Page 1

Seitenweise Bilderspaß!

Die Zeitung für Medizinstudenten und junge Ärzte

Endlich da: das erste MEDI-LEARN Cartoonbuch! Hier erwarten euch die lustigsten, derbsten und sowieso besten Bilderwitze aus dem medizinischen Alltag. Maximal invasiver Humor zum Schmökern in der Dienst- und Lernpause, für Kurzweiligkeit in langweiligen Vorlesungen. Einen kleinen Einblick in das Cartoon-Buch gibt es in dieser MLZ!

ZEITUNG

Cartoonbuch-Special auf den Seiten 6 und 7

Ausgabe 05/10 ∙ November/ Dezember 2010 ∙ In Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag ∙ www.medi-learn.de ∙ ISSN 1860-8590 ∙ 1,90 €

Kommunikation ist alles Das Pfleger-Mediziner-Verhältnis Das Verhältnis zwischen Medizinstudenten und Pflegern ist es nicht immer leicht, schon weil sie nicht wirklich in einem Dienstverhältnis stehen – und auch die Kommunikation zwischen Arzt und den Pflegekräften weist Probleme auf. Dabei ist gute Zusammenarbeit essentiell.

03

Klinische Notfallmedizin Neues Fachgebiet auf dem Vormarsch In vielen Ländern Europas etabliert, kämpft die Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Notaufnahmen noch für die Anerkennung des neuen Fachgebiets „Klinische Notfallmedizin“. Der Widerstand ist groß, doch ebenso groß ist die Notwendigkeit eines Umdenkens.

05

Im warmen Herzen Afrikas Famulatur in Malawi von Joachim Koch

S

taub, Lärm und sengende Hitze. Es ist 14 Uhr. Ich sitze auf der überfüllten Pritsche eines Pick-ups, der mich zum 700 Kilometer entfernten Krankenhaus in Phalombe bringen soll. Gerade erst bin ich, nach über 12 Stunden Reise, auf dem internationalen Flughafen in Lilongwe gelandet. Ich sehne mich nach etwas Platz, Ruhe und Entspannung. Stattdessen zwänge ich mich zwischen Säcken und alten Reifen neben meinen Rucksack und lasse mich auf das Abenteuer ein, mich mit dem Auto durch halb Malawi fahren zu lassen. Mein Ziel wird das Holy Family Hospital im Süden von Malawi sein. Nach fast einem Semester Vorbereitung, Recherche und unsicherer Planung kam endlich dann die erwartete E-Mail, die bestätigte, dass ich herzlich willkommen sei und bei Bedarf vom Flughafen abgeholt werden könne. Gerne nahm ich das Angebot an. Da ich schon mehrmals in Afrika unterwegs war, war ich umso überraschter, als zum verabredeten Zeitpunkt wirklich bereits ein Auto des Krankenhauses auf mich wartete.

Anderes Reisen

Nach einer kurzen Begrüßung und einem Snack wurde aufgesessen und es ging los Richtung Süden. Die Strassen sind über-

raschend gut asphaltiert, wir kamen zügig voran. Nur das ein oder andere Schlagloch wurde rasant umschifft oder reiste mich unsanft aus meinen Tagträumen. Ich bin fasziniert von der an mir vorbei fliegenden

Erneut Top-Ergebnisse beim Ersten Staatsexamen von Dr. Eva Maria Wellnitz (idw)

ie hohe Qualität der Medizinerausbildung an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg bestätigt sich ein weiteres Mal: Beim Ersten Abschnitt des bundesweit einheitlichen Staatsexamens belegen die Mannheimer Medizinstudenten mit ihrem Ergebnis von 75,5 Prozent richtig beantworteter Fragen den Spitzenplatz. Gleichauf mit der Mannheimer Fakultät sind nur die Studierenden aus Jena – dicht gefolgt von der Heidelberger Medizinfakultät.

MANNHEIM MIT 75,5 PROZENT AUF SPITZENPLATZ Das Besondere in Mannheim: Das Erste Staatsexamen (früher Physikum), bei dem die vorklinischen Fächer Anatomie, Biochemie, Physiologie und Psychologie geprüft werden, wird an der Mannheimer Medizinfakultät erst seit 2008 abgelegt. Hintergrund: Der vorklinische Teil des Medizinstudiums ist erst mit dem Aufbau des Modellstu-

Nicht jeder muss in den weißen Kittel schlüpfen: Wer das Medizinstudium absolviert hat, dem stehen viele Türen offen – nicht nur die des Krankenhauses oder der Arztpraxis. Consulting, Journalismus, Public Health, MedizinInformatik und vieles mehr: Unser Überblick über Job-Alternativen.

09

Über das Ziel wird nur indirekt geredet. Die Leute nutzen die Zeit zum Informationsaustausch und um mich zu löchern, woher ich komme und was ein junger Weißer hier in Malawi will. Es herrscht eine freundliche ausgelassene Stimmung. Da wir auf unserer Fahrt unzählige Leute mitnehmen, bin ich nur am Erzählen und merke gar nicht, wie es Nacht wird und ich meinem Ziel immer näher komme. Durch meine lange Reise und die Kälte der Nacht kommt mir alles unendlich lange vor und ich bin froh, als wir von der seit einer Stunde unasphaltierten Strasse abbiegen und vor dem Krankenhausgebäude zum Stehen kommen. Endlich da!

GEGRÜNDET VON DEN MEDICAL MISSION SISTERS

Jubel in Mannheim! D

Karriere-Alternativen Fernab von Krankenhaus & Praxis

diengangs MaReCuM (Mannheimer Reformiertes Curriculum für Medizin und medizinnahe Berufe) im Jahr 2006 an der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) eingerichtet worden.

Landschaft und den Menschen, den kleinen Dörfern mit ihren quirligen Märkten und den unzähligen Kindern, die die Strasse als ihren Spielplatz nur ungern mit den Autos teilten. Es ist ein anderes Reisen als in Europa.

Seitdem bestätigen die Ergebnisse der Studierenden konsequent das Konzept des Reformstudiengangs: Platz zwei beim ersten Staatsexamen im Jahr 2008, Platz vier 2009 und der Spitzenplatz in diesem Jahr. „Die hervorragenden Ergebnisse unserer Studierenden im bundesweiten Vergleich machen uns stolz. Sie sind Anlass zur Freude liefern darüber hinaus einen objektiven Nach-

Das Spital wurde 1960 vom katholischen Orden der Medical Mission Sisters gegründet. Bereits 1963 hatte das Spital eine Kapazität von 100 Betten. Gleichzeitig wurde eine Schwesternschule eröffnet, die bis heute Jahr für Jahr zwischen 20 und 40 diplomierte Krankenschwestern in die Arbeitswelt entlässt. Der letzte Ausbau des Spitals fand im Jahr 1974 statt. Die meisten der zum Betrieb und Aufbau benötigten Gelder wurden durch die Medical Mission Sisters in den Niederlanden aufgetrieben.

Das Krankenhaus Phalombe

Mit 200 Betten versorgt das Krankenhaus Phalombe ein Einzugsgebiet von rund einer halben Million Einwohner.

weis, dass an der Medizinischen Fakultät Mannheim hervorragende Lehre in den vorklinischen Fächern erbracht wird“, so Professor Dr. Harald Klüter, Studiendekan der Medizinischen Fakultät Mannheim.

Pro Jahr werden ca. 6.500 Patienten stationär und 30.000 ambulant betreut. Aufgrund der wirtschaftlich schwierigen Verhältnisse ist es nicht möglich, die Behandlungskosten durch die Patienten zu decken, folglich wird viel über Spenden aus dem Ausland finanziert. Zum Klinikgelände gehört eine große Kirche mit eigenem Konvent, in dem zurzeit rund zehn Nonnen leben und arbeiten. Innerhalb dieses Konvents hatte ich mein Zimmer und konnte mich jederzeit frei bewegen oder mich zurückziehen. Im Gästeflügel der Anlage gibt es vier Zimmer, eine Küche und einen großen Speisesaal. Zu allem Überfluss wurde mir ein eigener Koch gestellt, der jeden Tag frisch für mich kochte. Fortsetzung auf Seite 2

Inhalt Haut und mehr Dieses Mal haben drei Medizinstudenten drei Fachbücher aus unterschiedlichen Disziplinen für Euch geprüft: Dermatologie, Dermatologie/Venerologie sowie Mikrobiologie, Virologie und Hygiene wurden auf ihre Lern- und Nachschlagebrauchbarkeit getestet. Und wie immer gibt es von jedem Buch einige Exemplare zu gewinnen! S. 04

Beruf

Berufsbild Anästhesist Wir stellen das Berufsbild des Anästhesisten in den Fokus: Das Fachgebiet widmet sich vom Frühgeborenen bis zum Hochbetagten einem sehr breiten Spektrum an Einsatzgebieten in Klinik wie auch Praxis. Und dies unter sehr guten Arbeitsbedingungen. S. 05

Leben

Beruf und Kinderwunsch Der richtige Zeitpunkt für Medizinerinnen, ein Kind zu bekommen, den gibt es praktisch nicht. Ob während des Studiums, beim Einstieg in den Job oder zur Facharzt-Zeit – immer stellen sich enorme Herausforderungen. S. 10

Rätsel

Wer sagt was? Das große Rätselraten dreht sich dieses Mal um den neuen MEDI-LEARN Kalender 2011. Ordne die Sprechblasen den Cartoons zu und gewinne tolle Preise. Diesmal könnt ihr fünf Cartoonbücher und Lehrbücher im Wert von 250 € abstauben S. 11

Wissenschaft

Komplementärmedizin kommt Lange Zeit hatte sie in den Unis nichts zu suchen, jetzt erfährt die „Komplementärmedizin“ zunehmend Akzeptanz. Das Spektrum ist breit: Von mikrobiologischer über Mistel-Therapie bis hin zur Traditionellen Chinesischen Medizin vereint die ergänzende Medizin viele Ansätze. S. 12


MLZ

Seite 2

November/ Dezember 2010

www.medi-learn.de

Studenten aufgepasst!

Die 3. Auflage der Skriptenreihe mplett o k d n u Neu arbeitet! über

Famulatur in Malawi Fortsetzung von Seite 1 Es gab jeden Tag regionale Gerichte, zum Beispiel Nsima (Maisbrei) mit Ziegenfleisch. Während der ersten Woche teilte ich die Räumlichkeiten mit vier anderen Famulanten aus Holland.

Mein Ziel: Ostafrika

Meine Motivation, eine Famulatur in Malawi zu machen entstand eigentlich bei meinen anderen Famulaturen in Deutschland (Anästhesie und allgemeinmedizinische Praxis) und einer in Österreich (Neurologie). Ich wollte mir ein Bild verschaffen, wie und ob Medizin ohne Hightech und ohne die modernsten Geräte funktionieren kann. Ziel war es ein Land für meine Famulatur zu finden, in dem sich die praktizierenden Ärzte fast ausschließlich auf ihr Wissen verlassen müssen, um eine Diagnose stellen zu können. Da ich nach dem Studium eine Weiterbildung zum Allgemeinmediziner machen werde, war das vorrangige Ziel, für mich mein Gelerntes an den Patienten zu bringen und meine Sinne und Untersuchungspraktiken so zu schärfen, dass ich ohne große Hilfsmittel eine Diagnose stellen kann. Da ich schon mehrere Länder Westafrikas bereist habe, wollte ich auf jeden Fall an die Ostküste. Nach einiger Internetrecherche stieß ich auf das kleine und sehr unscheinbare Land Malawi. Mit einer Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 850 km und einer Ost-West-Ausdehnung von knapp 350 km zählt es zu den kleinsten Ländern Afrikas. Es liegt zwischen Tansania, Sambia und Mosambik.

Der erste Tag

www.medi-learn.de/skript

An meinem ersten Tag wurde ich vom Personalmanager des Krankenhauses persönlich an meiner Unterkunft abgeholt. Er nahm sich den ganzen Tag Zeit, mir die Räumlichkeiten zu zeigen und stellte mich allen vor. Das war für mich sehr angenehm, denn jeder der Angestellten wusste, dass ich zum Team gehöre und dass ich die nächsten Wochen mitarbeiten werde. Mein erster Arbeitstag begann um 7:45 Uhr mit einem kurzen Gebet vor der täglichen Morgenbesprechung. Bei diesem Meeting sind alle clinical officers, aber auch alle nurses (so werden Schwestern aber auch Pfleger bezeichnet) der Klinik anwesend. Das Krankenhaus scheint für die Dauer dieser Besprechung still zu stehen. Während dieser Zeit sind sich die Patienten und Angehörigen selbst überlassen.

WIR BESPRACHEN FEHLER, EXOTISCHE KRANKHEITSBILDER UND LUSTIGE ANEKDOTEN

mit denen ich wohnen durfte, brachten mir viel in Chichewa bei, sodass ich die Leute begrüßen und nach ihrem Befinden fragen konnte. Zur Anamneseerhebung reichte dies leider nicht aus und so bildete ich meistens ein Team mit einem clinical officer oder einem Arzt.

CLINICAL OFFICERS MACHEN EINE FACHSPEZIFISCHE AUSBILDUNG

Stationswechsel

Ich war keiner speziellen Station zugeteilt und konnte zwischen den wards (Stationen) wechseln, wo immer es etwas zu sehen gab oder wo ich gebraucht wurde. Grundsätzlich gab es eine Männerstation, eine Frauenstation, eine Geburtenstation, eine Kinderstation und einen Operationssaal, das sogenannte „major theater“, sowie einen Raum für kleinere Operationen und Wundversorgungen, dem „minor theater“. Im Krankenhaus wurde mir schnell die Art der afrikanischen Arbeit klar: Langsam, langsam und nichts überstürzen. Dies soll jedoch nicht den Eindruck vermitteln, dass dort nicht zielgerichtet gearbeitet wird. Im Gegenteil, doch es entsteht niemals Hektik oder Unruhe, sondern es geht immer gemächlich und angenehm ruhig zu. Gelegentlich gab es für mich auch Zeiten, in denen ich nicht direkt mit einer Arbeit beauftragt war und in der ich mich frei zwischen den einzelnen Stationen bewegen konnte. Auf der Suche nach einem Patienten oder einem Arzt, der Zeit für mich hat, kam ich mit

Arbeiten im Team

Das Gehirn Median geschnitten, 5-teilig. Qualität von 3B Scientific. Preis:

135,66 €

Jetzt animiert unter: www.3bscientific.de

Technische Probleme

Der medizinische und technische Standard befindet sich weit unter unserem Gewohnten Klinikalltag. Zwar gab es im Holy Family Hospital ein Röntgengerät, aber die Resultate waren eher bescheiden. Auch befanden sich zwei Ultraschallgeräte auf den Stationen, doch leider waren beide defekt.

Ganzen war ich immer auf einen Dolmetscher angewiesen. Der Umgang mit den Patienten ist ein ganz anderer; oft hat man das Gefühl, das Leben an sich sei hier weniger wert. Das mag sich seltsam anhören, bestätigt sich in der Realität jedoch häufig: Einem europäischen Mediziner leuchtete es nicht ein, warum man bei einem vierjährigen Kind die Eröffnung eines Abszesses am Oberschenkel ohne jegliche Anästhesie durchführt. In Ausnahme des kleinen Kindes äußerten die Patienten aber auch kaum Schmer-

Clinical officers arbeiten im Prinzip wie Ärzte, haben aber nicht studiert, sondern machen eine dreijährige Ausbildung und dürfen danach klinisch arbeiten. Die Ausbildung ist sehr fachspezifisch: Man muss sich vor der Ausbildung entscheiden, ob man später in der Anästhesie, der Chirurgie, der Pharmazie, der Gyn, der Päd oder der Inneren arbeiten will. Der Vorteil der clinical officers ist es, dass dies meist Einheimische sind, die Chichewa sprechen – im Gegensatz zu vielen Ärzten, die meist aus dem Ausland kommen und ihre Probleme mit den unterschiedlichen Stammessprachen haben. Ein Großteil der einheimischen Ärzte hat schon im Ausland studiert und arbeitet dann entweder in den wenigen Universitätskliniken oder kommt nach dem Studium erst gar nicht mehr zum Arbeiten nach Hause.

Hierbei wurden die neuen Fälle der Nacht übergeben, aber auch offene Fragen mit den alten, erfahrenen clinical officers besprochen. Es wurden dabei sowohl grundlegende Dinge wie generelle, immer wiederkehrende Fehler besprochen, exotische Krankheitsbilder aber auch lustige Anekdoten des letzen Tages.

Die ersten Tage war es schwer für mich der Morgenbesprechung aufmerksam zu folgen. Zum einen war es sicher noch die Erschöpfung der Reise, zum anderen hatte es ein paar Tage gedauert, bis ich mich in die Art von Englisch eingehört hatte, die dort gesprochen wird. Unter den Angestellten wird grundsätzlich Englisch gesprochen, was sehr zu meinem Vorteil war. In Malawi ist die Amtssprache Englisch, jedoch wird generell in ländlichen Gegenden und speziell im Süden Chichewa geredet. Die freundlichen Nonnen,

vielen Patienten ins – eher nonverbale – Gespräch und lernte so seht viel über die regionalen Bräuche und Gegebenheiten.

Traumhafte Ausblicke

Wie im Safarifilm: Malawi

KLINISCH GESTELLTE DIAGNOSEN SINNE ZU

LEHREN, SICH AUF SEINE VERLASSEN

In den einzelnen Stationen standen zwar Sauerstoffkonzentratoren zur Verfügung, jedoch gab es nur wenig Zubehör wie Sauerstoffleitungen oder -brillen, und einige Geräte quittierten ihren Dienst wegen der Hitze schon nach einigen Minuten. Auf das kleine Labor war die Klinikleitung besonders stolz, denn hier konnten sie schnell und selbstständig einfache Untersuchungen wie Hb, „thick blood smear“ oder auch HIVTest durchführen. Bis auf diese Hilfsmittel sind die Ärzte und clinical officers auf sich und ihr Wissen gestellt. Die meisten Diagnosen werden klinisch gestellt. So lernt man, sich auf seine Sinne zu verlassen.

Zehen als Schmerzindikator

Die Verständigung mit den Patienten klappte bei Personen mit Englischkenntnissen sehr gut, doch im Großen und

zen, sondern bissen auf die Zähne und ließen sich nichts anmerken. Ein guter Schmerzindikator waren für mich die Zehen des Patienten, die bei schmerzhaften Eingriffen stets krampfhaft Richtung Kopf gezogen wurden.

Fahrradreise durchs Land

Auch außerhalb des Krankenhausalltags war es eine unvergessliche Zeit. Malawi ist ein Land wie aus einem kitschigen Safarifilm, von tollem Gebirge im Süden, bis hin zu Nationalparks mit allerlei Tieren und dem tollen Malawisee mit über 1.000 verschiedenen Fischarten hat es alles zu bieten, was man sich nur vorstellen kann. Hier kann man seine Frei- oder Reisezeit in vollen Zügen genießen. Ich bestieg den höchsten Berg des Landes, den Sapitwa Peak mit ca. 3010m innerhalb einer Dreitageswanderung und hatte tolle Ausblicke bis weit nach Mosambik. Nach meiner vierwöchigen Famulatur wollte ich das ganze Land hautnah kennenlernen. Ich kaufte mir in einem kleinen Dorf nahe Phalombe ein Fahrrad. Keines, wie wir es in Deutschland kennen: Ein indisches Stahlfahrrad der Marke „Humber“, ohne Schalung, ohne Licht, ohne Federung! Mit meinen kunstvoll verschnürten Habseeligkeiten auf dem Gepäckträger ging die unvergessliche Reise gen Norden los. In den folgenden vier Wochen radelte ich knapp 900 km an der Küste des Malawisees entlang bis nach Karonga ganz im Norden von Malawi. Die unverbrauchte Schönheit und die abwechslungsreiche Landschaft, sowie die Herzlichkeit und offene Gastfreundlichkeit der Menschen haben mich tief beeindruckt. Auch wenn mich mein Trip körperlich, sowie zeitweise mental an die eigenen Grenzen gebracht hat, war ich froh, auf diese Weise durch Malawi gereist zu sein. Wir verlosen Medical English von Thieme – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw291


MLZ

November/ Dezember 2010

Seite 3

www.medi-learn.de

Nicht immer ganz einfach Verhältnis zwischen Medizinstudenten und Pflegepersonal von Dorothea Herter

D

er erste Kontakt zwischen Medizinstudenten als angehenden Ärzten und Krankenpflegepersonal gestaltet sich oftmals schwierig. Denn besonders am Anfang des Studiums sind die Hierarchien nicht wirklich klar definiert. Während der approbierte Arzt Anweisungen gibt, die vom Krankenpflegepersonal ausgeführt werden, hat der Medizinstudent keine eindeutige Position. Er steht nicht unter den Pflegern, aber auch nicht über ihnen, sondern befindet sich sozusagen im Niemandsland. Dies führt nicht selten zu Komplikationen im zwischenmenschlichen Bereich mit weit reichenden Folgen.

Mein Standpunkt

Als examinierte Krankenschwester und Medizinstudentin sitze ich gewissermaßen zwischen den Stühlen. Auf der einen Seite höre ich Beschwerden von Kommilitonen über unfreundliches Pflegepersonal, das Studenten herumkommandiert und ihnen das Leben schwer macht. Auf der anderen Seite habe ich aber auch selbst erlebt, wie respektlos viele Medizinstudenten oftmals den Pflegern gegenübertreten.

IN MEINEM FALL SITZE ICH ZWISCHEN DEN STÜHLEN Dadurch entsteht leicht ein Teufelskreis: Wer sich als Student vom Pflegepersonal schlecht behandelt fühlte, wird auch als Arzt schwerlich ein gutes Verhältnis zu den Pflegekräften aufbauen. Wem andererseits als Schwester oder Pfleger von Medizinstudenten und Ärzten wenig Respekt entgegengebracht wurde, der fasst auch in Zukunft Studenten nicht mit Samthandschuhen an. Ich denke, dass etliche dieser Probleme aufgrund von Vorurteilen gegenüber dem Pflegepersonal entstehen. Aus Gesprächen mit Kommilitonen weiß ich, dass viele Medizinstudenten eine falsche Vorstellung von den Aufgaben und Qualifikationen eines „Gesundheitsund Krankenpflegers“ (so die offizielle Berufsbezeichnung) haben. Selbst einige meiner besten Freunde sind der Ansicht, Krankenschwestern und -pfleger wüssten weitaus weniger als Ärzte oder auch als Medizinstudenten. Einigen erscheint es schlichtweg unvorstellbar, dass jemand mit Realschulabschluss und einer dreijährigen Ausbildung den Wissenstand eines Abiturienten nach zwölf Semestern Hochschulstudium erreichen könnte. Ebenso verbreitet ist die Vorstellung, Pflege sei lediglich ein ärztlicher Hilfsberuf, dessen einzige Aufgabe in der Ausführung ärztlicher Anordnungen bestehe.

rufsangehörigen, von Menschen aller Altersgruppen, von Familien oder Lebensgemeinschaften, sowie von Gruppen und sozialen Gemeinschaften, ob krank oder gesund, in allen Lebenssituationen (Settings)“1. Pflegerisches Handeln besteht also längst nicht nur aus dem Verabreichen ärztlich verordneter Medikamente oder die Assistenz bei der Visite. Laut ICN gehört noch viel mehr zum pflegerischen Aufgabenfeld: „Pflege schließt die Förderung der Gesundheit, Verhütung von Krankheiten und die Versorgung und Betreuung kranker, behinderter und sterbender Menschen ein. Weitere Schlüsselaufgaben der Pflege sind Wahrnehmung der Interessen und Bedürfnisse (Advocacy), Förderung einer sicheren Umgebung, Forschung, Mitwirkung in der Gestaltung der Gesundheitspolitik sowie im Management des Gesundheitswesens und in der Bildung.“1

Ausbildung Pflege

Zu diesem Zweck durchlaufen die Krankenschwestern und -pfleger eine dreijährige Ausbildung, in der das breite Spektrum der Medizin umfassend und fundiert vermittelt wird. In insgesamt 2.100 Stunden theoretischem Unterricht werden neben der eigentlichen Krankenpflege Anatomie, Physiologie, Pharmakologie, Hygiene, Mikrobiologie, Virologie und die Krankheitslehre aller klinischen Fächer unterrichtet, zudem pflegerelevante Kenntnisse der Geistes- und Sozialwissenschaften, aus Recht, Politik und Wirtschaft. Hinzu kommen 2.500 Stunden praktische Ausbildung, die zu 100 Prozent am Krankenbett absolviert werden. Die Gesamtzahl von 4.600 Stunden theoretischem und praktischem Unterricht ist in Deutschland durch das Krankenpflegegesetz verbindlich vorgeschrieben2, und die Ausbildung wird nach drei Jahren mit einem

Staatsexamen, bestehend aus schriftlicher, praktischer und mündlicher Prüfung, abgeschlossen.

Zum Vergleich

Die zurzeit geltende Richtlinie des Europäischen Parlaments aus dem Jahr 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen sieht für das sechsjährige Medizinstudium als ärztliche Grundausbildung eine Mindestanzahl von 5.500 Stunden theoretischen und praktischen Unterrichts vor.3

ÄRZTE SIND AUF PFLEGEKRÄFTE ANGEWIESEN Ich denke, hier wird schnell klar, dass die Ausbildung zum „Gesundheits- und Krankenpfleger“ mehr als nur eine „einfache“ Lehre ist. Die Ausbildung hat dem Medizinstudium in seiner aktuellen Form sogar etwas voraus: Sie findet von Anfang an im klinischen Alltag statt. Dadurch bekommen die Auszubildenden schon früh das, was während des Medizinstudiums gar nicht vermittelt werden kann: Routine und Erfahrung. Sie lernen den Patienten genau zu beobachten, kleinste Veränderungen wahrzunehmen und sofort angemessen zu reagieren. Die (angehenden) Ärzte, die mit ihnen zusammenarbeiten, können Wissen, Können und Erfahrung der Pflegekräfte als Hilfe für ihre eigene Arbeit nutzen. Ein Arzt kann nicht jede Minute seines Arbeitstages bei allen seinen Patienten verbringen, und wenn er sie dann einmal täglich im Rahmen der Visite zu Gesicht bekommt, ist dies immer nur eine Momentaufnahme. Um tatsächlich zu erfassen, wie es dem Patienten geht, sind die Ärzte auf das angewiesen, was die Pflegekräfte ihnen berichten. Eine Zusammenarbeit von Ärzten und Pflegekräften bietet ungeahnte Möglichkeiten und ist essentiell für die Effektivität unserer Arbeit. Es muss nur jemand geben, der den Teufelskreis durchbricht und anfängt, aus

einem „Gegeneinander“ oder „Nebeneinander“ ein „Miteinander“ zu gestalten. Es gibt zu viele verhärtete Fronten sowohl auf ärztlicher als auch auf pflegerischer Seite. Wir als Medizinstudenten von heute und Ärzte von morgen haben noch die Gelegenheit, uns anders zu verhalten, auch wenn uns nicht von allen Pflegekräften immer nur Freundlichkeit entgegengebracht wird.

ZUSAMMENARBEIT ESSENTIELL FÜR EFFEKTIVITÄT Diesen „schwarzen Schafen“ zum Trotz sollten wir die Pflegekräfte als wertvolle Kollegen respektieren und schätzen und uns mit ihnen gemeinsam im Team für das einsetzen, was immer noch das Wichtigste ist: das Wohl unserer Patienten. 1 Definition im Original: www.medi-learn.de/definition-nursing deutsche Übersetzung (von DBfK, ÖGKV und SBK konsentiert): www.medi-learn.de/nursing-deutsch 2 Gesetz über die Berufe in der Krankenpflege (Krankenpflegegesetz, KrPflG) vom 16. Juli 2003 (BGBl. I S. 1442) 3 Richtlinie 2005/36/EG des europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen

Wir verlosen Lexikon der Krankheiten von Thieme – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw291

In den Foren gelauscht

Und wer zahlt?

Stethoskop, Reflexhammer und Bücher über Bücher – ein Medizinstudium kostet Geld. Hinzu kommen Miete, Nahrungsmittel und an den meisten Universitäten inzwischen auch Studiengebühren. Was, wenn die Eltern nicht in der Lage sind, das alles zu zahlen? Im MEDI-LEARN Forum findest du wertvolle Tipps und Wissenswertes zu BAföG, Studienkrediten, Nebenjobs und Co.: www.medi-learn.de/MF60046

Bereit fürs Physikum 2011

Für alle Medizinstudenten, die jetzt das vierte vorklinische Semester beginnen, wird es im März 2011 ernst: Das Physikum rückt langsam, aber sicher näher. Aber wie bereitet man sich am besten darauf vor? Welche Bücher sind geeignet? Was gibt es für Skripte? Und welche Lerntaktik ist die sinnvollste? Im Forum kannst du dich mit anderen Usern rund ums Physikum austauschen – und dich gemeinsam mit ihnen auf den klinischen Abschnitt des Studiums freuen: www.medi-learn.de/MF59481

Dr. jur Dr. med

Jura und Medizin – zwei sehr lernintensive Fächer, die vielen Studenten großes Durchhaltevermögen abverlangen. Dennoch entscheiden sich einige auch dafür, beides zu studieren – entweder nacheinander oder sogar gleichzeitig! Zwischen Arzt und Anwalt gibt es ein großes Spektrum an Berufen, die sich mit so einem Doppelabschluss ergreifen lassen. Wenn auch du mit dem Gedanken spielst, gleich zwei Examen zu machen, dann schau im Forum vorbei und tausch dich mit anderen Usern zu diesem Thema aus: www.medi-learn.de/MF28513

Zahnis und Humanis

„Zahnmediziner sind keine echten Mediziner, sondern Techniker“ – mit diesem provokanten Zitat beginnt im MEDI-LEARN Forum eine hitzige Diskussion zum Thema „Was haben Humanmediziner eigentlich gegen Zahnmediziner?“. Sämtliche Klischees über beide Berufsgruppen werden hier beleuchtet und hinterfragt: Sind Unfallchirurgen wirklich grobschlächtige Metzger? Tragen alle Zahnmediziner Segelschuhe und Designersonnenbrillen? Diskutier mit und finde heraus, wie viele Unterschiede und Gemeinsamkeiten es gibt: www.medi-learn.de/MF60226

Bewerbungsgespräch Vorbereitung ist alles!

Kaum ist das Examen ist geschafft, geht es ans Bewerben. Da viele Chefs beim Bewerbungsgespräch ähnliche Fragen stellen, kannst du dich gut darauf vorbereiten. Warum bist du Arzt geworden? Warum möchtest du an diese oder jene Klinik? Im MEDI-LEARN Forum erfährst du, welche Fragen andere beantworten mussten und erhältst jede Menge Tipps: www.medi-learn.de/MF26253

PFLEGE IST MEHR ALS EIN EINFACHER HILFSBERUF Auch wenn es ohne Zweifel zu den Aufgaben der Schwestern und Pfleger gehört, ärztliche Anordnungen auszuführen, so ist die Pflege doch viel mehr als ein einfacher Hilfsberuf. Laut internationalem Pflegeverband ICN umfasst die Gesundheits- und Krankenpflege „die eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung, allein oder in Kooperation mit anderen Be-

VIAmed Die „Eintrittskarte“ in die private Krankenversicherung inkl. 4 Monate Auslandskrankenversicherung im PJ.

Kommunikation ist alles: Arzt-Pfleger-Gespräch

www.aerzte-finanz.de


MLZ

Seite 4

November/ Dezember 2010

www.medi-learn.de

Dermatologie und Venerologie für das Studium (Springer)

Kurz notiert

Endlich legal

Es kommt öfter vor, dass Schmerzmediziner am Wochenende notfallmäßig ein starkes Schmerzmedikament verordnen müssen, die Apotheken aber keine vorrätig haben. Eine geplante Gesetzesänderung soll jetzt eine Praxis legalisieren, die Schmerz-therapeuten und Palliativmediziner schon lange aus der Not heraus pflegen: Sie lagern Opioide ein, die Patienten zurückgegeben haben, weil sie sie nicht mehr benötigen. „Wir freuen uns, dass die Politik nun endlich unsere Forderungen umsetzt“ so die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie. www.medi-learn.de/info15327

Jederzeit wieder

In Ghana kann man an zwei Universitäten Medizin studieren: In der Hauptstadt Accra und in der alten Hauptstadt der Ashanti: Kumasi. Katrin bereitete sich mit Büchern auf „Medical English,“ „Tropical Paediatrics“ und „Medical practice in developing countries“ vor und absolvierte ein PJTertial in Kumasi. Rückblickend sagt sie: „Jederzeit wieder. Es war eine schöne und erlebnisreiche Zeit. Wobei man sich sicherlich zu zweit leichter tut. Vor allem am Anfang, wenn einen die Eindrücke erschlagen können.“ www.medi-learn.de/info15328

von Franziska Schmidt-Wankel, 2. klinisches Jahr, Greifswald

Titel: Dermatologie und Venerologie für das Studium Autoren: Fritsch Verlag: Springer ISBN: 978-3-540-79302-1 Preis: 46,95 €

Kurzbeschreibung Dieses Buch führt den Studenten in 11 Kapiteln mit 500 Seiten einmal durch das

Das Herz Detailtreue Anatomie zum Anfassen. Qualität von 3B Scientific. Preis:

35,11 €

Jetzt animiert unter: www.3bscientific.de

werden die Krankheiten strukturiert nach dem Schema F abgearbeitet: Definition, Epidemiologie, Pathogenese, Symptomatik, Diagnostik, DD und Therapie.

Zielgruppe Als Lehrbuch ist es gut für das Studium geeignet, um noch nicht vorhandenes Wissen aufzubauen oder es zu vertiefen. Auch für PJler bzw. für das Staatsexamen ist es durch seine Ausführlichkeit gut geeignet. Man braucht keine Vorkenntnisse, allerdings etwas Zeit und Ruhe, um sich in dieses Fachgebiet einzuarbeiten.

Didaktik Die über 500 Abbildungen vereinfachen das Einprägen der Krankheitsbilder und durch die über 100 verschiedenen Tabellen werden wichtige Fakten zusammengefasst und die Texte verdeutlicht. Kernaussagen sind in diesem Buch grundsätzlich rot markiert, um das Wichtigste aufzuzeigen. Die 15 Fallbeispiele sind eine gute Wiederholung möglicher Krankheitsbilder von Patienten, die einem in der Praxis begegnen könnten.

Preis Das Buch kostet im Fachhandel 46,95 €.

Inhalt Von der Einführung über die Grundlagen wird man zu den verschiedenen Themengebieten geführt – sprich durch das komplette Fachgebiet. Die einzelnen Themenkomplexe werden in allen Einzelheiten behandelt, sodass man Detailwissen erlangt. Es gibt viele, gute Abbil-

Aufbau In den ersten beiden Kapiteln werden Anatomie, Funktion und verschiedene Ansätze zur Diagnostik sowie zur allgemeinen Therapie aufgezeigt. In den folgenden Kapiteln

Fazit Das Buch ist ein gut strukturiertes Buch, welches einem die Hautveränderungen und Krankheitsbilder verdeutlicht. Es macht Spaß, in dem Buch zu lesen und damit zu lernen. Für Studenten, die sich schnell Wissen aneignen möchten, empfiehlt sich eher ein Kurzlehrbuch.

Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw292

von Kathrin Kiolbassa, 10. Semester Uni Heidelberg nach dem bewerten Prinzip Lehrbuch und Kurzlehrbuch in einem. Zusätzlich ist der Auflage eine CD-ROM mit 65 Blickdiagnosen sowie Quizfragen beigelegt. Zielgruppe Das Lehrbuch enthält die wesentlichen Themen der Dermatologie für Studierende und eignet sich durch das integrierte Kurzlehrbuch auch zum schnellen Nachschlagen. Es wird kein Vorwissen benötigt: Zum einen gibt es am Anfang des Buches einen allgemeinen Überblick über das Fach, zum anderen werden Inhalte aus anderen Fächern, die sich mit der Dermatologie überkreuzen kurz aufgegriffen. Titel: Duale Reihe Dermatologie Autoren: Moll Verlag: Thieme Verlag ISBN: 978-3-13-126687-3 Preis: 44, 95 €

Kurzbeschreibung Die Duale Reihe Dermatologie beinhaltet

Inhalt Das Buch gibt einen detaillierten Überblick über die dermatologischen Erkrankungen und besticht durch die zahlreichen Fotographien und Abbildungen. Der Inhalt der CD-ROM ist leider weniger gut gelungen. Die CD-ROM enthält 65 Blickdiagnosen und deckt mit den Quizfragen

nicht alle Kapitel des Buches ab. Didaktik Das Buch ist gut verständlich und enthält zahlreiche Merkkästen, die helfen, bedeutsame Inhalte nicht zu „überlesen“. Außerdem befindet sich häufig im Anschluss an ein Krankheitsbild die Beschreibung eines klinischen Falles. Aufbau Die Gliederung enthält kleine Fehler. Im Sachverzeichnis angegebene Seiten stimmen nicht immer tatsächlich mit den Buchseiten überein. Hilfreich wäre es auch, Krankheitsbilder, die Synonym gebräuchlich sind, in das Sachverzeichnis zu übernehmen. Der Aufbau ist weniger gut gelungen, da beim wiederholten Lernen ausschließlich über das „Foto“ der Weg zum Lerntext gefunden werden kann. Preis Mit 44,95 Euro liegt das Buch im Vergleich zu anderen Büchern im Preisdurch-

schnitt. Ich würde es zu diesem Preis wegen des Inhalts kaufen, allerdings nicht wegen der CD-ROM.. Fazit Das Lehrbuch ist inhaltlich sehr gut gelungen und deshalb auch empfehlenswert. Kleinere Mängel im Sachverzeichnis führen zum Punktabzug. Ein weiteres Manko ist die CD-ROM, die ein besonderes Angebot darstellt und bereits auf dem Einband angepriesen wird. Für ein Fach, das von der Blickdiagnose lebt, sind die Fotographien auf der CD-ROM nicht groß genug. Die Begleittexte zur Diagnose sind gut, aber es fehlt ein kurzer Überblick über die Erkrankung. Dabei würden schon einige Stichworte ausreichen. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw293

Basics Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene (Elsevier)

Heidelbeeren helfen

Die Zeitschrift „MMW Fortschritte der Medizin“ gibt in ihrer Rubrik „Sprechstunde Naturheilkunde“ Tipps zum Thema Diarrhö. Leichte Durchfallerkrankungen können sogar mit Phytotherapie allein behandelt werden. Bei akutem unspezifischem Durchfall sind Heidelbeeren und Brombeerblätter mittelstark wirksam; Tormentillwurzel und Eichenrinde stark wirksam. Bei chronischer Enteritis eignen sich Fenchelfrüchte, Melissenblätter und Pfefferminzblätter. Tees sollten ungesüßt getrunken werden, um weitere osmotische Durchfälle zu verhindern. www.medi-learn.de/info15338

dungen, die dem Leser Krankheitsbilder näher bringen und veranschaulichen, sowie den Inhalt der Texte verdeutlichen. Darin liegen die Stärken dieses Buchs.

Duale Reihe Dermatologie (Thieme)

Unternehmer sein

Fachwissen und praktische Fähigkeiten sind für einen Arzt zwar unverzichtbar, aber für eine erfolgreiche Berufslaufbahn nicht alleine ausreichend. Betriebswirtschaft, Mitarbeiterführung und Marketing: „Oft genug wird jungen Ärzten schmerzlich bewusst, dass sie keinerlei Ausbildung in diesen wichtigen Bereichen haben,“ sagt Professor Siebeck. Er ist Initiator des Projektes „Arzt und Zukunft – Unternehmer sein und Arzt bleiben“ an der LMU München. Es dauert studienbegleitend ein Semester. Kernstück ist die Erstellung eines Businessplans. www.medi-learn.de/info15334

komplette Fach Dermatologie. Die letzten vier Kapitel beziehen sich auf die Themen Phlebologie/Lymphödeme, Proktologie, Andrologie und Venerologie.

von Lisa Zwaschka sentliche Informationen zur Thematik in gut strukturierter Form gibt. Zielgruppe Das Buch richtet sich besonders an Medizinstudenten im klinischen Studienabschnitt, die lernen wollen, ohne dabei den Überblick in sämtlichen Details zu verlieren.

Titel: Basics Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene Autoren: Holtmann, Bobkowski Verlag: Urban und Fischer Verlag ISBN: 978-3-437-42416-8 Preis: 18,95 €

Kurzbeschreibung Das Kurzlehrbuch ist ein von Studenten geschriebenes Übersichtswerk, das we-

Inhalt Das 130 Seiten umfassende Kurzlehrbuch besticht durch seine Einfachheit. Zuerst werden im allgemeinen Teil Grundlagen zur Immunologie und der allgemeinen Erregerlehre vermittelt, bevor es dann um spezielle Bakteriologie, spezielle Virologie, spezielle Mykologie, spezielle Parasitologie und um Mikrobiologisch relevante Hygiene geht. Im Anschluss daran werden zu den Themen Meningitis, Genitalinfektion und Halsentzündung Fallbeispiele gezeigt, die dem Leser als Überprüfung seines erworbenen Wissens dienen können.

Den Abschluss des Kurzlehrbuchs bildet der Anhang, welcher in tabellarischer Form die relevanten Facts über verschiedene Bakterien, Viren, Parasiten und Co. enthält. Unterstützt wird der Text durch zahlreiche farbige Abbildungen, die zur Erklärung des Geschriebenen beitragen. Didaktik Dieses Buch ist wirklich sehr übersichtlich gestaltet. Sämtliche Kapitel sind einheitlich aufgebaut. Nach der eigentlichen Überschrift des jeweiligen Kapitels sind untergeordnete Absätze unter einer weiteren Überschrift zusammengefasst. Wichtige Sachverhalte sind mittels blauer Kästchen besonders hervorgehoben. Am Ende jedes Kapitels befindet sich eine kurze Zusammenfassung, die das Allerwichtigste beinhaltet. Der Schreibstil passt zum Inhalt – kurz und knapp. Leider sogar etwas zu abgehackt. Aufbau Der einheitliche Aufbau dieses Buches

erleichtert das Lernen ungemein. Nachdem man das erste Kapitel gelesen hat, weiß man direkt worauf man beim Lesen des nächsten Kapitels besonders schauen muss. Aufgrund des ausführlichen und übersichtlichen Inhaltsverzeichnis und Register, kann man sich wirklich schnell zurechtfinden Preis Das Buch kostet 18,95 Euro. Fazit Ein sehr übersichtliches und gut aufgebautes Kurzlehrbuch, welches dem typischen Basics-Stil entspricht: Das Wesentliche zum Thema in leicht verständlicher Form. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw294


MLZ

November/ Dezember 2010

Seite 5

www.medi-learn.de

Klinische Notfallmedizin Ein neues Arbeitsgebiet von Dr Lars Lomberg

N

achdem mittlerweile in der Mehrzahl der europäischen Länder der Facharzt für Notfallmedizin, basierend auf dem Curriculum der EuSEM (European Society for Emergency Medicine) eingeführt wurde, entsteht nun auch in Deutschland verzögert eine dieses Thema betreffende Diskussion. Hervorgebracht wurde dieses Thema von der DGINA (Deutsche Gesellschaft für Interdisziplinäre Notaufnahmen), die sich derzeit noch dem (allerdings schwindenden) Widerstand der etablierten Fachgesellschaften entgegenzustellen hat, insbesondere dem der Inneren Medizin, der Chirurgie und Anästhesie entgegenzustellen hat.

Notwendigkeit einer interdisziplinären Notaufnahme erkannt und organisatorisch, sowie zum Teil auch baulich umgesetzt haben, zieht sich dieser Trend nun zunehmend bis in die größten kommunalen und auch universitären Kliniken hinein.

Entwicklung in Deutschland

Ähnlich den Anlaufschwierigkeiten der Anästhesie, bei der Ausbildung ihrer eigenen Fachdisziplin aus der Chirurgie heraus, besteht aktuell die Tendenz der Klinischen Notfallmedizin, sich in Form von eigenständigen Abteilungen mit unabhängigen Chefärzten zu formieren. Zahlreiche Kliniken haben so genannte ZNAs (Zentrale Notaufnahmen) bereits installiert und monatlich entstehen neue Abteilungen. Nachdem zunächst vor allem mittelgroße Häuser die fachliche und ökonomische

Als kommunale Beispiele seien hier zum Beispiel das Klinikum Nürnberg und Asklepios Klinikum Hamburg-Altona, als universitäre Einrichtungen federführend die Unis Jena und Aachen genannt.

Warum also noch diese Abneigung der etablierten Fachgesellschaften? Zunächst erscheint dies berufspolitisch verständlich. Eigene Pfründe möchten gewahrt, die eigene Expertise betont, die Abwanderung junger Ärzte in neue Tätigkeitsfelder verhindert werden. Anästhesisten wie Internisten fürchten nicht zu Unrechteine Umorientierung der notfallmedizinisch interessierten Studenten und Jungärzte zu einem Facharzt für Klinische Notfallmedizin. Mit Betonung des deutschen Sonderfalls einer primär arztbasierten, prähospitalen Notfallversorgung wird die Notwendigkeit eines Facharztes für Klinische Notfallmedizin kontinuierlich bestritten und das Funktionieren eines derartigen Systems angezweifelt, obgleich dieses seit Jahrzehnten in zahlreichen Ländern höchst erfolgreich umgesetzt wird.

Notstand Notaufnahme

Die Realität in den Notaufnahmen besteht zur Zeit aus vielfach unerfahrenen Nicht-Fachärzten. Sie begegnen dieser

fordernden Aufgabe zum Teil mit Engagement, zum Teil mit Gleichgültigkeit, zum Teil jedoch auch mit Widerwillen. Die Notaufnahme ist für die meisten Kollegen eben nicht der Wunscharbeitsort, sondern notwendiger Ausbildungsteil. Wer einmal im präklinischen Notdienst gearbeitet hat, weiß, wie es nachts um zwei in 95% der deutschen Krankenhäuser um den „Facharztstandard“ bestellt ist. Krankenhausverantwortliche haben die Zeichen der Zeit längst erkannt und installieren zunehmend ZNAs in dem Wissen, so medizinische Qualität... senken. Dies alles bei steigenden Patientenzahlen von jährlich sieben bis zehn Prozent. Hin- und herdisponieren zwischen den Abteilungen bei unklaren Symptomen, das sogenannte „Turfen“ entfällt, Wartezeiten werden verkürzt und Patientenzufriedenheit gebessert. Auch die Gegner eines Facharztes Klinische Notfallmedizin sollten dringend realisieren, das diese eben mehr ist als die Summe der Einzeldisziplinen. Mehr als ein bißchen Innere, ein bißchen Chirurgie und eine Prise Neurologie. Klinische Notfallmedizin bedeutet Denken in Symptomen nicht in Diagnosen, bedeutet Behandlung als Top-down Approach von der Symptombehandlung zurück zur detaillierten Anamnese. Triage- und MANV (Massenanfall von Verletzten)- Konzepte, Notfallsonographie, Arbeiten nach Algorithmen und Ökonomisierung sind Stichworte, die bislang in keinem Curriculum der Internisten oder Chirurgen aufgetaucht sind, in Zeiten steigender Kosten und zunehmenden Wettbewerbs der Krankenhäuser aber immer relevanter werden.

Fortsetzung im Digitalen Nachschlag (s. Seite 12)

Haftpflichtversicherung für Assistenzärzte Wachsende Verantwortung braucht professionellen Schutz von Karl-Heinz Silbernagel (Deutsche Ärzteversicherung)

M

it dem Status „Assistenzarzt“ bzw. „Assistenzärztin“ ist die erste berufliche Weichenstellung erfolgt. Jetzt ändert sich vieles. Auch auf der Versicherungsseite. Denn – neue Risiken in der beruflichen Tätigkeit werden relevant. Eine Frage ist: Wie sichern Sie sich vor den Folgen eines Behandlungsfehlers? Auch wenn Sie noch so sorgfältig arbeiten, kann ein Fehler unterlaufen, der dann zu schwerwiegenden finanziellen Folgen führen kann. Als Assistenzarzt ist daher, wie der Name schon sagt, eine Arzthaftpflichtversicherung, Pflicht. Die Arzthaftpflichtversicherung ist in letzter Zeit in den Fokus der Diskussion gerückt, und das ist an dieser Stelle kurz zu erläutern. Dabei wird deutlich, wie wichtig es ist, bei einem Versicherer zu sein, der den Arzt mit bestmöglicher Fach- und Sozialkompetenz im Schadensfall zu unterstützen in der Lage ist. Das Risiko, als Arzt bei einem Haftungsfall mit extrem hohem Kostenaufwand konfrontiert zu werden, ist sehr hoch. Unter anderem sind folgende Gründe dafür verantwortlich: • Verändertes Patientenverhalten (Es gibt kein menschliches Schicksal mehr) • Regress auf zurückliegende Schadensfälle ohne Beachtung der Verjährungsfristen • Eine patientenfreundliche Rechtsprechung Der Schadenaufwand nach einem Schadensfall wird dann überproportional gesteigert durch

• den medizinischen Fortschritt, so dass selbst Schwerstbehinderte eine ganz normale Lebenserwartung haben sowie • die steigenden Pflege- und Therapiekosten. Der Vergleich nur einer Zahl macht die Dramatik deutlich: Die durchschnittliche Schadenhöhe in der Arzthaftpflicht betrug bei der Deutschen Ärzteversicherung im Jahr 1998 umgerechnet 9.400 Euro, im Jahr 2009 stieg sie auf 24.500 Euro. In Kenntnis dieser Fakten und aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung hat das Unternehmen eine Beitragsanpassung in allen ärztlichen Fachgebieten vorgenommen – in den überwiegenden Fällen bewegen sich die Beitragssteigerungen im einstelligen Prozentbereich. In ihrem Kommentar zu dieser Prämienerhöhung der Deutschen Ärzteversicherung schrieb die „Ärzte-Zeitung“ in ihrer Ausgabe vom 9.3.2010 angesichts der Überlegungen mancher Ärzte, zu billigeren Versicherern zu wechseln: „Doch Ärzte sollen sich vor Schnellschüssen hüten, denn die Berufshaftpflicht ist von anderem Kaliber als etwa die Kfz-Versicherung. Bei scheinbaren Schnäppchen gilt Vorsicht, denn sie können sich leicht als Mogelpackung herausstellen.“ Was zeichnet die Deutsche Ärzteversicherung als Arzthaftpflichtversicherer aus? Als Standesversicherer der akademischen Heilberufe und aufgrund der

jahrzehntelangen Erfahrung mit über 100.000 abgewickelten Haftpflichtfällen ist die Deutsche Ärzteversicherung der absolute Experte in Deutschland. Das Thema „Schadensfall“ ist eine hochsensible Angelegenheit – sowohl aus Sicht des betroffenen Patienten als auch aus der Sicht des Arztes, dessen Berufslaufbahn auf dem Spiel steht, wenn ein Fall unprofessionell gehandhabt wird. Hier kommt es auf Kompetenz, Feinfühligkeit und Diskretion an. Das heißt, wir vermeiden im Interesse unseres versicherten Arztes Streitigkeiten vor Gericht oder in der Presse und helfen so dem Arzt, sein Ansehen zu wahren. Unberechtigte Ansprüche werden präzise zurückgewiesen und dabei übernehmen wir selbstverständlich die notwendigen Gutachter-, Gerichts- und Anwaltskosten. Berechtigte Ansprüche werden umgehend angemessen beglichen – in den meisten Fällen außergerichtlich. Die Berufshaftpflichtversicherung der Deutschen Ärzteversicherung für Assistenzärzte ist auf deren Risikoprofil exakt abgestimmt. Als Produkt-Highlights sind zu nennen: • umfassender Schutz der dienstlich veranlassten ambulanten und stationären tätigkeiten • Absicherung der dienstlichen Bereitscahfts- oder Notdienste • Weltweiter Schutz – auch bei ErsteHilfe-Leistungen • Erweiterter Strafrechtsschutz

• Inkludierte Privat-Haftpflichtversicherung – ohne Zusatzkosten. Wie intensiv sich das Unternehmen mit den Belangen der Ärzte befasst bzw. wie anerkannt seine Professionalität ist, zeigt auch die Tatsache, dass mit fast allen Landesärztekammern ein von diesen geprüftes und empfohlenes Produkt mit dem Markennamen „MedProtect“ auf dem Markt angeboten wird und zwar mit den Vorteilen: • Garantierte Aufnahme, selbst bei vorangegangenen Schadensfällen • Keine Kündigung im Schadensfall • Grundsätzliches Anerkennungsrecht eines Verschuldens vor der Gutachterkommission oder Schlichtungsstelle der Ärztekammer ohne den Versicherungsschutz zu gefährden.

Fazit

Der Wert einer Haftpflichtversicherung zeigt sich nicht im Preisvergleich, sondern durch die Professionalität, den Leistungen und die Zuverlässigkeit. Im Schadensfall muss der Arzt die absolute Gewissheit haben, einen verlässlichen Partner an seiner Seite zu haben.

Der Klassik Schädel

Preis:

65,45 €

Die erste Wahl für das anatomische Grundstudium. Qualität von 3B Scientific. Auch als Geschenk! www.3bscientific.de

In den Foren gelauscht

Durchgefallen – was nun?

Medizin ist ein schwieriges Studium – da passiert es den meisten Studenten im Laufe ihrer Studienzeit einmal, dass sie durch eine Prüfung fallen. In der Regel schaffen es die meisten dann aber, die darauf folgende Nachprüfung zu bestehen und das Fach somit „abzuhaken“. Was nun aber, wenn das auch nicht klappt? Wie oft darf man eine Prüfung wiederholen? Kann man nach dem sechsten Versuch, eine Chemie-Klausur zu bestehen, exmatrikuliert werden? Diese wichtigen Themen werden von Usern in einem eigenen Thread diskutiert: www.medi-learn.de/MF35469

Stethoskopkauf leicht gemacht

Ob Internist, Chirurg oder Allgemeinmediziner: Jeder Arzt braucht ein Stethoskop. Und das nicht erst im Berufsleben! Bereits im vorklinischen Untersuchungskurs, im Pflegepraktikum und bei diversen Famulaturen ist ein eigenes Stethoskop unverzichtbar. Welches ist nun aber am besten geeignet? Was gibt es für qualitative Unterschiede? Und was musst du beachten, wenn du später eine bestimmte Fachrichtung einschlagen möchtest? Tausch dich im Forum mit anderen Usern über die verschiedensten Modelle aus: www.medi-learn.de/MF33288

PJ auf der grünen Insel

Die meisten Medizinstudenten zieht es im Laufe ihres Studiums einmal ins Ausland. Irland – die grüne Insel – ist bei vielen PJlern ein beliebtes Ziel. In einem eigenen Thread tauschen sich User im MEDI-LEARN Forum über ihr PJ in Castlebar aus: Interessierte richten ihre Fragen rund um Flug, Unterkunft, Krankenhaus und Arbeitsbedingungen an „alte Hasen“ und diese können in Erinnerungen schwelgen: www.medi-learn.de/MF49129

In English, please!

Die englische Sprache ist allgegenwärtig – auch im Medizinstudium. In vielen Fächern müssen Studenten englische Texte oder ganze Artikel lesen und verstehen. Auch in Form von Famulaturen, PJ oder Austauschsemestern im Ausland kommen viele Medizinstudenten mit der englischen Sprache und vor allem mit den medizinischen Fachausdrücken in Berührung. Im Forenthread „How do I say it in English?“ helfen dir User bei der Übersetzung besonders kniffliger medizinischer Vokabeln: www.medi-learn.de/MF55385

Die „Eintrittskarte“ in die Private Informationen zur Arzthaftpflichtversicherung für den Assistenzarzt finden Sie unter: www.aerzteversicherung.de oder unter der Telefon Nr. 0221 148 22700.

Als Medizinstudent schon heute den späteren problemlosen Eintritt in die private Krankenversicherung als Arzt sichern. www.aerzte-finanz.de


MLZ

Seite 6

www.medi-learn.de

100 CARTOONS

MAXIMAL INVASIVER

HUMOR

November/ Dezember 2010


November/ Dezember 2010

MLZ

www.medi-learn.de

Das Cartoonbuch geht in die erste Runde Mullbinden, Trachealtuben und Kaffeetassen sind längst so etwas wie Markenzeichen der Cartoons von Daniel Lüdeling geworden. Schon seit seinem Zivildienst nimmt der Mediziner in Karikaturen den Alltag von Ärzten und Rettungsdienstlern aufs Korn und meistens auf die Schippe. 100 dieser oft makabren kleinen Meisterwerke wurden jetzt im „Cartoonbuch eins“ aus dem MEDI-LEARN-Verlag versammelt – darunter mehrere, die bisher noch nirgends zu sehen waren. Ganz neu sind auch die Zusatzangebote im Internet: E-Card-Versand, Audio- und Videodateien ergänzen den repräsentativen Band, der demnächst für knapp 20 Euro im Buchhandel oder direkt auf www.medi-learn.de/verlag zu haben ist. Ein schickes und die Lachmuskeln trainierendes Geschenk, das einen Platz unterm Weihnachtsbaum in der Rettungswache oder auf Station verdient.

Seite 7


MLZ

Seite 8

November/ Dezember 2010

www.medi-learn.de

Die Community für Medizinstudenten junge Ärzte www.medi-learn.de

&

MEDI-LEARN bietet dir insgesamt 14 Startseiten mit diversen Informationen zu den Abschnitten auf dem Werdegang zu Arzt. Vom Abitur bis hin zur Facharztprüfung. Mehr unter www.medi-learn.de /

Die MEDI-LEARN Foren sind der Treffpunkt für Medizinstudenten und junge Ärzte – pro Monat werden über 42.000 Beiträge von den rund 41.000 Nutzern geschrieben. Mehr unter www.medi-learn.de /foren

Anästhesist/in sein

Das Berufsbild im Fokus

„Das Gebiet Anästhesiologie umfasst die Allgemein-, Regional- und Lokalanästhesie einschließlich deren Vor- und Nachbehandlung, die Aufrechterhaltung der vitalen Funktionen während operativer und diagnostischer Eingriffe sowie intensivmedizinische, notfallmedizinische und schmerztherapeutische Maßnahmen.“ Definition laut Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer. Der Facharzt für Anästhesiologie begleitet Patienten durch den Prozess einer Operation und übernimmt Verantwortung für dessen Leben. Er verfügt über ausgezeichnete Kenntnisse in der Intensivmedizin, ist bestens ausgebildeter Notarzt und versteht sich auf die komplexe Behandlung von Schmerzpatienten. Damit ist er ein wichtiger vertrauenswürdiger Partner für Patienten und Kollegen. Ende 2007 gab es in Deutschland 17.891 berufstätige Ärztinnen und Ärzte für Anästhesiologie. Damit ist die Anästhesiologie – nach Internisten und Chirurgen – die drittgrößte Fachgruppe.

Integraler Bestandteil der Weiterbildung zum Anästhesisten sind weit überdurchschnittliche Kenntnisse in der Notfall-, Intensiv- und Schmerzmedizin. Diese grundlegenden ärztlichen Arbeitsgebiete werden von vielen Anästhesisten nach der Facharztprüfung in Form einer Zusatzweiterbildung noch weiter vertieft. Damit zählt die Anästhesiologie zu den vielseitigsten und abwechslungsreichsten Fachgebieten der Medizin. Keine andere Disziplin bietet eine derart breit gefächerte und hochqualifizierte Grundlagenausbildung, die garantiert,

Studienplatztauschbörse, Chat, Gewinnspielkompass, Auktionshaus oder Jobbörse – die interaktiven Dienste von MEDI-LEARN runden das Onlineangebot ab und stehen allesamt kostenlos zur Verfügung. Mehr unter www.medi-learn.de

Von Anfang an in guten Händen: Der MEDI-LEARN Club begleitet dich von der Bewerbung über das Studium bis zum Hammerexamen. Exklusiv für dich bietet der Club dir umfangreichen Service. Mehr unter www.medi-learn.de/club

Für nur 5 Euro monatlich Die „Fahrkarte“ in die private Krankenversicherung und bei Wechsel werden 50% der Beiträge zurückerstattet. www.aerzte-finanz.de

Vom Frühgeborenen bis zum Hochbetagten – breites Patienten- und Erkrankungsspektrum

Durch die Interdisziplinarität hat der Anästhesist ein breites Patientenspektrum zu betreuen. Während in vielen anderen Fachgebieten fast ausschließlich Erwachsene behandelt werden und Pädiater nur Kinder betreuen, lässt sich der Anästhesist auf alle Altersstufen ein. Hinzu kommt, dass jeder Patient andere Anforderungen mit sich bringt. Das heißt, dass sich der Anästhesist immer auf unterschiedliche Voraussetzungen im Bereich Physiologie, Pathophysiologie, Pharmakokinetik und auch Pharmakodynamik einstellt und seine Arbeit individuell am Patienten ausrichtet. So ist zum Beispiel eine schwangere Frau kurz vor der Geburt anders zu behandeln, als ein Kind mit einer Blinddarmentzündung.

Was Medizinstudenten an der Anästhesiologie schätzen: In einer vom Berufsverband Deutscher Anästhesisten beauftragten Umfrage wurden Medizinstudenten zum Berufsbild des Anästhesisten befragt. Folgende positiven Aspekte wurden genannt: • Hohe Interdisziplinarität durch Vielseitigkeit des Berufsbildes: 4 Säulen: Anästhesie/Intensiv-/ Notfallmedizin und Schmerztherapie • Teamwork im OP (mit Pflegepersonal und Chirurgen) • Vielfältige berufliche Perspektiven • Geregelte, familienfreundliche Arbeitszeiten • Möglichkeit zur Teilzeitarbeit mit individueller Gestaltung • Ausgewogenes Verhältnis von Beruf und Freizeit

Hohe Interdisziplinarität

MEDI-LEARN wird lokal. Für jede Uni in Deutschland hat MEDI-LEARN eine eigene Seite mit diversen Informationen rund um Finanzen & Wohnen, Freizeit & Party, Ausbildung & Lehr u.v.m. Mehr unter www.medi-learn.de /

dass man später allen klinischen Situationen gewachsen ist – ob als Anästhesist, Intensivmediziner, Notarzt oder Schmerztherapeut.

Berufsbild im Fokus: Anästhesiologie

Vertrauensvolle Nähe zum Patienten

Anästhesisten betreuen Patienten in der Regel in der kritischsten Phase ihrer Erkrankung, beispielsweise im OP-Saal oder auf der Intensivstation. Hier ist der Arzt als vertrauenswürdiger Partner gefordert, der die Patienten vor, während und nach der OP begleitet. Gerade rund um die Narkose und in Notfallsituationen sind die Patienten verunsichert. Viele haben zum Beispiel Angst, nicht aus der Narkose zu erwachen oder mitten in der Operation wach zu werden. Daher ist auch Einfühlungsvermögen während der Betreuung gefragt.

Optimale Arbeitsbedingungen – besonders attraktiv für Frauen

• Familienfreundlich: Gute Gründe, in der Anästhesiologie zu arbeiten, sind die vorteilhaften Arbeitsbedingungen. Geregelte Arbeitszeiten sowie Teilzeit mit individueller Gestaltungsmöglichkeit machen den Beruf gerade für Frauen mit Familie attraktiv. • Teamwork: Im Vergleich zu anderen Fachbereichen sind die Klinikhierarchien in der Anästhesie auf das absolut Notwendigste beschränkt und flach. • Ausstattung motiviert: Eine OnlineUmfrage unter ca. 3.500 Anästhesisten hat gezeigt, dass sie mit der technischen Ausstattung ihres Arbeitsplatzes sehr zufrieden sind. Dem Anästhesist steht ein umfassendes Spektrum an hochpotenten Medikamenten und hochentwickelte Hightech-Geräte zur Verfügung. • Wenig Bürokratie: Arztbriefe müssen nur selten geschrieben werden, so dass die Hauptarbeitszeit für die Patientenbetreuung zur Verfügung steht. Schriftarbeit gilt es im Wesentlichen nur während der OPs im Rahmen der Anästhesiedokumentation zu erledigen.

Vielseitge Perspektiven durch breite Einsatzgebiete in Praxis und Klinik

Nach der Facharztweiterbildung haben die Anästhesisten gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Laut der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) haben Assistenten freie Auswahl. Auch die Entwicklungs- und KarrieremögEinsatzgebiete von Fachärzten für Anästhesiologie: • Operation • Notarztwagen • Intensivstation • niedergelassene Praxis • Medizinische Versorgungszentren • humanitäre Ärzteorganisationen

lichkeiten in der Anästhesiologie sind sehr gut: Anästhesisten haben hervorragende Perspektiven im Krankenhaus oder auch als Ärztin/Arzt in Nieder-lassung. Selbst Teilzeit mit individueller Gestaltung ist möglich. Das gilt sowohl für die Weiterbildungszeit als auch später für die Berufsausübung als Fachärztin/Facharzt. Die abwechslungsreiche Ausbildung bietet dabei

vielfältige Möglichkeiten für die Karriere: Fähigkeiten, Fertigkeiten, interdisziplinäres Denken, prozessorientiertes Handeln – das Wissen um fast alle Vorgänge in der Medizin eröffnet weite Felder: Die Bandbreite reicht vom Notarzt bis zum Gesundheitsökonom, von der leitenden Position in der Krankenhausorganisation bis zum OPManager der Zukunft.

Praxisnahe Weiterbildung

Wann und wie lange? Nach abgeschlossenem Medizinstudium und erteilter Approbation kann die berufsbegleitende Weiterbildung zur Fachärztin / zum Facharzt für Anästhesiologie starten. Diese erfolgt in einer von den Landesärztekammern befugten Weiterbildungsstätte und dauert in Deutschland mindestens fünf Jahre (60 Monate). Grundsätzlich kann die Weiterbildung in Teilzeit abgeleistet werden, allerdings dauert sie dann entsprechend länger. Wo? Die Facharztausbildung findet direkt am Arbeitsplatz der jungen Assistenzärzte statt, im Krankenhaus. Dabei durchläuft der Weiterzubildende durch eine Rotation die verschiedenen operativen Bereiche und kommt im Notarztwagen sowie auf der Intensivstation zum Einsatz. Inhalte der Weiterbildung? • Breit gefächert: Es werden umfassende Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Anästhesie, Intensiv-, Notfallmedizin und Schmerztherapie vermittelt. Darüber hinausgehende Qualifikationen in diesen Bereichen können durch entsprechende Zusatzweiterbildungen erworben werden. • Praxisnah: Die umfassend praktisch angelegte Ausbildung schließt das Üben im Rahmen simulierter Szenarien ein sowie Erfahrungen direkt in kritischen Live-Situationen. Die Arbeit in nachgestellten Situationen während der Ausbildung wurde in einer Umfrage besonders positiv beschrieben. Dabei handelt es sich um anästhesiologisches und notfallmedizinisches Training an lebensechten, computergestützten Dummys. Im Rahmen dieses wirklichkeitsgetreuen Um-feldes können die jungen Mediziner für den Ernstfall trainieren. Ausführliche Infos unter:

www.medi-learn.de/bda


MLZ

November/ Dezember 2010

Seite 9

www.medi-learn.de

Karriere fernab von Krankenhaus oder Praxis

Für manche Berufsfelder ist ein zusätzliches Studium erforderlich Redaktion (MEDI-LEARN)

L

ängst nicht alle Mediziner tragen nach ihrer Approbation den sprichwörtlichen weißen Kittel. Aus ganz unterschiedlichen Gründen liebäugeln viele mit den so genannten alternativen Berufsfeldern fernab von Universitätskrankenhaus, Klinik und Praxis. Sei es, dass sie dort mehr verdienen oder sich familienfreundlichere Dienstzeiten wünschen: Etwa 20 Prozent der Ärzte in Deutschland üben keine rein kurative Tätigkeit aus, sondern arbeiten in der freien Wirtschaft, Forschung, Verwaltung oder den Medien. Mit der Einrichtung von Studiengängen, in denen man zum Beispiel den Medizin-Bachelor mit einem Informatikoder Journalismus-Master kombinieren kann, dürfte sich dieser Trend noch verstärken. Eine kleine Auswahl derartiger Berufsbilder stellen wir dir im Folgenden vor.

Unternehmensberater

Wer später als Consultant auf dem medizinischen Sektor tätig sein möchte, hat fast immer ein aufwändiges Verfahren zur Bewerberauswahl zu bestehen. Gerade die großen Beraterfirmen (Roland Berger, McKinsey, Boston Consulting Group) investieren dafür viel Zeit und Mühe. Hast du diese Hürde erfolgreich genommen, arbeitest du zunächst als Junior Consultant in einem Team mit erfahrenen Kollegen zusammen, die dich an die hohe Kunst der Unternehmensberatung heranführen. Kritische Stimmen behaupten zwar, Berater würden für viel Geld Binsenweisheiten in neuer Verpackung an Betriebsblinde verkaufen. Die Berater selbst jedoch nehmen ihren Auftrag äußerst ernst, Verfahren, Abläufe, Strategien und Märkte medizinischer Unternehmen zu durchleuchten, um dann für den Einzelfall maßgeschneiderte Empfehlungen auszusprechen. Der „Idealtypus des Beraters“ verfügt über eine gute Mischung aus innovativen, kreativen, analytischen und vor allem kommunikativen Fähigkeiten, um zum Beispiel eine neue Unternehmensstrategie zu entwickeln oder eine Marktanalyse voranzubringen. Freuen darf man sich als Berater in jedem Fall über eine mehr als ausreichende Bezahlung, die aber mit einem hohen Einsatz wöchentlicher und wochenendlicher Arbeitsstunden – gerne auch zwei Zeitzonen entfernt in Übersee – „erkauft“ wird. Führende Beratungsunternehmen sind deshalb stets auf der Suche nach Top-Performern, die sehr leistungs- und karriereorientiert denken und die hohen Ansprüche dieser Branche erfüllen wollen. Dazu gehört als Grundvoraussetzung, dass du mindestens eine Fremdsprache fließend beherrschst, denn die Auftraggeber sind oftmals ausländische Unternehmen. Wer nicht wenigstens auf Englisch Rede und Antwort stehen kann, sondern nur die Floskeln aus dem Schulunterricht parat hat, ist schnell außen vor. Auslandsaufenthalte im Lebenslauf sind deshalb nahezu Pflicht. Außerdem ist Unternehmensberatung immer das Ergebnis intensiver Kooperation, denn die Consultants arbeiten in Teams und meist interdisziplinär an einer am Gesamtwohl orientierten Lösung. Selbstverliebte

Einzelgänger sollten sich daher lieber ein anderes Betätigungsfeld suchen.

Medizinjournalist

Wer später im Bereich der Medizin journalistisch tätig sein möchte, tut gut daran, schon während des Studiums in einem Medizinverlag oder bei einer ärztlichen Zeitschrift Redaktionsluft zu schnuppern. Dort hast du die Möglichkeit, eigene Arbeitsproben unter realen Bedingungen anzufertigen. Hast du die Approbation dann in der Tasche, kannst du dich mit ihnen für ein Volontariat als Einstieg in den „richtigen“ Medizinjournalismus bewerben. Hier arbeitest du entweder in Fachverlagen und bei Zeitschriften, die sich ans professionelle Medizinerpublikum wenden, oder in Abteilungen, die medizinische Informationen für Laien und Patienten erstellen. Die immer weiter zunehmende Menge medizinischer Informationen zum Beispiel im Internet sorgt für rege Nachfrage nach Fachkräften, die sowohl die Sprache souverän beherrschen als auch über medizinisches Fachwissen verfügen. Die Broschüren und OnlineAngebote der großen Krankenkassen vermitteln dir einen guten Eindruck davon, womit viele Medizinjournalisten fest angestellt oder als Freiberufler ihr Geld verdienen. Gerade in diesem sehr heterogenen Bereich lassen sich übrigens familienfreundliche Arbeitszeitmodelle realisieren, denn vieles kannst du gut am heimischen Schreibtisch erledigen, wenn die Kinder bereits im Bett liegen.

Public Health

Dieses multidisziplinäre Gebiet beschäftigt sich mit den Bedingungen, an

die Gesundheit geknüpft ist. Inhaltlich geht es dabei in den „Gesundheitswissenschaften“ – ein anderer Begriff für Public Health – zum Beispiel um Prävention, Rehabilitation, Statistiken und klinische Studien, Klassifikationssysteme, Gesundheitsökonomie oder Epidemiologie, um nur einige der vielen Arbeitsfelder zu nennen. Die Tätigkeit findet daher oftmals in Hochschulen statt, etwa in einem Institut für Arbeits- oder Sozialmedizin. Viele Universitäten (unter anderem Hannover, München und Berlin) machen seit ein paar Jahren entsprechende Angebote: Aufbaustudiengänge, aber auch komplette (Master-) Studiengänge für den Public-HealthBereich. Da dieser Markt in den letzten Jahren rasant gewachsen ist, solltest du dich vor einer Entscheidung ausführlich über die einzelnen Studienmöglichkeiten beschäftigen.

Medizin-Informatiker

In der Regel erfolgt der Zugang zur medizinischen Informatik über ein eigenständiges Studium in Ergänzung zur Medizinerausbildung. Manchmal ist aber auch ein Informatik-Aufbaustudium ausreichend, das sowohl berufsbegleitend als auch per Fernstudium angeboten wird. In der beruflichen Praxis geht es generell darum, Arbeitsprozesse im Gesundheitswesen zu unterstützen. Das betrifft die medizinische Diagnostik, Therapie, Dokumentation, Abrechnung, Epidemiologie, Prävention und die zunehmend bedeutsamer werdende Qualitätssicherung. Spezielle Anwendungsbereiche sind die Bildverarbeitung bei der Diagnostik mittels Computertomografie und anderer bildgebender Verfahren, sowie die

Biosignalverarbeitung beispielsweise in OP-Sälen und auf Intensivstationen. Angesichts der Rolle moderner Informationstechnologien ist zukünftig in der medizinischen Informatik mit einem mindestens gleichbleibenden Bedarf an Fachkräften zu rechnen.

Krankenhaus-Management und Medizin-Controlling

Die angespannte Finanzlage zwingt Krankenhausträger zu ökonomischem Arbeiten. Das Medizin-Controlling bemüht sich um Kostenoptimierung, um höhere Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Da die Systeme der medizinischen Behandlung, des Patienten-Managements und der Abrechnung von Leistungen in den letzten Jahren zusehends komplizierter wurden, sind hochqualifizierte Fachleute gefragt. Diese müssen über betriebswirtschaftliches Können, medizinisches Wissen, solide Kenntnisse des Krankenhausrechts und der Sozialgesetzgebung verfügen und idealer Weise Führungsqualitäten haben. Seit einiger Zeit gibt es diverse Bildungsangebote von öffentlichen und privaten Trägern, ebenso von Hochschulen, um dich für eine Laufbahn in diesem Querschnittsbereich von Medizin, Management und Betriebswirtschaft fit zu machen. Zu deinen Aufgaben gehört später die Überwachung der Struktur-, Prozessund Ergebnisqualität medizinischer Leistungen im Krankenhaus und ein umfassendes hausinternes Consulting.

Fortsetzung im Digitalen Nachschlag (s. Seite 12)

Wir verlosen Fallbuch Anästhesie von Thieme – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw291

Kurz notiert

Hausärzte nicht benachteiligt

2009 ist die Honorarreform gestartet. Statistiken der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zeigen, dass Hausärzte seitdem im Schnitt eine bessere Vergütung erzielen als die Fachärzte. So hat ein Hausarzt im Jahr 2009 im Schnitt 206.000 Euro erhalten – sieben Prozent mehr als 2008. Laut KBV-Statistik erzielte ein Facharzt durchschnittlich 203.000 Euro Jahr. Auch das sind sechs Prozent mehr als im noch 2008. Je nach Fachrichtung und Position gibt es hier Unterschiede. www.medi-learn.de/info15324

Was heißt hier Krankenwagen?

Die sogenannten Rettungsmittel sind in jedem Bundesland anders ausgestattet und besetzt, doch im Allgemeinen lässt sich sagen: Krankentransportwagen (KTW) sind für den Transport eines nicht akut erkrankten Patienten ausgelegt, zum Beispiel bei Verlegungen oder nicht-dringlichen Einweisungen. Rettungswagen (RTW) hingegen sind für Notfälle vorgesehen und umfangreicher ausgestattet. Wird ein Notarzt gefordert, kann dieser im Notarzteinsatzfahrzeug (NEF), oft Kombi oder Van, oder im Notarztwagen (NAW) zur Einsatzstelle gelangen. www.medi-learn.de/info15329

Studierende Oberärzte

Die Universität Ulm hat zum Wintersemester 2010/11 einen neuen internationalen Master-Studiengang gestartet. Vier Semester lang können Onkologen und in der onkologischen Forschung tätige Wissenschaftler „Advanced Oncology“ studieren, und das berufsbegleitend. Nicht nur wegen der zeitlich und örtlich flexiblen Weiterbildung ist die Nachfrage enorm: 44 Bewerber „fast durchgehend im Oberarzt-Bereich“ gab es auf die 17 Studienplätze. Summer Schools, Online-Lektionen und ein intensiver Austausch prägen das Studium. www.medi-learn.de/info15332

Lukrativer Ferienjob

Vier Monate Ferien vor dem Praktischem Jahr. In Hannover rumhängen? Das kam für Janine nicht in Frage. „Aber wohin?“ fragt sie sich. Spanien und Frankreich sind ihr zu teuer. Die Schweiz auch, „aber dort gibt es für Medizinstudenten Geld und man lernt was.“ Im Internet suchte sie nach Spitälern und eine Woche nach ihrer formlosen Bewerbung bekam sie eine Zusage aus Aarau. Ein Wohnheimzimmer, Bezahlung und eine Stelle als Unterassistentin in der Chirurgie füllten ihre Ferien. www.medi-learn.de/info15336

Studium abbrechen

Weil Pannen nun mal passieren: die günstige Haftpflichtversicherung für junge Ärzte. Eine kleine Unachtsamkeit hier, ein dummer Zufall da: Ein Haftpflichtschaden ist schnell passiert. Die Deutsche Ärzteversicherung schützt Dich als Medizinstudenten oder Arzt in der Weiterbildung weltweit zum besonders günstigen Preis. Bei Studenten ist der private Schutz schon mit dabei – bei Ärzten in der Weiterbildung gibt‘s ihn auf Wunsch dazu. Schütze Dich mit der Jungarzt-Haftpflichtversicherung der Deutschen Ärzteversicherung! Nähere Informationen gibt es unter 02 21/14 82 27 00 oder www.aerzteversicherung.de

stig rs gün e d n o Bes r von gliede für Mit bund und ann Hartm rger Bund! Marbu

Medizinstudenten im ersten Jahr haben noch mindestens fünf Jahre Studium vor sich. Laut einer Umfrage der Charité Berlin hat schon knapp ein Drittel von ihnen (31 Prozent) mit Gedanken gespielt, abzubrechen. Hauptgründe sind Versagensängste und zu viel Druck. Diese beiden Dinge werden von jeweils 14 Prozent genannt. Aber auch beispielsweise die Studieninhalte tragen dazu bei, ans Abbrechen zu denken. Knapp 11 Prozent zweifeln am späteren Beruf, und 3 Prozent machen ihre Kommilitonen verantwortlich. www.medi-learn.de/info15341


MLZ

Seite 10

November/ Dezember 2010

www.medi-learn.de

NEU! Der Hammerplan von MEDI-LEARN

In 100 Tagen zum 2. Staatsexamen Der 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung umfasst laut neuer AO das gesamte klinische Wissen, so dass die geforderte Stoffmenge kaum zu bewältigen scheint. Eine genauere Analyse der bisherigen Hammerexamina hat jedoch gezeigt, dass inhaltlich eine große Übereinstimmung mit dem alten 2. Staatsexamen gegeben ist, während der Stoff des alten 1. Staatsexamens kaum geprüft wird.

Der falsche Räuber

Heidelberger Anatomen deckten jahrzehntelangen Irrtum auf von Dr. Annette Tuffs (idw)

Zweifel ausgeschlossen: Nicht das Skelett des Räubers „Hölzerlips“ ist im Anatomischen Institut der Universität Heidelberg ausgestellt, sondern das des „Schwarzen Jonas“, Gefolgsmann des Hunsrücker Räuberhauptmannes „Schinderhannes“. Sara Doll und Anne Serwe, Präparatorinnen des Heidelberger Anatomischen Instituts (Direktor: Professor Dr. Joachim Kirsch), haben erstmals die Sammlungsbücher der Jahre 1805 bis 1916 ausgewertet und dabei die Verwechslung entdeckt. Der „Schwarze Jonas“ wurde 1803 zusammen mit seinem Kollegen „Schinderhannes“ in Mainz hingerichtet; beide Skelette wurden 1805 in die Heidelberger Anatomie gebracht und können dort von der Öffentlichkiet besichtigt werden. Seit Jahrzehnten gingen die Heidelberger Anatomen davon aus, dass sich das Skelett des Räubers Georg Philipp Lang, genannt „Hölzerlips“, in ihrer Sammlung befinde. Woher allerdings diese Information kam, bleibt unklar. Denn in alten Sammlungskatalogen aus dem 19. Jahrhundert ist kein Hölzerlips-Skelett, sondern u.a. das Skelett des „Schwarzen Jonas“ aufgeführt. Eine kleine, unscheinbare Nummer auf dem Beckenknochen erlaubt eine eindeutige Zuordnung. „Wir haben Belege gefunden, dass die richtige Identität dieses Skeletts noch unter

Carl Gegenbaur, der von 1873 bis 1901 in Heidelberg Anatomie lehrte, bekannt war“, berichtet Sara Doll, die vor einem Jahr mit der Recherche in den Archiven der Universität begann.

Erstmals Sammlungskataloge ausgewertet

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Anne Serwe aktualisiert Sara Doll derzeit den Gesamtkatalog der anatomischen Präparate. Der letzte Sammlungskatalog entstand im Sommer 1916 unter dem damaligen Anatomieprofessor Hermann Braus, der allerdings die Skelettmontagen nicht berücksichtigte. „Uns interessiert dabei auch die Geschichte der Präparate: Wer waren diese Menschen? Wie haben sie gelebt? Aus welchen Gründen sind die Präparate hergestellt worden und schließlich in unsere Sammlung gelangt?“, so Sara Doll, die als präparationstechnische Assistentin der Fachrichtung Medizin Seminare und Präparierkurse für Studenten betreut sowie Tutoren ausbildet. Die Geschichte des „Schwarzen Jonas“ und seines Skeletts ist aufgrund seines prominenten Freundeskreises gut dokumentiert: Am 21. November 1803 wurde Christian Reinhard, genannt „Schwarzer Jonas“ zusammen mit seinem Freund und Räuberhauptmann Johannes Bückler, genannt „Schinderhannes“, und 18

Redaktion MEDI-LEARN

J

Der 100-Tage-Lernplan und ausführliche Erläuterungen mit zusätzlichem Kreuzplan stehen im Internet zur Verfügung unter: www.medi-learn.de/ hammerplan Deine Meinung ist uns wichtig! Wie gefällt dir diese Ausgabe unserer MEDI-LEARN Zeitung? Unter www.medi-learn.de/gw121 findest du einen kurzen Fragebogen mit drei Fragen zu dieser Ausgabe. Wir würden uns freuen, wenn du uns deine Meinung mitteilst. Mitmachen lohnt sich. Unter allen Teilnehmern verlosen wir Fachbücher im Wert von 300 Euro. Einfach Fragebogen ausfüllen und schon bist du dabei!

ANATOM FIDELIUS ACKERMANN RÄUBER-SKELETTE 1805 MIT NACH HEIDELBERG

BRACHTE ZWEI

Auch in den Sammlungsbüchern seiner Nachfolger auf dem Lehrstuhl für Anatomie, Friedrich Tiedemann (1781-1861) und Jacob Henle (1809-1885), sind beide Skelette aufgeführt. Danach ließ Carl Gegenbaur (1826-1903) in seinen Inventurbüchern allerdings nur noch neu hinzugekommene Präparate verzeichnen, was die Übersicht über den Gesamtbestand heute deutlich erschwert. So sind seitdem weder diese noch andere Skelettmontagen erwachsener Individuen der Sammlung noch einmal aufgeführt. „Weil offensichtlich niemand die alten Sammlungsbücher überprüfte, kam es

Das 3B-Scientific Anatomie-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Anatomie, den wir euch in Kooperation mit 3B Scientific und in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/anatomie

Der richtige Zeitpunkt kommt nie Zielkonflikt zwischen beruflichem Erfolg und Kinderwunsch

Dieser Analyse folgend haben wir einen Lernplan zusammen gestellt, in dem der Lernstoff auf das Wesentliche reduziert, strukturiert und auf 100 Tage verteilt wurde.

weiteren Bandenmitgliedern in Mainz durch die Guillotine hingerichtet. Damals war es üblich, die Leichen hingerichteter Verbrecher nach ersten wissenschaftlichen Experimenten in die umliegenden anatomischen Theater zu bringen, um sie dort zu sezieren. „Schinderhannes“ und der „Schwarze Jonas“ kamen zu dem bekannten Anatomen Jacob Fidelius Ackermann (1765 -1815), der ihre Skelette präparierte und sie 1805 aus Mainz mit nach Heidelberg brachte. Dies belegt eine Liste seiner Präparate.

im Laufe der Zeit wohl auch zu dieser Verwechslung. Und Räuber ist Räuber“, vermutet Sara Doll. Doch was wurde aus dem „Hölzerlips“, der als Räuber in der Kurpfalz und im Odenwald sein Unwesen trieb? Sein Name taucht in keinem der bisher gesichteten Heidelberger Dokumente auf. Bekannt ist, dass er mit drei seiner Mittäter am 31. Juli 1812 in Heidelberg hingerichtet wurde: Ihm wurde unter anderem der Raubmord an einem Schweizer Kaufmann bei einem Kutschenüberfall zwischen Hemsbach und Laudenbach zur Last gelegt. Nach der Hinrichtung wurde sein Leichnam wahrscheinlich in Heidelberg seziert und, wie damals üblich, anonym auf dem Armenfriedhof der Spitalskirche St. Anna bestattet. Der von der „Hölzerlips“-Bande ermordete Kaufmann Jakob Rieder ist auf dem Friedhof der Peterskirche beerdigt, sein Grabstein ist bis heute zu besichtigen. Das Skelett ist in der Ausstellung des Instituts für Anatomie und Zellbiologie, Im Neuenheimer Feld 307, zu besichtigen. Besuchszeiten sind Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr. Gruppenführungen, z.B. für paramedizinische Schulen, werden in deutscher, englischer und französischer Sprache angeboten.

eder Mensch setzt sich im Leben unterschiedliche Ziele, von denen manche nur schwer oder gar nicht zur Deckung zu bringen sind. Der wohl häufigste und zugleich schwerwiegendste Zielkonflikt berufstätiger Frauen entsteht zwischen dem Wunsch nach beruflichem Erfolg und dem nach eigenen Kindern. Beides miteinander zu vereinbaren, kommt in Deutschland noch immer der Quadratur des Kreises gleich – einer ganz und gar unlösbaren Aufgabe. Für viele Jungmedizinerinnen stellt sich die Frage nach einer eigenen Familie bereits im Laufe ihres langen Studiums. Das hätte ja durchaus Vorteile, nämlich dass beim Einstieg in den Beruf die Kinder aus dem Gröbsten heraus wären und zumindest halbtags in den Kindergarten oder vielleicht sogar schon zur Schule gehen würden. Außerdem lässt sich die eigene zeitliche Belastung im Studium besser selbst steuern als später am Arbeitsplatz: Du musst dir schließlich nicht in jedem Semester einen Nobelpreis-verdächtigen Stundenplan zusammenzustellen. Allerdings hat die Entscheidung für eine frühe Familiengründung neben der verlängerten StudiumsDauer möglicherweise weitere Nachteile: Hattest du dein Geld bisher in erheblichem Umfang mit Arbeiten neben dem Studium verdient, wirst du als junge Mutter finanzielle Einbußen kaum vermeiden können. Und falls der für die Vaterrolle vorgesehene Part-

ner ebenfalls noch studiert und seinen Lebensunterhalt durch Nebenjobs, Zahlungen der Eltern oder BAFöG bestreitet, dürfte in eurer Familienkasse erst recht bald Ebbe herrschen. Kindergeld und ähnliche Geldleistungen decken bekanntermaßen nicht die für den Nachwuchs tatsächlich anfallenden Kosten. Im Vergleich zum Studium finanziell besser abgesichert wärst du selbstredend in der Weiterbildungsphase. Und wenn du bereits mit beiden Beinen im Berufsleben gestanden hast, fängst du nach einer Kinderpause nicht wieder bei Null an. Doch auch diese Medaille hat zwei Seiten: Manche Chefs neigen dazu, in die Klinik zurückkehrenden Mütter zu übergehen, vor allem wenn diese von nun an auf einer TeilzeitLösung bestehen. Vielleicht findet eine ganz bestimmte und selten vorkom-

mende Operation plötzlich ohne dich statt, obwohl du sie für deine Weiterbildung dringend noch gebraucht hättest. Man hatte eben „vergessen“, dir Bescheid zu geben. Die restliche Zeit bis zu deiner Facharztprüfung kann sich durch so was drastisch verlängern und deine Karriere von nun an zum Hindernislauf werden. Eine Niederlassung rückt eventuell in unerreichbare Ferne. Also lieber doch

warten, bis du Oberärztin bist und dir die meisten dieser Sorgen nicht mehr zu machen brauchst? Sicher ein vernünftiger Plan – wäre da nicht die „biologische Uhr“, deren Ticken du von Jahr zu Jahr deutlicher hörst. Es bleibt dabei: Die Suche nach dem richtigen Zeitpunkt für die Familiengründung kommt der Quadratur des Kreises gleich. Die eine richtige Lösung des uralten Problems gibt es letztlich nicht.

IMPRESSUM Herausgeber: MEDI-LEARN Verlag GbR, ISSN 1860-8590 Elisabethstraße 9, 35037 Marburg/Lahn Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-29 E-Mail: redaktion@medi-learn.de, www.medi-learn.de Redaktion: Jens Plasger (Redaktionsleitung), Christian Weier (V.i.S.d.P.), Trojan Urban, Dr. Marlies Weier, Dr. Lilian Goharian, Dr. med. Dipl.-Psych. Bringfried Müller, Thomas Brockfeld Lektorat: Jan-Peter Wulf Layout & Graphik: Fritz Ramcke, Kristina Junghans Berichte: Redaktion MEDI-LEARN, Joachim Koch, Dorothea Herter, Dr. Lars Lomberg, Dr. Anette Tuffs (idw), Petra von Lange (idw), Frank A. Milner (idw), Dr. Eva Maria Wellnitz (idw), Karl-Heinz Silbernagel (Deutsche Ärzteversicherung) Druck: Druckerei + Verlag Wenzel, Am Krekel 47, 35039 Marburg/Lahn Tel: 0 64 21/17 32 60, Telefax: 0 64 21/17 32 69 Anzeigenbetreuung: Christian Weier, Dorfstraße 57, 24107 Kiel-Ottendorf Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-29 E-Mail: christian.weier@medi-learn.de. – Es gilt die Anzeigenpreisliste 02/2005. Bildnachweis: www.photocase.com, www.istockphoto.com, www.sxc.hu, www.pixelquelle.de, Artikelautoren, www.flickr.com, Oliver Vogelbusch Erscheinungsort: Marburg Die MEDI-LEARN Zeitung erscheint fünfmal pro Jahr und wird als Beilage der Zeitschrift Via medici aus dem Georg Thieme Verlag, Stuttgart, zugelegt. Der Bezug ist für Abonnenten der Via medici in deren Abonnement bereits enthalten. Der Einzelpreis beträgt 1,90 €. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos etc. kann der Verlag keine Gewähr übernehmen. Nachdruck – auch in Auszügen – nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung. Der Verlag kann für Preisangaben keine Garantie übernehmen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Bei allen Gewinnspielen und Aktionen ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Anregungen und Redaktionskontakt per E-Mail unter: redaktion@medi-learn.de. Verlosung: Bei allen Verlosungen in dieser Ausgabe ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Der Einsendeschluss ist am 31. Januar 2011. Die Gewinner werden regelmäßig im Internet unter www.medi-learn.de/gewinner bekannt gegeben. Dein Artikel bei MEDI-LEARN? Wir freuen uns über die Zusendung von Erfahrungsberichten und anderen Artikeln und belohnen die Autoren mit Fachbüchern. Alle weiteren Infos findest du unter www.medi-learn.de/artikel.


MLZ

November/ Dezember 2010

Seite 11

www.medi-learn.de

Wer sagt was - das Sprechblasen Quiz E

s ist wieder soweit! Der neue Rippenspreizerkalender für das Jahr 2011 steht ins Haus. Aus diesem Grund haben wir uns ein Cartoonquiz für dich ausgedacht. Dabei handelt es sich um

einen Auszug an Cartoons aus dem vorherigen Kalender. Wir möchten von dir wissen, welcher Satz wohl in die Sprechblase des entsprechenden Cartoons gehört. Online kannst du unter

1

www.medi-learn.de/kalender-quiz das Rätsel lösen, in dem du dort einfach die richtige Kombination aus Buchstaben und Zahlen einträgst. Möchtest du im kommenden Jahr auch

2

Besitzer eines solchen Kalender sein? Dann bestelle diesen jetzt online unter www.medi-learn.de/rs-kalender2011 – auch als jährliches Abo möglich, mit dem du zusätzlich Geld sparen kannst.

3

Rippen spreizer .de . .LACHEN BIS DIE RIPPEN KRACHEN

5

4

6

B

ICH KANN'S NICHT FASSEN, WEGEN SOWAS GANZE 2 SEMESTER MEDIZIN STUDIERT ZU HABEN !!

A

ALSO DIESER BEFUND IST EHER ETWAS FÜR EINEN EXORZISTEN !! E

D

DIE MELDUNG WAR "VERKEHRSUNFALL MIT EINGEKLEMMTER PERSON" !!

C

ABER SCHATZ, DU SIEHST DOCH, WIE VOLL MEIN WARTEZIMMER IST

ÄRZTEMANGEL ?! NICHT IN MEIENR ABTEILUNG ! F

REANIMATIONSMASSNAHMEN ?! WIR SIND RADIOLOGEN !

Gewinnspiel: Trage einfach die Lösung unter www.medi-learn.de/kalender-quiz ein. Hier erhältst du auch Beschreibungen der Rätselbegriffe, die dir das Rätseln ermöglichen. Zu gewinnen gibt es fünf Cartoonbücher von MEDI-LEARN Cartoons sowie wertvolle Lehrbücher im Wert von 250 €. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Das Gewinnspiel läuft bis 31. Januar 2011.

Diese und über 600 weitere Cartoons gibt es in unseren Galerien unter:

www.Rippenspreizer.de In unserem Shop findest Du umfangreiche Produkte rund um die Cartoons von Daniel Marx und zusätzliche Gimmicks.


MLZ

Seite 12

November/ Dezember 2010

www.medi-learn.de

Im klinischen Alltag keine Seltenheit mehr Komplementärmedizin stößt zunehmend auf Akzeptanz von Petra von Lange (idw)

D

ie „Alternativmedizin“ wurde über Jahrzehnte aus den Hochschulen verbannt. In den letzten Jahren scheint indes die „Komplementärmedizin“ zunehmend auf Akzeptanz zu stoßen. Zyklusstörungen, Endometriose, Tumorerkrankungen – hier gibt es Therapieformen, die ergänzend zur Schulmedizin Schmerzen lindern, die Wundheilung verbessern, den Zyklus regulieren und psychisch stabilisieren können. Professor Dr. Ingrid Gerhard, auf Naturheilkunde und Umweltmedizin spezialisierte Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, erläuterte auf dem DGGG-Kongress (5. bis 8. Oktober, München) die Bedeutung der Komplementärmedizin in der Frauenheilkunde. „Die Komplementärmedizin stärkt die Selbstheilungskräfte der Patientin, setzt

auf Prävention und Selbstverantwortung und arbeitet mit Methoden, die keine nennenswerten Nebenwirkungen haben“, erklärte Professor Gerhard. Die Gynäkologin leitete viele Jahre die Naturheilkunde-Ambulanz der Universitäts-Frauenklinik in Heidelberg.

Medizin, die ergänzend wirkt

Bei hormonellen Störungen, besonders im Zusammenhang mit unerfülltem Kinderwunsch, haben sich sogenannte ordnungstherapeutische Maßnahmen als sinnvoll erwiesen. Professor Gerhard: „Sowohl mit Phytopharmaka als auch mit der Akupunktur und Homöopathie können Zyklen reguliert und gute Konzeptionsraten erzielt werden, ohne dass Nebenwirkungen, wie sie bei der hormonellen Therapie möglich

sind, auftreten.“ Während die Endometriose und Tumorerkrankungen primär schulmedizinisch behandelt werden müssen, können bereits perioperativ komplementäre Methoden eingesetzt werden. Postoperativ können sie dabei helfen, eine neue Lebensordnung wiederherzustellen (Mind/Body Medizin) und Selbstheilungskräfte zu mobilisieren. Auch könnten, so Gerhard, Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine und Magnesium bei Endometriose Schmerzen lindern und in die hormonelle Regulation eingreifen. In der Tumortherapie haben sich verschiedene Methoden bewährt, die dazu beitragen, die Nebenwirkungen der Chemo- und Strahlentherapie zu reduzieren und langfristig die Lebensqualität zu verbessern: Selen- und Vitamin C-Infusionen, Mis-

Bei Kopfschmerzen und Migräne zum Neurologen Wirtschaft verliert jedes Jahr Arbeitstage durch Krankmeldungen von Frank A. Miltner (idw)

E

twa eine Million Arbeitstage verliert die deutsche Wirtschaft jedes Jahr durch Krankmeldungen wegen Kopfschmerzen und Migräne. Ein Großteil dieser Fehlzeiten könnte vermieden werden, konsultierten Patienten einen Neurologen, der die individuell optimale Kombination aus Vorbeugung und Akutbehandlung zusammenstellen kann. Rund acht Millionen Deutsche leiden unter Spannungskopfschmerzen und Migräne. Doch die wenigsten Patienten erhalten die richtige Behandlung. Dabei stünden Erkrankten in Deutschland Therapien zur Verfügung, die das Gewitter im Kopf lindern würden. Gerade mal die Hälfte der Patienten sucht überhaupt einen Arzt auf – und wenn, dann häufig den falschen. Da bei der Migräne die Schmerzen nicht nur am Kopf, sondern beispielsweise auch im Gesicht, am Nacken, in den Augen oder an den Zähnen auftreten können, erhalten Patienten oft jahrelang die falsche Behandlung. Deshalb können Migräne und Spannungskopfschmerzen für die

Betroffenen zum Alptraum werden, resümiert Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Direktor der Neurologischen Universitätsklinik Duisburg-Essen, dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Manche Patienten erhoffen sich sogar Linderung durch die sogenannte Corrugator-Methode, die im Internet für mehrere tausend Euro angeboten wird. Dabei durchtrennen Chirurgen einen über der Nasenwurzel sitzenden Muskel. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie warnt Patienten vor diesen unseriösem Verfahren. „Dabei handelt es sich um ein tragisches Beispiel der vorsätzlichen Körperverletzung“, so Diener. Grundsätzlich besteht die Gefahr, dass Kopfschmerzen chronisch werden und eine Therapie dadurch nur noch eingeschränkt möglich ist. Dabei ist auch der Übergebrauch von Schmerz- und Migränemitteln ein wesentlicher Faktor. Im vergangenen Jahr hat eine Studie des Deutschen Kopfschmerzkonsortiums mit 18.000 Personen ergeben: Wer über eine längere Zeit viele Schmerzmittel

einnimmt (an mindestens zehn Tagen pro Monat), hat ein um das Achtfache erhöhtes Risiko, chronische Kopfschmerzen zu entwickeln.

Nicht nur auf Medikamente verlassen

Die beste Behandlung für Patienten setzt sich immer aus drei Ansätzen zusammen: Medikamente zur Akuttherapie und Prophylaxe, Sport und das Erlernen verhaltenspsychologischer Maßnahmen. „Die Patienten müssen selbst aktiv werden“, mahnt Kopfschmerzexperte Diener. Die wichtigsten Tipps für KopfschmerzPatienten: • Patienten sollten selber versuchen herauszufinden, was Ihre persönlichen Migräne-Auslöser sind und versuchen, diese zu meiden. Die häufigsten dieser „Trigger“ sind: Störungen oder Veränderungen im Tagesablauf; zu viel/zu wenig Schlaf; körperlicher oder seelischer Stress; bestimmte Nahrungsmittel (Käse, Alkohol, Schokolade, Glutamat in chinesischem Essen); hor-

teltherapie, Mikrobiologische Therapie, homöopathische Komplex- und Einzelmittel sowie TCM. Verschiedene Formen der Hyperthermie und Sauerstofftherapie, ebenso wie Vakzinationen und zellbezogene Therapien (bspw. Dendritische Zellen) haben vielerorts ihren Einzug in die konventionelle Medizin gehalten. Auch für häufig eingesetzte immunmodulierende Therapien, wie Medizinische Pilze, Tees und spezielle Pflanzenextrakte, liegen inzwischen aus der Grundlagenforschung Wirkmechanismen vor, so dass mit zunehmender Akzeptanz zu rechnen ist.

Online geht's weiter Wie immer gibt es auch zu dieser Ausgabe der MEDI-LEARN Zeitung wieder eine Extraportion für besonders MLZHungrige: Ausgabe 28 unseres Digitalen Nachschlags präsentiert dir weitere spannende Artikel – dieses Mal unter anderem zum Thema Notaufnahme, Innere und Auslandserfahrungen – und Fortsetzungen von Beiträgen aus der gedruckten Version. All das erfährst du im Digitalen Nachschlag. Er steht kostenlos als PDF im Internet zur Verfügung. Einfach die folgende Seite aufrufen:

www.medi-learn.de /mlz-nachschlag

Mehr Informationen: Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe www.dggg-kongress.de

monelle Veränderungen wie Menstruation; verrauchte Räume; Lärm; Wetterumschwung. Regelmäßigkeit im Tagesablauf beugt Kopfschmerzen vor. Daher: Lieber auch am Wochenende den Wecker stellen. Stress so gut es geht vermeiden. Man muss lernen, auch mal „Nein“ zu sagen. Gerade Menschen, die unter Migräne leiden, stellen häufig zu hohe Ansprüche an sich. Training von Entspannungsmethoden wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, autogenes Training oder Biofeedback. Ausdauersport wie Joggen, Walken, Radfahren oder Schwimmen helfen, die Häufigkeit und Intensität der Attacken zu reduzieren. Auch die Wirkung so genannter alternativer Heilmethoden wie Akupunktur gegen Migräne ist inzwischen in großen Studien belegt. Die Einnahmeregeln für die vom Neurologen verschriebenen Medikamente unbedingt einhalten. ®

Das SEIRIN -Akupunktur-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Akupunktur, den wir euch in Kooperation mit 3B Scientific und SEIRIN in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/akupunktur

Nachschlag Die Extraportion Diese Artikel findest du im Online-Teil unserer Zeitung:

Krankenhaus

Klinische Notfallmedizin Denken in Symptomen und nicht in Diagnosen, ein Top-Down-Ansatz in der Behandlung, der sich zur detaillierten Anamnese „zurückarbeitet“: Lies im DNS den zweiten Teil unseres Berichts über das neue Fachgebiet „Klinische Notfallmedizin“ und erfahre, welche Chancen und Herausforderungen das neue Berufsbild mit sich bringt, das hierzulande noch um seine Anerkennung kämpft.

Beruf

Alternativ-Karrieren Unternehmer werden oder Medizinjournalist, in den Bereich Public Health gehen oder den Weg Richtung Medizin-Informatik einschlagen – viele Alternativen zum Dienstschieben im Krankenhaus oder zur Niederlassung als Arzt sind drin. Was macht eigentlich ein KrankenhausManager und was ein Pharmazeut? Das erfährst du im Online-Nachschlag!

Praktikum

Zwei Tage schnuppern Lisa war auf Gastfamlien-Besuch in den USA und hat die Zeit gleich nutzen können, um mal eben zwei Tage in den Pflegedienst eines amerikanischen Krankenhauses reinzuschnuppern. OP und ER hat sie kennen gelernt – und das in einem Haus, das 2008 zur besten Healthcare-Einrichtung gekürt wurde.

Forschung

MS besser vorhersagen Ein neues Verfahren erlaubt zukünftig bessere Prognosen über den Verlauf der tückischen Multiplen Sklerose: Mediziner der Ruhr-Universität Bochum und der Freien Universität Amsterdam messen mit Hilfe der Kernspintomographie (MRT) die Ausweitung der Hohlräume im Gehirn der Patienten.

Forschung

Dr. Suchmaschine Immer häufiger werden Gesundheitsinformationen aus dem Internet abgerufen. Dabei werden gängige Suchmaschinen genutzt, doch es gibt keine Garantie für die Qualität und Zuverlässigkeit der Ergebnisse. Das will ein neues europäisches Forschungsprojekt ändern, an dem sich die Arbeitsgruppe Informationssysteme an der Universität Duisburg-Essen beteiligt. So weit muss es nicht kommen: Migräne lässt sich vorbeugen

MEDI-LEARN Zeitung 05/2010  
MEDI-LEARN Zeitung 05/2010  

Die MEDI-LEARN Zeitung im Printformat. Sie enthält auf 12 Zeitungsseiten News und Informationen für Medizinstudenten und Jungärzte und ersc...

Advertisement