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Bunte Treter im Klinikalltag

Die Zeitung für Medizinstudenten und junge Ärzte

Eine farbenfrohe Erfolgsgeschichte: Crocs, die knallbunten Treter aus federleichtem Kunstharz, erfreuen sich auch unter Klinikmitarbeitern großer Beliebtheit. MEDI-LEARN zeichnet die Croc-Story nach und präsentiert: „Germany´s Next Croc Models“!

ZEITUNG

Mehr dazu auf den Seiten 6 und 7

Ausgabe 03/09 ∙ Juni/ Juli 2009 ∙ In Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag ∙ www.medi-learn.de ∙ ISSN 1860-8590 ∙ 1,90 €

Hochschulsport mal anders! Summer School Yoga voll im Trend Der etwas andere Kurs

Nähen lernen Mehr als nur eine Brotzeit

Yoga hat sich von der belächelten Gymnastik für Esoteriker zu einem regelrechten Volkssport entwickelt. Auch an der Uni werden immer mehr Kurse angeboten. Aus gutem Grund: Yoga hilft gegen Verspannungen, Kopfschmerzen, Stress und vieles mehr.

Zum Aachener interdisziplinären Trainingszentrum für medizinische Ausbildung (AIXTRA) bringen die Studenten Hähnchenschenkel mit. Nicht für die Brotzeit, sondern um an ihnen das Nähen zu erlernen. Ein Kursbericht.

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Akupunktur ist das am häufigsten eingesetzte alternative Therapieverfahren in der westlichen Medizin. Im Studium spielt sie jedoch noch immer keine große Rolle. Interessierte Studenten können die Bildungslücke mit der „Summer School of Acupuncture“ füllen.

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Eine ganz besondere Narkose „Keine Angst vor dem Tod“ Interview mit Kerstin Paulsen

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m Laufe der Geburt ihrer Tochter im Jahr 1982 wurde ein Kaiserschnitt für Kerstin Paulsen aus Berlin (damals OstBerlin) unumgänglich. Währenddessen kam es zu Komplikationen, die eine Wiederbelebung erforderlich machten. Kerstin hat sich dankenswerter Weise bereit erklärt, über diese Nahtod-Erfahrung zu berichten. Heute leben Mutter und Tochter wohlauf in Berlin.

und ich hörte die Ärzte über einen Herzstillstand sprechen. Sie würden jetzt einen Kaiserschnitt machen, dabei wurde ich angeschnallt und bekam etwas in meinen Arm. Alle rannten mit mir in einen anderen Raum. Dann erinnere ich mich noch an die riesigen grellen OP-Lampen. Etwas wird auf meinen Mund und meine Nase gestülpt. Ich versuche zu atmen, einmal, es geht nicht, zweimal, es geht wieder nicht. Beim dritten Atemzug, der nicht mehr geht, sagt eine Stimme, die in mir ist, irgendwie meine Stimme, aber doch nicht meine Stimme: „Ich kann

Kerstin, kannst du uns beschreiben, wie sich deine Nahtod-Erfahrung abspielte? Als die Presswehen einsetzten, ging auf einmal der Herzton meiner Tochter weg

nicht atmen? Macht nichts, ich muss nicht atmen.“ Also atme ich nicht und das ist kein Problem, kein Kampf wie im Film beim Ersticken, einfach kein Atmen. Dann plötzlich kommt ein schreckliches Geräusch. Wahnsinnig laut und undefinierbar. Es könnten Maschinenklänge sein, etwas rattert und knallt, es ist furchtbar und ich kann es bis heute nicht genau beschreiben. Dann, plötzlich, werde ich aus dem Körper gerissen und nach oben gezogen. Was hast du noch gesehen oder wahrgenommen? Ich sehe in weiter Entfernung eine Art Mosaiknetz. Riesig groß, ohne Anfang und ohne Ende und bestehend aus unendlich vielen kleinen bunten Mosaiksteinen. Eins ist leer, also vollkommen schwarz, wie ein Loch, aber eben in Mosaikform. Ich weiß plötzlich ganz genau, dass das meins ist und ich da hinein muss. Als ich ankomme, höre ich Stimmengewirr und eine männliche Stimme sagt zu mir: „Hier ist es auch nicht anders als in der anderen Welt!“ Ich habe ein Gefühl von Verwunderung, ohne gefühlsmäßige Wertung, einfach so etwas wie Unverständnis. Dann beginnt eine Unterhaltung, die nicht mehr aus Stimm e n

besteht sondern so etwas wie Mitteilungen in Bildern sind. In einer krassen Geschwindigkeit sehe ich Bilder von einer Operation und einem Baby. Die Bilder zeigen mir die Zeit, in der ich mir ein Kind gewünscht habe. Immer wieder werden mir Bilder gezeigt, wie im Kino. Dann sind die Bilder plötzlich weg und meine Gedanken erklären mir, dass dieses Kind nur überleben wird, wenn auch ich wieder zurück gehe. Aber ich will nicht. Hier fühle ich mich so wohl, plötzlich weiß ich, dass ich mich eingesperrt fühle da unten und hier an diesem Ort ist es gemütlich. Was geschah dann? Dann wird mir klar: Jetzt muss ich mich entscheiden, ob ich hier bleibe oder zurückgehe zu dem Baby. Ich weiß genau, wenn ich nicht gehe, wird das Baby nicht atmen. Die Stimme, die mich zum Anfang begrüßt hat sagt nun wieder: „du kannst hier bleiben, so lange du willst, aber von hier geht es nicht weiter, nur zurück. Du kannst warten solange du möchtest und alles, was du bis jetzt nicht gelebt hast, lebst du dann ein anderes Mal.“ Da tut sich ein Gefühl in mir auf: Wenn das so ist, gehe ich lieber wieder zurück mit dem Baby und erfülle meinen Plan, sonst komme ich nicht nach Hause. Wo ich hier gerade bin, ist nicht zu Hause, nur eine Zwischenstufe. Im gleichen Moment gibt es wieder ein krasses lautes Geräusch, es kommt von dem Körper, in den ich hineingezogen werde. Es ist furchtbar. Jetzt bin ich nicht mehr dieses freie Ich,

Was erkenne ich auf dem Röntgenbild? Heidelberger Studenten lernen radiologische Befundung „Hands-on“ st das eine Metastase? Wo befindet sich der Primärtumor? Gibt es weitere Auffälligkeiten? In einem innovativen Kurs lernen Heidelberger Medizinstudenten höherer Semester, wie sie klinische Bilder von Patienten interpretieren und dabei ihre anatomischen Kenntnisse einsetzen. Ob Röntgen, Ultraschall, Computer-, Kernspin- oder Positronenemmissionstomographie in drei Dimensionen: An klinischen Fällen erproben Heidelberger Studenten unter kompetenter Anleitung erstmals ihre diagnostischen Fähigkeiten. „Der ständige Bezug zur Anatomie erleichtert die Orientierung auf radiologischen Bildern und die korrekte Identifizierung pathologischer Strukturen“, erklärt Dr. Frederik Giesel, Wissenschaftler der Abteilung Radiologie am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg. Ein Teil der Studenten kann auf Erfahrungen aus den ersten Semestern zurückgreifen: Seit 2007 wird in Heidelberg - als Ergänzung zum traditionellen Präparierkurs - ein virtueller Anatomiekurs

angeboten, denn am Bildschirm lassen sich Organe, Blutgefäße und Knochen zum Teil besser freilegen als an Leichen. Dazu werden Computerprogramme be-

fokussiert der neue Kurs auf die Radiologie. In jedem der insgesamt sieben wöchentlichen Seminare werden zwei häufige Krankheitsbilder präsentiert. Die

ausschließen soll. Die Software bietet außerdem die Möglichkeit der dreidimensionalen Bildnachverarbeitung, die in der Klinik immer häufiger eingesetzt wird. Erfahrene Dozenten besprechen dann Befunde, Differentialdiagnosen sowie Nebenbefunde. „Für die Studenten ist es wichtig, dass sie direkt Rückmeldung zu den selbstständig erarbeiteten Befunden erhalten", unterstreicht Fabian Rengier. „Ein reines E-Learning-Angebot kann diesen Kurs nicht ersetzen.“

Äußerst positive Resonanz

Wie interpretiere ich dieses Röntgenbild mit anatomischen Kenntnissen richtig?

nutzt, die Radiologen ursprünglich für die Klinik, u.a. zur Vorbereitung schwieriger Operationen, entwickelt haben.

Teilnehmer beurteilen selbstständig

Steht beim virtuellen Anatomiekurs noch die Anatomie im Vordergrund, so

radiologischen Original-Bilddatensätze zu diesen Fällen werden von den Teilnehmern zunächst selbstständig mittels einer radiologischen Software interaktiv betrachtet und beurteilt. Anatomische und radiologisch-pathologische Checklisten geben Anhaltspunkte, was der Teilnehmer erkennen oder auch

Wann hast du und wie bewusst gemerkt, dass du wieder „auf Erden“ gelandet bist? Was war daran anders als zuvor? Ich wurde ja dreimal reanimiert, weil ich fünf Minuten Herzstillstand hatte. Die ersten zwei Male scheinen ja nicht geklappt zu haben, aber an das dritte Mal erinnere ich mich. Es gab einen Sog, der sehr unangenehm war. Ich wurde zurück gezogen mit einer ungeheuren Kraft und nicht beschreibbarer Geschwindigkeit. weiter auf Seite 2

Inhalt Rezensionen Für das wichtige Gebiet der Inneren erfährst du in dieser Ausgabe die kritische Meinung von Studenten, die zwei Lehrbücher genau unter die Lupe genommen haben. Zusätzlich enthalten: eine Rezension zum Studienführer von MEDI-LEARN

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Studium

Medimeisterschaft 2009 Es wird wieder gekickt: Vom 3. bis 5. Juli 2009 findet in Dresden die Medimeisterschaft 2009 statt. Können Homburg und Leipzig, Meister der Jahre 2007 und 2008, dieses Mal vom Thron gestoßen werden? Alle Infos zum Turnier bei uns.

S. 05

Praktisches Jahr

Ein Tertial in der Karibik

von Dr. Annette Tuffs (idw)

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sondern plötzlich wieder mit Angst, diesem Herzrasen, einfach der Horror.

Schon beim ersten Durchlauf im Sommersemester 2008 haben etwa 30 Studierende den Kurs besucht; im laufenden Sommersemester 2009 stehen 80 Plätze zur Verfügung. Das neue Angebot hat bei den Studierenden einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. „Die Rückmeldungen waren überwältigend. Die Studierenden haben immer wieder betont, wie sehr ihnen das hohe Maß an Interaktivität und selbstständiger Erarbeitung der Fälle gefallen hat“, resümieren die Kursleiter.

Die Karibikinsel Grenada ist nicht nur wunderschön, sondern bietet zudem die Möglichkeit, im englischsprachigen Raum praktizieren zu können, ohne dass hohe Studiengebühren dafür fällig würden.

S. 09

In eigener Sache

Vieles neu bei MEDI-LEARN! Wir haben unseren Internet-Auftritt relauncht: Ab sofort gibt es auf 14 neuen Unterstartseiten wöchentlich mehrfach wechselnde Infos zu allen Studien- und Berufsphasen. So gelangst Du schneller zur Information!

S. 11

Studium

Medizinstudenten singen Der European Medical Students´ Choir (EMSC) verbindet Medizinstudenten mit der Leidenschaft für den Gesang. Die Mitglieder des 1996 gegründeten Projektchors bekommen viel von unserem Kontinent zu sehen – und neue Gesichter sind immer willkommen!

S. 12


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Studenten aufgepasst!

Die 2. Auflage der Skriptenreihe

Ein ganz besonderes Narkoseerlebnis Fortsetzung von Seite 1 Dann fühlte ich meinen Köper wieder, der in Wellen auf dem Untergrund, auf dem ich lag, hoch und runter knallte. Als ich die Augen öffnete, raste mein Herz. Ich hatte Kribbeln im ganzen Körper und lähmende Angst, konnte mich nicht bewegen. Wie ging es dann weiter für dich? Als ich nach sechs Wochen aus dem Krankenhaus entlassen wurde, war auf einmal alles fremd. Ich sagte meiner Ärztin ich hätte das Gefühl nicht ganz zurück gekommen zu sein. Ein Teil von mir ist da oben geblieben. Das fühle ich bis heute so und es ist mir oft unangenehm. Meine Welt war plötzlich ganz anders. Alles war viel lauter als sonst, meine Wahrnehmungen hatten sich irgendwie verstärkt. Jedes Stück in meiner Wohnung war mir fremd. Ich habe seitdem immer wieder Momente, in denen ich fühle, dass ich in diesem Körper eingesperrt bin. Eingesperrt und gezwungen, hier zu sein und andererseits aber keinesfalls den Freitod zu wählen, weil ich ja weiß, dann lan-

de ich in dieser Zwischenebene. Zwei Jahre konnte ich nur noch mit Schlafmitteln einschlafen. Ich hatte immer Angst, dass es wieder passiert. Für mich wäre es egal gewesen, aber ich hatte ja das Baby. Bis heute habe ich Angst, eine außerkörperliche Erfahrung zu machen, weil ich denke, dass ich dann nicht zurückkommen würde. Ich trage eine Patientenverfügung mit mir, damit ich keinesfalls reanimiert werde. Was war denn das besonders Gute, Angenehme an dieser Nahtod-Erfahrung? Das Freiheitsgefühl, ohne Zeit und Raum. Da war es schön, so schön, wie niemals hier auf Erden in meinem Leben! Die völlige Wahlfreiheit – bleibe ich oder gehe ich zurück? – ohne eine Androhung von Konsequenzen, wie ich sie sonst aus meinem Leben kenne, ein Gefühl von vollkommener Akzeptanz, egal, wie ich entscheide. In welchen Bereichen des Fühlens und Denkens hat diese Erfahrung deine Lebenseinstellung hinterher beeinflusst?

Bist du danach ein anderer Mensch geworden? Ja, ich wurde ein komplett anderer Mensch. Auf einmal habe ich das Leben nicht mehr locker gesehen. Ich hatte das Gefühl, hier auf Erden meine Aufgaben besonders gut erledigen zu müssen, damit ich nach meinem Tod auch wirklich frei werde und nicht in dieser Zwischenebene hängen bleiben muss. Viele Menschen wünschen sich Unsterblichkeit. Ich wünsche mir Sterblichkeit. Die Erfahrung sagt mir, dass es mit diesem Leben nicht vorbei ist und das macht mir große Angst. Ich sehne mich nach der Freiheit, die schon in der Zwischenebene angedeutet war. Wie beurteilst du die Diskussionen, die sich in medizinischen Fachkreisen abspielen? Ich persönlich bestehe keinesfalls auf einer Nahtod-Erfahrung im „spirituellen“ Sinne. Ich wäre hocherfreut, wenn man medizinisch nachweisen könnte, dass das alles Phantasien des Gehirns sind, durch die Narkose oder den Sauerstoff-

mangel ausgelöst. Das allerdings müsste man mir sehr gut schulmedizinisch und glaubhaft erklären, denn damals sprach niemand über so etwas, ich habe vorher absolut nichts von solchen Dingen gehört oder gelesen. Welchen Rat hast du für Medizinstudenten und junge Ärzten in Bezug auf eine solche Situation? Einen Rat wage ich nicht zu geben, allerdings hege ich den Wunsch, der aus meiner Erfahrung mit diesem Erlebnis stammt, dass die Ärzte mit mir noch ein wenig mehr geredet und mir erklärt hätten, was passiert ist. Ich hätte gern dem Arzt in die Augen gesehen, der um mein Leben gekämpft hat, der mich drei Mal reanimiert hat. Ich hätte ihm gern erzählt, was in diesen fünf Minuten Herzstillstand bei mir passiert ist. Zeit, sich mit den Patienten beschäftigen zu dürfen, fehlt. Dabei hat jeder hat seine eigene Geschichte und jeder seinen Weg zur Heilung. Kerstin, vielen Dank für das Gespräch.

Susan, how are you? Ein PJ-Bericht aus Castlebar, Irland von Susanne Waibel

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leines Haus mit überschaubaren Strukturen, die „relaxte“ irische Mentalität und sehr geregelte Abläufe: Nur einige von vielen positiven Eindrücken, die Susanne Waibel in ihrem chirurgischen PJ-Tertial in Irland gesammelt hat.

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„Susan, how are you?“ Das war die Standardbegrüßung während meines ChirurgieTertials in Castlebar, Ireland. Ein „How are you“ kann vieles sein – vom kurzen Hallo auf dem Gang bis zur Aufforderung, etwas über das letzte Wochenende zu erzählen. Anfangs war ich dadurch etwas verwirrt, da im ersten Fall keine Antwort erwartet und somit auch nicht abgewartet wird. Aber man hat schnell raus, wann diese universelle Frage nur eine Höflichkeitsfloskel und wann wirklich ernst gemeint ist. Auch dass sich ein (chirurgischer!) Chefarzt vom ersten Tag an den Namen seiner neuen Studenten zu merken versucht, während der OP von sich aus anfängt, die Anatomie zu erklären und sich dafür interessiert, ob man genügend Tutorials bekommt, war ich aus Deutschland nicht gewohnt. Doch das Mayo General Hospital in Castlebar vereint zwei wesentliche Vorteile: Zum einen die kleine Größe und zum anderen die irische Mentalität. Klein in-

sofern, als das Haus ca. 350 Betten in den Abteilungen: Allgemein Chirurgie, Innere Medizin, Orthopädie, Pädiatrie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Geriatrie, Psychiatrie und Radiologie hat. In der Allgemein Chirurgie gibt es vier „surgical Teams“ jeweils bestehend aus „Consultant“ (Chefarzt), „Registrar“ (Oberarzt), zwei „Senior House Officers“ (Assistenzärzte ab dem 2. Jahr) und zwei „Interns“ (Assistenzärzte im 1. Jahr), also recht überschaubar.

Lunch and tea: Elementare Bestandteile des Tages Die irische Mentalität ist etwas schwieriger auf den Punkt zu bringen. Höflichkeit und Hilfsbereitschaft gehören auf jeden Fall dazu. Außerdem die „irish time“, welche das pünktliche Erscheinen zu Terminen und Verabredungen nicht ganz so eng sieht, sowie die Fähigkeit, Stress mit der nötigen Gelassenheit entgegen zu treten und „lunch and tea“ als elementare Bestandteile des Tages zu sehen.

Der Arbeitsalltag

Jedes chirurgische Team hat in der Woche zwei „theater days“, an denen fast ausschließlich operiert wird, einen

Tag mit ambulanter Sprechstunde, einen Tag mit Endoskopie und kleinen ambulanten Operationen und den Freitag, der variabel mit OPs oder ambulanten Sprechstunden belegt ist. Das „Teaching“ gehört für die meisten Ärzte zum normalen Tagesgeschehen dazu. Es findet nicht nur bei den täglich festgelegten Terminen, sondern gern auch mal spontan im OP oder im Anschluss an eine Visite statt. Da die irischen Studenten jeweils nur für ca. vier Wochen in einer Abteilung sind, kommt es öfters vor, dass sich die Themen wiederholen. Grundsätzlich ist das letzte Jahr der irischen Studenten anders aufgebaut als das deutsche PJ. Sie verbringen zwar die meiste Zeit in verschiedenen Krankenhäusern, sind aber kaum in die Stationsarbeit integriert, sondern mit Teachings, Patientenuntersuchungen und in der Bibliothek beschäftigt.

Sehr einheitliche Vorgehensweise bei Erhebung von Krankengeschichten Außerdem wird sehr viel Wert auf die korrekte Erhebung und Präsentation von Krankengeschichten gelegt, für die es im englischsprachigen

Stan - Das Skelett mit den besten Referenzen. Qualität von 3B Scientific. www.3bscientific.de Preis:

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Für Mediziner hat Irland viel zu bieten: Gute Arbeitsstrukturen und die weltbekannte Schönheit des Landes

Raum eine sehr einheitliche Vorgehensweise gibt. Mit dem Oxford Handbook of Clinical Medicine (einem Standardbuch, das nahezu jeder irische Student bei sich trägt und das praktischerweise in die Kitteltasche passt) und ein paar Erklärungen der irischen Ärzte oder Studenten findet man sich bei Erhebung und Präsentation der Anamnese schnell zurecht. Blutabnehmen oder Haken halten wird von den Studenten eher nicht erwartet, allerdings freuen sich vor allem die Interns immer sehr, wenn man ihnen gelegentlich auf den Stationen hilft. Ich habe versucht eine gesunde Mischung aus deutschem „Stationswahnsinn“ und irischem „Lernwahnisnn“ zu finden. Das klappte auch ganz gut. Fortsetzung im Digitalen Nachschlag

Wir verlosen 1x Checkliste Chirurgie von Thieme - einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw111


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Hochschulsport mal anders!

Yoga als Alternative zu den klassischen Sportarten von Katharina Rösmann

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oga als Alternative zu den klassischen Sportarten: Das Studium verlangt Höchstleistungen, Konzentration und lange Schreibtischarbeit: Da bietet sich Yoga perfekt an, um zu Entspannung und körperlicher Ausgeglichenheit zu gelangen. Dienstagnachmittag. Im obersten Stock des Sportgebäudes trifft sich eine kleine Gruppe Studierender in gemütlicher Runde zum Yoga. Matte, Wolldecken, lockere Kleidung und Stoppersocken sind das einzige, was man für die nächsten anderthalb Stunden benötigt. Zunächst erst einmal ankommen und abschalten vom sonst so turbulenten Alltag. Sich sammeln und mit einem gemeinsamen „Om“ die Stunde beginnen.

Ängste und mehr. Yoga setzt hier an den Ursachen an und versucht Körper, Seele und Geist auf sanfte Weise wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Wirkung auf allen Ebenen

Die Körperübungen, auch Asanas genannt, welche die Studierenden im weiteren Verlauf der Stunde praktizieren, wirken auf allen Ebenen: Der Geist kommt zur Ruhe, die Studie-

Nach einem anstrengenden Arbeitstag bringt er neue Energie. Eine andere wichtige Übung ist die Vorwärtsbeuge, Paschimothanasana. Sie regt die Bauchorgane an, wirkt harmonisierend auf die Verdauung und regt die Abwehrkräfte an. Bei drohender Erkältung können drei bis zehn Minuten Wunder wirken. Zudem wird die Flexibilität der Beinmuskulatur und der Wirbelsäule erhöht. Der Drehsitz (Ardha Matsyendrasana) dient dazu, die Flexibilität der Wirbelsäule zu erhöhen, das sympathische Nerven-

Pause für den Geist

Die nächsten Minuten: Hinlegen, sich ganz in den Boden fallen lassen und auf den Atem konzentrieren. Atmung ist das wichtigste Element im Yoga, um den Kontakt zu sich herzustellen, sich besser zu spüren, die Energie fließen zu lassen und dem analysierenden Geist Wirkung auf allen Ebenen: Studenten sagen mit Yoga dem Stress und Schmerz den Kampf an eine Pause zu gönnen. Es geht darum, sich nur auf das Hier renden lernen, sich und ihren Körper system zu stärken und die Bauchorgane und Jetzt zu konzentrieren und sich von bewusst wahrzunehmen, Blockaden zu massieren. Er baut Stress ab, stärkt allem Vergangenem und Zukünftigem aufzuspüren und schließlich mit der die Nerven, beruhigt und gibt Kraft, in freizumachen. Lenkung des eigenen Atems und spezi- seiner Mitte zu bleiben. Und dies war Für viele Studierende ist gerade die Ent- ellen Bewegungsabläufen aufzulösen. nur ein kurzer Ausschnitt aus den viespannung der Hauptgrund, warum sie Außerdem werden durch regelmäßiges len Übungen, die während einer Stunde einen Yogakurs besuchen. Das Studium Üben Muskelkraft, Ausdauer und Fle- durchgeführt werden. verlangt von den Studierenden, Höchst- xibilität gefördert. leistungen zu vollbringen: Hohe Kon- Jede Übung hat ihre eigene Wirkung. Tiefenentspannung zentration, lange Schreibtischarbeit, Die Reihenfolge spielt eine bedeutende Die am Schluss stattfindende 15-minüwenig Zeit für Sport und eine gesunde Rolle: Der Schulterstand, Sarvangasana, tige Tiefenentspannung löst den EntspanErnährungsweise. Wie auch Studien be- normalisiert die Funktion der Schilddrü- nungsimpuls aus. Es kommt zum Abbau legen, führt dies nicht selten dazu, dass se und hilft, eine jugendliche Figur und der Stresshormone, einer vermehrten viele Studierende schon während des glatte Haut zu erhalten. Ausschüttung von Endorphinen, zur AnStudiums unter den negativen Auswir- Magenverstimmungen und Krampfa- regung der Produktion von bestimmten kungen leiden: Verspannungen, Schlaf- dern können verschwinden, die Wirbel- Botenstoffen im Gehirn und das Herzstörungen, Kopfschmerzen, Abhän- säule bleibt oder wird wieder flexibel, Kreislaufsystem kommt zur Ruhe. Der gigkeit von bestimmten Suchtmitteln, Nackenverspannungen mildern sich. Parasympathikus wird aktiviert, der Sym-

pathikus reduziert. Vegetativen Dysfunktionen, Kopfschmerzen, Magenproblemen, Verdauungsstörungen, Bluthochdruck sowie allen stressbedingten Krankheiten wird vorgebeugt. Zusätzlich wird das Immunsystem angeregt, womit Erkältungskrankheiten- und Stoffwechselstörungen entgegenwirkt wird. Die Tiefenentspannung am Ende einer Yogastunde sollte auf keinen Fall fehlen, da das sonst erweckte Prana (die Lebensenergie) zu Unruhe und Nervosität führen kann.

Das sagen die Studenten

Langsam kommen die Studierenden wieder zurück aus der Entspannung. Wie fühlen sie sich und was hat sich durch die Yogapraxis in ihrem Leben verändert? „Ich habe ein Gespür für die Eintracht von Körper, Geist und Seele bekommen und achte besser auf die Signale meines Körpers. Yoga hilft mir sehr. Meine Lebensqualität hat sich dadurch deutlich erhöht“, sagt eine Studentin, ein anderer fügt hinzu: „Der Körper fühlt sich spürbar besser an“. Weitere Meinungen: „Man hat nach jeder Yoga-Stunde gute Laune“, „ich gehe lockerer und gelassener mit den Dingen um“ und „man fühlt sich fitter und beweglicher, geht mit stressigen Situationen besser um.“ Dies sind nur einige Stimmen von den Kursteilnehmern, aber alle sind sich einig, dass die 90 Minuten Investition und das gelegentliche Üben zu Hause eine große Wirkung zeigen. Gut gelaunt, entspannt und zufrieden verlassen die Teilnehmer den Raum und freuen sich schon auf die nächste Stunde. Wer sich selbst von den positiven Wirkungen des Yoga überzeugen möchte, sollte einfach mal an einer „Schnupperstunde“ teilnehmen – Yoga bietet mittlerweile fast jedes Hochschulsport-Programm an! Fortsetzung im Digitalen Nachschlag: Weitere Artikel zum neuen Wellnesstrend Yoga sowie ein Interview mit einer Yoga-Lehrerin.

LED gegen Studi-Schläfrigkeit Hörsäle der TU München mit Tageslicht-Technologie von Pressestelle TU München

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etzt muss nur noch die „Performance“ der Dozenten stimmen: Modernste Technik und eine lernfreundliche Umgebung sollen den 1.200 Studenten der Fakultät für Medizin der TU München ideale Voraussetzungen für ihre Ausbildung bieten. Sprichwörtliches Highlight der neu gestalteten Räume ist der Einsatz von 3.800 LED-Lampen – das ist bislang einzigartig in Europa. Durch die variabel einstellbaren Farb- LED sei Dank: Die Lämpchen unter der Saaldecke halten wach

töne der LEDs kann das Tageslicht nachgebildet werden. Ergebnis: Die Konzentration wird gefördert und die gefürchtete Studi-Schläfrigkeit verhindert, die im schummrigen Hörsaal-Licht herkömmlicher Art schnell entsteht. Zudem ist der Energieverbrauch von LEDs wesentlich niedriger als der von herkömmlichen Leuchtmitteln. Zusätzlich wird in allen Hörsälen ab sofort modernste Medientechnik eingesetzt. So besteht unter anderem die Möglichkeit, Operationen live in den Hörsaal zu übertragen und so Theorie und Praxis eng zu verbinden. „Wir sind stolz darauf, den angehenden Medizinern eine exzellente Ausbildung anbieten

zu können, die schon mehrfach ausgezeichnet wurde. Mit der Renovierung der großen Hörsäle haben wir es auch baulich geschafft, Maßstäbe zu setzen,“ so Studiendekan Prof. Johannes Ring. Der renovierte Hörsaaltrakt umfasst drei große Hörsäle mit insgesamt über 700 Plätzen sowie ein Foyer mit Aufenthaltsbereichen für die Studenten. Der Neuausbau und die Sanierung kosteten zusammen etwa 11 Millionen Euro. Wir verlosen Lernstrategien von MEDI-LEARN – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw108

In den Foren gelauscht

Physikum: in welchem Semester dran?

Die Examenszeit ist überstanden. Das lädt zu der Frage ein: Wie viele Semester brauchen Medizin-Studis durchschnittlich bis zum ersten Abschnitt der staatlichen Prüfung? Die meisten Jungmediziner absolvieren das Physikum ganz regulär nach dem vierten Semester, doch es gibt auch viele, die länger brauchen. „Ich lege das Physikum ins 6 Semester“, schreibt Foren-Mitglied Doc S., „Sonst hätte ich im Dritten Anatomie, Biochemie und Physio zeitgleich zu bewältigen.“ Und wie war das bei dir? Teil Dich mit – in unserem Forum: www.medi-learn.de/MF46097

Mobbing im Krankenhaus

Mobbing ist in unserer Gesellschaft leider ein häufiges Problem. Wie sieht es damit auf Station aus? „Ich kann nur bestätigen, dass Mobbing im Krankenhaus oft vorkommt. Ich glaube zum Teil begünstigen die Strukturen im Krankenhaus Mobbing sehr“, schreibt Forenmitglied Peter 1. Sein Mit-User Hellequin meint hingegen: „Dass es im Krankenhaus zwischen und innerhalb der einzelnen Berufsgruppen Konflikte gibt, stimmt sicher. Direkt Mobbing hab ich aber sehr selten erlebt.“ Welche Erfahrungen hast du gemacht? www.medi-learn.de/MF20365

Dinge geregelt kriegen

Wenn du als Arzt gezwungen bist, auf etwas oder jemanden zu warten, dann nutze die Zeit um Fälle zu kodieren. Mach dir eine To-Do-Liste. Bereite die Visite gut vor und mach dir Notizen damit sie reibungsloser verläuft… In diesem Sammel-Thread findest du zahlreiche Tipps und Tricks, die dir helfen den stressigen Arbeitsalltag als junger Arzt effektiver zu gestalten: www.medi-learn.de/MF50149

Für Abenteurer

Der Arztberuf kann einen an exotische Orte und in extreme Situationen führen. Als Schiffsarzt drei Monate an Bord des Forschungsschiffes „Polarstern“ mitfahren oder ein halbes Jahr auf einer Forschungsstation in der Antarktis verbringen – wäre das was für dich oder bewegst du dich lieber in vertrauen Gefilden? Wie denken andere junge Ärzte über solch abenteuerliche Jobs? Meinungen und Erfahrungsberichte zum Thema „Wer will Abenteuer?“ findest du in diesem Beitrag: www.medi-learn.de/MF49060

Doktorarbeit: Deine Rechte

Da arbeitet man seit Jahren an seiner Dissertation, doch der Doktorvater kennt einen gerade mal vom Sehen. Die Arbeit ist längst geschrieben und liegt seit Monaten in der Korrektur. Am Telefon wird immer wieder abgewimmelt. Kommt dir das bekannt vor? Fragst du dich, wie du in Sachen Doktorarbeit zu deinem Recht kommst? Antworten erhältst du hier: www.medi-learn.de/MF50144

PJ-Infotreff Was muss ich als Assistenzarzt beachten? Ansprechpartner und Termine unter www.aerzte-finanz.de


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Duale Reihe Innere Medizin (Thieme)

Kurz notiert

von Remo Förster (10. Semester in Lübeck)

Bakterien als Schmerzkiller

Forscher der Charité Berlin haben erstmals nachgewiesen, dass bestimmte Bestandteile von Bakterien im entzündeten Gewebe schmerzlindernd wirken. Bislang war man davon ausgegangen, dass bakterielle Entzündungen generell Schmerz verstärken. „Es gibt also ein körpereigenes System, das entzündliche Schmerzen erträglich machen kann“, folgert Prof. Stein, einer der Projektleiter. „Wenn es uns gelingt, dieses System gezielt zu verstärken, werden entzündliche Erkrankungen in Zukunft schmerzfreier für die Patienten sein.“

Geschlecht beeinflusst die Therapie

Wie intensiv eine chronische Herzschwäche behandelt wird, ist vom Geschlecht des Patienten, aber auch von dem des Behandelnden abhängig: Das zeigt eine aktuelle Studie der Uni-Klinik Saarland an rund 1800 Patienten. „Weibliche Ärzte behandelten ihre Patienten gleich, unabhängig von deren Geschlecht, wohingegen männliche Ärzte ihre weiblichen Patienten signifikant seltener und mit geringeren Dosierungen therapierten“, so die Autoren der Studie. Außerdem seien die Dosierungen der Herzinsuffizienztherapie bei weiblichen Ärzten im Allgemeinen tendenziell höher gewesen als bei männlichen.

Titel: Duale Reihe Innere Medizin Autoren: Keikawus Arasteh, Hanns-Wolf Baenkler, Christiane Bieber Verlag: Thieme ISBN: 978-3-131-181-626 Preis: 69,95 €

Kurzbeschreibung Dieses Lehrbuch aus der Dualen Reihe handelt auf knapp 1.500 Seiten das gesamte prüfungsrelevante Wissen der In-

Der Klassik Schädel

Preis:

64,26 €

Die erste Wahl für das anatomische Grundstudium. Qualität von 3B Scientific. Auch als Geschenk! www.3bscientific.de

Zielgruppe Das Buch wendet sich an Medizinstudierende des klinischen Studienabschnittes. Ich benutze es zur Vorbereitung auf die InnereKlausur und später aufs 2. Staatsexamen. Bei internistischen Verständnisschwierigkeiten wird es mir sicherlich auch nach dem Studium ein treuer Begleiter bleiben.

Didaktik Duale Reihe – typisch finden sich im Lehrbuch durchweg Definitions- und Merke-Kästen, das Repetitorium am Seitenrand dient als Wiederholungshilfe kurz vor der Prüfung, es gibt viele klinische Fallbeispiele um das Wissen anschaulicher zu gestalten. Die Texte sind in leicht verständlicher Sprache geschrieben und in handliche Absätze unterteilt.

Preis Diese neueste Auflage ist für 69,95 Euro zu bekommen, ein angemessener Preis, bekommt man doch auf knapp 1500 Seiten einiges an Wissen vermittelt.

Inhalt Die Duale Reihe Innere Medizin ist als Kombination aus Kurzlehrbuch und großem Lehrbuch konzipiert. Wie jedes Buch dieser Machart steht in der Randspalte das Wichtigste kurz und knapp zusammengefasst, während im Haupttext ausführlich auf das jeweilige Thema eingegangen wird. Die Abbildungen sind von sehr guter Qualität und zahlreich vorhanden, es gibt far-

Aufbau Insgesamt ist die Duale Reihe Innere Medizin ein sehr übersichtliches Lehrbuch. Wie bereits weiter oben erwähnt ist der Text klar gegliedert, Überschriften sind blau hervorgehoben, wichtige Fakten sowie Punkte der Gliederung fett markiert. Das Sachverzeichnis ist mit fast 30 Seiten sehr ausführlich gehalten, es gibt ein großes Inhaltsverzeichnis am Anfang des

Fazit Die Neuauflage ist ein sehr aktuelles Lehrbuch. Alle relevanten Inhalte sind in leicht verständlicher Form dargestellt, die gute Gliederung erleichtert es sich im Buch zurechtzufinden. Die Duale Reihe ist aufgeräumter und liest sich flüssiger. Von diesem Buch ver­losen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw99

von Anke Thiel sich für ein Medizinstudium interessiert oder der in den ersten Semestern studiert, mit den wichtigsten Fakten rund ums Studium vertraut macht. In diesem Buch ist in vielen kleinen, gut verständlichen Schritten der Weg von der ZVS bis zum Hammerexamen erklärt.

Titel: Abenteuer Medizinstudium Autor: Christian Weier, Jens Plasger, Jan-Peter Wulf Verlag: MEDI-LEARN ISBN: 978-3-938-802-57-1 Preis: 19,95 €

Der Studienführer von MEDI-LEARN "Abenteuer Medizinstudium" ist ein kompaktes Handbuch, das jeden, der

Sinnvolle Kapitelgliederung Sehr hilfreich ist dabei die Unterteilung in sinnvoll gegliederte Kapitel, von „Ist Medizin überhaupt das richtige für mich?“ über „Wo studiere ich am besten“, „ZVS, Auswahlverfahren oder Los“, „Das Medizinstudium“ bis hin zu „Die Vorklinik des Medizinstudiums“ und „Zweiter Abschnitt des Medizinstudiums: Die klinische Ausbildung“. Mit Extratipps am Rande wird nicht gespart Zusätzlich erfährt man auch noch einiges darüber, was man tun kann, wenn man nicht den begehrten Studienplatz erhält, wie man sich am besten eine eigene Blei-

be sucht, sein Studium finanziert bis hin zum Thema, welche Versicherungen man denn während des Studiums so braucht – hier bleiben keine Fragen offen.

sen oder in zahlreichen Foren diskutiert werden kann. Ergänzend findet sich ein umfangreicher Lokalteil zu allen 36 bundesweiten Unis.

Unverzichtbar: Erfahrungen von Studenten Besonders positiv hervorzuheben ist, dass wirklich sehr oft Medizinstudenten oder Ärzte zu Wort kommen und so aus ihrem eigenen Erfahrungsschatz rund um das Medizinstudium berichten. So erhält man nicht nur wissenschaftliche Fakten, sondern auch authentische Einblicke ins Studium.

Leicht und lesefreundlich Der Studienführer ist so leicht und lesefreundlich geschrieben, dass es selbst dem größten Lesemuffel keine Schwierigkeiten bereiten sollte bis zum Ende durchzuhalten. Der Preis von 19,95 € ist für die Arbeit, die sich das Autorenteam mit dem Studienführer augenscheinlich für das gut gestaltete Buch gemacht hat, durchaus gerechtfertigt. Also: Kaufen kann nicht schaden, falls du Medizin studieren möchtest oder in den ersten Semestern studierst.

Zusammenfassungen, Surftipps und mehr Wer den Leseaufwand von ca. 323 Seiten scheut, dem sei an dieser Stelle gesagt, dass am Ende jedes Kapitels eine Zusammenfassung des zuvor Gesagten zu finden ist und auch sehr oft auf „Surftipps“ hingewiesen wird, so dass alles noch einmal im Internet gemütlich nachgele-

Von diesem Buch ver­losen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw95

Basislehrbuch Innere Medizin (Elsevier) von Sandra Funke (8. Semester in Wien)

Der Teilchen-Schwarm

Neues aus der Nano-Forschung: Wissenschaftler um Ayusman Sen von der Pennsylvania State University (USA) präsentieren Silberchlorid-Mikropartikel, die sich fast wie lebende Einzeller zu „Schwärmen“ zusammenfinden können. Die Teilchen sondern bei UV-Bestrahlung Signalsubstanzen ab, die andere Partikel anlocken. Das System kann als nichtbiologisches Modell für die Kommunikation zwischen Zellen genutzt werden. Vor allem aber stellt es ein neues Designprinzip für intelligente synthetische Nano- oder Mikromaschinen dar, die im Team zusammenarbeiten können.

Buches sowie zusätzlich Kapitelübersichten auf den jeweiligen Anfangsseiten der einzelnen großen Fachgebiete.

Abenteuer Medizinstudium (MEDI-LEARN)

Salzhaushalt unter Extrembedingungen

Zurzeit verbringen sechs Männer 105 Tage in einem hermetisch abgeschotteten Nachbau einer Raumstation in Moskau. Die Mission „Mars500“ soll einen Flug zum Mars simulieren. Das umfangreichste medizinische Projekt im Rahmen der Mission wird von Forschern der Universität Erlangen-Nürnberg durchgeführt. „Das Projekt gibt uns die einmalige Gelegenheit, die Kochsalzzufuhr beim Menschen kontrolliert zu verändern“, erläutert der Projektgruppenleiter Dr. Titze. „Sollten unter reduzierter Kochsalzgabe die Blutdruckwerte bei den gesunden Probanden fallen, wäre das ein starkes Argument, der Allgemeinbevölkerung eine Reduktion des Kochsalzkonsums zu empfehlen“, fügt sein Teamkollege Prof. Eckardt hinzu.

bige Zeichnungen, Diagramme und viele Fotos, die helfen, Struktur in die vielen Informationen zu bringen.

neren Medizin ab. Es dient einerseits als Nachschlagewerk, andererseits als Kurzlehrbuch, wobei man sich lieber überlegen sollte, ob man das 3,2 kg schwere Buch mit in den Park zum Lernen nimmt oder nicht.

aus. Der „Renz-Polster“ ist ein großes, sehr umfangreiches, aber dennoch sehr kompaktes Buch der Inneren Medizin. Zielgruppe Dieses Buch ist sowohl für Studenten geeignet, die zum ersten Mal mit der Inneren Medizin in Berührung kommen oder sich auf Prüfungen vorbereiten müssen als auch für den Assistenzarzt im Krankenhaus, der kurz etwas nachlesen möchte.

Titel: Basislehrbuch Innere Medizin: Autor: Herbert Renz-Polster, Steffen Krautzig Verlag: Elsevier ISBN: 978-3-437-410-536 Preis: 74,95 €

Kurzbeschreibung Der Untertitel des Buches kompaktgreifbar-verständlich sagt eigentlich schon so ziemlich alles über dieses Buch

Inhalt In 14 Kapiteln werden alle Bereiche der Inneren Medizin abgedeckt. Bereits auf der ersten Seite findet man einen Überblick über alle Kapitel mit dazugehöriger Seitenzahl, was ein langes Suchen erspart. Am Ende dieser Kurzbeschreibung steht immer ein Kasten mit dem Inhalt „Prüfungsschwerpunkte“, womit man aufmerksamer auf die wichtigsten Krankheitsbilder schaut. Die einzelnen Krankheitsbilder sind sehr strukturiert und verständlich dargestellt, zahlreiche Farbtafeln und Farbfotos unterstützen

das Gelernte sehr gut. Besonders die roten Tafeln mit dem Titel „Auf den Punkt gebracht“ halte ich für sehr sinnvoll, da sie wichtige Sachverhalte noch mal kurz und prägnant wiedergeben. Didaktik Das Buch ist sehr verständlich und in klarer Sprache geschrieben und verzichtet vollkommen auf Umständlichkeiten. Sehr viele Farbfotos, -tafeln und –abbildungen tragen zum besseren Verständnis bei. Besonders hervorzuheben sind auch noch die Kästen mit dem Titel „Aus Patientensicht“, in denen auf „die andere Seite“, also den Patienten mit seinen Hoffnungen und Ängsten eingegangen wird und so die empathische Haltung des Arztes gut schult.. Aufbau Die 14 Kapitel sind sehr gut gegliedert und durch Farbsäume voneinander abgegrenzt. Durch den Kapitelüberblick auf der ersten Seite kann man seine Suche schonmal zügig eingrenzen. Für weitere Details steht ein ausführ-

liches Inhaltsverzeichnis sowie Stichwortverzeichnis zur Verfügung. Preis Das Buch kostet im Handel 74,95 €. Für die Größe und den Umfang halte ich den Preis als absolut gerechtfertigt. Fazit Das Basislehrbuch Innere Medizin von Renz-Polster und Krautzig ist meiner Meinung nach eine sinnvolle Anschaffung für jeden Mediziner. Ein gutes Innere-Buch darf in keinem Medizinerregal fehlen. Die verständliche Sprache und die zahlreichen Farbabbildungen machen dieses Werk zu einem TopLehrbuch, welches sowohl für Studenten als auch für Assistenzärzte geeignet ist. Von diesem Buch ver­losen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw98


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Summer School feiert Premiere

Der Mini-Torso

DÄGfA präsentiert erstmalig Summer School of Acupunture von Dr. med. Johannes Fleckenstein

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m September letzten Jahres bot die DÄGfA erstmals in Kochel am See eine Akupunktur Sommer Akademie für Studenten an. Die Veranstaltung war den Berichten und Erzählungen der Teilnehmer und Organisatoren zufolge ein großer Erfolg.

Preis:

studiums. Gerade aber die aktuelle wissenschaftliche Entwicklung sowie die

Acupunture sollen Studenten die Wirkmechanismen und Therapiemöglich-

Deswegen wird die DÄGfA auch 2009 die Durchführung der Summer School of Acupuncture weiter unterstützen. Aufgrund der großen Anzahl an Interessenten werden die Dozenten dieses Jahr zwei Summer Schools vorbereiten: Die erste fand vom Anfang April 2009 auf Schloß Tornow in der Nähe von Berlin statt, eine zweite wird bei großer Nachfrage vom 26. bis 30. August 2009 in Kochel am See in Oberbayern stattfinden.

Warum Akupunktur?

um Akupunktur ist eine Bereicherung für Medizinstudenten und alle werdenden Ärzte. Nicht zuletzt deshalb wird im Rahmen dieser Veranstaltung auch intensiv die Thematik des Arzt-Patienten-Verhältnisses, insbesondere der durch diese Heilmethode bedingte andere ärztliche Zugang zu Krankheit und Patient, beleuchtet. Ein Rahmenprogramm mit chinesischen und europäischen Inhalten rundet die Kurstage ab.

Was wird vorausgesetzt?

Das Programm richtet sich an Studenten aller Semester mit Vorkenntnissen auf dem Gebiet der Akupunktur, z.B. universitäre Vorlesungen. Nadeln setzen: Was die Uni nicht lehrt, das vermittelt die Summer School of Acupuncture

Akupunktur ist gegenwärtig das am häufigsten alternativ eingesetzte Therapieverfahren in der westlichen Medizin. Die aktuellen Forschungsvorhaben und Studienergebnisse zeigen die Möglichkeiten aber auch die Grenzen dieser alten chinesischen Heilkunst. Chinesische Medizin und insbesondere Akupunktur sind keine wesentlichen Bestandteile des deutschen Medizin-

Präsenz und breite Akzeptanz bei vielen Patienten und in der Bevölkerung machen neugierig auf die Hintergründe! Was steckt hinter einer teilweise so kontrovers beurteilten Therapie?

Was ist so interessant an diesem Programm?

Im Rahmen dieser Summer School of

keiten der Akupunktur in Theorie, Praxis und Dialog ergründen. Die Informationen sind brandaktuell und kommen aus erster Hand: Die Tutoren der DÄGfA sind allesamt junge Ärzte, die in der Lehre und Forschung tätig sind. Der Unterricht wird von erfahrenen Dozenten der DÄGfA begleitet. Das traditionelle, aber auch das aktuelle Wissen

Alles Infos unter: www.daegfa.de ®

Das SEIRIN -Akupunktur-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Akupunktur, den wir euch in Kooperation mit 3B Scientific und SEIRIN in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/akupunktur

Es wird wieder gekickt! Jetzt anmelden zur Medimeisterschaft 2009 in Dresden! um nunmehr achten Mal wird vom 3. bis 5. Juli 2009 ermittelt, welche Medizin-Fakultät Deutschlands „aufm Platz“ das beste Bild abgibt: Die Medimeisterschaften kommen nach Dresden – jetzt anmelden!

ger gelegen, die besten Fußballerinnen und Fußballer in ihren Reihen ermitteln.

Wer holt den Cup 2009?

Die Medimeisterschaft beginnt am Freitagabend um 20 Uhr mit einer Eröffnungsfeier und der Vorstellung der teilnehmenden Mannschaften. Danach

dimeisterinnen), beide 2007 und 2008 Titelträger, in diesem Jahr von ihrem Thron gehoben werden können? An den Rahmenbedingungen des Turniers hat sich im Vergleich zu den vergangenen Jahren nichts geändert: 12 Kleinfelder stehen für den Tur-

www.3bscientific.de

In den Foren gelauscht

Vor dem ersten Arbeitstag

„Montag fange ich an zu arbeiten und frage mich, ob ich außer der ganzen Bürokratie noch etwas hätte tun sollen“, schreibt ForenMitglied McBeal, „Was habt ihr vor eurem ersten Arbeitstag gemacht?“, will sie von ihren MitUsern wissen. Hast du vor deinem ersten Arbeitstag als Assistenzarzt panisch sämtliche Lehrbücher gewälzt oder ordentlich gefeiert, dass jetzt erst mal Schluss mit dem Lernen ist? Schau vorbei in unserem Assistenzarztforum: www.medi-learn.de/MF49154

Keine Lust auf praktische Tätigkeit?

Foren-Userin Nole schreibt: „Alle anderen drängeln sich immer, wenn‘s was Praktisches zu lernen gibt, aber ich habe generell wenig Lust auf jegliche praktische Tätigkeit. Die Theorie finde ich dagegen höchst interessant und bereue auch nicht mein Studium...“ Gehörst auch du zu den Studenten, denen Medizin zwar Spaß macht, die sich jedoch nicht vorstellen können, später praktisch zu arbeiten? Im MEDI-LEARN Foren triffst du Gleichgesinnte und lernst zahlreiche Alternativen zum Arztberuf kennen: www.medi-learn.de/MF50733

Bleibt Zeit für Sport?

von Redaktion MEDI-LEARN

Z

117,81 €

In halber natürlicher Größe, z.B. für den Schreibtisch. Qualität von 3B Scientific.

in diesem Jahr aus Kapazitätsgründen und aufgrund von organisatorischen Unwegbarkeiten keine Halle zum Übernachten zur Verfügung stellen. Allerdings steht eine ausreichend große Rasenfläche z u m Zelten

Du bist im Grunde ziemlich sportlich, schaffst es neben dem Studium aber kaum, dich körperlich zu betätigen? Oder meinst du Sport sei der beste Ausgleich zum stressigen Pauken und willst darauf einfach nicht verzichten? Laufen, Fitness oder sogar Vereinssport – welche Sportarten betreiben Medizinstudenten und wie oft finden sie dafür Zeit? Einen interessanten Austausch zum Thema findest du in unseren Foren: www.medi-learn.de/MF47262

Wie wichtig ist der Studienort?

Als Fischerdorf gegründet und seit dem 16. Jahrhundert Sitz sächsischer Kurfürsten und Könige, die Perle des Barocks, das Florenz im Elbtal – das ist Dresden. Vom 3. bis 5. Juli ist Dresden aber auch: Austragungsort des „gnadenlosen“ Kampfes darum, welche Medizin-Uni die talentiertesten Kicker aufweist: 1.500 Medizinstudenten werden im Dresdner Ostragehege, (fast) im Schatten von Frauenkirche und Zwin-

heißt es aber nicht „ab ins Bett und Licht aus“ wie bei Jogis Mannen, sondern natürlich wird mit DJ-Sounds kräftig Party gemacht bis vier Uhr morgens, so sieht es der Zeitplan der Organisatoren vor. Samstagmorgen ab sieben Uhr wartet schon das Frühstücksbuffet auf die (hoffentlich) munteren Kicker, und von 9 bis 18 Uhr findet das eigentliche Turnier statt. Gegen 20 Uhr werden die Sieger geehrt und es schließt sich eine große Abschlussfeier an. Ob die Meister ihrer Klassen Homburg (Medimeister) und Leipzig (Me-

nierteil bereit und gekickt wird im Spielermodus 5:1. Ebenso zur Tradition geworden und in Dresden fortgeführt: Der Fancontest, den in den vergangenen beiden Jahren die Uni Magdeburg gewann. Verschiedene Bewertungskriterien wie die Zahl der mitgereisten Fans, Anreisekilometer und Kreativität in Bezug auf das diesjährige Motto „Pleite rock(t), spar am Top!“ werden von einer Jury ausgewertet. Man darf gespannt sein, wer in diesem Jahr den Sonderpreis holt.

Es wird gezeltet!

Leider können die Veranstalter auch

bereit. Ein Zelt sollte somit neben Stutzen, Fußballschuhen, frischer Unterwäsche und einer Zahnbürste zur Grundausstattung für das Wochenende gehören. Die Anmeldegebühren werden auch dieses Jahr trotz Finanzkrise die Marke von 10 Euro pro Teilnehmer nicht übersteigen. MEDI-LEARN wünscht als Sponsor der diesjährigen Meisterschaften allen Teilnehmern viel Spaß und „gut Sport!“ Informationen zur Anmeldung, zur Anreise, zum Ablauf und vielem mehr findest du auf der Internetseite unter www.medimeisterschaften09.de

„Wie wichtig ist der Studienort für den beruflichen Werdegang?“ will Foren-Mitglied Pampelmuse wissen. „Wenn ich erzähle, dass ich in Berlin studieren will, ist direkt die erste Frage, ob es denn für Heidelberg nicht gereicht hätte. Meiner Meinung nach ist das völlig irrelevant, Berlin ist ne geile Stadt und da will ich hin“, antwortet Foren-User Dr. Julius Hibbert. Und was ist deine Meinung? Schau vorbei im Thread zum Thema und diskutiere mit: www.medi-learn.de/MF47275

Seminar / Workshop Bewerberworkshop, PJ-Infotreff, u.v.m. Ansprechpartner und Termine unter www.aerzte-finanz.de


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Bunte Treter für den Klinikalltag Crocs: Eine farbenfrohe Erfolgsgeschichte von Dominika Sobecki (MEDI-LEARN)

A

uf Station sind sie der Renner und auch im OP – wo die Schuhe ja eigentlich werden – sind sie immer öfter zu sehen: Crocs. Die federleichten, farbenfrohen Latschen aus Amerika sind bei Medizinstudenten, Ärzten und Pflegepersonal gleichermaßen beliebt. MEDI-LEARN hat sich in die Fußstapfen der Erfolgs-Treter begeben. Wie schon viele andere Schuhtrends zuvor, kamen auch die bunten Croc-Plastiktreter aus den USA zu uns herüber. Die Firma Croc wurde 2002 in Colorado gegründet. Das ursprüngliche Geschäftsmodell: rutsch- und wasserfeste Schuhe für den Wassersport. Dementsprechend wurden die Plastiktreter zunächst ausschließlich auf Bootsmessen präsentiert. Doch bald fanden die praktischen Schuhe auch andere Verwender: Es stellte sich heraus, dass sie sich auch bestens für die Großküche, den Garten und eben für Arztpraxen und Kliniken eignen.

Zum Erfolg der Marke trugen nicht zuletzt Weltstars wie Madonna, Victoria Beckham, Jack Nicholson oder Al Pacino bei, die sich mit den farbigen Funktionsschuhen in der Öffentlichkeit zeigten und sie zum „dernier cri“ in der Schuh- und Modewelt machten. Mittlerweile gibt es Dutzende von Croc-Modellen für Beruf und Freizeit: Latschen mit flauschiger Felleinlage, Gummistiefel und sogar Flip-Flops oder Ballerinas. Unter Klinikmitarbeitern weltweit ist das Modell „Cayman“ gerade das angesagteste Schuhwerk.

Meine Latschen: einmalig wie ich!

Dass die Crocs so hoch im Klinik-Kurs stehen, ist nicht verwunderlich: Denn der Trend beim sonst so uniformen KlinikOutfit steht zurzeit eindeutig im Zeichen des Individualismus: Neben phantasievoll gemusterten OP-Hauben und

Stethoskop-Krawatten sind die KrokoLatschen das Accessoire schlechthin, um den Krankenhaus-Look aufzupeppen. Allein das Modell „Cayman“ ist in Dutzenden von Tönen erhältlich – von Altrosa über Zitronengelb bis hin zu Khaki – und erscheint mit verschiedenen Sockenfarben kombiniert noch farbenfroher. Manch einer scheint sich nicht für ein Paar der bunten Schuhe entscheiden zu können, weshalb er gleich zwei verschiedenfarbige Crocs anzieht. Die Fersenriemchen werden je nach Geschmack hinten oder (verbotenerweise) vorne getragen – und sie lassen sich farblich variieren. Den ultimativen Individualisierungsfaktor jedoch bietet das riesige Angebot an Zubehör: Besonders begehrt sind die so genannten „Jibbitz“, kleine Anstecker aus Gummi, die in Hunderten von Variationen erhältlich sind und aus dem Plastik-Massenprodukt ein Unikum machen: Glitzersteinen und Sternchen

auf rosafarbenem Schuh, SpongeBob, Patrick und Mr. Krebs auf einem blauen, oder Gänseblümchen, Marienkäfern und Schmetterlingen auf grünem Croc – da ist die Frühlingswiese auf Schritt und Tritt dabei!

Original und Fälschung

Der Erfolg ruft – wie immer – billige Nachahmer hervor: Kosten die Caymans durchschnittlich rund 40 Euro, liegen die täuschend echt aussehenden Imitate, die es mittlerweile in jeder Fußgängerzone gibt, oft nicht mehr als eine Handvoll Jibbitz, deren Preis bei rund drei Euro liegt. Und auch zu diesen gibt es an fast jeder Ecke preiswertere Alternativen. Lohnt es sich denn überhaupt, zum Original zu greifen? Für alle, die ihre Treter viel tragen – und das ist bei der Arbeit der Fall – mit Sicherheit, denn die Crocs bestehen aus einem leichten und gleich-


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zeitig robusten Kunstharz, das sich bei Erwärmung der Fußform anpasst und in dem sich Keime nur schwer festsetzen können. Die meisten Imitate sind zwar ebenfalls aus einem sehr leichten Material, dieses verschleißt jedoch oft viel schneller als der Croc-Grundstoff und ist auch ansonsten meist von deutlich niedrigerer Qualität. Das Fußbett der Originale ist orthopädisch geformt, die Nachbauten besitzen dieses oft nicht und bieten so einen geringeren Tragekomfort.

Verbannung aus Kliniken?

Trotz Hype: In der Klinik ist das Krokodil vom Aussterben bedroht. Häuser in Schweden, Österreich und der Schweiz haben die bunten Schlappen schon von ihren Stationen verbannt. Die Schuhe können sich elektrisch aufladen, Störungen bei elektronischen Geräten auslösen und schlimmstenfalls Herzpatienten gefährden, weil sie – im Gegensatz zu herkömmlichen OP- und Stationsschuhen – nicht antistatisch seien, so die Begründung. Bei uns ist ein Verbot der

beliebten Schlappen bislang noch nicht in Aussicht. Die Berliner Charité jedoch prüft, inwieweit die im Ausland geäußerten Bedenken berechtigt sind. Es ist allerdings auch sehr gut möglich, dass bis dahin die Sperre bei unseren Nachbarn wieder aufgehoben wird. Ein schwedischer Intensivmediziner – und ganz offensichtlich Croc-Fan – hat einen so genannten „SafeClip“ entwickelt: Die Plastikspange ist an den Schuhen anzubringen und soll diese erden. Online ist der „SafeClip“ bereits erhältlich.

Germany´s Next Croc Model

Hast du Lust bekommen, dich an deinen Füßen kreativ auszutoben? Oder bist du längst Croc-Fan und immer auf der Suche nach neuen Variationsideen? Dann lass dich inspirieren! In einem kunterbunten Fotoshooting haben unsere MediModels Judith, Lena und Adrian etliche Farbvarianten und Jibbitz-Kombinationen für die beliebten „Cayman“ Crocs ausprobiert, die du in unserer Galerie ausführlich betrachten kannst!

Wir bedanken uns bei der Bergfreunde GmbH (www.bergfreunde.de/crocs-shop), die uns die präsentierten Crocs und Jibbitz zur Verfügung gestellt hat! Mehr Informationen unter: www.medi-learn.de/crocs

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Famulatur im Ausland

Mal in die Ferne schweifen …

von Werner Becker (Deutsche Ärzteversicherung) ...und ein Geheimtipp vorweg von einem, der eine Auslandsfamulatur schon hinter sich hat: Ein kleiner Survival-Beutel mit Loperamid, Ibuprofen, Paracetamol, FenistilGel und Metoclopramid-Tropfen hat noch nie geschadet. Und da wir beim Thema Vorsorge und Absicherung sind ein zweiter Tipp: Die richtige Versicherung, über die vor einer Famulatur in einem fremden Land nachzudenken ist. Was raten die Versicherer, die sich auf medizinische Heilberufe spezialisiert und seit Jahrzehnten junge Mediziner in ihr Famulaturland begleiten? Hierzu Patrick Weidinger, Rechtsanwalt und Spezialist für Haftpflicht bei der Deutschen Ärzteversicherung: „Für den Famulant steht ja das erste praktische Tun am Patienten an der Spitze und somit ist die Haftpflichtversicherung ein absolutes Muss. Sie sichert die beruflichen und privaten Haftpflichtrisiken ab, bezahlt, wenn die Forderung berechtigt ist und wehrt unberechtigte Forderungen ab. Wichtig ist - zweitens - auch die Unfallversicherung, denn sie schützt weltweit und rund um die Uhr. Die Absicherung sollte neben dem unerlässlichen Invaliditätsschutz in jedem Fall auch Bergungskosten enthalten. In dem Zusammenhang ist - drittens - die Krankenversicherung anzusprechen. Natürlich hat jeder Student eine Krankenversicherung. Diese gilt jedoch, wenn sie über eine gesetzliche Krankenkasse besteht, nur für Deutschland. Das bedeutet im Klartext, dass das Kostenrisiko beim Famulant liegt. Eine Auslandskrankenversicherung einschließlich angemessener Regelung für den Fall eines Rücktransportes aus medizinischen Gründen ist deshalb unbedingt zu empfehlen.“ Damit das Thema Versicherung nicht zum Alptraum wird, hat die Deutsche Ärzteversicherung ein „Famulaturpaket“ für das Ausland geschnürt. Dies bündelt die für einen Famulanten notwendige Vorsorge im Bereich Berufs- und Privathaftpflicht-Versicherung, Unfallversicherung und Auslandsreisekrankenversicherung. Diese drei Versicherungen lassen sich bequem im Baukastenprinzip ganz nach den persönlichen Bedürfnissen kombinieren. Informationen hierzu sind unter info@aerzteversicherung.de oder Telefon 0221 148 22700 anzufordern. Und noch ein Tipp: Von über 60 Ländern hat die Deutsche Ärzteversicherung die wichtigsten Informationen für eine Famulatur zusammengestellt. Diese „Länderinfos“ mit Basisdaten über Land und Leute, Einreisebestimmungen, wichtigen Adressen, Fördermöglichkeiten und vieles mehr sind unter www.aerzteversicherung.de kostenlos zu bestellen.

„Man sieht nur, was man weiß“ Erste Erfahrungen im Präp-Kurs ein Interview von Bea*

I

n unserer Interview-Reihe mit Medizinstudenten, die den Präp-Kurs absolviert haben, haben wir dieses Mal mit Studentin Bea* gesprochen. Bea, kannst du dich noch an den Augenblick und die Szene erinnern, als du den Präp-Saal zum ersten Mal betreten hast? Wie sah das aus und was ging dabei in dir vor? Mein erster Tag im Präp-Saal war eigentlich weniger schlimm als zunächst vermutet. Auch wenn mir meine Eltern, die selbst Mediziner sind, schon einiges im Vorfeld erzählen konnten: So richtig habe ich mir das alles nicht vorstellen können und vor allem hab ich mich selbst dabei nicht gesehen. Als ich den Raum betrat, waren die 25 Leichen alle abgedeckt. Dennoch war es ein Schreckmoment. Allerdings waren die meisten Studenten schon im Saal und es war laut und alle haben geredet, wie in einer „normalen“ Vorlesung – das fiel mir eigentlich besonders auf.

Enttäuscht,wie schnell man Scham und Hemmschwelle abgelegt hat

Hast du auch im Vorfeld vor dem ersten Termin des Präp-Kurses schon vermehrt an das „erste Mal Präppen“ gedacht? Wurde das Thema in der Vorlesung ausführlicher behandelt? Es gab vor dem ersten Termin eine Vorlesung, die einmal zum Inhalt hatte, was wir alles besorgen sollen und brauchen werden im Verlauf des Präp-Kurses und zum anderen, wie wir vorgehen würden. Außerdem wurde die Einteilung bekannt gegeben und Verhaltensmaßregeln genannt. Ich habe schon hin und wieder an das „erste Mal Präppen“ gedacht und mich sehr auf den Kurs gefreut – endlich richtige Medizin! Mit welchen Erwartungen bist du in den Präpkurs gegangen? Wurden Sie erfüllt oder eher enttäuscht? Enttäuscht war ich, wie schnell man die Scham und die Hemmschwelle abgelegt hat, dass man hier gerade einem Menschen die Haut abtrennt. Auch die Tischgespräche waren nicht immer angebracht – unsere Leiche war etwas stattlicher und darüber wurden viele Witze gemacht. Ich habe mich selbst einmal erwischt, wie ich im Präp-Saal zum Spaß einen Handschuh mit Wasser füllte, um meine Mitstudenten zu ärgern und damit nass zu spritzen – Gott sei Dank wurde mir mein Verhalten recht schnell bewusst und ich habe damit aufgehört. Aber das zeigt, wie schnell man die Umstände vergisst. Insgesamt wurden meine Erwartungen, was die Anatomie angeht, allerdings bei weitem übertroffen. Es war einfach unheimlich interessant und wir haben so viel gelernt und gesehen! unsere

Leiche war etwas

stattlicher

Was war in deinen Augen das absolute Highlight des Präp-Kurses? Begeistert haben mich die Kopfpräparationen. Wir haben sogar mit dem Professor die Pars petrosa aufgehämmert, um die Gehörknöchelchen zu sehen! Ein weiteres Highlight ist auch der moderne Präp-Saal mit einer komplett neuen Klimaanlage – man konnte danach in die Bahn steigen, ohne sich umzuziehen. Welches Themengebiet fandest du am

schwierigsten zu lernen? Am komplexesten war die Neuroanatomie und am schwierigsten empfand ich das Kopf-Testat – und die Eingeweide, der Bereich hat vom Umfang her einfach kein Ende genommen!

Was hat dir beim Präppen am meisten Spaß gemacht? Durchzublicken! Man sieht nur, was man weiß. Wenn es auf eine Prüfung zuging und man schon vieles wusste, hat es immer am meisten Spaß gemacht – egal bei was.

Wie waren die Prüfungen? Alle drei Wochen fand ein Testat statt: Arm, Becken und Bein, Eingeweide, Kopf, Neuroanatomie.

Und im Gegenzug: was fandest du beim Präp-Kurs am unangenehmsten? Handschuhe an, Handschuhe aus – im Atlas nachschlagen und wieder von vorne. Oh nein!

Wurde über die Herkunft der Personen gesprochen und den vorgebenen Ablauf, wie man sich der Lehre und Wissenschaft z.B. für den Anatomie-Kurs zur Verfügung stellen kann? Ja, in der Einführung. Das war sehr interessant – ich wusste nicht, dass es tatsächlich Geld kostet, sich zur Verfügung zu stellen!

Wie häufig und wie lange fand der Präpkurs statt? Ein Semester lang, Montag bis Donnerstag 13 bis 17 Uhr, und freitags freiwillig. Konnten am Präp-Nachmittag alle gleichzeitig und im Team präparieren oder ging das abwechselnd? Wir waren zehn Leute an einem Tisch und man behindert sich schon ein wenig, vor allem am Anfang. Wir haben meist abwechselnd präpariert, an externen Präparaten gelernt und Pause gemacht.

Wir haben sogar die Pars petrosa aufgehämmert

Gab es nach dem Ende des Präp-Kurses eine Trauerfeier? Eine Trauerfeier gibt es, an der wir als Kursbesucher auch teilnehmen werden. Sie hat in diesem Semester aber noch nicht stattgefunden. Würdest du den Präp-Kurs noch einmal absolvieren oder bist du der Ansicht, dass einmal genügt? Wenn ich die Möglichkeit dazu hätte, würde ich den Kurs sicherlich noch einmal besuchen. Es war wirklich genial! meine

Erwartungen wurden

bei weitem übertroffen

Dein Tipp für Studenten, die den PräpKurs noch vor sich haben? Klare Sache: Immer schön mitlernen – denn dann macht es am meisten Spaß!

*Name von der Redaktion geändert

Das 3B-Scientific Anatomie-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Anatomie, den wir euch in Kooperation mit 3B Scientific und in der MLZ ausführlich vorstellen.

Das Erlernen der Anatomie an Leichen ist Highlight der Vorklinik

Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/anatomie

Famulatur im Ausland? Aber bitte mit großem Schutz, für kleines Geld! Auch wenn Sie nicht gleich in eine Dschungelklinik gehen – eine Auslandsfamulatur bringt immer Risiken mit sich, für die kein Versicherungsschutz besteht. Haftpflicht, Unfall, Krankheit: Schützen Sie sich mit dem Auslands-Famulatur-Paket der Deutschen Ärzteversicherung. Sichern Sie sich eine sorglose Zeit – schon ab 17,90 Euro im Monat! Rufen Sie uns an unter 02 21 / 14 82 27 00. Oder schließen Sie direkt ab: www.aerzteversicherung.de

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Ein Tertial in der Karibik Erfahrungsbericht aus Grenada, West Indies von Corinna Bartels

E

s muss an der wunderschönen Landschaft und den Traumstränden liegen: In der Karibik läuft alles etwas gelassener ab. Sogar im Krankenhaus. Corinna Bartels berichtet aus Grenada, West Indies. Mein Chirurgietertial im englischsprachigen Raum absolvieren und keine riesigen Studiengebühren zahlen – das ist in der Karibik möglich. Darum habe ich mich für die Antillen-Insel Grenada entschieden, zudem ist die Anreise einfach und auf meine Bewerbung wurde nett geantwortet. Zuständig für die PJler und Famulanten, beides im Englischen als „medical elective“ bekannt, ist Bernadette Brown, Sekretärin von Dr. Emma Thomson, CMO („chief medical officer“) des Hauses. Es empfiehlt sich, per E-Mail (Kontaktdaten liegen MEDI-LEARN vor, d. Red.) bei Frau Brown anzufragen, ob für den gewünschten Zeitraum eine Stelle frei ist. Ich habe gleich meinen Lebenslauf mitgeschickt. Es hat einige Zeit gedauert, bis die liebe Frau Brown geantwortet hat, dann aber sehr nett. Sie schickte mir Informationen über Land und Leute zu sowie über mögliche Unterkünfte. Kurz vor Antritt des PJ erhielt ich dann ein Bestätigungsschreiben für die Heimatuni.

Keine Studiengebühren!

Das Schöne an Grenada ist, dass es gibt keine Studiengebühren gibt. Bis auf die E-Mail entsteht kein Aufwand, denn auch für den Aufenthalt benötigt man kein Visum. Man darf offiziell drei Monate im Land sein, bekommt aber jederzeit eine Verlängerung ausgestellt. Das General Hospital in St. Georges, nimmt nur ausländische Studenten auf, häufig aus England oder Deutschland. Grenada gehört heute noch zum Commonwealth und ist daher im Vereinten Königreich besser bekannt. Auf Grenada gibt es auch eine Universität (SGU), die aber amerikanisch ist. Die Vorklinik können amerikanische Studenten so in Grenada absolvieren, die Klinik machen sie dann in den Staaten oder in UK, daher sind sonst keine Studenten im Krankenhaus.

Entspanntes Arbeiten

Auf Station arbeitet man zusammen mit den „Interns“, Ärzten im ersten Jahr. Wer engagiert ist, bekommt eigene Patienten bzw. macht die Visite („ward round“) mit den „Interns“ zusammen und kann in die jeweiligen Patientenakten Plan, Prozedere etc. hineinschreiben. Wer lieber mehr Freizeit haben möchte, nimmt Blut ab, legt Zugänge, schreibt EKGs – und geht dann wieder. Man muss aber jeden Tag in eine Liste bei Frau Brown eintragen, wann man gekommen ist und wieder geht. Die Zeiten sind ihr egal, Hauptsache man hat

sich eingetragen. Freitags um zwölf findet für die „Interns“ und die Studenten eine „teaching unit“ mit Dr. Thomson statt, die von den jungen Ärzten vorbereitet und mit Dr. Thomson nachbesprochen wird. Mit den Oberärzten hat man weniger zu tun. Die kommen nur zweimal pro Woche in die Klinik zur Visite. Dann allerdings kann man durchaus etwas lernen! Weiterhin lernte ich Magensonden zu legen, Diabetische Füße zu versorgen und Nekrosen abzutragen. Die OP-Tage sind nur Montag und Dienstag. Da wird dann gerne gesehen, dass man bis zum Nachmittag bleibt, ansonsten bin ich oft gegen Mittag gegangen. Schnell merkt man: In der Karibik läuft alles etwas langsamer ab, und so natürlich auch in der Klinik. Keiner hetzt und eilt. Das ist schon eine Umstellung!

der Insel ist einfach wunderbar. Wen es auch reizt, sollte bei „Grenada Dive“ am Ende des Grand Anse Beach vorbeischauen: Hier gibt es Vergünstigungen

für Studenten, da die Frau, die zusammen mit ihrem Mann die Schule leitet, eine Ärztin aus England ist. Viel Spaß!

Die Community für Medizinstudenten junge Ärzte www.medi-learn.de

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MEDI-LEARN bietet dir insgesamt 14 Startseiten mit diversen Informationen zu den Abschnitten auf dem Werdegang zu Arzt. Vom Abitur bis hin zur Facharztprüfung. Mehr unter www.medi-learn.de /

Wohnen am Strand

Die Informationen zu den Unterkünften bekommt man von Frau Brown zugeschickt. Da fällt aber schnell auf, dass die Preise in US-Dollar angegeben werden und sehr hoch sind (pro Monat zwischen 400 und 700 USD). Ich wählte eine private Unterkunft, also keine kleine Ferienanlage wie die sonstigen Unterkünfte, einen Bungalow mit einer großen Küche, Schlafzimmer, Terrasse und WLAN für rund 250 Euro im Monat. Das Beste: Er befindet sich am Grand Anse Beach, dem Hauptstrand der Insel (auch diese Adresse ist uns natürlich bekannt, d. Red.). Grenada ist wunderschön, hat vielfältige Natur mit schönen Sandstränden, aber auch Steilküste und schwarzem Vukansand, sowie Regelwald und einige Wasserfälle. Die Grenadiner sind immer sehr hilfsbereit, zum Beispiel bei der Wegbeschreibung. Ich war von Juni bis Oktober 2008 dort, genau in der Regenzeit und HurrikaneSaison. Es hat geregnet, jedoch nie einen ganzen Tag hindurch, Grenada ist also durchaus auch in dieser Jahreszeit zu empfehlen. Besonders, da von November bis April die Kreuzfahrtschiffe Grenada ansteuern und die Insel deutlich voller wird. Das karibische Essen ist super und die Insel ist völlig sicher. Auch als Frau kann man abends alleine unterwegs sein. Das ist der große Unterschied zu vielen anderen karibischen Inseln, dafür gibt man gerne mehr Geld für Unterkunft und Essen aus. Die Insel hat ihren ursprünglichen Charakter bewahrt, wird aber sicher in den nächsten Jahren touristischer werden.

Taucherparadies Grenada: Das sollte sich kein Besucher entgehen lassen!

Die MEDI-LEARN Foren sind der Treffpunkt für Medizinstudenten und junge Ärzte – pro Monat werden über 42.000 Beiträge von den rund 41.000 Nutzern geschrieben. Mehr unter www.medi-learn.de /foren

MEDI-LEARN wird lokal. Für jede Uni in Deutschland hat MEDI-LEARN eine eigene Seite mit diversen Informationen rund um Finanzen & Wohnen, Freizeit & Party, Ausbildung & Lehr u.v.m. Mehr unter www.medi-learn.de /

Studienplatztauschbörse, Chat, Gewinnspielkompass, Auktionshaus oder Jobbörse – die interaktiven Dienste von MEDI-LEARN runden das Onlineangebot ab und stehen allesamt kostenlos zur Verfügung. Mehr unter www.medi-learn.de

Ideal zum Tauchen!

Zum Abschluss noch ein Tipp: Tauchen. Ich habe auf Grenada einen Tauchschein gemacht, denn die Unterwasserwelt Von Anfang an in guten Händen: Der MEDI-LEARN Club begleitet dich von der Bewerbung über das Studium bis zur Facharztprüfung. Exklusiv für dich bietet der Club dir umfangreichen Service. Mehr unter www.medi-learn.de/club

Bewerberworkshop Worauf legen Chefärzte wert? Ansprechpartner und Termine unter

Üppiges Grün, traumhafte Strände: Grenada ist beliebte Kreuzfahrt-Station

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NEU! Der Hammerplan von MEDI-LEARN

In 100 Tagen zum 2. Staatsexamen Der 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung umfasst laut neuer AO das gesamte klinische Wissen, so dass die geforderte Stoffmenge kaum zu bewältigen scheint. Eine genauere Analyse der bisherigen Hammerexamina hat jedoch gezeigt, dass inhaltlich eine große Übereinstimmung mit dem alten 2. Staatsexamen gegeben ist, während der Stoff des alten 1. Staatsexamens kaum geprüft wird.

Dieser Analyse folgend haben wir einen Lernplan zusammen gestellt, in dem der Lernstoff auf das Wesentliche reduziert, strukturiert und auf 100 Tage verteilt wurde. Der 100-Tage-Lernplan und ausführliche Erläuterungen mit zusätzlichem Kreuzplan stehen im Internet zur Verfügung unter:

Nähen lernen an Hähnchenschenkeln AIXTRA: Per „Hands-on“ zum perfekten Handlungswissen von Lydia Collet

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m interdisziplinären Trainingszentrum Aachen (AIXTRA) erhalten Medizinstudenten ab dem ersten Semester praxisnahe und professionelle Ausbildung. Lest den Erfahrungsbericht einer PJlerin. AIXTRA, das Aachener interdisziplinäre Trainingszentrum für medizinische Ausbildung, existiert seit dem Wintersemester 2005. Es im Rahmen eines von der medizinischen Fakultät geförderten innovativen Lehrprojektes ins Leben gerufen und ist kontinuierlich weiterentwickelt worden. Im Jahr 2007 erhielt das AIXTRA den Lehrpreis der RheinischWestfälischen Technischen Hochschule (RWTH) für seine professionellen, von kompetenten Dozenten geleiteten und praktischen Unterrichtskurse. Derzeit sind zwei ärztliche Mitarbeiter mit der Organisation betraut. Rund 15 verschiedene klinische Abteilungen sind beteiligt und rund 20 studentische Hilfskräfte mit der Durchführung des Kursangebotes beschäftigt.

beim echten Patienten durchzuführen“ lautet die Beurteilung einer Studentin.

Erfahrung durch Übung

Und das gilt nicht nur für den Blasenkatheterkurs: Lernen, Trainieren, Optimieren lautet das Ziel des AIXTRAKursangebotes. Hemmungen abbauen, Erfahrung durch Übung gewinnen und

Teilnahme ab dem ersten Semester

Die kostenlose Teilnahme ist für alle Studierenden in der Regel vom ersten Semester an möglich. So erlernt man von Anfang an wichtige klinische Fertigkeiten und kann sich auch optimal auf Klausuren und Prüfungen vorbereiten. Das Kursangebot ist zahlreich und vielseitig, sodass Praxiskenntnisse für alle klinischen Bereiche erworben werden, die später schließlich beherrscht werden müssen. Im letzten Semester nahmen ca. 700 Studenten an den insgesamt 130 fakultativen Kursen teil, die über das gesamte Semester angeboten werden. Hinzu kamen 900 Studenten, die im Rahmen von Pflichtveranstaltungen praktische Kursteile im AIXTRA besuchten.

Kursbeispiele

In Punktionskursen erlernen die Teilnehmer z.B. steriles Arbeiten, die Venenpunktion mit Blutabnahme und Venenverweilkanüle, ZVK-Anlage und arterielle Punktion. Im Kurs „AirwayManagement” werden die Techniken der Atemwegssicherung mit Maskenbeatmung, Anwendung von Larynxmaske und Larynxtubus sowie endotrachealer Intubation vermittelt. Die Kurse „Basic Life Support (BLS)“ für Kinder und Erwachsene sowie der

www.medi-learn.de/ hammerplan

Deine Meinung ist uns wichtig! Wie gefällt dir diese Ausgabe unserer MEDI-LEARN Zeitung? Unter www.medi-learn.de/gw121 findest du einen kurzen Fragebogen mit drei Fragen zu dieser Ausgabe. Wir würden uns freuen, wenn du uns deine Meinung mitteilst. Mitmachen lohnt sich. Unter allen Teilnehmern verlosen wir Fachbücher im Wert von 300 Euro. Einfach Fragebogen ausfüllen und schon bist du dabei!

CRM-Kurs (Crisis Ressource Management, zu Deutsch Zwischenfallsmanagement) für besondere Notfallsituationen vermittelten wichtige Basisfertigkeiten in der Notfallmedizin. Hier wird die Durchführung lebensrettender und lebenserhaltender Maßnahmen trainiert, die im Rahmen einer kardiopulmonalen Reanimation durchgeführt werden müs-

Nicht zum Verzehr gedacht: An diesen Hähnchenschenkeln wird das Nähen gelernt

sen: Mund-zu-Mund-Beatmung, Herzdruckmassage und die Verwendung von automatisierten externen Defibrillatoren (AED). Unter der Anleitung von Dozenten aus der Klinik für Anästhesie werden an speziell vorbereiteten „Dummies“ durch extern gesteuerte Herzkreislauf- und Sprachfunktion verschiedene Notfall -und Krisenszenarien durchlaufen.

die Fertigkeiten durch häufiges Durchführen festigen, „die Angst vor dem Echten verlieren, Routineabläufe erlernen und wissen, welche Algorithmen in den speziellen Fällen abzuarbeiten sind“, so die Selbstbeschreibung.

Nähen lernen an

Damit dieses Ziel auch erreicht wird, ist ein Team aus Dozenten notwendig, die sich aus den unterschiedlichsten Fachbereichen

Hähnchenschenkeln Der „Abdomen-Sonographie-Kurs“ vermittelt an vier Terminen die Grundlagentechnik zur Durchführung der Sonographie an Abdomen und Schilddrüse. Außerdem gibt es einen gynäkologischen Sonographie-Kurs: Am Sonographie-Simulator erlernen die Studierenden die Grundzüge der gynäkologischen und Pränatal-Diagnostik. Im Kurs „Nähen und Knoten“ üben die Teilnehmer unter Anleitung der Ärzte aus den chirurgischen Kliniken Techniken und Fertigkeiten wie z.B. Ligaturen, Knoten und Hautnähte am mitgebrachten Hähnchenschenkeln. Nach jedem Kurs gibt es noch eine Übungsstunde ohne Dozent, wodurch genug Zeit bleibt, die Techniken zu vertiefen. „Wenn man die ganze Palette von den Basis-Kursen bis zu den fortgeschrittenen Kursen mit Faszien und- Sehnennaht mitmacht bringt man jeden Arzt im OP aus der Fassung wenn man dort sein Können unter Beweis stellen kann“, berichtet eine begeisterte Studentin.

Studierende verlieren die Angst, Blasenkatheter an „echten“ Patienten zu verlegen

Im AIXTRA lernen die Studenten ab Semester eins praxisbezogen

Ein weiterer wichtiger Kurs ist der „Blasenkatheterisierungskurs“: An Modellen wird das Anlegen eines Blasenkatheters erlernt. „Wer an einem solchen Kurs teilgenommen hat, verliert die Angst, es

Dozenten kommen aus allen Fachbereichen

zusammensetzen, z.B. Ärzte aus der Urologie in den Blasenkatheterisierungskursen, die Anästhesie und Kinderheilkunde in den BLS-Kursen, Innere Medizin in den Sonographie- Kursen und die Chirurgischen Fächer in den Naht- und Knotenkursen.

Viele Zusatzangebote

Seit kurzem ist dem AIXTRA auch das sog. AIXSIM (Aachener Interdisziplinäres Medizinisches Simulationszentrum am Universitätsklinikum Aachen). Hier können Studenten an verschiedenen Simulatoren arbeiten lernen, etwa im Kurs „Versorgung eines Neugeborenen/Säuglings“ unter der Leitung der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin in Zusammenarbeit mit der Klinik für Anästhesiologie. Im Medien-Skillslab, das sich seit dem Wintersemester 2006 im Zentrum des Skillslab AIXTRA befindet, können Studierende an PCs ausgewählte ELearning-Anwendungen benutzen. In einer Präsenz-Bibliothek können sie sich ausgewählter und topaktueller Literatur sowie einer Sammlung anatomischer Modelle und Schautafeln für das modellhafte einprägsame Lernen bedienen. Wenn ihr Lust habt, mehr über AIXTRA zu erfahren, dann schaut doch einfach auf die Homepage unter www.aixtra.rwth-aachen.de! Gibt es an Eurer Uni auch ein solches praktisches Ausbildungsangebot? Dann schreibt uns eine Info-Mail: Wir suchen ständig Studierende, die über innovative Lernmethoden an ihren Unis berichten! Kontakt: redaktion@medi-learn.de

IMPRESSUM Herausgeber: MEDI-LEARN, ISSN 1860-8590 Elisabethstraße 9, 35037 Marburg/Lahn Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-29 E-Mail: redaktion@medi-learn.de, www.medi-learn.de Redaktion: Jens Plasger (Redaktionsleitung), Christian Weier (V.i.S.d.P.), Trojan Urban, Dr. Marlies Weier, Dr. Lilian Goharian, Dominika Sobecki, Dr. med. Dipl.-Psych. Bringfried Müller, Thomas Brockfeld Lektorat: Jan-Peter Wulf und Simone Arnold Layout & Graphik: Kristina Junghans und Kjell Wierig Berichte: Lydia Collet, Dominika Sobecki, Dr.med. Johannes Fleckenstein, Bea, Katharina Rösmann, Susanne Waibel, Kerstin Paulsen , Corinna Bartels, Dr. Hagen Graf Einsiedel , Dr. Annette Tuffs (idw); Models: Lena Greve, Judith Manns, Adrian Walkusch Druck: Druckerei + Verlag Wenzel, Am Krekel 47, 35039 Marburg/Lahn Tel: 0 64 21/17 32 60, Telefax: 0 64 21/17 32 69 Anzeigenbetreuung: Christian Weier, Olbrichtweg 11, 24145 Kiel Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-29 E-Mail: christian.weier@medi-learn.de. – Es gilt die Anzeigenpreisliste 02/2005. Bildnachweis: www.photocase.com, www.istockphoto.com, www.sxc.hu, www.pixelquelle.de, Grenada Tourism, Artikelautoren, www.flickr.com Erscheinungsort: Marburg Die MEDI-LEARN Zeitung erscheint fünfmal pro Jahr und wird als Beilage der Zeitschrift Via medici aus dem Georg Thieme Verlag, Stuttgart, zugelegt. Der Bezug ist für Abonnenten der Via medici in deren Abonnement bereits enthalten. Der Einzelpreis beträgt 1,90 €. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos etc. kann der Verlag keine Gewähr übernehmen. Nachdruck – auch in Auszügen – nur mit vorheriger schriftlicher Zu­ stimmung. Der Verlag kann für Preisangaben keine Garantie übernehmen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Bei allen Gewinnspielen und Aktionen ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Anregungen und Redaktionskontakt per E-Mail unter: redaktion@medi-learn.de. Verlosung: Bei allen Verlosungen in dieser Ausgabe ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Der Einsendeschluss ist am 30. September 2009. Die Gewinner werden regelmäßig im Internet unter www.medi-learn.de/gewinner bekannt gegeben. Dein Artikel bei MEDI-LEARN? Wir freuen uns über die Zusendung von Erfahrungs­ berichten und anderen Artikeln und belohnen die Autoren mit Fachbüchern. Alle weiteren Infos findest du unter www.medi-learn.de/artikel.


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www.medi-learn.de

Alles neu macht… MEDI-LEARN! Mit 14 neuen Startseiten schneller zur Information

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lles neu macht nicht nur der Mai, sondern auch MEDI-LEARN: Wir haben unseren Startseitenbereich einem „Online-Frühjahrsputz“ unterzogen: Ab sofort findest du auf 14 neuen Unterstartseiten wöchentlich mehrfach wechselnde Infos zu allen Studien- und Berufsphasen. Von der ZVS-Bewerbung bis zur Facharztprüfung: Handverlesen für dich! Schau dir unter www.medi-learn.de den komplett neu gestalteten Einstiegsbereich unserer Webseite einmal an – von Grund auf renoviert, findest du hier drei klar unterteilte Bereiche: Erstens den Zeitstrahl in der Mitte, zweitens Navigationshilfen am rechten Rand und drittens eine nach Firmenbereichen gegliederte Darstellung im unteren Abschnitt. So findest du kinderleicht und intuitiv immer das, was du zu deiner Information oder zu deiner Unterhaltung gerade suchst. Wir stellen dir nun diese drei neuen Bereiche nacheinander kurz vor.

Rippen spreizer .de . .Lachen bis die Rippen krachen

Das Herzstück: die neue Einstiegsseite

Ständig neuer Content

Jede Studien- und Berufsphase wird ständig mit neuen Infos aufgefrischt. Es lohnt sich also, mehrfach wöchentlich vorbeizuschauen! Wenn du dich auf dem Zeitstrahl durchklickst, gelangst du vom Abitur bis zur Facharztprüfung zu entsprechenden Unterstartseiten. Auf diesen findest du von nun an geballte Infos speziell für jede Phase. Hier steht eine Menge häufiger aktualisierter Inhalte für dich steht bereit. Ob Erfahrungsbericht, Blog-Beitrag, Forendiskussion oder Servicedienst: Unsere Redaktion sucht mehrfach wöchentlich neue, zugeschnittene Infos für dich raus. So bist du immer rundum informiert und wirst dazu noch bestens unterhalten!

Das „Herzstück“ der neuen Einstiegsseite von MEDI-LEARN ist der nach Ausbildungs- und Berufsphasen gegliederte Zeitstrahl in der Mitte. Dieser Werdegang jedes Mediziners wird mit einer „Evolution of Medicine“ (Abi bis Facharzt) unseres Cartoonisten Daniel Lüdeling alias Rippenspreizer optisch hübsch garniert. Der Einstieg in deine Studienphase wird dir einfach gemacht, so dass du ohne Zeitverlust dorthin gelangst, wo die für dich passenden Infos und lesenswerte Neuigkeiten auf dich warten.

Die Startseiten-Rallye

Gerne möchten wir dir live und in Farbe einen Einblick in die neuen Startseiten geben – noch dazu hast du die Chance auf tolle Lehrbuchgewinne! Was gibt es zu tun? Wir haben für dich auf den Startseiten beginnend beim Abitur bis hin zum Facharztgespräch jeweils einen Stan versteckt, der einen Buchstaben in die Lüfte hält. Suche zunächst die Portalseite www. medi-learn.de auf. Dort findest du in Sei-

Schnell zum Ziel: Navigationshilfen

Jetzt vorbeisurfen!

Mach dich doch gleich einmal auf zu einem Erkundungsstreifzug durch die neuen Webseiten von MEDILEARN. Wir freuen uns auf deinen Besuch – und wir können Feedback (Verbesserungsvorschläge, Lob und Kritik) jederzeit gebrauchen! Wenn Dir also etwas auf- oder einfällt, maile uns: support@medi-learn.de!

Im rechten Bereich unserer neuen Einstiegsseite www.medi-learn.de findest du Hilfen, die dir zusätzliche Bereiche unserer Webseite erschließen. Mit einem „Hüpfer“ gelangst Du von dort in fachspezifische Foren, die randvoll und rundum erneuerten Lokalbereiche (nähere Infos dazu später) oder aber per AZ-Index zu Inhalten wichtiger Schlagworte. Schneller geht es nicht!

Deine Redaktion MEDI-LEARN

vielfältig wir dir passend zur Berufsphase aktuelle und nützliche Infos in abwechslungsreicher Form präsentieren. Und das wöchentlich mehrfach aktualisiert, so dass Wiedersehen Freude macht oder Wissen bringt, in jedem Fall empfehlenswert ist. Also: Reinklicken auf www.medi-learn.de und viel Spaß mit unserer Startseiten-Rallye!

tenmitte einen Zeitstrahl mit einer Cartoon-Darstellung der Medizinerlaufbahn. Um das Lösungswort zu ermitteln, suchst du die einzelnen Bereichsseiten (Abitur, ZVS usw.) jeweils einmal auf und durchmusterst sie nach dem Stan. Das Lösungswort ergibt sich in Reihenfolge der Startseiten von links nach rechts, wie sie auf dem Zeitstrahl von Abitur bis zur Facharztprüfung angeordnet sind. In diesem Zuge erfährst du auch, wie

Diese und über 600 weitere Cartoons gibt es in unseren Galerien unter:

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In unserem Shop finden Sie umfangreiche Produkte rund um die Cartoons von Daniel Lüdeling und zusätzliche Gimmicks.

Gewinnspiel: Trage einfach die Lösung unter www.medi-learn.de/startseitenrallye ein. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Das Gewinnspiel läuft bis 30. September 2009.

Die Lehrtafeln

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Medizinstudenten singen für Europa Der European Medical Students´ Choir - Interview mit Chormitglied Dr. Hagen Graf Einsiedel Das Gespräch führte Dominika Sobecki (MEDI-LEARN)

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er European Medical Students' Choir (EMSC) existiert seit 1996 und verbindet Medizinstudenten und Gesangsenthusiasten aus ganz Europa. Der Chor tritt ein bis zwei Mal jährlich vor großem Publikum in Städten wie Stockholm, Warschau oder Riga auf – neue Mitglieder sind willkommen! Chormitglied Dr. Hagen Graf Einsiedel ist seit dem ersten Auftritt dabei. Wir haben ihn zum Singen, Reisen, Feiern und dem „Europäischen Gedanken“ interviewt. Herr Dr. Graf Einsiedel, was war die Idee hinter der Chorgründung im Jahr 1996? Vasuki Sivagnavel, eine Medizinstudentin aus England, wollte ein Benefizkonzert für den Wiederaufbau der während des Bosnienkriegs zerstörten Bibliothek in Sarajevo organisieren. Die Idee, daraus einen Projektchor zu gründen, stammte von vier Berliner Teilnehmern des Sarajevo-Konzerts. Sie kamen zu dem Schluss, dass das Konzept „Medizinstudenten aus ganz Europa machen gemeinsam Chormusik“ unglaublich viel Spaß macht, den Horizont erweitert und Menschen tatsächlich verbindet – inzwischen gibt es sogar schon zwei „EMSCBabys“! Bis heute sind 14 Konzertprojekte gefolgt.

ist einzigartig. Jede neue Projektgruppe arbeitet anders, hat andere Vorstellungen – musikalisch, organisatorisch – und andere Ausgangsbedingungen, finanziell, kulturell und von der Größe des Organisationskomitees her. Werden immer noch neue Sängerinnen und Sänger aufgenommen? Natürlich! Wenn wir nur bei den Leuten aus der „Hardcore-EMSC-Fraktion“ verblieben, müssten wir uns schon längst in „EMDC“ mit „D“ für „Doctors“ umbenannt haben und wären vermutlich kein aktiver Chor mehr. Welche Anforderungen werden an neue Chormitglieder gestellt? Sie sollten singen können. Irgendwie mit Medizin zu tun haben. Im letzteren Punkt sind wir allerdings extrem inkonsequent, oder nennen wir es lieber: pragmatisch. Wir haben gefühlte 30% Nichtmediziner in unseren Reihen, wenn nicht mehr. Das ist für uns überhaupt kein Nachteil, eher ein großer Vorteil. Zum Beispiel ist unser slowenischer Webmaster und EMSCUrgestein Peter Pogacar Informatiker, sein polnisches Pendant Przemysław Sołdacki (Przemek) ebenfalls. Es kam schon vor, dass die jewei-

Bei seiner Gründung hatte der EMSC etwa 70 Mitglieder, nun sind es mehr als 200. Wie sind die neuen Mitglieder dazugekommen? Wir sind ein Projektchor. Jeder neue Chorauftritt ist ein gesondertes Projekt, für das sich Mu-

zusammen, teilweise auf einem wirklich sehr hohem Niveau. Dazu kommen natürlich Feste und Ausflüge. Einige unserer bisherigen Höhepunkte waren (definitiv ohne Anspruch auf Vollständigkeit): ein Picknick in einem schottischen Castle mit spontaner Singeinlage, ein halber Tag in einem extra für uns geöffneten türkischen Bad und anschließendes „Fish and Chips“-Essen mit Blick auf den Firth of Forth in Edinburgh, die Abschlussparty in Edinburgh mit Livemusik und schottischen Kreistänzen. Oder: Ein Empfang in der Burg von Ljubljana mit spontaner, ausdauernder Singeinlage, oder eine Besichtigungstour durch Lettland, oder Ostereiersammeln in einem Park in Potsdam sowie sehr viele Partys... …und für die Konzertgäste? Das kann ich ja selbst schwer beurteilen. Vermutlich mögen sie die Idee des Chores. Je nach Projekt sind unsere Konzerte auch echte Kulturhighlights. In Ljubljana haben wir 1998 eine der großen Kirchen wieder eingeweiht, die zu Sowjetzeiten nicht als solche genutzt wurde – zusammen mit dem besten Orchester Sloweniens und mit Live-Übertragung im Fernsehen. In Stockholm haben wir 1999 im berühmten Vasa-Museum die Matt-

z.B. aus dem Umfeld des jeweiligen Organisationskomitees, einzuwerben. Dazu kommen die Konzerteinnahmen. Wenn es einen Gesamtüberschuss gibt – das hat bisher tatsächlich immer funktioniert – gehen die Einnahmen meist an medizinische Hilfsorganisationen wie zum Beispiel Médecins Sans Frontières (Ärzte ohne Grenzen).

Online geht's weiter

Wie immer gibt es auch zu dieser Ausgabe der MEDI-LEARN Zeitung wieder eine Extraportion für besonders MLZ-Hungrige: Ausgabe 23 unseres Digitalen Nachschlags präsentiert dir weitere spannende Artikel – dieses Mal unter anderem zum Thema Erasmus – und Fortsetzungen von Beiträgen aus der gedruckten Version. Außerdem: ein Bericht über "Krieg und Medizin." All das erfährst du im Digitalen Nachschlag. Er steht kostenlos als PDF im Internet zur Verfügung. Einfach die folgende Seite aufrufen:

www.medi-learn.de /mlz-nachschlag Was ist für Sie persönlich das Besondere am EMSC? Menschen, die im EMSC waren, werden sicher viel schwerer für nationalistischchauvinistische Denkweisen zu gewinnen sein als andere. Abwertende Sprüche über „die Polen“, „die Jugos“, „die Briten“ etc. erscheinen mir z.B. schlicht befremdlich, da ich viele verschiedene, meist sehr gute und interessante Erfahrungen mit realen Menschen aus diesen Ländern machen konnte. Über diese persönlichen Kontakte habe ich auch einen differenzierteren Blick bekommen auf die unterschiedlichen Länder und die Lebensbedingungen dort. Mein Horizont hat sich im wahrsten Sinne des Wortes erweitert. „The European idea, translated into practice“ – so haben wir das am Anfang formuliert. Unter der „Europäischen Idee“ verstehe ich den – bisher insgesamt erfolgreichen! – Versuch, auf der Basis von gegenseitiger respektvoller Neugier die Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit anderen Nationen kennen zu lernen und als anregende Bereicherung anzunehmen. Auf dieser Grundlage

Nachschlag Die Extraportion Diese Artikel findest du im Online-Teil unserer Zeitung:

Forschung

Kommt zu kurz: Anatomie Über 50 Prozent der Medizinischen Fakultäten in Deutschland haben ihre anatomischen Lehrstühle umgewidmet oder radikal das hierfür ausgebildete Personal abgebaut. Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie sieht die Patientenversorgung gefährdet.

Krieg und Medizin Menschen erleiden im Krieg entsetzliche Verletzungen. Der Zerstörungsgewalt des Krieges steht das Ziel der ärztlichen Heilkunst gegenüber, Leiden zu lindern und Menschenleben zu retten. Eine Widersprüchlichkeit, die jetzt in einer Ausstellung in Dresden thematisiert wird.

Ausland

Erasmus in Kopenhagen

wird es möglich, die eigene nationale Identität besser wahrzunehmen, sowie eine europäische Identität aufzubauen und mit konkreten Erfahrungen zu füllen.

sik begeisterte bewerben können. Ich denke, ein Mitglied ist, wer einmal dabei war. Früher haben wir noch Serienbriefe an die europäischen Medizinfakultäten geschrieben, Poster beigelegt und um Aushang gebeten, dann natürlich die aktiven Sänger/innen angeschrieben und um Verteilung der Information gebeten. Nun geht das übers Internet. In einigen Ländern haben wir bis heute arge „Rekrutierungsprobleme“, z.B. Frankreich, Italien und Tschechien. Kernländer sind Deutschland, Polen, Holland, Slowenien, England, Lettland, Schweden und Spanien. Wie sieht die Struktur aus bei so einem pan-europäischen Projekt? Es gibt keine formale, den einzelnen Projekten übergeordnete Struktur, also z.B. keinen Mitgliedsbeitrag, Sitzungen oder Ähnliches, und somit keine Statuten, keine festen Regeln. Jedes Projekt

ligen Organisationskomitees dringend Hilfe brauchten und in ihrer Stadt und im Freundeskreis herumfragen mussten. Einige der Angefragten wollten helfen, aber eben auch mitsingen, und blieben dann dabei – wie so viele, die über lange Jahre hinweg immer wieder mitmachen, wenn sie erst einmal dabei sind… Wie kann man Mitglied werden? Ganz einfach: Sich vor einem geplanten Konzert über unsere Homepage (www. emsc.org) bewerben und „musical experience“ angeben. Das war’s schon. Was macht die Konzerte des EMSC so besonders für Chormitglieder? Es ist wirklich schwer, das jemandem zu vermitteln, der es nicht selbst erlebt hat – singen Sie doch einfach mal mit! Stellen Sie sich vor, Sie reisten in ein anderes Land, lernten neue Leute kennen, träfen ggf. alte Freunde wieder und probten sehr intensiv eine Woche

häus-Passion gesungen. Je nach Konzert treten wir vor 300 bis fast 1000 Menschen auf, würde ich schätzen. Wie übt der Chor? Finden die gemeinsamen Proben erst beim jeweiligen Treffen statt, also dieses Jahr während der zehn Tage in Ljubljana? Genau so. Geprobt wird nur vor Ort. In Berlin zum Beispiel in der Humboldt Universität, da wir den Universitätsmusikdirektor Prof. Alex als Dirigenten hatten; in Stockholm in der studentischen Vereinigung Medicinska Föreningen auf dem Gelände des Karolinska Institutet – ca. 50 m von dem Haus entfernt, wo das Nobelpreis-Komitee tagt. Wie finanziert sich der EMSC? Bei jedem Projekt geschieht das auf etwas andere Weise. Die Sänger zahlen allerdings immer einen kleinen Teilnahmebeitrag. Meist schaffen wir es auch, Sponsorengelder und private Spenden,

Gibt es von Ihrer Seite noch etwas Wichtiges oder Interessantes zum EMSC zu berichten? Wir stemmen Projekte von zum Teil beträchtlichen finanziellen Dimensionen (Kosten von zum Beispiel 30.000 Euro für Berlin 2002 oder Stockholm 1999) ohne Bezahlung, ohne großen Sponsor, allerdings nicht ohne Eigennutz: Es ist nämlich ein sehr gutes Gefühl, so etwas geschafft zu haben, und weil das Singen und das Feiern mit Menschen aus sehr unterschiedlichen Kulturkreisen einfach sehr, sehr viel Spaß macht. Es „bereichert“ einen persönlich!

Herr Dr. Graf Einsiedel, vielen Dank für das Interview! Wir verlosen Medical English von Thieme – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw155

Zeit für den Kaffee zwischendurch, Ärzte, die viel erklären und Studenten, die selbst „werkeln“ dürfen: Mona Mähler wählte Kopenhagen für ihren Auslandsaufenthalt. Ihr Bericht aus der facettenreichen, spannenden Hauptstadt Dänemarks.

WHO im Modell Die Model United Nations (MUN) simulieren die Gremien der Vereinten Nationen, um Möglichkeiten und Einschränkungen dieser Riesen-Organisation zu veranschaulichen. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO wird „nachgespielt“. Ein Nachbericht aus Den Haag.

Medizinstudium

PJ in Castlebar Aus dem irischen Arbeitsalltag hat Susanne Waibel fast nur Gutes zu berichten. Wie aber bewirbt man sich für ein Tertial auf der „grünen Insel“ und welche Tipps gibt es für Unterbringung und Ausflüge in die Umgebung? Das alles im zweiten Teil des PJ-Berichts.

Noch mehr Yoga Yoga wird immer beliebter. Mechtild Rösmann berichtet im Interview, wie sie zum Yoga gekommen ist und schließlich sogar Yogalehrerin und Atemtherapeutin wurde. Außerdem: noch mehr Infos zum neuen Volkssport. Alle Artikel findet ihr kostenlos unter:

www.medi-learn.de /mlz-nachschlag PS: MLZ im Digitalabo Unter www.medi-learn.de/mlz kannst du die MEDI-LEARN Zeitung ab sofort im Digitalabo als PDF gratis bestellen.


Juni/Juli 2009 Der Club für Medizinstudenten und junge Ärzte

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Club

MLZ-Sonderbeilage

Der neue MEDI-LEARN Club ist da!

Dauerhaft kostenfrei, Sonderausgabe MLZ plus gratis Hartmannbund-Mitgliedschaft von Jens Plasger und Dominika Sobecki (MEDI-LEARN)

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ir haben tolle neue Nachrichten für alle Clubmitglieder und solche, die es werden möchten: Im neuen MEDI-LEARN Club wird ab sofort vieles anders – und das zu deinen Gunsten! • •

künftig in Form der Sonderausgabe der MEDI-LEARN Zeitung erfolgen. Des Weiteren wird das bisherige Approbationsgeschenk umgewandelt in ein PJGeschenk: Du kannst dich also auf eine nette, wertvolle medizinische Aufmerksamkeit zu Beginn dieser wichtigen Studienphase freuen, die dir den Einstieg in dein Praktisches Jahr erleichtert. Komplett entfallen werden das Umzugspaket, die Semesterausfallversicherung und die rabattierten Premiumskripte. Aber keine Sorge: bereits jetzt arbeitet unsere Kreativschmiede an weiteren, neuen Services und Extraleistungen für alle Clubmitglieder, so dass du der kommenden Zeit als Clubmitglied voller Vorfreude entgegensehen kannst. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, dir das Leben und Lernen als Student mit dem MEDI-LEARN Club nachhaltig zu erleichtern. Und das von nun an dauerhaft kostenfrei! Wir hoffen, dass wir dir mit der neuen Clublandschaft eine Freude machen konnten – schau doch gleich mal unter www.medi-learn.de/club vorbei und lass dir alle Neuigkeiten vor Augen führen!

Der Club wird für Studenten dauerhaft kostenfrei! Clubmitglieder erhalten eine Sonderausgabe der MEDI-LEARN Zeitung! Clubmitglieder erhalten auf Wunsch eine kostenlose HartmannbundMitgliedschaft

Gleich drei markante Neuerungen auf einmal. Du möchtest wissen, was genau sich ändert, und wie du von den Neuerungen profitierst? In diesem Artikel beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um die neue Club-Struktur, die ab sofort für alle bisherigen und neuen Mitglieder gültig ist. Das ist natürlich auch eine Meldung zum Weitersagen, also: bring deine Kommilitonen mit in den Club!

Dein All-Inclusive-Paket für ein erfolgreiches Studium

Lehrjahre sind keine Herrenjahre, das wissen Medizinstudenten und junge Ärzte nur all zu gut. Bist auch du öfter mal knapp bei Kasse? In Zeiten von gestiegenen Lebenshaltungskosten und Studiengebühren kann so mancher Student ein Lied davon singen, dass der ein oder andere Cent doch zwei Mal umgedreht werden muss. Da freut es dich sicher zu hören, dass du demnächst einen Kostenpunkt weniger hast, denn: Zukünftig wird die Mitgliedschaft im MEDI-LEARN Club für Studenten komplett umsonst!

MLZ zweimal pro Jahr gratis!

Die kostenlose Mitgliedschaft ist zwar ein absolutes Highlight, jedoch nicht die einzige Neuerung im Club, die mit dem neuen Club-Modell auf dich zukommt: Zweimal jährlich bekommst du von uns je eine Ausgabe der MEDI-LEARN Zeitung (MLZ) inklusive Clubsonderseiten kostenlos und frei Haus geliefert! Damit wird die randvolle MLZ mit zusätzlichen interessanten Informa-

Der MEDI-LEARN Club zählt schon rund 2.000 Mitglieder und es werden immer mehr. Sei auch du ein Teil davon!

tionen, Reportagen und Interviews für junge Mediziner erweitert! Als Club-Mitglied erhältst du exklusiv eine Extra-Doppelseite mit brandheißen Informationen, speziell für dich als jungen Mediziner. Die MLZ wird dir einmal pro Semester automatisch an deine Postanschrift zugeschickt – du brauchst also nichts weiter zu tun und kannst dich auf diesen Clubvorteil bereits jetzt freuen.

Gratis-Mitgliedschaft im Hartmannbund!

Als Clubmitglied hast Du jetzt die Möglichkeit während Deiner Studien- und Ausbildungszeit kostenfreies Mitglied im Hartmannbund zu werden! Der Verband der deutschen Ärzte bietet dir eine breite Palette zusätzlicher Services für deinen Studien- und Berufsweg. Du genießt als Clubmitglied den Vorteil, keinen Cent Beitrag für deine Mitgliedschaft in diesem angesehenen Berufsverband zahlen und kannst so noch besser deinen eigenen Weg gehen.

Besonderes Schmankerl: eine kostenfreie Berufs- und Privathaftpflichtversicherung, die z.B. auch in den USA und Kanada gültig ist. Darüber hinaus erhältst du über den Hartmannbund eine kostenlose Rechtsberatung, hilfreiche Checklisten für das Studium oder die Lehrkataloge für das Praktische Jahr in Klinik und Praxis. Wir werden alle Mitglieder in Kürze darüber informieren, wie die HartmannbundMitgliedschaft in Anspruch genommen werden kann.

Zu viel Info auf einmal?

Kein Problem: Hier noch einmal die wichtigsten Fakten in Frage und Antwort. Welche drei Änderungen charakterisieren den neuen Club? Der Club wird für Studenten dauerhaft kostenfrei. Alle Clubmitglieder erhalten zwei Mal pro Jahr eine Sonderausgabe MEDI-LEARN Zeitung. Clubmitglieder können auf Wunsch kostenlos eine Hartmannbund-Mitgliedschaft mit vielen weiteren Services (u.a. Haftpflichtversicherung auch für USA und Kanada) nutzen.

Muss ich als studentisches Mitglied etwas Spezielles machen? Der Club wird automatisch auf die kostenlose Variante umgestellt. Damit wir keine Doppelleistungen im Club haben, wird die bisherige Haftpflicht aufgehoben. Darüber werden wir aber noch genau informieren. Die Haftpflicht kannst du dir über die kostenlose HartmannbundMitgliedschaft wieder sichern. Wie kann ich die kostenlose Hartmannbund-Mitgliedschaft nutzen? Du kannst als Clubmitglied zusätzlich kostenfrei Mitglied im Hartmannbund werden. Daher werden wir gemeinsam mit dem Hartmannbund alle Clubmitglieder in nächster Zeit gesondert informieren, um die Wege zu erläutern, auch diese Services nutzen zu können. Welche weiteren Änderungen bei den Leistungen wird es geben? Neben den drei ausführlich dargestellten Neuerungen wird es noch weitere Änderungen in der Leistungsstruktur geben. Die Semestergeschenke werden zu-

Neue Erkenntnisse: Ursachen für Bluthochdruck Forscher an Kliniken für Nieren- und Hochdruckkrankheiten liefern neue Befunde von Ute Missel (idw)

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ie Haut ist offenbar ein wichtiger Salzspeicher des Körpers, und der Transport von Körperflüssigkeit im Hautgewebe wird durch die Salzzufuhr beeinflusst und hat Auswirkungen auf den Blutdruck. Diese neuen und unerwarteten Erkenntnisse veröffentlichen Forscher an den Kliniken für Nieren- und Hochdruckkrankheiten am Universtätsklinikum Erlangen und Klinikum Nürnberg in Nature Medicine. Diese Arbeiten vermitteln neue Erkenntnisse über einen Zusammenhang zwischen Salzzufuhr und Bluthochdruck. Etwa ein Drittel der Bevölkerung ist vom Bluthochdruck betroffen, und erhöhter Blutdruck ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Gefäßveränderungen, Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenerkrankungen. Kochsalz ist ein unverzichtbarer Nah-

rungsbestandteil. Doch was vor Jahrhunderten ein rares und teures Gut war, stellt heute eine unüberschaubare Belastung dar. Es ist unbestritten, dass die tägliche Kochsalzzufuhr in Industrieländern weit über dem tatsächlichen Bedarf liegt. Wie der Körper mit vermehrt zugeführtem Kochsalz umgeht und welche langfristigen Gesundheitsfolgen sich daraus ergeben, ist aber umstritten. Überschüssiges Salz wird über die Nieren wieder ausgeschieden, kann aber offensichtlich auch in der Haut „zwischengelagert“ werden. Der Speicherprozess in der Haut wird, wie die Arbeitsgruppe von Dr. Jens Titze, (Medizinische Klinik 4 und Nikolaus-FiebigerZentrum für Molekulare Medizin) jetzt gemeinsam mit Ko­operationspartnern aus

Berlin, Hannover, Kulmbach, München, Regensburg, Wien und Helsinki zeigen konnte, von Fresszellen, sogenannten „Makrophagen“ gesteuert. Die Forscher fanden heraus, dass in diesen Zellen ein Genschalter bei salzhaltiger Nahrung aktiviert wird. Daraufhin kommt es zur vermehrten Bildung eines Wachstumsfaktors (VEGF-C), der die Bildung von Lymphgefäßen steuert. Wird diese Neubildung gehemmt, bleibt zuviel Salz in der Haut gespeichert und der Blutdruck steigt an. Die Beobachtung, dass Patienten mit schwer einstellbarem Bluthochdruck deutlich erhöhte Spiegel dieses Wachstumsfaktors im Blut haben, weist auf die Relevanz dieser Befunde für die Bluthochdruckentstehung beim Menschen hin. Die Kliniken für Nieren- und Hochdruckkrankheiten am Universitätsklinikum Er-

langen und Klinikum Nürnberg (Direktor: Prof. Dr. Kai Uwe Eckardt) bilden im Verbund eines der weltweit größten Forschungs- und Behandlungszentren auf diesem Gebiet. Die Erforschung von Nieren- und Kreislauferkrankungen stellt einen der vier Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg dar. Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 26.000 Studierenden, 550 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem

Dialog mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Seit Mai 2008 trägt die Universität das Siegel „familiengerechte Hochschule“.

Interessante Tatsachen wurden aufgedeckt


Seite 14 Der Club für Medizinstudenten und junge Ärzte

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Club

MLZ-Sonderbeilage

Ein Tertial an der Elite-Uni Frauenheilkunde und Geburtshilfe im New Haven Hospital, Yale von Charles Christian Adarkwah

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ale – der Name wird in einem Atemzug mit Harvard und Berkeley genannt. Unser Autor berichtet von seinem PJ-Aufenthalt und gibt konkrete Tipps, wie ihr eure Chancen auf ein Tertial in den USA erhöht.

blick in die gynäkologische Sonographie) und nahm Patienten eigenständig auf. Im zweiten Monatsblock standen operative Tätigkeiten im Vordergrund. So bekam ich Einblick in die größten gynä-

Lange Tage

Seinen Amerika-Aufenthalt zu planen, ist nicht ganz leicht: In den USA werden die Kurse für die Studenten des letzten Jahres nämlich in Monatsblöcken organisiert, und das zu ganz speziellen Terminen, die keine Abweichungen zulassen. Gleichzeitig müssen wir eine ganz spezielle Splitting-Regelung seitens des LPA (2 Monate am Stück an einer Einrichtung im gleichen Fach) einhalten. Ich löste das Problem, indem ich zwei „subinternships“, Praktika für die Studenten des letzten Jahres, hintereinander absolvierte. Das erste Praktikum machte ich in „Maternal Fetal Medicine“, wo es um die Betreuung von Hochrisikoschwangerschaften geht, das zweite in gynäkologischer Onkologie.

Fester Platz

So unterschiedlich die Tätigkeiten in den beiden Bereichen waren, hatten sie jedoch gemeinsam, dass man war vom ersten Tag an im Team integriert war und als „lastyear student“ seinen festen Platz hatte. Im Rahmen der ersten vier Wochen assistierte ich bei unzähligen Kaiserschnitten, lernte die Techniken der gynäkologischen Untersuchung (einschließlich einen Ein-

der Pathogenese mal in der Klassifikation einer Erkrankung endete. So konnte man immer etwas mitnehmen und ich hatte nicht das Gefühl, mehrere Stunden blöd herumgestanden zu haben.

Morgens vor der offiziellen Visite muss man als „Subintern“ bzw. als „Intern“ (Assistenzarzt im ersten Jahr) die Patienten visitieren und einen Verlaufsbericht verfassen. Da die offizielle Visite um halb sieben stattfand, durfte ich bei zwei bis vier eigenen Patienten meist schon gegen 5.30 Uhr antreten. Meine Patienten musste ich dann bei der Visite vorstellen und wurde nach allen Regeln der Kunst zu den jeweiligen Krankheitsbildern befragt. Der Tag war zu Ende, wenn nichts mehr zu tun war bzw. man von den „Residents“ (Assistenzärzten) gnädigerweise nach Hause geschickt wurde – in der Regel irgendwann zwischen 18 und 19.30 Uhr.

Highlight: Outpatient clinic

kologischen Malignom-Operationen und durfte jedes Mal assistieren – wobei ich mal mehr, mal weniger mit anfassen durfte. Es wurde gesaugt, Haken gehalten und genäht bis in die Abendstunden. Im Unterschied zu meinen bislang in Deutschland gemachten Famulaturen gab es in der Regel Unterricht, der sich manchmal auf das Erkennen der anatomischen Strukturen beschränkte, mal in

Zu den Höhepunkten zählte sicherlich die Outpatient clinic, wo ich eigenständig Patienten sehen und untersuchen konnte, die ich nachfolgend dann dem „Fellow“ (Facharzt in Spezialweiterbildung) oder dem „Attending“ (Oberarzt, meist Fakultätsmitglied) präsentieren durfte. Als Subintern nimmt man in der Regel an den Lehrveranstaltungen für die Assistenzärzte teil, ist in Diskussionen involviert und wird auch schon mal spontan etwas gefragt. Am Ende beider Praktika musste ich eine Präsentation zu einem vorher festgelegten

Thema vor den Fakultätsmitgliedern halten, damit die sich ein Bild von den kognitiven Fähigkeiten der Arzt-Anwärter machen können, denn die „subinternships“ werden von US-Studenten gerne benutzt, um sich für eine spätere Facharztausbildung zu empfehlen.

Die Community für Medizinstudenten junge Ärzte www.medi-learn.de

&

New York ist nah

Es war eine tolle Zeit in Yale, wenngleich New Haven in CT eine unschöne Kleinstadt mit nur 100.000 Einwohnern ist, die außer einer renommierten Uni und exzessiven „college nights“ nicht sehr viel zu bieten hat. Es tröstet die Tatsache, dass New York nur anderthalb Zugstunden entfernt liegt und man für 14 Dollar mal schnell ein bisschen Großstadtluft schnuppern kann. Ich denke mitunter wehmütig an meine Zeit in Yale zurück. Ich kann nur jedem empfehlen, der es möchte, einen US-Aufenthalt zu wagen, wenngleich die Bewerbungshürden sehr hoch sind, was schon bei der Beschaffung eines Visums beginnt. Für jeden, der zum PJ in die USA will, hier meine Tipps zum Abschluss: 1. rechtzeitig planen (1 Jahr Vorlaufzeit) 2. nicht von bürokratischen Hürden abschrecken lassen 3. einen Empfehlungsbrief („Letter of Recommendation“) mehr einlegen, als verlangt ist 4. die erforderten Unterlagen und Belege genau so einsenden, wie sie verlangt werden. Beispiel: Wenn MMR-Titer explizit verlangt sind, reicht es nicht, wenn der Betriebsarzt die Impfung bescheinigt. Titer einreichen, sonst landet die Bewerbung in „Ablage P.“ Wenn eine Bescheinigung vom Dekan („Dean“) verlangt wird, muss genau dieser die Bescheinigung unterzeichnen. 5. vorher ein bisschen Medical English lernen und sich Abkürzungen schon einmal orientierend anschauen. Die bringen einen sonst um den Verstand!

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MEDI-LEARN wird lokal. Für jede Uni in Deutschland hat MEDI-LEARN eine eigene Seite mit diversen Informationen rund um Finanzen & Wohnen, Freizeit & Party, Ausbildung & Lehr u.v.m. Mehr unter www.medi-learn.de /

Studienplatzverteilung: ZVS koordiniert Vergabeverfahren soll ungenutzte Plätze in NC-Fächern verhindern von MEDI-LEARN

D

ie Vergabe von Studienplätzen mit NC-Beschränkung, von den derzeit 11.000 Studiengängen immerhin rund die Hälfte, wird ab dem WS 2011/12 endlich verbessert: Die ZVS vermittelt Angebot und Nachfrage deutschlandweit. Bis dahin gibt es ein Übergangsangebot.

Mehr Transparenz

Und so soll es ab 2011 funktionieren: Bis zum 15. Juli stellt jeder Anwärter seinen Antrag online an die Hochschule oder, bei den klassisch über die ZVS vergebenen Fächern wie Medizin, an diese. Die einzureichenden Dokumente wie das beglaubigte Abizeug-

nis gehen an die ZVS und werden dort auf Echtheit überprüft – damit fallen für Mehrfachbewerber auch eine Menge Kosten weg – und es wird eine zentrale Bewerberdatei erstellt.

Software wird noch entwickelt, Anforderungen sind enorm

Die Bewerbungen werden von der ZVS an die Unis und Fachhochschulen übermittelt, diese legen Ranglisten zur Auswahl fest. So sieht jeder Aspirant nun, wie gut seine Chancen stehen. Dann treffen die Unis ihre Auswahl, die Anwärter bekommen eine elektronische Zusage und müssen sich bis zum 14. August entscheiden. Und das macht den Die ZVS wird Angebot und Nachfrage koordinieren markanten Un-

terschied: Wenn ein Bewerber einen Platz annimmt, verschwindet sein Name aus allen weiteren Ranglisten und die entsprechende Position wird für andere – sichtbar – frei. Bislang ziehen sich Zu- und Absagefristen, von Uni zu Uni verschieden, über Wochen, und am Ende führt diese miserable Allokation dazu, dass Plätze in NC-Fächern frei bleiben! Das Handelsblatt ermittelte in einer Umfrage, dass an der Frankfurter Goethe-Universität im vergangenen Wintersemester über 800 Plätze in zulassungsbeschränkten Fächern nicht vergeben wurden, ein Fünftel der Gesamtzahl. Auch an der TU Dresden blieben 18 Prozent der Stühle leer.

Mehr Chancen

Nach dem Stichtag 14. August beginnt, zentral koordiniert, die zweite Runde, in der die noch verbleibenden Bewerber ihre Prioritäten (Hochschule, Studiengang) festlegen müssen. Sie erhalten, wiederum per Computer, Studienangebote mit einer voraussichtlich dreitägigen

Frist für Annahme oder Ablehnung. Wer dann noch keinen Studienplatz hat, kommt ins Losverfahren, das neudeutsch „Clearing-Verfahren“ heißt. Zum 1. September werden Restplätze bekannt gegeben und verlost. Allerdings können die Hochschule Bewerber ablehnen, wenn sie diese für ungeeignet halten. Die Software für die transparentere Vergabe wird derzeit noch entwickelt. Die Anforderungen sind enorm: Zum Wintersemester bewerben sich derzeit rund 350.000 Personen. Bis zur Implementierung im Jahr 2011 arbeitet die ZVS mit dem Studentenportal Studienwahl. de zusammen. In dessen Studienangebots-Datenbank, können die Studienanwärter Merklisten erstellen, gelangen zu AntOn, der „Antragstellung Online“ der ZVS, und können mit der Antragstellung von zwölf optionalen Studienwünschen beginnen. Mehr Infos: www.zvs.de www.studienwahl.de

Studienplatztauschbörse, Chat, Gewinnspielkompass, Auktionshaus oder Jobbörse – die interaktiven Dienste von MEDI-LEARN runden das Onlineangebot ab und stehen allesamt kostenlos zur Verfügung. Mehr unter www.medi-learn.de

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Seminar / Workshop Bewerberworkshop, PJ-Infotreff, u.v.m. Ansprechpartner und Termine unter www.aerzte-finanz.de


Juni/Juli 2009 Der Club für Medizinstudenten und junge Ärzte

Seite 15

Club

MLZ-Sonderbeilage

NEU! Der große Lokalbereich von MEDI LEARN

In der Sahelzone von Burkina Faso

Ein halbes Jahr in Afrika von Regina Breitbach

D

as Centre Hospitalier Regional (CHR) in Dori, Burkina Faso ist so etwas wie der letzte medizinische Außenposten vor der Wüstenzone: Das Gesundheitszentrum ist zuständig für sämtliche in der Sahelzone lebenden Menschen, über 800.000 Menschen. Im Nu war es soweit: Die Koffer gepackt, mit Malariamitteln ausreichend versorgt und genug Abenteuer- und Reiselust im Gepäck. Und so startete der Flieger mit mir gen Afrika, einem Land entgegen, das mir Kribbeln im Bauch verursachte, einer Kultur entgegen, von der ich so gut wie nichts wusste und einem Leben entgegen, dass ich mir vorher nie hätte vorstellen können.

Infos zu allen 36 Unis Mit dem neuen Lokalbereich bleibt beinahe keine Frage mehr zu den einzelnen Unis offen. Zu allen 36 Fakultäten findest du dort ausführliche Informationen zu allen vor Ort relevanten Themen. Wie hoch ist eigentlich die monatliche Durchschnittsmiete? Wie bewerten die Studenten die Ausbildung? Und wie schneiden die Studenten in den Examina ab? Wo gibt es welche Wohnheime und Mensen? Wie lange hat die Bibliothek auf? Welche ZVS-Kriterien gelten?

Gesundheitszentrum ist 800.000 Menschen

zuständig für über

35 Grad im Schatten

Mit kurzem Umstieg in Casablanca ging es schnurstracks nach Ouagadougou, die Hauptstadt Burkina Fasos. Dort wurde ich von einer einheimischen Hebamme am Flughafen in Empfang genommen mit einer Begrüßung, die nicht herzlicher hätte sein können. Bei ihr und ihrer Familie verbrachte ich die ersten Tage und bemühte mich redlich, mich an Klima und Kultur zu gewöhnen, was bei ca. 35°C im Schatten und einer Sprache, die ich nur notdürftig beherrschte, nicht immer ganz leicht war. Kaum, dass ich mich an die dortigen Verhältnisse gewöhnt hatte, ging es per Bus in die Sahelzone von Burkina Faso, nach Dori, der letzten größeren Stadt vor der Wüstenzone. Dort arbeitete ich die nächsten sechs Monate in der matrenité des örtlichen Krankenhaus, des Centre Hospitalier Regional (CHR). Dieses Gesundheitszentrum ist zuständig für sämtliche in der Sahelzone lebenden Menschen, über 800.000 Menschen. Dabei steht die Grundver-

sorgung an erster Stelle. Mit gerade mal einem Röntgengerät, einem nur zeitweise funktionierenden Ultraschallgerät und maximal zwei gleichzeitig vor Ort tätigen Ärzten war viel mehr auch nicht möglich.

Themen wie Schwangerschaft und Verhütung sind reine Frauensache Während meiner Zeit gab es zumindest zeitweise einen Pädiater und fast durchgängig einen Gynäkologen vor Ort. Jede helfende Hand war also mehr als erwünscht. Bei derartigen Verhältnissen verwundert es aber nicht, dass Krankenhäuser in der Bevölkerung nicht sehr hoch angesehen sind und viele Menschen auf traditionelle Medizinmänner oder Dorfhebammen zurückgreifen.

Die Familien pflegen

Mein Betätigungsfeld lag hauptsächlich in der Schwangerenvorsorge, Geburtshilfe und Betreuung der stationär behandelten Frauen. Dabei lernte ich bald die Bedeutung der ständig präsenten Familienmitglieder und Angehörigen schätzen. In Afrika ist es nämlich üblich, dass die Pflege und Betreuung der Patienten von den Angehörigen übernommen wird. Sie leben und kochen in der Zeit auf dem Gelände des Krankenhauses. Das Hauptproblem bei der ganzen Sache war allerdings sprachlicher Natur. In der Sahelzone von Burkina Faso treffen zahlreiche Ethnien aufeinander und leben auf engem Raum meist friedlich miteinander. Leider bringt jede Gruppe auch ihre eigene Sprache mit. Diese Sprachen unterscheiden sich allerdings nicht nur so gering wie hochdeutsch und bayrisch, sondern die eine Sprache hat mit der andern rein gar nichts gemeinsam. Mitglieder der einen Sprache verstehen kein Wort der andern ethnischen Sprache. Und so kam die Kommunikation mit den

Nicht nur auf diese, sondern auf zahlreiche weitere Fragen bekommst du unter www.medilearn.de/lokal umfassende Antwort. Wir haben den Bereich in die Themenfelder Campus & Leben, Wohnen & Finanzen, Freizeit & Party sowie Ausbildung & Lehre samt PJ gegliedert. Wenn du wissen möchtest, was wir für deine Uni dort bieten, klick dich rein unter: www.medi-learn.de/lokal

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Wenn ein Familienmitglied ins Krankenhaus muss, übernimmt die Familie die Pflege

Frauen meist nur mit Hilfe von einem oder mehreren Übersetzern zustande. Dabei handelte es sich leider häufig um Männer, was erneut ein Problem aufwarf. Denn in Afrika ist es nicht üblich, dass sich Männer und Frauen über Themen wie Schwangerschaft, Kinder kriegen oder Verhütung unterhalten. Das ist reine Frauensache!

Umzug ins Wohnheim

nen zu Mittag zu essen und zum Teil bis in die Nachtstunden zu diskutieren und zu erzählen.

Mit dem Motorrad unterwegs

Meine weitere Abenteuerlust stillte ich mit Reisen. Zusammen mit einem einheimischen Freund habe ich Burkina mit dem Motorrad erkundet. Zeitweise war ich fast jedes Wochenende unterwegs auf ferneren (Vieh-)märkten, zum Besuch anderer Städte oder zum Leben bei den Bauern und Viehhirten auf dem Lande.

Die ersten Wochen lebte ich im Schoß einer einheimischen Familie. Selbige nahm mich vom ersten Tag an auf, als wäre ich eine von Leider verging die ihnen. So lebte ich Zeit viel zu schnell, mit ihnen in einer so dass ich nach den Hütte, aß mit ihnen sechs Monaten die per Hand aus einer Koffer erneut mit Schüssel und beteieinem lachenden und ligte mich häufig an einem weinenden den traditionellen Auge packte. Auf der Tee-Zeremonien. Familienplanung & Verhütung: Frauensache einen Seite war ich Aber genau dieses „Einverleiben“ in eine afrikanische Fa- froh, wieder europäisch leben zu können milie war es, das mir bald zu viel wurde. und meine Lieben daheim bald wieder zu Denn es bedeutet, in jeder Minute mitten haben. Auf der anderen Seite hatte ich unter Afrikanern zu sein, ihr Leben zu le- viel neue Freunde gewonnen, die ich so ben, ständig von ihnen umgeben zu sein bald nicht wieder sehen würde, mit deund ihre Traditionen und Gebräuche 24 nen mich aber die gemeinsame Zeit und Stunden am Tag mit zu leben. Ich muss- viele kleine Abenteuer verbunden. te aber zumindest einige Minuten am Tag Aber eines weiß ich ganz sicher: Jede einfach Europäer sein dürfen, mit Messer einzelne Minute in Afrika war einmalig und Gabel essen, laut Musik hören oder und erlebenswert, wenngleich es mancheinfach mal duschen oder eine richtige To- mal anstrengend und Nerven zerraubend war. Und wenn ich noch mal eine solche ilette benutzen dürfen. Entscheidung treffen müsste: Ich würde Jede einzelne Minute war wieder fliegen. Und: Ich war nicht das letzte Mal in einem solchen Land! einmalig Um niemanden zu verletzten, entschloss ich mich also, in eine Art „Wohnheim“ auf dem Gelände des Krankenhauses zu ziehen und meine afrikanischen Freunde, die zum Teil wie eine eigene Familie zu mir waren, täglich zu besuchen, mit ih-

MEDI-LEARN PODCAST Diesen Artikel gibt es auch online als AudioDatei zum Download unter: www.medi-learn.de /podcast


Seite 16 Der Club für Medizinstudenten und junge Ärzte

Juni/Juli 2009

Club

MLZ-Sonderbeilage

Famulatur im Paradies So leicht geht’s zum Geheimtipp auf den Seychellen von Robert Bullinger

D

as Lernen und Studieren daheim ist im Semester anstrengend genug. Gut, dass es die Semesterferien gibt, in denen man dann wenigstens bei der Famulatur ein wenig Wahlfreiheit hat. Wie wäre es mit einem Geheimtipp, der wirklich jeden Gedanken an Wolken, grauen Himmel und Nieselregen in paradiesische Zustände auflöst?

Famulatur nur über private Kontakte zum Krankenhaus möglich, also fast gar nicht. Doch seit Anfang des Jahres ist wieder eine direkte Bewerbung wieder möglich.

Meeresrauschen. Feiner Sand. Exotik. Und Medizin: Das gibt es auf den Seychellen. Die Hauptstadt der Inselgruppe heißt Victoria. Sie liegt auf Mahé, der größten der 115 Inseln. Im dortigen Victoria Hospital sind ausländische Famulanten immer wieder herzlich willkommen. Das Ministry of Health hat einen Angestellten, der nur eigens dafür zuständig ist, ausländische Famulanten zu koordinieren. So wird sich vor Ort wirklich gut um die Belange der wissbegierigen Besucher gekümmert.

Am schönsten wohnt es sich im „Yellow Beach Cottage“. Es gehört Kathrina, die mit ihrem Mann und den Kindern Lucca und Sha- Die Sey chellen hab en traumh na im Nachbarhaus lebt. Zur Wahl afte Strän de stehen Einzelzimmer (35 Euro pro Tag) und Doppelzimmer (25 Euro). Oder auf den Seychellen nicht nur du mietest das ganze Haus für 100 Euro mit Medizin zu tun haben. Die Traumund nimmst fünf Freunde mit. strände vor deiner Nase solltest du In Kathrinas Unterkunft fehlt nachher in einfach nichts: und auswendig Decken-Ventikennen – sonst latoren, WLAN, hast du etwas komplette Küche, verpasst. Der Zimmerreinigung längste Strand und eine Veranda der Seychelmit Meeresblick. len ist der „ B e a u - Va l lon Beach”. Schnorchel Er ist wunderbar mitbringen! lassen ele baumeln Se e di h ac nf zum Schnorcheln Natürlich wirst du Ei

Der längste Strand ist der „Beau-Vallon Beach” Das war nicht immer so. 2007 wurde eine Mitarbeiterin gefeuert, weil sie Extra-Gebühren für die Studenten einführte. Seitdem war eine Seychellen-

Sogar eine Veranda mit Meeresblick

Unterkunft

nhaus auf

es Woh Ein typisch

ellen

den Seych

geeignet und liegt direkt am Yellow Beach Cottage. Nicht umsonst gehört Schnorchel-Ausrüstung zu den wenigen Dingen, die man mitbringen sollte. Zu Fuß erreichst du in wenigen Minuten Hotels, die Tauchausrüstung anbieten sowie zahlreiche Restaurants. Deine Arbeitsstätte, das Victoria Hospital, erreichst du in 15 Minuten mit dem Bus.

Adresstipps:

es mir, zu den besten Studenten des Jahrgangs zu gehören. Damit war mir ein Studienplatz in Deutschland sicher.

rungen gemacht und gelernt, dass man nicht immer den leichtesten Weg gehen sollte, um seine Träume zu verwirklichen.

Krankenhaus: Mrs Monica Servina ictoria Hospital Servina9mr@yahoo.com Wohnen: YELLOW BEACH COTTAGE Belombre, Mahé, Seychelles soleil235@gmail.com

Auf Umwegen zum Erfolg Über Ungarn ins Medizinstudium von Christian Heeger

K

ein Studienplatz in Sicht: Warten oder ins Ausland gehen, um mit dem Medizinstudium zu beginnen? Christian Heeger hat sich für die zweite Alternative entschieden. Sein Bericht über das Studieren an der Semmelweis-Universität Budapest, Ungarn. Als Zivildienstleistender beim Deutschen Roten Kreuz entdeckte ich mein Interesse an der Medizin. Ein Medizinstudium in Deutschland kam für mich jedoch leider nicht in Frage, fehlte mir ein sehr gutes Abitur. Um meinen Traum verwirklichen zu können, blieb mir die Wahl, entweder 5-6 Jahre zu warten oder ins Ausland zu gehen, um dort mein Glück zu versuchen. Einer der Ärzte, mit denen ich in meiner Zeit als Zivildienstleistender zusammenarbeitete, wies mich auf die Semmelweis-Universität in Budapest, Ungarn, hin. Ich machte mich schlau: An der Semmelweis-Uni werden die Studienplätze auch nach anderen Gesichtspunkten als nur dem Abitur, z.B. Leistungskurswahl und -noten, abgeleisteter Zivildienst, soziales Engagement vergeben. Ich fand heraus,

dass es an dieser Universität seit 25 Jahren einen deutschen Studiengang in Medizin gibt, und dass pro Jahr ca. 180 deutsche Studenten in Budapest ihr Studium beginnen. Nach vier Semestern und dem Physikum besteht die Möglichkeit nach Deutschland zu wechseln. Sofort bewarb ich mich um einen Studienplatz. Nachdem ich meine Zusage erhalten hatte, machte ich mich auf nach Ungarn.

Wunderschöne Stadt

Am Anfang war alles neu für mich. Die meisten Ungarn sprechen weder englisch noch deutsch und das Ungarische ist eine verdammt schwere Sprache. Da in meinem Semester jedoch viele deutsche Studenten waren, war es leicht neue Leute kennen zu lernen und Freundschaften zu schließen. Um auch in Kontakt mit den Ungarn treten zu können, wurden wöchentlich vier Stunden ungarische Sprache unterrichtet. Zusätzlich gehörte Sport zum Lehrplan – meiner Meinung nach ein guter Ausgleich zum stressigen UniAlltag.

Es war sehr spannend für mich, in dieser wunderschönen Stadt des ehemaligen Ostblocks zu leben, die dortige Mentalität der Menschen kennen zu lernen. Sogar den EU-Beitritt, der in Ungarn mit einem großen Feuerwerk gefeiert wurde, erlebte ich mit! Die Vorklinik, in der die Grundlagen des ärztlichen Wissens vermittelt werden, hat man auch in Ungarn mit dem Klinikalltag wenig zu tun: Wie in Deutschland ist es ein riesiger Berg an Wissen, den wir uns aneignen mussten. Nur durch kontinuierliches Lernen und ständiges Wiederholen war es möglich dies alles zu schaffen. Da ich unbedingt nach vier Semestern in Deutschland weiterstudieren wollte, j e d o c h bei Weitem nicht alle Studenten aus Budapest einen Studienplatz bekommen, mussten gute Noten her. Durch harte Arbeit und Disziplin gelang

Eine gute, aber nicht ganz billige Alternative zum Warten auf den Studienplatz: Medizin in Budapest

Umgewöhnung

Seit zwei Jahren studiere ich jetzt in Deutschland. Das Studium ist hier etwas anders aufgebaut als in Ungarn, z.B. musste ich mich an die Multiple-ChoiceAufgaben gewöhnen, da an der Semmelweis-Universität die Prüfungen mündlich abgehalten werden. Von den deutschen Medizinstudenten wurde ich sehr nett empfangen und konnte mich schnell in einen neuen Freundeskreis einbringen. Vor zwei Jahren begann ich mit einer experimentellen Doktorarbeit, in der ich die Grundlagen der Arterienverkalkung erforsche. Aufgrund guter Noten erhielt ich zur Unterstützung dieser Arbeit, die Zusage für ein Promotionsstipendium.

Studieren in Ungarn

Fazit

Mehr Infos: www.medi-learn.de/CA0119 www.ungarnstudium.hu

Der Umweg über Ungarn hat sich für mich in jedem Fall gelohnt. Ich habe viele Erfah-

Die Semmelweis-Universität Budapest bietet seit 1983 die Möglichkeit an, Medizin (Vorklinik) in deutscher Sprache zu studieren. Erst ab dem dritten Studienjahr werden Ungarischkenntnisse vorausgesetzt. Der Ausländeranteil der rund 4.000 Studenten der Fakultäten Humanmedizin, Zahnmedizin und Pharmazie liegt bei 30%. Das Studium ist teuer: Die Gebühren liegen derzeit bei 5.800 Euro pro Semester. Auch die Universitäten Szeged und Pecs bieten deutschsprachige Medizinstudiengänge an.


MEDI-LEARN Zeitung 03/2009