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Auf in die dritte Runde!

Die Zeitung für Medizinstudenten und junge Ärzte

Mullbinden, Trachealtuben und Kaffeetassen sind längst so etwas wie Markenzeichen der Cartoons von Daniel Lüdeling geworden. Schon seit seinem Zivildienst nimmt der Mediziner in Karikaturen den Alltag von Ärzten und Rettungsdienstlern aufs Korn und meistens auf die Schippe. 100 dieser oft makabren kleinen Meisterwerke wurden wieder zusammen gesammelt und im neuen „Cartoonbuch drei“ auf Papier gebannt. Ein schickes und die Lachmuskeln trainierendes Geschenk.

ZEITUNG

Mehr dazu auf den Seiten 6 und 7

Ausgabe 02/12 ∙ März /April 2012 ∙ In Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag ∙ www.medi-learn.de ∙ ISSN 1860-8590 ∙ 1,90 €

Praktisch und mündlich Hohe Anforderungen im Physikum der Zahnmediziner

Option für die Wartezeit Ausbildung bereitet auf das Medizinstudium vor

Zweifel vor dem Praktikum Werde ich den Anforderungen gewachsen sein?

Für etliche Semester stellt die Zahnärztliche Vorprüfung die mit Abstand höchste Hürde von allen dar. Neben praktischen Prüfungen gilt es in vier Fächern mündliche Prüfungen zu bewältigen. Für diesen Fall ist dein ganzes Können gefragt.

Die Ausbildung zum Assistenten im Rettungsdienst ist eine perfekte Option für die Wartezeit. Sie bereitet dich in vielerlei Hinsicht bereits auf das Studium vor. Sei es mit praktischen Erfahrungen in erster Hilfe oder grundlegendem Wissen im Bereich der Anatomie.

Bevor es mit dem Medizinstudium losgeht, ist die erste praktische Erfahrung in Form des Krankenpflegepraktikums zu absolvieren. Bereits hier treten Fragen und Zweifel auf, ob man mit Patienten, mit der Pflegetätigkeit und Krankheiten zurecht kommen wird.

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Sehr attraktive Bedingungen Jedes Jahr lassen sich 1000 bis 2000 ausländische Ärzte in Deutschland nieder von Nina Dalitz (MEDI-LEARN Redaktion)

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r ist 25, er ist Arzt und seit über einem Jahr arbeitet er in Bochum in der Chirurgie. Englisch spricht er fließend, Deutsch sowieso. Und Griechisch, denn Christos Peveretos kommt ursprünglich nicht aus Deutschland, er hat in Athen Medizin studiert. In Griechenland hätte er auf seine Wunschstelle warten müssen, in Deutschland hat er sie direkt nach dem Studium bekommen. „Deutschland ist von den Ländern mit hohem medizinischem Standard das, wo man am einfachsten als Arzt anfangen kann.“ Gerade innerhalb der EU gibt es hier noch am wenigsten Hindernisse für ausländische Ärzte. Außerdem lernen recht viele Europäer Deutsch in der Schule. So auch Christos Peveretos. Um seine Kenntnisse zu vertiefen, war er während des Studiums für ein Semester in Wien und hat nach dem Studium einen Intensivkurs besucht. Andere griechische Ärzte zieht es in englischsprachige Länder oder, wenn sie in der Schule Französisch hatten, nach Frankreich und in die Schweiz. Doch das Ziel Deutschland ist eines der beliebtesten, nicht nur bei den Griechen. „Die Tendenz ist steigend,“ sagt Peveretos.

ÄRZTE WANDERN NICHT NUR AUS DEUTSCHLAND AUS Es wird oft darüber geklagt, wie viele deutsche Ärzte ins Ausland abwandern. In die Schweiz, nach Schweden, nach England. Mühsam und für viel Geld werden die Mediziner an heimischen Unis ausge-

bildet und dann stellen sie ihre Arbeitskraft einfach einem anderen Land zur Verfügung. Tatsächlich sind aktuell 19.000 deutsche Ärzte im Ausland tätig. Es muss aber auch Gründe geben, den umgekehrten Weg anzutreten: extra nach Deutsch-

angehörigkeit. So ist es keine Überraschung, dass auch immer mehr Ärzte aus anderen Ländern in Deutschland anzutreffen sind. In der letzten Zeit ließen sich jährlich zwischen 1.000 und 2.000 ausländische Ärzte hier nieder. Das führte

land zu ziehen, um hier eine Stelle anzutreten. Denn rund 22.000 Ärzte aus dem Ausland sind zurzeit in Deutschland berufstätig. Ob der im Ausland erworbene Studienabschluss oder die Facharztweiterbildung hier anerkannt werden, hängt von der Art der Qualifikation, dem Staat, in dem diese erworben wurde und von der Staatsbürgerschaft des Arztes ab. Aktuell haben 15,7 Millionen der Einwohner Deutschlands einen Migrationshintergrund. Das sind fast 20 Prozent. Von ihnen ist ein Drittel hier geboren, zwei Drittel sind zugewandert. 6,8 Millionen haben sogar ausschließlich eine ausländische Staats-

dazu, dass die Gesamtzahl der berufstätigen ausländischen Ärzte von 12.000 im Jahr 2000 über 15.000 im Jahr 2005 auf 22.000 im Jahr 2010 stieg.

DIE MEISTEN KOMMEN AUS ANDEREN STAATEN DER EU Die meisten ausländischen Ärzte in Deutschland kommen von nicht allzu weit her, nämlich aus Europa. Insgesamt 11.700 aus anderen Staaten der EU, 4.300 aus dem restlichen Europa. Den größten Anteil machen dabei die 1.900 Österreicher aus. Es folgen Griechen (1.700), Russen (1.500) und Polen (1.400). Insgesamt

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sind 3.800 der berufstätigen Ärzte in unserem Land aus Asien, 1.000 aus Afrika und nur eine Minderheit aus Amerika, Australien und sonstigen Staaten. Dem guten Ruf der deutschen Klinik folgen also nicht nur die 71.000 Patienten mit ausländischem Hauptwohnsitz, die sich zum Beispiel 2008 in deutschen Kliniken behandeln ließen. Auch Ärzte zieht es nach Deutschland. Der gute Ruf der Klinken ist dabei nicht der einzige Grund. Je nach Herkunftsland spielen auch Arbeitslosigkeit, schlechte Bezahlung oder die Arbeitsbelastung eine mehr oder weniger bedeutende Rolle für den Umzug. Wenn ein Arzt in einem anderen Land beschließt, ins Ausland zu gehen, dann fällt die Wahl, zumindest bei Ärzten aus der EU, nicht selten auf Deutschland. Einerseits gibt es in unserem Land immer noch recht viele freie Stellen – man muss sich nur den dicken Stellenteil des Ärzteblattes ansehen. Sogar die Fachrichtung ist frei wählbar, wenn der Bewerber nicht zu sehr auf ein bestimmtes Krankenhaus oder eine bestimmte Stadt fixiert ist. Das sieht in vielen Ländern anders aus: Dort muss zum Teil mehrere Jahre auf die gewünschte Fachrichtung „gewartet“ werden. Weiterhin wird in nicht wenigen Ländern Deutsch in der Schule gelehrt, sodass bei den Medizinern zumindest schon Grundkenntnisse vorhanden sind. Außerdem erkennt Deutschland Medizinstudienabschlüsse aus der EU (wenn auch der Arzt selbst EU-Bürger ist) ohne Probleme

Wunsch nach mehr Familienfreundlichkeit

an und verlangt im Gegensatz zu einigen anderen Staaten keine weiteren Prüfungen oder ähnliches.

APPROBATION ODER ZUMINDEST EINE BERUFSERLAUBNIS Denn Mediziner mit Abschlüssen aus anderen Ländern benötigen zur Berufsausübung ebenso wie in Deutschland ausgebildete Ärzte eine Approbation oder zumindest eine Berufserlaubnis: Die Approbation ist die uneingeschränkte Berufszulassung. • Ein Recht auf ein Approbationsverfahren haben EU-Angehörige, Angehörige weiterer Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), also Island, Liechtenstein und Norwegen sowie Angehörige der Schweiz. Dasselbe gilt für Spätaussiedler, da sie deutsche Staatsangehörige sind. Für all diese Gruppen wird die Approbation in der Regel ohne Probleme erteilt. Voraussetzung ist, dass der Studienabschluss ebenfalls in einem der genannten Länder erfolgte. Andernfalls nur in Ausnahmefällen (siehe Broschüre des Bundesamtes für Migration). Fortsetzung auf Seite 9

Inhalt Für euch gelesen Drei eher kurzgefasste Lehrbücher zum Thema Pädiatrie stellen wir euch in dieser Ausgabe vor. Sie sollen sich sowohl für das vorlesungsbegleitende Lernen als auch die Vorbereitung auf eine bevorstehende Prüfung eignen, wenn die Zeit für ausführliches Lesen in der Regel fehlt. Seite 04

Anästhesie

Trickfilme gegen Tränen Viele Kinder haben Angst vor einem operativen Eingriff und der bevorstehenden Narkose. Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin empfiehlt deshalb ein kindgerechtes Vorgehen. Gute Erfahrungen gibt es mit Trickfilmen, die sich die Kleinen vor der OP auf Smartphones oder Tablet-PCs ansehen. Seite 05

Projekt „Freundilie“ der bvmd veröffentlicht Ergebnisse einer Umfrage unter jungen Medizinern von Ines Behlert (MEDI-LEARN Redaktion)

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er Beruf des Arztes ist verantwortungsvoll und zeitaufwendig. Das beginnt bereits im Studium und zieht sich bis in die Facharztzeit. Schon seit Längerem fragen sich Medizinstudierende und junge Mediziner, wie sie unter diesen Bedingungen einer eigenen Familie und der Pflege von Freundschaften gerecht werden können. Dabei ergab eine Umfrage der Uni Trier, dass gerade diese Punkte ihnen für die berufliche Zukunft wichtig sind. Das Projekt „Freundilie – für Freunde und Familie“ der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) hakte mit einer Umfrage nach und veröffentlichte nun die Ergebnisse. Um Stimmungslage und Meinungen der Medizinstudierenden und Jungmedi-

Recht & Geld ziner detaillierter untersuchen zu können, wurde ein Fragebogen entwickelt und über die Fachschaften Medizin verschickt. Auf diese Weise sollten möglichst viele Studierende erreicht werden. Mehr als 2000 Teilnehmer gaben Auskunft und verstärken durch ihre Antworten den Eindruck, dass dringend Änderungen im Bereich der Familienfreundlichkeit nötig sind, um den Jungmedizinern ein zufriedenstellendes Arbeitsumfeld zu bieten. Bereits aktuell wird eben dieses fehlende Umfeld als zweithäufigster Grund für die Aufgabe der kurativen ärztlichen Tätigkeit angegeben. Knapp 70 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass Kinder allgemein ein Karrierehindernis sind. Unter den bereits praktizierenden Ärzten wurde diese An-

gabe dabei deutlich häufiger gemacht als unter den Medizinstudierenden. Noch düsterer wird das Bild bei der Betrachtung der Frage, ob die Forderung nach Familienfreundlichkeit Einfluss auf die Bewerbungschancen hätte: Ganze 90 Prozent der Teilnehmer sind sich sicher, dass eine solche Forderung die Chancen verschlechtert. Gleichzeitig sind sie aber auch davon überzeugt, dass familienfördernde Maßnahmen keine negativen betriebswirtschaftlichen Folgen hätten. Die Bereitschaft zur Familiengründung ist durchaus vorhanden: Mehr als zwei Drittel der teilnehmenden Studierenden gaben an, sich ein Kind während des Studiums vorstellen zu können – familienfreundliche Maßnahmen an den Universitäten voraus-

gesetzt. Zugleich wäre in diesem Bereich etwas mehr Flexibilität gefragt. Denn außer der Kinderbetreuung finden sich kaum weitere Angebote wie Teilzeit oder Netzwerke für Eltern, die genutzt werden könnten. Es zeigt sich also dringender Handlungsbedarf. Wenn die Abwanderung von Ärzten in die Privatwirtschaft und ins Ausland gestoppt werden soll, müssen Arbeitsplätze familienfreundlich gestaltet werden, um den Jungmedizinern eine Perspektive zu bieten. Neben den nötigen politischen Veränderungen müssen aber auch die einzelnen Kliniken überlegen, wie sie diesem Wunsch entgegenkommen können. Geschieht dies nicht, dürfte ein zunehmender Ärztemangel nicht weiter überraschen – trotz zahlreicher hervorragend ausgebildeter Mediziner.

Klagen als letztes Mittel Nicht jeder erhält auf Anhieb einen Studienplatz, denn der Numerus Clausus ist extrem hoch und es gibt sehr viel mehr Interessenten als Plätze. Manchem erfolglosen Bewerber erscheint eine Studienplatzklage als letztes Mittel, doch der Gang vor Gericht kann teuer werden. Seite 10

Preisrätsel

Rund um die Skriptenreihe Unter Studenten ist sie längst ein Dauerbrenner, denn die MEDI-LEARN Skriptenreihe bietet in vieler Hinsicht die optimale Vorbereitung auf das Physikum. In unserem Rätsel möchten wir von dir wissen, was genau die Reihe so besonders macht. Zu gewinnen gibt es eine Städtereise und zehnmal ein Cartoonbuch. Seite 11


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Medizin aktuell Kurz notiert

Solarium stellt hohes Krebsrisiko dar

1992 bewertete das Expertenkomitee der WHO Sonnenbänke und Solarien noch als nur „wahrscheinlich“ karzinogen. Bei ihrem letzten Treffen stuften die Wissenschaftler die Solarien aber in die höchste Kategorie der Krebsrisiken ein. Sie trafen diese Entscheidung nach Bewerbung der neuesten Forschungsergebnisse. Aus denen geht hervor, dass sich das Melanomrisiko bei Menschen um 75 Prozent erhöhte, wenn sie vom 30. Lebensjahr an regelmäßig Geräte zum Hautbräunen benutzten. www.medi-learn.de/info15139

Wieso Medizin?

„Ich möchte gerne mit Menschen arbeiten.“ Das ist mit knapp 75 Prozent die am häufigsten angekreuzte Antwort auf die Frage an Studienanfänger, warum sie sich für Medizin entschieden haben. Für 28 Prozent sind Vorbilder im Familien- und Bekanntenkreis der Grund. Für 38 Prozent sind es die guten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die befragten Mediziner konnten mehrere der 15 aufgelisteten Gründe angeben. Unabhängig von der Frage nach der Studienwahl geben 40 Prozent von ihnen an, dass es in ihrer Herkunftsfamilie bereits Mediziner gab. www.medi-learn.de/info15301

Angst vor Kaffee

150 Liter Kaffee lässt sich jeder Deutsche übers Jahr verteilt schmecken. Bei manchen Menschen ruft das Getränk aber Unruhe, Schweißausbrüche und eine unbestimmte Angst hervor. „Wir konnten zeigen, dass eine Variante im Gen des Adenosin-A2A-Rezeptors eine wichtige Rolle in diesem Prozess spielt“, so ein Würzburger Wissenschaftler. Wer diese Genvariante von beiden Elternteilen vererbt bekommen hat, reagiert schon auf mittlere Dosen Kaffee – etwa zwei Tassen – mit Angsterscheinungen, die allerdings vorübergehend sind. www.medi-learn.de/info15304

„Söldnermentalität“

Lange Zeit nahezu tabuisiert, führt langsam kein Weg mehr daran vorbei, die rasanten Entwicklungen um die Honorarärzte offen zu legen. Sie sind Freiberufler, die überall dort einspringen, wo der Betrieb einer Klinik oder eines Notarztstandortes akut gefährdet ist. Die Nachfrage nach Honorarärzten ist regelrecht explodiert. Immer mehr Firmen spezialisieren sich auf deren Vermittlung. Laut einer Studie aus dem Jahr 2009 ist der typische Honorararzt Anästhesist, hochqualifiziert, überwiegend männlich und durchschnittlich eher älter; doch die Branche wandelt sich stetig. www.medi-learn.de/info15309

Bewerberworkshop Worauf legen Chefärzte wert? Ansprechpartner und Termine unter www.aerzte-finanz.de

März/April 2012

„Dem Körper auf die Beine helfen“ Wissenschaftler wollen Heilungsprozesse beschleunigen von Florian Michaelis

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enn wir uns in den Finger geschnitten haben, brauchen wir ein Pflaster und etwas Geduld, den Rest erledigt der Körper von allein. Er lässt die Wunde verheilen. Doch nicht immer kann sich der Körper selbst helfen. An der Berlin-Brandenburg School for Regenerative Therapies arbeiten Ärzte, Biologen, Biochemiker, Ingenieure und Materialwissenschaftler mit vereinten Kräften daran, dem Körper Hilfe zur Selbsthilfe zu geben – damit sich krankes oder verletztes Gewebe regenerieren kann. Dabei bilden sie gleichzeitig einen neuen Typ von Forscher aus, dessen Expertenwissen weit über die Grenzen des eigenen Faches hinausgeht. Ein Knochenbruch kann eine langwierige Geschichte sein, das weiß jeder, der schon einmal einen Gipsverband tragen musste. Wie aber lässt sich die Heilung beschleunigen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Jessica Kopf. Die 27-Jährige forscht als Doktorandin an der Berlin-Brandenburg School für Regenerative Therapies (BSRT). Sie will herausfinden, welchen Einfluss verschiedene Behandlungsmethoden aufeinander haben. So lässt sich etwa ein Heilungsprozess beschleunigen, wenn man die Bruchstelle des Knochens mit bestimmten Proteinen behandelt. „Das funktioniert im Labor ziemlich gut“, sagt sie, bei echten Patienten allerdings bislang noch nicht immer so erfolgreich wie erhofft. Die Forscherin untersucht, vereinfacht gesagt, ob und wie die Fixierung – Gipsverband, Schiene, Metallplatte – Einfluss auf den Erfolg der ProteinBehandlung hat. Was passiert mit den Zellen, wenn mechanische Kräfte wie beim Laufen auf sie einwirken? Solche Fragen beschäftigen sie, und deshalb belastet sie Zellen künstlich und untersucht deren Reaktionen. So sind in ihrer Arbeit Mechanik, Biochemie und Medizin verbunden. Manchmal scheint es zwar, als sei Interdisziplinarität zu einem puren Modewort geworden in der Wissenschaft. Doch in der Forschung zur Regenerativen Medizin ist man darauf angewiesen, dass die Doktoranden über Fächergrenzen hinausblicken. Das lernen sie an der Graduiertenschule

BSRT, die im Rahmen der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern gefördert wird. Mehr noch: Es ist der Grundgedanke, Materialwissenschaftler, Ingenieure, Ärzte, Biologen und Biochemiker zusammenzubringen, um neue Therapien und Be-

medizinischen Fakultät von Freier Universität und Humboldt-Universität. Er meint die drei Ausbildungspfade: den medizinischen, den ingenieurwissenschaftlichen und den biologischen. Sie sind allerdings eng miteinander verknüpft, so-

handlungsmethoden zu entwickeln. Die Wissenschaftler aus den verschiedenen Fachgebieten wollen dem Körper helfen, sich selbst zu helfen – zu regenerieren. Sie konzentrieren sich dabei auf vier Krankheitsfelder: auf gebrochene Knochen, beschädigte Knorpel und verletztes Muskelgewebe, Erkrankungen des Herzmuskels und Störungen des Nerven- und des Immunsystems. „Wir bringen an der Schule verschiedene akademische Welten zusammen“, sagt Georg Duda, Sprecher der BSRT und Direktor des Julius Wolff Instituts an der Charité, der gemeinsamen

dass etwa Ingenieure mehr über die Biologie erfahren und umgekehrt. Dudas Büro liegt auf dem Campus Virchow-Klinikum, dem Hauptsitz der Schule. „Wir reden nicht nur über interdisziplinäre Forschung“, sagt er, „wir praktizieren sie – mit sehr vorzeigbaren Ergebnissen.“ Das hat sich auch beim akademischen Nachwuchs herumgesprochen: Rund 90 Doktoranden forschen bereits an der BSRT. Während sich für den ersten Jahrgang, den von Jessica Kopf, noch rund 100 Uni-Absolventen bewarben, versuchen es mittlerweile mehr als 300. Sie kommen nicht nur

aus Europa, sondern auch aus Süd- und Nordamerika sowie Asien; die Geschäftssprache ist Englisch. Die besten Bewerber müssen drei Tage im Assessment-Center überstehen, lernen sich so aber auch gleich kennen. „Das schweißt zusammen“, sagt Duda. Künftig will er im Wettkampf um die besten Köpfe auch dem talentierten Nachwuchs eine Brücke in die Forschung bauen: Herausragende Master-Studenten sollen frühzeitig an die Forschung in der Graduiertenschule herangeführt werden, um hier Masterarbeiten und später ihre Promotion zu machen. Außerdem sollen Postdoktoranden aus aller Welt die Möglichkeit erhalten, mit ihren innovativen Ideen an der Graduiertenschule zu forschen und von dem Know-how der Forscher zu profitieren, die sie auf ihrem Weg zu einer akademischen Karriere unterstützen. Jedes Promotionsprojekt wird schon jetzt von zwei Professoren unterschiedlicher Disziplinen betreut. So kümmert sich Duda um die Arbeit der Doktorandin Kopf gemeinsam mit Petra Knaus, Biochemie-Professorin an der Freien Universität und wissenschaftliche Koordinatorin der BSRT. Sie fragte sich zu Beginn: Kann ein Doktorand wirklich gleichermaßen kompetent im eigenen Fach sein und offen genug für die anderen Disziplinen? „Ich war gespannt, ob der Spagat gelingt“, sagt Knaus – und zieht heute eine positive Bilanz. Künftig würden die Nachwuchsforscher aber noch stärker in Projektgruppen zusammenarbeiten, damit nicht jeder Einzelne die gesamte interdisziplinäre Last tragen müsse. Auch wenn die Doktoranden der Schule bereits jetzt herausragende Publikationen vorweisen können, so hoffen die Wissenschaftler auf die Möglichkeit, das Ausbildungskonzept ihrer Graduiertenschule erweitern zu können. Denn der Bedarf an hochqualifizierten jungen Forschern in der Biomedizin wird weiter zunehmen. Jessica Kopf will spätestens im kommenden Frühling ihre Ergebnisse vorstellen, wenn sie ihre Arbeit bei der Disputation verteidigt. Noch verrät sie nicht, was genau sie herausgefunden hat. Die Zeit an der BSRT habe sich aber gelohnt: „Mir hat das viel gebracht“, sagt sie. Das gelte auch für die angebotenen Zusatzkurse wie „Wissenschaftliches Schreiben“. Nach der Promotion steht für sie fest: „Ich will auf jeden Fall in der Forschung bleiben und meinen Teil zur Entwicklung künftiger Therapien beitragen.“ Weitere Informationen unter www.bsrt.de

Im „Physikum“ zeigst du dein ganzes Können Mündliche Prüfungen für Zahnmediziner in vier Fächern und praktische Aufgaben MEDI-LEARN Redaktion

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as „Physikum“ der Zahnmediziner ist – anders als in der Humanmedizin – nicht die erste Prüfungs-Hürde in deinem Studium, in dem ja bereits nach dem ersten Jahr ein „Vorphysikum“ stattfindet. Aber für etliche Semester stellt die Zahnärztliche Vorprüfung die mit Abstand höchste Hürde von allen dar. Doch mit solider Lernstrategie wirst du sie überwinden und dafür mit dem Eintritt in den klinischen Teil und obendrein einem klangvollen Titel belohnt: Bisher warst du noch schlichter studiosus med. dent. – nach bestandener Vorprüfung immerhin schon ein candidatus med. dent.! Die meisten Studenten stellen sich den auf mehrere Tage verteilten mündlichen Prüfungen und dem einwöchigen praktischen Teil des Physikums nach Ende ihres fünften Fachsemesters. Vorgeschrieben ist das nicht, und viele machen von der Möglichkeit Gebrauch, lieber noch ein halbes Jahr länger zu lernen, also nach dem sechsten Semester anzutreten. Zwar nicht dir Regel, aber durchaus erlaubt sind auch Physikums-Anmeldungen nach dem siebten

oder achten Fachsemester. Termine gibt es zweimal jährlich in der vorlesungsfreien Zeit, also im Februar/März sowie im August/September. Mündlich geprüft wird in vier Fächern: Anatomie, Physiologie, Biochemie (Physiologische Chemie) und Zahnersatzkunde. Während für schriftliche Prüfungen, vor allem die vom MultipleChoice-Typ, hauptsächlich Fakten gepaukt werden, kommt es spätestens jetzt auf wirkliches Verstehen des Stoffes an. Und das beweist du am besten dadurch, dass du das Gelernte in eigenen Worten erklärst. Das geht nirgends besser als in einer Lerngruppe, die idealerweise aus vier Leuten besteht. Als Vierergruppe dürft ihr nämlich auf Wunsch die Prüfung gemeinsam ablegen, was fast immer enorme psychologische Vorteile hat. Natürlich ist der genaue Ablauf des Physikums von Uni zu Uni immer etwas verschieden, und es werden vielerorts Informationsveranstaltungen angeboten, in denen unter anderem die zahlreichen Vo-

raussetzungen für eine Anmeldung erläutert werden. Um nämlich an den Prüfungen teilnehmen zu dürfen, musst du fristgerecht ein Sammelsurium von Scheinen abgeben: • Bestehen des Vorphysikums • Teilnahme an je einer Vorlesung über Histologie und Embryologie • Teilnahme an zwei Vorlesungen über Physiologie, • Biochemie (Physiologische Chemie) und Werkstoffkunde • Teilnahme an drei Vorlesungen im Fach Anatomie Da das Physikum aus einem mündlichen und einem praktischen Teil besteht, ist zudem der Nachweis deiner Teilnahme an einem bunten Strauß praktischer Kurse und Übungen gefordert: • Anatomische Präparierübungen („Präpkurs“, ein Semester) • Praktikum in Physiologie • Praktikum in Biochemie (Physiologischer Chemie) • Mikroskopisch-anatomischer Kurs (Histologie)

• Technisch-propädeutischer Kurs „TPK“ • (Einführung in zahntechnisches Arbeiten) • Phantomkurs I und II der Zahnersatzkunde Keine Angst: Das Phantom, dem du im Studium ab und zu begegnen wirst, schleicht nicht nachts im Keller der städtischen Oper herum. Es handelt sich vielmehr um einen Plastikkopf mit Kunststoffzähnen, an dem du deine praktischen Fähigkeiten beweisen kannst. Im Vorfeld des Physikums hast du dazu außerdem während des „freien Präparierens“ Gelegenheit. Neben dem „Präpsaal“ werden auch die Mikroskopiersäle zu bestimmten Zeiten speziell für Examenskandidaten geöffnet, und eventuell gibt es an deiner Hochschule sogar ein mehrwöchiges Anatomie-Tutorium auf freiwilliger Basis. Falls ja, solltest du unbedingt daran teilnehmen. Weitere Infos zum Ablauf des Physikums findest du in der nächsten MLZ-Ausgabe!


März/April 2012

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Lernen im Ausland

Famulieren an der Valparaiso University Erfahrungsbericht über einen Aufenthalt in Indiana, USA MEDI-LEARN Redaktion

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iele Studenten überlegen, eine Famulatur in den USA zu machen. Ich kann es durchaus empfehlen, denn meine Zeit an der Valparaiso University im USBundesstaat Indiana war in jeder Hinsicht lohnenswert. Nach erfolgreicher Bewerbung nahm ich Kontakt mit Dr. Hugh McGuigan auf, damals Chef des dortigen Auslandsbüros. Er teilte mir mit, dass ich nicht unbedingt ein Visum benötige, sondern über das so genannte „Visa Waiver Program“ einreisen könne. Weil mir das aber zu unsicher war, habe ich mich beim amerikanischen Generalkonsulat in Frankfurt um ein B1/2-Visum beworben. Es empfiehlt sich, die zehn US-Dollar Gebühr zur Terminvereinbarung über das Internet zu bezahlen (nur per Kreditkarte möglich), zumal die Kosten über die Hotline wesentlich höher ausfallen. Eine Vorlaufzeit von über einem Monat sollte dabei eingeplant werden. Oft ist erst einige Wochen nach der Anfrage ein Termin frei, und der Reisepass mit dem Visum wird dann etwa eine Woche später per Post zugestellt. Die Visumvergabe verlief absolut problemlos. Ich habe nur etwa fünf Minuten mit Konsulatsmitarbeitern gesprochen, aber die gesamte Prozedur dauerte drei bis vier Stunden. Es sollte also ein Buch zum Lesen mitgenommen werden, zumal elektronische Geräte wie MP3-Player und dergleichen aufgrund von Sicherheitsbestimmungen nicht mit ins Konsulat genommen werden dürfen.

HINFLUG UND WEITERREISE MIT DEM BUS Ich bin mit Delta über Atlanta nach Chicago geflogen. Wegen der Grenzüberquerung in Atlanta sollten hier gut zwei Stunden Zeit eingeplant werden. Die Warteschlangen können aber auch länger sein, sodass drei bis dreieinhalb Stunden sicherer erscheinen. In Chicago stieg ich in einen Bus der Firma Coach USA. Den Fahrplan erhielt ich zuvor mitsamt einem Infopaket über die Uni per Post. Die Fahrt kostete 23 US-Dollar und ich musste einmal umsteigen. Schließlich kam ich dann in Merrillville an, das 33 Kilometer westlich von Valparaiso liegt. Dort wurde ich von Herrn McGuigan abgeholt.

UNTERKUNFT UND FREIZEITANGEBOTE Das amerikanische Semester hatte noch nicht angefangen, sodass ich für die erste Nacht nicht ins Wohnheim konnte und stattdessen in einem recht komfortablen Hotel untergebracht wurde. Die Nacht hat mit Studentenrabatt 70 US-Dollar gekostet. Am nächsten Tag wurde ich um 8 Uhr am Hotel abgeholt und zum Krankenhaus gefahren, wo ich Dr. Kester getroffen habe. Sie organisierte die Famulatur und war von Herrn McGuigan zuvor informiert worden, wie lange ich in welchen Fachbereichen bleiben wollte. Es war aber auch später noch möglich, jederzeit um Änderungen zu bitten. Danach bekam ich meine IDCard und wurde direkt in meine Abteilung gebracht. Am Nachmittag hat Herr McGuigan mir netterweise noch beim Umzug aus dem Hotel ins Wohnheim geholfen und mich zu einem Supermarkt gefahren, in dem ich Bettwäsche kaufen konnte. Fer-

ner habe ich von ihm ein Computer-Login für den Campus und Informationen erhalten, wo ich mir einen Studentenausweis ausstellen lassen kann. Ich war in der Scheele Hall untergebracht, einem reinen Frauenwohnheim. Zwei weitere Famulanten wohnten in der Alumni Hall, einem gemischten Wohnheim. Die Zimmer sind durchweg Doppelzimmer mit Gemeinschafts-Duschen und -Toiletten für eine Etage. Nach 19 Uhr mussten Besucher in eine Liste eingetragen und die Studentenausweise vorgezeigt werden. Außerdem wird die Student-ID zum Ausleihen von DVDs in der Bibliothek und zum Eintritt ins Fitnessstudio/Schwimmbad des Athletic Recreation Center benötigt. Ferner können die Tennisplätze mit Flutlicht auf dem Campus kostenlos benutzt werden. Auf dem Campus gibt es während der Woche immer wieder Feste, die von den verschiedenen Studentenwohnheimen organisiert werden. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in jeweils 15 bis 20 Gehminuten Entfernung. Außerdem gibt es einen für Studenten kostenlosen Bus in Valparaiso, die VLine. Sie fährt sowohl zu den zwei Einkaufzentren und dem Kino als auch zu einer Haltestelle des South Shore Trains.

Anders als in Deutschland besitzen die meisten Ärzte in den USA eine Praxis

und sind nicht beim Krankenhaus angestellt. Sie mieten sich vom Krankenhaus Belegbetten-Plätze, wenn Patienten aus

Punkt. Satz. Sieg. So punktest du im Physikum!

STATIONEN DER FAMULATUR Da an der Valparaiso University lediglich der vorklinische Teil des Medizinstudiums unterrichtet wird, sind nur selten Medizinstudenten im Porter Memorial Hospital anzutreffen. Es gibt aber eine ganze Reihe Studenten aus der Pflegeschule, die ebenfalls zur Valparaiso University gehört. Es ist also kein typisches Lehrkrankenhaus und die Ärzte freuten sich, dass sie mir manches erklären konnten. Die Betreuung war hervorragend und die meisten Ärzte sowie das Pflegepersonal verhielten sich ausgesprochen nett und hilfsbereit. Die ersten drei Wochen begleitete ich Dr. Silberman aus der Neurologie. Er arbeitet morgens einige Stunden in der Klinik und ist ab 11 Uhr in seiner Praxis.

ihrer Praxis stationär aufgenommen werden müssen. Fortsetzung im Digitalen Nachschlag

MEDI-LEARN Skriptenreihe www.medi-learn.de/skripte


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Für euch gelesen

Basiswissen Pädiatrie

Blick in die Foren

Gute Aprilscherze

des Kindes- und Jugendalters behandelt. Dabei werden Definition, Ätiologie und Pathogenese, Symptomatik, Diagnostik sowie Therapie systematisch aufgeführt, sodass die wichtigsten Fakten direkt ersichtlich und zum wiederholenden Lernen gut geeignet sind.

„Gibt es etwas Überflüssigeres als Aprilscherze?“ Kaum denn viele Aprilscherze sind einfallslos und schnell durchschaubar. Jetzt geht es wieder auf den 1. April zu und da stellt sich die Frage, ob nicht doch jemand ein paar gute Ideen hat oder sich an geniale Scherze erinnern kann. Wie wäre es mit Möbeln zum selbst aussägen, Minuspunkten in Flensburg oder der Einführung von Nachtvorlesungen? Nachzulesen in diesem Thread: www.medi-learn.de/MF63161

Vorklinikkoffer

Als Zahnmediziner brauchst du in der Vorklinik einen Vorklinikkoffer. Doch muss es unbedingt ein Neuer vom Dentaldepot sein oder „fährt man mit einem Gebrauchten vom schwarzen Brett genauso gut“? Bei diesem Thema scheiden sich die Geister. Wenn du dir einfach einen neuen Koffer kaufst, ersparst du dir zwar Stress, andererseits gibt es Sachen „die man echt gut gebraucht kaufen kann“. Tipps und direkte Angebote findest im Forum von MEDI-LEARN: www.medi-learn.de/MF19315

Titel: Basiswissen Pädiatrie Autor: C. Kröner, B. Koletzko Verlag: Springer ISBN: 978-3-540-75457-2 Preis: 29,95 Euro

Kurzbeschreibung Im Basiswissen Pädiatrie werden stichpunktartig und kompakt die Erkrankungen

Zielgruppe Die Duale Reihe eignet sich für Interessierte vom Medizinstudierenden bis zum Facharzt. Durch die umfassende Darstellung und den gleichzeitig stichpunktartigen Notizen des Kurzlehrbuchteils eignet sich das Buch sowohl zum ausführlichen Lernen als auch zum kurzen Nachschlagen.

Titel: Pädiatrie Autor: L. Gortner, S. Meyer, F. C. Sitzmann Verlag: Thieme ISBN: 978-3-13-125334-7 Preis: 54,99 Euro

Kurzbeschreibung In diesem Werk sind ausführliches Lehrbuch und kompaktes Kurzlehrbuch vereint. Auf diese Weise ist das umfangreiche Gebiet

Steckschädel Didaktische Version, 22-teilig. Qualität von 3B Scientific. Preis:

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Didaktik Die Fakten werden stichpunktartig und übersichtlich dargestellt. Zahlreiche Tabellen und Abbildungen ergänzen den Text; deutlich hervorgehobene Verweise auf andere Kapitel erleichtern das Verstehen von Zusammenhängen. Dem natürlichen Lebensalter folgend werden die Krankheiten abgehandelt. Dabei sind die Inhalte auf das Wesentliche reduziert und durch sparsame Verwendung von Farbe ruhig dargestellt. Aufbau Die Kapitel sind in unterschiedlichen Farben gehalten, die eine schnelle Orientierung ermöglichen. In Übersichtskästen sind die wichtigsten Fakten zusammengefasst. Cave-Hinweise heben in rot mögliche Komplikationen hervor. In grün gedruckte Kernaussagen bringen wichtige Lerninhalte auf den Punkt.

Preis Bezahlbare 29,95 Euro für 448 Seiten kompakter Darstellung nahezu aller Erkrankungen und Störungen des Säuglings-, Kindes- und Jugendalters. Fazit Das Basiswissen Pädiatrie eignet sich als stichpunktartige Lernhilfe für das Lernen auf den letzten Drücker. Alle nötigen Fakten werden kurz und bündig aufgezählt und sind lernfreundlich aufbereitet. Um tiefer in das Gebiet einzusteigen und Zusammenhänge fundiert zu verstehen, ist ein umfangreicheres Lehrwerk hilfreich. Wer sein bereits vorhandenes Wissen auffrischen oder eine Erkrankung nachschlagen will, der ist mit dem übersichtlichen Basiswissen Pädiatrie gut beraten. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw292 www.medi-learn.de/gw424

Inhalt Pädiatrie ist ein großes Gebiet. Von Erbkrankheiten über Entwicklungsstörungen und systemischen Erkrankungen bis zu den typischen Kinderkrankheiten werden die Krankheitsbilder ausführlich dargestellt. Oftmals werden dabei die zugrunde liegenden pathophysiologischen o. ä. Mechanismen noch einmal kurz wiederholt. Didaktik Im Allgemeinen werden die Krankheitsbilder entsprechend den betroffenen Sys-

temen abgehandelt. Besonders wichtige Hinweise werden in „Merke“-Kästen rot hervorgehoben, Schlüsselbegriffe sind durch Fettdruck markiert. Zahlreiche Bilder und Tabellen sowie Fallbeispiele veranschaulichen das Gelernte. Am mattrot hervorgehobenen Seitenrand sind die wichtigsten Stichwörter notiert; gleichzeitig ist es bei Verständnisschwierigkeiten jederzeit möglich, den direkt danebenstehenden Lehrbuchtext zu lesen. Der Anhang mit Referenzwerten und Perzentilenkurven eignet sich besonders für PJ‘ler. Aufbau Das Lehrbuch beginnt mit allgemeinen Kapiteln, ehe in die Krankheiten eingestiegen wird. Im Verlauf folgen die Erkrankungen den unterschiedlichen Systemen, wobei jedes Kapitel mit Leitsymptomen und möglichen Fehlbildungen beginnt, ehe die Krankheiten nach Gruppen geordnet vorgestellt werden. Preis Die Investition von 54,99 Euro für die 940

Seiten plus DVD mit 14 Videofilmen von Untersuchungen lohnen sich. Fazit Überaus umfangreich und gleichzeitig als Kurzlehrbuch brauchbar, so präsentiert sich die Duale Reihe Pädiatrie. Einerseits ist auf diese Weise die detaillierte Auseinandersetzung mit dem großen Feld Pädiatrie möglich, andererseits ist gleichzeitig eine prägnante Prüfungsvorbereitung gewährleistet. Zu guter Letzt eignet sich dieses Buch auch als Nachschlagewerk für all jene, die bereits in der Facharztausbildung sind und sich mit bestimmten Krankheitsbildern näher auseinandersetzen wollen oder müssen. Ein gehaltvolles Lehrbuch, dessen Anschaffung lohnt.

Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw292 www.medi-learn.de/gw425

Kompakte und übersichtliche Darstellung chendes, augenfreundliches Layout mit wenigen Farben und durch seine klare Sprache. Beides erlaubt ermüdungsfreies Lesen auch über längere Zeit. Mit einem persönlichen Zugangscode kann auf den kompletten Inhalt des Buches und einige digitale Ergänzungen, beispielsweise Videos oder Audio-Dateien, online zugegriffen werden. Die Autorin Ania Carolina Muntau ist an der Ludwig-Maximilians-Universität München für die Organisation der Lehre in der Pädiatrie verantwortlich.

Cartoonideen

Vielleicht war eine Situation so genial, dass man sie als Cartoon verewigen sollte? Dann kannst du sie bei den „Cartoonideen“ posten. Bisher wurden 37 Seiten gefüllt. Jeder, dessen Idee umgesetzt wird, bekommt einen hochwertigen Ausdruck samt Signatur des Künstlers Daniel Lüdeling zugesandt. Klick dich durch die abstrusen Ideen anderer User und nutze die Chance, den Cartoon vor deinem inneren Auge vielleicht bald wirklich in den Händen halten zu können: www.medi-learn.de/MF243

Inhalt Beginnend mit einem kurzen Kapitel über Vorsorgeuntersuchungen arbeitet sich das Buch quasi von der Geburt und möglichen Geburts- bzw. Erbschäden über die „typischen“ Kinderkrankheiten zu den verschiedenen Erkrankungen der Organsys-

in einer Form dargestellt, die sich für kontinuierliches Lernen und kurzfristige Prüfungsvorbereitung gleichermaßen eignet.

Volle Bezahlung, Verpflegung gestellt oder gar nichts? Die Bezahlung im Sanitätsdienst ist sehr unterschiedlich. Manchmal gibt es Geld ab einer bestimmten Stundenzahl, zum Teil einen festen Lohn je nach Ausbildung, ab und zu eine Fahrtkostenerstattung. Wie ist das bei dir? Arbeitest du komplett ehrenamtlich? Nebenbei oder Vollzeit? Und wie sieht das bei anderen aus? Tausche dich mit Kollegen aus: www.medi-learn.de/MF72232

Beim Blutabnehmen das ultimative „Wollen Sie Blutwurst machen?“, in der Notaufnahme „Habbe se mich vergesse?“, nicht zu vergessen die konkreten Angaben bei der Medikamentenanamnese à la „die kleinen weißen für den Blutdruck“… Welche Patientensprüche kannst du nicht mehr hören? Und welche sind die Besten, die du je gehört hast? Es geht um Alltagskomik und vielleicht darum, daraus zu lernen und sich selber als Patient besser zu benehmen, falls es mal so weit kommen sollte. www.medi-learn.de/MF73617

Zielgruppe Geeignet für Studierende als Einstieg in das Fach Pädiatrie und zur Rekapitulation der wichtigsten Begriffe vor der Prüfung. Dabei lässt sich das Buch ebenso als Nachschlagewerk der wichtigsten Kinderkrankheiten und ihrer Symptome nutzen. Für die vertiefte Auseinandersetzung und umfassende Klausurvorbereitung empfiehlt sich ein ausführlicheres Lehrbuch.

teme. Daneben werden Unfälle, psychische Störungen und Kindesmisshandlung/-missbrauch als Themen behandelt.

Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis

San-Dienst Entlohnung

Top Ten … Patientensprüche

März/April 2012

Titel: Intensivkurs Pädiatrie Autor: Ania Carolina Muntau Verlag: Elsevier, Urban & Fischer ISBN: 978-3-437-43393-1 Preis: 44,95 Euro

Kurzbeschreibung Der „Intensivkurs“ ist im September 2011 in der mittlerweile 6. Auflage erschienen. Er überzeugt durch ein anspre-

Zielgruppe Studierende, die für Pädiatrie lernen möchten, können es sowohl in der Vorlesungsbegleitung als auch für die Prüfungsvorbereitung nutzen. Inhalt Die Texte sind durchdacht und der Stoff wird nicht zuletzt durch häufige Fallbeispiele und den Praxisbezug gut verständlich präsentiert. Fotos und Zeichnungen wurden sparsam eingesetzt und sind dafür umso aussagekräftiger. Alle wichtigen

Kapitel der Pädiatrie sind behandelt, aber die Pathophysiologie kommt für Prüfungszwecke gelegentlich zu kurz. Der „Kinderpsychologie und Sozialpädiatrie“ sind lediglich neun der rund 570 Buchseiten gewidmet. Didaktik Der schon erwähnte sparsame Einsatz von Farben, der eigene Hervorhebungen mit Textmarker begünstigt, gilt nicht für die sehr zahlreichen Tabellen, mit denen Sachverhalte optisch gut strukturiert werden. Weitere didaktische Elemente sind „Merke-Kästen“, Checklisten oder Ablaufdiagramme für die Differenzialdiagnostik sowie Fallbeispiele. Aufbau Die meisten der 22 Kapitel sind bis auf die Ebene einzelner Absätze untergliedert, wodurch das Inhaltsverzeichnis hohen Nutzwert bekommt, weil beispielsweise jedes beschriebene Krankheitsbild mit einer eigenen Überschrift aufgeführt wird. Nach Definition und Pathogenese bzw. Ätiologie folgen stets kurz

und knapp Angaben zur Klinik, Diagnostik und Therapie. Preis Mit seinem durchaus angemessenen Preis von 44,95 Euro bewegt sich das Werk im Mittelfeld der kurz gefassten Lehrbücher. Fazit Es wird nicht um den heißen Brei herum geredet. Vielmehr sind grundlegende Zusammenhänge verständlich erklärt und die Krankheitsbilder ausführlich und praxisrelevant erläutert. Dass der Text dabei stellenweise an der Oberfläche bleibt, entspricht dem Konzept eines Intensivkurses. Über die effiziente Vorbereitung für mündliche und schriftliche Prüfungen hinaus finden sich dafür wertvolle Hilfen für die tägliche Arbeit im Bereich Pädiatrie. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw292 www.medi-learn.de/gw426


März/April 2012

Seite 5

Leben & Lernen

Die „Eintrittskarte“ in die Private Als Medizinstudent schon heute den späteren problemlosen Eintritt in die private Krankenversicherung als Arzt sichern. www.aerzte-finanz.de

Kurz notiert

Regelmäßig trainieren

Ein pädiatrischer Notfall, womöglich sogar eine Kinderreanimation, stellt eine enorme kognitive und emotionale Belastung für alle Beteiligten dar. Entscheidend für eine effektive Hilfe sind Kenntnisse der Prädikatespezifischen Besonderheiten, eine geeignete Notfallausrüstung und das regelmäßige praktische Notfalltraining im Team. Physiologische und anatomische Besonderheiten unterscheiden Kinder von den Erwachsenen. Die pädiatrische Arbeitsgruppe des „European Resuscitation Council“ hat 2010 die aktuellen Leitlinien veröffentlicht. www.medi-learn.de/info15314

Immun gegen Krebs

Mit Trickfilmen nehmen Anästhesisten Kindern die Angst vor der Narkose. Foto: Dr. Mario Eggers

Trickfilme gegen die Tränen Anästhesisten nehmen Kindern die Angst vor der Narkose Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI)

N

ürnberg – Bis zu 60 Prozent aller Kinder haben Angst vor einem operativen Eingriff. Gerade kleine Patienten sind vor einer Narkose (Allgemeinanästhesie) unruhig: Sie lassen sich nur unwillig von ihren Eltern trennen, geschweige denn, eine Spritze geben. Um Kindern eine Anästhesie angenehmer zu machen, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) ein kindgerechtes Vorgehen und eine geeignete Medikation. Eine aktuelle Studie zeigt zudem, dass moderne Medien selbst schwierige Kinder erfolgreich ablenken und ihnen die Angst vor der Operation nehmen. Bei 80 Prozent dieser Kinder konnten Anästhesisten die Narkose auf diese Weise ohne Maske einleiten. Kleine Kinder empfinden eine Narkoseeinleitung oft als Stress. Neben Schmerzen ängstigt sie die fremde Umgebung, oder sie haben schlechte Erinnerungen an den letzten Besuch im Krankenhaus. „Angst kann dazu füh-

ren, dass sich die kleinen Patienten vor einer Operation verweigern oder aggressiv verhalten“, sagt Dr. med. Mario Eggers aus Berlin. Damit das Team eine Operation sicher durchführen könne, gelte es, Vertrauen zu Kind und Eltern aufzubauen, betont der Anästhesist von der Anästhesiegemeinschaftspraxis Narkoseteam Berlin und der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie an den DRK-Kliniken Berlin Westend. Hilfreich kann es sein, die Kinder abzulenken. Gute Erfahrungen bei besonders ängstlichen oder unwilligen Kindern hat Eggers mit Filmen gemacht: Bereits beim Abholen in den Operationssaal bekommen die Kinder ein Smartphone oder Tablet-PC, worauf ein bei Kindern beliebter Trickfilm läuft. Die Eltern verabschieden sich anschließend kurz, dann bereitet der Anästhesist die Narkose vor. „Spätestens nach der Trennung von den Eltern hätten wir bei diesen schwierigen Kindern erwartet, dass sie sich schreiend und

weinend wehren und wir daher die Narkose mit einer Maske einleiten müssen“, so Eggers. Doch bei 20 von 25 Kindern war das nicht nötig: „Während sie wie gebannt den Film schauten, konnten wir sie problemlos an den Überwachungsmonitor anschließen.“ Um die Schmerzen des Einstichs zu lindern, trugen die Ärzte zuvor eine Creme mit einem lokal wirksamen Anästhetikum auf die Haut auf. „Meist haben die Kinder die Venenpunktion nicht einmal bemerkt oder kommentiert“, berichtet Eggers. Die gleichen positiven Erfahrungen haben Anästhesisten in Münster gemacht. „Um Kindern eine Anästhesie so angenehm wie möglich zu gestalten, sollten wir diese Ergebnisse berücksichtigen und den positiven Effekt der Medien häufiger nutzen“, erklärt Professor Dr. med. Hugo Van Aken, Generalsekretär der DGAI. Das Aufklärungsgespräch vor der Operation stehe aber an erster Stelle. „Es soll kindgerecht durch denjenigen Anästhesisten geführt werden, der

Studierende lernen gemeinsam Fächerübergreifendes Projekt an der RUB Hochschule für Gesundheit

I

m November 2011 haben sich erstmals Studierende der Hochschule für Gesundheit (hsg) und der Ruhr-Universität Bochum (RUB) zur Auftaktveranstaltung eines fächerübergreifenden Projektes an der RUB getroffen. Darin bearbeiten RUBMedizin-Studierende und hsg-Studierende der Ergotherapie, Hebammenkunde, Logopädie, Pflege und Physiotherapie reale Problemstellungen aus dem beruflichen Alltag anhand konkreter Patientengeschichten. Geleitet wird das interdisziplinäre Projekt von hsg-Vize-Präsidentin Prof. Dr. Ursula Walkenhorst, Prof. Dr. Thors-

ten Schäfer (Studiendekan der Medizinischen Fakultät der RUB) sowie Dr. Dorothea Osenberg (Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung für Allgemeinmedizin der RUB). Die praxisnahen Fallstudien werden fachübergreifend von den Studierenden mithilfe konkreter Aufgaben diskutiert und bearbeitet. Walkenhorst: „Das Projekt ist ein erster wichtiger Schritt in Richtung gemeinsames Lernen zwischen den Gesundheitsfachberufen und der Medizin. Erstmals in Deutschland lernen Studierende der fünf Studiengänge Ergotherapie, Hebammen-

kunde, Logopädie, Pflege und Physiotherapie gemeinsam mit Medizin-Studierenden. Unser Ziel ist es, unseren Studierenden von Beginn ihres Studiums an eine unkomplizierte und selbstverständliche Zusammenarbeit mit den verschiedenen Fachrichtungen und Berufsgruppen im Berufsalltag zu vermitteln.“ „Die Medizin-Studierenden der RUB haben über das berufsübergreifende Projekt mit der hsg die Möglichkeit, mehr Kenntnisse über die fünf Gesundheitsfachberufe zu erlangen, mit denen sie später in ihrem Beruf intensiv zusam-

auch die Narkose übernimmt“, rät der Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin der Universitätsklinik Münster. Außerdem helfen Medikamente, Kinder vor der Narkose zu beruhigen und Schmerzen zu lindern. Für eine optimale Narkosevorbereitung empfiehlt die DGAI, alle Möglichkeiten auszuschöpfen – von der anästhetisierenden Creme bis zum kindgerechten Trickfilm. Denn nur so könnten den kleinen Patienten schlechte Erfahrungen im Krankenhaus erspart bleiben. Der Einsatz moderner Medien sollte dabei in Zukunft als Hilfsmittel bedacht werden. Der wissenschaftliche Arbeitskreis Kinderanästhesie der DGAI hat für Eltern eigens eine Broschüre entwickelt, die über Vorbereitung, Ablauf und Sicherheit einer Anästhesie bei Kindern informiert. Interessierte können sie bei der DGAI bestellen.

MEDI-LEARN Special Anästhesie Wir bieten dir online in Kooperation mit dem Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA e.V.) im Rahmen der Aktion „Anästhesist werden“ umfassende Infos zu diesem Tätigkeitsfeld mit Zukunft. Mehr gibt es online unter www.medi-learn.de/bda

menarbeiten werden. Wir können diese gemeinsame Arbeit in dem Projekt einüben und unsere Studierende so noch besser auf den späteren Berufsalltag vorbereiten. Unser gemeinsames Ziel mit der hsg ist es, hierdurch die Versorgung im Gesundheitswesen zu verbessern“, sagte Prof. Dr. Thorsten Schäfer. Das interdisziplinäre Projekt ist an der hsg in das Modul „Gesundheitsfachberufe als Profession“ integriert. An der RUB ist das Projekt ein Wahlpflichtfach im Medizinstudium. Die Studierenden des ersten Semesters konnten sich zu dem Projekt freiwillig anmelden. An insgesamt vier Tagen bis zum 20. Dezember 2011 haben die 27 Studierenden in Kleingruppen und im Plenum Fallstudien besprochen und sowohl an der RUB als auch in der hsg gelernt.

Forscher haben die Rezeptoren von T-Zellen so verändert, dass sie Krebszellen künftig nicht mehr unerkannt links liegen lassen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass das Immunsystem sie zerstören kann. Krebszellen stammen aus körpereigenem Gewebe, weshalb das Immunsystem sie offenbar nur schwer erkennt. Die Forscher züchteten in zehnjähriger Arbeit transgene Mäuse, die auf ihren T-Zellen alle möglichen T-Zell-Rezeptoren des Menschen bilden. Nächstes Ziel ist es, diese Rezeptoren zu isolieren. www.medi-learn.de/info15315

Keine Angst!

Dass Kinder Angst vor einer Operation haben, ist eine verständliche Reaktion. Sie erschwert aber nicht nur die Arbeit des Operationsteams, sondern kann auch die Genesung nach dem Eingriff beeinträchtigen. Dagegen helfen Broschüren oder Videos, die den Ablauf erklären oder das Üben einiger Situationen, wie etwa dem Aufsetzen der Maske. Auch angstlösende Medikamente oder Ablenkung, zum Beispiel Zählaufgaben direkt vor dem Eingriff, helfen. Die Anwesenheit der Eltern verringert die Angst nachweislich nicht. www.medi-learn.de/info15320

Fit durch Wii und Co?

Action, Bewegung, Fitness, gesünderer Lebensstil – auf den Internetseiten der Hersteller von Videospielkonsolen wimmelt es von solchen Begriffen. Doch was bringen Videospielkonsolen für die körperliche Fitness? Münchner Sportmediziner haben die Sache untersucht und dämpfen die Erwartungen: „Virtueller Sport ist allenfalls Bewegung und kann echten Sport auf keinen Fall ersetzen.“ Die Belastung ist sehr gering und Bewegung macht nur einen Bruchteil der Spielzeit aus. Außerdem fehlt die Kommunikation, wie sie bei realem Sport anzutreffen ist. www.medi-learn.de/info15438

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Rubrik

März/April 2012

hinweis : Diese Erh altungsd o Wir emp sis enthä feh lt 1 resistenz len dringend ein 00 medizinische e C die meh rfach wie fraktionierte Ein artoons aus der Cartoon nahme u F derholte buch gil nd im Fa eder von Daniel t A a n uc w kann mit lle anfän Lüdeling starken N h diesmal wiede endung. Denn w glicher T r: Die un ie bereit eb gehen so herapie- . s für das verdünn wie in se enwirkungen w te Einnah V ie Krämp ltenen Fä me in ein orgängerfe llen zu u er einzig nbeabsic n im Zwerchfell en b htigter E inweisun ereich und Luftn Dosis ot einhe g in die P rsychiatrie führen.

drei

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Cartoonbuch

Seite 6

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Das Cartoonbuch geht in die dritte Runde Mullbinden, Trachealtuben und Kaffeetassen sind längst so etwas wie Markenzeichen der Cartoons von Daniel Lüdeling geworden. Schon seit seinem Zivildienst nimmt der Mediziner in Karikaturen den Alltag von Ärzten und Rettungsdienstlern aufs Korn und meistens auf die Schippe. 100 dieser oft makabren kleinen Meisterwerke wurden wieder zusammen gesammelt und in „Cartoonbuch drei“ auf Papier gebannt. Wieder gibt es Zusatzangebote im Internet: E-Card-Versand, Audio- und Videodateien ergänzen den repräsentativen Band. Ein schickes und die Lachmuskeln trainierendes Geschenk, das einen Platz in der Rettungswache oder auf Station verdient.


Rubrik

M채rz/April 2012

Vorsicht,

hochdosierter Humor!

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Seite 7


Seite 8

Rubrik

Sicherheit weltweit Mit dem neuen Haftpflichtschutz ins Pflegepraktikum, in die Famulatur oder ins Praktische Jahr. www.aerzte-finanz.de

Kurz notiert

Zu viel Wissenschaft

Bei einer Befragung konnten Studenten der Charité Berlin zu folgender Aussage Stellung nehmen: „Im Studium wird zu sehr die Wissenschaft betont und zu wenig die Vorbereitung auf den Beruf.“ 40 Prozent der Studienanfänger und 47 Prozent der Studenten im letzten Studienjahr stimmten dem zu. In den letzten Jahren liefen in Berlin parallel zu einem Regelstudiengang der „Reformstudiengang Medizin“ (RSM). Von den Studienanfängern des RSM fanden nur 16 Prozent, dass die Vorbereitung auf den Beruf zu kurz kam, von den älteren RSMlern sogar nur zehn Prozent. www.medi-learn.de/info15439

Viele möchten sich engagieren

Viele Studenten haben Ideen für humanitäre Projekte. Sie wollen helfen, wissen aber nicht wie und erhalten wenig Unterstützung. Eine Gruppe Tübinger Medizinstudenten hat sich deshalb zu „you-manity“ zusammengeschlossen. Das Netzwerk steht unter dem Dach der „Stiftung des Deutschen Institutes für Katastrophenmedizin“ und führt junge Menschen zusammen, die an humanitärer Arbeit interessiert sind, bildet sie weiter, entwickelt Projekte und setzt sie um. Eine Webseite mit Wissensdatenbank, wöchentliche Treffen und eine Summer School sind dabei nur der Anfang. www.medi-learn.de/info15440

März/April 2012

Mit Blaulicht und Martinshorn zum Studium Wartezeit für eine Ausbildung im Rettungsdienst nutzen MEDI-LEARN Redaktion

I

n Sachen Aufmerksamkeitswert haben die Männer und Frauen vom Rettungsdienst alle Trümpfe in der Hand. Mit Fahrzeugen in leuchtenden Rot- und neuerdings auch Gelbtönen, Blaulicht und Martinshorn stehlen sie den sonstigen Sparten des Gesundheitswesens mühelos die Schau. Angehende Medizinstudenten mit mittelmäßigen oder schlechten Abiturnoten sollten dem Rettungsdienst noch aus einem anderen Grund ihre Aufmerksamkeit widmen: Es ist ein Bereich, in dem sich die von der ZVS verordnete Wartezeit sinnvoll nutzen lässt, beispielsweise für eine Ausbildung zum Rettungsassistenten. Dieses Berufsbild gibt es erst seit 1989 und löst seitdem grob gesagt den „Sanitäter“ ab. Auch wenn die Bezeichnung „Assistent“ nicht viel hermacht, handelt es sich aber doch um die zweithöchste Qualifizierung im Zusammenhang mit der Erstversorgung von Kranken und Verletzten, kommt nämlich in der Rangordnung gleich nach dem Notarzt. Ob der vor Ort überhaupt gebraucht wird, entscheidest als Rettungsassistent in vielen Fällen du und leitest auch sonst bis zu seinem Eintreffen den gesamten Einsatz einschließlich aller zu treffenden Maßnahmen selbst. Nicht selten geht es dabei buchstäblich um Leben und Tod. Mit der hohen Qualifikation ist eine ebenfalls hohe Verantwortung verbunden. Auf die wirst du jedoch im Rahmen einer zweijährigen Vollzeitausbildung gründlich vorbereitet. Sie ist in einen theoretischen und einen praktischen Teil gegliedert ist: Zunächst geht es in mindestens 1200 Stunden Unterricht an einer staatlich anerkannten Schule für Rettungsassistenten um • naturwissenschaftliche Grundlagen in Physik, Chemie und Biologie

• Aufbau und Funktion des menschlichen Körpers • Beurteilung von Verletzungen • Erkennen von Störungen lebenswichtiger Funktionen • Organisation und Ablauf von Notfalleinsätzen • Sicherstellen der Transportfähigkeit von Notfallpatienten • Aufrechterhalten lebenswichtiger Funktionen während des Transports • Maßnahmen bei speziellen Notfällen, beispielsweise Vergiftungen • Formen und Verwendung notfallmedizinischer Arzneimittel und vieles andere mehr. Die Praxis wird dann in mindestens 1600 Arbeitsstunden im Krankenhaus und an einer sogenannten Lehrrettungswache vermittelt, die organisatorisch immer mit einem Notarztdienst verbunden ist. Denn um das gesamte Tätigkeitsspektrum kennen zu lernen, gilt ein Wechsel zwischen Einsätzen mit und solchen ohne Notarzt als ideal.

Das beginnt bei der Entgegennahme von Einsatzaufträgen und der Fahrt – oder dem schnellen Flug – im Krankentransportwagen (KTW), Rettungswagen (RTW), Notarztwagen (NAW), Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) oder Rettungshubschrauber (RTH) zur Einsatzstelle. Dort gilt es schnell die Situation zu klären, selbstständig Maßnahmen wie Lagerung, Beatmung, Blutstillung oder Schockbehandlung zu ergreifen und gegebenenfalls weitere Hilfe anzufordern. Anwesenden Notärzten assistierst du vor Ort und während des Krankentransports bei der präklinischen Notfallversorgung. Möglicherweise sind Patienten und Angehörige von dir auch psychisch zu begleiten. Nach dem Einsatz werden die Fahrzeuge erforderlichenfalls gesäubert, betankt und desinfiziert, Medikamenten- und Materialbestände überprüft, und nicht zuletzt Protokolle und Berichte erstellt. Während deiner Zeit an der Uni kannst du als fertiger Rettungsassistent später

PROMETHEUS in die Tasche stecken!

sehr wahrscheinlich nebenher Geld verdienen. Der schulische Teil deiner Ausbildung wird allerdings finanziell nicht vergütet. Zur Sicherung des Lebensunterhalts kommen stattdessen dieselben Finanzierungsmöglichkeiten wie während des Studiums infrage. Findet deine praktische Ausbildung in Einrichtungen des öffentlichen Dienstes oder bei Trägern mit vergleichbaren tariflichen Regelungen statt, erhältst du in der zweiten Phase immerhin ein Praktikumsentgelt von monatlich rund 1200 Euro und als Berufsanfänger 2180 Euro brutto (Stand Frühjahr 2011). Das Lernen hört aber auch dann nicht auf: Typisch für das Berufsbild des Rettungsassistenten ist die kontinuierliche Fortbildung unter anderem in speziellen Formen Erster Hilfe, Medizintechnik und Hygiene. Außerdem ist durch die Teilnahme an weiterführenden Kursen eine Spezialisierung auf bestimmte Tätigkeitsfelder wie den Luftrettungsdienst möglich.

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Das Paket besteht aus:  Band: Allgemeine Anatomie und Bewegungssystem 3. Aufl.  Band: Innere Organe 2. Aufl.

 Band: Kopf, Hals und Neuroanatomie 2. Aufl.  Webzugang zum E-Learning-Programm „MeinPROMETHEUS Lerner“  PROMETHEUS Tasche aus Original-LKW-Plane 2011, Best._Nr. 185443

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März/April 2012

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Rubrik

Sammlungsschätze im digitalen Schauhaus Neues Internet-Portal präsentiert mehr als 5000 Objekte aus der Anatomie und anderen Fachbereichen von Jan Messerschmidt, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

D

ie Universität Greifswald startete Ende Februar ein Online-Portal zu ihren wissenschaftlichen Sammlungen. Dazu gehört die Medizinhistorische Sammlung, die einen Überblick zu medizinischen Geräten und Utensilien der Krankenpflege aus den verschiedenen Greifswalder Universitätskliniken bzw. Instituten bietet. Das Portal präsentiert über 5.000 digitalisierte Sammlungsobjekte aus sieben Lehr- und Forschungssammlungen. Wissenschaftler und Interessierte können nun gezielt digitalisierte Objekte recherchieren. Die Daten sind so aufbereitet, dass sie problemlos auch in andere Präsentationssysteme wie die Europeana und in die Digitale Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern eingespeist werden können. Zum Start des Portals wurde im Foyer der Universitätsbibliothek die Ausstellung „Wissen Sammeln. Die digitalisierten Schätze der Universität Greifswald − Sammlungsobjekte der Anatomie, Kunst sowie Landeskunde Palästinas“ eröffnet. Seit 2010 läuft an der Ernst-MoritzArndt-Universität Greifswald ein umfangreiches Digitalisierungsprojekt zu den wissenschaftlichen Sammlungen. Unter der Adresse www.wissenschaftliche-sammlungen .uni-greifswald.de können sich Wissenschaftler und Interessierte einen Überblick über die Vielfalt der wissenschaftlichen Sammlungen der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald verschaffen. Das gemeinsam mit digiCULT Verbund eG entwickelte Portal wird wissenschaftlichen Anforderungen an Datenbank-recherche gerecht, bietet aber auch dem interessierten Laien einen einfachen und übersichtlichen Zugang zu Sammlungsobjekten der Medizin, Natur- und Geisteswissenschaften sowie der Theologie. „Wir haben schon bei der Konzeption der Internetseiten an die breite Öffentlichkeit gedacht. So gibt es auf je-

der Seite etwas zu entdecken, von den Sammlungsobjekten haben wir oft zahlreiche Detailaufnahmen und es werden Informationen zu den Sammlungen und

Forschungsvorhaben angeboten. Außerdem wird unter der Rubrik „Objekt des Quartals“ immer ein Sammlungsstück besonders hervorgehoben. Letztlich können wir sagen: Wir haben den Grundstein für ein Digitales Schauhaus unserer Sammlungen geschaffen“, so Dr. Birgit Dahlenburg, die Kustodin der Universität Greifswald. Der Begriff Kustode stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Bewachung. Heute befassen

Ausländische Ärzte in Deutschland Fortsetzung von Seite 1 • Angehörige von EU- und EWRStaaten sowie der Schweiz, die ihr Medizinstudium in einem anderen Staat („Drittstaat“) erworben haben, haben ebenfalls ein Recht auf ein Approbationsverfahren. Hier wird aber jeweils individuell die Gleichwertigkeit mit dem deutschen Medizinstudium geprüft. Bestehen Lücken, muss in diesen Bereichen eine Prüfung abgelegt werden, die je nach Bundesland anders geregelt ist. Eine Berufserlaubnis genehmigt die ärztliche Tätigkeit für einen bestimmten Zeitraum (meist vier Jahre) und eine bestimmte Region, oft sogar nur eine bestimmte Stelle. Eine Niederlassung ist nicht möglich. Auf begründeten Antrag kann die Erlaubnis verlängert werden. Voraussetzung für eine Berufserlaubnis sind unter anderem eine Aufenthalts- und eine Arbeitserlaubnis für Deutschland. Je nach Bundesland unterscheiden sich die Anträge und die dafür benötigten Papiere. Unterlagen, die nicht in deutscher Sprache vorliegen, müssen übersetzt werden, und zwar von einem vereidigten Übersetzer. Liegen alle Unterlagen vor, dauert das Verfahren zur Erteilung der Berufser-

laubnis zwischen zwei und sechs Wochen. Ein Verfahren zur Approbation kann mehrere Monate dauern. Zur Überbrückung wird dann auf Antrag eine befristete Berufserlaubnis erteilt.

FACHARZTTITEL AUS DER EU WERDEN DIREKT ANERKANNT

Eine Facharztweiterbildung in Deutschland ist sowohl mit Berufserlaubnis als auch mit Approbation möglich. Wurde im Ausland bereits ein Facharzttitel erworben, muss dieser in einem separaten Verfahren anerkannt werden (zunächst Approbation oder Berufserlaubnis beantragen). Facharzttitel aus EU-Staaten, dem EWR und der Schweiz werden in Deutschland meist direkt anerkannt. Wenn nur ein Teil der Facharzt-Weiterbildung in diesen Staaten erfolgt ist, kann sie meist ohne größere Probleme in Deutschland fortgesetzt werden. Bei Facharzt-Diplomen aus Drittstaaten wird oft nur ein Teil der Qualifikationen als gleichwertig anerkannt. Dann ist in Deutschland noch eine mindestens 15-monatige Weiterbildung im jeweiligen Fach mit abschließender Facharztprüfung zu absolvieren.

sich Kustoden mit der Bewahrung und wissenschaftlichen Erschließung von Sammlungen. Das neue Onlineportal befindet sich in der

ersten Ausbaustufe. Derzeit sind fachübergreifend Sammlungen aus vier Fakultäten vertreten. In den kommenden Monaten und Jahren werden weitere Sammlungen und Einzelobjekte digital verfügbar gemacht und so bessere Voraussetzungen für Wissenschaftler und Studierende in der Arbeit mit Sammlungen geschaffen. Das Greifswalder Digitalisierungsprojekt ist nur durch eine enge Kooperation mit anderen Hochschulen möglich. Im

zweiten Projektjahr haben zwei Studierende der Museologie von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig sowie der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg während eines halbjährlichen Praktikums mit der digitalen Erfassung der Vergleichend-anatomischen Sammlung des Instituts für Anatomie und Zellbiologie der Universitätsmedizin, der GustafDalman-Sammlung des Gustaf-DalmanInstituts der Theologischen Fakultät und der Akademischen Kunstsammlung der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald begonnen bzw. diese weitergeführt. Die Studierenden Ruth Wehning aus Oldenburg und Steven Rogalski aus Leipzig haben während ihres Einsatzes in Greifswald insgesamt 724 einzelne Sammlungsstücke fotografiert, vermessen und anschließend digital inventarisiert. Außerdem haben beide im Rahmen ihres Praktikums wissenschaftlich recherchiert und eine Ausstellung mit ausgewählten originalen Objekten einschließlich eines ausführlichen Ausstellungskatalogs vorbereitet. „Als Masterstudentin des Studiengangs Museum und Ausstellung war mir vor dem Greifswalder Praktikumseinsatz der Umfang der Sammlungsschätze an Universitäten nicht bewusst. Auch die enge Zusammenarbeit mit den Professoren des Gustaf-Dalman-Instituts und den Mitarbeitern der Kustodie hier vor Ort waren einfach fantastisch“, so Ruth Wehning von der Universität Oldenburg. Zu finden sind die digitalisierten Objekte und weitere Infos unter der Adresse www.wissenschaftliche-sammlungen. uni-greifswald.de Das 3B-Scientific Anatomie-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Anatomie, den wir dir in Kooperation mit 3B Scientific in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter www.medi-learn.de/anatomie

IMPRESSUM Herausgeber: MEDI-LEARN Verlag GbR, ISSN 1860-8590 Elisabethstraße 9, 35037 Marburg/Lahn Telefon 04 31/780 25-0, Fax 04 31/780 25-262 E-Mail: redaktion@medi-learn.de, www.medi-learn.de Redaktion: Christian Weier (V.i.S.d.P.), Jens Plasger, Dipl.-Päd. Kare Ahlschwede (Chef vom Dienst), Dr. med. Marlies Weier, Ines Behlert, Nina Dalitz, Kim Garnier, Miriam Goss, Peter Sporns, Dr. med. Dipl.-Psych. Bringfried Müller, Thomas Brockfeld Layout & Grafik: Kristina Junghans Berichte: MEDI-LEARN Redaktion, Birte Urban-Eicheler, Anna Voormann, Kornelia Preuß-Suske, Patrick Weidinger (Deutsche Ärzteversicherung) Druck: Druckerei + Verlag Wenzel, Am Krekel 47, 35039 Marburg/Lahn, Telefon 0 64 21/17 32 60, Fax 0 64 21/17 32 69 Anzeigenbetreuung: Christian Weier, Dorfstraße 57, 24107 Ottendorf bei Kiel Telefon 04 31/780 25-0, Fax 04 31/780 25-262 E-Mail: christian.weier@medi-learn.de. – Es gilt die Anzeigenpreisliste 02/2005. Bildnachweis: www.photocase.com, www.istockphoto.com, www.sxc.hu, www.pixelquelle.de, Artikelautoren, www.flickr.com, Thomas Stoffels, baek.de Erscheinungsort: Marburg Die MEDI-LEARN Zeitung erscheint fünfmal pro Jahr und wird als Beilage der Zeitschrift Via medici aus dem Georg Thieme Verlag, Stuttgart, zugelegt. Der Bezug ist für Abonnenten der Via medici in deren Abonnement bereits enthalten. Der Einzelpreis beträgt 1,90 €. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos etc. kann der Verlag keine Gewähr übernehmen. Nachdruck – auch in Auszügen – nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung. Der Verlag kann für Preisangaben keine Garantie übernehmen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Bei allen Gewinnspielen und Aktionen ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Anregungen und Redaktionskontakt per E-Mail unter redaktion@medi-learn.de.

Blick in die Foren

Schichtdienst – was sind eure Tricks?

„Wer kennt das nicht. Mal wieder zehn Dienste am Stück. Mal spät, mal früh und zu guter Letzt noch so vier bis sechs Nächte. Dann drei Tage frei und das Ganze wieder von vorn.“ Jeder, der im Schichtdienst arbeitet, kennt so etwas. Das Gute daran ist, dass es die Meisten davon auch schon Strategien entwickelt haben, wie man am besten mit solchen Arbeitszeiten umgehen kann. Die Tipps reichen von „vernünftig ernähren“ über „TagNacht-Rhythmus beibehalten“ bis zu „erst mal mit demjenigen reden, der den Dienstplan erstellt“. Und was sind deine Tricks? Teile sie uns im Forum von MEDI-LEARN mit: www.medi-learn.de/MF73825

Geeignetes Schuhwerk auf Station und im OP

Ob du auf Station laufen, laufen und laufen musst, oder ob du dir im OP die Beine in den Bauch stehst: Die richtigen Schuhe helfen. Die Schuhe für den OP werden immer gestellt, doch die für die Station kannst du (fast) frei wählen. Sportschuhe, spezielle Arbeitsschuhe oder Crocs? Was ist erlaubt? Was hat sich bewährt? „Wenn dir mal einer über die Füße gekotzt hat, kennst du einen Grund, warum Schuhe besser keine Löcher haben sollten.“ Und wo wir gerade beim Thema sind: Welche Schuhe eignen sich für den Notarzteinsatz? Lies nach unter www.medi-learn.de/MF73448

Studium ohne Abitur

Der übliche Weg in das Medizinstudium verläuft über Abitur und hochschulstart.de. Es gibt noch ein paar (sehr schmale) Wege, zum Beispiel den über einen Quereinstieg. Und den über eine Ausbildung plus, je nach Uni und erworbenem Abschluss, einer gewissen Berufserfahrung, einer Zulassungsprüfung und gegebenenfalls einer Bewerbung über hochschulstart.de. Im Forum von MEDI-LEARN wird unter anderem diskutiert, ob es nicht doch besser wäre, das Abitur nachzuholen und was es mit dem Angebot der Uni Mainz auf sich hat: www.medi-learn.de/MF76335

Aus Fehlern lernen bei der Wundversorgung

„Hiermit biete ich euch die Plattform, eure Beobachtungen im Bereich der inkompetentesten Wundversorgung zu schildern.“ So beginnt ein gut besuchter Thread in unserem Forum. Selbstverständlich geht es nicht um die Inkompetenz an sich, sondern darum, aus Fehlern zu lernen und ganz allgemein um die Wundversorgung: Missgeschicke, antike Methoden, firmengesponserte WochenendFortbildungen und mehr findest du unter folgender Adresse: www.medi-learn.de/MF72598

Das Herz

Verlosung: Bei allen Verlosungen in dieser Ausgabe ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Der Einsendeschluss ist am 31. Mai 2012. Die Gewinner werden regelmäßig im Internet unter www.medi-learn.de/gewinner bekannt gegeben. Dein Artikel bei MEDI-LEARN? Wir freuen uns über die Zusendung von Erfahrungsberichten und anderen Artikeln und belohnen die Autoren mit Fachbüchern. Alle weiteren Infos findest du unter www.medi-learn.de/artikel.

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Recht & Geld

März/April 2012

Gang vor Gericht kann teuer werden Viele Bewerber betrachten die Studienplatzklage als letztes Mittel

Für alle iPhone & iPod touch Besitzer

MEDI-LEARN Redaktion

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icht jeder erhält im ersten Anlauf einen Studienplatz. Der Numerus clausus in Medizin ist exorbitant hoch und es gibt sehr viel mehr Bewerber als Plätze. Schnell werden mehr als zehn Wartesemester benötigt, um überhaupt eine Chance zu haben. Eine mögliche Alternative zur langen Warterei ist das Einklagen. Allerdings ist es mit hohen Kosten verbunden, der Ausgang ist unsicher und unter den Kommilitonen genießt es in aller Regel kein hohes Ansehen. Dennoch handelt es sich dabei um eine Möglichkeit, einen rechtlich vollwertigen Studienplatz zu erhalten. Das Thema taucht unter Studienbewerbern immer auf. Deswegen gab es im MEDI-LEARN Forum eine Umfrage, wer sich denn für eine Klage entscheiden würde und wer dagegen. Die Verhältnisse sind ausgewogen: 42 Prozent der teilnehmenden Forennutzer würde demnach eine Klage anstreben, wenn die einzige Alternative sechs Jahre Wartezeit wären. Die anderen 52 Prozent lehnten eine Klage als Weg ab. Sie finden die Methode ungerecht anderen Bewerbern gegenüber, die ihren Studienplatz auf den regulären Wegen erhalten (sehr gute Abiturnote, Wartezeit, Auswahlgespräch). Schnell kommt bei einer Studienplatzklage einiges an Kosten zusammen: Anwaltskosten, Verfahrenskosten,

Anwaltskosten der Gegenseite, Kosten des Verwaltungsverfahrens. Aus diesem Grund sehen die meisten Studierenden darin eine Alternative lediglich für gut betuchte Bewerber. Nur wer sich die Klage finanziell erlauben kann, kommt so an einen Studienplatz. Gerade deswegen empfanden viele Diskussionsteilnehmer diesen Weg als ungerecht. Es ist auch fast schon makaber, welch ein Markt sich für Studienplatzklagen entwickelt hat. Im Internet finden sich zahllose Angebote von Anwaltskanzleien, die sich eben darauf spezialisiert

haben. Teilweise wurde Unverständnis geäußert, dass die Universitäten ihre Kapazitäten nicht richtig berechnen und Klagen auf diese Weise erst ermöglichen. Ein Blick in die Kapazitätenverordnung zeigt aber, dass diese Berechnung so komplex ist, dass es quasi unmöglich sein dürfte sich nicht zu verrechnen. Einige ar-

gumentierten, frei werdende Plätze könnten durch die auf der Liste folgenden Bewerber aufgefüllt werden. So

blieben die Kriterien für alle gleich. Andererseits ist das mit Aufwand und Kosten für die Universitäten verbunden, die eher Klagen riskieren als die Mühen auf sich zu nehmen. Die Stigmatisierung von Einklägern wurde von den Forennutzern an der Uni bisher nicht beobachtet. Einerseits sind die Hintergründe eines jeden Studierenden nicht öffentlich bekannt, sodass unbekannt ist, welcher Kommilitone seinen Studienplatz auf welche Weise bekommen hat. Andererseits ist das Einklagen

Mal in die Ferne schweifen … Famulatur im Ausland von Karl-Heinz Silbernagel

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Deine Meinung ist uns wichtig! Wie gefällt dir diese Ausgabe unserer MEDI-LEARN Zeitung? Unter www.medi-learn.de/gw121 findest du einen kurzen Fragebogen mit drei Fragen zu dieser Ausgabe. Wir würden uns freuen, wenn du uns deine Meinung mitteilst. Mitmachen lohnt sich: Unter allen Teilnehmern verlosen wir Fachbücher im Wert von 300 Euro. Einfach Fragebogen ausfüllen und schon bist du dabei!

in Geheimtipp vorweg von einem, der eine Auslandsfamulatur schon hinter sich hat: Ein kleiner Survival-Beutel mit Loperamid, Ibuprofen, Paracetamol, Fenistil-Gel und MetoclopramidTropfen hat noch nie geschadet. Und da wir beim Thema Vorsorge und Absicherung sind, ein zweiter Tipp: Die richtige Versicherung, über die vor einer Famulatur in einem fremden Land nachzudenken ist. Was raten die Versicherer, die sich auf medizinische Heilberufe spezialisiert und seit Jahrzehnten junge Mediziner in ihr Famulaturland begleiten? Hierzu Patrick Weidinger, Rechtsanwalt und Spezialist für Haftpflicht bei der Deutschen Ärzteversicherung: „Für den Famulant steht ja das erste praktische Tun am Patienten an der Spitze und somit ist die Haftpflichtversicherung ein absolutes Muss. Sie sichert die beruflichen und privaten Haftpflichtrisiken ab, bezahlt, wenn die Forderung berechtigt ist und wehrt unberechtigte Forderungen ab. Wichtig ist - zweitens - auch die Unfallversicherung, denn sie schützt weltweit und rund um die Uhr. Die Absicherung sollte neben dem unerlässlichen Invaliditätsschutz in jedem Fall auch Bergungskosten enthalten. In dem Zusammenhang ist - drittens - die Krankenversicherung anzusprechen. Natürlich hat jeder Student eine Krankenversicherung. Diese gilt jedoch, wenn sie über eine gesetzliche Krankenkasse besteht, nur für Deutschland. Das bedeutet im Klartext, dass das Kostenrisiko beim Famulant liegt. Eine Auslandskrankenversicherung einschließlich angemessener Regelung für den Fall eines Rücktransportes aus medizinischen Gründen ist deshalb unbedingt zu empfehlen.“

Damit das Thema Versicherung nicht zum Alptraum wird, hat die Deutsche Ärzteversicherung ein „Famulaturpaket“ für das Ausland geschnürt. Dies bündelt die für einen Famulanten notwendige Vorsorge im Bereich Berufs- und

Privathaftpflicht-Versicherung, Unfallversicherung und Auslandsreisekrankenversicherung. Diese drei Versicherungen lassen sich bequem im Baukastenprinzip ganz nach den persönlichen Bedürfnissen kombinieren. Informationen hierzu sind

für viele Studierende zunehmend eine zu nutzende Alternative, insbesondere in Anbetracht der enormen Wartezeiten. So überlegte auch ein Diskussionsteilnehmer laut, ob es nicht doch richtig ist, eine Klage anzustreben, wenn man es sich leisten kann. Ihm hat der Klageverzicht elf Semester Wartezeit beschert, die er nun später ins Berufsleben starten wird. Er erhielt Zustimmung. Die Meinung der anderen dürfe nicht interessieren und fünf Jahre früher in den Beruf einsteigen zu können sei es definitiv wert. Die Frage, ob Einklagen für dich eine Alternative darstellt, die du nutzen willst, kannst du nur alleine beantworten. Zwischenzeitlich hatten Rechtsschutzversicherungen die Kosten komplett übernommen, sodass für theoretisch jeden dieser Weg offen stand. Seit Anfang 2011 hat sich das durch die drastisch gestiegene Zahl der Fälle geändert. Viele Rechtsschutzversicherungen übernehmen die Kosten allenfalls für ein Klageverfahren. Du solltest sorgfältig abwägen zwischen den möglichen Erfolgsaussichten des Klagverfahrens und den anderen Wegen, die dir offen stehen. Eine Stigmatisierung durch deine Kommilitonen oder eine Benachteiligung durch Professoren brauchst du nicht zu fürchten.

unter info@aerzteversicherung.de oder Telefon 0221 148 22700 anzufordern. Und noch ein Tipp: Von über 60 Ländern hat die Deutsche Ärzteversicherung die wichtigsten Informationen für eine Famulatur zusammengestellt. Diese „Länderinfos“ mit Basisdaten über Land und Leute, Einreisebestimmungen, wichtigen Adressen, Fördermöglichkeiten und vieles mehr sind unter www.aerzteversicherung.de kostenlos zu bestellen.

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Raten & Gewinnen

Was macht die MEDI-LEARN Skriptenreihe so besonders?

Unter Studenten bereits ein Dauerbrenner, bietet unsere MEDI-LEARN Skriptenreihe in vielerlei Hinsicht die optimale Vorbereitung auf das Physikum. In unserem heutigen Rätsel möchten wir von dir wissen, was genau die Skriptenreihe so besonders macht und auszeichnet. Finde heraus, welche Merkmale sich hinter den Texten und den Bildern verbergen. Wie das funktioniert? Ordne der Reihenfolge nach den durchnummerierten Bildern den passenden Text zu. Der Buchstabe, der zum Text gehört, ist anschließend an entsprechener Stelle im Lösungswort einzutragen.

Kleiner Tipp:

Eine Hilfestellung zum Lösen findest du unter www.medi-learn.de/verlag

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k Der Lernstoff der Vorklinik und für das Physikum ist sehr umfangreich. Wir teilen diesen für dich in „mundgerechte“ Stücke auf, sodass das Lernen Spaß macht: „Ein Tag – ein Skript“ heißt die einfache Formel ...

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Die Skriptenreihe ist leicht verständlich geschrieben und geht auf deine während des Lernens auftretenden Fragen „wie von selbst“ ein. So wirst du zum Durchhalten motiviert ...

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. .LACHEN BIS DIE RIPPEN KRACHEN

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Die Autoren der Skriptenreihe von MEDI-LEARN sind gleichzeitig Dozenten der MEDI-LEARN Kurse. Damit transferieren wir für dich die Kompetenz von 20 Jahren Erfahrung in der Prüfungsvorbereitung direkt auf die Skripte ...

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Da deine Prüfung nicht nur aus dem schriftlichen Teil besteht, bereiten wir dich in den Skripten auch gleich auf den mündlichen Teil mit vor ...

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Die Skripte werden durch einen umfangreichen Onlinebereich ergänzt in Form von Volltextsuche, Bildarchiv und Erratabereich ...

i Eine deiner Fragen zum Prüfungswissen wird sein: Mit welchen Fakten kann ich denn jetzt „Punkte machen“ – und genau die beantworten wir dir in den Skripten von MEDI-LEARN ...

9 h Durch das einzigartige methodischdidaktische Prinzip von MEDI-LEARN enthält die Skriptenreihe ausschließlich das Wissen, das auch in der Prüfung gefragt wird ...

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3 2 s Das prüfungsrelevante Wissen für dich auf den Punkt zu bringen – das war unser Anliegen bei der Erstellung der Skripte von MEDI-LEARN. Und wir haben es geschafft ...

u Gerade die Fakten der letzten Jahre werden gerne vom IMPP in den aktuellen Examina erneut gefragt. Damit ist die Aktualität der Bücher eines der wichtigsten Merkmale überhaupt ...

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Rubrik

März/April 2012

Viele Fragen und Zweifel zu Beginn Erfahrungsbericht Krankenpflegepraktikum MEDI-LEARN Redaktion

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chon beim Informieren über das angestrebte Wunschstudienfach Medizin fällt es den meisten von uns ins Auge: das Krankenpflegepraktikum, das bis zum Physikum abgeleistet werden muss. Daraufhin treten sofort Fragen auf. Komme ich mit der Pflege klar? Und mit den Ausscheidungen? Alte Menschen waschen oder sogar verwahrloste Obdachlose? Diese Fragen tauchen immer wieder in den Gedanken auf, vor allem am ersten Tag des besagten Praktikums. Das Abi frisch in der Tasche, um den Studienplatz bangt man noch, wird die erste Hürde genommen. Ich fand mich also an einem Julitag frisch aus dem Urlaub heimgekehrt im Krankenhaus auf

einer chirurgischen Station ein, 8 Uhr morgens, mit einer ungeahnten Angst vor dem Unbekannten, die mich durch den ganzen Tag begleitete. Die weiße Arbeitskleidung war schnell für mich gefunden, beim Blick in den Spiegel wurde mir einfach nur komisch: Werde ich das wirklich hinbekommen? Der Arbeitstag begann für mich. Kaum angefangen, hatte ich auch schon meine Hände an einem Bett und fuhr damit samt Patient und einer Schwester in den OP. Im Vorbeihuschen mal einen Arzt gesehen, der sich hektisch irgendwohin bewegte. Unten angekommen, Aufgabe erledigt, ab wieder hoch. Inzwischen war eine andere Praktikantin

aufgetaucht und ich fühlte mich erleichtert. Wenigstens war ich nicht die einzige, die nicht Bescheid weiß. Gemeinsam mit einer Krankenpflegeschülerin ging‘s dann ab zum Messen: Blutdruck, Temperatur und Puls. Leichter gesagt als getan für mich. Nicht jeder Puls wurde von mir gefunden und beim Blutdruckmessen mit dem Stethoskop hörte ich das beschriebene Klopfen fast nie. „Es ist ja erst der erste Tag. Ich habe auch eine Woche gebraucht“, beruhigte mich die Schülerin. Der anderen Praktikantin ist es auch nicht besser ergangen, was mich ebenfalls beruhigte, da sich schon Gedanken der absoluten Talentfreiheit in mir breitmachten. Der restliche erste Tag

ging dann mit Warten, auf die Klingel laufen und Mittagessen austeilen rum. Insgesamt also sehr erträglich, wenn nicht sogar angenehm. Am nächsten Tag sollte ich dann Spätschicht haben, was mich ungemein freute ... erst um 13.30 Uhr da sein? Super, ausschlafen! Mit der Unterstützung eines hilfsbereiten Krankenpflegeschülers lernte ich das Blutdruckmessen dann doch im Laufe von ein paar Tagen und kein Puls blieb versteckt vor mir. Die alltägliche Frage „Hatten Sie gestern Stuhlgang?“ ist mir beinahe in Fleisch und Blut übergegangen und kein peinlich berührtes Grinsen macht sich mehr auf meinem Gesicht breit. Auch der Umgang mit Ausscheidungen

wurde einfacher. Klar, ein gewisses unangenehmes Gefühl bleibt, aber es wurde allmählich normal für mich. Beim nächsten Blick auf den Dienstplan blieb mir dann jedoch fast die Luft weg: neun Frühschichten am Stück! Wie sollte ich das denn aushalten? Dazu kam dann wieder die Angst vor dem Waschen von Patienten in mir hoch, denn davor bin ich die erste Woche verschont geblieben. Aber auch das stellte sich als gar nicht so schlimm heraus. Bei der Übergabe morgens um sechs Uhr hatte ich Zeit zum Wachwerden, danach ging‘s ab zum Waschen. Die anfängliche Zaghaftigkeit meinerseits verschwand rasch, als ich sah, dass die Patienten das ebenfalls als recht unangenehm empfanden, aber nunmal auf mich angewiesen waren. Die Frühschicht stellte sich als stressiger heraus als die vorangegangenen Spätschichten. Dort hatte ich zwar fast immer etwas zu tun, aber ich konnte mir Zeit dafür lassen. In der Frühschicht musste ich mich allerdings an einen recht straffen Zeitplan halten. Doch auch das war nach einer Eingewöhnungsphase kein Problem mehr für mich. Messen durfte ich vollkommen selbstständig und auch Blutzucker messen wurde mir bald beigebracht, sodass ich eine Aufgabe mehr übernehmen konnte. Es vergingen schnell vier Wochen des Praktikums, wobei die Aufgaben stets dieselben geblieben sind, sodass ich mir meine eigene Routine angewöhnen konnte. Nach einer gewissen Zeit sehnte ich mich dann nach weiteren Aufgaben, aber das war nicht möglich. Fortsetzung im Digitalen Nachschlag

Online geht's weiter

Wie immer gibt es auch zu dieser Ausgabe der MEDI-LEARN Zeitung wieder eine Extraportion für besonders MLZ-Hungrige: Unser Digitaler Nachschlag präsentiert dir weitere spannende Artikel – dieses Mal unter anderem zu den Themen Pflegepraktikum und Medizinstudium – und die Fortsetzung eines Beitrags aus der gedruckten Version. All das findest du im Digitalen Nachschlag. Er steht kostenlos als PDF im Internet zur Verfügung. Einfach die folgende Seite aufrufen:

www.medi-learn.de /mlz-nachschlag

Nadeln machen Herzpatienten belastbar Studie untersucht Einfluss von Akupunktur aufs vegetative Nervensystem von Dr. Annette Tuffs

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kupunktur kann die Belastbarkeit von Patienten, die an einer chronischen Herzschwäche leiden, deutlich verbessern. Das stellte die Arbeitsgruppe von Dr. Johannes Backs, Arzt und Studienleiter an der Klinik für Innere Medizin III (Kardiologie, Angiologie, Pneumologie – Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Hugo Katus) des Universitätsklinikums Heidelberg im Rahmen einer klinischen Studie fest. Die Nadeln steigern zwar nicht die Schlagkraft des Herzens, beeinflussen aber offensichtlich die Skelettmuskelarbeit und verlängern so zum Beispiel die zurücklegbare Wegstrecke. Die Ergebnisse der klinischen Studie, die mit einer plazebo-akupunktierten Vergleichsgruppe mit stumpfen Nadeln durchgeführt wurde, sind in der hochrangigen Fachzeitschrift „Heart“ veröffentlicht. Die chronische Herzmuskelschwäche ist eine der häufigsten Erkrankungen und Todesursachen in Europa. Patienten mit dieser Erkrankung leiden vor allem unter ihrer verminderten Leistungsfähigkeit. Luftnot und leichte Ermüdbarkeit bei körperlichen Belastungen kennzeichnen das Krankheitsbild.

Die Krankheit ist sehr viel komplexer, als zunächst vermutet wurde. Nicht nur die nachlassende Pumpfunktion des Herzmuskels ist für die Symptomatik verantwortlich. Auch das sogenannte vegetative Nervensystem und verschiedene Nerven-Überträgerstoffe geraten aus dem Gleichgewicht, was den Krankheitsverlauf weiter verschlechtert. Genau da greift die Akupunktur an, indem sie diese Prozesse wieder ausbalanciert: Sie beeinflusst das vegetative SympathikusSystem (Erregung), fördert den Parasympathikus (Erholung) und wirkt zudem entzündungshemmend. Ob sie dadurch auch solch lebensbedrohliche Erkrankungen wie die Herzinsuffizienz beeinflussen kann, wurde bisher kaum untersucht. Die Wissenschaftler untersuchten Patienten mit Herzschwäche, die mit den üblichen Medikamenten behandelt wurden und in einem stabilen Zustand waren. Zusätzlich erhielt die Akupunkturgruppe zehn Sitzungen, in denen Akupunkturpunkte genadelt wurden, die sowohl laut Traditionell Chinesischer Medizin allgemein Kraft geben, die gleichzeitig aber auch dafür bekannt sind, den Sympathikus,

Parasympathikus und Entzündungsmarker zu beeinflussen. Die Kontrollgruppe wurde mit speziellen Placebonadeln behandelt, die einen Nadelstich zwar simulieren, die Haut aber nicht durchdringen. Die Akupunktur-Patienten legten nach dieser Therapie eine längere Wegstrecke in der vorgegebenen Zeit zurück als die Placebo-Patienten. Sie erholten sich schneller und fühlten sich subjektiv weniger erschöpft. Die messbare Leistungsfähigkeit des Herzens veränderte sich dagegen nicht. Aus anderen Studien ist bereits bekannt, dass die Belastbarkeit der Herzpatienten unabhängig von der Pumpfunktion des Herzens ist. Vielmehr scheint die leichte Ermüdbarkeit primär von den Muskeln auszugehen. Entzündungs-Botenstoffe sind bei der chronischen Herzinsuffizienz im Blut erhöht und machen die Muskeln müde. Sie aktivieren sogenannte Ergorezeptoren im Muskel, die dem Körper signalisieren, dass der Muskel die Belastung nicht weiter aufrecht erhalten kann. „Tatsächlich verringerte sich der Blutspiegel eines bestimmten Botenstoffes Tumor necrosis factor alpha, TNF alpha, drastisch nach der echten Aku-

punkturbehandlung. Da TNF alpha unter anderem zur Abnahme von Muskelmasse und Muskelkraft führt, müsste sich das positiv auf die Skelettmuskelarbeit ausgewirkt haben“, erklärt Dr. Arnt Kristen, einer der Autoren der Studie. „Die meisten Studien zur Wirksamkeit von Akupunktur haben methodische Schwächen, da Placebo-Kontrollen fehlen und die Studienteilnehmer nicht „verblindet“ sind. Das heißt, die Patienten wissen, welche Therapie sie erhalten und knüpfen eventuell entsprechende Erwartungen daran“, so Backs. „In unseren Untersuchungen haben aber alle Patienten geglaubt, eine „echte“ Akupunktur erhalten zu haben.“ Eine spannende Frage für die Zukunft wird sein, ob sich durch die relativ kostengünstige Akupunktur auch langfristig die Prognose der Herzpatienten verbessert. ®

Das SEIRIN -Akupunktur-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Akupunktur, den wir dir in Kooperation mit 3B Scientific und SEIRIN in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Inhalte findest du online unter www.medi-learn.de/akupunktur

Nachschlag Die Extraportion Diesen Artikel findest du im Online-Teil unserer Zeitung:

Praktikum

Für viele die erste Begegnung mit dem medizinischen Alltag Lange Schichten, Spät- und Nachtdienste sind typisch für die Arbeit in Kliniken. „Im Krankenhaus hat man wirklich einen ziemlich harten Job, egal ob als Pfleger oder als Arzt“, hat ein Student während seines Pflegepraktikums erfahren. Trotzdem bewertet er seine Zeit auf Station, die für viele Jungmediziner die erste Begegnung mit dem medizinischen Alltag bedeutet, überwiegend positiv: „Das Meiste stellt sich als gar nicht so schlimm heraus, wie ich es mir vorgestellt hatte.“


MEDI-LEARN Zeitung 02/2012