirkliche Zukunft, die Kontakte und Übergänge von Grundlagenforschung zur Anwendung effektiv fördern. Dies erfordert nicht nur Geld, sondern vor allem kurze Wege und die Möglichkeit persönlicher Interaktionen, schnell und unkompliziert. Heute ist der Wissenschaftscampus Martinsried eines der größten Zentren Europas, in dem wissenschaftliche Grundlagenforschung, Lehre, klinische Forschung und Technologieinnovation auf einem Campus zusammengeführt sind. In direkter Nähe befinden sich Institute der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, das Max-PlanckInstitut für Biochemie, das Max-Planck-Institut für Neurobiologie und das Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB). So entstehen herausragende Bedingungen für Studierende und Wissenschaftler, ebenso wie eine wirtschaftliche Stärkung der Region durch regelmäßige Ausgründungen aus der Grundlagenforschung.

CAMPUS MARTINSRIED

Grundlagenforschung auf höchstem Niveau Die Gründung des Max-PlanckInstituts für Biochemie (MPIB) war 1973 der Grundstein für die Entwicklung des Life Science Campus Martinsried, der heute weltweit einen Namen hat. Mit rund 850 Mitarbeitern aus ca. 45 verschiedenen Nationen ist das MPIB eine der größten biologisch-medizinisch ausgerichteten Forschungseinrichtungen der MaxPlanck-Gesellschaft. In derzeit acht großen Forschungsabteilungen und ungefähr 25 selbstständigen Forschungsgruppen sind die MPIB-Wissenschaftler in der Grundlagenforschung auf den Gebieten Biochemie, Zellbiologie, Strukturbiologie, Biophysik und der Molekularen Medizin tätig. Lebende Zellen sind hochkomplexe Gebilde, in denen eine Vielzahl von Molekülen zusammen arbeiten, damit unser Organismus funktio-

Max-Planck-Institut für Biochemie Martinsried (Foto: Max Schreder / ©MPIB)

niert. Ohne Proteine (Eiweiße) wäre dies undenkbar: Sie koordinieren das Räderwerk der Zelle, indem sie die in den Genen enthaltenen Informationen in zelluläre Abläufe und Strukturen übersetzen. Proteine verleihen den Zellen ihre Gestalt, und sind die Hauptakteure in allen Zellprozessen: sei es, indem sie Stoffe transportieren, Botschaften übermitteln, oder als molekulare Maschinen lebenswichtige Prozesse in Gang halten. Was aber entscheidet, welche Gene in Proteine übersetzt werden? Wie

steuern Proteine hochkomplexe Zellprozesse und wie kommunizieren Zellen miteinander? Welche Kontrollmechanismen werden dabei wirksam und was passiert bei Fehlern? All dies sind Fragen, denen die Wissenschaftler des MPIB nachgehen. Um zu verstehen, nach welchen Regeln Zellen sich teilen, spezialisieren und ihre Aufgaben im Körper erfüllen, untersuchen sie die Struktur und die Funktion der beteiligten Moleküle. Die Größenskala der „Untersuchungsobjekte“ reicht dabei von einzelnen Molekülen über die Zelle bis hin zu ganzen Geweben und Organismen. Die biomedizinische Grundlagenforschung ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt, denn Störungen der zellulären Signalübertragung oder fehlerhafte Proteinstrukturen führen zu Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder Alzheimer. Der tiefere Einblick in zelluläre Mechanismen und Strukturen hilft auch, die Ent-


9 stehung dieser Krankheiten besser zu verstehen und neue Diagnoseund Therapiestrategien zu entwickeln. Für ihre Analysen verwenden die Forscher ein breites Spektrum hochmoderner Methoden, die teilweise direkt am MPIB entwickelt wurden. Die über Jahre gewachsene methodische Expertise, die sämtliche Forschungsbereiche des Instituts abdeckt, ist eine besondere Stärke des Instituts, die die Umsetzung der Forschungsvorhaben überhaupt erst möglich macht. Insbesondere neue Methoden in der Elektronen- und Lichtmikroskopie sowie der Massenspektrometrie bieten ungeahnte Möglichkeiten, Einblicke in Zellen zu gewinnen. Ein Beispiel: Erst jüngst haben Wissenschaftler des Instituts den entscheidenden genetischen Schalter identifiziert, der bei Fliegen die Bildung von Flugmuskeln steuert (Nature, 17. November 2011).

derungen von Nervenzellen, ebenso wie die Entstehung und Verschaltung komplexer Nervennetzwerke. Besondere Schwerpunkte liegen auf den strukturellen Veränderungen des Gehirns, wenn es lernt oder vergisst, der Verarbeitung optischer Informationen, den molekularen Mechanismen bei der Entwicklung des Nervensystems, und den Abläufen bei Erkrankungen des Nervensystems. Dabei bewegen sich die Arbeiten der Wissenschaftler meist direkt an den Grenzen des bekannten Wissens. Dieses Wissen zu erweitern, das ist das Ziel der rund 250 Mitarbeiter des Instituts. Die tragenden Säulen des Instituts sind die fünf Abteilungen, deren

Max-Planck-Institut für Neurobiologie Martinsried, (Foto: R. Schorner / ©MPIN)

Fliegen sind exzellente Flieger. Aber ohne das Gen „spalt“ bleiben sie auf der Erde und laufen. Foto: Frank Schnorrer/ Copyright: MPI für Biochemie

Forschung und Lehre Seit 1984 befindet sich das MaxPlanck-Institut für Neurobiologie (MPIN) in unmittelbarer Nachbarschaft des Max-Planck-Instituts für Biochemie. Längst ist das MPIN eine international anerkannte Spitzeneinrichtung im Bereich der Neurobiologie, an der die Entwicklung und die grundlegenden Zusammenhänge des Gehirns und des Nervensystems erforscht werden. Im Fokus der Arbeiten stehen kleinste Verän-

Arbeiten durch die breit gestreuten Schwerpunkte von fünf unabhängigen Forschungsgruppen ergänzt werden. Die Abteilungen und Forschungsgruppen arbeiten dabei in themenübergreifenden Projekten eng zusammen. Besonderen Erfolg verzeichnen die Wissenschaftler des Instituts unter anderem in der Entwicklung optischer Methoden zur Untersuchung neuronaler Aktivität. Dabei ist sowohl die Entwicklung genetisch kodierter Indikatoren als auch die Weiterentwicklung mikroskopischer Techniken von großer Bedeutung. So konnten MPINWissenschaftler zum Beispiel zeigen, dass Nervenzellen die Zahl ihrer hemmenden Synapsen verringern, wenn erregende Synapsen aufgrund einer Verletzung abgebaut werden. Das Gleichgewicht zwischen Hemmung und Erregung bleibt so auch bei einer Umorganisation des Gehirns erhalten (Neuron, 8. September 2011). Ebenfalls mithilfe einer

revolutionären Mikroskopie-Technik wollen die Mitarbeiter der Emeritusgruppe des Nobelpreisträgers Prof. Bert Sakmann jede der zig-tausend Verknüpfungsstellen zwischen Nervenzellen dreidimensional abbilden. Doch auch in anderen Bereichen der Forschung sind die MPIN-Wissenschaftler äußerst erfolgreich. So konnten sie zum Beispiel zeigen, dass genetisch veränderte Mäuse, die eine der Multiplen Sklerose ähnliche Erkrankung entwickeln, gesund bleiben, wenn ihr Darm frei von Mikroorganismen ist. Die Forscher gehen deshalb davon aus, dass die natürliche Darmflora auch beim Menschen an der Entstehung von Multipler Sklerose beteiligt ist (Nature, 26. Oktober 2011). Darüber hinaus haben Wissenschaftler des Instituts neue molekulare Wegweiser für wandernde Nervenzellen entdeckt (EMBO Journal, 14. Juni 2011) und herausgefunden, wie Gelerntes aus dem Fliegenhirn ausgelesen wird (Nature Neuroscience, Juni 2011). Obwohl die angewandte Forschung kein Primärziel der Arbeiten ist, so wird bereits heute eine Reihe der im Institut gemachten Entdeckungen in klinischen Tests auf ihre Relevanz geprüft. So fließen die gewonnenen

Computer-Rekonstruktion aus den LiveAufnahmen die zeigen, wie markierte T-Zellen (grün) ein Blutgefäß (rot) verlassen und in das Nervengewebe (blau) eindringen. (Bild:Max-Planck-Institut für Neurobiologie/ Bartholomäus)

Erkenntnisse in die Entwicklung neuer Therapien, zum Beispiel bei Schädigungen des Nervensystems durch Querschnittslähmungen, Multipler Sklerose oder der Parkinson-Krankheit. Die wissenschaftlichen Ergebnisse können außerdem die Ent-


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Der Life Science Campus Martinsried/Großhadern (© IZB mbH & Luftbildverlag Bertram)

wicklung von Nachweisverfahren bis hin zu Prothesen erleichtern. Und auch die Robotik profitiert von der Forschung des Instituts, die wichtige Vorlagen mit der Entschlüsselung der einfachen aber effizienten Schaltkreise im Gehirn der Fliege liefert. Als Garant für erstklassige Grundlagenforschung in Life Sciences haben die beiden Martinsrieder Max-PlanckInstitute in den vergangenen Jahrzehnten die Ansiedlung von weiteren Instituten angestoßen. Heute steht der Wissenschaftscampus Martinsried für einzigartige Forschungskooperationen zwischen den ansässigen Instituten, deren interdisziplinäre Ansätze essenziell zum Innovationspotenzial des Standorts beitragen.

Forschung und Lehre an der Excellenzuniversität Die Biologie stellt die Leitwissenschaft des 21. Jahrhunderts dar und hat zentrale Brückenfunktionen für andere Bereiche der LMU wie z. B. Medizin, Physik und Chemie. Die rasante Entwicklung der Biowissenschaften im letzten Jahrzehnt führte dazu, dass Lebensvorgänge in ihrer ganzen Komplexität, vom molekularen Detail bis zum übergreifenden Verständnis komplexer Prozesse in ihrer Gesamtheit untersucht werden können. So war es nur konsequent, die Fakultät der Biologie der Ludwig-Maximilians-

Universität München (LMU) in einem Biozentrum in Martinsried anzusiedeln. Die Departments Biologie I und II haben sich frühzeitig technologisch und forschungsstrategisch so positioniert,

Das Biozentrum der LMU Martinsried (© LMU)

dass sie die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit behaupten und in Zukunft weiter ausbauen können. Sie vereinen Wissenschaftsbereiche, die eine bereichsübergreifende, interdisziplinäre Forschung und eine umfassende und moderne Ausbildung der Studierenden leisten. Die Forschungsschwerpunkte reichen von der Aufklärung der molekularen Strukturen und Leistungen von Mikroorganismen (Pround Eukaryoten), der Evolution und Funktion von Organellen, autotrophen Organismen (Pflanzen) bis zu den Wirbeltieren einschließlich des Menschen. Der Bereich Organismische Biologie konzentriert sich auf die strukturelle und ökologische Vielfalt aller Organismen sowie auf die

Prinzipien der Artbildung. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Neurobiologie, die systemische (organismische) und theoretische Fragestellungen integriert. Die ökologisch und evolutionsbiologisch ausgerichteten Bereiche haben ihren Schwerpunkt in der Theorie und Hypothesen geleiteten Forschung der Populationsgenetik, der evolutionären und aquatischen Ökologie sowie der Verhaltensökologie. Die Didaktik der Biologie bezieht sich im Kontext der Lehr-Lernforschung auf die verschiedenen Bereiche der Biologie. Schließlich sind alle biologisch orientierten bayerischen naturwissenschaftlichen Staatssammlungen und der Botanische Garten München eng mit der Fakultät verknüpft. Hochrangige fakultätsübergreifende Einrichtungen, Sonderforschungsbereiche (SFBs) sowie ExzellenzEinrichtungen „Bernstein Center for Computational Neuroscience“ (BCCN)*, zeigen dass eine gute Vernetzung heutzutage ein nachhaltiger Standortfaktor sind. Mit der Grundsteinlegung für das Biomedizinische Centrum am 29. September 2011 wurde der erste Schritt für eine weitere, wegweisende Einrichtung für Grundlagenforschung auf dem Campus in Martinsried getan. Bei der 125 Millionen Euro-Investition handelt es sich um die derzeit größte wissenschaftliche Baustelle im Freistaat, wie der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer in seinem Grußwort betonte. Am BMC werden einmal 500 Menschen auf 18.000 qm arbeiten. Hier wird ein -wie die LMU es beschreibt- „Ausgangspunkt für eine abteilungsübergreifende Identität für Lehre und Forschung der Biomedizin der Universität München geschaffen.“ *

BCCN: ein durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes "Nationales Netzwerk Computational Neuroscience", bündelt und vernetzt die in Deutschland vorliegenden Kapazitäten im Bereich der experimentellen und theoretischen Neurowissenschaften, um neue Forschungsimpulse zu induzieren.


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Haupteingang IZB Martinsried

Marktwirtschaftliche Umsetzung – ein wesentliches Kriterium für unsere Wirtschaft Dass die Biowissenschaften eine Schlüsselrolle im 21. Jahrhundert spielen würden, erkannte die Bayerische Staatsregierung früh. Mit der Schaffung des Innovationsund Gründerzentrums Biotechnologie (IZB) auf der Wissenschaftsfläche zwischen Martinsried und dem Münchner Stadtteil Großhadern hat sie optimale Bedingungen für junge Unternehmer und Firmengründer aus dem Bereich LifeSciences präsentiert und damit die Grundlage für einen Campus geschaffen, der heute Weltgeltung hat. Man findet hier eine optimale Gebäudeinfrastruktur (S1 und S2 Labore) zu fairen Mietpreisen in einem Kompetenzcluster für Life Sciences. Seit über 15 Jahren werden hier die wirtschaftlichen Umsetzungen von Produkt- und Dienstleistungsideen gefördert. Wissenschaftler, deren Forschungsergebnisse nicht mehr in die Grundlagenforschung fallen, die aber auch noch keine Marktreife besitzen, können hier sofort mit ihrer Arbeit beginnen und auf

Labor im IZB (Foto: Jan Röder)

große Erfahrung und Netzwerke zurückgreifen. Der Campus Martinsried ist ein Campus der kurzen Wege – was seinen spezifischen Reiz ausmacht. Über einhundert Firmengründungen hat die IZB GmbH seit 1995 begleitet. Mit der Fertigstellung von West II in Martinsried sind die IZBs an beiden Standorten auf ca. 25. Quadratmeter Büro- und Laborfläche gewachsen. Die Labore sind samt und sonders gut vermietet, es gibt viele Nachfragen. Das hat auch etwas zu tun mit der herausragen-

wohl auch etwas mit der Möglichkeit zu tun, sich direkt vor Ort beraten zu lassen: Drei Venture Capital Unternehmen arbeiten hier und bieten ihre Dienste an. Und noch ein gute Nachricht gibt es zu vermelden: Die langwierigen und oft zähen Verhandlungen der Gemeinde Planegg mit dem Freistaat über die Finanzierung der UBahnlinie 6, die den Campus direkt anfahren wird, sind erfolgreich beendet worden. Der Spatenstich für Strecke vom Klinikum Großhadern wird für Ende 2012 erwartet, spätestens 2017 wird die „Wissenschaftslinie“ zwischen dem Campus Martinsried und dem Campus in Garching fahren. Mehr zu allen Campuseinrichtungen unter: www.campusmartinsried.com

Das IZB Weihenstephan (Foto: Hr. Martin)

den Infrastruktur des Campus: Mit der Kindertagesstätte „Biokids“ und dem Cafe und Kommunikationstreff „Freshmaker“ hat das IZB schon 2002 Maßstäbe gesetzt. Mit der Chemieschule Elhardt, die sich in West II eingemietet hat, wurde ein neuer Weg beschritten: Die Schule bildet praxisnah technische Assistenzberufe aus. Auch im vergangenen Jahr hat es wieder einige bemerkenswerte Finanzierungsrunden gegeben, ein Hinweis darauf, dass die IZB-Firmen von der internationalen Finanzkrise bisher weitgehend verschont geblieben sind. Das hat

Kontakt: Dr. Peter Hanns Zobel

Fördergesellschaft IZB mbH

Am Klopferspitz 19 D-82152 Martinsried tel.: +49 (0)89 700 65 670 fax: +49 (0)89 700 65 677 E-mail: info@izb-online.de Internet: www.izb-online.de


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Inhaltsverzeichnis Kategorien Biotechnologie in Bayern 2012/2013 Agro, Food, Environment aromaLAB AG Hans-Dieter-Belitz-Institut

S.29 S.31

Bioinformatics gimbio mbH quattro research GmbH

S.30 S.24

Biotech Consulting & Service Adriacell SpA ATRES Group BioM Biotech Cluster Development GmbH BioM WB GmbH DPC Pharma Consulting/ BioMedPartners Venture Partner FROST LIFESCIENCE Patentquadrat RSA Consulting GmbH that’s it gmbh THE WORKING GROUP VELUMETRIX GmbH

S.14 S.29 S.16 S.16 S.19 S.21 S.24 S.25 S.27 S.28 S.28

Biotech Consulting & Training Chemieschule Dr. Erwin Elhardt

S.17

Biotech Devices & Reagents Biontex Laboratories GmbH ibidi GmbH LEUKOCARE AG Menlo Systems GmbH SIRION Biotech GmbH

S.17 S.22 S.22 S.22 S.26

Biotech Environment, Instruments Umwelt-Geräte-Technik GmbH

S.31

Biotech Preclinical Services Coriolis Pharma PhaToCon Smart Move GmbH

S.18 S.24 S.26


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Biotech Therapeutics & Diognostics 4SC AG amYmed GmbH conoGenetix biosciences GmbH DoNatur GmbH ELLA Biotech GmbH eticur) GmbH Euroderm GmbH Evotec Exosome Diagnostics GmbH GENidee Omegametrix GmbH origenis GmbH Pieris AG R&D-Biopharmaceuticals GmbH SiNatur GmbH SuppreMol GmbH XL-protein GmbH

S.14 S.15 S.18 S.19 S.20 S.20 S.30 S.20 S.21 S.30 S.23 S.23 S.31 S.25 S.25 S.27 S.32

DNA/Protein Analytics Bernina Plus GmbH ChromoTek GmbH TRION Research GmbH vertis Biotechnologie AG

S.15 S.17 S.28 S.32

Drug Discovery Service CRELUX GmbH

S.18

Gewebepr채parate Bayerische Gewebebank GmbH

S.15

Industrial Biotech AMSilk GmbH

S.14

Medtech EKFS Herzchirurgie SMARTEC IngenieurB체ro GmbH

S.19 S.26

Personalized Cancer Therapy SpheroTec GmbH

S.27

Pharma & Chemical Industrie Fresenius Biotech GmbH NanoScape AG PhaToCon

S.21 S.23 S.30

Venture Capital VC Vesalius Biocapital

S.29


Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie IZB Martinsried Am Klopferspitz 19 und 19a · 82152 Martinsried

14 Biotech Therapeutics & Diagnostics

Neue Medikamente für Autoimmunkrankheiten und Krebs Die 4SC AG (ISIN DE0005753818) erforscht und entwickelt zielgerichtet wirkende, niedermolekulare Medikamente zur Behandlung von Erkrankungen mit hohem medizinischen Bedarf in verschiedenen Autoimmun- und Krebsindikationen. Damit sollen den betroffenen Patienten innovative Therapien mit verbesserter Verträglichkeit und Wirksamkeit im Vergleich zu bestehenden Behandlungsmethoden für eine höhere Lebensqualität geboten werden. Die ausgewogene Pipeline des Unternehmens umfasst vielversprechende Produkte in fortgeschrittenen Phasen der klinischen Entwicklung.

Durch Partnerschaften mit führenden Unternehmen der Pharmaindustrie setzt die 4SC AG auf zukünftiges Wachstum und Wertsteigerung. Das Unternehmen wurde 1997 gegründet, beschäftigt derzeit 94 Mitarbeiter und ist seit Dezember 2005 am Prime Standard der Börse Frankfurt gelistet. Kontakt: 4SC AG Am Klopferspitz 19a im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland Jochen Orlowski, IR & PR FON: +49 (0)89 70 07 63 66, FAX: +49 (0)89 70 07 63 29 mailto: jochen.orlowski@4sc.com, www.4sc.de

Biotech Consulting & Service

Makromolekülen auf der Spur sowie Früherkennung und Therapiebegleitung von Gebärmutterhalskrebs Adriacell SpA ist eine aus Nord-Italien stammende Biotechnologie Firma die first in class Therapeutika und Diagnostika für die Onkologie entwickelt. Die firmeneigene CROMOC-Therapeutik Plattform ermöglicht die Auffindung von Makromolekülen mit krankheitsspezifischen, intrazellulär aktiven Wirkungsprinzipien. Die innovative Diagnostik-Linie CERVIMAX erlaubt eine Früherkennung und Therapiebegleitung von Gebärmutterhalskrebs. Für den Markteintritt in Deutschland, Österreich und der Schweiz dient das IZB Martinsried als Ausgangspunkt.

Dort betreibt Adriacell ein Klein-Molekül-Programm für Onkologie Targets. München bietet sich auf Grund der einzigartigen Konzentration an Expertise in moderner pharmazeutischer Chemie als idealer strategischer Mittelpunkt an. Kontakt: Adriacell SpA Dr. Christian Kuehne Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 70 07 649-1 FAX: +49 (0)89 70 07 649-9 eMail: izb.business@adriacell.com www.adriacell.com

Industrial Biotech

Einzigartiger Prozess zur Entwicklung von Biopolymeren AMSilk hat einen einzigartigen Prozess entwickelt, um Biopolymere wie beispielsweise Spinnenseide großtechnisch herzustellen. Die AMSilk®-Technologie ermöglicht erstmals die kundenspezifische Produktion von verschiedenen Biomaterialien, die herkömmlichen synthetisch hergestellten Materialien oft weit überlegen sind. AMSilk bedient viele Applikationen in unter-

schiedlichen industriellen Bereichen mit neuen Materialien, um neue, innovative Produkte zu erzeugen.

Kontakt: AMSilk GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland Fon: +49 (0)89 38 156-44 30 Fax: +49 (0)89 38 156-38 59 eMail: info@amsilk.com www.amsilk.com


Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie IZB Martinsried Am Klopferspitz 19 und 19a · 82152 Martinsried

15 Biotech Therapeutics & Diagnostics

Präzise Diagnostik zur Therapie von Proteinspeicherkrankheiten (Amyloidosen) Die amYmed GmbH entwickelt Immunreagenzien zur sicheren Unterscheidung der etwa 25 verschiedenen, meist lebensbedrohlichen Proteinspeicherkrankheiten (z.B.: Alzheimersche Erkrankung, hereditäre Amyloidosen und solche bei monoklonalen Gammopathien) im Hinblick auf eine effiziente Therapie. Derzeit unterhält amYmed einen Service für präzise Diagnostik an eingeschickten Gewebeproben mit Beratung von Patienten und Ärzten. Da die Amyloidosen klinisch sehr ähnlich sein können, obwohl sie unterschiedliche Krankheiten darstellen, ist eine sichere Unterscheidung im Hinblick auf eine krankheitsspezifische Therapie unverzichtbar.

Für Amyloidkrankheiten beim Tier werden in gleicher Weise Immunreagenzien entwickelt.

Kontakt: amYmed GmbH Referenzzentrum für Amyloidkrankheiten Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (o)89 52 01 26 38 FAX: +49 (o)89 52 38 90 13 eMail: linke@amymed.de www.amymed.de

Gewebepräparate

Die Bayerische Gewebebank – ein Leben rettendes Netzwerk Die Bayerische Gewebebank GmbH wurde im Jahr 2009 vom Klinikum der Universität München und dem Deutschen Herzzentrum München gegründet. Aufgabe der Bayerischen Gewebebank ist die Bearbeitung und Weitergabe von menschlichen Gewebepräparaten mit Herstellungserlaubnis und Zulassung entsprechend dem Gewebegesetz. Über den Eigenbedarf der Gesellschafter hinaus sollen künftig auch weitere Kliniken in München und Umgebung mit Gewebepräparaten versorgt werden. Die Bayerische Gewebebank versteht sich dabei als Teil eines über die Stiftung Europäische Gewebebanken verbundenen Netzwerkes von Entnahmeeinrichtungen, Laboren, Gewebebanken und Gewebe transplantierenden Einrichtungen. Ziel dieses Netzwerkes ist es, eine bedarfsgerechte, qualitätsgesicherte, transparente und

kostengünstige Versorgung von Patienten mit Gewebetransplantaten zu gewährleisten. In den im IZB vorhandenen Reinräumen wurden inzwischen die baulichen Voraussetzungen für die Erteilung der Herstellungserlaubnis geschaffen, so dass Gewebepräparate unter aseptischen Bedingungen hergestellt werden können. Kontakt: Bayerische Gewebebank GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 55 89 84 50 FAX: +49 (0)89 90 55 89 84 52 eMail: bayerischegewebebank@arcor.de

DNA/Protein Analytics

Intelligente orale Drug Delivery Systeme Bernina Plus und HDS entwickeln intelligente Drug Delivery Systeme. Hauptziel ist es, therapeutische Peptide oral verfügbar zu machen. Die patentgeschützte Technologie der Bernina Plus nutzt kleinste Lipidvesikel, die aus natürlichen und synthetischen Lipiden hergestellt werden. Darüber hinaus werden synthetische Lipide für besonders dünne und widerstandsfähige Oberflächenbeschichtungen eingesetzt.

Kontakt: Bernina Plus GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 52 38 87 40 FAX: +49 (0)89 52 38 83 33 eMail: gropp@berninaplus.de www.berninaplus.de


Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie IZB Martinsried Am Klopferspitz 19 und 19a · 82152 Martinsried

16 Biotech Consulting & Service

Kompetenz für junge Biotechnologie-Unternehmen Netzwerkagentur sowie Service- und Beratungsgesellschaft ist BioM seit gut 15 Jahren die erste Anlaufstelle für Biotechnologie-Unternehmen und Firmengründer im Münchner Biotech Cluster – und darüber hinaus. Im Auftrag des bayerischen Wirtschaftministeriums sowie mit Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unterstützt BioM Unternehmer und Unternehmen von der Gründung bis zum Markteintritt mit vielfältigen Angeboten eines Teams aus Spezialisten verschiedener Fachbereiche und einem exzellenten nationalen und internationalen Partnernetzwerk. Die Serviceangebote reichen von Finanzierungs-, Förder- und Gründerberatung über Trainings und Unterstützung bei Marketingaktivitäten bis hin zur Hilfestellung im Business Development. Im Januar 2010 gewann der Münchner Biotech Cluster unter der Koordination von BioM im "BMBFSpitzencluster-Wettbewerb", und ist maßgeblich an der erfolgreichen Umsetzung der neuen Strategie in der "personalisierten Medizin" beteiligt. Sowohl dieser neue inhaltliche Fokus als auch der Münchner Biotech Cluster in Gänze wird gemeinsam auf der neuen Homepage präsentiert: www.m4.de Dort sind auch die diversen Datenbanken als Überblick zum Standort zu finden: Firmendatenbank Termindatenbank Jobbörse Geräte- und Labor-Immobilienbörse

Darüber hinaus ist BioM mit dem Management des „Bayerischen Clusters Biotechnologie“ als Netzwerk aller bayerischen Biotech-Regionen beauftragt. BioM verfasst mit diesen Netzwerkpartnern eine jährlich erscheinende Übersicht zur bayerischen Biotechnologie- und Pharmabranche mit aktuellen Geschäftszahlen und einem ausführlichen Firmenlisting, deren Grundlage aus einer umfangreichen Firmenbefragung stammt. Die BioM ist in zwei rechtlich unabhängige Geschäftseinheiten mit spezifischen Aufgabenbereichen unterteilt: Die BioM GmbH leistet das Clustermanagement mit den oben beschriebenen Serviceangeboten, die BioM AG ist im Bereich Seed-Finanzierung tätig und investiert in innovative Gründungskonzepte.

Kontakt: BioM Biotech Cluster Development GmbH Am Klopferspitz 19a (IZB West II) 82152 Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89/89 96 79-0 FAX: +49 (0)89/89 96 79-79 eMail: info@bio-m.org www.bio-m.org

Biotech Consulting & Service

Netzwerken für die Industrielle Biotechnologie in Bayern Die BioM WB GmbH ist seit Juni 2008 die Managementorganisation eines interdisziplinären Kompetenznetzwerks der Industriellen Biotechnologie mit Zentrum in Bayern. Das Netzwerk der BioM WB, hervorgegangen aus dem innerhalb der BMBF-Maßnahme „BioIndustrie 2021“ prämierten Netzwerk IBP („Industrielle Prozesse mit biogenen Building Blocks und Performance Proteinen"), wuchs seit 2008 auf mittlerweile fast 80 Mitglieder aus Großindustrie, mittelständischen Unternehmen (KMU) und Akademie an. Die BioM WB unterstützt das Netzwerk in allen Belangen des Technologietransfers, dem Erschließen von Finanzierungsquellen bzw. dem Einwerben von Fördermitteln und der Öffentlichkeitsarbeit.

Durch die katalytische Wirkung der BioM WB werden zukunftsweisende Erkenntnisse aus der Wissenschaft rasch in marktfähige Produkte oder Verfahren umgesetzt. Die BioM WB fördert den Dialog zwischen der Wirtschaft und der Politik auf dem Gebiet der Industriellen Biotechnologie zum Zweck einer starken und gleichzeitig ressourcenschonenden Wirtschaftsstruktur. Kontakt: BioM WB GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 54 04 54 70, FAX: +49 (0)89 54 04 54 715 eMail: info@BioM-WB.com, www.BioM-WB.com


Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie IZB Martinsried Am Klopferspitz 19 und 19a · 82152 Martinsried

17 Biotech Devices & Reagents

Transfektionstechnologie auf höchstem Niveau Als forschungsorientiertes Gentechnologie-Unternehmen bietet die Biontex eine umfangreiche Palette an Produkten im Bereich der Transfektionstechnologie an. Produkte wie METAFECTENE® und METAFECTENE® PRO sind seit Jahren etablierte Reagenzien. Unsere Neuentwicklung METAFECTENE® EASY+ bedarf keinerlei lästigen Optimierungsaufwandes, eine WELTNEUHEIT auf diesem Produktsektor. Mit METAFECTENE® SI konnte ein spezielles für die effiziente siRNA-Transfektion entwickeltes Reagenz entwickelt werden. Eine wichtige Alternative zur Nukleinsäure-Transfektion ist die Einbringung von Proteinen in Zellen, wozu die neuartigen Reagenzien der PROTEOfectene®-Reihe zur Verfügung stehen. Biontex entwickelte die neuartige "Microfection-Produktreihe", welche herausragende optische Eigenschaften für das "live cell imaging"

zur Beobachtung einer Vielzahl an effizienten Transfektionsanwendungen mit Nukleinsäuren und Proteinen bietet. Ergänzend hierzu vertreibt die Biontex Agarosen zur Proteinaufreinigung (Ni-NTA Agarose, Ni-IDA Agarose, Co-IDA Agarose, GST Agarose etc.) und Zellkulturprodukte, die garantiert ohne Mycoplasmenkontamination sindeinem der bedeutendsten Hindernisse für erfolgreiche Transfektionsergebnisse. Kontakt: Biontex Laboratories GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland Fon: +49 (0)89 32 47 99 50, Fax: +49 (0)89 32 47 99 52 eMail: s.koenig@biontex.com, www.biontex.com

Biotech Consulting & Training

Berufsbildungszentrum für Chemie, Biologie und Umwelt mit BTA Ausbildung im IZB Martinsried Die Chemieschule Dr. Erwin Elhardt ist ein Berufsbildungszentrum für Chemie, Biologie und Umwelt mit über 120 Jahren Erfahrung in der Ausbildung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Hier werden staatlich anerkannte Chemisch-Technische Assistenten (CTAs), Biologisch-Technische Assistenten (BTAs) und Chemietechniker aus- bzw. fortgebildet. Seit September 2010 findet die Ausbildung der BTAs im Neubau des Innovations- und Gründerzentrums Biotechnologie (IZB) in Martinsried statt. Dort stehen eigene moderne Labors zur Verfügung, die für diese Ausbildung maßgeschneidert sind. Der praktische und theoretische Unterricht kann hier praxisnah in der Nachbarschaft der zahlreichen Life Science Unternehmen durchgeführt werden.

Kontakt: Chemieschule Dr. Erwin Elhardt Staatlich anerkannte Berufsfachschule für Biologisch-Technische Assistenten Am Klopferspitz 19a im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 65 14 031 FAX: +49 (0)89 65 14 033 eMail: info@chemieschule-bayern.de www.chemieschule-bayern.de Gemeinnütziger Schulträger: Chemieschule Dr. Elhardt GmbH Ludmillastraße 30, 81543 München

DNA/Protein Analytics

ChromoTek – zuverlässige Chromobody®-Technologie Die ChromoTek GmbH, gegründet in 2008, entwickelt und vertreibt neuartige Nachweisreagenzien und zellbasierte Assays für die biomedizinische Forschung und die pharmazeutische Wirkstoffentwicklung. Während der letzten Jahre hat ChromoTek innovative Forschungsreagenzien, wie die GFP-Trap® und RFP-Trap® entwickelt – zwei äußerst effiziente Reagenzien für biochemische Analysen von fluoreszierenden Proteinen. Im April 2011 hat ChromoTek erfolgreich seinen ersten zellbasierten Assay, den U2OS Cell Cycle Chromobody®, für die Identifikation und Validierung pharmazeutischer Wirkstoffe in lebenden Zellen auf dem Markt eingeführt. Dieser High-Content Analysis (HCA) Assay ermöglicht es nun erstmals den gesamten

Zellzyklus in lebenden Zellen in Echtzeit zu verfolgen. Darüber hinaus hat ChromoTek einen Fluorescent 2Hybrid (F2H)-Assay entwickelt. Dieser ermöglicht es Protein-Protein-Interaktionen in lebenden Zellen in Echtzeit zu analysieren. Kontakt: ChromoTek GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 78 79 73 10 FAX: +49 (0)89 78 79 73 11 email: info@chromotek.com URL: www.chromotek.com


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18 Biotech Therapeutics & Diagnostics

conoGenetix biosciences – Peptidtherapeutika gegen Autoimmunerkrankungen Das 2002 gegründete und im IZB in Martinsried lokalisierte biopharmazeutische Unternehmen conoGenetix biosciences ist spezialisiert auf die Entwicklung von Peptidtherapeutika für den Indikationsbereich Autoimmunerkrankungen. Mittels einer selbstentwickelten Plattformtechnologie können Peptide entwickelt werden, die hochspezifisch krankheits-relevante Ionenkannäle adressieren. Ein Programm zur Entwicklung von Wirkstoffen zur Therapie der schweren, rheumatoid-ähnlichen Erkrankung Vaskulitis umfaßt derzeit mehrere proprietäre Peptide in präklinischer Testung. Als kleines, innovatives und vor allem flexibles BiotechUnternehmen ist conoGenetix Kooperationspartner für große Biotech – und Pharmaunternehmen. Aufgrund

eines unbeschränkten Zugangs zu einem großen Pool von Substanzen, von denen jede einzeln als Drug-Targets und hoch spezifisch auf die wichtige Gruppe der Ionenkanäle wirkt, besitzt conoGenetix ideale Voraussetzungen zur Schaffung einer an die Bedürfnisse von Pharmapartnern adaptierbaren Produktpipeline. Kontakt: conoGenetix biosciences GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49(0)89 547269-50 FAX: +49(0)89 547269-59 eMail: info@conogenetix.de, www.conogenetix.de

Biotech Preclinical Services

Hocheffiziente Schnittmengenbildung im Bereich der biopharmazeutischen Entwicklung Coriolis Pharma zählt weltweit zu den führenden unabhängigen Dienstleistungsunternehmen für Forschung und Formulierungsentwicklung (bio)pharmazeutischer Wirkstoffe (Proteine, Peptide, monoklonale Antikörper, Virus-like particles, RNA/DNA) und Impfstoffe. Ein interdisziplinäres Expertenteam von hochqualifizierten Wissenschaftlern mit langjähriger Erfahrung im Bereich von Biopharmazeutika optimiert und verkürzt durch einzigartiges Know-how und Synergien, durch den Einsatz von innovativen analytischen Methoden sowie durch neueste wissenschaftliche Erkenntnisse den Prozess der Arzneimittelentwicklung. Beispiele für den Service von Coriolis Pharma sind Entwicklung von Formulierungen für (prä-)klinische Phasen und Kommerzialisierung, Gefriertrocknung (Prozessent-

wicklung, Optimierung und Scale-up), Stabilitätsstudien, Produktion von Material für präklinische Studien und Proteinanalytik mit modernsten Technologien z.B. für Aggregat- und Partikelanalyse (ausgewählte Methoden wie Micro-Flow Imaging, Lichtblockade und Asymmetrische Feldflussfraktionierung, AF4 auch unter cGMP). Kontakt: Coriolis Pharma Biopharmaceutical Research and Development Service Dr. Michael Wiggenhorn, Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49(0) 89 54 24 498-0, FAX: +49(0) 89 54 24 498-22 eMail: contact@coriolis-pharma.com www.coriolis-pharma.com

Drug Discovery Service

Premium Protein und Protein-Strukturanalyse Service CRELUX ist ein Hersteller und Lieferant für hochqualitative Proteine und Protein-Strukturanalyse. Das Unternehmen ist ein etablierter Partner für die globale Pharma-, Biotech- und Diagnostikindustrie. Die Kernkompetenz der CRELUX liegt auf der 3D-Aufklärung von Wirkstoff/Zielprotein Komplexen mittels Röntgen-Kristallstrukturanalyse. Die erzielten Daten werden von unseren Kunden benutzt, um Wirkstoffeigenschaften gezielt zu verbessern. Das Technologieportfolio des Unternehmens umfasst alle Schritte vom Konstruktdesign bis hin zur Lieferung einer fertigen Ko-Kristallstruktur. Im Rahmen seiner PRIME PROTEIN Services, treibt das Unternehmen Innovationen insbesondere in der Proteinexpression voran, und ist somit auch ein wichtiger Partner

für die Produktion von hochreinem Protein für Forschung und Diagnostik. Das XPRESS Portfolio der CRELUX umfasst über einhundert therapeutisch relevante Zielproteine für die eine Komplexstruktur innerhalb von wenigen Wochen geliefert werden kann. Kontakt: CRELUX GmbH Am Klopferspitz 19a im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 70 07 60 170 FAX: +49 (0)89 70 07 60 222 eMail: schaeffer@crelux.com www.crelux.com


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19 Biotech Therapeutics & Diagnostics

Neue pflanzliche Wirkstoffe für die Therapie chronischer Krankheiten DoNatur hat aus einer bereits im Altertum verwendeten Heilpflanze neue Substanzen isoliert, die eine lang anhaltende schmerzstillende und vermutlich kausale antirheumatische Wirkung haben. Die ungewöhnlich hohe Wirksamkeit der von DoNatur patentierten neuen Substanzen konnte durch placebo-kontrollierte PilotStudien an Menschen bereits bestätigt werden. Weitere Untersuchungen haben die neuartige bioregulatorische Wirksamkeit der DoNatur- Substanzen bewiesen und somit den Weg für Therapie-Anwendungen an weiteren, durch fehlerhafte Immunregulation bedingten, chronische Krankheiten eröffnet. Tätigkeitsfelder sind chronische Gelenkschmerzen rheumatischer Herkunft. Diese werden heute gegenwärtig überwiegend

mit synthetischen Antirheumatika behandelt, die keine Heilung bringen und mit schweren Nebenwirkungen belastet sind. Hier bieten die von DoNatur patentierten Substanzen eine gute Alternative.

Kontakt: DoNatur GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89/85 66 25 55 eMail: info@donatur.de www.donatur.de

Biotech Consulting & Service

Die Tragfähigkeit einer Idee erkennen: Vom belastbaren wissenschaftlichen Resultat zur Machbarkeit des Produkts Die DPC Pharma Consulting wurde im Jahr 2007 von Dr. Karl Deres gegründet mit Büros im Biotech-Zentrum IZB Martinsried und in Berlin Mitte. DPC Pharma Consulting bietet Pharma und Biotech-Unternehmen Dienstleistungen an. Schwerpunkt bildet das Interim-Management in den Bereichen der Forschung und der wissenschaftlichen Geschäftsentwicklung. Der Schwerpunkt resultiert aus der Kernkompetenz Wirkstoffentwicklung auf dem Gebiet der chronisch entzündlichen Erkrankungen. Zudem unterstützt Dr. Karl Deres als Venture Partner der „BioMedPartners“ deren Repräsentanz in München. Die Umsetzungsstärke der DPC Pharma Consulting resultiert daraus, Menschen zu schätzen und damit Menschen anzuspornen; wer Leistung anerkennen

kann, steigert die Leistungsbereitschaft; wer den Mut hat Unterscheidungen zu treffen, hilft den Unterschied zu machen. Kontakt: DPC Pharma Consulting | BioMedPartners Venture Partner Dr. Karl Deres Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 55 05 47 510 FAX: +49 (0)89 55 05 47 521 eMail: info@dpcpharma.de www.dpcpharma.de

Medtech

Mesenchymale und hämatopoetische Stammzellen aus der Nabelschnur Die in der Herzchirurgischen Klinik (Prof. Dr. B. Reichart) angesiedelte und von Prof. Dr. rer. physiol. G. Eißner geleitete Else Kröner-Fresenius-Stiftungsprofessur für Interdisziplinäre Stammzellforschung beschäftigt sich mit der Entwicklung neuer prä-klinischer Ansätze in der Therapie kardiomyodegenerativer Erkrankungen unter Verwendung mesenchymaler Stammzellen (MSC) aus dem Nabelschnurgewebe. Ein weiterer Schwerpunkt der EKFS Herzchirurgie ist die Endothelpathologie in der Transplantationsmedizin. Darüber hinaus arbeitet das Labor an der ex vivo Expansion hämatopoetischer Stammzellen (HSC) aus dem Nabelschnurblut. Langfristiges Ziel ist die Vergrößerung des Patientenkreises, der

für eine Leukämiebehandlung durch allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation in Frage kommt.

Kontakt: EKFS Herzchirurgie Prof. Dr. G. Eißner Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 70 06-5008 FAX: +49 (0)89 70 06-5065 eMail: guenther.eissner@med.uni-muenchen.de www.herzklinik-muenchen.de


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20 Biotech Therapeutics & Diagnostics

Spezialsynthesen von Oligoribonukleotiden ELLA Biotech ist ein privates, international agierendes Biotech-Unternehmen mit dem Focus hochqualitative Spezialoligonukleotide für die Bereiche Diagnostik, Chiptechnologien, Libraries etc. herzustellen. Eine enge Zusammenarbeit mit den Kunden ist für ELLA Biotech absolute Prämisse, um definierte Synthese-Standards als auch Qualitätskriterien zu erfüllen und den Produktionsprozess stetig zu verbessern. Das Portfolio des Unternehmens beinhalted u.a.: hochqualitative long-mer Oligonukleotide special labelled Oligonukleotide gemäß Kunden-Spezifikationen dual-labelled probes für die qPCR

Durchführung von spezifischen OligonukleotidProjektsynthesen

Kontakt: ELLA Biotech GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 70 93 93 16 FAX: +49 (0)89 70 93 94 40 eMail: info@ellabiotech.com www.ellabiotech.com

Biotech Therapeutics & Diagnostics

Stammzellen aus der Nabelschnur – eine biologische Lebensversicherung eticur) bietet in Kooperation mit der Stammzellbank des Universitätsklinikums Erlangen an, die Stammzellen des Nabelschnurblutes von Neugeborenen in über 600 Kliniken bundesweit zu sammeln, zu bearbeiten und tiefgefroren aufzubewahren. Hierbei werden alle derzeit gültigen arzneimittelrechtlichen Vorschriften streng eingehalten. eticur) will die zukünftigen Eltern mit großer Seriosität über die Chancen und Nutzen der Einlagerung von Nabelschnurblut-Stammzellen informieren. Darüber hinaus bietet eticur) eine sichere Einlagerung und garantiert höchste Qualität und umfassende Testung durch hoch qualifiziertes Personal. Weitere Information über die einzelnen Schritte

vom Vertrag bis hin zur Einlagerung, sowie den medizinischen Nutzen der Stammzellen aus Nabelschnurblut stehen auf der Homepage bereit.

Kontakt: eticur) GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 12 59 810 FAX: +49 (0)89 12 59 81 19 eMail: info@eticur.de www.eticur.de

Biotech Therapeutics & Diagnostics

Selektive Small Molecules und phosphoproteomische Biomarker – Schlüssel für die personalisierte Medizin Evotec München, eine Tochterfirma der Evotec AG, hat sich einen exzellenten Ruf als Dienstleister für global operierende Pharma- und Biotechnologieunternehmen erarbeitet. Durch den Einsatz modernster Chemical Proteomics und quantitativer Phosphoproteomics Technologien bietet Evotec München eine umfassende Wirkstoffanalyse im zellulären System und unterstützt dadurch seine Kunden bei der Entwicklung selektiver, nebenwirkungsarmer Small Molecules, bei der Mode of Action Analyse von Wirkstoffen sowie bei der Identifizierung molekularer Biomarker.

Kontakt: Evotec Am Klopferspitz 19a im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 4524465-0 FAX: +49 (0)89 4524465-220 eMail: proteomics@evotec.com www.evotec.com


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21 Biotech Therapeutics & Diagnostics

Entnahme von Gewebeproben ohne Biopsie oder chirurgischen Eingriff Das amerikanische Unternehmen isoliert Exosome, Vesikel endosomalen Ursprungs aus Blutserum oder Blutplasma, Urin und anderen Körperflüssigkeiten und extrahiert deren RNA. Für diese extrahierte RNA ("exoRNA") entwickelt das Unternehmen molekulardiagnostische Tests und führt diese durch. Der große Vorteil dieser neuartigen Methode besteht darin, dass man keine Biopsie oder chirurgischen Eingriff mehr benötigt, um Gewebeproben zu entnehmen. Desweiter ermöglicht dieses Verfahren eine kontinuierliche und damit effizientere Überwachung des Krankheitsverlaufs. Im Mai 2010 konnte die Exosome Diagnostics eine Serie A Finanzierung in Höhe von USD 20 Mio., von einer VC Gemeinschaft angeführt, durch NGN Capital & Forbion

Capital Partners realisieren. Die Einrichtung einer europäischen Tochter mit Schwerpunkt Bioinformatik im IZB Martinsried war ein Eckpfeiler des Businessplans. Von dort aus werden alle europäischen Kooperationen koordiniert und die Proben europäischer Partner in Empfang genommen. Kontakt: Exosome Diagnostics GmbH Am Klopferspitz 19a im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 89 416 17270, FAX: +49 89 416 17269 eMail: mikkel@exosomedx.com www.exosomedx.com

Pharma & Chemical Industrie

Entwicklung und Vermarktung von effektiven Antikörpertherapien Fresenius Biotech GmbH ist ein global operierendes Unternehmen, das auf die Entwicklung und Vermarktung von Biopharmazeutika im Bereich der Onkologie und Transplantationsmedizin ausgerichtet ist. Im Fokus der Aktivitäten steht der Einsatz von immuntherapeutischen Produkten basierend auf innovativen Antikörpertechnologien. Seit mehr als 25 Jahren ist der polyklonale Antikörper ATG-Fresenius S in der Transplantationsmedizin im Markt etabliert. Neben der Anwendung bei der soliden Organtransplantation wird ATG-F zunehmend in der Stammzelltransplantation nach der Krebstherapie eingesetzt. Als zweites Produkt wurde im Frühjahr 2009 der trifunktionale Antikörper Removab® (Catumaxomab) von Fresenius Biotech zur Zulassung gebracht und in europäischen Märkten eingeführt. Fresenius Biotech unterhält

Entwicklungsstandorte in Deutschland und den USA. Im IZB ist die Abteilung für Forschung und Entwicklung angesiedelt, welche die klinische Entwicklung unterstützt und analytische Methoden zur Herstellung und Prüfung von pharmazeutischen Antikörpern entwickelt und validiert. Zum Einsatz kommen hierbei proteinchemische, immunologische undzellbiologische Methoden. Kontakt: Fresenius Biotech GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 89 88 88 0, FAX: +49 (0)89 70 92 90 35 eMail: info@fresenius-biotech.com www.fresenius-biotech.com

Biotech Consulting & Service

Unterstützung in den Bereichen Business Development, Marketing und Sales FROST LIFESCIENCE bietet Start Up- Firmen aus Life Science und Biotechnologie Unterstützung in den Bereichen Business Development, Marketing und Sales an. Gerade für Start Up-Unternehmen eminent wichtig, den Markteintritt frühzeitig durchzuführen und mit den potentiellen Kunden die innovativen Technologien und Produkte erfolgreich im Markt zu etablieren. Dienstleistungen: Business Development Marketing Sales

FROST LIFESCIENCE ist Spezialist für humane Primärund Stammzellen, 3D in vitro Testsysteme (Haut, Angiogenese, Tumormodelle), Cell based Assays und für viralen Gentransfer . Kontakt: FROST LIFESCIENCE Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland Fon: +49 (0)89 51 77 71 40 Fax: +49 (0) 89 5177 71 60 eMail: info@frost-lifescience.com www.frost-lifescience.com


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22 Biotech Devices & Reagents

Cells in focus ibidi entwickelt, produziert und vertreibt Zellkultur-Biochips (µ-Slides) und Gesamtlösungen für funktionelle zellbasierte Assays im Life Science Bereich. Die Produktpalette umfasst neben den µ-Slides und µ-Dishes auch Pumpen- und Heizsysteme. Alle Produkte von ibidi sind auf mikroskopische Anforderungen optimiert. ibidi´s F&E ist auf die drei Themenfelder Zellmikroskopie, Immunfluoreszenz und zellbasierte Assays fokussiert. Spezielle Applikationen adressieren Forschung in den Bereichen Angiogenese, Chemotaxis, Wundheilung und die Simulation von Blutgefässen in Flussexperimenten. Für diese Anwendungen wurden eigene Slides und Geräte entwickelt, die spezielle optische Anwendungen dieser Assays ermöglichen. Beispiele sind ein Perfusionssystem

zur Untersuchung von Zellen unter Flussbedingungen und Mikroskoptischheizungen für Lebendzellmikroskopie. Mit dem neuen Aktin-Marker LifeAct kann die Entwicklung und Bewegung von Aktinstrukturen in lebenden Zellen beobachtet werden. Kontakt: ibidi GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 52 04 61 70 FAX: +49 (0)89 52 04 61 759 eMail: info@ibidi.de www.ibidi.de

Biotech Devices & Reagents

Innovative Life Science Technologien im Bereich biopharmazeutischer, medizintechnischer und diagnostischer Märkte LEUKOCARE entwickelt proprietäre Technologien zur Stabilisierung und zum Schutz von Proteinen und anderen biologischen Molekülen. LEUKOCAREs SPS Technologien werden eingesetzt bei biopharmazeutischen Arzneimitteln und Impfstoffen sowie bei biologisch funktionalisierten Medizinprodukten und Diagnostika. Die Lagerstabilität der Produkte wird verbessert und die terminale Sterilisation durch Bestrahlung oder Begasung ermöglicht. SPS erlaubt die Verbesserung der Produktqualität, Produktionskosten können deutlich gesenkt und neuartige Produkte entwickelt werden, wie z.B. orthopädische und dentale Implantate, die mit Wachstumsfaktoren beschichtet sind um das Einwachsen in die Knochenmatrix zu verbessern,

diagnostische Katheter, die mit Antiköpern beschichtet sind um zirkulierende Zellen aus dem Blutstrom anzureichern, Impfzubereitungen, die auch ohne aufwendige Kühlketten in Zweit- und Drittweltländern distribuiert werden können. Kontakt: LEUKOCARE AG Am Klopferspitz 19a im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 780 16 65- 0 FAX: +49 (0)89 780 16 65-11 eMail: info@leukocare.com, www.leukocare.com

Biotech Devices & Reagents

Messen mit dem Herzschlag des Lichtes – Präzision Made in Germany Der Lidschlag des Auges wird durch den schnellsten Muskel im menschlichen Körper gesteuert und wird in Millisekunden gemessen. Verglichen mit Zeitintervallen, die heutzutage in der Navigation oder in der Datenübertragung genutzt werden, erscheint der Lidschlag wie eine Ewigkeit. Mit unserer patentierten optischen Frequenzkammtechnologie stellen wir uns dieser Herausforderung. Einfach ausgedrückt erlaubt die optische Frequenzkammtechnologie erstmals das gesamte Spektrum des Lichtes im sichtbaren und nahinfraroten Spektralbereich mit äußerster Präzision auf einfache Weise zu vermessen. Basierend auf dieser Technologie haben wir während der letzten Jahre eine Reihe von Produkten entwickelt, die immer genauere Messungen erlauben. Unser ganzer

Stolz ist der optische Frequenzsynthesizer. Hiermit können Lichtfrequenzen mit einer Genauigkeit von 15 Dezimalstellen gemessen werden. Eine neulich gestartete Microsite stellt ambitionierte Forschungsprojekte und bahnbrechende Ergebnisse dar. Sie können die Welt der Frequenzkämme unter www.frequencycomb.com entdecken. Kontakt: Menlo Systems GmbH Am Klopferspitz 19a im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 18 91 660, FAX: +49 (0)89 18 91 66 111 eMail: sales@menlosystems.com www.menlosystems.com


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23 Pharma & Chemical Industrie

Verkapselungs- und kontrollierte Freisetzungs-Technologie auf Basis poröser Nanopartikel NanoScape ist ein Entwickler und Hersteller von porösen, nanoskaligen Materialien für die Bereiche Pharma, Umwelt (z.B. Wasseraufbereitungs-Membrane) sowie Elektronik (u.a. chemische Gassensoren, Anti-ReflektionsSchichten). Dabei verwendet NanoScape NanoZeolithe – nanoskalige, käfigartige Strukturen mit sehr großer Beladungskapazität, die z.B. durch Modifikation von Partikelgröße und Porendurchmesser, Funktionalisieren der Oberflächenchemie oder Binden von Liganden an individuelle Kundenanforderungen adaptiert werden können, um nahezu alle besonderen pharmazeutischen, biochemischen, elektrischen oder optischen Eigenschaften zu realisieren. Hiermit lassen sich intelligente Drug DeliverySysteme für pharmazeutische Wirkstoffe (small molecu-

les, Biopharmaceuticals, Vakzine) und diagnostische Sensoren gestalten sowie Applikationen im Bereich Proteomics unterstützen. NanoScapes NanoZeolith-Produktportfolio beinhaltet eine Reihe mikro- und mesoporöser Silikat-Materialien mit Partikelgrößen einstellbar von etwa 20 nm bis zu 2 µm mit enger Partikelgrößenverteilung. Kontakt: NanoScape AG Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 46 13 34 43 10 FAX: +49 (0)89 46 13 34 43 30 eMail: info@nanoscape.de, www.nanoscape.de

Biotech Therapeutics & Diagnostics

Risikominderung für plötzlichen Herztod – Index zeigt individuellen Gehalt essentieller Fettsäuren an Omegametrix GmbH bestimmt den omega-3 Index standardisiert und ist ein internationales Referenzlabor. Ein niedriger omega-3 Index ist ein wesentlicher Risikofaktor für den plötzlichen Herztod. Die Bestimmung des omega-3 Index erlaubt, dieses Risiko einzuschätzen. Der omega-3 Index kann über die Ernährung/ Fischölsupplementation erhöht werden.

Kontakt: Omegametrix GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 55 06 30 07 FAX: +49 (0)89 55 06 30 08 eMail: info@omegametrix.eu www.omegametrix.eu

Biotech Therapeutics & Diagnostics

Kreativer Service für Design Synthese und Charakterisierung von Wirksstoffen Origenis ist ein privates Biotech-Unternehmen, das auf der Basis seiner einzigartigen, patentierten Technologieplattform MOREsystem® ihren Partnern kreativen Service für Design, Synthese und die Charakterisierung von Wirkstoffen anbietet. Die Firma verwendet proprietäre multiparametrische Methoden für das zielgerichtete Design neuartiger Substanzen in Verbindung mit deren Anwendung für pharmakologisch relevante Targets und Indikationen. Dieser einzigartige Prozess ermöglicht die unmittelbare Realisierung der konzeptionierten Moleküle durch nichtkombinatorische Synthese, deren automatisierte medizinalchemische Optimierung sowie die biologische Charakterisierung der

Produkte. Origenis schafft und übergibt patentierbare präklinische Verbindungen mit a priori definierten biologischen, physikochemischen und pharmakologischen Eigenschaften.

Kontakt: origenis gmbh Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 78 01 67 60 FAX: +49 (0)89 78 01 67 67 77 eMail: info@origenis.de www.origenis.de


Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie IZB Martinsried Am Klopferspitz 19 und 19a · 82152 Martinsried

24 Biotech Consulting & Service

Patentquadrat betreut sämtliche Schutzrechtarten Patentquadrat ist eine international ausgerichtete Patenanwaltskanzlei, die alle Schutzrechtarten – Patente, Gebrauchsmuster, Design, und Marken – betreut. Dazu gehören neben der Ausarbeitung von Schutzrechtsneuanmeldungen auch deren Durchsetzung vor den Ämtern in Form von Bescheidserwiderung, mündlicher Verhandlung und Einspruch, sowie der Durchsetzung vor Gericht in Form von Nichtigkeitsklage oder Verletzungsprozess. Die Kanzlei Patentquadrat bietet aber auch Beratung in und Durchführung von Lizenzverhandlungen an. Ein besonderer Augenmerk von Patentquadrat liegt auf der wirtschaftlichen Seite, insbesondere auf dem Bereich des Portfoliomanagements, der Schutzrechtsbewertung und des Patent-Clearance-Prozesses. Gerade der wirt-

schaftliche Aspekt der Schutzrechte ist für Patentquadrat von zentraler Bedeutung, auch schon bei der ersten Beratung. Denn nur, wenn man alle Aspekte eines Schutzrechts berücksichtigt, seien sie technologisch, juristisch oder wirtschaftlich, kann man Mandanten optimal beraten und optimale Arbeit liefern. Kontakt: Patentquadrat Am Klopferspitz 19a im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 89 51777828, FAX: +49 89 51777829 eMail: seifert@patentquadrat.de www.patentquadrat.de

Biotech Preclinical Services

Bedarfsgerechtes Qualitätsmanagement im Bereich „Life Science“ • wissenschaftlich • ökonomisch • regulatorisch valide • PhaToCon (Pharm/Tox Concept) erbringt praxiserprobte Beratungs- und Management-Leistungen in allen Fragen der Zulassung und des Qualitätsmanagements. Produktsicherheit und Risikobewertung in den Sparten Pharma, Biopharma und Medizinprodukte sind Aspekte, die bereits in F&E von nachhaltiger Bedeutung sind. Um die Validität und die Nachvollziehbarkeit von Daten, Prozessen und Entscheidungen im Bereich „Life Science“ zu gewährleisten, kommen spezifische industrielle und regulatorische Qualitätsmanagementsysteme (GxP, ISO, …) und Richtlinien (OECD, ICH, …) zum Einsatz. Wir unterstützen Sie individuell und ergänzen sowohl Ihre Ressourcen als auch Ihre Kompetenzen schnell und flexibel. Mit unserer „Hands-On“ Mentalität betreiben wir prakti-

sches Qualitätsmanagement aus wissenschaftlicher Sicht. Thematische Schwerpunkte und Kernkompetenzen sind: • Pharmakologie und Toxikologie in F&E • Präklinische Entwicklung • Labormanagement • Validierung • Qualifizierung • Prozessoptimierung • präklinische und bioanalytische Methodenexpertise (in vitro / in vivo). Kontakt: PhaToCon Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON:+49 (0) 89 444 899 41, FAX:+49 (0) 89 444 899 43 eMail: info@phatocon.com www.phatocon.com

Bioinformatics

Softwarelösungen zur Integration von chemischen und biologischen Daten Die quattro research GmbH entwickelt und vermarktet SoftwareLösungen zur Integration von chemischen und biologischen Daten, die z.B. in Medikamentenentwicklungsprojekten entstehen. Sie unterstützt Unternehmen der Life Science Industrie, ihre wissenschaftlichen Daten effizient zu verwalten und zu analysieren.

Kontakt: quattro research GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 70 07 63-16 FAX: +49 (0)89 70 07 63-29 eMail: info@quattro-research.com www.quattro-research.com


Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie IZB Martinsried Am Klopferspitz 19 und 19a · 82152 Martinsried

25 Biotech Therapeutics & Diagnostics

Neuartige Wirkstoffe aus Naturprodukten mit Schwerpunkt auf Krankheiten R&D-Biopharmaceuticals ist eine neugegründete Biotechnologiefirma, die sich auf die präklinische und klinische Entwicklung von neuartigen Wirkstoffen aus Naturprodukten mit Schwerpunkt auf Krankheiten spezialisiert, für die ein großer medizinischer Bedarf besteht. Die Firma hat exklusiven Zugang zu der Naturstoffklasse der Tubulysine, die von Prof. Höfle und Prof. Reichenbach der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung in Braunschweig entdeckt wurden, und zu Epothilonen der zweiten Generation, eine vielversprechende neue Wirkstoffklasse zur Behandlung von Krebserkrankungen. Weiterhin verfolgt die Firma eine aktive Einlizensierungsstrategie von Kliniksubstanzen, um die Produktpipeline zu ergänzen.

Kontakt: R&D-Biopharmaceuticals GmbH Dr. Wolfgang Richter Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 70 07 649-0 FAX: +49 (0)89 70 07 649-9 eMail: wolfgang.richter@rdbiopharma.de www.rdbiopharma.de

Biotech Consulting & Service

Branchenspezifische Personalberatung für den Biotech und Life Sciences Sektor Seit der Gründung im Jahr 1981 ist die RSA Group zu einem mittelständischen Beratungsunternehmen mit weltweiter Vernetzung auf drei Kontinenten gewachsen. DasTeam aus Consultants und in-house Researchern umfasst Spezialisten aus den Bereichen R&D, Klinische Forschung, Wissenschaft und Medizin, Sales&Marketing, General Management (Geschäftsführung/HR/Financial Accounting), Quality & Manufacturing sowie Non-Executive Board Directors/Aufsichtsrat, die ihren Kunden erstklassige Kontakte und ein sicheres Urteil über Talent, Erfahrung und Expertise in der Branche bieten. Desweiteren unterhält RSA in Deutschland ein auf Interim Management spezialisiertes Beraterteam

aus Senior Specialists und erstklassigen Managern, das den Kunden schnell verfügb zur Seite steht.

Kontakt: RSA Consulting GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 70009907 FAX: +49 (0)89 70009947 eMail: axel.kathoefer@theRSAgroup.com www.theRSAgroup.com

Biotech Therapeutics & Diagnostics

Neue Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes, Bluthochdruck und Magen-Hyperazidität Im Rahmen der SiNatur GmbH werden neue Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes, Bluthochdruck und Magen-Hyperazidität entwickelt. Als Wirkstoff wird der vor kurzem entdeckte SNSA verwendet, der als erste biologisch aktive Verbindung des Siliziums bezeichnet wird. Der neue Wirkstoff von SiNatur ist ein sehr effizienter nicht toxischer Inhibitor von P-Type ATPase Enzyme mit entscheidende Rolle in mehreren Krankhei-

ten. Diese Entdeckung mit weitreichender Bedeutung wurde zum ersten Mal 2008 von Dr. Franz Kerek am "12-th World Congress of ATPases" in Aarhus Dänemark präsentiert.

Kontakt: SiNatur Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 85 662-555 FAX: +49 (0)89 85 662-556 eMail: info@donatur.de www.sinatur.net


Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie IZB Martinsried Am Klopferspitz 19 und 19a · 82152 Martinsried

26 Biotech Devices & Reagents

Der Spezialist zur Genfunktionsanalyse für industrielle und akademische Forschung und Entwicklung SIRION BIOTECH befaßt sich mit genetisch modifizierten Zellen für die Erforschung neuer Arzneimittel und generell neuartiger Substanzen. Hier gibt es neben traditionellen chemischen und physikalischen Verfahren der Zellmanipulation neuartige, breiter anwendbare und effektivere sogenannte virale Vektorsysteme. Bei letzteren ist SIRION BIOTECH in Europa führend. Das Leistungsspektrum des Spezialisten für RNAiTechnologien umfasst mehr als 100 Produkte und Dienstleistungen. SIRION BIOTECH verfügt über mehr als 30 Jahre Know-how bei der Entwicklung von genetisch modifizierten Zelllinien für unterschiedliche Anwendungen, wie bspw. auch die Validierung neuartiger Targets bzw. die Herleitung neuer Impfstoffe.

SIRION BIOTECH bietet standardisierte Zelllinien mit verlässlicher Expression bzw. Knockdown von Zielgenen für die Targetvalidierung in vitro und in vivo an. Andere exklusive Zelllinien dienen dem Screening von Substanzen für therapeutische Zwecke oder auch von neuartigen Lebensmittel- und Kosmetikinhaltsstoffen. Kontakt: SIRION Biotech GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 70 09 61 999 FAX: +49 (0)89 70 09 61 998 eMail: info@sirion-biotech.de • www.cellcompetence.de

Biotech Preclinical Services

Digitale Regelung hochdynamischer elektrischer Antriebe Das Aufgabengebiet der Firma Smart Move ist die digitale Regelung hochdynamischer elektrischer Antriebe, die aufgrund unserer patentierten Technologie bei höchster Genauigkeit bis an ihre physikalischen Grenzen hin beschleunigt werden können.

Kontakt: Smart Move GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 70 92 98 94 FAX: +49 (0)89 89 92 32 10 eMail: contact@smart-move.biz

Medtech

Individuelle Systemlösungen und Geräteentwicklung im Biolabor Smartec IngenieurBüro ist der kompetente Ansprechpartner für individuelle Systemlösungen und Geräteentwicklung im Biolabor und überzeugt durch sein KnowHow in den Bereichen Biotechnik, Analytik, Gentechnik, Mikrotechnik sowie Mikrofluidik. Von der Idee bis zum serienreifen Produkt übernimmt Smartec IngenieurBüro Instrumentationsaufgaben für molekulare und immunologische Verfahrenstechniken, bietet Komplettlösungen bestehend aus Mechanik, Optik, Elektronik sowie Firm- und Software aus einer Hand. Seit mehr als 15 Jahren kann die Firma Smartec IngenieurBüro auf ihre Erfolge zurück blicken, geprägt von der Erfahrung im Gerätebau in den Bereichen biomoleku-

lare Diagnostik und Analytik. Smartec IngenieurBüro bietet seinen Kunden Präziosionsarbeit, Sicherheit durch Wissen und eine Vertrauensbasis, auf der sich auch namhafte Kunden wohl fühlen.

Kontakt: SMARTEC IngenieurBüro GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 85 46 65 13 FAX: +49 (0)89 85 46 65 15 eMail: ulrichschubert@smartecbio.de www.smartecbio.de


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27 Personalized Cancer Therapy

Personalisierte Therapie von Krebserkrankungen Die Optimierung von Krebstherapien ist das Ziel der Spherotec GmbH. Daran wird in zwei Unternehmensbereichen mit der proprietären Sphäroid-MikrotumorTechnologie gearbeitet. Im Bereich SpheroMed wurde ein innovatives Testverfahren entwickelt, mit dem für individuelle Krebspatientinnen und -patienten vor Beginn einer medikamentösen Krebstherapie eine möglichst spezifische und nebenwirkungsarme Behandlung (z.B. Chemotherapie; Antikörper-Therapie) identifiziert werden kann. Im Bereich SpheroSelect wird im Auftrag von Pharma- und Biotech-Unternehmen mit einem patentierten Verfahren des Unternehmens Wirkungsweise und Wirksamkeit von Arzneimittelkandidaten für die Onkologie getestet.

Kontakt: SpheroTec GmbH Am Klopferspitz 19 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 540 41 34 - 0 FAX: +49 (0)89 540 41 34 - 20 eMail: info@spherotec.com www.spherotec.com

Biotech Therapeutics & Diagnostics

Fc-Rezeptoren zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten SuppreMol GmbH nutzt das therapeutische Potential von Fc-Rezeptoren zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten und Allergien. Das Leitprodukt der Firma ist ein löslicher Fc-Rezeptor (SM101), der potentiell in einem ursächlichen Entwicklungsschritt der Krankheit eingreift und damit die realistische Chance zu höherer Wirksamkeit und weniger Nebenwirkungen eröffnet, als dies derzeitige Therapieansätze ermöglichen. Nach erfolgreichem Abschluss der Phase I-Studie, wird das Produkt derzeit in der Orphan-Drug-Indikation ITP (Primäre Immunthrombozytopenie) und SLE (Systemischer Lupus Erythematodes) in klinischen Phase II-Studien entwickelt. Des Weiteren befinden sich drei Antikörper-Produktkandidaten, die gegen Fc-Rezeptoren bzw. gegen ein Zytokin gerichtet sind, in der frühen präklinischen Entwicklung

zur Therapie von Autoimmunerkrankungen und Allergien. SuppreMol ist eine Ausgründung aus dem Labor des Nobelpreisträgers Robert Huber vom Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München. Die Firma konnte in insgesamt drei Finanzierungsrunden EUR 35,7 Mio einwerben. Kontakt: SuppreMol GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 30 90 50 68 0 FAX: +49 (0)89 30 90 50 68 68 eMail: info@suppremol.com www.suppremol.com

Biotech Consulting & Service

Systemhaus mit Kompetenz in allen Computerbereichen that's it versteht sich als Systemhaus mit Kompetenz in allen Computerbereichen. Schwerpunkte sind dabei security, global access, Hochverfügbarkeitslösungen, consulting, server based computing sowie data recovery. Der Service umfasst Projektierung und Implementierung mit nachfolgender Betreuung und Schulung. Anspruchsvolle Projekte wie beispielsweise in der biotechnologischen Forschung und Entwicklung, sind eine besondere Herausforderung, der in der Modellierung von Datenflüssen, der Inte-

gration von wissenschaftlichen Meßgeräten und der Laborautomation mit großer Erfahrung begegnet wird. Eine Integration klinischer Monitore, die weltweit auf verschiedene Standorte verteilt sind, gehört ebenfalls zum Programm der Firma. Ziel ist das papierlose Büro. Kontakt: that's it gmbh Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 12 41 39 40 FAX: +49 (0)89 12 41 39 444 eMail: welcome@thatsit-gmbh.de www.thatsit-gmbh.de


Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie IZB Martinsried Am Klopferspitz 19 und 19a · 82152 Martinsried

28 Biotech Consulting & Service

Aktive Unterstützung von Projektteams und Führungskräften in konkreten F&E-Projekten Wer wir sind THE WORKING GROUP ist ein Netzwerk von sieben Beraterkollegen, mit sich ergänzender Industrie- und Beratungserfahrung, die an konkreten Entwicklungsprojekten im Team zusammenarbeiten. Was wir leisten Aktive Unterstützung von Projektteams und Führungskräften in konkreten F&E-Projekten als Berater, Sparringspartner, Coach, Trainer, Moderator oder Projektleiter auf Zeit. Ihr Nutzen Strategische Lenkung von Projekt- und Technologieportfolios Strukturierte Ideenfindung und Konzeptbewertung für neue Produkte / Dienstleistungen

Meilensteinorientiertes, durchgängiges Management laufender F&E-Projekte Systematische Risikominimierung in intensiven Konzeptphasen Gestaltung schlanker Produktentwicklungsprozesse zur Durchlaufzeitverkürzung (Lean Development) Kontakt: THE WORKING GROUP Management Consultants Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 70 06 51 51 FAX: +49 (0)911 308 44 40 00 8 eMail: mertens@theworkinggroup.de

DNA/Protein Analytics

Trifunktionale Antikörper zur Bekämpfung von Krebs TRION Research GmbH beschäftigt sich mit der Erforschung und Entwicklung trifunktionaler Antikörper zur Behandlung maligner Tumorerkrankungen. Das 1998 gegründete Unternehmen bietet Studiensponsoren, Prüfärzten und CROs wissenschaftliches SpezialImmunmonitoring, individuellen Scientific Support sowie Beratung an. Die Kernkompetenzen sind: Herstellung von Prüfantikörpern zum in vitro Einsatz Darstellung des Immunstatus des Patienten Präklinische Untersuchungen zur Wirkungsweise der Produkte und deren Wechselwirkung mit anderen Präparaten Begleitung von klinischen Studien Probenlogistik

Bereitstellung von mit Barcodes versehenen Kits zur Probenentnahme in den Kliniken Massenspektrometrische Methoden zur Charakterisierung von Biopharmazeutika

Kontakt: TRION Research GmbH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 70 07 66 0 FAX: +49 (0)89 70 07 66 11 eMail:mail@trionreserach.de www.trionreserach.de

Biotech Consulting & Service

Produktanmeldung und Substanzprüfung für die chemische Industrie Unsere Kernkompetenz ist die Produktanmeldung für die chemische Industrie. Durch Preistransparenz und Mengenbündelung können wir für unsere Kunden deutliche Einsparungen erzielen. Wir unterstützen Hersteller und Importeure durch Bestimmung des Testumfangs Suche und Auswahl der optimalen Labors Betreuung und Koordination der Anmeldung Ob REACH, Neustoffanmeldung oder Biozidrichtlinie, von der Recherche bis zur Übernahme der gesamten Anmeldeprozedur – VELUMETRIX liefert seinen Kunden die maßgeschneiderte Lösung für jede Fragestellung. Unternehmen mit einem umfangreichen Chemikalienportfolio oder mit HPVs bietet die Firma innovative

Beratungsprodukte zu REACH an. Beispielsweise gibt es die REACH Scoping Study, die für Chemikalienportfolios unter anderem die Möglichkeiten zu Chemical Grouping und Read Across aufzeigt. In Deutschland exklusiv bei VELUMETRIX. Kontakt: VELUMETRIX GMBH Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland FON: +49 (0)89 70 08 85 48 FAX: +49 (0)89 70 92 92 67 eMail: info@chemtest.de www.chemtest.de


Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie IZB Martinsried Am Klopferspitz 19 und 19a · 82152 Martinsried

29 Venture Capital VC

Venture Capital für Life Science Unternehmen Vesalius berät und finanziert Life Science Firmen in den frühen Phasen ihrer Entwicklung. Die Vesalius Fonds investieren bevorzugt in Start-ups mit Produkten, die einen hohen medizinischen Bedarf adressieren und hohe Ertragschancen bieten: Therapeutika, Diagnostika und Medizintechnikprodukte mit einem hohen Nutzen für Patienten und Anwender. Das Vesalius Team verfügt über reiche und langjährige Industrieerfahrung in den Bereichen Finanzierung, Investitionsmanagement, Firmenverkäufe, Börsengänge, Corporate Governance, operatives Management, Forschung & Entwicklung und Patentwesen. Darüber hinaus haben die einzelnen Teammitglieder spezifisches wissenschaftliches Hin-

tergrundwissen und Erfahrung im Erkennen und Fördern des Potenzials neuer Entwicklungen.

Kontakt: Vesalius Biocapital Christian Schneider, PhD, DVM, MBA Am Klopferspitz 19 im IZB 82152 Planegg-Martinsried/Deutschland Mobil: +49-172-83 26 097 eMail: c.schneider@vesaliusbiocapital.com www.vesaliusbiocapital.com

Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie IZB Freising Lise-Meitner-Straße 30 · 85354 Freising

Agro, Food, Environment

Moderne Aroma- und Geschmacksanalytik Die aromaLAB AG ist ein lebensmittelchemisches Forschungs- und Entwicklungslabor mit dem Schwerpunkt Aroma- und Geschmacksanalytik. Auf Basis innovativer Verfahren, wissenschaftlich etablierter Methoden und den neusten Erkenntnissen aus der Lebensmittelchemie erforscht und analysiert aromaLAB die Aromazusam mensetzung von Lebensmitteln und entwickelt Aromen

für Nahrungsmittelhersteller, die Kosmetik-, Tabaksowie der Bedarfsgegenständeindustrie.

Kontakt: aromaLAB AG Lise-Meitner-Str. 30 im IZB 85354 Freising-Weihenstephan/Deutschland FON: +49 (0)8161 98 92 28 0 FAX: +49 (0)8161 98 92 28 2 eMail: rainer.schmitt@aromaLab.de www.aromaLab.de

Biotech Consulting & Service

ATRES Group steht für Anaerobtechnik und regenerative Energiesysteme ATRES Group bietet Beratungs- und Labordienstleistungen, deren Schwerpunkte die Biogaserzeugung und die Biogasnutzung darstellen. In allen Phasen der Planung, Errichtung und Prozessführung einer landwirtschaftlichen oder industriellen Biogasanlage finden Entscheidungsträger zuverlässige Unterstützung. Zusätzlich werden für Industriekunden in Kombination mit Systemtechniken des Energiemonitoring und -targeting standortbezogene Konzepte zur Umsetzung des produktionsintegrierten Umweltschutzes entwickelt (PIUS).

Kontakt: ATRES Group Lise-Meitner-Str. 30 im IZB 85354 Freising-Weihenstephan/Deutschland Firmensitz: Schneckenburger Str. 32 81675 München FON: +49 (0)8161 80 60 72 FAX: +49 (0)8161 80 60 70 eMail: service@atres-group.com www.atres-group.com


Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie IZB Freising Lise-Meitner-Straße 30 · 85354 Freising

30 Biotech Therapeutics & Diagnostics

Entwicklung und Vermarktung zelltherapeutischer Produkte Die Schwerpunkte von euroderm mit Hauptsitz in Leipzig bilden die Erforschung, Entwicklung, Produktion und den Vertrieb innovativer Therapien für die Behandlung chronischer Wunden und leistungsstarker humaner Hautmodelle, für die In Vitro-Testung, und für die pharmazeutische, chemische und kosmetische Industrie. Die Bereiche Auftragsproduktion und -forschung sowie Cell-Banking

runden das Leistungsangebot der euroderm GmbH ab.

Kontakt: Euroderm GmbH Lise-Meitner-Str. 30 im IZB 85354 Freising-Weihenstephan/Deutschland FON: +49 (0)34 14 92 920 FAX: +49 (0)34 14 92 92 70 eMail: wrichter@euroderm-biotech.de www.euroderm-biotech.com

Biotech Therapeutics & Diagnostics

Modernste Lebensmittelanalytik GENidee ist ein junges innovatives Biotechnologieunternehmen, das sich auf die Entwicklung, Produktion und Vermarktung von molekularbiologischen Nachweisverfahren für pathogene Mikroorganismen sowie mikrobielle Kontaminanten in Lebensmitteln spezialisiert hat. Eine schnelle und sichere PCR Diagnostik wird durch eine parallelisierte Analytik, die individuell an die Kundenbedürfnisse angepasst wird, gewährleistet. GENidee bietet molekularbiologischen Service von höchster Qualität an. Die Anwendung der Kits ist direkt im Produktionslabor möglich und liefert die Ergebnisse der mikrobiologischen Analytik mehrere Tage früher als die konventionelle Analytik. Oberste Priorität hat dabei die individuelle Betreuung der

Kunden und die damit verbundene Kundenzufriedenheit.

Kontakt: GENidee Lise-Meitner-Str. 30 im IZB 85354 Freising-Weihenstephan/Deutschland FON: +49 (0)81 61 80 68 186 FAX: +49 (0)81 61 80 68 185 eMail: info@genidee.eu

Bioinformatics

Entwicklung und Anwendung von innovativen online Messsystemen für biotechnische Prozesszustandsgrössen Gimbio - Gesellschaft für Informationsmanagement in der Biotechnologie - sieht sich als Unternehmen das innovative Produkte und Lösungen in der Bioprozesstechnik, speziell für Betriebe der Lebensmittel-, Brau- oder Biotechnologiebranche, anbietet. Der Leitgedanke des Unternehmens ist, neben der Informationsgewinnung und -verarbeitung, die Entwicklung und Anwendung von innovativen online Messsystemen für biotechnische Prozesszustandsgrössen zum Zwecke des Prozessdesigns, der Modellierung und Simulation mit dem letztendlichen Ziel der Optimierung zugrunde liegender Bioprozesse.

Kontakt: gimbio mbH Lise-Meitner-Str. 30 im IZB 85354 Freising-Weihenstephan/Deutschland FON: +49 (0)8161 986 4480 FAX: +49 (0)8161 986 5661 eMail: info@gimbio.de www.gimbio.de


Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie IZB Freising Lise-Meitner-Straße 30 · 85354 Freising

31 Agro, Food, Environment

Grundlegende Untersuchungen zu Fragen der Mehl- und Eiweißforschung Das Hans-Dieter-Belitz-Institut für Mehl- und Eiweißforschung führt Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Getreideforschung durch. Die Arbeiten befassen sich vorwiegend mit der chemischen und physikalischen Kennzeichnung der verarbeitungstechnischen Eigenschaften der Getreidearten, den Auswirkungen von Zusätzen beim Backprozess sowie der Aromabildung bei der Herstellung von Backwaren. Das Institut wird von Herrn Prof. Dr. Peter Schieberle wissenschaftlich betreut. Herr Prof. Schieberle leitet in Personalunion den Lehrstuhl für Lebensmittelchemie der Technischen Universität München und die Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie. Dadurch ist ein enger Kontakt zwischen dem Hans-Dieter-Belitz-Institut und dem Lehrstuhl für

Lebensmittelchemie sowie der Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie gegeben, der dem HansDieter-Belitz-Institut die Möglichkeit eröffnet, schwierige Fragen der Getreideforschung durch grundlegende Untersuchungen zu klären. Kontakt: Hans-Dieter-Belitz-Institut für Mehl- und Eiweißforschung HDBI Lise-Meitner-Str. 30 im IZB 85354 Freising-Weihenstephan/Deutschland FON: +49 (0)89 28 91 41 74 FAX: +49 (0)89 28 91 41 83 eMail: manfred.krausbeck@lrz.tum.de • www.hdbi.de

Biotech Therapeutics & Diagnostics

Entwicklung von Anticalin-Therapeutika Pieris AG ist ein Biotechnologie-Unternehmen, welches die allein von Pieris entwickelte und geschützte Anticalin® Technologie zur Krankheitsbekämpfung einsetzt und dabei gezielt Medikamente entwickelt, die sicherer und effektiver sind als konventionelle Therapien. Medikamente auf Basis von Anticalinen haben das Potenzial, gegen bis dato nicht behandelbare Krankheiten oder zur Erweiterung bestehender therapeutischer Ansätze eingesetzt zu werden. Die Produkt-Pipeline von Pieris umfasst PRS050 (anti-VEGF, Onkologie), welche vor kurzem erfolgreich Phase I in Klinischen Versuchen abgeschlossen hat, sowie verschiedene andere Anticaline in vor-klinischen Studien und für eine Vielzahl von Indikationen. Das Unternehmen ist momentan in R&D Kollaborationen mit den

folgenden Pharma-Firmen aktiv: Daiichi Sankyo, Takeda San Francisco, Sanofi Group und Allergan. Pieris ist eine privat gehaltene Aktiengesellschaft, die von führenden biotech-fokussierten Kapitalgebern unterstützt wird, u.a. von OrbiMed Advisors und Global Life Science Ventures. Kontakt: Pieris AG Lise-Meitner-Str. 30 im IZB 85354 Freising-Weihenstephan/Deutschland FON: +49 (0)81 61/14 11 400 FAX: +49 (0)81 61/14 11 444 eMail: info@pieris-ag.com www.pieris-ag.com

Biotech Environment, Instruments

Seit 20 Jahren erfolgreich auf dem Gebiet der Umweltmesstechnik und des Umwelt-Monitorings Die Umwelt-Geräte-Technik GmbH (UGT GmbH) ist ein mittelständisches Unternehmen, das seit 1992 erfolgreich auf dem Gebiet der Umweltmesstechnik und des Umwelt-Monitorings tätig ist. Entsprechend dem Firmenprofil entwickelt, produziert und vertreibt die UGT GmbH Mess- und Diagnosetechnik für Boden-WasserLuft-Analytik sowie Module für Umwelt-Monitoring und richtet komplexe bodenhydrologisch/ meteorologische Messplätze auf Agrar-, Wald und Gewässerökosystemen sowie Überwachungs- und Kontrollstationen auf Deponien und Bergbaurekultivierungsflächen ein. Um auf diesen Gebieten den wachsenden nationalen und internationalen Marktanforderungen besser ge-

recht zu werden, hat die UGT GmbH ihre Niederlassung in Freising-Weihenstephan gegründet, um in der Nähe bedeutender wissenschaftlicher Zentren tätig zu sein. Kontakt: Umwelt-Geräte-Technik GmbH Niederlassung Süd Lise-Meitner-Str. 30 im IZB 85354 Freising-Weihenstephan/Deutschland FON: +49 (0)81 61 23 46 441 FAX: +49 (0)81 61 23 46 443 Mobil: 01 60-94 90 94 20 eMail: info-sued@ugt-online.de, www.ugt-online.de


Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie IZB Freising Lise-Meitner-Straße 30 · 85354 Freising

32 DNA/Protein Analytics

Diagnosekits für die menschliche und tierische Gesundheitsfürsorge, Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz VERTIS Biotechnologie AG ist ein privat geführtes Biotechnologieunternehmen mit Hauptkompetenz auf dem Gebiet der funktionellen Genomanalyse und wurde im Jahr 2000 als Spin-Off der Technischen Universität München-Weihenstephan gegründet. VERTIS bietet molekular biologischen Service von höchster Qualität bei kurzen Bearbeitungszeiten mit Schwerpunkt auf der funktionellen Genomanalyse an. Das Unternehmen hat eine innovative Technologieplattform entwickelt, mit deren Hilfe Kandidatengene rasch und zielgerichtet sowie natürlich vorkommende kleine, nicht-kodierende RNAs (sncRNA) effizient identifiziert werden können. Der Prototyp der sncRNAs ist die MicroRNA (miRNA). Neueste Befunde

zeigen, dass gerade diese sncRNAs eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Erhaltung des Lebens spielen.

Kontakt: vertis Biotechnologie AG Lise-Meitner-Str. 30 im IZB 85354 Freising-Weihenstephan/Deutschland FON: +49 (0)81 61 14 11 211 FAX: +49 (0)81 61 14 11 212 eMail: info@vertis-biotech.com www.vertis-biotech.com

Biotech Therapeutics & Diagnostics

XL-protein: Verbesserte Biopharmazeutika mit verlängerter Plasma-Halbwertszeit Die XL-protein GmbH entwickelt mit ihrer proprietären "PAS"-Technologie Biopharmazeutika einer zweiten Generation mit verlängerter PlasmaHalbwertszeit. PASylierte therapeutische Proteine können in geringerer Dosis und weniger häufig verabreicht werden und sind somit besser verträglich, was auch Perspektiven für das Life Cycle Management von etablierten Biopharmazeutika bietet. "PASylierung"– die genetische Fusion mit einer strukturell ungeordneten Polypeptidsequenz aus Prolin, Alanin und Serin – ist eine neue und überlegene Strategie, um das hydrodynamische Volumen eines biologisch aktiven Proteins zu vergrößern. Dessen typischerweise schnelle Eliminierung durch Nierenfiltra-

tion kann so um ein bis zwei Größenordnungen verzögert werden, wobei das PAS-Anhängsel sich biochemisch inert verhält und leicht abbaubar ist.

Kontakt: XL-protein GmbH Lise-Meitner-Str. 30 im IZB 85354 Freising-Weihenstephan/Deutschland FON: +49 (0)81 61 53 73 090 FAX: +49 (0)81 61 53 73 099 eMail: info@xl-protein.de www.xl-protein.de


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Whole genome microarray screening (Agilent platform) microRNA profiling (Agilent microarrays, TaqMan® qPCR) Gene expression studies (TaqMan® qPCR, AB 7900HT) TaqMan® Arrays (96- and 384-format) RNA isolation and quality control service

DNA Services • Next Generation Sequencing (NGS) (Roche 454 GS FLX & Junior, Life Technologies 5500xl SOLiDTM) • NGS target enrichment (amplification & hybridization) (Fluidigm Access ArrayTM, Agilent SureSelect) • NGS assay development (e.g. targeted resequencing) • NGS-based metagenomics and microbial diversity • Standard DNA sequencing (Sanger, AB 3730XL) • CNV analysis using oligo array-CGH • CNV validation with TaqMan® Copy Number Assays • SNP genotyping (Pyrosequencer, TaqMan®) • Absolute quantitation of target sequences (e.g. bio-distribution) • High-resolution HLA typing

Bioinformatics IMGM Laboratories GmbH Lochhamer Str. 29 82152 Martinsried Germany ph.: +49.89.895578.40 fax: +49.89.895578.41 info@imgm.com www.imgm.com

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Analysis of NGS data (internal & external) Analysis of genome-wide gene expression data Analysis of array-CGH and CNV data Development of gene signatures (SVM algorithms) Identification of biomarkers

Consulting • • • • •

Development & validation of NGS applications Development and optimization of diagnostic tests Performance optimization of instruments Quality control studies Biostatistics

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Regensburg – Spitze an der Donau Die BioPark Regensburg GmbH ist das administrative Zentrum und die Managementeinheit des Biotechnologie-Clusters BioRegio Regensburg in Ostbayern. Das Gebiet liegt strategisch günstig am nördlichsten Punkt der Donau im Dreiländereck zu Österreich und Tschechien und gilt als Tor zum Osten der erweiterten Europäischen Union. Derzeit sind 42 Firmen im Bereich Life Sciences mit 2600 Mitarbeitern im Bereich der Lebenswissenschaften in der BioRegio Regensburg tätig. Sie ist damit nach München die zweitgrößte Biotechnologieregion in Bayern.

BioRegio Regensburg

Willkommen in Regensburg

Die 2000 Jahre alte Stadt Regensburg befindet sich am nördlichsten Punkt der Donau, etwa eine Stunde Autofahrt entfernt von München und Nürnberg. Mit beinahe 150.000 Einwohnern ist Regensburg das Zentrum des ostbayerischen Ballungsraums, mit 2.5 Mio. Einwohnern der in den vergangenen Jahren einen bemerkenswerten wirtschaftlichen und technologischen Aufschwung erlebt hat und mit dem Fall des Eisernen Vorhangs aus der früheren westeuropäischen Randlage in das Zentrum Europas gerückt ist. Die mittelalterliche Altstadt mit Steinerner Brücke, dem Dom und dem Alten Rathaus sind seit 2007 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Zukunftsbranche Biotechnologie Nach der technischen Revolution der Dampfmaschine im 19. Jahrhundert und der Chemie und Halbleiterelektronik im 20. Jahrhundert zählt die Bio- und Gentechnologie neben der Informations- und Telekommunikationstechnik (IT) als die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts.

Die Biotechnologie erzeugt bereits heute einen rasant wachsenden Markt in allen Lebensbereichen. Weltweit setzen über 4.700 Unternehmen schon 70 Mrd. Euro in diesem Sektor um. Insbesondere im medizinischen Bereich ist die Biotechnologie z.B. im Kampf gegen Krebs und Infektionskrankheiten essentiell geworden. Derzeit sind in Deutschland 147 Arzneimittel zugelassen, die gentechnisch hergestellt werden. Diese rekombinanten Medikamente machen mit rund 4,7 Mrd. Euro bereits 16 % des Arzneimittelumsatzes in Deutschland aus. Wichtige Anwendungsbereiche sind u.a. Diabetes (Insuline), Multiple Sklerose und rheumatoide Arthritis (Immunmodulatoren), Krebserkrankungen (monoklonale Antikörper), angeborene Stoffwechsel- und Gerinnungsstörungen (Enzyme, Gerinnungsfaktoren) sowie Schutzimpfungen (Gebärmutterhalskrebs, Hepatitis B).

Forschung am Universitätsstandort Regensburg Mit der Universität, der Hochschule für angewandte Wissenschaften und

dem Klinikum besitzt Regensburg die jüngsten und modernsten Einrichtungen in Bayern mit derzeit 7000 Beschäftigten und 28.000 Studenten, welche die Dynamik des Wirtschaftsstandortes vor Ort in den letzten Jahren entscheidend mitgeprägt haben. Die einzelnen Lehrstühle haben durch etliche eingeworbene Mittel einen Beleg für die hochkarätigen universitären Forschungseinrichtungen im Bereich Biowissenschaften (Life Sciences) aufgezeigt. Neben Sonderforschungsbereichen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (SFB, DFG), insbesondere in der Stoffwechselphysiologie und Immunologie, wurden etliche Projektförderungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (bmb+f) z.B. in den Neurowissenschaften eingeworben. Für hämatologische Therapieansätze mit adulten Stammzellen konnte die José Carreras Stiftung gewonnen werden. Die Stiftung "Human Tissue & Cell Research" wurde für die Entwicklung neuer Behandlungsformen für leberkranke Patienten vor Ort gegründet. Die Entwicklung von Impfstoffen gegen das Virus HIV (AIDS) wird maßgeblich von der Bill & Melinda Gates Stiftung gefördert. Im Bereich der


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Infektionsbiologie ist das Klinikum Partner der Weltgesundheitsorganisation WHO (World Health Organisation). Darüber hinaus werden am Standort verschiedene Therapien zur Krebsbekämpfung entwickelt.

Außeruniversitäre Forschungsaktivitäten Seit 2008 ist die Fraunhofer Projektgruppe zur Diagnose und Therapie von Tumor-, Stoffwechselund Alterskrankheiten und seit 2011 die Fraunhofer Projektgruppe Sensormaterialien im BioPark als außeruniversitäre Forschungseinheit ansässig. 2008 nahm in Regensburg das Bayerische Immuntherapie-Netzwerk „BayImmuNet“ seine Aktivitäten auf. Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und Medikamente gegen Infektionsund Tumorerkrankungen, sowie Autoimmun- und Rheumaerkrankungen. 2011 folgte die Etablierung von Pro-Retina, einer neuen Stiftungsprofessur für Netzhautforschung zur Entwicklung neuartiger Diagnosemethoden zur Verhütung von Blindheit. Im selben Jahr wurde das Zentrum für Interventionelle Immunologie (GKC) gestartet, welches vorhandene medizinische und wissenschaftliche Exzellenz auf dem Gebiet der Immuntherapie und Transplantationsmedizin in Ostbayern bündelt. Das GKC soll später als außeruniversitäre Einrichtung ausgegliedert und langfristig als erstes Institut der Leibniz-Gemeinschaft in Regensburg etabliert werden.

Der Wirtschaftstandort Regensburg Die Entwicklung der innovativen Technologien in der Stadt und ihrer Umgebung boomt, die Region ist über die letzten Jahre eine der am stärksten wachsenden Wirtschaftsregionen in Bayern geworden. International führende High-TechFirmen wie BMW AG, Infineon AG, Continental AG, Osram Opto Semiconductors GmbH und GE

Mit der feierlichen Eröffnung des dritten Bauabschnitt am 23.09.2011 geht die Erfolgsgeschichte des BioParks weiter (v.l.n.r.) Hans Schaidinger (OB Regensburg), Dr. Bernhard Heitzer (Staatssekretär BMWI), Martin Zeil (stellvertr. Ministerpräsident), Dieter Daminger (CFO BioPark) und Dr. Thomas Diefenthal (CEO BioPark)

(General Electric Company) haben sich niedergelassen. Ein starker Mittelstand wie die Krones AG oder Maschinenfabrik Reinhausen GmbH konnte sich entwickeln. Regensburg boomt auch als Gesundheitsstadt. Mit 1.4 Mrd. € Umsatz und insgesamt 15.500 Beschäftigten hat sich die Gesundheitsbranche zu einem wichtigen Wirtschaftszweig in der Stadt entwickelt. Die sechs Regensburger Kliniken beschäftigen derzeit 8.500 Angestellte, hinzu kommen 604 niedergelassene Ärzte, 134 Zahnärzte und 46 Apotheken vor Ort.

Der BioPark in Regensburg Durch die Gründung der BioPark Regensburg GmbH hat die Stadt 1999 einen weiteren Katalysator für den aufstrebenden, zukunftsorientierten Sektor geschaffen. Mit Unterstützung durch den Freistaat Bayern, den Bund und der EU wurde für 42 Mio. € der BioPark in drei Bauabschnitten 2001, 2006 und 2011 direkt auf dem Gelände der Universität errichtet. Die Multifunktionsgebäude bieten zusammen auf 18.000 m2 hochwertige Labor-, Büro- und Lagerflächen für Firmen und Institute aus dem Bereich Biotechnologie, Medizintechnik und verbundene Dienstleister. Neben der Nutzung der universitären Infrastruktur und kurzer Wege vor Ort, ermöglicht ein eigener Autobahnanschluss die direkte und schnelle Anbindung nach München, Frankfurt und Berlin. Derzeit sind 31

Mieter mit 550 Mitarbeitern im BioPark tätig.

Erfolge "Made in Regensburg" 2009 feierte der BioPark Regensburg sein 10jähriges Jubiläum. In dieser Zeit wurden 254 Mio. € in die Entwicklung der „Life Sciences“ investiert, davon allein 102 Mio. € an Venture Capital. Der „return of investment“ lässt sich sehen, seit 1999 wurden allein 37 Firmen in der Gründung begleitet und die Zahl der Mitarbeiter in der Region hat sich auf 2600 mehr als versechsfacht. Die BioPark Firmen erhalten regelmäßig Auszeichnungen für ihre innovativen Geschäftsideen. Die Antisense Pharma GmbH wurde mit dem Deutschen Gründerpreis ausgezeichnet. Die Firma Geneart AG ging 2006 als erste BioPark-Firma an die Frankfurter Börse und erhielt 2008 den European Biotechnica Award. In 2010 wurde Geneart Teil der US Life Technologies Cooperation. Die AMGEN Research GmbH ist das einzige Forschungszentrum eines der größten Biotech-Unternehmens der USA in Europa. In Regensburg werden jährlich 10 Mio. Verbindungen analysiert, um neue Leitstrukturen für die Entwicklung innovativer Medikamente zu identifizieren. Im Jahr 2006 hatte die Bewerbung des BioParks zur Aufnahme der BioRegio Regensburg als Biotech-Netzwerk in die Bundesinitiative „Kompetenznetze


BioRegio Regensburg

36 Deutschland“ Erfolg. 2008 wurde der BioPark Regensburg als „Ausgewählter Ort“ der Bundesinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ prämiert. Seit 2007 ist der BioPark im Sprecherkreis des Arbeitskreises der deutschen BioRegionen und seit 2011 im Vorstand des Bundesverband Deutscher Innovations-, Technologie- und Gründerzentren (ADT) in Berlin tätig.

Produktion in der Region Eine Reihe von Firmen der BioRegio Regensburg hat sich zu international agierenden Produktionsstandorten mit Reinräumen entwickelt. Hierzu gehören pharmazeutische Betriebe wie die Bionorica AG (Neumarkt) und die Haupt Pharma Amareg GmbH (Regensburg), aber auch biotechnologische Betriebe wie die Syntacoll GmbH (Kelheim) und die PAN Biotech GmbH (Aidenbach) sowie medizintechnische Betriebe wie die RKT Roding Kunststoff-Technik GmbH, die Raumedic AG (Helmbrechts) und die Gerresheimer Wilden AG (Pfreimd).

Interdisziplinäre Projekte Innovation und Erfolg setzen stetige Analyse und Entwicklung voraus, das gilt auch für den BioPark in Regensburg. In regelmäßigen Standortanalysen wurde das Entwicklungspotential der BioRegio Regensburg analysiert. Gemeinsam mit dem Freistaat Bayern, der Stadt Regensburg und dem Beratungsunternehmen Capgemini Deutschland GmbH hat die BioPark Regensburg GmbH auf dieser Basis regionale interdisziplinäre Felder in der Region identifiziert und die Agentur IA-Biotech für die Umsetzung gegründet. In den Anwendungsfeldern Molekulardiagnostik und Biochips, sowie Biofunktionelle Oberflächen wurden über Workshops die regionalen Firmen aus den Bereichen Glasindustrie, Maschinenbau, Elektrotechnik, Textil und Nahrungsmittel

Mit der Eröffnung der eigenen Johanniter-Krippe "bamBIOni" in BioPark III wurde die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Haus weiter gefördert

mit den Firmen der BioRegio Regensburg zusammengeführt. Durch dieses technologieübergreifende neue Netzwerk konnte die Dynamik im Cluster durch weitere 11 regionale Firmen gesteigert werden. Ein weiterer Ansatz ist die Clusterplattform Sensorik der Initiative Allianz Bayern Innovativ, welche von Regensburg aus gesteuert wird. Neben der erfolgreichen Firma PreSens Precision Sensing GmbH (Chemo- und Biosensoren) ist das Clustermanagement der Strategischen Partnerschaft Sensorik im BioPark ansässig. Diese hatte zuletzt 2009 ein neues Netzwerk über optische Technologien in der Photodynamik in Regensburg gegründet. Ziel des Netzwerkes ist es mit Hilfe neuartiger optischer Technologie medizinische Anwendungen wie Tumordiagnostik oder Tumorbekämpfung umzusetzen.

Fazit Der BioPark hat sich seit seiner Eröffnung in einer unerreichten Dynamik weiterentwickelt und ein Ende des Booms ist trotzdem noch lange nicht abzusehen. In einer Zufriedenheitsanalyse gaben 85 % unserer Kunden an, das sie mit uns zufrieden sind. Was immer die Zukunft auch bringen mag: Wir sind bestens darauf vorbereitet.

Firmen der BioRegio Regensburg (Stand 2012) www.bioregio-regensburg.de

Biotech-Firmen (nach OECD) Active Motif Chromeon GmbH (gegründet 2005, 4 Mitarbeiter) entwickelt und produziert Fluoreszenz-Farbstoffe, Nanopartikel, LEDkompatible Fluorophore und fluoreszenzmarkierte Biomoleküle Amgen Research GmbH (im BioPark, seit 2001, 20 Mitarbeiter) Tochtergesellschaft der Amgen Inc., des weltweit größten Biotechnologie-Unternehmens, welches Medikamente aus der zellulären und molekularbiologischen Forschung entwickelt, herstellt und vermarktet. Antisense Pharma GmbH (im BioPark, gegründet 1998, 74 Mitarbeiter) entwickelt auf Basis von Antisense-Oligonukleotiden neue Medikamente gegen Krebs (Darmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und schwarzer Hautkrebs). BioGents AG (gegründet 2002, 6 Mitarbeiter) entwickelt biologische Lockmittel und Schreckstoffe gegen Schadinsekten. Auftragsforschung und Entwicklung von Monitorsystemen. Molekularbiologische Analysen.


BioRegio Regensburg Biometric GmbH (gegründet 1996, 10 Mitarbeiter) Labor für mikrobiologische und chemische Analytik mit Wasserund Hygienekontrollen sowie mikrobiologische Analysen für pharmazeutische und medizinische Produkte, sowie Kosmetik und Lebensmittel. Davids Biotechnologie GmbH (gegründet 1996, 9 Mitarbeiter) Produktion von polyklonalen Antikörpern (in Hühnereidotter oder Kaninchen), Entwicklung von monoklonalen Antikörpern; Produktion und Reinigung von Antikörpern aus Zellkulturen und Bioreaktoren. Entwicklung von Diagnostika von zellbasierten Diagnostik Methoden. Delphitest GmbH (gegründet 2004, 7 Mitarbeiter) arbeitet auf dem Gebiet der DNADiagnostik und führt in erster Linie Vaterschaftstests und genetische Untersuchungen für Privatkunden durch. Entelechon GmbH (gegründet 1999, 15 Mitarbeiter) kombiniert Bioinformatik, Molekularbiologie, DNA-Synthese und Proteinexpression flexibel, um kundenspezifische Projekte wie die Entwicklung diagnostischer Arrays, gerichtete Evolution, ProteinEngineering oder die Identifizierung und Validierung von Biomarkern zu realisieren. Geneart / Life Technologies Inc. (im BioPark, gegründet 1999, 185 Mitarbeiter) Serviceanbieter für Gensynthese und nachgelagerte DNA Prozessschritte (DNA Engineering und Processing). Bietet Synthetischen Biologie für die Pharma- und Biotechnologieindustrie. Geneart gehört seit 2010 zur US-Life Technologies Inc. Hepacult GmbH (im BioPark, gegründet 2002, 7 Mitarbeiter) entwickelt und vermarktet

Zellkulturtechnologie auf der Basis von menschlichen Leberzellen für die Entwicklung neuer Medikamente und Therapien bei Leberzelltransplantation. Hyperthermics Regensburg GmbH (gegründet 2008, 2 Mitarbeiter) arbeitet an kommerziellen Anwendungsmöglichkeiten für hyperthermische Mikroorganismen. Identifizierung und Kultivierung von Hyperthermophylen und deren industrielle Nutzung. IRIS Biotech GmbH (gegründet 2001, 10 Mitarbeiter) bietet Startchemikalien für die Peptidsynthese, Karbohydrate und Produkte für die Life Science Forschung in Labormengen für Forschungseinrichtungen bis zur Produktionen von mehreren Tonnen Bulkmengen. Labor Friedle GmbH (gegründet 2003, 35 Mitarbeiter) Akkreditierter chemisch-analytischer Laborbetrieb für die Bereiche Lebensmittelinhaltsstoffe, Rückstandsanalytik, Nährwertanalytik, Prüfung von humanbiologischen Matrices auf Schadstoffe, mikrobiologische Untersuchungen, Prüfung von Materialproben und Innenraumdiagnostik. LipoFIT Analytic GmbH (im BioPark, gegründet 2004, 20 Mitarbeiter) NMR-Analytik-Dienstleister, bietet moderne und patentierte Verfahren, simultan viele hundert Substanzen in einer Probe zu analysieren. Einsatz in medizinischen, pharmazeutischen und naturwissenschaftlichen Studien. Lisando GmbH (gegründet 2009, 4 Mitarbeiter) konstruiert und entwickelt neuartige effektive antibakterielle Wirkstoffe zur Bekämpfung von bakteriellen Krankheitserregern z.B. maßgeschneiderte Proteine, die Bakterien durch einen enzymatischen Mechanismus wirkungsvoll zerstören.

37 Lophius Biosciences GmbH (gegründet 2002, 19 Mitarbeiter) ist ein forschendes Biotechnologieunternehmen, das sich auf die Entwicklung und Vermarktung neuartiger T-Zell Tests zur Diagnose und Therapiesteuerung von Infektionserkrankungen und Autoimmungeschehen spezialisiert hat. (Harnstoffverfahren (UREA), Reversen T-Zell Signaling Technologie RTT). NeuroProfile GmbH (gegründet 2001, 2 Mitarbeiter) entwickelt neuartige Therapeutika für Parkinson und Alzheimer bzw. Depression und Schizophrenie anhand innovativer neuronaler Targets (krankheitsrelevante Gene oder Proteine). Dienstleistung. Oxford BioLabs Ltd. (im BioPark, gegründet 2009, 9 Mitarbeiter) bekämpft androgenetische Alopezie (AGA) - weitläufig bekannt als geschlechtstypischer Haarausfall. Das Unternehmen entwickelt neue Therapieansätze zur Behandlung von AGA. PAN Biotech GmbH (gegründet 1988, 36 Mitarbeiter) Partner im Bereich Zellkultur, insbesondere für seren-freie Systeme, Zellkulturmedien, sondergefertigte Produkte und Auftragsforschung. Anwendungsorientierte Produktoptimierung. PAN Systech GmbH (gegründet 2001, 12 Mitarbeiter) entwickelt, produziert und vertreibt eine breite Palette an innovativen biotechnologischen Systemen rund um die Zellkultur- und Laborautomatisierung inklusive neuester Anwendungen der Bioprozesstechnik. PolyQuant GmbH (gegründet 2007, 4 Mitarbeiter) bietet Proteinquantifizierung, die für Drug Discovery und Biomarker-Validierung genutzt werden kann. Die Technologie ist durch


BioRegio Regensburg

38 rasche Assayentwicklung und hohe Genauigkeit charakterisiert. PreSens GmbH (im BioPark, gegründet 1997, 60 Mitarbeiter) entwickelt und produziert chemisch-optische Sensoren und Mess-Systeme für Kunden in der Biotechnologie, Pharmazie, Medizintechnik, Nahrungsmittelindustrie und vielen weiteren wissenschaftlichen Feldern. rent a scientist GmbH (gegründet 1995, 13 Mitarbeiter) Dienstleister im Bereich angewandter Auftragsforschung und Entwicklung, z.B. Knochenzement auf Basis von Nanosilber für die Infektionsprophylaxe Schmack Biogas GmbH (gegründet 1995, 280 Mitarbeiter) Technologie- und Marktführer der deutschen Biogas-Industrie (Planung, Bau und Wartung von peripheren Biogasanlagen). Teil der Viessmann Gruppe seit 2010. Syntacoll GmbH (gegründet 1927, 70 Mitarbeiter) entwickelt und produziert innovative Kollagenprodukte für pharmazeutische und medizinische Anwendungen (Implantate und Ersatzgewebe, Tissue Engineering).

Life Science Firmen (Pharma, Medizintechnik, Analytik) Bionorica SE (gegründet 1933, 489 Mitarbeiter) produziert Arzneimittel aus pflanzlichen Rohstoffen (Phytotherapie) unter GMP-Bedingungen. Das Tochterunternehmen Bionorica Ethics GmbH (ehemals Delta 9 Pharma GmbH, gegründet 2002) entwickelt neue Medikamente und Wirkstoffe im Schmerzmittelbereich. Cfm Oskar Tropitzsch e.K. (gegründet 1985, 8 Mitarbeiter) ist spezialisiert auf den Handel von seltenen Chemikalien und die kun-

denspezifische Auftragsproduktion in den Kernbereichen Fermentationsprodukte, Phytochemikalien, Pharmarohstoffe, Enzyme, Tiergifte, Metalle und Metallsalzlösungen. Degania Silicone Europe GmbH (gegründet 2002, 4 Mitarbeiter) ist ein führender Hersteller von Silikonprodukten für den medizinischen Bereich. Das Unternehmen bietet Auftragsentwicklung und -fertigung für OEM’s sowie ein umfassendes Sortiment an fertigen und CE-gekennzeichneten Produkten. DSM Pharma Chemicals GmbH (seit 2001, 33 Mitarbeiter) Das Unternehmen bietet Serviceleistungen auf dem Gebiet der chemischen Prozessentwicklung und Synthese chemischer Intermediate und Wirkstoffe. Gerresheimer Regensburg GmbH (gegründet 1948, 350 Mitarbeiter in der Medizintechnik in Bayern) ein führendes Unternehmen in den Geschäftsbereichen Tubular Glass, Moulded Glass, Life Science Research und Plastic Systems. Haupt Pharma Amareg GmbH (gegründet 2003, 262 Mitarbeiter) Fokus auf pharmazeutischer Auftragsfertigung (GMP-Produktion, Verpackung von festen Enzymprodukten, flüssigen und halbfesten Arzneiformen). ManaThea GmbH (im BioPark, gegründet 2004, 15 Mitarbeiter) entwickelt medizinische Software zur statistischen Analyse von Tumordaten und klinischen Studien, berät bei ITMaßnahmen im Life Science Bereich und führt forensische Analysen durch. Medical Device Partners GmbH (gegründet 2001, 3 Mitarbeiter) berät Kunden dabei, Produkte und Dienstleistungen erfolgreich an

den Markt der Medizintechnik zu bringen. Multi-Service-Monitoring (im BioPark, gegründet 2003, 14 Mitarbeiter) bietet ein Dienstleistungspaket für die Durchführung klinischer Studien in Deutschland, Österreich, Schweiz, Ungarn, Tschechien und der Slowakei an. nal von minden GmbH (gegründet 2004, 90 Mitarbeiter) Spezialist für Schnelltests, Elisa und homogene Enzym-ImmunoAssays in den Bereichen Gynäkologie, Infektionen, Herzinfarktmarker, Krebsvorsorge, Harn/Nieren und insbesondere Drogenanalytik. Novapura Deutschland (im BioPark, gegründet 2009, 8 Mitarbeiter) Schweizer Tochterunternehmen welches innovative Desinfektionsverfahren entwickelt und vertreibt (Keimmessung) Pharma Stulln GmbH (gegründet 1984, 130 Mitarbeiter) produziert sterile Pharmazeutika mit über 20 Jahren Erfahrung in der Herstellung von konservierungsmittelfreien Augentropfen in Einzelverpackungen. Lohnherstellung für die internationale Pharmaindustrie Raumedic AG (gegründet 2004, 420 Mitarbeiter) Systemlieferant für medizintechnische und pharmazeutische Industrie. Entwicklung und Produktion innovativer Diagnostik- und Therapiesysteme für die Indikationsbereiche der Neurochirurgie, Urologie, Gastroenterologie und Traumatologie. Resoimplant GmbH (gegründet 2006, 6 Mitarbeiter) entwickelt resorbierbare Dübelsysteme für rekonstruktive Operationen, z.B. am Knie (Kreuzband), an der Schulter, dem Ellenbogengelenk, an Händen und Füßen, sowie bei speziellen Operationen an der Wirbelsäule.


BioRegio Regensburg Plasmalösungen zur Oberflächenveredelung. In der Entwicklung Verfahren zur Wundbehandlung, Sterilisation und Bekämpfung von Krankenhauskeimen.

RKT Rodinger Kunststoff Technik GmbH (gegründet 1974, 50 Mitarbeiter in der Medizintechnik) entwickelt Kunststoffkomponenten für die Medizintechnik wie z.B. Biosensoren und verschiedene pharmazeutische und medizinische Anwendungen. Sensorik-Bayern GmbH (im BioPark, gegründet 2007, 10 Mitarbeiter) unterstützt die Strategische Partnerschaft Sensorik e.V., Clusterplattform für den Bereich Sensorik, bei der Abwicklung von Verbund- und Förderprojekten und bietet darüber hinaus eigene Dienstleistungen an. Transcatheter Technologies GmbH (im BioPark, gegründet 2005, 2 Mitarbeiter) entwickelt eine kathetergestützte Aortenklappenprothese.

Interdisziplinäre Firmen (mit Life Science Projekten) aquagroup AG (gegründet 2004, 22 Mitarbeiter) stellt die Versorgung mit keimfreien Trinkwasser direkt am benötigten Ort sicher und bietet umfassende Hygienekonzepte. Delta Entwicklungsgesellschaft GmbH (gegründet 1994, 10 Mitarbeiter) arbeitet im Bereich von Entwicklungsprojekten im Kundenauftrag für Hersteller von Geräten zur Patientenlagerung sowie für deutsche und ausländische TechnikZulieferer (Medizintechnik). emz-Hanauer GmbH & Co. KGaA (gegründet 1948, 650 Mitarbeiter) entwickelt und produziert mechatronische Systeme für Haustechnik, Hausgeräte und Umwelttechnik. eswegee Vliesstoff GmbH (gegründet 1928, 450 Mitarbeiter) zählt zu den führenden Anbietern mit globaler Ausrichtung unter

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SCHOTT-Rohrglas GmbH (gegründet 1970, 1000 Mitarbeiter) weltweit führenden Herstellern von Spezialglasröhren für die Pharmazie, Elektronik, Umwelttechnik, Beleuchtung oder Industrie.

Die Firmen im BioPark und der BioRegio Regensburg sind durch den Cluster Biotechnologie Bayern im Freistaat gut vernetzt und international präsent

Anwendung vielfältiger VliesstoffTechnologien für Vliesstoffe im medizinisch-technischen Anwendungsbereich als auch im Bekleidungssektor. Linhardt Metallwarenfabrik GmbH & Co. KG (gegründet 1943, 1200 Mitarbeiter) entwickelt und produziert Aluminium- und Kunststofftuben für Kosmetik, Pharmazie und spezielle Anwendungen jeder Art. MISTER Mikrosystemtechnik Regensburg (gegründet 1997, 2 Mitarbeiter) entwickelt Biosensoren, Diagnostika und Instrumente zur Labor- und Prozesskontrolle. Ein Unternehmen der Fachhochschule Regensburg. Pfleiderer Teisnach GmbH & Co. KG (gegründet 1881, 220 Mitarbeiter) entwickelt, produziert und vertreibt maßgeschneiderte Papier-Lösungen für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche u.a. in der Lebensmittelverpackung. Reinhausen Plasma GmbH (gegründet 2004, 20 Mitarbeiter) ein hoch innovativer Anbieter von

Ullrich GmbH (gegründet 1980, 42 Mitarbeiter) fertigt Halbzeuge aus Glas für die Industrie als Vorprodukt für Linsen z.B. in Xenon Scheinwerfern und ist als Dienstleister im Sondermaschinenbau (Medizintechnik) für die Glasindustrie aktiv. Zwiesel Kristallglas AG (gegründet 1872, 630 Mitarbeiter) Weltmarktführer für Kristallglas in der internationalen Spitzengastronomie und -hotellerie. Innovationsführer im Bereich der Tritan®Technologie und Biofunktioneller Oberflächen.

Autor:

Dr. Thomas Diefenthal Geschäftsführer

BioPark Regensburg GmbH

Josef-Engert-Str. 13 D-93053 Regensburg Tel.: +49- (0)9 41 - 920 46 0 Fax: +49- (0)9 41 - 920 46 24 E-mail: info@biopark-regensburg.de www.bioregio-regensburg.de


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IGZ Würzburg – Wo Wissen zu Wirtschaft wird

IGZ Würzburg

Würzburg bietet starke Potenziale in den Bereichen Gesundheitswirtschaft, Biomedizin und Biotechnologie sowie Medizin und Medizintechnik. Ein wesentlicher Akteur bei der Entwicklung, Profilierung und Vernetzung des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts ist seit 10 Jahren das Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) Würzburg. Das IGZ Würzburg ist das größte Gründerzentrum in Unterfranken. Es wurde im Dezember 2001 in Betrieb genommen und bietet seither technologieorientierten Unternehmensgründungen rund 2.500 m2 Laborraum sowie 3.000 m2 Büroflächen zu gründerfreundlichen Preisen. Alle Labore verfügen über High-Tech-Ausstattung und können bis S2-Standard aufgerüstet werden. Weitere Angebote umfassen Konferenz- und Seminarräume sowie Beratungsleistungen. Derzeit nutzen 23 Unternehmen mit etwa 300 Beschäftigten diese Infrastruktureinrichtungen und Services. Ziel des Zentrums ist es, Arbeitsplätze zu sichern, Netzwerke und Synergien zu schaffen sowie die Region wissenschaftlich und wirtschaftlich voranzubringen. Betrieben wird die Einrichtung von einer eigenen Betriebsgesellschaft, zu deren Gesellschaftern die Stadt und der Landkreis Würzburg, die Sparkasse Mainfranken und die IHK Würzburg-Schweinfurt zählen.

Würzburg – eine gute Adresse in den Life Sciences Die Julius-Maximilians-Universität zählt mit ihren Forschungszentren, Forschergruppen und Graduiertenkollegs in der Medizin und in den Lebenswissenschaften zu den erfolgreichsten Hochschulen Deutschlands. Das Rudolf-Virchow-Zentrum für

Das Innovations- und Gründerzentrum liegt im Science-Park im Gewerbegebiet Würzburg-Ost

Experimentelle Biomedizin ist eines von der DFG geförderten Centers of Excellence, in dem Schlüsselproteine bei Krebs-, HerzKreislauf-, Autoimmun- und Entzündungserkrankungen erforscht werden, die Grundlage für Diag-

heiten. Würzburg ist Standort einer der fünf deutschen Biomaterial- und Datenbanken, die eine wichtige Grundlage sind, um Krankheiten und Ursachen besser zu verstehen. Die technische Ausstattung des 2009 fertig gestellten Doppelzentrums für Innere und Operative Medizin ist exzellent und bietet beste Bedingungen für die Patientenversorgung sowie Wissenschaft und Forschung.

Vernetzung – vor Ort und in bayerischen Clustern Vielleicht ein zukünftiges Medikament gegen den Anstieg des Hirndrucks bei Schädel-Hirn-Traumata: die Prüfsubstanz VAS203 der Firma vasopharm

nose und Therapien sein können. Das 2011 am Würzburger Universitätsklinikum angesiedelte Comprehensive Cancer Center (CCC) ist von der deutschen Krebshilfe als Onkologisches Spitzenzentrum anerkannt. Das neue Forschungsund Behandlungszentrum für Herzinsuffizienz bietet exzellente Forschung bei Herz-Kreislauf-Krank-

Am IGZ Würzburg wird ein strukturiertes Programm verfolgt, um insbesondere das Potenzial der Lebenswissenschaften in der Region nutzbar zu machen. In Kooperation mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium, den Hochschulen in Universität Würzburg, dem netzwerk-nordbayern und der Wirtschaftsförderung der Stadt Würzburg werden Neugründungen, Firmenansiedlungen und bereits existierende Firmen besonders intensiv betreut und gefördert. Das Gründerzentrum fördert eine


IGZ Würzburg noch bessere Zusammenarbeit der regionalen Unternehmen und Partner aus Gesundheitswirtschaft, Medizintechnik, Silikatforschung, Kunststofftechnologie und den bildgebenden Verfahren. Als regionaler Partner in Unterfranken sorgt das Innovations- und Gründerzentrum Würzburg für eine gute Vernetzung mit den bayerischen Clusterinitiativen Biotechnologie und Medizintechnik.

Unterstützung für Existenzgründer Das IGZ Würzburg hat zusammen mit den Hochschulen am Standort und dem netzwerk nordbayern ein umfassendes Maßnahmenprogramm zur Förderung von Gründungsaktivitäten in der Region entwickelt. So werden jungen Wissenschaftlern hochwertige Lehrveranstaltungen mit betriebswirtschaftlichen und branchenspezifischen Inhalten angeboten. Weiterhin spüren Technologie-Scouts an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Region Forschungsergebnisse mit hohem wirtschaftlichem Potenzial auf. Sind die potenziellen Gründerinnen und Gründer identifiziert und motiviert, werden sie auf dem Weg zum eigenen Unternehmen

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Der Forschungsschwerpunkt des internationalen Biotechnologie-Unternehmens Patrys liegt auf der Entwicklung humaner Antikörper für die Krebstherapie

individuell betreut und intensiv gefördert. Das IGZ Würzburg unterstützt dabei nachhaltig die Teambildung bereits bei den akademischen Wurzeln der Ausgründungen und sorgt durch intensives Coaching und Betreuung während der Übergangsphasen zwischen akademischer und unternehmerischer Karriere für einen möglichst reibungslosen Übergang für die Gründerinnen und Gründer.

Gründerunterstützung spiegeln sich im Abschneiden verschiedener Würzburger Gründungsprojekte beim Businessplanwettbewerb Nordbayern wider: seit 2007 kamen mit den Teams Calportin Pharmaceuticals, Xenopharm, CoBalt und SmartmAb regelmäßig Preisträger aus den Würzburger Life-Sciences. Es gelang über 5 Millionen Euro an Fördermittel (GO-Bio, VIP, EXIST-Forschungstransfer und EXIST-Gründerstipendium) einzuwerben, um die Geschäftsideen voranzubringen. Drei StartUp Unternehmen, die aus PräSeed Förderprogrammen hervorgegangen sind, sind im IGZ eingezogen. In den kommenden Jahren werden weitere Firmengründungen erwartet. Kontakt: Klaus Walther Geschäftsführer

Gründerunterstützung trägt Früchte In den vergangenen Jahren hat das IGZ Würzburg in enger Kooperation mit den Hochschulen und dem netzwerk nordbayern Anschubarbeit geleistet, aus der langfristig neue Arbeitsplätze am Standort entstehen sollen. Erfolge der

Das Innovations- und Gründerzentrum Würzburg erbringt für junge Unternehmen ein umfassendes Leistungspaket: Vermietung von 3000 m2 Büro- und 2500 m2 Laborräumen zu gründerfreundlichen Preisen Flexible Anmietung möglich - von kleinen Einheiten bis zum Gebäudetrakt High-Tech-Ausstattung, Aufrüstung der Labore bis auf S2-Standard möglich Bereitstellung einer variablen und geeigneten Infrastruktur Unterstützung bei der Erstellung von Geschäftsplänen Beratung zu wirtschaftlichen Strategien, Geschäftsmodellen, Patent- und Markenstrategien, Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung, Fragen der Unternehmensführung; Kooperationen, Förderungen Beratung zur Finanzplanung und Finanzierung, Begleitung bei Investorengesprächen und in Finanzierungsrunden sowie bei Verhandlungen mit strategischen Partnern und Lizenz- und Kooperationspartnern

IGZ Würzburg 97076 Würzburg Tel.: +49-931-270 58 14 Fax: +49-931-270 58 16 E-Mail: klaus.walther@stadt.wuerzburg.de

Dr. Christian Andersen Projektleiter

Tel.: +49-931-270 62 94 Fax.: +49-931-27 95 92 13 E-Mail: christian.andersen@igz.wuerzburg.de

Dr. Gerhard Frank Projektleiter

Weitere Aufgaben sind: regionale und überregionale Netzwerkbildung Vernetzung akademischer und industrieller Partner Mitarbeit bei der Schaffung und Weiterentwicklung eines konstruktiven Klimas zwischen den regionalen Firmen und Einrichtungen in Würzburg und Mainfranken

Tel.: +49-931-27 95 92 14 Fax.: +49-931-27 95 92 13 E-Mail: gerhard.frank@igz.wuerzburg.de


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Bayerische Forschungsverbünde

Bayerische Forschungsverbünde

Große Fortschritte in der Stammzell- und Genomforschung Für die Wissenschaftler um Prof. Wolf Mutschler von der Chirurgischen Klinik und Poliklinik der LMU München geht Anfang 2012 eine Ära zu Ende: Fast dreieinhalb Jahre haben sie im Rahmen des Forschungsverbundes ForZebRA neue Behandlungsformen für degenerative Erkrankungen des muskuloskelettalen Systems (z.B. Osteoporose, Bandscheibenverschleiß, Degeneration von Sehnen) entwickelt. ForZebRA wird von der Bayerischen Forschungsstiftung gefördert und ist einer von aktuell 14 Verbünden in Bayern, die Experten über Disziplingrenzen hinweg zusammenbringen. Im Biotechnologie-Bereich sind derzeit vier Verbünde aktiv: Drei forschen zu medizinischen Themen, während sich FORPLANTA (s. Seite 68) mit der Grünen Gentechnik beschäftigt.

ForZebRA: Hoffnung für Menschen mit degenerativen Erkrankungen Konventionelle Therapien bei der Behandlung degenerativer Erkrankungen setzen auf Schadensbegrenzung – das Ziel von ForZebRA war dagegen die Schadensbeseitigung. Die Regenerative Medizin hat sich die zellbasierte Erneuerung und Reparatur geschädigter Gewebe zum Ziel gesetzt, statt sich auf eine medikamentöse und/oder operative Verbesserung der Funktion bestehender Gewebe zu beschränken.

Von der Grundlagenforschung… Zur Erforschung der molekularen Ursachen degenerativer Erkrankungen mussten zunächst in die Grundlagenforschung investiert und parallel dazu Modelle entwickelt werden, in denen sich unter adäquaten biomechanischen Bedingungen therapeutische Strategien überprüfen lassen. Das Spektrum reichte daher von der Untersuchung der Stammzellbiologie bis zum Großtiermodell.

Teilprojekt 1: Zellbiologie und Genomik

In Teilprojekt 1, geleitet von Prof. Franz Jakob, Würzburg, ist eine Plattform für „Zellbiologie und Genomik“ entstanden, die sich mit der Genexpression in mesenchymalen Stammzellen (Vorläuferzellen des Bindegewebes) und in Stammzellen im Lauf ihrer Differenzierung befasst. Besondere Aufmerksamkeit legten die Forscher dabei auf die Unterschiede im Genexpressionsmuster bei jungen und alten Menschen. Ergebnis sind wichtige Fortschritte im Verständnis der Stammzellbiologie. So gelang es dem Team etwa, erste therapeutische Zielmoleküle zu charakterisieren, die zur

Adressierung von Gegenmaßnahmen für Alterung und Degeneration geeignet erscheinen. … zur regenerativen Therapie Die Erkenntnisse aus der ersten Plattform flossen in eine zweite ein, „Zellapplikation und Zelltracking“. Die Forscher um Prof. Peter Bartenstein und Prof. Matthias Schieker, beide LMU, konnten neue molekulare und auch funktionelle Bildgebungsverfahren entwickeln, die es erlauben, die im präklinischen Tierversuch erprobten therapeutischen Strategien bezüglich der beteiligten Zellen, der Vitalität des neu entstandenen Gewebes und letztlich auch seiner Funktion zu verfolgen. Die dritte Plattform „Großtiermodelle“ ist besonders bei muskuloskelettalen Erkrankungen wichtig, da nur sie geeignete biomechanische Bedingungen simuliert, wie sie beim Menschen vorliegen. Im Lauf von ForZebRA entwickelten die Forscher in diesem Teilprojekt unter

Teilprojekt 2: Zellapplikation und Zelltracking


Bayerische Forschungsverbünde

Teilprojekt 3: Großtiermodelle

Leitung von Prof. Eckard Wolf (LMU) und Prof. Angelika Schnieke (TUM) die Grundlagen für die Klonierung von Schweinen, die einen Immundefekt haben und sich somit dazu eignen, menschliche zellbasierte Konstrukte ohne Abstoßungsreaktion zu erproben. Künftig ist damit ein hoch attraktives Großtiermodell für die Validierung innovativer Therapieoptionen im Bereich der Regenerativen Medizin verfügbar. www.forzebra.de

Helmholtz Zentrum München/ Institut für Physiologische Genomik der LMU die Umprogrammierung von postnatalen Gliazellen („Stützzellen“ im Gehirn) von Mäusen in spezifische, synapsenbildende Subtypen von Nervenzellen. Diese Umwandlung der astroglialen Zellen in spezifische Neurone könnte eine wertvolle Alternative zur Transplantation von Nervenzellen bieten, die aus embryonalen oder neuralen Stammzellen gewonnen werden. Fluoxetin stimuliert Neurogenese Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der präklinischen Testung von Substanzen zur Mobilisierung endogener, d. h. körpereigener Stammzellen. Eine Studie der Arbeitsgruppe von Prof. Jürgen

ForNeuroCell II: Neue Behandlungsmethoden für Parkinson & Co.

Der Forschungsverbund ForNeuroCell II, der vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gefördert wird, hat als zentrales Forschungsfeld die Regulation adulter, neuraler Stammzellen und deren Potenzial für die regenerative Zellersatztherapie. In den therapeutischen Einsatz von Stammzellen bei Erkrankungen des Nervensystems wie Parkinson, Alzheimer oder auch Querschnittslähmung werden große Hoffnungen gesetzt. Stammzellen gezielt programmieren Die gezielte Programmierung von im Individuum vorhandenen Stammzellen stellt eine Strategie für den Ersatz untergegangener Nervenzellen dar. In einem modifizierten Ansatz gelang dem Team um Dr. Benedikt Berninger und Prof. Magdalena Götz vom

Nervenzellen aus Gliazellen: Die Immunfärbung zeigt mehrere Neurone (GFP grün), die durch Einschleusen von Neurogenin 2 aus Astrogliazellen des postnatalen zerebralen Kortex entstanden sind

Winkler, Abteilung für Molekulare Neurologie in Erlangen, untersuchte in einem Tiermodell für die Parkinsonsche Erkrankung den Einfluss von Fluoxetin auf die Neubildung von Nervenzellen im Hippocampus (adulte Neurogenese). Die adulte Neurogenese spielt für das Lernen und die Gedächtnisbildung sowie bei emotionalen Prozessen wie Angst und Depression eine wichtige Rolle. Befunde aus verschiedenen Studien machen einen Zusammenhang zwischen verminderter adulter Neurogenese und der Entstehung von Angst und Depression wahrscheinlich. Depressive Symptome

43 sind auch bei 40-70 % der MorbusParkinson-Patienten vor dem Auftreten der motorischen Symptome zu beobachten. Die Studie zeigt nun, dass in diesem Tiermodell, in dem die adulte Neurogenese massiv beeinträchtigt ist, die langfristige orale Gabe von Fluoxetin die Neubildung von Nervenzellen um das Dreifache steigert und diese Wirkung durch die Neurotrophine BDNF und GDNF vermittelt wird. Diese Studie könnte zu neuen Wegen bei der Behandlung der neuropsychiatrischen Symptome der Parkinsonschen Erkrankung führen. Neue Technologie zur nichtinvasiven Kontrolle der Differenzierung Elektrische Aktivität bzw. Membrandepolarisation spielt eine wichtige Rolle für die neurale Differenzierung von Stammzellen sowie für die Reifung, Integration und Funktion der neuralen Zellen. Channelrhodopsin -2 (CHR-2) ist ein Protein, das nach Aktivierung durch Licht einen für Ionen durchlässigen Kanal bildet. Durch die Integration von CHR-2 in die Zellmembran von neuralen Zellen kommt es bei Lichtstimulation somit zu einer Depolarisation der Zelle. Dr. Albrecht Stroh und Kollegen gelang es erstmals, dieses optogenetische Protein in embryonalen Stammzellen zu exprimieren und somit Stammzellen und aus Stammzellen differenzierte Neuronen optisch zu stimulieren. Mittels eines automatisierten Mikroskopiesystems wiesen die Forscher damit die direkte kausale Rolle von Depolarisation in der neuronalen Differenzierung von Stammzellen nach. Die Anwendungsmöglichkeiten reichen von der nicht-invasiven Kontrolle der Differenzierung von Stammzellen bis hin zur Nachverfolgung der Zellen sowie der Detektion ihrer funktionellen Integration in einem neuronalen Netzwerk in vivo. www.bayfor.org/forneurocell2


Bayerische Forschungsverbünde

44 FORPROTECT: Diagnostik und Therapie von Infektionserkrankungen und Krebs Im Gegensatz zu ForZebRA und ForNeuroCell II beschäftigt sich FORPROTECT mit der medizinischen Mikrobiologie. FORPROTECT wird von der Bayerischen Forschungsstiftung gefördert, die Forschungsschwerpunkte liegen in der Entwicklung neuer Ansätze für die Diagnostik und Therapie von Infektionserkrankungen und Krebs. In FORPROTECT arbeiten Wissenschaftler der LMU München, der Universitäten Würzburg und Regensburg sowie Partner aus der Industrie zusammen. Nach den ersten zwei Förderphasen können die Experten bereits einschlägige Ergebnisse in der Infektionsdiagnostik vorweisen.

Elektronenmikroskopische Aufnahme Aspergillus-infizierter humaner Epithelzellen

Neuer Test zur Differenzierung von Yersinienarten Forscher am Max von PettenkoferInstitut in München konnten zwei neue Antigene für die serologische Diagnose einer YersinienInfektion identifizieren, die zu Darmerkrankungen führt (enteropathogene Yersinien). Die anschließende Evaluierung dieser Antigene übernahm der Industriepartner Mikrogen GmbH in Neuried, eine national und international führende Firma für Infektionsdiagnostika. Mittlerweile sind die Tests abgeschlossen und der verbesserte Test mit dem Namen recomLine Yersinia 2.0 IgG, IgA [IgM] ermöglicht nun eine Diffe-

Verbundforschung – ein Erfolgsmodell

Der RecomLine Yersinia 2.0 IgG, IgA [IgM] der Firma Mikrogen GmbH. Die neuen Antigene PsaA und MyfA ermöglichen eine serologische Differenzierung einer Y. pseudotuberculosis und Y. enterocolitica Infektion

renzierung zwischen den zwei Yersinienarten Yersinia enterocolitica und Yersinia pseudotuberculosis. Verbesserte Therapie dank neuer Anwendungsmöglichkeiten von Massenspektrometern Die Einführung der „matrix assisted laser desorption/ionization – time of flight“ Massenspektrometrie (MALDI-TOF MS) zur Identifizierung von Bakterien gehört zu den wichtigsten Fortschritten der mikrobiologischen Diagnostik in den letzten Jahren. Das Team am Max von Pettenkofer-Institut erforscht zusammen mit dem führenden Hersteller dieser Geräte, der Firma Bruker Daltonik, neue Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Antibiotika-Empfindlichkeitsprüfung multiresistenter Erreger. Ziel ist eine erhebliche Verkürzung der Analysedauer bei gleichzeitig hoher Präzision, was eine schnellere und spezifischere Therapie lebensbedrohlicher Infektionen ermöglichen würde. Zudem arbeiten die Wissenschaftler an verfeinerten Verfahren zur Pilzdiagnostik sowie am Einsatz massenspektrometrischer Verfahren für epidemiologische Fragestellungen wie etwa die Ermittlung von Infektionsketten und Ausbruchsquellen. www.bayfor.org/forprotect

Ebenso wie die Interdisziplinarität trägt die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Industrie dazu bei, die Grenzen der Disziplinen auszuweiten und so zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Viele bahnbrechende Ergebnisse in der Biotechnologie wären ohne diese Zusammenarbeit nicht möglich. Der Freistaat unterstützt daher die Forschung im Verbund in besonderem Maße. Fördermittelgeber sind in Bayern hauptsächlich die Bayerische Forschungsstiftung sowie die Ministerien, allen voran das Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Die Bayerische Forschungsallianz (BayFOR) ist ein verlässlicher Partner der bayerischen Verbünde. Sie übernimmt die Koordination der gemeinsamen Aktivitäten, vernetzt die Verbünde und deren Mitglieder auf europäischer Ebene und unterstützt sie bei der Öffentlichkeitsarbeit. www.bayfor.org

Kontakt:

Anita Schneider Referentin für Wissenschaftskommunikation

Bayerische Forschungsallianz GmbH (BayFOR) Prinzregentenstr. 52 80538 München Tel.: +49 (0)89 - 9901888-191 Fax: +49 (0)89 - 9901888-29 E-Mail: schneider@bayfor.org www.bayfor.org


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Effektive Antikörper Therapien Biopharmazeutika in der Onkologie und Transplantationsmedizin

Die Kernkompetenzen von Fresenius Biotech liegen in der Entwicklung von immunologisch wirksamen biopharmazeutischen Produkten sowie deren internationaler Zulassung und Vermarktung für spezifische Indikationen. Schwerpunkte der Entwicklungsaktivitäten der Fresenius Biotech umfassen die Gebiete Onkologie und Transplantationsmedizin. ATG-Fresenius S ist ein polyklonaler Antikörper und leistet seit mehr als 30 Jahren einen wichtigen Beitrag bei der Vorbeugung und Therapie der Organabstoßung und wurde bereits weltweit bei Tausenden von Patienten sicher und erfolgreich zur Immunsuppression im Rahmen von Organtransplantationen ein-

tionalen Wirkprinzip der erste Antikörper einer neuen Generation. Ziel der Therapie mit Removab® ist es, eine verstärkte Immunreaktion gegen Krebszellen zu erreichen, welche die Hauptursache der Aszitesbildung sind. Durch die gleichzeitige Bindung an verschiedenen Zellen im Immunsystem stimulieren und aktivieren sich T-Zellen und akzessorische Zellen gegenseitig. Damit ermöglicht Removab eine verstärkte Immunantwort und eine Zerstörung der Krebszellen. gesetzt. ATG-Fresenius S wird aktuell aber zunehmend erfolgreich in der Stammzelltransplantation eingesetzt und ist bereits in mehreren Ländern weltweit (u.a. Deutschland und Östereich) zugelassen. ATG-Fresenius S kann somit zur Prävention der Graftversus-Host-Erkrankung (GvHD) nach Stammzelltransplantation eingesetzt werden. Basis der Zulassung ist die nachgewiesene signifikant niedrigere GvHDKomplikationsrate bei einer Behandlung mit ATG-Fresenius S. Der trifunktionale Antikörper Removab (Catumaxomab) ist seit April 2009 für die kausale Behandlung des malignen Aszites bei Patienten mit EpCAM-positiven Karzinomen zugelassen. Removab® ist mit seinem trifunk-

Fresenius Biotech unterhält Entwicklungsstandorte in Deutschland und USA. Die Vermarktung der Produkte ATG-Fresenius S und Removab erfolgt durch eigene Vermarktungsaktivitäten und Kooperationspartner in europäischen Kernländern.

Kontakt: Fresenius Biotech GmbH Frankfurter Ring 193a 80807 München Tel.: +49 89-306593-738 Fax: +49 89-306593-292 info@fresenius-biotech.com www.fresenius-biotech.de

Biopharmazeutika

Fresenius Biotech GmbH ist ein global operierendes Biotechnologieunternehmen, das auf die Entwicklung und Vermarktung von biopharmazeutischen Therapeutika ausgerichtet ist.


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EU-Forschungsförderung

EU-Forschungsförderung für biotechnologische Projekte

Die Forschungsförderung hat einen großen Stellenwert im Haushaltsplan der EU: Mit rund 54 Mrd. Euro ist das 7. Forschungsrahmenprogramm (FP7, Laufzeit: 2007-2013) das weltweit größte derartige Förderinstrument. Die Bayerische Forschungsallianz (BayFOR) informiert über Chancen, die sich hier für Wissenschaftler und Unternehmer bieten. Die Biotechnologie hat die EU im FP7 in zwei großen Bereichen verankert, für die sie insgesamt 8 Mrd. Euro bereitstellt: ‚Health‘ (Rote Biotechnologie) und KBBE (Knowledge-Based Bio Economy; Grüne und

Pflanzen, die höhere Erträge liefern und gegen Schädlinge resistent sind, sind ein Ziel der Grünen Biotechnologie

Weiße Biotechnologie). Die Schwerpunkte des ‚Health’-Programms liegen in der translationalen Forschung, d. h. in der Übertragung

der Ergebnisse der Grundlagenforschung in klinische Anwendungen, sowie in der Entwicklung und Validierung neuer Therapien, Verfahren für Gesundheitsförderung und Prävention, Diagnoseinstrumente und -technologien. Das Programm KBBE konzentriert sich u. a. auf die nachhaltige Erzeugung und Bewirtschaftung der biologischen Ressourcen und die Entwicklung moderner Technologien für industrielle Zwecke. Das FP7 ist ein „Topdown“-Programm: Die EU-Kommission gibt die geförderten Themen vor und veröffentlicht sie einmal pro Jahr.

Gute Chancen für kleine und mittlere Unternehmen Das von den Antragstellern beabsichtigte Forschungsvorhaben soll zur Lösung bislang ungelöster Fragestellungen führen und damit den EU-Bürgern einen erkennbaren Nutzen bringen. Darüber hinaus ist es Ziel der EU, die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu stärken. Daher ist eine industrielle Beteiligung erwünscht – teilweise sogar zwingend – und erhöht die Förderchancen deutlich. Dieser Trend wird sich beim künftigen Forschungsrahmenprogramm „Horizon 2020“ (2014-2020) noch verstärken. Hochschulen für angewandte Wissenschaften, die meist in engem Kontakt mit der Industrie stehen, könnten hier besonders punkten. Ein weiterer Schwerpunkt des FP7 ist die verbesserte Koordinierung von nationalen und regionalen Forschungsaktivitäten durch spezifische Projekte (ERA-NETs).

Für die Biotechnologie relevant sind hier u. a. NEURON (Neurowissenschaften), TRANSCAN (translationale Krebsforschung), ERAAge (Altersforschung), ERASysBio+ (Systembiologie) und EUPHRESCO II (Pflanzengesundheit). Von besonderem Interesse für KMU ist EuroTransBio, bei dem eigene Themen eingereicht werden können („Bottom-up“-Prinzip) und das transnationale F&EProjekte zwischen Akademia und KMU unterstützt.

Innovationsbarrieren gemeinsam überwinden Die Innovative Medicine Initiative (IMI, 2008-2017) ist ein spezielles Förderinstrument, das von der EU und der Industrie finanziert

Die Medikamentenentwicklung soll durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie verbessert werden

wird. Durch stärkere Kooperationen zwischen Wissenschaft und Pharmaindustrie sollen Innovationsbarrieren bei der Medikamentenentwicklung bewältigt werden. EUREKA Eurostars wiederum unterstützt KMU bei der Entwicklung innovativer Produkte und Verfahren. Das Programm fördert transnationale Initiativen und basiert auf dem „Bottom-up“-Prinzip.


EU-Forschungsförderung

Orientierung im Dickicht der EU-Förderprogramme Die Vielfalt an Fördermöglichkeiten stellt potenzielle Antragsteller vor komplexe Aufgaben: Ein passendes Förderprogramm zu identifizieren und einen erfolgreichen Antrag zu stellen, erfordert umfassendes Fachwissen. Hier bietet die Bayerische Forschungsallianz (BayFOR), die unter anderem vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gefördert wird, umfangreiche Hilfestellung für bayerische Akteure. Die BayFOR informiert über Fördermöglichkeiten, führt Weiterbildungsmaßnahmen durch und bietet insbesondere eine aktive Unterstützung bei der Projektanbahnung, dem Aufbau internationaler Konsortien und der Antragserstellung. Ist die Evaluierung erfolgreich, unterstützt sie auch bei den Vertragsverhandlungen mit der

Europäischen Kommission und übernimmt gegebenenfalls das Projektmanagement sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Auf regionaler und internationaler Ebene ist die BayFOR bestens vernetzt. Ihr EU-Verbindungsbüro in Brüssel vertritt die Interessen der bayerischen Hochschulen, stärkt ihre Sichtbarkeit und ist ihr Kontaktvermittler zu den europäischen Institutionen. Außerdem koordiniert die BayFOR die gemeinsamen Aktivitäten der Bayerischen Forschungsverbünde und unterstützt ihre Vernetzung auf europäischer Ebene. Die Wissenschaftliche Koordinierungsstelle Bayern-Québec/ Alberta/International unterstützt bilaterale Forschungsprojekte in diesen Regionen und entwickelt diese teilweise im Rahmen einer europäischen Forschungsförderung weiter. Als Partner im Enter-

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prise Europe Network (EEN) stellt die BayFOR auch gezielte Beratungsdienstleistungen für KMU bereit, die sich für eine Teilnahme an EU-Forschungsprojekten interessieren oder länderübergreifend miteinander kooperieren wollen. Als Partner im bayerischen „Haus der Forschung“ arbeitet die BayFOR mit Bayern Innovativ, dem Innovations- und Technologiezentrum Bayern (ITZB) und der Bayerischen Forschungsstiftung (BFS) eng zusammen. Über die Kooperation der vier Partner im Haus der Forschung entsteht so eine zentrale Anlaufstelle zu europäischer, nationaler und bayerischer Forschungs- und Technologieförderung. Links: www.bayfor.org/veranstaltungen www.hausderforschung.de Autorin:

Dr. rer. nat. Iana Parvanova Referatsleiterin Medizin und Lebenswissenschaften

Bayerische Forschungsallianz GmbH (BayFOR) Prinzregentenstr. 52 80538 München Tel.: +49 (0)89 - 9901888-150 Fax: +49 (0)89 - 9901888-29 E-Mail: parvanova@bayfor.org www.bayfor.org


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Bayerisches Genomforschungsnetzwerk

Das Bayerische Genomforschungsnetzwerk: Ein besonderes Förderprogramm trägt Früchte 2005 wurde erstmals in der damaligen Ausgabe von „Biotechnologie in Bayern“ über das Bayerische Genomforschungsnetzwerk (BayGene) berichtet. Das Forschungsnetzwerk, in dem Spitzenprojekte der funktionalen Genomforschung in Bayern gefördert und vernetzt werden, hat es sich zur Aufgabe gemacht, neue Benchmarks für die Forschungslandschaft in Bayern zu setzen. Die zwölf geförderten Projekte und die assoziierten Kooperationen aus Wissenschaft und Industrie hatten das Ziel, die Zusammenarbeit zwischen den herausragenden Forschungsprojekten in einem betreuten Netzwerk zu intensivieren und den Dialog zwischen den einzelnen Gruppen zu jeder Zeit sicher zu stellen. Auf diese Weise konnten effiziente Forschung und schneller Technologietransfer gefördert und gewährleistet werden. Nach nun siebenjähriger Laufzeit und Förderung durch den Freistaat Bayern, können wir auf eine beeindruckende Anzahl an Auszeichnungen und wichtigen Publikationen in namhaften Journalen zurückblicken. Das Jahr 2011 war für das Bayerische Genomforschungsnetzwerk ein Jahr der Forschungspreise und der guten Nachrichten. Nachdem nahezu alle Projektleiter ihre Stellen an den Universitäten verstetigen konnten, erhielten wir im Herbst gleich drei Auszeichnungen als Früchte der herausragen-

Abb. 1: Preisverleihung „Young Investigator Award“ im Rahmen der Herbsttagung der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie e.V. (GBM) in Frankfurt an Professsor Dr. Gunter Meister

den Forschungsleistung unserer Projekte: Zunächst wurde am 27. September Professor Dr. Gunter Meister, der im Rahmen der BayGene Förderung den Lehrstuhl für Biochemie an der Universität Regensburg bekleidet, auf der Herbsttagung der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie e.V. (GBM) in Frankfurt mit dem „Young Investigator Award“ der Schering Stiftung ausgezeichnet (Abb. 1). Im Rahmen eines Festaktes erhielt er die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für seine herausragende Grundlagenforschung im Bereich der RNA – Biochemie. Die Laudatorin der Firma Schering betonte in ihrer Festrede, dass Professor Meister

Außergewöhnliches zum Verständnis der Funktion von nicht kodierenden RNAs beigetragen hat. Zentrale Inhalte seiner Forschung sind die grundlegenden Erkenntnisse der Genregulation durch microRNAs (miRNAs), dabei handelt es sich um Moleküle, die bei vielen neurodegenerativen Erkrankungen und bei der Entstehung von Krebs eine wichtige Rolle spielen. MiRNAs assoziieren mit Mitgliedern der Argonaute (Ago)-Proteinfamilie und interagieren mit partiell komplementären Sequenzen in 3‘-untranslatierten Regionen (UTRs) von Ziel mRNAs (Abb. 2). Dies führt zur Repression der Translation oder zum Abbau der mRNAs. Einzelne miRNAs können eine


Bayerisches Genomforschungsnetzwerk

Abb. 2: Genregulation durch Micro RNAs (Quelle: Professor Dr. Gunter Meister, Universität Regensburg)

Vielzahl von verschiedenen mRNAs regulieren und miRNA-Ago-Protein-Komplexe sind in große regulatorische Netzwerke eingebettet. Im Menschen wurden bereits mehr als 700 miRNAs entdeckt, dies deutet darauf hin, dass ein großer Teil der humanen Gene unter der Kontrolle von miRNAs steht. Die Forschung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die Expression von miRNAs in vielen Tumorarten gestört ist. Um die Biologie solcher miRNA-Fehlexpressionen und deren Konsequenz für die Tumor-Pathogenese verstehen zu können, ist es entscheidend, die einzelnen Ziel-mRNAs und die damit verbundenen individuellen miRNA-Netzwerke aufzudecken und in ihrer Funktion zu verstehen. Bisher gibt es nur wenige geeignete Methoden um solche Netzwerke analysieren zu könnnen. Deshalb entwickelt Professor Meister Werkzeuge, wie zum Beispiel monoklonale anti-Ago-Antikörper weiter und setzt sie zur Analyse von regulatorischen miRNA-Interaktionsnetzwerken ein. Eine Woche später, am 7. Oktober, durften wir uns darüber freuen, dass Professor Dr. Christoph Klein,

der das BayGene Projekt: „Molekulare Analyse der frühen Metastasierung und der minimalen Tumor Resterkrankung“ an der Universität Regensburg leitet, im Rahmen einer Festveranstaltung an der Universität Bern mit dem „Dr. Josef Steiner Krebsforschungspreis“ geehrt wurde (Abb. 3). Dieser Preis wird auch als „Nobelpreis der Krebsforschung“ bezeichnet und gilt als eine der höchsten Auszeichnungen auf diesem Gebiet. Er erhielt diesen mit einer Million Schwei-

Abb. 3: Professor Dr. Christoph Klein, erhielt in Basel den „Dr. Josef Steiner Krebsforschungspreis“

zer Franken dotierten Preis für seine grundlegenden Forschungsarbeiten zur Entstehung von Metastasen. Seit Mitte des Jahres ist Professor Klein zusätzlich Leiter einer Fraunhofer-Projektgruppe in Regensburg, die das Fraunhofer ITEM gemeinsam mit der Universität Regensburg gegründet hat. Er erläutert sein Forschungsvorhaben plastisch: „ In der Krebstherapie stehen wir immer wieder an einem Punkt, an dem der Krebs besiegt zu sein scheint, doch Jahre später tauchen erneut Geschwüre auf, die nicht selten zum Tod des Patienten führen. Es sind Zellen, die sich vom Ausgangstumor abgelöst haben und nach jahrelangem „Schlummer“ an anderer Stelle im Körper zu lebensbedrohlichen Metastasen heranwachsen.“ Wie können diese Zellen jahrelang unerkannt überleben und welche Signale führen schließlich zu einem erneuten Krebswachstum (Abb. 4)? Professor Klein sucht im Rahmen von BayGene nach Antworten auf diese Fragen, um daraus Medikamente und Therapien gegen Tumorerkrankungen entwickeln zu können. Ein wichtiges Ziel ist die Entwicklung adjuvanter Therapien zur Prävention der letalen Metastasierung humaner Karzinome. Sein Ansatz verbindet Tumorbiologie, Tumorgenetik und Immunologie und basiert auf der direkten genomischen Analyse dieser schwer zu findenden, früh ausgewanderten Tumorzellen. Mit der Analyse komplexer genetischer Mausmodelle kann er so die Suche nach geeigneten Zielstrukturen und wirksamen Immuneffektormechanismen intensivieren und effektiver gestalten. Seine Forschungsgruppe arbeitet eng mit Kliniken in Regensburg und München wie auch mit bayerischen Biotech-Unternehmen zusammen. Auf diese Weise ist die Forschung von Beginn an immer auf praktische Ergebnisse und

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Bayerisches Genomforschungsnetzwerk schnelle Umsetzung konzentriert. Nach der Isolation einzelner früh disseminierten Tumorzellen aus dem Knochenmark von Karzinom-Patienten werden diese genomisch analysiert. Mit Hilfe hochauflösender komparativer genomischer Hybridisierung und sorgfältiger Transkriptom-Analyse werden genotypische und phänotypische Charakteristika, also definierte Mutationen und molekulare Expressionsmuster dieser bösartigen Zellen identifiziert. Dieser Ansatz ermöglicht erstmals eine Targetidentifizierung für bisher unzugängliche Tumorzellen, in denen nach kompletter Resektion des Primärtumors der Ursprung letaler Fernmetastasen liegt und die deshalb die eigentlichen Zielzellen für adjuvante, d.h. präventive Therapien sind. Die typische Situation einer frühen Tumorzell-Aussaat konnte Professor Klein bereits in transgenen Mausmodellen darstellen, die in einem Parallelansatz untersucht wurden. In einem Mamma-Karzinom-Modell lassen sich disseminierte Tumorzellen in einem sehr frühen Stadium der Onkogenese aus dem Knochenmark oder anderen Organen isolieren. Dieses experimentelle System bietet die bislang einmalige Chance, therapeutische Zielstrukturen für Tumorerkrankungen zu identifizieren und ihre Eignung als Vakzine unter in vivo Bedingungen zu prüfen. Im November 2011 erhielt das Netzwerk die Nachricht, dass eine Forschungsallianz, bestehend aus Wissenschaftlern des Lehrstuhls für Genetik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) unter Leitung von Professor Dr. Falk Nimmerjahn (Abb. 5) sowie der Harvard Universität, der Oxford Universität und des Scripps Institutes in den Vereinigten Staaten, für die Erforschung neuer HIV-Impfstrategien acht Millionen US-Dollar von der Bill

Abb. 4: Bei der Metastasenbildung liegen viele Aspekte noch im Dunkeln, so z.B. die Frage: Welche Zellen spalten sich frühzeitig vom Primärtumor ab? Was ermöglicht, dass diese Zellen an bestimmten Orten im Organismus überleben können und welche dieser Zellen haben die Fähigkeit, Metastasen zu bilden? (Quelle: Professor Dr. Christoph Klein, Universität Regensburg)

und Melinda Gates Stiftung erhält. Es ist zwar inzwischen möglich, die vom humanen HI-Virus ausgelöste Immundefizienz (Aids) über eine lange Zeitspanne zu unterdrücken, aber es gibt bisher keine funktionierende Impfstrategie zur Prävention einer Infektion. Derzeit verfügbare Medikamente verursachen zum Teil starke Nebenwirkungen. In dem über die Bill und Melinda Gates Stiftung geförderten Projekt sollen neue Techniken und Methoden entwickelt werden, die es möglichst schnell erlauben, den Erfolg neuer Impfstrategien nachzuweisen. Ein großes Problem bei der Entwicklung und Anwendung neuer Impfstoffe ist der sehr lange Zeitraum zwischen der Impfung und dem Nachweis des erfolgreichen Schutzes vor einer Infektion. So kommt es zu starken Verzögerungen bei der Weiterentwicklung und Optimierung von neuen Impfstrategien, die für einen Schutz vor einer HIVInfektion essenziell wären. Die Arbeitsgruppe um Professor Nimmerjahn von der FAU wird ihre Expertise vor allem zur Funktion von Antikörpern in dieses Projekt einbringen (Abb. 6). Neue Befunde lassen vermuten, dass Antikörper eine wichtige Rolle für die Verhinderung einer Infektion mit dem HI-Virus spielen könnten. Antikörper sind

Eiweißmoleküle, die passgenau für jeden eingedrungenen Mikroorganismus hergestellt werden können und so eine erneute Infektion mit dem gleichen Erreger verhindern können. Eine wichtige Rolle für die Funktionalität der Virus-spezifischen Antikörper scheint dabei die Zuckerseitenkette des Eiweißmoleküls zu spielen. Im Rahmen des Projektes wird deshalb an der Entwicklung von Immunisierungsstrategien gearbeitet, die Virusspezifische Antikörper mit einer besonderen Zuckerstruktur hervorrufen, die infizierte Zellen effizient zerstören können. Nachdem Professor Nimmerjahn erst im vergangenen Jahr der Paul Ehrlich- und Ludwig DarmstädterNachwuchspreis verliehen wurde, ist das bereits die zweite große Auszeichnung, die ihm im Rahmen der Förderung seines Projektes durch das Bayerische Genomforschungsnetzwerk zu Teil wurde. Auch über solche spektakulären Auszeichnungen hinaus können sich die Ergebnisse des Programms sehen lassen: Zusammen wurden während des Förderzeitraums mehr als 375 Publikationen veröffentlicht. Auch über zahlreiche Patente und über die Gründung von zwei Biotechnologieunternehmen können sich die BayGe-

Abb. 5: Professor Dr. Falk Nimmerjahn, erhält Forschungsgelder von der Bill und Melissa Gates Stiftung zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen die Immunschwäche AIDS in Afrika


Bayerisches Genomforschungsnetzwerk

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Molekulare Biosysteme, sind im Freistaat Bayern zu einem festen Bestandteil der Forschungsförderung geworden. Die investierten staatlichen Mittel haben sich auch für das Land Bayern mehr als gelohnt, das zeigt das hohe internationale Ansehen der bayerischen Forschung auf dem Gebiet der Genomforschung ebenso wie die rasante Entwicklung der regionalen biotechnologischen Industrie. Nicht zuletzt durch diese weitsichtigen Fördermaßnahmen ist es Bayern wie kaum einem anderen Bundesland gelungen, eine internationale Spitzenposition in diesem Forschungsgebiet und seiner industriellen Umsetzung einzunehmen.

wird durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gefördert. Abb. 6: Klassische Mausmodelle erlauben es nicht, die Komplexität des menschlichen Immunsystems abzubilden. Deshalb entwickelte Prof. Falk Nimmerjahn die humanisierte Maus

ne – Projektleiter freuen. Bereits 2006 gründete Professor Hans Jürgen Wester das Unternehmen SCINTOMICS, das inzwischen internationales Ansehen genießt. Bei SCINTOMICS werden radioaktiv markierte Tracermoleküle für die Positronen Emissions Tomographie kurz PET-CT für molekulare, bildgebende Diagnostik und therapeutische Verfahren hergestellt. Im November 2011 gründete Professor Gernot Längst zusammen mit dem Unternehmen Nano Temper, einem bereits mit BayGene assoziierten Betrieb, die Firma „2bind Molecular Interaction Services“. Ein Biotechunternehmen, das Messungen zu Interaktionen zwischen Biomolekülen durchführt. Die insgesamt zwölf geförderten Projekte, von denen zwei bereits

abgeschlossen wurden, haben in eindrucksvoller Weise gezeigt, dass die Kooperation vieler herausragender Projektgruppen in einem betreuten Netzwerk zu einem echten Mehrwert in der Gesamtbilanz führt. Die Weiterentwicklung wichtiger neuer Technologien spielt dabei eine ebenso zentrale Rolle, wie die Aufklärung von komplexen Zusammenhängen mit bereits etablierten Analysemethoden. Ein Team übergreifender Erfahrungsaustausch beschleunigt die Bearbeitung der Fragestellungen zusätzlich. Forschungsnetzwerke wie das Bayerische Genomforschungsnetzwerk, das Bayerische Immuntherapie Netzwerk, die vielen Forschungsverbünde oder das erst neu gegründete Bayerische Forschungsnetzwerk für

Autoren: Dr. Ulrike Kaltenhauser Geschäftsführung Bayerisches Genomforschungsnetzwerk

Bayerisches Genomforschungsnetzwerk Genzentrum der LMU Feodor-Lynen-Str. 25 81377 München

M. Sc. Claudia Szeibert Referentin der Geschäftsstelle BayGene

Genzentrum der LMU Feodor-Lynen-Str. 25 81377 München


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Wo Innovation entsteht

Innovationen

Innovation entsteht, wenn eine Entdeckung oder Erfindung zu einem Produkt entwickelt, also zur Anwendung gebracht wird. Aber was sind die Voraussetzungen dafür, was ist die richtige Umgebung? Wo entsteht Innovation? Innovation entsteht selten durch gezielte Forschung und Entwicklung. Sie sucht sich ihre eigenen Wege. Vor gut 60 Jahren beschloss die Familie Engelhorn, die Eigner der Pharmafirma Boehringer Mannheim, in Tutzing am Starnberger See eine biochemische Forschung und Entwicklung aufzubauen, um die gerade neu aufgekommenen enzymatischen Möglichkeiten für die Medizin zu nutzen. Der hierfür gewonnene Professor Hans Ulrich Bergmeyer war in der neuen Wissenschaft gut vernetzt und pflegte Kontakte zu den Kliniken. Die ersten Produkte waren Hilfsmittel für die Enzymforschung. Entgegen den Erwartungen entstanden aus diesen Bemühungen damals aber keine neuen Arzneimittel. Im Laufe der Jahre wurde am Starnberger See vielmehr ein völlig neuer medizinischer Bereich geboren, die biochemische Analytik. Diese moderne Labordiagnostik setzte neue Maßstäbe in der Genauigkeit gegenüber konventionellen chemischen Methoden und kam ohne umweltschädliche Stoffe aus. Es wurden sozusagen Biomarker mit biologischen Reagenzien bestimmt. So entstand in Tutzing eine moderne Diagnostik, die heute weltweit einen Umsatz von über 30 Milliarden Euro erzielt. Warum entstand diese Wiege der medizinischen Biotechnologie ausgerechnet hier? Sicher hat die attrak-

tive Lage im Süden von München dazu beigetragen, gute Mitarbeiter anzulocken. Aber von größerer Bedeutung war sicher das wissenschaftliche und klinische Umfeld. Feodor Lynen an der LMU München, einer der weltweit führenden Biochemiker, hatte gerade die Grundlagen des Fettstoffwechsels entdeckt, wofür er 1964 den Nobelpreis erhielt. Diese Entdeckung wiederum unterstützte den Bau des Max-PlanckInstituts in Martinsried. Viele der Tutzinger Forscher und Entwickler stammten aus Lynens Labor oder seinem wissenschaftlichen Umfeld. Außerdem boten die beiden großen Kliniken der LMU und TU vielfache Kooperationsmöglichkeiten, um die neuen Testsysteme an klinischem Material zu erproben. Lange Versand- und Anfahrtswege gab es nicht. Außerdem kamen alle relevanten akademischen Forscher gern und regelmäßig nach Tutzing und München. Das erste medizinische Biotechnologie-Cluster war geboren, auch wenn es damals noch nicht so hieß. Innovation entsteht in Clustern, wo exzellente Forschung und eine professionelle Anwendung zusammenkommen – aber nur, wenn diese beiden Seiten miteinander reden. Die Offenheit, über Fachbereichsgrenzen hinaus miteinander zu reden, ist ein wichtiger Innovationsfaktor. Boehringer Mannheim produzierte

das Glykosid Digoxin aus der Fingerhutpflanze zur Herstellung von Wirkstoffen zur Herz-Kreislauf-Therapie. Um bei Überdosierungen Vergiftungen entgegenzuwirken, begann man einen Antikörper zu entwickeln, der den Wirkstoff über den Steroidrest Digoxigenin im Blut unschädlich machen konnte. Dieser Anti-DigoxigeninAntikörper war zunächst nur für therapeutische Zwecke entwickelt worden. Nun war es in Tutzing üblich, dass eine Gruppe von Wissenschaftlern regelmäßig nach dem Mittagessen einen Spaziergang am See machte. Dabei wurden angeregt aktuelle Themen der Wissenschaft diskutiert. Als eine neue Publikation besprochen wurde, in der die Möglichkeit einer nicht-radioaktiven Markierung von DNA mit Biotin/Streptavidin beschrieben war, kam den Spaziergängern der Gedanke, statt dem ubiquitären Biotin das nur in der Digitalis-Pflanze vorkommende Digoxigenin zu verwenden. Das sollte das Hintergrundrauschen bei biologischen Materialien erheblich vermindern. Die Anti-DigoxigeninMarkierung ist inzwischen weltweit eine Standardmethode für die nicht radioaktive Markierung von DNAund Immuntestsystemen geworden. Auch die Industrie muss sich öffnen. Anfang der 90er Jahre war es noch üblich, dass Pharmaforschung hinter


Innovationen geschlossenen Firmentoren stattfand. Zudem war Pharmaforschung fast ausschließlich chemisch orientiert, und in die eigenen chemischen Synthesewege für neue Wirkstoffe wollte man sich nicht hineinschauen lassen. Als die Forscher bei Boehringer Mannheim in Tutzing und später in Penzberg (seit 1997 Roche Diagnostics) begannen, sich von Testreagenzien und Diagnostik auch in Richtung biologischer Arzneimittelentwicklung zu bewegen, mussten sie sich ständig mit neuen Methoden beschäftigen, die sich damals rapide weiterentwickelten. Dazu gehörte auch die Röntgenstrukturanalyse, die sich Anfang der 90er Jahre noch in einer rasanten technischen Entwicklung befand. Ein weltweit führendes Labor auf diesem Gebiet gab es im MaxPlanck-Institut für Biochemie in Martinsried. Sein Leiter war Prof. Robert Huber, der gerade den Nobelpreis für die Strukturaufklärung des ersten Photosynthesesystems erhalten hatte. Statt eine eigene Strukturforschung in der Firma aufzubauen, die nach wenigen Jahren wohl veraltet gewesen wäre, fragten die Penzberger Forscher bei Prof. Huber an, ob eine gemeinsame Strukturforschungsgruppe im MaxPlanck-Institut denkbar wäre. Huber war begeistert, auch wenn dieses Ansinnen an die Grenzen der Flexibilität der Max-Planck- sowie der Industrie-Rechtsanwälte ging. Man etablierte eine gemeinsame Arbeitsgruppe, die von der Industrie bezahlt und aus dem akademischen Umfeld mit neuestem Know-how gespeist wurde. Diese Arbeitsgruppe, damals einmalig, heute das Paradebeispiel einer Technologietransfer-Einheit, war der Kristallisationskeim vieler neuer Substanzen und Strukturen. Innovation entsteht aber auch, wenn finanzielle Mittel nicht nur für den Zweck eingesetzt werden, für den sie eigentlich geplant waren. In der Management-Literatur wird dies als „Bootlegging“ oder „Schwarzbrennerei“ bezeichnet. Solche Projekte

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sind erfahrungsgemäß oft besonders erfolgreich. Die Max-Planck-Forscher nutzten die Industriegelder gelegentlich ebenfalls „schwarz“, um eigene Ideen und Projekte mit zu bearbeiten. So führte etwa Uwe Jacob, der eine Industriestelle innehatte, die Strukturanalysen von Kristallen durch, die Peter Sondermann hergestellt hatte und aus rein akademischen Motiven untersuchen wollte. Aus dieser Zusammenarbeit entstand ein interessanter Wirkstoff, der das Potenzial zeigte, gegen Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden zu können. Die beiden Wissenschaftler gründeten zusammen mit Prof. Huber im Jahr 2002 die Firma SuppreMol, und es begann die spannende Entwicklung eines völlig neuen Therapieprinzips für Krankheiten, die bisher nur symptomatisch behandelt werden können – und dies meist mit erheblichen Nebenwirkungen. Der Wirkstoff SM101, der lösliche Teil eines Immunrezeptors (FcγRIIb), kann die überschießende Immunreaktion bei Autoimmunerkrankungen wie Rheuma, Multiple Sklerose oder Lupus gezielt nach unten regulieren. Dies wurde in Tierexperimenten gezeigt. Seit 2009 wird der Wirkstoff an Menschen getestet, zunächst an gesunden Probanden. Nachdem sich die Substanz als gut verträglich herausgestellt hatte, wurde 2010 eine klinische Studie an ITPPatienten begonnen. ITP steht für Immune Thrombozytopenie, eine Erkrankung, bei der die Blutplättchen (Thrombozyten), die bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle spielen, durch das Immunsystem angegriffen werden. Die Patienten leiden unter großflächigen Hautrötungen und Blutergüssen und leben in schweren Fällen mit der Gefahr, an inneren Blutungen zu sterben. Der erste Teil dieser Studie wurde im Jahr 2011 abgeschlossen. Zusätzlich wurde 2011 eine weitere Studie bei der Krankheit Lupus (SLE) begonnen. Lupus ist eine sehr vielschichtige, schwere Erkrankung, die oft zu Nierenversagen und anderen

ernsten Beeinträchtigungen führt. Auch gegen Lupus gibt es bis heute keine zuverlässige Therapie. Eine erste Auswertung der ITPStudie zeigt nicht nur, dass auch in ITP-Patienten die Nebenwirkungsrate außerordentlich gering war, sondern es wurden auch Hinweise für ein interessantes Wirksamkeitsprofil gefunden: Die Thrombozytenzahl stieg in der zweimonatigen Behandlung bei einigen Patienten nicht nur auf den gewünschten Wert an, sondern blieb auch über einen Nachbeobachtungszeitraum von 3 Monaten erhalten. Bisher ist die Patientenzahl noch zu gering um gesicherte Aussagen zu machen. Wenn sich dieses Ergebnis aber in weiteren Studien bestätigen ließe, könnte dies einen therapeutischen Durchbruch mit einem hohen Nutzen für Patienten bedeuten. So ist aus einem wissenschaftlichen Ansatz ein potenzieller neuer therapeutischer Wirkstoff entstanden. Aus einer Entdeckung ist eine mögliche Innovation geworden, weil Grundlagenforschung und Anwendung schon früh eng zusammengearbeitet haben. Die Infrastruktur der Umgebung hat sicher dazu beigetragen. Noch ist der Weg weit zu einem marktfähigen Produkt. Aber wenn die ersten verheißungsvollen Ergebnisse bestätigt werden können und der Wirkstoff bis zur Marktzulassung entwickelt werden kann, ist ein neues innovatives Produkt am Standort Deutschland entstanden. Autor: Prof. Dr. Peter Buckel Geschäftsführer

SuppreMol GmbH Am Klopferspitz 19 82152 Martinsried/München Tel.: +49-89-309050 68-0 Fax: +49-89-309050 68-68

e-mail buckel@suppremol.com


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VERTIS innovativer RNA-seq Service

Ribonukleinsäure (RNA)

RNA steht im Zentrum des Stoffwechsels aller Lebewesen Ribonukleinsäure (RNA) nimmt eine zentrale Stellung im Stoffwechsel aller Lebewesen ein. Die verschiedenen RNA-Spezies repräsentieren die Arbeitskopien der Genome und spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Erhaltung des Lebens. So genannte Boten-RNA (mRNA) überträgt die in Genen kodierte Information für die Synthese von Proteinen, die ribosomalen RNAs (rRNA) und die Transfer-RNAs (tRNA) sind für Herstellung der Proteine verantwortlich und eine große Anzahl an nicht-kodierenden RNAs (ncRNAs) sind Bestandteil wichtiger Stellschrauben, über die die Aktivität der Gene reguliert werden können. Die Klasse der kleinen, nur 20 bis 30 Nukleotide langen RNAs entdeckte man erst vor wenigen Jahren, weil sie wegen ihrer geringen Größe einfach übersehen wurden.

Transkriptomics Die Summe aller in einer Zelle oder in einem Organismus enthaltenen RNAs bezeichnet man als Transkriptom, entsprechend spricht man bei der genomübergreifenden Analyse der einzelnen RNA-Moleküle von Transkriptomics. Wegen der zentralen Stellung der RNAs im Stoffwechsel der Zellen steht die Transcriptomics mit im Focus bei der Erforschung von Entwicklungs-, Stress- und Krankheits-Phänomenen. So sind beispielsweise die Transkriptome von Stammzellen und Krebszellen von besonderem Interesse für Forscher, die Prozesse der Zelldifferentiation und Cancerogenese untersuchen. Nur geringe Anteile der Genome kodieren für mRNA (beim Menschen sind dies nur 1-2% des ganzen Genoms) und es ist zielorientiert und ökonomisch RNA zu analysieren anstatt ganze Genome. Obwohl gezeigt werden konnte, dass aufgrund von post-transkriptionellen

Genregulierungsvorgängen die Konzentrationen der mRNA und der kodierten Proteinen oft nicht streng korreliert sind, ist das Messen von RNA-Mengen nach wie vor ein unverzichtbares Hilfsmittel um festzustellen, wie die TanskriptionsMaschinerie der Zelle durch externe Signale (z.B. Wirkstoffbehandlung) beeinflusst wird, oder um festzustellen, wie sich gesunde von kranken Zellen unterscheiden.

RNA-seq – eine neuer revolutionärer Ansatz zur Analyse der Transkriptome RNA-Seq ist ein kürzlich entwickelter Ansatz zur Analyse gesamter Transkriptome mit Hilfe der neuen Hochdurchsatz Next Generation Sequenzier Methoden (NGS). Die neuen Ultra Hochdurchsatz Technologien erzeugen pro Lauf Millionen von je nach Plattform, 35 bis 1100 bp lange Reads (Sequenzreaktionen). Die drei meist-gebrauchten Technologien sind in Tab. 1 zusammengefasst.

and Tab. 1: Vergleich der Leistung von Next-Generation DNA Sequencer (single read)


Ribonukleinsäure (RNA) Studien mit NGS haben bereits unsere Erkenntnis vom Umfang und der Komplexität der pro- und eukaryotischen Transkriptome massiv erweitert. RNA-Seq bietet eine weit genauere Messung der Gehalte an Transkripte und deren Isoformen als andere Methoden wie z.B. Microarray Analysen. Speziell eine Reihe neuer regulatorische RNA-Elemente sind mit NGS mittlerweile identifiziert worden, darunter siRNAs, piRNAs, miRNAs, sRNAs, CRISPRs, Riboschalter und RNAThermometer. Diese Elemente ermöglichen eine Feinabstimmung der Genexpression innerhalb komplexer Signal-Netzwerke. Nachfolgend sind die wesentlichen Ziele von RNA-Seq Experimenten knapp zusammengefasst: Quantifizierung von Genexpressionslevels: “digitale Genexpression” Klassifizierung von Transkriptomen für verschiedene Zelltypen oder Entwicklungsstadien Auffinden neuer Transkripte und Gene speziell: alternatives Splicing, neue Exons, alternative Transkriptionsstarts, neue regulatorische RNA Moleküle Identifizierung von Fusionsgenen Identifizierung allelspezifischer Genexpression Quantifizieren gemischter Transkriptome wie z.B. RNA-seq Analyse von WirtPathogen-Interaktionen Metatranscriptomics – Analyse der Transcriptome (Genaktivität) von Umweltproben und kompletter Lebensgemeinschaften

Vertis RNA-Seq Service Die Analyse von RNA stellt eine große Herausforderung dar, da die Isolierung der verschiedenen RNA Spezies in hoher Qualität aus den unterschiedlichen biologischen Ausgangsmaterialien (Tiere, Pflanzen, Pilze, Mikroorganismen, Gewebe, Flüssigkeiten, einzelne Zellen, Umweltproben) äußerst schwierig ist und viel Erfahrung erfordert, zum anderen die zuverlässige Umwandlung der RNA in sequenzierbare cDNA technisch sehr knifflig ist. VERTIS hat sich darauf spezialisiert cDNA von höchster Qualität aus allen RNA-Spezies und aus der ganzen Variationsbreite von Organismen, Geweben und Umweltproben zu präparieren. In ihre über elfjährigen Firmengeschichte hat die Firma Techniken entwickelt, mit denen cDNA zuverlässig hergestellt werden kann, welche zur Analyse mit den neuen Ultra-Hochdurchsatz Sequenziertechniken optimal geeignet ist. Spezieller Augenmerk bei der Methodenentwicklung lag dabei insbesondere auf:

55 enormen wirtschaftlichen Interesse z.B. für die weiße Biotechnologie oder für die Nahrungsmittelindustrie. Auf der anderen Seite ist die Herstellung von hochwertiger cDNA aus Bakterien höchst anspruchsvoll, da die bakterielle mRNA sehr instabil ist und sich wegen der Abwesenheit von 3’ Poly(A)Schwänzen nur sehr schwer anreichern lässt. Hier sind vor allem die sehr effizienten Techniken von VERTIS hervorzuheben, die eine sehr präzise und tiefe Analyse von bakteriellen Transkriptions-Startstellen ermöglichen. Vertis bietet eine komplette Produktpalette, angefangen von der Projektberatung, Isolierung von Nukleinsäuren, Probenvorbereitung und DNA-Sequenzierung, sowie bioinformatische Sequenzanalyse und Data Mining an. VERTIS hat es sich zum Ziel gesetzt, seinen Kunden die Potenziale der neuen RNA-seq Technologien zuverlässig und kostengünstig im Rahmen seiner innovativen Serviceangebote zugänglich zu machen.

Anreicherung der verschiedenen RNA Spezies aus Eu- und Prokaryonten mit enzymatischen, biochemisch und elektrochemischen Methoden. Herstellung von strangspezifischer cDNA aus allen RNA Spezies, die optimal geeignet ist für die Analyse mit den verschieden NGS-Plattformen (siehe Tab. 1) und welche die strangspezifische Analyse der sense- und der antisense-RNA-Moleküle ermöglicht. Ein weiterer Schwerpunkt von VERTIS ist die Analyse von bakteriellen Transkriptomen. Bakterien stehen zentral im Focus von wichtigen gesellschaftlichen Herausforderung wie z.B. die Infektionskrankheiten und sie sind von

Kontakt: Dr. Fritz Thümmler Vorstand

vertis Biotechnologie AG Lise-Meitner-Straße 30 85354 Freising Tel. 08161-141 1211 Fax 08161-141 1212 thuemmler@vertis-biotech.com


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analytica 2012 Treffpunkt der Innovationen

Messe München

Von 17. bis 20. April 2012 findet die 23. analytica, die internationale Leitmesse für Labortechnik, Analytik und Biotechnologie statt. Dann wird München erneut zum Treffpunkt für Top-Entscheider aus Pharmazie, Chemie und zahlreichen weiteren Branchen. An vier Tagen präsentieren Hersteller entlang der gesamten Wertschöpfungskette neue Produkte, Ideen und Forschungsergebnisse. Die wissenschaftlich orientierte analytica Conference und das praxisnahe Rahmenprogramm fördern zudem den Wissenstransfer und laden zum Netzwerken ein. Bayern zählt zu den drei Topstandorten der Biotechnologie in Europa. Mit über 350 Unternehmen aus dem Life Science-Bereich, darunter sieben börsennotierte, steht der Freistaat an der Spitze aller Bundesländer. Der große Vorsprung liegt vor allem in der Entwicklung neuer Therapeutika und Diagnostika. Die analytica ist alle zwei Jahre nicht nur das Zentrum bayerischer Biotech-Cluster, sie ist auch internationaler Treffpunkt der gesamten Analytik, Labortechnik- und Biotechnologie-Branche. Entscheider und Anwender aus der Chemie-, Medizin- und Pharma-Industrie sowie aus der industriellen und öffentlichen Forschung informieren sich hier über aktuelle Analysen- und Labortechniken und den Wissenstand der Life Sciences. Als Impulsgeber für Industrie und Forschung treibt die analytica neue Entwicklungen voran und setzt Trends für die Zukunft. Diese Schlagkraft resultiert nicht nur aus der klassischen Ausstellung, auch das umfangreiche Rahmenprogramm mit wissenschaftlich ausgerichteter Konferenz und praxisorientierten Foren trägt zum Erfolg bei. Neue Elemente, wie das Live Lab, dienen 2012 als zusätzlicher

Von 17. bis 20. April 2012 trifft sich die Branche auf der 23. analytica in München

Besuchermagnet und führen zu noch besseren Synergien zwischen Theorie und Praxis.

Die Welt des Labors Erstmals lädt die analytica im Live Lab zum Besuch in eine reale Laborwelt ein. In Teilbereichen der Hallen B1, B2 und A3 präsentieren namhafte Unternehmen live und in realer Laborumgebung ihre Produkte und Lösungen zu den Themen Forensik, Medizinische Diagnostik, Kunststoffanalytik sowie Lebensmittel- und Wasser-

analytik. Die Sonderschau lädt ein, sich direkt vor Ort mit den Herstellern auszutauschen, neue Produkte erklären zu lassen und individuelle Anwendungsfälle zu diskutieren. Auf den Laborzeilen finden sich vom Chromatographen bis hin zur Analysewaage sämtliche klassischen Laborprodukte. Außerdem erwartet die Besucher am ersten Messetag Deutschlands bekanntester Kriminalbiologe: Mark Benecke. Der Experte auf dem Gebiet der forensischen Entomologie zeigt auf dem Forum Biotech in Halle A3, wie mit Hilfe neuester DNAAnalytik unter anderem Rückschlüsse auf ein Verbrechen bzw. Täter getroffen werden können.

Forum Biotech: Best Practice für Anwender Unter dem Motto „Aus der Praxis für die Praxis“ lädt an allen vier Messetagen unter anderem das Forum Biotech zu interessanten Vorträgen und Erfahrungsberichten ein. Die Biotechnologie ist mittlerweile in zahlreichen Branchen wie der Lebensmittelindustrie, der Forensik und der Pharmaindustrie zum festen Bestandteil geworden und erfordert spezifische Anwendungen und


Messe München

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sundes Umfeld für Life Sciences?“. Für die ganz Schlagfertigen bietet die Veranstaltung mit dem „Elevator Pitch“ ein besonderes Format: In einer Kurzpräsentation von gerade mal fünf Minuten können sie sich und ihre Geschäftsideen den anwesenden Kapitalgebern direkt vor Ort vorstellen.

analytica Conference

analytica 2012: Treffpunkt der Innovationen

Methoden. Das Forenprogramm greift aktuelle Fragestellungen aus der Praxis auf, die zudem vor Ort mit Experten diskutiert werden können.

Start-ups im Rampenlicht Der Sonderbereich der InnovationArea deckt den Bereich Forschung und Entwicklung in den Life Sciences ab. Damit trägt die analytica der hohen Innovationsdynamik in diesem Bereich Rechnung. Junge Unternehmen sowie Forschungsinstitute präsentieren in der Halle A3 ihre Innovationen, Dienstleistungen, Forschungsergebnisse sowie Geschäftsideen. Auf der kompakten Plattform waren 2010 nicht nur junge Biotech-Firmen zu sehen, auch Institutionen aus den Bereichen NanoChemie, Mikroreaktionstechnik und Bioinformatik waren vertreten. Aufgrund der großen Resonanz der letzten Jahre, können sich auch 2012 erneut innovative Start-ups aus Deutschland an den Gemeinschaftsständen „Made in Germany“ beteiligen. Bereits zum dritten Mal unterstützt die analytica diese Initiative des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und ermöglicht jungen Unterneh-

men ihre Ideen einem internationalen Fachpublikum zu präsentieren. Geplant sind zwei Stände „Made in Germany“: in Halle A3 in der Nähe der InnovationArea und dem Forum Biotech und in Halle B2 beim Forum Laboratory & Analytics.

Finance Day: Finanzierungstipps für Life Science- Unternehmen Wer die Vorgehensweisen der Financiers besser verstehen will, für den ist der Finance Day am letzten Messetag die richtige Plattform. Biotech-Unternehmer treffen auf Kapitalgeber, Vorträge und Diskussionsrunden informieren Interessierte über aktuelle Finanzierungstrends und -modelle rund um die Biotechnologie. Die Themen reichen von der „Frühphasenfinanzierung: HighTech Gründerfonds und Business Angels – Eisbrecher für Life Science Start-ups?“ über „Venture Capital: Knappes Wachstumskapital für Life Sciences-Unternehmen“ und „Industrielle Biotechnologie – Deutsche Vorreiterrolle in einer Schlüsselindustrie der Zukunft“ bis hin zu „Börsennotierte Biotech-Unternehmen: Ge-

Zum Wissenstransfer lädt an den ersten drei Messetagen traditionell die analytica Conference ein. Die Konferenz mit ihrem anwendungsorientierten Format ist ein etablierter Teil der Messe. Hier erhalten die Besucher einen Überblick wissenschaftlicher Neuheiten und deren Einsatzmöglichkeiten in der Industrie. Dabei deckt die analytica Conference ein breites Spektrum ab und reicht von hoher Wissenschaft wie Genomics bis zu Anwendungsbereichen der Informationsverarbeitung, beispielsweise der Chemound Bioinformatik. Neben der Präsentation von Innovationen spielt die Wechselwirkung zwischen Theorie und Praxis eine wichtige Rolle. Über 100 international führende Wissenschaftler berichten in halbtägigen Symposien zu hochaktuellen Themen, was

analytica Conference: Wissenstransfer auf hohem Niveau


Messe München

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Mit drei Tochtermessen ist die analytica fest auf dem asiatischen Markt etabliert

moderne Methoden leisten, wo sie eingesetzt werden können und wo ihre Grenzen liegen. Das umfangreiche Programm bietet jedem Besucher die Chance, Neuheiten über sein spezielles Fachgebiet mit nach Haus zu nehmen. Organisiert wird die analytica Conference vom Forum Analytik, einem Verbund der drei führenden Fachgesellschaften GDCh (Gesellschaft Deutscher Chemiker), GBM (Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie) und DGKL (Deutsche Vereinte Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin).

Biotech-Boom in Asien

Mit insgesamt drei Auslandsveranstaltungen in China, Indien und Vietnam ist die analytica fest auf

analytica China in Shanghai

dem asiatischen Markt etabliert. Ingesamt waren auf den letzen Veranstaltungen rund 800 Aus-

analytica 2012: Daten und Fakten Messetermin: Ort:

Dienstag,17.April,bis Freitag,20.April 2012 Messe München,Eingang West Hallen A1,A2,A3,B1,B2 Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag von 9.00 bis 18.00 Uhr Freitag 9.00 bis 17.00 Uhr www.analytica.de analytica Conference: Dienstag,17.April bis Donnerstag, 19.April 2012. www.analytica.de/conference Eintrittspreise: Tageskarte ab 27 Euro (online) Online-Buchung der Tickets auf www.analytica.de/tickets Der Katalog und die Teilnahme an der analytica Conference sind im Eintrittspreis enthalten.

steller und 22.000 Besucher vor Ort. Die Biotechnologie spielt in allen drei Ländern eine wesentliche Rolle. Beispielsweise treibt die chinesische Regierung die Weiterentwicklung dieses Bereichs mithilfe starker finanzieller Unterstützung voran - insbesondere in die Genomforschung wird stark investiert. Experten gehen davon aus, dass die Biotechnologie am chinesischen Gesamtpharmamarkt derzeit einen Anteil von etwa sieben Prozent hat. Das Kerngeschäft der meisten chinesischen Biotechnologie-Firmen konzentriert sich auf die Biomedizin, die hauptsächlich kostengünstige Generika produzieren. Dieses Phänomen zeigt sich auch in Indien. Mit der Herstellung günstiger biopharmazeutischer Arzneimittel zählt der Subkontinent inzwischen zu den viertgrößten Medikamentenherstellern weltweit. Gleichzeitig zeigt sich, dass Indien für die Erprobung und Durchführung neuer Medikamente und klinischer Studien für internationale Unternehmen ein idealer Partner ist. Und auch in Vietnam sind an die Biotechnologie hohe Erwartungen geknüpft. Die drei Tochtermessen – die analytica China (16.-18. Oktober 2012), analytica Vietnam 18.-20. April 2013) und analytica Anacon India (Herbst 2013) – greifen diese Entwicklungen alle zwei Jahre auf und öffnen internationalen Unternehmen Türen zu neuen Märkten. Autorin:

Susanne Grödl

Messe München GmbH 81823 München e-Mail: info@analytica.de Internet: www.analytica.de


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Kein Patent auf Erfindungen, die auf humanen Embryonen beruhen. Die Stammzellen-Entscheidung des EuGH

Patentrecht

Einleitung In einer ethisch-moralisch sensiblen Technologie wie der Stammzellforschung scheint es zunächst angebracht, sachlich darzulegen, worüber die höchste richterliche Instanz in Europa ihr Urteil1 gesprochen hat. Dies erscheint insbesondere angebracht, da die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) bereits kurz nach der Urteilsverkündung von diversen Interessengruppen für ihre Zwecke verwertet wurde. Es geht um die Patentierbarkeit humaner embryonaler Stammzellen (ES-Zellen) sowie von Verfahren, die Embryonen als Ausgangsmaterial einsetzen. Die Forschungsfreiheit bleibt von dieser Entscheidung unberührt; es gelten nach wie vor die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen für die Forschung auf dem Gebiet der embryonalen Stammzellen. Auch hat der EuGH explizit in seiner Urteilsbegründung dargelegt, dass er keine wissenschaftliche oder moralische Beurteilung anstrebt. Das Gericht sah seine Aufgabe darin, die Intention des Gesetzgebers beim Verfassen der Richtlinie 98/44/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. Juli 1998 über den rechtlichen Schutz biotechnologischer Erfindungen2 (im folgenden: Richtlinie) – im rein patentrechtlichen Sinn – zu klären. Die angestrebte Klärung ist nur zu Teilen gelungen; die durchgeführte Auslegung der Richtlinie scheint einer-

seits unnötig restriktiv und führt andererseits zu neuen Problemen bei der Anwendung des Rechts.

Das Streitpatent Der Anspruch 1 des Patents DE 19756864 (Brüstle) lautet: „Isolierte, gereinigte Vorläuferzellen mit neuronalen oder glialen Eigenschaften aus embryonalen Stammzellen, enthaltend höchstens etwa 15% primitive embryonale und nicht-neutrale [3] Zellen, erhältlich durch folgende Schritte: a) Kultivieren von ES-Zellen zu Embryoid Bodies, b) Kultivieren der Embryoid Bodies zu neuralen Vorläuferzellen, c) Proliferieren der neuralen Vorläuferzellen in einem Wachstumsfaktor-haltigen serumfreien Medium, d) Proliferieren der neuralen Vorläuferzellen aus Schritt c in einem weiteren Wachstumsfaktor-haltigen serumfreien Medium und Isolieren der gereinigten Vorläuferzellen und e) Proliferieren der neuralen Vorläuferzellen aus Schritt d in einem weiteren Wachstumsfaktor-haltigen serumfreien Medium und Isolieren der gereinigten Vorläuferzellen mit neuronalen oder glialen Eigenschaften, oder a‘) [...] c‘)

d‘) Proliferieren der neuralen Vorläuferzellen aus Schritt c’ in einem weiteren Wachstumsfaktor-haltigen serumfreien Medium zu Sphäroiden mit neuronalem und glialem Differenzierungspotenzial und Isolieren der neuralen Sphäroide und e‘) Proliferieren der neuralen Sphäre aus Schritt d’ in einem Wachstumsfaktor-haltigen serumfreien Medium bis zur Ausbildung eines aus glialen Vorläuferzellen bestehenden Zellrasens und Isolieren der gereinigten Vorläuferzellen mit glialen Eigenschaften.“ Anspruch 6 spezifiziert, dass die ESZellen embryonale Keimzellen (pluripotente Zellen) sein können; nach Anspruch 8 können die ES-Zellen humaner Herkunft sein. Weitere Ansprüche richten sich auf Heilverfahren mit den erhaltenen Vorläuferzellen. Das Verfahren, die ESZellen zu gewinnen, ist nicht Teil der Ansprüche. Ferner offenbart die Patentschrift (hypothetische oder “paper-example”) Verfahren, wie ES-Zellen „zerstörungsfrei“ erhalten werden können.

Die erste Instanz Das Bundespatentgericht (BPatG) entschied in erster Instanz (Entscheidung 3 Ni 42/04) auf eine Teilnichtigkeit des Patents, insofern es sich auf Gegenstände bezieht, die sich aus totipotenten


Patentrecht ES-Zellen ableiten lassen. Das BPatG begründete seine Entscheidung damit, dass ES-Zellen zum Anmeldetag nur unter Zerstörung eines menschlichen Embryos gewonnen werden konnten, und daher die Produkte und Verfahren notwendigerweise eine „Verwendung von menschlichen Embryonen“ erforderten. Diese Verwendung interpretierte das BPatG ferner als eine Verwendung „zu industriellen oder kommerziellen Zwecken“, welche gemäß §2(2) Nummer 3 des Patentgesetzes (PatG) von der Patentierbarkeit ausgenommen ist.

Die Vorlageentscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) Zweitinstanzlich entschied der Bundesgerichtshof in seiner Entscheidung Xa ZR 58/07, dass die Patentierbarkeit der beanspruchten Erfindung letztendlich von der Auslegung des Artikels 6(2)(c) der Richtlinie abhängt (insbesondere welche Maßnahme eine „Verwendung menschlicher Embryonen zu industriellen oder kommerziellen Zwecken“ darstellt). Der BGH vermerkte weiterhin, dass die Richtlinie den Begriff „Embryo“ nicht definiere4. Ferner befand der BGH, dass ein Patentierungsausschluß gemäß §2(1) PatG nicht vorliegen könne, wenn wenigstens ein legaler Weg zur Verwertung der geschützten Lehre existiere5. Zudem befand der BGH, dass nicht jede per Bestimmung untersagte Verwertung automatisch gegen die guten Sitten verstoßen muss; beispielsweise können die Verwertungen, die über das Stammzellgesetz explizit erlaubt sind und die in den Schutzbereich

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des Patents fallen, nicht wider die guten Sitten sein, da der Gesetzgeber ja ebendiese im Namen und zum Wohle des Volkes explizit erlaubt hat. Der vorliegende Fall verlangt die Auslegung der Richtlinie, insbesondere was mit der „Verwendung menschlicher Embryonen zu industriellen oder kommerziellen Zwecken“ gemeint sein könnte.

Der BGH legte dem EuGH die folgenden Fragen vor: 1. Was ist unter dem Begriff „menschliche Embryonen“ in Art. 6 Abs. 2 Buchst. c der Richtlinie 98/44/EG zu verstehen? a) Sind alle Entwicklungsstadien menschlichen Lebens von der Befruchtung der Eizelle an umfasst oder müssen zusätzliche Voraussetzungen wie zum Beispiel das Erreichen eines bestimmten Entwicklungsstadiums erfüllt sein? b) Sind auch folgende Organismen umfasst: (1) unbefruchtete menschliche Eizellen, in die ein Zellkern aus einer ausgereiften menschlichen Zelle transplantiert worden ist; (2) unbefruchtete menschliche Eizellen, die im Wege der Parthenogenese zur Teilung und Weiterentwicklung angeregt worden sind? c) Sind auch Stammzellen umfasst, die aus menschlichen Embryonen im Blastozystenstadium gewonnen worden sind? 2. Was ist unter dem Begriff „Verwendung von menschlichen Embryonen zu industriellen oder kommerziellen Zwecken“ zu verstehen? Fällt hierunter jede ge-

Abb. 1: Offene Fragen: Wann ist eine "Verwendung" eine "Verwendung eines menschlichen Embryos" i.S. der Interpretation der Richtlinie seitens des EuGH?

werbliche Verwertung im Sinne des Art. 6 Abs. 1 der Richtlinie, insbesondere auch eine Verwendung zu Zwecken der wissenschaftlichen Forschung? 3. Ist eine technische Lehre auch dann gemäß Art. 6 Abs. 2 Buchst. c der Richtlinie von der Patentierung ausgeschlossen, wenn die Verwendung menschlicher Embryonen nicht zu der mit dem Patent beanspruchten technischen Lehre gehört, aber notwendige Voraussetzung für die Anwendung dieser Lehre ist, a) weil das Patent ein Erzeugnis betrifft, dessen Herstellung die vorhergehende Zerstörung menschlicher Embryonen erfordert, b) oder weil das Patent ein Verfahren betrifft, für das als Ausgangsmaterial ein solches Erzeugnis benötigt wird?“

Die Entscheidung des EuGH: Die Fragen des BGH treffen den Kern der Sache recht präzise. Bedauerlicherweise sind die Antworten des EuGH zu Teilen weniger präzise und lauten im Wesentlichen wie folgt: „1. Art. 6 Abs. 2 Buchst. c der Richtlinie 98/44/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. Juli 1998 über den rechtlichen Schutz biotechnologischer Erfindungen ist wie folgt auszulegen: – Jede menschliche Eizelle vom Stadium ihrer Befruchtung an, jede unbefruchtete menschliche Eizelle, in die ein Zellkern aus einer ausgereiften menschlichen Zelle transplantiert worden ist, und jede unbefruchtete menschliche Eizelle, die durch Parthenogenese zur Teilung und Weiterentwicklung angeregt worden ist, ist ein „menschlicher Embryo“. – Es ist Sache des nationalen Gerichts, im Licht der technischen Entwicklung festzustellen, ob eine Stammzelle, die von einem menschlichen Embryo im Stadium der Blastozyste gewon-


Patentrecht

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Abb. 2: Menschliche Entwicklungsstadien. Die Entscheidung, ob pluripotente Stammzellen aus Blastozysten patentierbare Zellen darstellen, liegt nun bei den nationalen Gerichtsbarkeiten (im aktuellen Fall: beim BGH)

nen wird, einen „menschlichen Embryo“ im Sinne von Art. 6 Abs. 2 Buchst. c der Richtlinie 98/44 darstellt. 2. Der Ausschluss von der Patentierung nach Art. 6 Abs. 2 Buchst. c der Richtlinie 98/44, der die Verwendung menschlicher Embryonen zu industriellen oder kommerziellen Zwecken betrifft, bezieht sich auch auf die Verwendung zu Zwecken der wissenschaftlichen Forschung, und nur die Verwendung zu therapeutischen oder diagnostischen Zwecken, die auf den menschlichen Embryo zu dessen Nutzen anwendbar ist, kann Gegenstand eines Patents sein. 3. Eine Erfindung ist nach Art. 6 Abs. 2 Buchst. c der Richtlinie 98/44 von der Patentierung ausgeschlossen, wenn die technische Lehre, die Gegenstand des Patentantrags ist, die vorhergehende Zerstörung menschlicher Embryonen oder deren Verwendung als Ausgangsmaterial erfordert, in welchem Stadium auch immer die Zerstörung oder die betreffende Verwendung erfolgt, selbst wenn in der Beschreibung der beanspruchten technischen Lehre die Verwendung menschlicher Embryonen nicht erwähnt wird.“

Diskussion Als Antwort auf die erste Frage des BGH hat der EuGH ein sehr frühes Entwicklungsstadium festgelegt, welches bereits als menschlicher Embryo anzusehen ist; die Frage des BGH, ob alle Entwicklungsstadien als Embryo anzusehen seien, hat der EuGH jedoch nicht beantwortet. Durch diese unvollständige Antwort entsteht eine Rechtsunsicherheit, da nicht klar ist, welche späteren Entwicklungsstadien als menschlicher Embryo anzusehen sind. In seiner Begründung für eine breite Auslegung des Begriffes „menschlicher Embryo“ verwies der EuGH auf die Erwägungsgründe der Richtlinie, die wiederholt auf den Schutz der Menschenwürde hinweisen. Diese Auslegung erscheint jedoch in mancher Hinsicht zweifelhaft. So ignoriert der EuGH offensichtlich die Absicht des Gesetzgebers, die Forschung auf dem Gebiet der Biotechnologie zu fördern (Erwägungsgründe 16 und 17 der Richtlinie6 , siehe auch Kapitel 1.1 aus „Stem Cell Patents: European Patent Law and Ethics Report“, 20067,8). Die Entscheidung des EuGH ist auch dahingehend restriktiv, dass selbst eine Verwendung in der Forschung als industrielle oder kommerzielle Nutzung anzusehen ist. Weiterhin hinter-

fragt der EuGH nicht, weshalb der Gesetzgeber die Definition des Begriffs „menschlicher Embryo“ möglicherweise offengelassen hat. Ein Bericht der Expertenkommission zu diesem Punkt aus dem Jahr 20059 stellt fest, dass der Gesetzgeber - aufgrund der unterschiedlichen Anschauungen auf dem Gebiet der Stammzellen - mit der Richtlinie keine Vereinheitlichung in diesem spezifischen Punkt angestrebt hat, sondern es stattdessen den nationalen Gerichtsbarkeiten überließ, Patente auf Gegenstände, die wider die guten Sitten sind, auszuschließen. Der EuGH gibt nun leider eine verbindliche, restriktive Auslegung des Begriffs vor. Nicht nur setzt der EuGH das Entwicklungsstadium, welches den Embryo definiert, auf den frühest möglichen Zeitpunkt der Entstehung fest, schwerwiegender für die zukünftige Praxis scheint jedoch, dass der EuGH nicht definiert, wann dieses Entwicklungsstadium “Embryo” endet. Dies ist umso bedenklicher im Zusammenhang mit weiteren Ausführungen des EuGH, wie die Antwort auf die dritte Frage. Danach ist auch ein Gegenstand von der Patentierung ausgenommen, der „die vorhergehende Zerstörung menschlicher Embryonen oder deren Verwendung als Ausgangsmaterial erfordert, in welchem Stadium auch immer die Zerstörung oder die betreffende Verwendung erfolgt, selbst wenn in der Beschreibung der beanspruchten technischen Lehre die Verwendung menschlicher Embryonen nicht erwähnt wird“. Streng genommen, lässt sich jedwedes humane Material, wie eine beliebige Zelle, irgendwie auf einen menschlichen Embryo zurückführen. Gerade weil der EuGH nicht definiert, wann das Embryonalstadium endet, bleibt es unklar, welches Produkt aus dem menschlichen Körper bzw. welches Verfahren mit solchen Produkten nicht in Konflikt mit der Ausschlussbestimmung der Richtlinie ist.


Patentrecht Weiterhin erlaubt die Richtlinie explizit, dass isolierte Bestandteile des menschlichen Körpers patentfähige Gegenstände bilden können. Es ist unter dem Aspekt der Menschenwürde nicht so ohne weiteres ersichtlich, weshalb ein Embryo nicht als Quelle für ein medizinisch wertvolles Produkt herangezogen werden können soll (vorausgesetzt er nimmt keinen Schaden), während die Richtlinie sonst grundsätzlich den menschlichen Körper als Quelle für wertvolle Bestandteile zulässt. Wenn also die Verwendung von adulten Stammzellen keinen Angriff auf die Menschenwürde darstellt, weshalb sollte eine Verwendung von (nicht durch Zerstörung des Embryos gewonnenen) embryonalen Stammzellen genau einen solchen darstellen? Nimmt man die Schlussanträge des Generalanwalts des EuGH vom 10 März 2010 als Auslegungshilfe, kommt man gar zu dem Ergebnis, dass ein jegliches Entwicklungsstadium des menschlichen Körpers als Embryo anzusehen ist10. Mit dieser Entscheidung entsteht eine Rechtsunsicherheit für die Patentierung von Gegenständen, die sich in irgendeiner Weise aus einem menschlichen Entwicklungsstadium ableiten lassen. In dieser Hinsicht geht der EuGH über die Entscheidung G2/06 der Großen Beschwerdekammer des EPA ein großes Stück hinaus; G2/06 befand, dass lediglich solche Gegenstände von der Patentierbarkeit ausgenommen sind, die eine Zerstörung des Embryos notwendigerweise bedingen.

Offene Fragen Eine nach der EuGH Entscheidung nun offene Frage ist, wann die Verwendung des menschlichen Körpers als Ausgangsmaterial “eine Verwendung eines menschlichen Embryos” ist, welche die entsprechende Erfindung als patentierbare Erfindung disqualifizieren würde. Ist beispielsweise die Verwendung fötaler Zellen (z.B. aus Nabel-

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schnurblut) im Einklang mit Art. 6(2)(c) der Richtlinie? (s. Abb. 1) Eine weitere Frage, die bleibt ist, wann eine Verwendung zu therapeutischen oder diagnostischen Zwecken, die auf den menschlichen Embryo anwendbar ist, zu dessen Nutzen ist? Beispielsweise kann in Verfahren der Pränataldiagnostik erst das Ergebnis der Diagnostik über das Wohl des Embryos entscheiden. Das gleiche gilt für Verfahren der Präimplanations-Diagnostik. Wie soll ein Patentamt oder ein nationales Gericht entscheiden, ob ein Diagnostizierverfahren, welches embryonale Zellen verwendet, durch Art. 6(2)(c) der Richtlinie ausgeschlossen ist (weil es eine Verwendung eines menschlichen Embryos darstellt), oder gewährbar ist (weil es zum Nutzen des Embryos ist)? Für den Forscher im Labor ändert die Entscheidung des EuGH kurzfristig kaum etwas. Es ist jedoch absehbar, dass viele Firmen, die Projekte auf dem Gebiet der Stammzelltechnologie unterhalten, ihre Förderung zurückfahren oder gar einstellen werden, da sie ein „return of investment“ auf diesem Gebiet in weite Ferne gerückt sehen. Durch die breite Auslegung und dennoch unvollständige Definition des Begriffs “Embryo” scheint die ursprüngliche Intention der Richtlinie, nämlich die Forschung auf dem Gebiet der Biotechnologie zu fördern, zumindest für Teile der Biotech-Industrie ins Gegenteil verkehrt. 1

Entscheidung C-34/10 vom 18.102011

2

ABl. L 213, S. 13

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gemeint ist: nicht-neurale

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Gemäß § 8(1) ESchG gilt als Embryo bereits die befruchtete, entwicklungsfähige menschliche Eizelle vom Zeitpunkt der Kernverschmelzung an, ferner jede einem Embryo entnommene totipotente Zelle, die sich bei Vorliegen der dafür erforderlichen weiteren Voraussetzungen zu teilen und zu einem Individuum zu entwickeln vermag.

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Verwertung bezeichnet in diesem Fall Handlungen nach § 9 PatG, d.i. „ein Erzeugnis, das Gegenstand des Patents ist, herzustellen, anzubieten, in Verkehr zu bringen oder zu gebrauchen oder zu den genannten Zwecken entweder einzuführen oder zu besitzen; ein Verfahren, das Gegenstand des Patents ist, anzuwenden oder, [...] zur Anwendung im Geltungsbereich dieses Gesetzes anzubieten; [oder] das durch ein Verfahren,

das Gegenstand des Patents ist, unmittelbar hergestellte Erzeugnis anzubieten, in Verkehr zu bringen oder zu gebrauchen oder zu den genannten Zwecken entweder einzuführen oder zu besitzen.“ 6

Erwägungsgründe 17 und 18, Hervorhebungen hinzugefügt): (17) Mit Arzneimitteln, die aus isolierten Bestandteilen des menschlichen Körpers gewonnen und/oder auf andere Weise hergestellt werden, konnten bereits entscheidende Fortschritte bei der Behandlung von Krankheiten erzielt werden. Diese Arzneimittel sind das Ergebnis technischer Verfahren zur Herstellung von Bestandteilen mit einem ähnlichen Aufbau wie die im menschlichen Körper vorhandenen natürlichen Bestandteile; es empfiehlt sich deshalb, mit Hilfe des Patentsystems die Forschung mit dem Ziel der Gewinnung und Isolierung solcher für die Arzneimittelherstellung wertvoller Bestandteile zu fördern. (18) Soweit sich das Patentsystem als unzureichend erweist, um die Forschung und die Herstellung von biotechnologischen Arzneimitteln, die zur Bekämpfung seltener Krankheiten („Orphan-“Krankheiten) benötigt werden, zu fördern, sind die Gemeinschaft und die Mitgliedstaaten verpflichtet, einen angemessenen Beitrag zur Lösung dieses Problems zu leisten.

7

http://www.nottingham.ac.uk/~llzwww/StemCellProject/ reports.htm; Aurora Plomer (Ed.) FP6 ‚Life sciences, genomics and biotechnology for health‘ SSA LSSB-CT2004- 005251, Seite 18, Verweis auf COM(85) 310 final: Completing the Internal Market: White Paper from the Commission to the European Council (Milan, 28-29 June 1985), p. 37, Absatz 149

8

SEC (91)/629 Communication from the Commission to the European Parliament and Council: Promoting the Competitive Environment for the Industrial Activities based on Biotechnology within the Community and COM (93) 700 final Growth, Competitiveness and Employment: the Challenges and Ways forward into the 21st Century White Paper from the European Commission to the Council of Ministers.

9

Report from the Commission to the Council and the European Parliament - Development and implications of patent law in the field of biotechnology and genetic engineering (SEC(2005) 943)

10

Siehe Rdn. 119 der Schlussanträge des Generalanwalts: „Der Begriff des menschlichen Embryos ist vom Stadium der Befruchtung an auf totipotente Ursprungszellen und auf den gesamten Prozess der Entwicklung und Entstehung des menschlichen Körpers anwendbar, der sich daraus ergibt. Das gilt insbesondere für die Blastozyste.“ Siehe auch Rdn. 94 und 95.

Autoren:

Dr. Franz-Josef Zimmer

Dr. Benjamin Quest

Grünecker Kinkeldey Stockmair & Schwanhäusser Leopoldstraße 4 80802 München Tel.: +49 89 21 23 50 Fax: +49 89 22 02 87 E-mail: zimmer@grunecker.de www.grunecker.de


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Das Bayerische Zentrum für Molekulare Biosysteme

BioSysNet

In den vergangenen Jahren hat die bayerische Staatsregierung große Anstrengungen unternommen, um die funktionelle Genomforschung und Biotechnologie in Bayern auszubauen. Das hohe internationale Ansehen der bayerischen Forschungslandschaft in diesen Schlüsseltechnologieen und die rasche Entwicklung der biotechnologischen Industrie haben deutlich gezeigt, dass die vom Land Bayern investierten Gelder als Impulsgeber für diese erfreuliche Entwicklung betrachtet werden können. Das neu gegründete Bayerische Forschungszentrum für Molekulare Biosysteme ist ein weiterer Beweis für dieses erfolgreiche Konzept. Mit dem Ziel, die Biosystemforschung in Bayern zu bündeln, soll eine Forschungseinrichtung geschaffen werden, die für die Innovationsfähigkeit aller akademischen und wirtschaftlichen Aktivitäten in der Biomedizin von zentraler Bedeu-

tung sein wird. Ein Blick auf die Entwicklung der letzten Jahre macht deutlich, dass sich die Genomforschung immer ausdrücklicher und intensiver mit dem Verhalten komplexer Systeme beschäftigt. Inzwischen ist auf diesem Gebiet eine eindrucksvolle Expertise in Bayern vorhanden. Diese Entwicklung zeichnete sich durch die Erfolge des Bayerischen Genomforschungsnetzwerks und des Bayerischen Immuntherapienetzwerks deutlich ab. Die molekulare Biosystemforschung repräsentiert somit in vielerlei Hinsicht die Zukunft der Biologie. Das von der Staatsregierung bewilligte Bayerische Forschungszentrum für Molekulare Biosysteme wird von einem Strategierat bestehend aus Prof. Dr. Patrick Cramer (Genzentrum der LMU), Prof. Dr. Reinhard Lührmann (Max-PlanckInstitut Göttingen) und Prof. Dr. Horst Domdey (BioM AG) geleitet. Es umfasst ein Bayernweites For-

schungsnetzwerk für Molekulare Biosysteme (BioSysNet) unter der wissenschaftlichen Koordination von Prof. Dr. Horst Domdey, ein Kernzentrum an der LMU München, sowie Aktivitäten im Technologietransfer. Das Kernzentrum wird die Aktivitäten koordinieren und kann sich auf einen durch die Expertise des Genzentrums und des Exzellenzclusters CIPSM getragenen Forschungsneubau für Molekulare Biosysteme (BioSysM) (Abb. 1) auf dem Münchner Campus Großhadern/ Martinsried (Abb. 2) stützen, der 2015 fertig gestellt werden wird. Das Bayerische Forschungszentrum für Molekulare Biosysteme wird die Spitzenforschung in diesem innovativen Wissenschaftsfeld fördern, wird aber auch eine neue Generation von interdisziplinär denkenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ausbilden, die Bayern in dieser fächer-

Abb. 1: So soll der Forschungsneubau auf dem Münchner Campus aussehen. Mit dem Bau wird im Herbst 2012 begonnen


BioSysNet

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Abb. 2: Lage des geplanten Forschungbaus am Campus Großhadern/Martinsried

übergreifenden Disziplin im internationalen Vergleich kompetitiv repräsentieren. Mehr denn je werden Netzwerke, in denen herausragende Forschungsprojekte an verschiedenen Hochschulen im Freistaat Bayern über einen längeren Zeitraum unter einer einheitlichen wissenschaftlich-administrativen Leitung zusammenarbeiten, eine Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung neuer Forschungsansätze und Innovationen bilden.

Bayerisches Forschungsnetzwerk für Molekulare Biosysteme (BioSysNet) Das bewilligte BioSysNet, in dem an den verschiedenen Universitäten in Bayern neue unabhängige Juniorgruppen eingerichtet werden, ist ein solcher Projektverbund, der die perfekte Ergänzung zum Kernzentrum des Bayerischen Forschungszentrums für Molekulare Biosysteme in München darstellt. Um auch die Weiterentwicklung der bereits vorhandenen Expertise sicher zu stellen, sollen neben den fünf geplanten unabhängigen neuen Arbeitsgruppen auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bereits an bayerischen Universitäten aktiv in diesem Forschungsfeld arbeiten, in das Netz-

werk integriert werden. Durch die Kofinanzierung von bis zu 20 weiteren Forschungsgruppen soll diesem Aspekt Rechnung getragen werden. Das Ziel ist es, die Expertise in Bayern auf dem Gebiet der molekularen Biosystemforschung zu bündeln und so ideale Forschungsvoraussetzungen für herausragenden Forschungsgruppen im Freistaat zu schaffen. Gleichzeitig soll BioSysNet einen Anreiz für Wissenschaftler im Ausland schaffen, nach Bayern zu kommen, um hier ihre Expertise einzubringen und neue Techniken an die bayerischen Universitäten zu bringen. Eine enge Verflechtung mit der Industrie soll über kontinuierliche Anstrengungen im Bereich des Technologietransfers sichergestellt werden. Eine praxisrelevante Forschungsorientierung und eine kreative Wechselwirkung mit den jungen und etablierten Unternehmen ist eines der wichtigen Ziele, die im Fokus des Programms stehen. So kann der Auftrag, Ergebnisse effektiv umzusetzen und die gewonnenen Erkenntnisse in die bayerische Wirtschaft einzubinden, umgesetzt werden. Die wissenschaftlichen Fragen, die es in BioSysNet zu bearbeiten gilt, sind vielfältig: Was sind die Komponenten eines biologischen Systems?

Wie interagieren diese Komponenten? Wie verhält sich das System als Ganzes, wenn es sich selbst überlassen oder wenn es gestört wird? Diese Fragen stehen nicht erst heute im Mittelpunkt der Lebenswissenschaften – aber erst jetzt und im Gefolge der Errungenschaften der Genomforschung ist es möglich, die Komponenten, Interaktionen und Perturbationen auf molekularer Ebene mit hinreichender quantitativer Auflösung zu studieren. Die Analyse komplexer biologischer Regulationssysteme ist ein grundsätzlich interdisziplinäres Unterfangen und erfordert die koordinierte Zusammenarbeit von Biochemie, Genetik, Bioinformatik, Synthesechemie, Bio-Imaging und Biophysik sowie Medizin. (Abb. 3) Das Konzept des geplanten BioSysM am Münchner Hightech-Campus sieht die Konzentration auf ein zentrales und umfassendes Problem der Biologie vor, der Regulation der Genexpression. Die Forschungsthemen des BioSysNet knüpfen daran an. Die Regulation der Expression und damit der Aktivität von Genen ist der grundlegende Prozess in der Entwicklung und Funktion aller Organismen. Die Herausforderung dieser Thematik besteht darin, einerseits die Teilschritte der Gen-


BioSysNet

66 expression in mechanistisch-strukturaler Feinauflösung zu studieren, andererseits das Zusammenwirken der einzelnen Schritte in der lebenden Zelle, in Geweben und im Gesamtorganismus zu verstehen. Diese Steuerungsvorgänge umfassen die Regulation zellulärer Vorgänge auf allen Ebenen und können sowohl in einfachen biologischen Systemen wie Hefezellen als auch in komplexeren Modellorganismen bis hin zu Vertebraten untersucht werden. Dabei kommen genomische, proteomische und metabolomische Verfahren zum Einsatz. Erforderlich ist aber auch die Entwicklung neuer experimenteller und theoretischer Methoden. Insgesamt dient diese Forschung dem Verständnis von Funktion und Fehlfunktion von Zellen und Organismen, bis hin zu Fehlfunktionen in Erkrankungen wie Krebs und neurodegenerativen Symptomen. Daraus ergibt sich ein weitgefasster Rahmen, der es erlaubt, wichtige Entwicklungen in Bayern in dieses Netzwerk zu integrieren. Die darin geförderten Forschungsprojekte können daher aus verschiedenen Bereichen der Biologie, Biochemie, Chemie, Medizin, Physik und Mathematik stammen. Die Zielsetzung des Programms orientiert sich am gegenwärtigen Wissensstand und der methodologischen Zugänglichkeit und knüpft an die bereits in Bayern existierenden Stärken auf dem Gebiet der Systembiologie an. Spezifische Themen wie Stammzellforschung, funktionelle Genomforschung, Strukturbiologie und Bioinformatik werden durch herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eingebracht. Diese wurden im Rahmen einer externen Begutachtung durch ein renommiertes internationales Gutachtergremium aus 120 eingegangenen Anträgen ausgewählt. Die Bedeutung dieses Projektes für den Freistaat Bayern zeigte sich nicht zuletzt darin, dass der Staatsminister persönlich bei der Auswahlsitzung anwesend war und mit den internationalen Spitzenwissenschaftlern des

Abb. 3: Computational Biology am Genzentrum, Quelle Patrick Cramer

Gutachtergremiums die Ziele der wissenschaftlichen Landschaft in diesem Bundesland besprach. Weltweit wird das Land Bayern mit dem hohen Standard seiner biotechnologischen Forschung in Wissenschaft und Industrie assoziiert. Dies ist maßgeblich auf die exzellenten bayerischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, sowie die guten wirtschaftlichen Standortbedingungen zurückzuführen, die sich – gestützt auf die Förderung durch das Land Bayern – zu diesem hohen Niveau entwickeln konnten. Herausragende Forschungsstandorte in den USA (Harvard, Seattle, Stanford) haben bereits Programme zur Systembiologie, die durch starke staatliche Förderprogramme vom NIH oder NSF gerade in einer zweiten Welle von Institutsgründungen gipfeln. Auch in Europa wird dieser Entwicklung Rechnung getragen, wie z.B. das Programm SystemX in der Schweiz oder das Center of Genomic Regulation (CGR) in Barcelona veranschaulichen. Weitere Initiativen wie das BioQuant (mit Fokussierung auf Virologie) in Heidelberg sowie am neu gegründeten Berliner Institut für medizinische Systembiologie am Max-Delbrück-Zentrum für molekulare Medizin zeigen, dass gerade starke, herausragende Forschungszentren sich in diese Richtung weiterentwickeln. Daraus resultiert ein hoher Konkurrenzdruck für die bayerischen Forschungseinrichtun-

gen und Biotechnologieunternehmen, national wie auch international. Die molekulare Biosystemforschung muss deshalb in Bayern in allen Bereichen ausgebaut werden, um auch in Zukunft mit den enormen Anstrengungen anderer Staaten und Regionen mithalten zu können. Die Einrichtung des Bayerischen Forschungszentrums für Molekulare Biosysteme mit dem Kernzentrum in München und dem Bayerischen Forschungsnetzwerks für Molekulare Biosysteme ist ein Impuls in diese Richtung. Das Profil der bayerischen Wissenschafts- und Ausbildungslandschaft wird verstärkt und garantiert so eine zukunftsorientierte Ausrichtung des Bundeslandes Bayern, das im europäischen Vergleich Spitzenreiter auf dem Gebiet der funktionellen Genomforschung ist. Um diesen Status weiter auszubauen, muss die Wissens- und Personalbasis für die Entstehung einer neuen Generation von Unternehmen und der Ausbau bereits vorhandener Firmen vorangetrieben werden. Nur so kann eine dynamische Weiterentwicklung der bayerischen Biotechnologieindustrie sichergestellt werden. Autoren: Prof. Dr. Patrick Cramer Sprecher des Bayerischen Forschungszentrums für Molekulare Biosysteme

Genzentrum der LMU München Feodor-Lynen-Str. 25 81377 München

Dr. Ulrike Kaltenhauser Geschäftsführung des Bayerischen Forschungsnetzwerks für Molekulare Biosysteme

Genzentrum der LMU München Feodor-Lynen-Str. 25 81377 München


www.bioregio-regensburg.de

B i oP a r k Reg en sbur g Erfolgreiches Innovationszentrum an der Donau

UNESCO-Welterbe Altstadt Regensburg: www.regensburg.de

Mit 1.4 Mrd. Euro Umsatz und insgesamt 15.500 Beschäftigten hat sich die Gesundheitsbranche zu einem wichtigen Wirtschaftszweig in Regensburg entwickelt, einer der wachstumsstärksten Regionen in Deutschland. Das technologieübergreifende Netzwerk der BioRegio Regensburg zählt mit über 50 Firmen zu einem der erfolgreichsten Cluster in Bayern auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften mit Biotechnologie, Pharma, Analytik, Medizintechnik und interdisziplinären Anwendungsfeldern. In den letzten 10 Jahren wurden über 250 Mio. Euro in die Entwicklung der Lebenswissenschaften investiert und 33 Firmen gegründet. Zurzeit sind 31 Mieter mit 550 Mitarbeitern im BioPark direkt auf dem Gelände der Universität ansässig. Hier stehen 18.000 m2 an hochwertiger Büro- und Laborfläche (S1/ S2) mit umfangreichen Technik-, Service- und Dienstleistungsangeboten zur Verfügung. Die ausgezeichneten Standortfaktoren werden durch eine Kindertagesstätte, direkte Autobahnanbindung und sehr gute universitäre Infrastruktur ergänzt. Informieren Sie sich unter www.bioregio-regensburg.de oder Tel. 0941 920 460

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FORPLANTA – Erntefest in Zeiten des Klimawandels

Forschungsverbund FORPLANTA

„Pflanzen fit für die Zukunft“ – Chancen und Risiken der Grünen Gentechnik Der Bayerische Forschungsverbund FORPLANTA wurde am 16. November 2011 einer der Preisträger des deutschlandweit laufenden Innovationswettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten zeichnet die Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ gemeinsam mit der Deutschen Bank jedes Jahr 365 herausragende Projekte aus, die die Innovationsfähigkeit Deutschlands auch in Zukunft sichern sollen. Im Festsaal des Erlanger Schlosses wurde die Auszeichnung von Katrin Hennig und Bernd Sauter, den Repräsentanten von „Deutschland Land der Ideen“ und der „Deutschen Bank“, stellvertretend für den Gesamtverbund an Professor Uwe Sonnewald überreicht (Abb. 1). Die Festveranstaltung stand unter dem Motto „Erntefest in Zeiten des Klimawandels“. In den Festvorträgen wurden interessante Einzelheiten über Pflanzenzüchtung, Ertragssteigerung und Ertragssicherheit in der modernen Züchtungsforschung, wie auch das Verhältnis von Mensch und Natur im Spannungsfeld der Grünen Gentechnik erörtert. Beim anschließenden Empfang hatten Wissenschaftler und interessierte Bürger Gelegenheit zum persönlichen Gespräch mit

Abb. 1: Auszeichnung des Forschungsverbundes FORPLANTA als Ort der Ideen im Innovationswettbewerb 365 Orte im Land der Ideen, im Festsaal des Erlanger Schlosses. (Die Laudatoren von links nach rechts Prof. Dr. Jürgen Soll, Sprecher des Forschungsverbundes FORPLANTA, Prof. Dr. Karl-Dieter Grüske, Präsident der Universität Erlangen-Nürnberg, Bernd Sauter, Deutsche Bank, Prof. Dr. Uwe Sonnewald, Projektleiter FORPLANTA Universität Erlangen-Nürnberg, Dr. Max Lehmer, Mitglied des Bundestages)

den Experten und Forschungsleitern. Die Wissenschaftler des durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst geförderten Forschungsverbundes „FORPLANTA – Pflanzen fit für die Zukunft“, untersuchen anhand der Modellpflanze Arabidopsis (Ackerschmalwand) die Anpassungsfähigkeit von Pflanzen an Stresssituationen, wie Trockenheit, Hitze und Pathogene (Abb. 2). Mit neuesten Technologien und

Verfahren sollen die molekularen Mechanismen aufgedeckt werden, die Pflanzen gegen multiplen Stress schützen. Der sich abzeichnende Klimawandel führt zu deutlichen Wetterund Temperaturänderungen und damit zu vermehrten Dürre- und Hitzeperioden. Im Gegensatz dazu haben häufiger auftretende Regenfälle in anderen Teilen dieser Welt massive Bodenschädigungen und Erosionen zur Folge. Diese Stressfaktoren belasten


Forschungsverbund FORPLANTA

Abb. 2: Ackerschmalwand (Arabidopsis)

unsere Nutzpflanzen sehr und erhöhen ihre Anfälligkeit gegenüber Krankheiten durch Pilze und Bakterien. Gene, die Pflanzen gegen solche Stresssituationen schützen, wurden in unserem gemäßigten Klima über Jahrzehnte hinaus vernachlässigt und sind während der klassischen Züchtung häufig verloren gegangen. Klimatische Veränderungen wie zum Beispiel die globale Wasserknappheit belasten unsere Kulturpflanzen und stellen sowohl direkt als auch indirekt die zukünftige Ertragssicherheit in Frage. Um den Herausforderungen gerecht zu werden, ist es erforderlich, dass die klassischen agrarwissenschaftlichen Ansätze durch gezielte pflanzenphysiologische und gentechnische Studien ergänzt werden. Die Bedeutung der Pflanzenforschung vor dem Hintergrund des Klimawandels zum einen und die Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit in der Wissenschaft zum anderen, veranlassten die Bayerische Staatsregierung dazu, diesen Forschungsverbund einzurichten. Dessen Aufgabe ist es, vor dem Hintergrund der beschriebenen Entwicklungen neue

gentechnische Konzepte für stressresistente Pflanzen zu entwickeln. Im August 2010 wurde der Bayerische Forschungsverbund „FORPLANTA – Pflanzen fit für die Zukunft“ bewilligt. Unter der Leitung von Prof. Jürgen Soll am Biozentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München bearbeiten die Projektleiter Prof. Erwin Grill an der Technischen Universität München, Prof. Uwe Sonnewald an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen, Prof. Rainer Hedrich an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Prof. Christian Kummer an der Hochschule für Philosophie in München und Prof. Bernhard Gill am Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität in München zusammen die sechs Teilprojekte. Vier der aufgeführten Gruppen beschäftigen sich mit der naturwissenschaftlichen pflanzenphysiologischen Thematik der Fragestellung. Das philosophische und soziologische Projekt sollen die Vorbehalte gegen die Grüne Gentechnik in der Bevölkerung analysieren und dabei helfen, einen konstruktiven Dialog zu führen. Ziel der naturwissenschaftlichen Forschung ist es, herauszufinden, wie sich Pflanzen gegen unterschiedliche Stresssituationen schützen und wie solche Mechanismen in Zukunft optimal genützt werden können. Die Modellpflanze Arabidopsis thaliana (Ackerschmalwand) tritt durch ihre globale Verbreitung in verschiedenen Ökotypen auf. Als Ökotyp wird eine Form der Pflanze bezeichnet, welche im Vergleich zu anderen Populationen der gleichen Art unterschiedliche genetische Ausprägungen bzw. Anpassung an die jeweiligen Umweltbedingungen entwickelt hat. So sind einige an trockene, heiße Gebiete angepasst, während ein anderer Ökotyp kalte Klimaregionen bevorzugt. Diese unterschiedlichen Pflanzentypen wer-

69 den auf die Nutzung ihrer genetischen Ressourcen geprüft und auf ihre unterschiedliche Reaktion bezüglich verschiedener Stresssituationen hin untersucht. Die Auswirkungen des applizierten multifaktoriellen Stresses auf die Metabolitflüsse in der pflanzlichen Zelle werden sowohl biochemisch als auch molekularbiologisch charakterisiert und in eine Übersicht über die unter der Stressantwort veränderten metabolischen Netzwerke integriert. So können die Wissenschaftler Rückschlüsse auf die genetische Anpassung über die Klimaanpassungen der einzelnen Ökotypen ziehen. Ziel ist es mittelfristig, aus diesen Ergebnissen gezielt biotische und abiotische stresstolerante Pflanzenvarianten zu generieren, um den Ertrag von Nutzpflanzen unter veränderten Klimabedingungen langfristig zu sichern und zu steigern. In bisherigen Studien wurden nur einzelne Stressarten und deren Auswirkungen auf die Pflanze untersucht. Neu bei diesem Forschungsverbund ist, dass sich die Forscher mit den Einflüssen von kombinierten Stresssituationen auseinander setzen. Ein zentrales Element der Untersuchungen ist deshalb auch die pflanzeneigene Regulation des Wasserhaushalts. Wie alle Lebewesen benötigen Pflanzen Wasser nicht nur zum Wachstum, sondern auch zur Kühlung der Blattfläche bei Hitze. Dies geschieht über die Transpiration der Stomata (Poren), dies sind regelbare Ventile auf der Blattunterseite, in der wachsüberzogenen äußeren Zellschicht des Blattes, der Epidermis (Abb 3). Die Öffnungsweite der Stomata ist auch entscheidend für die Aufnahme des Photosynthesegases Kohlenstoffdioxid (CO2, auch als Klimakiller bekannt) und damit auch für die Kohlenhydratproduktion der Pflanze. Durch die Aufnahme von CO2 haben Pflanzen eine heraus-


Forschungsverbund FORPLANTA

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Abb. 3: Stomata (Spaltöffnungen) auf der Blattunterseite sind regelbare Ventile, die den Wasserhaushalt und den Gasaustausch der Pflanzen regulieren

ragende Bedeutung für die Entwicklung unseres Klimas. Jährlich produzieren sie 80 Gigatonnen Sauerstoff und fixieren 100 Gigatonnen CO2. Die von Pflanzen erzeugte Biomasse besitzt einen Energiegehalt von 2x1023 Joule: Das entspricht der 6-fachen Menge der von Menschen pro Jahr verbrauchten Energie. Pflanzen nutzen dafür circa 1% der „sauberen“ Sonnenenergie, die auf die Erde auftrifft, und setzen diese durch Photosynthese in stoffliche Energie um. Die Öffnungsweite der Stomata wird durch Umweltfaktoren beeinflusst, dabei nimmt das Wasserstresshormon Abscisinsäure (ABA) eine zentrale Stellung ein und vermittelt die Stressadaption der Pflanze. Durch Untersuchungen des Mechanismus der Stomatabewegung sollen Pflanzen mit optimierter ABA-Wirkung generiert werden, die eine bessere Stressadaption und verbesserte Nutzung der Wassermenge ermöglichen, die den Pflanzen zur Verfügung steht. Die effektivere Nutzung von Wasser für Nutzpflanzen ist vor allem deshalb so wichtig, weil Wasser der Faktor ist, der die landwirtschaftliche Produktion auch in westlichen Industrienationen - mit Abstand am stärksten beschränkt. Ungefähr ein Drittel der globalen landwirtschaftlichen Nutzflächen (ca. 380 Millionen ha) leidet an unzureichender Wasserversorgung und selbst in den

Gebieten, in denen die jährliche Niederschlagsmenge ausreichend ist, kann eine ungleichmäßige Verteilung der Niederschläge erhebliche Ertragsverluste verursachen. Bedenkt man, dass weltweit mehr als 80% des Süßwassers in die landwirtschaftliche Produktion fließen, wird deutlich, dass die Optimierung der Wassernutzung durch Kulturpflanzen auch gesamtgesellschaftlich von großer Bedeutung ist. Die Wasserreserven dieser Welt sind begrenzt, die Weltbevölkerung wächst aber kontinuierlich. Betrachtet man Einzelpflanzen, so kann die Wassernutzungseffizienz, d.h. die Eigenschaft der Pflanze, möglichst viel Biomasse bei einem möglichst geringen Wasserverbrauch zu produzieren, durch Veränderung des Verhältnisses von Assimilation zu Transpiration erhöht werden. Dies konnte bereits erfolgreich durch externe Gaben des Pflanzenhormons Abscisinsäure (ABA) gezeigt werden. Ein ABAvermittelter, moderater Stomataschluss senkt den Wasserverbrauch bis zu 30% ohne nennenswerte Ertragsverluste. Neben der Rolle der Stomata im CO2- und Wasserhaushalt stellen diese Poren allerdings auch Eintrittspforten für Pflanzen schädigende Bakterien und Pilze dar. Deshalb wird in parallelen Untersuchungen der Einfluss einer veränderten Schließzellenöffnung auf die Pathogentoleranz untersucht werden. Um die Konse-

quenzen veränderter Schließzellöffnungen verstehen zu können, sind Detailkenntnise der damit einhergehenden Stoffwechselvorgänge eine Grundvoraussetzung. Deshalb werden durch Einzelzellanalytik erstmals schließzellspezifisch Mechanismen untersucht, die Veränderungen in der Genexpression und im Stoffwechsel während der Schließbewegung begleiten. Es soll gezeigt werden, welche Membrantransportprozesse hierbei eine Rolle spielen (Abb. 4). Die Züchtung von Kulturpflanzen mit hoher Ertragssicherheit bei Klimaschwankungen ist aufgrund von multifaktoriellen Stressszenarios eine große Herausforderung. Zum einen ist die Selektion von Elitelinien auf dem Feld durch unregelmäßige Klimaereignisse und wegen der schwer zu prognostizierenden Klimaveränderungen nur schwer möglich, zum andern ist Pflanzenzüchtung sehr zeitaufwändig. Wir laufen deshalb Gefahr, die zu erwartenden Probleme nur reagieren und nicht präventiv handeln zu können. So braucht die traditionelle Pflanzenzüchtung oft Jahrzehnte und hohe finanzielle Mittel, um eine neue Zuchtpflanze zu generieren. Nachteil ist auch, dass der Erfolg der Züchtung zunächst nicht absehbar ist. Ein Ziel muss es daher sein, molekulare Marker für die Selektion von geeigneten Elitelinien schon für das Keimlingsstadium zu entwickeln. In den Arbeiten zur biochemischen und molekularbiologischen Charakterisierung von Mulitistressgenen liegt die Chance, Gene zu identifizieren, die positiv mit einer erhöhten Stresstoleranz korrelieren. Die Verwendung transgener Nutzpflanzen zur Sicherung, Qualitätssteigerung und Verbesserung der Nachhaltigkeit und Ertragssicherheit landwirtschaftlicher Produktion wird seit jeher intensiv und kontrovers in der Öffentlichkeit und den Medien diskutiert. Trotz ihres Potenzials als


Forschungsverbund FORPLANTA Schlüsseltechnologie angesichts zentraler Herausforderungen unseres Jahrhunderts wie Überbevölkerung, Klimawandel und Welthunger ist kaum eine Technologie in ihrer Erforschung und Anwendung derart gesellschaftlich umstritten wie die Grüne Gentechnik. Obwohl die Debatte seit mittlerweile gut zwei Jahrzehnten unter Beteiligung und Berücksichtigung der Gesellschaft geführt wird, ist eine Annäherung der Standpunkte nicht zu beobachten und kann eher als ritualisierter Streit mit den immer selben Argumenten angesehen werden. Wege für eine bessere Kommunikation zwischen den Naturwissenschaftlern und der breiten Öffentlichkeit können nicht nur durch eine intensivierte Darstellung wissenschaftlicher Fakten gefunden werden, sondern hier müssen die Zusammenhänge zwischen dem Nutzen der Grünen Gentechnik und deren gesellschaftlicher Bewertung geklärt werden. Aus diesem Grund begleiten ein philosophisches und ein sozialwissenschaftliches Projekt die naturwissenschaftlichen Arbeiten im Forschungsverbund. Von der philosophischen Seite her soll das MenschNatur-Verhältnis untersucht und ein Zusammenhang zur Grünen Gentechnik hergestellt werden. Naturbilder spielen im ethischen Diskurs um Grüne Gentechnik eine prägende Rolle. Eine Analyse und Untersuchung dieser Muster der Wahrnehmung und normativen Bewertung der Natur sowie der MenschNatur-Beziehung ist ein wesentlicher Schlüssel zum besseren Verständnis der Debatte. Unter Naturbildern werden dabei allgemein alle Bilder, Ideen, Konzepte und Modelle subsumiert, die Menschen von Natur und der Mensch-UmweltBeziehung kennen. Die Frage nach unserem instrumentellen Umgang mit natürlichen Ressourcen wie Wasser, Boden oder Luft, wie sie die Debatte über landwirtschaftliche Produktion seit jeher prägt und welche angesichts der bereits spürbaren und drohenden Konsequenzen des

Abb. 4: Die Gelelektrophorese dient dazu Proteine entsprechend ihrer Größe aufzutrennen

Klimawandels zusätzliche Brisanz erhält, ist demnach in enger Verknüpfung mit der Mensch-NaturBeziehung zu denken. Das Verständnis dieses Konflikts kann dazu beitragen, die Diskussion um die Grüne Gentechnik in Bayern zu versachlichen. Die den Forschungsverbund leitende Frage, inwiefern eine genetische Optimierung der multifaktoriellen Stresstoleranz an einer Modellpflanze auch zur Optimierung von Kulturpflanzen hinsichtlich des Klimawandels genutzt werden sollte, muss insofern neben der technisch vermittelten Bereitstellung von genetischen Markern auch die kulturell wirksamen Veränderungen einer gezielten technischen Intervention in den Blick nehmen. In dem sozialwissenschaftlichen Projekt stehen vor allem der Nutzen der Grünen Gentechnik und die gesellschaftliche Bewertung im Vordergrund. Die Studie hat den Anspruch für eine breitere Öffentlichkeit die ethische Relevanz in allgemein verständlicher und zugleich sachgerechter Weise zu beschreiben. Die Annäherung an die öffentliche Diskussion zwischen Bevölkerung, Politik und Wissenschaftlern wird vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit des Verbunds stark unterstützt. FORPLANTA veranstaltet regelmäßig Symposien, Podiumsdiskussionen und Dialogabende, um

71 den Kontakt zur Bevölkerung stets aufrecht zu erhalten. Zusätzlich wird mit dem Center For Advanced Studies (CAS) der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Institut Technik-Theologie-Naturwissenschaften (TTN) ein Expertenkreis ausgewiesener Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen ein ethisches Bewertungsmodell zur Grünen Gentechnik erarbeiten. Durch die Zusammenarbeit der Projekte aus Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften entsteht in Bayern ein interdisziplinäres Forschungsnetzwerk, das die bestehenden Kompetenzen der verschiedenen bayerischen Universitäten bündelt, vernetzt und den fachübergreifenden Austausch fördert.

wird durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gefördert.

Autoren: Prof. Dr. Jürgen Soll Sprecher des Forschungsverbundes FORPLANTA Department Biologie I - Botanik

Biozentrum der LMU München Großhaderner Str. 2-4 82152 Planegg-Martinsried

Dr. Ulrike Kaltenhauser Geschäftsführung des Forschungsverbundes FORPLANTA

Genzentrum der LMU Feodor-Lynen-Str. 25 81377 München


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Aufbau eines Zentrums für Metastasierungsforschung in Bayern

Personalisierte Tumortherapie

Hintergrund Es ist weithin bekannt, dass eine Krebserkrankung in der Regel erst dann lebensbedrohlich und schwer behandelbar wird, wenn sich Tochtergeschwülste des Primärherdes, so genannte Metastasen, abgesiedelt haben. Meist lässt sich nämlich der Tumor, beispielsweise im Darm oder in der Brust, chirurgisch problemlos entfernen. Sind einmal Metastasen diagnostiziert, so werden die meisten Patienten an der Erkrankung versterben. Jahrzehnte der Krebsforschung haben wenig daran geändert und insgesamt sind die therapeutischen Erfolge bei vielen Krebsarten in den fortgeschrittenen wie auch in den frühen Stadien der Erkrankung bescheiden geblieben, obgleich über 200 Milliarden Dollar in den vergangenen Jahrzehnten in die Krebsforschung investiert wurden. Gerade wegen der großen Bedeutung der Metastasierung für das Schicksal der Patienten ist es erstaunlich, dass die Erforschung der Metastasierung national und international erst in den letzten Jahren überhaupt als Thema entdeckt wurde. Das große nationale Krebsforschungszentrum in Deutschland, das DKFZ, hat beispielsweise bis heute keinen Schwerpunkt „Metastasierung“. Diesen Mangel zu beheben ist ein Hauptanliegen der gemeinsamen Anstrengungen des Lehrstuhls für Experimentelle Medizin und Therapieverfahren

an der Universität Regensburg und dem Fraunhofer Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM, Hannover). Mit einer Anschubfinanzierung des Freistaats Bayern wurde jüngst eine Projektgruppe des ITEM in Regensburg gegründet, mit dem Ziel, universitäre und angewandte außeruniversitäre Forschung in effizienter Weise zusammenzuführen. Es wird darum gehen, die Entstehung einer generalisierten Krebserkrankung entweder zu verhindern oder zukünftig besser therapieren zu können.

Warum bleiben die großen Therapieerfolge aus? Etwas vereinfacht kann man sagen, dass sich die 5-Jahres Überlebensraten bei Krebspatienten mit und ohne Metastasen in den letzten 40 Jahren für die zahlenmäßig relevantesten Krebsarten wie Mamma- und Prostatakarzinom, Lungen- und Darmkarzinom um weniger als 10% verbessert haben. Zweifellos herrscht gegenwärtig aufgrund der Verfügbarkeit zahlreicher neuer Medikamente ein großer Optimismus, allerdings gibt es auch keinen Grund für die Annahme, dass in den nächsten Jahren radikale Fortschritte bevorstehen. Diese skeptische Sichtweise begründet sich in der Natur der Erkrankung. Die Tumorprogression wird vorangetrieben von der Selektion und Adaptation immer neuer ver-

änderter Zellen, die schließlich Wachstumsvorteile gegenüber den Nachbarzellen erwerben. Während normale gesunde Zellen in ihrem Erbgut weitgehend stabil sind, verändern sich Krebszellen fortwährend. Es gibt gute Gründe für die Annahme, dass in einem Tumor mit einer Milliarde Zellen, keine zwei Zellen identische Genome haben. Diese Instabilität und Verschiedenheit erlaubt es immer wieder bestimmten Zellen sich an unterschiedliche Bedingungen anzupassen oder einer gezielten Therapie zu entgehen. Die am besten an die Umgebung angepassten Zellen, die einen Wachstumsvorteil gegenüber ihren Nachbarzellen gewinnen, sind in dieser Vorstellung dann besonders „fit“. Bislang wurde angenommen, dass diese evolutionären Prozesse metastatischer Zellen überwiegend im Primärtumor stattfinden, mit der Konsequenz, dass von den genetischen Veränderungen des Primärtumors auf die der gestreuten Tumorzellen geschlossen wird. So verlässt sich die Forschung und Industrie bei der Entwicklung neuer Therapien seit Jahren auf den Primärtumor als das relevanteste Modell für die Auswahl der richtigen Therapie für einen Patienten. Es wird davon ausgegangen, dass die gestreuten Vorläuferzellen der Metastasen (in der so genannten adjuvanten Chemotherapiesituation) oder die Metastasen selbst


Personalisierte Tumortherapie (bei fortgeschrittener Erkrankung) den Primärtumorzellen ähneln. Selten wird hinterfragt, ob diese Annnahme gerechtfertigt ist, die Patienten werden also prinzipiell blind therapiert – ohne Wissen um die molekularen Eigenschaften der eigentlichen Zielzellen einer systemischen Therapie. So werden in klinischen Studien mehrere Millionen Euro und viele Jahre mit einem blinden Vorgehen vergeudet, da man lediglich empirisch feststellen kann, welche Medikamente in welchem Fall wirksam sind. Eine Lektion der letzten Jahre ist jedoch, dass die richtige Zuordnung von Patient und Medikament, die sich meist an molekularen Eigenschaften der Tumorzellen orientiert, entscheidend ist. Da sich die Entwicklungslinien von Primärtumor und den gestreuten Tumorzellen frühzeitig trennen und die Zellen in den Absiedelungen eine unabhängige Evolution durchlaufen, scheint es nun an der Zeit, die Zielzellen systemischer Therapie direkt ins Visier zu nehmen und nicht den ohnehin chirurgisch entfernten Primärtumor als Maß aller Therapien heranzuziehen.

Neue Wege zur Erforschung der Metastasierung In vielen, so genannten neoadjuvanten Studien (die unterstützende Chemotherapie wird vor der Operation verabreicht) hat sich gezeigt, dass das Ansprechen eines Primärtumors auf eine systemische Therapie (d.h. auf die Gabe eines Medikaments) keine Vorhersage über den weiteren Verlauf der Erkrankung erlaubt. Ebenso lassen sich häufig gestreute Tumorzellen auch noch nach einer Chemotherapie nachweisen. Da die meisten Patienten zum Zeitpunkt der Primärdiagnose (noch) keine Metastasen haben, sind sie prinzipiell heilbar. Es hängt nach der Operation alles davon ab, ob im Patienten gestreute Tumorzellen das Poten-

zial haben, Metastasen zu gründen oder nicht. Wie aber lassen sich die Vorläuferzellen der Metastasen finden bevor Metastasen entstanden sind? Vor über 20 Jahren konnten erstmals gestreute Tumorzellen lange vor der Entdeckung von Metastasen nachgewiesen werden. Es zeigte sich, dass das epitheliale Protein Cytokeratin gegenwärtig der spezifischste Marker für Tumorzellen im Knochenmark und Blut ist. So konnten für die meisten epithelialen Tumore belegt werden, dass bei etwa 20-50% der Patienten (je nach Tumortyp) einzelne gestreute Tumorzellen im Knochenmark vorliegen, obwohl mit klinischen Verfahren keine Metastasen nachweisbar waren. Allerdings sind diese gestreuten Tumorzellen sehr selten, es lassen sich nur 1-2 Tumorzellen in 2 Millionen Knochenmarkzellen nachweisen. Trotz dieser Seltenheit zeigte sich jedoch, dass Patienten, bei denen solche Zellen gefunden werden, schneller Metastasen bekommen und kürzer überleben. Mit diesem Nachweisverfahren wurde erstmals die frühe generalisierte Krebserkrankung direkt der molekularen Analyse zugänglich. Um diese ersten Ergebnisse für die Patienten nutzbar zu machen, werden in Regensburg neue Wege gegangen. Das Institut für Pathologie der Universität Regensburg ist eine der wenigen akkreditierten Universitätspathologien in Deutschland und so lag es nahe, dass Sonderlabor für disseminierte Tumorzellen (SL-DTC) am Lehrstuhl für Experimentelle Medizin an das Akkreditierungsverfahren der Pathologie anzubinden. Gegenwärtig dürfte das SLDTC in Regensburg, das einzige akkreditierte Labor in Europa sein, dass die Diagnose „minimale Restkrankung“ im Rahmen der pathologischen Diagnostik stellen darf. In diesem Labor werden jedoch nicht nur Befunde erstellt, sondern auch mit Einwilligung

73 der Patienten die Proben für die Forschungsprojekte des Lehrstuhls für Experimentelle Medizin verwendet. Hier stehen an oberster Stelle Fragen nach den molekularen Eigenschaften, die es bestimmten Tumorzellen erlauben in andere Organe einzuwandern, in einem fremden Organ zu überleben und zu Metastasen auszuwachsen.

Neue Technologien zur Erforschung der Metastasierung Zur Beantwortung dieser Fragen sind besondere Technologien für die Analyse einzelner Zellen notwendig. Schon Mitte der 1990er Jahre wurde deutlich, dass entweder nicht alle Zellen, welche über die Epithelmarker im Knochenmark entdeckt werden, Tumorzellen sind, oder aber nicht alle Tumorzellen zu Metastasen auswachsen können. Dies ergab sich allein dadurch, dass zahlreiche Patienten, bei denen Marker-positive Zellen gefunden wurden, keine Metastasen entwickelten. Ein positiver Knochenmarkbefund bedeutet also keineswegs das sichere Auswachsen von Metastasen, obgleich das Risiko in diesem Fall deutlich erhöht ist. Es war also unumgänglich die im Knochenmark oder in Lymphknoten entdeckten Zellen weiter zu charakterisieren. Die technischen Herausforderungen waren nennenswert. Zum einen fand man mit den Nachweisverfahren meist nur eine Tumorzelle pro 2 Millionen Knochenmarkzellen bei nur einem guten Drittel der Patienten. Dann konnten nur jeweils ein bis zwei weitere Merkmale (z.B. Proteine) zusätzlich zu dem Detektionsmarker überprüft werden und so war es zunächst nicht möglich, die seltenen Tumorzellen eingehend zu charakterisieren. Unserer Arbeitsgruppe gelang die Entwicklung zweier Techniken, mit denen sich erstens die gesamte genomische DNA einer Zelle


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Abb. 1: Eine einzelne disseminierte Tumorzelle wird aus der Zellsuspension vereinzelt. Bei die verwendeten Lebendfärbung können aus einer Zelle sowohl die mRNA wie auch die genomische DNA isoliert und so aufbereitet werden, dass hochauflösende Microarrayanalysen durchgeführt werden können. Rechts ist die Hybridisierung der amplifizierten cDNA auf einen 44000 OligonukleotidSonden umfassenden Expressionsarray gezeigt

vermehren und damit umfassend analysieren lässt, wie auch die gesamte mRNA einer Zelle. Mit diesen beiden Techniken können somit zwei wesentliche Aspekte der Biologie einzelner Tumorzellen bearbeitet werden. Einmal kann nach der Vermehrung der Einzelzell-DNA das Vorhandensein genetischer Defekte analysiert werden. Punktmutationen, DNA Zugewinne und Verluste und genomische Umlagerungen können prinzipiell festgestellt werden. Vielfache Analysen für Defekte in spezifischen Genen wie auch genomweite Screens nach DNA-Gewinnen und Verlusten sind mit der DNA einer einzigen Zelle möglich. Dann ermöglicht die Umschreibung der mRNA in DNA und die anschließende Vermehrung in Verbindung mit den neuen ArrayTechnologien die Erfassung der Expression sämtlicher bekannter Gene (Abb. 1). In der FraunhoferProjektgruppe gelang uns jüngst die Erweiterung des Repertoires an Einzelzelltechniken hin zur kompletten Sequenzierung des Einzelzelltranskriptoms. Im Verbund mit dem Bayerischen Genomforschungsnetzwerk (Bay Gene), insbesondere der Arbeitsgruppe von Prof. Rainer Spang,

entwickelten wir darüber hinaus die bioinformatischen Analysetechniken für Genom und Transkriptomdaten von Einzelzellen. Neben den molekularen Einzelzell-Technologien gelang es uns jüngst, die sehr seltenen disseminierten Tumorzellen in der Zellkultur und in immundefizienten Tieren zu expandieren. Dadurch öffnen sich die Türen für zellbiologische und funktionelle Studien an expandierten disseminierten Tumorzellen.

Verzahnung von Grundlagenforschung und angewandter Forschung Das Ziel angewandter Metastasierungsforschung ist, das Verständnis der humanen Erkrankung zu vertiefen und dieses für die Therapie zu nutzen. Tier- und Zellkulturmodelle sind hilfreich, wesentlich jedoch sind klare Erkenntnisse der Mechanismen und Vorgänge, die im Patienten ablaufen. Aus diesem Grund gilt es Grundlagenforschung nicht nur mit der angewandten Forschung zu verbinden, sondern auch mit der klinischen Routine und mit klinischen Therapiestudien. Die Abb. 2 gibt einen Überblick über das Regensburger Konzept. Über das Sonderlabor-

DTC wird die Bearbeitung von Forschungsprojekten am Lehrstuhl aus öffentlichen Mitteln (BayGene, DFG, Deutsche Krebshilfe etc.) direkt an zahlreichen Patientenproben möglich. Die am Lehrstuhl entwickelten Technologien und gewonnenen Erkenntnisse werden dann in der Fraunhofer-Projektgruppe für die Entwicklung neuer Diagnostischer Testverfahren, die auch routine- und hochdurchsatz-tauglich sein sollen, genutzt. Ein weiterer Schwerpunkt der Fraunhofergruppe ist dann das Angebot an Pharmafirmen, mit Hilfe dieser diagnostisch-analytischen Testverfahren die molekulare Charakterisierung gestreuter Tumorzellen im Rahmen von frühen klinischen Studien durchzuführen, denn es ist evident, dass das Ansprechen der Patienten auf eine Therapie von den Eigenschaften der Zielzellen abhängt. Die Entwicklungszeiten neuer Therapien ließen sich dadurch sicherlich drastisch verkürzen, wenn eine bessere Zuordnung von Patient und Therapie möglich wäre, wenn also vorhersagbare wäre, welche Patienten von welcher Therapie am meisten profitieren. Gerade bei neuen Medikamenten ist dies aber nur durch


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Abb. 2: Konzept für ein Zentrum für Metastasierungsforschung in Regensburg. Die farblosen Elemente befinden sich noch im Stadium der Antragstellung bzw. Planung oder sind noch nicht eingebunden

langwierige klinische Studien lernbar, die zudem meist sehr große Patientenzahlen umfassen und dadurch sehr teuer sind. Durch die Einzellzelltechnologien und molekularen Tests können nun direkt die Signalwege abgefragt werden, die für die Wirkung der jeweiligen Medikamente auf die Zielzellen einer Therapie relevant sind. Somit sollen die molekularen Eigenschaften der disseminierten Tumorzellen direkt als Biomarker verwendet werden, als Rückgrat für die Therapie begleitenden diagnostischen Tests („companion diagnostics“), die zunehmend von den Zulassungsbehörden (FDA, EMA) gefordert werden. Darüber hinaus ist das Fraunhofer Team dabei, expandierte disseminierte Tumorzellen für präklinische in-vitro und invivo Sensitivitätstests bereitzustellen, wodurch ein Portfolie an Testverfahren entsteht, dass die

Entwicklung von neuen Medikamenten sinnvoll unterstützen wird. Schließlich ist auch die Universität, die Fakultät für Medizin und das Universitätsklinikum Regensburg aktiv an dem Aufbau eines Zentrums für Metastasierungsforschung beteiligt. So finanziert die Universität den Aufbau einer akkreditieren Tumorgewebebank mit Anbindung an das Tumorzentrum Regensburg und es hat sich am Standort eine SFB-Initiative gebildet mit dem Ziel in Regensburg die Erforschung der Metastasierung zu einem Schwerpunkt der Fakultät für Medizin zu machen. Mit der Trias von Universität, Fraunhofer-Gesellschaft und Klinikum ist nun ein Nukleus geschaffen, der Regensburg zu einem Zentrum für die Entwicklung neuer Therapien bei der systemischen Krebserkrankung wachsen lassen könnte.

Autor: Prof. Dr. Christoph Klein

Lehrstuhl für Experimentelle Medizin und Therapieverfahren Universität Regensburg Franz-Josef Strauß Allee 11 93053 Regensburg

Fraunhofer ITEM Projektgruppe Regensburg / Personalisierte Tumortherapie Josef-Engert-Str. 9 93053 Regensburg


Wo neues erfunden wird, sind Nachahmer nicht fern. Wir k端mmern uns um Erfindungen und Nachahmer.

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Media-Mind, Biotechnologie in Bayern 2012  

Biotechnologie in Bayern 2012. Eine Magazinreihe von Media-Mind