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Der Prüfungsplausch

Die Zeitung für Medizinstudenten und junge Ärzte

Die mündliche Prüfung ist für die meisten Studenten der Stoff, aus dem die Alpträume sind. Höchste Zeit also, sich einmal eingehend mit dem Prüfungsgespräch zu beschäftigen. Die Examensexperten von MEDI-LEARN geben auf einer Doppelseite Tipps für den Plausch mit dem Prüfer. Mehr dazu auf den Seiten 6 und 7

ZEITUNG

Ausgabe 05/06 ∙ November /Dezember 2006 ∙ In Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag ∙ www.medi-learn.de ∙ ISSN 1860-8590 ∙ 1,90 €

Eine richtige Studi-Stadt Ein Jahr in Lund, Schweden

Der Pieks gegen alles TCM-Famulatur in China

London calling! Praktikum in der Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie

Lund: Im Reiseführer steht zu dieser Stadt nicht viel: „Typische Studentenstadt“ heißt es - das ist zwar nicht falsch, aber Lund hat viel mehr zu bieten. Was genau, erfuhr Alenka Vogel während ihres einjährigen Studienaufenthaltes in Schweden.

Eine Einführung in die Geheimnisse der Traditionellen Chinesischen Medizin erhielt Sabine Gerich bei ihrer Famulatur in Guangzhou, einer neun Millionen Einwohnerstadt im Landesinneren von China.

London Bridge, Tower und Buckingham Palace - in einer altehrwürdige Stadt wie London würde man nicht vermuten, was Stephanie Schipmann in ihrer Famulatur erlebt hat: Schussverletzungen und Schlägerei-Blessuren als täglich Brot.

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Doktern in der Vorklinik?

und einem anderen, das auf Zellkultur aufbaute, unsicherer war, aber vielleicht erfolgreicher und spannender. Wieder entschied ich nach Bauchgefühl und begann am Jahresanfang mit dem Zellkulturprojekt.

Der frühe Weg zum Dr. med. von Akja Fenjason

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as, jetzt schon? Ungläubigkeit, Neugier und manchmal sogar ein bisschen Unverständnis war meistens auf den Gesichtern derer zu sehen, denen ich am Ende meines zweiten vorklinischen Semesters mitteilte, dass ich gerade die molekularbiologischen Experimente zu meiner Doktorarbeit begonnen hätte. Meistens folgte dann verständnisloses Kopfschütteln und das Thema war mit einem ähnlichen Kommentar wie „das ist doch Quatsch, es ist doch viel zu früh für so was!“ beendet. Solche Gespräche haben mich am Anfang ziemlich irritiert. Wie kam es aber nun dazu, dass ich mich, obwohl seit dem Chemiepraktikum auf Kriegsfuß mit Pipetten und farbigen Lösungen, auf solch unbekanntes Terrain wagte? Im zweiten Semester fand ein Zellbiologieseminar statt, bei dem in kleinen Gruppen anhand von kurzen Vorträgen der Mitstudenten zellbiologische Grundlagen erarbeitet werden. Zellbiologie war, durch die enthusiastische Moderation unseres Dozenten, plötzlich auch gar nicht mehr langweilig. Zum Abschluss dieses Seminars bekamen wir eine Führung durch die Labors des Instituts für Anatomie und medizinische Zellbiologie. Während der Führung hat mir die Atmosphäre im Institut

gut gefallen und ich empfand Interesse für die Neurone in den Petrischalen, die uns gezeigt wurden. Insgesamt war der Entschluss, nach einem Praktikum für die Semesterferien zu fragen, also mehr eine Bauchentscheidung.

Upgrade zur Doktorandin Der Statuswechsel von Praktikantin zur Doktorandin verlief nicht ohne Spuren. Erst einmal war ich natürlich furchtbar stolz. Doch schnell bekam ich den Ernst der Angelegenheit zu spüren: Ab diesem Zeitpunkt bekam ich zum Beispiel kein Protokoll mehr geschrieben, ich musste meine Experimente selbst planen, durchführen und eigenständig „troubleshooting“ betreiben, falls sie nicht funktionierten. Und das war oft der Fall. weiter auf Seite 2

Molekularbiologie für Anfänger Also machte ich ein Praktikum im Institut für Anatomie und Zellbiologie. Ich bekam ein kleines Projekt, an dem ich die Grundlagen der Molekularbiologie erlernen konnte. Am Anfang bekam ich in unendlicher Geduld die absoluten Basics erklärt: Pipetten, Puffer, Petrischalen und Geduld, Geduld, Geduld.

SCHNELL BEKAM ICH DEN ERNST DER ANGELEGENHEIT

Inhalt Mit einem Sprung zum Physikum

Basics: Pipetten, Puffer, Petrischalen

ZU SPÜREN

Ich blieb die kompletten Semesterferien. Arbeitete ich am Anfang noch die Protokolle meines Betreuers ab, so konnte ich am Ende fast selbstständig arbeiten. Zu dem Zeitpunkt war ich in meiner Verwandtschaft und in meinem Freundeskreis eine ziemliche Lachnummer. Alleine die Antwort auf die Frage, was

ich im Labor denn genau machen würde, war fast unmöglich zu geben. Entweder die Augen der Zuhörer weiten sich im Entsetzten über die Vorstellung, was ich mit „gentechnischen Arbeitsmethoden“ meinte oder meine Erklärungsansätze über grün- fluoreszierende Fusionsproteine erstickten in Lachsalven. Trotz allem: Für mich stand am Ende fest, dass ich

verdammt gerne mein eigenes Projekt hätte und nicht mehr Praktikantin, sondern Doktorandin sein wollte! Wieder kam mir der Zufall zur Hilfe. Am Ende des Jahres gab es neue Ergebnisse in der Arbeitsgruppe meines Betreuers aus dem Zellbio-Seminar. Ich hatte dann die schwierige Wahl zwischen einem etablierten molekularbiologischen Projekt

Mehr Stellen für Mediziner-Nachwuchs

Locker und leicht - nur mit dem wichtigsten Rüstzeug an Lernstoff zum Physikum antreten. Die MEDI-LEARN Skriptenreihe bereitet dich effektiv auf die MC-Prüfung und auf die mündliche Prüfung vor. Im Rätsel auf Seite 11 darfst du dein Fachwissen unter Beweis stellen. S. 11

Ausland

Jodkalium zur Begrüßung Wie man Kopfschmerzen einfach „verlieren“ kann und warum sie eigentlich nur die „CM4“ war, die man durch Wählen der 4721 ohne Probleme bekommen konnte, erklärt Janine Döpker in ihrem Bericht über ein Praktikum im Kantonsspital Aarau in der Schweiz. Gelebter deutsch-schweizerischer Sprachaustausch. S. 02

Reizthema Ärztemangel

gen allen anderen Systemen extrem hoch. Neben der Diskussion um den Ärztemangel müssten weitere Fragen gestellt und beantwortet werden: Wie können frühzeitig Studentinnen und Studenten dafür geworben werden, später in strukturschwachen Regionen zu arbeiten?

von Kai Uwe Bohn (idw)

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rztemangel ist ein vieldiskutiertes Thema in Deutschland: Eine gemeinsame Studie der Bundesärztekammer (BÄK) und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) spricht von 40.000 Medizinern, die bis 2010 in Ruhestand gehen. Eine flächendeckende ambulante Versorgung, so die oft geäußerte These, sei dann nicht mehr zu gewährleisten. Für Dr. med. Norbert Schmacke, Professor am Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen und Leiter der Arbeits- und Koordinierungsstelle Gesundheitsversorgungsforschung in Bremen, ist diese gesundheitspolitische Debatte in ihrer Sichtweise begrenzt.

Starkmachen für schwache Regionen

Keine Sonntagsreden!

Angemessene Arbeitsplätze im Gesundheitssystem sind gefordert

In einem Beitrag für die Zeitschrift „Gesundheit und Gesellschaft Wissenschaft“ fordert Schmacke unter anderem angemessene Arbeitsplätze im Gesundheitssystem für Frauen und Männer – und das „nicht nur in Sonntagsreden, sondern real!“. Aus verschiedenen Gründen erscheine es zudem dringend geboten, die Diskussion um den Ärztemangel um mehrere Dimensionen zu erweitern.

„Die aktuelle Debatte um den Ärztemangel im ambulanten Sektor nimmt die vorhandene Dichte und die bestehenden Kooperationen zwischen den Fachberufen im Gesundheitswesen in der Regel als gegeben hin“, so der Bremer Hochschullehrer. „Dabei bleiben wesentliche Erkenntnisse der internationalen Versorgungsforschung außer Betracht. Arzt-

dichte ist nicht per se ein ausreichender Indikator für gute Versorgung. Die flächendeckende Verfügbarkeit von Spezialisten im ambulanten Sektor ist in dieser Form nur in Deutschland nachweisbar, ohne dass andere Systeme schlechtere Versorgungsqualität erzeugen würden.“ Die Arztdominanz im Gesundheitswesen ist laut Schmacke in Deutschland entge-

Wie kann die Rolle der Allgemeinmedizin weiter gestärkt werden? Wie kann die Bedeutung nichtärztlicher Fachberufe in der medizinischen Versorgung systematisch ausgebaut werden? Und was muss geschehen, um auf die „Feminisierung“ des Berufsbildes Ärztin/Arzt sinnvoll zu reagieren? Schmacke fordert insbesondere große Anstrengungen, damit der Pflege im Versorgungssystem mehr Selbständigkeit und Verantwortung zugewiesen wird. „Wenn die Beantwortung all dieser Fragen nicht deutlich forciert wird, kommt es in zehn Jahren tatsächlich zu einem spürbaren Ärzte- und Versorgungsmangel – weil die bisherigen Rezepte der Bedarfsplanung völlig unzureichend sind,“ ist sich Schmacke sicher. Der Beitrag kann bei der Universitäts-Pressestelle als pdf-Dokument angefordert werden (presse@uni-bremen.de).

Geschmökert

Molekular betrachtet einfach! Die Biochemie ist für viele Studenten ein Buch mit sieben Siegeln. Damit dies nicht so bleibt, gibt es zahlreiche gute Lehrbücher für das vorklinische Fach, das auch Teil des Physikums ist. Wir stellen euch gängige Lehrbücher im Vergleich in Form ausführlicher Rezensionen vor. S. 04

Service

Ins Ausland ohne Versicherung? Auslandsaufenthalte werden immer beliebter; dank zahlreicher Förderungsprogramme nutzen immer mehr junge Mediziner die Chance, ihre Ausbildung im Ausland zu vertiefen. Doch ein Auslandsaufenthalt birgt auch Gefahren, um die man sich vor Reiseantritt kümmern sollte. Welche Versicherungen Pflicht sind, erfahrt ihr im Artikel von Peter Dahlhausen. S. 05

Forschung

Die neue Achtsamkeit In der Psychotherapie ist ein neuer Trend entstanden, der ein tiefgehendes therapeutisches Potenzial aufweist: Achtsamkeit und Akzeptanz sind derzeit en vogue und läuten eine neue Sichtweise in der Psychotherapie ein. Details zum neuen Hype dieser Therapie-Richtung in dieser MEDILEARN Zeitung. S. 10


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Der frühe Weg zum Dr. med. Fortsetzung von Seite 1 Das war neu! Das erste was ich dazulernte, war noch mehr Geduld, Geduld, Geduld. Spätestens jetzt zahlte sich das lange Praktikum aus. Ich war unabhängig von den anderen Leuten im Labor und konnte kommen und gehen wann ich wollte.

VOR DEM VORTRAG KONNTE ICH KAUM NOCH SCHLAFEN

Mein Doktorvater ließ mir da auch die notwendige Freiheit, damit ich meine Arbeit im Labor um mein Studium gruppieren konnte. Eine andere Verpflichtung, die mich am Anfang eiskalt traf, war die Teilnahme an den Abteilungsveranstaltungen. Also am Journal Club (Präsentation von aktuellen Publikationen) und am Progress Report (jeder Mitarbeiter muss

halbjährlich seine eigene Arbeit präsentieren). Das Ganze auf Englisch, und das, obwohl ich doch seit der Schulzeit kein Englisch mehr gesprochen hatte! Irgendwann musste es ja kommen. Genauer gesagt: musste ich dran kommen. Mein erster Progress Report: Ich glaube, das Wort „Panik“ wäre eine Untertreibung. Ich war überzeugt, ich würde das erstens nicht hinkriegen, zweitens wollte ich es überhaupt nicht, drittens hatte ich in meinen Augen sowieso keine relevanten Daten und viertens Englisch, das ging schon gar nicht. Ich konnte vier Wochen vorher kaum noch schlafen! Es hat natürlich geklappt. Mein Doktorvater hat während der Vorbereitung auf meinen ersten Vortrag großes Geschick an den Tag gelegt, mich zu führen, zu motivieren und mich nebenbei zu einem Powerpoint-Profi

gemacht. Nach einem Haufen Probevorträgen war der Auftritt selbst dann fast Nebensache. Meine nächsten Vorträge machte ich dann immer selbstständiger und meine Angst wurde auch von Mal zu Mal weniger. Richtig Spaß hat dann mein erster Besuch auf einem Kongress gemacht, bei dem ich ein Poster mit meinen Ergebnissen vorstellen durfte. Es war ein komisches Gefühl, am Poster zu stehen und den Professoren – denn das waren die meisten – meine Arbeit zu erklären. Auch da war ich am Anfang nicht alleine, sondern mein Doktorvater stand irgendwo in Rufweite, sozusagen als Rettungsanker.

Schreiben – was ist das? Ich habe zwei Jahre an meinen Experimenten gearbeitet. Es ist nicht einfach für mich, vom Experimentator zum Schrei-

berling zu werden. Ich denke, jeder Medizinstudent kann das nachvollziehen, denn wir werden nicht unbedingt zum Schreiben erzogen. Auf der anderen Seite freue ich mich auch auf die kommende Zeit. Ich habe mir die Semesterferien freigehalten, damit ich noch mal ausgiebig lesen und dann meine Ergebnisse in eine schöne Form bringen kann. Ich hatte mich absichtlich gegen ein Freisemester entschieden, dementsprechend hatte ich keinen Urlaub in dieser Zeit und gerade in den Klausurphasen war es manchmal stressiger, als ich es gerne gehabt hätte. Trotz allem würde ich mich wieder für eine Arbeit im Labor entscheiden. Gerade, weil es eine so schöne Ergänzung zur Klinik ist. Zu früh ist es für eine experimentelle Arbeit während der Vorklinik in keinem Fall. Bedenkt bitte: In der Klinik habt ihr auch nicht mehr Ahnung von Zellkultur oder Molekularbiologie als in der Vorklinik! Ich habe in den letzten beiden Jahren viel gelernt: Experimente planen, verschiedenste Methoden quer durch die Mole-

kularbiologie, Präsentationen erstellen, Vorträge halten – und auch über mich selbst habe ich viel Neues erfahren.

Tipps für die Diss Sucht euch euren Doktorvater gut aus. In meinen Augen kommt ihr um ein Praktikum vorher nicht herum. Ihr müsst herausfinden, ob ihr mit der Arbeitsgruppe klar kommt, weil ihr sehr viel Zeit zusammen verbringen werdet – und das nicht nur in Augenblicken, in denen alles rund läuft. Ich persönlich finde das wichtiger als eine lange Liste von Veröffentlichungen. Denn was bringen euch die Publikationen eures Doktorvaters in „Nature“, wenn er sich nicht um die Natur eurer Sorgen und Probleme kümmert? Deshalb: Schaut, dass euer Doktorvater auch euer Betreuer ist. Es ist eine dumme Situation, wenn ihr irgendwann zwischen beiden steht, weil sie sich nicht einig sind. Was ihr unbedingt braucht, ist: Neugier, Mut, Durchhaltevermögen und sehr viel Geduld. Aber eines ist garantiert: Es lohnt sich!

Als CM 4 durch die Schweizer Chirurgie Praktikum im Kantonsspital Aarau von Janine Döpker

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erien. Vier Monate in Hannover rumhängen? Nee, keine Lust. Ins Ausland wäre klasse. Aber wohin? Spanien? Zu teuer! Frankreich? Auch! Schweiz? Auch teuer, aber da gibt es für Medizinstudenten Geld und man lernt was. Also suchte ich im Internet nach Schweizer Spitälern und bewarb mich.

Jodkaliumtabletten zur Begrüßung Bereits eine Woche nach meiner formlosen Bewerbung bekam ich eine Zusage aus dem Kantonsspital Aarau. Darin teilte man mir mit, dass ich gerne in der Zeit vom Anfang Januar bis Ende April als Unterassistent arbeiten könne. Ob-

wohl ich erst im 10. Semester, also noch vor meinem PJ war, würde ich wie alle anderen PJler eine Aufwandsentschädigung von 1.500 Franken in den ersten drei Monaten, im vierten Monat sogar 1.800 Franken bekommen. Ein Wohnheimzimmer wurde mir zugeteilt gegen eine Miete von 320 CHF. Es war klein, aber sauber und warm und für vier Monate allemal in Ordnung. Und ich hatte W-LAN. Das Kantonspital hat im Umkreis viele kleine und größere Häuser, in denen sich die Mitarbeiterzimmer befinden. Das heißt, man kann entweder in einer Villa mit fünf anderen Mitarbeitern wohnen oder man wohnt in einem der zwei Wohnklos. Reine Glückssa-

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che also, ob man in einer Villa oder im Wohnklo unterkommt. Egal. Noch etwas Obskures: Wenn man sich bei der Einwohnerkontrolle meldet, bekommt man neben Prospekten und Freikarten für Bus und Freizeitaktivitäten auch eine Jodkaliumtablette für den Fall, dass das nahe gelegene Atomkraftwerk einen Störfall oder einen GAU hat. Fein! Von meiner Aufwandsentschädigung blieben nach Abzug aller Kosten ca. 1.000 Franken übrig. Davon kann man auch in der Schweiz gut leben. „Fensternel“, die Schweizer Version des Shoppings, ist damit auch möglich. Finanziell zumindest. Denn Aarau, Hauptstadt des gleichnamigen Kantons, ist klein. Die Einkaufsstraße bietet das Nötigste, aber auch nicht mehr. Es gibt drei Kneipen, bei denen man abends noch etwas zu trinken bekommt. Der Bahnhof ist aber nur wenige Minuten vom KSA entfernt, so dass Trips in größere Städte gut möglich sind. Mit dem Zug ist man in 20 Minuten in Zürich und in 40 Minuten in Basel. Mit dem Auto sind auch die diversen Skiparadiese leicht zu erreichen. Mit dem Zug schlecht, aber mit dem Auto schnell zu erreichen ist Luzern. Mein persönlicher Favorit!

Der kopfschmerzliche Verlust Die Chirurgische Abteilung deckt alle Teile der Chirurgie ab. Wenn man will, kann man sich jeden Monat in einer anderen Subdisziplin melden. Insgesamt gibt es drei Chefärzte, vier Leitende Oberärzte und zwölf normale Oberärzte, dazu 24 Assistenten. In der Regel sind zehn Unterassistenten dort. In Ausnahmefällen kann man auch mal einen Monat in die Plastische Chirurgie rotieren. Der Arbeitstag beginnt morgens um 7.30 Uhr mit dem Rapport, dann teilen sich die Unterassistenten in die OPs und auf die aufzunehmenden Patienten auf. Gleich am Anfang bekommt man einen Sprachkurs. OP heißt OPS. Vorsicht: Eintritt mit „E“ ist die Aufnahme und Austritt mit „A“ die Entlassung.



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Ansonsten hatte ich sprachlich keine Probleme, manchmal jedoch musste ich schon lachen. Zum Beispiel, wenn eine ältere Dame mir freudig erzählte: “Ich habe meine Kopfschmerzen verloren!“ Und „heppen heißt halten und nicht

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In Ausnahmefällen kann man auch mal einen Monat in die Plastische Chirurgie rotieren

heben!“ war mein Lieblingssatz des Leitenden Oberarztes. Jeder Unterassistent (UA) wird auch als cand. med. (CM) bezeichnet. Der Einfachheit halber wurden wir durchnumeriert. Ich war CM 4. Man konnte also seinen Namen vergessen. Für die Docs auch angenehmer, man musste sich ja an keinen neuen Namen gewöhnen. Dazu bekam jeder CM auch noch einen Sucher, das Äquivalent zum Pieper. Für vier Monate war ich also CM 4 und wenn man mich brauchte, wählte man nur 4721.

WENN HOCHDEUTSCH GESPROCHEN WURDE, WAR DAS EIN KLARES

ZEICHEN FÜR MICH

Das KSA legt viel Wert darauf, dass jeder neue Mitarbeiter gut eingeführt wird. Jeder, egal ob CM, Sekretärin oder Oberarzt, bekommt einen Einführungstag. Man bekommt das Gelände gezeigt, die Feuerwehr erklärt, wie man einen Feuerlöscher bedient und die Personalabteilung erklärt den Aufbau des Managements. In der Wäscheabteilung gibt es Dienstausweise und Kleidung für vier Tage. Alles in allem sehr interessant. Noch besser eignet sich der Einführungstag jedoch, um Kontakte zu knüpfen. Am zweiten Tag

gibt es gleich nach dem Morgenrapport noch eine OPS-Einführung. Einer der OPS-Pfleger erklärt, wo was ist, wie man sich zu waschen hat und wie man sich steril anzieht. Übrigens auch für alle zu empfehlen, die in Deutschland schon oft im OP waren: andere Länder, andere Sitten. Dazu kommt noch, dass die Schweizer auch ihre drei Landessprachen ausspielen, wenn sie die Möglichkeit haben. Im OPS gab es ab und zu Verwirrungen, wenn mal eben von Schwytzerdütsch auf Italienisch oder Französisch umgeschaltet wurde. Wenn aber plötzlich Hochdeutsch gesprochen wurde, dann war das ein klares Zeichen: Ich bin gemeint! Meistens sind im KSA neun bis zehn Unterassistenten, von denen jeden Tag einer Dienst machen muss. Das heißt, man teilt sich selber für diese ein, aber jeder muss 3-4 Nächte pro Monat Dienst machen. Darunter fallen auch die Wochenenden. Für einen Wochenendtag gibt es zusätzlich einen Kompensationstag. Pro Monat stehen jedem CM zwei Urlaubstage zu, die man in dem Monat auch nehmen muss. Genug Zeit, die Umgebung kennen zu lernen! Und da die Schweiz als PJ-Exil bekannt ist, konnte ich auch noch diverse andere Spitäler kennen lernen, in dem ich den einen oder anderen Kommilitonen aus Deutschland besuchte.


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Von Sittnings und Ausplatzierungen Ein Jahr in Lund, Schweden von Alenka Vogel

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chweden war keine lang geplante, immer schon klare Entscheidung. Ganz im Gegenteil. Ich hatte zunächst an Frankreich oder Spanien gedacht, doch als ich die Erfahrungsberichte der SchwedenHeimkehrer las, war ich begeistert. Alle berichteten von jeder Menge praktischer Erfahrung, die mir in unserem deutschen Studiensystem fehlte. Lediglich Famulaturen gewähren hier einen gewissen Einblick darin, was der Arztberuf eigentlich bedeutet. Also erkundigte ich mich über Schwedisch als Sprache und die in Frage kommenden Partneruniversitäten. Schwedisch schien erlernbar, da sie als germanische Sprache dem Deutschen und Englischen sehr ähnlich ist. Zudem bietet das Institut für Nordische Sprachen der HU in Berlin entsprechende Kurse für Nicht-Skandinavisten an. Was die Partneruniversitäten betrifft, wurde es schon schwieriger. Gerne wäre ich nach Göteborg gefahren, doch das Erasmus-Büro konnte mir nur Lund anbieten.

rausforderung, die ich gemeistert habe, aber nicht unbedingt empfehlen würde. Man muss es sich ja nicht schwerer machen als nötig.

Highlight: Ausplatzierung Der Vorteil, diesen Kurs zu wählen war, dass ich meine Semester-Kommilitonen dort nicht verließ, sondern mit ihnen zusammen auch den nächsten Teil belegte, nämlich Chirurgie. Chirurgie ist in Lund ein sehr großer Kurs. Er beginnt im November und geht bis Juni des nächsten Jahres. Inhalt des Kurses sind auch Anästhesie, Urologie, Orthopädie, Gynäkologie und Onkologie. Die jeweiligen Fächer werden getrennt behandelt und auch geprüft, schriftlich nach jedem einzelnen Teil und mündlich am Semesterende.

WIR DURFTEN IN EINEM KRANKENHAUS UNSERER WAHL ARBEITEN

Richtige Studi-Stadt Lund: Im Reiseführer steht über diese Stadt nicht viel. „Typische Studentenstadt“ heißt es da, „Hauptattraktion“ ist der Dom. Das ist nicht falsch, doch Lund ist viel mehr. Als eine der ältesten Städte Schwedens (Bischofssitz und zeitweise auch Teil Dänemarks) verfügt sie über eine nette kleine Altstadt, deren Fußgängerzone durch teilweise verwinkelte Gassen führt, entlang jeder Menge alter Steinbauten (also nicht die typisch schwedischen Holzhäuser, sondern eher dänisch geprägt). Der Dom ist Mittelpunkt der Stadt und lädt als Treffpunkt ein. Auch eine Führung durch seine Gemäuer und das Spiel der astronomischen Uhr sollte man sich nicht entgehen lassen. Noch mehr über die Stadt und ihre Umgebung erfährt man im Freilichtmuseum „Kulturen“. Im Sommer sind alle Häuser geöffnet und ein Tag reicht sicher nicht aus, um sich alles anzuschauen. Der Eintritt für Studenten ist übrigens frei! Im angegliederten Tante-Emma-Laden schräg gegenüber gibt es selbst gemachte Marmeladen, Süßigkeiten wie zu Omas Zeiten usw. zu kaufen.

PARTYS ARTEN AUCH MAL IN TRINKGELAGE AUS Neben dem nostalgischen Bild sollten die Studenten der Stadt erwähnt werden, denn sie prägen das Stadtbild mindestens ebenso. Mit 40.000 Studenten ist die Uni eine der größten Schwedens und mit Uppsala auch die älteste des Landes. Etwa die Hälfte der Einwohner Lunds sind also Studenten. Entsprechend viele Angebote gibt es. Da sind zum einen die „Nationen“ zu erwähnen. Dies sind Studentenvereinigungen, die jeweils ein Haus besitzen, in dem Filmeabende und Partys stattfinden. Auch Sportangebote gibt es. Zu Beginn wird man Mitglied in einer Nation (egal welche, Hauptsache man bekommt die Studentenkarte, mit der kann man dann überall hingehen). Die Partys sind nett, allerdings empfehle ich in einer größeren Gruppe hinzugehen, denn leider arten sie gerne auch mal in Trinkgelage mit aufdringlichen Schweden aus, da hier der Alkohol zu Spottpreisen verkauft wird – für schwedische Verhältnisse zumindest. Sehr zu empfehlen sind die Sittnings. Das sind Drei-Gänge-Menüs, bei denen

Lund, eine der ältesten Städte Schwedens, vefügt über imposante Gebäude

alle an langen Tischen sitzen und viel gelacht und gesungen wird. Das Essen wird von Studenten zubereitet, ist aber nichtsdestoweniger meist fantastisch. Hier einmal mitzuhelfen (alle arbeiten unentgeltlich, dafür gibt es aber je nach Nation ein Essen oder einen Eintritt umsonst), ist ebenfalls die Erfahrung wert.

Internationale WG Ich lege sehr ans Herz, sich vor Ankunft in Lund um ein Zimmer zu bemühen. Dies geht zum einen über das Housing Office (keine Absage ist eine Zusage!), das jedoch nicht genug Zimmer für alle hat. Ich hatte Glück und kam hier unter (inzwischen gehört die Wohnung jedoch zum Chemie-Zentrum). Das lag sehr nah zum Krankenhaus und auch zum Stadtzentrum war es nicht weit. In der Wohnung waren sechs Zimmer mit kleinem Bad, Dusche und Küche/Wohnzimmer wurden geteilt. Außer mir haben dort zwei Spanierinnen, ein Engländer und zwei Deutsche gewohnt.

MIT INTERNET-TELEFONIE DEN DRAHT IN DIE HEIMAT HALTEN Diese Erasmus-WG war sehr nett, wir haben viel miteinander unternommen, und sicher war es hier einfacher Freundschaften zu schließen, als auf einem Korridor mit ausschließlich Schweden. Die sind nämlich häufig sehr verschlossen und haben bereits ihr festes soziales Gefüge. Solltet ihr auf Besonderheiten wie Internet-Anschluss oder eigenes Bad sehr viel Wert legen, so erwähnt dies im Bewerbungsbogen des Housing-Office, denn die Zimmer sind sehr unterschiedlich ausgestattet und haben entsprechend unterschiedliche Preise. Übrigens: Die Internet-Telefonie war sehr beliebt, ich selbst habe mit Skype gute Erfahrungen

gemacht. In den Bibliotheken kann man überall ins Internet, im Krankenhaus gibt es ebenfalls einen Computer-Raum. Nach der Einführungswoche ging es für mich los mit den Kursen. Ich gebe zu, es mir leichter vorgestellt zu haben. Schwedisch im Alltag zu verstehen und ein wenig zu sprechen ist doch etwas anderes, als Vorlesungen zu lauschen. So habe ich von der ersten Woche Vorlesungen in Innerer Medizin auch nicht allzu viel mitgenommen. Dann ging es aber auf Station. Der Kurs ist so aufgebaut, dass eine Woche Gruppen-Unterricht und eine Woche auf Station abwechseln. Man ist einer Gruppe von etwa sechs Studenten zugeteilt, ist auf Station allerdings meist alleine. Insgesamt hatte mein Semester ohnehin nur 35 Studenten, so dass die Betreuung sehr intensiv war. Meine Gruppen-Kommilitonen waren sehr hilfsbereit, was ich vor allem am Anfang auch bitter nötig hatte. Wenn sich Räume einmal ändern oder etwas ausfällt, kriegt man das mit minder guten Schwedisch-Kenntnissen nicht immer gleich mit. Auch wiederholten sie gerne einmal in anderen Worten oder ganz langsam, wenn ich offensichtlich nicht verstanden hatte, was der Dozent meinte. Der Innere-Kurs war insgesamt sehr praktisch orientiert und recht anspruchsvoll. Es war auch bereits der zweite Teil eines Kurses, der schon am Anfang des Jahres begann. Daher musste ich eine Menge in Eigenregie lernen, denn die Prüfung verlangte natürlich das Gesamtwissen. Auch wurde bei bestandener schriftlicher Prüfung zusätzlich noch mündlich geprüft. Hier musste man bei einem Patienten Anamnese erheben und ihn danach untersuchen. Dann besprach man alles mit dem Prüfer und wurde ein wenig theoretisch geprüft. Nach drei Monaten in Schweden war dies eine ziemliche He-

Die Prüfungen sind praxis-bezogen gestaltet, oft mit Fällen versehen und daher etwas ungewohnt. Versucht man aber, neben dem Acht-Stunden-Krankenhaustag und den vielen Erasmus-Partys abends immer ein wenig zu lesen, so kommt man gut zurecht. Ich habe viel im OP gestanden, aber auch auf den Stationen viel gesehen und gelernt. Selbstverständlich gehören in Schweden auch Dienste, also einige Abende in der Notaufnahme, mit zum Kursprogramm. Ein Highlight des Kurses war die „Ausplatzierung“. Wir durften in einem Krankenhaus unserer Wahl (sofern es denn Studenten nimmt, doch das tun die meisten) eine Woche Chirurgie und eine Woche Gynäkologie erleben. Ich fuhr nach Luleå, denn ich war noch nie zuvor so hoch im Norden und wollte die Reise dorthin zum „Sightseeing“ nutzen. Es wurden zwei sehr schöne Wochen, voller neuer Schweden-Eindrücke. Schwedische Kurse zu belegen, würde ich jedem raten, der es sich zutraut. So kann man mit Patienten kommunizieren, lernt Schweden kennen und lernt vor allem sehr schnell und recht gut die schwedische Landessprache.

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Durchweg eine Bereicherung Mein persönliches Fazit ist schnell geschrieben. Ich habe das Jahr in Lund durchweg als Bereicherung empfunden. Nicht dass immer alles leicht war, doch ich habe sehr nette Menschen kennen gelernt (und vermisse meine Mitbewohner und Kommilitonen zuweilen auch), im Studium viel Interessantes und Lehrreiches erlebt, Hindernisse überwunden, eine neue Sprache erlernt, ein weiteres Land bereist und könnte noch einiges weitere aufzählen. Leicht getrübt wurde der Gesamteindruck durch das ständige hin und her in Sachen Kurs-Anerkennung. So ist es in Lund beispielsweise unüblich, Kurse zu benoten. Die Leistung wird nur durch ein „bestanden“ oder „nicht bestanden“ bewertet. Ich habe sehr kämpfen müssen und viele Gänge zu den Verantwortlichen hinter mir, um letztlich doch eine Notengebung zu erreichen. Inzwischen sind einige Regelungen schriftlich festgehalten, die Voraussetzungen damit klarer. Auf jeden Fall sollten solche Dinge aber rechtzeitig mit der Koordinatorin und den Kursleitern vor Ort besprochen werden.

Deine Meinung ist uns wichtig! Wie gefällt dir diese Ausgabe unserer MEDI-LEARN Zeitung? Unter www.medi-learn.de /gw121 findest du einen kurzen Fragebogen mit drei Fragen zu dieser Ausgabe. Wir würden uns freuen, wenn du uns deine Meinung mitteilst. Mitmachen lohnt sich – unter allen Teilnehmern verlosen wir Fachbücher im Wert von 300 €. Einfach Fragebogen ausfüllen und schon bist du dabei!


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Duale Reihe Biochemie, Joachim Rassow (Thieme)

kurz notiert

Sterben Patienten wegen zu wenig Schwestern? Spiegel-Online veröffentlichte am 24. Oktober eine britische Studie, die besagt, dass die Todesrate in Krankenhäusern mit zu wenig Pflegekräften um 26 Prozent höher als in gut ausgestatteten Kliniken lag. Die bereits acht Jahre alte Studie hat gerade im Rahmen der aktuellen Diskussion zur Gesundheitsreform in Deutschland mehr Aktualität denn je. Um die Verbindung zwischen der Anzahl der Pflegekräfte und dem Krankheitsverlauf herzustellen, wurden 120.000 Patientenakten aus den Jahren 1998 bis 1999 aus 30 verschiedenen Krankenhäusern verglichen. Die Studie, die im „International Journal of Nursing“ erschienen ist, stellte fest, dass in schlechten Kliniken eine Pflegekraft 14,3 Patienten zu betreuen hatte, in gut ausgestatteten Krankenhäusern waren es nur 6,9 Patienten. „Wir gehen davon aus, dass in diesen 30 Einrichtungen in dem untersuchten Zeitraum 246 Menschen weniger gestorben wären, wenn sie in Krankenhäusern mit einer größeren Stellenbesetzung behandelt worden wären“, heißt es in einem Zitat der BBC von Professorin Anne Marie Rafferty, die die Studie geleitet hat.

von Anita Hartmann (3. Semester in Marburg)

Titel: Duale Reihe Biochemie Autor: Rassow u.a. Verlag: Georg Thieme Verlag ISBN: 3-13-125351-7 Preis: 44,95 €

Kurzbeschreibung Das Buch „Biochemie“ aus der Dualen Reihe beinhaltet sowohl ein ausführliches Lehrbuch als auch ein integriertes Kurz-

Neuauflage des Medizinertest? Unscheinbar auf Seite 3 eines Newsletters des Studentendekanates der Uni Freiburg findet man im letzten Absatz eines Artikels zum neuen Zulassungs- und Vergabeverfahren eine interessante Neuerung, die ab 2007 die Universitäten in BadenWürtemberg betreffen soll: Hier wird die (Re-)Einführung des guten alten Medizinertest angekündigt. Als Bestandteil des Hochschulauswahlverfahrens soll der Test nach unseren Informationen vom Institut für Test- und Begabungsforschung, das mittlerweile ITB Consulting GmbH heisst, durchgeführt werden. ITB war früher für die Durchführung des Medizinertest in Deutschland zuständig. Die Details zum Test, aber auch die Details zum Einfluss des Medizinertest auf die Zulassung stehen noch nicht fest. Fest steht jedoch, dass trotz Medizinertest die Abiturnote „maßgeblichen Einfluss“ im Hochschulverfahren haben muss, da dies gesetzlich festgeschrieben ist.

MEDI-LEARN Zeitung Schon gewusst? Die MLZ gibt es auch per E-Mail. Weitere Infos und kostenlose Bestellung unter: www.medi-learn.de /zeitung

kommt. Es reicht für das Studium aus, ist aber kein großes Nachschlagewerk. Die Abbildungen sind verständlich und ergänzen den Text gut. Sie sind in unmittelbarer Nähe zum dazugehörigem Text zu finden, sodass man sie beim Lesen gut parallel betrachten kann. Didaktik Durch zahlreiche Merksätze, KlinikLinks und Tipps gibt der Autor nützliche Lernhilfen, die dem Studenten helfen, sich wichtige Sachverhalte besser einzuprägen. In einigen Kapiteln findet man Fragen zu biochemischen Schwerpunkten. Synonymkästchen helfen einen Überblick über die zahlreichen komplizierten Bezeichnungen in der Biochemie zu bekommen. Die Sprache ist gut verständlich allerdings ist die Informationsdichte im Haupttext stellenweise sehr hoch. Aufbau Jede Seite besteht zu zwei Dritteln aus dem Haupttext und zu einem Drittel aus

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Basiswissen Biochemie mit Pathobiochemie, Löffler (Springer) von Susanne Jäger (6. Semester in Aachen)

Doch keine Studentenflucht nach Österreich Laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs aus dem Jahr 2005, darf für deutsche Bewerber um einen Studienplatz in Österreich nicht der deutsche Numerus Clausus gelten. In Folge dieses Urteils erwartet man einen regelrechte Flucht von Studenten aus Deutschland nach Österreich. Doch diese blieb laut Informationen des Deutschlandradios aus. So musste zum Beispiel der geplante Aufnahmetest für Studenten der Psychologie ausgesetzt werden, da mit 326 Anmeldungen die Grenze von 400 Studenten deutlich unterschritten war.

lehrbuch in einem Band, was dem Leser helfen soll, ein ausführliches Wissen im Fach Biochemie zu erlangen sowie sich optimal auf Prüfungen vorbereiten zu können. Zahlreiche klinische Bezüge stellen den Zusammenhang zur späteren ärztlichen Tätigkeit dar. Zielgruppe Das Buch ist vor allem für Medizinstudenten im Vorklinischen Studienabschnitt gedacht. Beiden Abschnitten des Buches ist eine ausführliche Einleitung vorangestellt und in den einzelnen Kapiteln werden zunächst die Grundlagen erklärt. Durch zahlreiche Abbildungen lassen sich chemische Reaktionen gut nachvollziehen, natürlich sind chemische Vorkenntnisse von Vorteil. Inhalt Die Themen werden recht ausführlich behandelt, sodass es sich um ein Lehrbuch handelt, mit dem man einen guten Überblick über das Fach Biochemie be-

dem rötlich abgehobenen Kurzlehrbuch. Wichtige Schlagwörter sind Fett gedruckt und alle Lernhilfen wie Tabellen und klinische Bezüge sind farblich markiert. Preis Das Buch kostet im Handel 44,95 Euro, was völlig gerechtfertigt ist. Fazit Das Buch Duale Reihe-Biochemie ist ein Lehrbuch, welches den gesamten Stoff in gut verständlicher Weise darstellt und zusätzlich ein integriertes Kurzlehrbuch enthält. So kann man sich sowohl ausführlich auf Praktika/ Seminare vorbereiten als auch vor Prüfungen den Stoff kurz wiederholen. Zahlreiche Lernhilfen machen das Buch zu einem abwechslungsreichen Werk. Ich selber würde mir das Buch wegen des guten Preises auch kaufen.

Titel: Basiswissen Biochemie mit Pathobiochemie Autor: Löffler Verlag: Springer Verlag ISBN: 3-540-23885-9 Preis: 27,95 €

Kurzbeschreibung Der „kleine Löffler“, wie er oft im Gegensatz zu seinem großen Bruder, ge-

nannt wird, ist ein knappes, kompaktes Lehrbuch. Das Buch geht in drei umfassenden Kapiteln auf die Themen „Stoffwechsel“, „Biologische Informationen“ und „Zellen und Organe“ ein. Zielgruppe Der Löffler richtet sich an Medizinstudenten, vornehmlich des Vorklinischen Abschnittes. Zu vielen Kapiteln gibt es auch einen Abschnitt zur Pathobiochemie, was den Löffler sicherlich auch im Klinischen Abschnitt noch durchaus als Nachschlagewerk brauchbar macht. Inhalt Ich würde dieses Buch eindeutig als Nachschlagwerk klassifizieren. Die Inhalte werden teilweise nur knapp und stichwortartig, wohl aber ausreichend vermittelt. Didaktik Es ist sicherlich ausreichend, um das Wissen für dieses Fach umfangreich abzudecken. Möchte man allerdings genauestes

Detailwissen erwerben, sollte man sich eher den „großen Löffler“ zulegen. Als angenehm empfinde ich die zahlreichen ergänzenden Abbildungen, die die einzelnen biochemischen Stoffwechselprozesse anschaulich unter Verwendung verschiedenster Farben illustrieren. Aufbau Zu Beginn eines jeden Kapitels findet sich eine Einleitung, die kurz anreißt, was einen in den nachfolgenden Abschnitten erwartet. Die Sprache ist für jemanden, der sich nicht sehr fit in der Biochemie fühlt, wahrscheinlich eher komplex. Die Gliederung des Buches finde ich ansprechend. Drei Hauptthemen umfassen vielerlei sinnvoll angelegte Kapitel, die das jeweilige Themengebiet abdecken. Das Sachverzeichnis ist sehr ausführlich gehalten, so dass verschiedenste Aspekte auch schnell gefunden werden können. Wichtige Begriffe werden fettkursiv hervorgehoben.

Preis Auch wenn ein Preis von 28 Euro bei einem Buch von insgesamt 818 Seiten verlockend günstig erscheint, kann ich es nur denjenigen empfehlen, die sich in der Biochemie recht sicher fühlen und auf der Suche nach einem kleinen Nachschlagwerk sind. Fazit Ich halte den „kleinen Löffler“ für ein umfassendes, fachlich adäquates Nachschlagewerk, vor allem für diejenigen, die Biochemie gerne mögen und auch gut und schnell verstehen. Allen anderen empfehle ich zusätzlich die Anschaffung eines evtl. etwas teureren Werkes, in dem Zusammenhänge detaillierter für „Nicht-Biochemiker“ erklärt werden. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw128

Intensivkurs Biochemie, Dettmer, Folkerts, Kächler, Sönnichsen (Urban & Fischer) von Annekathrin Sichling (6. Semester in München)

Titel: Intensivkurs Biochemie Autoren: Dettmer, Folkerts, Kächler, Sönnichsen Verlag: Urban & Fischer ISBN: 3-437-44450-6 Preis: 34,95 €

Kurzbeschreibung Der Intensivkurs Biochemie macht seinem Titel alle Ehre: In kompakter und stringenter Form werden alle wesent-

lichen Themen und Zusammenhänge der Biochemie abgehandelt und in verständliche Worte gepackt. Die Theorie wird ergänzt mit Verweisen zur klinischen Relevanz des Gelernten. Zielgruppe Gedacht ist das Lehrbuch in erster Linie für den Studenten der Vorklinik, der sich den umfangreichen Stoff der Biochemie erstmalig aneignet, Inhalte wiederholt und sich schließlich auf’s Physikum vorbereitet. Auch ohne Vorwissen kommt man gut in die Materie hinein. Inhalt Genau so intensiv wie nötig aber nicht ausführlicher als für die Vorklinik vertretbar werden die jeweiligen Themen behandelt. Trotzdem ist der Intensivkurs kein Kurzlehrbuch im herkömmlichen Sinne sondern durchaus ein Nachschlagewerk, das sowohl bei Detailfragen als auch beim Überblickgewinnen weiterhilft. Ein dicker Pluspunkt auch für die Einbindung der vielen Tabellen

Didaktik Ein gut durchdachtes Konzept: Eine sinnvolle thematische Aufteilung, über 400 bunte Abbildungen, Fotos und Formelzeichnungen in einem übersichtlichen Layout und jede Menge farbige Merke- und Klinikkästen und voilà!, heraus kommt ein Lehrbuch, das wirklich zum Lernen animieren kann! Aufbau Die 23 Kapitel behandeln jedes für Mediziner relevante Gebiet der Biochemie. Weitere Unterkapitel und Erläuterungen anhand Bildern und Lernkästen werden sowohl dem visuellen als auch dem textorientierten Leser zusagen. Wichtige Stichwörter sind fettgedruckt, im Register lässt sich jedes Detail nachschlagen. Preis Mit seinen € 34,95 ist das Buch kein ausgesprochenes Schnäppchen, aber das sollte nicht täuschen: Das Geld ist gut angelegt, erhält man hier doch für alle Fallstricke der biochemischen Welt das

wirklich nötige Rüstzeug. Und selbst nach dem Physikum dient es noch als Nachschlagewerk für die Pathobiochemie. Summa summarum: Ein mustergültiges Preis-/Leistungsverhältnis! Fazit Ein empfehlenswertes Lehrbuch, das die Gratwanderung zwischen notwendiger Wissensvermittlung dieses hochkomplexen und umfangreichen Faches einerseits und dem Spaß an der Materie elegant bewältigt; und wer Zusammenhänge endlich versteht, dem fällt natürlich auch das Lernen leichter. Mit den vielen Merkeund Klinikkästen und dem didaktisch hervorragend durchdachten Gesamtkonzept ist der Intensivkurs Biochemie ein Buch, das kaum Wünsche offen lässt. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw211


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Famulatur oder PJ im Ausland? Ja bitte! Doch an den Versicherungsschutz denken!

Exportschlager deutsche Mediziner

von Peter Dahlhausen

Die Haftpflichtversicherung - ein absolutes „Muss“ Der Reiz von Famulatur oder PJ im Ausland liegt u.a. darin begründet, dass man hohe medizinische Standards kennenlernen oder dass man vielfältige praktische Erfahrungen in der Arbeit am und mit dem Patienten machen kann. Aber: Für sein Handeln wird man im Zweifel auch zur Rechenschaft gezogen. Im Regelfall wird ein Student sicher nicht in Schadenersatzpflicht genommen werden, weil er in der Obhut einer Klinik oder eines aufsichtführenden Arztes steht. Dennoch sind direkte Ansprüche aufgrund einer fehlerhaften Behandlung nicht gänzlich auszuschließen.Für diesen Fall ist es wichtig, eine adäquate Haftpflichtversicherung im Rücken zu wissen, die im schlimmsten Fall entweder zahlt oder die Ansprüche der Kläger nach Prüfung abweist. Eine wichtige Frage dabei ist, wie hoch die Deckungssummen der Haftpflichtversicherung sein sollten. In der Regel dürften 3 Mio. EUR für Personenschäden ausreichend sein.

Rund-um-Schutz durch die private Unfallversicherung Unfälle zählen zu den höchsten Risiken überhaupt. Nicht umsonst sieht deshalb der Gesetzgeber vor, dass auch Studenten über die Berufsgenossenschaft (BG) staatlichen Schutz bei Unfällen genießen. Dieser Schutz endet jedoch an

Laut Ärzte-Zeitung vom 19.10.2006 zieht es immer mehr Mediziner aus Deutschland in artfremde Berufe. Nur 7.000 bis 8.000 von 11.000 Medizinstudenten jährlich wollen später als Arzt im weissen Kittel arbeiten. Doch auch diejenigen, die Spass am Arztberuf haben, hält es nicht in Deutschland. Laut Ärzte-Zeitung, die sich auf Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) beruft, waren im Jahr 2005 über 12.000 deutsche Ärzte im Ausland tätig. Dabei ziehe es vor allem hochqualifizierte Ärzte, wie Anästhesisten und Intensivmediziner, vorauszugsweise in die USA. Aber auch Angebot wie „easy-Jet German doctors“ seien sehr beliebt. Hier fliegen deutsche Ärzte übers Wochenende nach Großbritannien, um im sog. National Health Service in ärztlicher Tätigkeit auszuhelfen.

der Landesgrenze. Außerdem erstreckt er sich ausschließlich auf den Berufsbereich und schließt das „Private Leben“ aus. Bei einem Auslandsaufenthalt steht aber gerade dieses „Private Leben“ mit im Vordergrund, denn fast alle Studenten wollen neben der spezifischen Medizin im Gastland natürlich auch das Land selbst kennenlernen. Das Unfallrisiko in der Freizeit lässt sich nur durch eine private Unfallversicherung abdecken, die weltweit und Rund-um-die-Uhr schützt. Die Absicherung sollte neben dem unerlässlichen Invaliditätsschutz in jedem Fall auch Bergungskosten enthalten.

Krankenversicherungsschutz bis ans Ende der Welt Jeder Student besitzt eine eigene Krankenversicherung. Diese gilt jedoch, wenn sie über eine gesetzliche Krankenkasse besteht, nur für Deutschland. Auch die Abkommen, die von der Bundesrepublik mit einigen EU-Staaten getroffen wurden, sichern dem Studenten nicht zwingend die Übernahme aller entstandenen Kosten zu. Viele Ärzte stellen zum Beispiel Leistungen in Rechnung, die von der deutschen Kasse später nicht oder nur teilweise übernommen werden. Für die meisten Länder gibt es aber überhaupt keine Abkommen. Das bedeutet im Klartext, dass das Kostenrisiko alleine beim Studenten liegt! Eine Auslandskrankenversicherung einschl. angemessener Regelungen für den Fall eines Rücktransportes aus medizinischen Gründen ist daher unbedingt zu empfehlen. Wer z.B. im Reisebüro eine Auslandspolice abgeschlossen hat, der sollte sich nicht in Sicherheit wähnen. Zu prüfen ist unbedingt, ob diese auch Schutz bei Famulatur oder PJ, die als beruflich bedingter Auslandsaufenthalt gelten, bietet.

Neues Konzept für Fachzeitschriften auch das gewählte Gastland kann für den Studenten kein Entscheidungskriterium sein, eine entsprechende Versicherung abzuschließen, denn Risiken bestehen überall, nur die Ausprägung unterscheidet sich von Land zu Land oder von Klinik zu Klinik. Sowohl für die Famulatur,

als auch das PJ im Ausland gibt es über die BVMD speziell auf den Auslandsbedarf zugeschnittene Versicherungsangebote, bei denen die Leistung stimmt und der Preis den schmalen studentischen Geldbeutel schont. Informationen hierzu gibt es direkt unter www.bvmd.de.

SCHMITTGALL, STUTTGART

W

enn man Berichte über Famulaturen oder PJ-Tertiale im Ausland liest, dann wird der besondere Wert einer Auslandsfamulatur bzw. eines AuslandsPJ deutlich: Vielfach kann man dort durch praktisches Tun wesentlich mehr lernen als bei einer Famulatur oder im PJ hierzulande. Außerdem unterstützt ein Auslandsaufenthalt auch die spätere Bewerbung um eine Assistenzarztstelle. Doch wie steht es eigentlich um den Versicherungsschutz, wenn man so aktiv am Patienten arbeitet?

kurz notiert

Der Georg Thieme Verlag hat seine Fachzeitschriften um das„up2date“ Prinzip erweitert. Dabei werden die Fachartikel in den Zeitschriften so gebunden, dass diese in einem Sammelordner abgeheftet ein eigenständiges, sehr aktuelles Fachbuch ergeben. Bereits im „up2date“-System erschienen sind u.a. die Zeitschrift „Notfallmedizin up2date“, „Pädiatrie up2date“, „Kardiologie up2date“ oder „Radiologie up2date“. Die „Notfallmedizin up2date“ kann zur Zeit auf den Seiten von MEDI-LEARN kostenlos zwei Ausgabe Probegelesen werden. Das Bestellformular und weitere Infos findet ihr unter www.medi-learn.de/up2date.

Gute Leistungen im Physikum belohnt

Preis und Leistung der Versicherung müssen stimmen

Lektorat: Jan-Peter Wulf, Simone Arnold Layout & Graphik: Angelika Lehle, Daniel Lüdeling (Cartoons)

Während die Ruhr-Universität Bochum im deutschlandweiten Vergleich Platz sechs im Physikum belegt hat, wurden drei junge Medizinstudenten mit dem Fakultätspreis der Ruhr-Universität Bochum ausgezeichnet. Mit diesem Preis werden Studenten geehrt, die 95% der Fragen korrekt beantwortet haben. Im Rahmen der Erstsemesterbegrüßung in Bochum wurde der Preis überreicht. Wichtigste Begleiterscheinung für die geehrten Jungmediziner: Der Preis ist mit 250 EUR dotiert.

Berichte: Akja Fenjason, Peter Dahlhausen, Janine Döpker, Alenka Vogel, Marie-Christine Kuhl, David Simons, Sabine Gerich, Stephanie Schipmann, Marco Strassner, Kai Uwe Bohn

Goldene Promotion an der Uni Leipzig

Die geschilderten Risiken sind nicht von der Dauer des Aufenthaltes abhängig und

IMPRESSUM Herausgeber: MEDI-LEARN, ISSN 1860-8590 Bahnhofstraße 26b, 35037 Marburg/Lahn Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-29 E-Mail: redaktion@medi-learn.de, www.medi-learn.de Redaktion: Jens Plasger (Redaktionsleitung), Christian Weier (V.i.S.d.P.), Angelika Lehle, Trojan Urban, Marlies Lehmkuhl, Lilian Goharian, Dr. med. Dipl.-Psych. Bringfried Müller, Thomas Brockfeld

Medizinische Fachbegriffe sucht man nicht im Grünen

Druck: Druckerei + Verlag Wenzel, Am Krekel 47, 35039 Marburg/Lahn Tel: 0 64 21/17 32 60, Telefax: 0 64 21/17 32 69 Anzeigenbetreuung: Christian Weier, Olbrichtweg 11, 24145 Kiel Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-29 E-Mail: christian.weier@medi-learn.de. - Es gilt die Anzeigenpreisliste 02/2005.

● Topaktuell:

Bildnachweis: www.photocase.com, www.istockphoto.com, www.sxc.hu, Photos Messe Bremen, Artikelautoren, Universität Heidelberg

● Extraprall:

Erscheinungsort: Marburg Die MEDI-LEARN Zeitung erscheint fünfmal pro Jahr und wird als Beilage der Zeitschrift Via medici aus dem Georg Thieme Verlag, Stuttgart, zugelegt. Der Bezug ist für Abonnenten der Via medici in deren Abonnement bereits enthalten. Der Einzelpreis beträgt 1,90 €. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos etc. kann der Verlag keine Gewähr übernehmen. Nachdruck – auch in Auszügen – nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung. Der Verlag kann für Preisangaben keine Garantie übernehmen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Bei allen Gewinnspielen und Aktionen ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Anregungen und Redaktionskontakt per E-Mail unter: redaktion@medi-learn.de.

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Am 25. Oktober fand in Leipzig ein feierlicher Akt für 101 Absolventen der medizinischen Fakultät statt, die zwischen 1951 bis 1956 in Leipzig studiert haben. Höhepunkt der gemeinsamen Feier ist die Übergabe der Goldenen Promotionsurkunde an die vorwiegend männlichen Absolventen. Aus den 101 Absolventen des Matrikels gingen 15 Professoren hervor, unter ihnen Prof. Dr. Karl Bilek. Organisiert wurde das Treffen von Dr. med. Karl-Heinz-Krämer, der nach seinem Studium als Gynäkologe in Leipzig gearbeitet hat.

Verlosung: Bei allen Verlosungen in dieser Ausgabe ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Der Einsendeschluss ist am 28. Februar 2007. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt und in der nächsten Ausgabe der MEDI-LEARN Zeitung bekannt gegeben. Dein Artikel bei MEDI-LEARN? Wir freuen uns über die Zusendung von Erfahrungsberichten und anderen Artikeln und belohnen die Autoren mit Fachbüchern. Alle weiteren Infos findest du unter www.medi-learn.de/artikel.

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Ein Plausch mit dem Prüfer oder entspannt durch die Prüfung Lernstrategien, MC-Techniken und Prüfungsrhetorik

Sauber starten: Das „Warming-up“

Auszug aus der MEDI-LEARN Skriptenreihe

Effektive Vorbereitung auf die mündliche Prüfung Auf Augenhöhe mit dem Prüfer: Die mündliche Prüfung ist für die meisten Studenten der Stoff, aus dem die Alpträume sind. Zahlreiche Frontberichte vergangener Prüfungsjahrgänge legen den Schluss nahe, die mündliche Prüfung sei gewissermaßen ein „freestyle event“, deren Ausgang nicht von fachlicher Leistung, sondern vielmehr von der Subjektivität und Willkür des Prüfers abhinge. Dieser hohe Grad an Unkalkulierbarkeit ist es, der Angstphantasien nährt und erwachsene Prüflinge mitunter zu ängstlich brabbelnden Kindern mutieren lässt. Höchste Zeit also, sich einmal eingehend mit dem Prüfungsgespräch zu beschäftigen ...

Prüfen und plauschen Die mündliche Prüfung ist eine Kommunikation im direkten menschlichen Kontakt. Ergo greifen hier genau dieselben Mechanismen, die in jeder direkten Gesprächssituation wirksam sind. Da wir einen großen Teil unseres Lebens mit Reden verbringen, sind wir alle in Sachen Kommunikation regelrechte Profis. Aufgrund jahrelanger Gesprächspraxis verfügen wir nämlich über ein erlerntes Verhaltensprogramm zur erfolgreichen Gesprächsführung. So sind wir beispielsweise schon als Kinder in der Lage, unsere Eltern davon zu überzeugen, dass das Barbie-Mobil nicht etwa ein Haufen rosa Plastikschrott ist, sondern das entscheidende Requisit, um aus uns einen glücklichen Menschen zu machen. Doch leider ist uns in der Regel nicht bewusst, welche Strategien wir im einzelnen anwenden, um unsere Gesprächsziele zu erreichen. Wollen wir das Prüfungsgespräch erfolgreich meistern, wird es jedoch höchste Zeit, das zu ändern!

Schein oder Sein? Die offiziellen und inoffiziellen Inhalte des Prüfungsgesprächs Wer kennt sie nicht, die Vielschwaller, Dünnbrettbohrer, Vertreternaturen, die trotz minimaler Fachkenntnisse den Prüfer derart betören, dass sie mit stolz geschwellter Brust und einer passablen Beurteilung den Prüfungsraum verlassen. Eine schreiende Ungerechtigkeit und Dokument professoraler Willkür? Nicht unbedingt, denn genau hier liegt der Schlüssel zum Erfolg. Es kommt nämlich nicht (allein) darauf an, das erforderliche Fachwissen zu besitzen, vielmehr muss man in der Lage sein, dem Prüfer dessen Vorhandensein überzeugend zu präsentieren.

MERKE: Jede menschliche Kommunikation verläuft gleichzeitig auf zwei Ebenen, der Vernunft- und der Gefühlsebene. Den Nachweis unserer fachlichen Qualifikation erbringen wir im Idealfall über unsere inhaltlichen Äußerungen, die der Prüfer auf der Vernunftebene wahrnimmt und bewertet. Während in der Anonymität der Prüfungsklausur ausschließlich die sachlich korrekte Aussage über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, wird in der mündlichen Prüfung jedoch nicht nur das Fachwissen, sondern auch die Person des Kandidaten einer Beurteilung unter-

zogen. Der Kandidat muss nämlich nicht nur beweisen, dass er über die seinem Ausbildungsstand entsprechenden geforderten fachlichen Qualitäten, sondern auch über die charakterliche Eignung eines Arztes in spe verfügt. Hierzu zählen z.B. Selbstsicherheit, Belastbarkeit, angemessene Umgangsformen etc. All dies vermittelt der Prüfling unbewusst und zumeist durch Signale auf der nonverbalen Ebene, wie durch seine äußere Erscheinung, seine Sprache oder Körperhaltung. Ein interessantes Detail in diesem Zusammenhang ist die kommunikationswissenschaftliche Erkenntnis, dass die Gefühlsebene im Gespräch die Wahrnehmung auf der Vernunftebene maßgeblich beeinflusst. Grund hierfür ist, dass beim Erstkontakt zwischen zwei Fremden ein Verhaltensprogramm abläuft, dass noch aus grauer Vorzeit stammt und in einer potentiell feindlichen Umwelt (Säbelzahntiger, feindliche Stämme...) menschliches Überleben sichern sollte. Im Sinne einer „fight-orflight-Entscheidung“ musste blitzschnell eine Einschätzung der Situation bzw. des Gegenübers vorgenommen werden, die das weitere Handeln bestimmte. Exakt diese Orientierungsreaktion läuft auch heute noch in uns ab, und da diese Orientierung nur wenige Sekunden dauert, liegt die Vermutung nahe, dass unsere hauptsächlichen Informationsquellen non-verbaler Natur sind. Ergänzt wird diese Erkenntnis durch Forschungsergebnisse aus der Wahrnehmungspsychologie, die besagen, dass jeder Mensch bestrebt ist, für Annahmen, die er zu Beginn einer Kommunikationssituation gemacht hat, im Gesprächsverlauf weitere Indizien zu finden. Entgegen anders lautender Gerüchte ist ein Prüfer auch nur ein Mensch, d.h. auch seine Wahrnehmung und Meinungsbildung folgt den oben beschriebenen Mechanismen. Hat man sich dies vergegenwärtigt, kann man sich gezielt auch auf diesen wichtigen Aspekt des Prüfungsgesprächs vorbereiten.

Tasten und testen: Die Begrüßungsphase In der Begrüßungsphase tasten sich die Gesprächspartner aneinander heran. Es entsteht ein erster Eindruck vom Prüfling, ein „Vor-Urteil“, für das der Prüfer im weiteren Gesprächsverlauf versuchen wird, immer neue Belege zu finden. Zur Not wird das Gehörte/Gesehene im Unterbewusstsein kurzerhand passend gemacht, um eventuelle Disharmonien zwischen Vernunft- und Gefühlsebene zu beseitigen. Da die Begrüßungsphase sehr knapp und wortarm ist, entsteht der prägende Erst-Eindruck (primacy effect) hauptsächlich aufgrund der vom Prüfling vermittelten non-verbalen Signale. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache können die folgenden Tipps den Prüfer positiv auf uns einstellen:

und den eigenen Vorstellungen zu entscheiden, damit uns am Tag X nichts aus der Fassung bringt. Auch kann es nicht schaden, das Prüfungsoutfit Probe zu tragen. Auf diese Weise können wir unser äußeres Erscheinungsbild mit unserem Selbstbild in Einklang bringen. Dieser scheinbar alberne Mummenschanz hat einen durchaus ernsthaften Hintergrund, denn: Wer sich in der Prüfung irgendwie verkleidet, sich in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt oder lächerlich fühlt, könnte ungewollt die falschen Signale in Richtung Prüfer aussenden...

Körperhaltung und Auftreten Die Haltung des Körpers ist eine der wichtigsten Strategien, um bewusst Kompetenzsignale zu senden. Entspanntheit und Selbstbewusstsein als positive Verhaltensmerkmale können durch eine kontrollierte Körperhaltung zum Ausdruck gebracht werden. Bewegt man sich beim Betreten des Prüfungsraums auf den Prüfer zu, sollte der Gang im Tempo gemäßigt sein und eine bewusst aufrechte Haltung Dynamik und Selbstbewusstsein signalisieren. Probiert unterschiedliche Gangarten im Hinblick auf Tempo und Anspannung aus, indem ihr auf euer Spiegelbild zugeht und es als imaginären Prüfer begrüßt. Die zunehmende Routine führt zur Entspannung, so dass sich das gewünschte Kompetenzsignal von allein einstellt. Später kann das Gangtraining um die Komponente Blickkontakt erweitert werden. Geht auf den „Prüfer“ im Spiegel zu und versucht, dem Blickkontakt standzuhalten. Dem Gegenüber in die Augen sehen zu können, signalisiert Ebenbürtigkeit und hilft dabei, als Gesprächspartner und nicht als Opfer gesehen zu werden. Bitte das Lächeln nicht vergessen, ansonsten wirkt ein fester Blick aggressiv und der Prüfer könnte sich aufgefordert fühlen zu zeigen, wer der Herr im Haus ist... Probiert verschiedene Sitzpositionen aus! Benutzt auch hier euer Spiegelbild als Kontrolle. Ziel ist es, eine Sitzposition zu finden, die Selbstbewusstsein und Entspanntheit ausdrückt, z.B. mit übereinander geschlagenen Beinen, die Hände lose im Schoß oder entspannt auf dem Tisch. Die ideale Sitzposition vermeidet häufige Korrekturen (gern als nervöses Gezappel = Unsicherheit interpretiert).

Übrigens . . .

Kleidung und äußere Erscheinung Die äußere Erscheinung am Prüfungstag sollte dem formalen Anlass einer Prüfung gerecht werden. Textile Demonstrationen der eigenen Individualität sollten aus taktischen Gründen entfallen. Ratsam ist dagegen, sich für einen möglichst optimalen Kompromiss zwischen den Anforderungen der Prüfungssituation

eher als Täter agieren, während ein potentieller Gesprächspartner eher zu partnerschaftlichem Verhalten animiert. („Kehlezeigen“ funktioniert leider nur in der Tierwelt mit einiger Zuverlässigkeit...)

Noch ein wichtiger Hinweis: Immer wieder versuchen Prüflinge, einen Mitleidsbonus bei ihrem Prüfer zu ergattern, indem sie ihre Nervosität und Unsicherheit nur allzu deutlich zur Schau stellen. Leider verfehlt diese Strategie in den meisten Fällen ihren Zweck, da Verhalten stets spiegelbildliches Verhalten provoziert. Will heißen: Einem vermeintlichen Opfer gegenüber wird der Prüfer

Als Warming-up bezeichnet man die Phase im Prüfungsgespräch, in der die ersten inhaltlichen Äußerungen getroffen werden. Zur Annäherung und zum Stressabbau stellt der Prüfer hier in der Regel eine offene Eingangsfrage. Das bedeutet: Der Prüfling hat den aktiven Sprecherpart und verfügt bei der Antwortgestaltung sowohl zeitlich als auch inhaltlich über einen maximalen Freiheitsgrad, indem er allein entscheidet, WAS und WIEVIEL er erzählt. Dieses Angebot ist eine einmalige Gelegenheit, sicheres Wissen effektvoll zu präsentieren, während die weißen Flecken auf unserer thematischen Wissenskarte gekonnt umgangen werden. Das Warming-up ist beendet, sobald der Prüfling seinen Redefluss unterbricht oder durch signifikante fachliche Fehler den Prüfer aktiviert. Euer Verhaltensziel in dieser Phase muss es daher sein, ein Maximum an Prüfungszeit durch selbst bestimmtes Sprechen zu verbrauchen und eine vorzeitige Einmischung des Prüfers zu verhindern. Hier eine Auswahl geeigneter Strategien:

Kontrolle des eigenen Sprechtempos. Langsames Sprechen verbraucht Prüfungszeit, hat einen selbstberuhigenden Effekt und suggeriert darüber hinaus Selbstbewusstsein.

Übrigens . .. Das Sprechtempo lässt sich durch folgende Übung bewusst verlangsamen: Sprecht euch in eurem normalen Sprechtempo einen kurzen Text vor, den ihr auswendig hersagen könnt. Stoppt die Zeit und versucht in den folgenden Durchgängen, die Sprechzeit möglichst zu verdoppeln.Versucht auch im Alltagsgesprächen, sooft ihr daran denkt, euer Sprechtempo gezielt zu verlangsamen. Ihr werdet die Erfahrung machen, dass ihr euch besser konzentrieren könnt, euch insgesamt entspannter fühlt und dass eure Zuhörer aufmerksamer sind als üblich.

Sprechtempo kontrollieren In ihrer Aufregung neigen die meisten Prüflinge dazu, ihr Sprechtempo auf das doppelte Alltagsmaß zu erhöhen. Leider ist man bei einem solchen Tempo auch genötigt, die doppelte Menge an Information zu liefern. Das Ergebnis: Ist das zur Beantwortung der Prüferfrage vorhandene Fachwissen begrenzt, hat man vorzeitig seine Munition verschossen und der Prüfer übernimmt den aktiven Part. Außerdem kann die doppelte Menge an Informationen auch die doppelte Menge potentieller Fehler enthalten, was den gewollten Eindruck unserer Fachkompetenz nicht unbedingt unterstreicht... Das Mittel der Wahl ist hier eine bewusste

Antworten sinnvoll strukturieren Verfahrt bei euren Antworten grundsätzlich nach der Faustregel Skelett vor Detail. Eine vom Allgemeinen zum Speziellen voranschreitende Antwortstruktur erlaubt euch, ein Maximum an Prüfungszeit selbst bestimmt zu gestalten und eine vorzeitige Einmischung des Prüfers zu verhindern. Je mehr ihr (quantitativ) zu sagen habt, desto deutlicher gelingt es euch, (Fach-)Kompetenz zu suggerieren. Es sei allerdings angemerkt, dass eine unabdingbare Erfolgsvoraussetzung für diese Strategie die fachliche Korrektheit eurer Äußerungen ist. Als Übung könnt ihr euch eine Zusammenstellung der großen Themen in den


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www.medi-learn.de prüfungsrelevanten Fächern anfertigen (z.B. Physiologie = Niere, Hormone...). Kleidet dann diese Themen in eine offene Eingangsfrage (z.B. „Erzählen Sie mir doch mal etwas über...“) und gebt euch selbst die Antwort, indem ihr bewusst vom Allgemeinen zum Speziellen voranschreitet. Notiert euch, an welcher Stelle ihr ins Stocken kommt und versucht, beim nächsten Durchgang einen geeigneten Anschluss zu finden. Wenn eure Phantasie ein wenig Starthilfe benötigt, geht einfach das Inhaltsverzeichnis eines beliebigen Lehrbuchs unter der Fragestellung durch: Was würde ich sagen, wenn mich der Prüfer fragt: „Erzählen Sie mir etwas zu (Überschrift aus dem Inhaltsverzeichnis)?“ Führt als Training in eurer Arbeitsgruppe eine Simulation dieser Gesprächsphase durch. Lasst euch eine offene Eingangsfrage stellen und bittet die anderen, sich überall dort mit Fragen einzuschalten, wo eine Nachfra-

zu behalten, muss jedoch verhindert werden, dass der Prüfer die eingeschobenen Pausen als Startsignal missdeutet.

Übrigens... Versucht einfach als Übung ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Pausenlänge vom Prüfer toleriert wird. Bittet eure Arbeitsgruppe, euch zu prüfen und setzt bewusst Pausen, ohne die Mitspieler über euer Trainingsziel zu informieren. Achtet im Prüfungsverlauf dann jeweils auf die Pausenlänge bis zur nächsten Prüfereinmischung. Auf diese Weise gewinnt ihr ein sicheres Gefühl für die zeitliche Angemessenheit von Sprechpausen.

Solltet ihr in der Prüfung eine Pause zum Nachdenken brauchen, sollte dies unbedingt kommentiert werden, um den Prüfer von der Übernahme des Sprecherparts abzuhalten. Am besten legt man sich schon während der Prüfungsvorbereitung eine Formulierung für diesen Fall zurecht, damit man im Ernstfall nicht durch sprachliche Improvisationen ins Trudeln kommt (z.B. „Entschuldigen Sie bitte, ich muss ganz kurz meine Gedanken ordnen ...“). Den höchsten Stressfaktor im Prüfungsgespräch haben Pausen, weil man auf Anhieb keine Antwort parat hat. Versucht an dieser Stelle „laut zu denken“, d.h. lasst den Prüfer an eurer Antwortfindung teilhaben. Bemüht euch, auf der Basis euch bekannter Fakten eine Antwort herzuleiten. Immerhin ist dieses Verfahren besser als ein vorschnelles Passen, da ihr auf diese Weise wenigstens in Teilbereichen eure Kompetenz dokumentieren könnt.

sollte es daher sein, die Zahl der Prüferfragen möglichst gering zu halten und auch deren Tiefenreichweite auf ein für euch vertretbares Maß zu begrenzen. Hier einige Vorschläge zum strategischen Vorgehen:

Antworten sinnvoll strukturieren Wie schon in der Frühphase des Prüfungsgesprächs sollten auch jetzt die Antworten generell vom Allgemeinen zum Speziellen strukturiert werden. Grundlage dieser Faustregel ist die Erkenntnis, dass jede unserer fachlichen Äußerungen ein potentielles Angebot an den Prüfer darstellt, uns mit weiterführenden Fragen auf den Zahn zu fühlen. Die wenigsten Prüfer verfügen nämlich über einen vorgefertigten Fragenkatalog und greifen daher dankbar jede Anregung für die weitere inhaltliche Gestaltung des Prüfungsgesprächs auf. Um die Prüfungsthemen und die Fragerichtung des Prüfers steuern zu können, solltet ihr zunächst nur relativ allgemeine Aussagen treffen, um euch dann nach und nach zu spezielleren Themenaspekten vorzuarbeiten. Hakt der Prüfer auf der oberen Ebene ein, stehen euch bei dieser Vorgehensweise noch genug Detailinformationen zur Verfügung, um Rede und Antwort stehen zu können. Verfahrt ihr umgekehrt, lauft ihr Gefahr, dass die zuerst angebotenen Details zum Ausgangspunkt für noch detailliertere Prüferfragen

Antwortspielräume ausbauen Weniger Prüferfragen bedeuten mehr Antwortspielräume für den Prüfling. Gleichzeitig erlaubt die quantitative Minimierung der Prüferfragen dem Kandidaten besser zu steuern, was er darstellen will oder kann, so dass sich die Gefahr, bei Lücken ertappt zu werden, erheblich verringert. Und nicht zuletzt bedeutet ein selbst bestimmtes und möglichst ausgedehntes Gestalten von Prüfungszeit, dass weniger Themen/Gebiete abgefragt werden können. • Gewöhnt euch daher in Prüfungssimulationen an, grundsätzlich in ganzen, zusammenhängenden Sätzen zu antworten. Klingt banal, ist es aber nicht, zumal sich unter dem Eindruck der Prüfungssituation so manch forscher Redner zum einsilbigen Stammler wandelt. • Denkt daran, dass (selbst richtige) Stichworte häufig geraten wirken und bei der Endbeurteilung im ungünstigsten Fall als bloßes Fragmentwissen eingestuft werden. • Kombiniert die Strategie der ausführlichen Formulierungen mit einer bewussten Kontrolle des Sprechtempos, um bei euren Antworten möglichst viel Prüfungszeit zu verbrauchen. • Trainiert die inhaltliche Strukturierung eurer Antworten unter dem Aspekt der Nachvollziehbarkeit. Sollte

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Laut und deutlich sprechen

ge erforderlich scheint. Je länger ihr dann ungestört reden könnt, desto besser ist eure Antwortstruktur.

Mit Pausen richtig umgehen Die meisten Prüflinge fühlen sich während des Prüfungsgesprächs permanent unter Zeitdruck. Folglich hasten sie durch die Themen, bis schließlich ihr Sprechen das Denken überholt und sich der Prüfer regulierend einschalten muss.Sprechpausen scheinen tabu, dabei haben Pausen eine überaus wichtige Funktion im Prüfungsgespräch. Schließlich geben sie dem Prüfling die nötige Zeit, seine Gedanken zu ordnen und fördern so einen logischstringenten Vortrag. Um den Sprecherpart und damit die aktive Gesprächssteuerung im Warming-up möglichst lange

Die Sprachqualität (Lautstärke, Intonation, Tempo) ist ein überaus deutliches Kompetenzsignal. Mit dem vorrangigen Ziel, in dieser Prüfungsphase eine vorzeitige Prüfereinmischung zu verhindern, ist insbesondere die Lautstärke von großer Bedeutung. Eine laute und klare Aussprache kann z.B. verhindern, dass der Prüfer eure Ausführungen rein akustisch nicht versteht und sich deshalb mit einer Frage einschaltet. Nicht selten wird damit eine ganze Kaskade von Missverständnissen in Gang gesetzt: Durch die Prüferfrage verunsichert, glaubt ihr möglicherweise, einen Fehler gemacht zu haben und euer Vortrag kommt abrupt zum Stillstand. Das wiederum missdeutet der Prüfer als Unwissen und hakt entweder mit Detailfragen zum Thema nach oder geht zum nächsten Thema über – allerdings nicht ohne sich ein entsprechendes Minus zur vorangegangenen Performance vermerkt zu haben...Abgesehen davon suggeriert eine angemessene Lautstärke, dass ihr hinter dem steht, was ihr sagt und ist damit eine eindeutige Dokumentation von Selbstbewusstsein und Kompetenz. Und bitte keine falsche Scheu: Eine geflüsterte Falschantwort (womöglich noch mit einem intonatorischen Fragezeichen am Ende) ist mit Blick auf die Endbeurteilung nicht weniger gravierend als eine laut und deutlich vorgetragene.

Die heiße Phase: Das „Frage-Antwort-Spiel“ Nach dem offenen Einstieg beginnt üblicherweise das „Frage-Antwort-Spiel“, das sich unangenehmerweise durch eine verstärkte Aktivität und Dominanz des Prüfers auszeichnet. Während die allgemein gehaltenen Fragen des Warming-up eher auf das Abfragen von Grundlagenkenntnissen zielten, geht es nun verstärkt in den Detailbereich. Euer vorrangiges Ziel in dieser Phase

Prüfertyp

Merkmale

Der Unaufmerksame

gibt kein sichtbares Feedback, verunsichert durch scheinbare Gleichgültigkeit.

Der offene Frager

stellt allgemeine Fragen; ist zufrieden, solange der Kandidat fließend vorträgt und keine allzu gravierenden Fehler macht.

Der Besserwisser

verunsichert dadurch, dass er jede Antwort präzisiert.

Der Sarkast (= „Spaßvogel“)

unterstreicht seine überlegene Position, indem er die Beiträge oder die Person des Prüflings ironisch entiert.

Der Philantrop

versucht aus jedem Prüfling das Beste herauszuholen, gibt Anhaltspunkte und Hilfestellungen.

Der Dynamische

legt ein atemberaubendes Tempo vor, stellt oft mehrere Fragen gleichzeitig und erwartet kurze und präzise Antworten.

Tabelle 10: Beispiele für Prüfertypen

dener Prüfertypen an. Ein Mitglied der Lerngruppe wählt dann heimlich einen Prüfertypen aus, den er in der folgenden Simulation verkörpern will. Nach der „Prüfung“ beurteilt der Prüfer das Anpassungsvermögen und gibt ggf. Hinweise zur Optimierung des Antwortstils.

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werden, so dass ihr womöglich vorzeitig passen müsst. Eine überzeugende Darstellung eurer Fachkompetenz wird dann vermutlich schwer fallen...

Das Prüfungsgespräch steuern Wer sein Gesicht in der Detailfragerunde wahren will, sollte möglichst kontrollierte Antworten geben, um sich ein Mindestmaß an thematischer Steuerung zu sichern. Nur so besteht die Möglichkeit, Nicht-Gewusstes dezent zu verschweigen und stattdessen sicher Gewusstes zu thematisieren. Aus diesem Grund sollten in den Antworten ausschließlich Angaben (z.B. Mengen, Größen, Fachtermini) gemacht werden, die bei näherer Nachfrage auch genauer erläutert werden können. Andererseits können Details auch gezielt eingeflochten werden, um den Prüfer zu Nachfragen zu provozieren und dann fachlich zu glänzen.

Übrigens . . . Auch hier lässt sich die Fähigkeit zur Gesprächssteuerung am besten in der Arbeitsgruppe trainieren, indem man versucht, fachliche Köder auszulegen und beobachtet, wann und wie der „Prüfer“ reagiert.

sich aus der Prüferperspektive ein roter Faden vermissen lassen, ist mit häufigen und vorzeitigen Einmischungen und damit mit dem Verlust des Sprecherparts zu rechnen.

Sich auf den Prüfer einstellen In der heißen Phase des Prüfungsgesprächs sollte jede unnötige Spannung zwischen Prüfer und Prüfling vermieden werden. Aus diesem Grund muss der Kandidat versuchen, sich möglichst schnell auf den Fragestil des Prüfers einzustellen. Ausschweifende Antworten werden den Stichwort-Frager ebenso in Wallung bringen wie TelegrammstilAntworten den offenen Frager. Die Konsequenz einer missglückten Einstellung auf den Prüfer ist in der Regel das vorzeitige Abkappen der Prüflingsbeiträge. Dadurch werden Selbstbewusstsein und Konzentrationsfähigkeit des Kandidaten unterminiert. Darüber hinaus könnte der Prüfer unbewusst die Unfähigkeit zur Verhaltenseinstellung mit einer allgemeinen bzw. fachlichen Unsicherheit assoziieren. Spielt daher in Prüfungssimulationen verschiedene Prüfertypen durch mit dem Trainingsziel, eure Antworten möglichst schnell dem Fragestil des Prüfers anzupassen. Fertigt dazu z.B. eine Kurzbeschreibung verschie-

Irgendwann kommt in den meisten Prüfungen der Punkt, an dem statt der gewünschten Antwort nur Fragezeichen vor unserem geistigen Auge erscheinen. In Panik greifen viele Kandidaten dann automatisch auf Strategien zurück, die noch aus dem Fundus ihrer Schülerzeit stammen und nicht nur deshalb der Vergangenheit angehören sollten. Formulierungen wie „Also, Sie können mir glauben, vorhin habe ich es noch gewusst!“ oder „Im Augenblick komme ich einfach nicht drauf...“ kennt ein Prüfungsprofi in- und auswendig, ebenso ihren Hintergrund. Günstiger ist es hier, mit offenen Karten zu spielen und mit einer Bemerkung wie „Tut mit leid, da bin ich im Augenblick überfragt...“ eine neue Spielrunde einzuleiten.

Lust auf mehr? Dieses Kapitel wurde aus dem MEDI-LEARN Skript „Lernstrategien, MC-Techniken und Prüfungsrhetorik“ entnommen. Neben diesem Einführungsband sind folgende Skripte ebenfalls im Buchhandel erschienen:

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Im Forum gelauscht

Mit 50 noch Medizin studieren?

Der Pieks gegen alles TCM-Famulatur in China von Sabine Gerich

Wenn es im ersten Bildungsweg nicht mit dem Traumstudium Medizin geklappt hat, man einen anderen Beruf ergriffen hat, kann man dann mit 50 Jahren das Medizinstudium noch aufnehmen? Darf man in „diesem Alter“ überhaupt noch Medizin studieren und welche Probleme können auf einen zukommen? Anhand einer Lebensgeschichte stellt der User „killekille“ genau diese interessante Frage im „Oldies-Forum“ von MEDI-LEARN: www.medi-learn.de/MF11269

stationären Patienten auch die gängigen Blut-Laborparameter bestimmt. Da die meisten Chinesen jedoch keine Krankenversicherung haben, werden sie oft trotzdem mit den billigeren „herbs“ behandelt. Andere wiederum sträuben sich aus Überzeugung gegen westliche Medikamente und Therapien.

AKUPUNKTUR-PIEKS BEI VERSCHIEDENSTEN

KRANKHEITSBILDERN

Jetzt wird es lokal Die MEDI-LEARN Foren sind die Anlaufstelle für Fragen junger Medizinstudenten im deutschsprachigen Raum. Mittlerweile werden rund 14.000 Beiträge pro Monat im Forum von Besuchern der Webseite geschrieben. Dabei dreht es sich nicht nur um Themen, die deutschlandweit von Interesse sind, in den Lokalforen können Medizinstudeten „örtliche“ Probleme mit Komillitonen erläutern. Die Foren werden immer beliebter - mittlerweile wurden rund 30.000 Beiträge in den 36 Unterforen geschrieben. Eine „lokale“ Entdeckungsreise, die sich lohnt, findest du unter: www.medi-learn.de/MT97

Schmutzfinger ade Hast du dich schon einmal gefragt, warum du eigentlich 10 Minuten lang die Hände desinfizieren muß, wenn du diese danach postwendend in sterile Latexhandschuhe steckst? Würde da die sogenannte mechanische Reinigung oder auf hochdeutsch das Händewaschen nicht ausreichen? Im Forum Fachsimpelei gehen die User des Forums diesem Problem gemeinsam nach - wenn dich die Ergebnisse interessieren oder du gar eine eigene Meinung zu der Frage hast, dann klick dich einfach rein: www.medi-learn.de/MF33464

Filmzitate Absolut unmedizinisch ist der Beitrag zum „Filmzitate“ raten. Doch auch das Medizinstudium besteht nicht nur aus Medizin und Lernen. Das zeigen die mittlerweile 191 Seiten in diesem Beitrag oder die 953 Antworten zum Thema „Filmzitate“. Doch wer einen Anknüpfungspunkt zum Medizinstudium sucht, der findet diesen in der Autorenschaft: Alle Teilnehmer des virtuellen „Filmzitate raten“ sind junge Mediziner - vielleicht gehörst du auch bald dazu und kannst dein multimediales „Fachwissen“ unter Beweis stellen: www.medi-learn.de/MF2825

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Wichtige Utensilien der Traditionellen Chinesischen Medizin

N

eun Millionen Einwohner! Für chinesische Verhältnisse ist Guangzhou (Kanton) dabei noch eine mittelgroße Stadt. Gelegen ist sie im Landesinneren am Perlfluss, etwa zwei Zugstunden entfernt von Hongkong. Auf den ersten Blick ist die Stadt sehr unübersichtlich, doch dank der zwei MetroLinien und einiger Erkundungsausflüge (Shopping und Sightseeing) fanden wir uns dann doch bald ganz gut zurecht. Der Campus liegt leider etwas außerhalb, so dass man bis „downtown“ etwa 45 Minuten Fahrzeit (je nach Verkehrslage) einkalkulieren musste. Guangzhou hat subtropisches Klima. Während unseres Aufenthaltes (August/ September) war es jeden Tag mindestens 35 Grad heiß, und das bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Einige Male hat es geregnet oder gewittert, zwar nie wirklich lange dafür aber gab es extrem heftige Schauer. Darum ein Ratschlag: Am besten abwaschbare, offene Schuhe tragen (Trekkingsandalen), einen Knirps-Regenschirm mitnehmen (oder billig in China kaufen) und in der Mittagspause möglichst nicht das klimatisierte Zimmer verlassen.

Hausschuhe vorhanden! Der Campus unserer Gastuniversität Jinan war überraschend groß und hübsch angelegt. Es gab drei kleine Seen, ein kleines Einkaufscenter mit Wäscherei (selber waschen lohnt sich hier wirklich nicht!), ein Freibad, Tennisplätze, ein Stadion und diverse andere Sportmöglichkeiten. Wir waren während der chinesischen Semesterferien dort, so dass nicht viele Menschen auf dem Campus waren, jedoch wohnen außer Studenten auch noch viele Krankenschwestern, Dozenten, Hausmeister und andere Angestellte hier, oft auch mit ihren Familien. An allen Toren stehen Wachen und kontrollieren, wer das Gelände betritt. Unsere Gruppe, die aus sechs Leuten bestand, war in drei Doppelzimmern in einem Wohnheim direkt auf dem Universitätsgelände untergebracht. Die Zimmer waren sauber und gut ausgestattet, sogar Hausschuhe,

Zahnbürste und ein Wasserkocher waren vorhanden. Nachdem wir an unserem ersten Abend von der uns betreuenden Frau Dr. Zhou in die Geheimnisse des chinesischen Essens (Shrimps in Salzkruste, süß-saurer Fisch, gebratene Auberginen, Kürbisgemüse, dünne Pfannkuchen) und das Benutzen der Stäbchen eingeführt worden waren, verpflegten wir uns meist selbst (bis auf einige Essenseinladungen von Ärzten).

AUF HÜHNERKRALLEN UND SCHWEINEMAGEN

Nach einem eher beschwerlichen Beginn auf der Akupunktur-Ambulanz, wir hatten leider keinerlei Vorkenntnisse auf diesem Gebiet, studierten wir gemeinsam mit Dr. Zhou an Modellen und an uns selbst. Wir bestimmten die Meridiane und suchten Akupunkturpunkte. Wir stachen uns gegenseitig, moxibustierten eifrigst und ließen uns sogar schröpfen. Es war für uns enorm überraschend, bei welch unterschiedlichen Krankheitsbildern hier akupunktiert wird: Rückenschmerzen, Tinnitus, Inkontinenz, Diabetes. Sehr wirksam ist sie bei Halsschmerzen und Schnupfen. Das haben wir am eigenen Leib erfahren, da ein paar von uns wegen der Klimaanlage mit Erkältung zu kämpfen hatten. An einem anderen Nachmittag erklärte Dr. Zhou uns noch die Ohr-Akupunktur, die gute Erfolge bei Hypertonie, Suchterkrankungen und Ver-

m

P v

dauungsproblemen erzielt. Sie ist jedoch ziemlich kompliziert, da die Punkte sehr nah beisammen liegen. Einige von uns haben auch noch ein paar Tage auf anderen Stationen verbracht (Orthopädie, Gynäkologie, Onkologie). Im Prinzip entspricht der Ablauf dort in etwa dem in unseren Krankenhäusern. Auf den chirurgischen Stationen ist jedoch die Infektionsrate aufgrund der mangelnden Sterilität höher. Die Patienten werden oft von ihren Angehörigen versorgt und gepflegt, denn der Krankenhausaufenthalt ist teuer und Einzelzimmer gibt es meines Wissens gar nicht. Die Zimmer haben normalerweise vier bis sechs Betten. Noch etwas zum Thema Gesundheit: AIDS und vor allem Hepatitis sind in China ein großes Problem. Handschuhe werden jedoch meist nur im OP getragen (am besten selbst mitbringen). Einen Mundschutz trägt aber jeder Arzt in der Ambulanz.

TCM weiterstudieren Ich habe meine Zeit in China sehr genossen und viel gelernt. Auch unsere sechsköpfige Gruppe hat sich sehr gut verstanden und wir hatten viel Spaß. Zwar war es oft etwas schwierig, zurechtzukommen, doch eine Lösung gab es immer und im Nachhinein kann man stolz darauf sein, das Problem gelöst zu haben! Ich werde mich mit TCM und Akupunktur auf jeden Fall in Deutschland weiterhin beschäftigen, da ich denke, dass die Kombination mit westlicher Schulmedizin vor allem bei der Schmerztherapie sehr sinnvoll und wirksam ist.

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VERZICHTETEN WIR DANKEND

Manches war extrem scharf und bei Innereien, Hühnerkrallen oder Schweinemagen haben wir dankend verzichtet. Ansonsten ist aber Probieren angesagt! Essen ist in China nirgendwo ein Problem, da es wahnsinnig wichtig für die Kultur ist. Man kann praktisch überall irgendwelche Kleinigkeiten (Tintenfisch am Spieß, Fischbällchen, gefüllte Teigtaschen etc.) kaufen. Außerdem erhielten wir eine Berechtigungskarte für die Krankenhauskantine, in der man dann mittags für weniger als einen Euro wirklich gut und relativ abwechslungsreich essen konnte.

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TCM und Akupunktur Frau Dr. Zhou führte uns in den ersten Wochen in die Geheimnisse der Traditionellen Chinesischen Medizin ein. Sie erklärte uns die Zungen- und Pulsdiagnostik, die wir gleich an uns üben durften. Wir lernten die Grundlagen der TCM und die Theorie der Fünf Elemente, sowie diverse Kräuter und Zutaten und deren verschiedene Zubereitungsarten kennen. Bei Lehrvisiten auf der TCM-Station, einem Besuch der TCM-Apotheke und der Ambulanz konnten wir dann unser Wissen gleich testen und vertiefen. Wir erfuhren auch, dass die westliche Schulmedizin zumindest an der Uni-Klinik in etwa gleich gestellt ist und ebenso angewendet wird. So werden bei allen

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Haben wir einen freien Willen?

Im Forum gelauscht

My Brain did it!

Fitzelkram lernen?

von PsychPress

Sowohl im Physikum als auch im Hammerexamen werden teilweise sehr detaillierte medizinische Fakten geprüft. Grund genug einmal darüber zu diskutieren, ob man zum Beispiel wirklich wissen muss, welches Connexin wo eingebaut wird, auch wenn es keinerlei Relevanz für eine klinischen Tätigkeit hätte. Braucht man „nur“ ein solides und breites Basiswissen oder muss man sich auf die Detail-Fitzel-Fakten konzentrieren und diese lernen, bevor man zur schriftlichen Prüfung antritt? Was deine Komillitonen dazu sagen, erfährst du im MEDI-LEARN Forum: www.medi-learn.de/MF33667

D

er Geschichte von dem Rechtsanwalt, der dem Gericht farbige Kernspin-Bilder vom Gehirn seines Mandanten vorlegt und aufgrund bestimmter Merkmale Freispruch fordert, liegt letztlich die Frage zugrunde: Funktioniert unsere Welt determiniert oder indeterminiert? Also: Haben wir einen freien Willen oder nicht? Wenn wir keinen freien Willen haben, wie es die Forschungsergebnisse einiger führender Hirnforscher der letzten Jahre nahe legen, dann wäre ein Straftäter für seine Tat nicht verantwortlich zu machen. Er könnte sich darauf berufen: „My Brain did it“. In diesem Fall müssten wir, philosophisch gesehen, einen totalen Determinismus annehmen, von dem Einstein schon sagte: „Jede andere Zukunft als die, die seit Ewigkeiten feststeht, ist unmöglich“. Da die These eines solchen absoluten Determinismus aus prinzipiellen Gründen weder verifiziert noch falsifiziert werden kann, handelt es sich um einen Glaubenssatz. Die moderne Physik äußert zudem den Einwand, dass beispielsweise chaostheoretische Systeme zwar retrospektiv kausal erklärbar sind, aber es wird bezweifelt, dass sie prospektiv vollkommen determiniert sind.

Heftiger Gelehrtenstreit Das Ende des physikalischen Determinismus seit Werner Heisenbergs Unschärferelation bedeutet selbstverständlich nicht gleich Freiheit. Nachdem das Gefühl, bei der Willensbildung und der Handlungsentscheidung frei zu sein, von Hirnforschern in den Bereich der Illusion verwiesen wurde, ist eine heftige Diskussion vor allem zwischen Hirnforschern, Philosophen und Theologen entbrannt. In der Zeitschrift „Fortschritte der Neurologie, Psychiatrie“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart) werden zumindest aus forensischer Perspektive Argumente vorgebracht, wonach es keinen Grund gibt, das Konzept individueller Verantwortlichkeit und damit auch Schuldmöglichkeit aufzugeben. Unbestritten gibt es neurobiologische Befunde, die mit bestimmten Fähigkeiten oder Defiziten assoziiert sind. Allerdings sind diese nicht in der Lage, häufig vorkommende Verhaltensweisen auf eine neurobiologische Kausalität zurückzuführen. Zweifellos ist es ein Erkenntnisgewinn, wenn bei Vorliegen motorischer und sensibler Ausfälle durch bildgebende Verfahren ein Hirntumor als Ursache ermittelt wird. Bei forensischen Fragen jedoch ist die „Symptomatik“ das strafrechtliche Verhalten, das weniger gut experimentell replizierbar und kausal auf eine einzige umschriebene Ursache zurückzuführen ist. Im forensischen Bereich gibt es daher meist keine eindimensionalen Kausalitätsbeziehungen, die allein aus funktionell hirnbiologischen Befunden abgeleitet werden könnten. Natürlich ist es interessant zu untersuchen, ob sich zum Beispiel Empathiedefizite bei dissozialen Straftätern auch in hirnbiologischen Korrelaten wieder finden. Bis auf weiteres aber sind Empathiedefizite auf der Verhaltensebene ungleich präziser abbildbar. Gegenwärtig ist es noch nicht gelungen, allgemeingültige kausale Beziehungen zwischen hirnbiologischen Korrelaten und spezifischen strafrechtlich relevanten Verhaltensweisen nachzuweisen, wie es das Beispiel zu Beginn dieses Artikels suggeriert, und es ist fraglich, ob dies jemals möglich sein wird. Dazu kommt, dass sicher auch genetische Dispositionen, prä-

Wie war das erste Hammerexamen?

Funktioniert unsere Welt determiniert oder indeterminiert?

gende biographische Einflüsse, situative Interaktionen sowie der Beobachtung zugängliche Kognitionen ebenso Kausalität beanspruchen können wie neuro-

biologische Korrelate. Und schließlich ist für forensische Belange die Frage nicht, ob, sondern in welchem Ausmaß das Verhalten determiniert ist. Dem Grad

der Determinierung – zwischen null und hundert Prozent – ließe sich theoretisch eine Wahrscheinlichkeit für das Eintreffen der entsprechenden Verhaltensweise zuordnen. Determinierung ist also nicht absolut, sondern relativ.

Contra Determinierung Für die weitere Diskussion zum Thema „freier Wille“ wäre es aus Sicht der Autoren sicher hilfreich, wenn dieser Begriff mit seiner in der Tradition Kants liegenden engen inhaltlichen Nähe zu bewussten Kognitionen zu Gunsten der Begrifflichkeit „einem Individuum verfügbarer Entscheidungsoptionen“ ersetzt würde. Der Grad an Entscheidungsoptionen, die einer handelnden Person zur Verfügung stehen, lässt sich dabei aus praktischer Sicht am Spektrum ihrer – im Verhalten erkennbaren – Handlungsmöglichkeiten messen. Zusammenfassend ergibt sich, dass die modernen neurobiologischen Forschungsmethoden bisher schon wichtige Fortschritte hinsichtlich der Funktionsweise des Gehirns und psychischer Funktionen erzielen konnten, die Einfluss auf menschliche Verhaltensweisen haben. Je deutlicher Funktionen, wie Planung, Entscheidung, Verhaltenssteuerung, Wahrnehmung und Denken, in den Handlungen sichtbar werden, desto eher spricht dies gegen eine vollständige Determinierung oder eine eingeschränkte Schuldfähigkeit. Für die Einschränkung der Schuldfähigkeit reicht es nicht aus, dass ein bestimmtes Verhalten einen Grund hat. Zu prüfen ist vielmehr, in welchem Ausprägungsgrad psychische Funktionen, die für die Steuerung von Verhaltensweisen wichtig sind, eingeschränkt waren. Für die Beurteilung der Schuldfähigkeit bleibt also das Prinzip relativer Determinierung, das heißt die Bestimmung des Grades der Determiniertheit potenziell Schuld vermindernder Faktoren und damit die konkrete Beobachtung des Verhaltens ein zentraler Ansatzpunkt. Beim heutigen Stand der Forschung fehlt es an empirischen Grundlagen für eine vollständige neurobiologische Determinierung menschlichen Verhaltens, so dass die individuelle Schuld nicht einfach auf das Gehirn abgewälzt werden kann. Es bleibt also vorerst dabei: „I did it“.

Es ist vollbracht. Die ersten mutigen Studenten haben im Oktober das Hammerexamen geschrieben. Sie durften an drei Prüfungstagen ihr Wissen in neuer Form unter Beweis stellen. Wie schwer waren die Fragen, wie gut sind die Teilnehmer zurecht gekommen, wie haben sie sich vorbereitet und welche Tipps geben sie zukünftigen Examenskandidaten mit auf Weg? All das wird im Forum von MEDI-LEARN thematisiert: www.medi-learn.de/MF33607

Die Nadelhalterfrage Ob im Praktischen Jahr oder als Assistenzarzt - früher oder später macht jeder junge Mediziner Bekanntschaft mit dem Nadelhalter. Wer noch keinen Kontakt mit dem Instrument gehabt hat, wird sich ganz sicher über die Frage wundern, doch für praktisch tätige junge Mediziner ist die Frage nicht uninteressant: Welche Nadelhalter bevorzugt ihr? www.medi-learn.de/MF33464

Strahlenschutzkurs Endlich hat man die viele Lernerei hinter sich - das „echte“ Leben als Arzt in der Klinik beginnt und schon bekommt man den zärtlichen Hinweis „Hast du eigentlich schon deinen Strahlenschutzkurs“ gemacht? Um was es sich bei diesem „ominösen“ Kurs handelt, was er kostet, wer die Kosten trägt, wo man ihn machen kann und wann man ihn machen sollte, erfahrt ihr im folgenden Beitrag im Assistenzarzt-Forum: www.medi-learn.de/MF31441

Chirurgie - Anästhesie Der Kampf zwischen den beiden Fachrichtungen Chirurgie und Anästhesie ist fast so alt, wie beide Fachrichtungen. Fest steht, dass beide gemeinsam im OP am und mit dem Patienten arbeiten müssen. Welche Arbeitseinstellung die beiden Fachrichtungen haben und ob diese überhaupt zu verallgemeinern sind, diskutieren junge Ärzte im Forum von MEDI-LEARN. Wenn du eine eigene Meinung zum beliebten Klinik-Kantinen-Gespräch hast, dann diskutiere doch einfach mit: www.medi-learn.de/MF31441

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Die Webseite für Medizinstudenten junge Ärzte www.medi-learn.de

&

Die MEDI-LEARN Foren sind der Treffpunkt für Medizinstudenten und junge Ärzte – pro Monat werden über 10.000 Beiträge von den rund 18.000 Nutzern geschrieben. Mehr unter www.medi-learn.de /foren

London calling! Praktikum in der Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie von Stephanie Schipmann

M

eine Semesterferien habe ich dazu genutzt, ein Praktikum in einer Klinik in London zu absolvieren. Da ich mich sehr für die Mund-Kiefer-Gesichts chirurgie interessiere, habe ich mich vor einigen Monaten bei einem „consultant“ des Department of Oral and Maxillofacial Surgery am Royal London Hospital (RHL) beworben. Das Krankenhaus – es wird gerade übrigens zu Britanniens größtem Krankenhaus umgebaut – liegt in Whitechapel, einem Stadtteil von London, welcher überwiegend von Einwanderern aus Bangladesch bewohnt wird. Insgesamt eine sehr arme und weniger schöne Gegend. Das Royal London Hospital jedoch zählt zum führenden Trauma and Emergency Care Centre. Auch Londons Helicopter Emergency Medical Service hat hier seinen Sitz.

Machen die Polizisten Stationsdienst? Der breitgefächerte redaktionelle Bereich von MEDI-LEARN bietet unter anderem Informationen im Bereich „vor dem Studium“, „Vorklinik“, „Klinik“ und „nach dem Studium“. Besonders umfangreich ist der Bereich zu dem medizinischen Examen. Mehr unter www.medi-learn.de /campus

Einmal pro Woche digital und fünfmal im Jahr sogar in Printformat. Die MEDI-LEARN Zeitung ist „das“ Informationsmedium für junge Ärzte und Medizinstudenten. Alle Ausgaben sind auch rückblickend Online kostenlos verfügbar. Mehr unter www.medi-learn.de /mlz

Schon einige Tage vor Beginn des Praktikums habe ich das Krankenhausgelände erkundet. Zuerst war ich sehr schockiert über die Gegend, aber auch über die alte und sehr vernachlässigte Einrichtung. Überall lag Müll herum, alles schien so verschmutzt zu sein. An meinem ersten Tag wurde ich dafür sehr nett empfangen. Morgens gibt es auch dort eine Frühbesprechung mit anschließender Visite. Überrascht war ich von der unheimlichen Größe des Krankenhauses. Besonders erschreckt hat mich allerdings die Tatsache, dass viele Stationen von schwer bewaffneten Polizisten bewacht werden. Grund hierfür sind die vielen Patienten mit Schussverletzungen und der Anteil an Kriminellen unter den Patienten.

SCHUSSVERLETZUNGEN UND SCHLÄGEREI-BLESSUREN AN DER TAGESORDNUNG In England gibt es nicht die für Deutschland typische Gliederung in Chef- Oberund Assistenzarzt. Vielmehr arbeiten hier mehrere gleichgestellte „consultants“

nebeneinander, wobei jeder sein eigenes Teilgebiet hat und über ein Team aus first, second und third „tiers“ (abhängig vom Ausbildungsstand der Assistenzärzte) verfügt. Es gibt welche, die ausschließlich für Frakturen infolge von Unfällen zuständig sind oder nur Patienten mit bösartigen Tumoren im Mund- und Gesichtsbereich behandeln. Ich hatte so die Gelegenheit, die verschiedenen Bereiche besser kennen zulernen, wobei ich die meiste Zeit im „trauma department“ verbracht habe. Hier war immer sehr viel zu tun, da die meisten der Londoner Unfallopfer in das RHL gebracht wurden und auch durch die nicht so nette Gegend viele Patienten mit Schussverletzungen und Frakturen im Gesichtsbereich (durch Schlägereien) eingeliefert wurden. Jede freie Minute verbrachte ich im „out patients department“. Dort hatte ich die Gelegenheit, Patienten unterschiedlicher Herkunft kennen zu lernen und sich ein wenig auf deren Kulturen einzulassen. Als Europäer hatte man in dem Krankenhaus immer das Gefühl, Ausländer zu sein.

Lockeres Klima, lockere Hygienevorschriften Mir ist jedoch aufgefallen, dass alle Menschen viel freundlicher und hilfsbereiter waren. Ständig wurde ich zum Kaffee (oder natürlich Tee) eingeladen und mir wurde viel gezeigt und erklärt. Selbst Ärzte aus anderen Fachgebieten (insbesondere Anästhesisten und Unfallchirurgen) haben sich viel Zeit für mich genommen. Der Arzt, dem ich zugeteilt war, hatte selbst in den 80er Jahren mal in Deutschland gearbeitet und konnte meine anfängliche Überraschung über dieses Krankenhaus gut nachvollziehen. Ich hatte den Eindruck, dass man als englischer Mediziner nicht ganz so viel Verwaltungsarbeit zu erledigen hat, wie es hier in Deutschland üblich ist. Das ganze Arbeitsklima in dem Londoner Krankenhaus ist, trotz Polizei und kriminellen Patienten, einfach wesentlich weniger hektisch und lockerer. Locker waren aber auch die Hygienevorschriften (insbe-

Ein Muss für den London Besucher: Eine Busfahrt mit dem Doppeldecker zu Big Ben

sondere im OP-Bereich). Dieser Aspekt hat mich am Anfang sehr gestört und verunsichert. Nach wenigen Tagen habe ich jedoch begriffen, dass trotzdem eine optimale Versorgung gewährleistet ist und nur, weil man seine Handtasche mit in den OP nehmen darf und nur als Operateur einen Mundschutz tragen muss, nicht mehr Menschen sterben – ganz im Gegenteil: Die durchschnittliche Alterserwartung liegt in Großbritannien sogar höher als in Deutschland.

London calling Insgesamt hat sich das Praktikum für mich sehr gelohnt und mich bereichert. Ich hatte die Möglichkeit, zahlreiche neue Eindrücke zu gewinnen. Das Wichtigste

Die neue Achtsamkeit Studienplatztauschbörse, Chat, Gewinnspielkompass, Auktionshaus oder Jobbörse – die interaktiven Dienste von MEDI-LEARN runden das Onlineangebot ab und stehen allesamt kostenlos zur Verfügung. Mehr unter www.medi-learn.de

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Ein Geisteszustand birgt Therapie-Potential von PsychPress

I

n der Psychotherapie ist ein neuer Trend entstanden, der ein tiefgehendes therapeutisches Potenzial aufweist: Achtsamkeit und Akzeptanz sind derzeit en vogue und läuten eine neue Sichtweise in der Psychotherapie ein. Der Begriff „Achtsamkeit“ entstammt der buddhistischen Meditationspraxis und kann als eine spezifische Form der Lenkung unserer Aufmerksamkeit verstanden werden. Der damit erreichte Geisteszustand hebt sich deutlich von dem Alltäglichen ab. Achtsamkeit ist eine erlernbare Fertigkeit, die allen Menschen offen steht. Ein Themenheft der Zeitschrift „PiD Psychotherapie im Dialog“ (erschienen im Georg Thieme Verlag, Stuttgart) befasst sich mit dieser, für die meisten von uns neuen Geisteshaltung „Achtsamkeit und Akzeptanz“, die das Arsenal psychotherapeutischer Verfahren zu bereichern beginnt. Nicht nur die Bewältigung von Stress als eines der grundlegenden Probleme

der Menschen wird durch die Praxis der Achtsamkeit verbessert, sondern viele andere Symptome, wie chronische Schmerzen, Migräne, Depression. Aber auch das allgemeine Wohlbefinden in unserem von Tempo und Erfolg diktierten Lebensstil wird gestärkt. Es gilt, einen Bewusstseinswandel zu initiieren.

Körpersignale erkennen Das Thema ist akut. So gibt es in den USA bereits eine Stress Reduction Clinic an der University of Massachusetts. Die auf Achtsamkeit basierende Stressreduktion kann in einem achtwöchigen Gruppenprogramm vermittelt werden. Einzelne Meditationsübungen sind der „body scan“ (verschiedene Teile des Körpers sollen nacheinander achtsam wahrgenommen werden), Sitz- und Atemmeditation (die Aufmerksamkeit soll auf die körperlichen Empfindungen des Atems gelenkt werden) und achtsame Yoga-Übungen. Durch Integration der eingeübten Techniken in den Alltag

soll die Gesundheit langfristig verbessert und gestärkt werden. Bei Migräne oder Panikstörungen kann der Übende Signale im Körper erkennen, bevor die Attacken auftreten, so dass man frühzeitig vorbeugen kann. Achtsamkeit und Akzeptanz (Dinge so sein zu lassen, wie sie im Moment sind) werden zunehmend in die verschiedenen psychotherapeutischen Schulen integriert, entweder indem die Therapeuten selbst regelmäßig Meditationsübungen

war für mich hier nicht, sich irgendein Fachwissen anzueignen, sondern einfach einmal zu erleben, wie es in Kliniken außerhalb Deutschlands läuft und viele neue, sicher für die Zukunft hilfreiche Kontakte zu knüpfen. Es war interessant zu sehen, welch große Diskrepanz zwischen der exzellenten medizinischen Versorgung und dem Drumherum speziell in diesem Haus besteht. Trotz der äußeren Bedingungen funktioniert dieses System und ich werde sicherlich eine spätere berufliche Tätigkeit in London nicht ausschließen. Gespannt bin auch auf den hochmodernen Anbau des RHL, welcher 2011 fertig sein soll. Dieser wird gewiss den bestehenden Kontrast kompensieren.

durchführen oder indem sie sich durch Achtsamkeit in ihren Behandlungen inspirieren lassen. Unterschiedliche Therapien vermitteln eine Reihe von Fertigkeiten. Achtsamkeit und Akzeptanz stellen eine unter mehreren vermittelten Prinzipien dar. In kontrollierten Studien wurde die Wirksamkeit der „aufmerksamkeitsbasierten“ Stressreduktion erwiesen, so zum Beispiel bei Krebspatienten und bei Schlafstörungen. Mit den neuen Prinzipien eröffnet sich die Chance zu einer tief greifenden Veränderung in unserer Haltung zu Krankheit und zu psychischen Problemen.


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Mit einem Sprung zum Physikum Die Medi-Learn Skriptenreihe Waagrecht

So gehts!

1. Teil des Untertitels eines Fachbandes der MEDI-LEARN Skriptenreihe, Kunst der Rede in Prüfungen 3. Fachband der MEDI-LEARN Skriptenreihe, die Lehre von den chemischen Vorgängen in Lebewesen 6. Fachband der MEDI-LEARN Skriptenreihe, die Lehre vom Aufbau, Verhalten und der Umwandlung der Stoffe sowie den dabei geltenden Gesetzmäßigkeiten 7. Fachband der MEDI-LEARN Skriptenreihe, empirische Wissenschaft zur Beschreibung, Erklärung und Vorhersage von Erleben und Verhalten des Menschen 8. Fachband der MEDI-LEARN Skriptenreihe, die Wissenschaft von den biologischen Geweben 9. Fachband der MEDI-LEARN Skriptenreihe, die Lehre vom Aufbau der Organismen 10.Fachband der MEDI-LEARN Skriptenreihe mit Original-IMPP-Fällen zur Zweiten Ärztlichen Prüfung 14.englischer Arzt und Physiker 16.2,3-Benzopyrrol, beim Typtophanabbau im Darm entstehende heterozyklische Substanz 21.Einheit des elektrischen Widerstandes 22.Geruch 23.chemisches Element mit der Ordnungszahl 77 30.Abk. Adenosindeaminase 31.Abk. eastern equine encephalitis 32.chemisches Element mit Ordnungszahl 17 35.Spiraldrahtprothese zum Offenhalten von Gefäßen oder Hohlorganen 37.Abk. Pulmonalarterie 38.Abk. AIDS-related complex 39.Teil des Untertitels eines Fachbandes der MEDI-LEARN Skriptenreihe zur Vorbereitung auf eine bestimmte Prüfungsform

Einfach die Begriffe des Rätsels erraten und ins Kreuzworträtsel eintragen. Bei den Buchtiteln musst du lediglich den Namen des Skriptes errätseln. Kleiner Tipp: Die Cartoons auf dem Cover helfen dir dabei ganz sicher - danach Lösungswort eintragen und online am Gewinnspiel teilnehmen.

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1 2

5

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4

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Senkrecht 1. Fachband MEDI-

9

der

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L E A R N Skriptenreihe, befasst sich mit den physikalischen, biochemischen und informationsverarbeitenden Funktionen der Lebewesen 2. Fachband der MEDI-LEARN Skriptenreihe, zweiter Abschnitt der ärztlichen Prüfung 4. Fachband der MEDI-LEARN Skriptenreihe, Naturwissenschaft, die sich mit den grundlegenden Gesetzmäßigkeiten der Naturerscheinungen beschäftigt 5. Fachband der MEDI-LEARN Skriptenreihe, Naturwissenschaft, die sich mit Lebewesen befasst

Gewinnspiel: Trage einfach das Lösungswort online unter www.medi-learn.de/skriptenraetsel ein und gewinne ein lebensgroßes Skelett oder einen von drei Schädeln - zur Verfügung gestellt von der Firma 3B Scientific. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Das Gewinnspiel läuft bis 28. Februar 2007.

10.Abk. heriditäre motorische Neuropathie 11. chemisches Element (Leichtmetall) 12.Otologie betreffend 13.durch mechanische

Belastung verursachter Knochenoder Knorpelschwund 15. rückenmarkslos 17. kleinster chemisch nicht teilbarer Baustein der Materie 18. Abk. Frühsommer Meningoenzephalitis 19. Abk. osteoporotisch

20. 24. 25. 26. 27. 29.

Abk. clinical staging anderes Wort für Tümpel Abk. Nervenaustrittspunkt Abk. Formiminoglutaminsäure Abk. Hepatitis-Delta-Antigen Einheit der Energiedosis der radioaktiven Strahlung 33. Abk. mean corpuscular haemoglobin concentration

34. Abk. für eine Spritze in die Unterhaut 35. chemisches Element mit der Ordnungszahl 34 36. Fachband der MEDI-LEARN Skriptenreihe, Handlungspläne zur Steuerung des eigenen Lernens


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Whangarei Hospital

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Chirurgie-Tertial in Neuseeland

Leider sind Seitenzahl und Erscheinungshäufigkeit der MEDI-LEARN Zeitung begrenzt, so dass wir nicht immer alle Texte berücksichtigen können, die ihr uns zusendet. Genauer gesagt: berücksichtigen konnten, denn nun gibt es den DIGITALEN NACHSCHLAG bereits zum siebten Mal mit weiteren spannenden Artikeln – aktuell über Prüfungsvorbereitung und eine Antibiotika-Pumpe – und Ergänzungen zu den Berichten der Print-Ausgabe. Der DIGITALE NACHSCHLAG steht kostenlos als PDF im Internet zur Verfügung. Einfach die folgende Seite aufrufen:

von Marco Strassner

K

ia Ora zusammen... Wow, 1. STEX geschafft (das gabs damals noch), in 2 Jahren steht das PJ an und die Welt einem offen. Qual der Wahl – wohin solls bloß gehen. Sicher ein Tertial in der Schweiz (mit Snowboarden versteht sich), ein 2. im englischsprachigem Raum wäre toll.

Die Liste Kanada (scheint laut PJ Berichten schwierig zu sein, häufig nur 2 Monate möglich), Südafrika (machen ALLE anderen), Australien/Tasmanien (interessant, nur recht viel Studiengebühren). ...und dann war da außerdem dieser PJBericht aus Neuseeland und die Anästhesie dort. Kleines Hospital im Norden, keine Unigebühren, strandnah und sehr positives Fazit. Ein bisschen Fee gibt’s dann aber doch, verschwindend geringe 50 NZD die Woche. Jetzt kristallisiert sich noch die Frage des Faches heraus?! Keine Frage, CHIRURGIE. Meine Muskeln trainiere ich lieber im Fitnessstudio, als beim Hakenhalten in deutschen Kliniken! Nach mindestens 50 E-Mails in Nachtdienstsitzungen, unzählbarem Schriftverkehr und stundenlangen Überzeugungsversuchen unseres recht antiquierten Dekans war es „schon“ geschafft. Das ging ja einfach....Wie man in diesen einleitenden Worten sieht, steckt in der Organisation einiges an Arbeit und Mühe mit hohem Stresspotential.

Person im Hospital gearbeitet hat, hat mein außermedizinisches Privatleben sehr bereichert. Dort hauste ich in einem extrem kleinen Zimmer nur mit Bett ohne Möbel, dafür habe ich einzig den Mitleidsbeitrag von 40 NZD pro Woche entrichten müssen. Genau das Richtige also, denn außer zum Schlafen, Duschen und Essen braucht man die Casa eh nicht. Der Winter zeigte neben Regen und Kälte baldigst seine wortwörtlichen Sonnenseiten. Dadurch und nebst der Tatsache, dass man die freundlichsten und aufgeschlossensten Menschen vor sich hat, ist die Eingewöhnungsphase extrem kurz. Spätestens nach einem Abend im „Danger Danger“ der dortigen Dorfdisco mit Dance Cage, Steakbar und sich bewegendem Bullenschädel an der Wand (einzigartig!), kennt man bereits das halbe Städtchen. Daneben tägliches Meeting im Hospital-eigenen kostenlosen Fitnessraum, oder im Sommer im „Mittagspausen-Pool“. Ja ich weiß, ich muss natürlich schnell etwas zum Hospital sagen, schließlich gehen wir ja dahin, um etwas zu lernen. Und das tut man auch, nur eben in weniger Stunden und mit größerem Freizeitgrad als bei uns. Man wird normalerweise einem „House Officer“ zugeteilt. Die Jungs dort durchlaufen für 3 Jahre nach abgeschlossenem Studium alle wichtigen Abteilungen als Assistent, erst danach erfolgt die Spezialisierung

ABER, ES LOHNT SICH – VALE LA PENA! Ansonsten bleibt einem aber weitere Organisation bzw. Vorbereitungsseminare erspart und man kann sofort mit der Suche nach dem „günstigsten“ (bei mir damals 1250 Euro) Flug anfangen. Ach ja, das Visum sollte ebenfalls frühzeitig beantragt werden, geht alles über Berlin (140 Euro waren’s glaub ich). Nach einem langem Flug (AT-Strümpfe nicht vergessen) mit Zwischenstopp und Schnuppertour durch Seoul endlich in Auckland angekommen. Da zeigte sich gleich, dass der Winter in Nz seinen Namen gerechtfertigt trägt. Downtown um Auckland Harbour ist jedoch auch zitternd sehenswert. Dann sucht man sich den Northern Line Bus, der einen in 2,5 h durch unbekanntes (feindliches?) Terrain nach Whangarei kutschiert. Mitten in der Nacht sieht kein Land durch JetLagEyes gesehen einladend aus. Grosse Erleichterung, als man endlich die empfangenden Lichter des Hospitals oben auf dem Berg erblickt. Das obligatorische „ your name is not on our list“ des Nachtportiers führt nur aufgrund eines zwinkernden Auges nicht zur Reanimationspflichtigkeit! Also, letztendlich in „Maunu House“ angekommen, das ist sozusagen das dortige Schwesternwohnheim, wo aber jeder unterkommen kann. Kostenpunkt 80 NZD die Woche und damit mittel-billig. So sind dann halt eben die Verhältnisse, old&dusty, ohne wirklichen Charme, aber auch ohne Cucarachas. Zweckmäßig, übergangsweise empfehlenswert, ansonsten warten tausend Anzeigen für Flats/WGs auf einen. Mit Geduld findet sich sicher etwas megacooles (z.T. mit Swimmingpool!). Ich bin in ein House mit zwei Kiwis (in-/offizieller Name für einen Neuseeländer), einer Köchin von den Fijis und einer Engländerin gezogen. Die Mischung hat es äußerst interessant gemacht und die Tatsache, dass nur eine

www.medi-learn.de /mlz-nachschlag Mitre Peak Neuseeland: eine grandiose Landschaft

und sie steigen auf zum „Registrar“. Die ganz Schlauen mutieren dann zu Consultants, kein Stethoskop, dafür Schlipspflicht. Außer einigen englischen (Ausnahmen bestätigen die Regel) waren alle House Officers meganett und teilen ihr Wissen gerne mit dir. Am Anfang führst du sprichwörtlich ein Schattendasein auf Station, immer wieder daher aufdrängen! Einmal die Woche findet eine Weltklasse-Röntgenvorstellung mit genialem (englischem) Chefradiologen statt. Ansonsten startet man gegen 8.00 Uhr mit den Ward Rounds, drückt auf Bäuchen herum und wundert sich, dass es bei den dortigen Hygienemöglichkeiten trotzdem zu weniger Infektionen als bei uns kommt! Alkoholische Händedesinfekti-

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on ist eher die Ausnahme. Im OP selbst herrschen ebenfalls andere Sitten. Weniger Hygiene, dafür mehr Freundlichkeit. Also nicht erschrecken, wenn der Anästhesist keinen Mundschutz im OP trägt – er muss ja seinen KAFFEE trinken können. Häufig wird man erste Assistenz (und Kameramann) sein, da ansonsten die OP-Schwestern helfen müssen. Grosser Lerneffekt also. Da man jedoch einem Team zugeordnet ist, beschränken sich die OP Einsätze auf 2x pro Woche. Einen besonderen Leckerbissen stellen die „Lumps&Bumps“ Sessions bei den Outpatients (=Ambulante) dar. Dort führt 3x pro Woche einer der Registrars ambulante Minor-OPs für Basaliome, Melanome & Co durch. Bekanntlich in Neuseeland keine Seltenheit, wegen des von uns verursachten Ozonloches und so. Die Consultants selbst sind ebenfalls extrem mitteilsam und hält man sich an die richtigen, lernt man wahre Leckerbissen. Einer derjenigen hat mir u.a. am ersten Tag die Aufgabe auferlegt, unsere deutschen Größen der Medizingeschichte zu studieren.

INTERESSANTER ALS GEDACHT! Zwecks Fortbewegungsmittel sollte man sich frühzeitig entscheiden. Auto kaufen? Dafür gibt es einen großen Markt in Aukland, und für ca. 1000 NZD gibt’s brauchbaren Untersatz mit Rädern (alles Japaner!). Mit etwas Glück lässt sich dieser sogar mit Gewinn wieder verkaufen. Aber, Restrisiko bleibt. Ich habe mich für ein rotes Mountain Bike von „Cash Converter“ (gebraucht 120 NZD) entschieden. Für sportliche Leute meiner Meinung nach der beste Weg die Gegend zu entdecken. Und am Ende eines 2h Rittes wartet dann fast immer ein (menschnleerer) Strand als Belohnung. Nur darf man eben Wind und Wetter nicht scheuen, der Regen im Winter kann schon nerven. Außerdem haben alle anderen ein Auto, somit Mitfahrgelegenheit gesichert!

Zeit für ein Fazit Zudem bieten wir Mitgliedern von Hartmannbund, Marburger Bund, Deutschem Hausärzteverband und Freiem Verband Deutscher Zahnärzte zahlreiche Sonderkonditionen. Interessiert? Dann informieren Sie sich jetzt! Deutsche Ärzte Finanz Beratungs- und Vermittlungs-AG Colonia-Allee 10-20 51067 Köln www.aerzte-finanz.de

Ich selbst bereue keine Sekunde und keinen Cent (Kostenpunkt gesamt ca. 5000 Euro). Es sind sogar noch 3 Wochen Entdeckungstour über die Südinsel rausgesprungen (Highlight: Heaphy Track im Norden), inoffiziell natürlich. Die Leute fantastisch, das Land unvergleichlich, im Sommer mit Weihnachten beim BBQ am Strand sicher „Fantasy Island like“. Leider haben Kollegen nach mir nur 2 Monate dort machen können und wegen dem Unistempel gabs ebenfalls etwas Trara. Daher genau nachfragen und ALLES schriftlich geben lassen, auch vom Landesprüfungsamt!!! So, ich hoffe Euch die Insel schmackhaft gemacht zu haben. ICH kehre wieder....

Nachschlag Die Extraportion Diese Artikel findest du im Online-Teil unserer Zeitung:

Examen

Feuchte Hände und Tiefkühlpizza Die großen Staatsexamina haben gerade deutschlandweit stattgefunden. MEDILEARN hat einige der Teilnehmer interviewt und nach ihren Erfahrungen und Tipps zur Prüfungsvorbereitung auf das Physikum und das Hammerexamen befragt. Die Ergebnisse findet ihr im Nachschlag.

Ausland

Im Urlaub famulieren Mit 20 jungen Leuten unterschiedlicher Nationen den Sommer in Ungarn verbringen - was sich wie ein Schüler-JugendCamp anhört, beschreibt die Famulatur von Johannes Steinbach in der Allgemeinund Viszeralchirurgie an der Uni-Klinik Fünfkirchen in Pecs - Ungarn. Wie es ihm ergangen ist, lest ihr im Nachschlag.

Einstieg in Entwicklungsländer Ute Boenke famulierte als „Einstieg in Praktika in Entwicklungsländern“ in Yogyakarta, 500 km erfernt von Jakarta in Indonesien. Sie beschreibt ihre Erfahrungen, z.B. wie man viel über die gesamte Bandbreite an Infektionskrankheiten lernen kann. Die ganz persönlichen Erfahrungen mit der Bevölkerung in einem Dritte-Welt-Land findet ihr im Artikel von Ute im digitalen Nachschlag der MEDI-LEARN Zeitung.

News

Bauplan Antibiotika-Pumpe Zahlreiche Bakterien pumpen Antibiotika aus ihren Zellen und werden so gegen Antibiotika resistent. Forscher der Universitäten Zürich und Konstanz haben jetzt den Bauplan einer solchen Pumpe aufgedeckt. Gelingt es einen Hemmstoff zu finden, würden die Bakterien wieder empfindlich für Antibiotika. Eine Übersichtsartikel zur in der renommierten Zeitschrift „Sciene“ erschienenen Studie, könnt ihr in unserer diesmaligen virtuellen Zugabe lesen.

Kostenlos recherchieren Mit der Spezialdatenbank „Datenbank klinischer Studien in der Hämato-Onkologie“ ermöglicht die Virtuelle Fachbibiliothek Medizin MedPilot die kostenfreie Recherche in über 5.200 vergleichenden, klinisch relevanten Studien aus dem Bereich der Hämato-Onkologie. Was genau hinter der medizinischen Datenbank steckt, worauf der Fokus liegt und wie ihr auf den virtuellen Dienst zugreifen könnt, erfahrt ihr im digitalen Nachschlag der MEDI-LEARN Zeitung. Alle Artikel findet ihr kostenlos unter:

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MEDI-LEARN Zeitung 05/2006  
MEDI-LEARN Zeitung 05/2006  

Die MEDI-LEARN Zeitung im Printformat. Sie enthält auf 12 Zeitungsseiten News und Informationen für Medizinstudenten und Jungärzte und ersc...

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