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MEDI-LEARN Skriptenreihe in neuem Gewand

Die Zeitung für Medizinstudenten und junge Ärzte

Die Texte wurden überarbeitet, alle Abbildungen sind farbig und Elemente wie „Merke“Kästen oder „Das bringt Punkte“ einheitlich gestaltet. Das und vieles mehr bietet die gerade erschiehene 5. Auflage der Skriptenreihe. Unverändert ist nur eins: der günstige Preis.

ZEITUNG

Mehr dazu auf den Seiten 6 und 7

Ausgabe 05/12 ∙ November/Dezember 2012 ∙ In Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag ∙ www.medi-learn.de ∙ ISSN 1860-8590 ∙ 1,90 €

Ein wundervolles Land Gynäkologie-Famulatur in Ghana

Groß oder klein? Welches Haus eignet sich für die Weiterbildung

An der Belastungsgrenze Jobben während des Studiums

Das erste Mal allein in ein fernes Land reisen: Eine deutsche Jungmedizinerin wählte für den ersten Auslandsaufenthalt das „Afrika-Einsteigerland“ Ghana. Rückblickend auf den medizinischen Aufenthalt hat sie mit dieser Wahl alles richtig gemacht.

Wo absolviere ich meine Weiterbildung: Eine von vielen Fragen, die du dir letztendlich selbst beantworten musst. Medizinischer Alltag in der kleinen Praxis oder aber in der großen Klinik. Wir möchten dich bei der Entscheidungsfindung ein wenig unterstützen.

Die wohl häufigste Variante für die Finanzierung des Studiums: ein Nebenjob. Doch wie viel Zeit bleibt neben dem Studium? Kann man mehr als einen Job ausüben? Wir haben die Forendiskussionen rund um dieses Thema in einem Artikel für dich zusammengefasst.

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„Den Menschen als Ganzes sehen“ An der Uni Leipzig werden für Jungmediziner Seminare über Humor angeboten von Kare Ahlschwede (MEDI-LEARN Redaktion)

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umor ist eine ernste Angelegenheit und sollte seinen festen Platz in der Medizinerausbildung bekommen, findet Christoph Krause. An seiner Hei­ mat-Hochschule hat sich der 28-Jährige mit Beharrlichkeit und Erfolg dafür eingesetzt: Im Dezember bietet die Kompe­ tenzschule ELSYS der Uni Leipzig bereits

den vierten Workshop „Arzt mit Humor“ für Medizinstudierende und Promovenden an. Weiße Theaterschminke und rote Na­ sen sucht man dort vergeblich – im Zen-

trum steht vielmehr der „gute Draht“ zwi­ schen Medizinern und ihren Patienten. Während der zweitägigen Veranstal­ tung unter Leitung der Kommunikati­ onstrainerin und Diplom­Schauspielerin Katrin Hansmeier erfahren Studierende ab dem 5. Fachsemester etwas über ih­ ren individuellen Humor­Typ und schär­

fen den Sinn für die potenzielle Komik einer Situation. Wo Hierarchien steil sind und Vorgesetzte sich gar zu ernst nehmen, ist die meist leicht zu erkennen. Aber auch

im Umgang zwischen Kranken und den vermeintlichen Göttern in Weiß gibt es vieles, über das sich nachzudenken lohnt. Schnell wird den Seminar­Teilnehmern klar: Humor hat weniger mit dem Erzäh­ len von Witzen zu tun als vielmehr mit einer Spannung, die beispielsweise dort entsteht, wo Rollen und Verhaltensweisen

nicht zueinander passen. Diese Spannung gilt es wahrzunehmen und zu lösen, damit eine adäquate Bindung zwischen Arzt und Patient aufgebaut werden kann. Das ge­

E-Learning in der Medizin Digitale Medien erobern den universitären Alltag

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EINFACHSTE VARIANTE: POWERPOINT-PRÄSENTATION Für Medizinstudierende finden sich zahlreiche, ganz unterschiedliche Angebote. Die einfachste Variante kommt wie eine PowerPoint­Präsentation daher, der

Nutzer kann sich durch Folien voller In­ formationen klicken und am Ende Fra­ gen zur Wissensüberprüfung beantwor­ ten. Raffinierter wird es in den virtuellen Ambulanzen. Virtuelle Patienten können mit der ganzen Bandbreite diagnostischer Möglichkeiten untersucht und diagnostiziert werden. Das Vorgehen wird ausge­ wertet und detailliert kommentiert. Eine Lernhilfe anderer Natur sind die Programme für Anatomie, Histologie oder Pathologie: Präparat­Bilder in ho­ her Qualität sowie klinische Schnittbilder verschiedener radiologischer Verfahren sind dort zu finden. Erkennen und Einordnen von Strukturen, Interpretation und Bearbeitung der Bilder

wer für die Nutzung der Programme zah­ len soll, wurden bislang kaum Geschäfts­ modelle entwickelt, die eine Finanzie­ rung gewährleisten könnten.

FINANZIERUNG DERZEIT

von Ines Behlert (MEDI-LEARN Redaktion) as Lernen mithilfe verschiedener elektronischer oder digitaler Medien, kurz E­Learning, findet zunehmend Eingang in den universitären Lehrbetrieb. Besonders unter Medizinern wird diese Form der Wissensvermittlung ge­ nutzt und geschätzt, sei es auf universitären Lernplattformen oder im World Wide Web.

lingt am ehesten, „wenn ich den Menschen als Ganzes sehe“, ist Christoph überzeugt. Zugleich erfordert es Mut, etwa die ei­ gene Rolle für einen Moment zu verlas­ sen oder die des Anderen aktiv infrage zu stellen – besonders dann, wenn dieser An­ dere ein Vorgesetzter ist. Hat der keinen Humor, dann gilt es spätestens nach zwei oder drei vergeblichen Anläufen die Fin­ ger von der Sache zu lassen, bevor man sie sich sonst wahrscheinlich bald verbrennt. Vielleicht erlebt man aber auch eine po­ sitive Überraschung und wird für seinen Mut mit einem kurzen Blick hinter die Chef­Fassade belohnt. Geht alles schief, ist Schwarzer Hu­ mor durchaus erlaubt. Der könne Pro­ bleme nicht unbedingt lösen, aber doch befreiend wirken, meint Christoph, der im 10. Semester Humanmedizin studiert. Selbstverständlich dürfe das nie zu Lasten des Patienten geschehen, dem ein Arzt im Gegenteil vermitteln soll: „Der versteht mich – der nimmt mich an, wie ich bin.“ Das zu erreichen, ist erstre­ benswert im Umgang mit meinem Ge­ genüber, und ebenso erstrebenswert im Umgang mit mir selbst. Humor kann man im Rahmen eines Wochenend­Seminars wohl kaum erler­ nen. Deshalb gilt es, ihn in der Kommuni­ kation mit Patienten fleißig zu üben. Dazu erhalten die Teilnehmer anschließend Ge­ legenheit beim „Unterricht am Kranken­ bett“ auf der Station von Studiendekan Christoph Baerwald. In einer realen und gewohnten Situation können sie auspro­ bieren, wie sich mit oft ganz wenigen Wor­ ten das Eis brechen lässt. Anknüpfungs­ punkte gibt es reichlich – ein Bild an der Wand, das Buch auf dem Nachttisch …

lassen sich so außerhalb der Uni üben. Du kannst dir damit mehr Sicherheit im Umgang mit den Bildern der radiologischen Untersuchungsmethoden erarbeiten.

ERSTELLUNG IST ZEITTEUER

AUFWÄNDIG UND

Allerdings gibt es ein großes Problem im Bereich des E-Learnings: Oftmals kommen die Programme nicht über ihren Projektcharakter hinaus. Die Erstel­ lung ist zeitaufwendig, personalintensiv und teuer, die Klärung urheber­ und nut­ zungsrechtlicher Fragen kompliziert. Ein Ende der Förderung bedeutet häufig auch ein Ende des Programms. Da unklar ist,

NICHT GEWÄHRLEISTET

Um all die Vorteile des E­Learnings nutzbar zu machen, ist also noch eine Vielzahl von kleineren und größeren Schwierigkeiten zu lösen. Wer im Rah­ men seines Studiums die Gelegenheit hat, mit einem Angebot sein Wissen vertiefen zu können, sollte dies nutzen. Die kostenlosen Angebote auf Webseiten mit histologischen Schnitten oder anatomischen Bildern sind durch die hohe Auflösung der Bilder eine gute Ge­ legenheit, um die eigenen Kenntnisse zu festigen. Bis zur optimalen und alltäg­ lichen Nutzung des E­Learning­Potenzi­ als wird es aber wohl immer noch eine ganze Weile dauern.

Der nächste Workshop „Arzt mit Hu­ mor“ für bis zu 15 Studierende medizi­ nischer Fächer findet am 1. und 2. De­ zember in der Leipziger Burgstraße statt. Anmeldungen sind ab Ende No­ vember online unter www.kompetenzschule.uni-leipzig.de/workshops möglich. Wer Lust bekommen hat, solche Seminare an weiteren Universitäten zu organisieren, kann mit Christoph Krause über seine Website www.arzt-mit-humor. de Kontakt aufnehmen.

Inhalt Für dich gelesen Bücher für die intensive Vorbereitung auf die 2. Ärztliche Prüfung stellen wir diesmal in unseren Rezensionen vor: den „Exaplan“ aus dem Elsevier-Verlag, das im GeorgThieme-Verlag frisch erscheinende „AllEx“ in 3 Bänden sowie „Das Zweite - kompakt“ von Springer. Seite 04

Doktorarbeit

Erst in der Klinik? Manch einer fragt sich, ob er wirklich bis zur Klinik warten muss oder ob ein Promotionsbeginn nicht schon in der Vorklinik möglich ist. Im MEDI-LEARN Forum haben sich Studenten zu diesem Thema bereits ausgetauscht und eifrig diskutiert. Wir haben die verschiedenen Meinungen zusammengefasst. Seite 05

Ausland

Rechtzeitig planen Wichtigste Voraussetzung für den Erfolg und den Nutzen des Auslandsaufenthaltes ist eine sorgfältige Vorbereitung. Neben der Auswahl des Krankenhauses, der Impfungen sowie dem richtigen Equipment spielt auch das Wissen über das Gastgeberland eine große Rolle. Seite 10

Preisrätsel

Buchstabensalat Finde in unserem Buchstabensalat die gesuchten 18 Begriffe rund um die Themen Anatomie, Akupunktur und den anderen Bereichen aus dem Sortiment unseres Kooperationspartners 3B Scientific und gelange somit zum Lösungswort. Unter allen Teilnehmern verlosen wir ein Skelett „Stan“ sowie Lehrtafeln. Seite 11


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Medizin aktuell

November/Dezember 2012

Anfangs ist manches gewöhnungsbedürftig Erhältlich im App Store

Linkshänder müssen im Zahnmedizinstudium mit Nachteilen rechnen MEDI-LEARN Redaktion

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n seiner Linkshändigkeit ist wohl noch kein Nachwuchs­Zahnme­ diziner gescheitert. Die Bevorzugung der linken Hand insbesondere bei Tä­ tigkeiten mit hohen Anforderungen an die Feinmotorik kann zumindest wäh­ rend des Studiums aber doch einige Probleme bereiten. Wie fast überall ist die Arbeitsumgebung an den Universitäten auf die Bedürfnisse von Rechtshändern ausgelegt, beispielsweise die Labor­ plätze und Behandlungseinheiten. Löb­ liche Ausnahmen gibt es nur ganz vereinzelt. Für jene Linkshänder, die sich nicht komplett umstellen können oder wollen, ist daher vor allem in den praktischen Kursen anfangs manches gewöhnungs­ bedürftig. Im Prinzip tauschen zwar le­ diglich Behandler und Stuhlassistenz ihre Plätze, jedoch hat das diverse prak­ tische Konsequenzen: Es entsteht ein bisschen „Kabelsalat“, weil Absaug­ und Bohrerschläuche sich über den Patienten hinweg überkreuzen. Und um mit guter

Einsicht arbeiten zu können, muss man auf dem vergleichsweise beengten Platz neben dem Speibecken seine Gelenkig­ keit beweisen. Innerhalb weniger Tage oder spätestens nach ein paar Wochen sind die Studenten aber ein eingespiel­ tes Team, sodass die Handlungsabläufe auf Dauer nicht beeinträchtigt werden.

der Geräte lässt sich zwar mit der linken Hand ebenso gut benutzen wie m i t der rechten, aber unter anderem bei Scheren und Küret­ ten gibt es etliche Ausnahmen. Spätestens bei den Bewerbungen als Assistenz­ zahnarzt machen sich die feinen Unterschiede dann

bemerkbar: Obwohl es Behandlungseinheiten gibt, die sich leicht von rechtshändige auf linkshändige Benutzung „umschalten“ lassen,

Trotzdem gibt es Gründe, als Linkshänder zumindest gelegentlich die Seiten zu wechseln. Die Mehrzahl

Optische Schalter – Narkose mit Licht rückgängig machen Interessante Ergebnisse bei Kaulquappen Berufsverband Deutscher Anästhesisten e. V. (BDA)

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ropofol ist eines der gängigsten Nar­ kosemittel. Nun ist es gelungen, ei­ nen lichtabhängigen Schalter in den Wirkstoff einzubauen – und so bei Kaul­ quappen dessen Wirkung reversibel zu steuern. Eine mögliche Anwendung ist die Behandlung von Sehstörungen. Nervenzellen werden an der Weiter­ gabe von Reizen gehindert, indem so­ genannte inhibitorische Transmitter das Auslösen eines elektrischen Impulses er­ schweren. Dieser Effekt wird in der Me­ dizin für die Anästhesie genutzt. Das Narkosemittel Propofol etwa wirkt, in­ dem es die Rezeptoren aktiviert, an die auch der wichtigste inhibitorische Neu­ rotransmitter – GABA – bindet und das Öffnen feiner Ionenkanäle in der Zellmembran bewirkt. Durch diese Kanäle strömen negativ geladene Chloridionen in die Zelle, was eine Hyperpolarisation bewirkt.

„MOLEKULAREN SCHALTER IN PROPOFOL EINGEBAUT“

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Wissen, was der Berufseinstieg mit sich bringt. Berufsstarter-Workshop aerzte-finanz.de/seminare

Das Spezialgebiet des LMU­Che­ mikers Dirk Trauner ist es, ursprüng­ lich „blinde“ Nervenzellen für Licht­ reize empfänglich zu machen. Nun ist es ihm gemeinsam mit amerikanischen und Schweizer Kollegen gelungen, den GABA­Rezeptor lichtabhängig steuer­ bar zu machen – und zwar mithilfe eines Propofol­Derivats: „Wir haben einen mo­ lekularen Schalter in Propofol eingebaut und so ein photoschaltbares Molekül ent­ wickelt, das im Dunkeln sogar eine et­ was stärkere Wirkung als Propofol selbst hat“, berichtet Trauner, der Professor für Chemische Biologie und Genetik an der LMU ist und auch dem Exzellenzcluster CIPSM angehört.

SCHLAFLOS IM HELLEN Licht hebt die Wirkung des Moleküls auf, wie die Wissenschaftler an Kaul­

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quappen zeigen konnten: In einem Bad mit einer geringen Konzentration des Propofol­Derivats wurden die Tiere zu­ nächst erwartungsgemäß betäubt. Die anschließende Bestrahlung mit vio­ lettem Licht dagegen hatte promptes Er­ wachen zur Folge – die Tiere bewegten sich aber nur so lange wieder, wie das Licht an blieb: Im Dunkeln fielen sie erneut in Nar­ kose. Der Effekt ist reversibel und die

sind längst nicht alle Praxen in diesem Sinne „Mischpraxen“. Vielleicht willst du dich deshalb lieber von vornherein nach einem Arbeitgeber umsehen, der selbst Linkshänder ist. Über dieses Thema wurde auch im MEDI­LEARN Forum diskutiert. Die Beiträge und eine Umfrage fin­ dest du unter www.medi­learn. de/MF42856

Kaulquappen erholten sich voll, sobald sie in ein normales Wasserbad gelegt wurden. Mögliche therapeutische Anwen­ dungen sieht Trauner bei der Behand­ lung bestimmter Augenkrankheiten: In vielen Formen der Blindheit, etwa bei Retinitis pigmentosa, sind die Photore­ zeptoren im Auge defekt – während das darunterliegenden Gewebe intakt ist und ebenfalls durch einfallendes Licht er-

reicht werden kann. „Hier befinden sich auch GABA­Rezeptoren, die mit dem von uns entwickelten Molekül prinzi­ piell lichtempfindlich gemacht werden könnten, sodass die defekten Photorezeptoren umgangen werden“, sagt Trau­ ner, der bereits an einer möglichen Anwendung in der Retina arbeitet. (Die Platzierung dieses Artikels wurde unterstützt vom BDA - Berufsverband Deutscher Anästhesisten e.V.)

MEDI-LEARN Special Anästhesie Wir bieten dir online in Kooperation mit dem Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA e.V.) im Rahmen der Aktion „Anästhesist werden“ umfassende Infos zu diesem Tätigkeitsfeld mit Zukunft. Mehr gibt es online unter www.medi-learn.de/bda

Das Knappschaftskrankenhaus Bottrop stellt zum 01.01.2013 für die Abteilung Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Nuklearmedizin und Neuroradiologie eine/ einen

Assistenzärztin/Assistenzarzt Radiologie ein. Wir möchten Sie kompetent ausbilden ̶ ob Anfänger oder fortgeschritten- .... Interesse? Das Knappschaftskrankenhaus in Bottrop ist ein modernes und leistungsfähiges Krankenhaus mit 358 Betten und verfügt über folgende Kliniken im Hause: Chirurgie, Gefäßchirurgie, Urologie, Innere Medizin, Angiologie, Nephrologie/Dialyse und Rheumatologie, Neurologie und Neurologische Rehabilitation, Radiologie/Nuklearmedizin sowie Anästhesiologie und Intensivmedizin. Die Radiologische Abteilung ist neben allen gängigen konventionellen Röntgenleistungen, Mehrzeilencomputertomographie (128-Zeiler), Kernspintomographie (1,5 und 3 Tesla), Durchleuchtung und Angiographie (FD mit Dyna CT und 3D sowie zwei weitere angiographiefähige Multifunktionsarbeitsplätze), Ultraschall, Mammographie und Nuklearmedizin auf die vaskuläre und nonvaskuläre interventionelle Radiologie und Neuroradiologie spezialisiert. Neben onkologischen und schmerztherapeutischen Eingriffen werden ebenso gefäßtherapeutische Maßnahmen durchgeführt, unter anderem die Thrombektomie bei Schlaganfällen. Die Abteilung ist voll digitalisiert und in einem Neubau situiert mit entsprechend guter räumlicher und technologischer Ausstattung. Wenn Sie eine intensive und kompetente Weiterbildung in der Radiologie anstreben, erwartet Sie bei uns eine interessante Arbeitsatmosphäre in einem netten kollegialen Team. Die Ausbildung ist curricular strukturiert. Die Chefärztin besitzt die volle Weiterbildungsermächtigung Radiologie sowie das DEGIR Ausbildungszertifikat. Der Stellenplan ist 1-3-5. Die Abteilung unterhält ein regelmäßiges internes Fortbildungsprogramm. Die Teilnahme an zusätzlichen externen Fortbildungsveranstaltungen wird angeboten und unterstützt. Eine große Lehrmittelbibliothek mit Büchern, Zeitschriften, CD´s/DVD´s ist vorhanden sowie der elektronische Zugang zu diversen internetbasierten Lehrmitteln und Informationsportalen. Das Knappschaftskrankenhaus wird voraussichtlich ab 2013 akademisches Lehrkrankenhaus der Universitätsklinik Essen. Wissenschaftliches Arbeiten wird auf Wunsch gefördert. Eine Rotationsmöglichkeit besteht durch die enge Kooperation mit einem Nachbarkrankenhaus, wo der Schwerpunkt auf der Interventionellen Neuroradiologie liegt. Die Vergütung richtet sich nach dem TV-Ärzte DRV KBS (analog TV Marburger Bund) mit zusätzlicher Altersversorgung. Hinzu kommen Einnahmen durch Gutachten und die Mitarbeiterbeteiligung. Informieren sie sich zusätzlich unter den Webseiten www.kk-bottrop.de und www.röntgenabteilung.de Telefonische Auskunft erhalten Sie unter der Tel.-Nr. 02041-151401 (Sekretariat Radiologie); Chefärztin Dr. med. S. Hennigs. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung. Richten Sie diese bitte an: Knappschaftskrankenhaus Bottrop, Abteilung für Radiologie Chefärztin Dr. med. S. Hennigs Osterfelder Str. 157 46242 Bottrop email: svenja.hennigs@kk-bottrop.de


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Lernen im Ausland

Wundervolles Land und freundliche Menschen Erfahrungsbericht über eine Gynäkologie-Famulatur in Ghana MEDI-LEARN Redaktion

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chon immer wollte ich nach Afrika reisen. Da ich aber bisher noch nie den Mut hatte allein zu verreisen, habe ich mir zunächst einmal ein so genanntes „Afrika­Einsteigerland“ gesucht, über das es schon viele Erfahrungsberichte gibt und wo man relativ sicher ist, dass al­ les gut über die Bühne geht. Ich entschied mich für Ghana und kann rückblickend sagen: Mit dieser Wahl habe ich alles genau richtig gemacht. Zunächst habe ich mir einen Reisefüh­ rer besorgt. Er ist auf Englisch im Bradt­ Verlag erschienen und wird regelmäßig überarbeitet, sodass zum Beispiel die Telefonnummern und Preise für Unter­ künfte aktuell sind. Zudem habe ich an einem Vorbereitungsseminar der bvmd, dem „Trikont“ teilgenommen. Das hat sich auf jeden Fall gelohnt, weil ich so Menschen getroffen habe, die selbst schon einmal in Ghana gewesen sind und die ich alles fragen konnte, was ich im­ mer schon wissen wollte. Ihre Erlebnisse und kleinen Anekdoten zu hören schürte meine Vorfreude! Zur Vorbereitung gehörte auch die Be­ schaffung eines Visums. Es hat 50 Euro gekostet und die Beantragung war ganz einfach online unter www.auslandsvi­ sum.de möglich. Es gab dabei keinerlei Schwierigkeiten. Die Liste der vom Tro­ peninstitut empfohlenen Impfungen ist stattlich: Man sollte gegen Gelbfieber, Meningokokken, Typhus, Hepatitis A und B, Polio, Diphterie, Tetanus, Tollwut und Influenza geschützt sein. Ich habe mich außerdem noch gegen Cholera impfen

lassen, was wohl nicht wirklich nötig gewesen wäre, aber als dann vor Ort im Krankenhaus die Rede davon war, dass eine neue Choleraepidemie bevorsteht, hatte ich dadurch natürlich ein besseres Gefühl. Die Rechnungen für all diese Impfungen habe ich bei meiner Kranken­ kasse eingereicht, und die hat alle Kosten übernommen. In Accra und anderen größeren Städ­ ten bekommt man überall sauberes Wasser. Anders sieht das natürlich aus, wenn man über die Dörfer fährt. Dann braucht man etwas zum Desinfizieren des Was­ sers. Als Malariaprophylaxe habe ich Malarone genommen, sehr gut vertragen und davon keine komischen Träume ge­ habt. Zur Reiseapotheke sollte auf jeden Fall ein Insektenschutzmittel gehören, etwas gegen juckende Stiche, Durch­ fall, Verstopfung sowie Elektrolyte zum Auflösen. Schmerzmittel und Antibio­ tika hatten auch viele dabei, was mei­ ner Meinung nach aber unnötig ist, da man ja im Krankenhaus sozusagen an der Quelle sitzt und die Klinik für Prakti­ kanten alle Kosten übernimmt. Ich habe vor dem Start eine Unfallversicherung und Auslandskrankenversicherung abgeschlossen. Ich bin relativ günstig für 600 Euro über Dubai nach Accra geflogen. Im Land selbst kann man dann preiswert mit dem Bus reisen. Für eine siebenstündige Fahrt im klimatisierten Bus habe ich kaum mehr als fünf Euro bezahlt. Zwar ist man erst einmal von dem Getümmel auf den Busbahnhöfen überfordert, aber es fin­

det sich immer jemand, der einem „Ob­ runi“ (Weißen) hilft, den richtigen Bus zu nehmen. Die Ghanesen sind unglaublich hilfsbereit und freundlich. Nach meiner Ankunft in Accra wurde ich direkt ins Hostel gefahren und in mein Zimmer gebracht, wo ich mich ein bisschen ausruhen konnte. Innerhalb der ersten Stunde kamen aber schon Leute vorbei, die irgendwas mit dem Aus­ tauschprogramm zu tun hatten, haben sich total nett vorgestellt und mir Hilfe jeder Art angeboten. Gleich am nächsten Tag stand auch schon der erste Ausflug an, wo ich gleich fest eingeplant war. Keine Sorge – allein werdet ihr dort nicht sein. In Ghana ist Englisch die Amtsspra­ che. Das heißt, dass fast jeder einige Worte oder fließend Englisch sprechen kann. Sonst hört man in Accra viele un­ terschiedliche Sprachen, beispielsweise Twi. Generell freuen sich alle, wenn man auch ein paar Worte in dieser Sprache ver­ steht, und sei es auch nur „Wie geht es dir?“. Wer Lust hat, vor der Reise bereits einen Einblick in Twi zu bekommen, kann sich ein Buch vom Kauderwelsch­Verlag bestellen. Mitnehmen sollte man auf jeden Fall eine Taschenlampe, da sehr oft der Strom ausfällt. Ebenso zwei Handtücher, Mos­ kitonetz, Steckdosenadapter, Desinfek­ tionsmittel, Kittel fürs Krankenhaus, Leintuch und Schlafsack, Handwasch­ mittel und schickere Kleider zum Ausge­ hen am Abend. Spart euch unnötig viele warme Klamotten. Es wird einfach nicht

kalt, und ihr kauft bestimmt wie ich un­ glaublich viel vor Ort. Die Währung in Ghana heißt Cedi (zwei Cedi entsprechen einem Euro). Mit einer Visa­Karte kann man in allen größeren Städten problemlos Bargeld bekommen. Sogar direkt auf dem Campus sind meh­ rere Geldautomaten zu finden. Vor Rei­ seantritt konnte man allerdings kein Geld tauschen, weil man die Landeswährung nicht ein­ oder ausführen darf. Gleich nach der Ankunft ist der Umtausch dann aber am Flughafen möglich. Eine 1,5­Li­ ter­Flasche Wasser kostet 1,20 Cedi, ein Gericht im Restaurant etwa 5 bis 7 Cedi, und an der Straße bekommt man schon was Gutes für ein bis drei Cedi. Für eine Übernachtung in einem ein­ fachen Hotel bezahlt man 15 bis 20 Cedi. Ich bin aber in einem „Studenthostel“ mit Gemeinschaftsduschen und -toiletten direkt auf dem Uni-Gelände untergekommen. Ich wohnte im Exchange­Room, den ich mir mit einer anderen Deutschen geteilt habe. Es war eine tolle Erfahrung, auf dem Campus zu leben, mit jemand das Zimmer zu teilen und alle Studenten auf einem Haufen zu haben. Ganz anders als in Deutschland, aber wirklich sehr schön, gerade um neue Freundschaften zu knüpfen! Mein erster Arbeitstag war ziemlich spannend, aber auch anstrengend. Ich war in einer Ambulanz, in der sich viele schwangere Patientinnen vorgestellt ha­ ben, die kurz vor der Entbindung waren. Die Studenten mussten Patientinnen aufnehmen, eine unglaublich lange Anam-

nese schreiben und danach die Patientin einem Arzt vorstellen. Dann wurden ihre Beschwerden durchgesprochen und in dem Zusammenhang auch das ganze Krankheitsbild mit Therapie­ und Un­ tersuchungsmöglichkeiten, Komplikati­ onen und allem, was man wissen muss. Generell hat mich die Lehre dort ziemlich überrascht. In Deutschland habe ich so­ was Ausführliches und Praxisbezogenes noch nie erlebt. In der Woche kann man, wenn man früh aus dem Krankenhaus kommt, mit dem Taxi in die Stadt fahren oder an den Stadtstrand Labadi­Beach. Abends ging ich gerne mal tanzen. Die Partys sind ganz anders als in Deutschland, und wenn man sich darauf einlässt, hat man echt viel Spaß. Auch Salsa­Partys sollte man mal gesehen haben: Profi­Tänzer in „freier Wildbahn“. Der Wahnsinn! Ihr habt bestimmt schon gemerkt, dass ich ziemlich begeistert von dieser Reise bin, aber dennoch muss ich euch sagen, dass ich meine erste Woche gebraucht habe, mich an das Land und die Leute zu gewöhnen. Man muss erst lernen, dass Smalltalk den Menschen dort sehr wich­ tig ist und zum Alltag dazu gehört. Und auch, dass die Menschen oft arm sind, auf der Straße schlafen und keine sanitären Anlagen haben, gehört dort zum Leben dazu. Die Traurigkeit darüber lernt be­ stimmt jeder kennen, und man braucht seine Zeit, bis man es schafft, dass sie nicht all das Schöne überschattet. Fortsetzung des Artikels im Internet unter www.medi-learn.de/mlz-nachschlag


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Für dich gelesen

Anschaulich durch Fallbeispiele

Blick in die Foren

Wechsel zur Zahnmedizin

Es kommt deutlich seltener vor als in Gegenrichtung – aber ab und zu möchte doch ein Jungmediziner das Stethoskop gegen den Bohrer ein­ tauschen. Wie geht das überhaupt und was gilt es dabei zu beachten? Muss jemand, der die Physikums­ Prüfungen bereits bestanden hat, sie nach dem Wechsel erneut und wieder in allen Fächern ablegen? Und was ist mit dem Vorphysikum, dass es in der Humanmedizin ja gar nicht gibt? Fragen und Antworten rund um einen konkreten Fall gibt es unter http://www.medi-learn.de/MF77939

Tipps für die Wohnungssuche

Sobald die ersten Zulassungsbescheide verschickt sind, beginnt an den Hochschulstandorten die Suche nach bezahlbarem Wohnraum in Uni­Nähe. Wie geht man am besten vor? Was für Alternativen gibt es? Welche Städte sind berüchtigt für den chronischen Mangel an geeigneten Unterkünften für Studierende? Regel Nummer 1: Nicht entmu­ tigen lassen! Am Ende musste sich wohl noch kein angehender Arzt wirklich zu Beginn der Vorlesungs­ zeit unter einer Brücke einquartieren. Tipps und Erfahrungsberichte zum Thema unter

zwei Bänden. Es versteht sich als Kom­ bination aus studentisch­prüfungsorien­ tiertem Buch und klassischem Lehrbuch. Für die 6. und 7. Auflage wurden einige Ka­ pitel völlig neu geschrieben und die aktu­ ellen Fragenschwerpunkte des IMPP sowie Hinweise von Studierenden auf die Inhalte ihrer mündlichen Prüfungen berücksichtigt.

Titel: EXAPLAN Autoren: Hamid Emminger, Thomas Kia Verlag: Elsevier ISBN: 978-3-43742464-9 Preis: 189,00 Euro

Kurzbeschreibung Das EXAPLAN präsentiert den examens­ relevanten Stoff der klinischen Medizin in

Studieren mit eigenem Pferd

Titel: AllEx – Alles fürs Examen Autoren: Verschiedene Verlag: Thieme ISBN: 978-3-13-146951-9 Preis: 149,99 Euro

Kurzbeschreibung Das AllEx ist ein Kompendium der kli­ nischen Medizin und liefert das gesamte Wissen für die 2. Ärztliche Prüfung. Die

Welches Examen ist leichter?

Materialnummer: 1000226

Median geschnitten, 5-teilig. Qualität von 3B Scientific. Preis:

140,42 €

Jetzt animiert unter: www.3bscientific.de

Aufbau Das Werk ist nach aktuellem Gegenstandskatalog und IMPP-Orientierung gegliedert, die Prüfungsrelevanz farbig markiert und um Merke­Kästen und Ori­ ginal­IMPP­Abbildungen ergänzt. Zahl­ reiche klinische Fallbeispiele machen den Stoff anschaulich. Völlig neu ist in der aktuellen siebten Auflage die durch­ gehende Verknüpfung des Buchinhalts mit den Originalfragen des IMPP. So las­ sen sich nach der Freischaltung auf den

Preis Für unter 200 Euro erhält man auf fast 3000 Seiten ein trotz des stattlichen Gewichts handliches Kompendium der kli­ nischen Medizin sowie umfangreiche di­ gitale Zusatzangebote: mindestens drei Monate Online­Zugriff und zum Auspro­ bieren außerdem zu „mediscript online“ mit allen 13.000 Fragen des 2. Abschnitts der Ärztlichen Prüfung. Fazit Das seit 1995 immer wieder neu aufge­ legte EXAPLAN hat sich zu Recht einen Stammplatz auf den Schreib­ tischen vieler Examenskandidaten gesichert. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw292 www.medi-learn.de/gw430

Texte sind dabei bewusst kurz gefasst und auf prüfungsrelevante Inhalte reduziert. Zu Papier gebracht füllen die Fakten 2740 Seiten und machen das AllEx zu einem echten Schwergewicht im Bücherregal.

reichen wie der Palliativmedizin. Ein weiteres Heft beinhaltet ein Sachver­ zeichnis und erleichtert das Auffinden ge­ suchter Kapitel, weil nicht der Index jedes Bandes durchforstet werden muss.

befindliches Register des gesamten Buch­ inhalts macht das Nachschlagen einfach und schnell möglich. Das Sachverzeich­ nis liegt als separates Heft bei und erleich­ tert die Stichwortsuche zusätzlich.

Zielgruppe Das Kompendium ist in erster Linie für Studierende geschrieben worden, die sich in der Schlussphase ihrer Ausbildung be­ finden. Es präsentiert in knapper Form die wichtigsten Fakten der einzelnen Fächer, die in der 2. Ärztlichen Prüfung abgefragt werden. Der auf der Thieme­Webseite ab­ rufbare 100 Tage­Lernplaner lässt sich mit dem Kompendium kombinieren, was die Prüfungsvorbereitung erleichtert. Aber auch zum Wiederholen des Lernstoffs für Klausuren ist das AllEx geeignet.

Didaktik Zu Beginn jedes Kapitels werden Grund­ lagen des Faches wiederholt und somit der Einstieg in die Thematik erleichtert. Au­ ßerdem wird erwähnt, wo Texte zu ver­ wandten Themen zu finden sind. Jedes Thema wird nur an einer Stelle des Lehr­ buchs komplett beschrieben. Dass Inhalte mehrfach gelernt werden, soll verhindert und damit Zeit beim Lernen gespart wer­ den. Das AllEx nimmt dem Studenten so­ gar die „Markierungsarbeiten“ ab. Fakten, die besondere Prüfungsrelevanz besitzen, sind bereits hervorgehoben.

Preis Da die Bände das Wissen aus drei Jahren Medizinstudium bündeln, kann man aber von einem fairen Preis-Leistungsverhältnis sprechen.

Inhalt Band A beschäftigt sich mit der gesamten Inneren Medizin, Band B mit weite­ ren klinischen Fächern wie der Chirurgie und Pädiatrie, Band C widmet sich den Grundlagenfächern und Querschnittsbe-

ärzten überprüft und korrigiert wurde. Auf diese Weise soll das prüfungsrele­ vante Wissen studentennah und fachgerecht vermittelt werden, ohne sich in allzu vielen Details zu verlieren.

Ihr Physikum haben fast alle Jung­ mediziner in unguter Erinnerung. Lernen bis zum Umfallen war da­ mals das Lebensmotto. Gegen Ende der klinischen Phase regt sich bei vielen dann die Sorge, mit dem bevorstehenden Examen werde es genau so sein. Durchaus nicht, sa­ gen jene, die das schon hinter sich haben. Auch wer das Physikum nur mit Ach und Krach überstanden hat, solle vor dem nächsten Abschnitt definitiv die Nerven behalten. Mit den Erfahrungen aus Famulaturen und dem PJ falle das Lernen viel leichter und kaum jemand durch.

Das Gehirn

Inhalt Band 1 umfasst das „Basiswissen“ be­ sonders wichtiger Fächer wie Innere Me­ dizin, Chirurgie, Pathologie oder Anäs­ thesie. Im zweiten Band findet sich das

Didaktik Dank der „Checklisten“ behalten die Ler­ nenden stets den Überblick über den Umfang der über das reine Prüfungswissen hinausgehenden Inhalte. Der Abschnitt „Leitsymptome von A–Z“ erlaubt die Wiederholung des Lernstoffs.

Internet­Seiten die jeweils zu einem Ka­ pitel gehörigen Fragen online bearbeiten.

Fazit Wer sich lieber mit einem zusammenfassenden Kompendium auf die Prü­ fung vorbereiten möchte, findet mit dem AllEx eine weitere Alternative. Für die Vorbereitung auf die Zweite Ärztliche Prüfung eine loh­ nende Anschaffung.

Aufbau Die Themenkomplexe sind logisch auf die drei Bände verteilt, sodass miteinander verwandte Themen meist im gleichen Buch zu finden sind. Ein auf jeder Seite

Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw292 www.medi-learn.de/gw431

Studentennah und fachgerecht

http://www.medi-learn.de/MF79282

http://www.medi-learn.de/MF77064

Zielgruppe Das mehr als fünf Kilo schwere EXA­ PLAN wendet sich an Jungmediziner in den klinischen Semestern, insbesondere kurz vor dem 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, und wird von ihnen sicher auch darüber hinaus gerne zur Hand genommen. Dafür sorgen nicht zuletzt „Check­ listen“ zu Themen wie Leitsymptome von A–Z , Körperliche Untersuchungen, Häu­ fige Notfälle und so weiter.

„Aufbau­ und Zusatzwissen“ aus den Bereichen Allgemeinmedizin, Neurolo­ gie, Pädiatrie, Dermatologie, Urologie, Rechtsmedizin oder Medizinische Stati­ stik, um nur einige zu nennen.

Zeit beim Lernen sparen

http://www.medi-learn.de/MF76973

Spätestens zu Beginn des Studiums wird für alle Reiterinnen und Reiter eine Frage unausweichlich: Kann ich mein Pferd mitnehmen? Gerade in den medizinischen Fächern sind Zweifel angebracht, dass ne­ ben Lehrveranstaltungen und langen Stunden am Schreibtisch noch genug Zeit für den Vierbeiner übrig bleiben wird. Und in der näheren Umgebung einiger Großstädte wie Hamburg wäre zudem seine Unter­ bringung eventuell sehr teuer. Viel zahlen oder weit fahren, lautet dann die schwierige Entscheidung. Trotz­ dem kann es gehen, sagt die Mehrzahl der Teilnehmer an der Diskus­ sion unter

November/Dezember 2012

Zielgruppe Geeignet ist die Reihe für all jene, die sich auf das Hammerexamen vorbereiten. Doch auch für Studierende in der Klinik lohnt sich ein Blick in die entsprechenden Bände zur Klausurvorbereitung.

Titel: Das Zweite – kompakt Autoren: verschiedene Verlag: Springer ISBN: 978-3540695585 Preis: 49,95 Euro

Kurzbeschreibung In neun Bänden präsentiert der Springer­ Verlag eine Repetitorienreihe, die von Studenten geschrieben und von Fach­

Inhalt Die klinischen Fächer sind zusammenge­ fasst auf die verschiedenen Bände verteilt: Allgemeinmedizin, Anästhesie und Intensivmedizin, Arbeits- und Sozialmedizin, Rechtsmedizin; Chirurgie, Orthopädie, Urologie; Dermatologie, Augenheilkunde, HNO; Querschnittsbereiche; Grundlagen; Gynäkologie. Pädiatrie; Innere Medizin; Neurologie, Psychiatrie, Psychosomatik. In einem Extraband mit dem Titel „Ge­ sundheitsstörungen“ werden Differential­ diagnostik sowie Wiederholung der Dia­ gnostik und Therapie behandelt.

Didaktik In kurzen, stichwortartigen Sätzen werden alle wesentlichen und prüfungsrelevanten Inhalte durchgegangen. Schlüsselbegriffe werden dabei fettgedruckt hervorgeho­ ben. In blauer Schrift und eingerückt wer­ den zentrale Informationen auf einen Blick zusammengefasst. Cave­Absätze weisen auf Behandlungsbesonderheiten und Gefahren für den Patienten hin. Zahlreiche Abbildungen erleichtern das Verständnis und das Erlernen der notwendigen Be­ griffe und Zusammenhänge.

matik inklusive Komplikationen und Di­ agnostik sowie Differenzialdiagnose zu Therapie und Prognose. Eine außen sicht­ bare Markierung erleichtert den Zugriff und das Leitsystem mit Seitenzahl und Kapitelnummer ermöglicht die schnelle Orientierung.

Aufbau Die einzelnen Abschnitte sind jeweils in Kapitel unterteilt, die wiederum durch Unterkapitel und Zwischenüberschrif­ ten in überschaubare Portionen gegliedert werden. Innerhalb der Kapitel erfolgt die Abfolge der Inhalte logisch: Einstieg sind Stichpunkte zu Anamnese, Untersuchung und Diagnostik, ehe auf die einzelnen Erkrankungen eingegangen wird. Diese wiederum werden ebenfalls systematisch behandelt von Definition und Ätiopatho­ genese und Epidemiologie über Sympto­

Fazit Ein Vorteil ist, dass man die Wahl zwischen dem Gesamtpaket und Einzelbänden hat. Ansonsten ist die Zusammenstellung des Stoffes teilweise so kompakt, dass ein ausführlicheres Lehrbuch zurate gezogen werden muss.

Preis Im Gesamtpakt für 49,95 Euro recht er­ schwinglich. Die Bände sind aber auch einzeln für Preise zwischen 17,99 Euro und 34,95 Euro zu erhalten.

Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw292 www.medi-learn.de/gw432


November/Dezember 2012

Doktorarbeit in der Vorklinik Vor allem eine Frage der Zeit MEDI-LEARN Redaktion

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iele können sich ein Medizinerdasein ohne die zwei Buchstaben vor dem Namen kaum vorstellen. Der Weg zum Physikum ist lang und beschwerlich, aber danach geht es endlich in die Klinik. Und endlich wird auch die Doktorarbeit. Manch einer fragt sich, ob er wirklich so lange darauf warten muss oder ob ein Promotionsbeginn nicht schon in der Vorklinik möglich ist. Im MEDI-LEARN Forum wurde eine Umfrage zu dem Thema gemacht und das Thema ausführlich diskutiert. Das Ergebnis fiel deutlich aus. Ganze 84 Prozent der Umfrageteilnehmer waren der Ansicht, dass es nicht sinnvoll sei, bereits in der Vorklinik eine Doktorarbeit zu beginnen, erst recht nicht in einem vorklinischen Fach. Nur 16 Prozent hielten dagegen und sprachen sich für die Eignung der vorklinischen Fächer zur Forschung aus. Die von der Umfrage

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Lernen & Arbeiten

vorgegebenen Antworten wurden im Diskussionsverlauf weiter ausdifferenziert und von verschiedenen Seiten beleuchtet. Ein Befürworter von vorklinischen Doktorarbeiten wies erst einmal darauf hin, dass es ja möglich sei, in der Vorklinik eine Doktorarbeit in einem klinischen Fach zu beginnen. Gleichzeitig gaben andere Teilnehmer zu bedenken, dass die Promotionsordnungen vieler Universitäten die Aufnahme einer Doktorarbeit vor einem bestandenen Physikum gar nicht erst erlauben würden. In einem solchen Fall wäre natürlich jede Überlegung zu einer vorklinischen Promotion hinfällig. Ein weiteres Argument der Befürworter war, dass in der Vorklinik leichter Zeit zu finden sei. Dies begründeten sie damit, dass vorklinischer Vorlesungsstoff sich zu Hause einfacher angeeignet werden könne und ein Vorlesungsbesuch da-

her nicht zwingend sei. In der Klinik gäbe es die Erfahrung, dass Hinweise der Dozenten während der Vorlesung für die Prüfung nötig seien und daher besser nicht verpasst werden sollten. Das schränke aber den zeitlichen Spielraum in der Klinik ein, während er in dieser Hinsicht in der Vorklinik größer sei. Die Frage nach der verfügbaren Zeit nahm anschließend breiten Raum in der Diskussion ein. Viele Nutzer fragten sich, wie sie in den vorklinischen Semestern überhaupt die Zeit für eine Promotion finden sollten. Die Stundenpläne seien voll und neben zahlreichen Klausuren stehe einem ja auch das „große“ Physikum bevor. Da helfe es nicht weiter, Vorlesungen ausfallen zu lassen. Anders sehe es aus, wenn sich das Physikum verschiebe und Wartezeit entstehe. Vereinzelt berichteten Teilnehmer davon, dass sie in einem oder zwei „Leerseme-

Berufsunfähigkeitsschutz stern“ bereits einen Teil ihrer Doktorarmit Bestnoten – DocD’or. beiten begannen und auf diese Weise ein Von Berufsverbänden entspanntes Arbeiten möglich geweempfohlen sen sei. Sie hätten die Arbeit so über eiaerzteversicherung.de nen längeren Zeitraum verteilen können. Allerdings sei es wichtig, das Augenmaß zu behalten – es sei schon vorgekommen, dass Studierende sich in einem Freisemester vor dem Physikum so sehr in ihre Kurz notiert Promotion vertieften, dass sie darüber die 49x32_MLZ-sw 7 08.05.12 Prüfungsvorbereitungen vergaßen und das Studium sich weiter verzögerte. Mikrobentuning Letztendlich ging es in der Diskussion im Darm also vor allem um den Zeitfaktor: mehr Ein neues Schwerpunktprogramm der Zeit insgesamt durch früheren Beginn geDFG befasst sich mit der Entstehung gen weniger Zeit zur Prüfungsvorbereivon Darmkrankheiten und den Grüntung durch einen vorklinischen Beginn. den für Infektionsanfälligkeit. Das Allerdings wird die Diskussion überflüskomplexe mikrobielle Ökosystem des sig, wenn eine Promotionsordnung einen Darms soll genauer erforscht werden, Beginn der Doktorarbeit vor dem bestanbesonders in Hinblick auf die Zusamdenen Physikum nicht gestattet. menhänge, die zu chronischen Darmentzündungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa führen. Auf der Weitere Informationen: Grundlage der Forschungsergebnisse Wenn du dir also überlegst, wann du deine lassen sich dann Präventions- und Doktorarbeit am besten anfangen solltest, Therapiemaßnahmen entwickeln. kannst du die Diskussion online nachlesen: Etwa 3,5 Millionen Menschen sind www.medi-learn.de/VK008 betroffen, Tendenz steigend.

Schlüsselloch-OP für Leberpatienten Keine Nachteile gegenüber herkömmlichen Verfahren von Blandina Mangelkramer (idw)

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aula V. (59) aus Erlangen ist die zehnte Patientin, die von einem neuen Operationsverfahren in der Chirurgischen Klinik (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Werner Hohenberger) des Universitätsklinikums Erlangen profitiert hat. Ein Fuchsbandwurm hatte ihre Leber angegriffen. Bei einer Routineuntersuchung war eine verkalkte Leberzyste entdeckt worden, die jetzt entfernt werden musste. Ein OP-Team unter Leitung von Prof. Dr. Roland Croner entfernte die kranken Teile der Leber (Leberresektion) mit einer laparoskopischen Operationsmethode, die er zuvor in New York und Paris kennengelernt hatte und die nun in der Europäischen Metropolregion Nürnberg erstmals angewendet wurde. Bislang wurden Leberresektionen am Uni-Klinikum Erlangen auf herkömmliche Weise durchgeführt: Dabei wird über einen längeren Schnitt im Bauchbereich die Leber freigelegt und operiert. In den weltweit führenden Zentren für minimalinvasive Chirurgie in Paris und New York wurde vor einigen Jahren eine Methode entwickelt, die Leberresektion über eine Schlüsselloch-Operation durchzuführen. Dabei werden am Oberbauch vier maximal 1 cm große Öffnungen geschaffen, durch die Endoskope und das Operationsbesteck in den Körper eingeführt werden. Über einen weiteren Mini-Schnitt, der wie bei einem Kaiserschnitt über dem Schambein liegt, wird das abgetrennte Lebergewebe entfernt. In mehreren Studien ist belegt, dass die neue Operationsmethode keine Nachteile gegenüber dem herkömmlichen Verfahren hat. „Im Gegenteil – während der Operation verlieren die Patienten weniger Blut, sie haben anschließend weniger Wundheilungsstörungen und kaum Schmerzen“, sagt Prof. Croner. „Da die Operationswunden nicht genäht, sondern geklebt werden, müssen keine Fäden mehr gezogen werden. Die relativ kleinen Schnittwunden verheilen recht schnell und es bleiben nur kleine, kaum sichtbare Narben zurück“, erklärt Prof. Croner. In der Regel können die Patienten innerhalb einer Woche nach dem Eingriff die Klinik wieder verlassen. Die Voraussetzungen, um die neue Methode am Uni-Klinikum Erlangen einzuführen, waren gut: Die Chirurgische Klinik verfügt über Operateure mit langjähriger Erfahrung in der Leberchirur-

gie. Außerdem stehen modernste bildgebende Verfahren zu Verfügung. Das ist wichtig, denn in der Leber sind einige große Blutgefäße, die bei der teilweisen Entfernung von Gewebe nicht beschädigt werden dürfen. Vor dem Eingriff wird deshalb in Zusammenarbeit mit den Kollegen aus dem Radiologischen Institut (Direktor: Prof. Dr. Michael Uder) anhand von CT- und MRT-Aufnahmen des Bauchraums die Anatomie der Leber präzise analysiert. „Dadurch können wir genau planen, wie und an welchen Leberschichten entlang das kranke

Gewebe entfernt werden soll“, erläutert Prof. Croner. Während der Operation wird eine laparoskopische UltraschallAufnahme der Leber gemacht, um die Lage der Lebertumoren exakt zu bestimmen, damit diese dann vollständig entfernt und gleichzeitig das gesunde Gewebe maximal geschützt werden kann. „Die laparoskopischen Techniken sind auch für Patienten nach offenen chirurgischen Eingriffen geeignet“, sagt Prof. Croner. Für den Austausch über die neue minimalinvasive Leberoperationsmethode und ihre Etablierung in Kliniken

hat Prof. Croner jetzt mit Kollegen in New York und Paris einen internationalen Arbeitskreis gegründet. (Die Platzierung dieses Artikels wurde unterstützt von 3B Scientific) Das 3B-Scientific Anatomie-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Anatomie, den wir dir in Kooperation mit 3B Scientific in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter www.medi-learn.de/anatomie

Neue Daten zu Gesundheit und Lebenssituation

Eine für den Ärztemonitor des Instituts für angewandte Sozialwissenschaften (infas) durchgeführte Befragung unter rund 11.000 Ärzten und Psychotherapeuten ergab, dass trotz starker Arbeitsbelastung eine hohe Arbeitszufriedenheit herrscht. Dennoch gibt es Kritikpunkte: Zwei von drei Ärzten geben an, nicht ausreichend Zeit für ihre Patienten zu haben. Verwaltungsarbeit mache den zweitgrößten Anteil an der Gesamtarbeitszeit aus. Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen könnten Kooperationen und Netzwerke beitragen.

Forschungsprojekt zu Arztbesuchen

Mit durchschnittlich 18 Arztbesuchen im Jahr liegen die Deutschen international an der Spitze. Hohe Kosten und weniger Zeit pro Patient sind die Folgen, Gegenmaßnahmen wie die Praxisgebühr zeigen wenig Wirkung. Ein Projekt des Instituts für Allgemeinmedizin der Uni Magdeburg geht jetzt der Frage nach dem Warum nach. Ein Vergleich mit dem norwegischen Gesundheitssys­ tem sowie Patientenbefragungen in Deutschland und Norwegen sollen Antworten liefern. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Schlechte Nachrichten überbringen lernen

Die Ärztekammer Berlin bietet am 7. und 8. Dezember einen Kommunikationskurs an, um gezielt die Übermittlung schlechter Nachrichten zu trainieren. Angeboten wird die aktive Erarbeitung von Gesprächs- und Aufklärungskonzepten für (Erst-) Diagnose, Rezidiv bzw. Progress unter Therapie sowie für die präfinale Phase. Anhand von Fallbeispielen sollen die theoretischen Grundlagen und praktischen Fähigkeiten im Rollenspiel mit trainierten Simulationspatienten geübt werden.

Der Mini-Torso Materialnummer: 1000195

In halber natürlicher Größe, z.B. für den Schreibtisch. Qualität von 3B Scientific.

Prof. Croner (Mitte) steuert seine Instrumente millimetergenau zum erkrankten Lebergewebe und kontrolliert den Eingriff über einen Monitor. Bild: Uni-Klinikum Erlangen

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Neuauflage

November/Dezember 2012

Die Skriptenreihe 2013/14 ist da! Liebe Leserin, lieber Leser, in schwierigen Zeiten kann man ein bisschen Unterstützung von guten Freunden gebrauchen. Das gilt nicht zuletzt für die Monate vor dem Physikum, die sicher zu den schwierigsten des gesamten Medizinstudiums gehören. Aber mach dir keine Sorgen! Gleich 33 gute Freunde stehen bereit, dich bei deiner Vorbereitung auf die schriftlichen und mündlichen Prüfungen zu begleiten: die 33 Bände der MEDI-LEARN Skriptenreihe.

Methodisch, nämlich in mehreren Phasen solltest auch du vorgehen: Am besten fängst du bereits zu Beginn des Semesters, das deinem Physikum vorausgeht, mit der Erarbeitung des Lernstoffs an.

So stehen dir für jedes Skript im Durchschnitt drei Tage zur Verfügung. Für die Zeit zwischen dem Ende der Vorlesungen und dem Physikum

empfehlen wir dir dann täglich ein Skript zu wiederholen und parallel das betreffende Fach zu kreuzen.

Unser 30-Tage-Lernplan hilft dabei, dieses Pensum optimal einzuteilen. Du bekommst ihn kostenlos auf unseren Internet-Seiten oder im Fachbuchhandel; zudem befindet er sich auf dem Lesezeichen, welches jedem Skript beiliegt. In der heißen Phase der Vorbereitung schließlich steht das Kreuzen im Mittelpunkt – abwechselnd Tag 1 und Tag 2 der jeweils aktuellsten Examina. Deine Skripte dienen dir nun als Nachschlagewerke und nach den schriftlichen Prüfungen dann wieder zur Vorbereitung auf das Mündliche. Zusätzliche Tipps und Themen dafür haben wir auf eigenen Seiten in kompakter Form zusammengestellt.

Mit diesen bewährten Begleitern an deiner Seite kannst du besonders effektiv für das Physikum lernen, und das hat seinen Grund: Wir wissen sehr wohl, dass niemand alle Fakten der vorklinischen Semester auf einmal parat haben könnte. Basierend auf unserer langjährigen Arbeit im Bereich professioneller Prüfungsvorbereitung haben wir deshalb in einem aufwendigen Verfahren den examensrelevanten Stoff für jedes Fach herausgefiltert.

Natürlich lässt sich über die Methodik der Vorbereitung auf ein so großes Examen noch vieles mehr sagen. Deshalb gibt es neben den 33 Bänden, die den Prüfungsfächern gewidmet sind, eines speziell zum Thema „Lernstrategien, MC-Techniken und Prüfungsrhetorik“. In ihm findest du eine Fülle von Anregungen, wie du die Zeit vor dem Physikum bestmöglich nutzt und die bevorstehende Herausforderung meisterst. Dass du das mit ein bisschen Unterstützung guter Freunde schaffen kannst, davon sind wir überzeugt und wünschen dir dafür viel Erfolg!

Dafür kommen im ersten Schritt sämtliche Fragen der letzten zehn Examina auf den Tisch. Unsere Experten eliminieren zunächst alle Falschantworten des MCTeils. Anhand von mehr als 5000 Protokollen ermitteln sie außerdem, wonach in den mündlichen Prüfungen häufig bzw. nur sehr selten gefragt wurde, um die eher exotischen Themen zu identifizieren und auszusortieren. Aus dem so gewonnenen „Stoff-Konzentrat“ entstehen schließlich durch methodische Aufbereitung die locker geschriebenen, gut verständlichen MEDI-LEARN Skripte.

Dein MEDI-LEARN Team

So entsteht dein MEDI-LEARN Skript Da sowohl im Examen als auch in Klausuren immer wieder ähnliche Inhalte gefragt werden, extrahieren wir diese nach Eliminierung der Falschaussagen (1) aus den aktuellsten Examina (2). Danach werden exotische Inhalte aussortiert (3). Nachdem sämtliche IMPP relevante Fakten verschlagwortet (4) sind, werden die Schwerpunkte aus über 5000 mündlichen Prüfungsprotokollen (5) hinzugegeben. Danach entsteht durch das thematische Sortieren (6) und eine methodisch-didaktische Aufarbeitung (7) unserer Examensexperten dein MEDI-LEARN Skript (8).


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Neuauflage

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Und so sieht das dann fertig aus!

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1. Relevanz-Angaben Jedes Kapitel wird mit blau-grau hinterlegten Relevanz-Angaben eingeleitet. Sie zeigen dir, wie viele Fragen in den letzten zehn Jahren zu den Inhalten gestellt worden sind. Bei einer schnellen Wiederholung kannst du dich so auf hochrelevante Abschnitte konzentrieren.

3. Übrigens Die mit blauer Schraffierung gekennzeichneten „Übrigens“-Passagen geben dir interessante und zum Kapitel passende Informationen aus dem Alltag oder Hinweise für die spätere klinische Tätigkeit. Diese Zusatzfakten sollen dir helfen, die Zusammenhänge besser zu verinnerlichen.

2. Merke Aspekte, die du unbedingt verinnerlichen solltest, werden innerhalb der Kapitel in den blauen „Merke!“-Kästen hervorgehoben. Zu diesen gehören Lernhilfen (Eselsbrücken), Hinweise auf Stolperfallen in den IMPP-Fragen sowie kurze Zusammenfassungen der wichtigsten Inhalte.

4. Das bringt Punkte In diesem Abschnitt haben wir die besonders häufig im schriftlichen Physikum gefragten Fakten zusammengetragen. So hast du nach der Lektüre des jeweiligen Kapitels die Möglichkeit, noch einmal die Inhalte zu rekapitulieren, die dir Punkte bringen. Darüber hinaus bieten sich die „Das bringt Punkte“-Abschnitte für eine schnelle Wiederholung kurz vor der Klausur oder dem Examen an. 5. Fürs Mündliche Eine Zusammenstellung der häufig gestellten Fragen in der mündlichen Prüfung findest du im Abschnitt „Fürs Mündliche“. So kannst du allein oder noch besser in deiner Lerngruppe die mündliche Examensprüfung oder das bevorstehende Testat simulieren. Kurze Lösungsvorschläge der MEDI-LEARN Examensexperten ermöglichen dir dabei die Antwortkontrolle. 6. Pausen-Hinweise Am Ende einzelner Abschnitte belohnen wir dich mit Cartoons und erinnern dich damit daran, an Pausen beim Lernen zu denken. So wird das Skript in kleine, gut verdauliche Abschnitte sinnvoll unterteilt. Genieß die kurzen Verschnaufpausen, um anschließend mit neuer Energie ins nächste Kapitel zu starten.

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Medizin aktuell

MAXIMAL

INVASIVER

HUMOR mit den MEDI-LEARN Cartoonbüchern „eins“ & „zwo“

und „drei“

November/Dezember 2012

UKL erweitert stationäre Schmerztherapie um Akupunktur-Angebot Chinesische Ärztin neu im interdisziplinären Schmerztherapeuten-Team von Helena Reinhardt (idw)

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m Universitätsklinikum Leipzig werden Patienten mit chronischen Schmerzen jetzt auch mit Akupunktur be­ handelt. Das Verfahren der traditionellen chinesischen Medizin erweitert die bis­ herige interdisziplinäre Schmerztherapie um ein wirksames Mittel zur Linderung schlimmster Schmerzen. Angewendet wird es von einer in China ausgebildeten Ärztin. Dr. Junping Zhao vervollständigt seit kurzem das interdisziplinäre Schmerz­ therapeuten­Team am UKL. Die Medizi­ nerin bringt aus ihrer Heimat China das Wissen um einen besonders effektiven Einsatz der Akupunktur mit. Davon pro­ fitieren jetzt Patienten, die sich am Unikli­ nikum Leipzig stationär aufgrund chro­

nischer Schmerzen behandeln lassen. Der Effekt der gezielten Nadelstiche sei be­ eindruckend, bestätigt Prof. Udo X. Kai­ sers, Direktor der Klinik für Anästhesiolo­ gie und Intensivmedizin. “Wir behandeln hier Menschen, die eine lange Leidensgeschichte hinter sich haben und deren Schmerzen auf keines der üblichen Mittel mehr ansprechen“, so der Mediziner. „Viele dieser Patienten können sich jetzt dank unserer Behandlung einschließlich einer Akupunktur erstmals nach Jahren wieder schmerzfrei bewegen.“ Mit dem neuen Therapieangebot er­ gänzt die Expertin aus China im Schmerz­ team die Arbeit der Kollegen aus der Anästhesie und Intensivmedizin, der Orthopädie, aber auch Psychologie und Phy­

siotherapie. Deren Ziel ist es, gemeinsam mit Hilfe einer multimodalen Schmerztherapie vor allem Patienten mit chro­ nischen Rückenschmerzen dauerhaft zu helfen. Dazu gehören neben der Schmerz­ linderung auch Verhaltensänderungen. Die Patienten lernen, Schonhaltungen aufzugeben, sich wieder freier zu bewe­ gen und spezielle Belastungen zu vermei­ den. „Dafür müssen oftmals zunächst die Schmerzen gezielt beseitigt werden, wo­ bei uns jetzt die Akupunktur zusätzlich zu unseren bewährten Maßnahmen sehr gute Dienste leistet“, so Prof. Christoph Heyde, stellv. Direktor der Klinik für Or­ thopädie am UKL. Zwischen sieben und 14 Tagen dauert eine Akupunktur­Anwendung, die derzeit

Weiterbildung im „großen“ oder „kleinen Haus“ Grundlegende Entscheidung im Vorfeld der Bewerbung MEDI-LEARN Redaktion

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s gibt Fragen, die kannst du dir letzt­ lich nur selbst beantworten. Ob du dich bei einem großen Klinikum oder lie­ ber einem „kleinen Haus“ bewerben soll­ test, ist genau so eine Frage. Immerhin kann dieser Artikel dir ein bisschen bei der Entscheidungsfindung helfen, indem er einige Vorzüge und Nachteile beleuch­ tet. Aber auch das ist nur unter Vorbehalt möglich, denn eine ganz und gar typische Klinik gibt es in Wirklichkeit natürlich nicht. Zudem gilt es in jedem Einzel­ fall rechtzeitig bei deiner Ärztekammer nachzufragen, ob dein Wunsch-Arbeitgeber zur Durchführung der beabsichtigten Weiterbildung berechtigt ist. Die Grenze zwischen „groß“ und „klein“ ist bei Krankenhäusern übrigens gar nicht leicht zu ziehen. Die Einwoh­ nerzahl des Ortes ist kein sinnvoller Maß­ stab, denn auch in einer Millionenstadt gibt es „kleine Häuser“. Die Bettenzahl wäre zwar ein nahe liegendes Kriterium, jedoch auch nur bedingt. Gemeint ist mit diesen Begriffen letztlich vor allem der Umfang des therapeutischen Angebots: entweder Grund­ und Regelversorgung

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durch eine begrenzte Zahl von Fach­ richtungen oder Maximalversorgung mit deutlich mehr Möglichkeiten der appa­ rativen Diagnostik und Intervention für ein breites Spektrum zu behandelnder Krankheiten. Letztere bieten längst nicht nur Unikliniken, und manchmal verläuft die unsichtbare Trennlinie sogar von einer Fachrichtung zur nächsten, wenn nämlich ein Haus der Grund­ und Regelversor­ gung beispielsweise über eine hochgradig spezialisierte HNO­Abteilung verfügt. So schwierig die Abgrenzung in der Realität ist, so verbreitet sind die hinläng­ lich bekannten Klischees: In kleinen Häu­ sern seien die Hierarchien flacher, und es gehe dort regelrecht familiär zu. Ein sol­ ches Idyll, auch wenn es nur in der Fan­ tasie existiert, wirkt auf manche Zeitge­ nossen nachgerade abschreckend. Aus ihrer Sicht spricht viel mehr für die Ar­ beit im „großen Haus“: Ein gewisses Maß an Anonymität ist ihnen durchaus recht, weil sie Beruf und Privatleben sauber von einander trennen möchten. Oder sie suchen die Gelegenheit zu interessanter Forschung und zum Kennenlernen neu­

ester Diagnostik und Therapie. Anfänger können überdies hoffen, bei ihren ersten Nachtdiensten nicht ganz allein auf wei­ ter Flur zu sein. Für diese möglichen Vorteile nehmen die Befürworter des Arbeitens in großen Häusern ein durch die Struktur der Kli­ nik bedingtes Spezialistentum in Kauf, das den ganzheitlichen Blick auf den Patienten und seine Heilung oftmals erschwert. Durch die ständig Präsenz von Fach­ und Oberärzten kann zudem der Spielraum der Assistenten für eigenstän­ diges Handeln geringer werden. Und so interessant die Behandlung von seltenen und komplizierten Fällen zweifellos ist, hat es in der Weiterbildung aber auch offensichtliche Nachteile, wenn Standard­ erkrankungen die Ausnahme darstellen. Einfach gesagt: Erst sollte die BlinddarmOP erlernt werden, dann die Herztrans­ plantation. Die früher weit verbreitete Ansicht, von kleinen oder peripheren Häusern nicht mehr an große bzw. Unikliniken wech­ seln zu können, ist mittlerweile überholt. Wenn bei eher kleiner Klinik alles stimmt,

vorrangig von stationär behandelten Patienten genutzt werden kann. Perspekti­ visch sollen die lindernden Nadeln von Dr. Zhao auch den Patienten auf der Pal­ liativstation helfen. „Außer den Rücken­ schmerzgeplagten können auch andere Schmerzpatienten von unserem Thera­ pieverfahren profitieren“, ist Prof. Kai­ sers überzeugt. „Umso mehr, da wir jetzt auch auf die Mittel der Traditionellen chi­ nesischen Medizin zugreifen können.“ ®

Das SEIRIN -Akupunktur-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Akupunktur, den wir dir in Kooperation mit 3B Scientific und SEIRIN in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Inhalte findest du online unter www.medi-learn.de/akupunktur

ist dies also kein absolutes Kriterium ge­ gen einen Stellenantritt mehr, wenn man „sich nichts verbauen“ möchte. Da die Therapie von Standarderkran­ kungen in kleinen Häusern die Regel ist, lassen sich dort auch die Dienste eher allein bewältigen. Nach völlig norma­ len anfänglichen Schwierigkeiten und Ängsten sind sie sogar eine besonders gute Gelegenheit, schnell selbstständiges Arbeiten zu erlernen. Familiär ist das Klima zwar längst nicht immer, aber dass die Kollegen sich vielfach kennen, kann ab und zu eine Problemlösung auf dem kleinen Dienstweg erleichtern. Da es andererseits in der Klinik insgesamt weniger Assistenten gibt, erhöht sich vielleicht die Dienstbelastung für den Einzelnen. Dass wegen der in kleinen Häusern begrenzten Vielfalt der Fälle vielleicht nicht die gesamte Weiterbildung am selben Ort möglich ist, wird oft als Nach­ teil genannt, ist aber im Grunde keiner. Durch den Wechsel und das Kennen­ lernen anderer Herangehensweisen und Praktiken wird sich der Lernerfolg ins­ gesamt eher vergrößern. Eine Ausnahme stellen diesbezüglich jedoch die Reha­ Kliniken dar, die aufgrund ihrer Spezi­ alisierung auf Fachrichtungen wie Kar­ dio, Ortho oder Neuro zumeist nur ein besonders enges Spektrum von Fällen und Maßnahmen und praktisch keine Akutmedizin anbieten. Als erste Stelle für einen Anfänger sind sie deshalb kaum geeignet.


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Leben & Lernen

Alter Schädelknochen neu entdeckt Das Zwischenscheitelbein gab der Forschung lange Zeit Rätsel auf

Dauer der Datenerhebung

von Beat Müller (idw)

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m Embryo lässt er sich klar erkennen. Kurze Zeit später verschmilzt er bis zur Unkenntlichkeit mit anderen Knochen. Deshalb haben ihn die Forschenden bis­ her öfter übersehen. Jetzt aber haben ihn Paläontologen der Universität Zürich neu entdeckt: den Os interparietale, ein Schä­ delknochen, der auch Zwischenscheitel­ bein genannt wird. Unter Zuhilfenahme von bildgebenden Methoden haben sie sein Vorkommen bei allen Säugetieren nachweisen können – auch beim Men­ schen. Das ist neu, denn bis heute glaubte man ihn evolutionsbedingt als verloren. Der Schädel von Säugetieren, einschliesslich der des Menschen, setzt sich aus etwa 20 Knochen zusammen. Über weitaus mehr Knochen verfügen dagegen die Schädel der Fische, Reptilien und Vö­ gel. Denn als sich vor 320 Millionen Jah­ ren aus den reptilienartigen Wirbeltieren die Säugetiere entwickelten, hatte sich bei der Entwicklung des Schädels des­ sen Struktur vereinfacht sowie die An­ zahl Schädelknochen reduziert. In der zu den Säugetieren führenden Abstammungslinie gingen während der Evolution einige Knochen verloren, insbesondere auch etliche Knochen des Schädeldachs. Das Zwischenscheitel­ bein aber, auch «Os interparietale» ge­ nannt, das ebenfalls zu den Knochen des Schädeldaches gehört, gab der Forschung

Rätsel auf: Einerseits scheint es erhalten, etwa beim Menschen, bei den Karnivo­ ren und den Huftieren (beispielsweise bei den Pferden), andererseits findet man es nicht bei allen Säugetieren. Eine Erklä­ rung hierfür gab es bisher nicht. Marcelo Sánchez, Professor für Paläontologie der Universität Zürich, und der Postdoktorand Daisuke Koyabu ha­ ben jetzt zusammen mit einem Kollegen der Universität Tübingen das Vorhan­ densein des Zwischenscheitelbeins doch nachweisen können: Sie haben Fossilien und Embryos von mehr als 300 Wirbel­ tierarten untersucht, und bei allen konnten sie den Knochen identifizieren. Zum Einsatz gekommen waren nichtinvasive Mikro­Computertomographie­Aufnah­ men, analysiert hatten sie seltene Em­ bryos unterschiedlicher Säugetierarten aus Museumssammlungen. «Das Zwi­ schenscheitelbein war in Proben aus der Embryonalperiode deutlich erkennbar, da hier die Schädelknochen weniger stark miteinander verschmolzen sind», erläu­ tert Marcelo Sánchez. Darin, dass der Knochen nur im Embryonalstadium klar und gut erkennbar ist, sieht er gleichzeitig den Grund dafür, dass ihn frühere For­ schende nicht erkannt haben: «Scheinbar haben viele Anatomen das Vorhanden­ sein des Zwischenscheitelbeins bei zahl­ reichen Säugetier-Abstammungslinien

übersehen, da dieser Knochen im Verlauf des Wachstums mit anderen Schädelknochen verwächst und bei adulten Indivi­ duen unkenntlich wird.»

DERSELBE SCHÄDELKNOCHEN BEI FISCH UND MENSCH Ein weiteres Resultat, welches eben­ falls bisherige Annahmen widerlegt, be­ zieht sich auf die Herkunft des Knochens. Daisuke Koyabu berichtet: «Während bisher angenommen wurde, dass das Zwischenscheitelbein der Säugetiere aus zwei Elementen besteht, fanden wir he­ raus, dass es sich aus vier Elementen entwickelt, einem medialen und einem late­ ralen Paar.» Die Plattenknochen unserer reptilien­ artigen Vorfahren sowie der Fische ent­ sprechen dabei den lateralen Interpari­ etalknochen, welche bisher übersehen wurden, gemäss den neuen Ergebnissen aber in den Abstammungslinien der Säugetiere doch erhalten bleiben. Mit dieser Zuordnung lässt sich auch der entwicklungsgeschichtlich gemischte Gewebeursprung des Interparietalkom­ plexes erklären, der zwar bei Mäusen be­ reits nachgewiesen, jedoch durch her­ kömmliche anatomische Untersuchungen bisher nicht bestätigt werden konnte: Ge­ netische Untersuchungen haben gezeigt,

dass sich das laterale Knochenpaar aus dem Mesoderm, das mediale Paar jedoch aus Neuralleistenzellen entwickelt. Dieser bisher unerklärbare, gemischte Gewebeursprung des Interparietalkom­ plexes findet in der aktuellen Studie eine schlüssige Begründung: Er ist auf die evolutionäre Verschmelzung des Os in­ terparietale mit den Plattenknochen in den Abstammungslinien der Säugetiere zurückzuführen. Die Studie liefert sodann auch Einsichten zu uns Menschen, wie Marcelo Sánchez abschliessend festhält: «Der Nachweis der Weiterführung von Fisch­ knochen in Säugetieren bringt neue Erkenntnisse über die Ursprünge unserer ei­ genen Anatomie.» Möglich wurden diese anatomischen Entdeckungen dank neuem bildgebenden Verfahren, der Mikroto­ mographie, der Museumssammlungen seltener Tierembryos sowie der fachü­ bergreifenden Zusammenarbeit von Paläontologie und Embryologie. Das 3B-Scientific Anatomie-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Anatomie, den wir dir in Kooperation mit 3B Scientific in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter www.medi-learn.de/anatomie

Honorarärzte schließen Versorgungslücken Vor allem Anästhesisten helfen regelmäßig in fremden Kliniken aus MEDI-LEARN Redaktion

Ä

rztemangel ist ein aktuelles und viel diskutiertes Problem. Weni­ ger bekannt dagegen ist eine Lösung, mit der diesem Problem seit langem begegnet wird: Sogenannte Honorarärzte helfen gegen ein Honorar in Form eines Stunden­ oder Tagessatzes dort aus, wo es einen akuten Mangel gibt. Eine wach­ sende Zahl von Vermittlungsagenturen belegt den großen Bedarf. Seit 2008 existiert der „Bundesverband der Hono­ rarärzte e. V.“, der sich für die Rechte seiner Mitglieder einsetzt. Ganz unum­ stritten ist der Einsatz von Honorarärzten nicht, denn für alle Seiten kann es Vor­ und Nachteile geben.

URLAUB BEDEUTET VERDIENSTAUSFALL Honorarärzte sind selbstständig tätig. Sie sind also im Gegensatz zu ihren festangestellten Kollegen nicht auto­ matisch kranken­ und rentenversichert. Dadurch relativiert sich ihr vergleichsweise höherer Lohn, denn von diesem müssen sie die Kosten ihrer Sozialversi­ cherung bestreiten. Zudem erhalten sie den Lohn nur für tatsächlich geleistete Stunden. Urlaub oder Krankmeldung bedeutet demnach automatisch einen Verdienstausfall. Dennoch ziehen zahl­ reiche Ärzte diese Art der Beschäftigung vor. Begründet wird dies mit der erfah­ renen Wertschätzung, die sie als festangestellte Ärzte vermisst haben. Ein Grund dafür, dass Wertschätzung gegenüber Honorarärzten besonders ausgedrückt wird, mag sein, dass sie Krankenhäu­ sern, in deutlich geringerem Umfang aber auch Praxen, aus Notlagen helfen. Viele Operationen könnten heute ohne Honorar­ ärzte nicht stattfinden, die OP­Säle würden leer stehen. So machen Anästhesisten den größten Anteil der Honorarärzte aus, ver­

mutlich deshalb, weil der hohe Standar­ disierungsgrad ihrer Tätigkeit die Arbeit an wechselnden Einsatzorten erleichtert. Gerade die wechselnden Einsatz­ orte sind allerdings ein großer Kritik­ punkt. Mangelnde Einarbeitung und feh­ lende Kenntnis der örtlichen Strukturen könnten die Patienten gefährden. Es gebe Beispiele, wo sich ein ganzes Ope­ rationsteam in einem OP kennenlernte, den keiner der Beteiligten kannte. Viele Kliniken versuchen aber, diesem Pro­ blem vorzubeugen, indem sie mit einem festen Stamm von Honorarärzten arbeiten. Dadurch kennen die zum Einsatz kommenden Honorarärzte die Abläufe und Gepflogenheiten des Hauses. Dane­ ben verfügen viele von ihnen über sehr viel Berufserfahrung.

SEITEN KANN ES VOR- UND NACHTEILE GEBEN FÜR ALLE

Die Krankenhäuser sprechen nicht gerne über den Einsatz von Honorarärzten. Sie würden schon aus Kosten­ gründen Festanstellungen bevorzugen, lautet die einhellige Meinung. Tatsäch­ lich wirkt es auf den ersten Blick tat­ sächlich so, als wären Honorarärzte mit ihrem hohen Stundenlohn deutlich teurer als die festangestellten Kollegen. Dass die Rechnung nicht aufgeht, liegt auf der Hand: Durch die Bezahlung nur tatsächlich abgeleisteter Stunden müssen Urlaubs­ oder Krankheitszeiten vom Krankenhaus finanziell nicht eingeplant werden. Bei Bedarf steht ein Arzt zur Verfügung – kann er den Dienst nicht leisten, macht es eben ein anderer. Ein festangestellter Arzt dagegen muss regelmäßig entlohnt werden, selbst wenn er krank oder im Urlaub ist. Honorarärzte sind aus der deutschen Krankenhauslandschaft also kaum weg­

zudenken, auch wenn selten offen da­ rüber geredet wird. Dass dieses System gewisse Risiken birgt, lässt sich nicht leugnen. Aber ebenso hält es Chancen bereit. Der wachsende Druck durch unbe­ setzte Stellen ist für die Krankenhäuser ein Hinweis darauf, ihre Arbeitsplatzbe­

Blick in die Foren

dingungen zu verbessern. Honorarärzten verschafft die selbstständige Tätig­ keit die Wertschätzung, die sie an ihren festen Arbeitsstellen oftmals vermisst haben. Und ein interessanter Nebenver­ dienst mit der Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln, sind honorarärztliche Tä­ tigkeiten allemal.

IMPRESSUM Herausgeber: MEDI-LEARN Verlag GbR, ISSN 1860-8590 Elisabethstraße 9, 35037 Marburg/Lahn Telefon 04 31/780 25-0, Fax 04 31/780 25-262 E-Mail: redaktion@medi-learn.de, www.medi-learn.de Redaktion: Christian Weier (V.i.S.d.P.), Jens Plasger, Dipl.-Päd. Kare Ahlschwede (Chef vom Dienst), Dr. med. Marlies Weier, Ines Behlert, Nina Dalitz, Miriam Goss, Thomas Brockfeld Dr. med. Dipl.-Psych. Bringfried Müller Layout & Grafik: Kristina Junghans Berichte: MEDI-LEARN Redaktion, Beat Müller (idw), Helena Reinhardt (idw), Blandina Mangelkramer (idw), Karl-Heinz Silbernagel (Deutsche Ärzteversicherung) Druck: Druckerei + Verlag Wenzel, Am Krekel 47, 35039 Marburg/Lahn, Telefon 0 64 21/17 32 60, Fax 0 64 21/17 32 69 Anzeigenbetreuung: Christian Weier, Dorfstraße 57, 24107 Ottendorf bei Kiel Telefon 04 31/780 25-0, Fax 04 31/780 25-262 E-Mail: christian.weier@medi-learn.de. – Es gilt die Anzeigenpreisliste 02/2005. Bildnachweis: www.photocase.com, www.istockphoto.com, www.sxc.hu, www.pixelquelle.de, Artikelautoren, www.flickr.com, Thomas Stoffels, baek.de Erscheinungsort: Marburg Die MEDI-LEARN Zeitung erscheint fünfmal pro Jahr und wird als Beilage der Zeitschrift Via medici aus dem Georg Thieme Verlag, Stuttgart, zugelegt. Der Bezug ist für Abonnenten der Via medici in deren Abonnement bereits enthalten. Der Einzelpreis beträgt 1,90 €. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos etc. kann der Verlag keine Gewähr übernehmen. Nachdruck – auch in Auszügen – nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung. Der Verlag kann für Preisangaben keine Garantie übernehmen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Bei allen Gewinnspielen und Aktionen ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Anregungen und Redaktionskontakt per E-Mail unter redaktion@medi-learn.de.

Eine klinische Studie bildet für viele Doktoranden die Grundlage ihrer Dissertation. Doch wie lange dauert so ein Vorhaben? Worauf lässt man sich da ein? Die im MEDI­LEARN Forum gegebenen Antworten sind naturge­ mäß so unterschiedlich wie die The­ men, über die geschrieben wird. Mehr als zehn Tage habe er nicht gebraucht, berichtet ein Nutzer, von einigen Jahren spricht ein anderer. Angaben zwischen zwei und vier Semestern werden in der Diskussion über diesen Punkt am häufigsten genannt: http://www.medi-learn.de/MF77552

Studienplatz per Losverfahren

Nur einen Ablehnungsbescheid für das Medizinstudium erhalten? Mit ganz viel Glück kannst du trotzdem das „große Los“ ziehen. Denn wenn Studienplätze unbesetzt bleiben, wäh­ len einige Unis ihre Kandidaten nicht über die Abiturnote oder Ausbildung aus, sondern nach dem Zufallsprinzip. Wie groß die Erfolgsaussichten im Losverfahren sind und bei welchen Unis die Bewerbung für das Losver­ fahren erfolgversprechend sein kann, wird hier im Forum diskutiert: http://www.medi-learn.de/MF43123

Der erste Dienst allein

Vor dem ersten Dienst ist die An­ spannung bei den meisten Jungme­ dizinern sehr hoch. Trotz jahrelangen Studiums, zahlreichen Prüfungen und einiger praktischer Erfahrung ist es besonders aufregend, das erste Mal ganz allein die volle Verantwortung für das Wohl der Patienten zu tragen. Doch irgendwann endet für jeden jun­ gen Arzt der „Welpenschutz“ und er arbeitet auf sich gestellt. http://www.medi-learn.de/MF79675

Junge Ärzte im TV

Ob die „Junior Docs“ auf zdf_neo oder „Die jungen Ärzte“ bei VOX – Dokumentationen und Reportagen über den Alltag junger Ärzte erfreu­ en sich großer Beliebtheit bei den Fernsehzuschauern. Weil sich auch viele Medizinstudenten für einen Einblick in die verschiedenen Arbeitsfelder der Medizin interessieren, haben sie im Forum eine um­ fangreiche Liste mit Beiträgen zum Arztberuf zusammengestellt. http://www.medi-learn.de/MF63244

Quereinstieg – so hat es geklappt

Nicht wenige Zahnmedizinstudenten versuchen im Laufe des Studiums, zur Humanmedizin zu wechseln. Einige planen den Schritt schon vor dem Stu­ dium und versuchen so, die NC­Hürde der Humanmedizin zu umgehen. Der Quereinstieg ist jedoch nicht einfach. Wie der Wechsel trotz Widrigkeiten klappen kann, erklärt Foren­User ne­ pomuc. Seinen persönlichen Erfah­ rungsbericht und hilfreiche Diskussion kannst du hier nachlesen: http://www.medi-learn.de/MF78760

Das Herz

Materialnummer: 1000264

Verlosung: Bei allen Verlosungen in dieser Ausgabe ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Der Einsendeschluss ist am 31. Januar 2013. Die Gewinner werden regelmäßig im Internet unter www.medi-learn.de/gewinner bekannt gegeben. Dein Artikel bei MEDI-LEARN? Wir freuen uns über die Zusendung von Erfahrungsberichten und anderen Artikeln und belohnen die Autoren mit Fachbüchern. Alle weiteren Infos findest du unter www.medi-learn.de/artikel.

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Recht & Geld Kurz notiert

Nachwuchskongress „Operation Karriere“ in Köln

Am 24. November 2012 findet im Konferenzbereich des Kölner Me­ dienparks der zweite Nachwuchs­ kongress des Deutschen Ärzte­ blatts unter dem Motto „Operation Karriere“ statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Neben der Vorstellung verschiedener Tätigkeitsfelder und einem Überblick über den ärztlichen Arbeitsmarkt werden Workshops so­ wie Gelegenheiten zu persönlichen Gesprächen mit Personalverantwort­ lichen angeboten. Weitere Informati­ onen unter www.operation­karriere. de. Der erste Kongress fand im Ok­ tober in Berlin statt.

Praktikum Landarzt

Ein Modellprojekt der Goethe­Uni­ versität Frankfurt in Zusammenar­ beit mit dem Landkreis Fulda und dem Gesundheitsnetz Osthessen soll Medizinstudierende für die Tätigkeit als Landarzt begeistern. Während eines zweiwöchigen Praktikums ar­ beiten sie in einer Landarztpraxis mit, lernen den dortigen Alltag kennen und bauen so ihre Vorurteile ab. Kosten für Anreise und Übernach­ tung trägt der Landkreis. Als zusätz­ licher Anreiz werden Aktivitäten wie Gleitschirmflüge, Rafting oder Klet­ tertouren angeboten.

Forschungen zur inneren Uhr

Das Senckenbergische Chrono­ medizinische Institut in Frankfurt untersucht den Einfluss der bio­ logischen Uhr bei der Entstehung und Behandlung von Krankheiten. Im Unterschied zum genetischen 25­Stunden­Rhythmus gibt die Um­ welt einen 24­stündigen Rhythmus vor. Da Medikamente abhängig vom individuellen Rhythmus des Orga­ nismus sind, soll verstärkt geforscht werden. Ziel ist die Entwicklung und Etablierung einer individualisierten Therapie dem Chronotyp entsprechend.

Erwartungen von Medizinstudierenden

In einer bundesweiten, nicht reprä­ sentativen Befragung von mehr als 12000 Medizinstudierenden fragte das Deutsche Ärzteblatt nach Er­ wartungen und Wünschen der zu­ künftigen Mediziner. Dabei wurde ein angemessenes Monatseinkommen mit Summen zwischen 4000 und 6000 Euro durchaus realitäts­ nah angegeben. Ähnlich verhält es sich bei der Einschätzung der erwarteten Berufstätigkeit. Hier gaben mehr als drei Viertel der Befragten eine Anstellung im Krankenhaus als zukünftiges Arbeitsfeld an.

Deine Meinung ist uns wichtig! Wie gefällt dir diese Ausgabe unserer MEDI­LEARN Zeitung? Unter www.medi­learn.de/gw121 findest du einen kurzen Fragebogen mit drei Fragen zu dieser Ausgabe. Wir würden uns freuen, wenn du uns deine Meinung mitteilst. Mitmachen lohnt sich: Unter allen Teilnehmern verlosen wir Fachbücher im Wert von 300 Euro. Einfach Fragebogen ausfüllen und schon bist du dabei!

Rechtzeitig planen Auf ins Ausland von Karl-Heinz Silbernagel (Deutsche Ärzteversicherung)

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s sind Erfahrungen fürs Leben. Ob PJ, Famulatur oder Pflegepraktikum für Medizinstudenten – die fachlichen Themen aus einem fremden Blickwinkel zu betrachten, anderen kulturellen und sozialen Zusammenhängen zu begegnen und neue Kontakte zu knüpfen sind der Sinn eines Aufenthaltes im Ausland. Der Sprung in die Ferne ist natürlich auch ein sehr eleganter Weg, das Angenehme mit

dem Nützlichen zu verbinden. Neben kli­ nischen Erfahrungen lockt oftmals auch die Nähe zu Badestränden den ange­ henden Arzt in die Ferne. Wichtigste Voraussetzung für den Er­ folg und den Nutzen des Auslandsaufent­ haltes ist eine sorgfältige Vorbereitung. Die Wahl des Krankenhauses und der Un­ terkunft, die rechtzeitige Bewerbung, ein ausreichender Versicherungsschutz, kor­

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rekter Umgang mit Land und Leuten, das nötige Equipment und nicht zuletzt even­ tuell notwendige Impfungen sind zu be­ denken. Ganz wichtig allerdings ist das Basis­ wissen über das Gastgeberland sowie über dessen Sitten und Gebräuche. Es erleich­ tert die Kontaktaufnahme und bewahrt vor dem Tritt in so manches Fettnäpfchen. Gründlich informieren ist ein guter Einstieg in die Planung, und damit wird am besten ein Jahr vor dem Auslandsaufenthalt angefangen. Also – die Planung für das Jahr 2013 schon heute beginnen! Nun gibt es eine ganze Reihe nütz­ licher Informationen und Empfehlungen

für Medizinstudenten, die sich die große weite Welt anschauen möchten, bevor es beruflich so richtig los geht. Hierzu gehören unter anderem: 1. Einreisebestimmungen 2. Fördermöglichkeiten 3. Reisemedizinische Hinweise 4. Erfahrungsberichte von Medizinern. Wer sich im Vorfeld einer Famulatur richtig informiert, hat definitiv mehr vom Auslandsaufenthalt und ist gerade für Notfallsituationen gewappnet. (Die Platzierung dieses Artikels wurde unterstützt von der Deutschen Ärzteversicherung)

Besonderheiten von Arbeitszeugnissen Unterschiede zwischen Arbeits- und Weiterbildungszeugnis Hartmannbund Redaktion

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as Recht des Arbeitnehmers auf ein Zeugnis ist gesetzlich verankert. Es handelt sich damit also nicht um eine bloße Gefälligkeit des Arbeitgebers, son­ dern um einen rechtlich durchsetzbaren Anspruch. Für den Arbeitnehmer ist das Arbeitszeugnis nämlich ein ganz entscheidender Faktor in seinem beruflichen Fortkommen: Es dient als Werbemittel und zugleich als Reputation der bishe­ rigen Arbeitsinhalte und ­weise. Bei Ärzten in der Weiterbildung zum Facharzt wird bei Endzeugnissen zwi­ schen dem Arbeitszeugnis und dem Weiterbildungszeugnis unterschieden. Wäh­ rend das Arbeitszeugnis die Leistungs- und Führungsqualitäten des Arbeitnehmers beurteilen soll, wird im Weiterbildungs­ zeugnis Auskunft über die erbrachten Weiterbildungsinhalte sowie eine Fach­ arzteignungseinschätzung gegeben. Das Arbeitszeugnis ist für die Vorlage bei künftigen Arbeitgebern vorgesehen und muss somit auch vom Arbeitgeber – welches in der Regel nicht der Chef­ arzt ist – unterschrieben werden, wäh­ rend das Weiterbildungszeugnis zur Vor­ lage bei der Facharztprüfung dient und vom weiterbildenden Arzt unterschrie­ ben werden muss. Der Arbeitgeber ist aufgrund seiner Fürsorgepflicht angehalten, bei der Ertei­ lung des Zeugnisses wohlwollend zu ur­ teilen und dem Arbeitnehmer das weitere Fortkommen auf dem Arbeitsmarkt nicht zu erschweren. Die Pflicht zur wohlwol­ lenden Formulierung bedeutet nicht, dass der Arbeitgeber nur positive Dinge über den Arbeitnehmer aufnehmen darf, da er zur Wahrheit verpflichtet ist. Der Maß­ stab des Wohlwollens steht zum Grund­ satz der Zeugniswahrheit daher in einem Spannungsverhältnis. Grundsätzlich hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf ein Zeugnis „mittlerer Art und Güte“ – also entsprechend einer Zeugnisnote drei. Will der Arbeitgeber hiervon zu Ungunsten des Arbeitnehmers abweichen, muss er dies begründen. Um­ gekehrt gilt, dass der Arbeitnehmer beweisbelastet ist, will er eine bessere Note als drei erhalten. Soll es sich um ein Weiterbildungszeugnis handeln, sollten die Inhalte der Weiterbildung ausführlich dargestellt werden. Es bietet sich an, dem Zeugnis ei­ nen Anhang beizufügen, wo im Einzelnen die vermittelten und erworbenen Kennt­ nisse, Erfahrungen, Fertigkeiten und er­ brachten ärztlichen Leistungen detailliert dargestellt und ausgeführt werden. Dies ist insbesondere wichtig, damit die zuständige Kammer den Weiterbildungs­ abschnitt anerkennt. Du solltest darauf achten, dass die Angaben dann mit dem Weiterbildungskatalog übereinstimmen. Weiterhin sind zum Beweis der tatsäch­ lichen Ableistung der Weiterbildung Anga-

ben zum zeitlichen Umfang und zu möglichen Unterbrechungen unentbehrlich. Grundsätzlich ist der Arbeitnehmer verpflichtet, das Zeugnis beim Arbeit­ geber abzuholen, das heißt der Arbeit­ geber muss das Arbeitszeugnis lediglich zur Abholung in seinen Räumen bereit halten. Die meisten Tarifverträge – diese finden in der Regel durch individualver­

tragliche Einbeziehung auf das Arbeitsverhältnis Anwendung, ohne dass hierfür eine Gewerkschaftsmitgliedschaft des Arbeitnehmers erforderlich wäre – ent­ halten sogenannte Ausschlussfristen. Dies bedeutet, dass sämtliche Ansprü­ che aus dem Arbeitsverhältnis in der Re­ gel sechs Monate nach Fälligkeit beim Arbeitgeber geltend gemacht werden

müssen, da die Geltendmachung sonst ausgeschlossen ist. Auch der Zeugnisan­ spruch ist ein solcher Anspruch aus dem Arbeitsverhältnis und unterliegt damit etwaigen tarifrechtlichen oder individu­ alvertraglichen Ausschlussfristen. (Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Hartmannbund Magazins 04/2012)

Famulatur im Ausland? Aber bitte mit großem Schutz, für kleines Geld! Auch wenn Sie nicht gleich in eine Dschungelklinik gehen – eine Auslandsfamulatur bringt immer Risiken mit sich, für die kein Versicherungsschutz besteht. Haftpflicht, Unfall, Krankheit: Schützen Sie sich mit dem Auslands-Famulatur-Paket der Deutschen Ärzteversicherung. Sichern Sie sich eine sorglose Zeit – schon ab 17,90 Euro im Monat! Rufen Sie uns an unter 02 21 / 14 82 27 00. Oder schließen Sie direkt ab: www.aerzteversicherung.de

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Raten & Gewinnen

Finde dich zurecht im 3B Scientific-Buchstaben-Salat! Tja, jetzt haben wir den Salat – und zwar in Buchstabenform angeordnet … Es ist nun deine Aufgabe, den Salat und das Lösungswort zu ernten. Und so kannst du dich in der „Buchstabenwildnis“ zurecht finden: Das Buchstabensalat-Rätsel auf dieser Seite enthält Begriffe aus den Bereichen Anatomie, Akupunktur und dem sonstigen Angebot unseres Kooperationspartners 3B Scientific. Und zwar in abwechslungsreicher Anordnung:

mal vorwärts, mal rückwärts geschrieben und entweder senkrecht, waagerecht oder diagonal angeordnet. Finde zunächst diese Begriffe im Rätsel und ermittle anschließend daraus das gesuchte Lösungswort. Wie du von den einzelnen Begriffen zum Lösungswort gelangst und die Ernte einfährst, wird dir weiter unten auf dieser Seite erklärt. Wir wünschen dir viel Spaß!

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Lösungswort

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Erklärung:

Suchbegriffe:

Nun geht es ans Eingemachte. Um zum Lösungswort zu gelangen, besteht die erste Hürde darin, alle unter der Überschrift „Suchbegriffe“ definierten Begriffe im oben stehenden Buchstabensalat zu finden. Ist dies geschafft, kannst du dich an das Lösungswort wagen. Hierbei musst du die Suchbegriffe von 1 bis 18 abarbeiten und entsprechend ihrer Nummer den Lösungsbuchstaben unten auf der Seite eintragen. Doch welcher Buchstabe ist der richtige? Diesen findest du im Rätsel immer vor dem Anfangsbuchstaben des Wortes – je nachdem, ob es horizontal oder vertikal platziert ist, also links, rechts oder oberhalb des ersten Buchstabens.

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9.

Rettungspuppe Anatomie Stan Schaedel Skelett bone-like Lehrtafel Einsteigergehirn Herzmodell

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Praepsaal SEIRIN Meridian Schroepfglass Kinesiologie Waermekissen Ergometer Akupunkturnadel 3BScientific

Zu gewinnen gibt es ein Skelett und Lehrtafeln von 3B Scientific. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Das Gewinnspiel läuft bis 31. Januar 2013.

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Diese und mehr als 600 weitere Cartoons gibt es in unseren Galerien unter:

www.Rippenspreizer.de

In unserem Shop findest du zahlreiche Produkte rund um die Cartoons von Daniel Lüdeling und zusätzliche Gimmicks.

Als Beispiel nehmen wir den fraglichen Buchstaben zum Rätselbegriff Nummer 2 – dieser ergibt sich wie folgt: An 2. Stelle der Suchbegriffe ist das Wort „Anatomie“ zu finden. Dieses suchst du nun im Buchstabensalat. Vor dem Anfangsbuchstaben ist der Lösungsbuchstabe – in diesem Fall „N“ – im Rätsel zu finden. Gewinnspiel: Trage einfach unter diesem Link die Lösung ein: www.medi-learn.de/buchstabensalat-anatomie

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Gewinne: 1. Preis: „Standard Skelett Stan“ A10 2. - 4. Preis: Lehrtafel „Das menschliche Skelett“ Lehrtafel „Die menschliche Muskulatur“ Lehrtafel „Der menschliche Schädel“

Die Lehrtafeln Laminiert oder auf Bilderdruckpapier pur. Im Posterformat. Qualität von 3B Scientific. Preis:

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Tipps & Infos

November/Dezember 2012

Letztlich immer eine Vertrauenssache Tipps für die Zwischenvermietung des eigenen Wohnraums von Kare Ahlschwede (MEDI-LEARN Redaktion)

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ehr viele Jungmediziner verbringen einen Teil ihres Studiums im Ausland. Anlass kann das Krankenpfle­ gepraktikum sein, eine Famulatur, ein Erasmus­Semester oder PJ­Tertial. Bei solchen Gelegenheiten stellt sich für manchen die Frage, ob sich während dieser längeren Abwesenheiten die Miete für die eigene Wohnung bzw. das eigene Studen­ tenzimmer durch Zwischenvermietung einsparen lässt. Schließlich sind die Aus­ gaben für das Wohnen ein großer Posten im monatlichen Budget. Doch ist das Spa­ ren an dieser Stelle wirklich so einfach, wie es klingt? Gibt es Nachteile oder so­ gar Gefahren, und wie gehst du bei einer Zwischenvermietung am besten vor? Die meisten Bedenken betreffen wohl die Tatsache, dass in dieser Zeit die ge­

samte Einrichtung und zumindest ein großer Teil der persönlichen Gegen­ stände zurückbleiben. Eine fremde Per­ son wird von meinem Tellerchen essen, aus meinem Becherchen trinken und – vielleicht nicht immer allein – in meinem Bettchen schlafen. Das ist ein zumindest gewöhnungsbedürftiger, vielleicht ein regelrecht unheimlicher Gedanke. Allzu Wertvolles, Wichtiges oder Peinliches könntest du zwar vorher auslagern, aber der Aufwand ist erheblich und stößt bald an Grenzen. In jedem Fall brauchst du eine Geneh­ migung des Vermieters, dass du jemand „die Mietsache zum selbstständigen Ge­ brauch überlassen“ darfst. Noch kompli­ zierter ist die Angelegenheit, wenn du Teil einer WG bist, denn dann müssen

Wohnung zu vermieten sich ja ein oder mehrere Mitbewohner mit dem Zwischenmieter arrangieren. Ohne Zustimmung aller WG-Mitglie-

Wie viel Jobben ist okay? Mehr als die Hälfte verdient nebenbei Geld von Ines Behlert (MEDI-LEARN Redaktion)

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s gibt verschiedene Möglichkeiten, sein Studium zu finanzieren: Mama und Papa, BAföG, eine Erbschaft vom rei­ chen Onkel aus Amerika … oder ein Job. Während des zeitintensiven Medizinstudiums ist ein Job eine organisatorische Herausforderung. Neben Veranstaltungen an der Uni und dem Stofflernen müssen Arbeitszeiten, Familie und Freunde in der zur Verfügung stehenden Zeit unter­ gebracht werden. Ob das im Medizinstu­ dium überhaupt zu leisten ist wurde im MEDI­LEARN Forum gefragt. Forennut­ zer stimmten darüber ab und berichteten von ihren Erfahrungen. Über 60 Prozent gaben an, dass sie neben dem Studium arbeiten und das gut organisieren können. Die restlichen knapp 40 Prozent verneinten einen Ne­ benjob mit der Begründung, dass sie dafür keine Zeit finden würden. Anschließend entspann sich im Forum eine rege Dis­ kussion, in der sich die Teilnehmer über ihre Arbeit und die damit zusammenhängenden Schwierigkeiten austauschten. Wenig überraschend ist der hohe Anteil

an Mitarbeitern im Gesundheitswesen. Vornehmlich Gesundheits­ und Kran­ kenpfleger sowie Rettungsdienstler, die nachts oder wochenends arbeiten, mel­ deten sich zu Wort. Mit diesen Arbeits­ zeiten lasse sich der Job relativ gut ins Studium integrieren, trotz der damit verbundenen Nachteile. Freunden und Kom­ militonen müsse häufig für gemeinsame Unternehmungen abgesagt werden. Er­ schwerend hinzu kommt für einige von ihnen, dass sich ihr Arbeitsplatz nicht in der Universitäts- sondern in der Heimatstadt befindet. Das minimiert zusätzlich die Möglichkeiten, ein wenig Freizeit mit Freunden zu verbringen und nähere Kon­ takte zu Mitstudenten zu knüpfen. Andere Diskussionsteilnehmer arbeiten im Labor oder als Hiwis an der Uni. Einige von ihnen geben an, für den Job schon mal eine Vorlesung ausfallen zu lassen. Arbeit und Studium lassen sich in diesem Fall nicht immer problemlos ver­ einen. Bisher ist aber kein Nachteil ent­ standen, denn im Internet zur Verfügung stehende Skripte reichten für die Klausu­

renvorbereitung aus. Und wer darauf an­ gewiesen ist, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, der kann mit dieser Einschränkung leben. Daneben gibt es noch Medizinstudenten, die ihren Lebensunterhalt außerhalb des Gesundheitswesens verdie­ nen. Genannt wurden Tätigkeiten in der Gastronomie oder auch im EDV­Bereich. Zwar waren sie in der Minderheit, schlu­ gen sich dabei aber mit ähnlichen Problemen herum wie ihre Kommilitonen: Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Job und Studium. Als ein großes Problem wurden die Arbeitszeiten genannt. Fast alle Foren­ nutzer, die angaben zu arbeiten, tun dies regelmäßig jede Woche. Stundenpläne ändern sich von Semester zu Semester und gerade in den Prüfungsphasen kann zusätzliche freie Zeit nötig sein, was feste Zeiten zu einer wahren Organisati­ onskunst werden lässt. Einige gaben da­ her an, dass sie die Semesterferien genutzt haben. Auf diese Weise war aber kaum Zeit zur Erholung geblieben. Spätestens

der geht gar nichts, weshalb du sie von Anfang an in die Sache mit einbeziehen solltest – vom grundsätzlichen Einver-

in den klinischen Semestern wird diese Variante ebenfalls zunehmend schwerer realisierbar, denn nun müssen Famula­ turen absolviert werden. Glücklich schätzen kann sich, wer ei­ nen festen, aber dennoch flexiblen Ne­ benjob hat. Viele Diskussionsteilnehmer üben ihren Job seit Beginn des Studiums aus. Der Wechsel von Vorklinik zu Klinik zeigte keine negativen Auswirkungen. Lediglich eine Doktorarbeit scheint ein Hindernis darzustellen. Einige Nutzer er­ zählten, dass Studium, Job und Doktorarbeit nicht zusammengingen und sie daher den Job aufgaben. In so einem Fall heißt das, sich nach alternativen Finan­ zierungsquellen umzuschauen. Schließ­ lich muss das Leben nach wie vor be­ zahlt werden. Soweit das in der Forumsdiskussion durchschien, übt keiner der Nutzer sei­ nen Job „just for fun“ aus. Zwar müssen nicht alle der Beteiligten ihren Lebensunterhalt komplett durch Arbeit verdienen, aber wer nicht jeden Cent zweimal um­ drehen will, ist auf einen Job angewiesen. Die Erfahrungen der Forennutzer zeigen, dass es möglich ist, neben dem Studium zu arbeiten. Zwar bringt es Einschrän­ kungen mit sich und erfordert Organisationstalent, doch es verschafft dir deine Lebensgrundlage. Also, nur Mut.

ständnis bis zur Auswahl unter mögli­ cherweise mehreren Bewerbern. Diese findest du am leichtesten mit einem kos­ tenlosen Inserat zum Beispiel bei www. studenten­wg.de oder www.wg­gesucht. de, mit einem Eintrag in die WohnungsDatenbank des AStA oder mithilfe von Aushängen an deiner Uni. Die Bewerber­Auswahl ist vermut­ lich der schwierigste Punkt. Du suchst schließlich eine Person, die du nicht kennst und der du dennoch vertrauen musst. Nur die grundsätzlichsten Dinge lassen sich per schriftlichem Vertrag re­ geln, für den du eine Vorlage leicht im Internet findest. Anderes kann durch di­ rekte mündliche Absprache passieren, etwa was das Mitbringen eigener Hand­ tücher und Bettwäsche angeht, falls du das möchtest. Schwieriger wird es mit der Absicherung gegen Beschädigung oder Verlust deiner Sachen. Es empfiehlt sich erstens eine dem Wert deiner Habe angemessene Kaution zu vereinbaren und zweitens zum Zeitpunkt der Schlüsselübergabe den Zustand von allem und jedem gemeinsam durch Fotos zu dokumentieren. Trotzdem gilt: Eine Zwischenvermietung ohne jede Vertrau­ ensbasis gibt es nicht.

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Wie immer gibt es auch zu dieser Ausgabe der MEDI­LEARN Zeitung wieder eine Extraportion für besonders MLZ­ Hungrige: Unser Digitaler Nachschlag präsentiert dir weitere spannende Artikel und die Fortsetzung eines Beitrags aus der gedruckten Version. All das findest du im Digitalen Nachschlag. Er steht kostenlos als PDF im Internet zur Verfügung. Ein­ fach die folgende Seite aufrufen:

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Nachschlag Die Extraportion Diesen Artikel findest du im Online-Teil unserer Zeitung: Ausland

Gynäkologie-Famulatur in Ghana Für die erste Reise nach Afrika hatte sich unsere Autorin – sozusagen als „Einsteigerland“ – Ghana ausgesucht. Eine gute Wahl, denn die Vorbereitung der Gynäkologie-Famulatur in der Hauptstadt Accra verlief ebenso problemlos wie anschließend die gesamte Reise. Nach der Ankunft wurde die deutsche Jungmedizinerin gleich in ihr Hostel gebracht und bekam dort schon in der ersten Stunde Besuch von hilfsbereiten Mitarbeitern des Austauschprogramms. Schon am folgenden Tag stand der erste Ausflug an, für den sie längst fest eingeplant worden war. Über Einsamkeit hatte sie dann auch in den folgenden Wochen nicht zu klagen. Da sich die Unterkunft auf dem Uni-Gelände befand, waren auch alle anderen Bewohner Studierende, sodass es reichlich Gelegenheit gab, neue Freundschaften zu knüpfen. Der Unterricht im Uniklinikum war viel praxisbezogener als in Deutschland, und abends lockten große Partys am Strand.

MEDI-LEARN Zeitung 05/2012  
MEDI-LEARN Zeitung 05/2012  

Die MEDI-LEARN Zeitung im Printformat. Sie enthält auf 12 Zeitungsseiten News und Informationen für Medizinstudenten und Jungärzte und ersc...

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