Issuu on Google+

Pokal für einen Trabbi

Die Zeitung für Medizinstudenten und junge Ärzte

Mehr als 2000 Jungmediziner sorgten dafür, dass die 10. Medimeisterschaften in Göttingen zu einer gigantischen Party wurden. Sportlich setzten sich am Ende die Frauen aus Homburg und die Männer der Berliner Charité durch. Einen Pokal gab es außerdem für einen Trabbi, den Magdeburger Studenten zur rollenden Disco umgebaut hatten.

ZEITUNG

Mehr dazu auf den Seiten 6 und 7

Ausgabe 04 /11 ∙ September/Oktober 2011 ∙ In Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag ∙ www.medi-learn.de ∙ ISSN 1860-8590 ∙ 1,90 €

In kurzer Zeit viel gelernt

Blicke mitten ins Herz

Umfangreiche Sammlung

Neue Methoden und Techniken lernte ein Medizinstudent aus Deutschland im „Neuro-Oncology Research Laboratory“ der Universität in Charlottesville kennen. Auch in der Freizeit hat die zentral gelegene kleine Stadt im US-Bundesstaat Virginia jungen Leuten einiges zu bieten.

Ein von niedersächsischen Medizintechnikern und Kinderkardiologen entwickeltes Bildgebungsverfahren unterstützt die Erforschung von Herzfehlern. Der eingesetzte Mikro-Computertomograph kann Strukturen von einem hundertstel Millimeter Größe sichtbar machen.

Die Ausbildung von Medizinern wandelt sich ständig. Fachschafter aus Aachen sorgen dafür, dass die Erinnerung an das Geschehen in Hörsälen, Seminaren und Kliniken bewahrt bleibt. Ihr „Archiv Deutsche Medizinstudierendenschaft“ umfasst bereits rund 85 Aktenordner.

Acht Wochen „Research Exchange“ an der University of Virginia

03

Mikro-CT liefert Bilder in bisher nicht gekannter Qualität

08

Archiv mit Dokumenten zum Leben und Lernen von Studenten

12

Abschaffung des Hammerexamens angekündigt Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr auf dem Medizinischen Fakultätentag in Rostock erntet breite Zustimmung von Kare Ahlschwede (MEDI-LEARN Redaktion)

I

n der Politik wird meist gestritten, und nicht selten führt das zähe Ringen um Positionen zu keinem greifbaren Ergebnis. Der gerade erst ins Amt gekommene Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat gezeigt, dass es auch ganz anders geht: In seiner Rede beim Medizinischen Fakultätentag in Rostock kündigte er an, die Zahl der Medizinstudienplätze und die Attraktivität der Medizinerausbildung erhöhen zu wollen. Unter anderem und fast beiläufig schlug er vor, das Hammerexamen abzuschaffen – und erntet dafür seitdem von etlichen Seiten begeisterte Zustimmung. Im Grunde kaum überraschend, denn dass seit 2006 alle Prüfungen des zweiten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung als Block im Anschluss an das Praktische Jahr (PJ) abzulegen sind, wurde von Anfang an kritisiert. Der Ausdruck „Hammerexamen“ kommt nicht von ungefähr. Künftig sollen die Jungmediziner den schriftlichen Teil des Examens nun also

wieder vor ihrem PJ ablegen dürfen, um sich anschließend stärker auf die praktische Arbeit konzentrieren zu können. Die klinischen Fallfragen, auf die vor allem das PJ vorbereiten soll, werden sicherlich beibehalten, ist aus dem Bundesgesundheitsministerium zu erfahren. Über andere Details wie eine Verschiebung des PJ-Beginns, um den Studierenden mehr Zeit für die Prüfungsvorbereitung zu lassen, wolle man dagegen erst später sprechen.

Kaum Konkretes ist bisher auch über eine weitere Ankündigung Bahrs bekannt: Die „PJ-Mobilität“ soll erhöht werden. Zurzeit darf dieser Ausbildungsabschnitt fast ausnahmslos nur in Unikliniken und sogenannten Lehrkrankenhäusern absolviert werden. Welche anderen Möglichkeiten es zusätzlich geben wird, muss sich erst noch herausstellen. Ein „wichtiges Signal für den medizinischen Nachwuchs“ nennt Kristian Otte vom Ausschuss der Medizinstudierenden

im Hartmannbund trotzdem schon jetzt die MinisterPläne. „Das ist für uns, die junge Ärzte-Generation, ein großer politischer Erfolg und zugleich ein ganz wichtiges Signal: Unsere Probleme werden wahr- und ernstgenommen“, freut sich Otte. Auch die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) stellt sich ausdrücklich hinter den Minister, der mit seinen Plänen gleich mehrere Forderungen der Nachwuchs-Organisation erfüllen würde. Die hatte schon vor geraumer Zeit in einer Umfrage ermittelt, dass rund 90 Prozent der Studierenden die frühere Lösung für besser halten: schriftliches Examen vor dem PJ, mündliches danach. Exakt dasselbe Meinungsbild ergab sich bei einer Online-Abstimmung im MEDI-LEARN Forum einige Tage nach Bekanntwerden der Nachricht aus Rostock: Neun von zehn Teilnehmern befürworten den Vorschlag von

Schlechte Nachrichten überbringen lernen Neue Studien empfehlen obligatorische Kurse zur Arzt-Patienten-Kommunikation für alle Medizinstudierenden von Meike Drießen (Ruhr-Universität Bochum)

A

ufklärung und Therapieentscheidungsfindung in der modernen Medizin stellen Ärzte häufig vor ethische und kommunikative Herausforderungen. Die Übermittlung einer Krebsdiagnose oder das Gespräch über die Begrenzung nicht länger wirksamer Maßnahmen auf der Intensivstation sind nur zwei von vielen Beispielen aus dem klinischen Alltag. Zunehmend werden auch in Deutschland Lehr- und Fortbildungsveranstaltungen zur professionellen Gestaltung dieser schwierigen Situationen in der Arzt-Patient-Beziehung angeboten. Ihre Wirksamkeit konnten Wissenschaftler des Bochumer Instituts für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin in zwei Evaluationsstudien jetzt nachweisen. „Solche Kurse müssen für alle Medizinstudierenden verpflichtend sein“, fordert Institutsleiter Professor Jochen Vollmann. Eine Befragung der Forscher unter 182 Ärztinnen und Ärzten, die an einem Kurs

zur Arzt-Patienten-Kommunikation teilnahmen, zeigte, dass die Mehrheit der Befragten mindestens einmal pro Woche eine schlechte Nachricht überbringen muss. Nur 40 Prozent der Teilnehmer hatten jedoch jemals eine Aus- oder Fortbildungsveranstaltung zum Thema besucht. Die Einschätzung der eigenen Kompetenz bei der Übermittlung einer schlechten Nachricht verbesserte sich nach der Veranstaltung deutlich. „Besonders interessant ist dieses positive Ergebnis, weil es sich bei dem Kurs nicht um eine freiwillige, sondern eine verpflichtende Fortbildung für die Ärztinnen und Ärzte der beteiligten Krankenhäuser handelte“, erklärt Projektleiter Dr. Jan Schildmann. „Es profitieren also nicht nur diejenigen Ärzte, die dem Thema ohnehin aufgeschlossenen gegenüberstehen.“ Darüber hinaus konnten die Forscher belegen, dass Kommunikation und Ethik schon im Medizinstudium wirkungsvoll vermittelt werden können.

Schon frühere Untersuchungen der Arbeitsgruppe zeigen, dass sich die subjektive Einschätzung der eigenen Kommunikationsfähigkeiten von Medizinstudierenden nach dem Besuch entsprechender Lehrveranstaltungen verbessert. Die aktuelle Evaluationsstudie zeigt, dass diese Selbsteinschätzung sich mit objektiv messbaren Veränderungen im Verhalten deckt.

Auswertung durch BeoBAchter

unABhängige

Die Forscher zeichneten knapp 40 Medizinstudierende vor und nach einer Lehrveranstaltung zur professionellen Patientenaufklärung beim Patientengespräch auf Video auf. Die Aufgabe im Gespräch mit standardisierten Simulationspatienten bestand in der Übermittlung einer Krebsdiagnose. Die Auswertung der Videos erfolgte mit einem speziellen Testinstrument durch unabhängige Beobachter. Nach der Teil-

nahme an der Lehrveranstaltung hatte sich das professionelle Verhalten der Studierenden statistisch signifikant verbessert. „Diese Ergebnisse belegen die Effektivität von Lehr- und Fortbildungsveranstaltungen zur professionellen Gestaltung ethischer und kommunikativer Herausforderungen in der modernen Medizin“, so Schildmann. Neben Kursen zur Übermittlung schlechter Nachrichten bietet das Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin weitere Lehrveranstaltungen zur Risikokommunikation sowie zu Herausforderungen bei interkulturellen Begegnungen in der Arzt-Patient-Beziehung an. „Diese Lehrinhalte müssen verpflichtend für alle Medizinstudierenden sein“, fordert Institutsleiter Vollmann, „so wie es an international führenden medizinischen Fakultäten schon üblich ist.“ In der Praxis scheiterten diese innovativen Lehrangebote jedoch häufig an fehlenden Ressourcen und unzureichender Prioritätensetzung.

Bahr. „So bald wie möglich, damit wir auch noch was davon haben! Wo muss ich unterschreiben?“ lautet einer der Kommentare. Lernen durch eigenes Tun sei aber doch allemal effektiver, hält einer der wenigen Skeptiker dagegen. Und immer wieder kommt die Frage auf, wann es denn bitteschön losgeht. So ganz genau weiß das bisher wohl niemand, denn zunächst muss der Bundesrat den Plan des FDP-Politikers Bahr genehmigen. Wirksam werden könnte die Änderung schon deshalb frühestens im kommenden Jahr.

Inhalt Gut vorbereitet auf die Prüfung Die Biochemie ist das gemeinsame Thema der Buchrezensionen in dieser Ausgabe. Anstelle umfangreicher Lehrbücher stellen wir euch diesmal drei kürzer gefasste Titel vor, die sich insbesondere für die Prüfungsvorbereitung in den vorklinischen Semestern eignen. S. 04

Studium

Realitätsnahe Lernumgebung Als Meilenstein des Ausbildungskonzepts bezeichnet die Eberhard-Karls-Universität das neue DocLab an ihrer Medizinischen Fakultät. Dort können mehr als 150 ärztliche Fertigkeiten trainiert werden. Dabei kommen speziell geschulte Schauspieler als „Patienten“ ebenso zum Einsatz wie Simulatoren und Phantome. S. 05

Finanzierung

Erfahrungen einer Goldsucherin Überraschend gute Noten im Physikum waren der Anlass, sich bei der „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ um ein Stipendium zu bewerben. Aber schon das schriftliche Antragsverfahren erweist sich als reichlich hohe Hürde, und einige Wochen später gilt es dann noch ein Auswahlgespräch zu überstehen. Wie die Geschichte weitergeht, erfahrt ihr auf S. 09

Arbeitsrecht

Befristung nicht immer zulässig Kaum ein assistenzärztliches Arbeitsverhältnis wird in Deutschland heute ohne Befristung geschlossen. Ist die Weiterbildung Bestandteil und Zweck des Vertrags, gilt sie als ausreichender Sachgrund für eine Befristung. Trotzdem sind nicht alle Klauseln arbeitsrechtlich zulässig. S. 10

Preisrätsel

Praxisfit in sieben Schritten Um das „Skills-Lab“ geht es diesmal in unserem Preisrätsel. Gesucht werden sieben Trainingseinheiten, die dort typischerweise angeboten werden. Zu gewinnen gibt es mit etwas Glück eins von zwei DocCheck Advance II Stethoskopen oder einen Notfallrucksack „Paramedic“. Am besten gleich mitraten auf S. 11


MLZ

Seite 2

September/Oktober 2011

www.medi-learn.de

MAXIMAL

INVASIVER

Ergebnisse können sich sehen lassen Positive Bilanz des von der RWTH Aachen angebotenen Modellstudiengangs Humanmedizin von Thomas von Salzen

HUMOR D mit den MEDI-LEARN Cartoonbüchern „eins“ & „zwo“

er Aachener Modellstudiengang Medizin wird seit dem Wintersemester 2003/2004 für alle neu immatrikulierten Studierenden verbindlich angeboten. Jetzt gibt es bereits zwei Absolventenjahrgänge, deren Ergebnisse sich im Bundesvergleich sehen lassen können: „Unsere Studierenden haben hervorragende Ergebnisse erzielt“, sagt Professor Wolfgang Dott, Prodekan für Studium und Lehre. Dott stellte beim bundesweiten Medizinischen Fakultätentag zum Thema Innovationen im Medizinstudium den erfolgreich etablierten Aachener Modellstudiengang vor.

ABsolVenten gehÖrten Besten

Bundesweit Zu den

Was sehr selbstbewusst klingt, lässt sich mit Zahlen belegen: Die zweiten Modellstudiengang-Absolventen der RWTH haben das deutschlandweit einheitliche medizinische Staatsexamen erfolgreich abgeschlossen und gehören zu den besten fünf aller deutschen Medizinfakultäten, die vor allem Exzellenzuniversitäten angehören. Dabei gelingt es den Studierenden des Aachener Modellstudiengangs Medizin hervorragend, ihr sehr praxisbezogenes und klinisch orientiertes Wissen auch auf die eher theoretischen Fragen der Mulitple-ChoiceKlausur im Staatsexamen anzuwenden. Die Absolventen sind bereits ins Berufsleben eingestiegen und bewähren sich im klinischen Alltag. Die Ziele, Studierende mit der qualitativ bestmöglichen Ausbildung zu versorgen und dabei den Studiengang kontinuierlich weiter zu entwickeln, erforderten in der Vergangenheit große Anstrengung. Der Modellstudiengang Medizin zeichnet sich an der Aachener Hochschule durch besonders frühe Praxisorientierung, Interdisziplinarität und moderne Unterrichtsformen aus; immer wieder wurden und werden Vorlesungen, Seminare, Kurse und praktische Übungen

Futuristisch wirkende Fassaden im Universitätsklinikum der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen

optimiert. Die jährlichen Befragungen belegen die große Zufriedenheit der Studierenden und nehmen einen sehr hohen Stellenwert ein. Meinungen, Kritik und Vorschläge aus Studierendenkreisen werden ernst genommen. Immerhin gaben zuletzt 80,6 Prozent der Studierenden an, wieder zum Medizinstudium nach Aachen zu kommen, wenn sie sich noch mal entscheiden müssten. Rund 66 Prozent haben sich überhaupt erst wegen des Aachener Modells gezielt für die RWTH entschieden. Medizin zu studieren sei eine grundsätzliche Entscheidung, weiß Dipl.-Ing. Sandra Sudmann. Sie ist Referentin des Studiendekans und für Qualität der Lehre an der Medizinischen Fakultät der RWTH. Die meisten Studierenden wüssten, was sie erwarte. Dennoch setzt die Medizinische Fakultät in Aachen die Hürden schon sehr früh an: Wer die Prüfungen des ersten Studienjahres schafft, macht grundsätzlich bis zum Ende wei-

ter. Ein spätes Scheitern gibt es so gut wie nie. „Wir haben einen sehr, sehr geringen Schwund“, so Sandra Sudmann. Zurzeit registriert die Fakultät 1712 Medizinstudierende. Im laufenden Wintersemester hat die Fakultät wieder 257 neue Studentinnen und Studenten begrüßt.

ApproBAtionsordnung wird unterschiedlich umgesetZt

Aber was unterscheidet den Aachener Modellstudiengang vom Regelstudiengang? Die Ärztliche Approbationsordnung (ÄAppO) ist zunächst die gleiche wie beim Regelstudiengang; wie sie umgesetzt wird, ist aber innerhalb der sieben Modellstudiengänge an deutschen Universitäten unterschiedlich. Der Unterricht im Regelstudiengang Medizin wird fast ausnahmslos fachweise gehalten. Die einzelnen medizinischen Disziplinen führen die Studierenden meist zeitlich nacheinander durch

alle wichtigen Aspekte ihres Faches. „Nehmen wir als Beispiel die Niere“, heißt es im Studienführer zum Aachener Modellstudiengang Medizin. Das Fach Anatomie behandele im alten Regelstudiengang den Bau der Niere innerhalb des Fachunterrichts im zweiten und dritten Semester; die Lehre über die Funktion der Niere folge allerdings erst später innerhalb des Physiologie-Unterrichts, also zeitlich und inhaltlich von den anatomischen Aspekten entkoppelt. Die Pathologie des Organs werde etwa noch ein weiteres Jahr später unterrichtet. Die klinische Symptomatik der Nierenerkrankungen und deren Behandlungsmöglichkeiten folgen weitere Semester bzw. Jahre später in den Fächern Innere Medizin und Urologie. Dann haben die Studierenden den Bau und die Funktion der Niere möglicherweise bereits weitestgehend vergessen. Fortsetzung im Digitalen Nachschlag (s. S.12)

Vielfältiges und spannendes Berufsfeld Neue Ausbildung zum Anästhesietechnischen Assistenten an der Medizinischen Hochschule Hannover von Stefan Zorn

L

Jetzt bestellen www.medi-learn.de/cartoonbuch www.medi-learn.de/cartoonbuch2

Der Mini-Torso In halber natürlicher Größe, z.B. für den Schreibtisch. Qualität von 3B Scientific. Preis:

117,81 €

Jetzt animiert unter: www.3bscientific.de

ängst nicht immer klappt die Bewerbung um einen Medizinstudienplatz auf Anhieb. Doch die Wartezeit lässt sich nutzen. Ein neuer Ausbildungsberuf im Gesundheitswesen bietet zum Beispiel die Chance, sich schon vor dem Studium mit dem interessanten Fachgebiet Anästhesie vertraut zu machen: Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) bietet ab sofort die Ausbildung zum Anästhesietechnischen Assistenten an. Damit gehört die MHH deutschlandweit zu den ersten Kliniken, die das noch junge Berufsfeld in einem eigenen Ausbildungsgang anbieten. Die Bewerbungsfrist für den Jahrgang 2012 mit voraussichtlich 15 Plätzen endet am 30. September 2011. Der Beruf des Anästhesietechnischen Assistenten (ATA) ist vielfältig und spannend. Zudem bietet er hervorragende Arbeitsplatzperspektiven nach der Ausbildung. Die Mitwirkung bei der Einleitung der Narkose des Patienten im Anästhesieteam, die Kontrolle aller notwendigen technischen Geräte und Materialien während der OP sowie die Assistenz bei Notfallbehandlungen

sind nur einige der zentralen Aufgaben. Das Berufsprofil umfasst unterschiedliche Arbeitsfelder im Operationssaal oder ambulanten OP-Zentrum, in der Endoskopie, der Schmerzklinik oder -ambulanz, im Aufwachraum nach einer OP sowie im Gerätepflegezentrum oder einer Sterilisationsabteilung. „Die Anästhesie und der Operationssaal sind ein extrem faszinierendes Umfeld. Hier trifft innovative Hochleistungsmedizin auf enge Teamarbeit in Extremsituationen. Der Patient legt sein Leben in die Hände des Anästhesieteams, zu dem der ATA gehört“, erklärt Professor Wolfgang Koppert, Direktor der Klinik für Anaesthesiologie und Intensivmedizin. Eine besondere Stärke der Schule für Operationstechnische und Anästhesietechnische Assistenz ist die integrierte Ausbildung der Arbeitsbereiche Operationsdienst und Anästhesie. Die enge Verknüpfung fördert den Teamgedanken von Anfang an. „Neben einem hohen Maß an technischem Verständnis legen wir bei den Bewerberinnen und Bewerbern sehr großen Wert auf Teamgeist und soziale Kompetenzen. Gerade vor der Einleitung

der Narkose sowie im Aufwachraum spielen Einfühlungsvermögen und Kommunikationsfähigkeit in der Betreuung der Patienten eine zentrale Rolle“, betont Florian Fischbock, Leiter der Schule für OTA und ATA. Darüber hinaus sind Verantwortungsbewusstsein, manuelle Geschicklichkeit sowie Kenntnisse in den Fächern Anatomie, Pharmakologie und Krankheitslehre gefragt.

grosse nAchfrAge fAchpersonAl

nAch

Im Fachbereich Anästhesie und Intensivmedizin nimmt die Nachfrage nach exzellent ausgebildetem Fachpersonal in Deutschland immer mehr zu. „Die MHH sieht die Notwendigkeit, einen neuen Ausbildungsberuf zu gestalten, der dem Versorgungsbedarf einer Klinik der Supramaximalversorgung nach hoch spezialisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nachkommt“, betont MHH-Vizepräsident Andreas Tecklenburg, zuständig für das Ressort Krankenversorgung. Die schulische Ausbildung dauert drei Jahre. „Die zukünftigen ATA wer-

den von Fachexperten, den Praxisanleiterinnen und -anleitern, im direkten klinischen Umfeld ausgebildet“, erklärt Florian Fischbock. Die Bewerberinnen und Bewerber benötigen einen Realschulabschluss oder eine vergleichbare Qualifikation wie eine bereits absolvierte Ausbildung. Die Vergütung erfolgt analog zur Krankenpflegeausbildung. Weitere Informationen gibt es bei Iris Meyenburg-Altwarg und Florian Fischbock, Telefon 0511/532-3363, E-Mail Meyenburg-Altwarg.Iris@mh-hannover. de, Fischbock.Florian@mh-hannover.de und unter www.op-schule.de. Schriftliche Bewerbungen sind an die Schule für Operationstechnische und Anästhesietechnische Assistenz, OE 9563, Carl-Neuberg Str. 1, 30625 Hannover zu richten.

MEDI-LEARN Special Anästhesie Wir bieten dir online in Kooperation mit dem Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA e.V.) im Rahmen der Aktion „Anästhesist werden“ umfassende Infos zu diesem Tätigkeitsfeld mit Zukunft. Mehr unter: www.medi-learn.de/bda


MLZ

September/Oktober 2011

Seite 3

www.medi-learn.de

Neue Techniken und Methoden erlernt Acht Wochen „Research Exchange“ in einem Forschungslabor der University of Virginia in Charlottesville von Jan Hachmann

D

ie Vereinigten Staaten gelten als faszinierendes Land und die medizinische Ausbildung und Forschung dort genießt einen guten Ruf. Im Rahmen eines Forschungs-Austauschprogramms konnte ich selbst erleben, dass der durchaus gerechtfertigt ist. Ich war auf Vermittlung der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland (bvmd) für acht Wochen an der University of Virginia in Charlottesville zu Gast. Die Bewerbung für den bvmd Research Exchange erfolgt über das entsprechende Internet-Portal. Die Kommunikation sowohl mit den amerikanischen als auch mit den deutschen Koordinatoren verlief unkompliziert. Alle Beteiligten waren freundlich und hilfsbereit.

nicht Zu Viele sorgen sprAche mAchen

wegen der

Ich würde empfehlen, sich vor dem Aufenthalt zumindest ein halbwegs solides Englisch anzueignen, falls nicht schon vorhanden. Die Amerikaner sind zwar nach meiner Erfahrung relativ geduldig, was Verständigungsschwierigkeiten betrifft, aber der Umgang im Alltag und bei der Arbeit ist deutlich angenehmer und unkomplizierter, wenn man sich ohne größeres Nachdenken und Übersetzen unterhalten kann. Generell man sollte sich auch nicht zu viele Sorgen über die Sprache machen, da man sich bei vorhandener Grundlage vor Ort schnell an das Sprechen gewöhnt. Lasst euch gegebenenfalls von eurer zu Beginn noch etwas holprigen Formulierungsweise nicht zurückhalten und nutzt jede Chance, euch mit verschiedenen Leuten zu unterhalten. Dann geht euch die englische Sprache schnell ins Blut über. Multikulturell bedingte Akzente können am Anfang etwas schwierig zu verstehen sein, aber auch daran gewöhnt man sich schnell. Die Unterkunft wurde von der Lokalvertretung vor Ort organisiert. Ich habe in einem typisch amerikanischen Kleinstadt-Reihenhaus gewohnt mit zwei Bewohnern, davon ein Medizinstudent. Ich hatte ein eigenes Zimmer mit Bett, Wandschrank und kleiner Kommode sowie ein eigenes Bad mit Dusche. Die Küche war großzügig ausgestattet mit Herd, Ofen, Mikrowelle, Geschirrspülmaschine und allem was man sonst noch brauchen könnte. Gleich nebenan befand sich das Wohnzimmer mit Couch, LCD und so weiter. Die Mitbenutzung von Küche, Wohnzimmer sowie auch Waschmaschine und Trockner war kein Problem. Das Haus war gemütlich eingerichtet und ich habe mich von Beginn an wohlgefühlt. Auch mit meinen Mitbewohnern, die etwa in meinem Alter waren, habe ich mich direkt gut verstanden und sie waren jederzeit hilfsbereit, um zum Beispiel gemeinsam zum Einkaufen zu fahren, Internet und Drucker einzurichten und bei vielem mehr. Die Lage war ebenfalls okay, Arbeitsplatz und Stadtzentrum sowie „The Corner“ waren jeweils in etwa 20 Minuten fußläufig zu erreichen. In Charlottesville selbst gibt es kostenlose Busse, die von der Universität betrieben werden und die verschiedenen Uni-Bereiche untereinander sowie den Campus mit den umliegenden Gebieten verbinden. Ich selbst habe die meisten Strecken innerorts zu Fuß zurückgelegt und bin in Charlottesville und auch Washington tagsüber und nachts unterwegs gewesen und habe zu keinen

Zeitpunkt irgendwelche Probleme gehabt. Man kann natürlich insbesondere nachts auch auf ein Taxi zurückgreifen. Streifenwagen der Polizei sieht man durchaus häufiger und speziell an Wochenenden zeigen die Polizisten im Bereich der Bars gelegentlich Präsenz und kontrollieren auch schon mal Ausweise oder dergleichen. Je nach Wohnort ist die Verbindung jedoch durchaus schwierig und der Fahrplan ist darüber hinaus nicht besonders dicht, sodass ich in den acht Wochen Aufenthalt nicht ein einziges Mal auf den Bus zurückgegriffen habe. Auch die Stadt betreibt Busse, mit denen ich aber ebenfalls keine Erfahrungen habe. Die meisten Orte in der Stadt kann man ohnehin gut zu Fuß erreichen, das gleiche gilt für den Weg von und zur Arbeit. An meinem ersten Tag hat mir mein Mitbewohner den Weg zum Krankenhaus gezeigt und dort habe ich mich mit den Kontaktpersonen getroffen, die mich zum Labor weitergeführt haben. Zunächst habe ich mich dann dem Principal Investigator, also dem Chef des Neuroonkologie-Labors vorgestellt, der mich dann wiederum der Belegschaft des Labors vorgestellt hat, insbesondere auch der Wissenschaftlerin, unter deren Anleitung ich während meines gesamten Aufenthaltes arbeiten würde. Die Begrüßung war dabei sehr freundlich. Zu dritt haben wir dann auch noch ein wenig über das Projekt, den Ablauf im Labor sowie meine Erwartungen und die anstehende Arbeit in den kommenden Wochen gesprochen. Das Labor gehört zum Department of Neurology und läuft unter „NeuroOncology Research Laboratory“. Schon mein erster Eindruck von den Räumlichkeiten war sehr positiv. Die Ausstattung war relativ neu, gut strukturiert und alle wesentlichen Apparaturen standen zur Verfügung, zum Teil in Kooperation mit dem gegenüberliegenden Labor. An das Labor anschließend gab es ein Büro mit verschiedenen Computerarbeitsplätzen. Die Räume waren jeweils mit großzügigen Fenstern ausgestattet mit Blick auf den Krankenhausvorplatz. Neben dem eigentlichen Hauptlabor war der Zellkulturraum mit drei Abzugshauben und den Inkubator-Schränken, der mit dem Nachbarlabor geteilt wurde.

gAstdoZenten Berichteten forschungsgeBiet

ÜBer ihr

Jede Woche Dienstag gab es ein LabMeeting, bei welchem die einzelnen Postdocs im Wechsel ihre jeweiligen Ergebnisse der letzten Wochen vorstellten und das weitere Vorgehen diskutiert wurde. Weiterhin gab es jede zweite Woche einen „Journal Club“, ein Treffen der zwei kooperierenden Labors, bei dem eine aktuelle Publikation vorgestellt und besprochen wurde, die in irgendeiner Form interessant oder relevant für das Forschungsgebiet war. Darüber hinaus gab es jeweils Freitag Mittag ein „Lunch-Seminar“ des Cancer Centers, eine fach- und institutsübergreifende Fortbildungsveranstaltung, bestehend aus einem kostenlosen Mittagessen und im Anschluss daran einem Vortrag im Hörsaal von unterschiedlichen GastDozenten über aktuelle Ergebnisse aus deren jeweiligen Forschungsgebieten. Fortsetzung im Digitalen Nachschlag

Kurz notiert

Informationscafé Anästhesiologie

Um das Berufsfeld der Anästhesiologie geht es bei einem Informationscafé für Studierende und approbierte Ärzte im Rahmen des Kongresses „Perspektiven und Karriere“. Er findet am 4. und 5. November im Berliner Langenbeck-Virchow-Haus statt. An beiden Tagen ist ein umfangreiches Vortragsprogramm für Jungmediziner geplant. Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.congressa.de/aerztekongress

Fast alle Mediziner erreichen Abschluss

„Im Fach Humanmedizin gibt es vergleichsweise wenige Studienabbrecher. 95 Prozent der Erstsemester erreichen zumindest den ersten Hochschulabschluss, hat das Statistische Bundesamt ermittelt. Der Abstand zu anderen Disziplinen hat sich damit im vergangenen Jahr noch vergrößert. Auf Platz zwei liegt die Veterinärmedizin mit 89 Prozent, gefolgt von weiteren Fächern mit Zulassungsbeschränkung. Im Durchschnitt aller Fächer halten an deutschen Hochschulen gut drei Viertel aller Erstsemester durch.“

Zentrale Rolle im Gesundungsprozess

Den malerischen Campus der University of Virginia in Charlottesville hat die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Während der Vorlesungszeit tummeln sich hier 20.000 Studenten.

Auf einer interdisziplinären Fachtagung in Bayern diskutierten Mediziner und Besucher über Lösungen für die Probleme der Arzt-Patient-Kommunikation. Schnell waren die drei größten Hemmnisse identifiziert: die Bürokratie, die fehlende Ausbildung der Ärzte in Kommunikation und das Entlohnungssystem im Gesundheitswesen. Geld verdiene der Arzt in Deutschland nicht mit Zuhören, sondern mit Aktivitäten und Leistungen – obwohl es wissenschaftlich belegt ist, dass gelungene Kommunikation eine zentrale Rolle im Gesundungsprozess spielt. Mehr unter www.medi-learn.de/info15258

Neues Fördersystem für Studenten im PJ

Fünf Kliniken, die in der RuhrUniversität Bochum verbunden sind, haben ein neues Fördersystem für Medizinstudenten im Praktischen Jahr (PJ) eingeführt. Wer in eine dieser Kliniken geht, erhält monatlich 400 Euro brutto. Bisher ist es in vielen deutschen Kliniken üblich, die PJ-ler überhaupt nicht zu bezahlen. „Die Gesundheitswirtschaft ist eine der Schlüsselbranchen des Ruhrgebiets – deshalb brauchen wir qualifizierte, leistungsorientierte Nachwuchsmediziner“, begründet Hans-Werner Kick, kaufmännischer Vorstand des Klinikverbandes die Initiative. www.medi-learn.de/info15259

Sicherheit weltweit Mit dem neuen Haftpflichtschutz ins Pflegepraktikum, in die Famulatur oder ins Praktische Jahr. www.aerzte-finanz.de


MLZ

Seite 4

September/Oktober 2011

www.medi-learn.de

Basiswissen in 26 Kapiteln

Blick in die Foren

Viele nützliche Tipps für Studienanfänger

Basiswissen Biochemie vermitteln. Dabei bedient er sich vieler farbiger Abbildungen und Tabellen, die das Wissen auf den Punkt bringen und anschaulich machen.

„Stellt euch mal vor, ihr werdet an euren Studienbeginn zurückversetzt.“ Was würdet ihr anders machen? Fast jeder kann auf diese Frage hin spontan ein paar Dinge aufzählen, die er zu Studienbeginn besser hätte machen können. Die zahlreichen Antworten können jüngeren Studenten das Leben leichter machen. Sämtliche Tipps unter www.medi-learn.de/MF20779

Nach dem Examen als Zahnärztin in die USA

„Smibo“ überlegt, direkt nach ihrem Examen in die USA auszuwandern und dort als Zahnärztin tätig zu sein. Sie weiß, dass sie dafür Sprachtests und fachliche Prüfungen bestehen muss. Von anderen Zahnmedizinern erfährt sie, dass sie natürlich eine Aufenthaltsgenehmigung braucht, eventuell einen Aufbaukurs machen muss und dass Amerikaner mit dem Titel „Dr. med. dent.“ nichts anfangen können: www.medi-learn.de/MF12456

Zielgruppe Das Buch ist gedacht für Studenten der Vorklinik zur Prüfungsvorbereitung, die bereits Vorwissen aus Seminaren, Vorlesungen etc. mitbringen. Ohne dieses Vorwissen ist es schwierig, den Ausführungen zu folgen, denn aufgrund der knappen Darstellung werden Zusammenhänge manchmal nicht umfassend erläutert. Titel: Basiswissen Biochemie mit Pathobiochemie Autor: Georg Löffler Verlag: Springer ISBN: 978-3-540-76511-0 Preis: 34,95 €

Kurzbeschreibung Der „kleine Löffler“ will kompakt das für das Medizinstudium nötige

Effektive Übungen und persönliche Bestzeiten

Sport neben dem Studium kostet zwar Zeit, belohnt dich aber auch mit einem klaren Kopf, einem guten Körpergefühl sowie Stressabbau. Viele Jungmediziner wissen das und tauschen sich über ihre Aktivitäten aus. Wirksame Trizepsübungen, Tipps für die richtige Laufausrüstung und persönliche Bestzeiten gibt es unter www.medi-learn.de/MF57470

Das Herz Detailtreue Anatomie zum Anfassen. Qualität von 3B Scientific. Preis:

35,11 €

Jetzt animiert unter: www.3bscientific.de

Zielgruppe Studenten der Vorklinik können sich mit diesem Lehrbuch hervorragend auf Klausuren und das Physikum vorbereiten. Studenten in klinischen Semestern sowie Ärzten kann es zum Nachlesen und Wiederholen dienen.

Didaktik Begleitet von vielen Abbildungen und Tabellen führt der sehr gut verständliche Text durch die Biochemie. Das farbige Register am Seitenrand ermöglicht eine Orientierung bereits vor dem Aufschlagen. Am Anfang jedes Kapitels gibt es eine kurze Zusammenfassung des Inhalts mit den wichtigsten Stichwörtern. Pathobiochemische Bezüge innerhalb der Kapitel sind farbig markiert und erleichtern das Verständnis des Zusammenhangs zu den theoretischen Grundlagen.

Inhalt Wie in einem Puzzle wird der vermittelte Stoff nach und nach aufgebaut, von den Grundprinzipien über Biomoleküle, Zellbiochemie und Kommunikation sowie Signaltransduktion zu den Stoffwechselleistungen und der Pathobiochemie. Durch den Aufbau bleibt der Gesamtzusammenhang im Blick und auch die Texte verlieren sich nicht in Details.

Aufbau Die einzelnen Abschnitte sind farbig markiert, sodass schon von außen eine Orientierung möglich ist. Zwischenüberschriften und fettgedruckte Schlüsselbegriffe gliedern den Inhalt klar. Die Abbildungen verdeutlichen die im Text beschriebenen Abläufe und Zusammenhänge, ebenso wie die grün markierten pathobiochemischen Verweise.

Lehrbuch. Unterstützt durch zahlreiche Darstellungen biochemischer Prozesse sowie unter Zuhilfenahme von Tabellen entsteht ein umfangreiches Werk zum Lernen und Verstehen biochemischen Wissens.

Titel: Taschenlehrbuch Biochemie Autor: Gerhard Püschel u. a. Verlag: Thieme ISBN: 978-3-13-148691-2 Preis: 34,95 €

Kurzbeschreibung Bei dem neuen Buch des Thieme Verlags handelt es sich um ein kompaktes und gut strukturiertes Biochemie-

Vorbereitung in drei Phasen Themen aufbereitet und dargestellt. Dabei orientieren sich die Autoren an den IMPP-Fragen und beschränken sich auf den zur Beantwortung nötigen Stoff.

Orientierungshilfe an der Kinokasse

Ab und zu tut es gut, den Kopf aus dem Bücherstapel zu ziehen und auf andere Gedanken zu kommen, zum Beispiel im Kino. Einige Mediziner haben im Forum einen Thread eröffnet, in dem sie sich über sehenswerte Kinofilme austauschen, Empfehlungen und Warnungen aussprechen und auf weniger bekannte Filme hinweisen: www.medi-learn.de/MF15837

Aufbau Das Buch ist durch zahlreiche Zwischenüberschriften in unterschiedlichen Farben gegliedert. Die Abbildungen und Tabellen stellen die Abläufe und Mechanismen anschaulich dar und verdeutlichen so die im Text genannten Fakten. Durch die Markierung in einer grünen Klammer wird das pathobiochemische Wissen gekennzeichnet und leicht erkennbar, während die wichtigen Punkte in kurzen Repetitorien zusammenge-

Preis Die 34,95 Euro für 508 Seiten kompaktes Biochemie-Wissen sind in Ordnung, denn dafür erhält man eine vollständige, wenn auch knappe Darstellung des gesamten biochemischen Grundlagenwissens. Fazit Zur Prüfungsvorbereitung eignet sich der „kleine Löffler“ hervorragend. Allerdings empfiehlt es sich, für ein detaillierteres Verständnis der Zusammenhänge ein umfangreiches Lehrbuch in der Nähe zu haben. Die Fallbeispiele machen deutlich, welche Bedeutung biochemisches Wissen in der Medizin hat und motivieren so auch Biochemie-Muffel zum Lernen. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw292 www.medi-learn.de/gw415

Alles, was man über Biochemie wissen muss

Bald Medizinstudium in Kroatien möglich?

Die Chancen stehen gut, dass Kroatien 2013 in die EU aufgenommen wird. Das bedeutet auch, dass man dann mit einem Medizinstudium in Kroatien in anderen EU-Ländern arbeiten darf. Die Universität Split bietet ab 2011 das Studienprogramm „Medical Studies in English“ an. Die Diskussion über die Anerkennung von Zeugnissen, Studiengebühren und ob es Besonderheiten gibt, wenn das Studium vor dem EU-Beitritt Kroatiens begonnen wurde, findest du hier: www.medi-learn.de/MF64346

Inhalt In 26 Kapitel wird das gesamte Themengebiet der Biochemie kompakt behandelt. Dabei wird weniger auf einzelne Details eingegangen als vielmehr ein Überblick gegeben. Durch die Fallbeispiele wird ein praktischer Bezug geschaffen, der es erlaubt, das Gelernte sofort anzuwenden.

Didaktik Der leicht verständlich geschriebene Text wird durch viele Abbildungen und Tabellen ergänzt, in denen die wichtigen Informationen übersichtlich dargeboten werden. Am Ende eines Abschnitts wird in einem „In Kürze“-Kästchen noch einmal stichwortartig die Quintessenz der Ausführung zusammengefasst, sodass eine schnelle Wiederholung vor der Prüfung möglich ist.

fasst werden. In der Mitte des Buches finden sich klinische Fallbeispiele.

Zielgruppe Medizinstudenten in der Physikumsvorbereitung. Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf der Vorbereitung zum schriftlichen Physikum, auch wenn Hinweise zum mündlichen Teil gegeben werden.

Titel: MEDI-LEARN Skriptenreihe Biochemie (7 Bände) Autor: MEDI-LEARN Dozenten Verlag: MEDI-LEARN ISBN: 978-3-938802-55-7 Preis: 39,99 €

Kurzbeschreibung In den sieben Biochemie-Heften der MEDI-LEARN Skriptenreihe werden die wichtigen physikumsrelevanten

Inhalt Es wird auf die verschiedenen Bereiche der Biochemie eingegangen: 1. Energiestoffwechsel, 2. Aminosäuren, Proteine und Enzyme, 3. Kohlenhydrate, 4. Molekulargenetik, Binde- und Stützgewebe, 5. Hormone, Vitamine und Coenzyme, 6. Blut und Immunsystem sowie 7. Verdauung, Fettsäuren und Lipide, Leber. Diese Aufteilung gliedert den Stoff in übersichtliche Teile, womit die Bearbeitung strukturiert und erleichtert wird.

Durch Querverweise erschließen sich an Überschneidungspunkten die Zusammenhänge zwischen den Themen. Didaktik Die Texte sind verständlich geschrieben und klar gegliedert. Neben hilfreichen Zwischenüberschriften finden sich Schlüsselbegriffe fett gedruckt. Merkkästchen erinnern an wichtige Zusammenhänge. Die zahlreichen Abbildungen sind einprägsam und tragen dazu bei, den Überblick über die Abläufe nicht zu verlieren. Am Ende jedes Abschnitts finden sich Hinweise zum Punktesammeln in der schriftlichen Prüfung und Grundlagen für die mündliche. Aufbau Die Skriptenreihe ist zur Prüfungsvorbereitung gedacht und empfiehlt eine dreiphasige Lernzeit. In der ersten Phase sollte in drei Tagen je ein Skript erarbeitet werden, das dann in der zweiten Lernphase an einem Tag wiederholt wird. Parallel dazu sollten

Preis 34,95 Euro für ein Taschenlehrbuch, das es in sich hat. Für diesen Preis erhält man umfangreichen Stoff, der einem die Biochemie eindrücklich nahe bringt. Fazit Auf etwas mehr als 900 Seiten vermittelt dieses Taschenlehrbuch alles, was man in der Medizin über Biochemie wissen muss. Wer es allerdings ganz genau nimmt und die Details bis ins Letzte kennen möchte, dem kann darüber hinaus wohl nur noch der Stryer empfohlen werden. Für alle anderen ist das Thieme Taschenlehrbuch Biochemie eine optimale Wahl zur Prüfungsvorbereitung. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw416

Altexamina gekreuzt werden. In der dritten Lernphase werden dann nur noch die jüngsten Altexamina gekreuzt. Mit Hilfe dieses Konzepts ist die Vorbereitungszeit realistisch gegliedert, ohne dass Prüfungsgebiete vergessen werden. Preis Die Investition von 39,99 Euro lohnt sich, denn man erhält gebündelt die Fakten, die man braucht. Zeitintensives Herausarbeiten der wichtigen Inhalte aus umfangreichen Lehrbüchern entfällt. Fazit Für die Prüfungsvorbereitung ist die Skriptenreihe Biochemie sehr hilfreich. Die für das Physikum wichtigen Fakten werden genannt und wer darüber hinaus etwas wissen möchte, kann ja in einem Lehrbuch nachlesen. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw417


MLZ

September/Oktober 2011

Seite 5

www.medi-learn.de

Meilenstein des Ausbildungskonzepts

Stan - Das Skelett mit den besten Referenzen. Qualität von 3B Scientific.

Neues DocLab bietet Lernumgebung für das Trainieren manueller und kommunikativer Techniken

www.3bscientific.de

von Michael Seifert

Preis:

A

b sofort können Studierende der Medizin der Universität Tübingen im neugegründeten DocLab ihrer Hochschule praktische ärztliche Fertigkeiten erlernen. Der gemeinsam vom Universitätsklinikum Tübingen und dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg finanzierte Neubau des DocLabs umfasst etwa 700 Quadratmeter Lehr-, Praxis- und Seminarräume. Darin können Medizinstudenten gezielt manuelle und kommunikative Fertigkeiten trainieren. Die Ausstattung wurde aus Studiengebühren der Studierenden mitfinanziert. Mit der Eröffnung des DocLab-Ausbildungszentrums setzt die Medizinische Fakultät der Universität Tübingen einen Meilenstein in einem über Jahre aufgebauten innovativen und zukunftsorientierten Ausbildungskonzept. Die moderne Medizin stellt die Ärzte auch als Lehrer und Ausbilder vor eine große Herausforderung. In immer kürzer werdenden Zeitintervallen müssen Patienten mit zunehmender Krankheitsschwere behandelt werden. Dabei wird es zusehends schwieriger, Berufsanfängern notwendige manuelle sowie kommunikative Fertigkeiten sicher zu vermitteln. Das bisherige Ausbildungskonzept in Form von Famulaturen und Wochenpraktika ist für werdende Ärzte nachgewiesenermaßen nur bedingt effektiv. Oft haben die Stations- und Oberärzte nicht mehr die Zeit, die jungen Kollegen gezielt anzuleiten. Das „Lernen am Patienten“ ist darüber hinaus nicht immer

236,81 € im Sinne eines zeitgemäßen Anspruchs an die Patientensicherheit. Die Tübinger Medizinstudenten trainieren im DocLab über 150 ärztliche Fertigkeiten, von der Kommunikation schwerwiegender Diagnosen über die korrekte Anlage eines zentralen Venenkatheters bis hin zum Eingipsen von Armen. Dabei kommen neben speziell geschulten Schauspielern, welche Patienten mimen, verschiedenste Simulatoren und Phantome zum Einsatz.

In einer geschützten Lernumgebung können sich die Studierenden außerhalb des stressigen Stationsalltags mit diversen manuellen und kommunikativen Techniken auseinandersetzen. Die große Mehrzahl der angebotenen Trainingskurse wird von den Studierenden der Medizinischen Fakultät verpflichtend im Rahmen ihrer regulären Ausbildung absolviert. Zusätzlich wurde ein Mentorensystem für Studierende fort-

geschrittener Semester entwickelt, in dem sie sowohl fachlich als auch didaktisch gezielt für ihren Einsatz als Tutor für jüngere Kommilitonen ausgebildet werden. Dieses innovative und einmalige Tutorensystem wurde in den letzten fünf Jahren in kontinuierlicher Zusammenarbeit zwischen dem Kompetenzzentrum Medizindidaktik Baden-Württemberg an der Universität Tübingen sowie dem ärztlichen Leitungsteam des DocLab entwickelt.

Wer als Student familienversichert ist, zahlt bis zum 25. Geburtstag selbst keine Beiträge zur Krankenversicherung, solange das monatliche Einkommen 400 Euro nicht übersteigt. Ab 25 Jahren müssen Studierende sich selbst versichern – entweder zum gesetzlichen Studententarif oder privat. Die nächste Veränderung tritt mit dem 30. Geburtstag oder dem 14. Fachsemester ein, denn dann endet die Versicherungspflicht für Studierende. www.medi-learn.de/info15260

Der Wirkstoff Ezetimib wird eingesetzt, um den Cholesterinspiegel zu senken. Er kann dabei die Zusammensetzung der Blutfette ungünstig beeinflussen und eine Arteriosklerose begünstigen. Das ergab eine Studie der Uniklinik Köln. Ezetimib wird in Deutschland mit fast 100 Millionen „definierten Tagesdosen“ verschrieben. Kritiker sind der Ansicht, dass die Verschreibung, gemessen am gesicherten Nutzen zu häufig erfolge. www.medi-learn.de/info15265

Im Tübinger DocLab werden den Studierenden zahlreiche praktische ärztliche Fertigkeiten vermittelt.

Für den Kurs an der Universität Leipzig können sich Medizinstudenten aus ganz Deutschland anmelden von Nina Dalitz (Redaktion MEDI-LEARN) ie Tropen sind laut Lexikon „Gebiete nahe des Äquators“. Dort herrschen andere Bedingungen als in der gemäßigten Klimazone, in der deine Universität steht. Aber vor allem sind sie ein Thema, das im Medizinstudium nur marginal gestreift wird. Für Studenten, die eine berufliche Tätigkeit im außereuropäischen Ausland anstreben, ist der Tropenmedizinische Lehrgang der Uni Leipzig seit Jahren eine Option, fit zu werden in den Themen Malaria, Essential Drugs und globales Denken. Während des Studiums kommen wohl das Fach „Hygiene, Mikrobiologie, Virologie“ und der Querschnittsbereich 4 „Infektiologie und Immunologie“ dem Thema Tropenmedizin am nächsten. Doch wer sich auf Praktika in Ländern außerhalb Europas vorbereiten möchte, ist froh über jede weitergehende Information. Mittlerweile braucht fast jeder niedergelassene Arzt reisemedizinische Kenntnisse und sollte sich nicht nur wegen des interkontinentalen Tourismus ein wenig mit tropischen Krankheiten auskennen. Der Leipziger Tropenkurs kann aufgrund zahlreicher Erfahrungsberichte auch als Inspiration dienen, wie man sich selber als Arzt in Entwicklungsländern einbringen kann. Nicht zuletzt benötigen Medizinstudenten der Bundeswehr spezielle Kenntnisse, denn „die Einsätze der Bundeswehr führen ja auch in tropische Länder“. Als die Uni Leipzig den Tropenkurs im Jahr 1984 einführte, war er noch verpflichtend für Studenten, die aus tro-

Altersgrenzen in der Krankenversicherung

Ezetimib: Kritik an Verschreibungspraxis

Umfassendes Basiswissen für die Tropen D

Kurz notiert

pischen Ländern kamen. Seit der Wende 1990 findet er fakultativ für alle Interessierten statt. Empfohlen wird der Kurs ab dem 5. Semester, einschreiben können sich Medizinstudenten aus ganz Deutschland. Die Teilnehmerzahl ist auf 100 begrenzt, aber an den fast täglich stattfindenden Vorlesungen kann jeder, der will, auch ohne Anmeldung teilnehmen. Dies wird zum Teil sogar von approbierten Ärzten wahrgenommen. Die Anmeldefrist für den jährlich in Februar und März stattfindenden Kurs endet im Dezember des Vorjahres.

fÜr die teilnAhme werden keine geBÜhren erhoBen Beginn ist jährlich nach dem Wintersemester und etwa einer Woche Pause. Der Kurs dauert sechs Wochen, sodass er nahezu die gesamte vorlesungsfreie Zeit ausfüllt. Doch es lohnt sich, wie immer wieder Anmeldungen von Studenten aus Unis des ganzen Landes zeigen. Das hohe Engagement der Veranstalter zeigt sich auch darin, dass für Teilnehmer keine Gebühren fällig sind. Probleme mit der Zimmersuche gibt es kaum, da die Wohnungssituation in Leipzig sehr entspannt ist. Der Kurs vermittelt zwar unglaublich viel Wissen, doch dafür ist das Programm auch straff und geht täglich in mehreren Blöcken von 8:30 bis 15:00 oder 16:00 Uhr inklusive Mittagspause. Freitags und gelegentlich auch unter der Woche ist der Nachmittag frei. Hausaufgaben fallen nicht an und so ist trotzdem genügend Zeit, etwas zu unternehmen,

zu entspannen und die Semesterferien zu genießen. Der veranstaltende „Fachbereich Infektions- und Tropenmedizin“ füllt den Stundenplan mit fundierten Vorträgen, Mikrobiologie- und Stationspraktika und lädt dazu jedes Jahr über 20 Fachleute aus ganz Deutschland ein, die authentisch ihr Wissen, Können und den einen oder anderen Erfahrungsbericht vermitteln. Jeder Teilnehmer wird Professor Schubert kennen lernen. Er ist Leiter des Fachbereiches und setzt sich seit dem allerersten Jahr mit Herzblut und viel Erfahrung für den Tropenmedizinischen Lehrgang ein. Im Kurs werden Basics wie Impfung, Reanimation und die Behandlung von Verbrennungen gelehrt. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf den Tropenkrankheiten Malaria, Tuberkulose, Aids, Typhus, verschiedensten venerischen Erkrankungen, Mykosen, Gifttieren, Insekten und einigen mehr. Häufig benötigte Bereiche der Chirurgie, wie Kriegschirurgie und Kieferchirurgie stehen auf dem Plan, aber auch Aspekte der Geburtshilfe, der Gynäkologie, Ophthalmologie und Dermatologie in den Tropen, immer ergänzt durch Kurse am Mikroskop oder auf Station. Das Thema Mangelernährung wird ebenso besprochen wie Differentialdiagnosen bei Fieber und Anämie. In Deutschland stehen pro Jahr etwa 1500 Euro pro Kopf für die gesundheitliche Betreuung zur Verfügung. „In den tropischen Ländern sind es weniger als 5 Euro,“ sagt Professor Schubert. „In unserem Lehrgang wird deshalb den Studenten auch vermittelt, wie man trotz

der geringen bereit stehenden Mittel viel für die Kranken tun kann.“ Wie arbeite ich unter einfachen Bedingungen? Wie bekomme ich Menschen und Material in entlegene Gebiete? Wie kann ich helfen? Was gibt es für Berufsmöglichkeiten? Was den Reiz des Leipziger Tropenkurses ausmacht, ist, dass fast alle Informationen von Fachleuten vermittelt werden, die selbst schon einmal in den Tropen waren und neben Fakten Einblicke in das tägliche Leben und Insidertipps vermitteln, sowie bereitwillig Fragen beantworten.

VorBereitung Auf die ABschlussprÜfungen In der sechsten und letzten Woche ist der Stundenplan lockerer, damit die Studenten noch einmal die Stadt Leipzig genießen und sich auf die Abschlussprüfung vorbereiten können. Die erfolgt sowohl schriftlich als auch mikroskopisch und einen Tag später mündlich in Kleingruppen. Wer alles besteht, erhält einen Nachweis in Deutsch und Englisch. Seit dem Wintersemester 2005/06 können sich erfolgreiche Teilnehmer den Lehrgang als Wahlfach zum klinischen Studienabschnitt anrechnen lassen, alternativ erkennen einige Landesprüfungsämter den Kurs sogar als Famulatur an. Das ist jedoch von Bundesland zu Bundesland verschieden. Abgesehen von all den Scheinen ist der Kurs eine einmalige Chance, Gleichgesinnte zu treffen und für manche sogar die „lehrreichste und schönste Zeit des gesamten Studiums.“

Türklinken aus Kupfer senken Infektionsrisiko

Griffe, Schalter und Türklinken sind häufig aus Aluminium. Wissenschaftler der Uni Halle-Wittenberg ersetzten sie auf einigen Krankenhausstationen durch solche aus Kupfer. Die Ergebnisse übertrafen alle Erwartungen: Die Zahl der Antibiotika-resistenten Bakterien (MRSA) wurde um ein Drittel verringert und die Neubesiedlung durch Keime erheblich vermindert. In der Folge gab es auf den Test-Stationen eine geringere Infektionsrate. www.medi-learn.de/info15269

Arbeitsbedingungen gefährden Klinikärzte

Die Bedingungen, unter denen Ärzte in Krankenhäusern arbeiten, sind so belastend, dass die Mediziner herzinfarktgefährdet sind. Das geht aus einer aktuellen Studie der Uni Innsbruck hervor. Dazu wurden Ärzte während einer 24-stündigen Rufbereitschaft mit tragbaren Messgeräten überwacht. Die Ergebnisse seien alarmierend, so Studienleiter Professor Joannidis. Im Dienst traten Herzrhythmusstörungen auf, der Blutdruck war erhöht und sank auch während der Ruhephasen nicht ab.

Die „Eintrittskarte“ in die Private Als Medizinstudent schon heute den späteren problemlosen Eintritt in die private Krankenversicherung als Arzt sichern. www.aerzte-finanz.de


Seite 6

MLZ

September/Oktober 2011

www.medi-learn.de

Das Runde muss ins Eckige! Ein Bericht von Viktor Anufrijenko

G

rüner, saftiger Rasen und perfektes Wetter boten optimale Bedingungen für die zehnte Medimeisterschaft in Göttingen und lockten mehr als 2000 Medizinstudenten aus ganz Deutschland an. MEDI-LEARN hat sich dieses Spektakel wie in den vergangenen Jahren nicht nehmen lassen wollen und ist aus Norddeutschland angereist, um vor Ort Promotion für MEDI-LEARN und die hauseigenen Produkte zu machen. Der Fußball stand zwar im Mittelpunkt, aber es war auch anderweitig wieder eine Menge los. „Was zum …?“ lautete die Reaktion jener MEDI-LEARN-Mitarbeiter, die am Freitag zum ersten Mal die Medimeisterschaft mit eigenen Augen sahen. Eine überwältigend große und in die schrillsten Outfits gekleidete Menschenmenge feierte am Nachmittag eine gigantische Party. Zu lauter Musik wurde getanzt, getrunken und geschwitzt. „Da möchte man ja sofort dazustoßen“, seufzte sehnsüchtig der eine oder andere aus der Ecke von MEDI-LEARN. Beim Anblick der Meute entstand aber nicht nur die Lust zum Mitfeiern. Als Neuling auf der Medimeisterschaft fragte man sich auch, warum denn so viele Studenten sich verkleiden.

Von Piraten und endlos feiernden „Atzen“

Die Anhänger aus Lübeck und Essen trugen Piraten-Outfits, die Magdeburger mochten nur Rosa und Studenten aus Frankfurt waren in Schwarz und Weiß anwesend. Es gab aber selbstverständlich noch genügend andere Fans, die sich einheitlich in bestimmten Farben gekleidet hatten, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Die Unterstützung der Fans in ihren farbenfrohen Uniformen galt der jeweiligen Mannschaft und zielte gleichzeitig auch darauf ab, einen Preis für ihre Uni-Stadt zu gewinnen. Es gab neben der Trophäe für die Sieger auf dem Fußballplatz nämlich auch ei-

nen Pokal für die besten und kreativsten Fans. Für außergewöhnliche Aktionen verteilten die Veranstalter Punkte. Die „Piraten“ aus Lübeck räumten mit ihren Kostümen gut ab, aber den Vogel schossen ganz klar die „Atzen“ aus Magdeburg ab: Die rosa gekleideten Studenten aus Sachsen-Anhalt fuhren tatsächlich mit einem eigens angefertigten Trabbi über das ganze Gelände und sorgten für verblüffte Gesichter. An dem Auto waren zusätzliche Lampen, zwei Boxen, aus denen zahlreiche Klassiker der „Atzen“ dröhnten, sowie eine Nebelmaschine montiert. Bei der Entscheidung über den Fanpokal waren sich alle einig, denn diese Disco auf vier Rädern zog jede Aufmerksamkeit auf sich und brachte somit auch völlig verdient den Pott nach Magdeburg.

„MEDI-LEARN in den Pool! Schiri in den Pool!“

Gefeiert wurde auch im MEDI-LEARN Camp. Genau genommen war es der dort stehende Pool, der viele Studenten anzog und für Abkühlung bei der konstanten Hitze sorgte. Jedoch musste man als Zuschauer immer auf der Hut sein. Während sich die Studenten über MEDI-LEARN informierten, flogen unfreiwillig und reihenweise zur selben Zeit Unbeteiligte in den Pool. Selbst ein MEDI-LEARN-Mitarbeiter und ein Schiedsrichter konnten sich nicht vor der feiernden Meute sowie der Landung im Wasser retten. Eine alternative Abkühlung gab es in Form von Capri-Sonnen. MEDI-LEARN stellte rund 5200 Päckchen zur Verfügung, die aber binnen eineinhalb Tagen längst verbraucht waren. Für Fans der Cartoons von Rippenspreizer wurde ebenfalls gesorgt. Zeichner Daniel Lüdeling war aktiv vor Ort und zeichnete selbige auf jedes erdenkliche Medium. Ob auf Büchern oder menschlichen Körperteilen – jeder hat seinen persönlichen Cartoon erhalten. An Mitglieder des MEDI-LEARNClubs wurden kostenlose Halsketten,

rien e t i r k s g n wertnuach verschiedenen Kriteriinennt bameew ontest: Be

Spiel g n werden Fan-C annschafte . Wie beim M en d en er Minus- als ln w ze n n Sieger der ei g: Sowohl

2011

enfalls zu Die Fans er Achtun t: önnen so eb meisten Punkten – ab werden berücksichtig k d n u t te wer en en d ri it te m ri de K anblock lien lich. Folgen Ende der F T-Shirts) • Fanutensi te sind mög k n u sp u n lakate oder o P . B z. auch B ie (w er Fans • Anzahl d Flitzer Heimatuni r • zu g n u n tzung • Entfer inusMottoumse • ng: Nur M eo • Vid ess – Achtu g rn anen ai d u F tz ch • se si m er U glich. W ö m • Idee und te k n u k P g) ert Pun te! g bwechslun immt, verli A • Stimmun en e, b ibt es rk en tä b ts Lau – hierfür g (Konstanz, ndere Extras rascht uns! o es e b afi • g o ore kte: Über • Tanz/Ch ert Bonus-Pun kennungsw er er d ie W • vant. ei nicht rele rien ist dab te ri K er d folge Die Reihen


September/Oktober 2011

MLZ

Seite 7

www.medi-learn.de

Deos, Taschen und andere Kleinigkeiten verteilt. Wer auf der Medimeisterschaft erstmalig in den MEDILEARN-Club eintrat, erhielt vor Ort sein Begrüßungsgeschenk. Zur Auswahl standen unter anderem Tassen im Design von Rippenspreizer, EKG-Pocketcards oder Kartenspiele. Das beliebteste Geschenk waren allerdings drei Freibiere.

Spannend bis zur letzten Sekunde

Das Hauptprogramm am Samstag bestand aus Fußball, und dieser wurde von 100 Männer- und 36 Frauenteams auf insgesamt 13 Kleinfeldern zelebriert. Es wurde gekämpft und die Zähne zusammengebissen, jedoch konnte wie immer nur einer den Pokal in die Höhe stemmen. Die Studenten aus der Charité standen am Schluss im Finale gegen die Ballakrobaten aus Göttingen, bei den Frauen kämpften Homburg und Dresden um die Meisterschaft. Homburgs Fußballerinnen krönten sich mit einem 1:0 zu den Medimeisterinnen 2011. Im Finale der Männer war die Zuschauerzahl so groß, dass man als Spätkommender fast keinen Platz mehr bekam. Die Fans holten beim Finale die letzten Reserven aus sich

ln n des DFB, von denen wir in den e g e r l e i p S dung kommen die Regel

en en man- und • zur Anw ten abweich ete Studenten der Hu k n u P n re weite gemeld m begrenzt r sind nur an ler pro Tea ie p S 0 n • als Spiele 1 se t as esam in zugel s ist auf insg dspieler) Zahnmediz eines Team l Fel h 5 za d n n ra u t le (1 Torwar • die Spie 6 en ß eg g g 6 wird mx25m ro • gespielt feld und 50 in le m 2 K x n ei m ist von 5 • das Feld -Jugendtore wird auf E lt ie p es g • ein Abseits hselt werden angewendet • es gibt k ie ausgewec sregel wird in as ll p te it ck ü M R • die oft an der unbegrenzt • es kann min 1×10 min t g eträgt 1×12 lzeit beträ ie p S ie d er Finals b • d enommen) d n sg re au e äh lzeit w m betragen trafstöß (S e ß tö is • die Spie re ßen muss 3 F tö is te re ek F ir d d n ur in en u • es gibt n ners bei Eck and des Geg st b A er d •

raus und gaben noch einmal alles, um den Fanpokal zu gewinnen. Dadurch wurde das aktive Spiel so gestört, dass man es unterbrach. Die Fußballer mussten sich im Elfmeterschießen beweisen. Ein Ring aus Zuschauern wurde gebildet und in der Mitte standen nur noch der jeweilige Schütze und der Torhüter. Mit einem 6:5 entschieden die Berliner das Finale für sich und beendeten somit das Fußballturnier. Die Medimeisterschaft 2011 war für alle Seiten ein voller Erfolg. Das Wetter war konstant gut und die Stimmung hätte nicht besser sein können. Obwohl die Hitze einen zum Schwitzen brachte und den ganzen Samstag Fußball gespielt wurde, konnte man sich nicht über große Verletzungen oder Ausfälle beklagen. Ein besonderes Kompliment verdienten die anwesenden Studenten, die mit ihrer offenen und freundlichen Art eine angenehme Atmosphäre schufen. Ebenfalls wurde das Turnier, was die Größe eines Festivals hatte, sehr professionell organisiert. Leisten die Veranstalter wieder so gute Arbeit wie dieses Jahr in Göttingen, dann kann die nächste Medimeisterschaft nur ein voller Erfolg werden. das Spiel haft wird sc n rn a M r haft gewe n eine ie Mannsc t-Antrete d h d n n ic u e N g te r e e k g d n n o 3 Pu lverzicht als verlore und erhält r e g ie • bei Spie ten und 0:2 Toren S ilt als k nschaft g mit 0 Pun ine Nachtene Man e tr e g n a Es gibt ke en und . n e ff fi tet. Die p e abg flieg ig an- und htung Tor 2:0 Tore ffs in Ric gleichzeit fi pieler darf n P e S s r rd e e e d d w n d iele währen angreife ll in a e B • alle Sp K r e t. d n rkan Sollte as Tor ane r berühren spielzeit! so wird d , eh n e m ll se fa a r h uten ein To r Flugp e d d n ägt 2 Min re h e ä ielen b tr p S n den Ball w e d n e se zwisch • die Pau

• Strafstöße werden vom Neun-Meter-P unkt ausgeführt • wiederholtes Fo ulspiel, wiederholt e Zeitverzögerung, Verhalten, ständige unsportliches s Meckern, “Schwa lben”: 2 Minuten Zeitstra fe • grobes Foulspie l mit Inkaufnahme einer Verletzung de ling von hinten, Be s Gegners, Tackleidigung des Schie dsrichters oder ein Spielers, Tätlichke es anderen iten jeglicher Art: Turnierausschluss un d 2 Minuten Zeitstra fe für die Mannsch • fällt ein Tor gege aft n die in Unterzahl befindliche Manns Zeitstrafe vorzeitig chaft, wird die beendet • kommt eine Man nschaft weniger als zwei Minuten zu sp das Spiel schnellst ät, dann muss möglich begonnen werden. Die verloren nicht nachgespielt. e Zeit wird Bei mehr als zwei Minuten wird das Sp die zu spät kommen iel gegen de Mannschaft als nicht-angetreten ge also pünktlich am wertet. Seid Platz, so können ev entuell benötigte Le und verteilt werden ibchen geholt

MEDI-Meisterschaften in Göttingen


MLZ

Seite 8

September/Oktober 2011

www.medi-learn.de

4 GEWINNT!

Feinste Strukturen sichtbar gemacht Mikro-Computertomograph liefert Bilder von Hühnerembryo-Herzen in bisher nicht gekannter Qualität von Jessica Lumme

E

ine Forschungskooperation zwischen Medizintechnikern der Leibniz Universität Hannover und Kinderkardiologen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat die Erforschung von Herzfehlern einen Schritt vorangebracht: Herzkammern, Arterien und Vorhöfe neun Tage alter Hühnerembryo-Herzen lassen sich jetzt hochdetailliert dreidimensional darstellen. Das Forschungsergebnis überzeugte auch die renommierte amerikanische Kardiologie-Fachzeitschrift „Circulation“. Begonnen hatte die Zusammenarbeit 2007 auf ungewöhnliche Weise. Bei einem Tag der offenen Tür im Produk-

tionstechnischen Zentrum (PZH) zeigte Diplom-Ingenieur Christian Klose, heute Leiter des Bereichs „Biomedizintechnik und Leichtbau“ am Institut für Werkstoffkunde, den Oberschenkelknochen einer Maus als dreidimensionale, bewegbare Darstellung. Die Daten dafür kamen aus dem Mikro-Computertomographen des Instituts. Dieses Mikro-CT kann Strukturen sichtbar machen, die bis zu zehn Mikrometer, also ein hundertstel Millimeter, klein sind. Unter den Zuschauern war Talât Mesud Yelbuz, Privatdozent für Kinderkardiologie an der MHH. Nach der Vorführung fragte er, ob es vorstellbar sei, mit diesem CT auch Weichgewebe darzustellen. Er

wollte die Herzen von Hühnerembryos gern detaillierter zeigen, als es bis dahin möglich war. Da Hühnerherzen sich ähnlich entwickeln wie beim Menschen, wird an ihnen unter anderem erforscht, wie bestimmte Herzfehler entstehen. „Es ist nicht üblich, ein CT ohne Kontrastmittel für Weichgewebe einzusetzen – die Röntgenstrahlung wird fast gar nicht absorbiert, deshalb sieht man praktisch nichts“, erklärt Klose das Problem. Und: „Die Außenhaut der neun Tage alten Hühnerherzen ist dünner als zehn Mikrometer. Wir waren also im untersten Bereich der Kontraste und mussten sie noch dazu in absolut höchster Auflösung darstellen.“

Mikro-CT: Links ist ein normal ausgebildetes Herz zu sehen­— rechts eines mit Fehlbildungen der Vorhöfe und Ausflussgefäße.  Uni Hannover

Klose hätte die Frage des Kardiologen also durchaus verneinen können – tat es aber nicht. Stattdessen machten sich die beiden Wissenschaftler und ihre Teamkollegen daran, nach Wegen zu suchen, um die embryonalen Herzen so zu präparieren, dass sie im CT darstellbar sind. Schließlich fanden sie an der Uniklinik in Göttingen Experten, die eine sogenannte überkritische Trocknung vornehmen konnten. Dieses Verfahren zur schonenden Abtrennung von Flüssigkeiten aus Feststoffen war notwendig, weil durch das Blut, das sich in den Herzkammern befand, die inneren Strukturen der Anatomie nicht erkennbar gewesen wären. „Jetzt mussten wir nur noch die Grenzen des Mikro-CT in jeder Hinsicht entsprechend ausreizen“, beschreibt Klose. Das Ergebnis ist bestechend: Auf dem Bildschirm lassen sich die Details der gesunden und kranken neun Tage alten Hühnerembryoherzen jetzt hochdetailliert dreidimensional darstellen. Dr. Christoph M. Happel, ebenfalls Wissenschaftler in der Pädiatrischen Kardiologie der MHH, hat aus den Daten stereoskopische Videos erzeugt, die so plastisch wirken, als könne man darin spazieren gehen. Das 3B-Scientific Anatomie-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Anatomie, den wir dir in Kooperation mit 3B Scientific in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/anatomie

Gute Alternative bei vielen Schmerzarten Nachfrage nach Akupunktur-Behandlungen ist in den vergangenen Jahren in Deutschland deutlich gestiegen von Barbara Ritzert

G Die 4. Auflage der beliebten MEDI-LEARN Skriptenreihe ab sofort im Handel!

Gleich bestellen unter: www.medi-learn.de/skripte

DocD´or Verbands- und finanztestgeprüfter Berufsunfähigkeitsschutz für junge Mediziner auf www.aerzte-finanz.de

roße Studien haben die Akupunktur bei bestimmten Schmerzformen salonfähig gemacht. „Doch bei anderen Schmerzarten, etwa Muskelund Nackenschmerz wird sie nicht eingesetzt, obwohl wir in Studien gezeigt haben, dass sie der konventionellen Behandlung überlegen ist“, kritisiert Dominik Irnich, Ärztlicher Leiter der interdisziplinären Schmerzambulanz der Ludwig-Maximilians-Universität München auf dem Deutschen Schmerzund Palliativtag 2011 in Frankfurt. Vor neun Jahren ging die Nachricht durch die Presse: „Akupunktur lindert bei über 70 Prozent der behandelten Patienten Kopf-, Rücken- und Gelenkschmerzen.“ Seit das weltweit größte naturheilkundliche Forschungsprojekt „Modellvorhaben Akupunktur der 10 Ersatzkassen“ die Integration der Akupunkturbehandlung in die Regelversorgung anstieß, boomt die fernöstliche Nadeltechnik. Das gilt allerdings nur für jene Indikationen, bei denen die gesetzlichen Krankenkassen eine Nadelbehandlung bezahlen: chronische Rückenschmerzen und Kniearthrose. „Man kann sagen, dass die Akupunkturbehandlung in den von den Kassen bezahlten Indikationen inflationär angestiegen ist. In allen anderen Bereichen, beispielsweise bei Nacken- oder Muskelschmerzen, spielt sie praktisch keine Rolle“, bedauert Dr. Irnich. Die Akupunktur fehlt beispielsweise in vielen Versorgungsverträgen, auch die Behandlungsleitlinien gewichten die

Akupunktur nur schwach. „Wir bedauern sehr, dass die Akupunktur nicht einmal in der ‚Nationalen Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz’ genügend berücksichtigt wurde“, kommentiert Dr. Thomas Cegla, Zentrum St. Josef Wuppertal, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie e.V. „Sie ist ein wichtiger Bestandteil in der multimodalen Schmerztherapie und nicht nur bei chronischem Rückenschmerz und arthrosebedingtem Knieschmerz sehr erfolgreich, sondern darüber hinaus bei chronischen Schmerzen im Schulter-, Kopf- und Gesichtsbereich.“ Die fernöstliche Nadelbehandlung lindert in Ergänzung zu konventionellen Therapiestrategien nicht nur chronische Rückenschmerzen, sondern auch die häufig damit einhergehenden Depressionen deutlich wirksamer als die konventionellen Strategien allein. Das bestätigt eine aktuelle Metastudie des australischen „Nationalen Institutes für komplementäre Medizin“. Als alleinige Methode erwies sich jedoch auch die Akupunktur als zeitlich nur sehr begrenzt wirksam.

Akupunktur erwies sich Methode

als wirksamere

Überraschend positive Ergebnisse lieferte im letzten Jahr eine Vergleichsstudie, bei der ein Forscherteam um Albrecht Molsberger an der Ruhr-Universität Bochum die Erfolge der Akupunkturbehandlung mit der konventionellen orthopädischen Therapie verglich. Die

Forscher teilten 424 Patienten mit chronischem Schulterschmerz in drei Gruppen ein: eine Gruppe bekam 15 „echte“ Akupunkturbehandlungen (es wurden echte Akupunkturpunkte gestochen) , die zweite Gruppe unterzog sich 15 Scheinakupunkturbehandlungen, die dritte Gruppe bekam konventionelle Therapie, bestehend aus Physiotherapie und Schmerzmitteln. Das Fazit: Bei mehr als drei Viertel der Akupunkturpatienten war der Schmerz noch drei Monate nach der Behandlung mehr als halbiert.

Patienten tragen häufig Kosten der Behandlung

die

Über so gute Ergebnisse konnte sich nach konventioneller Behandlung nicht einmal die Hälfte der Studienteilnehmer freuen. Die geringste Schmerzlinderung erfuhren jene Patienten, die eine Scheinakupunktur bekommen hatten. Zwar belastet eine Akupunkturbehandlung bei Indikationen, für deren Behandlung die Kassen die Kosten nicht übernehmen, das private Portemonnaie mit 25 bis 50 Euro pro Sitzung, doch für viele Patienten wäre dies dennoch kein Grund, die Therapieform abzulehnen. Offenbar verschreiben Ärzte, ohne Alternativen vorzuschlagen – quasi reflexartig – zunächst Schmerzmittel. Das legt eine Umfrage nahe, bei der 332 Ärzte – Schmerztherapeuten, Rheumatologen und Orthopäden – einen Fragebogen über die Behandlung von Muskelschmerzen in ihrer Praxis ausfüllten. Das Fazit: Medikamente wie

Ibuprofen und Diclofenac wurden zwar von den Ärzten als wenig wirksam eingeschätzt, aber dennoch häufig angewendet. „Dagegen wurde die Akupunktur als effektiv eingestuft, aber selten genutzt“, so Irnich. Die Nachfrage nach Akupunktur ist bei Patienten und Ärzten deutlich angestiegen. Da die zunächst festgesetzten 200 Ausbildungsenheiten für die Zusatzbezeichnung „Akupunktur“ den Akupunktur-Fachgesellschaften deutlich zu wenig erschienen - der internationale Standard liegt bei 300 bis 500 Einheiten - bietet die Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur (DÄGfA) inzwischen weiterführende Fortbildungszertifikate an, bis hin zum „Meister der Akupunktur.“ „Wir raten den Patienten, sich entweder über die Akupunkturgesellschaften oder über die Deutsche Schmerzliga zu informieren, wo sie eine qualitativ hochwertige Therapie bekommen, denn unter qualitativ hochwertig verstehen wir nicht nur das Nadeln an sich. Zu einer professionellen Akupunkturbehandlung gehört ebenso die Untersuchung und das Gespräch mit dem Patienten, aus dem sich mitunter Hinweise auf weitere therapeutische Maßnahmen ergeben“, ergänzt Cegla. ®

Das SEIRIN -Akupunktur-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Akupunktur, den wir dir in Kooperation mit 3B Scientific und SEIRIN in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/akupunktur


MLZ

September/Oktober 2011

Seite 9

www.medi-learn.de

»Antwort in spätestens fünf Monaten« Höhen und Tiefen während einer Stipendien-Bewerbung bei der Studienstiftung des Deutschen Volkes von Nina Dalitz (MEDI-LEARN Redaktion)

G

eld ausgeben ist nicht schwer. Doch woher nehmen? BAföG, Jobs, Verwandte, Lottogewinn, Betrug, Raubüberfälle, Ebay ... Es gibt viele Möglichkeiten. Ein Stipendium ist eine der ergiebigsten Quellen. Man kann sich darauf verlassen, bekommt wichtige Kontakte und Workshops gleich dazu und muss Nichts zurückzahlen. Im Gegenzug sollte das eigene Leben gut zum Konzept der jeweiligen Stiftung passen. Doch zuerst steht die Bewerbung an. Sie ist hart und aufwendig. Ich habe mich der Suche gestellt und möchte einige Erfahrungen teilen. Über das Internet hole ich mir Rat. Schnell finde ich ein paar Schatzkarten und stelle fest, dass fast alle Stiftungen einer Partei oder Gewerkschaft nahe stehen. Das Schürfgebiet „Studienstiftung des deutschen Volkes“ ist mir sympathisch und hier rechne ich mit den größten Chancen. Massenbewerbungen bei verschiedene Stiftungen sind

nicht zu empfehlen, da jede Bewerbung mit großem Aufwand verbunden ist. Außerdem solltest du eine gute Erklärung haben, wenn du gleichzeitig bei einer politisch linken, einer politisch rechten und einer kirchennahen Stiftung nach Gold suchst. Mein Ziel, die Studienstiftung, lässt Mediziner erst nach bestandenem Physikum teilnehmen. Das trifft sich gut, denn zu der Zeit bin ich im vierten Semester und stürze mich voller Elan *hust* in die Prüfungsvorbereitung. Als das Physikum überraschend gut ausfällt, wittere ich meine Chance. Der erste Schritt einer Bewerbung bei der Studienstiftung ist ein Empfehlungsschreiben. Es ist noch die Zeit vor Einführung der Selbstbe-

werbung. Ich schreibe einen Physiologie-Professor an, den ich drei Semester lang hatte. Er ist bekannt dafür, gerne Empfehlungsschreiben zu verfassen, und lädt mich zu einem kurzen Gespräch ein, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Ich wette, er konnte sich nicht an mich erinnern, aber das Empfehlungsschreiben ist fast peinlich positiv. Aber so muss ein Empfehlungsschreiben sein: triefend vor Anerkennung. Anders geht es nicht. Er schickt es direkt zur Studienstiftung und irgendwann kriege ich von dort eine Liste dessen geschickt, was ich einsenden soll: eine komplette Bewerbung mit Fragen, die mir noch nie ein Mensch gestellt hat. Seit Februar 2010 ist übrigens auch eine Selbstbewerbung möglich. Informationen darüber gibt es im Internet unter www. studienstiftung.de. Ich überspringe an

dieser Stelle die lange Zeit der Aufschieberei und steige direkt ins Chaos ein – sechs Stunden vor Abgabe. Nun aber ‘ran an den Laptop, einen dreiseitigen Lebenslauf verfassen, dem Mitbewohner zum Korrekturlesen geben und den Text mit letzten Feinheiten versehen. Ich krame wichtige Zeugnisse und Scheine hervor. Fülle den Fragebogen aus, schreibe die bisher belegten Fächer aus der Approbationsordnung ab. Schnell zum Copy-Shop, denn die meisten Dokumente müssen in doppelter Ausführung eingereicht werden. Eintüten, und den dicken Brief in letzter Sekunde in den Briefkasten werfen, bevor die Post ihn gemeinsam mit tausend Weihnachtskarten weitertransportiert. Es ist der 23. Dezember. Wochen vergehen, Schneestürme, Klausuren, das Semester geht zu Ende und ich vergesse das Gold fast völlig. Fast, denn gelegentliche Kontoauszüge erinnern mich daran, dass ich dringend welches brauche. Mitten in der Famulatur kommt Post von der Studienstiftung: „In einer Woche haben Sie in H. Gespräche mit den Professoren A. und B., bitte nehmen Sie Kontakt auf und vereinbaren Sie eine Uhrzeit.“ Fortsetzung im Digitalen Nachschlag (s. S.12)

Blick in die Foren

Bewerbungsmappe richtig zusammenstellen

Jeder Studienabsolvent muss sich mit dem Thema Bewerbungsunterlagen beschäftigen. Einheitliche Regeln gibt es nicht. Mediziner haben bei der Jobsuche aber einige Vorteile: Es gibt eine Menge freie Stellen, die Noten spielen nur eine geringe Rolle, Praktikumszeugnisse fast gar keine. Der persönliche Eindruck und die Erfahrung zählen. Doch bevor du diese bei einem Bewerbungsgespräch präsentieren kannst, musst du mit den Bewerbungsunterlagen auf dich aufmerksam machen. Was in die Mappe gehört, was nicht und wie du sie am besten einreichst, kannst du hier nachlesen: www.medi-learn.de/MF38567

Wirkt sich Vergütung im PJ aufs BAföG aus?

Seit einigen Jahren kommt Schwung in das Thema „Vergütung im PJ“, und immer mehr Krankenhäuser zahlen ihren PJ-lern zumindest eine kleine Aufwandsentschädigung. Wie wirkt sich das aufs BAföG aus? Darfst du Werbungskosten- und Sozialpauschale abziehen? Warum wird die Vergütung anders bewertet als ein Minijob? Viele derartige Fragen werden in folgendem Thread beantwortet: www.medi-learn.de/MF64427

Viele Jungmediziner haben einen Nebenjob

Überbrückungsjahr für Abiturienten Ausbildungsprojekt an der Universität Greifswald von Constanze Steinke

Z

um Wintersemester beginnt die Universitätsmedizin Greifswald mit einem neuen Ausbildungsprojekt. Abiturienten mit einem medizinischen Berufswunsch können ein bezahltes Überbrückungsjahr absolvieren. Absolventen mit Hochschulreife können im Rahmen dieses Angebots, das sich künftig unter dem Dach des geplanten Bundesfreiwilligendienstes einordnen soll, ihren Studien- oder Berufsausbildungswunsch wahlweise neun oder zwölf Monate in der klinischen Praxis prüfen. Es besteht ferner die Möglichkeit, die eigenen Zugangsvoraussetzungen für die angestrebte Ausbildung zu verbessern und verschiedenste Beschäftigungsfelder in der Gesundheitsbranche kennenzulernen. Der Einsatz erfolgt auf einer Station oder einer Intensivstation. Das Überbrückungsjahr beginnt im September 2011 und startet mit einem Schulungsprogramm in Greifswald. Während der Tätigkeit an der Universitätsmedizin steht den jungen Frauen und Männern zudem je nach persönlicher Interessenslage ausreichend Zeit für Hospitationen in

spannenden Tätigkeitsfeldern der Krankenversorgung, Forschung und Lehre zur Verfügung. Die Teilnehmer erhalten eine monatliche Vergütung von ca. 600 Euro. Etwa 30 bis 50 Plätze, vorrangig für Bewerber aus Mecklenburg-Vorpommern, werden im ersten Überbrückungsjahr vergeben. Das Überbrückungsjahr gilt gleichzeitig als anerkanntes Pflegepraktikum. Zusätzlich zu dieser Sonderform ausschließlich für Abiturienten gibt es in der Universitätsmedizin nach wie vor das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und künftig auch den Bundesfreiwilligendienst. „Wir wollen keine billigen Arbeitskräfte, sondern ambitionierte Schulabsolventen für die moderne Gesundheitsbranche und ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten direkt am und mit dem Menschen begeistern“, betont der Greifswalder Pflegevorstand Peter Hingst. „Dementsprechend abwechslungsreich und verantwortungsvoll gestalten wir das Überbrückungsjahr. Unser Ziel ist es, authentische Einblicke in den Klinikalltag zu gewähren und die Attraktivität von Medizinberufen insgesamt zu erhöhen.“

Sicher kennst du Studenten (oder bist selber einer), die in den Semesterferien arbeiten oder jede Woche ein paar Stunden jobben gehen. Wie sie das mit dem Studium koordinieren, ob Vorlesungen, Freizeit oder der Klausurerfolg darunter leiden und was ein gutes Arbeitspensum ist, darüber wird hier diskutiert: www.medi-learn.de/MF63527

IMPRESSUM Herausgeber: MEDI-LEARN Verlag GbR, ISSN 1860-8590 Elisabethstraße 9, 35037 Marburg/Lahn Telefon 04 31/780 25-0, Fax 04 31/780 25-262 E-Mail: redaktion@medi-learn.de, www.medi-learn.de Redaktion: Jens Plasger (Redaktionsleitung), Christian Weier (V.i.S.d.P.), Kare Ahlschwede (Chef vom Dienst), Dr. med. Marlies Weier, Nina Dalitz, Ines Behlert, Susanne Kleemann, Kim Garnier, Peter Sporns, Miriam Goß, Dr. med. Dipl.-Psych. Bringfried Müller, Thomas Brockfeld, Viktor Anufrijenko Layout & Graphik: Fritz Ramcke, Kristina Junghans Druck: Druckerei + Verlag Wenzel, Am Krekel 47, 35039 Marburg/Lahn, Telefon 0 64 21/17 32 60, Fax 0 64 21/17 32 69 Anzeigenbetreuung: Christian Weier, Dorfstraße 57, 24107 Ottendorf bei Kiel Telefon 04 31/780 25-0, Fax 04 31/780 25-262 E-Mail: christian.weier@medi-learn.de – Es gilt die Anzeigenpreisliste 02/2005. Bildnachweis: www.photocase.com, www.istockphoto.com, www.sxc.hu, www.pixelquelle.de, Artikelautoren, www.flickr.com, Thomas Stoffels Erscheinungsort: Marburg Die MEDI-LEARN Zeitung erscheint fünfmal pro Jahr und wird als Beilage der Zeitschrift Via medici aus dem Georg Thieme Verlag, Stuttgart, zugelegt. Der Bezug ist für Abonnenten der Via medici in deren Abonnement bereits enthalten. Der Einzelpreis beträgt 1,90 €. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos etc. kann der Verlag keine Gewähr übernehmen. Nachdruck – auch in Auszügen – nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung. Der Verlag kann für Preisangaben keine Garantie übernehmen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Bei allen Gewinnspielen und Aktionen ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Anregungen und Redaktionskontakt per E-Mail unter redaktion@medi-learn.de.

Verlosung: Bei allen Verlosungen in dieser Ausgabe ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Der Einsendeschluss ist am 31. Oktober 2011. Die Gewinner werden regelmäßig im Internet unter www.medi-learn.de/gewinner bekannt gegeben. Dein Artikel bei MEDI-LEARN? Wir freuen uns über die Zusendung von Erfahrungsberichten und anderen Artikeln und belohnen die Autoren mit Fachbüchern. Alle weiteren Infos findest du unter www.medi-learn.de/artikel.

Fallbeispiel: Vorgehen bei bewusstloser Person

Der Einsatzmelder piepst und zeigt „bewusstlose Person“ an. Ihr fahrt sofort los und geht im Kopf die Differentialdiagnosen durch: Unterzuckerung, Apoplex, Exsikkose? Es gibt noch etwa 1000 weitere Möglichkeiten, was der Patient haben könnte und für jede eine andere Therapie. Die grundsätzliche Vorgehensweise bei einer bewusstlosen Person ist aber immer gleich. Ein Facharzt hat ein Fallbeispiel im Forum zur Diskussion gestellt. Du möchtest auch etwas lernen oder deine Tipps zum Thema geben? Voilà: www.medi-learn.de/MF64668

Tipps für das Praktikum beim Zahntechniker

„Morgen fängt mein Praktikum beim Zahntechniker an“, hatte ein Zahnmedizinstudent im Forum erzählt und aus diesem Anlass andere Nutzer unter anderem gefragt: „Darf ich Alltagsklamotten tragen?“ oder „Soll ich mir Vorwissen aneignen?“ Nachlesen könnt ihr die Tipps und Erfahrungsberichte unter www.medi-learn.de/MF59150


MLZ

Seite 10

September/Oktober 2011

www.medi-learn.de

Kaum ein Vertrag ohne Befristung Für alle iPhone & iPod touch Besitzer

Aber längst nicht in jedem Einzelfall sind solche Klauseln arbeitsrechtlich zulässig von Rechtsanwalt Benjamin H. Gebser

K

aum ein assistenzärztliches Arbeitsverhältnis wird ohne Befristung geschlossen. Häufig stellt sich jedoch die Frage, ob diese in der jeweiligen Form überhaupt zulässig ist. Ein befristetes Arbeitsverhältnis hat zum Beispiel Auswirkungen auf die Berechnung der Kündigungsfrist – in der Regel wegen der Schutznotwendigkeit länger bemessen – oder auf die Nichtanrechnung von Mutterschutz und Elternzeit. Ein Grund, sich näher mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Befristung erfolgt regelmäßig nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG). Dies ermöglicht eine sachgrundlose und eine Sachgrundbefristung. Unter einen Sachgrund fällt im Krankenhaus vor allem die Schwangerschaftsvertretung, bei Universitätskliniken primär die Befristung wegen Drittmittelgewährung. Eine hiernach erfolgte befristete Beschäftigung muss allerdings auch der Zweckbestimmung der Mittel entsprechen und vorhersehbar sein. Eine sach-

grundlose Befristung lässt der Gesetzgeber für maximal zwei Jahre zu, innerhalb derer ein Arbeitsverhältnis bis zu dreimal verlängert werden kann. Im Falle einer Ausschöpfung der Regelung kämen also maximal vier Arbeitsverhältnisse innerhalb von zwei Jahren zustande.

weiterBildung kAnn grund fÜr eine Befristung sein Für die ärztliche Weiterbildung ist das Teilzeit- und Befristungsgesetz allerdings nicht relevant, da diese einen weiteren Sachgrund darstellt, der entweder im Gesetz über befristete Arbeitsverhältnisse mit Ärzten in der Weiterbildung (ÄArbVtrG) oder – speziell und ausschließlich im Bereich der Universitätskliniken – im Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WZVG) geregelt ist. Von beiden Gesetzen ausgenommen sind Zahn- und Tierärzte. Soweit die Weiterbildung Bestandteil und Zweck des Arbeitsvertrages ist,

sind die genannten Gesetze vorrangig und verdrängen die sachgrundlose Befristung. Eine nach dem TzBfG erfolgte Befristung wäre demzufolge unwirksam. Im Streitfall müsste aber von betroffenen Ärzten bewiesen werden, dass Inhalt des Arbeitsverhältnisses tatsächlich die Weiterbildung ist. Ein Arbeitsvertrag, der diesen Punkt ausdrücklich beinhaltet, genügt in der Regel. Der Beweis für die Weiterbildung als wesentlicher Vertragsbestandteil kann durch Zeugen (Kollegen, weiterbildender Arzt, Pflegekräfte etc.) erhoben werden. Anders als das allgemein übliche Teilzeit- und Befristungsgesetz sehen die weiterbildungsrelevanten Gesetze (ÄArbVtrG und WZVG) eine Nichtanrechnung von Schutzfristen nach dem Mutterschutzgesetz und Elternzeit vor. Die maximale Befristungsdauer beträgt beim ÄArbVtrG acht Jahre, während das WZVG eine Befristung von bis zu 15 Jahren (sechs Jahre bis zur Pro-

motion und neun Jahre darüber hinaus) ermöglicht. Auch Tarifverträge können an Befristungen besondere Bedingungen stellen. So ist die Sachgrundbefristung (Weiterbildung!) beispielweise im TVÄrzte/VKA für Ärzte an kommunalen Häusern nur zulässig, wenn die Dauer des einzelnen Vertrages fünf Jahre nicht übersteigt. Ein befristeter Arbeitsvertrag ohne sachlichen Grund soll in der Regel zwölf Monate nicht unterschreiten, die Vertragsdauer muss mindestens sechs Monate betragen. Der letzte Satz dürfte eher für Fachärzte von Interesse sein, wenngleich in dieser Gruppe kaum noch befristete Arbeitsverträge abgeschlossen werden. Die Kenntnis des zugrunde liegenden Tarifvertrages ist also von wesentlicher Bedeutung. Dieser Artikel erschien ursprünglich im Hartmannbund-Magazin. Auszugsweiser Nachdruck mit freundlicher Genehmigung.

Wille des Patienten hat Vorrang Bundesgerichtshof bestätigt Aufklärungspflicht über „echte“ Behandlungsalternativen von Rechtsanwalt Patrick Weidinger, Deutsche Ärzteversicherung

I

n der Medizin ist immer wieder von Therapiefreiheit die Rede. Dieser Begriff vermittelt den Eindruck, dass die Ärztin oder der Arzt die ihm sinnvoll erscheinende Behandlung ohne den Patienten zu fragen stets frei wählen kann. Dass dem nicht so ist, ergibt sich schon aus den Regeln der Eingriffsaufklärung, die darauf beruhen, dass dem Grundsatz voluntas aegroti suprema lex der Vorrang einzuräumen ist gegenüber salus aegroti suprema lex. Dieser Vorrang des Patientenwillen gilt auch für die Wahl zwischen echten Behandlungsalternativen. In diesem Sinne hat der Bundesgerichtshof jetzt nochmals festgestellt, dass eine Pflicht zur Aufklärung der Mutter über die Möglichkeit der Schnittentbindung besteht, wenn die Schnittentbindung relativ indiziert und deshalb eine echte Alternative zu einer vaginalen Entbindung ist.

zur Sectio einen Aufklärungsfehler fest. Eine Unterrichtung über eine alternative Behandlungsmöglichkeit sei erforderlich, wenn für eine Therapie mehrere gleichwertige Alternativen zur Verfügung stehen, die zu unterschiedlichen Belastungen oder unterschiedlichen Risiken und Erfolgschancen führen. Danach brauche der die Geburt leitende Arzt zwar in einer normalen Entbindungssituation, bei der die Möglichkeit einer Schnittentbindung medizinisch nicht indiziert und deshalb keine echte Alternative zur vaginalen Geburt ist, ohne besondere Veranlassung die Möglichkeit einer Schnittentbindung nicht anzusprechen. Anders liege es aber, wenn für den Fall, dass die Geburt vaginal erfolgt, für das Kind ernstzunehmende Gefahren drohen,

daher im Interesse des Kindes gewichtige Gründe für eine Schnittentbindung sprechen und diese unter Berücksichtigung auch der Konstitution und der Befindlichkeit der Mutter in der konkreten Situation eine medizinisch verantwortbare Alternative darstellt. Es mache keinen Unterschied, ob die Risiken für die Mutter oder das Kind entstehen, weil die Mutter die natürliche Sachwalterin der Belange auch des Kindes ist.

VorgeZogene Aufklärung nicht immer erforderlich

Eine sogenannte vorgezogene Aufklärung über die unterschiedlichen Risiken der verschiedenen Entbindungsmethoden sei zwar nicht bei jeder Geburt

erforderlich und auch dann noch nicht, wenn nur die theoretische Möglichkeit besteht, dass im weiteren Verlauf eine Konstellation eintreten kann, die als relative Indikation für eine Schnittentbindung zu werten ist. Sie sei jedoch immer dann notwendig, wenn deutliche Anzeichen dafür bestehen, dass sich der Geburtsvorgang in Richtung auf eine Entscheidungssituation entwickeln kann, in der die Schnittentbindung notwendig oder zumindest zu einer echten Alternative zur vaginalen Entbindung wird. Dann müsse die Aufklärung auch bereits zu einem Zeitpunkt vorgenommen werden, zu dem die Patientin sich noch in einem Zustand befindet, in dem diese Problematik mit ihr besprochen werden kann.

wunsch der mutter wurde Zunächst ABgelehnt

Jetzt laden:

www.medi-learn.de/ iphysikum

Deine Meinung ist uns wichtig! Wie gefällt dir diese Ausgabe unserer MEDI-LEARN Zeitung? Unter www.medi-learn.de/gw121 findest du einen kurzen Fragebogen mit drei Fragen zu dieser Ausgabe. Wir würden uns freuen, wenn du uns deine Meinung mitteilst. Mitmachen lohnt sich: Unter allen Teilnehmern verlosen wir Fachbücher im Wert von 300 Euro. Einfach Fragebogen ausfüllen und schon bist du dabei!

Im konkreten Fall wird die geburtsleitende Ärztin auf Schadensersatz wegen eines schweren Geburtsschadens in Anspruch genommen. Die Mutter des klagenden Kindes war nach der 39. Schwangerschaftswoche stationär aufgenommen worden. Während der sehr langsam fortschreitenden Geburt hatte sie um Durchführung einer Schnittentbindung gebeten, welche abgelehnt wurde. Nach der Geburtseinleitung schlug der Versuch einer Vakuumextraktion zweimal fehl. Mittels anschließender Notsectio kam das Kind mit einer schweren metabolischen Azidose zur Welt, es wird schwerstgeschädigt bleiben. Der medizinische Sachverständige gab an, dass er wegen der lange dauernden Geburt eine Sectio vorgenommen hätte, weil die verlängerte Geburtsdauer erfahrungsgemäß mit erhöhter fetaler Gefährdung und Venenschwäche einhergehe, und weil es bereits zu einer ersten fetalen Bradykardie gekommen sei. Der BGH stellte aufgrund dieser relativen (noch nicht zwingenden) Indikation

Famulatur im Ausland? Aber bitte mit großem Schutz, für kleines Geld! Auch wenn Sie nicht gleich in eine Dschungelklinik gehen – eine Auslandsfamulatur bringt immer Risiken mit sich, für die kein Versicherungsschutz besteht. Haftpflicht, Unfall, Krankheit: Schützen Sie sich mit dem Auslands-Famulatur-Paket der Deutschen Ärzteversicherung. Sichern Sie sich eine sorglose Zeit – schon ab 17,90 Euro im Monat! Rufen Sie uns an unter 02 21 / 14 82 27 00. Oder schließen Sie direkt ab: www.aerzteversicherung.de

eit! Wartez Ohne z besteht ut Ihr Sch Beitragsab der eisung. überw


MLZ

September/Oktober 2011

Seite 11

www.medi-learn.de

Skills Lab – Praxisfit in 7 Schritten In dieser Ausgabe bieten wir dir in Kooperation mit DocCheck Shop (www.doccheckshop.de) und 3B Scientific (www.3bscientific.de) ein Rätsel rund um das Thema „Skills Lab“. Dabei handelt es sich um ein Bilderrätsel. Wir möchten von dir wissen, welche sieben Trainingseinheiten sich hinter den jeweiligen Motiven verbergen. Zusätzlich zum Motiv hilft dir auch ein kleiner schriftlicher Hinweis beim Lösen des Rätsels. Viel Spaß!

3 1

Rippen spreizer .de

2

4

00:47

5 1

6

U

2

E

3

Z

6 7

R

L

A

28

32

E

A

12

I 23

4

W

t‘s auf Hier komm n! te a jede Minu

10

25

2 N

3

Erleichtert men Blutabneh ionen und Infus

O

33

bung Pflichtü Ps nach O

Braucht m an beim EKG und für Forme ln.

7

16

Fledermä use nutze n ihn zur Ori entierung .

G

22

S

20

31

M

11

26

E

1

19

E

5

C13 H

27

B

15

7

L 2

17

O

8

A

V

errschen Den beh l nicht. oh Segler w

L H

4 5

Spione nennen es einfach Abhören.

7

1

4

5

6

Diese und mehr als 1.000 weitere Cartoons gibt es in unseren Galerien unter:

Trage zunächst die in den Lösungsworten markierten Buchstaben den Zahlen entsprechend ein. Suche dann unser Online-Formular unter www.medi-learn.de/skillslab-gewinnspiel auf, um am Gewinnspiel teilzunehmen.

Lösungssatz

1

16

17

2

F 18

S

3

19

4

20

P6

5

R 21

22

. .LACHEN BIS DIE RIPPEN KRACHEN

7

23

G24

K9

8

25

10

26

11

27

12

28

13

www.Rippenspreizer.de

H14

M29 M30

15

31

32

33

In unserem Shop findest du zahlreiche Produkte rund um die Cartoons von Daniel Lüdeling und zusätzliche Gimmicks.

Gewinne: 2 x DocCheck Advance II Stethoskop 1 x Notfallrucksack „Paramedic“ (ohne Inhalt)

Die Lehrtafeln Laminiert, bestäbt oder Papier pur. Im Posterformat. Qualität von 3B Scientific.

Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Das Gewinnspiel läuft bis 31. Oktober 2011.

Preis:

ab 6,78 €

www.3bscientific.de


MLZ

Seite 12

September/Oktober 2011

www.medi-learn.de

Archiv dokumentiert Mediziner-Ausbildung Nach wenigen Jahren umfasst die von Fachschaftern begonnene Sammlung bereits rund 85 Aktenordner von Ines Behlert (MEDI-LEARN Redaktion) und nicht-studentischer Schriftverkehr fanden Aufnahme in das ADM. Dabei werden die Dokumente dem ADM von den jeweiligen Arbeitsgruppen, Projekten, Fachschaften oder auch Vorstandsmitgliedern überlassen, bleiben aber in deren Besitz und können jederzeit zurück gefordert werden. Mit der Möglichkeit, ein Dokument als „vertraulich“ zu kennzeichnen, sodass es nur nach Rücksprache eingesehen werden kann, soll eine möglichst umfangreiche Archivierung gewährleistet werden.

Online geht's weiter

Wie immer gibt es auch zu dieser Ausgabe der MEDI-LEARN Zeitung wieder eine Extraportion für besonders MLZHungrige: Ausgabe 31 unseres Digitalen Nachschlags präsentiert dir weitere spannende Artikel – dieses Mal unter anderem zu den Themen Modellstudium, Stipendien und Auslandserfahrungen – und Fortsetzungen von Beiträgen aus der gedruckten Version. All das findest du im Digitalen Nachschlag. Er steht kostenlos als PDF im Internet zur Verfügung. Einfach die folgende Seite aufrufen:

www.medi-learn.de /mlz-nachschlag

online-suche in der dAtenBAnk ist geplAnt

Bibliotheken und Archive wie das noch vergleichsweise junge ADM bewahren menschliches Wissen für kommende Generationen.

D

auerhaft ist nur die Veränderung. Für die medizinische Ausbildung gilt das ganz sicher, denn die wandelt sich – ebenso wie die Medizin selbst – unaufhörlich. Studenten-Jahrgänge kommen und gehen, sodass schon bald niemand mehr etwas über das Medizinstudium früherer Tage wissen würde. Damit das nicht passiert, gibt es ein Archiv mit Dokumenten zum Leben und Lernen der Medizinstudierendenschaft. So lässt sich späterhin vielleicht einmal die Geschichte der medizinischen Ausbildung rekonstruieren, wenn die Jungmediziner von heute längst im Ruhestand sind. Die Idee zum „Archiv Deutsche Medizinstudierendenschaft“ (ADM) entstand um das Jahr 2008 in der Fachschaft Medizin in Aachen. Nino Neumann und Katharina Kulike, beide Fachschaftsmitglieder, initiierten gemeinsam mit Professor Dominik Groß vom Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin sowie der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland

(bvmd) die praktische Umsetzung. Die bvmd übernahm gemeinsam mit dem Verein der Ehemaligen, Freunde und Förderer der bvmd (VEFFb) nicht nur die Anschubfinanzierung, sondern trägt bis heute finanziell das Projekt. Hilfestellung bezüglich der Organisation erhielten die Fachschafter vom Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin.

in presseArtikeln wurde um weiteres mAteriAl geBeten Ein Archivierungssystem wurde entwickelt, um die Dokumente abzulegen und mit Hilfe von Schlagworten wiederfinden zu können. Speicherplatz wurde erworben, die Datensicherung arrangiert. Gleichzeitig entstanden eine Benutzungsordnung und eine Informationsschrift, die Auskunft gibt über das Vorgehen des Archivs und seine Nutzungsmöglichkeiten. Kontakte mussten geknüpft und das Archiv offiziell bekannt gemacht werden. Dazu wurden Tage der offenen Tür organisiert und

ein Workshop auf dem Bundeskongress 2009 in Jena veranstaltet. Mit Hilfe von Presseartikeln bat man darum, dem Archiv Dokumente zu überlassen. Mit dem Bekanntwerden legte das Archiv an Dokumentenumfang zu. Aktuell umfasst es rund 85 Ordner mit Briefwechseln, Protokollen, Faltblättern, Positionspapieren, Tagungs- und Informationsmaterialien sowie Zeitungsartikeln. Gesammelt werden aber auch Bücher, Plakate, elektronische Datenträger und Filmmaterial. In der Datenbank entspricht das inzwischen fast 1300 Einträgen aus mehr als 40 Jahren Studierendenbewegung. Und die Arbeit ist noch lange nicht abgeschlossen: Von den beim Archiv angestellten Hiwis werden laufend die aktuellen bvmd-Dokumente archiviert und Rundbriefe, Tagungsdokumentationen und Protokolle weiterer Organisationen und Verbände aufgearbeitet. Auch Dokumente und Veröffentlichungen anderer Interessenvertreter im Hochschul- und Gesundheitswesen sowie studentischer

Auf das Archiv Zugriff haben alle Mitglieder des bvmd, der Fachschaften sowie des VEFFb. Wer dort nicht Mitglied ist, sich aber dennoch für die Dokumente oder ein bestimmtes Thema interessiert, kann einen schriftlichen Nutzungsantrag unter Angabe von Thema und Zweck der Nachforschung an das ADM richten. In Zukunft soll die Datenbank auch online durchsucht werden können. Um das Archiv weiterhin bekannt zu machen, es auszubauen und seine Nutzung anzuregen, sind ein Workshop im Rahmen der Wahlpflichtfächer des Modellstudiengangs Medizin der RWTH Aachen und eine Vorstellung des Archivs beim Bundeskongress in Aachen geplant. So möchte das Archiv nachhaltig die ehrenamtlichen Tätigkeiten der Medizinstudierendenschaft dokumentieren und dadurch das studentische Engagement professionalisieren. Zudem soll der wissenschaftliche Zugang zur Medizinstudierendenbewegung erleichtert und ein Beitrag zur Identitätsbildung einer aktiven Studierendenschaft geleistet werden. Und vielleicht wird eines Tages die Idee von der Rekonstruktion der Geschichte der medizinischen Ausbildung innerhalb der Studierendenvertretung Realität.

Leistung und freiwilliges Engagement Berliner Charité vergibt die ersten Deutschlandstipendien an Studierende medizinischer Fächer von Manuela Zingl

D

ie Charité – Universitätsmedizin Berlin hat jetzt die ersten 16 Deutschlandstipendien an ausgewählte Studierende der Human- und Zahnmedizin, Medizinischen Neurowissenschaften und Molekularen Medizin vergeben. In feierlicher Atmosphäre überreichten Professorin Annette Grüters-Kieslich, Dekanin der Charité und Dr. Knut Nevermann, Berliner Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, gemeinsam mit den Förderern die Urkunden an die Stipen-

diatinnen und Stipendiaten. Mindestens zwei Semester lang erhalten sie eine monatliche Förderung von 300 Euro, die der Bund und private Förderer je zur Hälfte übernehmen. Damit gehört die Charité zu den Ersten, die sich in der Berliner Hochschullandschaft an dem bundesweiten Programm beteiligen. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan, beglückwünschte die Charité zu diesem schnellen Erfolg. „Ihr Beispiel zeigt, dass sich

Hintergrundinformationen zum Deutschlandstipendium Das nationale Stipendienprogramm („Deutschlandstipendium“) wurde auf Initiative der Bundesregierung eingeführt. Seit dem Sommersemester 2011 können besonders leistungsfähige Studierende eine Unterstützung von 300 Euro monatlich erhalten. Zugleich soll damit der Grundstein für eine neue Stipendienkultur in Deutschland gelegt werden. Finanziert werden die Stipendien je zur Hälfte von privaten Förderern und vom Bund. Förderer können Unternehmen, Stiftungen und Privatpersonen sein. Langfristig sollen schrittweise bis zu acht Prozent aller Studierenden von einem Deutschlandstipendium profitieren. In der Anlaufphase beträgt die vom Bund festgelegte Höchstquote 0,45 Prozent aller Studierenden, das entspricht beispielsweise 31 Studierenden der Berliner Charité. Chancen auf eine Förderung bestehen wieder zum kommenden Wintersemester, wenn weitere Stipendien für Charité-Studierende ausgeschrieben werden.

die Stiftungskultur in Deutschland entwickelt. Das Deutschlandstipendium findet die nötige Unterstützung bei den Bürgerinnen und Bürgern und bei den Unternehmen, wenn sich die Hochschulen darum bemühen. Für andere Universitäten kann dieser Erfolg ein Ansporn sein.“

geZielte fÖrderung nAchwuchstAlenten

Von

„Wir haben uns umgehend um die Finanzierung der Stipendien gekümmert und freuen uns, dass wir so rasch bereits die Hälfte der Stipendien übergeben können“, sagt Professorin Grüters-Kieslich. Insgesamt zehn Stipendien fördert der Biotechnologie-Konzern Amgen. „Das Deutschlandstipendium bietet uns die außerordentliche Chance, die Förderung junger Nachwuchstalente gezielter anzugehen und das im engen Zusammenspiel mit Hochschulen. Dieses Programm ist nicht nur für die Studierenden und Amgen, sondern vor allem für den Wissenschaftsstandort Deutschland ein Gewinn“, ist Professor Winand Lange, Executive Medical Director Amgen Deutschland, überzeugt.

Staatssekretär Nevermann freut sich, dass es der Charité und den fördernden Unternehmen in kürzester Zeit gelungen ist, das Deutschlandstipendium gemeinsam umzusetzen. Den Studierenden sprach er seine Anerkennung für ihre Leistungen aus und überreichte das erste Deutschlandstipendium an Sophie Grammbauer, Medizinstudentin im Modellstudiengang. „Ich bin unheimlich stolz und dankbar, zu einer der ersten Stipendiatinnen zu gehören. Diese Anerkennung spornt mich an, weiterhin sehr gute Leistungen zu erbringen“, sagt die Medizinstudentin. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten überzeugen durch überragende Leistungen und zeichnen sich neben dem Studium durch freiwilliges Engagement aus. Jeder einzelne von ihnen hat sich im Auswahlverfahren gegen zahlreiche Mitbewerberinnen und Mitbewerber durchgesetzt. „Ich wusste, dass viele unserer Studierenden Erstaunliches leisten“, sagt Professorin Grüters-Kieslich. „Die überwältigende Anzahl von Studierenden, die trotz Nebenjob, Ehrenamt und teilweise schwierigen Lebenssituationen außergewöhnliche Leistungen erbringen, hat mich erneut tief beeindruckt.“

Nachschlag Die Extraportion Diese Artikel findest du im Online-Teil unserer Zeitung:

Lehre

Hervorragende Ergebnisse für Modellstudiengang-Absolventen Bereits zum zweiten Mal hat ein Medizinstudenten-Jahrgang an der RWTH Aachen den Modellstudiengang abgeschlossen, der dort seit 2003/2004 angeboten wird. Bei den Ergebnissen des bundeseinheitlichen Staatsexamen kam die Aachener Absolventengruppe unter die ersten fünf. Die Hochschule sieht sich dadurch in ihrem Bemühen um möglichst frühe Praxisorientierung, Interdisziplinarität und moderne Unterrichtsformen bestätigt.

Ausland

Bilderbuch-Kleinstadt mit historischer Universität Forschung auf hohem Niveau und neuestem Stand erlebte ein deutscher Jungmediziner während seines „Research Exchange“ in Charlottesville. Und auch sonst hatte er in der Bilderbuch-Kleinstadt, deren Unigelände zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, „eine schöne Zeit und eine Menge Spaß“. Die Ostküsten-Region bietet eine große Zahl lohnender Ausflugsziele, darunter die zwei Autostunden von Charlottesville entfernte Bundeshauptstadt Washington.

Erfahrungsbericht

Höhen und Tiefen während einer Stipendien-Bewerbung Der Gedanke klang verlockend: Finanzielle Förderung durch eine Stiftung während der klinischen Semester. Doch der Weg zum regelmäßigen Geldeingang auf dem Girokonto erwies sich als steinig und bereits das schriftliche Antragsverfahren als sehr aufwendig. Am Tag vor Heiligabend landete der dicke Briefumschlag endlich im Briefkasten, und einige Wochen später erhielt die Absenderin tatsächlich eine Einladung zum Bewerbungsgespräch. Todschick gekleidet und extrem aufgeregt fuhr sie hin.

Ausbildung

Dualer Bachelor-Studiengang soll Pflege professionalisieren In Zusammenarbeit mit dem AlbertinenDiakoniewerk und erstmals auch mit dem Universitätsklinikum Eppendorf bietet die Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) ab Wintersemester 2011/2012 einen dualen Studiengang Pflege an. Der nach acht Semestern Regelstudienzeit erreichbare Abschluss umfasst sowohl den Bachelor of Arts als auch den des Gesundheits- und Krankenpflegers. Jährlich werde es 35 Studienplätze geben, kündigt die Hochschule an.


MEDI-LEARN Zeitung 04/2010