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What´s up, Doc?

Die Zeitung für Medizinstudenten und junge Ärzte

Der medizinische Doktortitel: Nach wie vor ist er für viele Studenten ein erklärtes Ziel. In unserem Schwerpunkt dreht sich alles um das Thema Doktorarbeit: Zwei Absolventinnen berichten über ihre Themenfindung und das Schreiben an der Dissertation. Außerdem erfahrt ihr, wie die mündliche Prüfung abläuft und wie man sich am besten darauf vorbereitet.

ZEITUNG

Mehr dazu auf den Seiten 6 und 7

Ausgabe 04/10 ∙ September/ Oktober 2010 ∙ In Kooperation mit dem Georg Thieme Verlag ∙ www.medi-learn.de ∙ ISSN 1860-8590 ∙ 1,90 €

Als Erstsemester im OP Pflegepraktikum in Mexiko

Immer mehr kündigen Wechsel häufig schon vor dem Facharzt

Arzt werden in Nordirland Interview mit zwei Studentinnen

Emma hat einen Teil ihres Pflegepraktikums im mexikanischen Monterrey gemacht. Dabei durfte sie sogar schon im OP am Patienten arbeiten. Ihr Fazit: eine ideale Mischung aus ärztlichen und pflegerischen Tätigkeiten, für die sich Aufwand und Mehrkosten gelohnt haben.

Immer mehr Mediziner kündigen während ihrer Zeit als Assistenzarzt die Stelle – kurze Arbeitsverträge machen dieses formell leichter. Doch ein Wechsel des Hauses aus Enttäuschung über die Tätigkeit und das Verhältnis zum Vorgesetzten sollte letztes Mittel bleiben.

Beim Stichwort Nordirland fällt einem vor allem der anhaltende Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten ein. Doch hier werden auch – wie überall auf der Welt – Mediziner ausgebildet. Wie das Studium in Nordirland aussieht, haben uns zwei nordirische Studentinnen erzählt.

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Bereicherung für beide Fächer Gespräch mit einem Medizin- und Philosophiestudenten Interview mit Maik Dorn von Nina Dalitz

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o ein Stress. So viele Klausuren, Praktika und Vorlesungen. Das Medizinstudium ist wahrlich keine Ausbildung, bei der Langeweile aufkommt. Einigen Leuten ist das noch nicht genug. Sie suchen sich einen Job, ein Ehrenamt, gründen eine Familie, machen Musik, engagieren sich oder kombinieren mehrere dieser Dinge. Und wiederum andere suchen sich ein zweites Studienfach. Maik zum Beispiel studiert seit dem dritten Semester zusätzlich Philosophie. Wie kommt er auf diese Idee und wie ist das zu schaffen? Wir waren neugierig und haben ihn zu seiner Motivation befragt.

dieser zu mir, dass man Philosophie wohl von Anfang an und richtig machen müsse, um durchzublicken. Das wollte ich gerne. Also fing ich an zu überlegen, ob ich Philosophie nicht nebenbei machen könnte. Ich frage bei einem Kommilitonen nach, der auch Doppelstudent ist, und bekam von ihm einige Tipps. Wie hast du dich dafür beworben? Ich ging zur Fachstudienberatung der

Philosophischen Fakultät. Dort wurde mir gesagt, dass „es hier sehr unproblematisch laufe.“ Ich könne Philosophie im Magisterstudiengang belegen. Zum Magister gehören immer zwei, wenn nicht drei Fächer und mir würde das Medizinstudium als zweites Hauptfach anerkannt. Aber ich müsste das Einverständnis der medizinischen Fakultät bekommen, was schon etwas schwieriger war. Außerdem war die Zeit knapp, denn der Studiengang wurde gerade auf Bachelor

Wie bist du auf die Idee gekommen, neben Medizin noch Philosophie zu studieren? Angefangen hat das mit einer Vorlesung, die ich im dritten Semester als medizinisches Wahlfach besucht habe. Ich hatte mir zwar mit dem Philosophen Hegel nicht das leichteste Thema rausgesucht und demzufolge anfangs erhebliche Verständnisschwierigkeiten, doch trotzdem wurde ich immer neugieriger und begeisterter. Nachdem ich einen Freund mitgenommen hatte, sagte

Medizinische Versorgung in Deutschland so gut wie nie zuvor Redaktion (MEDI-LEARN) ie Ankündigung bevorstehender Katastrophen erregt Aufmerksamkeit und hat Unterhaltungswert. Steven Spielberg bewies das erst neulich wieder, als er uns das Fürchten vor dem Jahr 2012 lehrte. Ein anderes Untergangs-Szenario füllt schon deutlich länger Zeitungsseiten und Kommentarspalten: Ärztemangel in Deutschland! Viele Mediziner gehen demnächst in den Ruhestand, mahnte Anfang Juni beispielsweise das Deutsche Ärzteblatt. Wer wollte das bezweifeln? Zudem würde der Nachwuchs seine Praxis lieber in London oder Zürich als auf Usedom eröffnen, gaben Studierende bei Befragungen unter anderem der Universität Trier und der Berliner Charité an. Auch das trifft zu, denn für manche Region gilt späte-

umgestellt und ich wollte unbedingt auf Magister studieren, da hier die Studienordnung freier und damit besser für ein Parallelstudium geeignet ist. Ich musste mich darum kümmern, für das laufende Semester noch mindestens einen benoteten Philosophie-Schein zu bekommen, um dann im folgenden Semester in das zweite Fachsemester für Magister hochgestuft zu werden. Von den Medizinern wurde mir geraten, noch bis zum Physikum zu warten – ich war ja gerade im dritten Semester. Aus oben genannten Gründen war dies aber keine Option für mich. Also musste ich zwei Empfehlungen von Dozenten vorlegen, die mir bescheinigen sollten, das ich zu den besten Studenten gehöre und sie mir das Doppelstudium zutrauen. Außerdem musste ich in einem Motivationsschreiben darlegen, wie ich mir meinen weiteren Studienverlauf vorstelle. Ich musste also nachweisen, dass ich mir der doppelten Arbeitsbelastung bewusst sei und das Medizinstudium regelrecht absolvieren könne. Wie ging es dann mit der Bewerbung weiter? Nachdem ich dies alles besorgt hatte, bekam ich die lang ersehnte Bescheinigung, die mir erlaubte, ein Doppelstudium aufzunehmen. Zum Glück bestand ich auch die nötige Logik-Klausur, die mir meine Hochstufung ermöglich-

Blick in die Statistik offenbart Überraschendes D

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stens seit der Wiedervereinigung: „Da will doch keiner hin!“ Die bundesweite Statistik indes spricht eine andere Sprache. In

Sachen medizinische Versorgung geht es diesem Land so gut wie nie zuvor. Im Jahr 1960 arbeiteten 92.028 Ärzte in

Deutschland. Seitdem hat sich ihre Zahl vervielfacht: 2008 waren bei der Bundesärztekammer 421.686 Mediziner registriert, davon rund 320.000 berufstätige, und die jährliche Steigerungsrate betrug zuletzt recht konstant ein bis zwei Prozent. Aktuell liegt damit die sogenannte Versorgungsdichte pro 100.000 Bundesbürger bei 337 Ärzten – mehr als in ganz Skandinavien und sogar deutlich mehr als in den USA (230) oder Großbritannien (220). In einer von den Vereinten Nationen ermittelten Rangliste belegt Deutschland Platz 23 unter 201 Ländern. Trotzdem leben übrigens unter anderem die Schweden und Norweger im Schnitt länger als wir. Eine Korrelation zwischen der Lebenserwartung einer Bevölkerung und der Mediziner-Zahl ist auf diesem

insgesamt hohen Niveau nicht mehr auszumachen. Ähnlich konstant wie die Steigerungsraten der vergangenen Jahre ist die Zahl der Absolventen im Fach Humanmedizin. 1997 schlossen 9.434 Nachwuchsmediziner ihr Studium in Deutschland erfolgreich ab und damit praktisch ebenso viele wie 2007, als 9.574 das Hammerexamen bestanden. Ein zwischenzeitlicher Rückgang um bis zu zehn Prozent erwies sich als temporäres Phänomen. Der stabile Trend steht im Einklang mit einer anderen Tatsache: Nirgends sind an deutschen Hochschulen die Abbrecherquoten so gering wie an den medizinischen Fakultäten. Während in den Kultur- und Sprachwissenschaften mehr als 40 Prozent der Studierenden vor dem Abschluss aufgeben, tut das von den angehenden Humanmedizinern nicht einmal jeder Zehnte. Nicht nur entscheiden sich nach wie vor viele junge Menschen für den Arztberuf – die meisten von ihnen tun das offenbar mit außergewöhnlich hoher Motivation. MEDI-LEARN PODCAST Diesen Artikel gibt es online auch als Audio-Datei zum Download unter: www.medi-learn.de/podcast

te. Ich besuchte das zugehörige Seminar erst in der zweiten Hälfte des Semesters, da man für Vorlesungen keine Scheine bekommt. So bekam ich die Genehmigung, im 2. FS Philosophie zu beginnen und von den Philosophen die Erlaubnis für ein Doppelstudium. Dann noch die Bescheinigung, dass Humanmedizin als zweites Magisterhauptfach eine sinnvolle Ergänzung für Philosophie darstellt. Mit all diesen Scheinen ging ich ins Studentensekretariat und schrieb mich ein. Das war an sich keine große Sache, wäre jedoch ohne die unzähligen Gespräche zuvor nicht möglich gewesen.

Fortsetzung auf Seite 2

Inhalt OP-Cafeteria Hannover Operieren geht durch den Magen: Für hungrige Ärzte gibt es an der Medizinischen Hochschule Hannover seit Anfang Juni ein besonderes Angebot – sie können direkt aus allen 30 angeschlossenen OPs heraus ihr Mittagsmenü bestellen und dieses in der neuen OPCafeteria verzehren. Lange Laufwege zur Mensa entfallen. S. 02

Rezensionen

Psychologie und Soziologie Dieses Mal auf den Zahn gefühlt: Drei Bücher zu den Nebenfächern medizinische Psychologie und Soziologie. Welches Werk bereitet besonders gut auf die Prüfungen vor, welches eignet sich gut zum Nachschlagen im Arbeitsalltag? Das erfahrt ihr in den Testberichten unserer Rezensenten. S. 04

Krankenhaus

Burnout-Gefahr Burnout-Syndrom: Besonders Personen, die sich als weniger kompetent als ihre Kollegen einschätzen, sind betroffen. Sie arbeiten mehr und ignorieren Erschöpfungszustände, bis es nicht mehr geht: Geistesabwesenheit, permanente Müdigkeit und Süchte können auftreten. Erste Anlaufstellen für Hilfe: der Vertrauensarzt oder der Betriebsrat S. 05

Vorklinik

Präp-Kurs: unvergesslich Ein neues Interview in unserer Reihe zum Präp-Kurs: Der Mensch kann sich erstaunlich schnell an neue Dinge – zum Beispiel das Präparieren einer Leiche – gewöhnen, berichtet unser Interviewpartner. S. 08

Rätsel

Heiteres Beruferaten In der Medizin gibt es eine Vielzahl von Berufen – neben den zahlreichen Fachärzten auch in der Pflege, im Rettungsdienst und in Heilberufen. Darum dreht sich unser neues Rätsel: Berufsbezeichnung herausfinden – und mit etwas Glück eine Reise im Wert von 500 Euro gewinnen! S. 11


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Studenten aufgepasst!

Die 3. Auflage der Skriptenreihe mplett o k d n u Neu arbeitet! über

Medizin und Philosophie Fortsetzung von Seite 1 Wie setzt du die Prioritäten bei deinem Doppelstudium? Das ist nicht so leicht zu beantworten. Eine hohes Gewicht in meinem Zeitplan hat mein Stundenplan für Medizin, da dieser sehr unflexibel ist. Meine Seminare und Vorlesungen für Philosophie kann ich hingegen frei wählen. Das Semesterpensum passe ich den jeweiligen Aufgaben an. So habe ich im letzten Semester sehr wenig Philosophie gemacht, weil ich fürs Physikum lernen wollte. In diesem Semester hingegen sehr viel, um mich etwas von dem vielen Lernen zu „erholen“, also mal ein wenig was anderes zu hören. Ich habe dafür in Kauf genommen, zum Teil nicht so gut Bescheid zu wissen und auch die eine oder andere Prüfung zu wiederholen. Zu meiner großen Freude hat trotzdem alles wunderbar geklappt. Unter dem Semester überlege ich, was ich mache und welche Vorlesung ich sein lasse. Wenn ich merke, dass ich zu geschafft bin, gehe ich auch mal zu nur einer Veranstaltung am Tag. Sicher geht das nicht oft, an anderen Tagen bin ich

dafür über 12 Stunden in der Uni. Ich gehe schon eher danach, worauf ich Lust habe. Ich habe den Anspruch, dass Studieren Spaß machen und interessant sein soll und so meide ich Veranstaltungen, die mich nicht weiterbringen. Wenn ich mal nicht so viel lernen muss, habe ich Zeit, um Referate vorzubereiten, oder ein Essay oder Protokoll zu schreiben. Und dann sind da noch die Semesterferien, die ich relativ frei gestalten kann. Die nutze ich, um die Hausarbeiten für Philosophie zu schreiben oder mehr zu lesen. Die aktuellen Semesterferien sind aber zum Beispiel durch einen Intensivkurs für das Latinum ausgefüllt. Willst du in Philosophie auch einen Abschluss machen? Zu Beginn war das noch offen. Ich wollte erst einmal schauen, wie es so klappt. Inzwischen plane ich schon ein, meinen Magister zu machen. Nächstes Semester möchte ich die Zwischenprüfung in Philosophie ablegen und dann 2012 für ein Semester ins Ausland gehen. An-

schließend möchte ich mit meiner medizinischen Doktorarbeit beginnen, was sicher ein ganzes Semester füllen wird – genau wie die Magisterarbeit, die darauf folgen wird. Ich würde mit all dem gerne fertig sein, bevor ich ins PJ gehe und das Staatsexamen ablege. Und was willst du später damit machen? Ursprünglich wollte ich unbedingt Arzt werden. Inzwischen kann ich mir aber gut vorstellen, in einer Nische unterzukommen, die einen Schnittbereich der beiden Studiengänge darstellt. Vielleicht etwas mit Kognitionswissenschaften oder Neuro-Forschung. Aber das ist alles Zukunftsmusik. Wissen die Dozenten von deinem Doppelstudium? Eigentlich weiß kaum einer davon. Aber das ist auch nicht nötig. Ich brauche keine Ausnahmeregelungen. In Tübingen kann man als Doppelstudent seinen Stundenplan ein wenig mehr als andere beeinflussen, oder auch mal mit einer Sonder-

fall-Genehmigung der Medizinischen Fakultät Kurse in die Ferien legen. Das war bei mir jedoch bisher nicht nötig. Und wie sieht das bei deinen Kommilitonen aus? Die helfen mir, ganz klar. Aber das war auch schon vorher so. Es ist ja bei jedem anderen auch so, dass er darauf angewiesen ist, Informationen von Kommilitonen zu bekommen. Beispielsweise wenn man mal nicht in der Vorlesung war. Vielleicht bin ich einfach noch etwas mehr darauf angewiesen. Viele Kommilitonen sind auch erstaunt, dass ich das überhaupt mache. Fortsetzung im Digitalen Nachschlag (s. S. 12) Wir verlosen 1x „Abenteuer Medizinstudium“ – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw299

Medizinische Hochschule Hannover: Neue OP-Cafeteria eröffnet Snacks und warmes Essen nun auch für Operationsteams Medizinische Hochschule Hannover

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uten Appetit! Dieser Ausspruch hat für die Operationsteams im Hauptgebäude der MHH jetzt eine völlig neue Bedeutung. Am 1. Juni dieses Jahres wurde die OP-Cafeteria eröffnet. Ärzte, Krankenpflegepersonal und Reinigungskräfte können dort täglich ein warmes Essen und frisch zubereitete Snacks genießen. Vorbei ist die Zeit knurrender Mägen und mitgebrachter Butterbrote. Die neue Einrichtung stellt für alle Beschäftigten im OP-Bereich eine große Verbesserung der Arbeitssituation dar. Früher war es ihnen wegen langer Bereitschaftsdienste, kurzer Pausen und wegen des zeitraubenden Ein- und Ausschleusens kaum möglich, in die Mensa zu gehen, um eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen. Ein Umstand, den Dr. Andreas

Tecklenburg, Vizepräsident der MHH und zuständig für das Ressort Krankenversorgung, unbedingt ändern wollte. „Ein angenehmer Aufenthaltsort ist gerade im OP-Bereich, in dem Fachleute aus vielen verschiedenen Disziplinen zusammenarbeiten, sehr wichtig“, sagte er anlässlich der Eröffnung der Cafeteria. Mit der Idee einer eigenen kleinen „Mensa“ stießen die Mitarbeiter bei ihm sofort auf offene Ohren. Nach der zweimonatigen Bauzeit sind die Räume kaum wiederzuerkennen: Aus dem angestaubten Aufenthaltsbereich ist eine modern gestaltete Cafeteria mit 35 Sitzplätzen und einer kleinen Verkaufstheke geworden. Alles sieht sehr einladend aus, auch der Speiseplan. Er ist zwar nicht ganz so umfangreich

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Praktische Mittagessen-Lösung: Im OP bestellen, in der neuen Cafeteria verzehren

wie das Angebot in der Mensa, aber eine wesentliche Verbesserung zu vorher.

EIN ANGENEHMER AUFENTHALT IST SEHR WICHTIG

„Die Gäste können täglich zwischen drei verschiedenen Gerichten, einem Eintopf und einem Salatteller wählen“, erklärt Ludwig Gieseke, Leiter der MHH-Zentralküche. Dazu kommen belegte Brötchen, Quarkspeisen, Kuchen, Salate und Getränke, die zwei Servicekräfte direkt in der Cafeteria anbieten. „Alles, auch die warmen Speisen, gibt es hier zu Mensa- Preisen“, betont der Küchenchef Rund 30 Operationssäle sind an die neue Dienstleistung angeschlossen. Wer mittags ein warmes Essen haben

möchte, muss dieses bis 9 Uhr elektronisch ordern. Das ist ganz einfach zu machen. „Das Programm zum Bestellen wurde auf allen Rechnern in den OPs installiert und lässt sich leicht bedienen“, sagt Patricia Brausch, Leiterin der Arbeitsgruppe OP Cafeteria. Um 11 Uhr werden die bestellten Gerichte in der Mensa auf EinwegGeschirr portioniert und ab 11.30 Uhr in der Cafeteria angeliefert. Wenn es abgeholt wird, kommt das Essen noch kurz in die Mikrowelle und dann auf den Tisch. „Mit dem neuen Angebot sind die Beschäftigten sehr zufrieden“, stellt Patricia Brausch nach den ersten vier Wochen fest. Rund 60 Gäste wünschen sich in den neuen Räumen täglich „Guten Appetit!“


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Als Erstsemester im OP Hand anlegen

In den Foren gelauscht

Pflegepraktikum in mexikanischen Gefilden

Bereit für den Präpkurs

von Emma Hausberg

N

achdem ich bereits einen Monat meines Pflegepraktikums in der Chirurgie in meiner Heimatstadt absolviert hatte und seitdem auch als Aushilfe in dem Krankenhaus tätig bin, stand für mich fest: Für ein weiteres Praktikum wollte ich an einen anderen Ort gehen. Dass es letztendlich Mexiko wurde, verdanke ich einer Reihe von Zufällen: Mein Spanischlehrer an der Uni, ein junger Mexikaner aus Monterrey, hatte stets interessante Geschichten aus seiner Heimat parat. Ende November fragte ich ihn spontan, ob er nicht jemanden in seiner Stadt kenne, der im medizinischen Sektor tätig ist und mir bei der Vermittlung eines Praktikumsplatzes helfen könne. Ich hatte Glück. Eine alte Schulfreundin von ihm war mittlerweile Assistenzärztin in der Pädiatrie im Hospital Metropolitano „Dr. Bernardo Sepulveda“ in Monterrey.

Geduld mitbringen Nach einem knappen Monat stand der Kontakt und es sah ziemlich gut aus. Offenbar konnte ich ohne großen organisatorischen Aufwand mein Pflegepraktikum dort absolvieren. Leider musste ich mich bis Ende Januar mit einer festen Zusage gedulden. Die Flüge, mittlerweile schon etwas teurer geworden, hatte ich dann zwei Tage später gebucht. Ein Visum benötigte ich für einen Aufenthalt unter 90 Tagen nicht, die Auslandskrankenversicherung lag vor, mein Impfpass war durchgecheckt. Ich hatte noch zweieinhalb Wochen bis zu meiner Abreise. Und noch keine Unterkunft! Auf www.couchsurfing.org konnte ich für die ersten Tage eine Bleibe finden, doch schon während der Mail-Kommunikation aus Deutschland verstand ich mich perfekt mit meiner zukünftigen Gastgeberin, einer jungen Mexikanerin, sodass sie mir das Angebot machte, unentgeltlich während des gesamten Aufenthalts bei ihr zu wohnen. Meine Familie machte sich zwar große Sorgen, doch völlig unbegründet. Meine neu gewonnene Freundin und ich hätten nicht besser zueinander passen können!

Zeit zum Akklimatisieren Bevor ich im Krankenhaus anfangen sollte, hatte ich noch vier Tage Zeit, um mich zu akklimatisieren und mich ein bisschen in das Spanisch einzuhören. Denn nach weniger als einem Jahr Unterricht beherrschte ich in der Theorie zwar relativ viel Grammatik, doch fehlte mir die Praxis völlig.

Es dauerte ungefähr drei Wochen, bis ich nicht andauernd nachfragen musste und auch bei Konversationen endlich Zusammenhänge verstand. Heute, nach meinem Aufenthalt, fühle ich mich aber sehr sicher und wohl im Spanischen.

IM LAUFE DER ZEIT FAND ICH KÜRZERE BUSVERBINDUNGEN ZUM KRANKENHAUS Am Freitag vor meinem ersten Arbeitstag bin ich allein durch Monterrey gereist, diese große Stadt im Norden Mexikos mit mehr als vier Millionen Einwohnern. Ja, es war eine wahre Reise, und ich habe letztendlich sogar das Krankenhaus erreicht! Im Laufe der Zeit fand ich dann immer kürzere Busverbindungen, bis ich nur noch 50 Minuten brauchte. Doch bis dahin habe ich quasi die ganze Stadt kennen gelernt, weil ich immer neue tolle Tipps für Strecken bekam. Denn hilfsbereit sind die Mexikaner allemal. Als große Person mit hellen Haaren fällt man sehr stark auf, zumal es so gut wie keine Touristen in Monterrey gab. Und wenn man dann auch noch fragend in der Gegend umherschaut.

nicht so richtig deutlich gemacht hatte, dass ich mit dem Pflegepersonal arbeiten soll. Somit war ich die ganze Zeit mit anderen „Internos“ (PJ-Studenten) und Assistenzärzten zusammen. Das waren interessante Tage, aber mit meinem „Fachwissen“ aus einem Semester war diese Arbeit für mich nicht das Richtige. Deshalb wechselte ich nach Absprache mit dem Chefarzt auf die Intensivstation der Neugeborenen. Babys mit Lungenentzündung oder anderen Infektionskrankheiten wurden hier versorgt.

BABYS WERDEN HIER NOCH WIE MUMIEN IN EIN GROSSES TUCH EINGEWICKELT

Nach drei Tagen Zugucken in der Notaufnahme durfte ich hier nun etwas tun: Waschen, wickeln, Babys mit Milch versorgen, Temperatur messen – die typischen Pflegearbeiten eben. Die Babys werden hier noch wie Mumien in ein großes Tuch eingewickelt, so wie man es aus alten Filmen kennt. Um zwölf und um drei Uhr dürfen die Mütter für eine halbe Stunde zum Stillen kommen, den Rest des Tages werden sie mit künstlicher Milch ernährt.

Willkommensparty

Spannende Einblicke

Auf der Pädiatrie, wo ich mein Praktikum absolvieren wollte, wusste man tatsächlich Bescheid, dass ich komme. Der Chefarzt war sehr freundlich und lud mich auch noch direkt für den Abend zu einer Willkommensparty der neuen Assistenzärzte bei sich zu Hause ein. Meine Arbeitszeit sollte wochentags von 8 bis 16 Uhr sein, sehr angenehm nach den wechselnden Schichten im deutschen Krankenhaus. Am Montag, meinem ersten Arbeitstag, händigte man mir meine Dienstkleidung und auch einen Arztkittel aus. Mit dem hat man die Legitimation, an der kostenfreien hauseigenen Speisung teilzunehmen. Frühstück und Mittagessen waren somit für mich schon gesichert. Ein gesondertes Entgelt gab es nicht, aber das ist ja auch in Deutschland nicht üblich.

Zwei Wochen verbrachte ich auf dieser Station. Die Schwestern waren goldig, haben mir viel erklärt. Beispielsweise, dass Pfleger in den meisten Krankenhäusern in Mexiko keine rotierenden Schichten ableisten, sondern feste Dienste haben. Außerdem gaben sie mir viele Freiheiten. So durfte ich gelegentlich an den Vorlesungen für die Studenten teilnehmen, die im krankenhauseigenen Hörsaal stattfanden. Besuche auf der Neonatologie, mit spannenden Einblicken in diese Art der Intensivpflege der Allerkleinsten, und auch ein OP-Besuch in der Allgemeinchirurgie wurden mir nicht verwehrt.

Problemloser Wechsel Die ersten drei Tage verbrachte ich in der Kindernotaufnahme. Ich musste feststellen, dass ich bei unseren Vereinbarungen über mein Pflegepraktikum

GEWINN AN ERFAHRUNGEN, KENNTNISSEN UND FREUNDSCHAFTEN NICHT AUFZUWIEGEN

Hier durfte ich als kleiner und unerfahrener Erstsemester doch tatsächlich Hand anlegen! Der operierende Arzt wies mich spontan an, mich chirurgisch zu waschen, um mich dann als seine Assistentin an den Tisch zu stellen. Wie begeistert war ich, mit

Haken und Schere hautnah an dem eröffneten Bauch zu stehen, Blut abzusaugen und Fäden abzuschneiden! Mit viel Geduld hat mir der Arzt zusätzlich viele Erklärungen geliefert. Was für ein Erlebnis!

Hohe Geburtsraten Anderthalb Wochen blieben mir noch. Auf Empfehlung des Chefarztes durfte ich auf der Geburtstation und Gynäkologie arbeiten. In Mexiko sind die Geburtsraten viel höher. Somit war es mir möglich, an manchen Tagen über zehn Geburten zu sehen (allein in acht Stunden Dienstzeit). Und nicht nur das: Auch hier durfte ich tatsächlich assistieren. Das neue Leben wurde in meine Hände gegeben und unter fachkundiger Anleitung habe ich das Neugeborene getrocknet, die Nabelschnur abgetrennt und die Erstuntersuchung vorgenommen. Der erschöpften Mama, die die Geburt ganz ohne Angehörige durchgestanden hat, konnte ich dann ihr Baby präsentieren. Eine Mischung aus pflegerischen und ärztlichen Tätigkeiten füllte meinen Tag gut aus – Blutabnehmen und Zugänge legen (hier Aufgaben der Schwestern), Betten beziehen, Aufnahmen vorbereiten und viel, viel Zuschauen, zum Beispiel bei Kaiserschnitten und Sterilisationen.

Hartes PJ Die PJler haben hier ein enormes Arbeitspensum: Jeden zweiten Tag eine „Guardia“, einen 36-Stunden-Dienst, im Wechsel mit normalen Neun-Stunden-Tagen. Sie kommen auf eine Wochenarbeitszeit von 120 Stunden! So einen Dienst habe ich interessehalber auch einmal absolviert. Das war enorm hart. Klar, hier ist der Arbeitsalltag schon anders. Die Mediziner verbringen praktisch ihr Leben im Krankenhaus. Da geht man dann schon mal eine Dreiviertelstunde Mittag essen, macht mal ein Nickerchen (vor allem dann eben nachts) oder lernt für das nächste Examen. Gespräche kommen auch nicht zu kurz. Dennoch bin ich in Anbetracht dessen froh, in Deutschland humanere Ausbildungssituationen vorzufinden und ich habe mir vorgenommen, mich nicht zu beklagen. Alles in allem hatte ich eine großartige Zeit in Mexiko und kann nur jedem empfehlen, ein Auslandspraktikum zu machen, auch wenn es eben „nur“ das Krankenpflegepraktikum ist. Der Aufwand und die Kosten sind zwar höher, andererseits ist der Gewinn an Erfahrungen, Kenntnissen und Freundschaften nicht aufzuwiegen.

Der Präpkurs ist für die meisten Medizinstudenten ein einschneidendes Erlebnis, an das sie sich lange zurückerinnern. Viele werden im Kurs zum ersten Mal mit dem Tod konfrontiert und so einigen ist anfangs ganz schön mulmig zumute. Abgesehen von der emotionalen Belastung bedeutet der Präpkurs aber auch eine sehr lernintensive Zeit, die an vielen Universitäten bereits mit dem Eingangstestat beginnt. Damit du als „Präp-Neuling“ vor lauter Anatomie-Atlanten, Büchern und anderen Lernmaterialien nicht den Überblick verlierst, geben dir erfahrene Studenten hier Tipps und erzählen, wie sie den Kurs erfolgreich hinter sich gebracht haben: www.medi-learn.de/MF59357

Wie wichtig sind Noten? Nicht selten kommt es im Medizinstudium vor, dass man sich in kurzer Zeit parallel auf eine große Fülle an Fächern vorbereiten muss. Oft fällt es dann schwer, den Überblick zu behalten. Dann kann es passieren, dass am Ende nicht mehr genug Zeit zum Lernen für ein bestimmtes Fach übrig bleibt. Was tun? Die Klausur trotzdem mitschreiben und hoffen, dass es zum Bestehen reicht? Da stellt sich die Frage, welche Rolle später einzelne Noten bei der Bewerbung überhaupt haben. Zum Glück gibt es in den MEDI-LEARN Foren „alte Hasen“, die genau wissen, was bei einer Bewerbung wirklich zählt: www.medi-learn.de/MF59139

Wartezeit-Blues? Die Studienplatzsituation für das Fach Medizin ist in Deutschland schon seit einiger Zeit dramatisch. Viele Bewerber auf wenige Plätze lassen NC und die erforderliche Anzahl an Wartesemestern in die Höhe schnellen. Auch in diesem Semester haben wieder viele Bewerber eine Absage erhalten. Im MEDI-LEARN Forum können sie ihren Frust darüber loswerden, sich gegenseitig ermutigen und darüber austauschen, wie sie die Wartezeit bis zum Studium sinnvoll nutzen: www.medi-learn.de/MF21835

Rund ums Krankenpflegepraktikum Von der täglichen Stationsarbeit der Schwestern und Krankenpfleger, vom Verbandswechsel oder dem Waschen und Anziehen der Patienten bekommt so mancher Arzt in seinem stressigen Berufsalltag nicht allzu viel mit. Umso wichtiger ist es deshalb, dass Medizinstudenten während ihres dreimonatigen Krankenpflegepraktikums die Aufgaben und Verantwortung des Pflegepersonals kennen lernen. Wenn du dein Praktikum noch vor dir hast, findest du hier von der Bewerbung über geeignete Kliniken bis hin zu praktischen Hinweisen und Tipps erfahrener Studenten alles Wissenswerte rund um das Thema Krankenpflegepraktikum: www.medi-learn.de/MF6011

Bewerberworkshop Worauf legen Chefärzte wert? Ansprechpartner und Termine unter

Blick auf Monterrey: Touristen kommen selten hierher

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Medizinische Psychologie und Soziologie (Springer)

Kurz notiert

Praxisschock: ärztliche Tätigtkeit Eine Umfrage unter Medizinstudenten hat ergeben, dass nur 25 Prozent sich durch das Studium gut auf die Ärztlichen Prüfungen vorbereitet fühlen. Nur zwei Drittel fühlen sich gewappnet für die Ärztliche Tätigkeit. Zudem nimmt die Attraktivität des Arztberufes mit fortschreitendem Studium ab: 62 Prozent der Studenten der ersten vier Semester, aber nur 48 Prozent im 11. bis 14. Semester bewerten die Attraktivität des Arztberufes mit „gut.“ Trotzdem würden 90 Prozent von ihnen wieder das Medizinstudium wählen. www.medi-learn.de/info15235

Selbstständige Arbeit Der Bodensee, Konstanz, Zürich und St. Gallen sind in einer halben Stunde mit dem Auto zu erreichen. Jennifer wählte als Ort für ihr Anästhesie-Tertial im Praktischen Jahr Wil in der Schweiz. Sie beschreibt das Team als nett und engagiert und ist froh über die vielen praktischen Fähigkeiten, die sie lernen durfte. „Die selbstständige Arbeit bei ständiger Erreichbarkeit der Oberärzte wurde gewünscht und gefördert,“ sagt sie. Wohnen konnte sie im Schwesternwohnheim direkt neben dem Spital und genoss mit ihren Nachbarn die Dachterrassen, Höhenlagen und Skigebiete. www.medi-learn.de/info15236

von Marlene Ploder, 7. Semester MUW Wien

Titel: Medizinische Psychologie und Soziologie Autoren: Faller, Lang Verlag: Springer ISBN: 978-3-540-29995-0 Preis: 26,95 €

Kurzbeschreibung Dieses Buch vermittelt angehenden Ärz-

Das Herz Detailtreue Anatomie zum Anfassen. Qualität von 3B Scientific. Preis:

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Inhalt In drei großen Kapiteln , angefangen mit 1. Entstehung und Verlauf von Krankheiten, hin über 2. ärztliches Handeln bis 3. zur Förderung und Erhaltung von Gesundheit, wird ein guter Überblick über die klinische Psychologie vermittelt. Das Buch ist für mich klar als Lehrbuch, weniger als Kurzlehrbuch oder Nachschlagewerk einzuordnen. Didaktik Positiv zu vermerken ist, dass das Buch eine hervorragende Gliederung hat. Außerdem gibt es viele tolle Merkboxen. Auch finden sich zahlreiche, in blau gehaltene Klinik-Boxen, mit Beispielen

zum Klinikalltag. Schlüsselbegriffe sind fett hervorgehoben. Aufbau Besonders gut hat mir die Gestaltung des Inhaltsverzeichnisses gefallen. Die Sprache ist klar und leicht verständlich. Preis Das Buch kostet im Handel 26,95 Euro. Fazit Dieses Buch hat mir persönlich sehr gut gefallen. Ich habe viel neues Wissen aufnehmen können, welches mir sicherlich in meiner Arbeit von Nutzen sein wird. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw301

von Anna Lena Mutscher, Vorklinik in Freiburg lernfreundlich aufgearbeitet das prüfungsrelevante Wissen für das Physikum im Fach Medizinische Psychologie und Soziologie. Es eignet sich zur effektiven Vorbereitung, einem vorlesungsbegleitendem Einsatz und auch zum Nachschlagen.

Titel: Kurzlehrbuch Medizinische Psychologie und Soziologie Autoren: Rothgangel Verlag: Thieme ISBN: 978-3-131-364-227 Preis: 24, 95 €

Kurzbeschreibung Dieses Werk präsentiert studenten- und

Zielgruppe Das vorliegende Buch richtet sich in erster Linie an Medizinstudenten im vorklinischen Abschnitt. Erklärtes Ziel ist eine effektive Vorbereitung durch Abdeckung des geforderten Prüfungsstoffes. Zugleich wurde dabei ein Fokus auf das Wesentliche gelegt. Aufgrund der lockeren Schreibweise und der übersichtlichen Gliederung ist es auch geeignet um später sein Wissen wieder aufzufrischen. Inhalt Es handelt sich um eine Mischung zwischen Lehrbuch und Kurzlehrbuch und ist somit genau die richtige Mixtur zum Ler-

nen und Vertiefen. Inhalte werden hier kurz und prägnant und dennoch ausreichend verständlich zusammengefasst. Selbst der Vorlesungsstoff lies sich damit problemlos nacharbeiten. Aufgrund der vielen hilfreichen Tipps und Hilfen lässt sich trotzdem eine effektive Vorbereitung auf jedwede Prüfung gestalten. Eine große Stärke des Kurzlehrbuchs ist also sein Spagat zwischen der Konzentration auf Prüfungsrelevantes und trotzdem ausreichendem Vermitteln von Zusammenhängen. Didaktik Als roter Faden kommen in jedem Kapitel, neben Abbildungen und Tabellen, fünf verschiedene Lernhilfen vor. Begonnen wird jeder Abschnitt mit dem „Lerncoach“. Aufbau Jedes Kapitel führt zuallererst mit Praxisbeispielen aus dem Medizineralltag in die Thematik ein, wobei meist eine Fall-

geschichte vorgestellt wird. Die Themen und einzelnen Kapitel sind sauber und sinnvoll gegliedert, Wichtiges wird hervorgehoben. Der Feinaufbau jedes Unterpunktes aus Lerncoach, Überblick und dem Check-up erleichtert die Übersicht. Preis Das Buch kostet im Handel 24,95 Euro. Fazit Mit diesem Buch macht das Lernen Spaß. Die vielen klinischen Bezüge und Fallbeispiele machen den Stoff anschaulich und lockern die trockenen, theoretischen Modelle und Theorien auf. Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw302

Kurzlehrbuch Med. Psychologie/ Med. Soziologie (Elsevier)

Zeit, Nerven, Geld Ein Medizinstudium kostet einiges: Zeit, Energie, Nerven und vor allem Geld. Etwa 600 Euro pro Monat solltest du einplanen. Bedenke die Miete, Nahrungsmittel, Mobilität , Freizeitaktivitäten und nicht zuletzt die Kosten für das Studium an sich. Zu den gelegentlichen Ausgaben für Bücher, Kittel, Präpbesteck oder zum Beispiel das Stethoskop kommen regelmäßige Kosten in Form von „Semestergebühren“ von 50 bis 200 Euro an jeder Uni plus der deutlich höheren „Studiengebühren,“ die nur in einigen Bundesländern fällig werden. www.medi-learn.de/info15245

Zielgruppe Generell kann das Buch sicher von jedem Medizinstudenten gelesen und auch verstanden werden, weil sehr darauf geachtet wird, dass jeder Fachbegriff erklärt

und teilweise mit Beispielen verdeutlicht wird. Ich persönlich erachte das vorliegende Werk als tolle Hilfe in vielen alltäglichen Situationen im klinischen Alltag und im Umgang mit Patienten.

Kurzlehrbuch Medizinische Psychologie und Soziologie (Thieme)

Die Buchhandlung plündern Eigentlich müsste es „Literaturtipps nach Semesterstart“ heißen, denn vor deinem ersten Uni-Tag brauchst du dir noch keine Bücher zu kaufen. Entweder ist das erstandene Werk unpassend, oder du kommst persönlich nicht damit klar. Hinweise zu relevanten Büchern bekommst du in den ersten Uni-Tagen von den Professoren. Erfahrungsgemäß sind dies eher seitenstarke Wälzer. Höre auch auf Studenten höherer Semester. Sie haben vor Kurzem die gleichen Prüfungen gehabt und können dir prüfungsrelevante, häufig kürzere Bücher empfehlen. www.medi-learn.de/info15237

tinnen und Ärzten Wissen für den Umgang mit Patienten. Kranke wollen in erster Linie gesund werden, darüber hinaus haben sie aber auch noch andere Bedürfnisse: Sie wollen Information über ihre Erkrankung. Immer häufiger wollen sie bei medizinischen Entscheidungen mitbeteiligt werden. Und sie benötigen in manchen Fällen auch psychische Unterstützung, um ihre Krankheit emotional bewältigen zu können. Weitere Themenfelder des Buches betreffen die Mitarbeit des Patienten bei medizinischen Behandlungen, die Verarbeitung eingreifender Therapiemaßnahmen oder die Wirkungsweise unterschiedlicher Formen der Psychotherapie.

von Stefan Christl, 2. vorklinisches Semester in München sachkundige Informationen zur Verfügung. Von zentraler Bedeutung ist die Kunde von der Seele des Menschen, ferner innere und äußere Einflüsse auf das Verhalten, die eine Entwicklung und Veränderung der Persönlichkeit im Laufe des Lebens bedingen. Dabei sind die Inhalte an den prüfungsrelevanten Lernstoff angepasst.

Titel: Kurzlehrbuch Medizinische Psychologie - Medizinische Soziologie Autor: Buser, Schneller, Wildgrube Verlag: Elsevier ISBN: 978-3-437-43211-8 Preis: 28,95 €

Kurzbeschreibung Dieses Kurzlehrbuch deckt den gesamten Themenbereich der Fächer ab und stellt

Zielgruppe Das Werk richtet sich einerseits an Studierende in der Vorklinik, die gerade den Kursus oder das Seminar absolvieren, andererseits ist es aber sicherlich auch sehr nützlich bei der Vorbereitung zur Ersten Ärztlichen Prüfung, da sich der behandelte Stoff am aktuellen Gegenstandskatalog orientiert. Darüber hinaus dient es auch als praktisches Nachschlagewerk. Inhalt Die einzelnen Themen werden ziemlich ausführlich behandelt, die Inhalte werdem tiefgründiger erklärt. Natürlich werden

hierbei mehr als nur alle wichtigen Aspekte angesprochen. Abbildungen gibt es leider nur sehr wenige, dafür verdeutlichen und ergänzen die vorhandenen Graphiken indes den Inhalt des Textes hervorragend und tragen meist erheblich zur Erklärung bei.

übersichtlich und vollständig wiedergegeben, außerdem erleichtern das Inhaltsverzeichnis und auch der Index die Suche.

Didaktik Das Lehrbuch enthält etliche Lernhilfen, wie Merke- und Definitionskästen sowie Merksätze. Es finden sich zahlreiche Fallbeispiele und klinische Bezüge, die zuvor Erklärtes untermalen und komplettieren. Ein Tutor zu Beginn größerer Lektionen gibt Hinweise zum Erarbeiten des Lernstoffs. Ferner ist die Prüfungsrelevanz des jeweiligen Kapitels schnell ersichtlich. Die geschriebene Sprache ist flüssig, leicht verständlich und dadurch einprägsam.

Fazit Einen Punkt Abzug gibt’s von mir für die unglücklich gewählte zweifarbige Gestaltung und den spärlichen Einsatz von Abbildungen. Die Autoren beherrschen es aber insgesamt komplexe Sachverhalte verständlich zu vermitteln, dem Leser näher zu bringen und das Interesse dafür zu wecken. Dafür darf der Textumfang gerne auch etwas üppiger sein.

Aufbau Das Buch ist in drei große Abschnitte gegliedert. Die vermittelten Informationen werden

Preis Das Buch kostet im Handel 28,95 Euro.

Von diesem Buch verlosen wir unter allen Teilnehmern ein Exemplar – einfach Namen eintragen und schon bist du dabei: www.medi-learn.de/gw303


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Ausbrennen der Seele beginnt ganz harmlos

Der Klassik Schädel

Besonders häufig betroffen sind sogenannte helfende Berufe Redaktion (MEDI-LEARN)

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s scheint wie gemacht für Ärzte – das Burnout-Syndrom. Mediziner sind vermutlich häufiger als jede andere Berufsgruppe von diesem Prozess des „Ausbrennens“ am Arbeitsplatz betroffen oder zumindest gefährdet. Es gehört zur Symptomatik, dass Hilfe erst nach langem und schweren seelischen Leiden in Anspruch genommen wird. Dabei wirkt der Anfang des Weges, der im fortgeschrittenen Stadium zur dauerhaften Berufsunfähigkeit führen kann, regelmäßig ganz harmlos: Der Kollege ist halt ein bisschen engagierter als andere, heißt es auf Station achselzuckend. Der will wohl schnell Karriere machen. Dabei sind Burnout-Kandidaten eher jene

Preis:

Menschen, die sich selbst nur wenig zutrauen. Ihre vermeintlichen Leistungsdefizite wollen sie durch Fleiß kompensieren, ihre Aufgaben besonders gut erledigen. Damit einher geht typischerweise das Gefühl eigener Unentbehrlichkeit sowie die Bereitschaft, für andere ständig verfügbar zu sein. Anerkennung durch Mitarbeiter und mehr noch die Dankbarkeit von Patienten für so viel Einsatz werden als Bestätigung empfunden, alles richtig zu machen, und helfen über aufkommende Gefühle der Erschöpfung noch ohne weiteres hinweg. Das erklärt, warum das seelische Ausbrennen vorrangig in ganz bestimmten Berufen auftritt: Je individueller die Beziehung zwischen der helfenden

Person und derjenigen ist, der geholfen wird, desto unmittelbarer kann die emotionale Rückkopplung wirken. Ärzte kennen den Patienten in aller Regel mit Namen und eventuell über einen langen Zeitraum hinweg. Ähnliches gilt für Lehrer und ihre Schüler, Mitarbeiter von Beratungsstellen und deren Klientel. Sie alle laufen Gefahr, zeitlich und gedanklich keine klare Trennung von Beruf und Privatleben vollziehen zu können. Die selbst verordnete Dauerüberforderung und die Verleugnung eigener Bedürfnisse bleiben nicht folgenlos. Unmerklich beginnt sich das Blatt zu wenden: Seele und Körper reagieren

mit Selbstschutz. Das beginnt bei Müdigkeit und Konzentrationsstörungen bis hin zur Geistesabwesenheit. Die bisher so ausgeprägte Empathie schlägt in Zynismus und den Wunsch nach Distanzierung von anderen Menschen um – beruflich und privat. Zugleich nimmt die Gefahr der Abhängigkeit von Alkohol, Medikamenten, illegalen Drogen, Glückspiel etc. stark zu, ebenso die von depressiven Erkrankungen und im Extremfall der Suizidalität. Erste Anlaufstellen für Betroffene können der Vertrauensarzt oder Betriebsrat sein, die mit Hinweisen auf Beratungsstellen und psychotherapeutische Angebote weiterhelfen.

Tiefe Enttäuschung führt zur Inneren Kündigung Viele Assistenzärzte wechseln noch während der Weiterbildungszeit Redaktion (MEDI-LEARN)

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ang ist es her, dass Arbeitsverhältnisse mit derselben dauerhaften Perspektive eingegangen wurden wie Ehen – idealerweise bis zur Rente oder bis dass der Tod sie scheidet. Heutzutage bindet man sich mit seiner Unterschrift unter dem Arbeitsvertrag nicht mehr auf ewig, und in mehr als der Hälfte aller Fälle auch vor dem Standesbeamten nicht. Kündigungen durch Mediziner noch während ihrer Zeit als Assistenzarzt sind zu einem häufigen Phänomen geworden. Während umgekehrt für einen Rauswurf im Regelfall massive und objektive Gründe wie mehrfache schuldhafte Abwesenheit oder Nicht-Erledigung wichtiger Aufgaben trotz Aufforderung vorliegen müssen, reicht für den Angestellten das Einhalten der Kündigungsfrist.

KÜNDIGUNGEN SIND ZU EINEM PHÄNOMEN GEWORDEN

HÄUFIGEN

Diese ist während der normalerweise sechsmonatigen Probezeit mit nur zwei Wochen für beide Seiten noch recht kurz und verlängert sich laut Gesetz danach zunächst auf einen, im Laufe langer Zeit schließlich auf zwei, drei und mehr Monate. In der Realität aber wünschen sich nach dem ersten halben Jahr insbesondere die Arbeitgeber mehr Planungssicherheit und legen lieber gleich eine dreimonatige Kündigungsfrist im Vertrag fest. Soll bis zu einem geplanten Jobwechsel dann aber doch kein ganzes Vierteljahr vergehen, lässt sich diese Frist später durchaus wieder abkürzen. Allerdings wäre dafür ein einvernehmlich geschlossener Aufhebungsvertrag erforderlich, damit der Vorgang in deinem Lebenslauf keine dauerhaften Kratzer hinterlässt. Vermutlich wird der bisherige Arbeitgeber aber wenigstens zu einem Kompromiss bereit sein: Wenn jemand zum Gehen fest entschlossen ist, macht Querstellen bis zum Schluss kaum Sinn.

GRÜNDE SIND STÄRKER PSYCHO-

LOGISCHER ALS JURISTISCHER ART

Tatsächlich spielen Kündigungen sich ja hauptsächlich im Kopf ab – die Gründe sind meist viel stärker psychologischer als juristischer Art: Arbeitsbedingungen werden als belastend empfunden, die Weiterbildung verläuft schleppend, man tritt

vielleicht seit langem auf der Stelle, man hat zum neuen Chef „keinen Draht“ oder kommt mit bestimmten Kollegen nicht zurecht. Vor dem Brief ans Personalbüro wurde in solchen Fällen vermutlich längst die innere Kündigung geschrieben. Typische Folgen sind „Dienst nach Vorschrift“, nachlassendes Engagement für die eigene berufliche Entwicklung und eine generelle Distanzierung, die oft in Zynismus ihren Ausdruck findet, weil es „ja doch alles keinen Zweck hat“. Die tiefe Enttäuschung des Angestellten kann zu psychosomatischen Erkrankungen führen und spätestens dann für seinen Arbeitgeber erheblichen wirtschaftlichen Schaden zur Folge haben. Die Kündigung des Vertrages sollte dennoch das letzte Mittel bleiben. Möglicherweise lässt sich gemeinsam mit dem Betriebsrat eine andere Lösung finden, beispielsweise ein Wechsel innerhalb der Klinik.

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In den Foren gelauscht

Insider-Info „Mich würde mal interessieren, wo ihr studiert und ob ihr eure Uni zukünftigen Studenten weiterempfehlen würdet?!“ beginnt Userin SteffiChap einen neuen Thread und regt so ein internes „Uni-Ranking“ im MEDI-LEARN Forum an. Hier erzählen Medizinstudenten verschiedenster Universitäten nicht nur, wie ihr Studium aufgebaut ist und was ihnen daran gefällt oder nicht gefällt, sie schwärmen auch von Kultur- und Freizeitangeboten ihrer Universitätsstadt und geben praktische Tipps z. B. zum Thema Wohnungssuche: www.medi-learn.de/MF56690

Der erste Dienst Eben noch Medizinstudent, jetzt schon Assistenzarzt: Mit der Approbation beginnt der Ernst des Lebens. Und eh man es sich versieht, ist er da – der erste Dienst. Im MEDI-LEARN Forum tauschen sich junge Mediziner über schlaflose Nächte im Kreißsaal, den Umgang mit der eigenen Nervosität und die beruhigende Anwesenheit erfahrener Pflegekräfte aus: www.medi-learn.de/MF27932

Antrag auf Approbation Wer direkt nach dem Examen eine Stelle antreten will, der sollte seine Approbationsurkunde frühzeitig, also bereits vor der mündlichen Prüfung, beantragen. Leider ist der Antrag relativ aufwändig. Mit anderen Absolventen kannst du dich hier über Termine, erforderliche Dokumente, Adressen und alles andere Wissenswerte rund um das Thema Approbation austauschen: www.medi-learn.de/MF54510

Das gibt es gratis

Was Pfizer ist, wurde das Unternehmen durch seine Mitarbeiter: Menschen, die innovativ denken, engagiert handeln, Erfolg neu definieren. Die Pfizer Marktposition, sein Portfolio und die gefüllte Pipeline zeigen, wohin das führt. Gerne gehen wir mit Ihnen diesen Erfolgsweg weiter. Werden Sie

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Wir freuen uns darauf, Sie kennen zu lernen. Richten Sie bitte Ihre Bewerbung mit dem Betreff ML 2010 an: Steinbach & Partner Executive Consultants Kompetenzteam Life Science Nymphenburger Str. 12 80335 München Oder an folgende E-Mail-Adresse: lifescience@steinbach-partner.de Für Rückfragen steht Ihnen Frau Daniela Kreuzer unter Telefon +49 (0) 89 - 211 596 17 jederzeit zur Verfügung. 160 Jahre Vorsprung: Pfizer. Seit 1849 steht Pfizer für Unternehmergeist, Innovation und Verlässlichkeit. Eine gesündere Welt ist unser Ziel. Forschung, Entwicklung und Herstellung von Arzneimitteln höchster Qualität sind unser Weg. Starten Sie mit uns in eine gemeinsame Zukunft und machen Sie Pfizer - den weltweit führenden forschenden Arzneimittelhersteller - zum Baustein Ihres Lebens.

Das Problem kennen viele Studenten: Der Monat ist noch nicht einmal halb rum und im Portemonnaie herrscht bereits gähnende Leere. Dabei kann das Medizinstudium wirklich teuer werden: Neben Kittel und Stethoskop müssen zahlreiche Bücher und sonstige Lernmaterialien angeschafft werden. Und als zukünftiger Arzt brauchst du einiges für deine Kitteltasche. Was viele nicht wissen: Oft bieten z. B. Pharmafirmen Gratisprodukte für Medizinstudenten an – von Pupillenleuchten über EKG-Lineale und Stauschläuche bis hin zu Büchern und Manuals kannst du dich so für Famulaturen und praktisches Jahr ausstatten, ohne deinen Geldbeutel zusätzlich zu belasten. Tipps und Adressen rund um diesen Service findest du hier: www.medi-learn.de/MF23771

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Durchhaltevermögen gefragt Die Doktorarbeit: Erfahrungsbericht 1 von Maike Dierks

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ch bin zurzeit im 7. Semester an der Uni Bonn. Auf eine Fachrichtung habe ich mich noch nicht festgelegt, daher habe ich auch eine Doktorarbeit gewählt, die sich mit Grundlagen beschäftigt. Das Thema war von Anfang an klar definiert und für eine Doktorarbeit werde ich auf jeden Fall genügend Ergebnisse bekommen. Es geht um die Erforschung einer erst vor wenigen Jahren entdeckten ZellLinie und ihrer Rolle im Immunsystem Neugeborener. Gearbeitet wird mit Nabelschnurblut, aus dem diese Zellen isoliert und mit verschiedenen Allergenen stimuliert werden. Mit meiner Betreuerin habe ich mich auf Anhieb

gut verstanden. Es ist eine junge Ärztin, die viel Erfahrung in der Forschung hat und fast täglich zu erreichen ist, falls ich Rückmeldungen oder Hilfestellung brauche. Schön ist, dass eigene Ideen gefördert werden. Auch das Labor an sich gefällt mir sehr gut: saubere und moderne Arbeitsräume, junge und internationale Mitarbeiter und eine kollegiale Atmosphäre! Ich denke, die Betreuung und das Arbeitsumfeld sind fast wichtiger als das Thema der Arbeit. Wobei mich Letzteres natürlich auch interessiert hat. Ich habe ein Forschungsfreisemester genommen, um die Experimente zügig

durchführen zu können. Im Moment stehe ich sechs bis acht Stunden täglich im Labor. Geschrieben wird ein bisschen nebenher, zum Beispiel die Einleitung und der Methodenteil, damit sich die Arbeit gegen Ende nicht ins Unermessliche türmt. Im nächsten Semester werde ich mich dann noch mal jeden Wochentag vier bis fünf Stunden dransetzen. Ich denke, das sollte reichen. Dann hätte ich zumindest die Erstfassung – kleine Änderungen kann man ja immer noch vornehmen. Eine Veröffentlichung ist geplant, was mich ungeheuer motiviert. Trotzdem: Eine Doktorarbeit ohne Schwierigkeiten wird es wohl

Auf der Suche nach der richtigen Doktorarbeit Die Doktorarbeit: Erfahrungsbericht 2 von Linda Vilz

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ch gehörte nicht zu denen, die sich gleich nach dem Physikum nach einer Doktorarbeit umschauen. Allerdings spürte ich irgendwann eine wachsende innere Unruhe, die die Erfahrungsberichte meiner Kommilitonen über ihre „Diss“ erzeugten: Schließlich kann ja immer mal was schief gehen, und wenn man früh anfängt, bleibt möglicherweise etwas zeitlicher Spielraum. So begann auch ich gegen Ende meines 2. klinischen Semesters mit der Suche. Wie sollte ich an ein Thema kommen und welcher Typ von Arbeit sollte es überhaupt werden? Etwas Experimentelles? Die meisten Doktorväter erwarten in diesem Fall ein bis zwei Urlaubssemester, was für intensives naturwissenschaftliches Arbeiten sicherlich sinnvoll ist. Einige boten mir dagegen Arbeiten an, die kein Aussetzen erfordert hätten. Schließlich muss man ja nicht jede Vorlesung besuchen und den Nebenjob kann man damit vielleicht auch vereinbaren. Aber ich wusste, dass meine Frustrationstoleranz für solche Anforderungen wohl nicht reichen würde. Eine klinische Studie? Schon eher. Bei den prospektiven Studien läuft man aber

häufig Gefahr, irgendwann nicht mehr genügend Patienten zu haben, beispielsweise wenn es um das Erproben neuer Medikamente geht. Manche Patienten ziehen um oder wohnen zu weit entfernt, andere sind nicht mehr auffindbar oder sterben. Oft sind die neuen Medikamente den Kliniken zu teuer und noch viele weitere Hürden sind zu nehmen. Dafür hat man in der Regel aber Patientenkontakt, was meist ein abwechslungsreiches Arbeiten bedeutet. Also lieber eine rückblickende Studie? Das hieße dann Akten, Akten und nochmals Akten. Und natürlich Statistik, denn man will ja schließlich etwas auswerten. Doch oft fehlen Dokumente, Handschriften sind nicht entzifferbar und man benötigt ordentlich Sitzfleisch und einen langen Atem. Vorteile derartiger Studien sind ihre Überschaubarkeit und die Möglichkeit einer relativ individuellen Zeiteinteilung, denn die Akten laufen ja nicht weg. Überschaubar sollte das Projekt schon gerne sein, doch Patienten sehen wollte ich auch. Meine Wahl fiel deshalb schließlich auf eine retrospektive Datenerhebung mit klinischer Nachunter-

suchung und Referenzpathologie (ergänzende konsiliarische Untersuchung). Bis auf das Durchführen von Experimenten bietet sie von allem etwas. Das Thema ist speziell, aber interessant. Mein Doktorvater ist für jegliche Fragen offen, kompetent und sehr nett. Das schafft ein gutes Klima, auch wenn es gerade mal nicht so gut läuft. Doch auch bei bester Planung: Es gehört immer ein bisschen Glück zu einer erfolgreichen Doktorarbeit. Ob alles so klappt wie geplant, hängt nun mal von vielen Faktoren ab. Größere oder kleinere Schwierigkeiten wird es immer geben, da braucht man sich keine Illusionen zu machen. Aber wenn man sich erst einmal entschieden hat, sollte man die Arbeit nach Möglichkeit auch durchziehen und bei auftretenden Problemen nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.

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nicht geben. Methoden, die zunächst funktionierten, klappen plötzlich überhaupt nicht mehr, und keiner kennt den Grund. Man tappt dann erstmal völlig im Dunkeln, bis man die Experimente wieder zum Laufen bringen kann. Schon ausgefüllte Fra-

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gebögen sind plötzlich unauffindbar oder dein Doktorvater wechselt unerwartet in ein Krankenhaus am anderen Ende der Republik. In solchen Fällen muss man viel Durchhaltevermögen haben. Also gebt nicht so schnell auf, wenn mal etwas nicht klappt.


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Der Doktorvater behielt recht Die Doktorarbeit: Erfahrungsbericht 3 von Daniela Stöcklein

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it meiner Doktorarbeit habe ich relativ spät angefangen. Die meisten meiner Kommilitonen hatten zu Beginn des 8. Semesters schon längst ein Thema gefunden und manche gar schon die erste Arbeit wieder abgebrochen. Wenn man so wie ich eine rein statistische Doktorarbeit anfertigen möchte, dann reicht es allemal aus, damit im 8. Semester zu beginnen. Aber: Versuch deine Dissertation unbedingt vor Beginn des Praktischen Jahres abzuschließen! Ich habe zusammen mit meiner Freundin die Doktorarbeit geschrieben. Dadurch konnten wir das gleiche Patientenkollektiv

untersuchen und sämtliche Daten gemeinsam erheben. So kann selbst Statistik, das Erstellen von Grafiken oder das stupide Ausfüllen von Excel-Tabellen Spaß machen. Außerdem gibt es dann immer jemanden, der einen zum Weitermachen motiviert, wenn man mal der Verzweiflung nahe sein sollte. Unser Thema war eine bundesweite Studie zur Fibrosierungshemmung der Leber an Patienten mit chronischer Hepatitis C. Unser Doktorvater hat uns zum Teil persönlich betreut und war bei Unklarheiten immer für uns da, was nicht gerade selbstverständlich ist. Hört euch um, was andere über ihre Betreuung berichten, aber verlasst euch letztlich lieber auf euer Gefühl, macht euch ein eigenes Bild von eurem Doktorvater und lernt ihn persönlich kennen. Wir verstanden uns sehr gut mit dem Betreuer unserer Arbeit und

ich glaube auch, dass wir sie zu seiner Zufriedenheit erledigt haben. In der Zeit der Datenerhebung mussten wir immer wieder neue Grafiken und Powerpoint-Folien für Kongresse und Vorträge erstellen und aktualisieren, haben außerdem im Archiv – soweit das möglich war – fehlende Daten von Patienten vervollständigt und ausgewertet. Um die dafür erforderlichen Formeln zu bekommen, fragten wir in einigen Fällen per E-Mail direkt bei den Autoren nach und baten um Hilfe. In allen diesen Fällen erhielten wir positives Feedback und konnten auf diese Weise sogar Kontakte mit Ärzten in Australien knüpfen. Die meiste Zeit hat die Auswertung der Histologien in Anspruch genommen, nach deren Abschluss erst die eigentlichen Berechnungen und Statistiken erfolgen konnten. Etwa ei-

nen Monat benötigten wir außerdem für die Literaturrecherche. Manche Artikel sind nur von Rechnern im Uni-Netzwerk zugänglich. In solchen Fällen ist es ratsam, sich alle infrage kommenden Quellen als PDF aus der elektronischen Zeitschriftendatenbank der Universitätsbibliothek auf einen eigenen Datenträger zu speichern, zunächst am PC zu lesen und nur bei Bedarf auszudrucken. Zwei Monate vor Beginn des PJ haben wir von unserem Doktorvater erfahren, dass er eine erste Version unserer Arbeit binnen vier Wochen auf seinem Schreibtisch haben möchte. Obwohl ich bis dahin noch keinen einzigen der Zeitschriftenartikel durchgelesen hatte und mich in die Literatur also erst einarbeiten musste, habe ich es in der gesetzten Frist geschafft, da ich zu dem Zeitpunkt bereits schein-

frei war und mich wirklich jeden Tag von früh bis spät dem Schreiben widmen konnte. Es waren vier Wochen voller sehr intensiver Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Nach einer kleinen Korrektur bekam ich meine Arbeit wieder zurück und konnte sie ein Jahr später nach bestandenem Staatsexamen beim Promotionsbüro einreichen. In unserem Freundeskreis hatten wir als Letzte mit der Doktorarbeit begonnen und waren dann doch als Erste fertig. Unser Doktorvater hat recht behalten: Wir sind ihm sehr dankbar, dass er die Dissertation noch vor unserem PJBeginn fertig vorliegen haben wollte. MEDI-LEARN PODCAST Diesen Artikel gibt es online auch als Audio-Datei zum Download unter: www.medi-learn.de/podcast

Die mündliche Prüfung Infos zum Rigorosum von Christel Weiß und Axel W. Bauer

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icht jeder Doktorand hat eine mündliche Prüfung (auch Rigorosum oder Disputation genannt) zu absolvieren. Manche Unis verlangen diese Prüfung nur, wenn zwischen dem Staatsexamen und der Eröffnung des Promotionsverfahrens mehr als zwei (oder in manchen Fällen drei) Jahre liegen. Andere Unis führen grundsätzlich eine mündliche Prüfung durch. Die Anforderungen sind unterschiedlich. Manche Fakultäten erwarten nur eine Vorstellung der Arbeit und eine kurze Diskussion; üblich ist jedoch, dass in drei Fächern geprüft wird. Auch hier gilt: Erkundigen Sie sich frühzeitig nach den örtlichen Gepflogenheiten, denn Sie müssen sich vorbereiten! Eine Wiederholungsprüfung ist nur einmal möglich. Bei nochmaligem

Nichtbestehen wird das Verfahren beendet – ohne Titelvergabe! Wenn in drei Fächern geprüft wird, ist das Fach, in dem Sie Ihre Dissertation geschrieben haben, das Hauptfach. Darin werden Sie etwas länger und intensiver als in den beiden anderen Fächern geprüft. Der Hauptfach-Prüfer ist üblicherweise Ihr Doktorvater (auch wenn er der Fakultät nicht oder nicht mehr angehören sollte). Die beiden zusätzlichen Prüfungsfächer, die Prüfer und den Prüfungstermin legt offiziell der Dekan fest. Es ist jedoch üblich (und meist sogar erwünscht), dass Sie selbst diese Fächer und die Prüfer vorschlagen. Wenn nichts dagegen spricht, wird sich der Dekan nach Ihren Wünschen richten. Setzen Sie sich möglichst früh mit Ihren Prüfern in Verbindung! Es geht in der Doktorprüfung anders als beim Staatsexamen (bei dem ein Fach in seiner ganzen Breite geprüft wird) darum, die wissenschaftliche Befähigung des Doktoranden herauszufinden. Es ist deshalb

gängige Praxis, dass man sich auf ein kleines Teilgebiet eines Fachs einigt. Beispielsweise erwartet kein Physiologe, dass Sie über das gesamte Gebiet der Physiologie Bescheid wissen, sondern wird mit Ihnen einige Prüfungsthemen absprechen (zum Beispiel Herz- und Kreislaufphysiologie). Noch ein Tipp: Wenn einer Ihrer Prüfer Autor oder Herausgeber eines Lehr- oder Handbuches ist, sollten Sie dessen relevante Kapitel unbedingt durcharbeiten. Auch Papers, in denen er mitgewirkt hat, sollten Sie überfliegen. Es kann nicht schaden, während der Prüfung durch Hinweise auf diese Literaturstellen kund zu tun, dass man es für wert erachtete, sie zu lesen. Ungeheuer peinlich wäre es andererseits, wenn Sie darauf angesprochenwerden würden („Haben Sie mein Buch etwa nicht gelesen?“) und gestehen müssten, dass Sie dieses gar nicht kennen. Zur Zeit der mündlichen Prüfung steht die Note Ihrer Dissertation bereits fest, und der Prüfungsausschuss

wird sich daran orientieren. Eine gute Benotung Ihrer Arbeit stellt jedoch keine Gewähr dar, dass die Prüfung ebenso gut verläuft. Nehmen Sie diesen letzten Teil Ihrer Promotion nicht auf die leichte Schulter! Schon manchem Doktoranden ist es passiert, dass er die Prüfung vermasselt hat, weil er annahm, mit der Dissertation sei bereits alles gelaufen. Gerade dann, wenn Ihre Arbeit sehr gut bewertet worden ist, sollten Sie sich in der mündlichen Prüfung dieser Auszeichnung als würdig erweisen! Weitere Informationen Dieser Auszug stammt aus dem Buch "Promotion" (Weiß, Bauer), das im Thieme-Verlag erschienen ist (ISBN: 9783131272133). Das Buch bietet auf über 200 Seiten zu allen Aspekten der Doktorarbeit ausführliche, praxisnahe und profunde Informationen. Ausführliche Musterseiten und zusätzliche Angaben stehen kostenlos zum Download bereit unter: . www.medi-learn.de/promotion_weiss


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Auslandsfamulatur

Ein Schutzpaket muss dabei sein von Karl-Heinz Silbernagel (Deutsche Ärzteversicherung) Die Koffer packen, im Ausland Erfahrung sammeln, Land und Leute kennenlernen – ein Medizinstudent, der im Ausland famulieren will, erfährt im Internet detailliert, was er zu tun und zu lassen hat, wie der Aufenthalt zu organisieren ist und was ihn erwartet. Bemerkenswert ist, dass über einen speziellen Versicherungsschutz für die Zeit der Famulatur so gut wie nichts zu erfahren ist. Eine möglicherweise gefährliche Informationslücke, denn gerade für einen längeren Aufenthalt im Ausland ist der richtige Versicherungsschutz unumgänglich.

Unvergesslich! Interview zum Präp-Kurs Redaktion MEDI-LEARN

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Kannst du dich noch an den Augenblick und die Szene erinnern, als du den Präp-Saal zum ersten Mal betreten hast? Wie sah das aus und was ging dabei in dir vor? Als ich zum ersten mal in den Präpsaal kam, waren die Leichen noch zugedeckt – das hat mich ungemein beruhigt im ersten Moment. Ich war aus irgend einem Grund auch überrascht, wie hell es ist. Auch der Geruch war auch nicht so schlimm, wie ich ihn mir ausgemalt hatte. Es war kalt. Nervös blieb ich jedoch nach wie vor, bis wir die Leiche zum ersten mal aufdeckten und die ersten Schnitte durchführten. Da war die Nervosität ganz schnell wie verflogen.

Mit diesem Schutzpaket ist jeder Student auf der sicheren Seite und hat ausreichend Versicherungsschutz, sollte etwas schief laufen.

Zweitens: Mit der Unfallversicherung besteht eine Absicherung bei Unfällen weltweit und rund um die Uhr. Als Famulant und Privatperson in der Freizeit besteht jederzeit Schutz. Und drittens übernimmt die Auslandsreisekrankenversicherung als Notfallversicherung die Kosten für eine Behandlung beim Arzt oder im Krankenhaus und den Rücktransport nach Deutschland. Dieser Beitrag konnte nur einen Ausschnitt der wichtigsten Belange erläutern. Sicherlich stellt sich die Frage, was das Famulatur-Schutzpaket der Deutschen Ärzteversicherung im Detail noch zu bieten hat: Einfach ein persönliches Angebot per E-Mail unverbindlich anfordern unter info@aerzteversicherung.de bzw. per 0221 148 22700.

Sicherheit weltweit Mit dem neuen Haftpflichtschutz ins Pflegepraktikum, in die Famulatur oder ins Praktische Jahr. www.aerzte-finanz.de

2. Hast du auch im Vorfeld vor dem ersten Termin des Präp-Kurses schon vermehrt an das „erste Mal Präppen“ gedacht? Habt ihr in der Vorlesung dieses Thema ausführlicher behandelt? Da bei uns der Präpkurs fast zeitgleich mit dem Studium anfing, hatten wir zwar schon eine kleine Einführung, aber viel Zeit sich großartig damit auseinanderzusetzen hatte ich nicht. Allerdings war ich schon am Tag vor meinem ersten Präpkurs so nervös, dass ich nicht schlafen konnte. Im Rahmen der Einführungswoche wurde uns der Film „Anatomie“ gezeigt. Das hat meinem Schlaf dann auch nicht sonderlich geholfen. 3. Mit welchen Erwartungen bist du in den Präpkurs gegangen? Wurden Sie erfüllt oder eher enttäuscht? Ich stellte mir den Präpkurs als sehr interessant, aber auch als große Überwindung vor. Beides hat sich zu einem gewissen Grad als wahr erwiesen. Trotzdem war ich erstaunt, wie schnell mich das Präparieren keine Überwindung mehr kostete und auch, dass der Ekel fast komplett verschwand. Allerdings wurde ich ein bisschen enttäuscht, was das Aussehen der Leiche betraf. Ich hatte mir vorgestellt, alles leicht erkennen zu können, dass es mehr Farbe hat und mehr an ein Lehrbuchbild erinnert. Das war aber natürlich eine unrealistische Vorstellung und durch die Fixierung auch gar nicht zu erreichen.

Dabei sind es gar nicht so viele Versicherungen, die als „must have“ zu nennen sind. Auf Grund ihrer langjährigen Erfahrung und der versicherungstechnischen Begleitung vieler Studenten, die Auslandsfamulaturen absolvierten, hat die Deutsche Ärzteversicherung ein Schutzpaket geschnürt, das drei Versicherungen bündelt: die Berufs- und Privathaftpflicht-Versicherung, die Unfallversicherung und die Auslandsreisekrankenversicherung.

Die Berufs- und Privathaftpflichtversicherung sichert sämtliche beruflichen und privaten Haftpflichtrisiken ab. Die Deutsche Ärzteversicherung prüft Ansprüche, die erhoben werden und wehrt unberechtigte Forderungen ab. Falls eine Forderung zu Recht besteht, reguliert sie die entstandenen Personen-, Sach- und Vermögensschäden.

Muskeln mit Ursprung, Ansatz und Innervation. Ich glaube es hat mich auch weniger interessiert als die anderen Themengebiete.

4. Was war in deinen Augen das absolute Highlight des Präp-Kurses, an das du dich noch heute erinnerst? Ich fand den Themenbereich Situs sehr sehr spannend. Als wir endlich die Organe mal sehen und anfassen konnten – das hat mir sehr Spaß gemacht!

Torso B09 (© 2010 3B Scientific GmbH)

5. Welches Themengebiet fandest du am schwierigsten zu lernen? Extremitäten fand ich nicht so einfach mit den ganzen

6. Was hat dir beim Präppen am meisten Spaß gemacht? Am meisten Spaß hat es mir gemacht, wenn man sichtbare Erfolge erziehlt hat. Also beispielsweise, wenn man Haut von einer Körperregion entfernt hat und am ende des Tages wirklich festgestellt hat, dass man einiges geschafft hat. 7. Und im Gegenzug: Was fandest du beim Präp-Kurs am unangenehmsten? Fett entfernen fand ich nervig. Das dauert ewig und scheint – je nach Körperbau der Leiche – nie enden zu wollen. 8. Wie häufig und wie lang fand der Präpkurs statt? Der Präpkurs fand zwei mal die Woche für jeweils 3 Stunden statt. 9. Konnten am Präp-Nachmittag alle gleichzeitig und im Team präparieren oder ging das abwechselnd? Da wir elf Leute an einem Tisch waren, mussten wir meist abwechselnd präparieren. Außer bei den Extremitäten wo wir gelegentlich mal alle an den Tisch konnten. Organe haben wir teilweise in kleinen Gruppen präpariert, d.h. eine Gruppe präparierte das Herz, eine die Lungen usw. 10. In welcher Form und Häufigkeit mussten Testate und Prüfungen absolviert werden? Testate wurden mündlich gehalten. Es gab insgesamt fünf. Allerdings waren zwei davon in Parcours-Form, d.h. wir mussten schriftlich kurze Fragen an verschiedenen Stationen beantworten. 11. Der Umgang mit Leichen ist sicher für einen Anfänger nicht leicht. Hattest du hier auch im weiteren Verlauf noch Probleme oder hast du dich einfach dran gewöhnt? Ich hab mich sehr schnell dran gewöhnt und es machte mir später eigentlich gar nichts mehr aus. Lediglich die Augen fand ich immer etwas gewöhnungsbedürftig.

Charité gibt Startschuss für Modellstudiengang Praxisnähe und Wissenschaftlichkeit stehen im Mittelpunkt von Claudia Peter (idw)

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um Wintersemester 2010/11 beginnt an der Charité – Universitätsmedizin Berlin der neue Modellstudiengang Medizin. Er wird den Berliner Studierenden der Humanmedizin eine Symbiose zwischen Praxisnähe und Wissenschaftlichkeit bieten. Die Aufteilung des Lehrstoffs in herkömmliche medizinische Fachgebiete wird aufgelöst zugunsten eines patientenorientierten integrativen Konzepts. In vierwöchigen fächerübergreifenden Abschnitten, Module genannt, lernen die Studierenden von Beginn an im Kontakt mit Patienten Krankheiten kennen, geordnet nach Organsystemen, übergeordneten Entstehungsmechanismen und Lebensabschnitten, in denen sie auftreten. Die Medizinstudierenden sollen aber nicht nur vom frühen Patientenkontakt profitieren, sondern auch schon zu Beginn ihrer Ausbildung an die Forschung herangeführt werden. Der Einstieg in die Forschung erfolgt bereits ab dem zwei-

ten Semester durch Wissenschaftsmodule und Forschungspraktika. „Eine frühe Weichenstellung für die spätere Wissenschaftskarriere ist uns sehr wichtig“, erklärt die Dekanin der Charité, Prof. Annette Grüters-Kieslich. Wer den Modellstudiengang Medizin an der Charité absolviert, lernt die Techniken der ärztlichen Gesprächsführung von der Pike auf kennen. Soziale und kommunikative Kompetenzen sind vom ersten bis zum letzten Semester Teil des Lehrplans. So sollen die Studierenden befähigt werden, professionelle Fertigkeiten und Haltungen für das ärztliche Berufsleben zu entwickeln. Prof. Manfred Gross, Prodekan für Studium und Lehre, sieht in der innovativen Struktur des Curriculums „eine wegweisende Neuausrichtung des Medizinstudiums in Deutschland“. „Wir vermitteln von Anfang an klinische Inhalte, während die Grundlagenfächer wie Anatomie und Physiologie die Studierenden bis zum letzten Examen beglei-

ten.“ Damit gehören die viersemestrige „Paukphase“ und das sogenannte Physikum der Vergangenheit an, die Studierende bislang durchlaufen müssen, ehe sie zum ersten Mal einen Patienten sehen. An der Entwicklung des Modellstudiengangs war die gesamte Fakultät der Charité beteiligt. Die Studierenden agierten als aktive Mitgestalter der Reform. „Die Fakultät hat unsere Vorschläge während des ganzen Prozesses aufgenommen und integriert“, erklärt Oliver Wendt, Medizinstudent der Charité. Das Konzept fußt auf den Erfahrungen des „Reformstudiengangs Medizin“, den die Charité 1999 als erste Medizinische Fakultät in Deutschland ins Leben rief. Der damalige Dekan Prof. Dieter Scheffner, geistiger Vater der Studienreform an der Charité, griff die weit verbreitete Kritik an der Stofffülle und Theorielastigkeit des Studiums auf. Er legte im Reformstudiengang Wert auf praktische Fertigkeiten und die Kunst der

12. Wurde über die Herkunft der Personen und den nötigen Ablauf, sich der Lehre und Wissenschaft z.B. für den Anatomie-Kurs zur Verfügung zu stellen, gesprochen? Ja, uns wurde ausführlich erklärt, welchen Ablauf die Körperspender vor dem Tod durchgehen mussten. Außerdem wurde uns auch gezeigt, wo und wie die Körper fixiert werden. 13. Gab es nach dem Ende des PräpKurses eine Art Trauerfeier, an der auch die Präp-Kurs-Studenten teilnehmen konnten? Falls ja: Was ging dabei in dir vor, woran hast du gedacht und welche Bilder stiegen in deinem Innern auf? Es gibt eine Trauerfeier, die auch von uns mitgestaltet wird. Diese hat allerdings noch nicht stattgefunden. Ich werde aber auf jeden Fall daran teilnehmen, da ich finde, dass die Körperspender einen sehr großen Beitrag geleistet haben und ich gerne den Angehörigen durch meine Anwesenheit zeigen möchte, dass ich das zu schätzen weiß. 14. Würdest du gerne den Präp-Kurs noch einmal absolvieren (weil es so großen Spaß machte und interessant war) oder bist du der Ansicht "Einmal genügt"? So interessant es auch war, ich würde den Präpkurs nicht noch einmal machen wollen. 15. Welche Tipps würdest du Studenten geben, die den Präp-Kurs noch vor sich haben? Ich finde, der Präpkurs wird immer als viel schlimmer dargestellt, als er eigentlich ist. Man ist also vorher viel zu aufgeregt – es ist gar nicht so nötig. Ich würde den Präpkurs einfach auf mich zukommen lassen, ohne mir große Sorgen zu machen. Der Mensch kann sich erstaunlich schnell an neue Dinge gewöhnen!

Das 3B Scientific Anatomie-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Anatomie, den wir euch in Kooperation mit 3B Scientific und in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/anatomie

ärztlichen Gesprächsführung. Aufgrund des Modellcharakters wurden jedoch nur 63 Studierende pro Jahr eingeschrieben. Diese Regelung gehört nun der Vergangenheit an. Ab dem Wintersemester studieren alle Erstsemester im Modellstudiengang. Damit werden der traditionelle Regelstudiengang und der Reformstudiengang schrittweise auslaufen. „Wir übernehmen aber die positiven Elemente beider Ausbildungswege“, betont Prof. Gross. Zu diesen Errungenschaften zählen der im Regelstudiengang praktizierte Unterricht am Krankenbett in kleinen Gruppen oder die Kurse „Kommunikation, Interaktion & Teamarbeit“ aus dem Reformstudiengang. Die Charité wird den neuen Studiengang von Beginn an auch wissenschaftlich begleiten. Das dafür von der Stiftung Mercator und der VolkswagenStiftung ausgezeichnete Fachzentrum für medizinische Hochschullehre und evidenzbasierte Ausbildungsforschung trägt den Namen des im vergangenen Jahr verstorbenen Reformpioniers Dieter Scheffner. Die Dekanin Prof. Grüters-Kieslich ist überzeugt, dass alle Medizinischen Fakultäten in Deutschland von der Arbeit dieses Zentrums profitieren können. „Die Wissenschaftler dort evaluieren die praxisnahen Lehrkonzepte, die unserer Ansicht nach das Medizinstudium in den nächsten Jahrzehnten prägen werden.“


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Der Placebo-Effekt der Akupunktur

Kurz notiert

Klinische Studie belegt Wirksamkeit von Akupunktur bei Herzschwäche

Politikverdrossen?

von Dr. Annette Tuffs (idw)

Studienanfänger an der Charité Berlin haben ein unterschiedliches Interesse an gesundheitspolitischen Fragen. 15 Prozent von ihnen beschäftigen sich nicht damit. Einerseits, weil sie grundsätzlich kein Interesse an Politik haben; andererseits, weil sie glauben, keinen Einfluss auf gesundheitspolitische Fragen zu haben. 46 Prozent der Befragten geben ein Interesse an, da die Gesundheitspolitik für sie als zukünftige Ärzte eine besondere Relevanz hat. Andere interessieren sich nur, wenn sie selbst betroffen sind. www.medi-learn.de/info15245

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kupunktur kann die Belastbarkeit von Patienten, die an einer chronischen Herzschwäche leiden, deutlich verbessern. Das stellte die Arbeitsgruppe von Dr. Johannes Backs, Arzt und Studienleiter an der Klinik für Innere Medizin III (Kardiologie, Angiologie, Pneumologie – Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Hugo Katus) des Universitätsklinikums Heidelberg im Rahmen einer klinischen

punkte genadelt wurden, die sowohl laut Traditionell Chinesischer Medizin allgemein Kraft geben, die gleichzeitig aber auch dafür bekannt sind, den Sympathikus, Parasympathikus und Entzündungsmarker zu beeinflussen. Die Kontrollgruppe wurde mit speziellen Placebonadeln behandelt, die einen Nadelstich zwar simulieren, die Haut aber nicht durchdringen. Die Akupunktur-Pa-

Herzens ist. Vielmehr scheint die leichte Ermüdbarkeit primär von den Muskeln auszugehen. Entzündungs-Botenstoffe sind bei der chronischen Herzinsuffizienz im Blut erhöht und machen die Muskeln müde. Sie aktivieren sogenannte Ergorezeptoren im Muskel, die dem Körper signalisieren, dass der Muskel die Belastung nicht weiter aufrecht erhalten kann. „Tatsächlich verringerte sich der

Schwächen, da Placebo-Kontrollen fehlen und die Studienteilnehmer nicht „verblindet“ sind. Das heißt, die Patienten wissen, welche Therapie sie erhalten und knüpfen eventuell entsprechende Erwartungen daran“, so Backs. „In unseren Untersuchungen haben aber alle Patienten geglaubt, eine „echte“ Akupunktur erhalten zu haben.“ Eine spannende Frage für die Zukunft wird sein, ob sich durch die

Ersatz für Tierversuche Die Biologin Prof. Bettina Weiß bezeichnet viele Tierversuche als völlig überflüssig. Vor allem in der Kosmetikindustrie könne auf Alternativen zurückgegriffen werden. Mit ihrer Arbeitsgruppe entwickelt Weiß eine Ersatzmethode für gängige Tierversuche. Freilich werde man nicht ganz darauf verzichten können, räumt die Wissenschaftlerin ein. Aber die neuen Möglichkeitenen, die zurzeit in Esslingen erforscht werden, könnten zumindest bei einigen Substanzen eine Alternative darstellen. www.medi-learn.de/info15219

Reichlich Blut und Nervenkitzel Placebo-Effekt: auch nicht-akupunktierte Patienten fühlten sich besser

Studie fest. Die Nadeln steigern zwar nicht die Schlagkraft des Herzens, beeinflussen aber offensichtlich die Skelettmuskelarbeit und verlängern so zum Beispiel die zurücklegbare Wegstrecke. Die Ergebnisse der klinischen Studie, die mit einer plazebo-akupunktierten Vergleichsgruppe mit stumpfen Nadeln durchgeführt wurde, sind in der hochrangigen Fachzeitschrift „Heart“ veröffentlicht.

Akupunktur beeinflusst vegetatives Nervensystem Die chronische Herzmuskelschwäche ist eine der häufigsten Erkrankungen und Todesursachen in Europa. Patienten mit dieser Erkrankung leiden vor allem unter ihrer verminderten Leistungsfähigkeit. Luftnot und leichte Ermüdbarkeit bei körperlichen Belastungen kennzeichnen das Krankheitsbild. Die Krankheit ist sehr viel komplexer, als zunächst vermutet wurde. Nicht nur die nachlassende Pumpfunktion des Herzmuskels ist für die Symptomatik verantwortlich. Auch das sogenannte vegetative Nervensystem und verschiedene Nerven-Überträgerstoffe geraten aus dem Gleichgewicht, was den Krankheitsverlauf weiter verschlechtert. Genau da greift die Akupunktur an, indem sie diese Prozesse wieder ausbalanciert: Sie beeinflusst das vegetative Sympathikus-System (Erregung), fördert den Parasympathikus (Erholung) und wirkt zudem entzündungshemmend. Ob sie dadurch auch solch lebensbedrohliche Erkrankungen wie die Herzinsuffizienz beeinflussen kann, wurde bisher kaum untersucht.

Nadeln gegen die Erschöpfung Die Wissenschaftler untersuchten Patienten mit Herzschwäche, die mit den üblichen Medikamenten behandelt wurden und in einem stabilen Zustand waren. Zusätzlich erhielt die Akupunkturgruppe zehn Sitzungen, in denen Akupunktur-

tienten legten nach dieser Therapie eine längere Wegstrecke in der vorgegebenen Zeit zurück als die Placebo-Patienten. Sie erholten sich schneller und fühlten sich subjektiv weniger erschöpft. Die messbare Leistungsfähigkeit des Herzens veränderte sich dagegen nicht.

Entzündungsbotenstoffe machen Muskeln müde Aus anderen Studien ist bereits bekannt, dass die Belastbarkeit der Herzpatienten unabhängig von der Pumpfunktion des

Blutspiegel eines bestimmten Botenstoffes Tumor necrosis factor alpha, TNF alpha, drastisch nach der echten Akupunkturbehandlung. Da TNF alpha unter anderem zur Abnahme von Muskelmasse und Muskelkraft führt, müsste sich das positiv auf die Skelettmuskelarbeit ausgewirkt haben“, erklärt Dr. Arnt Kristen, einer der Autoren der Studie.

Langfristig bessere Prognose durch Akupunktur? „Die meisten Studien zur Wirksamkeit von Akupunktur haben methodische

relativ kostengünstige Akupunktur auch langfristig die Prognose der Herzpatienten verbessert. Weitere Informationen: www.klinikum.uni-heidelberg.de ®

Das SEIRIN -Akupunktur-Special Dieser Artikel ist Teil des Themenspecials rund um den Bereich Akupunktur, den wir euch in Kooperation mit 3B Scientific und SEIRIN in der MLZ ausführlich vorstellen. Weitere Infos auch online unter: www.medi-learn.de/akupunktur

Elisabeth ist Studentin im Praktischen Jahr und im Anschluss daran wird sie Ärztin sein. Doch bei der Arbeit auf der Unfallchirurgie macht sie sich so ihre Gedanken. Hier erlebt sie Medizin, wie sie es sich immer vorgestellt hat: rasant, schnell, blutig. Nicht jeder hält das aus. Oft wird von Medizinstudenten eine übergroße Affinitiät zu Blut und Nervenkitzel erwartet. Elisabeth ist überzeugt, dass „seit Evolutionsgedenken der Anblick von Blut ein Zeichen von Bedrohung ist. Wir müssen uns also antrainieren, zu bleiben, wenn wir helfen wollen.” www.medi-learn.de/info15221

Krankenversicherung – gesetzlich oder privat? Thorsten aus Heidelberg ist aufgrund seiner Doktorarbeit und von Auslandsaufenthalten bereits im 14. Semester. Rita aus Köln hat erst nach einer Berufsausbildung und einem Jahr in Neuseeland mit dem Medizinstudium angefangen und ist jetzt 29 Jahre alt. Bei beiden Studenten ist gemeinsam, dass für sie die Krankenversicherungspflicht endet. Ab dem 30. Lebensjahr müssen sie sich in eigener Regie um einen Versicherungsschutz bemühen. Vor der Entscheidung gilt es sich gründlich zu informieren. www.medi-learn.de/info15227

Berufsunfähigkeit kommt oft. Doch für Dich gibt es einen besonderen Schutz. Als angehende Ärztin oder als angehender Arzt weißt Du: Jeder Fünfte wird berufsunfähig. Gerade für Berufsanfänger kann es dann finanziell ganz schön eng werden. Schütze Dich: Mit der mehrfach ausgezeichneten Berufsunfähigkeitsversicherung der Deutschen Ärzteversicherung. Sichere Dir Bestnoten für Deine Zukunft auch bei Berufsunfähigkeit. Rufe uns an unter 02 21/14 82 27 00 www.aerzteversicherung.de

Sicherer Job nach dem Studium Medizin ist eines der wenigen Studienfächer, mit denen du dir keine Gedanken um spätere Arbeitslosigkeit machen musst. 2008 waren in ganz Deutschland 2.800 Mediziner arbeitslos gemeldet, davon 1.800 Ärztinnen. Die Arbeitslosigkeit ist seit dem Rekord-Hoch 1997 (9.400) gefallen, erreichte von 2002 bis 2005 ein kleines Plateau um die 6.000 Ärzte, sinkt seitdem aber weiter. Es fällt auf, dass zu allen Zeiten mehr Frauen als Männer arbeitslos gemeldet waren. www.medi-learn.de/info15209


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NEU! Der Hammerplan von MEDI-LEARN

Werde ich es oder werde ich es nicht? Veranstaltungen rund um „Anästhesist werden“ verraten mehr

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In 100 Tagen zum 2. Staatsexamen Der 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung umfasst laut neuer AO das gesamte klinische Wissen, so dass die geforderte Stoffmenge kaum zu bewältigen scheint. Eine genauere Analyse der bisherigen Hammerexamina hat jedoch gezeigt, dass inhaltlich eine große Übereinstimmung mit dem alten 2. Staatsexamen gegeben ist, während der Stoff des alten 1. Staatsexamens kaum geprüft wird.

as die Fachrichtung „Anästhesiologie“ bereit hält, zeigen der Berufsverband Deutscher Anästhesisten e. V. (BDA) sowie die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) im Rahmen eines mobilen Info-Cafés sowie überraschender Roadshows an Unis und Lehrkrankenhäusern. Hier können sich Medizinstudenten und junge Ärzte aus erster Hand zu Ausbildung, Arbeitsalltag und Karrieremöglichkeiten beraten lassen. Operationen begleiten, intensiv therapieren, Leben retten und Leid lindern – Anästhesist/in sein, bedeutet mehr, als nur Narkosen zu setzen. Genauso abwechslungsreich wie die Fachrichtung sind auch die bundesweiten In-

formationsveranstaltungen des BDA und der DGAI gestaltet, die im Rahmen der Nachwuchs-Kampagne „Mein Pulsschlag“ stattfinden. Die Verbände bringen mit einem Info-Café und einer Roadshow das Thema „Anästhesiologie“ an ausgewählte Unis und Lehrkrankenhäuser. Neben der Beratung im Info-Café gibt es ein überraschendes Programm im Rahmen einer Hörsaalveranstaltung: Spannende Vorträge und eine LiveSimulation zeigen, dass Anästhesie alles andere als einschläfernd ist. Demnächst wird die Roadshow durch interaktive „Skill-Stations“ erweitert, bei denen Interessierte an verschiedenen Simulationsgeräten bestimmte Fertigkeiten üben können.

Termine der Roadshow: 19. Oktober 2010: Uni Marburg, 10 bis 15 Uhr Info-Café, Programm von 11 bis 13 Uhr 20. Oktober 2010: Uni Dresden, 15 bis 18 Uhr Info-Café und Programm Weiterhin geplant: Mainz und Rostock Das mobile Info-Café ist auch im Rahmen von Karrieremessen und Kongressen unterwegs: 22. - 23. Oktober 2010 - Perspektiven und Karriere in Berlin 27. November 2010 - Perspektiven und Karriere in Köln Weitere Informationen gibt es unter : www.anaesthesist-werden.de Die Anästhesie-Roadshow steuert Uni-Städte und Karriere-Messen an

Wittener Medizin-Studierende tragen ihre Erfahrungen jetzt nach Albanien Future Doctors Network zeigen Kommilitonen in Tirana neurologische Untersuchungen von Kay Gropp (idw)

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Dieser Analyse folgend haben wir einen Lernplan zusammen gestellt, in dem der Lernstoff auf das Wesentliche reduziert, strukturiert und auf 100 Tage verteilt wurde. Der 100-Tage-Lernplan und ausführliche Erläuterungen mit zusätzlichem Kreuzplan stehen im Internet zur Verfügung unter:

om 2. bis 7. Juni reisten vier Medizinstudierende der Universität Witten/Herdecke in die albanische Hauptstadt Tirana, um dort einen praktischen Untersuchungskurs zum Thema Neurologie zu geben. Dieses Seminar ist Teil der studentischen Initiative Future Doctors Network. Seit nunmehr acht Jahren ist es Ziel der studentischen Initiative, das Medizinstudium in Albanien durch praktische Untersuchungskurse zu ergänzen. Wichtig für die Studierenden und zukünftigen Ärzte ist es, Patienten auch ohne große technische Hilfsmittel zu untersuchen. Die einzelnen praktischen Untersuchungshandgriffe erlernen die Studierenden, indem sie sich gegenseitig untersuchen. Ergänzt werden diese Lerneinheiten durch kurze theoretische Einführungen. Bishe-

rige Themen waren Orthopädie, Innere Medizin und Neurologie. Jedes Seminar wird von einem Facharzt aus Deutschland geleitet, wodurch die hohe Qualität der Seminare gewährleistet wird. Diesmal gestaltete auch der albanische Neurochirurg Dr. Erion Musabelliu einen Teil des Seminars mit. Begleitet wurden die Wittener Studenten von Dr. Tobias Feldhaus, einem Assistenzarzt der Neurologie aus Münster. An dem Seminar nahmen 20 albanische Studierende teil. Weiterhin wurden die Wittener Studierenden von vier albanischen Tutoren unterstützt, die den neurologischen Untersuchungskurs in der Vergangenheit schon einmal absolviert hatten. Das Seminar stieß bei den Teilnehmern wieder auf große Begeisterung. Für viele Studierende stand neben dem

Erlernen der praktischen Fertigkeiten die völlig neue Erfahrung, dass Lernen Spaß macht und man sogar ohne Stress und Druck etwas lernen kann, im Vordergrund. Das nächste Seminar des Future Doctors Networks wird voraussichtlich im Herbst 2010 in Tirana stattfinden.

MEDI-LEARN PODCAST Diesen Artikel gibt es online auch als Audio-Datei zum Download unter: www.medi-learn.de/podcast

IMPRESSUM Herausgeber: MEDI-LEARN Verlag GbR, ISSN 1860-8590 Elisabethstraße 9, 35037 Marburg/Lahn Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-29 E-Mail: redaktion@medi-learn.de, www.medi-learn.de Redaktion: Jens Plasger (Redaktionsleitung), Christian Weier (V.i.S.d.P.), Trojan Urban, Dr. Marlies Weier, Dr. Lilian Goharian, Dr. med. Dipl.-Psych. Bringfried Müller, Thomas Brockfeld Lektorat: Jan-Peter Wulf Layout & Graphik: Kristina Junghans Berichte: Redaktion MEDI-LEARN, Nina Dalitz, Medizinische Hochschule Hannover, Kay Gropp (idw), Dr. Annette Tuffs (idw), Claudia Peter (idw), Emma Hausberg, Maike Dierks, Linda Vilz, Christel Weiß und Axel W. Bauer, Deutsches Krebsforschungszentrum Druck: Druckerei + Verlag Wenzel, Am Krekel 47, 35039 Marburg/LahnTel: 0 64 21/17 32 60, Telefax: 0 64 21/17 32 69 Anzeigenbetreuung: Christian Weier, Olbrichtweg 11, 24145 Kiel Tel: 04 31/780 25-0, Fax: 04 31/780 25-29 E-Mail: christian.weier@medi-learn.de. – Es gilt die Anzeigenpreisliste 02/2005.

www.medi-learn.de/ hammerplan

Bildnachweis: www.photocase.com, www.istockphoto.com, www.sxc.hu, www.pixelquelle.de, Artikelautoren, www.flickr.com, Oliver Vogelbusch, Bodo Kremmin Erscheinungsort: Marburg Die MEDI-LEARN Zeitung erscheint fünfmal pro Jahr und wird als Beilage der Zeitschrift Via medici aus dem Georg Thieme Verlag, Stuttgart, zugelegt. Der Bezug ist für Abonnenten der Via medici in deren Abonnement bereits enthalten. Der Einzelpreis beträgt 1,90 €. Für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos etc. kann der Verlag keine Gewähr übernehmen. Nachdruck – auch in Auszügen – nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung. Der Verlag kann für Preisangaben keine Garantie übernehmen. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Bei allen Gewinnspielen und Aktionen ist der Rechtsweg ausgeschlossen. Anregungen und Redaktionskontakt per E-Mail unter: redaktion@medi-learn.de.

Deine Meinung ist uns wichtig! Wie gefällt dir diese Ausgabe unserer MEDI-LEARN Zeitung? Unter www.medi-learn.de/gw121 findest du einen kurzen Fragebogen mit drei Fragen zu dieser Ausgabe. Wir würden uns freuen, wenn du uns deine Meinung mitteilst. Mitmachen lohnt sich. Unter allen Teilnehmern verlosen wir Fachbücher im Wert von 300 Euro. Einfach Fragebogen ausfüllen und schon bist du dabei!

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In unserem heutigen Rätsel dreht sich alles um die Berufe in der Medizin Die Medizin ist ein weites Feld. Nicht nur, was das Studium angeht, sondern auch die Vielfalt an Berufen. Neben den Ärzten für diverse Fachbereiche der Medizin gibt es auch noch eine Palette anderer Berufe wie beispielsweise in der Pflege, dem Rettungsdienst oder den Heilberufen. Wir haben ein kleines Bilderquiz erstellt. Kannst du die Berufsbezeichnungen aller Cartoonfiguren benennen? Trage einfach den Namen in das entsprechende Feld ein und setze den mit einer Zahl markierten Buchstaben am Ende der Seite in das Lösungsfeld ein. Am Ende der Seite findest du zusätzlich auch die Angaben, wie du am Gewinnspiel teilnehmen kannst und welche tollen Preise dich erwarten. Viel Spaß!

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Arzt werden in Nordirland

Online geht's weiter

Medizinstudium in Belfast – Infos aus erster Hand Interview von Nina Dalitz mit Susie und Sinead

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rzte werden überall gebraucht, aber sie werden auch fast überall ausgebildet. Wie läuft das Medizinstudium in anderen Ländern, zum Beispiel in Nordirland? Dazu habe ich Susie und Sinead, zwei irische „Ladies“, interviewt, die seit zwei Jahren an der Uni Belfast studieren.

Hallo ihr zwei. Wir sind auf einer Bio-Farm in den Niederlanden. Was hat euch hierher verschlagen und was macht ihr hier? Früh halb sechs aufstehen, Erdbeeren und Bohnen ernten, Gemüse für den Markt vorbereiten und andere Farmarbeiten erledigen. Nächste Woche geht es nach Amsterdam und dann weiter mit dem Interrail-Ticket nach Deutschland, Polen, Ungarn und mal sehen, wo es uns noch hin verschlägt. Wir genießen einfach unsere Sommerferien und arbeiten ab und zu auf Farmen, um Geld zu sparen und Leute kennen zu lernen. Und, um kostenlos ein paar Erdbeeren abzubekommen. Was macht ihr, wenn ihr gerade nicht herumreist? Wir studieren Medizin in Belfast. Vor diesen Ferien haben wir viele Prüfungen erfolgreich hinter uns gebracht und im Herbst beginnt das dritte Studienjahr. Wie habt ihr einen Studienplatz erhalten? Die Bewerbungsfrist endet im Oktober des letzten Schuljahres. Im Januar werden dann die Antwortbriefe verschickt und wer einen Platz bekommen hat, darf im Oktober darauf

anfangen, zu studieren. Natürlich musst du vorher noch deine Schule erfolgreich abschließen. Doch das ist nicht das Problem, da unsere Abschlussprüfungen nicht all zu schwer sind. Ein sehr gutes Abitur wird einfach vorausgesetzt. Einige verlassen die Schule mit fünfmal „A“ (Bestnote) und bekommen trotzdem keinen Studienplatz. Die Tochter unseres Gesundheitsministers hatte viermal „A“ und trotzdem keinen Platz bekommen. Die entscheidende Rolle spielen außerschulische Aktivitäten. Das trichtern uns schon die „Career Teachers“ an der Schule ein: Lernt ein Instrument, macht Sport, engagiert euch ehrenamtlich. In deine Bewerbung schreibst du dann die Aktivitäten und ein kurzes persönliches Statement von etwa 250 Wörtern. Darin musst du dich sehr gut verkaufen, sonst hast du keine Chance, an der Uni angenommen zu werden. Wir haben uns noch an den Unis Edinburgh und Cardiff beworben, sind aber froh, dass es in Belfast geklappt hat. Jedes Jahr werden hier circa 250 Human- und 60 Zahnmediziner angenommen. Und was habt ihr in euer Statement geschrieben? Oh, so einiges. Freiwilligenarbeit bei den „Special Olympics“, Praktika auf Farmen und in Kliniken, Vertrauensschüler in der Schule, Geige spielen in der Big Band, Sport – einfach alles, das zeigt, wie toll wir sind. An diesem kurzen Statement sitzt man sehr lange und es kursieren sehr

viele Tipps, mit denen man sich intensiv auseinander setzen sollte. Gibt es an eurer Uni auch ausländische Studenten? Die meisten Leute kommen schon aus Nordirland, denn die Queen's University in Belfast ist die einzige Nordirlands. Etwa 20 Studenten kommen aus England, 20 bis 30 aus „Southern Ireland“ und ein paar wenige aus Schottland. 10 Prozent der Studenten sind aus anderen Ländern, davon viele Chinesen und Malaysier sowie ein Amerikaner. Es gibt in unserem Jahrgang aber nur einen einzigen Erasmus-Studenten. Wie ist das Medizinstudium an der Queens University in Belfast gegliedert? Nach fünf Studienjahren haben wir die großen Abschlussprüfungen und dann zwei praktische Jahre. Die ersten beiden Jahre studieren wir zusammen mit den Zahnmedizinern, dabei haben wir sechs oder sieben Fächer, darunter Anatomie, Physiologie, Pharmakologie, Mikrobiologie, Epidemiologie, …Dann müssen wir noch eine Hausarbeit über ein praktisches Thema schreiben. Zum Teil ist das so eine Zeitverschwendung. Einige haben aber Obdachlose, Alkoholismus oder Tanz als Thema gewählt. In diesen ersten beiden Jahren haben wir jede Woche drei Stunden Unterricht im Krankenhaus. Zum Teil wurden wir auch einfach zu ambulanten Patienten nach Hause geschickt und sollten herausfinden, was sie haben.

Im dritten Jahr rotieren wir durch alle möglichen Stationen eines Krankenhauses. Wir sind dort von 9 bis 17 Uhr, danach müssen wir uns zu Hause noch „Video Lessons“ ansehen: Während des Jahres stehen für uns 300 Stunden Videomaterial auf dem Programm. Wir bekommen dazu die DVDs und arbeiten uns in unserer Freizeit da durch. Jede Woche präsentieren wir „unsere“ Patienten einem der Ärzte. Mittwochnachmittag ist immer frei, aber die Anzahl der Stunden hängt sehr davon ab, in welches Krankenhaus und welche Station wir eingeteilt werden. Im vierten Jahr geht es weiter mit der Rotation, aber dazu kommen sechs Wochen „electives” also ein Praktikum im Krankenhaus, welches wir auch im Ausland verbringen dürfen. Doch diese Chance, ins Ausland zu gehen, nutzt so gut wie Jeder, denn direkt danach beginnen die Sommerferien, so dass man weitere sechs Wochen in dem gewählten Land herumreisen kann. Bei den bisherigen Jahrgängen war es so, dass sich am Ende der Ferien alle Kommilitonen an einem Ort irgendwo auf der Welt getroffen und ausgiebig gefeiert haben, zum Beispiel in Las Vegas. So etwas wollen wir auch machen.

Wie immer gibt es auch zu dieser Ausgabe der MEDI-LEARN Zeitung wieder eine Extraportion für besonders MLZHungrige: Ausgabe 30 unseres Digitalen Nachschlags präsentiert dir weitere spannende Artikel – dieses Mal unter anderem zum Thema Famulatur in Indien, Skills Lab in Köln und Rechtsmedizin – und Fortsetzungen von Beiträgen aus der gedruckten Version. All das erfährst du im Digitalen Nachschlag. Er steht kostenlos als PDF im Internet zur Verfügung. Einfach die folgende Seite aufrufen:

www.medi-learn.de /mlz-nachschlag

Nachschlag Die Extraportion Diese Artikel findest du im Online-Teil unserer Zeitung:

Ausland

Studieren in Belfast Fortsetzung im Digitalen Nachschlag (s. Kasten rechts)

Im zweiten Teil unseres Interviews mit zwei nordirischen Studentinnen gibt es Spannendes zu erfahren: Was Inhalt der obligatorischen „video lessons“ ist, was ein Student für das Medizinstudium bezahlen muss, wie die Prüfungen verlaufen und auch, wie heute das Verhältnis zwischen Protestanten und Katholiken ist, das erfahrt ihr hier.

Von Indien nach Israel Bei einer Famulatur in Indien lernte Christine Scharfenberg ein israelisches Paar kennen. Sie besuchte daraufhin das „Heilige Land“ und entschied sich für ein PJ vor Ort. Jetzt arbeitet sie im Soroka Hospital in Beer Sheva, einer modernen Stadt mitten im Negev, der großen Wüste des Landes. Lest ihren Statusbericht aus Israel.

Klinik

Reizfach Rechtsmedizin? Das Arbeiten in der Rechtsmedizin ist nichts für schwache Gemüter. Doch für nicht wenige Studierende ist das Fach reizvoll, geradezu mystisch. Olga Kogan war ebenso angetan von der forensischen Medizin – ob sie es auch nach dem „reality check“ mit Verwesungszuständen und Fäulnisgeruch noch ist? .

Viktorianisch: Die Queen´s University, einzige Uni Nordirlands

Gefäßwucherungen im Gehirn Medikamente sollen Neubildung hemmen

Studium

Deutsches Krebsforschungszentrum

Medizin und Philosophie

E

in gestörter Signalweg in Endothelzellen, die das Innere der Blutgefäße auskleiden, führt zu Kavernomen, oftmals gefährlichen Gefäßfehlbildungen im Gehirn. Dies veröffentlicht ein Forscherteam der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums. Die Untersuchungen klären die Ursache für eine der häufigsten Fehlbildungen des Menschen auf und weisen darüber hinaus darauf hin, dass Kavernome mit Medikamenten behandelt werden könnten, die das Gefäßwachstum hemmen. Gutartige Gefäßfehlbildungen, sogenannte Kavernome, können in vielen Geweben des Körpers auftreten. Diese Fehlbildungen zeichnen sich durch stark erweiterte, instabile und unstrukturierte Blutgefäße aus. Medizinische Bedeutung haben vor allem Kavernome im Gehirn,

die sich bei etwa einem von zweihundert Menschen entwickeln. Im Gehirn bleiben die Wucherungen oft lange Zeit unbemerkt und werden typischerweise als Zufallsbefunde bei Kernspinuntersuchungen entdeckt. Wenn sie wachsen, machen sie sich meist durch unspezifische Symptome wie Kopfschmerz oder Schwindel bemerkbar. Dabei steigt die Gefahr von Gehirnblutungen aus diesen Gefäßwucherungen, was zu Krampfanfällen, neurologischen Ausfällen bis hin zum Schlaganfall führen kann. Daher werden Kavernome, die Symptome verursachen, nach Möglichkeit chirurgisch aus dem Gehirn entfernt. In der gemeinsamen Abteilung “Vaskuläre Biologie und Tumormetastasierung“ der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums untersuchen Wissenschaftler, wie sich Blut- und

Lymphgefäße bei Tumorerkrankungen neu bilden. “Unsere aktuellen Ergebnisse zeigen, dass – ähnlich wie in Tumoren – überschüssiges und unkontrolliertes Gefäßwachstum zur Entstehung von Kavernomen führt“, erklärt der Leiter der aktuellen Untersuchung, Dr. Andreas Fischer. Bereits bekannt war, dass die Krankheit entsteht, wenn in den Endothelzellen, die alle Blutgefäße auskleiden, das Gen CCM1 ausfällt. Warum dies jedoch zu den charakteristischen Missbildungen führt, war bisher nicht geklärt. Das Forscherteam identifizierte nun gemeinsam mit Kollegen aus Essen und Greifswald, welche zentralen Signalwege in Endothelzellen durch den Verlust des CCM1-Gens beeinträchtigt werden. Um die beim Menschen auftretende Erkrankung besonders gut simulieren zu können, transplantierten die Wissenschaftler menschliche Endothelzellen

mit ausgeschaltetem CCM1-Gen in Mäuse. Die transplantierten Zellen wuchsen daraufhin zu den typischen Gefäßwucherungen aus. So konnten die Experimente im Mausmodell an menschlichen Blutgefäß-Fehlbildungen durchgeführt werden. Daher lassen sich die Ergebnisse gut auf die Situation bei der Erkrankung des Menschen übertragen, so dass z.B. auch Medikamententests durchgeführt werden konnten. In einem ersten Ansatz prüften die Forscher das Krebsmedikament Sorafenib, das die Neubildung von Blutgefäßen hemmt. Bei den transplantierten Mäusen führte die Substanz zu einem massiven Rückgang der Gefäßwucherung. “Wir wollen nun prüfen, ob wir mit einem Medikament aus der Krebsmedizin Kavernome im Gehirn auch ohne Operation behandeln können“, erklärt Dr. Andreas Fischer die zukünftigen Ziele des Projekts.

Im zweiten Teil des Interviews erfährst Du, wie Maik das erhöhte Lernpensum schafft - und wie die beiden Fächer sich gegenseitig befruchten.

Köln: Skillslab eröffnet Die Kölner Medizinstudenten haben ein neues Lernzentrum auf ihrem Campus: Im „interprofessionellen Skillslab und Simulationszentrum“, kurz KISS, lernen sie mit Hilfe von Puppen zum Beispiel Reanimation, Blutentnahme und chirurgisches Nähen. Zum Erlernen der Anamnese und ArztPatient-Gespräch mimen Schauspieler die Patienten.

Heidelberg: Mikrochirurgie simulieren Mit Hilfe einer innovativen Virtual-RealityTechnologie, die dreidimensionale Szenarien generiert, können angehende Heidelberger Chirurgen bald wirklichkeitsnah Operationen durchführen und mikrochirurgische Fertigkeiten verbessern. Im Fokus: Gezieltes Training der Hand-Augen-Koordination bei der Handhabung der Operationsinstrumente unter dem Mikroskop.

MEDI-LEARN Zeitung 04/2010  

Die MEDI-LEARN Zeitung im Printformat. Sie enthält auf 12 Zeitungsseiten News und Informationen für Medizinstudenten und Jungärzte und ersc...

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